Lmbncher Zeitung. Nr. 27tt. ^r»s'?i «ration epic:«: ?« Ho«pt»K 8«»zj. N. ll , 'Ibi. N. 5.50. stur die Zu«eüliu>, lno Hulls d«ld<. »,> ?,. Mit be« Pott ganzj. ft. lä, halb,.«. ?.»«. Monlitg, 23. November ^»»«rtl onSßci'tt^r l'l io gellen: imalton, ««.«otl"., 3m. 1 fl.: teuft pr.Zellr lm. ßlr.. »m.8?l I8V8. Älntlicher Tbcil. K»er Reichskanzler, Minister dcs kaiserlichen Hauses und des Acußern, hat dcn dcm k. k. Gcncrallonsulutc in Alexandrien zugetheilten Consularclcvcn Dv. Johann Ort lieb zum Vicckan^c^ mit dcr Verwendung bei dem k. k. Vicec^.snlatc in Port-Said und den dcm k. k. Consulate in Scntar! zur Dienstleistung zugewiesenen Consulareleven Alexander Nehn zum Vicckanzlcr daselbst zu ernennen befunden. Der Minister des Innern hat den Oberinqcricur zu Salzburg August Krumholz zum Baurathc für den Staatsbaudicnst in Kärnteu ernannt. Nichtamtlicher Theil. Zur Geschichte deliArie^ in Dühmrn 1866- Drr k. k. Generalstab hat auf Grund officiellcr Do-cumente ein Werk: „Geschichte dcs Krieges in Böhmen" herausgegeben, in welchem die interessantesten Aufschlüsse über Motive und Hergang der größten Katastrophe, die unsere brave Armcc biohcr Grossen, enthalten sind. Ein? der interessantesten Partien dcs Buches ist die Carre' sponden; zwischen Sr. Majestät dcm Kaiscr und den, FZM. Bcnedck. Der officiellc Bericht schildert die Vorgänge in, Hauptquartier und die Stimmung des Feldzeugmeisters in den Tagl'ü uom <. bis 3. Inli folgendermaßen : „Daö ^rmcc Hauptquartier ritt um 2,^ Uhr Moi' gens (am !. Juli) von Dn^ncc übcr Horcnowcs, Chlum. Nedelist nach Königgrätz, bci welcher Gelegenheit dcr Armeecommandant die Gegend recognoscirtc. Von einer tiefen Verstimmung erfaßt, hatte der Feldzeugmeistcr bereits alles Vertrauen in sich, seine Umgebung sein Hccr und die große Sache verloren, nm dcrcnwillcn die Armee in den Kampf gcganncn war. In 5lönilMüy anssclonv men, erhielt er cin Telegramm, welches Sc. Majestät der Kaiser als Antwort auf die Depesche, die den Ruck-zug der Armce angezeigt, um 9,^ Uhr hattc absenden lassen. Auch traf er daselbst den Oberstlieutenant von Beck ans der General.Adjntantur Er. Majestät. welcher noch in vergangener Nacht zur Armee gesendet wor< den war, um sich Persönlich von dem Stande dcr Dinge Kenntniß ;n verschaffen. Das erwähnte Telegramm lautet: „Obschon seit Ihren Berichten vom 27. und 28. n.M. aus Iosephstadt. dann dcr telegraphischen Mcldnng vom 29. aus Dubcnec das Resultat der Operationen Mir unbekannt ist, so habe Ich — trotz dcr Nachricht bezüglich dcs auf Köniagrütz nöthig gewordenen Rückzuges — das feste Vertrauen, daß Ihre energische Führung demnächst günstige Ersolgc erzielen und Ihre Kraft dic Ordnung erhalten wird." !,Nr. 3010.) Doch konnten auch diese großherzigen Worte dcö Kaisers den gcsnnfcncn Muth des unglücklichen Fcld-hcrrn nicht ausrichten; FZM. v. Bcncdck sah den nächsten Tagen hoffnungslos entgegen, und sendete um 1!^ Iibr. Vormittags, ohne daß irgend jcn.and ans seiner Umgebnng davmn wußte, da5 folgende Telegramm an dm Kaiser ab: Bitte Eucrc Majestät dringend um jeden Preis dcn Frieden zu schließen; Katastrophe für Armee unvermeidlich, Oberstlieutenant V eck geht gleich zurück." Sc. Majestät dcr Kaiser konnten auf den Rath bes Armeecommandanlen nicht eingehen, Mochte der letztere die Verhältnisse dcr Armce nach allen Unfällen, die einzelne Corps erlitten, noch so ungünstig betrachten, '° rechtfertigte doch nichts. mit dem Feinde in Unter-Handlungen zu treten, bevor cinc Schlacht geschlagen worden und dieselbe über das Schicksal dcs Heeres und be« Staates entschieden hattc. Anck mußte tb jedem Un-befangenen, der den unmittelbaren Eindrücken des Schauplatzes entrückt war, undenkbar erscheinen, daß die Armee ^bllig kampfunfähig und cinc Katastrophe unvermeidlich A. Es mnßlen daher auch Unterhandlungen mit dem ^lNner sich alö ganz unzcitig und in jeder Beziehung ungerechtfertigt barstellen. Sc. Majestät dcr Kaiser ant-""Mete sonach um 2 Uhr 10 Minuten Mittag tele, graphisch deni Armeecommendanten: ..Einen Frieden zu schließen unmö^ lich- Ich befehle wenn unansweichlich - den Rückzug in größter Ordnung anzutrete»!. Hat eine Schlacht slattye-funden?" (3020.) Hierauf meldete der Nrmcccommllndant telegraphisch um N Uhr Nachts Sr. Majcstät drm Kaiser Folgendes : ..Euer Majestät Tcl?gran,mc Nr. 3010 und 3020 erhalten, Chlffrcn verstanden. - 6. und 10. Corps haben außerordentlich, 8. Corps sehr stark gelitten; I.Corps, wic ich nuch hcutc persönlich überzeugt, und sächsisches Corps lhcilwcisc ebenfalls außerordentlich her^ genommen, und brauchen mehrere Tagc, um sich zu sammeln; auch 4. Corps hat Verluste gehabt. Von acht Corps sind mithin, ohne Schlacht, blos nach partiellen Gefechten, :iur zwci ganz intact, aber auch diese, sowie die Cavallcrie- und Artillerie - Re» serve sehr fatiguirt; brauchcn alle nothwendig Erholung und Vcschuhung nnd sonstige Bedürfnisse, 10. Corpo insbesondere auch Kochgeschirre. Die großen Verluste entstai'.dcu hauptsächlich durch Zündnadclgewchrfeucr, von dessen mörderischen Wirkung alle ohne Unterschied imprcssionirt bleiben, die im Gefechte waren. Alles dieses zwang mich, nach gestrigen Erfahrungen uud telegraphisch gemeldeten ''.rl'.u'lr des 1. und sächsischen Corps h'^hcr zu repliiren. Anf dcm Wcgc fand ich dcn massenhaflen Train dcr Armee, der nicht mehr weit genug zurück dispomrt werden konnte, und wenn nnter solchen Umstünden ein energischer Angriff dcs Gegners erfolgt wäre oder noch erfolgt, bevor das 1. Corps und die Sachsen wieder geordnet und die Armce sich einigermaßen erholt haben, wäre Ka< iastrophc unvermeidlich. Glücklicherweise drängte der Feind heute bis zur Stunde nicht; ich lassc daher in or gen dic Armee ruhcu u»d den Train zurückoiSponireu; kann aber nicht län ger hier bleiben, weil bis llbcrmorgen Mangel an Triulwcisser in den Lagern eintreten wird, undsctzc am 3. d c n Rückzug gegen Pardlibiy fort. Wcrdc ich nicht nberfln^elt, kann ich ans dic Truppen wieder zählen, und rrgibt sich dic Gelegenheit zu einem Offcnsivstoße, so werde ich ihn machen, sonst aber trachten, die Armee so gut wic möglich wieder nach Olmütz zu bringen, und Euer Majcstät Allerhöchste Befehle, soweit cö nur immcr in meinen Kräf' ten steht, gewiß aber m«t unbedingter Aufopferung, ausführen." (Nr. A). Am nüchstcn Tage, 2. Juli, 11 Uhr 25 Minuten Vormittags tclegraphirtc dcr Oeneralstabs-Chcf der Ar-mcc, FM^. Baron Hcnikstcin, noch Folgendes an den General-Adjutanten Sr. Majcstät des Kaisers: „Hoffe, Oberstlicntcnant Bcck's Eindrücke sind durch Telegramm dcs FcldzcugmcisterS von hcutc Nacht bc-dcutcnd modlficirt worden. Bittc in diesem Sinuc zu wirken. Er war gcradc im unglücklichsten Mo-mcntc eingetroffen, -- kann sich alles noch besser gc-stalten." Vcvor dicsc Dcpcschc cinlangtc, hattc Se. Majestät dcr Kaiser dic Adbcrnfnng sowohl dcs FM3. Baron Hcnik stein, wic des GM. Krismnnic und dcs G. d. C. Graf Clam angeordnet. Dcr betreffende tclcgraphifchc Befehl au Feldzcng-mcister o. Bcncdet hattc gelautet: „Auf Allerhöchsten Befehl sind FML. Henilstcin und GM. Ärismanic ihrer Verwendung zu entheben und hicher nach Wien ;n senden, und habcn sich Euer Excellenz aus der Arm« selbst cincn Gcneralstabö-Chcf auszuwählen, in ccsscu Fähigkeit und Energie Sic gegründete Hoffnung setzen. G. d. C. Graf Elam ist seines Corpöcommando'ö zu entheben und ebenfalls nach Wien zu senden. Sic havcn das I. Corps cincm hicfür geeigneten Oeneralcil zu übergeben. Abgehen nach Wicn aller drci Generale telegraphisch melden." (Nr. 3047.) Crennevillc." Dieser Befehl treuztc sich in der Expedition mit cincm telegraphischen Antrage dcs Fcldzcngmeistcr« an Sc. Majestät folgenden Inhalts: „Wie Oberstlieutenant Beck mündlich schon gesagt, ist GM. KrismlllU' sciücr Aufgabe nicht gewachsen. Wüßte als Ersatz nur GM. Äaumgartcn. Bitte um telegraphische Ermächtigung. dcn Letztern zum Chcf der Operationskllnzlci beordern zu dürfen, und Kris> manic cine Brigade zu gcbcn, oder zum 3. Corps zu> zutheilen." (2. Inli, 1 Uhr 40 Minnten Nnchmit-tags.) Anderthalb Stunden später tclea.raphirte dcr Feld' zeugmcistcr noch in dieser Angelegenheit: „Nr. 7/^l>. Bevor ich dem Allerhöchsten Befehle nachkomme, möchte ich mir naämehendcn Alklunter-tvünissslcn Bortrag erlauben: FM^. Baron Hcnit-stcin 1. Armeecorps. GM. Baumgarten Gencralstads' Chcf. GM. Baron Ringelslieim zugetheilt znm 3lcn Armeecorps." Doch Se. Majcstät ging uur auf dcn Vorscblaß bezüglich der Generale Baumgarten und Ringelsheim ein. Bei der mit hcntiaem Telegramme Nr. 304? angeordneten Hcrsendung der drei Generale — hieß cs in der telegraphischen Antwort auf den Antrag des FeldzeugmcislcrS ^- blcibt cs." (9'/, Uhr Abends.) Die von dcr Armce abberufenen Generale erführe»! ihre Bestimmung erst am 3. Juli Morgens, und der zum GeucralstabSchef der Arm« neuernannte GM. Baum-gartcn traf gleichfalls erst am 3. Juli Morgens im Armee-Hauptquartier clu. Bis zum Äbeud dcs 1. Juli gewann indessen der Armeecoinmandant cinc ruhigere Anschauung, und cr sah, wic cs die früher gegebenen Telegramme andeuten, die ^age der Armee nicht mehr so verzweiflul'igsvoll an, wic am Morgeu dieses Tages, Bereits um 2 Uhr Nachmittags halte das Armcecommando dic Äusscnoung oon Patrouillen nach allen Scitcn gegen dcn Feino hin angeordnet, n,u genaue Nachrii'teil über dessen Stellungen ünd Bewegungen zu erhalten. und zwar hattc das 3. Armeecorps ein leichtes Caualcrie-Regimcnt dcr 3. Re-scrvc'Caoalerie'Division, sowie ein Iäger^Bataillon nach Sadowa vorzuschieben, Ersteres hatte Officiers - Pa-trouill^n gegen Nru^Bydschow, Horzitz nnd Groß-Bürglitz uorzuscnden; das 4. Armeecorps in nördlicher Richtung acgcn Groß-Bürg!iy »md Choteborek; die 3. kickte Cavalerie. Division auf beiden Ufern der Elbe gegen Iofephstadt; ans dcm linken Ufer außerdem noch über Zmirzitz. Iasena, Wessclih und über Librzih, Vohus-lawitz nach Krzin, und endlich die ?. Rescrve-Eavelcric.l Division über Smirzit^ nach Opotzno un> Dobruschka, wein, inölUlch auch bis Neustadt zu ftatrouillircn. Abends wurde nachstehender Armeebefehl im Armre-Hanptcjnarticr ausgegeben i „Dic Armee bleibt morgen in dcr heute bezogenen Ausstellung. Die großen Baqageil der Truppen sind noch im Lanse dcr heutigen Nacht zurückzuschaffen, und zwar smo jene der bei Trotina und Nedelist stehenden Truppen über Kullena und Opatowic auf der dort geschlagenen Kriegsbrückc nach Bukowina und Sezemic zu senden, wo dieselben auf cincm ^eigneten Platze am rechten Ufer des Manthncr BachcS aufzufahren habcn. Dic Bagagen der übrigen Trnppen fahren auf dcr Straße über Kuklcna, Opatowitz, Pardubih nach Icsnitschan, wo sie geordnet das Lagcr beziehen. Der Train dcs Armcc-Hauptquartiers blcibt morgen in Raudnitschla. Dcr Mnnitionsparl sleht am linken Elbe'User bei Königgräl). Das Arnicc-Schlachtvieh-DcM Nr. 3 ist morgen um 10 Uhr Vormittags in Libischan. jenes Nr. 5» zur selben Zeit in Opatowü', was behufs Fleischfas-fung bekanntgegeben wird. — Die Armce ^ittcndnnz wird am 3. d. M. nach Brunn verlegt. Das Armee-Hauptquartier befindet sich in der Prager »Vorstadt von Küniggrätz im „Gasthofc zur Stadt Prag." Dcr Fciud drängte am 1. Juli nicht nach; vielmehr bliebcn dcssen äußerste Vortruftpcn ziemlich weit ab von dcr kaiserlichen Armcc. So blicb dic Stellung der Armee bis zur Schlacht von Königgrätz. P. Gmliec ua« seinen rigeneu tlmislculen beurtheilt. Aus Sklaven, jagt einer der geistreichsten Schrift, stellcr Deutschlands, läßt sich durch eine Zusammen. Wirkung von Umständen ein freies Voll machen, aber niemals aue Äedicntcnnaturen. Dieses treffende und durch Erfahrung d-währtc Wort gibt gegründete Hoffnung, daß das Völkchen in den Bergen von Tirol noch eineo Tages volliommrn zur Freiheit in allen Richtungen o?,6 öffentlichen Redens bekehrt werden und selbst cm .ha'^ c>er großcn Principien unseres Iahr< nunderts we^.m wird. Die Tiroler warcn u»o sind zuui Theile noch wohl Sklaven übcrkomimner politischer und religiöser Ideen, aber sie haben immcr einen mannhaften individuellen Charakter bewahrt. Bic konnten für eiur 1992 in ihren Köpfen entflammte Idee bis znr Aufoftfenmn, kämpfen; aber sie sind niemals bcdientcnhaft feil gewesen. Zerstreut in den Bergen wohnend, befreundeten sie sich mit dem politischen nnd religiösen Glauben des Re-girrnugSmailnes und des Vertreters der Kiichc, die an Abgrllodcn vorbei und ülicr Lawinen ill ihre Ortschaf ten drangen u»d nahrzu die allciinaen Vermittler zwischen ihnnl und der Außcnwcls, zw>schcn ilncm harten, unter dem Joche dcr Noihdurft gcveugtc:, ^ebcn und drn Gedanken, die die Wcll bcschafli^len, waren. Un erschiNterlich und uuwandeloai wie ihre Berge blied zwischen ilinen und dem Schwcizcl, den" bride lixltcn fcft an der einmal a.,-wonns'ien Ai'sch^uun«, nnr die Ausgangspu»kle ihrci Entwicklung wa>en vclschct>e!', luven» dcr Schwär» dn ch dcn Kanipf graen die Fiemdhc»rschaft in andere Bahm'N ^cllntl wl,rde. Ein so traf l^co Volt läßt nicht über Nackt ab vom H'.'sgebrachlcn, aber cS w>rd um sa vcr Wiche, ei> stehen für d>e Ieen dcr l'cmn Z,>t, wrnii die ei»e von den ^lvei Auloil.'n,n, die in di.seu Bergen maß. aebod si»d, die Rgiliun^, lange gnuig al'f dcr jetzt t'ctlcteln«! Bahn sich fort» el,>egen und die richtig!» Olaaoe ^»l Vcilreiung lhr.s Ged,ink>l,s dort zu ver° >m> den nisscn will». Das wild um !o irischer zu lc wlllürlliuni sein, als die unde>e Alitooläl, die V^rlrc tun^ dcr Kiichc, die imponir.nde Rnhe vcrlieit unl'sicv zu Vur»ißen lähl, wllchc den wackren Geist rirscs Volles zum Nachdenken und zu Vergleichen anregen. Bereits Hai die e^altirtc Haltung des l. Greuter im Abgcortmrtcnhausc bei Gelegenheit dcr Verhandlung über de„ Ansuahmszusland in dicser Rlchtung gcivlrtt. Die streitende Kirche kann einem g>oßcn Theile der Tlroler als etwas Erhabenes uud Heiliges erscheinen, aber nicht die Bcrscrkerwnlh, die gleichgiltig um das Motiv, stets mil schäumendem Munde und rolleudcn Augcu hiniobt. So habeu nun zwei in Tirol erscheinende Blällcr deu! Ge>ühle Ausdruck gegeben, das die letzle Rede des exaltirtcu Geisllicheu iiu ^ande erregt hat. lie ..Ga^ctta di Trentiuo" macht darauf aufmert-. sam, daß in dcr englischen Verfassung durch ciueu Paragrafen die Ausstoßung von Mitgliedern, die nn< würdig erscheinen, dem Parlamente anzugehören, vor-gesehen sei; derselbe sei drei mal, aber noch im vorigen Jahrhunderte zur Anwendung gekommen. Der „Bote für Tirol" findet es besonders widerlich und verwerflich, daß der chrcnwcrthc Herr Abgeordnete für die Ezecken die Kastanien aus dcm Feuer holeu wollte. Sehr trcf-fend erfaßt das Blatt diese fonderbare Thätigkeit deS angeblichen Vollän'pfcrs für Tirol von allen Geuchis-punkten. Die betreffende Stelle scheint so wichtig zxr Klärung der Ansichten über Tirol, daß wir sie hier fol^ gen lassen - „Kann sich Tirol ihm in diesem Sinne anschließen — darf er dabei als Vertreter der politischen Au-sichten Tirols gelten? Gewiß nicht. Tirol ist zu gut katholisch, um mit deu hussilischeu Bestrebungen, die in Czcchicn unverkennbar an dcn Tag getreten sind, in ein Bündniß zu treten. Tirol ist zu gut österreichisch gesinnt, um mit den eingefleischten ezechischcn Pauslauiilcu, welche Rußlands Pläne fördern, nntcr die gleiche Fahne eines unsinnigen Widerstandes gegen unsere Verfassung sich zu begeben. Tirol ist zu gut deutsch, um sich auf die Seite von Fanatikern zu stellen, welche die Deutschen m Prag iusultircn, ihnen die Fenster einwerfen und das deutsche Wesen in Böhmen mit allen seineu Wurzeln in wilder Gewalt auszurotten streben. Wo wäre endlich dcr alte Frcihcitsstolz der Tiroler, des tiroler Bauernstandes, wenn es Leute geben könnte, die sich anmaßen dürften, unser ^and nach dcr Pfeife des feudalen Adels und der feudalen Junker in Böhmen tanzen lasjen zu wollen? Ist unsere kräftige Baucrnticoöltcnmg in Tirol fo stumpfsinnig geworden, daß sie diese Zmunthuug nicht in ihrer vollen Größe begreifen sollte? Sind denn Tirols Bauern nicht mehr die Avkömmlinge jener Vorfahren, die dcm Adel zu Trotz einen Friedrich mit der leeren Tasche in jcine Macht und uoltsfrcuudschafiliche Herrschaft einsetzten? Wir glauben, sie seien es doch wirklich noch. Aber es muß anders werden. Die Welt soll erfahren, daß der Tiroler sich nicht länger mehr zu frcihcilsfeind-lichcn, verfassungswidrigen Zwecken mißbrauchen läßt von eilie,r täglich mehr schwindenden Partei, welche die Religion gern in den politischen Streit hereinzieht und derselben so selbst unberechenbaren Schaden zufügt. Wir wollen Klz sem ans cinr Vcrfasfnng, um die uns so viele Länder Europa's zu beneiden alle Ursachcu haben, wir wollen treu und freudig an ihr festhalten. Wie viele «iampse. wie viele furchtbare Erfahrungen hat fie dcm Reiche mcht gekostet? Kein wirtliches Landesrecht wird ! - . . ^ ^ ,°der unterdrückt; daß die Negierung, dau das Mm.stermm wirtliche Rechte nachdrücklich zu vewährt. als jüngst eim kleine Mudcrlielt des Reichsrathes dic Fortdauer uuserer alten Vaudcsvcrthridlguugs. Or^nuug in F^gc stellte Sollten die Tiroler dafür undankbar sein? Dies können wir zur Ehre des Volkes nnd des Landes nns nicht möglich denken." Wc spanische Nandiiatur des Smogs vau Josta. Der Correspondent der „Times" in Paris, der sich schon lange vor der Revolution als eine zuverlässige Quelle iu Angelegenheiten Spauicus erwiesen, crwähut wieder die Eandidatur des Herzogs von Aosla für dcu spanischen Thron als eine neuerdings iu diplomatischen Kreisen mehrfach besprochene Möglichkeit, natürlich unter der Voraussetzung, daß die Nation für eine Monarchie entschiede. Der Herzog würde in einem solchen Falle neben der Wahl des Volkes auch eine Stipulation des Unechter Friedens zu seinem Bcsitztitcl haben. In dcm qenanntcn Vertrage war bekanntlich vorgesehen, daß die Kronen Frankreichs und Spaniens nie auf demselben Haupte vereinigt werden sollten, und es war ein vom 5x November !712 datirter und von PhiUpp V, von Spanien gezeichneter und bcschworencr?Ict beigefügt, in welchem derselbe für sich und feine Nachfolger dcr Krone Frankreichs entsagt und ausdrücklich dcn Falnilicnucr« trag erwähnt, nach dcm für den Fall dcs Erlöschens dcr Vinic die spanische Krone an den Herzog von Scwoycn «nd dessen männliche Nachkömmlinge, cve.'.tucll dcn Printen von Earignan übergehen sollte. Nun find allerdings Philipps 'Nachfolger noch nicht ausgcstorbcn, allein die Absetzung der Königin Isabella und die Ausschließung der Vinic Don Earlos im Jahre 1N34 eräugen im gan^eu das gleiche Verhältniß, Dcr Correspondent bemerkt dal.u, daß mehrere Mitglieder dcr provisorischen Regierung dem Hause Savoyen günstig gesinnt seien. Drr Mill Wahltag in London. Am 17. d.M., als am zweiten Wahltage, trug! London eine ganz andere Physiognomie als Tags zuvor zur Schau. Gab eö auch am ersten Tage keine tiefgehende Aufregung, fo konnte man doch in den Miltags-Nunden weuigstcns auf denjenigen Plätzen, woselbst die Caudidalcn zum Volle sprachen uud die Wahl durch Häüdcschau vorgenommen wurde, große, allerdings nicht sehr nftutirlichc Mcnschenmassen beisammen sehen und tollen !^ärm mtt anhören. In einzelnen Vezirteu war es, wie man nachträglich erfährt, sogar recht stürmisch zugegangen und in dcn mcislen hattc man die conferva-tiven Candidate,: pöbelhafter Weise gar nicht zn Worle kommen lassen. Gründliche Keilereien kamen jedoch während des Tages nicht vor uud nur spät Abends gab c6 in dcr Agricultural Hall (im Vczirlc Finsbnry), die von den Conservative« zu einem Meeting gemiethet worden war, unruhige Scenen, die jedoch rl'cnsalls, im Vergleiche mit denen früherer Jahre, saust nnd milde genannt werden müssen. Am 17. zeigic Vondou seine Alltagsmicue. Dcr Fremde, den seiu Weg nicht zufällig an einer der Buden vorübcrführte, in denen die Wähler il'rc Stimmen ein-schreiben lasscn, hätte nimmermehr cvrathcn, daß es sich um die Wahl eines neuen Parlamentes handle und daß das Schicksal nickt allein dcs Ministeriums, sondern auch die Politik einer halben Welt von der Entscheidung dieses Tages abhänge. Vor den Abstimmungsbudcn ging es rnhig und gemessen zu, der ehrsame Arbeiter und Bürger wies seinen numcrirten Stimmzettel vor, ließ seinen Namen eintragen, nannte die Caudidatcn seiner Wahl und ging ruhig seiner Wege. Da kraft dcs ncncn Wahl-bestechnngsgcsetzcs nicht gestattet ist, daß die Candidate!« oder ihre Agenten den Wählern Micthwägcn zu Gebote stellen, so vermißte man zum ersten male auch das l Treiben der vielen Droschken, die sonst, mit Wählern bepackt und mit Parteiplacatcn beklebt, der Stadt an Wahltagen ein eigenthümliches Gepräge aufgedrückt hatten. Wer fclber keinen Wagen besaß und keine Droschke miethen konnte, mußte sich eben zu Fuße bemühen. Und wirklich schien es, als ob sich weniger von ärmeren Wählern bethciligten als sonst, und als ob die neuen Wähler aus dcu arbeitenden Classen sich nicht so sehr beeilten, ihre Stimmen abzugeben, als man hätte vcr« muthcu sollen. Reiche Candidate!', die sich aristokratischer Verbindungen erfreuen, sind — namentlich auf dcu, ^ande — infofern im Vortheile, als sie ihre und ihrer Freunde Equipagen ihren Wählern zur Verfügung stellen können. Denn das Gesetz verbietet nur das Mietheu, uicht aber das Borgen von Fahrgclcgenhciteu, um die Wähler in ihrcu Wohuungcu abzuholen uud nach den Wahlstcllcn zu führen. Am Abcud dcs U5. waren 61 Wahlen entschieden. Davon 39 zu Gunsten der Mcraleu, 22 zu Gunsten dcr Conservative«. Der Anfang ist somit deu Liberalen günstic;, zumal da in 6 dcr gewonnenen Sitze keine Oftposition war, während in denselben bei dcr vorigen Wahl die Tories Gegencaudidatcu aufgestellt hatteu. Das neue Parlament dürfte trotzdem in sciuer Zusammeusetzuug nicht wesentlich verschieden sein von dem eben aufgelösten. Ein Blick auf die Candidates liste zeigt, daß trotz aller Prophezeiungen über eine ge^ schlosscnc Phalanx von Arbeitern, die aus den Neuwahlen hervorgehen uud iu das Unterhaus eindringen würden, bis jetzt nur zwei Candidate« aus dem Arbeilcrstanoc im Staude waren, sich bis zur eigentlichen Wahl zu behaupten. Dagegen stößt man auf Abkömmlinge der großen Adelsfamilien nach wie vor in hellen Schaaren. l Der Gouverneur von Irland, Herzog vcm Aber corn, sendet einen Bruder und drei Sühne als Reftrii' scntanten der Familie Hamilton zu den Stimmplätzen. Ocr Herzog von Devonshire ist in ganz derselben Weise vertreten. Lord Derby stellt zwei Söhne, die Familien Wyndham eben so viele und die mächtige Whig-Familie Wcntworth rückt mit dreien an, der Marquis of Wcsl^ minster ist durch zwei Söhne und ciucn Neffen, der Herzog von Buccleuch durch zwei Söhne und manche andere Familie außerdem noch mehr oder minder start vertreten. Im letzten Parlamente saßen 136 Söhne, Brüder uud sonstige Verwandte vvn Peers, und das nene Haus verspricht demselben in dieser Hinsicht nicht viel nachzugeben. Oesterreich. Pest, l 9. November. Bei dcr soeben zur Feier des NamcnsfcsteS Ihrer Ma jestäl dcr Königin stattgehabten kirchlichen Feier cclcbrirlc dcr Fürst-Primas das Hochamt, bci welchem die Spitzen des ungarischen Pontificals assistirtcn. Außer dcn ungarischen Ministern waren die Magnaten und Staatswürdrnträgcr, die Präsidenten dcr Delegationen, die dicr weilenden Mitglieder des Wicncr Reichsralhcs, dic Dclcgirtcn, der Kriegsminister, die Generalität, Viceadmiral Trgctthoff. dann Deputationen dcr beiden Parlamente uud der Stadtrc-präsculauz anwesend. Die Kirche war von dcr Elitc dcr hiesigen Bevölkerung überfüllt. — 19. November. (Sitzung dcs Uutcr-hauseS.) Graf Andrassy legte das alleihöchst sanc^ tionirtc Ausgleichselaboiat mit Croutien, ferner im Namen des M'nister? für Commuriicalionen cinm Gc> fctzentwnrf über die Großwardc>N'Klaufcnburg'Kro!,städ-ter Ciseubah» vor. Der Gesetzentwurf iibcr den Vrlks-schulunlcrricht wurde iu dcr Generaldebatte emstimmig und iu der Spl'cialdebatlc bis § 19 augcoommen. — 20. Nom.iiber. (Sitzung des Uutcrhau scs.) Dcr Miuislcr des Innern zeigt an, daß Ihre Majestät die Königin die Huldigung des Hauses zu ihrem Namenssestc hnldvollsl entgegengenommen hat. Dcr Gesetzentwurf über die Personal-Erwerbslcncr wurde iu dritter ^cfung angenommen. Es wnrde hierauf dic Spc< cialdcbatte über das Voltöfchulgefctz fortgesetzt und würden dic N>5 16 vis 80 unverändert angenommen. — 20. November. (Sitzung des Finanz-ausschusses der österreichischen Delegation.) Reichskanzler Varon Beust nud Secliouschcs Baron Orczi pnd a.wcscnd. Dcr Berichterstatter Eichhof beantragt dic unveränderte Annahme dcr RegiernugSvor-läge, nur sc! daselbst ein Rlxhnuligßfchlcr bci den Fuu^ liunszulagcn des Volschaftcrs von Rom unterlaufen, von welchen nach dcm Beschlusse dcr vorjährigen Dcle-gatiou 22.600 fl. uud nicht 17.000 st. abzuziehen feien. Bei Berathung übcr den Dispositiunofond beantragt Ncchbaucr,. von demselben die dcn beiden Landcsministcrien zugewendeten Summen anszuscheiden. Baron Vcus!, Kuranda, van der Straß und Hock sind dagegen. Baron Bcusl sagt, daß iu dcm Dispositiousfond auch dic Auslagen für die Staatspolizei inbcgriffcn seien. Es sei praktisch, daß dcr Minister des Acußcrn den Dispositionsfoud verwalte, weil diefer dcr einzige fei, welcher die Gcsammtmonarchie vertrete. Rcchbaucr's Antrag wird abgelehnt und der Dispositiousfoud unverkürzt bewilligt. Der Antrag Groß, für Rom nnr einen Geschäftsträger zu bewilligen, wird, nachdem sich Baron Veust dagegen ausspricht und sagt: die confcssionellc Gesetzgebung werde leichter fortschreiten, wenn mit Rom freundliche Beziehungen er-haltcu bleiben, abgelehnt. Neclpmlcr beantragt fodann für Belgien, Dänemark, Niederlande, Portugal, Sachsen, Schweiz uud Schwcdeu blos Geschäftsträger zu bestellen. Baron Bcust, Wolfrum und Kuranda find dagegen. Dieser Antrag wird abgelehnt und hierauf dcr Etat für das Ministerium dcs Aeußcrn unverändert mit dcr obigen Berichtigung angenommen. Die im verflossenen Jahre gefaßte Resolution wegen Zuweisung der Einkommensteuer dcs Lloyd an die österreichischen Finanzen wird wie' dcrholt angenommen. Die Denkschriften übcr eine neue Einthcilung dcs Personal- uud Salarialstatus im Con-sularwcscn uud übcr die Regelung der Bezüge dcs subalternen Diplomatcnpersonals werden dem Subcomil»'' zugewiesen. Iu dcr gestrigen Nachtsitzung dcr Kriegs' section erklärte dcr Kriegsminister Baron Kuhu, eS seien Weisungen crgangcu, daß der Rechnungsabschluß vier Mouatc nach Ablauf des Jahres vorgelegt werden könne. Der Club dcr uugarifchcn Linken erließ eine Einladung an die Mitglieder dcr österreichischen Delegation. — 20. November. (In dcr A bend sitz ung dcr östcrr eichischcn Delegation) refcrirtc Re'' Herr v. Hock übcr daa Pcnsions'Ertraordmarinm fill das Ministerium dcs Acnßcru und beantragte, statt 70 000 blos 35.000 fi. zu bewilligen. Pratobevcra, Rechbauer, Figuly und Lasscr siud dagegen. Kuranda beantragt, blos 20.000 fl. zu bewilligen, welcher A'^ trag auch angeuommcn wurde. Im Uebrigcn wur? dcr Pensions Etat unucrändctt genehmigt. . Assvam. 19. November, s^andt ag ssitz ul'3-Das sanctiomrle Gesetz über die Trockenlegung vo» Wisko-Poljc,m,rde enthusiastisch begrüßt. Auf Ann^ dcs Domherrn Vukovic wurde Sr. Majestät dem icm, cine Dankadresse für die allerhöchste Sauctioniruna Ausgleiches uotirt. Wegen Inslcbentretens des ncl Gesetzes wurde der Statthnlterei die Publicirung n, i 1993 getragen. In daS ungarische Oberhaus wurden gewählt: Ii'tcy und Maljcuac; ins Unterhaus: Horwalh, Pc-trovic, Car, Ianrovic. Hcrvoic, Vcdekooi^ Benj, Kra-ljcvic. Kis, Äliitsic, Zuvic, Tumasic, Butovic, Iosipuuic, Aukcr, Suhaj, die Orascu Pctcr und ^adislaus Pcjacse> vice, Maller, Fodroczy, Ccgel, Balog, Kercstury, Äa-rabas, Iclacic. Dic Wahl haken aus verschiedenen Rücksichten angeschlagen: Zlalarouic, Kuscvic, Stibitz. Ianco und der Präsident Valanovic, letzterer Alters halber. In dic Fiumancr Deputation wurden gewählt: Vedckooic, Suhaj, Zuuic und Pcter Pcjacscvus. Mor-gen findet walilschcinlich die Schlußsitzung statt. — 20. Noocmber. (^ iiid tags sitzn ng.) Wegen Einrechnung der im vorigen Jahre zu mcl auegchovcnen I(Xj0 Rccrutrli flir die dieejählige Stellung wurde eine neuerliche ku^ an Sc Äiaicslät den Kaiser beschlossen. — Der Bischof von Karlstadt entschuldigte sein Nichterscheinen. — Als Deputute für den ungarischen Reiche, tag wurden außer dcn mit Majorität gewählten Abgeordneten Batanouich, Ianco, Kusemc und Etiglitz, welche gestern resignirtcn, auf Autrag Znvir's mit Acclamation wieder gewählt. Sodann vertagte sich der Landtag bis zur Rückkunft d'i' Pester Abgeordneten und staltete m col-I,»!!' dem Banus ' Stellvertreter eincn Abschiedsbesuch ab. Uuslaud. Berlin, 19. November. (Sitzung des Abgeordnetenhauses.) Die Debatte über das Budget wurde fortgcsctzl. Der Finar.zminislcr überreichte eincn Gesetzentwurf betreffs Erncncruna, des noch unbenutzten Mililäriredits von 5 Millionen Thaler. Darauf wurde der öffentliche Schuldenetnt fast nnverändert angenommen nebst einen' Antrage betreffs Heranziehung des ^aucn-burner Antheils bci Entrichtung der Staatsschulden der Elbehcrzogthümcr an Dänemark. Hierauf folgtc die Berathung über den Finanzctal. Ein Antrag bctreffs Zurückhaltung von 419.311 Thalern der dänischen Schuld bis zur erfolgten Auslieferung der Archive der Elbeherzogthüimr wurde augcuommcn. — 20. Noucmbcr. (Sitzung des Abgeordnet c nh a u s c S.) Dcr Antrag des Abgeordneten Oirard, bttresfend die imbcschränkte Redefreiheit, wurdc mit allen gegen etwa ^ Stimmen augcuourmcn. Im Verlaufe der Debatte erklärte der Minister des Innern, daß die Negierung trotz der beslcheudcn Gedenken, namentlich weqcn der BefürchUmg eincs neuen (^olifiiclcs, der unbeschränkten Redefreiheit zustimme, weil auch der Nord-bnnd dicsclbc gewährte und weil sie hoffe, daß die Echraukcn der Sitte dic Schranken des GcsctzeS ersetzen werden. Die Rede deö Ministers rourdc beifällig aufgenommen. Die Anträge der Abgeordneten Laster und ^öwc auf Bcrmchrung der Bundescinnahmen unter gleichzeitiger Verminderung der Steuern für Preussen und Verringerung der Oundcsansgabcu wurden abgelehnt. -- 20. November. (Eine Rüge für Rumänien.) Ein anscheinend inspirirtcr Leitartikel der „Nordd. Allg. Ztg." sagt: Die in der Pester Delegation bevorstehende Interpellation wegen der Umtriebe in Rumänien wird hoffentlich eine Aufklärung und Beseitigung der irrigen Vorstellungen bringen, welche in Bukarcstcr Journalen über die politische Aufgabe Rumäniens hervorgetreten sind. Rumänien als Grcnzlaud gegen Nußland Oesterreich und die Türtri uud als Donau-Uferslaat taun die Gcirainicn scincr staatlichen (5pslctiz nur in der sorgsamsten Beobachtung einer stillen und friedlichen Haltung finden. Seine La»c ist darin jcucr Belgiens ähnlich. Icdcr Versuch, ja fclbst schon die auSgefplv' clicuc Adsicht cincr Gcbictscrwcileruug involvirl ernste Erfuhren. Die Agitation für ein crwcillrleo, unubhän-ssigcs, rumänisches ill^ich ist mit dcm Frieden der Völtcr a» dcr nuteren Donau uiwcreiubar. Bisher war dic Hoffnung vorhanden, die rumänische Regierung weide ihre erhöhte Selbständigkeit benutzen, um d:c Hülfs' Plellcn dcö Bandes uütcr dcm Schutze des Fiicdms lind uutcr Eihalnmg guter Vcrhältnisfc zu nilwickeln. In Folge der steigenden Erregung der Gemüther durch ^artciagilationcn' v' Rumänien dcnf nwn sich iudcssci! nicht dcr Befürchtung verschließen, daß die Rcgiciuna >M Lande nicht start peinig sei zur Verwirklichung des fiir die allgeiucinc Wohlfahrt nothwendigem Programms, ^s sei zu unterscheiden, ob die Rc^ierruin. oder die Rc-llicrlcn Schuld tra^cu. Keincöweg« taun cs aber dcr preußischen Politik entsprechen, von Rumänien ans den europäischen Fricden in Frage gestellt zu scheu. Nach ^r Neugestaltung Oesterreichs ist die Cultivirmig srelind' gastlicher Beziehungen mit Ungarn dic Hauptaufgabe "MnüuieuS. Madrid, 20. Novemlur. (G csandten «Er» "ktiliun^,.) Zu Gesandten Spaniens bci dcn ans-Artigen Höfcu wurden ernannt uud zwar: Posada für A°">, Eopana für Florenz, Mcutemar für Bcilin, Alices für Wicn, Blas für Haag. Asqucrina für ^^'fsrl, Alarcon für Kopenhagen London, 20. November. (Dic Wahlrede "lSracli's) constaiirt dic freundlichen Beziehungen zu en ciuewältigen Mächten, währmd bci seinem Anus- °'Ur,tle dic Bczichuussrn zu Däncmarl, Deutschland und ^l'ßland dlnch^ die Politik Russell's ciric stem ssc C^t ' cmdunf, zeigten. England inhme dnS größte Inwess. ' ber friedlichen Wohlfahrt dcs Eonlineuls, relfchmnye es aber, durch kostspieliac !>>i:n:,l!chung in europäische Händel ein imaginäres Machtcmschcn aüznstrcben. E»^ l^nds Ilitercssc erheischt die Erhaltling des europä>schel, Friedens und c? wc^dr scincn Einsiuß hiefür stet« geltend machen, zu wirtlichen Interventionen jedoch nur 'insulihmsweise schrcllcn, wo cs nothwendig «'scheinen sollt,-, wic bei der Vuxembul^'schcn Angelegenheit. Sämmtliche umcrikanische Stieilfragcn seien einer günstigen ficul'dsckaf l chcn ^ösun^ nahe. Ncw-Fjvrk, 20. Nooci^Iil!!'. (Ein amelil«:ni' schcs Geschwader) wurdc nach Ass,'>,cion vcordeN. nm von ^uprz Genugtliuung für die Beschimpfung der Uniouefl^ge zu fordclN. Zur Neftrm dcs Milvcrsahrcns schreibt daö „Wiener Hande>sblatt:" Ob mai? nicht dcu beiden Uebeln — Concurs und genchtliches Ausgleichsocifahrcn mlt seincm Zw a^gs^ recht gegen die Minorität ccr Gläubiger — durch ein diitlcs, hieuou grundverschledines Vcifcihrcn auo dcu, Wegc gehen löuutc, Welches die Vcrmöljcuszersplilteruug un Ccucursc und dir im Zwangöuetgleiche unleugbar btstchcode Härtc und Eigeltthumöorrletzun^ zn beseitigen ucrmöä)tc? Cs wärc das der Weg dcs a u ß eiordc n t-l,ichcn slccurdö und des gerichtlich festa/schttn M ur ö Gericht, welches ihm ein Veräußerungs»! uerdot znstcllt, eii^u provisorischen Masscuvclwalter er-! ncntit und die Gläubiger zusammeubcruft. Dicsc wäh' len cinigc Dcputirtc, an deren Zustimmung dcr Oc. ineinschiilducr überall gebunden ist. Es wiid nun uor-nst ciu Moratorium uo>' ttwa (> Mouatcu bewillig, inxcrh^lb melchcr die Dcpulirleu dir Angelcgeicheiten zn ordnen versuche» und Aceo'.dooischlüge ir.achci!, durch welche dic Sache in dcr Regd linvcrzügllch becudct wird, ohne daß cb zum Concursc kömmt. Diejcs äußeist summcuischc Vcrfahrcü hat, wie mau sich durch eine Llijähcigc Profis uderzeligle, den ssioszcu Vorzug au sich, dau es manche Häitcn, dic m»l unseicin östcricichischen Eoncurs» uud AlleglcichSuelfuh-rcu lmaus! cichlich ueibund!,n siild, bcscili^t, sehr vi,.l bn diescm alif iu>tzlosci> FormalisnniS ucischlvendeic Zeit erspart, den Kl>st(iia»fwand cihcblich ucirin^erl und gleichwohl dic Rcchl^nimüche dcr Gläubiger nnn-dcstcns cbcn so sichcr wahrt, als im sörmlichcll Cou-cursc, daß aber auch durch cinc raschere und lanfmämusche Verwaltung dcs Geschäftes, nnc des Hundlungovcr< mögcnö da^ Iutercfse der Gläubiger sowohl als auch dcS Gemeinschultmcrs gleichmäßig gcwahil wird. Dcr Hauplwcrth dcö Moraiorial-Verfahrens aber, welchem dic Juristen gcwiß ihrc vollc Zustimmung schcn. lcu, liegt darin, daß ciu auf diesem Wege zu Staude gekommener Vergleich lein Zwan govergleich für die Minorität ist. Dmch die Annahme dcvsclbeu scilcns dcr nach gesetzlichen Normen (a bso lute Mehrheit nach dcm Betrage dcr Forderungen) gebildeten Vi^jorilät wiid dic iU'eistimmtt' Miudnhcit nicht zum Nachlaß ihrer Foidüningeu verpflichtet, sondern behält ihrc vollen 3t cchts a n sprü ch c, jedoch unt dcr Bcschläuklüia ciucr gcictzlich erzwuugcucu Zufrlstunl) selbst für eine Reihe von Jahren. In dlefcm Verfuhren findet man den Begriff dcs Moratoriums in zweifacher Gestalt: es cischcml ziicrst ,,ls präventive Maß-rcgcl zur Verhütung dco E o l> cu rsvc r fa h r cn ö, iüdcm es dem Gcmcinschuldncr noch cinc Frist allenfalls bis auf sechs Monate gewährt, während welcher er vielleicht in dic Lage kömmt, unter Sichelstclluna dcr vorhandenen Activa und unter Vc'.wallung derselben durch dic Gläubiger den gerichtlichen Eoncms zu vcr-meidcu. Hiczu ist aber um so gegründetere Aussicht, als das Moratorium in seiuer zweiten Gestalt dcm Gläubiger die Wahl läßt, ob er einen Theil seiner For« dcnmg im Wcgc dcs Vergleiches fullcu lassen, den andern aber dafür gleich rcalisircu will, indem cr sich der Majorität für die Vcrßleichsbednigul'gen anschllcßt, oder ob cr feine ganze, dmm freilich un^r oder weniger ideelle Forderung unverkürzt aufrccht erhciltc», auf dic Reali-siruug aber warten will. Noch ist dic ncuc Conculsotdnuna. im Rc,chsrathc nicht durchbcrathen; möge er Vcranlassüüg uehimn, anch das Bremer Moralorlumsvcrfahrcn zu prüfcn. Wagesnsuigiieiten. — .Auüzcicknungc u an Kilnstlöl.) Le. t und l. Aposloliscde Majeftät hal^n mit der alle,höchsten Ent schliehung vom 19. NovlMbc, d. I. c>u«. Anlaß v^r in Wie» veianswltllrn diittcn ull^mci,nn .«unstauosltlluog j^ wie dc> E'össluinss d?ö KU"stl<>lhause« rastlbst nUerguHdigsl zu vel> l'iben geruht: den Oiden der eiserne» Krone diittel Elllsse taxfrei dem ^lckitekten Fliedtich Stachc und dem Vor» Xanbe der Genossenschaft der bildend,« icm A>ch>t>tlen Aligust Weber in Wien. Seine Mcij slit der Kaiser uno Könic; haben auö Anlah der blit» trn allqi deutsHen Kun!tau«s<'llung ferner n^H ,n!t 'All^bocbllel Elilickll.huoq vom 19. Novrmb«l d. I. zu ver^ leihen geiubt: Vai» Comlblnt^uz bcs Fsanz Iosep'o Oltens dem Dii^ctor e» W>llielm v. .^"ul da ck i d«,z Rm'tlrkuz »eb Fran^ Iosepd-V'd'N« dtNi Piof'ssol an drr t. Acadlmic der Künstc zu 2)lispools Luvwig Änaus, l«,m Maler Venj.müü Vautier basllt'st und o.m Plostssl?r a» d^r tönigl. Acn^ vrwie in Dre^dln Ludwig Richter. — (T> a o i'l cte r b a u mi niste l i u n,.) Wie rir «N. Fr. Pr." Ml!»«!, bat G«ai Potocli l'unmhl dcn Per !onal-2latu2 t>c^> Act^bouminiftlrium^ ergänzt und velvoll-ftandigt. Sect'onsslllh i„ dicstm Ministerium ist V>'-on Weiß v. Teuf.'.'!'!?in: Ministelialratb ler dctannte Vet>i?ä«qlcr zugelveilt sind! Ministelial-Conclpistcn sind: D^. Pichlcr, Dr. lZblil v. Vlumseld (mit Titel und Chcnalter eines Ministerial-Secretärs), zualeich Ptüsioial-Seclctär, und Varo» Hohcnlnuck: Minjst^lial-Coi!' ctpiä-Adjunct Graf Conflanün Wersckowitz-R'v. Vorstand dee Moltt^n-Fcchrcchnlings-Dipclltcments isl Recknungsrath Dworut, wclH.m viel Ntcknunczo-Ofiiciale beigeglbl'n sind. Als Hilfsämtlr-Tireclol fungilt der früher in der PiHfioial Kanzlei »eo Hc,ndlc;?'Dcvaltrment> ocr frlli'cre Ncchnungsosficial in dem erwähnten Ministerium: Joseph Hilo. M,t d Zeit ist Prostssur Dr. L. Lewie in Wi^n um die Aewilli« qung cio^ltommen, die im Jahre 1648 mis Anlaß des Vtlageliuigszuswnoes sislille Frlimauretloge zum heiligen Joseph >v,'c5er lioffnen zu dürfen. Auf dic-sib Gesuch ift nun solgcndcr V.schrio ciflosjen i „Die t. t. Statlbalterei sindct sich blslinnnt, die von Euer Wohlgldoren beabsichtigte Bildung dcr Frlimau>c,logc in Wien zum billigen Ios.pb im Sinne t!>6 H 6 d^s Vereinsgclel^s vom 15. November 1867 als ihl''r Einrichtung nach gkl'tzwidriq ,^u untersagen, wcil der § 8 der vo'Iuglubcn Stalutrn dic Veflimmung mithält, bah ü»l Mitgliedern ein»'! gfrlchten, gesetzmäßig»n Loge der Zutriil in dir Versammlung grstattel werden darf, somit l Ü'-'l' ^anz veihraunt wurd,!i. Atle Poüsenduuge» und Dec« lt». sowie di.' Waffen uud Patlvntaschc de-> Soldaten nahmen dic Räubei, mit sich m,d nur das Bajonntt deöselbcn wurde andern Tag^ fünfzig Lckiille pom Toalort? entfernt gesunden. Von din Thätern wtih man bis beute nichts. — (W ci l 1^ v e r w ü st u n g.) Varl vielen Seilen wuldc >n lthtenr Z.it übei, bedeutende Schäden berichtet, rvelcke m Fol^c d,.> gfohen Schiutsalles, namentlick in Vöbmen entstanden sir d. Ganz »neihün jedoch smd die Velwastuli,- 1994 gen, welcke in ben Waldrevieren der Fürst Licblenslein'schfii Tom^ine Nattay die Wucbt tcs Scbncc's in Verbindung mit einem heftigen Sturmwinde aniicktetc. Wie der „Pt betrachtet für Vetannte ünd Ver wandle, ja selbst für den Kerterdiener, der lein Wort mit Ihm wechseln darf. Seine Zelle ist schwarz ängstlichen. Die Tbllre trügt in groß?» Vuckstabcn die Inschrift: „In dieser Zelle ist Eingesperrt, um das.lbst sein Leben in Einsamkeit und Rue zu vetbnngen, N. V., überführt des Mor-bös an C. D." — (Rossini's Leichnam und Testament.) Ein T'leg'amm aus Florenz rmldet, daß eine Deputation der Stadt P saro sick nack Paris aufgemacht hat, um l,!c sterbliche HuNe Nossioi's für s.ine Gebuttöstadt zu reclamircn : Man veisick'it aber, daß der Meister in scinem letzten Willen die V'stimmunqen über seine Bestattung durchaus in die Hände seiner Witwe gelegt und daß riese sick illr die P5,r Lachaise entschieden habe. Von dem Testament Roisini's vernimmt der „F'«aro" folaende Einzuheilen, w'lck? indeß noch der Bt'stäl'ailng zu berüif>n scdnoen: „Dri Nachlaß vel.iust sich auf 2.500.000 Fr. Frau Nossi,n eidall den lebknsläi'g' lichen Ni'hdlauch dieses Vermüg^ns, welck.s nach ihrem Tode zur G'ü"dung eims Musilconlervaloriums dienen fall. (?) E,n blsonvrres Velmacklnch ist für die französische Atad.mi!» ausg s.tzt,- es soll nämlich »in jäbrlich^r P>eis von 6000 Fr. g'giündst werden süe das beste musll^lücbe Weit, so zwar, daß 3000 Fr. aui den Komponisten und 3000 Fr. cnrs d.n V»,j^ss,l des T.rtcs t»Ual!.n sollen, wob^i Rosil'i ausd'ücll'ch hinzufügte, daß b.io'vers auf M>lodlenlr'crlr>um g's'ben w»lbu legen schrin»'. ,H ocüles. — Am 21. d. M. bsfbrle die G milin des Herrn Land«ep asio,-»l»n Frau r. Conrad-Eybesiplo das Vüs.'b.lb > K>l't>l',sr>l<,l mit ch,.m V s„ck. Vom Odman»-El>U0'lll,lt'l, dem D>'»clor und zwei Sckußram^n « mp!an,e», velni'lllr sx» ei»e «äluod«' ras ldst und ntuulx^le sick mil lieo,0lllel Tdeilriabnie um die tlnnen ^iailtlN, welche si> fl.undl>cd b.ich'l'lte. — (Ernennung.) S»>. t. und t. apostolische M>ij,stal babe» Ml c>lle't)0cb»cr (z,>lichl>!ßung von, 15. c> M. d^r, Hll'N Llndesaei'cbl^ialb F<>ir>z Kromer zum N the dee sl,-i»'im'lä'M.-tram. Od^land,?ss^"cblrs aUcrgngdiast zu v>-ruin»?,, g^iuht. E>n» so l bbaite Fi>ud>' auch o«s> Vvsü>: d><'UNg b.i c^lle» F t'^üioen nno G sinnuoghgenrfsrii de? H^o, O^^ilci^o^g^licht^lalb.e ^rvonunn wiro, so wl-rdr» dlr!il dao Sch^ilün einf? dinch »»ioe > Biederkeit und Charakterfestigkeit im öffentlichen Leben hoch-, geachteten Manuel bedauern. — (M il ilarge richtlich «'S Urtheil.) Dcr ! Unterossicier Kift drr 2. Compagnie vom Negimente Graf ' Huyn Nr. 79, der einen Gemeinen wegen rcs Verlustes ! oon 14 kr. im Spiele mit 3 Säbelhieben über den Kopf oerart verwundete, daß deiscloe den Folgen der Verwundung erlegen ist, wurde wegen Verbrechens deö Tooschla-ges nebe» Degradirung zum Gemeinen und Verlust dti Befreiung von der körperlichen Züchtigung zu 7 Jahre schweren Kerkers uerurtheilt. — (Falsche Sta a t4 note n.) Am letzten Samstag wurden hier salsche Gulden - Staalsnotcn ausgegeben, die so gelungen nachgemacht waien, daß sie anstandslos angenommen wurden. Elst spüler bemerkte man, daß e« Fal sificate scun. In einem hiesigcu G,schälte halte man drei solcher Fulsificate, mulhmahlich von L>lndlnlten, einglnommen. — (Zur Geschichte der Numismatik in Oesterreich) liefcit^ unser bcgabttr Landömann Dr. Arnold Luschin, Beamte des Ioanncums in Graz, in einer der letzten Sitzungen der philofophisch - historischen Classe der Wiener Akadrmie der Wissenschaften einen inlcresjanlcn Beitrag, in dem er einzelne Glsichlepuntte aufzustellen und zu bc glünden suchte, welche einigcs Licht über d^u du:,llc Gebiet der österreichischen Numismalit des 13. u»d 14. Iahihun-oclts vcibreile». Wir entnehmen daraus, dah die erstcn Pfennige unter H,inrich Iasomirgolt erschienen und u»ler Leopold V. bereits MünMtten zu Wien, Wiener-Neustadt, Enns nnd auf luize Zcit in Htiems exislirten. — (Verein der Aerzte.) Nächste» 2am?tag, d. i. am 28. d. M., findet cine wisselischaftliche Ver'amm-lung dcs Vereins der Aerzte in Kram zu Laibach in dessen Mujealloculc statt. Programm: ^.. Innere Vereins-angelegtnheitrn. Z. Wisscnschaftlicho Vorliäge: 1. Plofessor Dl. Schiffer: Mittheilung aus der Praxis; 2. Aezirlvwund' arzt Vrß: über Syphilisi 3. Director Dr. Gregoiiö: M't» lheiluugen aus dem Pakracer Spilalc - 4. Dr. Valenta: Demonstration einer srlteneu, ang.bornen Stcchgeschwulst. ! — (Iuristische Gesellschaft.) Die zweite Wochen- . Versammlung dcr juxstljchen G^lllschasl zur B.!prechu»g der neuen Gciche finoet heute halo 7 Uyr Ädeiids stall. — ^Theater.) Der „Glöctlnr von Notre'Dame" von Charlotte Blich-Pfeiffer, ein romantisches Drama, daö von effcllvolle» Schaueijcci'e» sl>oßt, bol g^slel» Frl. Solme GileglNhrtt sich auszuzeichnen! wir war.» ganz üoerrafckt, das Fräulein, daö wir vieher nur in naiven R»ll» müblgercs St ige:u der Leidenschaft rathen, er täme oailn Ultt smm>tleln b.sjer aus uuo würde daduich eine gefährliche Z^I ppe, das Hloi,olo»w^rden, um'chffen. Dao H^us war ziemlich gut b»juchl uud s.hr danlbar. Neutjle M- Wien, 21. Nouemdcr. Bürgermeister Zelinta ist heule Nachiiuttagö um 3 Uhr gcslorvcn. Pest, !i1. Noocmlicr. (Kitzuug des Unterhauses.) D«e FinunzcomlNisfiull legt oas Dudgcl dcs ^>i>lnilcllums für Commumcall0llen, vor. Der (^csetz-clilwllrf üticr dcn Bulkoschululllcrllcht wird Mlt unwe-scnlUchm Hiiodlficalioncn a!ig>.lwllimcn. Pest, 21. Nuvcmlicr. Der Finanzausschuß der ungarlschcn Dclcgalion w>ll dic gcmclüsamcn Pcnfionc!, iiul uach dem QuutcilucllMnih uon 23 zu 7? gcltcu lassen, ler ungarische u„o dcr ciolcityaluschc Fluanz» Mllufter vcrliaudclu nun daiülicr. Bcllili, 21. ^tou^i'bci'. Dic Gl'schäfti>oldl!unc>s-comnnssion d>s slUuculol'clcKticiu'cs tiejchlui), dlc noll>. sct>lt0w>u'sche» At^coldlnl.u Äljlcmann nno ztlligcv zu> Älc'digi'ng ans die Vr>fl>ss>>ng uur oa« Hano zu lad» m»t> wldligcl.falls h>^ Mandate alo erloschen zu ellllilcn. Madrid, !2l. ^ioucinbcr. (öin Dccrct Sagafla'o p>ocla,li,lt dic Ässocl>il>>,'nsiic!licil und gillit die «Ucoin-^üN!g»n dl,' Ansuliu,,«. dcrscllcn bclallnt. Dic Gcsell schaftcn dl'l'fci! von kciller Autoiität im Auslande abhängen, Auf daö Anlchm wnldcn bisher 11.950,800 Thaler subscribi,! London, 21. Noucmber. ^ord Stanley nahm «cstcrn ein Amcndcmcnt zu dem Protokoll über die Alabama-Fragc cin, demgemäß die Commission in Washington und nicht in London talM soll. Kopenhagen, 21. November. (Sitzung des Fo l tetli ing.) Vci dcr Verhandlung dcs Gesetzes ülier die Wehipfticht »nacht der Iustizministcr die Durch-flihrnng dcr Gcsctzvorlcac zur CablüetSfragc für seine Pcrson, Durch cin M'ßucrständniß wurde die Gcsctz-uollagi,' mit 51 gs.25, —öpercNalloüal-AnIrhcii 6^,80,—18«<»er StaatSanlrlM 88.40, - Banlaclicn adgcstcmprlte 685. — Creoitac-üm ^3.80. — i.'ondou l 17.10 - Silber 115.25 — K. t Duca-trn 5.52j. Handel und WlkswirUchaMches. ^üibaH, ^1,vlll!)c!!,ber Auf dem hmtia/n Marlte sind cr-schicurn: 12 Wagcii m,t Grtrcidl! 4 Wage» mit Hcu nnd ZIroh »Heu ^9 Ctr, 38 Pfd., Stroh 1l Clr, '^0 Pfd ), 30 Wage» und 3 Schiff (17 Älftl.) mit Holz. HurchschnittS-Preise. st. »r. fl. lr. fi. ll. st.z lr. Weizen Pv, Mchcn > 4 50 5 10 Äullcr pr. Pfund - 42 — — ,^or» „ ! 3 10 3 30 Eier Pr. stüct — 2l------ Gersii' ., 2 40 2 90 Mllch pr. Maß -10 - Hascl.' „ 175 2— Rindfleisch Pr, Pfd. - 21 —>— Halbfruchl ,. ------3 80 Kalbfleisch „ —2^— — Heiden „ 2 503- Schweincslrisch „ -22 — — Hirse ^ 2 60 2 80 Schopsmsleisch „ —14-------- Kutunch „ ------3 20 Hähndel pr. Stück —30— — Erdäpfel „ 150-— Tauuci! „ -13-l— Liiiscii „ 3 20------ Heu pr. Hmtiirr - 85 - !— 6rbsru „ 3 20------- Stroh",, —70 — — Flsoleu „ 4W—. Holz, hart., pr.Klfl. -- 9 50 Nilldöschmalz Psd. — 48 — — - weichc<<, „ -------? 50 Schwliurschmalz „ — 4U------- Wl'iii, rother, pr. ! Speck, frisch, « — 34 —!— Eimer - - vj— - geräuchert „ — 40^-------- — weißcr ^ — — 10, - Angekommene Fremde. Äm 19. November. Ttadt Wi-N. Dic Herren: M. Schönfeld. Kaufn,., von Nome. — Braune, Gcschiifiöm., uo» lÄotischce. - Wettreich. uo» itlindors. - Die Frauen: Gläfin Pace, Stiftödamc, von Gör;. Rum'd, Gnuccti'-Vesi^cril!, uo» ^ aoa. ^'lrfallt, Dic Hcrlrii: Damulcr und Poche, itcmfl : Kndore, Hul^iändlcr; Lorcsc und Euilsults, von Trieft, De Brioio, i!loyo:Vllilliler, uo» Coustaulinopel, — Stenouil), von Bagor. Dlalta. Kaufiu,, von ClUi. Baierischer Hof. Hnr Mayer, t. t. Schiffüsilbiirich, von Pola. ^ltell'oslillil.ilschl! KcMnllllmgl'll ill Luiljuch. ^ ».3 ff Z >- ! « z »".s, u u. M^. 330 3.! 6.1 w,ndM heiler " ^ 21. 2 „ N. 3X0 2< l- <'.5 NO. schwach heiler 0.c,o l0„ Ab. 330»««, — 4.? AO. schwach hü,lcr ,., ll. Mu ^ ^30 ?u — 7,< NO. schwnch. hritcr 22 2 „ N.' «30^ — 1.'. wi>ic>„lll liniier 0.ou !0„»!i.'o29x4 5» windstill hmer A»l 21. und 22. herrliche woltmlosc Tasse, trockene kuft, sanitrZ Abl'udroih. Das Eis auf ficislelicudeü s>>ichtrii G>>wäfscNl »dcc drei Zoll nmchiig. DaS Tageömiitl'l der Wärine San>^>l>6 3 4" um 5 8°, am Sonntag 4 9° um 7 3° uuter dein Noroilllc. VerailNuorNlcher Ncdaclruc: Iguaz u. Klclumayr. Ilillcnvcrichl. '!^'^», 20 November. Die Botse war sehr aiümilt uud fast allc P!i uo» 18»i4 . . 69.75 70.25 Gilbrrcml. 18" ..." " Avr.-Coup. .. 5 „ 63.70 ^3 8l> ^el°"iques .....5 5^5 58 55 detto nnl Vlm-Hnup. „ f> „ 5^,..... 59 25 dctlo . . . „4)" f.i/ys, ^> > ^s) Mit Verlos, v. 1.1N39 . . " ,75 7^ ,'^ .. " " " " ??^ '. ' ' ^-^ 82^— ......" »^'"5^ll. 88.30 88.^0 ^ ^ „ „ 1864 „100.. I02.U0 U)2 70 Como-Rentensch zu 42 l.. !'U8t. 24.— 85,— 3>omai»en 5pcrc in Silber 110.^5 N1.25 II, der Kronla'udrr (für 100 fl.) Gr.-Sutl.-Oblig. Niederösterreich . ,," 5°/., A.- 87 50 Or,.,lj!ich . «5,' «^' ««'" Salzburg .... „b„ «/-" »°-- G?!d Waare Vöhmen .... zu 5°/« 92.- 9250 Mahrm .... „ b „ 89.— 8^ 5<» Schlesien ... „ 5 „ 88 50 89 — Slelcrmarl ... „ 5 „ 87.50 88 — Ungarn.....„ 5 „ 7?.— 77.5" Temeser-Vanlll . . „ 5 „ 75 50 76.— Ernanen und Slavonim „ 5 „ 77 50 78.— Galizii.il ...... 5 ,. 68.- 68.50 Siebenbürgen . . . „ 5 „ 7150 72.25 Vutoviiia .... „ 5 „ 67..- 67.50 Ung. ni. d. V.-^5. 1867 „ 5 „ 76.— 76 50 Tem.B.m.d.B.-C. 1867,, 5 „ 74.75 75.25 Ncticn (pr. Stllck) Nalioulllbaul...... 682.- 684.- Kaiser Ferdinands-Nordliahn zu K««) fl. CM.....1975—1977- Kredit-Anstalt zu 2lX) fl. 0. W. 232.70 232 90 Vt.o Esc°m.-Vrs.zi>500st.ü W. 652- 654-Stlllerileub'Gcs. zu 200 sl.EM. oder 50" Fr..... '^93.30 393.40 Kais. Mis. Bahn zu 20(. ,.. LM. 176 '0 !78. — ^iid.-nordd,Vrr,-B.2erg ^zernowilHrr Äctieu . 172.50 173.— Vcrslchcr.-Ocsrllschaft Donau . 248 - 5-52.- ! «Pfandbriefe (fltr 100 fl.) ! Natiollnl- l baut auf > verlosbar;u 5°/« 98 — 98.25 6. M. j National«.llufU.W.Verlo«Ii.5,. 93.15 93.30 ling. Bod.-Ereb.-Aust. zu 5 V, „ 90.75 91.— Mg. l!sl Voden-Crcdit-'A»stlll< ^ uerlosbar zu 5°/« in Silber 102.75 103 25 dto.il, 38 I. rllckz.zu5pCt. iu ö.W. 85.75 86.— ! ^5ose (rr. Stüct.) . Cred.-A.f.H u.G.z.iWft.ü.W. 142 - 14250. Don.-DmPfsch.-G.z.100j!.CM. 92 50 93, -Siadtgcm. Ofen „ 40 „ 0. W. 32.50 33 — ', Eslerhazu zu 40 fl. EM. 160.— 170.— ! Salm „ 40 „ „ . 41.- 42.-> Gelt, Wa°rc Palfjl, zu 40 fl. CM. 33- 33 50 Llary .. 40 „ . . 35 50 3b ^ St. GriioiS „ 40 „ „ . ^3 50 34.^ Windischgrätz .20.....22.50 23^ Waldstciu „20.. ,. . 2150 22.A Kegleuich „10,. „ . 14.50 5^ Rudolf-Stiftung 10 „ „ . 13.50 14- Wechsel (3 Mon.) Augöburc, f'tr 100 st. slidd. W. 98.- A-A Franlfurl a.M. 100 fl. dclto 98.10 98.^ Hmuburg. filr 100 Mark Äaulc. 86 40 ^'^ i.'oudm' fiic 10 Pf. Sterling . 117 l0 U?-H Pari« filr 100 Frcmtö . . . 46.40 "'' (?our<« der Oeldsovte«: it. Müuz-Ducatcii . 5 fl. 53 tr. 5 si- '^' ^' vlapoleonsd'nr . . 9 .. 33^ « 9 " ^. ^ Russ. Impcrillle . ,, — « ^ '' 731 „ Siller . . 115 ,. 25 ., U5 ,. >" Kraiuische Grundentl^ns - Ob!in°ti"leu. «°t«°t.run«: 86.50