Wr- 85. Samstag, 16. April 1887. 106. Jahrgang. Zeitmg. »»!n?i>i, ?^"n6pre, ^ Engsten Vorgänge im englischen Unterhause 9l»ich s Erstatt Gladstone's wieder in den Vorder-"^)t a?^- Mmi kann dieses Führers der Liberalen Zll ^i nken, ohne sich auch des glänzenden Ruhmes jeht , "krn, der einst sein Haupt nmfloss und der ^linlich "Dinglich verloren ist. Man liebt es. jede ^>lb?n ^^cksalsfügung auf ein persönliches Ver-^ech°^ zurückzuführen. Aber wenn auch zugegeben sehr " "uss. dass Herr Gladstone Fehler, und sogar ^Ue!^ ??e Fehler, begangen, so wird einerseits die ^ !vis>! Fehler geprüft werden müssen, und ander-s^ üli!^ "^^ ^^ Geständnis nicht ausweichen können, "e ?^. ^knn man diese Fehler hinwegdenkt, Glad-^^alin "^^ s"" früheres Ansehen und seine ^ston ' ^okutung behaupten würde. Der Ruhm eben nicht widerstandslräftig gegen den Wechsel der Zeiten; in dem Augenblicke, wo der öffentliche Geist, durch die Ereignisse und Thatsachen aus seiner Ruhe emporgerüttelt, gezwungen wurde, gewisse Theorien und Doctrinen nach ihrem wahren Werte zu prüfen, musste der Skepticismus sich auch an die Autorität Gladstone's heranwagen. Man kann der Persönlichkeit Gladstone's nicht gerecht werden, ohne gleichzeitig die Entwicklungsphasen des Parlamentarismus und Liberalismus in Betracht zu ziehen. Der Glanz seines Ruhmes verblasste, verlor sich zusehends, weil die Anschauungen über den Parlamentarismus sich änderten und weil der Liberalismus nicht die Erwartungen zu erfüllen vermochte, die er durch lautschallendrs Selbstlob selber hervorgerufen hatte. Daraus erklärt sich das Interesse, das sich an den Namen Gladstone knüpft, gleichviel wie wir über seinen Charakter und seine persönlichen Verdienste denken, und die letzten bewegten Sitzungen des englischen Parlaments würden schon aus dem Grunde unsere Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen, weil hier das Verhalten Gladstone's in seiner ganzen charakteristischen Eigenthümlichkeit erscheint, weil er mit seinem eigenen Irren die Irrthümer eines Systems offenbart. Wenn früher in dem Lager, wo man noch heute auf die Unfehlbarkeit gewisser Doctrinen des Par-lamentarismns nud Liberalismus schwört, wenn dort früher der Name Gladstone genannt wurde, so versäumte mau es dabei niemals, die imposante Größe des englischen Staatsmannes in das gehörige Licht zu setzen. Man sagte es gerade heraus, dass Gladstone unter den Staatsmännern des Continents nicht seines» gleichen habe, dass unsere Minister und Parlamentarier überhaupt sich vergeblich bemühen würden, diesem erhabenen Muster nahe zu kommen. Es war damals Mode, fremde Einrichtungen und Zustände zu idealisieren, um über alles Heimische sich geringschätzig aus' sprechen zu können. Mit der Berufung auf die so« genannten constitutionellen Musterstaaten kommt man jetzt nicht mehr weiter; denn auch dort, nw die parlamentarische Regieruugsform als unverletzliches Heilig-thum angesehen wird, kommen höchst bedenkliche Gegen« sätze zum Vorschein und sind Conflicte nicht zu ver» meiden, die zn beherrschen der Parlamentarismus nicht die Macht besitzt. Der hochgefeicrte Gladstone, für dessen Lob die Sprache nicht auszureichen schien, kämpft heute gegen die Einheit des englischen Staates, steht in Bnndesgenossmschaft mit einer Partei, welche England zugrunde richten möchte. Wo ist der echte Liberalismus zu finden: bei denjenigen, die sich dem Marquis of Hartington angeschlossen haben, oder bei denjenigen, die der Fahne Gladstone's treu geblieben sind? England, das unterliegt keinem Zweifel, ist die hohe Schule des Liberalismus; in welchem Lager aber ist die Wahrheit, ist der echte Liberalismus zu finden? Ist es liberal, wenn man durch Zwangsmaßregeln die freie Bewegnng eines Landes unterdrücken will, oder ist es liberal, wenn man die Sache derjenigen unterstützt, die zu verbrecherischen Gewaltthätigkeiten und zum Meuchelmorde ihre Zuflucht nehmen? Mag immer» hin Herr Parnell. der Führer der irischen Abgeordnelen, sich von der Mitschnld an den bekannten Verbrechen reinzuwaschen suchen, die vou den geheimen Gesellschaften Irlands ausgegangen sind, so haben doch die «Times» beweiskräftige Thatsachen veröffentlicht, welche die Rechtfertiguugsreden Parnells nach einem Aus< drucke des genannten Londoner Blattes zu einer Tra< vestie der Wahrheit stempeln. Und doch findet Herr Gladstone es mit seinen Ueberzeugungen vereinbar, in einer Reihe mit einer Partei zu kämpfen, deren Beziehnngen zu jenen mit phantastischen Namen geschmückten irischen Verbindungen hiuabreichen, die es vor einigen Jahren versuchten, das englische Parlament in die Luft zn sprengen. Und so eifrig ist Herr Gladstone in der Vertheidigung seiner Sache, so leidenschaftlich ist lks oiä man in seinem Hasse, dass er Demonstrationen nicht verschmähte, wie sie auch anderswo in Scene gesetzt werden. Gemeinschaftlich mit den Parnelliteu entfernten er und seine Anhänger sich aus dem Parlamente, um an der Abstimmung über die verhasste Bill bei der ersten Lesung nicht theilznnehmen. Man tobte gegen den Sprecher, weil er zugunsten der Majorität entschieden hatte und über den Schlnss der Debatte abstimmen ließ. Der Schluss jener Sitzung des Parlamentes, es war morgens 3 Uhr, bot ein bewegtes Bild; die Opposition rief: «Nieder mit dem Sprecher!», «Nieder mit den Zwangsmaßregelu!», und die Majorität ließ es an Gegenrufen nicht fehlen. Es steht jedem frei, sich für das conservative Ministerium Salisbury oder für Herrn Gladstone zu entscheiden, aber in welche Richtung ihu auch seine Ueberzeugungen drängen, so Feuilleton. h. Ianlo der Musikant. ^cht^ elendes, schwächliches Geschöpf erblickte das Viechs T^elt. Die versammelten Gevatterinnen blickten >llih lid auf Mutter und Kiud und schüttelten be-,"A ^ Köpfe. Kowalicha Szimonicha, die für ein ^ .?" galt, begann die Kranke zu trösten: X ^ch ein Licht über dir aufstelle».» sprach sie, m ^te ^ Gevatterin. ist doch nicht mehr zu helfen, k h „a?. lieber zum Jenseits. Wir wollen auch ,,""r tz^dem Priester schicken, damit dir wenigstens ^ Man !"lgeben werden.» «Den Burschen aber la "icht 6. H taufeu,» bemerkte eine andere; «der Nli^ ^n ssg Mit 3n""' ""hm das Kind nnd ficng an es so sie ^ll Aeu s ' 5« bespritzen, dass der Kleine heftig 'lea' '^ch tn r ' ä" blinzeln begann, — dann sprach h^ und d°« bich im Namen des Vaters, des Soh-W "tin ^'l-^^en Geistes nnd nenne dich Ianko. """en Mulche Seele, gehe dorthin, von wo du il>s ^ie ^'' Stilen!. b? ele,iden^..^le hatte aber gar nicht die Absicht, hi ^ sie n,f lp" zu verlassen lind dorthin zn gehen, sie, °en FüU Men war; im Gegentheil, sie begann dehnte, sy?" Zu arbeiten und zu weinen, so gut ^i,., en. dipl ^«""d kläglich, dass die Gevatterinnen ^'^ o r 5^ sei ja kaum ein Katzenjung' zn lhc»t ^idte ,„.^lß. was es für ein Geschöpf sei! b seinez A ^ Priester. Er kam angefahren, «mtes war und fnhr wieder weg; der Kranken aber wurde besser, und nach einer Woche schon gieng das Weib an die Arbeit. Auch der Knabe starb nicht, athmete aber kaum bis zu seinem vierten Jahre' da geschah es, dass der Kuckucksruf ihm die Krankhctt wegtrug; er erholte sich etwas und erreichte sein zehntes Jahr. Doch war er immer bleich und mager, mit eingefallenen Wangen uud aufgedunsenem Bauche; seine flachsigen, fast weißen Haare sielen auf seiue hellen, immer ills Weite blickenden Augen. Im Winter saß ?5 hinter dem Ofen und weinte leise vor Kälte und auch vor Hunger, wenn die Mutter nichts mehr in den Ofen zu schieben oder in den Topf zu legeu hatte. Im Sommer gieng er im Hemde, nmgürtet mit dem Randstreifen von einem groben Stück Tuch, und blickte wie ein Vogel, mit er< hobeuem Kopf uud weit vorgestrecktem Halse, unter den zerrissenen Räudern seines groben Strohhutcs her. vor. Seiue Mutter war ein alleinstchcudes Weib ohne Haus und Hof, bewohnte mit ihrem Sohne einen gemieteten Winkel und nährte sich kümmerlich von Tag-löhnerarbeit. Liebte sie ihn? — Vielleicht, auf ihre Art; doch nannte sie ihn meist «Wechselbalg» und schlug ihn oft. Als er acht Jahre alt war, mufste er das Vieh hüten oder, wenn nichts zu essm da war, wurde er in den Wald geschickt, lim Veeren zn sammeln. Dass ihu dort die Wölfe nicht fraßen, hatte er Gottes besonderer Fürsorge zu verdaukeu. Er war eiu sehr blöder Knabe, und wenn die Leute mit ihm sprachen, steckte er, wie die meisten Dorflinder, die Finger in den Mund. Alle zweifelten daran, dass er groß werden würde; uud wozu auch? Der Mutter Trost und Stütze konnte er nicht werden, denn es war kanm anzunehmen, dass er je arbeitsfähig sein würde. Nur eiu Zug war scharf in ihm ausgeprägt, und das war ein leidenschaftlicher Hang zur Musik; er hörte sie da, wo keiu Mensch sie hörte, und als er größer wurde, dachte er nur daran. Wenn er die Pferde in den Wald getrieben hatte oder mit anderen Kindern nach Beeren gegangen war, kam er gewiss ohne Beeren zurück, aber berauscht von Entzücken. «O Mütterchen!» rief er dann mit seiner lispelnder Sprache, — im Walde da singt etwas, da spielt etwas, — o Mütterchen, wie schön!» «Ich werde dir eins aufspielen.» sagte dann die Mutter, und oft that sie dieses mit Hilfe eines Nesselbusches. Dann schrie der Knabe und versprach, er würde es nie, nie mehr wieder thun.....dachte aber doch nur daran, wie dort im Walde es gar so schön gesungen hätte. Was war es denn, was dort sang? Mein Gott, was wusste er davon? Die Birken, die Tannen, die Weiden — alles sang, — ja der ganze Wald sang, das war sicher — und mehr wusste er nicht davon. Und dann das Echo. Auf dcr Wiese spielte ihm die Schalmei, im Gärtchcn beim Hause zwitscherten die Sperlinge in den Kirschbämnen so schön, dass selbst die Kirschen leise bebten. Ja sogar der Wind spielte ihm auf seiner Mistgabel, wenn er den Dünger auf dem Felde herumzuwerfen hatte. Einmal bemerkte der Aufseher, wie Ianko mit wirren Haaren dastand nnd der Musik des Windes in den hölzernen Gabeln horchte. Er schnürte seinen Leibriemen ab und gab dem Knaben einen Gedenkzettel; es half aber alles nichts, und bald nannten die Leute ihn nicht anders als «Ianko der Musikant». Im Frühling lief er an den Bach und machte Flöten aus Weidenruthen; nachts, wenn die Frösche ihr Coucert anstimmten, die Heimchen ,m thmugen Grase summten, der Wachtelkönig schnarrte nnd die Hahne oaWer^Wung Nr. 85 710 1<>. AprilM^. wird er gegenüber der liberalen Theorie einen schweren Stand haben m>d er wird den Conflict nicht vermeiden können. Der gegenwärtige Zustand Englands, namentlich das Verhältnis Englands zn Irland, fiihrt zn weitgehenden Untersuchungen. Es will abgewogen sein, bis zn welchem Grade ein Staat seine Kraft bethätige» mnss, nm Zugeständnisse abzulehnen, nnd inwieweit er ans dem Wege der Freiheit, das heißt durch die Aussöhnung mit einem unzufriedenen Volke, Vortheile erwarten darf. Die Verantwortlichkeit ist eine große, gleichviel, ob man einen Theil der Staatseinheit opfert, oder ob man in beharrlichem Widerstände den Gefahren der Zukunft trotzig die Stirn bietet. Wir wollen jedoch heute nicht die irische Frage beleuchten, sondern nehmen nur Bedacht auf die Conflicte, denen Parlamentarismus und Liberalismus auch in constitutionellen Musterstaaten nicht zu entgehen vermögen. Die Vorgänge im englischen Parlament haben für uns in Oesterreich ein specielles Interesse, erstens, weil in England der irische Ausgleich, beziehungsweise die Abwehr dieses Ausgleiches, auf der Tagesordnung steht, und loir begegnen somit Erscheinungen, mit denen wir auf dem Boden des österreichischen Staates hinlänglich vertraut sind; zweitens wirkeu auch die Demonstrationen im englischen Parlamente mit der Frische des Selbsterlebten. Zu eiuem regelrechten Exodus ist es im euglischeu Parlamente zwar nicht gekommen; so weit haben es die Engländer in der Copiernng österreichischer Verhältnisse noch nicht gebracht. Aber es zeigt sich doch eine leidenschaftliche Gereiztheit gegen die Majorität und eine gewisse Nichtachtung der parlamew tarischen Formen. Wir glaubeu nicht, dass der greise Staatsmann durch diese Methode seine Popularität auffrischen wird. Weuu reactiouäre Parteien, die auf den Parlamentarismus geringen Wert legen; wenn Parteien, wie etwa die irische Partei, die principiell die Einheit des Staates bekämpfen und außerhalb der Versassung sich stellen; wenn eine solche Opposition zu den äußersten Mitteln greift nnd den Parlamentarismus in die Luft zu spreugcu sucht - dauu kauu man das erklärlich finden, weil eben im vorhineiu keiu gemeinsamer Nechtsboden anerkannt ist. Wohl aber entsteht ein unlösbarer Widerspruch, wenn eine liberal gesinnte staatsfreundliche Opposition vor Kundgebungen und Handlungen nicht znrückscheut, welche die Grundlage des Parlamentarismus, das Majoritätsprincip, iu Frage stelleu lind welche bis zu einem gewissen Grade immer gegen den Staat sich richten. Unser Bestreben war, nachzuweiscu, dass keine politische Doctrin oder Theorie das Prädicat der Un-fehlbarkeit bcansprucheu darf. Wir brauchen uicht erst ausdrücklich zu bemerken, dass der Parlamentarismus jede Kritik ertragen kann, weil er in feinem Wesen unverletzlich ist. Der Parlamentarismus ist mehr als eine verfassungsmäßige Institution, uud uicht nur die Gesetze verleihen ihm Kraft; er ist den Völkern zur Oewohn-heit gewordeu, uud die Erlcdiguug öffentlicher Angele» genheiten ist außerhalb der parlamentarischen Formen gar nicht mehr denkbar. Anch die wohlthätigen rnhm-vollen Leistungen des Liberalismus wollen wir in keiner Weise unterschätzen. Wir wollen uur sagen, dass mau nicht mit vorgefassteu Meinungen an Fragen heran- treten darf, d!e nach den speciellen Verhältnissen be-ultheilt sein wollen, dass es vielmehr zweckentsprechend ist, frei von den Fcffeln der Doctrin, die Dinge nach ihrer Sachlichkeit und Wirklichkeit zu prüfen. Jedes Land empfängt ans der Natur der Verhältnisse seine eigenthümlichen Gesetze uud Bedinguugeu; das hat man sich bei der Nachahmung, Uebertragung und Au-preisuug fremder Einrichtungen gegenwärtig zu halten. «Grau, Freund, ist alle Theorie; doch grün des Lebens gold'ner Baum.» Politische Urlwrslcht. (Zur Negelung des Pensionswesens.) Der Bndgetausschuss des Abgeordnetenhauses erstattet in dem Specialreferate über den Penfionsetat gleichzeitig Bericht über die zahlreichen Petitionen um Er-lassuug eines ucuen Peusiousgesetzes für Witweu uud Waise» uach Staatsbeamten, um Erhöhuug der Ver-sorguugsgeuüsse derselben und um Eiutheiluug verschiedener Dienstesstellen in die der Naugsclasse entsprechende Kategorie der charaktermäßigen Witmeupen-sionen. Der Specialrcfereut Starzynski führt diesbezüglich Folgendes aus: «Die Frage der Aiifoessevnug der materiellen Lage der Witwen uud Waisen nnch Staatsbeamten ist mit einer andern Frage verquickt, mit der sie bis zu einem gewissen Grade im Gegensatze steht, und diesem Umstaude ist wohl znm größten Theile ihre bisherige Stagnation zuzuschreiben. Die Rücksicht auf die Staatsfiuanzeu erfordert es nämlich gebieterisch, dass man anf Mittel uud Wege denke, welche dem fortwährenden bedeuteudeu Steigen der Staatsans-gaben für den Pensionsewt entgegensteuern würden. Sowohl das hohe Haus wie auch sein Bndgetausschuss, wie anderseits die k. k. Regieruug habeu zu wieder-holtenmalen ihre Aufmerksamkeit dieser wichtigen Aufgabe zugewendet; die k. k. Regierung hat auch Erhebungen und Forsclmugcu iu dieser Richtuug eingeleitet, welche aber bisher zu keinem praktischen Resultate geführt haben. Nuu muss der Budgetausschuss die Ausicht aussprecheu, dass diese beiden Fragen nur danu ciuer gedeihlicheu Lösuug werden zugeführt werdeu köunen, wenn man sie nicht noch inniger miteinander verquickt, als sie es alls der Natur der Sache ohuedies schon siud. Freilich besteht zwischen der Reducieruug der voraussichtlich uoch läugere Zeit daueruden Steigeruug der Staatsausgabeu für den Peusious-Etat und der Beseitigung der misslichen Lage von Hinterbliebenen nach Staatsbeamten ein Widerspruch, aber nur so lauge, als mau diese Lage uur auf dem Wege von Mehr-zuschüsseu aus dem Staatsschatze zu beseitigen für möglich hält. Es wäre aber eine lohnende uud der Wichtigkeit der Aufgabe werte Mühe, zu untersuchen, ob hier nicht das immer fortschreitende, in immer zahlreicheren Gestaltungen zutage tretcude Versicherungswesen hilfreich eingreifen könnte. I» eiue nähere Ausführuug dieses Gedaukeus einzugehen, wäre hier wohl nicht am Platz.» Es wird sodann daranf hingewiesen, dass die Grund> lagen unseres Pensionssystcms aus verschiedenen, zum Theile längst entschwundenen Zeitperioden stammen, an zahlreichen Härten uud Mängeln leiden, dass z. V. das ungarische Gesetz weit vortheilhaftere Vestimmuugen enthält, ohne den Staatsschatz allzusehr zu belast^ und mit folgenden Vemerknugen geschlosseil: «Von ol Ueberzeugung durchdrungen, dass unser PensionsNMl einer bessernden Weiterbildung bedarf uud dass aM praktische uud formale Gesichtspuukie es dringend el' heischen, dass die heutigen zahlreichen, fast zalM"' zumeist veralteten Vorschriften durch eine einheitliche, erschöpfende Codification ersetzt werden, beantragt o" Budgetausschuss, das hohe Abgeordnetenhaus wollelie> schließen: Die Petitionen werden der k. k. Regierung mit der Aufforderung abgetreten, dieselbe wolle euicn die Ruhegeuüsse der Staatsbeamten und die Vcrso^ guugsqeuüsse und Erziehungsbeiträge der Beamten«-Witwen uud -Waisen regelnden, die materielle 5M der Witwen uud Waisen' aufbessernden Gesetzentnmu baldmöglichst der verfassungsmäßigen Behandlung unte^ zieheu,» . (Arbeit für die Straf hä us e r.) ^ Finanzministerium hat, wie aus Wieu berichtet wllv. angeordnet, dasK die Tabakfabriken, so weit als w> immer thuulich, die Cartons uud Büchsen M ." feinen Rauchtabak und für die Cigaretteu in den näch^ gelegenen Strafanstalten anfertigen lafseu und a> diese Austalteu die vorher zu vereinbarenden Erze"' guugskosten bar vergüten. Die hiebei zuuächst ^ Auge gefassten Strafanstalten sind dem Ver»elM'> nach jene in Laibach, Walachisch Meseritsch, Kram" und die in Stein. . (Von unserer Marine.) In Trieft w»roe vorgestern ein neues Kriegsschiff, «Erzherzogin Stefan«^ vom Stapel gelassen. Während des Stapellaufes r>a? tete Viee-Admiral Sterneck an die Erzherzogin Ma^ Theresia eine Ansprache. Erzherzogin Maria Them" erwiderte: «Eingedenk der hohen Bedeutung des l^! tigen Festes für die Machtentfaltuug der MonaM taufe ich mit Freude» das hier liegeude schöne SW auf Allerhöchste,, Befehl mit dem Namen «K'ronprw zessin Erzherzogin Stefanie». Die Erzherzogin berW den Taster, lind durch eine elektrische 'Vorricht"'^ wurde die Champagnerflasche am Bug des SlM^ zerschlagen und das Schiff getauft; darauf st'tz^ ?>. Erzherzogin ihre Rede fort: «Gleite glücklich in ^ Fluten uud durch die Fluten, «Kronprinzessin ^^ zogin Stefanie», uud trage Oesterreich»Ungarn8 ruy bedeckte Flagge immerdar in Ehre», so lange " Stahlbau zusammcuhält!» . ,, (Reichsrathswahl.) Bei der voraestM" Wahl eines Reichsraths-Abgeordneten aus der Or^ des fideicommissarischeu Großgrundbesitzes in VW'^ welche durch den Rücktritt des Grafen Adalbert SH^ born erforderlich geworden war, wurde einstimmig l Candidat des conservative,, WahlcomiW, Heinrich «> Kolowrat Krakowski, gewählt. Die Mitglieder des ^ fassungstrenen Großgrundbesitzes nahmen am Wahl" nicht theil. le (Kroatien.) Zum sovielten- und sMcltenw^ wird ans Agrmn gemeldet, dass sich zwischen .„ Centrumsclnb nnd den Unabhängigen des kroatl>ai Landtages eine Fusion vollzogen habe. So sehr s Gesundung der oppositionellen Parteien in Kroattt« Grund des Programms des Centrumsclubs z" '"^ schen wäre, so glaube» wir auch diesmal auf den Bäumen krähteu, konnte er nicht schlafen vor Seligkeit. Was für eiue Harmonie er fogar in diese«, Tönen fand, das weiß Gott! Bald wollte ihn die Mutter nicht mehr in die Kirche mitnehmen; denn wenn die Orgel mächtig erbrauste oder sanft und innig die Melodien ihr entströmte», legte es sich wie ein feuchter Schleier über Ianko's Allgen, und er blickte wie aus einer andern Welt. Der Nachtwächter, der, um uicht eiuzuschlafcn, die Sterne zählte oder leise mit den Hunden sprach, sah »icht selten Ianko's weißes Hemd in der Richtung znr Schenke dahingleite». Nicht in die Schenke gieng er, nnr znr Schenke. Dort stand er im Schatten an die Wand gedrückt und horchte. Die Leute drinnen tanzten; im Takt stampften die Füße den Boden. — hie nnd da ertönte ein Ruf, eiu Lacheu, — eiue helle Mädchen-stimme, — und die Violine, ach die Violine saug so süß, so zärtlich — < Wollen leben, wolle» singen, wollen froh—lich sein!» Aber ernsthaft antwortet der Contrabass: «Nie Gott will, wie Gott will!» Die Fenster strahlten im Lichterglauz — ein jeder Balken der Schellte, schien es, sang und spielte .... Und Ianko horchte, horchte lautlos. Was in aller Welt hätte er nicht um diese Violine gegeben! Wo findet man sie nur, diese singenden Vrettchen? Wie thut man sie zusammen? Wenn er sie wenigstens i» de» Händen halten dürfte .... aber darall war ja gar »icht zu deukeu! Iauko konnte nur dasteheu uud horche». . . . «Wirst du dich endlich einmal heimscheren. du Thunichtgut!» rief ihm die Stimme des Nachtwächters alls dem Du»kel zu, und dann trugen Iauko's bloße Füßcheu ihu rasche» Lallses »ach Hause. Aber ihm nach eilten die süßen Töne der Violine — «wolle» lebe», wolle» singen, wolle» sröh—lich sein!» Uud die ernsthafte Stimme des Contrabass — «wie Gott will — wie Gott will!» Es war seiu höchstes Glück, wenn er eine Vio- line zu hören bekam, und nach einem solchen Genuss kam er tagelaug uicht vom Ofen herunter; nur seiue Augeu leuchteten aus dem Duukel. Auch hatte er sich selbst eine Violine aus Schiudeln uud Nosshaar gemacht, sie wollte aber nicht so schön singen, wie die in der Schenke, sondern summte nur so leise, leise wie eiue Mücke .. . uud deunoch spielte er vom Morgen bis zum Abend, obschon er so viel Puffe dafür bekam, dass er aussah wie ein rund herum zerschlageuer grüuer Apfel. Er konnte aber nicht anders. Es war einmal seine Natur. Null magerte er immer mehr und mehr ab; nur der Bauch blieb ebenso aufgedunsen. Die Haare wurden immer dichter und die Augen immer größer, ... das machten wohl die vielen Thränen... die Brust aber uud die Wangen fielen immer mehr ein. Den übrigen Durfkiuderu sah er gar nicht ähnlich — eher seiner Violine, welche auch kaum athmete. Anch war es gerade die Zeit vor der neuen Ernte, und er wurde mit jede», Tage elender, den» er lebte jetzt nur uoch von rohen Mohrrüben lind dem heißen Wunsche, eine Violine zn besitzen. Oh, der verderbliche Wuusch! Der herrschaftliche Diener hatte eine Violine, die ihn, dazu dicute, dem Kammermädchen in der Dämmernng Minne zu singen. Ianko schlich sich zuweilen durch eiueu Wald vou Disteln bis zur Thür des Anrichtezimmers, um sich au der Violine satt zu seheu. Dort hieug sie au der entgegengesetzten Wand, uud dorthin strebte die ganze Seele des Knabe». Ei» heiligthnm war sie für ihn, ein unerreichbares Gut, und doch gicng er auf i» dem Wunsch, sie zu besitzen, sie wenigstens einmal in der Hand zu halte», sie uah^, recht uahe zu betrachteu . . . Und bei diesem Gedanken allein bebte das arme Bauernherz vom geträuinten Glück. Es war Nacht. Im Aurichtezimmer war uie mand. Die Herrschaft war längst im Alisland, ^ Halls stand leer, und daher blieb der Diener '" , am andereu Ende des Hauses, wo er dem KA^iil mädche» Gesellschaft leistete. In den hoh"» ^„e versteckt, blickte Ianko schon lange durch die weit oi!^ Thür auf den Gegenstand seiner Anbetung. Der . mond spendete seine schrägen Strahlen durchs 3^,'^i, sie bildeten ein lichtes Viereck an der entgegenge,^^ Wand. Das Viereck rückte der Violine immer w schließlich befand sie sich mitteil drinn. und mW '^,! es, als entströmten ihr die silberhellen Stray ^ Iauko war wie geblendet. Bei dieser Veww) ^, konnte er deutlich alle Einzelheiten unterschöbe"',^, eingebogenen Wände, die Saiten, den Hals; dlc .^, blitzten wie Leuchtkäfer, uud der Bogen gl'^ ^ii^ silberne» Strahl. Ach, wie war datz alles s" ganz zauberhaft schön! <^stcl5 Mit offenem Muude saß Ianko in den ^>^. die Ellbogen auf seiue magere» Knie gestützt, ". ^scF gieng im'Ansehen. Bald trieb es ihn "nallfy^F, dorthin, bald bannte ihn die Furcht auf seinem ^ ^e Doch jetzt — was ist das? Ist's Zauberei /--^i' leuchteude Violine schwebt langsam auf den ^ü zu! O weh, nun ist sie verlöscht... ach " . .^ leuchtet sie noch heller! Zauberei, o gewiss Za"^ F Da erhod sich der Wind, die Bäume raiis^' > „,<'i Iauko hörte deutlich: «Geh, Iauoczko. gch! I"H,M ist niemand!' Die Nacht war hell. Im henA^ saBj Garten, beim Teich, sang die Nachtigall, und ' hiil' bald leiser, bald lauter: «Geh nur hin. ^l) ' .^l,l' Nimm sie, Ianoczko, nimm sie!. Eine Na") '/h <>' schwirrte da»u über den Kopf des Knaben ^ ^ ängstlich: «Nein. Ianko. nein!» Aber dtt " ,B flog weg. uud die Nachtigall blieb und >?^,,t, d^ immer deutlicher: «Geh nur, geh, es ist ntt Uud wieder leuchtete die Violine. . . ^MttinmZeitmig Nr. 85 711 16. April 1887. Wonsqerüchte. Während das Centrum auf dem Buden "« «"lsgleichsgesetzcs steht, haben sich die Unabhäugi-loz l ^"^ ^^" Wochen im Landtage vom Ausgleich Magt und sind auf die pragmatische Sanction zurück-?Ze"' Wie sich nnter solchen Umständen Mazzura mo ^ercncill mit DraZkovic und Zivkovic fllsionieren '°llen. ,st nicht recht abzusehen. ^ (Schutz des literarischen Eigenthums.) ^N' deutschen Buudesrathe ist die am 9. Septenlber «',./" Bern zwischen dem deutschen Reiche, Frankreich, "Mntannien, Italien, Belgien. Spanien, Haiti, "urna. her Schweiz und Tunis abgeschlossene Ueber« 'lnnft, betreffend die Bildung eines internationalen ""vandes zum Schuhe von Werken der Literatur und """lt. zugegangen. Aus dem Schlnssprotokoll geht u. a. ""or, dass die nächste Couferenz in Paris nach Ab-""! von vier bis sechs Jahren nach Inkrafttreten der "eberemkunft stattfinden soll. Die französische Regie- "3 wird innerhalb dieser Grenze nach vorgängigcm enehnirn mit dem internationalen Bureau den Zeit-?l bchlmmen. Den Vereinbarungen ist eine Deuk-^ust beigegeben, aus welcher hervorgeht, dass zu den t ^!>klenzen auch die Vereinigten Staaten von Amerika t>? Japan Delegierte zur Berichterstattung entsandt de m - ^"" ^^ Schwedens und Norwegens wurde r Beitritt nach beendeter Revision der inneren Gesetz-A°UM in Aussicht gestellt. Andere Staaten waren am n, ^"^^ ^^ ^"6k ihrer inneren Gesetzgebung "'U "ertragsabschlusse verhindert, hatten aber ihr Inter-l^ an dem Vertragswerke zu erkennen gegeben. Im wme der Ratification der Uebereinkunft seitens der an . Unterzeichnung betheiligten Regierungen wird, wie ^schweizerische Bundesrath in einem Rundschreiben Avorhebt, in einem von ungefähr 500 Millionen "lenschen bewohnten Gebiete der Schutz des Urheber-n°?3 ^" bem Rahmen eines einheitlichen Vertrages aetvahrleistet sein. H (Fiirst Bismarck) kehrt, wie telegraphisch ans ^erlin mitgetheilt wird. nächste Woche aus Friedrichsruh Iu, Hauptstadt zurück und wird an den Vcrhand-. "M des Landtacies über die kirchen politische Vor-^e theilnehmen. ^ ^ ^ d<>r /Frankreich.) Das «Eve'nement» meldet, dass ^ französische Kriegsminister beschlossen hat. in den ^nzdlstricten Mannschaften dcr Reserve der Territo-c> "rniee zu mobilisieren, die iu jeder Stadt und jedem H. l>e damit betraut werden sollen, die Eisenbahnen zu ^"'^chen und die «Raids» der Feinde zu verhindern, "eim ^ ^^ Abtheilungen der Cavallerie, die Schie-^' ^gc zu zerstören. Diese Leute bleiben wohl in ihren Schäften, werden aber uniformiert und eine Löhnung Mltrn. te (Zur Situation in Russland.) Wie Pc-l^.urger Privatuachrichteu melden, wird der Zar au-^'ch der russischeu Ostein dem Minister des Aus-den« ^"' ?' ^lers, dns Großkreuz des Wladimir-Or-lis ^"leihen. Gleichzeitig soll mittelst eines kniser-a°?,' Rescripts die Politik von Giers vollständig gut-"^n^n werdeu. Pyr. (? us den deutschen Rcichslande n.) Die plg ieipräfectur in Metz ordnete an, dass Straßen- privater Natur in deutscher Sprache ab- gefasst werde» müssen. Eine französische Uebersetznng darf beigefügt werden, muss jedoch dem dentschen Text den Vorrang lassen. (Congress belgischer Arbeiter.) Während der Ostertage wurde in Charleroi ein Congress belgischer Arbeiter abgehalten, an welchem etwa 800 Delegierte theilnahmen. Der Congress endete nach mehrstündigen stürmischen Debatten mit der Spaltung der socialistischen Partei. Alle Arbeiter Südbelgiens verlassen die Arbeiterpartei, weil letztere keine mittelbare revolutionäre Vewrguug hervorrufen will. Die ersteren folgen fortan der Fahne Defuisseaux', welcher allgemeinen Strike und gewaltsamen Umsturz predigt. (Afghanistan.) Der «Pioneer» von Allahabad berichtet, dass im District Ghuzni weitere Käm« pfe zwischen den Truppen des Emir von Afghanistan und den Rebellen stattgefunden haben, über welche Einzelheiten noch fehlen. Die aufständifchen Ghilzais scheinen sehr hoffnungsvoll zu sein und haben den afghanischen Thron bereits einem localen Mollah angeboten, der, während er die Würde für sich selber ausschlug, empfahl, dass dieselbe dem Mir Adnm Khan, welcher der Leiter der vorjährigen Nebellion war, an getragen werde. Tagesueuigleiten. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die «Agramer Zeitung» meldet, der römisch-katholischen Kirchengemeinde in Sinec zur Reparatur der dortigen Kirche eine Unterstützung von 100 st. zu spenden geruht. — (Die Arena von Pol a.) Der jüngst erwähnte Aprilscherz vom Einstürze der Arena in Pola, der aus einem Triester Vlattc in einige andere Zeitungen übergegangen ist, veranlasste einen Fachmann — Herrn Franz Kraus, der sich als Vicepräsidcnt der Section des Touristenclubs für Höhlenkunde speciell mit der Erforschung der Karsthöhlen beschäftigt — folgende interessante Mittheilungen zu veröffentlichen: Das Märchen, dass die Arena in Pola durch Oeffuuug eines Abgrundes eingestürzt sei, war nicht so ungeschickt erfunden, als es den Anschein haben mochte. Ich kann die merkwürdige Thatsache coustatieren, dass die Arena von Pola wirklich über einem Hohlraume erbaut ist, dessen Vorhandensein aus deutlichen Anzeichen erkennbar ist. Seit man durch die Karst-Erforschungsarbeiten gelernt hat, den Zusammenhang der oberirdischen mit den unterirdischen Karst - Erscheinungen zu erkennen, lueiß man auch, dass wasserführende Schachthöhlen stets mit horizontalen Höhlenzügen in Verbindung stehen. Derlei Schachte nennt man auf dem untern Karste «Foibas», und die Caroliuen-Quelle, welche Pola mit Wasser versorgt, entspringt einer solchen Schachthöhle unmittelbar nnter der Arena. Der mit der Quelle in Verbindung stehende horizontale Hohlengang, durch den das Wasser aus dem höher gelegenen Plateau zufließt, welches das Niederschlagsgebict der Quelle bildet, dürfte allen Anzeichen nach unterhalb der Arena durchstreichen; allein die Mächtigkeit der Decke sichert noch deren Widerstandsfähigkeit für einige tausend Jahre. Derlei Foiben gibt es in dcr Stadt Pola noch viele, fic siud aber alle bereits ausgefüllt; es würde sich jedoch empfehle», einige derselben auszuräumen, um zu sehen, ob man nicht auf Trinkwasser oder wenigstens auf Nutzwasser stoßen kann, an dem iu den Sommermonaten iu Pola oft großer Mangel ist. Diese Arbeit hätte jedenfalls den Erfolg, dass man auch die vortreffliche Erde gewinnen würde, mit der diese Foibcn angefüllt sind. Man könnte dieses auf dem Karste ziemlich seltene Material für die Anlage neuer Anpflanzungen verwenden, und wenu man noch überdies auf Wasser treffen würde, so wäre der Nutzen in Anbetracht der geringen Kosten ein sehr bedeutender. — (Großer Wald brand.) Am Ostersonntag gegen die Mittagsstunde entstand, wie aus Agram berichtet wird, in dem zum Marcell von Kuscvic'scheu Gute Mala Mlaka gehörigen Walde Vrezovcc ein Vrcmd, der infolge des herrschenden Windes in kurzer Zeit riesige Dimensionen annahm. Mehr als 100 Joch Jung-Eichenwald fielen dem mit rapider Schnelligkeit um sich greifenden wilden Elemente zum Opfer. Da, wie erwähnt, ein heftiger Sturmwind herrschte, waren die umliegenden Besitzungen, namentlich die gut cultivierten Forste der adeligen Gemeinde Lukavec uud der Urbarial-Vermögensgcmeinde Odra in grußer Gefahr. Der Amtsleiter der Gemeinde Odra, Herr Josef Sega, sammelte sofort eine Schar von circa 120 Menschen uud erschien in Begleitung derselben auf dem Brandorte und organisierte die Nettnngsarbeitcn, sein Hauptaugenmerk auf die Localisieruug des Brandes richtend. Die Bauern cut« wickelte« unter Anleitung ihres Vorgesetzten eine lobenswerte Thätigkeit, welcher es zu danken ist, dass der Brand localisiert und gegen 5 Uhr nachmittags vollkommen gelöscht werden konnte. Der Schaden beziffert sich auf eiuige tausend Gulden, da die Waldcultur auf circa 10 Jahre gänzlich vernichtet ist. Es konnte bisher nicht ermittelt werden, auf welche Art dcr Brand entstanden ist. Man vermuthet, dass Hirten trotz der Absperrung des Waldes hineingerathen sind nnd Feuer angemacht haben, welches vom Winde weitergctragen lvurde und das dürre Laub in Brand steckte. Glaubwürdiger ist es, dass ein Bauer seine Pfeife unvorsichtigerweise ausklopfte und das dürre Laub Feuer fieng. — (Raubmord iu W ien.)Der Eafstier Steyrer in der Iudeugasse in Wien wurde vorgestern in seiuer Wohnung, als er im Bette schlief, von einem Unbekannten überfallen, mit einem Hammerschlag auf den Kopf betäubt und um 218 fl. beraubt. — (Eine gräfliche Hochstaplerin.) Die Hochstaplerin von altem Adel, über deren finanzielle Transactionen wir wiederholt berichtet, sitzt noch immer hinter Schloss und Riegel. Dcr Gemahl der Gräsin, Herr Arthur v. Winuiug, preußischer Oberstlieutenant a. D., ist, wie nun aus Agram gemeldet wird, vorgestern dort angekommen uud hat bei deu Behörden Schritte gethan, um seine Gemahlin zu legitimiere» und darzuthun, dass es nur eine augenblickliche finanzielle Verlegenheit war, welche sie hinderte, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Im Laufe der nächste« Tage dürfte das weitere Schicksal dcr verhafteten Dame entfchieden werden. — (Muf italische Kritik.) Frau: «Nein, der Dr. M. ist doch gar zu grob. Ich zeige ihm unsere Wohnung und frage ihn, wie ihm die neue Einrichtung gefällt; was thut er? Er setzt sich ans Clavier und spielt: ,Das ist im Lebeu hässlich eingerichtet.» «us k ^ .^ k'"k kleine, gebückte Gestalt vorsichtig .H/^" Disteln hervor, uud die Nachtigall sang leise: '»im '""' 9eh!' b"2 weiße Hemdchcn kam der Thür »icbt^ "ä'her, h^ schwarzen Schatten verbargen es Ww ^' Auf der Schwelle hörte man das rasche bl^en der kranken Brust des Kindes. Noch ein Augen-Nill '' ^ weiße Hemdchen ist nicht mehr zn sehen, ^lnk s ^"^ Fühchen zögerte noch auf der Schwelle, ti^l !'" kam die Schwalbe noch einmal geflogen uud ^i^'Mich: «Nein. nein!» Ianko ist schon im "M?'' ^"' Teiche — wie erschrocken erhoben die 8,,/^. ein lautes Gecmät, verstummten aber sogleich. Nick/ < Nachtigall schwieg ... die Disteln flüsterten Ulehr. Hliw3""k" schlich leise und vorsichtig weiter, doch ^'sl/ll """^' "' "°" Entsetzen erfafst. In dcu i>n D^^"r er zu Hanse wie ein wilder Wacholder ill der^t n ^^ "^ wnrde ihm wie einem Wilde ^lhem , ^""e Bewegungen wurden unsicher, sein lich ti.s U und keuchend; zugleich umhüllte ihu plötz-ilbrr d> Dunkelheit. Dann zuckte ein Wetterleuchten du? dr/'w^""Ukl — Ianko stand auf allen vieren Retters ^"line, den Kopf zn ihr erhoben. Doch das l'lld nm"^"' erlosch; eine Wolke verhüllte den Mond. zu hh " war nichts, gar nichts mehr zu sehcu und U»der 9^ /'""' kmzen Weile zitterte eil, leiser kla-""sebe,, >!- b'"ch das Dunkel, als hätte jemand alls l'ch cin " Saiten berührt. Und dann erscholl plötz« ^' des 3^^'' verschlafene Stimme ans einer dunklen «>,. ^"/a'mmcrs: «Wer da?» Iauko hielt den Athem '" Eckn c^ Stimme aber wiederholte: «Wer da?» !'"b dann ^"^ sprich "ber die Wand. es wnrde hell, Anende v7 °G""! Schwüre, Schläge, eine schwache. ^Urli i. ^'"derstimme, ein flehendes: «O nm Jesu Vlmd^chell, iiicht, Lärm, Geschrei über wu gauzen Hof.. .. Am andern Murgen stand Ianko vor dem Gericht des Dorfälteste». Richtete man ihn dort als einen Dieb? Wahischmilich Er stand vor dcm Dorfältesten und den Richtern, den Finger im Munde, mit starren, erschreckten Augen, so klein, so entsetzlich elend. Er wusste nicht, wo er war und was man mit ihm wollte. Wie sollte mall ihn richten? Kaum zehn Jahre ist er alt und steht kaum auf den Füßeu. Ihu ins Gefängnis fperrcn? Man mufs doch Mitleid mit den Kindern haben! Der Wächter soll ihm eine Tracht Prügel geben, damit er nächstens nicht mehr stehle, und Punctum! Stach, der Wächter, wurde herbeigerufen. «Nimm ihn m:d gib ihm einen Gedenkzettel.» sagte der Dorf-älteste. Stach nickte mit dem ihm eigenen stumpfen, thierähnlichcn Ausdruck, nahm Ianko unter den Arm und trug ihn in die Scheune. Der Knabe verstand entweder nicht, was ihm bevorstand, oder er war zu erschrocken. Er sagte lein Wort uud blickte nur wie ein Vogel, den man zur Küche trägt. Woher soll er wissen, was man ihm thun wird? Erst als er mit aufgehobenem Hemdchen in der Scheune auf der Erde lag und die Ruthe weit ausholend ihu traf, rief er.- «O Mutter!» Und nach jedem Schlage: «Mutter, Mütterchen!» Endlich nach einem dieser Schläge war das Kind still und rief nicht — Mutter. Arme, zerbrochene Violine! O du dummer, böser Stach! Darf mall ein Kind so schlagen? Und dieses war so klein und schwächlich nnd athmete ja kaum! Die Mutter kam nach dem Kuabeu, mnsste ihn aber selbst nach Hause trageu. Am andern Morgen stand Ianko nicht auf. und am Abeud dcs dritten Tages lag er sterbend auf der Bank am Ofen. Die Schwal« ben zwitscherten in del» Kirschbäumen vor der Hütte; ein Sonnenstrahl brach durch das Fenster und über-goss mit goldenem Lichte den struppigen FlaclMp des Knaben und das todtenbleiche Gesicht. Auf diesem Strahle, schien es, sollte seine Seele entfliehen. Im Tode wenigstens ein breiter, sonnenheller Pfad! Dornen« voll war der des Lebens gewefen. Doch, noch bewegte ein schwacher Athem die Brust, und das Antlitz des Knaben schien alle Töne, die zum offenen Feilster hereindrangen, gleichsam einsangen zu wolleil. Die Mädchen von der Heuernte zurückkehrend, sangen: «Auf der Wiese, auf der grünen», und vom Bache her tönte leise die Hirtenflöte. Ianko horchte znm letztenmal auf dell Feierabend des Dorfes. Auf der Bank neben ihm lag seine kleine Violine aus Schindeln. Das Antlitz des sterbende!« Knaben hellte sich plötzlich auf und die bleichen Lippen flüsterten: «Mutter!» «Was mein Söhnchen?» .mtwortete die Gerufelle mit thränenerstickter Stimme. «Mutter, im Himmel wird mir Gott eine wirkliche Violine geben!» «Gewiss, mein Sohn, gewiss!» rief das Weib nnd konnte keiil Wort mehr hervorbringe,,. Ein unsägliches Mitleid zerriss ihre Brust und unbändiger Schmerz warf sie nieder auf die Knie. Sie sah. dass sie ihren Sohn dem Tode nicht mehr entreißen konnte und mit dem Rufe: «O Jesus!» brach sie zusammen. Als sie sich erhob und das Kind allblickte, wareil seine Allgen zwar offen, aber leblos. Die Züge ruhig, finster nnd starr. Der Sonnenstrahl war auch fort. «Ianko. ruhe sanft!» . .. Am nächsten Tage kam die Outsherrschaft a,is Italien zurück mit dem jnngen Fräulein uud deren Bräutigam. Der Bräutigam sagte: «Wie schön »st s m Italien!» «Was für ein künstlerisches Volk!» füge die Braut hinz». «Mail ist glücklich dort. Talente au < finden und beschützen zu dürfen»... UeberIanto s Grab rauschten die Blrken.... . .^ ^. .. Hemnch Slenllewicz. Laibachcr Zcitnng Nr. 85 ______ 712 ___________ 1«. ApriliM^ — (Kars überschwemm t.) Unsere Leser werden sich noch der Festnng Kars erinnern, welche im jüngsten russisch-türkischen Kriege eine hervorragende Rolle spielte. Wie nun aus Odessa gemeldet wird, ist der Araks-fluss im Kaukasus aus seinen Ufern getreten und hat sieben Dörfer, zwei Städtchen nnd die Festung Kars überschwemmt und fast gänzlich zerstört. Viele Menschen und eine Unzahl Vieh sind dabei umgekommen. Der Schaden beläuft sich auf mehrere Millionen Rubel. Von den Hänsern der Stadt Kars sind nur die Dächer sichtbar. Die Stadt gleicht einem See, ans dem die Festungswerke emporragen. — (Gefährlicher Theaterdonner.) Aus London wird berichtet: Vor einigen Tagen wurde hier im Opernhause der «Freischütz» gegeben. In der Wolfs-schlnchtsscene wird der Donner in der Art dargestellt, dass auf dem Schnürboden schwere Kanonenkugeln umhergerollt werden. Unglücklicherweise fiel eine der Kugeln auf die Bühne und erschlug den Choristen Courtnay sofort, dann zerschmetterte sie einem zwölfjährigen Ballet» mädchen die Knie; das Kind, welches sich einer Amputation unterziehen musste, starb noch während der Narkose. —(Cins nach dem andern.) Herr: Nuu, Alter, Ihr werdet doch auf meine Gesundheit trinlen wollen? W.4 rrintt Ihr denn lieber, ein Glas Wein, Bier oder Punsch? — Der Alte: Ja, Wenns Ihnen egal ist, lieber Herr, so — möchte ich um ein Glas Weiu bitten und Bier trinken, bis der Punsch fertig ist. Local- und Prouillzial-Nachrichten. — (Neues Bildnis Sr. Majestät des Kaisers.) Soeben erschieu im Verlage der k. k. Hof-und Staatsdruckerei eiu großes Bildnis Sr. Majestät des Kaisers, welches mit Beuützung eines Gemäldes des Professors von Angeli von Professor W. Hecht in vollendeter Weise nach dem Leben gezeichnet und in Holzschnitt ausgeführt wurde. Infolge feiner bedeutenden Größe (über ein Meter Höhe) sowie der künstlerischen Ausfiihruug eignet sich dasselbe als passender und eleganter Wandschmuck ebenso für den Salon eines Privaten wie für Fcstlocalitäten der BeHürden, Unterrichts^ anstalten, Institute, Vereiue u. Dasselbe ist in zwei Ausgaben erschienen, und zwar auf Chinapapier und anf weißem Carton mit Tondruck. Gleichzeitig erschien ill demselben Verlage ein Porträt Sr, k. Hoheit des Herrn Erzherzogs Albrecht, eine Radierung von dem Knpfer-siecher I. Klaus. Dasselbe kanu wegen seiner gelungenen lebenslreuen Wiedergabe jedermann bestens empfohlen werden. — (Altersversorgung der Privatbeamten,) Die Handels- und Gewerbekammer ladet die betheiligten Kreise zum Vortrage eiu, welchen der Herr Secretär des Vereines für Augestellte des Handels und der Industrie in Oesterreich morgen um 11 Uhr vormittags im Gemeinderathssaale über Alters- und Familienversorgung der Angestellten des Handels, der Industrie und Gewerbe sowie der Privatbeamten halten wird. — (Todesfall.) In Klagenfurt ist vorgestern der k. k. Kämmerer und Erblandhofmeister von Kärnten Friedrich Graf Orsini-Rosenberg,k.k. Major a. D., im Alter von 8b Jahren verschieden. Der Verblichene war der Vater des Flügeladjutanten Sr. Majestät des Kaisers, Grafen Orsini-Nosenberg. — (Promenade-Concert.) Im Falle günstiger Witterung findet morgen um halb 12 Uhr vormittags in der Sternallee das erste diesjährige Promenade-Concert der Musikkapelle des 17. Regiments mit nachstehendem Programm statt: 1.) «Wien bleibt Wien», Marsch von Scrammel; 2.) Ouvertüre zur Oper «Figaro's Hochzeit» von Mozart; 3.) «Rudolfs»Klänge», Walzer von Josef Strauß; 4.) Scene, Duett und zweites Finale aus der Oper «Rigoletto» von Verdi; 5.) «Georgine», Quadrille von Josef Strauß; 6.) «Stenographisch», Polka schnell von Stiastny. — (Vom Wetter.) Der 15. April hat sich mit einem ausgiebigen Schueefall eingestellt, und Stadt und Land haben das winterliche Kleid wieder angelegt. Heute morgens herrschte empfindliche Kälte, Auch aus anderen Provinzen des Reiches werden starke Schneefälle gemeldet. Die meteorologische Centralanstalt kündigt überdies für die uächsten Tage unbeständiges und sehr kühles Wetter bei nordwestlichen Winden an. — (Zugunsten der Erja vec-Stift nng) wird Herr Professor Franz Levec morgen um 11 Uhr vormittags in, Saale der hiesigen Citalnica einen Vortrag halten über «Erjavcc und seine literarische Thätigkeit'. Entröe 30 kr., Sitzplätze 60 kr. Eintrittskarten sind in der Handlung des Herrn Vaso Petricic anf dem Hauptplatze und beim Custos der Citalnica zu haben. Mit Rücksicht auf den voraussichtlich gediegenen Vortrag sowie in An-betracht des wohlthätigen Zweckes (der Ertrag wird den Waisen des zu früh dahingeschiedenen slowenischen Patrioten uud Schriftstellers zugewendet werden) ist eine zahlreiche Theilnahme sehr Wünschenswert. — (Circus Frautloff) eröffnet heute halb b Uhr nachmittags mit einer großen Galavorstellung seinen nur drei Vorstellungen umfassenden Cyklus iu Laibach, nnd finden dieselben hellte abends, morgen nachmittags nnd wieder abends bei höchst reichhaltigem und abwechselndem Programme statt. — (CadeNenschule iu Karlstadt.) Aus Karlstadt berichtet man uns: Mit Beginn des Schuljahres 1887/88 (18. September) werdcu in deu ersten Jahrgang der k. k. Infanterie-Cadettenschule zu Karlstadi beiläufig 30 Frequentanten, welche sich dem Militär-berufc widmen wollen, aufgenommen. Die Aufnahms-bedingungen sind in der Instruction für die Truppen schulen des k. k. Heeres, VHI. Theil, enthalten, welche aus der Buchhandlung L. W. Seidel und Sohn in Wien um 20 kr. bezogen werden können. Zu dem Anfnahmsgcsuche ist nebst den vorgeschriebenen Documenten noch ein gerichtlich legalisierter Revers beizulegen, in welchem die Verpflichtung auszusprechcn ist, dass der Bewerber der im H 105 der Instruction znr Ausführung der Wehrgesetze vom Jahre 1866 festgesetzten Präsenzdienstpflicht'Verlängerung nachkomme. Die Aufnahmsgesnche sind bis längstens 10. August au das Commando der Cadetten-schule uach Karlstadt einzusenden. — (Wohlthätigtcits concert in Krainburg.) Der Krainburger Musitclub veranstaltet morgen unter gütiger Mitwirtuug des gemischten Gesangschores in den Localitäten der dortigen Eitalnica zugunsten des Gym-nasialUntcrstützllngsfondes in Krainburg ein Concert mit nachstehendem Programm: 1.) Fr. von Supp»!: Ouvertüre zur Operette «Dichter und Bauer», für Orchester mit vierhändigcr Clavierbeglcitung; 2.) F. S. Vilhar: < vo-luovini», gemifchter Chor; 3.) Fr. Kücken: «Barcarole», Duett für zwei Soprane mit Clavierbegleituug; 4.) A. Iungmann: «Mandolinen-Ständchen», spielt der Musikclub; 5.) F. S. Vilhar: «Noi-nar», Baritousolo mit Clavierbeglcituttg; 6.) A. Nedvöd: . Phantasie, spielt der Musikclnb; 8.) R. Schumann: »Zigeunerleben», gemischter Chor mit Clavier-begleitung. —- Nach vollendetem Programme: Tanz. Anfang un 8 Uhr abends. Entree per Person 40 kr., per Familie (3 Personen) 1 fl. — Angesichts des hnmanen Zweckes ist ein zahlreicher Besuch zu erwarte». — (Glasfthotogra phieu - A usstellung.) Wenigen Sterblichen ist es gegönnt, Italien, die Heimstätte der Kunst, mit seinen reichen Museen besuchen und sich an dem Anblicke seiner Kunstwerke ergötzen zu könuen. Umso willkommener ist daher die Exposition von gelungenen photographischen Anfnahmen dieser Kuustwcrke, die gegenwärtig in der Glasphotographien-Ausstellung in der Schellenburggasse zur Aufstellung gelangt ist und uns hervorragende Kunstwerke des vaticanischen und anderer Museen Roms, Florenz', Neapels, ferner des berühmten Louvrc-Mufeums in Paris :c. in folcher Naturtreue vorführt, dass mau das wirklich plastische Kunstwerk und nicht ein Bild vor sich zu haben wähnt. Sonntag den 17. und Montag den 16. d. M. kommt Oesterreich mit vielen Ansichten von Prag, Tirol, den an Naturschönheiten so reichen Semmeringer Partien, namentlich die Reise von Wien bis Trieft, zur Aufstellung; Dienstag nnd Mittwoch eine ans 40 Bildern bestehende einheitliche Serie von Deutschland, und zum Schlüsse Donnerstag den 21. und Freitag den 22. d. M. als letzte Serie: die Reise am Rhein, in die Schweiz und die Besteigung des Montblanc. Freitag den 22. d. M. wird die Ausstellung geschlossen. — (Hyme n.) In Abbazia findet heute die Trauung des Reichsgrafen Kuno von Coudeuhoven, k. k. Kämmerers, Oberlieutenants im Dragonerregiment Fürst zu Wiudischgrätz Nr. 14 und Ehrenrittcrs des hohen souveränen Malteser-Ritterordens, mit Ernestine Reichsgräfin Vreunner statt. — (Postalisches.) Wie uns von der Post- und Telegraphen-Direction in Trieft mitgetheilt wird, tritt mit dem heutigen Tage die postcombinierte Telegraphen-Sommerstation Opcina bei Trieft in Wirksamkeit. Neueste Post. Original-Telegramme der «Laibacher Ztg.» Volosca, 15, April. Kronprinz Erzherzug Rudolf ist heute früh in Begleitung des Erzherzogs Friedrich iu Abbazia eingetroffen. Erzherzog Karl Stefan hat sich mit Gemahlin auf der Dampfyacht «Phantasie» von Trieft nach Abbazia begeben. Trieft, 15. April. Der Marine-Obercommandant Varon Sterncck ist auf dem Lloyddampfer «Mars» mit den Delegierten nnd anwesenden Gästen heilte um 7 Uhr morgens nach Pola abgereist. Die Schiffs-divisiou unter dem Commando des Contrc-Admirals Buchta ist gleichseitig dahin abgegangen. Graz, 15. April. Aei der heutigen Reichsraths-Ersatzwahl im Stadtwahlbezirke Cilli-Tüffer entfielen in Tüffer auf Foregger 40, auf Gelingsheim zwölf Stimmen. Villach, 15. April. Gestern nachmittags betrug die Temperatur 12 Orad Röaumur; nachts trat Regeu ein, und henlc haben wir seit li Uhr morgens Schnecfall. Prag, 15. April. Angesichts der Zustimmung des Papstes zur ^msührung slavischer Liturgie filr die Katholiken Montenegros plaidieren die «Narodni LlstY' für die Gestattung des slavischen statt lateinische» Ritus auch für alle katholifchen Slaven üw'tMP!. Durch diefe Gestattung würde endlich der 800jähr'ss'" Gegnerschaft zwischen Papstthum und Slavenwelt cm Ende gemacht werden. Tcschen, 15. April. Heute ist fußhohe Sch"" gefallen, und cs schneit noch fort. Amsterdam, 15. April. Die Festlichkeiten nah"" gestern in bester Ordmmg ihren programmä^!^ Fortgang. Heute früh w^r'de dem Königspaare voi' 4500 Schülern der Elementarschulen, welche vor dcni Palais Aufstellung genommen hatten, ein Mrge^ stäudchen gebracht. Die Majestäten erschienen mit del Kronprinzessin am Fenster und gabeu ihrer lebhafte» Vefriediguug Ausdruck. Petersburg, 15. April. Eine Abtheilung der G"' nison von Merw erhielt Marschbereitschaft au die afghanische Grenze. Palermo, 15. April. Die Ortschaft Santa Fla"" wurde durch cin heftiges Erdbeben heimgesllcht. M")' rere Hiwser stürzten ein. Die Zahl der Opfer ist un< bekannt. ______ ^. Allgclommclie Fremde. Am 14. April. Hotel Stadt Wien. Nuckel, Privatier: Theiß, Schweiusbiirg"' Drill, Neinschardt und Rietschel, Kaufleute, Wien. - 5M Besitzer, Gottschee. — Dernulc, Private, Landstrah. Hotel Elefant. Simpson uud Lamm, Circus. GeschäMeM' Berlin. — Dr. Enzmann, Iustizrath, Chemnitz. -^ ^7 Fabrikant, sammt Frau- von Ivaurtrich, Med.'Dr.; »r^ Fcry, Färber, Metzger und Mattner, Kaufleute, Wn'N- ^ Halusta, Cassier, sammt Frau, Mödliug. — Geyer, Kaufma"'' Osck. — Kokalj, Adjunct, Hercrgovina. — Spendling, A' sender, Graz. — Izcescezkul, Kaufmann, Ugram. — G"^ Pace, Gutsbesitzers.Gcmahlin, Turn. — Alobotschnig Alb. "' Narth , Reisende, Krainburg. — Mcucinaer, Advocatens IM seits abzuberufen. .> D M Die irdische Hülle der theuren Verblichenen 'vi^ » W Sonntag den 17. April nm 6 Uhr nachmitt.-as "' » W Trauerhause Chröngasse Nr. l2 feierlich cingl'sl'ss"! » M und sodann auf dem Friedhofe zn St. Christoph "l » M Die heil. Seelenmessen werden in der Pfanln«) « M zu St. Jakob gelesen werden. W M U»l stilles Beileid wird gebeten. W ^ Laibach am 15. April 1867. W > Die trauernden Hillterbliel'cnen. > ^ ^^ Nccvdiguiiß anstall dc« Franz l Laibacher Feituna Nr. 85 _____________713 16. U^il 1887. Course an der Wiener Börse vom 13. April 1887. N«« dem 0^^ E°urMatto Gell «l.al> Stllnts.Anlchen. tz,7>^«Nte ....... 81 05 81 2b l«ß^, ^"° e !»««'! 3°^° ßanze boo „ 133 KU I84 — l«^I ^° Mnflel l00 „ ,35.^'»«- !««7) ^t°at«io,e . . lOO « iß5 5l, i,»--il!,2b °"«". 3lotenrente. sleuersrei . »? I« ^ 2'l ""ü Leibrente 4°/. . . . . I0I75I"1!>0 " ^p'errenle 5°/° . . . . ^« »0 ««" ' ^'Wb.°«inl.,^o!l. ö.W,S. !5,->bi!" ' ^Nbah„.^^,„tt„ . . W ea 98L!> ' ^la«!«-^l„ ^, ^fi5<,bn) 1i!? «c>i2?'7N ' ,, « ,, vrw 3,1«?« . 115 8<'^K!»0 ^^°«>rn,.^ose 4°/, »ao 9____^ 5^"''j'!chc....... .04 50,0«, «5 ^/» N'ahr.schc....... ,07 ,5 ^. 5°/ "!"«°Nr,^>ch!,che . , . 1W-110- z»'^icft^^,chijche . . . 105- -. z«'ss""Iche....... ,055« -- l «, s, °"!e u.ib slavonische , i«4 s><> n,« 5<» 5°/° 2emeser «a„at . . , . 104-50105 X 5"^ unaorische......I04,b0 10b bli Nlidere öffentl. Nnlrhen. Tol,au^eg.»rose 5°/« l00 fi. . UN 2^116 7?, dw, Anleihe 1«?», steuersrei . 105 »n loo 75 Änlebe» d, Etadlgcmcindc Wien 105 t« 105 7» Nnlehen d, Ctadtgemembe Wien (Eilbei >md Void) . . . . »21-—132 0!, Prämien»»»!, d.E t.blgem.wiei, 1. » — 1»5 » Pfandbliefc /,°/»<3old. I!i5 50 1z« »0 bto. il^ 50 „„ 4>/, °/u 100 90 wi'«> dto. m 50 „ „ 4»/n , »!! b»> U7'- !lo. Prauiien-Echuldverschl. I«/» —'— »^^ l^ ,Hv,pc!lxlenbanl Wj. 5>/,°/<> w> !>U — — ^>,,,.»>ig, i^ill vevl, 5«/„ . , 101 ^>0 1(!2 - blo, „ 4 7<°/» . 10« <0>i')i! SN dlc, „ l°/„ , . U» 25 ,»« 7b ,,. > ^ ,, ^ot«nl!>,dlt»^ct»rnges. H",jv in ^), i^» v,,l, 5>/,°/, —— —' — ^llusitälo-Ot^liß^tionen ,fü, I"„ n. ^lnal'elh.Veslbah» 1, «imifsion —-— — — ,,e»d»m!lde»vl«ltb>i(>n >>- ^ ilder ic>o 5<» i<)<, 9« tanz-^^I»^..^, . . . —------------ >, liNz,ju,e i>>, , i,'uti> !»^ » Bahn . il>«! 3>>lll, »)l0!cn,ls!i>,^i> lu« — luv <0 Etaatsbabn 1. «mission . .Lni 75202 75 Eüdbahii ^ 3°/°.....iü»5»>5,l' „ <^ L<.....l^U- . >2S'5O Un8.. i.'u>e !e 40 si.....4z 50 44 — Noihen «neuz, oft. Ges. r. W,1 145» 14 «0 »5 ?f. Windischgräh z,'o,, !i'a>tt «00 sl, , ,07 «s< 107 7? Vautvercin, Wien«, K« fl. , 9« 75 ,,4 25 ^dl,cl,-°/,2 "0 ^lbl..An>l,<,Hanb.U.E,^0,!,!28,'j!j!,),8!, L» ^ierudaul, Allg Ung, UOU jl, z.«! 75 288 -Tlpvsllcül^nl, Äll^.20U fl, 171 — 173 — «l»,. N!pie«., oft. üUu jl, .H',u<^, „5 — «7 — ^.Iltüld., ojl, uup. »K.ÜU'V, —X14K0 ^"'> IK1—'lk1'7b " ctieu von Transport» Unternehmungen. (V« Etitcl», Nlbrecht»Vahn »00 fl. Sllbei , -'— — — ÄlföIbMum,'Äahn L0« fl. Silo. 18» — 182 50 Nulsig'TcpI. >1l>2 50 » llveftbahn 200 sl. . , ,i?N—»77 -«ulchtiehrad« «lisb. 500 fl. i, i»?U üuu fl.S. — — —'— Felt„nand«-i»i«rdt>, 1000 fl, ^Dl, «70 2375 ^laiN'Iosef-, ahn X00 fl. Silber----------------- !>ünsl!r.'il»<>'alcier»ilsb,200sl,»2,-------— — l»ali,,»arl.l,'ubto>g-B,l!00fl.«iM 80S 50 «0« 75 >Oia).«oslacher^,»^, ^vu fl. ö.A).-------— — «^lcnoerg. Eisenbahn lun ft. .-------— — »^ichllu^ Oderv. Eisend, ilou >l. s, —-— —->,'emoerg°sen-> dah».Oeielljch>,fl ^ ,l, ö. W. »2» 25, ,»6 75 »!loub,ö!l,ung., TiieftZou fl.H^, lv !^2 ^1U2 75 bto. (lilll) 2U» !.. lv« . ,82 2.162 5» !ln 2UU fl. Snoei !i»t>2,^lU6 ,5 HltUeiwln.i «tlfenb. ^00 sl. !____^. „ -l.l...... ,,,, ^,,„ tt, ö. W, L8U2»23l15» Sübbahn L00 n. Silber . . 8" «5 so?h Bi!d.«ort>b °!«erb.. ,<.2,»<>il. «i'N. 156 KN 157 — Theiß'Vahn «U0 fl. ö, V, ,____— — Iramwav'Vel., Wr. i?U fl. ö, W 227 60 2«7 75 , Wr.. neu 100 fl 9l — 91 50 Iransvort-Oesellschafi l00 sl, , —-— — — Ung.'ssali,. «isenb, üno fl. Bilder 17« 172 50 ling, Nordostbahn 800 fl, Silber i67 ».IS? 75 iluq,W>!Nb.sNaab.Graz)»aafl.S. 1«»50IS9 — Induftrie-Nctien ,. l, »0 fl.40>'/<, 34— g>,__ „Hldemilhl", ^ap'-lf. u. Hj.»>! ^a »a 91 «a Präger «H!sen»I!l0,«>rj, Hlscur^is. iou sl. i,,g — lül — j,risailer »ohlenw »»»>!!. 70 fl. __ -.. waffeuf..^., Oest, mW. 1UU sl, ,l»—22».— Devisen. Demfche Plal)«......«2 27, «»47, London.........>zl9,!l27 4z Par,« .........,',l,,i5 50,5 Petersburg .......— .. — — Valuten. ^ucaten........595 zg^ ^'^.anco.^lücle.....1«U», >ll l»4, -?>Ider.........^, '. ^,^ OüUl!>!ie !>ie>chi!baulnolei! 622', «235 "vvlnC i" 20 Doppelbänden, ^vUl||0I* in 12 Bänden, schön gebunden, werden tilligr Trer3s:a."u.ft * ^aibaoh, Quergasse Haus Nr. 2, ^______ I. Stock._________(1731) Beamtenstochter ütai,a'u'e alt, im Besitze einer schönen Aus-Snr C^er deutschen un<* der slovenischen ein'16 Ulä(:btig, wünscht behufs Ehe mit trel ^. k- Beamten in Correspondenz zu ßPtlien.; Bahnbeamter bevorzugt. Ernst- H?llUe Briese untei> »K- W-" P°ste re-J^Trient, Südtirol. (1732) 3-1 Zeichner! ^ii'd ZU1. Ausarbeitung des p,?tail-Projeetes für dieLocal-lHexibalni von Laibacli nach Stein ü-esucht. Oft au r Ierte mit Rondscliriftrnustern zurichten ^^genieur Ruhritius, Hotel Elefant. Ein (1728) 2—1 Lehrjunge solbrt aufgenommen in der Spezerei-^aren-Handlung des ^5?' O. Holzer, v^m Tliomaiin ^nS?fder» Petersstrasse Nr. 24 im v l' lJuh U Hause' empfiehlt sich dem chkejt tn un(l der hochwürdigen Geist-ßetuler A?'|J a"<-'n in sein Fach einschlafen <3 oiten> als : Vergolden von di-i 6l|Ovi, *°n* un^ Kirchengegenstamlen, ¦*c)ti„erunS«n, Re])araturen, Broncieren. *«1. ünrJn. Antik-Vergolden. Alte Spie- * ' Hol l il(lern*limen> Fenster - Carnis-11 her er' Uhren u. s. w. werden wie SestelR. Desgleiclien übernimmt er j a*»ch Arbeiten in der Provinz, ^erd^obeslßlluiigen und nach auswärts 8c»nell und billig effectuiert. ^^-^^^^^^ (1729) 3-1 Služba W Ü!'"Ske9a Palnika (Policaia) * 'ötnoDl °^mi v Idriji je razpisana Stan°vanPluÈ0 86° gold'' P°tem m lUt>0) 6C) 36 gold< in zaobleko (mon- ni utm g?ld' vsako let0< l>0 iedno~ * Pro.s-i nosti posfane služba st.alna. J^ika y ?'' «lovenskega in nemškega 'Sv°je nr. esed' in pisavi ztnožni, naj Prosnje najdaljo do IHXJ,- 8°' aPrila 1887 ^ ^Sulnf?» 'lradu vi)Oäl.ieJ0- atJfilti i (:inski urad v IdriJi f^ne U73°) 2-.x ^öfan Lapaine 1. r. župan. Otto Hailer &Comp. in Bregenz und Buchs österreichisch- schweizerische Grenzstationen, empfehlen sich für Speditionen von und nacli der Schweiz, Frankreich | und Süddeutschem!. (3221) 12-9 | Für einen geprüften, ledigen Posten*, der deutschen und der slovenischen Sprache mächtig, ist beim Postamte in St. Martin (Unterkrain) eine Stelle offen. — Bewerber 1 ollen sich daselbst melden. (1636) 4-3 Wohnung i sofort gesacht: zwei Zimmer, Küche, Garten oder Wiesenplatz etc. Adresse mit Preisangabe unter „F. B." an die Administration dieser Zeitung. :M. Neumann \\ Laibach, Elefantengasse \\ 41 empfiehlt sein grosses Lager ^ > !! Nouveautes \\ nin Damen- und Mädchen - Regen-O < > mänteln, Mantellets und Jaquets < > O zu billigen Preisen. (13H8) 14-7 <> Auflage 352,000! oa,n«rbreltetste aller drutscl, en NI ätlrr ül'er!, a»pt! ai, ftl' idem ersch'-inr'TIl'sbirsr^unl,!'» in zwölf frem. ds>l sprnch.n. ----------i^ M DieVlodtnweIt.INI,' W W slrirlc Zritm!« sin Tuilctte > D »»^H,,„d,irl'cite». Muiiat» > M lili, znci .!!,!»»!!«». Preis WU HU vicllelj,l!)»lich M. 1.^5 — ^» WW >^ 24 Nüm»!«» mit Toiletten MUMM ,mdH.»'dalbeitc!', r»tbl,l° M^MMM tend gcncn ^000 Al'l'ild!!!!' »M»»MU gen mit Bclchrsil'üüss, » ^M^ » welche das ftanu (Gebiet MM» der Oarder>.'be u»d Veib- M M M wasche siir Damen, Äiiid- ^M > MM chc« »!id itoabtü, wie filr W^ ^W das zartere Ki»de<ltei iimialse«, ebenso die ^ilnväschc für Herren !>„d die ^'cN !>»d Tischwäsche :c., wie die Handnrbc>te„ i» idrcul aanzen Umsange. 12 ^»^i!>'.ie« '»it rtwn ii«» Schüittmuster» Mr alle ^ <"sac»slä,!de der Garderobe und etwa 4CU Vtusl«> ^ V^r,t!ch,»,!,gcn siir Weih- und «untsticlerei. Na- ^ mc„c< (5hifsren »c. ^ « " Nho,»,emc»ti« werd^i jederzeit a»>ienomn>el! vt, "Ucn ^ «»chhandlimssen »nd Pl>stanstal