Wbacher^AeituN 2 ,M. Donnerst ag_________den it. May_________1829. Mchrichlltt vom RrieOsschauplat^e. Auffische Blätter enthalten übsr die im Mo-^at März erfolgte Belagerung und Bestürmung von Atalzich in türkischen Armenien folgende nähere Details: Schon im Herbste des vorigen Jahres sammelte Achmed Bcg von Ad schar, zur Würde eines Paschas von Achalzik erhoben, bedeutende Truppenmassen. In der Hoffnung auf Plünderung sammelten sich unter seine Fahnen auch mehrere Bergvölker des Kaukasus, und Achmed Beg sah sich bald an der Spitze von ungefähr 20,000 Mann, mit denen er im Anfange des Mo-nates. März trotz des tiefen Schnees vor Akalzich erschien, und sogleich die Festungsmauern an mehreren Stellen zu ersteigen versuchte. Die russi» sche Besahung vertheidigte sich muthvoll, und vereitelte alle Versuche der stürmenden Türl'ei^ Der erlittene Verlust veranlaßte Achmed Beg die Fe-. siung nun förmlich zu belagern. Er errichtete mehrere Batterien und ließ mit besonderer Geschicklich-t'rit das grobe Geschütz gegen die Festung spielen. Die Belagerten thaten im Gegentheile dem Feinde gleichfalls großen Schaden besonders durch die Wirfungen des kleinen Gewchrfencrs, das sie zwischen Sandsäckcn versteckt, ganz in seme Nahe richteten. Am i3. März forderte Achmed-Pascha die Festung zur Übergabe auf, mit der Anzeige, das; cr eine Mine unter den nordwestlichen Thurm der Festung geführt und mit 6 Pud Puwer gefüllt habe. Der General-Ma;or, Fürst Bebutoss schlug die Aufforderung herzhaft ab, und fuhr fort mit aller Tapferkeit sich zu vertheidigen. Die Gemeinen standen in den kaltenWitttcniächtcn fasi ununtcrbro- cheA auf den Wällen, und dennoch verloren sie dcn Muth nicht; ja sie wünschten sogar einen.Ausfall zu machen, den aber der Commandant wegen der Übermacht der'Türken nicht genehmigte. Als aber am 16. März die Türken von dem herannahenden Succurs eines russischen Hülfscorps verständiget wurden, verließen sie in Eile die Vorstädte und begaben sich auf die Flucht. Nun machte der Fürst Bedutoff mit einem Theile der Bcsatzung cine» hitzigen Ausfall, und nahm den Türken 2 Kanonen und 2 Fahnen ad; doch gelang cö den Türken 70» Christen in die Gefangenschaft fortzuschleppen. Wahrend der kurzen Zeit der Belagerung hatten die Russen 653Z Kanonenschüsse aus der Festung gethan, und noch überdieß i35/, Hand« Granate»» geworfen, durch der.n Wirkungen der Feind einen Verlust von fast 4noc> M^nn erlitt. Bon de? russischen Besatzung waren 24 Gemeine getödtet un> 54 Mann verwundet worden. N p a n i e n. Madrid, 2«. April. Der Kriegsminister soll sich sebr angelegentlich mit der Organisation der Ar« mee beschäftigen. Lie ganz rollsiä'ndig gemacht werden dürfte. Dieß gibt zu mancherlei Betrachtungen Anlaß, da man uicht begreifen kann, woher Spa« men irgend eine Gefahr drohen könnte, und die La« ge seiner Finanzen und die nöthigen innern Verbesserungen seine Hülfsqucllen weit dringender in Anspruch nehmen. Man will hier behaupten, Frankreich wünsche vorzüglich, daß die spanische Armee auf eincn achtbaren Fuß geseht werde. ^ Das Reglement für den Freihafen von Cadiz l ist nun erschienen; es besieht aus 53 Artikeln. Die - Granzlinic für die Douanen erstreckt sich von den :54 Festungen Matagorda un> F^n- Louis bis nah Torregorda und Sana Petri. Der 2^»ste Art. verbietet allen Handel mit Puller, Waffen und Munition. Der 2>M Arc. zeigt die bevorstehende Anlegung eineZ Lazareths an; der,23ste Art. verbietet die Einführung von Büchern odcrKupferstichen, die der Religion, der Moral oder der Souverainetät des Königs entgegen seyn konnten. — Die Regie« rung scheint Nachrichten aus derHavannah von einem sehr neuen Datum erhalten zu haben. Der Generalkapicain der Insel, Hr. Vivcs, versichert, daß wenn man erfahrene Anführer hinschicken würde, er hinreichende Truppen habe, um in Neuspa-meu cmc Divcr^on zu versuchen, die von dem gegenwärtigen Zustande des Landes sehr begünstigt werden dürfte. Auch erfährt man von daher, daß dieZiordanlerikancrObercalifornien in Besitz genommen, und mehrere Kanonic-rschaluppen nach dem Hafen San Francisco abgeschickt haben." (Allg. Z.) Von Araniuez sind zwei Ingenieure zu Was« scr abgegangen, um alle Schwierigkeiten der Schiff-bannachung des Tajo genau zu untersuchen. Die portugiesische Negierung hat ihnen erlaubt, sich auf dem Tajo bis nach Lissabon zu begeben.— Der Kö» nig hac eine Commission von Naturforschern ernannt, mn die physischen Ursachen und Details der letzten (Trieben im Königreich Murcia zu uittersuchen. (Korresp. v. u. f. D.) OsrosMitannien. London den iü. April. Gin Theil des Felsens, auf welchem die Stadt Nottingham großen« theils gebaut ist, stürzte am 12. d. ein, und riß 5 Wohnhäuser mit sich. Anzeichen dieses Unfalls hat« ten sich schon vorher verkündet, und die Bewohner deshalb auf obrigkeitliche Warnung ihre Häuser verlassen; doch wurde einjunger Mann das Opfer sei-ner Unvorsichtigkeit. (Prag. Z.) Nach Zeitungen aus New-3)ork vom 2'). März soll die Unterzeichnung eines Haudclstractctts mit dem Kaiser von Brasilien das erste Geschäft des neuen Präsidenten Generals Jackson gewesen seyn. Die Times schreiben an 22° April: „Seit der gestern erfolgten Ankunft eines russischen Offiziers, de5 Hrn. v. Benkhausen, mit Depeschen an den Fürsten Lieven, heißt es allgemein, daß dieser Botschafter das Ultimatum seines Hofes m Betreff der türkischen Angelegenheiten erhalten habe, um es unsern Ministern offiziell mitzutheilen. Man kennt den Inhalt desselben noch nicht, vermuthet aber, daß diese Depeschen der Sendung dcs Grafen Matusczewitsch ein Ende machen und dessen Weiterreise an andre Höfe, an welche er mit diplomatischen Aufträgen versehen seyn soll, beschleunigen werden." Der Observer schreibt: „Der Admiral Sir Sidney Smith ist an Bord des Dampfschiffs Hiltcn-Iolyffe zu einer geheimen Erpedition, die er selbst entworfen habensoll, ausgelaufen. Seine Mann» schaft besteht aus fünfzig auserlesenen Seeleuten, seine Ladung blos aus Ballast, nähmlich kupfernen Kanonen. Er hat einen Mauthpaß nach tZorfuund Malta genominen, man glaubt aber, daß seine B<^ sümmung weiter gehe. Das bisherige Bild an dein Hilton-Iolyffe ist durch ein anderes ersetzt worden, über welchem ein Turban angebracht ist; überhaupt bestehen alle Verzierungen des Schiffs aus Halbmonden und Turbanen." Es hieß fortwährend, Lord «Zochrane stehe im Begriffe, über Land nach Odessa abzugehn, um das Commando der russischen Flotte im schwarze-: Meere zu übernehmen. (Allg. Z.) N u h l a „ v. Odessa, 10. Axril. Schon früher wurden große Zurüsiungcn in den Häfen des schwarzen Meers betrieben, die besonders eine Landung an den asiatischen Küsten unfern des Bosphorus zum Zwecke haben sollten. Ic>tzt erfährt man, daß Ad" miral Greigh sich zu Sebajwpol mit 600, Mann Landtruppen eingeschifft hat, und sie wie es heißt bei Budzadyek ans Land seyen wird. Diese Expcdi» tion dürfte in Konstantinopel große Sensation machen, und die Hoffnungen herabstimmen, welchen sich die Türken seit einiger Zeit hinsichtlich ihrer Bewaffnungen in Asien hingeben, da hiedurch ni.dt nur die Zufuhr der Lebensmittel für Konstantine pel, sondern auch die Eommunicationen mil dem türkischen Heere in Asien sehr erschwert werden dürften. Die Türken sollen eine Armee von 60,000 Mann bei Orzerum zusammen gezogen haben, und man versicherte, daß dieselbe in zwei Monaten durch 16,0«« Mann ägyptischer Truppen verstärkt seyn werde. Von unserer Seite sind daher auch Truppen nach Poti geschickt worden, um das abgesonderte Sorps unter dem Grafen Paskewitsch zu verstärken. Odessa, 17. April. eic Ausfälle gemacht haben. Auf diese Nachricht hat der General Graf Diebitsch dem Vernehmen nach den ver< schiedcnen Kolonnen Befehle zugesendet, mit C'ilmar-jchen ihrer Bestimmung zuzuziehen, und den Feind in seine vorigen Stellungen zurückzutreiben; General Die^ b.cfch selbst soll sich gegen Silistria gewendet haben. Die russischen Garden rücken in di? Fürstenthümer ein, ^nd werden die Reserve der Armee bilden. In öffentlichen Nachrichten von der Gränze dcr Walachei heißt es: „Der General Graf Pahlen unternahm vor einigen Tagen eine Necog-noscin'ng bis Widdm, und lehrte hierauf naä) Bucharest zurück. Neuerdings smd daselbst wieder vicr Militairspitäler errichtet worden, und rnan rcr.-sichert, daß für die Folge in der Stadt allein ,ci,oc>c» Kranke untergebracht werden können. Genoral Kis. lelew soll den Commandanten von Giurgewo zur Uoergabe aufgefordert, der Pascha jedoch den An. trag mit der Bemerkung zurück gewiesen haben, Giurgcwo und Nusischuck hätten 12,00c, Mann Bo-sahung, 3üc> Kanonen, so wie Vorräthe auf drei Jahre, und wären bereit, sich bis auf den letzten Mann zu vertheidigen. — Der Präsident GrafZel.-tuschin ist unermüdlich für Proviantirung der Armee besorgt, taum von IM) zurückgekehrt, begab cr sich nach Kallarasch, und ehestens wird er sich nach Krajova verfügen, um auch für das Corps deZ Generals Gcismar Ssrge zu tragen." Konstan tin opel, ,2. April. Englische Speculum ten haben sich durch die russische Blockade nicht abhalten lassen die Dardanellen zu passiren, und uns mit Getreide zu versehen. Ein englischer Kauffahrer^ von Alexandria kommend, ist vor eini« gen Tagen vor den russischen Kriegsschiffen vorbei-gesegelt, und ohne fich um deren Feuer zu kümmern, in den Kanal eingelaufen. Der Kapitän dcs Schiffes hat Hie Prämie erhalten, die von der Regierung für die Zufuhr des Getreides zugesagt war, und dieß Beispiel dürfte Nachahmer finden; da ohnehin die hohen Preise anlockend sind. Die Furcht vor Hungersnoth ist seitdem verschwunden, und das Auswandern der Griechen und Juden H.U aufgehört. Auch die Regierung scheint wieder Vcr^ trauen gefaßt, und mit der annähenden bessern Iahrszeit keine Besorgniß für die Störung der öf-fentlichen Ruhe mehr zu hegen. Die günstigen Nach: richten aus Asien über die dortigen Kriegsereig-nifse begeistern die Ottomanen, und lassen sie un« ttr freudigen Hoffnungen ins Feld ziehen. Auf den Sultan insbesondere macht die veränderte Lage der Dinge großen Eindruck; er sieht seinen Glücksstern abermahls leuchten, und glaubt die Russen wie die Ianitscharen besiegen zu tonnen! (Allg. Z.) Griechen! any. Nachrichten aus Navarin,,vom 24. März, (im neuesten Blatte des ßourncr dc Smyrne vom 5. April) zufolge war der Oberst Fabvicr von dem Marschall Maiso n, der vor seinem Abgänge auK Morea sich mit ihm besprechen will, nach Nava, rin berufen worden. — Dem Vernehmen zufolge wird ein französisches Corps von 5oc>oMann, un« ter dem Befehle des Marcchal dc tZamp Schnei- i56 der vor ker Hand noch in der Morea bleiben. Die übrigen nach Frankreich zurückkehrenden Truppen sollen sämmtlich am in. April eingeschifft scyn. Marschall Maison und scm Gcneralstab werden sich auf der Fregatte Did o einschiffen. — Der französische Kriegsbrigg Actäon, commandirt vom Fregatten-Kapitän Leblanc, ist am 22. März von dem Admiral Rosamel (der in 7lbwescnheit des Vice-Admiral de Rigno die französische Station in der Levante commandirt) von Navarin nach Suda zurückgeschickt worden, von wo er unlängst zu Navarin angekommen war. Der Eourrier de Smyrne vom obgedachten Tage gibt in einem Schreiben aus A egina vom ic>. März nachstehendes Verzeichnis? der gegenwärtigen Mitglieder des Pa n h elle n ion s mitAnga-be ihres Geburts - Ortes: Alte Mitglieder: Andreas Zaimi, Peter Mauromichali (der bekannteBei derMainottcn) Anagnosii Delijan-ni, G. Zografo, 2lndreas Papadopulo, alle fünf aus dem Pclopones; Hadscbi )lpostoli, aus Ipsara; Johann Mcxi, ausSpezzia; Ale>'. Ma u ro cordat 0, aus Konsiantinopel; Gregor Suzzo, aus Konstantinopel; Christ, K lonaris, aus Zagori; Ehrist. Aini an, aus Patradschik; Tatsi - Manghi n a , aus Vo lo; Viaro Eap 0 -distrias, aus Eorfu; 2!ndreas Metara, aus Eephalonia; A. Sondostavlo, ausScio; Sta° vr 0 I 0 annu, aus Iamna. —Neue M itgll e^ der: Johann Solctti, aus tZalavrita; Iannu-li Nak 0, aus Livadia; Pan 0 R a n go, aus Agrapha; Demct. Peruka, aus 7!rgos; Anasi. Karalambi, aus ^alavrita; N. Rc nieri, aus t?andia; I. Konduma, aus Wykoni, und Mich. Kairi, aus Andros. (Oest. B.) Durch ein von Maratonlsi zu Livorno angekommenes Schiff hat man die Bestätigung von derUber-gäbe des Schlosses von Lepanto mit dem Beisatz er< tzalten, dast auch die Unterhandlung wegen der Nbergade der Festung gleichen Namrnö schon weit vorgerückt war, und dart schon einige griechische Kapitäne ersckicnen waren, um die Kavitulations-puncte aufzusetzen, und über die dort vorhandenen Gegenstände ein Verzeichnis; zu verfassen. Auch Mesalonghis Fall ist nahe; es sind schon Parlamentäre ins griechische Lager geschickt worden. Fällt dieser Platz in die Hände der Griechen, so bleibt ihnen in Ost- Griechenland,nur die Acropolis von Athen allcin zu erobern übrig. Alle disponibel!, Truppen fangen schon an, dahin aufzubrechen. Ägina, den 21. März. Der General Ma> son hat dein Präsidenten (Zapodistrias in einem Schreiben aus ?em Hauptquartier Modon vom ^. März die Ankunft der von der französischen Regierung zur Erforschung von Morea dahin ab^cschick-ten, aus Gelehrten und Künstlern bestehenden (5om» mission zu Navarin gemeldet. Sie besteht aus i9 Personen, welche in drei Sectioncn getheilt sind. Sie werden dem Lande kein Opfer auflegen, sondern verlangen nur Wohlwollen, Auskünfte, und Bequemlichkeit und Discretion, was ihre Vcr« pftegung, Wohnung, Transport und übrigen Be. dürfnissc betrifft. Zwei Ingenieur - Geographen leiten die geodctischen Arbeiten, und Offiziere vom Generalstabe der Expeditions-Armee beschäftigen sicb mit topographischen Arbenen, und berichtigen die Charten von Griechenland. Der Präfect von Obermessenien hat gewünscht, daß zwei junge, in Frankreich erzogene Griechen den französischen Offizieren beigesellt werden, welchen Wunsch der General mit Vergnügen erfüllen zu wollen erklärt. (B. r. T.) ^erschienenes. Nachrichten aus allen Theilen Englands zu Folge ist der Frühling dieses Jahr einer ?er spätesten, deren man sich erinnern kann. Selbst an den Hagedorn-Hecken bemerkte man um die Mitte Aprilz kaum ein hervorkeimendes Grün. Bei Kopenhagen war am 25. April abcrn alt Treibeis im Fahrwasser, und die schwedische Küsie war ebenfalls wieder mit Eis belegt. Als dem Virtuosen Paganini bei seinem letzten Konzert zu Berlin mitten in dem Vortrag einer sehr hochliegenden Composition von Rhode die Quinte riß, spielte er, ohne sich stören zu lassen,- bib zu Ende auf den drei übrigen Saiten fort. 'Ein Hr. Burford zeigt jcht in London ein großes Panorama von dem Pandämonium (^'>n Pallaste des Satans), wie cö in Milton's verlorncm Paradiese geschildert wird. Es ist oiesi (sagen die Londoner Blätter) eine prächtig - schreckliche Dar. stellung zu nennen, die in ihrem E,fectAlles übertrifft, was bis ietzt noch m dlcscr Weise vnsucht worden ist. NeVatteur: ^r. Vab. MeinriO. ^erlkOer: Mnaj Al. Vvler b. Uleinmal.