LailmllMWMtung. ^» »H-G M^ Pränlimerationöpreis: Im Comptoir ssanzj. ^Hstz» ?5 > / fl.il, halbj. fl. 5.5U. ssilr bic Zustclluua ins Hau» -?»-!,. f^^. » . halbj. 50lr. Mit dri Post ganzj.fi. 15, halbj.fi. 7.Ü0. Samstag, 22. September Inscrti onSgcbithi biö 10 Zeilen: imnl «0 ll., -<^^/» 2m.80lr., 3m. 1 st.; sonst pr.Zeile Im. alr., Lni.8lr., > ^»ß«V 2m. 10 lr. u. s. w. Ins«rtionssicmpcl jcdcom. 20 l,. -"-" " " ^ Amtlicher Theil. Se. k. l. Apostolische Majestät haben die nach' stehenden Allerhöchsten Handschreiben an den Statthalter fnr Tirol und Vorarlberg Fürsten Loblowitz aller» fMdigst zn erlassen geruht: Lieber Fürst Lobkowitz! Als dnrch die Herbei-zichnng eines Theiles der Sürdarmcc zur Verstärknug der Nordarince uud zum Schutze der Hauptstadt dcS Ncichcö die Gefahren für Mein geliebtes ^aud Tirol sich steigerten, habe Ich an srin Volk den Ruf gerichtet, sich für die Vertheidigung des heimatlichen Boden«? zn erheben, nnd die Erwartung ausgesprochen, daß die Enkel ihrer glorreichen Ahnen sich würdig zcigcu wcrdcu. So ist es geschehen! Ein Zng der Begeisterung: zu kämpfen für die heiligsten Güter, für Gott, Kaiser und Vaterland, wehte durch Berg und Thal, rasch waren die Landeeschnhcncompagnicn gebildet, denen zahl-lcichc freiwillige Schützcncompagnim sich anreihten; im cdlcu Wetteifer mit Meinen brauen Truppen haben sie dor dem Feinde durch Ausdauer, Muth nnd Tapferkeit sich ausgezeichnet. Wo die Vildnug des Landsturmes angeordnet wurde, war sie schnell vollendet; drei mal aufgerufen, rückte er jedesmal wohlgcrüstct mit entschlossener Hal« lung und übcrans zahlreich anf die angcwicfcncn Stand« Plätze. Kein Landcstheil ist hinter dem andern znrnckgc- .blieben, nnd nainentlich hat die ländliche Bevölkerung Sndlirols in dm ernsten Tagen der Pinfnnss bewiesen, das; Nordlirol an ihm einen ebenbürtigen Brndcr, Äiein Ycmb ein braves lrencö Volk besitzt. Znm Andenken an diese Tage der Treue, des Muthes und des Nuhmcö habe Ich bcschlosscu, ciuc silberne Deulmünze mit Meinem Brustl'ildc anf der Vorderseite und mit der Inschrift: „Mcincm treuen ^olke von Tirol 186li" auf der Niickscilc pliigcn z» lassen, welche au alle Landeovcrlhcidigcr, die im ,vclde Ncslandcn sind, Landcöschützcn nnd Landsturm, sowic anch lw dic Mitglieder der ?audcsvcrthcidigu!igö'Obcrbchörde ^theilt werden soll nnd zum Tragen an dem Ehren' l'nndc von Tirols Landcöfarben bcslinnnt ist. Sie sei ein Ehrenzeichen für den Einzelnen, zu-Nlcich aber auch ein solches sür das ganze ^and, daö ^crmals einen Ehrenplatz in der Geschichte Oesterreichs nch errungen hat. Schönl'rnnn, 17. September I860. Frau) Iosc;,l) m. i>. .. Lieber Fürst Lobkowitz! Vci dem Anlasse, wo '5") Meinem Vollc von Tirol sür seine bei den jung-' k" ^rcignisscil neuerdings bewiesene, altbewährte Treue, seine Tapferkeit und Opfcrwilligkcit Meinen Dank ans« spreche, kann ich nicht umhin, Ihnen noch besonders, Mein lieber Fürst! für Ihre Umsicht, Thätigkeit und Aufopferung herzlich zn danken nnd Ihnen die Versicherung Meiner Huld und Meincö Wohlwollens zu cr-ueucru. Ich weiß das Opfer zn würdigen, das Sie bei Ihrem körperlich leidenden Zustande durch die Leitung der Stalthallcici und der Landcöucrthcidigmig Mir und dcm Vatcrlandc gebracht haben; Sie dürfen versichert sein, daß Ich dasselbe stets in dankbarer Erinnerung behalten werde. Schönbrnnn, 17. September 1866. Franz Joseph in. p. Richtamllichel Theil. Laibach, 22. September. Vci der größeren Bedeutung, welche die Bewegung in den griechischen Provinzen der Türkei und auf der Insel Kreta nun bereits cilangt hat, dürfen wir keine der Phafen unbeachtet lassen, welche diese wichtigste europäische Angelegenheit durchmacht. In dieser Beziehung entnehmen wir einer Wiener Eorrcspondcnz der „A. A. Ztg.," daß in den letzten Wochen zwischen dcm Wiener "nnd dem Tnilcricn.Eabinctc ein sehr lebhafter Idcenanstansch stattfand, dessen Resultat eine anf An« rathen der französischen Negicrnng nach Eonslantinopcl gerichtete österreichische Note war, welche die Tendenz hatte, eine mit derselben im Wesen übereinstimmende Note des französischen Eabincts zu unterstützen, uud unmittelbar dcu Zweck rmfolgt, die Pforte zn beruhigen und von jedem vorzeitigen Gcwaltact anf Kreta abzuhalten, uud auch auf ciu möglichst gutes Verhältniß zu dcm Fürsten von Rumänien, zn dessen Anerkennung gc-> schliltcn werden möge, hinznwirfcii. Noch von einem cmdcrcn Actcnsliickc müssen wir hier Act nehmen; cö ist cioc vom griechischen Ealmictc an die Schntzmächte gerichtete, vom 2. September da-tirte vertrauliche Note, welche die Natur der Bewegung auf Kreta, deren Ursachen nud die Mittel znr Abhilfe llarznlegcn sucht, und wovon wir im Nachstehenden eine Analyse geben. Daö interessante Actcnslück besagt im Eingang, daß die seit vier Monaten andancrndc Krisis sowohl von der unerträglichen Lage und den tiefen Leiden der auf der Insel ansässigen christlichen Bevölkerung von mehr als 200.000 Seelen, als von der Unzulänglichkeit der bis jetzt znr Abänderung solcher Zustände angewandten Mitttl hinlänglich Zcngniß abgelegt habe, nnd daß Griechenland, welches durch seine geographische Lage, durch Stammes- und Sprachcinhcit mit den hellenischen Unterthanen des türkischen Reiches all deren Unbehagen mitempfinde, unmöglich ein gleichgilliger Znschancr der verzweifelten Anstrengungen der Kreter znr Crziclung einer Verbesserung ihrer Zustände bleiben könne. Es würde seine Mission als erster christlicher Staat des Orients verletzen, bestrebte es sich nicht, anch andere Stimmen zu Protesten zn veranlassen gegen die vom türkijchcn Fanatismus eingegebenen gransamen und will< tnrlichen Maßregeln gegen seine Brüder. Nach einer Hinwcisung anf den hellenischen Unab-hängigkcilSkampf der Jahre 1821 bis 1830, auf die Hoffnungen, welche die christlichen Unterthanen anf Kreta und Samos in jene Dictate gesetzt, denen die drei Schutzmächtc in der Collcctivdepesche vom 8. April 1830 an die Pforte Ausdruck gegeben hatten, folgt ein lebendiger Anfrnf an die Schutzmächtc, doch prüfen zu wollen, wie ihren Anempfehlungen Folge geleistet worden sei: durch erneute Grausamkciteu und Metzeleien, welche um so verwerflicher erscheinen müßten, als sie unter dcm Vorwand, anf Aufrcchthaltnng der Ordnung hinzuwirken vorgenommen worden seien, wie z. V. die in den Kreter« Annalen von 1833 unter dem Namen „die Hängnngcn der Murmel" verzeichneten Tödtnngcn. Alle die Leiden der Kreter während 36 Jahren anzuführen, würde den Nanm dieser Staatsschlift weit überschreiten. Als im Jahre 1840 Mchcmed Ali sich von der türkischen Herrschaft losriß, glaubten anch sie, ihre Stunde der Vc-frcinnss habe-endlich geschlagen; aber es erfolgte die Intervention der europäischen Mächte — die Insel kam ans ägyptischer Oberhoheit unter türkische, aus dem Ncgcn unter die Tranfe; denn der Personenwechsel, wcnn er überhaupt einen Syslemwcchscl vcdcntctc, sei wo möglich zum schlimmeren aufgefallen. Die Kreter ergriffen die Waffen. Ihr Aufstand wurde zwar unterdrückt, aber indem dic Schutzmächlc der Pforte eine rücksichtsvolle Behaudlnug ihrer griechischen Unterthanen von ncncm dringend anempfahlen, legten sie dieser eine zweite Bürgschaft hicfilr anf. Eine drille endlich ent» halle dcr Pariser Fiiedcn von 185)6, bei dessen Berathung der türkische Acoollmächtigte im Namen seines Monarchen erklärt habe: es solle für die Ehristcn im osmanischcn Reich eine ucnc glückliche Acra kommen, nnd dieses Vcr-sprechen, obgleich spontan nnd freiwillig abgegeben, könne für die Pforte nicht weniger bindend sein, als die früheren ans Veranlassung dcr Mächte gemachten. Aber die griechische Regierung hält es für überflüssig, den Beweis zu führen, daß dcr Halti^Schcrif immer ein todter Buch« slabc, und daß die vierte Grnpftc dcr türkischen Zusagen, im Jahre 1858 gemacht, ebenso illusorisch "geblieben sei, wie dessen Bestimmungen. Ucbergchcnd zu den jüngsten Ereignissen, werden dieselben nachstehend znsammcngcfaßt: Im Anfang April ^llillellill. Pic Hcrbcrgc. '^"'sch-vaterländische Novelle ans dem 15. Iahrhnnderte. Von I. A. Babniag. (Fortsetzung.) ^^s /"^ ilbcrsUtthltc jedoch alles. Ein rosenrolhcr No«, rin lMiiic« ?^"zci>" , cm schwarzes Sammctmicdcr und cii, hell-"ollcn ss?"^'Wmt umschlossen uud hoben die Reize der schönen, dcii ?"^' ""b das goldene Kren; schmückte znm ersten mal schön"" ^"^ ^ ziichligen ImicMu. Dag duntlc Haar, Mlochtcii, hob dm Glanz dcö senrin.cn Auges. "Mm ? ^^^ ^ll l>ci dcm Anblicke dieser lieblichen Erschci- " 'so hcttlc er sie noch nie gesehen. "ie b ^. ^ ^" b^ goldene Kren, her? Ich habe es noch gcri " D" !^iM!« f„,g ^ den Blick niwcrwandt ans dasselbe "'. "^ ist Gold, leibhaftes Gold!" rs n,"^ Butter nab c« mir," antwortete daö Mädchen, indem °m llcgeuilbcrhängcndcn Spiegel schaute, ^'cht ward Ho'rucrllaua. draußen hörbar. Mit '^ '^"ul^ Amha! sie siud da. Nimm dcu silbernen Teller Mm b'"' ^"' im' Hand, einen seinen Kmx nnd: A'illtom-die Gast"" '" ^" Waldung' sprich nnd empfange geziemend nufcnna"'" ^'"'^'"l'° dcm Nufc gefolgt, als die Zimmcrlhürc andere. ' " "'" ^" "" st""lichcr Ritter, ihm nach zwei ES waren der Ancrsperger. der Lamberger und der Lucggcr. Jedem reichte Vertha den Willtommmstrnnl mit einem liefen Knij'. „Hat Wolf so schöne Kinder! nnd hat er mehrere noch?" sprach der ^ambergcr, »md nahm daö crgliiheude, Mädcheu beim Kinn, so vertraut, als wNren sic schon längst Bekannte. Alle drei sprachen „Gott znm Grttß!" mid schauten daö Mädchen mit großen Angen an. „Mir däncht sie jemandem meiner Bekanntschaft sehr ähnlich zu sein," sagte dcr Auerspcrgcr, und ging nachdenkend in der Stube anf uud ab. Dcr alte Wolf, mit dcr Mütze in der Hand, störte sie iu ihren Betrachtungen. Ihm stand die Frage auf der Stirne, was die Herren befehlen würden. „Wir sind Uom Nittc dnrslig lind hungrig. Schafft unö znm Imbisse etwas und einen Trnnl!" sprach einer anö ihnen, „Gleich soll alles bereit sein. Meiue Altc läßt sich nicht spotten. Nehmt nnterdcß Platz." - „Wir bedingen nnö nnr eins: Niemand bedient nnö, als Enerc Tochter. — Dies ist doch Eliere Tochter? oder nicht?" fragte der Lamberger, sich cm dm großen Eichcnlisch setzend, während die übrigen seinem Beispiele folgten. „Soll geschehen, alleö Pünktlich geschehen!" sprach Wolf, absichtlich der Frage anoweiche.ld, imd verschwand. „Seltsam, so cm holdes Kind in einer Herberge zu sindeu; sie gehörte eher in cinc Burg. Sie tonnte manchen Ritter mit ihrcr Hand beglücken, anstatt daß sie hier in dieser Ocde verkümmert oder, wenn cö gnt gcht, das ehrsame Grspouö irgend eines Baucrulümmels wild. Ls ist Jammerschade!" Das Verlangte crschim: Äärcupratzcn, Hirfchzichmer, Ham-mclslcnlc, Haselhühner uud Wildschweinsteisch, geränchcrt und frisch, schmackhaft zubereitet, nebst Vrot nnd altem croatischen Wein, in solcher Fillle. daß sich dcr eichene Tisch fast bog. Wie sie so wohlgcmuth bei Tische saßen nnd die Hnmvcn leerten, erschienen der Apsallrcr, der Gallenbera/r nnd der Wch'el-bergcr >nit ihrem Gefolge nnd freuten sich, so fröhliche Gäste hier zn finden. Nach den gewöhnlichen Begrüßungen setzten sich allc znr Tafel nnd waren bald frühlich nud guter Diü^c. Nnr der Lam-bergcr war still uud ni sich grtehrt. Ihm ging die schöne Bertha trotz dem heiteren Gelage nicht aus dem Sinne. Er glaubte das Mädchen schon gesehen zu habcu, doch tonnte er sich nicht erinnern, wo. Während Bertha sich um die Gäste hcrnmtummclte, sie bc-dieute uud alleö herbeitrng, was ihr Herz nur begehrte und was ihren Gaumen reizte, war Wolf mit dcr Dienerschaft in einer anderen Stube scincr hiutcren Vchansnng gntcr Dinge. Er lachte, erzählte ihnen Geschichten von seinen Kricgöfahrtcn iu Deutschland, von seiner Tapferkeit, nnd versicherte, er hätte mehr alö einmal mit cincm einzigen Hicbc einem Feind den Schädel gespalten, Darob verwunderten sich allc, denn waS er sprach, war ihueu Orakel, so natürlich und mit allem Fencr dcr Bcredtsamkeit wnßtc er zn erzählen. Niemand wagte an seinen Worten zu zweifeln. „Dic Herren Ritter," sprach Wolf so hingeworfen, „denen Ihr dienet, müssen gewaltig reich sein. Dies sieht man an der Menge ihrer Diener, an dcm Prächtigen Geschirr ihrer Rosse. Bei Gott, solch ein Reichthum müßte einen glücklich machen sein Leben lang." „Ja, reich sind sie, baö ist wahr," nahm einer das Wort, „nnd besonders bei solcher Gelegenheit, wie diese ist, will sich einer vor dem andern hervorthun. Ich fürchte, es schant da ein blutiger Strauß HcrauS, mir ahnet nichts Gnteö. Wic wir hierher ritten, bäumte sich einige male mein Hengst, nnd dein Veit sein Rappe wollte nicht uom Hanse. Dies siud Zeichen von schlechter Vorbedeutung." 1440 d. I. halten die aufs äußerste getriebenen Candiotcn! sich in der Umgegend von Canca vereinigt, nm iwer ihre Lage zu berathen; sie wählten Abgeordnete, die in Kntzanaria zusammenkamen nnd denen sich Repräsentanten der Städte Nctimo und Canca, wie die Bi« schöfe von Kydonia und Kissamos anschlössen. Diese Bcrsauimluug redigirtc, indcm sic ihrem Patriotismus cin schweres Opfer zu Gnnstcn der Klugheit auferlegt liabe, zwei Proteste, für den Sultan und fiir die Schutz« mächte, gegen die seitherigen Zustände. ES Hütte erwartet werden dürfen, daß mich der Divau sich für dic Klugheit entschließen würde, aber weit entfernt davon, !>abe er keine andere Antwort gefunden als Anordnung von ZwauMnaßregeln. Die Bitten dcr Kreter habe cr zurückgewiesen (o^m.^ unl5 l'm (!<: nc»n i^ccvuis) und tine Arincc von 22.000 Mann, lheils ans türkischen, theils aus ägyptischen Truppen bestehend, nach dcr Insel gesandt, in deren Gefolge sich cin Derwisch befand, welcher offen zum Christcnmord aufrnfc. Ein Vricf dcS Großwcssicrs vom 22. Juli an den Statthalter dcr Insel bcfchlc diesem, mit Strenge gegen die Auf» ständischen vorzugehen, und die griechische Regierung schaudert bei dein Gedanken an das Unglück, welches der einmal erregte türkische Fanatismus über die Chri' stcn bringen lmiue. Sie glaubt sich in dieser Hinsicht den schlimmsten Befürchtungen hingeben zu müsscu nnd schließt, unter Hinweis auf die syrischen Metzeleien, mit dcr ernsten Bitte an die Schutzmächtc, die oömani< schc Regierung zum Nachgeben veranlassen zn wollen. Die „Mg. Ztg.", dcr wir obige Darstellung znm Theil entnommen", bemerkt in einer ihrer Pariser Cor-respondcnzcn über dieses diplomatische Schriftstück: Abgesehen davon, daß dasselbe dcr hcntigcn Sachlage nicht mehr ganz entspreche, habe es zwei schwache Seiten: erstens seinen lebhaften Ton, welcher cs fast aus einer Staatöschrift in eine Brandschrift verwandelt, dcr abcr in der Sache selbst seine Entschuldigung finden mag, und zweitens die gänzliche Abwesenheit von Thatsachen znr Unterstützung der vorgebrachten Beschuldigungen. Die britische Regicrnng, welche m>f Thatsachen ciucn so großen Wcrlh legt, wird dergleichen auS diesem Document nicht erfahren. Eine Entscheidung über das' selbe ist noch nicht getroffen worden. Wahrscheinlich werden die Gesandten Englands und Rnßlands nach Eintreffen dcS Herrn dc Monslicr mit diesem zn gc< mcinsamer Berathung dcr Sache zusammentreten. Zur inneren Lage dringt die ..Pilger Ztg." einen Artikel, dcm wir Folgendes entnehmen. Nachdem dcr „Eulhülluugcn" dcr „Deb." erwähnt wnrdc, die mau überall mit Znstim« mung anfgcnommcn hätte, sagt dcr Artikel: „Eine vielfach vcnlilirlcn Frage bildet dcr Umstand, wer von Seite dcr westlichen Länder berufen sein solle, die Vercinbarnng (mit Ungarn) zn treffen. Hier ist der Punkt, wo die Anschauuugen wesentlich auseinandcrlaufcn; während mau vou einer Seite als pactircndc Theile Vertretungsformen in Aussicht uimmt, welche im modernen Staate keinen Platz finden können, vcharrt man von dcr andern Scitc auf dcr ständigen Rcintcgrirung einer Institntion, welche weder factisch, noch rechtlich im Bereiche des Möglichen gelegen ist. Es brancht wohl nach allen Nntcecdculien nnd gcgcbc-ncn AnhaltSpnnktcn nicht erst erwähnt zn werden, daß die Rcgiclnng wohl kanm den Willen haben dürfte, sich Anschauungen zuzuwenden, die den Verband dcr Länder anch in Dingen trennen möchten, welche diesen seit lan- gen Jahren gemeinschaftlich gewesen sind und auch im colistitulioncllcn Leben gemeinsam bleiben müssen. Gibt es nun für dic westlichen Länder dcr Monarchie gemeinsame Angelegenheiten — wir glanbcn laum, daß jemand dies bezweifeln wird — so müssen dicsc, wenn überhaupt eine constitutionclle Bcrfassungsform möglich sein soll, gemeinsam auf parlamcntarifchcm Wege verhandelt werden. Und ein Gleiches sollte vou der gewiß am meisten allen ciölclthanischcu Ländern gemeinsamen Angelegenheit, dcr Ordnnng ihres Verhältnisses zn den Ländern dcr uugarischcn Krone, nicht gcltcn? Wer dic< scs ncgirt, der will entweder leinen Anöglcich, oder — leinen Constitutionalismns. Man wende uns uicht eiu, daß das, was zwei VcrtrctuugSlörpcru möglich sei, wohl auch mehreren gelingen werde; auf dem Wcgc dcr Grup-pcnblldung gclaugcu wir zur Zersplitterung dcS Reiches in Atome, denn wenn auch die ciuc oder dic andere Gruppe ihre historische Berechtigung nachzuweisen vermag —> wir wollen hierbei von den Anforderungen, welche die Zeit an dcn modernen Staat stellt, ganz ab-strahircn — so kann doch dieser Umstand keineswegs zur zwangswciscu Bildung solcher Grnppcn, wclchc in der Geschichte längslv?rgangc»cr Tagc keine EMcnzbc» dingung finden, cin Recht bieten. Wir glauben aber nicht, daß dcr von einer Partei in dieser Richtung ciugcnom-mcnc Standpunkt cin inaltcrabler sei; im Leben des Einzelnen wie des Staates kommcu nnr wirtliche Fac< torcn in Betracht, imaginäre Größen verweisen wir auf das Gcbict dcr thcorelisircndcn Abstraction." Die „Präger Ztg." schließt: „Fassen wir dcn iu dcu Pordcrgrnud getretenen Vcrmittluugsvorschlag, auf dem Wege einer oou dcu deutsch.slavischeu Landlagen zn beschickenden Delcgirtcu« Versammlung, also auf dcr Bahn der freien Vereinbarung das Reich freiheitlich zu coustituircn, den geschil-dcrtcu Partcistaudpunklen gegenüber schärfer ins Angc, fo stellt sich uns derselbe als daö uuter dcu gcgcbcucn Verhältnissen allein Ecreichbarc nnd Mögliche dar. Dcr „weitere" Reichsrath cxislirt nicht, der „engere" besitzt i« der zu lösenden Frage leine Eompctcuz, ciue Grup' pcnbildnug ist nnr gccignct, dcn constitntioucllcn Gedanken der Rcichseinhcit ml «i^m-dum zn führen, es erübrigt mithin nichts, als eine Körperschaft zn finden, wclchc, auf legalem Boden stehend, vollkommen legitim ist, um Namens der diesseitigen Länder bei dcr Eon-slilnirung dcS Reiches mitzuwirken. Ist einmal dieser Staudpnnkt gewonnen, dann ist dcr erste entscheidende Schritt auf dcr Bahn des AnsglcichS gcfchchcn, nnd cs bedarf ja eben nur riucs solchen von dieser wie von jener Seite, um zu dcm von allen heiß ersehnten Ziele dcr eoustitntioncllcn Nengcstaltnng des Reiches zn gelangen." Ein Dries eines Vesterreichers aus Berlin. Die „W. Abdpst." lhcilt nachfolgendes Schreiben eines Ocstcrrcichcrs ans Berlin mit: „Als Oestcrreichcr in Preußen leben zu müssen, das gehört gegenwärtig zu den härtesten Prüfuugcu, welche einem Menschen von Herz nnd Ehrgefühl auferlegt wcrdcu lönncn. Ich will nichts fagcn von dcr wahrhast maßlosen Ausbeute dcr Sicgcsfrcudc — so schmerzlich die Aeußerungen derselben uns berühren, sind wir doch uicht engherzig gcnng, die menschliche Berechtigung derselben zu leugnen; wenn auf dcn Schlachtcnbildcrn die Hügel vou Nachod, Iiein n. f. w. zu Bergen ^ la Chimborazzo anwachsen, die von den Prcnßcn erstürmt worden, u. dgl. m., so können wir das belächeln, und wenn man nicht fühlt, daß da? Schmähen dcr im Kampfe unterlegenen Trnppcn den Ruhm dcr doch so laut gcpricscnenen eigenen schmä« lert, so brmicht das nicht uns zn kümmern. Ich habe mich auch uicht darüber ausgehalten, wenn während dcS Krieges manches harte, uugercchtc und unwürdige Wort über Oesterreich fiel: das bringt der Kricg so mit sich. Abcr wer könnte ohne die bittersten Empfindungen beobachten, wie jetzt nach dem Friedensschlüsse dcr „ehemalige Bundesgenosse" in zehnfachem Maße mit dcm gemeinsten Hohn überschüttet u»d dcr Haß gegen ocn-sclbcn aufgestachelt wild! Gcrliu und Breslau zeich' ucn sich darin vor allen anderen Städten aus. Alle Bnchhllüdlnugcu sind angefüllt mit Schmähschriften uud Earricaturcn auf die österreichischen Heerführer uicht nur, souocrn auf die Person Sr. Majestät des Kaisers selbst, nnd die Mehrzahl dieser „litcrarischcn und Kuustcrzeuguissc" siud vou einer so pöbelhaften Gemeinheit, daß dic Pamphletliteratnr der französischen Revolution nichts ähnliches auszuweisen hat. Die Buchhändler versichern, daß Austagcu zu 30.000 Exemplaren von folchcn Schaudblättcrn sich in kürzester Zeit vcrgreifeu. Daß die Theater nicht zurückbleiben, versteht sich von selbst, Wallncr'S, Wollcrsdorf'S nnd daS VarK'tt'-Thcatcr snchcn einander zu überbieten. Daö erstgenannte geht noch nm glimpflichsten mit unö um, das Machwerk des Vari^t«'. Theater abcr, daS sogenannte komische Lebensbild „Preußen vor Wien oder Habsburgers letzter Versuch" entzieht sich jeder Beschreibung. Dicsc beispiellosen Vcrlctzuugcu dcr crstcu Gesetze des Austaudcs, diese schamlosen Herabwürdignngen cineS Staates und Volkcö, mit dcm soeben „beständigerFriede" gemacht wnrdc, die uuvcrhülltcu Majcstütsbclcidiguugcn wcrdcu allabendlich von Tanscndcn von Zuschauern bc-jubelt — iu Berlin, dcr Residenz dcS Hofes nnd dcr Rcgicruug, während des TageuS dcr Volksvertretung. Daß mau mit dcu „Feinden" zugleich Institnlionen nnd Personen dem Spott uud der Verachtung preis' gibt, an deren Hochhalluug dcm preußischen Pattioteu gelegen sein muß, das scheint man nicht zu sehen, nicht zn fühlen, abcr die Früchte werden nicht ausbleiben. Oesterreich. ff Wien, 2l. September. Obwohl die Fachorgaue uns in dcn letzten Tagen zu wiederholten malen die tröstliche Versicherung gaben, daß die Epidemic in dcr Residenz im Abnehmen begriffen sei, so forderte dieselbe doch in den letzten achtnnovicrzig Stnndcu abermals zwei Opfer, dereu Namcu in dcn weitesten Kreisen bekannt waren. Vorgestern Nachts starb dcr als Kinderarzt sehr gcsnchte Dr. Liharcik, der abcr durch seine Stndicn über die Gesetze dcS menschlichen Wachsthums nud über die Tonbildnug fast noch mchr bekannt war, als dnrch feine Praxis. Er war dcr Schwiegervater dcS einst nicht minder rcnommirten Kindcrarztes Dr. Götz. Hcntc NachlS starb dcr Ministcrialrath des Cultus- nnd Unterrichtsministeriums P. Marian Wolfgang Koller. Derselbe war 1702 zu Feistriz im Wocheiner Thale ii, Krain geborcu, wo sein Vater Verweser der Baron Zoisschcn Eiscngewcrkc war. Nach dcm Besuche des Laibacher Gymuasiums begab sich Marian Koller 1811 an die Wiener Uuiucrsität, um sich daselbst hauptsächlich mathematischen nnd naturwissenschaftlichen Studien zu wio< men. Angezogen durch die sorgsame Pflege, wclchc daS Kloster Krcmemüustcr seit Jahrzehnten gerade diesen seinen Lieblingsdisciplinen angcdcihen ließ, trat er 18lli „WaS? ich habe uichtss gehört," cntgeguete Veit, dcm dcr l . Wein schon ziemlich zn Kopse gestiegen war. „Wir sprachen von Deinem Nnppcn." „Dic Veslic wolllc nicht tiom Hanse, zweimal lehrte sie mit mir zurück, aber ich gab ,hr die Sporen, daß sie parirm mnßle." Der alte Wolf wnßtc jedoch für seine Pläne noch nicht gcnng, er wollte Gewißheit, „Sic müsscu wohl schwcrc Summe» mit sich führen, wenn sie znr Hochzeit der Tochtcr dcö Landcshanptmanncö gehen," forschte er sorgsam und schlan weiter. „Das will ich meinen," cntgnetc dcr crsle nnd stürzte den Becher hinunter, wies die Nagelprobe dem schlauen Fuchs dar, dcr dcn Wink verstand nnd dcn Humpen wieder zn füllen ging. Unterdessen war es licfc Nacht geworden. Die anwesenden Ritter verlangten ihre Schlafstätteu. Sic wurden ihnen angewiesen. Ehevor sie sich zur Nnhc begaben, begehrten sic noch cincn Schlastrnnl, Der Wirth brachte daS Verlangte nnb lächelnd wünschte cv dcn Rittern wohl zn rnhcn. Im Abgchcn ward ihm noch befohlen, daß, Ms in der Nacht dcr Aräntigam lommcn sollte, sie sogleich gcwcclt würden. „Sehr wohl, Euer Gestrengen," antwortete er, und entfernte sich. Nun kamen die zwei, welch? da« Wild gebracht hatten, mit noch drei anderen geschlichen, horchlcu. »b alle« ruhig sti, und da sie alles nach Wunsch fanden , h^chtcn sic in das Hau«. Ihnen lam bald noch ciucr nachgeschritten, dem Nnschcin nach ein Äitlcr. Das gewichtige Schwert, daS er nach sich zog, und dir gewaltigen Sporen, dic au seinen Stiefeln klirrten, lcnnicichuclcn ihn ala solchen. Er trat stolz iuS HauS, als eben Wolf von den Rittern lam. „Nun, Wolf. Ihr hattet schon Gäste! Ihr habet schon wacker gearbeitet, uicht wahr? Oder sind die Hcurcste und das Stroh vor Euercr Herberge?" „Stille! nur nicht so lmit gesprochen," bedcnlctc Wulf dcn so vorlaut Redenden. „Ja so, ich verstehe!" sprnch der Fremdc. „Sind mciuc Lcnlc schon da?" „Ja! Doch tretet in dieses Gemach. Ich will indeß schcn, ob ullcö rnhig ist." Alles schlief, Nittcr und Knappen. „Bravo!" rief dcr zurücltchrcndeWols, rieb sich wohlgefällig die Hciude, wic ciuer, dcr allcö zur Zufriedenheit gesunden. Jetzt au daS große Wcrl! Von Ratschach brummte dic Schloßnhr die MitternachtSstundc. Lbcn recht, flüsterte cr und schlich wieder leise nach den hinteren Zimmern, von wo cr in tnrzcr Zcit mit dcn gchcimnißvollcn Fremden zurückkehrte. Alsbald schlich rincr uach dcm andern anS dcm Haust, sich uach verschiedenen Nichlnugeu entfernend, als giugeu sic einander nichts an. Ganz zuletzt lam Wolf; nachdem cr sorgsam alle Thore bis auf cin einzige« gesperrt, culfcrntc anch er sich. Zwci Stunden waren scitdcm still verflossen, als mau ans einmal fcrncü Kampfgclösc nud Waffcugctlirr lM>u konn!c, cin Hilferuf — uud stille war cö wieder, wic zuvor. Wolfs Weib, welche noch allein im Hause wachte, horchte ängstlich dem Waffcugcilirre, nnd als vollends ci» fcrncr, langl gcdchntcr Wehrnf erscholl, stieg ihre Angst aufs höchste, denn die Stimme klang ihr fast, wic die ihres Gatten. Eic horchte und horchte, nnd alhmclc srcicr auf, wähucuo, sich getäuscht zuhaben, da sie nichts mchr hörte, als das Toben dcö Windeü, dcr eben in dieser Nacht sein wildcö Spiel tricb, das mit seinen grausen Toucu dic Seele erbeben machte. Jetzt nahten Tritte, wic von Mcnschcn im cilcndcn Laufe, und zuletzt kamen vicrc mit cincr Tragbahre. Sie gingen alle dcu Weg nach der Burg von Ratschach — und wieder folgte Grabesstille. „Gottlob! daS ist cm gutes Zeichen," dachte die Allc, „unsere Leute sind Sicgcr. Wu niag denn dcr Wolf blcibeu? Ich bi» begierig, vou dcm Strauß zn hören, dcn sie gepflückt habe»-Sic haben männlich gestritten. Wills glanbcn, ei! mag keine Kleinigkeit sein, wenn man zn seinem Liebchen, zn seiner Vraut eilt, uud ciucm dann ein solchcs Unglück begcgnel. Ja, wie da« Schicksal will, nur meinem Gatten soll uichlö geschehen!" „Horch! das geheime Pforlchcn knarrt. Sollte mein Man» schon zu Hanse sein? Mnß gleich gehen nud nachsehen." Es war wirklich Wolf, doch nicht allein, noch zwei bcladc»e Pferde kamen mit ihm. „Wolf!" flüsterte feme Gattin leise, „Wolf bist Du rS?" „Ja," tüute es iu die Nacht hinein. „Allein? wo sind dic andern? Hast Du reiche Beute? "^ Wo habt Ihr ihn erwischt?" „Schweig! Doch damit Du anch cincn Thcil dcr Vcntc bekommst, mußt Du dic Pferde weit iu deu Wald treiben, doch geschwind, ehe dic Natschacher kammcu. Sie siud durch dcu Vc^ wmidetcu in Kenntniß gcsctzl, dcr vor ciucr halbcn Stunde h!" vorbcigctrageu ward. „Ja, ja, ich war Zeugc. — Gleich! Uud so trieb das Weib dic Mährcu wcit iu dcn Wald, u^ lies; sic dann lanfen, wohin sie wollten. Auf dcr cntgcgeugssctztcn Scitc brachte man ciucn Bern'»»' dcten daher. Wolf half ihn in scin geheime« Cabinet iragcn- „Ist allcs besorgt — die Pfcrdc fortgeschafft -- das Ocp" in sicherer Vcrwahrnng?" - frug mit matter Stimme dcr 2,'^ wundcte. -- „Er kämpfte wic cin Löwe, hätte rr mich u»r " wcnig uicocrcr getroffen, ich wärc rin Kind deS TodcS." -^ ,, „Still! still! und redet wenig. Es ist alles in Ordnu»g' (Fortsetzung folgt.'» 1441 'N das berühmte Stift cm. Nach zurückgelegtem Noviziate mid vollendeten theologischen Studien (1821) znm Pnestcr geweiht, widmete er sich dnrch drei Jahre der Seclsorgc. ImWahre 1824 in das Stift znrückberu« >kn, übcruahm cr mit beginnendem Semester die Lehrkanzel dcr Naturgeschichte und Physik an der dortigen philosophischen Lehranstalt. 1830 wurde ihm anßcrdcm ^c Leitung dcr weltbekannten Sternwarte anvertraut, ^ach den nun folgenden 18 Jahren einer ungemein pichen pädagogischen und wissenschaftlichen Thätigkeit, m welchen cr außerdem die Direction dcö im Stifte ^fmdlichcu trefflichen Convictcö geführt hatte, wurde p- Marian toller im Jahre 1848 an die Stelle des cbcn verstorbenen Hofrathcs Hallaschla nach Wien be« lufcn, wo cr als wirklicher Negicrnngsrath, Präses dcr ^ilosophischen Facultät, Director dcr philosophischen Studien nnd Referent dieser Disciplin lici dcr dama-l'geu Stndicnhofcommission wirkte. l85l znm wirkli« ^n Ntinislerialrathe in dem mittlerweile errichteten ^llltliö-'und Untcrrichtömiuistcrium ernannt, wirkte cr ^selbst scitdeur in diesem Departement vor allem für "e Ncuorgauisation dcr Ncalschuleu, dcren Inölcbcn-^cten und dcrmaligc Einrichtung znm großen Theile scm Werk ist. So sehr war P. Marian Koller von dcm Bewußtsein seiucr Vocation für das Lehrfach ^füllt, daß cr eine ihm von seinem Kloster zugedachte Nah! zum Prälaten seines geliebten Krcmömnnster gc< kadczu ablehtc, um sciuem Äcrufc, für welchen feine llcgcnwärtigc Stcllnug ihm einen fo weit reichenden Wirkungskreis dot, nicht entzogen zn werden. Ja noch "lehr, im Jahre 1849 trat cr, ein Mann bei Jahren "nd in bevorzugter Stellung, noch ein mal anf dcr hiesigen Universität als Docent der spharischcn Astro« Nonnc auf und hielt als folchcr daselbst jene rühmlich Icncmntcn Vortrage, die den Gelehrten durch ihre Präcision und Ticfe, den ^aicn dnrch ihre Eleganz und Klarheit gleich fehr befriedigten. Sc. Majestät der Kaiser zeichnete den hcrvorragcudcu Staatsdicncr dnrch ^erlcihllng des Lcopoldordcns, die kaiserliche Akademie dcr Wissenschaften den trefflichen Gclchrtcn durch die ^ahl zum wirtlichen Mitglicdo ans. Die gelehrten Arbeiten P. Marian Kollers finden sich znmcist in dcn ^'huugöbcrichtcn uud Dcukschristcu dieses kaiserlichen Institutes. Von der beim Beginne der Epidemie gehegten Idee, das Schuljahr erst im November beginnen zn lassen, Ichcinl mau in letzterer Zeit wieder abgekommen zu sein. °>iur das Thcrcsiauum, welches iu den Tagcu dcr dro« lMdcu Preußischen Invasion in ein Militärspital verwandelt wurde und das als solches vom Vagcrtyvhus heim« Mlcht ward, beruft seine Zöglinge dcr vollständigen Dcs-Mciruug wegen erst anf die zweite Hälfte des Octo-ocrs cin. Herr Haus Hopfen, dessen cvcnlncllcn Rücktritt ^U dem Sccrctarialc dcr Schillerstifluna ich Ihrcu ^!c« '"n vor Kurzem mitlhcillc, hat sich in dkscn Tagen '"lt dcr Tochter dcö MinisttrialralhcS im ,"f'" ülouomischer Beziehung dcr seither dcm Kriegs t>cia>> """ zngcthcilte GM. Freiherr u. Wcigclsbcrg 1« 3?cN' Iu taclischcr Beziehung wird die Armee iu komr, '^^" eingetheilt, wovon deren zwei anf Wien form!?' ^ Division wird aus 4 bis 5 Brigaden werden ^ """" Dislocalioncn find im Zuge uud "als t>>^" Pößtcu Theile uoch im ^aufc dicscS Mo< Wien s> ?^>hrt. Für die Haupt- uud Residenzstadt ^orva l 7 ^'^ wir hörcu, zumeist Truppen dcö 5)tcn ü" Sck s, "'"'" — W'c die „Deb." erfährt, sollen ^M,ne> - ^ KricgSministcriums sehr ernste Acra« u" "l?cr ein neues Wchrsystc m begonnen haben, ^a l, !"5' 18. September. Der obcrostcrrcichischc Landser ?> ^> ^"' ^"- Sitzung vom 13. Fcbrnar d. I. lind ^.'^ ^ktitioncn der Turnvereine von Linz, Wels tcs a!« ""' Einführung dcö Turnuutcrich. Bolt« "bligatcn Lchrg cgcnstand eö in den einer I- <" " ^ Mittelschnle n, nnd nm Errichtung aus Landeömiltcln dcn Gene, ^ ^ °bl' Eö sei dicscr Unterricht als obligater eini» '"^' ^'^ Lchramtö-Eaudidatcn der Volksschule sci bei. ,^'' ^" Director der Lehrer - BildnngSanstalt lillr a»« Vu . ^lnzclne Lehramtö-Candioaten hicvon, jedoch 'sl von d ?^^^^"^^^'^ i" diöpcnsircn. Hierüber ^^abael^. ". ^ ^la"tsmiuistcrinm folgende Eröffnnug ^ndta^ ^- .Der Beschluß des oberöstcrrcichischcn ^Urnuutcri^..^. '^. ^' «bligatorischc Einführnng des > b Är ^mV," .^'^' Lehrerbildnngs. Anstalt, ^" Vcri^s..« Staatsministcrium bereits cingclcitc. "clhandlungen wegcn einer allgemeinen Rtorgaui- strung dcr LchrerbilduugS«Anstalten für Volksschulen an< gemessen gewürdigt werden. Bis zur Erlassnng einer bezüglichen allgemeinen Anordnung hat es in Betreff deS Turuuntcrichlcs an dcr Linzer Lehrcrbilduugs-Anstalt zwar l>ci der bisherigen Einrichtung zn verbleiben, dcr Director ist jedoch anzuweisen, innerhalb derselben dcr Pflege dicscö Uutcrrichtszweiges sofort jede thnnlichc Sorgfalt zuzuwenden." Uustand. Aus Frankfurt, W. September, wird berichtet: Soeben Abends zwifcheu 5 und 0 Uhr hatten wir hier das Schauspiel einer Lanow chr anf l e h n nng. DaS 32. Landwehr'Regiment, welches am 10. d. in Mainz in seine Heimat (Sachsen) entlassen wurde und den ganzen Weg nach Erfurt zn Fnß machen sollte, war hcntc von Mainz hicher marschirt, ohne Löhnuug oder sonstige Verpflegung zu erhalten. Hier nun weigerte sich die Mannschaft, ferner zu marschircn nnd verlangte per Bahn weiter gebracht zu werden. Die hier liegende 34c»Infanterie wnrde zur Umzingelung der Lcnte, die in dcr neuen Mainzer-Straße standen, benützt uud dabci gab cS Verwundungen. Einen Landwchrmann, dcr von seinem eigenen Officicr über die Stirne gehauen war, haben wir fcllist, über und über mit Blut übergössen, in den Brüsseler Hof verbringen schcn. Welchen Aus-gang die Sache nimmt, ist jetzt (Abends 7 Uhr) noch uicht abzusehen. Die Landwehr soll in die Eascrnc, die Leute durchziehen abcr singend die Straßen, lu welche starke Patrouillen entsendet sind. Berlin. Au: 18. hat dcr feierliche Eiuzug dcr schlcsischcu Armcc iu Vreölau stattgcfuudcn. Dcr Kö» mg nnd dcr Kronprinz, welche die Trnppcn schuu in Klrinbnrg eingeholt und dort cinc Parade dcrsclbcn ab« gcuommcu haltcn, befanden sich an der Spitze des cin-rückcudcu Eorps, das aus den Infanterieregimenten! Nr. 10, 38, 50 nnd 51, dem 1. Kürassier-, dcm 8. Dragonerrcgimcnt ncbst Artillerie, Train nnd leichtem Fcldlazarclh bestand. Wie die „Schl. Ztg." meldet, hat dcr König bei dicscr Gelegenheit dcn Kronprinzen zum Inhaber dcö 8. Dragonerrcgimentö und das 1. Kürassicrrcgimcnt zum Leibrcgimcut ernannt. , — Wie die „Opiniouc" meldet, »uurdc am 14, d. in Udinc von dcn italicuifchcu Delcgirtcn Salvalori nnd Vacchcri nnd den östcrrcichifchcn Dclcgirtcn Zelli nud Bcrgcr dic Post« und Tclc grap heu « E ou» veutiou abgeschlossen. Am 14. o. wurde dcr Eisen« bahnvcrkchr zwischen dcr Lombardei uud dcm Fe< stuugöuicrcck uud zwischen diesem uud Vcuczicu wieder aufgcuommcn. Tagesneuigkeiten. — In dcr Dircclionslcillmg c>n drr Wiener Therc° finnischen Akademie ist seit dcm 15. September ein Personalwcchscl eingetreten, indem der frühere Director Negienmgsralh N. v. Dcmmcl in Tisuombilität verseht und Negicrungsrath v. Pavlovil) aus Pest an dcsjcn Stelle zum Director dci Akademie ernannt wurde. — Die in Wien und Umgebung befindlichen Sachsen baden wenig Lust, in ihr noch uon dcn Prcnsicn beschtes Land zmüclzutehrcn. Vicle derselben beabsichtigen, sich nach Ablauf ihrer Dienstzeit in Wien anzusiedeln. — In Trieft sind seit Ansbruch der Cholera im Ganzen bi? zmn 20. September 132 Personen crlranlt: hicvon genasen 1IA, 234 sind gestorben und in Behandlung verblieben 65. — Am 14. September wurde in Goslar der Ver« kauf des allen „Kaiscrhanses" seitens der Stadt an das preuhischc Fiücmzmmislerium verlcmtbatt. Tic Stadt Goslar erhält als Kaufpreis die Summe von 1000 Thalern nnd tritt dafür nicht allein das „Kaiserhaus," sondern auch das dasselbe umgebende, in dem Conttacte näher bezeichnete städtische Terrain dcm tömglicken Finmzmmisterilim zu vollem unbeschränkte!! Eigenthum ab. I" dem stauscontracte ist slipulirt, daß da2 Finanzministerium sich verpflichte, das alte „Kaiserhaus" auf eine dieses uralten Baudenkmales würdige Weise entsprechend zu rcslaurircn, und zwar soll die Stadt Goslar von dem Vertrage noch dann zurücktreten tonnen, wenn mit iencr Ncslauration nicht spätestens bis Anfang 1670 begonnen wird._____________^_________________ Locales. CsMw-Mllolin auä der 8tM Launch. Am 20. September verblieben in dcr Achandlnng 10: bis 21. Abends sind zugewachsen 3, zusammen 19 Kraule. Davon sind genesen 4 , gestorben leine, es verblieben somit in Behandlung 15 Personen. Laibach, am 22. September 1806. Von der k. k. San itäts-L andcö c ommissio n. — Am 1L. d. M. sand in Neumarlll die Fil' muug durch Sc. fürstbischüstichcn Gnaden Dr. Barlh. Widmer statt. Tags vorher Abends 5 Uhr lameu Se. sürstbischöfl. Gnaden unter Glockengeläute und PöllerschMn in Neu> marttl an, wurden von den Honoratioren, welche in vier Wägen entgegengefahren ware», empfangen und begaben sich sogleich in die neu erbaute Kirche Et. Andlä am Platze, um dort ihre Andacht zu verrichten. Abends brachte die Liedertafel dem Herrn Fürstbischöfe eine Serenade, welcher daraus in einer Ansprache verbindlichst dankte und insbe- sondere den Verdiensten des tüchtigen Herrn Dirigenten Meyer Anerkennung zollte. Am Morgen des 10. hielten seine fürstbischöslichen Gnaden cine sloven ische Predigt und dann folgte die Firmung. Abends bractüe die Schuljugend dem hochw. Oberhirten eine Serenade, welcher mit der ihm eigenen herablassenden Güte dafür daulte. Am daraus folgenden Tage (Montag) früh begaben sich Seine Gnaden nach St. Katharina und lasen dort eine stille Messe, wobei der Mä'nncrgesangvercin den Kirchengesang besorgte, und um 10 Uhr erfolgte unter dem Geläute dcr Glocken die Abfahrt nach Krainburg. — In der Schlacht von Slaliz mußte das 5. Iäger-bataillon unter Major Gustav Linncr (früher Hauptmann unseres vaterländischen 7. Iägcrbataillons) den Rückzug dcclcn. Widerholt stürmte es gegen den Feind, als Major Linner in der rechten Hand schwer verwundet vom Pferde fiel. Im dichtesten Kugelregen suchte ihn scin treuer Privaldicner Kaspar, ein gcborner Oberkrainer, auf, trug ihn in seinen Armen auf den weit entfernten Verbandplcch, wachte dort bei ihm durch 24 Stunden und theilte dessen Gcsan» genschast zu Nachod, wo Major Linner übrigens bei dcm fürstlichen Notar Zitta in sorgfältigster Pflege war. Diese uns freundlichst mitgetheilten Thatsachen bilden dcn Gegenc stand eines in einem Tiroler Blatte erschienenen warm g?» schriebcuen Gedichtes „Der treue Diener." Aus der Sitzung des Gemeiuderathes vom VO. September. Nach Genehmigung des Protokolls dcr letzten Sitzung beantwortet der Bürgermeister einige in früheren Sitzungen an ihn gestellte Interpellationen, uud zwar jene des GR. Dr. v. Kaltenegger in Betreff des Schutzes ler Uferböschungen des Grubcr'scheu Canales vor Beschädigungen und dcr Nutzbarmachung derselben für die Stadtgcmeindc, dahin, daß bereits eine Verlautbarung erlassen worden sei, worin jede Beschädigung der Uferböschungen unter Androhung vou Strafen untersagt wird, und daß die betreffenden städtischen Organe mit dcr Uebcrwachung dicscr Vorschrift betraut worden sind: die Nutzbarmachung der Bö« schungen dagegen werde, da dieselben heuer noch nicht hinlänglich verwachsen sind, erst im nächsten Jahre erfolgen tonnen. Die vom GN. Mallitsch gestellte Interpellation wegcn ungebührlicher Mauthabnahme an dcr Brücke über dcn Klein-grabcn beantwortetet dcr Bürgermeister dahin, daß die wirklich vorgekommene ungebührliche Maulhabnahme nur durch den Irrthum cincs Bestellten geschehen sci und daß nach dcr Zusicherung dcr Pachtuntcruehmung dics in Hin» kunft nicht mehr vorkommen werde. Weilers erstattet dcr Bürgermeister Relation über das Resultat seiner in Folge cincr Besprechung des Gemeinde-rathes unternommenen Reise nach Wien, dcren Zweck darin bestand, wegen allfäUi^cr Versetzung dcr bisher in Venedig bestandenen Militär» Montulscominission oder der daselbst befindlichen Tadalsabril nach Laibach die erforderliche Infor« malion einzuholen und nach Gestalt der Umstände auch die nöthigen Schritte einzuleiten, zugleich aber auch nach Thun» lichlcit auf die Belassung des Landes-Militärcommando's in Lalbach hinzuwirken. Die Schritte dcS Bürgermeisters, dcr in Wien bei allen Behörden und Referenten 'die freundlichste Ausnahme fand, sind nach seiner Relation zwar fruchtlos, geblieben, da ans verschiedenen Staatsrücksichten bereits andere Beschlüsse gefaßt waren, dcr Gemcindcrcith kaun sich indessen immerhin damit beruhigen, daß er iu Erfüllung seiner Pflicht, im Interesse dcr Stadt zu wirken, nicht zurück» geblieben ist, wenn auch seine Bestrebungen nicht mit dcm erwünschten Erfolge gekrönt wurden. Der Bürgermeister eröffnet ferner die allerhöchste Enlschlicßung vom 14. August l. I., womit das Landesgcsclz wegen Abnahme vou Taxgcbührcn bci Bausühnmgen in Laibach genehmiget wird, und bemerkt zugleich, daß das dies-fällige Laudeögesctz mit dem Laudcsgcsctzblatte vom 3Osten August l. I. bereits kundgemacht worden ist und sofort in Vollzug gesetzt werden wird. Endlich verliest dcr Bürgermeister cin Schreiben dcs Med.°Dr. Kovatsch, worin dieser für die Verleihung des Bürgerrechtes der Stadt Laibach seine» Dank ansspricht, zugleich aber auch zur Erinnerung seiner Aufnahme als Bürger mittelst Widmung einer Versicherungspolizze von 1200 fl., dcren Prämie Dr. Kovatsch dcstreitcl, wird, cinc Stiftung im Kindcispitalc gründet, wofür nach dcm Antrage dcs Bürgermeisters dem Stifter der Dank des Gc» meinderathes ausgesprochen wird. GR. Dr. VaIenta, welcher sich zur Stellung einer Interpellation das Wort erbittet, erörtert in einem längcrn Vortrage die Maßregeln zur Abwendung der Cholera, die vom Pulilicum zu wenig beachtet werden, da namentlich die Desinficirung dcr Abortc in den wenigsten Däusern wirklich durchgeführt werde; cr findet insbefondere die Verwendung dcr Schießställe als Spital gänzlich ungeeignet, sowie er auch die dem Vernehmen nach beabsichtigte Verwendung dcö Für-stenhofes zu einem Spilale durchaus uicht passend fände, und stellt schließlich den Antrag, daß aus dcm Gemeindc-rathe ein cigencs Cholera-Comit^ zu wählen sei, dem die nöthigen Mittel an die Hand zu geben wären, um schnell und energisch zu wirken. — Hierüber nimmt der B ü r g e r» mcister Anlaß, ausführlich darzustellen, was von Seite der Sanitäts. Landcscommission, deren Mitglied er sci, geschehen und was insbesondere in Laibach, wo das Lyccalgebäude zu cincm Cholera-Nothspitale eingerichtet wurde, iu Hinblick auf die drohende Gefahr veranlaßt worden sei, wobei cr betont, daß dcr Bürgcrmcistcr oft in dcn 1442 Fall komme, Verfügungen ohne Einvernehmung des Gc-meindcrathcs treffen zn mllssen, und daß er nur in dem Vertrauen des Gemcindcrathcs in ihn die Hoffnung fuchcn müsse, die Indemnität zu crwirlen. Nachdem das Lyceal-gebände von Seite der Sanitäts-Landescommission als das geeignetste Gebäude zu cinem Choleraspital erkannt worden ist, sei die Einrichtung des Spitals, in welchem T>r. Älci-weis die Lcitnng und die beiden Stadtärzte die Ordination übernommen haben, im Einvernehmen mit dem Magistrats-Collegium vollzogen und wegen Verpflegung der Kranken und Aeischaffung der Mcdicamcnte das Nöthige veranlaßt worden. Uederdies werden in den nächsten Tagen Anordnungen wegen Reinigung des VcttzeugeS und der Wäsche von Cholera-Kranlen, dann wegen zwangsweiser Durchführung der Desinfe ction der Aborte in allen Häusern durch aufgenommene Arbeiter, deren .ssosten nicht groß sind, erlassen werden. Da nebst der Sanitäts'Landcscommission ohnehin schon ÄezirlScommissionen bestehen, der Vollzug der nöthigen Maßregeln aber dem Bürgermeister überlassen bleiben müsse, dürfte ein eigenes Cholcra-^omit^ tamn nothwendig sei». Was übrigens den Fürslenhos anbelangt, habe der Bürgermeister gegen die Verwendung desselben als Spital bereits Einsprache erhoben und die SanitütZ-Landescommis» sion habe seine Vcdenlcn getheilt; er werde auch nicht er» mangeln, dagegen auch weiterhin Protest zu erheben. In Folge dieser Mittheilungen zieht GN. Dr. Valenta zwar seinen Antrag wegen Wahl eines Eholcra-Comites aus dem Gemcindcrathe mit dem Wunsche zurück, das; alle Verfügungen, welche getroffen werden, den VezirtZcommis-fionen mitzutheilen wären, nicht3dcslowcn!gcr aber geben die Vemcrlungcn desselben sowie die des Bürgermeisters Anlaß zu einer ziemlich weitwcndigen Debatte über diesen Gegenstand. Vicebürgenneister Dr. Orel bemerkt, daß die Straßen jelzt mehr verunreinigt, sind alö sonst, und daß daher zur nothwendigen Reinhaltung mehrere Arbeiter bestellt werden sollen. GN. Horak will unter Hinweisung auf die Thatsache, daß der Genuß des Obstes die Ausbreitung der Cholera fordere, jeden Verkauf des Obstes durch 8 bis 14 Tage verboten wissen, und glaubt, daß wegeu Verwendung dcr Schicßstätte zum Cholcra«Spitale Vorstellungen an die betreffenden Militärbehörden zu machen wären, indem die Schießslättc zu diesem Zwecke nicht geeignet sei und dafür die Tirnauer Caserne passender erscheine. G3l. Ti. Aleiweis stimmt dcr letzteren Bemerkung zwar bei, ist jedoch mit dem Verbote - des ObstucrlaufeS, obwohl dieses Verbot in einzelnen Städten thatsächlich erlassen wurde, vom ärztlichen Standpunkte nicht einverstanden, weil dcr müßige Genuß vom Obst nicht schädlich, für manche Individuen sogar zuträglich ist, weil da3 Verbot nicht durchführbar wäre und das gekochte Obst sogar als Hcilnnltcl diene; weil seiner, wenn man den Obst» verkauf verbieten wollte, dann auch dcr Verkauf des Sa« latcs und des Gemüses, sowie aller Vegctabilicn verboten werden müßte, und weil wir endlich schon in der Zeit sind, wo das Obst reif ist, während nur das unreife Obst schüdlich sei. GN. Dr. Toman bemerkt, daß die Zweckmäßigkeit des Schulgebäudcs zum Cholcraspitale von vielen und auch von ihm bezweifelt werde, und er findet aus Rücksichten für die studirende Jugend, die nach Auflassung des Spitals die impeslirten Mume frequentiren soll, eine baldige Aenderung wünschenswcUh. Er wciöt auf andere Gebäude und namentlich auf das Zwangöarbeitvhaus hin, welches zum ge« dachten Zwecke vielleicht mehr gepaßt hätte. 3ioch ergreifen in dieser Angelegenheit dcr Bürger« meister, dann die G3!N. Schw entn er, Dr. v. Kalten egg er, Dr. Äleiweis, Blas nil und Horal das Wort, und es heben insbesondere dcr Äü rger m ei st e r so wie Dr. VleiweiS hervor, daß alles, was in Betreff der verschiedenen Gebäude heute erwähnt ward, schon von der Sanilälscommission in Erwägung gezogen woiden sci, daß insbcsondcr das Zwangsarbeitöhaus, wie Dr. Bleiweis aufklärt, zu einem Spitalc wegen der schlechten Aborte, die jetzt dringend einer Herstellung unterzogen werden müssen, dann wegen des nahm Schlachthauses als ganz ungeeignet befunden worden sci. Zugleich gibt Dr. Aleiweis beru< higcnde Aufklärungen darüber, daß die studirende Jugend seinerzeit die jetzt zum Spital dienenden Räume ohne Ge» fahr betreten könne, indem man darauf schon bei der Ein» nchtung des Spitals Bedacht genommen habe. GR. Dr. VaIenta frägt, wie weit die Angelegenheit wegen Errichtung eines städtischen Schlachthauses gediehen sei, worüber dcr Bürgermeister ausllärt, daß sich dieser Ge» genstand im Stadium dcr Vorbcrathung bei dcr betreffen' den Section befinde. GR. Fröhlich wünscht aus Sanitätsrücksichtcn eine genaue Uebcrwachuug der Wirthshäuser wegen Einhaltung der Sperrstunde, worüber dcr Bürgermeister die geeigneten Verfügungen zusichert. Hieraus wird zu den Gegenständen der Tagesordnung übergegangen. GR. Dr. Toman im Namen der zweiten Section rcse« rirt über die Incorporirung des Gutes Tivoli in daS Stadt« pomcnum. Er erörtert die dasür und dagegen sprechenden Gründe und kommt zu dem Resultate, daß die Stadtgemcinde die Ausscheidung des Gutes Tivoli aus der Gemeinde Unter« schischla und die Incorporirung desselben zum Stadtgebiete in ihrem wohlverstandenen Interesse wünschen müsse, wozu nüt Hinblick auf das Gemeindegesetz die Erklärung der Lan. desregicrung, daß aus öffentlichen Rücksichten dagegen kein Bedenken obwalte, dann die Bewilligung dcs Landcsaus- schusses nothwendig sei. Der Antrag dcr Section geht da> hin, auözusprcchen, daß der Territorialbesitz des Gutes Tiuoli aus der Gemeinde Unterschischka auszuscheiden und dem städtischen Pomerium einzuverleiben sei, wornach wegen! Durchführung dieses Beschlusses die erforderlichen Gesuche an die betreffenden Behörde» zu richten wären. Dieser Antrag stößt auf mehrseitige Bedenken. GR. Deschmann befürchtet, daß die hiebe« beabsichtigte Zerreißung einer Katastralgemcinde Anstände sinden wird und glaubt auch, daß ein Landesgeseh nothwendig sein dürste. GR. Horak hält den Gegenstand für verfrüht, be> zweifelt, ob die Stadtgemeindc bei der Incorporiruug einen Vortheil haben wird, und beantragt, die Beschlußfassung noch zu vertagen; welchem Antrage sich auch GR. Deschmann anschließt. Dcr Bürgermeister sowie der Referent suchen die erhobenen Bedenken durch umständliche Erörterungen zu widerlegen, und es wird schließlich der Vertagungsantrag des GR. Horal abgelehnt und der Alttrag der Section mit überwiegender Majorität angenommen. Die weiteren Gegenstände der Tagesordnnng werden wegen vorgerückter Zeit vertagt, und es kommt über An» trag des Bürgermeisters nur noch ein nicht an der Tages» ordmmg stehender, jedoch sehr dringlicher Gegenstand, nämlich die Verpachtung dcs zum Gute Tivoli gehörigen Ackcr» complexes von beiläufig 42 Joch an die Cichoricfabrik dcs Tschinkcl in Verhandlung, wobei der Viccbürgcrmeister Dr. Orel den Vorsitz übernimmt, nachdem dcr Bürgermeister sclbst als Referent im Namen dcr Fmanzsection fungirt. Bisher war jener Ackereomplex, in welchen die großen Wiesen selbstverständlich nicht inbcgrisfcn sind, in vielen Parcellcn an verschiedene Parteien im Ganzen um 5W fl. verpachtet, so daß durchschnittlich auf das Joch ein Pachlschilling von 14 st. entfällt. Tfchinkel ^ Söhne haben jedoch cincn Pachlfchilling von 25 fl. per Joch, somit für den ganzen Complex den Iahrespachtzins von 1067 fl. an» geboten, daher die Stadtgemeinde eine jährliche Mehreinnahme von 488 fl. erhalten werde. Die Majorität der Finanzscction , im Einverständnisse mit dem Tivoli - Comit«'', stellt daher mit Rücksicht auf die finanziellen Vortheile des Anbotes und in dcr Erwägung, daß die Förderung industrieller Unternehmungen ebenfalls zu den Aufgaben dcr Stadtvertrctung gehört, den Antrag: baß der Anbot dcr Firma Tschinlel ^ Söhne, wornach der gedachte Acker-complex um den Pachtschilling von 25 fl. per Joch auf sechs Jahre unaustündbar, dann aber unter gewissen Modalitäten seitens dcr Stadtgemcindc auslündbar, für die Cichoric-Fabrit in Pacht genommen wird, anzunehmen und der hierüber abzuschließende Vertrag an die Nechtsscction zur Prüfung und Feststellung zu leiten fci. Diefer Antrag führt zu einer lebhaften Debatte. GR. A u e r hält cs als kränkend für die bisherigen Pächter, daß ihnen die bisher innegehabten Acckcr rücksichtslos entzogen werden, nachdem eS doch noch nicht gewiß sci, ob dieselben nicht auch den gleichen, oder vielleicht gar einen höheren Pachlschilling als Tschintel bezahlen wollen, und stellt sofort den Antrag, es sci vorerst eine li c i t ation Z w eise Verpachtung unter Vorbehalt dcr Ratifikation auszuschreiben und erst dann, wenn das Resultat der Licitation ungünsti» ger wäre, als der Anbot der Firma Tschinlel uud Söhne, der vorliegende Anbot dieser Firma anzunehmen. Dieser Antrag wird mehrseitig und namentlich von dcn GRR. Deschmann, Fröhlich uud Palie unterstützt, von dem Referenten jedoch, indem er auf die Unthunlichtcit und dcn zweifelhaften Erfolg einer Limitation hinweist, bekämpft. Bei der hierauf nach einigen in das Fach dcr Oelonomie einschlagenden Bemerkungen des GR. Dr. Toman und dcs Vorsitzenden Dr. Orel vorgenommenen Abstimmung wird dcr Antrag des GR. Aucr mit schwacher Majorität abgelehnt und sohi» dcr Antrag der Section nebst einem Zusatzantrage dcs Dr. v. Kaltencgger bezüglich der Pachtbedingnisse a n-genommen. — Schluß der Sitzung m,i halb 6 Uhr. Neueste Nachrichten und Telegramme. (OriMal-Telcaramm der „Laibacher Zeitung.") Wien, 22. September. Dic „Wiener Abendpost" meldet: Dem Kaiser als Obersten Kriegsherrn unterstehen künftig das Armccobcrcommando unter Erzherzog Albrecht und der Kriegsminister John. Ersterer führt alle auf Disciplin, Ausbildung nnd höhere Führung des Heeres bezüglichen Amtshandlungen; Letzterer nebst den Perso« nalicn die Administration. Äcide sind coordinirt und entscheidet bci Meinungsverschiedenheit der Kaiser. Die Stellung des Kriegsministers erscheint hierdurch einer verfassungsmäßigen Neichsucrtrctung gegenüber keineswegs beeinträchtiget. Se. Majestät der Kaiser wird demnächst die vom Kriegsunglücke am meisten betroffenen Landestheile bereisen, um deren Bedürfnisse lciuicn zu lernen. Die Pariser „France" meldet die Grundlagen der Vereinbarungen zwischen Preußen uud Sachsen, unter welchen auch die Abdauluug des Königs von Sachsen enthalten ist. Kaiser Napoleon ist am 19. d. nach Biarritz abgereist. Wien, 21. September. Einer verläßlichen Mit" thcillmg aus Berlin entnimmt das „N. Fr. Vl.," daß die englische Regierung die Reclamation dcr sämmtlichen Vermögensrechte, welche dcmKöuig und dem königlichen Hause von Hannover zustehen, dcr preußischen Ncgicning gegenüber übcruommen hat. Lord Loftus, der britische Gesandte in Vcrliu, hat sehr energische Weisungen, da> für einzutreten, daß keine Schmälcruug dicserNechtc eintrete. Pest, 20. September. „Sürgöuy" veröffentlicht ein Rundschreiben des Tnvernicus au die Behörden, mittelst welchem er dieselben in Kenntniß setzt, daß das Finanzministerium gestattet hat, das; die Obligationen über das Nothstaudsdarlcheu aus dem ^audcsfonds stem-pclfrci auSgestcltt werden dürfen. Verlin, 1l). September. (Abgeordnetenhaus.) Verhandlung über das Darlehcuscasseugesetz. Das Haus nimmt mit 146 gegen 142 Stimmen bci namentlichem Anfrufe den ersten Paragraph dcs ^ominissiuusantra-gcs, wodurch dcr Gründung dcr Darlchci'Scasscu die nachträgliche Gcnchmiguua versagt wird, sodann dcbat» tcnlos auch den zwcitcu Paragraph, enthaltend den Gc-setzentwmf betreffs Schließung und Liquidation dcr Dar-lchcuscasscn und Einziehung dcr Darlchcnscasscnschcine bis 30. Juni 1807, an. Verlitt, 10. September. Die „Prov.>' dcrc langen daselbst diesen Morgcu au. Mau Hofs' die baldige Wiederherstellung dcr directen Verbind»»!! mit dcr Stadt. Kopenhanen, 19. September. Admiral Docki^ ist zum Mariucmimstcr ernannt worden. — Die slb" reise dcr Prinzessin Dagmar ist auf Samstag f^ gesetzt. Eine däuisch »russische Escadre begleitet dic Pl»^ zcssin uach Kroustadt. — Gcrüchtwcise verlautet, d^ französische uud russische Depeschen betreffs Nord-SctM wigs iu Kopenhagen und Berlin eingetroffen seien. Telegraphische Wechselcourse vom 2t. Scplrmdcr. ^ 5pcrc. Mttalliques 02. — Kftcrc. NationalAulchcn ^"^'s,,,, Vanlactim 730. — Crcditaclici, 153,00. — 1800er StaatsaM» «1.30. — Sildcr 127.75. — London 128. — K. l. Ducllten^i^ Theater. Hcutc Samstag den 22. September: Der Troubadour. Oper in 4 Acten von Pcrdi. Morgen Eonnta a dcn 23. September: Ein deutscher Krieger. Schauspiel in 3 Acten von Meteorologische NeoyachluiMn ill lllMM^. « ! N.LZ " «- 6U. Mg. 320.85 -l-11-a windstill ariMi^bm^ 21. 2 „ N. 326.W z>17.6 windstill z.HWcW"-, 10., Ab. 326.25 ! 4-11.8 ! windstill . ganz h"t"' ! Milde Witterung. Wolkcnzng aus W. ^ Verantwortlicher Redacteur: Ignaz v. Klcinmav ' ^ 5.