' ^^c^H^F^F^^^K^^^^^X^^^ K8. ^H^^^z^^H^ Das Lied. <^Dhr horcht dem Lied, das ernst und sanft erklungen, Euch drang in'ö Hcrz mit wehmuthevolicm Laut; lind preist den hoch, dem solch' ein Lied gelungen, Obgleich ihr ncch den Sänger nicht.»geschaut. »Vs war der Schwan im nächsten Silberweiher, »Der mit dem Lied das Ohr euch hat cntziickr, »Es war der Schwan, dem mit des Sanges Feier »Der Tod daS müde Auge zugedrückt.- Der Diamant muß sich in Nacht gestalten, Die Perle stammt aus düster'm Meeresschlund, So muß das Lied im Schmerze sich entfalten, Dann gibt es sich als Trost dem Herzen kund. Jean Laurent. Vaterlandisches. Ueber den Zustand und die Fortschritte der slowenischen Literatur. Daß die slawischen Völker heut zu Tage ein großes, immer steigernderes Interesse in ihrer Literatur gewinnen, liegt am Tage. Wir lassen alle übrigen Volkssiämme unbeachtet, und betrachten nur den uns zunächst gelegenen und zugleich für uns interessantesten — den süd- oder ethnographisch, benannt il lyrisch - slawischen. Auf einem uralten classischen Boden gepflanzt, bevorzugt durch die attische Weichheit seiner Sprache, durch Lage und Clima und vorzüglich durch seine historische Thatkraft, —ist er allerdings ^fähig, eine großartige Rolle in Kunst und Literatur zu spielen. Daß er einen kräftigen, frühzeitig von seinen Banden frei gewordenen Geist besitze, dieß erklärte der Welt laut sein uraltes schönes, classisches Volkslied, der treue Repräsentant feines Herzens und Verstandes. Die Productivität seines Geistes hat sich aber schon im te. und 17. Jahrhunderte vorzüglich in dem alten N^mu-u« (Vulironu'li, Ragusa) am schönsten bewährt. Die classische Periode in unserer Culturgeschichte ausführlich behandelt, würde allein ein Gcschichtswerk ausmachen, und unsere Vater-landsfrcunde kennen sie ohnehin genau, und erinnern sich mit Wohlgcfühl und edler Begeisterung an dieselbe. Merkwürdiger sind die Bestrebungen neuester Zeit, interessanter das Wiederaufwachen des nationalen Wirkens und Schaffens in Kunst und Literatur. Noch nicht ein volles Decennium, und doch berechtigen uns schon die Erscheinungen dieses kurzen Zeitraumes zu den schönsten Hoffnungen. Mehrere öffentliche Blätter in Croaticn, Serbien, Dalmatien und Slavonien belehren das Volk, und selbst schon in Thalicns Tempeln begeistert der süße Mutterlaut das warme patriotische Herz." — Wir können in diesen Blättern auch nicht die erfreulichen literarischen Erscheinungen der untern Illy-rier besprechen, sondern nur die der obern _ der kräftigen Slowenen. Angeregt und beseelt durch das Wirken ihrer untern Brüder, fangen auch sie ihnen löblich nach-zucifern an, und einige in neuester Zeit erschienene Schriften erfüllen uns eben so mit wahrer Freude als gerechter Hoffnung. Vor Allein erwähnen wir die Sammlung und Herausgabc der slowenischen Volkslieder aus Kärn-ten, Krain und Steyermark durch 8t2uk« Vrax. Diese sind Herzensergüsse, die, von flüchtigen Eindrücken angeregt, sich ungcschmückt in rührender Natürlichkeit durch Wort und Melodie Bahn brechen. Wie viele Dichter leben unter dem Volke, die von der Natur und den Begegnissen des eigenen Lcbens auferzogen, bald klagend, bald naiv, bald bitter spottend die Geschichte ihres Herzens impro-visl'ren, in Augenblicken, wo sich dieses wahr ausspricht. Solche Herzcnsossenbalungcn soll man gläubig bc- — 46 — lauschen, wenn cZ si.H um die Bezeichnung der Gefühls- und Verstandesweise eines Volkes handelt, und aus diesem Standpunkte will der Werth der Volkslieder bemessen werden. Daß unsere Volkslieder oiescn Werth bch'tzen, hat laut der tief gelehrte und liedcrkundigc Ezelakowski im II. Hefte der böhmischen M.lseumZ ^Zeitschrift ausgesprochen. Wir wollen dieselben nicht weiter besprechen, sondern empfehlen sie nur jedem Vaterlandsfreunde und Slo-wcnophylen auf das Wärmste. (Vcschlu ß folgt.) Die beiden Freunde. Es gibt wohl kaum einen einzigen Menschen in der Welt, der nicht in irgend einem Winkel der Erde einen ihm unbekannten Verwandten besitzen könnte, dessen Existenz er erst in Erfahrung bringt, wenn der Arme plötzlich stirbt und ihm ein unermeßliches Vermögen als Erbe hinterläßt. Das ist allerdings ganz allerliebst, und noch gestern hatte ich das Vergnügen, wie ich dem lieben Leser in Kürze erzählen will. Als ich nämlich gestern nach Hause ging und eben über das böse Thcma reiflich nachdachte, welches der alte Gellertin die naiven Verse zusammenge» preßt hat, wo sich Heinrich gegen Fritzen bitter darüber ausspricht, daß der eine in dieser Welt, die so übel bestellt sey, den Beutel, und der andere das Geld habe, da sprang mir plötzlich, als ich eben über den Hausflur gehen wollte, mein jovialer Freund Victor Gaudin aus der Wohnung des Thürstehers entgegen und hielt mit triumphirender Miene einen schwarzversiegelten Brief in seiner hocherhobenen Rechten. Dieser Briefwar von Madeira datirt und enthielt die Nachricht, daß einer meiner Onkcln auf Madeira gestorben sey, und mir Keller und Truhe im gefüllten Zustand hinterlassen habe. Ich schlug ein Trauerkreuz und machte einen Freudensprung; das erstere galt dem Todten, der zweite der reichen Erbschaft. Mein mir gänzlich unbekannter Oheim war mir mit einemmale theuer geworden, denn die erste Nachricht, die ich von ihm empfing, brachte mir armen Kirchenmaus allsogleich eine Million zu, und von einer solchen Summe kann man doch je. densalls einen neuen schwarzen Anzug, ein breite Florbinde um den Hut und dergleichen Zubehör zu einer anständigen Trauer von drei Monaten be> streiten, „Was wirstdu nun thun?" sragtc mich Victor Gau-bm: »du hast mir wohl mehr als hundertmal ver« sprochen, daß wir'Alles mit einander theilen wollen, Freud und Leid, Glück und Unglück." „Ich hätte dir das versprochen?« «Ja.« »Seltsam.« «Die ganze Stadt nennt uns nur Orest und Pylades, unsere Freundschaft ist das Musterbild, dem alle Gymnasiasten nachschwärmen, und Profes» sor X. geht damit um, eine lateinische Abhandlung zu schreiben über die Freundschaft, worin wir einen Ehrenplatz erhalten sollen. Getheilte Leiden sind nur halbe Leiden, sagt der GrafBenjowsky beiKotzebue, und die Kotzebueschen Sentenzen sind etwas werth, wie du wissen wirst." „Ja, aber getheilte Freuden sind auch nur halbe Freuden, und ich will einmal eine complete Freude haben. Eine halbe Million ist keine rechte Lust mehr.« Ich verfiel in tiefes Nachdenken. „Wahrhaftig," sagte ich zu mir selber, »solche Schulfreunde bilden sich ein, weil man ihnen einmal die Hälfte der schriftlichen Pensa gemacht hat und sie mit unserer Geliebten schäkern durften, es müsse Alles in die ganze Ewigkeit gemeinschaftlich bleiben. Die Schulfreunde sind die dümmste Gattung von Freunden, verschwenderisch, ausschweifend, Schuldenmacher, Leute ohne Ordnung, scheinen sie nur dazu bestimmt, einen Capitalisten zu ruiniren, und das Klügste, was man thun kann, ist, mit ihnen ganz zu brechen." Nach diesen Vorsätzen legte ich den Daumen nach» denklich auf das Auge und berieth mich über die Anwendung meines so hurtig erworbenen Vermögens. Zuerst will ich mir eine recht hübsche Baustelle kaufen, um darauf ein Haus zu errichten, dessen prächtige Seitenflügel in einen herrlichen Gar» len hincinbiegen sollen; Terrassen auf den Dächern, ein schimmernder Balkon, cine stolze Warte, um die ganze Stadt überschauen zu können. Ich will mcin Geld ehrlich und ganz allein durchbringen, mein Mund ist groß genug und meine Zähne noch ganz gut. Ich muß Pferde und Bediente haben, meine Leute sollen zittern, wenn ich rede, und wenn meine Speculationen gelingen, so kann ich noch ein kleiner Rothschild werden. Komme ich vielleicht gar noch in eine einflußreiche Stellung, so will ich nur das Verdienst beschützen und Jene, die mich anbeten. Man muß mit seinen alten Freunden bre< chen." — 47 <- Nach dieser Schlußbtttachtung erhob ich das Haupt. «Nun, was wirst du thun," fragte mich Vic. tor Gaul) in. Ich nahm jetzt eine heroische Stellung an, um ihm sein Schicksal zu verkünden, als Plötzlich die Frau des Portiers mit erschrockener Miene in das Zlmmer hereinstürzte. „Ach, bester Herr, der Briefträger verlangt den Brief zurück, dcnn er gehört für einen Nachbar, dessen Name dem Ihrigen ähnlich ist." Ich stürzte aus allen meinen Himmeln!! »Nimm dir's nicht zu Herzen; ein Traum ist doch nichts anderes als ein Traum. Es bleiben mir noch zehn Gulden, da hast du fünf davon.« Ich schlich auf mein Zimmer, denn es war schon spät; aber als ich mich zu Bette legte und die ganze Unermcßlichkeit meines Verlustes bedachte, da graute es mir vor mir selber und ich glaubte den nächsten Morgen'nicht erleben zu dürfen. Daß es aber nicht dazu kam, davon kann sich der Leser ganz einfach dadurch überzeugen, daß er dle Geschichte, von meiner Feder erzählt, liest. Der Mensch hat im Grunde bei aller Verzweiflungsphraseologie eine Nhinoceroshaut und kann was Tüchtiges vertragen. Landwirthschaft. Notizen für den Monat März. Dcs Veilchens sanftes Angesicht Von naher Frilhliügsfrclidc spricht. In manchem Jahre ist im März noch Kälte und viel Schnee. Es ist ein altes Sprichwort: Mär-zenschnee thut den Saaten weh. Hindert der Frost und die Nässe nicht, da das Auseinanderfahren der größeren Düngerhaufen in kleinere geschehen ist, so wird in den letzten Tagen des Monats der Dünger ausgebreitet unterpflügt. Der im Winter aus Teichen, Gräben, Pfützen ausgeworfene Schlamm, da er nun ausgcfroren, abgelegen ist, wird auf Aecker, Wiesen oder Gärten geführt, ausgebreitet, in Feldern eingeackert. Folglich muffen die Ackergcräthe in gutem Stande, das Zugvieh bei Kraft, reiner guter Same zur Sommersaat bereitet seyn; denn mit der zweiten Hälfte beginnt der Hafevanbau. Zur Bestellung mit Bohnen, Erbsen und Wlckm wird der Thon- und Lehmboden bald nach dem Verschwinden des Winterfrostcs und Winterwassers am geeignet-sten seyn. Unter die zwei letztern mengt man oft etwas Hafer, um sie in der Blüthe abzumähen, und als herrliches Winterfutter für Schafe und Rindvieh auszudörren, besonders wenn man wenig Wiesen hat. Manche bauen auch in diesem Monate für die Grünfütterung Gerste, Hafer, Erbsen und Wik-ken untereinander an; jedoch soll dieß nicht auf einmal geschehen, sondern alle 14 Tage, damit dieses Gcmeng-Futter nach und nach zur Grünfütterung reift. Unter die Erbsen-Saaten menge und baue man den 5ten Theil Hafer, der an der Stelle dcs Unkrautes auswächst, und um welchen sich die Erbsen schlingen können. Auch sind in diesem Monate die Felder zur Lein- und Hanfsaat vorzubereiten. Frühe Flachssaat geräth vortrefflich. Sind aber starke Fröste zu befürchten, so mache man 2 oder 3 Flachs-Saaten: Ende März, eine im April und eine im Mai. Auch im März gcsäete Gerste pflegt außerordentlich zu gerathen; wenn aber späte Fröste zu besorgen sind, so wird man gut thun, 2 Gcrstensaa-ten, eine im März und eine im April zu machen, weil diese Gctreideart sehr empfindlich ist. Die Win» tersaaten können, wenn der Boden weder zu naß, noch zu trocken ist, gewalzt werden; auch ist, wenn die Witterung es zuläßt, Sommerweizen und Som» merkorn zu bauen. Weil man den Klee mit dem Hafer zugleich auf dem nämlichen Acker zu säen pflegt, so soll es jetzt geschehen. Bevor der Klee zu treiben anfängt, muß der Dünger auf den Kleefeldern zusammengcrechet werden, und dann kann man dieselben mit Gyps odcr Asche bestreuen. Auf die Erdäpfel^, Kraut- und Ni'i'bcnfelder führe man den Dünger und ackere ihn sogleich tief unter. In die» sem Monate müssen alle Wiescnarbciten, besonders die Wasserleitungen fertig seyn, damit später das Gras nicht zertreten wird. Will man dichteren, schöneren Graswuchs, so leite man untec das Wasser auch Mistjauche in die Wiesen, oder man führe sie in Fässern dahin, und begieße damit die Wiesen. Man fahre fort, die Maulwürfe abzufangen, ehe sie Junge werfen, allein man darf sie nur vermindern, nicht ganz ausrotten, well es erwiesen ist, daß sie von den Würmern, Engerlingen, Käfern leben, welche unter der Erde sich befinden, und die Graswurzeln beschädigen. Wachsen in Feldern, Gebüschen, Wäldern jetzt schon Kräuter, besonders Brennesseln, so lasse man sie sammeln, und mit Stroh zu Häckerling schneiden, damit sich das Vieh allmählig an grünes Futter gewöhnt. Wenn die Aussaat vom Ende Februar nicht groß genug, oder wegen Witterung nicht gerathen — ,18 —. ist, so säet man so frühzeitig in diesem Monate als möglich, sowohl um im April davon zu essen, als zu pflanzen, viel Salat, da der Verbrauch groß ist; auch Schnittsalat, wenn man ihn bald haben will,' deßgleichen Rüben, Spinat, Petersilie, Schnittkohl, Sommerendivie. Bohnenkraut kann auf die Spargelbeete einzeln gesäet, und flach eingerechet werden. Thymian, Pimpinelle, Melisse, Krause- u. Pfeffermünze, Salbey, Lavendel, Wermuth lc. :c., werden nun durch Vertheilung der alten Stöcke vermehrt und fortgepflanzt. In diesem Monate ist die Hauptsaat von allen Erbsensortcn. Die große Garten- oder Puffbohne wird in der ersten Hälfte des Monats 3 Zoll tief und 1 Schuh weit von einander einzeln gelegt. Zum frühen Gebrauche werden auch Sommcrkartoffeln in fett gedüngte Beete gelegt. Auch mit Anlegung neuer Spargelbeete mit Wanzen wird nun unverzüglich der Anfang gemacht. __ Man vergesse nicht, die im Herbste von ausgezogenen unbrauchbaren Pflanzen, Unkraut, Straßen-Koth ?c. angelegten Composthaufen umzustechen. — Was die Obstbaumzucht betrifft, möchte man selbst jedem Kleinhäuslcr zur Beherzigung zurufen: Im schlechten Raum pflanz' einen Baum, und pflege sein, er trägt dir's ein. Das natürlichste und leichteste Mittel zur Vermehrung der Gewächse ist jenes durch Samenkörner. Allein es gibt noch andere Arten, um gewisse Spielarten von Bäumen, welche man mittelst Samenkörnern nicht so leicht wieder hervorbringen könnte, zu erhalten und zu vermehren. Diese Vermehrungsarten sind: die Vermehrung durch Ableger, durch Stecklinge, durch Wurzelbrut und durch das Pfropfen, durch Annäherung oder das Absaugen; mit dem Edelreis oder das Pelzen, auch Copuliren, mit dem Auge oder mit der Knospe, auch Oculiren oder Impfen genannt. Dieses Mittel der Vermehrung gewähret vielen Nutzen in der Baumzucht; denn 2. dient es zur ErhaltUM und Vermehrung merkwürdiger Spielarten, welche man durch Hilfe des Samens nicht wieder «rhalten könnte; 2. um sich in kurzem eine große Anzahl interessanter Bäume zu verschaffen, welche sich schwer durch andere Mittel vermehren lassen; 3. um das Fruchttragen gewisser Gewächse um mehrere Jahre früher herbeizuführen; 4. um gute Spielarten von Fruchtbäumen zu verbessern und weiter fortzupflanzen, u. s. w. .Es ist nicht zu verkennen, daß manche Besitzer ihren Obstgärten einige Aufmerksamkeit schenken, mid nicht mehr, wie sonst, die Obstbäume aufwachsen lassen. Allein die Obstbäume fordern noch eine besondere Aufmerksamkeit, dieselben vor den verderb- lichen Gefahren zu schützen, die besonders durch Raupen lc. hcrheigeführt werden. Der allgütige Schö» pser hat zwar eine Menge Singvögel, insbesondere die Meisen, Finken, Emmerlinge, Nothkehlchen, Stieg« litze, Zeisige, selbst die so verrufenen Sperlinge (Spatzen), Lerchen, Schwalben, Nachtigallen, Amseln lc., theils auf die Naupcneier, theils auf die Raupen, Schmetterlinge und andere Insekten angewiesen, um sich und ihre Jungen davon zu nähren, und sohin der allzu großen Vermehrung derselben Einhalt zu thun. Selbst Krähen, Dohlen, Wiedho« pse, Spechte lc. sind nützliche Vögel, indem die er« steren die Engerlinge verzehren, aus welchen sich die Maikäfer bilden, letztere vorzüglich, dic in den Baum» rinden verborgenen Naupennester fressen. Daher ist es höchst schädlich, diese Vögel durch Ausnehmen der Nester oder Zerstören derselben durch Unfug und Muthwillen, durch Einfangen im Frühjahre, bevor sie sich durch aufgezogene Junge vermehrt haben, zu vermindern. Was Wunder dann, wenn statt der Schöpfungssänger eine Unzahl dcr Schmetterlinge und Raupen in den Lüsten und auf den Bäumen ihr Unwesen treiben. Doch auch die Singvögel sind nicht im Stande, alle Raupen zu zehren. Daher muß jeder Besitzer der Obstgärten immer fleißig nachsehen, ob sich nicht Raupen zeigen- Und da hilft nun nichts anders, als das fleißige Abraupen. Das Abraupen geschieht jetzt aber am wirksamsten des Morgens früh, und an trüben, kalten und rauhen Tagen, weil zu solchen Zwecken die schon ausgeklochenen Raupen wieder in den Schutz ihrer Nester sich zurückbegeben haben. — Bis zur Mitte des Monats kann das Abwäschen der Baumstämme fortgesetzt werden. — Was die Hauswirchschaft anbelangt, so beschütze man auch die Fruchtbödcn vor dcr feuchten Luft, und steche noch fleißiger die Getreidehau-fen um. DieMilchstude braucht, wein, die Witterung L — 8 Grade Wärme erzeugt, bloß des Abends etwas geheitzt zu werden. Das Uebrige ist wie im vorigen Monate zu beobachten. Bei günstiger Witterung ist aller Bau im Ernste zu betreiben. Die noch abgän-gigcn Baumaterialien können zwischen dem Hafer-und Gerstenanbau vollends herbeigeschafft werden. Auch sind die schadhaften Dächer letzt überall aus» zubessern, und zur Reinlichkeit die Zimmer und Kammern mit frischem Kalk zu übcrwcißen. Die Dienstmägde rönnen nun auch mit dem Bläuen, Brechen, Schwingen und Hecheln des Flachsesund Hanfes beschäftiget werden. Ist die Witterung günstig, so kann die im Winter verfertigte Leinwand auf die Bleiche gelegt werden, denn die Märzblci-He soll die Leinwand sehr weiß machen. Den Flachssamen läßt man über den Winter in seinen Köpfen liegen, und drischt und reiniget ihn erst jetzt vor dem Anbau. Die Stege, Brücken, Wege, da sie jetzt mehr begangen und befahren werden, müssen gut hergestellt werden. Endlich benutze man die jetzige mäßige Temperatur, und gieße sich einen Vorrath von Kerzen; denn bei zu kaltem Wetter springen sie in den Formen, bei zu warmen Wetter aber bleiben sie schmierig unD brennen viel schneller weg. Verleger: Iguaz Alvis Edler v. Kleinmayr.