Laibacher Zeitung. ^ »»». Dinstag am 3 October »84G. Herzogthum Kram. Hai dach, am 2. October. Nachstehenden Regimentsbefehl, . Mailand 26. September, betreffend die Verthcilung von Tapseikeitsmedaillen an die Mannschaft unseres tapferen vaterländischen Regiments Prinz Hohenlohe-Langenburg, ist so eben privatim hier eingelangt, den wir im Interesse unserer Leser ungesäumt zu veröffentlichen uns beeilen : Se. Ercellcnz, der Herr commandirende Gene ral Graf Radetzky, hat mit Präsidiale Nr. 3363, «Klo. Hauptquartier Mailand aw l0. Sept. l8 48, nachstehenden Befehl an die Armee erlassen -. »Ich habe der Armee für die erfochtenen glan-»zcnden Siege bereits meinen Dank ausgesprochen, »nun blieb mir noch eine meiner heiligsten Pflichten, »die Tapfersten der Tapfern im Namen unseres ertM „Venen Monarchen zu belohnen.« »Die Armee erntet die Bewunderung und An-»erkennung aller Gutgesinnten unseres gemeinsamen „Vaterlandes, An diese Anerkennungen reiheten sich »auch jene Sr. Majestät, des Kaisers von Rußland, »durch die ^erlcihung von 4 höheren und 25 St. »Georgs-Kreuzen 5ter Classe für die Mannschaft.— »Diese, so wie ein für die Tapfersten der Armee gc. »widmeter Betrag werden gleichzeitig vertheilt." »Für die wahrend der jüngsten Ereignisse aus.-»geführten tapferen Handlungen erhält nun die Ar »mee 73 goldene und l92 silberne lster uxd 485 »Medaillen 2ter Classe. Hiermit wird jedoch noch nicht »der Schluß gemacht." Für die von Sr. Ercell., dem lommandiren-den FeldmarschaU aus den letzten Kricgsercigmsscn, zur Kenntniß gebrachten Handlungen der Individuen des Regiments, hat Se. Erc. nachbenanntcn Individuen folgende Auszeichnungen und Bcloh. nungen zuerkannt. Die öffentliche Belobung: Dem Hrn. Hauptmann Gottfried Loschan. Die goldene Tap fer keit s - Me d a ilIe: Dem Feldwebel Franz Griesback, welchen dieselbe schon mit Präsidiale Nr. l!55 vom !5. Juni zuerkannt war, jedoch, da er mittlerweile in die Kriegs-gefangenschast gcrieth, erst jetzt damit betheilt wird. Dem Feldwebel Johann Dtnkcl, dem Korporal Anton Vertatschitz, und dem Corporal Math. Dolles, von der !2. Comp., ncbstdem jedem ein Geschenk von 10 si. Die silberne Ta p ferkeits.Mcd a ille: Dem Corporal Mathias Mcsc der 4tcnEompag. » .> Vincenz Kreuzberger « ll. „ » » Johann Smolley » »2. .> » ,, Joseph Urantcr . 3. ., » „ Peter Staudacher »5, » » » Wenzel Iankof5ky » 7. >, Die silberne Tapserkeits. M edai lle 2ter blasse- Dem Corporal Joseph Ienko dcr titen Compag » Gefreiten Johann Mcdetz „ l2. » » Corporal Joseph Gollob »7, " » » I^stph Ponch „5. » « „ Anton Pichler » l>. >> » Tambour Jacob Michclzhizh . l2. » » Gemeinen Johann ilouschar » l2. » » » Johann Suppan „ l'^< » » » Johann Arch « N. » » » Michael Jäger „ 3. » » « Andr. Warscdik ,. 3. » » » Ioh. Petronschitz « 3. » » » Georg Globutscher „ 4. » » >> Johann Hutter » 4. » » « Joseph Struß » 4. » » ,> Franz Putzette » 7. " » » Mathias Zwölber ., 7. ^ n » Ioh. Omachen » 7. , Dem Gemeinen Ioh. Machorzhizh der 7ten Compag. « » Georg Petrinschitz » 7. » » » » Messar » ll. „ " » » Radovich »II. Das russische St. GeorgsKreuz 5.Classe: Dem Feldwebel Johann Denkel der !2. Comp, Dem Unter ^Chyrurgcn Joseph Klcmen die Anempfehlung der Gnade Sr. Majestät. Diese ehrenvollen Belohnungen bringt das Regiment zur theilnehmenden freudigen Kenntniß, und spricht diesen braven Soldaten den Dank mit dem Wunsche aus, daß sie durch ihr Beispiel, tapferes und muthiges Betragen auch in ihren Cameraben, den Wunsch nach gleichen Thaten erwecken, und baß sich jener militärische Geist unter Allen verbreiten möchte, der den Soldaten gleich stolz auf seinen Be ruf, so wie auch auf sein Netragen macht, jedoch muß dieses so beschaffen seyn, daß es das Ehrenkleid des Soldaten nicht befleckt. Görgcr, Oberst. Gnde des Laibachrr Farbenstreitrs Die Landcsfarbcn für die Provinz Krain sind endlich desinitw durch hohe Ministerialentscheidung vom 23, September festgestellt worden; der vielfältige 5 seit jüngster Zeit entbrannte Streit ist durch Erlaß des Herrn Ministers Doblhof s gänzlich beigelegt, die , alte, eigentliche Nationalfarbe Krams, weiß-blau^ , roth, hat gesiegt und dieser Sieg gab am vorgestrigen i Sonntag Abends Veranlassung zu einer freudigen, ö'f-t fentlichen Demonstration, die in einem, von der Musik der Nationalgarde und von einer sehr namhaften . Menschenmenge begleiteten, die Stadt durchziehenden großen Fackclzuge bestand. — Krain hat ohnehin von jeher nur weiß-blau-roth als seine Landesfarbcn an-^ erkannt, und während in der Hauptstadt der Far. benstreit die Gemüther entzweite, trugen die Natio-nalgarden unserer Landstädte und Märkte an Cocar-den und Fahnen, um die getheilte Meinung der Haupt stadt sich gar nicht kümmernd, stets nur weiß, blau und roth. ^. »Woher aber erscheint der Enthusiasmus für - weiß. blau. roth, der sich Sonntags sogar durch ei » nen öffentlichen Umgang kund gab, motivitt?" wird y vielleicht mancher Fiemde hier fragen. Die Antwort, ^ die wir ihm geben können, dürfte ihn vollkommen befriedigen. Der allgemeine freudige Antheil, der En» n thusiasmus für diese Farben, datirt sich lediglich da-her, weil weiß, blau und roth die alten Farben ^ des Landes Krain sind, aus der Zeit nämlich, wo Krain —wie jetzt durch die Verfassung, ganz ein slavi. sches Land mit dem vollen Rechte seiner Nationalität dastand, wo Städter und Landmann eine Sprache redeten, und wo es keine Trennung der Stände ter 8"b, wie in neuerer Zeit bis zum l5. März d. I Die echten Patrioten, die dulch diese ministeriell« ,g Entscheidung zu ihrer Freude sahen, daß in den 3 ei chen der alten Landesfarbcn zugleich die verloren ge gangcne N ati o na lit ä t wieder gewonnen sey, sint daher im Enthusiasmus erglüht, und dieser, gepaar mit der Beruhigung, daß der unselige Farbcnstrei endlich ruhe, gab den Impuls zu dem Fackelzugc ' > der sich mit lebhasten /ivio'» durch die Straßen dc ' Stadt bewegte. Zum größten Theile bestanden die Fai ' keltrager aus der akademischen Legion, aber auch au ' andern Garden, Vom Magistrate über den Schu > platz und die St. Petelsvorstadt, dann durch die Thec > tergasse vor der Burg angelangt, machte der Zu ' « Halt, und es wurde unserm konstitutionellen Kais, und dem volkSthümIichen Minister Doblhosf ei I lebhaftes „iiviu« ausgebracht. Der Herr Landesgvl verneur rief vom Fenster ein Hoch auf die Einig, keit der Nationalgarde und auf die östelieichische Mo. narchie aus, welches lebhaste Erwiederung fand. Nun ging der Zug durch dieHcrrngasse, über den deutschen Platz, vor die Wohnung des allvercbrtcn Commandanten der Laibacher Nationalgarde, Herrn Johann Baum gart ner, aus dessen Fenstern eine Natio-nalfahne wehte. Dieser, mit/ivin'l, empfangen, erwiederte dieselben, indem er den constitutionrllen Kai» ser, Krain und die Nationalgarde hoch leben ließ. Ueber die neue Brücke, den St. Jacobsplatz und alten Markt langte endlich der Zug am Hauptplatze vor der Wohnung des Präsidenten dcs hiesigen slv-venischen Vereins, Herrn Professors Dr. Bleiweis an, der ebenfalls eine Nationalfahnc aus sriner Wohnung flattern ließ. Jubelnd begrüßte man den. selben, der eine kurze, aber gediegene Amcdc an die Versammlung richtete, worin er ausdrückte, daß Krain endlich seine ihm gebührenden Farben wieder errungen habe, woraus ein endloser Jubel autbrach. Dcr Fackelzug hatte um '/, 10 Uhr nach dcm Theater begonnen und endete ohne Exceß, ohne die min-deste Ruhestörung, spät gegen Mitternacht. Der Farbenstreit ruht also für immer, dem volksthümlichen Minister aber, der ihn so schnell geschlichtet, sollte man eine Dankadresse votircn. Leopold Kord c sch. Wien. Sc, k. k. Majestät haben über Antrag des Mi. nisteriums des Innern mit allerhöchster Entschließung vom 23. d. M., den mährisch-schlesischcn Gudermal' Secretär Franz Mussil zum Kreishauptmanne m Iglau, und den Iglauer l. Kreis. Commissar, Theo. dor Hack, zum Kreishauptmannc in Znaym zu rr-ncnnen geruhet. Se. k. k. Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom l5. August d. I., den gewesenen Minister Andr eas Bau mg art ner zum Sections. ' Chef im Finanz-Ministerium allcrgnädigst zu ernennen geruhet. l Sc. Majestät haben mit allerhöchster Enlschlie, ßung vom 25. September d. I, den General-Se-5 crrtär im Ministerium für Ackerbau, Gewerbe und , Handel, Dr. Siegfried Becher, zum Mimstmalrathe " in diesem Ministerium allcrgnädigst zu nnenom geruhet. . Die Journalisten haben bereits heute ihrc Plätze im Reichstagssaale wieder eingenommen. Die Ordner - haben ihnen, zwar nicht den Eingang durch den : Vorsaal, aber auch nicht durch den untern Gang, sondern vom Michaclcrplatz angewiesen, und so ward ^ Friede. Keiner der Machte der Presse hat die Natisi-^ cation verweigert. )e Die „Presse" vom 26. September bmchttt aus i- Wien, 27. n. M.: Der Entschluß, den die Iour-.e- nalisten gefaßt habm, die Logen dcr Rcichsocvsamm-,d lung nur erst dann wieder zu betreten, wcnn gewisse rt Anordnungen emige Veränderung erlitten haben wür^ cit den, ist ein Intermezzo, das nicht ohne Bedeutung ;e, ist. Die Beweggründe, so wie dcr Beschluß selbst, >cr haben mannichfachen Tadel erfahren und wenn man, 'k- ohne die näheren Umstände zu wissen, ein Urtheil us fallt, so könnte man glauben, dcr Vorwurf dcr Nasch, "l' heit sey nicht ganz ungegründet. Rasch allerdings ?a- war der Entschluß, aber in kleinen Revolutionen qcht uq cs wie in großen; die kleinen Nadelstiche reizen und lser die geringste Veranlassung gibt den Ausschlag. Die ein Herren Ordner des Reichstags haben manchen Miß-ou griff sehr unwillkürlich begangen, vielleicht war selbst «33 nach der frühere» Vcrtheilung der Eingang, die zu, leichte Communication der Journalisten und Depu-tirten ein solcher, abrr man duxste Uebelstände nicht auf plötzliche, störende Weise entfernen, der Eindruck mußte wirtlich verletzen. Die Presse hat einiges Recht auf Schonung von Seiten der Vertreter des steige-wordenen Volkes. Alles war einmüthig bis auf sehr wenige Allsnahmcn, die sich indessen, wie es scheint, etwas verdrossen, doch der Regel fügen. Diese Einheit der Stimmung erstreckte sich nicht auf die Mittel, siezn äußern, ein Journalisten-Parlament ist noch viel schwieriger zu leiten, als ein aus vielen Nationalitäten hervorgegangenes, und wir sind ganz wahr, wenn wir sagen, man hatte seine Noth, wenn man genügen wollte. Die,Form des Protestes scheint mißfallen zu haben, aber etwas Herbes, die Unzufriedenheit Bezeichnendes liegt schon im Begriffe selbst, und das Wort „Erwarten" stand im Einklänge mit einer Erklärung, die nicht eine Bitte werden sollte Die Versammlung mißdeutet, wie uns bedünkt, die Absicht; die Weglassung des Wortes »Hoch", das dem constituircnden Reichstage gebührt, war wirklich absichtslos, der kleine Formfehler zu einer Zeit und in einem Parlamente, wo über Benennungen, Titel und Adel so freisinnig gedacht wird, wundert uns nicht, und sollte auch nicht so hoch genommen werden. Die Herren Ordner des Reichstages können ver-mittelnd die Sache beilegen. Es ist von höchstem Interesse, daß dieses bald geschehe; nicht Einzelne, das Publikum, das Land leidet durch die Unterbrechung so nothwendigen Zusammenwirkens. Ein Surrogat, das befriedigen könnte, ist nicht zu finden, ein Ver-ständniß hingegen möglich. Niemanden fällt es ein, mit dem souveränen Reichstage als Gleichberechtigter zu unterhandeln, aber man vergesse nicht, daß man im eigenen Hause den Gästen artiges Benehmen schuldig ist, und in diesem Falle ist die Versammlung. — Die Journalisten sind durch ein Wort gebunden, weder einige von ihnen, noch der ganze Körper dürfen sich entehren. Die Würde der Tagcsprcsse ist Allen und dem Reichstage selbst von großem Werthe. Ein Eomil« der Journalisten, das sich zu bil° den auf dem Puncte ist, wird die Leitung aller Dis-ciplinar-Angelegenheiten des Vereins in die Hände nehmen; glauben die Herren Ordner Bemerkungen machen zu müssen, so wird das Einvernehmen leicht und natürlich. Ein »Extra. Blatt znr Abdb. der Wiener Ztg." vom 30. September berichtet aus Wien vom nälw lichen Tage: Entsetzliche Nachrichten trafen so eben aus Pesth vom 28. Sept, ein. Der erbärmliche Kossuth war aus Szolnok, von wo er »2.0U0 Landstürmer ankündigte, zurückgekehrt, und hatte in der Reichstags'Sitzung durch seine Redekünste seine Anhänger aufs Höchste sanatisirt. Das kaiserliche Ma-:.ifest, welches F. M. L. Gras Lamb erg über. brachte, wurde verworfen und nicht zur gesetzlichen Publication zugelassen; ferner wurde durch Kos su t h eine prov. Regierung von 6 Mitgliedern ernannt. Gras Bathyany hat seine Sttlle niedergelegt, und Vay sollte dieselbe übernehmen. Unter solchen Umständen war der F. M. L. Graf Lamberg in Pcsth eingetroffen. Jetzt drängten sich die durch Kossuth aufgereizten Volksmassen auf dcn Straßen, um den unglücklichen kaiserl. Kommissär Graf Lamberg zu suchen. Er begab sich nach Ofen in's General-Commando.- Gebäude, und flüchtete sich von dort in Eivilklei-dern nach Pcsth zurück. Im General. Commando- Gebäude war die rasende Menge eingedrungen und hatte alle Schriften theils weggeschleppt, theils zerrissen und gräuliche Verwüstungen angerichtet. Gras Lambcrg eilte unerkannt über die Brücke gegen Pesth zurück, allein ein Wiener Freiwilliger mit einem Stürmer schrie der wüthenden Menge zu : »Hier ist der kaiserl. Ver. rather. H^tt ihn nieder!" Graf L a m b erg zeigte vergeblich seinen königlichen Gcleitsbries vor! Er wur. de mit Senftn und Hacken zusammen gehauen! Zur Ehre dcr Bürgerschaft in Pcsth muß man sagen, daß! sie über diese That aul,'s Höchste entrüstet und ent-^ setzt ist. Mit Abscheu wandten sich alle redlichen Bür ger von dieser Schreckcnssccne ab. Kossuth steht nun an der Spitze der neuen Schreckens-Regierung. Unterdessen rückt der Banns unaufhaltsam vor, und man hört schon Kanonendonner, der von Vclenczc und Teteny her dröhnt. In Pesth wird er voll den Gutgesinnten mit Sehnsucht erwartet. Man fürchtet eine Plünderung der Reichen durch das wüthende Gesindel. Nur mit dem Gefühle unaussprechlicher Entrü' stung kann man die vorstehenden Zeilen lesen Also die Maske ist weggeworfen und das bis jetzt noch mühsam geschürzte Kleid des Gesetzes schamlos abgestreift. Nicht das Lostrennen vom Gcsammtstaate, das i>! diesen Vorgängen so offen ausgesprochen, ist es, was mit solcher Verachtung gegen diesen Kussuth und seine Partei erfüllt, aber die Art der Vorgange, die Lüge, der Betrug, die Heuchelei und die nicderträch tige Verletzung alles Völkerrechtes, dieses mir Füßcn-tretcn der eigenen Nationalehrc! Wir wollen nichts von der Sinnverdrehung der k. Sanction in jener Proclamation sagen, wir wollen die Ungarn nicht daran erinnern, daß sie deßwegen ihren Minister des Aeußern immer um die Person des Kaisers ließen, daß er die nöthigen Erläsie für Ungarn contrasignire, wir wollen es nicht weiter berühren, ob ein Geschäftsgang möglich ist, wenn ein jeder Act dem Ministerium in Pesth erst zur Eontrasignatur vorgelegt werden soll, und ob ein Ministerium bestehen konnte, wenn es die Eontrasignatur verweigert! Hat man nicht die Proclamation an die ungarischen Völker nach Pesth zur Contrasignatur geschickt, weil in Wien sich kein ungarischer Minister befand? und hat man in Pcsth die Eontrasignatur nicht verweigert? liegt darin allein nicht offen ausgesprochen, „wir wollen von Oesterreich nichts wissen? Ungarn stützt sich immer auf sein Recht, auf sein Gesetz — auch wir wollen ihm Eine Frage seines Gesetzes vorlegen. Was hätte Ungarn gethan, wenn die Krone, nachdem der Palatin seine Würde niedergelegt, jenes alte Gesetz hätte in Kraft treten lassen, welches bestimmt, daß in Fällen, wo das Land ohne Palatin, der Banns von Croatjcn seine Stelle zu vertreten habe? Würde Ungarn sich'da auch noch auf sein Gesetz berufen haben, oder hätte vielleicht der große Kossuth gleich ein anderes Gesetz aus der Tasche gezogen, das ihm vielleicht von seinen Verbündeten im Himmel oder in der Hölle zugesteckt worden? Jetzt sind die Würfel gefallen, jetzt kann es kein Bedenken mehr geben. Welcher ehrliche Mann kann mit Menschen pactircn, denen kein M>ttcl zu abscheulich, die selbst vor dem Meuchelmorde nicht zurückbeben! Als Alerander Burnes, der Commissär von England, im November >84l in Kabul ermordet wurde, erscholl ein Schrei der Entrüstung durch ganz Europa und Asien, und Afghanistan war kein Land, das zur Krone Englands gehört, und die Afghanen nicht die Leute, die Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit immer im Munde führten, sie waren nicht die ^elite, welche sich Vorkämpfer der Eivilisation, erst. gcborne Söhne der Freiheit nannten! Und Ungarn war es vorbehalten, in solch' fluch-bcladener Barbarei den wilden Afghancnhordcn die Bruderhand zu reichen. Ungarn zeigt das entsetzliche Schauspiel, wie ein Abgesandter, ein Vertrauensmann seines Königs, ein Fricdcnsbringcr, der zwischen den kämpsenden Parteien eine Ausgleichung herbeiführen soll, auf offener Straße, gehetzt wie ein Tlmr des Waldes, endlich den Mörderstrcichcn einer blurgieri-geil Horde unterliegt. Zeigt dieß nicht deutlich, daß man keinen Frieden will, wenn man dcn Fricdens-bringer meuchclmörderisch erwürgt! Wo war da das hochherzige, das edle, das ritterliche Ungarn? Wo waren die Schaaren der patrio« tischen Nationalgarden, von denen Ungarn immer spricht, daß sie den wehrlosen Mann hinschlachten lie-ßen! Wo waren die tugendhaften Männer des Reichs-i tages, daß sie dieser Hetze, die über eine Stunde ^ lang dauerte, nicht Einhalt thaten? O, es ist weit gekommen mit der edlen, großen (???) Nation der Magyaren! Ich will nun noch knrz sagen, was Englc.nd that nach Alexander Burnes Ermordung. — Als die Nachricht nach England kam, declarirte das Parlament mit ungeheurer Majorität: der Krieg in As» ghanistan sey mit aller Kraft zu führen, denn die Treulofen müßten bestraft werden. England wird es nicht dulden, daß jemals in einem Winkel der Erde der Name, das Ansehen Englands nicht anerkannt werde; es werde nicht dulden, daß, wo immer auf der ganzen Erde, wohin seine Macht reiche, nur Ein Haar auf dem Haupte eines seiner Bürger gekrümmt werde. — Und ein Jahr darauf hatte England die trotzigen Afghanen zu Boden geworfen und seine Banner siegstrahlend in Kabul aufgepflanzt. Und England ist ein großes, freies, edles Volk! »Was ist c o nstitutionelle Freiheit?« (Schluß.) Prüfen wir nun, wie dei uns die con' stitutionelle Freiheit bestellt ist, worauf also dieser Be. griff nach der neuen, nun in Uebung gekommenen Weise hinausläuft. Während ich darüber sinne und sinne, wie die Sache am einfachsten darzulegen, pocht es an meine Thüre, und ein Freund, mir von Vielen lieb und werth, tritt ein. Apropos! rufe ich ihm entgegen, Du kommst eben recht, vor allem Andern mußt Du mir vier Fragen beantworten. „Auch zehn, wenn du willst!" Nun begann ich mein Examen. Hat jeder österreichische Bürger ein Necht zu leben ? „Gcwist! Das wäre nicht übel!« Ja wohl, so wie etwa der Hase, der noch im freien Felde herumläuft, bis er der Kugel eines Iä< gcrs begegnet, — „Ich verstehe Dich nicht." Die Radicalen führen doch eine vollzählige Liste aller derjenigen, welche sie demnächst in Windspiele zu metamorphosircn gedenken. — „Wie so, im Windspiele?« Nun, wenn die Armen alle aus den Later« ncn, die ihnen zugedacht sind, hängen, spielt doch der Wind mit ihnen, und alle jene, welche die schiefen Ansichten des Radicalismus mit mehr oder weniger Geschicke bekämpfen, alle diejenigen, welche gegen diese Wühlereien der Anarchisten anstreben, sind diesem i!ose geweiht. Wohl wird es nicht zur Ausführung kommen. __ «Ich glaube, ich hoff' es auch.« Aber es genügt diese Unduldsamkeit, und das Bewußtseyn, es braucht diese überschwengliche Partei nur eine Stunde die Oberhand zu behalten, daß sie sürchterlich wüthen würde, um sich unbehaglich zu fühlen. Mein Freund schüttelt den Kopf ^ei meiner Erläuterung ; er fängt an zu sinnen. Hat jeder österreichische Bürger, beginne ich wieder, ein Recht, zu thun, was er überhaupt will? Gewiß! ich esse, wann ich will, was ich will; ich schnupfe, ich rauche." — Schön, rccbt schön, D"s wären freilich ganz unschuldige Dinge. Aber berede einmal den Kellner, er soll auf die Spciszettcl schreiben: „Schwarzgclbe Schnitzeln", — Berede einen Tabakfabrikanten »schwarzgclbe Eiganen" zu verkaufen. Siehe dann zu, ob der Wirth nicht Tische und Bänke zerschlagen, ob der Trasicant nicht das Vergnügen haben wird, seine Havannah in der nächsten Kothlachc schwimmen zu sehen. — Mein Freund wollte einwenden. Rede, was Du willst; in meinem Zimmer hast Du volle Sprecbfreiheit — „Ja, Du hast Recht; es ist so, und traurig ist es, daß es so ist." Noch ist mein Examen nicht zu Ende, be. gann ich wieder; hat jeder österrercichische Bürg" ein Necht, sich frei zu bewegen? 633 »3'l) gehe alle T.lgc in t>ir Ncitschu!«', u»d yore den Unsinn zu, dm einig, unserer Volksvertreter hervorhaspeln; mir wird förinlich nicht wohl dabei, es ist, als ob sie die menschliche Vernunft und Ge< duld für Gäule ansähen und zu Tode ritten." Und ungehindcrt bist Du noch immer an's Ziel gekommen? „Das kann ich eben nicht sagen. Auf dem Gra den und Kohlmarkt stehen die Leute in Tausenden, und man muß jeden Augenblick fürchten, zusammen, gelitten oder mit Bajonnetten auseinander getrieben zu werden." Nun, das sind eben Maßregeln, um allen Bürgern die freie Bewegung zu verschafft!,. Doch — liebst Du die schwarze Farbe? — „Sie kleidet gut.« Und besonders ein echtes Nanking'Beinkleid da. zu ließe nicht übel; versuche es aber mit einem schwär-zen Frack, einer Strohmütze ^. die natürlich gelb ist, in einer gelben Piquetweste und einem Nanking-Beinkleid über die Straße zu gehen, ich bürge Dir nicht für's Leben; unter dem AuSruse, ein „Schwarz, gelber," dürstest Du niedergeschlagen werden. — „Bei Gott, Du hast Recht! So verhält es sich« Du brauchst gar ^nicht die Absicht zu haben, eben Schwarzes und Gelbes den Massen zum Possen anzuziehen. Endlich, haben die österreichischen Völker ein Necht, sich frei zu äußern? das ist meine letzte Frage an Dich — „Nun gewiß! lies doch nur die radicalen Schand- blatter !« PZt! pst! sey stille, neben mir wohnt ein verteufelter Democrat. „Ho! ho! ho!" lachte mein Freund gewaltig auf; schöne Zeiten das! Die geheime Polizei sind wir, Gottlob, los geworden, jetzt fitzen uns die Democra^ ten wie Vampyre, die nach unserem Blute dürsten, im Genicke.« Dabei sprach mein Freund diesen Satz so leise, daß er ihn kaum mit seinen eigenen Ohren gehört haben mochte. „Traurig steht es mit uns," setzte er kaum hörbar fort, „man kann nicht einmal sagen, was man will, und will man gar eine gegentheilige Meinung schreiben, so muß man es thun auf die Gefahr hm, geschmäht, beschimpft, ja in seiner persönlichen Sicherheit gefährdet zu werden. Du hast Recht, lies er mir zu, ich begreife Dich.« ^ Du begreifst mich? Das ist mir lieb, sehr lieb.) Ehe Du kamst, war ich daran, unsere konstitutionelle Freiheit zu desiniren. — „Aus diese Definition bin ich wahrhast begierig.« Hier hast Du sie: konstitutionelle Freiheit in »Oesterreich,« ist das Necht jedes österreichistl en Bürgers, nach Beschaffenheit seines Muthes, mehr oder weniger gefaßt, gewärtig zu seyn, den Tag über noch eines unnatürlichen Todes zu sterben — seinen eigenen vernünftigen Willen dem einer brutalen Mas. se, die sich von der Unvernunft leiten läßt, zu opfern -— die eigenthümliche Genugthuung zu haben, in allen seinen Handlungen beiirt zu werden — die Ge. danken und Worte, die man vorher nur von der ge< Heimen Polizei zu bergen brauchte, ganz für sich zu behalten , wenn man nicht Insulte erfahren will, und geradezu zu seiner persönlichen Sicherheit wegen sagen zu müssen: „Die Anarchie ist der Inbegriff der wei-festen Negicrungsnorm.« Mein Freund schüttelte bedenklich das Haupt, ich aber erhob mich und brach in die Worte aus, die ich jetzt wiederhole: Auf die oben angeführten Gefahren hin, appcl.-lire ich an den Staat und diejenigen, welche milden Vvllzithlmgs-Gewalten beauftragt sind, mich und alle Libcraldcnkendcn gegen die Eingriffe in unsere Rechte, wie solche sich mit jedem Tage ereignen, mit, allem Nachdrucke zu schützen, weil, wenn wir das Vertrauen zu ihm verlieren, es zuletzt für ihn als Gesammtheit uoch bedenklicher aussallen kann, als !ür un6, die wir 0er Ge>ammlhe!l und iyren. Hohen Zwecke uns opfern. Oesterreichisches Küstenland. Die„AUgem.österr. Zeitung" vom 28. Sept. gibt folgende Corresp. ausTricst, v. 25. Sept.: Mit jedem Tage werden hier die Militär- und Civiloperationen, die Kriegs- und Friedensverhandlungen geheimniß, voller und somit unbegreiflicher. Seit Gyulai, der Mann des Volkes, die Zügel des Regierungsgespan.-ncs vertheilt hat, seit der Viceadmiral und die Ci-vilbehördcn mitkulschiren, hat die freundliche Harmonie mit dem Volke aufgehört, die früher so wohl. thuend auf das Ganze wirkte. Gyulai begab sich mit wichtigen und unwichtigen Nachrichten, oft auf seinen Spazierritten durch die Stadt, auf die Haupt-wache der wackern Nationalgarde und theilte dort, umringt von Männern des Volkes, dasjenige mit, was veröffentlicht werden konnte; die Zeitungsredac» teure, diese Steuerleute des großen Voltsschiffcs, hol-ten sich die Steuercurse für den ganzen Tag alle Morgen bei ihm ab, und Gyulai war gewiß nicht der Mann, der eine Sylbe mehr mittheilte, als ihm seine Stellung erlaubte; aber jetzt klagt Alles über Geheimnißkrämerei — nennt die Handlungsweise unpopulär, ja sogar unconstitutioneU, und da die mei-sten Neuigkeiten in einer See - und Handelsstadt vom Meere kommen müssen, so sind diese allgemei-nen Klagen gegen den Chef der Marine gerichtet, der in der That auch zu abgesondert dasteht, — Man darf den guten Sinn und die exemplarische Moderation unserer Stadt nicht mit altem Zopsthume verwechseln und nach alter Art verfahren. — Trieft war eine freie, constitutionelle Stadt schon lange vor den Errungenschaften der Marztage, Trieft war schon früher an freiere Bewegung gewöhnt. Die französischen Kriegsschiffe ankerten vor Venedig. Das Erscheinen unserer Flotte vor den Lagunen wäre jetzt um so angezeigter — aber unseren Schiffen scheint der Scirocco viel gefährlicher zu seyn, als den französischen, die wahrscheinlich durch einen längeren Aufenthalt an den Küsten Afrika's, sich an diese Wüstcnlust mehr gewöhnt haben. Zum Linien< schiffe „Jupiter" und zur Fregatte „Psyche" stieß gestern noch eine Dampf Fregatte. Ungarn. Pesth, 26. September. Die sogenannten böh. mischen Studenten, welche 600 Mann stark, als echte fahrende Schüler nach Miava zogen, haben kei« mswegs an der Prager Hochschule im Corps Minerva's gedient, sondern es sind slavische Freiwillige __ darunter sich auch einige Serben befinden sollen, die in Wien angeworben wurden und aus der Eisenbahn nach Mähren befördert, nach dem künftigen Schauplatze der slavischen Schilderhebung in Nord. ungarn eilten. In der Einbruchsstation — Welto, wenn ich nicht irre — wurden sie bei dem Dreißigst. amte mit ganz neuen Musütcn ausgerüstet, auch war selbst in Miava Alles für Obdach und Verpflegung vorbereitet. Die Stalitzer leben in großer Be. sorgniß, denn sie hatten sich zwar mit Pulver ver. sehen, doch zahlte ihr ganzer Waffenvorrath nicht mehr als 3? verrostete Gewehre. Uebrigens wurde bereits ein Ausgebot im ganzen Comitat erlassen, und so dürste das Lager der Eingcdrungenen in Bälde erstürmt werden. Hier in Pesth rückten gestern um l0 Uhr Nachts Schanzgraber aus der Umgegend ein. Ein starker Hausen, dessen mehr an die Schaufel gewöhnte Hände den Schanzbau sehr beschleunigen dürsten. Auch unsere Wasserschwalbe, der Kriegsdampfer Mes-zaros", ist von seinen Streifzügen in den untern Ge-genden zurückgekehrt und wird zwischen Pesth und Mohacz kreuzen. Die weitere Wasserwache besorgt ein anderes Dampfschiff, das mit 80 Mann bemannt wurde. Unser Heerlager ist nicht mehr in Lepscng, sondern ward etwa eine Viertelstunde hinter Stuhl, weißenburg — von Pcsth aus gerechnet — aufgeschlagen. Ein Placat, das der Graf Louis Ba-thy any heute an den Straßenecken anschlagen ließ, Meloel, 0aß Paltzzky, der Staalsfecretär im uli' garischen Ministerium des Aeußern, eine Audienz bei Sr. k. k. Hoheit, dem Erzherzog Franz Carl, gehabt habe und rücksicktlich der Bestätigung des Ministeriums und der Rückmarschordre an Ban Iella-«'-iö dahin beschieden worden sey, er werde die bezügliche königl, Willensäußerung schriftlich erhalten, doch werde man Alles aufbieten, den Frieden herzustellen. Nachrichten vom ungarisch - croati-schen Kriegsschauplätze. Die „Abdbl. zur Wiener Ztg.« vom 28. Sept. meldet aus dem Feldlager zu Earlowitz v. 2!. Sept.: Am l5. d.M. rückten 400 Mann magyarischer Truppen unter persönlicher Anführung des Obristen K i sch Freiherr:', von Ellemir, gegen das von Serben bewohnte Dorf Subotitz. Obrist Bobalic schickte ihnen eine Hilfe von 400 Mann mit einer Kanone. Gegen Morgen des folgenden Tages erschien Kisch vor Subotitz, machte aber, da er das Dorf so wohl besetzt fand, bald wieder „kehrtum«, ohne daß es zwischen beiden Truppen zu einem Zusammenstoß ge^ kommen wäre. Die Serben rückten ihm ein Stück Weges nach, wandten sich aber dann gegen Udwar^ salasch, nahmen und besetzten diesen von magyini-schen Nationalgarden besetzten Ort. Am nächsten Tage begannen die Serben Udwarsalasch etwas zu besefti. gen, um von diesem Puncte aus gegen Werschek opcriren zu können. Bis zum l8. September, von welchem Tage uns ein amtlicher Bericht des Obersten Vobolis vorliegt, haben die Serben die Dörfer Straza, Woy. wodowinitza, Kuftil und Jam eingenommen und von den Bewohnern von Verschetz bereits Capitlilations-anträge erhalten, — Ueber die Erfolge der Schlacht bei Szent Thomas am ,9. August erhalten wir erst jetzt aus amtlichen Erhebungen und der Pesther magyarischen Journale genaue Kunde. Es war ein Vertheidigungskampf von mehr als !2 Stunden gegen eine gewiß zehnfach überlegene Feindcszahl! __ Um einen Begriff von den Resultaten des blutigen Kampfes zu geben, führen wir nur an, daß bloß von einem Bataillon Alex. Ins. I00 Gemeine gefallen und fast eben so viele schwer verwundet worden sind; ein Hauptmann und 2 Ossicle« sind geblieben, sieben Officiere (alle vom selben Bataillon) haben bedeutende Wunden erhalten. —. Unseres Wissens war daselbst auch Oberlieutenant Fiate von Würtemberg Husaren erschossen. Die erste Salve der Granzcr stürzte 30 ungarische Gardisten. Als ein würdiger Gegner der tapferen Peterwardeiner Gränzcr, welche das Szent Thomas'schc Lager am wackersten vertheidigten, zeigte sich das Alexander-Infanterieregiment (Nr. l2), dessen Mannschaft mit au» ßerordentlicher Tapferkeit und rühmenswerthcm Hel-dcnmuth für eine' Sache kämpfte, die nicht einmal die ihrige ist! Aus Fünfkirchen war die Nachricht im ungar. Lager eingetroffen, daß diese Stadt ohne Schwertstreich vom rechten Flügel des Banus, unter Befehl des Generals Noth, mit 16,000 Mann besetzt wurde. Er fand nirgends Widerstand und eilte sogleich der Douau zu. — Die neuesten Nachrichten aus Pcsth vom 26. sagen , daß man allgemein glaubt, Kossuth werde nie zurückkehren. Es herrschte dort Ruhe. Die »Agramer Ztg« vom 28. Sept. meldet aus Szemcs vom2l. schisse zugesagt war und nachdem das Dampfschiff einen kaiserlichen Psinzen am Bord, keine kaiserliche Flagge, sondern vier KoMH'schc suhlte, so schickte der Ban den Major Hompcä und Plattner, den Palatin aus's Land zu bitten, wo er sich unter kaiserlichen Truppen sicher finden könne. Major Hom pc,5 bleibt auf dem Schiffe, Major Plaltner kommt zurück, um den Van nochmals einzuladen Das Of< sicierscorps, das in ziemlicher Entfernung versammelt war, nahet sich jedoch dem Ban im langsamen Schritt und schickt einen Officier, ihn bittend, durch, aus nicht auf's Schiff zu gehen. Major Plattner geht dahrr zurück mit der Antwort, daß der Nan den Palatin auf diesem Schisse nicht als Herrn, daher nicht als selbflständig ansehe, und mit Rücksicht auf die entschiedene Opposition seines Ossilierscorps an den Nord des Dampfers sich nicht begeben könne. Ein donnerndes ,//ivio" erschallte aus der Mitte unseres Dssicierscorps sm-den geliebten Ban. Nun kommt Major Hompr,5 mit dem Adjutanten des Palatin, Grafen Zichy, abermals, den Ban aus's Schiff zu bitten. Der Ban erwiederte jedoch: ^GrafZichy, Sie sehen die Begeisterung meiner Dffiliere;" und indem er sich zu den Officiercn wandte; fuhr er sort: „Meine Herren, Sie sind Ossiciere des Kaisers, kann ich auf's Schiff gehen?" — Ein donnerndes Nein war die Antwort. Gras Zichy erblaßte, Thräne», kamen ihm in die Augen, Er bestieg das Boot, und wir vcrlicßrn lautlos das User, ohne das Dampfschiff auch nur absegeln zu sehen Wir konnten uns bei dem Gebanken eines Rendezvous unseres geliebten Feldherrn aus diesem Schisse eines lmdrimlichen Gefühls nicht erwehren, und hat-ten, so unlieb es uns auch gewesen wäre, gegen seine Einschiffung unwillkürlich Gewalt gebraucht. Denn so viel ist gewiß, daß uns in so einer Lage nicht einmal der Palatin eine Garantie gegen eine Kriegslist geboten hätte, die auf die leichteste Wlise auch gcgcn seinen Willen ausgeführt werden konnte, dagegen der Palatin am User ohne alle Gefahr verhan-dcln konnte. Vorsicht ist die Mutter der Weisheit! Ein Officicr der croat.-slavon. Armee. Von der slavonischen Brigade des General v. Noth hören wir nach Effcger Mittheilungen, daß die Brigade am 2-l. d. M. in Fünfkirchen einrücken sollte. Eine verläßliche Postverbindung mit diesem Corps scheint noch nicht hergestellt. — Die Peterwardeincr machen Mime, auch von Syrmicn aus offensiv aufzutreten, indem der Major öoriö bei Sotin einen Ucbergang nach Ba^ka beabsichtigt. Der Plan, dem Feinde in die Flanke zu kommen, erscheint zwar sehr zweckmäßig, wäre jedoch mit geringen Kräften im merhin etwas gewagt. Das »Iomn. des östcrr. Lloyd" aus Wien v. 2!). Sept. meldtt: Dem Schreiben eines Ossiciers aus dem ungarischen Lager von Mezö - Komarom vom 25. d. M. entnehmen wir Folgendes: „Iella-< io steht mit seinen Truppen drei Stunden von hier (zwischen Wcßprim und Stuhlwcißcnburg) und wir erwarten, daß es hier zur Schlacht kommen wird. Wir haben bedeutende Verstärkungen erhalten. In den letzten T^gcn sind 2 Bataillons von Dom Mi' guel, 2 Bataillons von Turßky, l Gren.idicrbatail-lon und 8 Divisionen Kavallerie, nebst 2 Kavallerie-und 8 Inwntcrie-Batterien, ferner l0 Bataillons Pcsther Freiwillige zu uns gestoßen. Wir zählen nun im Ganzen 8000 Mann reguläre Truppen und 20.000 Mann Nationalgarde. — In diesem Augenblicke — heißt es am Schlüsse dieses Schreibens — sprengt eine Ordonnanz her. Wir ziehen dem Feinde entgegen." Deutschland. Die „Wimcr Zeitung" vom 28. Sept. enthält Folgendes- Die Redaction erhalt so eben nachstehen.-des Schreiben aus Frankfurt, das sie jedoch nur auszugsweise mittheilt. Am »i). Sept. Abends waren folgcndc Truppen in Frankfurt: 2 Bataillone Ocslnreicher zu 4 Compagnien, !K0l)Mann; 3 Bat. Preußen !600 M>; l Bat. Ehurhrsscn 600 M-; 2 Bat. Darmstadlrr «00 M.; 2 Bat. bairischc Jäger 800 >^. An Eavallcric: 4 Escadrons Wmltcmberger Manen 600 M.; 2 Escadrons Darmstaotcr. ^hcveaux-legers 200 Mann. An Artillerie: 2 österreichische Geschütze, 2 Preußische, 8 würltembcrgische u. 4 Dalmsiaoler Geschütze. An Todten haben die Ocsterreichcr l Gemeinen, die Preußen 1 Hauptmann (.Hubncr), l vlculcnanl, 4 Mann vom Feldwebel an. An Verwundeten die Oesterrelcher 17 wlann, wovon 2 starbln, die Preußen 2» Mann. ^)iesc Summen sind ganz nchlig. Die Darnlstädcer, welche bei ihrem Abmärsche gegen Sachscnhausen dirigirt wurden, verloren schon am ersten Tage l Stabs.Osslcicr nebst dem Regiments - Adjutanten und mehreren Leuten. Von oen Rebellen sind in cinein Spital 30 Todte, in einen, zweiten l? Todte, ferners sind auch in erstürmten Häusern Leichname, so daß sich tie Summe von 200 und darüber als richtig erweist. Alle Truppe» benahmen sich gleich mustcryatt. In der National--Versammlung wurde der Antrag gestellt, der Reichs Garnison eine Dank. Adresse für chrc Tapferrelt und Mäßigung zu überreichen. Dann wurde ein Ver traucns-Votum an das Ministerium beant>agt, wor aus Alle beistimmten bis auf 22 ^epulirte der äußerste» L:nten. Da erhob sich ein Depulirter und zeigte au, sclbe hin, indem er sagte: „Bravo von Euch, wc nigstens entlarvt ihr Euch, daß man weiß, wem der-ki Umtriebe zuzuschreibeil sind, wer Unglück üoe, Deutschland bringt, und wen die tiefste Verachtung aller Deutschen treffen soll." Sie nahmen dieß nul niedergeschlagenen Augen ruhig hin. Gefangene sind über »00, von denen 57 unter starker Escorte mittelst Eisenbahn nach Mainz ge bracht wurden. Sie sind auf der dortigen Ettadelle unterbracht. Einzelne Truppen Mainzer ritten: „Hoch Frankfurter Brüder!" zu. Auch flogen steine aus großer Entfernung gegen die Escorte. Die Geiange-nen sind großenthe^lö Turner und Gesinde!, darunter 1 Franzose, 3 Polen, i Eroate, sonst lauter Deutsche. Acht davon waren blessirt, meist durch Ba jonmttstickc, mehrere zeigten sich unendlich kleinmüthig. In Frankfurt ist das ^tandrccht puklicirt. Es wird eine Truppcnmacht von 15.000 Mann zusammengezogen, die, so lange der Reichstag dauert, daselbst bleibt. Alles bis auf die Frankfurter Bürgerwchr wird entwaffnet, und es sollen mobile Eolonnen auch die umliegenden Orte entwaffnen, so wie die Com promittirttn arretiren. Die Gutgesinnten jubeln über die Kraft, welche das Parlament entwickelt. Es war aber auch die höchste Zeit. Bei Krcuznach werde» mehrere tausend Mann concentrüt, da man Mainz und die Umgegend mit Recht als den Herd der Ne publikancr ansieht und mit Strenge wieder die Ordnung herstellen will. Die Ermordung des Fürsten Lichnowsky und General Auerswald werden Sei bereits kennen. __ Beide ritten gegen Hanau rccognoscircn, als ihnen der bekannte Abgeordnete Vogt der äußersten Linken begegnete Nach der ersten Begrüßung sagte Lichnowsky zu ihm; er wundere sich, ihn nicht in Frantsurt bci den Vertheidigern seiner Ideen zu wissen. Vogt soll hierauf geantwortet haben: »Es möge sich heu« Jeder hüthcn und gut vorsehen.« Dieß rathe er auch ihm (Lichllowsky). Bald darauf erhielt Letzterer aus eiuem Hause einen Schuß in das Handgelenke, worauf die beiden Freunde im Galopp nach dem sogenannten Betymann'schen Garten ritten. Da5 Uebrige ist Ihnen wohl schon bekannt. Frankfurt, 26. Sept. Nachstehende Mittheilung verdanken wir einem hiesigen achtbaren Hand-lungshausc: Karlsruhe, 25. Scpt. Wir theilen Ihnen die so eben eingetrosscne Nachricht mit, daß Struve durch standrechtliches Urtheil heute Früh erschossen wurde. Dieses in Verbindung mit den von unser» Truppen erfochtenen Siegen bei Staufcn und Kroi zingcn hat die Insurrection erstickt, so daß wahrschcm lich auch die Truppenbewegungen aushören werdcn, sobald die Ocstcrreicher, welche die Besatzung hier bilden sollen, eingetroffen sind, ha unsere eigenen Trup pen sämmtlich ins Oberland kommen und dort ver bleiben. Preuße n. Berlin. Mit einem Privatschrcibcn erhalten wir so eben ein Extrablatt der „Berliner Zritungshallc« vom l!>. September Abends 7 Uhr, welches mildem Hauptbl'atte nicht mehr abgehen konnte. Es meldet: Potsdam, 19 Sept. Nachmittags 2 Uhr. Das hiesige Militär, Kavallerie, Artillerie lind Infanterie Hut in einem Ertra Apell, » Uhr Mitlaa.5, die strengste Ordre erhalten, sich marschfertig zu machen. Die Soldaten selbst glauben nicht anders, a!s daß es nach Berlin gehen soll, vielleicht heule Abend?, oder morgen früh. Denn kein Soldat darf seine Wohnung verlassen; Jeder ist angewiesen, den Befehl geheim zu halten. Fleisch und Reis ist den Lcuten geliefert. Die Ossi.-cierc fühlen sich sichtlich stark. — Stehen wir aus einem Krater? Dieses kurze Schreiben erhalten wir so eben («V2 Uhr) aus Potsdam. Der Verfasser hat sich uns genannt und erklärt, daß er für die Nachricht bürge. Wir dürfen dieselbe daher dem Publikum nicht vorenthalten. — Um so weniger, nach dem heutige» Wrang el'schen Armeebefehl. Und nachdem wir jetzt als gewiß erfahren, daß folgende Ministcrcombmation zu Stande gekommen sey: von Pfurl, Premier; von Bonin, Inmreö; Eichmann, Eulrus; Wenzel, Justiz; von Dönhoff, Auswärtiges; — also vollständig re actionär. Berlin, 21. Sept. Die neuesten Ereignisse in Frankfurt haben hie, in vielen Kreisen um so größere Entrüstung hervorgerufen, als der Angriff offen--bar meist gegen Preußen gerichtet war. Die Verlegung der Nationalversammlung erscheint Vielen nun als ganz nothwendig, da in einer belagerten Stadt eine berathende Versammlung nicht langer weilen darf. Wenn der Schwerpunct der neuen Entwicklung und Kraft Deutschlands mehr nach Nordosten fällt, so ist nichts mehr als billig, daß auch der Sitz der (Zentralgewalt dahin verpflanzt werde, und der schon früher von der Presse angeregte Plan, dazu Weimar oder Prag (!) zu wählen, hat hier viele neu« Freunde gewonnen. Heute: Herrn Wlach's l. Darstellung leben.-der Bilder. Vorher: «die eifersüchtige Frau." On«»» v«>n Vtt W«»z,t«»«d«?5 »848. «ta<,c<»«chuI5v,7schr«!t> »u 5 ^t, «in GM.) ?9 5s8 detto detto . 4 « - 64 i5j!6 oarl.mit Vcrl.v.I. ,»'9fül ,5o fl. (ü, C.M.) ,2a M«n,r Sladl. Ba»cc». Odlia. zu , ,j, l>l^. 5o l5a„s. Acne,, pr »o86 Llücl l» 6. M. Vetreid - Durchschnitts - Preise in Laibach am 30. Eeplember l848. Oin Wiener Mctzen Weizen . . 4 fi. 38 lr. »< — Kukurutz . — » — »» __ — Halbfrucht . —- ., — » _ — Korn . . . 3 « 4'/« » — ^ Gerste . . — » — ^ — Hirse . . 2 ,, 44 . — __ Heiden . . 3 « — » — — Haser . . 1 » 3! » K. S. Hottl».liehungen. In Wi.n am 30. September 1848: 28. 74. 50. i> 88 Die näckstc Zichung iviro am 14. October 1848 in Wien gehalten werden. In Gray am 30. Sc-ptcmber 1848: 25. 51 «8 5