Nr. 9. Plänllmerotl o » « p » «< » : I» «lomplol» ganzj. tl. 1». halbj. fl. »50. yl!» die Zustellung »n« H«u« h«lb>. 5» ll. »tlt »>» Post »a«,!, ft. ,5. h^lbj. «l. ? s,u. Dienstag, 13. Jänner. I,se»t«,n«,«b«l! ?», llel,e Vnl»»»t» »» ,» 4 g»U«n »5 lr,, giok«e per g,U, « ll , d«< l't^,r 1885. Amtlicher Theil. Se. f. und k. Apostolisch? Majestät haben ,mt «Uelhöchster Enlschli.'ßung vom 6. Jänner d. I. dem Mlmsteriallllthe im Handelsministerium Alexander «liarges in Nnerkennunq seiner sehr eifrigen und ausgezeichneten Dienstleistung das Ritterkreuz des Leopold. Ordens taxfrei allergnädigst zu verleihen geruht. Nichtamtlicher Theil. Der doctrinäre Liberalismus. - Wl«n. 10. Icinner. In den Blättern wurde die Neujahrsansprache, welche Ministerpräsident Tisza an leine Partei richtete, vielfach besprochen und commentiert, wobei im Zusam-menhange mit der Ernennung Sennyey« diese R^de als ein Symptom des Niedergange« des Libera. lrsmus auch in Ungarn gedeutet wird. Was den landläufigen Liberalismus anbetrifft, so ist allerdings mcht nur in Ungarn, sondern so ziemlich in aller Welt ein sehr metklicher Niedergang zu beobachten, und insoferne mögen die trübseligen Neujahrsbetrach. tungen der liberalen Glätter wohl begründet sein. Gerade eine Stelle der erwähnten Neujahrsrede Tisza« dürfte aber den Schluss.! bieten zu dieser Erscheinung, nämlich jene, in welcher es heiß», man könne nicht uuf demselben Standpunkt bleiben, «wenn sich alles ringsherum geändert hat". Vei allen Declamation«, von „Forlschrill" ist l'un qerade dieser landläufige Liberalismus blind für die Vorgänge und die Veränderungen der Zeit, m,d speciell bei uns Hal diese« Verkeimen der geänderten Ieilviühältnisse und der Wide,stand gegen jeden da« durch bedingten Fortschritt die liberale Partei in Miss-credit gebracht. Die Schablonen, an welchen der Doc» trinarismus mit zähem Eigensinn festhält, genügen even nicht mehr, und die Welt ist auch klüger gewor> den. als dass man sie mit hohlen Phrasen darüber täuschen könnte. Nur allzu oft konnte und kann man hören, dass Ungarn un2 gegenüber in politischen Din» gen einen Vorsprung besitzt und dtshalb auch größeren Emflus« ausübt. Nun hier zeigt sich wieder, das« die Liberalen Ungarns den unseren in richtiger Ellennlnis der Zeit und der allgemeinen politischen Lage über« legen sind. Hier gilt es als Dogma, dass ein «über. zeugungstreuer" Mann an den politischen Anschau« ungen, die er mit 20 Jahren hegte, bis an sein Lebensende festhalten müsse, undrliimmrrt darum, ob diesel« ben mit de» thatsächlichen Verhallmssen übereinstimmen oder nicht. Man darf nichts lernen und nichls vergessen, das ist der Lehrsah des boctrinär schen Markt exportfähig gemacht werden könnten. Nach Handelsausweifen führte Oesterreich-Ungarn jährlich Folgendes aus. Gulden 3 292 000 Ctr. Mehl u. Mahlproducte im Werte von 2« Mill. 16 862 000 „ Getreide im Werte von .... 50 407 000 ,. Bier im Werte von......2 „ 380 400 „ Wein im Werte von.....3 Gulden 462 000 Ctr. gebrannte Flüssigkeiten im Werte von 7 Mill. 25 400 „ Vaumwollwaren im Weite von. . 6 „ 8400 „ Seidenwaren im Werte von ... II „ 86 300 „ Wollwaren im Nrrtc von ... 17 „ 15 900 ., fertiae Kleider u, Modewaren i.W.V. 9 „ 131700 „ Papier im Werte von . . . . < b „ 366 400 „ Glllswaren im Werte von ... 18 „ 218 600 „ Eisen, und Metallwaren i. W. von 12 .. 79 400 „ chemische Producte und Farben im Werte von......... 3'/, „ 20 000 „ Kerzen im Werte von..... I „ 36 300 „ Zünbwnren im Werte von ... 3 für alle diefe hier angeführten Artikel eröffnet sich im Osten ein großartiger Markt und ein lohnende» Absatzgebiet. Es handelt sich nur darum, auf der Basis weiter fortzubauen, welche durch die Bestrebungen der fachmän» nischen Begleiter der ostasialischen Expedition zu schaffen versucht wurden. Geschieht dies mit Geschick, Sach' kenntnis. reellem Sinn und der nöthigen Ausdauer, so kann schließlich ein günstiger Erfolg nicht ausbleiben; denn jene Länder besitzen im reichsten Maße und von vorzüglichster Güte alle jene Products, welche wir zur Befriedigung unserer ersten Bedürfnisse benölhigen und welche schon jetzt in unseren Einfuhrliften mit sehr großen Iisfern figurieren, nur mit dem Unterschiede, dass «hr Transport, anstatt unserer Rhederei und unserm Handelsstande direct zugute zu kommen, durch fremde Vermittlung vertheuert zum großen Theil noch auf Umwegen geschieht. Wenn wir sehen, dass die österreichisch-ungarische Monarchie jährlich durchschnittlich Gulden 357 000 (!tr, Baumwolle im Werte von ... 35 Mill, 476 900 „ Kaffee im Werte von ..... 18 255 506 „ Felle und Häute im Werte von . . 14',, „ 586 200 „ Färb» und Gerbstoffe im Werte von II 370 000 „ Fette und Oele im Werte von . . 9 „ 14 000 „ Seide und SeiocnablMe i. W. von 10'/, „ 687 500 „ chemische hilf«ftoffe im Werte von . 5 810 000 „ Harze im Werte von . A', «1 000 „ Elfenbein u. Drrchslerstoffe i. W. von 4 38 800 „ Gewürze im Werte von.....1'/, ' 6100 „ Thee im Werte von......1',, „ hauptsächlich über England und die deutschen Nords«. Häfen einführt, so drängt sich unwillkürlich dichen Hlaubeüsboten in ihren schwarzen oder braunen )abiten konnten bei dem frohstnnigen, anch heute 'och in seiner Tracht lichte und bunte Farben lieben, »en Volke leinen Einfluss gewinnen, mit seiner naiven llhantasie war es von vorhinein unvereinbar, dass "r düstere Mann ein Bote d,s Heiles und Lichtes l", könne, da er in der Farbe l5rts, der Gotlheil 'er Dunkelheit und de« Bösen, zu ihnen käme. Die pnstlichen Kirchenfürsten, die« erkennend, schufen den plamonstratenser. Orden, dessen Mieder in weißem .wÄl vor das Volk traten und es auch, ohne viele ""the, in kurzer Zeit bekehrten. Als Analogon für den psychologischen Effect der 'Ul'ilen Farben möchten wir noch die Wirkung an> Men, die ein düsterer, finsterer Wollenhimmel im ^palherbst und das blaue, sonnige Firmament an ^'em schöt,.,, Maienlage auf den Menschen ausüben. ,"°ve, frellich zu berücksichtigen, dass auch einige an-^ mdividuelle Momente milwilken. Schwarz und ""rhaupl dunkle Farben zum Zeichen der Trauer zu tragen, scheint also nach dieser Auffassung vollkommen gerechtfertigt, und diese Auffassung ist die fast aller Europäer der Ilhdem einzelnen Producte noch beträchtlich steigen würde. Man braucht nur die Landkarte zur Hand zu nehmen, um sich zu überzeugen, dass dic Macht der Verhältnisse Trieft und Fiume dazu drängt, sich zu Siapelplähen von indoadt> ralh beantragte, dem StadtverordneteN'Collegium den Vorschlag zu machen, es sei an den Reichsrath eine Petition um Ausführung des Baues auf Staatskosten zu richten. (Das ungarische Abgeordnetenhaus) hat am 10. d. M. feine Thätigkeit wieder aufgenommen. Zunächst wurde eine Zuschrift des Ministerprä« sidenten verlesen, wonach Ihre Majestät die Kaiserin die Glückwünsche des Hauses anlässlich Aller-höchstihres Geburtsfestes huldreichst entgegenzunehmen und hiefllr Nllerhöchstihren Dank abzusprechen geruht hat. Diese Mittheilung wurde mit stürmischen Eljen-Rufen aufgenommen. Der Hanbelsminister Graf Szecheny überreichte einen Gefetzentwurf, betreffend die Regelung der Wasserrechte. Außerdem wurde eine Reihe von Interpellationen eingebracht. Die Fortsetzung der Budgetdebatte wurde auf Montag verschoben. (Kroatien.) Im kroatischen Landtage ist die Generaldebatte über die Indemnilä'tsvorlage gestern endlich zum Abschlüsse gelangt. Im Verlauf der De-balle sprachen Schräm und Gjulkovic von der Majorität; beide polemisierten energisch gegen das nichtsnutzige Treiben der Stac-vikaner; auch wiesen sieden „wilden" Dr. I. Frank zurecht, der allem Anscheine nach in dem Wahnglauben befangen ist, der Iosua zu sein, das arme Volk Kroatiens aus der Wüste des ungarischen Ausgleichs in das wirtschaftliche Kanaan zu geleiten. Was die sonstigen Fragen politischer Natur betrifft, welche die öffkntliche Meinung in Agram in Athem erhalten, so ist der „Vü>ü/rlillll" ohne Unfall verlaufen. Mit der ..südslavischen Akademie" in Ngram hat die kroatische Regierung ihre liebe Noth; wie man berichtet, lieh sie die leitenden Kreise der Akademie wissen, dass der bisherige Landcsbeilrag'eingestellt werden wird, wenn sie nicht ihre politische Agitation einstelle. Ausland. (Russland.) Fürst Sviatopolsk-Mirski. Attaman der donifchen Kosnken. der feit längerer Ieit in St. Petersburg weilt, hat dcm Kriegsministerium den Vorschlag gemacht, man möchte einer ^wissen Anzahl der Kosaken gestatten, sich vom drückenden Militärdienste loszukaufen, um die Wiedeslii-ü'bimg der gegenwärtig fast ganz darniederliegenden „Kosaken-Handelsgesellschaft", welche früher eine bedeutende und nützliche Rolle spielte, zu ermöglichen. Der Fürst glaubt, es würde genügen, 2000 bis 3000 Kosaken eine solche Loskauf'Freiheit zu gestatten. Der Vor-fchlag des Fürsten ist oiesertage dem Reichsrathe unterbreitet worden und wild von demselben aller Wahrscheinlichkeit nach in dem vom Fürstm befür-worteten Sinne entschieden werden. Bekanntlich stehen die Kosaken nach drei sogenannten „Vorbereitung«-Jahren" nicht weniger als zwölf I^hre im activen Dienste. Was die Loskaufsumme betrifft, ist sie vom Fürsten Soiatopolsl.Mirski auf 150 bis 400 Rubel jährlich geseht bis zum vollendeten 38. Jahre des Kosaken; von diesem Zeitpunkt an wird sie auf 57 Rubel 50 Kopeken jährlich vermindert. (Bulgarien.) Nach Mittheilungen au« Sofia wird man im Fürstenthume Bulgarien die bevorstehende tausendjährige Methodius-Feier sedständig begehen. E« wurde zu diesem Zwecke ein Spi'cialcomile unter Vorsitz eines der bulgarischen Metropoliten medergesetzt. Dieses Comüi stellt an den Fürsten Alexander die Bitte, das Protectorat der zu veranstaltenden Feier zu übernehmen, welchem Wunsche Se. Hoheit bereits entsprochen hat. Die bezüglichen Vorbereitungen nehmen denn auch bereits ihren Beginn. (Die spanische Deputier ten lam mer) hat einstimmig den Vorschlag des Mtnister.PtäsidentfN Canovas del Castillo angenommen, die Prumnzm Malaga und Glanada zur Aufnahme eines Aülehens von zwei Millionen Pesetas behufs Unterstützung der Opfer der Erdbeben nnter Bürgschaft des Staates zu ermächtigen. (Frankreich.) Der neue französische Kriegsminister hat nun osficiell die Leitung der Operationen m Toi.k.ng übernommen. Ihm wird fortan Gmeral !« de l Isle seine Berichte zusenden. Die Operationen des Adnmals Courbet verbleiben unter der der Trauer. Gelb, die Farbe der welken, fallenden Blätter des Herbstes, erinnerte an die Vergänglichkeit alles Irdischen, bezeichnete sinniger und poelisch schöner als jede andere Falbe das Sterben, Vergehen. Die Trauermodalitäten des Pharaonenvolkl's waren strenge, excesstv und leidenschasllich, wie es ja überhaupt der Charakter des Orientalen mit sich bringt; sie zerrissen ihre Kleider, ließen Bart und Haupthaar wachsen und ungepflegt, streuten Asche auf ihr Haupt. Die Frauen ze>fl?ischlen den Busen und liefen in Scharen wehklagend und händeringend durch die Gassen oder sahen, Klagelieder singend, am Trauerorte. Die längste Trauerzeit, die um ihre Könige, betrug 72 Tage. Die Juden, welche so viele Einrichtungen, politische und besonders sociale, aus ihrer alten Heimat Egypten mit nach Palästina genommen, haben auch die Trauergebräuche der Egypter beibehalten, ganz un-wesentlch abgeändert durch ihr? neue theokratische Staats' und Gesellschaftsordnung. Die Trauer galt als eine Buße, und bei keinem anderen Volke finden wir sie so ins Exlrcm getrieben und mit so vielen Kafteiunqen verbunden. Von Sonnenaufgang bis Unter-aana durfte der Trauernde nichts genießen. weder Speise noch Trank, und er öffnete den Mund nur. um zu wehklagen und Klagelieder zu singen Keine bestimmte Dauerfarbe hatten d,e alten Perser. Sie blieben längere oder kürzere Zelt halb-nackt und li.ßcn sich Haupthaar und Bart kurz scheren. Bei den Lyciern war die Trauer eine Sache der Frauen, für den Mann war e3 cine Schande, zu klagen, und Trauer galt ihm so viel als unwürdige, schmachvolle Schwäche. Die Frauen trugen graue Kleider, die Farbe der Erde und Asche, ln die der Verstorbene verwandelt. Bei den Germanen fand sich eine ähnliche Auffassung der Trauer: »k'emiuig lugere konsstuiu 63t, viris M6mmi886". («Dem Weibe ziemt die Trauer, dem Manne die Erinnerung"), so erzählt Tacitus in seiner „Germania". Prunkhafte Leichenbegängnisse wie bei den orientalischen Völkern oder den Römern und Griechen, waren ihnen fremd, nur bestimmte Holzarten mussten zum Scheiterhaufen eines besonders berühmten und hervorragenden Mannes verwendet werden, auch Rüstung und Schlachtross wurden mit verbrannt. Die Volkzstämme an der Nordsee legten die Leichname ihrer Helden auf ein Schiff, das sie an« zündeten nnd brennend ins Meer hinaustreiben liehen. Als Schmuck der Gräber kannte man nur den ein< fachen Rasenhügel; von einem Zeichen der Trauer an ihrer Kleidung wird nichts erzählt. Die alten Gallier, Sicambrer und Sueven ließen ihre Haare wirr und ungepflegt, wenn sie einen Todten betrauerten. Bei den Völkerschaften des alten Albaniens war es strengstens verboten, von einem Verstorbenen zu sprechen, ebenso wird es in einigen Gegenden Indiens als eine Misshandlung des Verstorbenen betrachtet, seinen Namen auezusprechen. In China durfte der Sohn, der um seine Mutter trauerte, ein volles Jahr mit niemandem sprechen und kein G.werbe treiben oder Amt verwalten. In Tongking trägt auch noch heule der Trauernde ein aschfarbenes Kleid und schlaft auf der Erde, während die Java» nesen, recht bezeichnend für den heiteren, lebenslustigen Sinn dieser Gallier des Ostens, auf dem Grabe des Verstorbenen ihren Freunden ein Festmahl geben, das drei Tage und drei Nächte dauert. Ein ganz eigenartiges Trauer- und Todtenfest. das in seili'lll UiipiMlll. weit in die heidnische Vor- zeit zurückreicht, felerte man bis noch vor kurzer Zeit, h« und da vielleicht auch heute „och, in Lithauen. Da dieses Fest, änach genamit, wegen seines Ursprungs naturgemäß von dem Clerus streng untersagt wlrd, so suchen die The,lnebmer einsame Waldblößen. Höhlen und Rumen als Fchorte und bringen dorthin die verlangten Opfer, als Honig. Kuchen. Brantwein u. dgl. Em herumziehender Flötenspieler ruft die Seelen der Verstorbenen Man verbrennt Theer, um dle Seele emes harten Gutsherrn herbeizurufen; die bläulichen Flammen der Baumflechten rufen die Seelen von Kindern, dle ohne Taufe gestorben; man verbrennt woh^lechende Blumen d,e leine Flüchte tragen, um dle Seelen von Mädchen, die n.emals gelieb, zu citieren, u. dgl. " ' " Es würde zu weit führen, wenn wir auf die Details emglengen, dle uns Reisende von den Trauer-gebräuchen der verschiedensten Volksstämme Asiens, Afrikas und Amerika» berichten, dass z B die Mantis der Goldküste Hunderle von Weibern und Sklaven bei dem Tode ihres König« lebendig begraben, oder das da« Weib des «lhabesken Nordamerikas d,e Asche chres Mannes immer mit sich herumtragen muss. Von den Völkern, deren Geschichte erst mit ihrem UebertrM zum Christenthum beginnt, sind uns weniger elgenthümllche Trauergebräuche überliefert, überhaupt begmnen in der ersten Zeit des Miltelalters die Verschiedenheiten der Trauergebräuche sich „ach den Vorschriften des Christenthums zu nivellieren Selleit Ausnahlmn lnachln die Etilette-Vurschliflen einzeln" Höfe, doch auch diese mussten bald dem alluemeinett Gebrauche weichen. It. 8. ___jacher Zeitung Nr. 9 _________71 ____________ _____________ 13. Jänner 1885. Leitung des Marineministers. Bekanntlich werden d,esettage in Alqenen Verstärkungen filr das Corps m Tonling eingeschifft werben. Dieselben begreifen ein Bataillon Zuaven aus Colrah. ein Bataillon Zuaven aus Oran und etwa dreitausend Mann, um die Man-aelnden in den übrigen Regimentern zu ersehen. In ^oraussicht der möglichen nochmaligen Verminderung des Effeclivs in der Armee von Afrika infolge der Sen. dung neuer Verstärkungen sollen drei Iägerbataillone aus Frankreich nach Algerien geschickt werden. Es ist auch die Rede davon, die geringe Abtheilung von Kavallerie in Tonking zu ve» stärken. Man würde hiezu unverheiratete Spahi« nehmen. (Amerika.) Nach den neuesten telegraphischen Meldungen aus Panama haben sich die seit einiger «kit stetig wiederkehrenden Unruhen in den »Verewigten Staaten von Columbien" sehr acut gestaltet und ,st der Krieg aller gegen alle neuerding» ent-Mselt. Das neue Staatsgrundgesch mit seinen neuen . Vtaaten erweist sich als völlig unhaltbar ; vier Staaten Nno bereits abgefallen; diese fortwährenden Aufstünde yaben den Wohlstand des Landes vernichtet, den Handel lahmgelegt und alle Werte herabgemindert. Ja es ist so weit. dafs der Staat, der die nächst Peru reichsten «old. und Silberminen Südamerika« in seinem Ge. blete hat und jährlich an vier Millionen von Metallen ausführen kann. Papiergeld einführt! Der Unions-Präsident Nunez befindet sich in einer überaus Pein-«A" ^' ^" Staat Panama, seit lange ein Gchmerzenssohn des Landes, versucht sich vom Mutter-lande loszureißen. Eine Partei Ruiz strebt nichts w'rmgereK an. als eine völlige Trennung von der columdlschen Union und nordamerilanisches Protectorat uver d,e ganze Landenge. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika, die in dem mexikanischen Golfe schon U langer Zeit vergnüglich im Trüben fischen, werden ' A. "esfllche Gelegenheit, zu «vermitteln", sicherlich nicht entgehen lassen. ' ' ° " . , T, «- Tagesnemgkeiten. Se. Majestät der Kaiser haben der Kirchen-vorstehuna in Echsenbach im politischen Bezirke Zwcttl ln Nlederöfterreich zur Anschaffung von Kirchenglocken eme Unterstützung von 50 fl. aus der Allerhöchsten Prwalcasse allergnädigst zu bewilligen geruh». Se. Majestät der Kaiser haben, wie das unga» nsche Amtsblatt meldet, für die freiwilligen Feuer, lvehrvereine zu Margitta und Szöleskut je 100 fl. zu spenden geruht. Se.Majestät der Kaiser haben, wie die ..Brünner Zeltung" meldet, der Pfarrgemeinde Iassena zur Kirchen- und Pfarrhof-Restaurierung 200 fl. zu spen-den geruht. __________ — (Ein 18jühr!ger Raubmörder.) Wie schon telegraphisch gemeldet wurde, ist in Wien ein I »jähriger Spenglergehilfe Namens Ignaz Nawratil verhaftet worden, der nach eindringlichem Verhlire ge-standen hat. das» er die Trvdleriu Schimle und den Hausbesitzer Kbstler ermordet hat. Ignaz Nawratll wurde in der Sylvesternacht verhaftet, weil er in dem Verdachte stand, ein Kalb gestohlen zu haben, Er musste ledoch. da genügende Beweise gegen ihn nicht vorlagen, Wieber auf freien Fuß gesetzt werben, Das Commissatiat Wieden behielt ihn jedoch im Auge und nahm ihn letzten Montag nenerdlngs in Haft, da inzwischen sich Verdachtsmomente ergeben hatten, welche den Burschen zweier viel schwererer Verbrechen schuldig erscheinen ließen. Es lag der Verdacht nahe, dafS Nawratil am 16. Oktober die in Wien. Mahleinsdorferstraße Nr. l wohnhafte Eisentl0dler8gattin Julie Schimle in ihrem Laben überfallen und ermordet und eine Woche später, das ist am 25. Oktober, den Hausbesitzer Anton Küftler in seiner Wohnung. 4. Bezirk. Schaffergafse Nr. 7. er»! mordet und beraubt habe. Der Mörder ist im Jahre 1866 zu glin bei Ungarisch.Hrabisch geboren und nach Kofteletz in Mähren zuständig. Kleinerer Diebfliihle wegen wurde er schon vor mehr als einem Jahre zu drei Monaten Gefängnis berurtheilt. Frei geworden, stahl er seinem Meister zwei Badewannen und wurde zu sieben Monaten schweren Kerkers verurtheilt. Am 14. Oktober v, I, verließ er die Strafanstalt und verübte bald die beiden Mordthaten, welche er nun eingestanden hat. — (Beim Pflügen erschossen.) Vorige Woche erschoss sich ein Bauer in Rabnih, einem Dorfe zwei Stunden von GilnS. in folgender Weise: Er nahm sein Gewehr zum Ackern aufs Feld mit, um damit auf Krähen, welche feinem Pfluge folgten, zu schießen. Doch die Krähen bemerkten jede Bewegung mit dem Gewehre, sobald der Pflug stillstand, und entflohen. Er steckte nun das Gewehr mit dem Schaft nach unten in den Pflug und pflügte weiter. Sobald ihm die Krähen wieder folgten, griff er schnell nach dem Gewehr, wel-chcS mit der Mündung gegen den Körper gerichtet war. zog es schnell an sich. blieb wahrscheinlich mit dem Hahn au dem Pfluge hängen, wobei e» sich entlud, und es drang ihm die ganze Ladung in den Bauch. Der Un. glückliche war der einzige Sohn eines wohlhabenden Bauers. — (..Ich weiß nicht, was soll es be-deuten.") Ein dreisprachiges Studenten.Liederbuch gibt Franz Weinlauff soeben bei Gebrüder Henninger in Heilbronn heraus. Das erste Heft enthält eine Reihe populärer ernster CommerS', Freiheits- und Vaterlands» lieder sowie heitere Rundgesänge. Nummcllieder und Hospizverse, die der Verfasser mit Geschmack und Geschick ins Lateinische und die Sprache der Hellenen überseht hat. Ich weiß nicht, was soll es bedeuten" — lautet in diesem Bnche also: Ißnoro czuid du,oo nidi vvlint mo»o tli»tit,illo; 08t llntisjuitati» ladoii» inlilk momoriko; lit kri^iän8 »ür, «ro^undn Nuit lidouu» z»1«,ciäu8 «t lutilkt mcinti» «llcum«« vxtroini, »olibus. — (Der neu« Rubens) Jemand hörte, dass Nubens mit einem einzigen Pinselstriche ein lochendes Kiudergesicht in ein weinendes habe verwandeln künnen. „Dazu brauche ich nicht einmal einen Pinsel, das kann ich mit dem Besenstiel!" erwiderte er trocken. Wiener Silhouetten. Wien. 11. Jänner. Eine hohe Frisur mit hohlgelegten Schlupfen! Das ist der süße Traum, der nun die Phantasie junger Mäd« cheu glückbringend umaaulelt, Der Berliner Friseur, der seinerzeit auf sein AuShiingschilb schreiben ließ: „Hier werben Damen drei Treppen hoch frisiert," er lßnnte jetzt hier sein Glück machen. Hohe Frisuren werben den Preis auf den Bällen gewinnen, wie sie denselben kürzlich beim Schau'Wett>PreiK.Eoncurre>iz.Frisieren errungen haben. Die Stirne weiden Stefanie-Wellen oder Stlrnlvckchen zieren müssen, nach der decretierten Mode» frisur wird eine ftillooll geschwungene Haarwäsche in Form eines liegenden Kreuzes oder einer Rosette die rechte Seite schmücken, während lückwälts mit einer Agraffe ein Haarlnoten gesteckt oder das Nackenhaar in Alabeslen-Formen gelegt wird. Die Frisrur-Ausstellungs-Iury hat diese Frisuren als „Mobefrisuren" proclamiert. und gegen diese Proclamation wird wohl kaum ein junges Mädchen zu demonstrielen wagen. Pie Damenwelt ist bloß darüber nicht ins klare gekommen, ob diese, durch Sachverständige sanctioniellen Frisuren sich für jede Gelegenheit schicken. Für das Thra, ter erschiene eine hohe Frisur jedenfalls bedenklich, man hegt auch Bedenken, mit den hohlen Schlupfen und den stilvoll geschwungenen Rosetten sich in eine Galoppade einzulassen, bei Besuchen würde der Hut dem Schwung der Schlupfen sowohl als auch dem Stil der Maschen gefährlich werben, fast scheint es also. dass die preisgekrönten Modefrisuren sich nur für daß Haus. für den Salondivan eignen werden. Die Damen, die sich nach der gepriesenen Mode werden frisieren lassen, sind nämlich gezwungen, sich zu hause, im Salon auf einen Divan zu sehen und sich dort bewundern zu lassen. Es gibt gewiss in der gebildeten Welt leinen Menschen, der es wagen wird, die große Bedeutung des Haarkünstlers in Zweifel zu ziehen, (tr «macht" den Damen den Kopf, er sichert oder erleichtert zum mindesten der Schönheit den Sieg; und auch mancher Mann hat seine Stellung einem vornehm gebrannten Schnurrbart, einem wohlzepflegten Backenbart ober einem geschickt gekrausten Lockenlopf zu danken. Die Friseure hätten e» aber bei der Ausstellung ihrer Kunstwerke bewenden lassen sollen. Brenneisen. Kamm und Bürste, Puder und Pomade sind da zu rechten Ehren gekommen. Mit dem Decretieren einer Normal-Modefrisur jedoch könnten die Haarliäusler die Meinung erwecken, dass sie nicht eine freie Kunst betreiben. Und das Fri« sieren ist eine freie Kunst Alle Frisuren passen nicht für alle. Jeder Kopf muss den echten Haarkünstler zu neuen Ideen begeistern. Er muss componieren und improvisieren, nicht bloß pomadisieren und frisieren können. Er muss bei jedem Haarwulf den Aefthetiler bekunden, bei jeder Schlupfwindung den Mann von Ge« schmack verrathen. So oft er hinter seine Kunden hintritt, muss er von vorne anfangen, den ingeniösen Erfinder herauszukehren. Jede Stirne, jedes Auge. jede Nase und jeder Mund, ja felbft die Ohrmuscheln, der Hals und der Nacken müssen seinem schöpferischen Geiste z» immer neuen Wuckerl.Nuancen, zu immer neuen Schneckerl'Apertzu» Anlass geben. DaS Leben, wie die Bühne, hat seine Heroinen und munteren Liebhaberinnen, seine Salondamen und Sentimentalen, und für diese muss der Haarkünstler Wolter- oder Hohenfels». Mitter-wurzer- oder VarsescuFrisuren ersinnen können, sonst hat er seinen Beruf verfehlt, und er hätte eher ein Handwerk erlernen sollen, als eine . . . freie Kunst. Auf dem Schlosse Goldegg, welche» Fürst Auere-fterg als Fioeicommih besah, herrschte ein einfaches, inniges, fast patriarchalisches Familienleben, Der Fürst lebte stets eingezogen und einfach. Seit zwvlf Jahren Erniedrigte und Beleidigte. Roman von Theodor Dostojewski. (7. Fortschuua.) So ganz anders, ganz entgegensetzt war jetzt alles, al» damals vor vierzehn Jahren, als Fürst Peter '"lalkowzll zum erstenmal auf seinem Gut war. Diese«-mal halte der Fürst allen Nachbarn, selbstverständlich °en vornehmsten, seinen Besuch gemacht; bei Nikolai Dsesge,ewllsch hatte er sich jedoch gar nicht gezeigt ""° lyn wle seinen Untergebenen behandelt. Und PM'ch ereignete sich etwas ganz Unbegreifliches! "yne zeden Grund kam es mit einemmal zu einem lorumchen Bruch zwischen dem Fürsten und Ichmenew. «on Helden Seiten sielen erregte, beleidigende Worte. ""He von unverschämten Horchern vernommen wurden. ... Ichmenew verlilß WassiljewLkoje in tiefer sitt-I" Entrüstung; die Geschichte war damit aber noch «Fl zu Ende. Durch die ganze Gegend verbreiteten l^/!e,widerwärtigsten Klatschereicl». Man versicherte. M Nikola, Ssergejewitsch, welcher den Charakter Übungen Fürsten richtig abgeschätzt, die Absicht au» 'alle Fehler desselben zu seinem eigenen Vottheile Wurmen; dass seine Tochter Natascha (die damals U°. '"bzehn Jahre alt war) den zweiundzwanzig. ^"vU"Iilnglia. in sich verliebt gemacht; dass Vater zl..l^- l diese Liebe untetstiltzt. obgleich sie sich den ^ U'" 2^w"' dass sie nichts davon bemerkt; dass d„?-^ und ..sittenlose" Natascha den jungen Mann. lein .?. ' « ^"^ N°nzen I"W« durch ihre Intriguen in »,.« ^ ..anständiges« Mädchen «esehen. deren b s^. ehrenwerten Häusern der benachbarten Guts->'vlr so viele heranreiften, ganz in ihre Nehe gezogen. Man behauptete endlich, dass die Liebenden sich bereits verabredet, sich insgeheim im Dorfe Grigorjewo, etwa fünfzehn Werst von WassiljcwHloje. trauen zu lassen, und dass den Eltern bis zu den geringfügigsten Einzelheiten alles genau bekannt war und dass sie ihrer Tochter mit ihren schimpflichen Nachschlagen zur Seite gestanden. Mi! einem Worte: ein ganzes Buch könnte das nicht fassen, was die Klatschgenossen beiderlei Ge« schlecht« betreffs dieser Geschichte zu ersinnen gewusst. Am merkwürdigsten aber war, dass der Fürst allen ^diesen Klatschereien Glauben schenkle und einzig des« halb infolge eines anonymen Brief-s, der ihm aus der Provinz zugesandt worden, nach Wassiljewskoje gekommen war. Ein jeder, der den alten Nikolaj Sser» gejewilsch Ichmenew auch nur einigermaßen kannte, hätte natürlich nicht ein Wort von all den Verleum. dm'gen glauben dürfen; aber. wie es nun einmal zu sein pflegt, ereiferten sich alle. schwatzten und schüt. lclten die Köpfe . .. und verurlheilten ihn rückhallslos. Ichmenew aber war viel zn stolz, um feine Tochter vor diesen Klatschbasen zu rechtfertigen, und verbot seiner Gattin ausk strengste, mit irgend jemandem von den Nachbarn sich in Erklärungen einzulassen. Und Natascha selbst wusste auch nach Ablauf eines Jahres fast nichts von diesen Klatschereien und Verleumdungen ; die ganze Geschich!c hielt man vor ihr sorgsam verborgen, und sie blieb heiter und unschuldig wie ein zwölfjähriges Kind. Millleltmile spitzte sich der Conflict immer schär« ser zu. Diensteifrige Leule liehen die Zeit nicht unnütz verstreichen, es traten Denuncianten und Zeugen auf. die dem Fürsten endlich die Ueberzeugung beibrachten, dass die lanajährisse Verwaltung Ichmenews sich durch musterhafte Ehrlichlrit kemeswegö ausgezeichnet. So hat Ichmenew, wurde gesagt, vor drei Jahren bei Verlauf eines Haines 12 000 Rubel für sich behalten, was durch die klarsten Beweise vor Gericht bezeugt werben kann, und zwar umso leichter, da er sür den Verkauf des Haine« eine gesetzlich vom Fürsten aus-gestellte Vollmacht nicht gehabt, sondern nach eigenem Ermessen gehandelt und erst spater dem Fürsten die Uebrrzeuguna von der Nothwendiakeit dieses Verlaufs beigebracht und ihm dafür eine Summe eingehändigt habe, die derjenigen, welche er erhalten, lange nicht entsprach. Es waren dies natürlich, wie es sich später auch erwies, nur Verleumdungen. aber der Fürst schenkte dem Gerede vollen Glauben und nannte den alten Ichmenew in Zeugen Gegenwart einen Dieb. Ichmenew fuhr auf und antwortete mit einer gleich kräftigen Beleidigung; es entstand eine furchtbare Scene, die zu einem Process führte. Nikolai Ssergkjewitsch. dem einige Document« zur vollen Begründung seiner Unschuld fehlten und der. was hauptsächlich in Betracht kam, weder Be-schühsl halle, noch Erfahrung in Processsachen besaß, verlor seinen Process in erster Instanz, sein Bchh-lhum wurde sequestriert. In seiner Erregung beschloss er. nach Petersburg zu reisen, um p^rsönl'ch für jemen Process zu wirken, und übergab die Sache an i^r und Stelle einem erfahrenen Bevollmächtigter,. Dem Fürsten schien es bald klar geworden zu fein, dass er Ichni'n-w grundlos beleidig«. Doch waren von beiden Seiten kränkende Worte von solchem Gewicht gefallen, dass ein friedlicher Ausgleich unmi^llch war; der Fürst Die Liquidation habe nach § 50 der Statuten und nach den Bestimmungen des Handelsgesetzbuches zu geschehen. Mit 5cr Befriedigung der Gesellschaftsgläu» biger ist stets gleichmäßig und successive nach Maßgabe der verfügbaren Mittel vorzugehen. 5) Zur unmittelbaren Leitung und Ueberwachung der Geschäftsführung nach den Beschlüssen der Liqui, datoren sei uon denselben aus ihrer Mitte ein aus drei Mitgliedern bestehendes Comite einzusetzen, welchem nach Maßgabe der Verwendung eine angemessene Entschädi« gung für die Mühewaltung zu gewähren ist. Nach mehrfachen Debatten, an welchen sich nament» lich dir Herren Bamberg. Vaumgartner. Do« berlet und Kot nil betheiligten. wurde der erste Antrag einstimmig angenommen mit dem vom Herrn Kolnik proponierten Zusätze, dass rs den Liquidatoren anheimgestellt bleibt, sich aus der Iahl der Gläubiger durch Mitglieder mit berathender Stnnme zu verstärken. Ebenso wurden der zweite, dritte, vierte und der erste Theil des fünften Antrages einstimmig angenommen da. gegen der weite Theil dieses letzten Antrages, betreffend die Entlohnung des Liquidaloren»Colmtes, vom Ver-wattunzsiathe fallen gelassen. In das Liquidations - Comile wurden gewählt seitens der Nctionüre die Herren: Emerich ^ayer. Josef Luckmann. Matthäus Treun. Josef Kufchar nnd Vaso Petrikie,- seitens des Verwaltungsratheb die Herren: Josef Kordin. F. M Schmitt, Josef Klifve; «nd Johann Ianesch. Nachdem über Antrag des Herrn Doberlet schließlich die Generalversammlung jenen Herren, welche bereitwilligst erklärt haben, in das Liquldatioils.Eomite einzutreten, sowie auch den Herren Beamten der Bank für ihre mühevollen, ersprießlichen Dienste ihren Dank votiert hat, wurde die Versammlung geschlossen. — (San ctionierte Landtagsbeschlüsse.) Se. l. und l. Apostolische Majestät haben mit Aller-höchster Entschließung vom 7. Jänner 1885 den nachstehenden Beschlüssen des Krainer Landtages, stressend die Bedeckung des Erfordernisses des Landesfondes für das I.lhr 1885, die Allerhöchste Genehmigung aller, gnädigst zu ertheilen geruht, und zwar zur Einb/dung: k) eines 20proc. Zuschlages zur Verzehrungssteuer vom Weine. Wein- und Obstmoste und vom Fleische; b) einer selbständigen Auflage von 3 fi, nuf jedes Hektoliter verbrauchter gebrannter geistigerg Flüssi- keiten und o) eines 21proc, Zuschlags auf die valle Vorschrei, bung aller birecten Steuern sammt Staalszufchlä« gen — mit der Eischränkung j-doch, dnss die Aussage auf ge. brannte geistige Flüssigkeiten in der für die Verzehruna.?-steuer Cinhcbung al« geschlossen erklärte,, Stadt Laibach, gleichwie auf dem offenen Lande, weder bei der C^zen' gung noch bei der Einfuhr, sondern nach Wahl dls Verschleißers entweder bei der Einbringnng in die Gewerbs- und Aufbewahrungsräume oder erst beim Anzapfen zum Zwecke des Kleinverschleißes eingehoben werden dürfe. — (Diner.) Gestern nachmittags fand bei dem Herrn Landespräsidenten Baron Winkler und der Frau Baronin Wiuller ein Diner zu sechsundoreihig Gedecken statt. Cs haben daran teilgenommen: Seine fürstliche Gnaden der Herr Fürstbischof Dr. Missia. die Herren: Se. Excellenz FML. Baron NeinIander. Landeshauptmann Graf Thuru, Bürgermeister Gras« sell« mit dem Vicebürgermeifter Petrikic'. Hof, nth Graf Chorin sky und andere höhere Beamte der Landesregierung, infulierter Propst Dr, I a r c. Finanz« director Dimitz, Staatsanwalt Oberlandesgerichtsrath Persche. Handelskammer. Präsident Kuschnr. die Präsidenten der Ndvocaten- und der Notariatekammer Dr. Supantschitsch und Dr. Zupanc, mehrere Geistliche, Stabsoffiziere, Reichsraths. und Landtags» abgeordnete und andere Honoratioren. — Nächsten Samstag findet im Palais des Herrn Landespräsidenten die erste 8oir6o äHNLkuto statt, welcher, wie wir vernehmen, im Verlaufe der Saison noch zwei andere folgen solle». — (Eine neue Schule.) Wie man aus Unter-lrain meldet, werden mit Beginn des nächsten Früh» jahres die Schulschwestern zu St. Michael bei Ru« dolfswert ein Gebäude mit einer Mädchenschule erbauen lassen, in welch letzterer Mädchen eine vollständige AuS» bildung findeu sollen. Das Kloster, in dem die Schule zu Anfang b«s Schuljahres 1885/86 ervffnet werden dürfte, wird auch Schülerinnen in volle Verpflegung nehmen. — (Eissport.) Der eingetretene Schneefall hat dem fo lebhast betriebenen Vergnügen des Eiölaufens eine jähe Unterbrechung bereitet, welche voraussichtlich einige Tage andauern wird, bis Wieder das anzuhof-fende Frostwetter die Erhärtung und Bespritzung der EiSdecke ermsglicht haben wird. Es erübrigt uns daher nur retrospectiv zu berichten, dass das Concert am Sonntage, welches übrigens eingetretener Hindernisse Wegen nicht nachmittags, sondern schon nm die Mittags« stunde stattfand, sehr animiert ausfiel, und war die Eis. stäche trotz des ziemlich heftigen SchneefalleS von Hun. derten von CiSläufern belebt. Aus Veldes ist Samstag nachmittags das vollständige Zufrieren deL Sees telegra« phisch gemeldet worden; leider dürfte der für nächsten Sonntag in Aussicht genommene Ausflug durch den Schneefall vereitelt sein. — (Erfroren.) Der gewesene Elsenbahnbeamle Cadez. der vor Jahren wegen Irrsinn aus dem Dienste entlassen wurde, wurde vorgestern erfroren auf. gefunden. — (Unglücks fall.) Unweit Adrlsberg gerirth am vorigen Samstag abendö der zeitweilig als Con-ducteur tn Verwendung gestandene Eisenbahnardeiter Andreas Dimnil unter einen Laslenzug und wurde von demselben zermalmt. Der Verunglückte war Besitzer eines Hauses in der St. Petersftrahe in Laibach. Neueste M. Original-Telegramme der Laib. Zeitung. Trieft, 12. Jänner. Iusef Ritt« v. Bord > ni, Veiwallungsralh und ehemaliger commclcieller Direc» tor des „Lloyd", ist gestorben. Trieft, 12. Jänner. Die Handelskammer nahm nach langer Debatte den Anlrag an. die Petition der Vörsedeputation an dis Hn,dc>l«ministerium betreffs W^hl Tuest« als Kopsstatioi fiir die kutschen Dc>m-pferlmien zu unterstützen und die anderen österreichi» schen Handelskammern gleichst« um Unterstützung zu ersuchen. Olmiitz, 12. Jänner. Nächst Benatek im Bezirke Sternberg wurde der Gemeinderath Krelschmer von dem I.'s'assel! Iaplrlal aus Rache elmo'd?«, indem letzterer ihn am Halse würgte, sodann zum Ostova< bache schleppte und dort den Kopf Kretschmers fo lange unter Wasser hielt, bis der Tod eintrat. Krnkau, 12. Jänner. Ein? Wiener Correspondruz des „Czas" bezeichnet die Gerüchte über Mimstetkiisell, insbesondere betreffend den Handelsmimster Pino, auf Grund vollkommen authentischer Mittheilung als tendenziös erfunden. Agram, 12. Jänner. (Landtag.) Foll,<^ovic unterbreitet einen Dringlichkeilsantrag wegen Entsendung eine« AuKschusses aä doe zum Vehufe der Ausurlm« tung einer neuen Hausordnung. Die Abstimmung ilber diesen Antrag erfolgt vor Schluss der Sitzung. Hil-rauf beantragt der Piäsident die Avstimmima. über die Ausschließung des Abg, Pisaö»! von 20 Sitzungen. Hjurgjevlt nimmt mittlerweile den Psäsidentensitz ein. Pisaiiö und Kamenar, welche sprechen wollcn, wild das Wort nicht ertheilt, da keine Debatte gestattet ist. Der Antrag des Präsidenten wird hierauf angenommen. Agram, 12. Jänner. (Telegramm.) Der Redacteur des „Pozor" Clement Bo^ wurde wegen Ehrenbeleidigung, begangen durch die Presse, heule zu siebenmolmtlichem Arreste verurtheilt. Der Verurtheilte meldete bie Richtigkeitsbeschwerde an. London, 12. Jänner. Eine Depesche des Generals Wolseley aus Korti vom Gestrigen meldet: Ein uon Chartum am 28. Dezember abgegangener Vote ist hier eingetroffen und berichtete, dass General Gordon und seine Truppen sich wohl befinden. Gordons Dampfer hätten zur Verproviaittierung der Stadt aus dem Norden Vieh und Getreide befchafft Landschaftliches Theater. Morgen zum erstenmale: Gasparone. Operette in drei Actcn von F. gell und Richard Genüc. Musit von (5arl Mil-lüclcr. In Scene sseseht von Director Mondhcim-Schreiner. Die Costume sind nach den Figuriunrn des l, f. priv. Theaters an der Wien angefertigt. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. 7U.Mg. 722.39 4.0.2 windstill Schnee' ! „^' 12. 2 , N. 721.6t, ^. 0.K NO. schwach Schnee ^"" s . Ab. 718.16 ! - 0.2 windstill Schnee > 6«"« Schnccfall den ganzen Tan anhaltend. Das Taassiilittel dcr Wärme — 0.3°. um 2.9' über dem Normale, ________Verantwortlicher Redacteur: I.^Na^lV^ " > Danksagung. > W Für die sreundliche Auwcstnheit beim Begrab» M >M nisse meines Schwiegersohnes, Herrn > Eduard WamecKa > W !!"^!^?ie dem Abgeschiedenen gewidmeten Kränze W W m3..^ h'cmlt allen Nctrcffenden meinen tief- > ^ empfundenen Danl aus. iW W Laibach am 13. Jänner 1885. «M W Martin Nissmaul. W W .i^..?".n.'^^^^^'""^ aebcugl gebe ich im W > V""" ,'?" '!" ^am°n meiner Kinder und aller > ^ verwandten d,c tlcsbetrübende Nachricht von dem W M Ableben memes innigstgcliebtcn und unvcraesslichen W ^ Gatten, bczlehnugsweisc Vaters z " > ^ ^ > Lils! l»!,!l l!ll«s ,. llMsllüM > W l. t. General»Major M W Mittcr dc« österrcichilch°lais«lichcn Leopold.Orden«. Mitt« b«« !M ^W ustclrclchifch talserllchen Ovdcn« der eisernen Klone IN Class» ^> ^ laiscrlich ,»ef>lam chc» Guadcloup-Oiden« (il.rcubilraer bcr ^ » töniLli^n Fr^istadl Mnrch«n ^nd C7mmaN"tV ',3ste>> > Infantent-Vngade, !^D W welcher nach kurzen «eiden im «^, Ücoellsiahre heute W ^ nachts selig in dem Herrn entschlafen ist W M Die irdische Hülle des theuern Verblichenen wird W M Dienstag den 13. Jänner 1885 nachmittags 3 Uhr W M in der Wohnung am Szöchinyi-tcr Nr. 243 gehoben W M und am hiesige» ratholischen Fricdhofe zur ewigen W M Ruhe gebracht. Die heilige Seelenmesse wird Mittwoch W M den14.Iänncr1885frühi0Uhr in derr.l Psarrlirche W ^ l)laszi gelesen werden. ^ W Großwardein «m II. Jänner 1885. W W Friede seiner Asche! W W Elife Pölz Edle von Ruttersheim als Gattin. W M ssriedrich Pölz Edler von Nuttcrbhcim, f. l. Lieu» W M tenant, Richard Pölz Edler von RutterSheim k. l, W M Officicrs'Stcllvertrctcl. Nudolf Pölz Edler von Mut» W M tersheim. t. k. Militär. Zögling, als Sühne W M Gisela Pölz Edle von Nutteroheim, Elsa Pölz W M Edle von Nuttershei«, als Töchter M »» Course an der Wiener Görse vom 13. Jänner 1N84. »»«».»°!ft..°.n C°ur.b>»..° Gelb Nalt Ttaats.Anlehen. «ottnrente.......83 ,0 82-25 Duoerrente.......^,,.^ ^,4.^ 1854« 4 °/„ Staatslose 25,0 fi. 12« - — — I860« 5°/, ganze 500 „ I3N 75 137 25 l««a«5°/.> ffssnftcl ,00 . 142 75K3-18«« Staatölosc . . 10t, ^ 171'50 172>— I»e4« „ . ^ ^ 17<>.__ 171 _ «o,no,Ncntenschcine . per St. —---------— ^°/<> Oeft. Golbrente, steuerfrei . 105 40 105-00 Uesterr. Notenrente, steuerfrei . 98 40 »8 80 Ung. Golbrente 6 "/„ .... 12330 ,2» 45 " m " 4"/„ . . . . 86-25 9L-50 ', vaplerrentc 5 °/« . . . . 92-30 92 45 ,, «isenb.-Nnl. iLOfi. ö.W.S. I4L 50 147- - » Vstbahn-Prioritäten . . !»810 9850 ., Vtaats-Obl. (Ung, Ostb.) 120-5« 121 25 " », „" vom I, ,«?<> 105-80 ,0«-80 ,v ..''"lmien-Anl. l^ luofi. ö.W. „«-50 117 — ^?t!y-«tg.^osc 4"/« 100 st. . . 1IU-80 118-70 Grundentl.-Obligationen (fUr 100 fi. E,°M.). s'^° böhmisch«......i„«50 -- ^"/u gallzlsche......,01-uo ioz-30 ^«/„ mährische......IU570 --— -'"/« Nlcderösterrcichische . . . 105 —,0« 25 ^"/o vberosielrcichifche . . . .104-50 10« — » /u ftenische.......,u< — in5-20 ? /" « ^lHc u"b slavonische . 100 — 102— ""/«. sieoenbNrgische.....i0l-25 102-25 Gelb Ware 5 °/n Temesval««Banat« . . i«i-50 102 — 5>»/<> ungarische......10170 102 30 Andere öffentl. Anlehen. Donau-Reg.°Lose 5"/n 100 fi, . 1IL-75 117-25 bto, Nnlcihc 1N7«, steuerfrei . 104-50 IO5 — Nnlchen b. Slabtacmembe Wien 102-50 103-25 Uülchcn d. Stabtgcmcinde wic» (Eilbcr und Gold) .... — — — — Prämien-Anl.b.Stadtgem.Wieu 125 20 125 50 Pfandbriefe /i"/<.Golb. 122-75 123-25 bto. in 50 „ „ 4 >/, "/» »7 65 97-85 bto. in 50 ,, „ 4 n/n . U2-50 »3 — dlo. Prämien.Schulbversch.3"/» »«'^n »? — Ocfi. Hypothclenbanl ioj.0'/»"/» 100 — iou-«5 Ocft.'ung. Vanl verl. 5 "/<> . . 102-20 in» 4« bto. „ 4 >/,"/„ - 101-30 iol-70 bto. „ 4«/,. . . «^— V7dO Ung. allg. Nodencrebit-Ncticngcs, in Pcst in 1.183!» vcrl.5<'/,"/» 101-75 10250 Prioritiits > Obligationen (für 100 fl.) «Llisabclh'Weftbahn I. Emission m 75 — — sscrbinands-Nardbah!! in Silb. 106— 107 — Fianz-Ioscf-Vahn.....»0 20j »0 «0 Galizischc Korl - Ludwig - Vnh» /,"/» ' '00 10 100-50 Ocstcrr, Norwcstbahn .... 103— IN3-3U Siebenbiirger.......W — «u-25 Geld Ware Staal«bahn 1. Emission . . . 194— —-— Sllbbllhn 5 3 "/„......148 75 148-25 „ ll 5«/°......I25'b0 —.— Ung.'geliz. Nahn.....100 — 100 bo Diverse Lose (per Stus) Clcbitlose 100 fl...... i7g_ ,7,,^ Llary'Loose 40 fi...... 42^ 4g^_ 4»/„ Donau-Daulpfsch. 10a fi. . 114 .. 115 - t!a!dach« PrämleN'Anlehcn «>fi, 25— 24 — Osener Lose 40 fl...... 4,25 45... Palffy-Losc <0 st...... »775 ggzh Nolhcn Kreuz. öft. Gcj. v. 10 fi. 1» 05 1320 Mudolf-i'osb 10 fi..... 2o>^ ^._ Salm-Lose fl. . . . 3«-?b 3725 Vanl-Netten (per Stils) Anglo-Ocslerr. Van» 200 fi, . . «77» »8X5 Vanl-Gcscllschast. Mcucr 200 fi, _>---------— Nanlvercin, wiener, 100 N, . „ ,02-10 102-5«, Bbncr>Nnst., Oest,200ft.E. 40ypothclcnb,,öst, lou fl, »5n/"— yy... Landcrl'anl, ost,, 200fi, G,5«^2u Oderb. Eisenb. zou fi.S. ,4U-50 150 — ^mbergCMnow-Iass», Eisen« vah»«Gesell, 2l»N d.W. , . 207-50 208 50 ^lovd, ost-unn.Tlicft5.Wfl.CM. 54<— 54« — Ocflerr, Norblveflb, 200 fi. Gilb, ,7, — 17,-50 bto. slit,. Il) »00 fl. Silb« . 175-75 17«-— Prag-Dürer Eiscnb,,5»0ll, Vllb. 37— 28 — issudolf »al»> ,«<> fi. Silber . . ,84 — ,8450 Kicbcnbürncr (iiscnb, 200 fl, , 181— ,«,75 3»aatsc>scnbal»n 200 fi, ö, w, . 298 75 2V» — Gelb säre Eübbahn 2s>0 fi, Silber . . - ,i^Noldd,l»nb..V.z!«ost,«Vl. i5»_ iz» 50 Thrih Bahn 200 fl. ö, W. , . 24»,^ 24„ 5l» Tramwav'Gcs.wr ,70 fi 0, N, 2iü 21« 5« „ wr,, neu loosi ,08 — 10« «' Transport.WescMckaft 100 fi, . —— «« -Ung.-naliz. Eiscnb, 200 sl Silber ,75-40 ,75-8l» Ung, Vlordofibahn 200 fi, Silber I7U-25 I7»?li UngWefib sNa»b-Graz)200fi.S. ,75 — 175«; IndnstrieActien sper Stllil) Egvbi unb Kindbera. Eisen« unb Stahl >Inb. in Wien 100 si. . 97 — »» — «iisenbahnw.-keihg, I,»„V4«'V„ ,0750 1N8 »5 „Elbciüllbl". Papiers, u, V-G, », — «, — Montan-Gescllsch, ofterr,.alpine 43«« 4» »<» Prasser EiscnOod-Gcs, »no s!, 151 — 15«-— S»l«o-3ars. L>I>-nrafs, ION '. . ,<>o-— I00L5 w»fscns,^G , Oeft in W. lOO «I. 125 — 130 — Trisailer ssohlenw.-Ves. I»0 ff. . __.^ ^ _ Devisen. Deutsche Plätze......uo 4y eo «0 London.........123-75 1»4-,5 Pari?.........4885 4»-„c» Petersburg.......—— — — Valuten. Ducaten........ 5 80 5-8» ««'sslancs-Vtilcke..... »79 »7»^ Silber......... —-— — — Deutsche Meichsbanlnoten . , «0 40 «0 5«