Laibacher SCHILZEITUIG. Anzeigen werden billigst berechnet. Bestellungen, Ankündigungen und Beilagen sind ausschließlich nur an die Verwaltung : Oberlehrer Adolf Wein-lich, Laibach, Oberrealschulgebäude, zu richten. Monatsschrift des Krainischen Lehrervereines. Leiter: Florian Hintner, Pogačarplatz l. XXIX. Jahrgang. Vereinsmitglieder erhalten das Blatt umsonst. Bestellgebüren und alle Zahlungen für das Blatt sind an den Zahlmeister des Vereines, Oberlehrer Adolf W e i n 11 c h in Laibach, einznsenden. Erscheint am 15. jedes Monats: falls dieser auf einen Sonn- oder Feiertag fällt, wird das Blatt am nächsten Werktag ausgogeben. Bezugspreis: jährlich 4 K; halbjährlich 2 K, einzelne Stücke 40 h. Aufsätze und Mittheilungen über Schul- und Lehrerangelegenheiten, sowie Bücher und Lehrmittel zur Beurtheilung werden kostenfrei an die Leitung des Blattes erbeten. Handschriften und eingesandte Werke werden nicht zurückgestellt. . . . Nicht der Stand, sondern die würdige Behauptung desselben ehrt das Individuum. Fichte. Der Hausbischof. (Fortsetzung statt Schluss.) Ein Vorzug des Weibes, sagt man, ist das feinfühlende Herz, das nach des Dichters Worten «stillwirkend seine Welt» sich schafft. Das ist wahrhaft eine Ordenszier, ertheilt vom gütigen Himmel seihst. Das echte und rechte Weib muss Auge, Ohr und Herz dort haben, wo es mit helfender Hand eingreifen kann. In den höheren Classen pflegt man leider von der Strenge dieser Forderung an die Frau gar viel zu erlassen; da wird der Beruf des Weibes meist wo anders gesucht als in einem Liebesdienst am Kleinen und Kleinsten, einer Bauarbeit am Glücke der Hausgemeinde. Hier hört die Frau nur zu oft im Stundenschlage, der zur Pflicht ruft, einen leidigen Mahner, und fühlt die Erziehungsobliegenheiten als Joch auf dem Genick. Drum ist auch das Glück in solchen Häusern kein allzu häufiger Gast; denn dieses kehrt nur dort ein, wo die Menschen einfach sind, sich selbst entäußern und anderen dienen gelernt haben. Durch ein Glas Wasser, das sie selbst einschenkt, erwirbt eine Frau mehr Liebe als durch fünfzigtausend Gulden und ein dreistöckiges Eckhaus; ein ausgerissener Knopf, unaufgefordert an seine Stelle gesetzt, ein Handgriff, den sie aus eigenem Antriebe macht, um einem ihrer Familiengenossen seine Arbeit zu erleichtern, macht sie des Dankes werter als eine Wohlthätigkeitsvorstellung mit dem großartigsten, glänzendsten Programme. Aber es gibt doch Häuser, wo die häusliche Mutter, der «Hausbischof», wie wir sie oben nannten, Hand und Fuß im Dienste der Ihrigen regt, die anderen und sich selbst beglückend. Nirgends ein faules Behagen; frisch der Fuß und rührig die Hand, der Blick klar, der Gedanke rasch, das Wort treffend, das Herz warm, das Ziel sicher, der Weg gangbar: das ist die Mutter und Hausfrau, ein wahrer Glücksbesitz für ihr Heim, das ihre Welt ist. In einem «Hausbischofe» dieser Art — das sieht jeder — hat auch die Kindererziehung ihre Wurzel und Weihe. Worin besteht nun das pädagogische Thun einer solchen Mutter? Ich antworte: Kern und Stern ihrer Wirksamkeit ist ihre Persönlichkeit. Ihr eigenes Herz ist der gute Geist, den sie dem Hause gibt. In ihrer Thätigkeit liegt nichts Gemachtes, nichts Handwerksmäßiges, nichts Fremdes und Inconsequentes; Schein und Schablone fehlen. Sie guckt ihre Erziehungsmethode nicht der Nachbarin ab, sie stiehlt sie nicht verständnislos aus Büchern zusammen; sie nimmt sie aus ihrem Kopf und Herzen. Ihre Macht ist eine persönliche, ihre Wirkung unmittelbare Nachwirkung. Solche Erziehungskraft erfasst jedes Kind und hält jedes in ihrem Banne. Das Kinderherz, ein trotzig Ding oft auf den ersten Blick, schmilzt beim Wehen solchen Geistes und gibt sich willig jedem erzieherischen Einflüsse hin. Mit der Liebe des Heilandes geht die häusliche Mutter ihren Kleinen nach auf geraden und krummen, glatten und unebenen Wegen; sie studiert die guten und bösen Seiten der Kinder, sie kennt bis auf das letzte Drähtchen, das kleinste Stiftlein oder Schräubchen am Spielgeräth die Interessensphäre der kleinen Erdenbürger, deren Pole noch Spiel, Essen und Trinken sind, und sie weiß ihre Erziehungsmittel danach einzurichten. Sie weiß, was im bestimmten Falle taugt, ihr feiner Spürsinn hat es bald heraus, ob die angeschlagene Seite im Innern des Kindes auch mit- und nachklingt. Eindruck und unbeugsame Stetigkeit sind ihre besten Helfer. Das gesagte Wort darf nicht verhallen, das gewählte Mittel nicht fehlschlagen, denn sonst hat sie nicht nur keinen Segen, sondern Unsegen gestiftet. Experimente, die misslingen, sind schlimme Kisse und Flecke im Adelswappen einer gebildeten Hausmutter. Jeder Befehl, jedes Verbot nimmt also Rücksicht auf die Individualität der Kinder; kein Keim darf dem jungen Herzen entsprießen, von dem der Hausbischof nichts weiß. Jedes Kind, eine Perle, eingesponnen in die Fäden feinster psychologischer Beobachtung, jeder Erziehungsact Schlüssel und Spiegel für seine Eigenart. Die denkende Mutter geht in der Erziehung langsam vor. «Wir haben Zeit, wir können warten», ist ihr Losungswort. Billige Ware ist in der Hauserziehung das blinde Dreinfahren, schwere Arbeit das Beobachten und Zuwarten, himmlische Gabe das Wegfinden. Darum hüte sich jeder, der dem Erziehungsgeschäft eines Hauses nur von außen zusieht, dem nur gelegentlich ein Blick ins Innere des Zuchtbetriebes einer Familie gestattet ist, gleich ein Urtheil über das Wahrgenommene abzuleiten oder gar vorschnell auszusprechen. «Die verzieht ihre Kinder» — gewöhnlich nimmt man einen minder wohl wollen den Ausdruck in den Mund — «ja in ganz unverantwortlicherWeise!» So sagt oder denkt doch mancher, wenn er zufällig Unschicklichkeiten, Egoismus, Unliebenswürdigkeit usw. seitens kleiner Kinder sieht und statt des erwarteten straffen Einschreitens nicht einmal ein Tadelwort von den Lippen der Mutter fallen hört. Eine Mutter sieht eben mit anderen Augen als der Fremde, der in ihre Geisteswerkstatt zu blicken vermeint. Sie misst mit Maßstäben, die der letztere nicht kennt, und lässt sich von Rücksichten leiten, von denen er nichts weiß. Sie beobachtet nicht den einzelnen Fall, sondern hat ihr Auge aufs Ganze gerichtet; sie kennt das innerliche Werden und Wachsen der kleinen Gehirne und Herzen, sie hat das feinfühligste Verständnis für die Welt der kleinen Regungen, Beweggründe, Begehrungen der Kinder. Sie allein vermag sich in die inneren Zustände, die subtilen Gedankengänge, die einfache und unverfärbte Gefühlsweise der Kleinen zu versetzen, sie versteht ihre Reden und Fragen, die ausgestreckten, tastenden Finger, mit denen sie die Außenwelt zu packen suchen. Und darum fährt sie nicht gleich mit Druck und Verbot darein, wenn es für die geistige und körperliche Gesundheit ihres Kindes nicht unbedingt nothwendig ist, dass das Falsche weggeräumt und das Gute an seine Stelle gesetzt werde. Durch Takt und Zuwarten stellt sie besseren Einklang, schöneres Ebenmaß her, als durch Stock und Verweis, aber sie wird nicht zögern, auch diese in ihr Amt treten zu lassen, wo die Erziehungsaufgabe es gebieterisch heischt, wo Roheit, böser Wille, Faulheit und andere unehrenhafte Untugenden in den Weg treten. Im Befehlen und Verbieten thut sie lieber zu wenig als zu viel, sie pflegt die Kunst des Scherzes, wo sie hingehört, und weiß Ernst und Entrüstung zu handhaben, ohne sie in abstoßende und geschmacklose Formen zu kleiden. Sie wird nicht von Launen und wechselnden Neigungen beherrscht, sondern beherrscht alles das. Sie zertritt nichts mit ihrem Fuße, was lebensfähig und lebenswert ist, was zu keimen, zu wachsen, zu reifen verdient. Kurz: sie lässt gute Gewohnheiten langsam groß werden und Untugenden langsam und sicher sich selbst auffressen, denn sie weiß, dass sittliche Ideen und ästhetische Formen nicht ruckweise entstehen, sondern erst mit Geduld und Zeit erobert werden. Ja, gesagt ist’s bald: So musst du thun, so musst du denken, fühlen, reden, dies musst du wollen, dies stehen lassen! Aber ist’s auch so leicht gethan? Wieviel von solchen Vorschriften und Regeln, Geboten und Verboten nicht ausgeführt wird, zumal wenn es an unnachsichtiger Consequenz und Controle fehlt, weiß man. Wieviel Elternautorität, wieviel angequälte Würde geht in dieser Beziehung verloren! Das Fleisch ist eben schwach, wenn der Geist auch nicht bösen Willens ist. Aber setzen wir auch den Fall, es werde jede solche Anordnung augenblicklich befolgt. Hat solcher Gehorsam auch den Wert, den man ihm gemeiniglich beimisst? Ist das Ziel erreicht, dem denkenden Erzieher genug gethan? Ich muss auf diese Fragen mit einem dick unterstrichenen Nein antworten. Wer die Geheimnisse des Seelenlebens kennt und Achtung hat vor dem wunderbaren Leben im Kindesgehirn und der unei'schöpfliehen Fülle der Gedanken und Impulse, wer die Riesenkraft ermisst, mit der gerade kleine Kinder die ihnen noch fremde Welt erfassen, um sie zu tragen und von ihr getragen zu werden, wer weiß, wieviel kleine und kleinste Dinge so ein kleiner Mensch wundernd in seinem Gehirn wälzt, dem wird solcher Gehorsam gegenüber Befehlen und Verböten, die nur von außen an das Kind herantreten, mit seinem eigenen Fühlen und Denken aber nichts zu thun haben, nicht allzu hoch einschätzen. Es ist ein Stillestehen im Vorstellungslaufe, aber kein Vorwärtsgehen in besserer, neuer Richtung. Man schaffe nur den Stein des Anstoßes, das Gebot oder Verbot, beiseite, und man wird sehen, was die Folge ist! Das Kind wird das thun, was ihm früher verboten, bezw. das nicht thun, was angeordnet war, weil es eben von der Verkehrtheit, bezw. Richtigkeit seines Thuns noch keine Ahnung hat. Für den Augenblick ist allerdings etwas erreicht, indem die Wahlfreiheit des Kindes ausgeschlossen wurde; aber es war nur eine taube Blüte, die keine oder nur eine Scheinfrucht trägt. Die rechte Mutter aber begnügt sich nicht mit Scheinerfolgen ; sie will aus ihren Kindern Menschen, Persönlichkeiten machen, und darum zielt sie auf Dauerergebnisse. Sie weiß, dass sie es mit unfertigen Geschöpfen zu thun hat, die erst ausreifen müssen, und darum ist sie sparsam mit Befehlen und Verboten und übt keinen Zwang, wo das Kind seinen Weg mit der Zeit selbst finden kann. Warum soll das kleine Gehirn gerade immer dieselben Wege gehen, wie der Erzieher? Es hat doch seine eigene Organisation, und wenn es zu demselben Ziele geht, zu Güte, Sittlichkeit und Menschenwürde, dann mag es immerhin seine eigene Bahn ziehen. Denn ohne Eigenart ist der Mensch ein Schatten und keine Persönlichkeit; soll er Kraft und Gestalt gewinnen, so muss er seinen Willen haben, der nur zu lenken, nicht zu brechen ist. Am jungen Willensstamm darf man aber nicht mit roher Gewalt ziehen und zerren, wie der grausame Fichtenbeuger Sinnis der Sage es mit seinen Bäumen machte, sondern mit zartem Zug und leisem, leichtem Druck und Gegendruck ist ihm seine Richtung zu geben. Alba Hintner. (Schluss folgt.) Drei kleine Mächte aus dem Reiche der Wortbildung. Von Flor. Hintner. (Fortsetzung.) Auch der zweite der winzigen Machthaber aus dem Kleeblatt der Wortbildungssilben er-, ver- und zer- hat ein volles und verbrieftes Recht darauf, für einen frechen und ungeschliffenen Gesellen gehalten zu werden, der im Umgänge mit anderen nicht die mindeste Rücksicht walten lässt. Auch er ist von Haus aus ein wohlausgewachsener Sprössling der Sippe der Vorwörter, aber der Schlingel scheint es bereits in seiner zartesten Jugend so arg getrieben zu haben, dass seine eigene Familie ihn verstoßen und zur Thür hinausgeworfen hat. In der Folge hat er sich zum Gesindel der Enterbten geschlagen und heute treibt er nur noch als heimatloser Präfix - Vagabund mit dem Zeitwortvolke seine groben Scherze. In alle Ecken und Enden findet der Sausewind seinen Weg, und den wehrlosen Zeitwort-Schönen bläst er in den Topf, dass ihnen Hören und Sehen vergeht und sie Gefahr laufen, um ihren guten Namen zu kommen und ihren schlichten, jungfräulichen Wortsinn dem Feuertode überantwortet zu sehen. Drehen und wenden wir den kleinen Wildling ein wenig ins Sonnenlicht und sehen wir zu, wie zwischen den dürftigen drei Lautzeichen der Vorsilbe Geist und Leben webt. Wie gesagt, birgt sich in der Vorsilbe ver- eine echte und rechte Präposition. Zur Zeit, als das Wort aus dem Dunkel vorgeschichtlicher Zeiten heraustrat und abweisender Germanenzorn es durch Gothenzungen ins Rauschen des Urwaldes rief, da lautete es fra, fair oder faur und hatte die klartönige und nicht misszuverstehende Bedeutung: «weg», «fort». Wie vollkommen erschöpfend und deckend das damals noch durch schönere Lautfülle ausgezeichnete Wörtchen der Bezeichnung des Verhältnisses der Scheidung und Entfernung gerecht ward, erhellt noch aus vielen gothischen Verbal-compositionen. Das gothische Zeitwort für «kaufen» ist bugjan; das Compositum frabugjan hat die Bedeutung: «verkaufen», «einen Kauf abschließen», so dass die veräußerte Sache weg, abhanden kommt. Vairpan (= griechisch Qlmeiv) bedeutet «werfen»; fravairpan nimmt die Bedeutung an: «von sich werfen», «wegwerfen», «ablegen». Im Althochdeutschen, wo die Vorsilbe die Formen far-, fir-, fer- und for- annimmt, und im Angelsächsischen, wo sie auch for- lautet, ist diese charakteristische Bedeutung, die sie von Hause mitbekam, gleichfalls in zahlreichen Zusammensetzungen nachzuweisen. Sie lebt in den neuhochdeutschen Wörtern: verdrängen, verfliegen, verjagen, verkriechen, verleiten, verreisen, versenden, verschenken, verschwinden, vertreiben u. a. fort. Noch dasselbe warmpulsierende Leben behält die Vorsilbe ver- in den Fällen, wo wir ihr eine privative, d. i. verneinende oder ausschließende Bedeutung beizulegen gewohnt sind. Demnach heißt «verbieten» (ahd. farbiotan, ags. forbeodan) und «versagen» (ahd. fersagen) wörtlich: durch ein Nein untersagen; «verhören» und «sich verlesen» werden schon in mhd. Zeit im Sinne von «überhören», bezw. «falsch lesen», «Vorschauen» für «übersehen», «nicht beachten» gebraucht. So zeigen heute Zeitwörter, wie «verachten» und «verkennen», die Bedeutung der Negierung des Begriffes in reinster Ausprägung. Eine besondere Aufmerksamkeit darf die Bedeutung des Vollbringens, Beendigens der Handlung beanspruchen, die sich gleichfalls mit dem genannten Präfixe verbindet. Auch hier spielt noch häufig die Vorstellung des Abhandenkommens mit herein. «Verbluten» (animam cum sanguine effundere) heißt: solang bluten, bis alles zum Lebens-processe nöthige Blut abgegeben ist; verbrauchen = solang gebrauchen oder daran zehren, bis nichts mehr da ist; vergießen = durch Gießen entfernen, wegschütten; verspielen — durch Spielen zu Ende bringen. Beispiele für diese Bedeutung lassen sich schockweis vom Wege pflücken: verändern, verbauen, verbergen, verbinden, verhehlen, verkleben, verknüpfen, vernageln, veröden, verpichen, verriegeln, verschließen, versichern, versinken, verwechseln u. v. a. Dass auch in fressen (== veressen, aufessen) ein solches Verbum vorliegt, ist selbst manchem sprachlich Gebildeten nicht immer gegenwärtig. Ganz gleich neben der Bedeutung des gänzlichen Vollbringens und Zuendeführens liegt dann die Bedeutung eines Zuviel, Zulange. Selbst der sprachlich unerfahrenste Schulknabe erkennt, dass er diesen Sinn vor sich hat in «veralten» (= zu alt werden), «verbilden» (= durch Bildung zuviel thun), «verhungern (= durch Hunger umkommen), «verjähren» (= zuviel Jahre bekommen, durch die Länge der Zeit einwurzeln), «sich verliegen» (= zulange liegen), «sich versitzen» (= durch Sitzen versäumen), «verschlafen», «versalzen», «versäumen», «versieden», «sich verspäten», «sich versteigen», «verzweifeln» (= vor Zweifel vergehen) u. v. a. Auch hier entfaltet die ältere Sprache, wie immer, einen erfreulichen Reichthum solcher Bildungen, denen die leichte Durchschau-barkeit nur deswegen abgeht, weil das Stamm wort mit der Zeit abhanden gekommen oder doch nur einem sprachgeschichtlich geschulten Publicum geläufig ist. Welcher Deutsche, der seine Sprache mit dem Gemüthe zu erfassen gewohnt ist, hätte nicht seine helle Freude an frisch-farbigen Ausdrücken, wie «verbalden», «vergeilen», «ver-kallen» u. a.? Aber ich glaube nicht, dass der gebildete Laie eine Ahnung davon hat, was sie bedeuten. Die Wissenschaft, die uns sagt, dass das Adjectiv «halt» soviel bedeutet als «muthvoll», «kühn», dass in «geil» ursprünglich nichts Schlimmeres zu suchen ist als schwellendes Kraftgefühl und üppige Frohlaune und das Zeitwort kallen etwa unserem nhd. «schwatzen» gleichkommt, hilft uns auf den Damm. Verbalden heißt also: «übermäßig kühn werden», vergeilen: «sehr muthwillig sein», «sich erlustigen», verkallen: «zuviel schwätzen», «durch Ausschwatzen verwirken». Beispiele dieser Art könnten mühelos gehäuft werden. Ich habe mir nur die folgenden angemerkt: verbiten = zulange, vergeblich warten (Ulrich v. Lichtenstein 318, 31), verbriieten = vor Hitze vergehen (Hagen, Minnesinger 1, 135 a), vei-engesten = sich zu Tode ängstigen, vor Angst vergehen (Heinrich v. d. Turlin, Krone 26262), vergäben = durch allzugroße Eile verlieren (Konrad v. Würzburg, Trojan. Krieg 7951, Minnesinger 2, 238a u. ö.), verhärten = hartnäckig, verstockt werden (Minnesinger 2, 3696), verkramen = unnütze Käufe machen, sein Geld vertändeln (Der jüngere Titurel 3545), verloben — zu sehr loben (Wolfram, Parzival 86, 6), vermodeln = verunstalten (Oswald v. Wolkenstein 103, 3, 3), vernamen = durch zu häufige Nennung missbrauchen (Gottfried, Tristan 12289), verprisen = im Preisen das Maß überschreiten, sein Lob verscherzen (Gottfried, Tristan 4925), ver-queln = vor Qual vergehen (Wolfram, Titurel 53, 4), verschallen — zuviel in Schall bringen, verschreien (oft bei Walther und im Passional), versüren = ganz sauer werden (Berthold v. Regensburg 80, 1), vertriben = übermäßig antreiben (Wolfram, Parzival 93, 20), ver-wüeten = zuviel in Wuth gerathen, wahnsinnig werden (Hartmann v. Aue, Büchl. 1, 1796). Schon in manchen dieser genannten Zeitwörter ist die allgemeine Bedeutung des schlechten Resultates, die mir in der Reihe der nun folgenden Übergänge die nächste zu sein scheint, die vorklingende. Ein sehr belehrendes Beispiel für diese neue Abtönung des Sinnes ist das Verbum «verderben». In dem Simplex «derben» liegt noch nichts Schlechtes oder Ungünstiges; im Gegentheil: es hängt zusammen mit «derb» (ahd. dörp = ungesäuert), das soviel bedeutet, als «fest», «stark», «tüchtig». Erst durch die Composition wird die uns so deutlich fühlbare Deteriorierung der Bedeutung, der verschlimmernde Sinn hineingelegt, so dass das Zeitwort heute von niemand anders als gleichbedeutend mit «unnütz, schlecht machen» oder «zugrunde richten» empfunden wird. Auch die schon oben genannten «verhören», «sich verlesen», «verschauen» können auf diesen pessimistischen Zug der Sprache zurückgeführt werden. Recht deutlich ist diese üble Bedeutung der Vorsilbe in einigen adjectivisch gewordenen Participien des Präteritums zu verspüren, deren voller Sinn sich allerdings nur dem Sprachkundigen aufschließt. So scheinen mir Ausdrücke, wie «verlegen», «verbissen», «vermessen», «verschlafen», «verschlissen», «verweint» u. a. zu bezeichnungskräftig, als dass ich es über mich gewänne, ohne ein Wort daran vorüberzugehen. Was ist eine «verlegene» Ware, wen nennen wir einen «verlegenen» Menschen? Man braucht doch wohl kein bevorzugter Denker zu sein, um herauszubringen, dass man darunter eine zu lang gelegene und durch dieses lange Liegen entwertete, verdorbene Ware, bezw. einen Menschen, der zu lange ruhig gelegen, dadurch in Unthätigkeit versunken und zum frischen Handeln unfähig geworden ist, zu verstehen hat. Hat man einmal diesen Gesichtspunkt bezogen, so liegt die Bedeutung der ängstlichen Unruhe, der Bestürzung, des Betroffenseins gleich daneben. «Sich verbeißen» und «sich vermessen» heißt: mit zusammengebissenen Zähnen und mit allzu großer Schärfe eine Sache festhalten, bezw. seine Kräfte falsch messend, d. h. überschätzend sich an etwas wagen-, «verbissen» ist also der, der über alles Maß hinaus leidenschaftlich sich einer Sache hingibt; «vermessen» handelt der, der in Überschätzung seiner Kräfte zu Unmöglichem sich anheischig macht. «Verschlafen» nennen wir einen Menschen, der zuviel und zu lang schläft, demnach vor Schläfrigkeit sich zu frischer That nicht aufraffen kann; «verschlissen» ist ein Kleid, das durch allzulange Abnutzung abgefasert und unbrauchbar geworden ist. «Verweint» sind Augen, die zuviel Thränen vergossen und sich durch Weinen entkräftet haben. Aus der ursprünglichen Bedeutung der Vorsilbe («fort», «weg») entwickelt sich ferner leicht die des lateinischen Präfixes re-, wenn diese Entfernung und Verrückung als eine Rückkehr in einen früheren Zustand aufgefasst wird. Ja, diese Bedeutungsschattierung lässt sich schon nachweisen zu einer Zeit, wo die Vorsilbe noch nicht die Form einer so abgeschliffenen Wortmünze hatte, wie heutzutage. So heißt schon im Gothischen fragildan fast dasselbe, was das ahd. fargeltan und das nhd. vergelten beteutet, nämlich: zurückgeben, Empfangenes (Gutes wie Böses) in gleichem Maße wiedererstatten. Diese Vorstellung wird sich aufdrängen, wenn wir Verba wie: verbüßen (= eine Geldbuße für etwas zahlen), vergüten (= rependere), versöhnen (mhd. versüenen = wieder sühnen, ausgleichen), sich vergleichen und sich vertragen (= pacisci) und ähnliche unter die Lupe nehmen. Die Thatsache, dass durch die Verbindung mit ver- häufig aus einfachen transitiven Zeitwörtern intransitive entstehen, fällt zwar nicht dem grammatisch Ungeschulten, aber dem aufmerksamen Beobachter sprachlicher Erscheinungen auf. Neben manchen Beispielen, die oben für die Bedeutung des Vollbringens angezogen wurden, kann hier auf Verhältnisse, wie: schweigend verschweigen, fluchen: verfluchen, leugnen: verleugnen, säumen: versäumen, sorgen: versorgen, spotten: verspotten und ähnliche verwiesen werden. Manchmal steht dem Compositum jedoch kein Simplex gegenüber und die Verba erscheinen direct von Substantiven gebildet, z. B. von Witwe das Compositum verwitwen = zur Witwe machen. In diesen Fällen deutet die Vorsilbe ver- an, dass der Begriff des Dingwortes, der im Simplex liegt, erreicht oder verwirklicht werden soll. Ich greife aus dem älteren Sprachschätze nur ein paar Beispiele heraus, die mir bei der Lectüre durch die Finger liefen, und zwar vorwiegend solche Zeitwörter, die heute bereits abgestorben sind. Den Rückschluss auf die Culturverhältnisse und das Volksempfinden überlasse ich gern dem geneigten Leser. So lassen sich im erwähnten Sinne ausbeuten: veraffen (= zum Affen machen), vergansen (— dumm wie eine Gans machen), vergiseln (= einen zum Geisel machen), verhuoren (= durch Ehebruch entehren), verkebsen (— zu einer Kebse machen), vertoren (= zum Thoren machen), verwiben (= verweichlichen). Das Neuhochdeutsche verwendet diese Art von Bewirkezeitwörtern seltener; doch fehlen sie auch hier nicht ganz, wie vergöttern verketzern, versteinern u a. zeigen. Auch die aoristische Bedeutung schlägt beim Compositum mit ver- mitunter durch, während das Simplex, wenn ein solches zur Seite steht, die dauernde Handlung anzeigt. Eine momentane Handlung drücken aus die Transitiva: vergießen, verdunkeln, verdutzen, verkürzen, verdünnen, vereiteln, verlängern, vermindern, verschlechtern, vervollkommnen; den Eintritt in einen Zustand bezeichnen die Intransitiva: verbauern, verglasen, verharschen, verkohlen, verholzen, versanden, verwildern, verzagen u. a. Ein besonders zu berührender Fall ist es schließlich, wenn das ver- den lateinischen Präpositionen ob- und prae- entspricht, welche örtliche Gegenüberstellung und hindernden Grund zum Ausdrucke bringen. Ein Beispiel für diese Sinnabschattung ist das Verbum versiegeln (obsignare), dem im Gothischen faürsigljan entspricht. Hier ist die Thatsache der Beachtung wert, dass das gothische faur, wie man mit Recht vermuthet, in seiner ursprünglichen Bedeutung von fra und fair verschieden war und sich in der Hauptsache mit unserem Verhältnisworte vor deckte. Also heißt gothisch faürsigljan (mhd. versigelen) eigentlich: vor oder auf etwas siegeln, etwas mit einem Siegel verschließen, verwahren. Ganz ähnlich ist die Bedeutung von: vernageln, verriegeln, verschneien u. a. In ganz naher Verwandtschaft mit der Präposition vor begegnet uns ver- im Worte «versehen»; ich versehe mich eines Dinges = sehe voraus (praesagio, exspecto); ich versehe mich mit etwas — sorge vorhersehend für etwas (provideo). Fassen wir das Gewonnene zusammen und lassen wir noch einmal auf die wichtigsten Stellen das Licht fallen. Ein Wort wie verschütten soll uns die wesentlichsten der erwähnten Spielarten des Sinnes der Vorsilbe klar machen. Mit diesem Begriffe können wir folgende Vorstellungen verbinden: a) indem ich verschütte, schütteicheinen Gegenstand weg (effundo): «Die Köchin verschüttet das Spülwasser» (Abseitsbewegung); b) das Ding, das ich verschüttet habe, ist nicht mehr an der Stelle, ich habe es durch Schütten entfernt oder eingebüßt (profudi, perdidi): «Das Mädchen hat die Milch verschüttet» (Entfernung und Verlust); c) ich schütte eine Masse vor einen Gegenstand, mache ihn durch Schütten unzugänglich (obstruo): «Sie haben den Weg zum Hausthor verschüttet» (Gegenüberstellung und hindernder Grund); d) das Ding kann an rechter Stelle und für uns von Nutzen gewesen sein, durch das Schütten (obruendo) hat man einen Fehler begangen: «Die Quelle wurde verschüttet» (Schlechtes Resultat); e) indem ich schütte, bessere ich einen Schaden aus und stelle den alten Stand der Dinge wieder her (restituo): «Die Arbeiter haben den Spalt, der im Boden klaffte, verschüttet» (Rückkehr in den früheren Zustand). Neben diesen Hauptbedeutungen kommen die übrigen (Verstärkung des bloßen Verbalbegriffes, gänzliches Vollbringen und Verwirklichen, Eintritt in einen neuen Zustand, momentane Handlung, Verneinung und übles Thun, Übertreibung durch ein Allzuviel u. a.), die dem Präfix gelegentlich anhaften können, nicht so sehr in Betracht. Diese kurze Zusammenstellung der wichtigsten Bedeutungsübergänge des lautlich so dünnen, aber begrifflich doch recht vielseitigen Präfixes mag für die Zwecke meiner Leser genügen. Es sollte nur wieder dargethan werden, wie reiches Leben dem Suchen- den und Denkenden auch aus der magersten Partikel entgegenlacht und wie die Behandlung der Wortbildung und Wortbedeutung in die Tiefe der älteren Sprachgeschichte hinabsteigen muss, um sich die nöthigen Aufschlüsse beizustellen. Was beim Unterrichte nicht zur festen und sicheren Vorstellung in der Seele wird, das büßt Kraft und Duft bald ein; es ist für die Bildung in der Regel verloren. So bin ich nicht einen Augenblick im Zweifel darüber, dass ein gelegentliches Hineinleuchten in die Geheimnisse des Sprachbaues, ein richtig geleitetes Beobachten der geschichtlichen Sprachvorgänge auf dem leider oft so dürren Boden des Sprachunterrichtes reine Lernfreude aufsprießen lassen und die wünschenswerte Wärme für die edelste Schöpfung der Volksseele — die Sprache — herbeiführen werde. An Schätzen muss man heben, was zu heben ist, und in der Sprache gibt alles dazu Gelegenheit. (Schluss folgt.) Zur Reform des höheren Mädchenbildnngswesens. (Fortsetzung.) A r i t hm e t i k.* Lehrziel: Gewandtheit und Sicherheit in der Anwendung der vier Grundrechnungsarten in unbenannten und benannten ganzen und gebrochenen Zahlen. Fortgesetzte Übung im Kopfrechnen. Anwendung der gewonnenen Kenntnisse auf die Verhältnisse des bürgerlichen Lebens auf dem Gebiete der Hauswirtschaft, des Spar- und Versicherungswesens, der einfachen Vermögens-Verwaltung. Die Elemente der allgemeinen Arithmetik. I. Classe, wöchentlich drei Stunden. Das dekadische Zahlensystem. Römische Zahlzeichen. Die vier Grundrechnungsarten mit unbenannten und einfach benannten ganzen und Decimalzahlen. Metrische Maße und Gewichte. Das Rechnen mit mehrfach benannten Zahlen. Theilbarkeit der Zahlen; Zerlegung einer Zahl in ihre Primfactoren; größtes gemeinsames Maß und kleinstes gemeinsames Vielfaches. Die vier Grundrechnungsarten mit gemeinen Brüchen. II. Classe, wöchentlich drei Stunden. Wiederholung in Form von Aufgaben, insbesondere über das Rechnen mit Brüchen. Verwandlung gemeiner Brüche in Decimalzahlen und umgekehrt. Das Wichtigste über Verhältnisse und Proportionen. Die einfache Regeldetri unter Verwendung der Proportionen und der Schlussrechnung. Berechnung der Procente von Hundert und ihre Anwendung auf die im bürgerlichen Leben häufiger vorkommenden Rechnungsfälle. III. Classe, wöchentlich zwei Stunden. Zusammengesetzte Regeldetri. Abgekürztes Rechnen mit Decimalzahlen in einfachster Form. Einfache Zinsrechnung. Theilregel. Durchschnittsrechnung. Das Wichtigsteüber Geld- und Münzwesen. IV. Classe, wöchentlich zwei Stunden. Die vier Grundoperationen in allgemeinen Zahlen mit ein- und mehrgliedrigen Ausdrücken (unter Ausschluss der Rechnung mit Brüchen). Quadrieren der Monome, Binome und der dekadischen Zahlen. Ausziehung der Quadratwurzel aus dekadischen Zahlen. Fortgesetzte Übungen im Rechnen mit besonderen Zahlen unter Berücksichtigung der Geometrie (Flächenberechnung). V Classe, wöchentlich zwei Stunden. a) Arithmetik. Cubiere n und Ausziehen der Cubikwurzel aus dekadischen Zahlen. Gleichungen des ersten Grades mit einer und mehreren Unbekannten. Fortgesetzte Übungen im Rechnen mit besonderen Zahlen unter entsprechender Bezugnahme auf die Bedürfnisse des praktischen Lebens. b) Geometrie. Wiederholung in Form von Aufgaben über Flächenberechnung. Gegenseitige Lage von Geraden und Ebenen. Das unumgänglich Nothwendige über die körperliche Ecke. Hauptarten der Körper. * In der V. und VI. Classe: Arithmetik und Geometrie. Bezüglich der Geometrie in den Classen I bis IV sieh «Freihandzeichnen und Geometrische Anschauungslehre». VI. Classe, wöchentlich drei Stunden. a) Arithmetik. Wiederholung in Form von Aufgaben mit besonderer Berücksichtigung der Regeldetri , der Procent- und Zinsrechnung. Zinseszinsrechnung. Einiges über Wertpapiere; das Wichtigste über Wechsel und Versicherungswesen. (Lösung der hieher gehörigen Aufgaben mit thunlichster Verwendung der Schlussrechnung.) Die Grundzüge der einfachen kaufmännischen Buchführung. b) Geometrie. Leichtere Fälle der Oberflächen- und Rauminhaltsberechnung. Anmerkung. Die Wahl des Stoffes für die Rechenaufgaben hat mit steter Bedachtnahme auf die Bedürfnisse des praktischen Lebens, insbesondere des bürgerlichen Haushaltes, zu erfolgen. Aufgaben mit unwahrscheinlich großen Zahlen oder unwahrscheinlichen Bruchtheilen sind zu vermeiden. (Wird fortges.) Abrichtung oder Erziehung? Von Hedwig Schwickert-Lehmann. Mit einer gewissen freudigen Rührung beobachtete ich immer den kleinen Willy, wie er von seinem Erzieher, dem alten Landschullehrer, «verzogen» wurde. Dieser schlug den Kleinen nie, mochte er auch noch so lebhaft und eigenwillig sein; ja, wenn der Eigenwille des Kleinen sieh nicht auf geradezu unvernünftige und verbotene Dinge richtete, so unterstützte ihn sogar der Alte. Von Maßregeln, den Eigensinn des Kindes zu brechen, also einer systematischen Bekämpfung des ungeregelten Wollens, war fast nichts zu merken. Selten fiel ein hartes Wort. — Ich erinnere mich eigentlich nur eines einzigen Falles dieser Art. Da hatte das Gehen- und Gewährenlassen allerdings ein Ende. Der Junge war der zahmen Hauskatze auf den Schweif getreten, um zu erproben, wie sich das Thier bei Schmerzempfindungen verhalte. Das Wort des Tadels , das er bei der Gelegenheit zu hören bekam, war allerdings kein gelindes; es zeigte ihm, dass er an einer Schranke angelangt war, von der er früher nichts gewusst hatte. Aber die Rüge des Erziehers hatte offenbar lebhaften Wiederhall in der jungen Seele gefunden, denn seither hörte man von ihm in allen Variationen seiner bereits hochentwickelten Kindersprache: «Quäle nie ein Thier zum Scherz, denn es fühlt wie du den Schmerz». «Das wird einen sauberen Kumpan im späteren Leben abgeben, arbeitsscheu und zornig, wenn nicht alles gleich nach seinem Willen geht. Der affenzärtliche Alte erzieht sich seine eigene Zuchtruthe», sagte der Förster B., der seine eigenen Kinder prügelte, wenn sie schrien, und küsste und herzte, wenn er gerade guter Laune war. Ersteres kam öfter vor, denn der Kleine schrie geradezu nervenmörderisch, wenn er ein nicht näher zu bezeichnendes Schreimotiv in den Beinkleidern spürte oder unverdaute Kartoffeln ihn drückten oder wenn ihm der reichliche Genuss von Milch, Bier, Wasser und Fleisch, was er alles bekam, um «stark» zu werden, Unbehagen verursachte. Der rauhe Waldbär war eben der Ansicht, dass man tüchtige Menschen nur durch tüchtige Trachten von Prügeln und eiserne Strenge, kurz: durch unbeugsamen, starken Willen, womöglich aber durch schwere körperliche Arbeit schon in den Kindesjahren, erziehen könne. Der alte Schulmeister belegte diese Art der Erziehung mit dem vielleicht übertriebenen Ausdrucke «Affenabrichtung». Steine bearbeitet man mit Hammer und Meißel, Wachs knetet man spielend zwischen den Fingern. Das war sein Standpunkt solchen Gewaltmitteln der Zucht gegenüber. Ich fragte einmal den Alten nach seinen Erziehungsprincipien. Principien? sagte er mit spöttisch verzogenem Munde. Ich schlage nicht alles über einen «Leisten», denn es will mich bedünken, dass dies recht wohl bei Stiefeln gehe, nicht aber bei den geistigen und sittlichen Functionen der Kindesseele , seien diese nun guter oder unedler Natur. Vernunft, das Zünglein an der Wage des psychischen Organismus, die Seelenkraft, die alle Regungen im Gedanken- und Willensleben des Kindes klärt, regelt und leitet, diese Vernunft ist die Krone aller Erziehungsthätigkeit, ihre Weckung, Stärkung und Vervollkommnung — dies ist der Schlüssel zu meinem freien, von Fall und Gelegenheit dictierten Erziehungsgebaren. Und der alte Lehrer setzte mir seine Ansichten darüber auseinander, indem er etwa Folgendes ausführte: Was man gemeiniglich «Vernunft» nennt, meinte er, besteht aus mehreren Componenten, von denen der Wille als die bei der Erziehungssache maßgebendste Grundthätigkeit der Menschenseele betrachtet werden darf. Das Wollen des Kindes, ob nun vernünftig oder unvernünftig, äußert sich stets durch ein mit großer Energie wirkendes Verlangen, sei dieses nun auf Ziele der Eingebungen des Schönheitssinnes, des Vergnügungsdranges oder nur auf rein sinnliche Zwecke gerichtet. In jedem Falle soll man dem Kinde die Folgen der Ausführung seines Willens vergegenwärtigen, damit es einsehen lernt, dass unvernünftiges Wollen stets zu seinem Nachtheile ausfällt, die Natur selbst also unerbittlicher die Zuchtruthe schwingt, als ein mit Prügeln und Küssen zärtlich, aber inconsequent erziehender Vater. Bei unvernünftigem Wollen des Kindes führe man zuerst alles, was dagegen spricht, auf eine dem Kinde verständliche Art vor den Richterstuhl seines Verstandes. Das Kind wird dann erwägen. Bleibt es noch immer bei seinem unvernünftigen Willen, so spreche man sein Verbot mit Entschiedenheit und Güte aus, folgt es auch dann nicht, so mag es im Zustande moralischer und körperlicher Isolierung gehalten werden, bis sein wallendes Blut beruhigt und sein kranker Wille geheilt ist, was sich dadurch äußert, dass das Kind um Verzeihung bittet. Es müssen schon gänzlich verstockte kleine Bösewichte sein, welche nicht ohne das starke Mittel der Zuchtruthe zu einem Siege über sich selbst geführt werden können. In jedem Falle ist der Erfolg, der auf gütlichem Wege erzielt wird, ein im erzieherischen Sinne ungleich wertvollerer. Das äußerst bedenkliche Mittel der körperlichen Züchtigung ist nur zu sehr geeignet, einen der Hauptfactoren des moralischen Handelns, das auf keimende Ehrgefühl, im Kinde zu ertödten oder in ganz verkehrte Bahnen zu lenken. — Also lieber Zügel als Prügel! Aber dem rechten Erzieher stellt sein Takt auch noch manches andere Erziehungsmittel zur Verfügung, durch das er seiner führenden und regelnden Kraft Gestaltung geben kann. Eines der wichtigsten ist die Gabe und Bereitwilligkeit, dem Kinde in allem und jedem zur freundlichen Helfermacht zu werden. Der richtige Erzieher würdigt jede Frage, die dem wissbegierigen Kinde auf die Zunge tritt, und sollte sie ihm auch lästig fallen, einer Antwort in der Kindersprache, solange bis das Verständnis des kleinen Fragers befriedigt ist. Die Fragen erstrecken sich über alle nur erdenklichen Gebiete; über das Verhältnis von Gott zur Welt, über Mein und Dein, Schön und Hässlich, Scherz und Wahrheit und noch tausend andere Dinge will es Klarheit, zu den größten Geheimnissen der Schöpfung will es den Schlüssel haben, denn der kindliche Geist hat einen wahren Heißhunger nach Verständnis alles dessen, was in seinen Gesichtsbereich fällt. Man lasse nun zunächst stets nur schöne Eindrücke und Impulse auf diese Weise in die Kinderseele gleiten, doch würdige man gelegentlich auch das Hässliche eines streifenden Blickes. Nur bleibe man auch in der Darstellung desselben wahr, ohne Übertreibung. Das leidige Böse, oder sagen wir besser, das Negative in der Erscheinungswelt ist eben uothwendig, damit sich das Gute, Wahre und Schöne umso klarer herauskrystallisiere. Eines aber darf der denkende Erzieher schon gar nicht außeracht lassen, die individuelle Behandlung der Kinder. Er muss wissen, was an Gutem in der Seele des einzelnen Kindes zu wecken und zu nähren, was an widerstrebendem Wollen oder Nichtwollen darin zu brechen ist. Wie es in der Natur nirgends zwei vollkommen gleiche Individuen gibt, so sind auch die Kinder nach ihrer Art verschieden und die Berücksichtigung dieser Eigenart ist ein Hauptfactor der Erziehung, wenn sie nicht in starre Principienreiterei und Kasernendrill ausarten soll. Jene Erziehung ist die beste, die zur freien Kraftentfaltung des Guten führt; also: Güte und Gerechtigkeit, nicht: Gerechtigkeit und Härte. — So der brave, alte Landschulmeister, der heute schon in kühler Erde ruht. Aus Stadt und Land. Allerhöchste Auszeichnung. Dem Minister für Cultus und Unterricht Dr. Wilhelm Ritter von Hartei wurde der Orden der eisernen Krone erster Classe mit Nachsicht der Taxe verliehen. Veränderungen im krainischen Lehrstande. Zum Oberlehrer an der mit Beginn des Schuljahres 1901/1902 zur Eröffnung gelangenden dritten fünfclassigen städtischen Knaben-Volksschule in Laibach wurde der definitive Lehrer und provisorische Leiter der I. städtischen Knaben-Volksschule, Herr Josef Maier, ernannt. Weiters wurden im Bewerbungswege als Lehrer an die III. städtische Knaben-Volksschule nach Laibach versetzt: der Oberlehrer in Ratschach bei Steinbrück, Herr Johann Levee, der definitive Lehrer in Egg, Herr Franz Marolt, der Oberlehrer in Großlaschitz, Herr Karl Simon, und der definitive Lehrer in St. Veit bei Laibach, Herr Victor Jaklitsch. Mit der provisorischen Leitung der I. städtischen Knaben-Volksschule wurde der Oberlehrer an der II. städtischen Knaben-Volksschule, Herr Franz G a b ršek, betraut. Ferner wurden zu definitiven Lehrern, bezw. Lehrerinnen, ernannt: die provisorischen Lehrer Herren Johann Gantar in St. Barthelmä, Johann Ts eherne in Göttenitz und Josef Kr einer in Mitterdorf bei Gottschee, dann die provisorischen Lehrerinnen Frl. Emma Schitnik und Fräulein Sophie Z a j c in Assling, und zwar sämmtliehe auf ihren gegenwärtigen Dienstposten. Die definitive Lehrerin in Lustthal Frl. Helene Junowicz wurde im Bewerbungswege an die Mädchen-Volksschule in Gottschee und der definitive Lehrer und Leiter der Schule in Stockendorf, Herr Franz Maurin, in gleicher Eigenschaft nach Lichtenbach versetzt. Fräulein Francisca Tavüar aus Zirknitz kommt als Lehrerin nach St. Barthelmä, die Lehramtscandidatin Frl. Darinka Franke als Lehrerin nach St. Kanzian. Ferner wurde die Dienstesresignation der definitiven Lehrerin Fräulein Christine Schüller in St. Martin unter dem Großgallenberge vom k. k. LandeSschulrathe genehmigt. — An den Staatsmittelschulen Krains giengen nachstehende Veränderungen vor: Dem Professor des zeitlichen Ruhestandes Herrn Eduard Philipp in Graz wurde eine Lehrstelle am Staatsgymnasium in Gottschee, den Professoren Dr. Josef Pipenbacher in Rudolfswert und Dr. Johann Tertnik in Cilli wurden Lehrstellen am zweiten Staatsgymnasium in Laibach verliehen. Zu wirklichen Gymnasiallehrern wurden ernannt: Herr Anton Jošt in Mitterburg für das Staatsuntergymnasium in Gottschee, Herr Johann Maselj vom II. Staatsgymnasium in Laibach für das Staatsgymnasium in Rudolfswert, Herr Karl Schrautzer von der Staatsrealschule in Laibach für diese Anstalt, Herr Felician Aprißnig vom k. k. Staatsgymnasium in Triest und Herr Anton Zupan am k. k. Kaiser Franz Josef-Staatsgymnasium in Krainburg für die letztgenannte Anstalt. Herr Professor Dr. Rudolf A g e r in Rudolfswert wurde zum Professor am Communal - Gymnasium in Bregenz ernannt und Herr Professor Leopold Poljanec vom k. k. Kaiser Franz Josef-Staatsgymnasium in Krainburg an das k. k. Staatsgymnasium in Marburg versetzt. Der Leiter dieses Blattes, Gymnasiallehrer Florian H i n t n e r in Laibach , wurde zum Director des Communal-Gymnasiums in Wels ernannt. Aus dem k. k. Stadtschulrathe. In der letzten Sitzung wurde den Lehrerinnen an der achtclassigen deutschen Mädchenschule in Laibach Fräulein Jakobine Na gl a s die I. und Fräulein Agnes Zupan die IV. Dienstalterszulage zuerkannt. Ferner wurden zwei Gesuche um Geldunterstützungen erledigt und der Tag für die Abhaltung der Bezirkslehrerconferenz für die sloveuischen und utraquistischen Schulen des Stadtschulbezirkes Laibach festgesetzt. Eine Angelegenheit des Herrn Katecheten M. Šarabon wurde ihrer Erledigung zugeführt und eine Revision der Rechenbücher der I., II. und III. Stufe uud des Unterrichtsplanes für Volksschulen erörtert. Der Unterrichtsminister über die Lage der österreichischen Volksschulleürer. Der unter der Führung des Vicepräsidenten des Landesschulrathes Zabuseh beim Unterrichtsminister Dr. v. Hartei erschienenen Abordnung der Lehrer der deutschen und tschechischen Schulen Böhmens erklärte der Minister bezüglich der vorgebrachten Bitte um Verbesserung ihrer materiellen Verhältnisse, dass diese Frage, wie in den anderen Ländern, so auch im Königreiche Böhmen für die Lehrer nicht ungünstig stehe. Die Regierung habe, wie bekannt, in einzelnen Ländern neue Einnahmen zugänglich gemacht, insbesondere um die Verbesserung der Lehrergehalte zu ermöglichen. Was die weitere Ausbildung der Lehrer betrifft, nämlich, wie diese zu wünschen scheinen, in Hochschulcursen, so stehen derselben principielle Bedenken nicht entgegen, wohl aber die praktische Durchführbarkeit. Übrigens möchte der Minister nicht nur auf die Erweiterung, wie sie die Lehrer verlangen, sondern auch auf die Vertiefung der Kenntnisse Nachdruck legen. In Bezug auf die Heranziehung von Volksschullehrern zur Vertretung in den Landes-Schulbehörden werden sich die gegenwärtigen Verhältnisse von selbst ausgleichen, je mehr die betreffenden Lehrer sieh durch die pädagogische Thätigkeit und Ausbildung auszeichnen. Eine, wie der Minister bemerkt, sich immer mehr geltend machende erfreuliche Erscheinung, die Regelung des Disciplinarverfahrens, stehe endlich im Reichsrathe in Verhandlung. Der Minister selbst sei bemüht gewesen, die Sache einer raschen Lösung zuzuführen. Er habe dies gethan, obgleich er der Meinung sei, dass die Lehrer in Österreich sich größerer Freiheiten zu erfreuen hätten als in irgendeinem Lande der Welt. Lehrerversammlung. Über Auftrag des k. k. Stadtschulrathes Laibach fand am 13. Juni d. J. in der Turnhalle der I. städtischen Knabenvolksschule eine Lehrerversammlung unter dem Vorsitze des Herrn Bezirksschulinspectors Dir. Franz Levee statt. Aufgabe dieser Versammlung war es, einen neuen Vertreter der Lehrerschaft in den Stadtschulrath zu wählen, da Herr Oberlehrer Franz Raktelj auf sein Mandat verzichtet hatte. Von den 46 stimmberechtigten deutschen und slovenischen Lehrern und Lehrerinnen Laibachs betheiligten sieh 39 an der Wahl. Herr Oberlehrer Raktelj wurde mit großer Stimmenmehrheit wiedergewählt. Derselbe erklärte, sein Mandat annehmen zu wollen. Vor Beginn des geschäftlichen Theiles der Versammlung beglückwünschte Herr Oberlehrer Raktelj im Namen der Laibacher Lehrerschaft den Herrn Bezirksschulinspector zu dessen Ernennung zum Director der hiesigen Lehrer- und Lehrerinnenbildungsanstalten, worauf Herr Director Levee seinen herzlichen Dank zum Ausdrucke brachte und versprach, die Entwicklung des Laibaeher Schulwesens und die Hebung der socialen Stellung sowie der fachlichen Ausbildung der Lehrerschaft Laibachs auch weiterhin nach Kräften im Auge behalten und fördern zu wollen. Feier des siebzigsten Geburtstages. Am 9. d. M. feierte Herr Regierungsrath Dr. Friedrich Keesbacher, ein um das wissenschaftliche und Musikleben unserer Stadt hochverdienter Mann, im engeren Familienkreise das Fest seines 70. Geburtstages. Die «Laibacher Schulzeitung» hat allen Anlass, diesen Festtag nicht ohne freundlichen Gruß und Dauk vorübergehen zu lassen. So winden wir denn ein kleines Sträußlein und mischen uns unter die große Schar der Glückwünschenden und Anerkennenden, die mit theilnahmsvollem Blicke die arbeitsvolle, aber auch reich-gesegnete Laufbahn des trefflichen Arztes und Gelehrten überschauen und ihm nach einem laugen Lebenstage voll saurer Müh und Arbeit einen langen, stillen, friedlichen Ruheabend von Herzen gönnen. Regierungsrath Dr. Keesbacher gehört zu den Männern eigener Kraft, die durch rastlose,, unermüdliche Arbeit zur Höhe ihrer Aufgabe hinanklimmen. Es wäre nicht nur interessant, sondern zugleich wahrhaft erhebend, uns in das Werden und Wachsen des seltenen Mannes zu versenken, aber wir möchten die Feder nicht gern in Bewegung setzen, um, ein Stückchen Flor um den Ärmel windend, die schuldige Prise Trauerasche in die Spalten unseres Blattes zu streuen — nein, das Geschäft legen wir uns noch für lange, recht lange, am liebsten für ein Vierteljahrhundert, zurück. Für heute wollen wir nur daran erinnern, dass Regierungsrath Dr. Keesbacher auch einer der Unseren ist, ein lieber Mitarbeiter auf dem Felde der Jugenderziehung und Volksbildung, und zwar der treuesten und unermüdlichsten einer. Wer, wie wir, das Glück genossen hat, dem stämmigen Sohne der Tiroler Berge in den Jahren seiner noch ungebeugten Kraft und Rüstigkeit näher zu treten, seine beneidenswerte Allseitigkeit und Tiefe des Fachwissens, seine universelle Anlage und Geistesbildung zu bewundern, seine herzliche, gemüthliche Art und echt deutsche Lebensanschauung kennen und schätzen zu lernen, der wird seiner nicht so bald vergessen. Wie in Dr. Keesbachers Brust überhaupt die Liebe zu allem Großen und Schönen Raum hatte, wie er sich stets am wohlsten fühlte in einem kleinen Kreise erlesener Geister und in der Luft des Deutschthums, Fortschrittes und der Geistesfreiheit, die auch uns umgibt, nährt und belebt, so hatte auch die heranwachsende Jugend und die Idealwelt der Erziehungswissenschaft einen stillen Winkel in seinem Herzen nicht nur vorübergehend, sondern dauernd bezogen. Unserem Blatte gab er viele Beweise seiner aufrichtigen und hochehrenden Freundschaft. Sein Wunsch, sein Rath, seine Feder sind der «Laibacher Schulzeitung» oft und oft in freundschaftlicher Treue beigesprungen. Oft und gern hat unser Freund — so dürfen wir ihn wohl nennen — seine Stimme in Fragen der Schulhygiene erhoben und sich mit der zünftigen Lehrerschaft verständigt über das, was der Schule und der Erziehung noththut. Er war unser Arbeitsgenosse im besten Sinne des Wortes, uns verbunden durch reine Menschenliebe, treues Volksbewusstsein und fesselfreien Sinn, mit einem Worte: durch den Geist, der edle Kräfte in Bewegung setzt. Dr. Keesbacher war in seinem ganzen Leben niemals ein Fertiger, der mit seiner Bildung abgeschlossen hatte. Er war der ausgesprochene Gegensatz zum Bildungsphilister unserer Zeit, der mit dem letzten Rigorosum sein Geistesränzlein für alle Zeiten schließt und von seiner akademischen Vox-bildung bis ins hohe Alter sein Geistesleben kümmerlich nährt; er war ein immer Werdender, immer Suchender geblieben, noch als reifer, ja hochbetagter Mann Neues ergreifend, eifrig lernend und umlernend, ein Mann, der die Welt immer von neuen Gesichtspunkten betrachtete, auch die Jugend verstand, nach immer neuen Zielen ausspähte und ihnen zustrebte. Und darum sagen wir heute: Herzfrisches Heil Dir,, der Du mit uns des Weges zogest! Möge Dein Lebensabend friedlich und schön sein und der Himmel allen Gesundheitszerstörern, Friedens- und Glücksfeinden die Thür vor der Nase schließen ! Denn Du bist einer von den wenigen, auf die wir Deutsche in Krain schauen dürfen in berechtigtem Selbstbewusstsein, im Gefühle unseres Wertes. Von der neuen Realschule in Idria. Das k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht hat die Errichtung einer Unterrealschule in Idria auf Kosten der dortigen Stadtgemeiude sowie die Anwendung des diesbezüglich vorgelegten Lehrplanes an dieser neuen Anstalt genehmigt und gleichzeitig den k. k. Landesschulrath ermächtigt, die Eröffnung der I. Classe mit Beginn des Schuljahres 1901/1902 unter der Voraussetzung zu gestatten, dass die Gemeinde den Nachweis über die Erfüllung der bezüglichen, normierten Bedingungen rechtzeitig erbringe. Zum Director an der jungen Anstalt wurde Herr Realschulprofessor Karl Pirc in Laibach ernannt. Volksschullehrer sind öffentliche Regierungsorgane. Das k. k. Justizministerium hat unter dem 1. d. M. den Gerichtsstellen eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofes mitgetheilt, in welcher die Volksschullehrer als «öffentliche Regierungsgeschäfte besorgende Organe» bezeichnet werden. In der Begründung dieser Entscheidung wird angeführt, dass mit dem Gesetze vom 25. Mai 1868 der Grundsatz ausgesprochen sei, dass dem Staate die oberste Leitung und Auf- sicht über das gesammte Unterrichts- und Erziehungswesen zustehe. Das Reichsvolksschulgesetz vom 14. Mai 1869 erklärt den Dienst an öffentlichen Schulen als ein öffentliches Amt. Die Lehrer an den Volksschulen bekleiden daher ohne alle Rücksicht auf den Fond, aus dem sie das Gehalt beziehen, nach positiven Bestimmungen des Reichsvolksschulgesetzes ein öffentliches, jedem einzelnen Lehrer von der Staatsgewalt übertragenes Amt. Kunstgewerbliches Schulwesen. Für den in der Zeit vom 1. August bis 10. September in Salzburg stattfindenden Faehcurs für Lehrkräfte an kunstgewerblichen Lehranstalten hat das k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht aus Krain folgende Herren berufen: den Leiter der Fachschule in Gottschee Herrn Josef Knabl und die Leiter der kunstgewerblichen Fachschule in Laibach Herren Cölestin Mis und Ernst Cigoj. Das fünfzigjährige Lehrerjubiläum wird im Laufe des heurigen Jahres Herr Josef Messner, Oberlehrer in Commenda, begehen. Erst kürzlich hat Herr Oberlehrer Franz R a k t e Ij , ein Schulcollege des ersteren, ebendasselbe Fest gefeiert. Lehrermangel. Für die in Suchen, politischer Bezirk Gottschee, erledigte provisorische Lehrstelle bat sich trotz der diesfalligen üblichen Kundmachungen kein Bewerber gefunden. Aus diesem Grunde musste ein Lehrer aus Gottsehee zur Supplierung der Stelle abgeordnet werden. Grabdenkmal für einen Lehrer. Am 8. d. wurde in Rakek vor Beginn der Lehrerconferenz für den Bezirk Loitsch das Grabdenkmal für den verstorbenen Oberlehrer Johann Poženel enthüllt. Schlussfeier des evangelischen Kindergartens. Mit einem recht gelungenen kleinen Gartenfeste in Rosenbüchel wurde am 2. d M. der hiesige neugegründete evangelische Kindergarten, den über 20 Kinder besuchen, über die Ferienzeit geschlossen. Unter Leitung der Kindergärtnerin Frau Emmy Jaquemar führten die Kleinen ihre Gesänge und Spiele vor, nahmen eine Jause ein und genossen in dem zu einem derartigen Kinderfeste vorzüglich geeigneten Garten der genannten Wirtschaft ein paar recht glückliche Stunden. Die Obmännin des evangelischen Frauenvereines, Frau Rosine Eder, mit den übrigen Vereinsdamen empfieng und bewillkommte die Gäste. Am Schlüsse sprach Herr Pfarrer Jaquemar in warmen Worten seine Freude über den zahlreichen Besuch aus und betonte, dass allen Betheiligten das Blühen, Wachsen und Gedeihen der Anstalt eine Herzenssache sei. Diese Worte fanden bei allen Festgästen einen freundlichen Wiederhall, und mit dem frohen und starken Gefühl des Dankes und den besten Wünschen für die junge Stätte der Kinderpflege im Herzen kehrte groß und klein in reinster Festesfreude heim. Zum Fachinspector für den Zeichenunterricht an Mittelschulen, Lehrer- und Lehrerinnen-Bildungsanstalten in Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Kärnten und Krain sowie an den gedachten Lehranstalten mit deutscher Unterrichtssprache in Tirol wurde Herr Schulrath Hermann Lukas, Professor an der Staatsrealschule in Salzburg, für weitere drei Jahre ernannt. Zuschrift. Gottschee am 10. Juli 1901. (B ez i r k s 1 e h r er co n fer e n z.) Die diesjährige Confereuz der Lehrerschaft der deutschen Schulen des Bezirkes Gottschee fand am 3. Juli d. J. im neuen Schulhause zu Obermösel, einer der größten und hübschesten Ortschaften der Sprachinsel, — das Dorf war aus diesem Anlasse mit schwarz-roth-goldenen und schwarz-gelben Flaggen reichlich geschmückt — unter dem Vorsitze des k. k. Bezirksschulinspectors Peter Wolsegger statt. Bei Eröffnung derselben gedachte der Vorsitzende zunächst Seiner Majestät unseres erhabenen Kaisers Franz Josef I., als des Schöpfers der Volksschule und obersten Schutzherrn derselben und brachte ein dreimaliges «Hoch» auf den Monarchen aus, in das die Versammlung begeistert einstimmte. Sodann lenkte er die Aufmerksamkeit der Conferenztheilnehmer auf den Vorsitzenden des k. k. Bezirkssehulrathes, Landesregierungsrath Dr. Ludwig v. Thomann, der Ende Juli ans dem Bezirke scheidet, und schloss mit einem von den Anwesenden beifällig aufgenommenen dreifachen «Hoch» auf denselben. Die Confereuz fasste sofort den Beschluss, dem scheidenden Bezirksschulraths-V orsitzenden für dessen scbulfreundliches Wirken und Wohlwollen, das er jederzeit der untergebenen Lehrerschaft gegenüber bewies, ein von allen Theilnehmern gefertigtes Dankschreiben abzusenden. — Nach freundlicher Begrüßung des Lehrpersonales ernannte der Herr Vorsitzende zu seinem Stellvertreter den Oberlehrer Ostermann (Rieg), während die Versammlung Lehrer Erker (Unterlag) und Lehrerin Tomschitseh (Mitterdorf) zu Schriftführern wählte. Nach Mittheilung und Besprechung einiger Erlässe, betreffend den Vorgang bei Behandlung der Schulversäumuisse, gieng der k. k. Bezirksschuliuspector auf seine bei den Inspectionen gemachten Beobachtungen über, denen Folgendes zu entnehmen war: der Unterricht sei im allgemeinen befriedigend; die Lehrerschaft erfülle ihre Pflichten und pflege eifrig den patriotischen Geist in ihren Schulen; auch das außerdienstliche Verhalten sei ein correct.es und tadelloses gewesen; das gesammte Schulwesen des Bezirkes nehme einen erfreulichen Aufschwung. — Auf die einzelnen Gegenstände der Volksschule übergehend, bemerkte er unter anderem: Der Anschauungsunterricht möge fleißiger betrieben werden. Aller Anschauungsunterricht ist zugleich auch Sprachunterricht; das Kind soll in vollständigen Sätzen, nicht aber, wie es oft geschieht, mit «ja!» oder «nein!» antworten. Beim Lesen achte man darauf, dass die Kinder das betreffende Lesestück fließend und fehlerfrei lesen können. Sodann gab er eine Disposition zur Behandlung eines Lesestückes. (Es scheint, dass es Lehrkräfte gibt, die Lesestücke gar nicht behandeln können.) Beim Unterrichte im Kechnen sei auf das Kopfrechnen ohne Ziffern mehr Gewicht zu legen. Die geometrische Formenlehre werde zu stiefmütterlich behandelt. Beim Unterrichte in den Realien werde an manchen Schulen zu viel dociert. Der Unterricht in den Realien sei nur als eine Fortsetzung des Anschauungsunterrichtes zu betrachten. Beim Geschichtsunterrichte seien nur einzelne Episoden in chronologischer Reihenfolge zu behandeln. Was das Schreiben anbetriflft, wären recht schöne Schriften, wie solche in der alten Schule zu finden waren, kaum oder gar nicht zu finden; die Ursache liege in dem Mangel an Zeit für diesen Unterricht. Beim Zeichenunterrichte sei das Zeichnen nach der Natur jedem anderen Unterrichte vorzuziehen, und es wurde der Lehrerschaft «Der kleine Zeichner», 100 Lebensformen in entwickelnder Darstellung von Gustav Wehrenfennig, anempfohlen. Beim Unterrichte im Gesänge möge man besonders auf die Pflege des Volksliedes achten. Möchten seine Ausführungen und guten Rathschläge doch von jedermann befolgt werden! — Dem Berichte der Bibliothekscommission war zu entnehmen, dass die Bücherei 292 Werke in 734 Bänden zählt. Nach der Wahl der Bibliothekscommission und des ständigen Ausschusses für das nächste Schuljahr referierten Lehrer Kikel (Hohenegg) über «der Schulgarten in landwirtschaftlicher Beziehung» und Oberlehrerin C 1 a-rici (Gottschee) über «die Behandlung des realistischen Unterrichtes in vierclassigen Volksschulen, an denen die zweite Landessprache obligat ist». Beide ernteten für ihre gelungenen Ausführungen den Beifall der Conferenztheilnehmer. (Ob aber die Lehrerschaft irgendeinen Nutzen daraus schöpfte? Die Frage möge jeder Theilnehmer für sich unparteiisch beantworten. Gewiss aber wäre es sehr, sehr nützlich und belehrend für jene Lehrkräfte, und solcher gibt es nicht wenige, die nie eine Lehrerbildungsanstalt inwendig gesehen haben — ausgenommen in den Tagen der Lehrbefähigungsprüfung, — wenn anstatt derartiger Themen bei jeder Conferenz eine praktische Lehrprobe mit den Schülern einer Classe von einem erfahrenen Schulmann abgehalten würde.) Von den selbständigen Anträgen ist der des Lehrervereines Gottschee zu verzeichnen, dahin lautend, es möge höheren Orts erwirkt werden, dass, wie vor Jahren, wieder bald einmal ein landwirtschaftlicher Ferialcurs mit deutscher Vortragssprache in Stauden abgehalten werde. — Auf den Antrag behufs Revision der Lehrpläne wurden für die verschiedenen Kategorien der Volksschule Commissionen von je drei Mitgliedern gewählt, welche bis spätestens Neujahr dem ständigen Ausschüsse ihre Arbeiten abzuliefern haben, der dann auf Grund des gesammelten Materials die Referenten für die nächste Bezirkslehrerconferenz bestimmt. Nachdem nochmals in warmen Worten unseres erhabenen Monarchen gedacht und ein dreifaches «Hoch» auf ihn ausgebracht worden war, wurde die Volkshymue gesungen und die Conferenz geschlossen. Nach derselben versammelten sieh alle Theilnehmer in Hans Jonkes geräumigem und schattigem Gasthausgarten zum gemeinsamen Mittagsmahle. y. Rundschau. Steiermark. Die Gemeindevertretungen von Graz, Pettau, Radkersburg, St. Peter bei Graz, Liebenau, Eggenberg, Gösting u. a. haben die auf Schaffung eines Disciplinargesetzes gerichteten Bestrebungen der steiermärkischen Gesammtlehrerschaft als berechtigt anerkannt und die Erwartung ausgesprochen, dass der Landtag diese wichtige Frage ungesäumt in Berathung ziehen werde. Wien. Der Verein der Lehrerinnen und Erzieherinnen in Österreich fordert in einer Denkschrift an das Ministerium: 1.) eine höhere Fortbildungsschule für Mädchen der gebildeten Stände auf hauswirtschaftlicher Grundlage, eine Schule, aus der Frauen hervorgehen, die dem Berufe des Gatten, Vaters oder Sohnes Verständnis entgegenbringen können, die ihren Lebenszweck nicht in Putz, Vergnügungen und Luxus suchen usw.; 2.) hauswirtschaftliche Curse für Mädchen, die als Frauen einen Haushalt führen, dem bezahlte Arbeitskräfte fehlen; 3.) Schulen für Frauen, die einen selbständigen Beruf ergreifen. Verzichten will der Verein dafür auf die dermaligen sogenannten Mädchen-Lyceen. Böhmen. Die neueste Gewaltthat der Wiener Christlichsocialen ist die Versetzung des Übungsschullehrers am Wiener Pädagogium Herrn Eduard Jordan an die Bürgerschule eines äußeren Wiener Bezirkes. Diese Maßregelung veranlasste den Deufschen Landes-Lehrerverein in Böhmen, dem von der Rache seiner politischen Gegner betroffenen Schulmanne folgende einhellig auf dem Lehrertage in Böhmisch-Leipa gefasste Entschließung zu übermitteln: «Die in Böhmisch-Leipa tagende Abgeordneten-Versammlung des Deutschen Landes-Lehrervereines in Böhmen verurtheilt die Maßregelung des Übungsschullehrers Herrn Eduard Jordan, Obmannes des Niederösterreichischen Landes-Lehrervereines und Schriftleiters der «Niederösterreichischen Schulzeitung», aufs schärfste, weil dieselbe einen Mann getroffen hat, der sich durch seine lautere, unanfechtbare Gesinnung, durch seinen makellosen Charakter, durch sein uneigennütziges, erfolgreiches Wirken im Interesse der Schule und unseres Standes die allgemeine Wertschätzung der gesammten deutschen Lehrerschaft des Reiches erworben hat. Die deutsche Lehrerschaft Böhmens versichert ihn ihrer besonderen Hochachtung und fordert ihn auf, Schule und Lehrer nach wie vor mit gleichem Feuer und gleicher Thatkraft zu vertreten.» Ähnliche Entschließungen gehen dem Gemaßregelten von allen Seiten zu. Mähren. Der diesjährige deutsch-mährische Lehrertag findet am 4. und 5. August in Sternberg statt. Schlesien. Der kürzlich stattgefundene deutsche Bauerntag für Westschlesien anerkannte die Forderung der schlesischen Lehrerschaft um Gleichstellung ihrer Bezüge mit denen der Staatsbeamten der untersten vier Rangsclassen infolge ihrer Vorbildung als berechtigt. Die anwesenden Abgeordneten wurden ersucht, dafür einzutreten, dass das zur Vorlage kommende schlesische Schulgesetz in freiheitlichem Sinne zur Durchführung gelange, und es wurde aufmerksam gemacht, dass durch die subsidiarische Ertheilung des Religionsunterrichtes durch Lehrer dieselben nicht in Abhängigkeit von der Geistlichkeit gelangen Die Versammlung erkannte es als einen Act der Gerechtigkeit, dass die Erhöhung der Quinquennalzulagen für ältere Lehrer rückwirkend sei; die Abgeordneten haben dafür ebenfalls einzutreten. Die Beseitigung des Paragraphen über die Versetzung der Lehrer aus Dieustesrücksichten ist mit allen Mitteln anzustreben, und diese Forderung ist erst dann fallen zu lassen, wenn die Annahme des ganzen Gesetzes in Frage kommen sollte. Schweden. Das größte Schulhaus der Erde dürfte wohl das kürzlich in Stockholm fertiggestellte Volksschulhaus sein. Es ist zur Vermiuderung der Feuersgefahr ganz aus Stein und Eisen aufgeführt; nur die Fensterrahmen und Thüren sind aus Holz. Die Schule enthält 90 Classen-zimmer und bietet Raum für 4000 Kinder. Die Baukosten belaufen sich auf über eine Million Kronen. Bulgarien. Frau von Karawelow, die Gemahlin des bulgarischen Ministerpräsidenten, war Lehrerin an einer Töchterschule in Sofia, als sie heiratete. Sie liebte aber ihren Lehrberuf zu sehr, um ihm nach ihrer Verheiratung zu entsagen. Karawelow wurde Minister, dann Ministerpräsident ; aber nichtsdestoweniger blieb seine Gemahlin ihrem Berufe treu und begibt sich auch heute noch pünktlich in ihre Classe, um den Unterricht zu leiten. Vereinigte Staaten. Mit der Universität Chicago ist eine Elementarschule verbunden, die Kinder von 4 bis 10 Jahren aufnimmt. Sie ist wohl die einzige Schule der Erde, die den Gebrauch von Schulbüchern ablehnt Die Kinder müssen meist Handfertigkeitsübungen anstellen und werden, indem sie die verschiedenen Dinge anfertigen, über deren Geschichte und Verwendung unterrichtet. Das Lesen wird gelehrt, indem die Schüler die Buchstaben aus dem Setzkasten zusammenstellen und kleine Druckarbeiten ausführen. Das Schreiben wird auf Wandtafeln oder auch auf Sandflächen geübt. Der Leiter der Schule ist sowohl mit dem Fleiße als auch mit den Fortschritten der Kinder sehr zufrieden. Philippinen. Durch die Schule wollen die Amerikaner die Herzen der Philippinos erobern. Was gegenwärtig für das Unterrichtswesen auf diesen Inseln geschieht, geht ins Riesenhafte. Im letzten Voranschläge sind anderthalb Millionen Dollars mehr für Schulzwecke ausgeworfen als je zuvor, und es ist ein Werk, das Achtung abringt, wenn die Amerikaner jetzt eben daran gehen, annähernd 1000 neue Lehrkräfte auf die Philippinen zu schicken, da ungefähr ebensoviel neue Schulen gegründet werden sollen. In Manila wird ein Lehrerseminar und eine Gewerbeschule errichtet, auf der Insel Negro eine Ackerbauschule. Natürlich ist in allen Schulen außer der Sprache der Eingeborenen auch die englische obligat. Religionsunterricht ist, wie in Amerika, ausgeschlossen; alle Lehrbücher und sonstigen Schulbedürfnisse werden unentgeltlich beigestellt. Die Bewohner des Inselreiches sind auf das angenehmste erstaunt über die Rührigkeit der Amerikaner auf diesem Gebiete, die zu den ehedem geübten spanischen Methoden in denkbar größtem Gegensätze steht. Is^Eeixxnlg'fsiltig-es. Lehrermangel in Niederösterreich. In einer der letzten Gemeinderathssitzungen in Krems wurde die bemerkenswerte Thatsache vorgebracht, dass der Besuch der dortigen Lehrerbildungsanstalt von 250 Zöglingen auf 98 herabgesunken sei. Mit Rücksicht auf diese Verhältnisse wurde für den im laufenden Monate in St. Pölten stattfindenden Städtetag auch ein Referat über die Regelung der Lehrerfrage auf Antrag des Gemeinderathes in Krems auf die Tagesordnung gesetzt. Zur Schulaufsicht in Österreich. Die «Allgem. Deutsche Lehrerzeitung», das Organ des deutschen Lehrerbundes, äußert sieh über einige der jüngsten Ernennungen von Bezirksschulinspectoren in nachstehender Weise: «Tschechische Inspectoren für deutsche Schulen in Böhmen und clericale Bezirksschulinspectoren für die Schulen in Wien, das sind die neuesten Errungenschaften im Staate Österreich. Man weiß thatsächlich nicht, soll das Scherz, Irrthum oder Hohn sein. Im ersteren Falle kommen Männer, die nicht nur Tschechen von Geburt sind, sondern auch in Gesinnung und Bethätigung, in deutsche Schulen Böhmens, hören die Lehrer aller Fächer, auch des Deutschen, an und haben nun das Recht, ihre ,Wahrnehmungen1 zu berichten, Übelstände abzuschaffen, Verbesserungen anzuordnen, kraft — ihres Amtes. Im zweiten Falle wieder sind es clericale Bezirksschulinspectoren, welche die Oberaufsicht über die freie deutsche Schule führen sollen, gegen die jene Herren aber gleichzeitig mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln kämpfen. Wie ist das wohl alles möglich? In Österreich eben alles — alles!» Solche «Scherze» und «Irrthümer» kommen nicht nur in Böhmen und Wien vor, sondern auch anderswo. Der neueste Schulreformplan der Clericalen. Das «Vaterland» verlangt die vollständige Trennung der Schule nach Geschlechtern. Selbst in den einclassigen Landschulen sollen Knaben und Mädchen getrennt unterrichtet werden: Das Mittel hiezu wäre der Halbtagsunterricht. Auch in zwei- und dreiclassigen Schulen soll die Trennung durch die Einführung des Halbtagsunterrichtes erreicht werden. Mehrelassige Schulen wären in zwei selbständige Schulen zu trennen. Jeder der zwei neuen Schulen wäre einfach die Hälfte der Classen und Lehrkräfte der gemeinsamen alten Anstalt zuzuweisen. Höhere Kosten würden damit, völlig vermieden. Als Zweck gibt das «Vaterland» die Beseitigung der sittlichen Gefahren an, die aus dem Zusammensein der beiden Geschlechter erwachsen. Nun, es wird wohl nicht die Sorge um die bedrohte Sittlichkeit sein, welche dem «Vaterlande» seinen Vorschlag dictiert, sondern es verfolgt den Zweck, den Kindern die Bildung zu schmälern. Es ist ja doch einleuchtend, dass aus einer Schule, die in zwei Anstalten getheilt wird, zwei niedriger organisierte Schulen entstehen müssen. Clericale Unduldsamkeit. Die bairischen Bischöfe haben in einer Eingabe an den Prinz-Regenten das Verlangen ausgesprochen, dass katholische Lehrer, die protestantische Frauen haben, nicht an katholischen Volksschulen, d. h. an solchen, die auch von katholischen Kindern besucht werden, angestellt werden sollen. Der Ministerrath hat sich für die Ablehnung dieser Forderung ausgesprochen, mit Berufung auf die in der Verfassung anerkannte Gewissensfreiheit Die abgewiesenen Herren sind über diese Entscheidung trostlos. Elternabende. In vielen Orten Österreichs bürgern sich neuestens die Elternabende ein, auch Elternconferenzen genannt. Die Lehrerschaft sollte diesem hochwichtigen Volkserziehungsmittel die größte Aufmerksamkeit zuwenden, die Lehrervereine sollten dieser Sache näher treten, Grundsätze aufstellen, Programme entwerfen, Kräfte suchen, Mittel herbeischaffen. «Schule und Haus», die bekannte Elternzeitung, enthält in jedem Jahrgange Vortragsmaterial im reichlichsten Maße. Die Verwaltung der genannten Zeitschrift gibt an die Lehrervereine und Lehrer vollständige ältere Jahrgänge zu dem Preise von 2 K, gebunden 4 K, gerne ab. Bestellungen sind zu richten und der Betrag gleichzeitig einzusenden an die Verwaltung von «Schule und Haus» Wien 3^, Streichergasse 10. Bücher-, Lehrmittel- und Zeitungsschau. Die deutsche Rechtschreibung und ihre naturgemäße Behandlung in der Volksschule. Von Joaef Weber. Wien und Prag, Tempsky, 1900. Preis: 1 K. — Ein aller Anerkennung werter Versuch, ein altes Schulkreuz zu beseitigen oder doch die Plage der Lehrer und Schüler zu mildern und in frisch-fröhliche Arbeit zu verwandeln! Die Schrift besteht aus zwei Theilen: einem theoretischen und einem praktischen. In beiden geht der Verfasser seinen eigenen Weg; auch dort, wo er nicht überzeugt, regt er zum Nachdenken und Nachmachen an. Die ersten Capitel verbreiten sich zunächst über die Principien, die in der neuhochdeutschen Rechtschreibung zur Geltung gelaugt sind, und berühren die Reformbestrebungen von den Zeiten eines Freyer und Gottsched bis auf die der Lautschriftvereine unserer Tage, um hierauf zu einer sachlichen Gliederung des Lehrstoffes überzugehen. Weitere Abschnitte umfassen den Lehrgang im allgemeinen (mit geschichtlichen Ausblicken), die Verwendung des Lesebuches beim Rechtschreibunterrichte, die Hauptmomente der geistigen Aneignung (Auffassung, Einprägung und Merken, Reproduction und Correctur) und die methodische Gliederung des Stoffes, d. h. die Vertheilung auf die einzelnen Lehrstufen. Der praktische Theil bringt mehrere sorgfältig ausgeführte Skizzen von Lehrproben aus allen Theilen der Rechtschreibung und eine Auswahl von Dictierstoflfen in Form zusammenhängender Stückchen. Alles zweckmäßiger und praktisch zusammengetragener Übungsstoflf! Die Benützer dieses Leitfadens werden diesen Theil besonders willkommen heißen. Um ein besseres orthographisches Röcklein bittet der Dichter «Geibl» auf S. 89. B. Ein Gottesmann Roman in zwei Bänden von Marie Bernhard. Dresden, E. Piersons Verlag. Preis 8 Mark. — Mit gewohnter Meisterschaft, die sich schon in einer stattlichen Reihe von belletristischen Arbeiten auf das beste bewährt hat, erzählt auch die bei uns in Österreich sehr populär gewordene Schriftstellerin in ihrem unlängst erschienenen Buche die ergreifende Familiengeschichte, die sich in der welteinsamen Stille eines ostpreußischen Pfarrhauses abspielt. Zwei grundverschiedene Weltanschauungen treten sich hier feindlich gegenüber, und geratheu in einen Conflict, welcher schließlich in einen Kampf um Sein oder Nichtsein ausklingt. Die streitenden Elemente werden durch den glaubenseifrigen Gutspfarrer Ulrich Deiuhardt, der von seinem Wahlspruch : «Ich und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen» nicht lassen will, einerseits, und durch dessen Kinder, Johannes nud Maria, die beide in die Welt ziehen, um sich der Kunst in die Arme zu werfen, anderseits verkörpert. Im Milieu dieser erschütternden Familientragödie steht die markige Gestalt Ulrich Deinhardts, zu dessen Charakteristik die Autorin alle hellen und erfreulichen Töne herrlicher Eigenschaften des Herzens und Gemüthes verwandt hat, um den tiefen Schlagschatten, den beschränkten Zelotismus des Buchstabenglaubens, desto schärfer hervortreten zu lassen. — Die Führung der Fabel und die Verschlingung der Fäden verräth allenthalben eine abgeklärte Künstlerschaft, die Diction ist flüssig und geschmackvoll, die Darstellung fesselnd und anregend zugleich, so dass auch «Ein Gottesmann» eine Lectüre von ganz eigenartigem Reize ausmacht, die ebenso unterhaltend als belehreud in des Wortes bestem Sinne genannt werden darf. H. v. R. Einläufe: Encyblopädisches Handbuch der Pädagogik. Herausgegeben von W. Rein. 3. und 4. Band. Langensalza, Hermann Beyer & Söhne, 1897. Preis: 15 Mk. -(- 15 Mk. Bibliothek pädagogischer Classiker. Herausgegeben von F. Mann. 33. Band: Job. Arnos Comenius Informatiorium. Der Mutter Schul. Neu herausgegeben von Dr. C. Th. Lion 1899. Preis: 60 Pf., geb. 1 Mk. 20 Pf. 36., 37. und 38. Band: Adolf Diesterweg. Von Dr. E. von Sallwürk, 1899 — 1900. Preis: 3 Mk. 50 Pf. -j- 3 Mk. 50 Pf.-f- 3 Mk., eleg. geb. 4 Mk. 50 Pf. 4 Mk. 50 Pf. -}- 4 Mk. Berthold Sigismunds Ausgewählte Schriften. Herausgegeben von Dr. K. Markscheffel 1900. Preis: 4 Mk. 50 Pf., geb. 5 Mk. 50 Pf. Verlag von Hermann Beyer & Söhne, Langensalza. Das vierte Schuljahr. Von Josef Saatzer. 4. Auflage. Prag, Tempsky, 1901. Preis: geb. 4 K. Präparationen zu deutschen Gedichten. Von August Lo mberg. 1. Heft: Uhland, Schwab und Kerner. Langensalza, Hermann Beyer & Söhne, 1900. Preis: 2 Mk. 40 Pf. Erstes Rechenbuch für österreichische allgemeine Volksschulen. Von R. Kraus und M. Habernal. Wien, k. k. Schulbücherverlag. Preis: 20 h. Močniks Rechenbuch für österreichische allgemeine Volksschulen für die II., III., IV. und V. Classe der österreichischen allgemeinen Volksschulen von acht Classen. Von R. Kraus und M. Habernal. Wien, k. k Sehulbücherverlag. Preis: 24 -f- 30 -|- 36 -)- 24 h. Vaterlandskunde. Von Z e e h e-S c h ni i d t Laibach, Kleinmayr & Bamberg, 1901. Preis: geb. 3 K 20 h. Deutsches Lesebuch für ein- bis dreiclassige Volksschulen von Johann Kau lieh. I. Theil (Fibel, bearbeitet von A. Tursky), geb. 60 h, II. Theil geb. 85 h, III. Theil 1 K 90 h. Prag, Tempsky, 1900. Der richtige Fall. Von E. Gotisch. Flansburg, Aug. Westphalen 1901. Preis: 40 Pf. Methodik des geographischen Unterrichtes in der Volksschule. Von E. Hupfer. Leipzig, Dürr, 1901. Preis: 1 Mk. 35 Pf. Einführung in die französische Conversation. Von R. H e i n e. Hannover und Berlin, C. Meyer (G. Prior), 1901. Preis: 90 Pf. Anleitung zur Abfassung von Schüler-Charakteristiken. Von Karl Kläbe. Leipzig, Merseburger. Preis: 40 h. Was haben wir erreicht und was erstreben wir? Zum Ausbau der Hilfsschule. Von A. Grothe und K. Kläbe. Leipzig, Merseburger, 1901. Preis: 20 Pf. Lehrer-Kalender 1901 — 1902. Herausgegebeu vom Deutschen Landeslehrerverein für Böhmen. Reichenberg, 1901. Einführung in die Praxis der kaufmännischen Correspondenz. Von E. Hesse & B. Breternitz. 1. Heft. Langensalza, Hermann Beyer & Söhne, 1900. Epheuranken. Illustrierte Zeitschrift für die katholische Jugend. XL Jahrg. 13. bis 20. Heft. Regensburg, Nationale Verlagsanstalt. Preis: jährl. 3 Mk. 60 Pf. Moderne Kunst. Illustrierte Zeitschrift, herausgegeben von Rieh. Bong, XV. Jahrg. 19. bis 22. Heft. Berlin, Leipzig, Wien und Stuttgart, Bong & Comp. Preis: jährl. 16 Mk. 40 Pf. Amtliche Lehrstellen-Aussehreibungen. An der zweiclassigen Volksschule in St. Martin unter dem Großgallenberge Ist eine erledigte Lehrstelle mit den normalmäßigen Bezügen definitiv, eventuell provisorisch wieder zu besetzen. Die Bewerbungsgesuche sind im Dienstwege bis 6. August 1901 hieramts einzubringen. K. k. Bezirksschulrat!! Umgebung Laibach am 8. Juli 1901. An der zweiclassigen Volksschule in Lustthal ist mit Beginn des nächsten Schuljahres eine erledigte Lehrstelle mit den normalmäßigen Bezügen definitiv, eventuell provisorisch wieder zu besetzen. Die Bewerbungsgesuche sind im vorgeschriebenen Wege bis 3. August 1901 hieramts einzubringen. K. k. Bezirksschulrath Stein am 6. Juli 1901. An der vierclassigen Volksschule in Radmanusdorf ist eine Lehrstelle mit den gesetzmlßigen Bezügen durch eine männliche Lehrkr dt definitiv, eventuell provisorisch zu besetzen. Der ernannte Lehrer findet einen Nebenverdienst an der mit dieser Volksschule verbundenen gewerblichen Fortbildungsschule. Die gehörig belegten Gesuche sind im vorgeschriebenen Wege bis 31. Juli 1901 hieramts einzubringen. K. k. Bezirksschulrath Radmannsdorf am 4. Juli 1901. An der dreiclassigen Volksschule in Grahovo gelangt eine Lehrstelle mit den gesetzmäßigen Bezügen und dem Genüsse einer Naturalwohnung zur Besetzung. Die gehörig instruierten Gesuche sind im vorgeschriebenen Wege bis 7. August 1901 hieramts einzubringen. K. k. Bezirkssehulrath Loitsch am 7. Juli 1901. An der vierclassigen Volksschule zu Sagor ist eine Lehrstelle mit den normalmäßigen Bezügen definitiv, eventuell provisorisch zu besetzen. Bewerber um diese Stelle wollen ihre ordnungsmäßig belegten Gesuche im vorgeschriebenen Wege bis 20. Juli 1901 hieramts einbringen. K. k. Bezirksschulrath Littai am 12. Juni 1901. An der dreiclassigen Volksschule zu HL Kreuz bei Thnrn-Gallcnstein ist eine Lehrstelle mit den normalmäßigen Bezügen definitiv, eventuell provisorisch zu besetzen. Bewerber um diese Stelle wollen ihre ordnungsgemäß belegten Gesuche im vorgeschriebenen Wege bis 241. Juli 1901 hieramts einbringen. K. k. Bezirksschulrath Littai am 8. Juli 1901. An der vierclassigen Volksschule zu Töplitz-Sagor ist eine Lehrstelle mit den normalmäßigen Bezügen definitiv, eventuell provisorisch zu besetzen. Bewerber um diese Stelle wollen ihre ordnungsgemäß belegten Gesuche im vorgeschriebenen Wege bis 20. Juli 1901 hieramts einbringen. K. k. Bezirksschulrath Littai am 12. Juni 1901. Au der vierelassigen Volksschule zu St. Veit bei Sittich ist eine Lehrstelle mit den normalmäßigen Bezügen definitiv, eventuell provisorisch zu besetzen. Bewerber um diese Stelle wollen ihre ordnungsgemäß belegten Gesuche im vorgeschriebenen Wege bis 120. Juli 1901 hieramts einbringen. K. k. Bezirksschulrath Littai am 12. Juni 1901. Im Schulbezirke Rudolfswert werden nachstehende Lehrstellen zur definitiven, eventuell provisorischen Besetzung ausgeschrieben: 1.) Die Lehrer- und Leiterstelle an der einclassigen Volksschule zu Ambrus mit den gesetzlichen Bezügen und dem Genüsse einer Naturalwohnung. 2.) Die zweite Lehrstelle an der zwei-classigen Volksschule in Dübernik mit den gesetzlichen Bezügen nebst Naturalwohnung. Die Gesuche sind bis 25. Juli 1901 beim k. k. Bezirksschulrathe Rudolfswert einzuhringen. K. k. Bezirksschulrath Rudolfswert am 29. Juni 1901. Im Schulbezirke Gurkfeld gelang-en mit Beginn des nächsten Schuljahres nachstehende Lehrstellen mit den gesetzlichen Bezügen zur definitiven, beziehungsweise zur provisorischen Besetzung: 1.) Die Oberlehrerstelle an der vierclassigen Volksschule zu Ratschach bei Steinbrück; 2.) die Oberlehrerstelle an der neuerrichteten zweiclassigen Volksschule in Großpudlog bei Gurkfeld mit der competenzmäßigen Wohnung; 3.) die zweite Lehrstelle an der zweiclassigen Volksschule in Großpudlog mit freier Wohnung; 4.) die Leiterstelle an der neuerrichteten einclassigen Volksschule in Teltsche, Gerichtsbezirk Nassenfuß, mit competenz-mäßiger Wohnung; 5.) die Leiterstelle an der einclassigen Volksschule in Dobove, Gerichtsbezirk Ratschach ; 6.) die dritte Lehrstelle an der dreiclassigen Volksschule in Großdolina, Gerichtsbezirk Landstraß; 7.) die zweite Lehrstelle an der zweiclassigen Volksschule in Čatež, Gerichtsbezirk Landstraß; 8.) die zweite Lehrstelle an der zweiclassigen Volksschule in Trebelno bei Nassenfuß. Gehörig instruierte Gesuche sind bis 2. August 1901 im vorgeschriebenen Dienstwege hieramts einzubringen. K. k. Bezirksschulrat!! Gurkfeld am 12. Juli 1901. An den zweiclassigen Volksschulen zu Altenmarkt und Štrekljevec sind die zweiten Lehrstellen mit den systemisierten Bezügen und je mit dem Genüsse einer Naturalwohnung zur definitiven, eventuell provisorischen Besetzung ausgeschrieben. Die Gesuche sind bis 25. Juli 1901 beim k. k. Bezirksschulrathe in Tschernembl einzubringen. K. k. Bezirksschulrat!! Tschernembl am 11. Juni 1901. An der dreiclassigen Volksschule in Großlaschitz wird die Oberlehrer-Leiterstelle mit den systemisierten Bezügen zur definitiven, eventuell provisorischen Besetzung ausgeschrieben. Gehörig instruierte Gesuche sind bis 31. Juli 1901 im vorgeschriebenen Dienstwege hieramts einzubringen. K. k. Bezirksschulrath Gottschee am 12. Juli 1901. Briefkasten. G. in L. Bringen Sie nur das Gesuch sofort ein. Anspruch vom 1. Juli 1901 an. y. Bericht kam willkommen. Freundlichen Dank und Gegengruß! S. in 0. 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Das 160 Seiten starke Buch wird wegen seiner vorzüglichen Einrichtung und seiner yp großen Reichhaltigkeit jedermann gute Dienste leisten und namentlich von Lehrenden und Lernenden ty; mit Freuden begrüßt werden. Verlegt und herausgegeben vom «Krain. Lehrerverein». — Druck von Kleinmayr & Bamberg, Laibach.