Nr. 113. Mittwoch am 17. Mai 1863. Die „kaibach» Zeitung" erscheint, mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, täglich, und loflet sammt den Veilagen kn Comptoir ganzjährig 11 fl., hali,-Mrlg 5 fi. 50 tr., mit Kreuzband im Comptoir gMtsj. 12 st., halvj. S fl. Filr die Znslcllnnc, in'8 Hans sind hlUbj. 50 k. mehr zu entrichten. Mil der Post porlosret ganzt., unter Kreuzband und gedruckter Adresse 15 fi., halbj. 7 st. 50 lr. Unsertwnsgebllhr silr eine Garinonb' Spaltenzeik ober dm Raun, drrselben. ist f!ir Imaligr Üinschal-nmg ß kr., fllr 2mnligc« tr., fllr vmalige itt lr. n. s. w. Zu diesen Gebühren ist noch der Insertion«»Stempel per 30 tr. für eine jedesmalige Einschaltung hinzu zu rechnen. Inserate bis 10 Zeilen losten I fi. 90 lr. lür 3 vlal, I fl. 40 lr. fNr 2 Mal «nd 90 kr. für l Mal lmit Inbegriff de« Iusertionsstunpels). ^>m 31. März d. I. hat zn VrandeiS a. d. Elbe die Verlobung Ihrer kaiserlicheu Hoheit der durch« lauchtigstc» Frau Erzherzogin At aria Vuisa, jung» slcu Tochter Sr. k. Hoheit dcs durchlauchtigste» Herrn GroßhcrzogS Leopold ll. von Toscaun, mit Sr. Durchlaucht dcm hochgcborncn Prinzen tt arl Victor Amadcu 6, Sohn weiland dcS Fürsten Victor zu Iscnb urg < B ir ustc iu und der Prinzessin Maria geb. Fürstiu uon L ö w c n st c i n « W crthhci ni -^1t oscnb crg, stattgefunden. Die Vcrmälung wird ebenfalls zu Brandcis vollzogen wcrdcn. Se. f. l. Apostolische Majestät habcn mit Aller-höchster Entschließung vom 2, Mai d. I. den Pfarrer in Iohannesberg und fnrstbischöflichen 5tommissär Dr. Johann Nache zum Schnlcnobcranfschcr im Neißer Kommissariate des Arcslancr Diözcsaucmthcilcs in Schlesien allcrgnädigst zu ernennen gci".:ht. Rlchlmnllicher Theil. l. Als vortheilhaflc Seiten des HalldclSvcrlragcS wnr-den daö Zolllartcll und dic Verkehrs! lcichtcrnngen anerkannt, hingegen die nachlhciligcn Bestimmungen bezüglich einiger Industrielleu, namentlich aber dcr Umstand, daß für Nein nicht günstigere Bedingungen erzielt wnrdcn, bedauert. Bor» wie Nachtheile gegen« einander gehalten, crqibt sich jedoch die Ersprießlichkeit dcr Annahme, auf welcher denn anch der Aus. schnß bclanntlich anträgt. Der Autrag ist also for. mulirt: eiu hohes Haus wollc bcschlicßcn, dem am 2:;. April 1805) in Berlin abgeschlossenen Handels« vertrage mit dcm Zollverein seine vcifassllngsmäb'ac Zusliinmnng zu ertheile». -- Das ist nämlich dao Mujmitütsvolnm. Cinc Minorität, an deren Spitze dcr Abgeordnete Skcuc stch!, beantragt hingcgcn, das hohe Haus wollc beschließen: l. Es sei vor Fest. stcllung dcS allgemeinen Zolltarifs nicht in dic Äc< rathung eines Handelsvertrages mit dem deutschen Zollvereine einzugehen. 2. Es wird die Regierung anfgcsordcrt, ein Provisorium iu dcr Behandlung dcr Zölle an der Grenze dcs dcntschen Zollvereins vom 1. Juli 1805) im verfassungsmäßigen Wege cinzn» führen, welche so langc in Wirtsamlcit lilcibeu soll, bis dcr allncmcmc Zolltarif Gcfcl^c^liaft erlangt. Ucl'cr dc» Inhalt del' «rllcslci, Depesche dcS Wiencr «aliiiil.!« uum ^12. d. M. bcziialich dcr Her» zogthünici-fraac wird milacllicilt , daß der Bor» schlag wcgcu Eiuberufuna dcr Stände von 1A54 darin ausdrücklich fallen gelassen und cillärt wird, daß bei dcr Vcrufnug dcr schlcswig ° holsicin'schcn Landcövcr. trctuug sofort uach dcm Wahlgesetze von 1848 vorgegangen werde. Ucbcr dic Molivc, wllchc in Wieu diesen Wechsel dcr Auschcmung hcrvorgcrnfen habcn, vernehmen wir, man habc eingesehen, daß es sich j» doch nnr nm eine Vcrsammlnng uä l,oe handeln wurde, daß die Nothwendigkeit, bei der Wiedcrher« stellnng dcr Stände von 1^54 dieselben durch Neu« wählen zu lompletircn, woranf erst eine Wahlordnung vereinbart werden solle, zu wcitanSsehend nnd zeit-raubend wäre, und endlich daß die Prooinzial'Ord« nungcu von 1^5)4 slrcuggeuommcn mit dcr dänischen GcsaumitstaalS.Verfassung aufgehoben sind. Dic prcnßischcn Annexionspolitiker sind im vollen Nückzngc begriffen. Davci wiederholt sich die Fabel vom FnchS und dcn Trauben. Die „Kreuzzcitung" schreibt: Preußen habe scine Pflichten gegen Oesterreich, welche aus dem Januar-Vertrage uon 1^(»4 entspringen, getreulich erfüllt; jetzt haben in Wien die Ansichten deö Herrn v. Schmerling mehr Geltung; derselbe will die Opposition durch ^iberaliSmuS uach Außen beschwichtigen. Prcnßcn habe nicmalS die Annexion gefordert; Schmerling's Organe haben nnS Prcnßcn u ug crc cht cr wei se derartige Forderungen anfschwärzcn wollen, nm gerechte Ansprüche zu habcn, dicsclbcn abzuweisen. Es werde aber nicht gelingen, dcn Preußen ihr gutes Nccht abzudrina.cn. Die „K Z." erhält aus Nrw-^orl folgende bcmcllcuswcrlhc Mitthriluugcn: „Interessant dürfte sein, daß nnnlittclbar vor dcr Ermordung Viucoln'S dcr russische Gcsandtc sich au dicson mit dcr Äi!te um Anerlcünung dcS Kaisers Hiaximilian von Mcrilo weudclc. Dcr Czar hatte seinen Gesandten auf aus» driictlichc Biltc Vmiiö 1'iapolcon'ö niit dirfcm Anf. traac betraut. Dcr letztere aber bediente sich dieser Vcrnntttnng, wcil seine Beziehungen zn dcn Vereinia. ten Staaten dnrchanS kciuc intimen sind, indeß Nnft. land bekanntlich während dcS ganzen Lricgcs auf dem bc,tcu Fnßc mit dcr Washingtoner Regierung stand Femlsetllll. Aus der Residenz. Im Mai. I). n. Es sind eben keine allzufrcundllchcn Vorabende, welche die Söhne und Enkel uuscrcr Universität , ihrer almu, mut^r, zu deren bevorstehenden Gc-burtsfcicr bereiten. Schou daß die erstcu Versuche cincr Reorganisation, so berechtiget dieselben auch au und für sich sein mögen, mit den ersten Anfängen dcr Säkularfcicr zufammcnficlcn, war nicht glücklich. Man scheint dich anch in dcn betreffenden Kreisen gefühlt zu habcn. In dcn bei dieser Gelegenheit fast »mvcrmcidlich gcweseucn Differenzen zwischen dcn Kollegien dcr Professoren uud Dotlorcu ist cin wohl. thuender Waffenstillstand eingetreten. Das ..Einigkeit macht stark" und cin feiner, weltmännischer Takt, welcher es um jeden Preis vcrmicdcu wissen will, die kleinen Irrungen des HanscS vor dessen Gäste zu bringen, hat hier glücklicherweise schließlich die Oberhand behalten. Unter diesen Auspizien ist auch die Hoffnung noch nicht ganz geschwunden, dic Vcr-trclcr ciucr alftcnländischcu Universität Oesterreichs trotz cincS bisher vorliegenden gcgcntheiligcn Beschluss ses an dem schoucu Fcstc Theil nchmcn zu sehen. Um so bedauerlicher crschciut es dagegen, daß ^c für diese Woche anberaumt gewesene Wahl cincö "°nnl6'g der Herren Stndircndcn bisher tciu gluck« Uchcrcs Resultat hatte, als den Notizblättcrn einen ,?"'tlich Pikanten Stoff zu Schilderungen tumultua- N^. ^""c und dcm „schwarzen Arcttc" eine sl° ° v^ i" l)°bcn, welche ein künftiger Hi- aold?i.^^"^icncr Universität laum ,n deren lam ^^lchichtsblättcr" eintragen dinftc. Man ' 'ucyt fagen. daß die akademischen Behörden nnd die einzelnen Professoren irgcud ciucn Schritt uutcr»! lasfcu hättcu, welcher geeignet gewesen wäre, die in dcn Kreisen der Studirendcn herrschende Aufregung zu beschwören. Ein ucuer Versuch in dicfer Richtung wnrdc noch gestern Abend von dem Dekan dcr juridischen Fakultät Dr. Arndt's gemacht, indem derselbe den gestcru abgelaufenen Termin dcr Wahl auf sciuc cigcue Verantwortlichkeit nm drei Tage verlängerte. Sollten die Wiener Sludircnden bei dcr Säkularfcicr der Wiener Universität fehlen — so liegt die Schuld wahrlich nicht an dcn akademischen Behörden. Sie mögen sich dann selber sagen: '1'u 1'u8 voulu ttL0i"0 I)3,N(1in! In weiteren Kreisen erwartet man von diesem akademischen Feste eine ersehnte Unterbrechung dcr todtcu Saison. Uud sie scheint in dcr That schr todt wcrdcn zu sollen diese Saison, wenn anders man von dcm Anfange auf daS Ende schließen darf. Dcr nn-gewöhnliche Vorsommer, dessen wir uuö nun scit Wochcu erfreuen, hat dic Siraßcn in auffallender Wcisc gelichtet und das gesellschaftliche ^cbcu in einen vorzeitigen Schlnmmcr gcwicgt. Vielleicht wcncn es diese sozialen Erscheinungen, welche eine Gesellschaft bewog, sich gcradc in dicscu Tagcu als „Nutrm.i^L dos pomM tnuöl)i'08 w ^Vi0n" zu kousliluircn. Dicsc Entreprise mit dcm halb französischen, halb dcntschcn Titcl cröffuct den lebenslustigen Wicucru die crfrcu. lichc Aussicht nach dcr ersten Klasse um 400 si., uach dcr zwcilcu um !)00 si., nach dcr dritten nm 100 fl., nach der vicrtcn um 80 fl. bcgrabeu zu wcrdcn. Es dürfte vielleicht scheinen, als wcnn dicsc Preise noch immcr nicht darnach angethan wären, den Selbstmord aus krankhafter Sehnsucht nach einem so billigen ^ci-chcnbcgäugnissc epidemisch wcrdcn zu lassen. Doch darf man hicrbci nicht vergessen, daß dcm Entseelten durch dicsc Entreprise ganz ungewöhnliche Vortheile geboten wcrdcn. So ist für daö dicust. thuende Personale dcr Entreprise cinc peinlich genau entworfe!icKleidnngvorgcschricbcn,wclchcalscincwessut. lichc Acreichernng dcr modernen, europäischen Costume, llmdc angcschcn wcrdcn darf. Trotz dcr französisch llingcnden Firma dieser Unternehmung mahnt doch cin Blick auf deren detail, lirte Kleidcrordnuug unwilllührlich an die köstlichen Bilder englischer Begrädniß - Fcicrlichlciten aus den besten Werken eines Goz oder eines Thackeray. (55 ist wahr, die Straußfedern, welche bei den fashionable« englischen Leichenbegängnissen eine so große Rolle spiclcn, sind hier auf das bescheidene Maß von Vor-stoßfcdcru rcduzirt, dagegen läßt das lugubre Eostumc dieser Entreprise fürchten, daß. ist dasselbe nur erst in Szene gesetzt, eine Hausse des SilbcragioS dic nächste Folge sein wird. Die schönen Tage der Dante.Feier sind vorüber beider waren diese Tage in Wirklichkeit nur zu schön' Daher anch die ungewöhnlich schwache Betheiligunn des Publikums sowohl an dcm in dcm kaiserlichen Rcdoutcnsaalc gegebenen Fcstconccrte, als anch selbst an dcr in dcr Aula abgehaltenen akademischen Feier Vci dcm Eonccrtc in dem Ncdontcnsaale, welchem Ihre kaiserlichen Hoheiten die Herren Erzherzoge Franz Karl uud Ludwig Viktor, sowie d,c Fran Erz-Herzogin Sophie beiwohnten, hatten sich nicht vicl mchr Personen cingcfnudcu, als die Subskribenten des Eomitl-'s. Dcn Damcn Galclti und Lotli dclia Saula vermochte die patriotische Verchrnug für den berühmten LandSmam, nicht über eine leichte Indi« sposition hinweg zu helfen. Ihre Nummern fielen einfach aus. Ware dicS doch mit Paccini'S Sym« phonia anch dcr Fall gewesen. WaS die moderne Richtung je an unberechtigten, äußerlichen Effekten in mnsilalischcr Tonmalerei hier und da geleistet, findet sich in dieser symphonischen Dnwu coming aufein, andcrgchäuft. Es schien beinahe, alS hätte dcr grcise Kompositoi-c in diesem musitalischcn Höllcnbreughel eiuc drastische Parodinmg dicscr Spiclllrt der Zu' 452 Seitdem ist natürlich in dieser Sache nichts mchr geschehen. Daß Johnson aber den mexikanischen Kaiscr nicht anerkennen wird, liegt auf offener Hand. Gc« ncral Ortega befindet sich bereits in den Vereinigten Staaten, um nntcr anderem auch Soldaten für Ina-vcz anzuwerben. Wenn nun freilich dcr Präsident ein ihm zu stellendes Gesuch für Genehmigung dcr Werbungen verwerfen wird, so läßt sich doch anderer« seits mit ziemlicher Bestimmtheit voraussagen, daß er gern ein Auge zudrücken und dcr Nachbar-Rc-pnbiik sich freundlicher als seine Vorgänger erweisen wird." Oesterreich. Graz, 15. Mai. Dat< Gesuch des steierischen LandcSauSschusscs nm Bewilligung zur Steuercntrich« tuug mittelst Naturalien wurde vom Finanzministerium mit dem Beifügen abgewiesen, daß den Stcuerpflich« tigcn in berücksichtigungswürdigcu Fällen Zusristiingcn bewilligt werden tömicu. QlmüH, 12. Mai. Die Intcrnirung dcr Polen in Olmütz ist zn Ende, da der letzte Nest dcr noch im Fort Tafelberg nntergebrachtcn Internirtcn mit Pässen in'S Ansland versehen wnrdc. Die Efpositur der Brünner Polizci«Dircltion in Olmütz wird daher wieder aufgehoben. Ausland. Die mexikanische Deputation hat, wie man der ,Mg. Ztg." auö 3lom schreibt, erst eine Audienz beim Papst gehabt, deren Ergebniß niederschlagend gewesen sein soll. Der Papst war ganz gegcn scinc Weise ziemlich heftig, und sprach z. A. sehr gereizt zu Bischof Ramirez, dcr dem Orden dcr Obscrvan« ten angehört, ungefähr folgende Worte: „Sie sind Religiose, Sic sind Priester und Bischof, und doch trennen Sie sich von Ihren ehrwürdigen Brüdern und schließen sich cincr solchen Deputation an!" Auch bei Kardinal Antonclli kam es zn ciuer ziemlich hcf< tigcn Szcuc. Die weiteren Vcrhaudluugeu follcu nach dicfen Vorgängen nur noch mit dem ruhigen nnd be« sonncnen Velasquez geführt werden; allein es läßt sich unschwer voraussehen, daß dieselben bei dcr Stimmung des römischen Hofes ohne Resultat bleiben werden. Belgrad, 9. Ma,. Nachrichten der „G. E." znfolgc hat die Pforte für die Donauprovinz (1'una, VilliM), welche die Dobrndscha, Bulgarien, Alt« Serbien und einen Theil Rumelienö von Philippopcl bis Albanien umfassen wird, folgende VerwaltungS« normen, welche eine Art Kollstitution genannt werden können, erlassen: Dem VcrwaltungSchcf dieser Pro» vinz, Wali, sind die von Konstantinopcl aus zu er» nennenden vicr Funktionäre, nämlich dcr Finanzdirck-Zorler Regiment in die Stadt gelegt. Zehn von den Rädelsführern sind im Kerker. Vier oder fünf wurden erschossen. Die weißen Truppen sind über die Massen erbittert und eS dürfte noch Blut vergossen werden, wenn mau sie nicht beschwichtigt. Mal- und VrovinM-Nachrichten. Laibach, 17. Mai. Gestern fand die Wahl dcS II. Wahllölpcrs für den Gcmeindcrath Statt. Von 5i17 Wählern warcn nur 25:'i erschienen, welche die Herren Leopold Bürger, Handlungogcscllschastcr, mit 177, Wenzel Stcdry, Ingenieur, nut 12h Stimmen gcwählt haben. - Gestern rückte cinc Batterie des hierher dis« locirtcn Artillcricrcginmitö Nr. 8 hier ein. Sc. tais. Hoheit dcr Hcrr Erzherzog Ernst mit der Genera« lität war derscllicn cntgegcngcrittcn nnd ließ sie dann ans dem Marienplatzc dcfilircn. — Seit einigen Tagcn fchon werden 5tirschcn auf den Markt gebracht; sic find aber noch von gc-ringer Güte. — Am U. Mai d. I. wnrde in dcr Glockengießerei des Herrn Samassa hier cinc neue Glocke von 2A Zentner für die Expositnrtirchc St. Ulrich in Eaffniz bei Altlal in Overtrain gegossen. Zu diesem Gusse ist eine bei 7 Schuh lange, 2954 Pfund wie« gcndc metallene Kanone verwendet worden, dic mit dcm schön ausgeführten chnrfmstlich Mainz'schen Wappen in erhabener Arbeit geziert nnd mit nachstehender Inschrift darunter versehen war: I^rideriou», (.'lirowk, .lokupliu«, 8. 8. mo^. iircnißpise. 8. li. ^. 2icl>ic!lnc:. ae. ririnc. elector. 6M. worm. 1780. Dicsc Kanone kam mit noch mehreren voriges Jahr nach Tricst und dnrch Anlauf nach Lailiach. Die ans dem Stücke ersichtliche französische GcwichtSbczcichmmg in Kilogrammen läßt vermuthen, daß die Kanone in einem französischen Zeughausc gelegen habe. Da man jedoch vorzieht, zum Gusse neuen Geschützes, der genauesten Zusammensetzung wegen, meist nur neue Metalle zu verwenden, so werden in Fricdcnözciten häufig derlei ältere, ohnehin ausgemusterte Geschütze, die in den Arsenalen oder festen Plätzen als Inventur von immerhin bcdcnlcndcu Werth lagern, in Frankreich, Rußland, dcr Türkei von dcr Regierung in öffcutlichcu Aullioncu veräußert, gelangen so in den Handel, um zu ganz audcru Zwcckcn verwendet zu werden. Noch erwartet daS gleiche Loos cinc Fcldlauonc kleinen Kalibers, die auch mit dieser Lieferung ans Tricst hichcr kam und folgende cingravirle InschB zeigt : DM I)N 1l1wttN8 nnd zwar ohne Jahreszahl, offcnbar auS den nicdcr< lündischcn Freiheitskriegen zu Ende dcS vorigen Jahr-hnndcrtS stammt. Was also vor 85 Jahren ein Erzbischof und del erste dcr drei geistlichen Churfürsten, so wie des heil. römischen Reiches Erzkanzler zum Schutze seines Lan< des anfertigen ließ, was für daS Vaterland begeisterte Frauen zu Brügge in Flandern einst gespendet halten — beides nur dem Feinde Verderben bringend, ge< langte im Laufe dcr Zeiten in weite Ferne, in del Art der Neugestaltung aber in den auffallenden Ge< gcnsatz — künftig hier nur friedlichen Menschen und zur Ehre Gottes dienen zu dürfen. — Am i:;. Mai in der Mittagsstunde entgleiste in dcr Bahnstation Kapfenbcrg auf einem Neben-gclcisc ein Lasttrain, so daß die vorderen Räder der Maschine sich in das Erdreich dcS Dammes derart cingrnbcn, daß dic Maschine dnrch die auS Annk herbeigcciltc Hilfsinaschinc nngcachlct allcr Anstrc>l' gnng nicht gehoben werden tonnlc. In Folgc dessc" wurdc dic nothwendige Anzahl Maschincnarbcitcr m's Marbnrg bcrufeu, welche wahrscheinlich die Maschi'" werden zerlegen müssen. Es ist dabei ein He>^ nicht nnbcdtutend beschädigt wordcu. Die Urfa^ dieses Unglückes soll Unvorsichtigkeit gewesen st^' Dcr gewöhnliche Verkehr wurde dadurch nicht im ö^ rmgslcn gcstiirt. Die Eisenbahn Wach-Villach-Dmen etc. 1^.' ES ist schon manchmal behauptet worden, Oesterreich habe einen großen handelspolitischen Fehler begangen, indem cß den Eiscnbahnanschlnß zunächst an Deutschland suchte und die Lokomotiven zuerst von Wien ans nach dcm Norden draußen ließ, anstatt sich dem Süden nnd dein Südostcn zuzuwenden uud vol' Allem daS adrialischc Meer zu erreichen. Icnc nürd' lichen Länder seien an Bildung, Gcwerbflciß, Industl^ kunftSmnsik versucht, und dieser Versuch wäre ihm! nur zu gut gelungen. In hiesigen musikalischen Kreisen ist man gespannt, welche Aufnahme nnd Bcnr« thcilung diese posthume Komposition Paccini's in Florenz finden werde. Gewiß eine günstigere als hier. Florenz wird eben einen Theil dcS Enthusiasmus, dcr dem Tage gilt, auf daS Tonwcrl und den Nl26st.ro übertragen. In der reich geschmückten Aula, in welcher die schöne Marmorbüstc DanteS aufgestellt war, las um dic Mittagstundc Professor Mussaffia, ein ebenso gründlicher Kenner Dantes als eleganter Stylist, die Festrede. Eine zahlreiche und gewählte Versammlung, in welcher Kunst und Wissenschaft reich vertreten waren, folgte dcm gewandten Redner mit gehobenem Interesse bis an den Schluß. Die Festrede selber wird in dcr „Ocstcrreichischen Wochenschrift für Wissen« schaft und Kunst" und in einer kleinen, nur für die Mitglieder des Comitu's berechneten Ansgabc zum Abdrucke kommen. So bildete die von dcr hiesigen philosophischen Fakultät veranstaltete Dante-Feier ciucn würdigen Abschluß dcr Dante-Tage! Die Hotels in Amerika. Einer Schilderung amerikanischer Gasthäuser entnehmen wir folgende interessante Einzelheiten: Im ersten Stock liegen die Parlors, große reich auSmo-blirte Säle mit kostbaren Fußtcppichcn, Sopha's und Sessell, und großen Spiegeln. Hier versammeln sich die Damen und deren „Beauf';" Abends nach dem Diner sieht mau sie hier oder auch in den breiten Gängen vor denselben, in kostbarer Toilette auf- und abgehen. Hin und wieder findet in diesen Parlors em ..Hop" Statt, wie man hier einen Ball nennt, den der Wirth veranstaltet, und zu dcm die Gäste des Hauses ihre Freunde cmladcu. Diese Hops sind ziemlich armselig und gar nicht mit nuscren Bällen zu vergleichen. In Hinsicht auf Toilette herrscht große Freiheit; Damen erscheinen hier, wenn sie Lust haben, im Ballanzug, es fällt aber ebensowenig auf, wcun sie im Straßenanzng erscheinen, als wenn ein Hcrr im Uebcrrock und ohne Handschuhe tanzt. Das Haupt« geschäft, welches hier betrieben wird, ist daS Cour« machen, welchem diefcs Hotcllcbcn ganz besonders günstig ist. Hier werden die interessantesten Romane gespielt und hin und wieder Trauerspiele. Die Einrichtung amerikanischer Hotels ist von der europäischer durchaus verschieden. Man kann hier uicht ein Zimmer nehmen und sich mit Essen nnd Trinken einrichten wie man will. Wer seinen Namen iu das Fremdcnbnch schreibt, zahlt täglich eine bestimmte Snmmc, für welche ihm alle Bequcmlich' leiten dcS Hotels zn Gebote stehen nnd er an allen Mahlzeiten thcilnchmcu kaim. Ißt dcr Gast aus« wärts, so muß er dennoch bezahlen. Dcr tägliche PrciS bci WillardS war sonst 3 Doll., ist aber jctzt bedeutend erhöht, uud Fremde, die ohne Gepäck an« kommen, müssen vorauSliczahlen. Zu csscu hat mau im Ucberftuß und für die Mahlzeiten sind bestimmte Stuudcn festgesetzt, nach deren Ablauf die Thüren dcr Speiscsäle geschlossen werden, und man absolnt nichts zu essen bekommt, selbst nicht auf feinem Zimmer. Dicfc Stunden find jedoch so eingerichtet, daß man so ziemlich den ganzen Tag essen kann. Frühstück wird servirt von Morgens sieben Uhr bis cilf Uhr; Lunch (Lüntsch) oder zweites Frühstück, von zwölf bis halb zwei; das erste Diner von zwei bis vicr, daS zweite von halb fünf bis sechs; Thee bis acht, Abendessen von neun bis eilf Uhr. Mau ißt in amerilattischen Hotels zwar gemeinschaftlich, allein nicht an Table d'hote, sondern an kleinen Tischen zu vicr oder sechs Personen, wobei Jeder sich auf der reichhaltigen Speisekarte aussucht was er will, und wenn er Lust hat, dieselbe von A bis Z durchcssen kann. Will man Wein trinken, ^ verlangt man cinc Karte, auf welche man dic Wc>^ forte nnd scincn Namen nebst Zimmcr.Nummer schrei^ DaS Wcintrinkcn ist jedoch nicht sehr gewöhnlich; d>e meisten Leute trinken bci Tisch Wasscr, und zwal Eiswasser. Ohne Eiswasscr würde man hier gar nicht c^ stiren können, besonders in den Sommermonaten, n>» die Hitze oft auf 28 Grad R. im Schatten steigt' Diese Hitze nimmt auch in dcr Nacht nicht ab, »»l» wird selbst nach einem Regenschauer sehr oft lM drückender. EiSwasscr ist daher in jedcm Hause i" finden, wo eS in besonders dazu konstruirten,' lakirte'l Alcchbchälteru gewöhnlich in dcr Vorhalle steht. Scll>" in allen öffentlichen Gebunden nnd den verschiede^" Bureaux dcr Beamteu darf dieser Bchäller mit 6'^ wasscr nicht fehlcu. Vor jedcm Eouucrt steht ^ Glas gefüllt mit Eis, zu welchem Wasscr genosst wird, wcnn dcr Gast sich setzt. Den Wein kühlt'"«" hier nicht wie bei uns, indem man ihn in Kühlt' setzt, sondern man wirft die Eisstückc direkt i" b". Wein, selbst in Ehampagncr uud Bordeaux. 5". dcm EiS hier kann man daS thun, ohne den iM zu verunreinigen, denn es ist so klar wic Kryst s' 2S kommt von dcn nördlichen Sccn und man s>el eS oft in zwei Fuß hohen Würfeln in die Hott schaffen. Hier iu Washiugton bestehen mehrere l^ gcschäftc und ihre Wagen fahren von Haus zn Ha" vor jeder Thür eine mchr oder minder große Q"" tität zurücklassend. Das geschieht Jahr aus ^1». r'^ Jede ordentliche Hausfrau hat eine große eigc"S v" lonstrnirte Eislistc, in welcher sie Bntter. Fleisch " andere nntcr der Hitze leidende Gegenstände "^ wahrt. Die Leute, welche das Eis abladen, dem v,^ dazu zangcnartige Instrumente, die dcn Z'""" ",^. chcn, mit welchen man die Dicke von Körpern ^ EiS essen wird hier von dcu Acrztcu als schr gc> ^ gerühmt, uud sie geben cS kranken Kindern / 453 und Kapital bedeutend überlegen und der eröffnete l Bahnvcrkehr habe natürlicher Ncisc Oesterreich mit ausländische!, Produkten übcrflulhct, waS feinen großen Nachtheil für die inländische Industrie gehabt habe. — Wir halten diese Ansicht für eine vollständig falsche. > Die Eisenbahnverbindung Oesterreichs mit den industriell und geistig fortgeschrittenen Völkern des Nor-denS hat befruchtend anf die heimische Industrie und Kultur gewirkt. Man baut ja Eisenbahnen, um die Kultur nach den vom großen Weltverkehr abliebenden Ländern zu lcitcn, dcun die zurückgebliebenen Böller tonnen nur von den fortgeschrittenen lernen und pro-fitiren. nicht umackchrt. Wenn unn aber die Nothwendig, tcit hervorgehoben wird, bei dem weiteren Ausbau dcS österreichischen Eisenbahnnetzes besonders die südlichen und südöstlichen Länder zu berücksichtigen, so stimmen > wir dem vollkommen bei, denn gerade diese Läudcr sind es, welche so rasch als möglich in den Verkehr gezogen und namentlich mit dem Mccrc in Verbindung gebracht werden müssen, denn in der Verwerthung! ihrer Prodnktc ist die Hcbuug des Haudcls, die Vcr< mchrung der Steuerkraft, der zukünftige Wohlstand des NcicheS zu suchen. Ungarns Körnerfrüchten,! Slavoniens und Kroatiens Hölzern :c. muß der Markt geöffuct werdcu, uud die Bahnprojcktc, durch deren Ausführung man diese Bänder mit den Seehäfen Trieft und Fiume verbinden will, sind darum vou größter Wichtigkeit. So nothwendig indeß die Bahnen von Semlin nach Efsck und Sisfek, vou Sisfcl nach Karlstadt uud > Fiumc auch sind, eine Bcdculuug wie die Linie von Laib ach nach Villach uud von da weiter über Lieuz mit dem Auschluß au die Brcuuerbahn bei Brixeu habcu sie uicht. Durch diese Vahn wird Deutschland und überhaupt Ccntralcuropa auf kürze« stem Wege mit dem adriatischcn Meere uud fciucm wichtigsten Sechafcu und mittelst dicfcm wieder mit dem Oriente verbunden, was mit Hinblick auf die dcrciustige Vollendung des Suczkanalö von höchster Bcdcutuug ist. Daß der Suezkanal zn Stande lommcn wird, ist außer Frage, wcuu cö auch uicht die jetzige Lcsscp'schc Gesellschaft ist, welche das Wert der Vollendung zuführt. Abcr schou jctzt sind die Konsequenzen, wclchc in merkantiler Beziehung daraus entstehen, zu berücksichtigen, denn wenn sie einst ein» treten, dann beginnt Oesterreichs Mission im Süden. Es ist dahcr schou jctzt an der Zeit den südliche» uud südöstlichen Ländern Oesterreichs mittelst Bahucu den Wca, zum Mccrc zu ebnen und sich mit den rcichcu Ländern und Völkern Ostasicuö zu bcfrcundeu, sich mil dcrcu Verhältnissen und Acbürfuisscu vrr. traut zu machen, dcmi dovtliiu wird sich dcr Handel uovzüglich wcudcu. Schuu jt^t soll, wic Sachvcr« ständige vcrsichcru, dic Orgauisntiou ciucs rcnclmnhigcl, Bcrkchrs mittelst Schleppdampfer auf dem Suczkauale möglich fciu uud dcr curopäifchc Haudcl dürfte bald in die Lage kommen, die cgyptischc Eisenbahn mit ihrcu enormen Frachtsätzen zu entbehren. Die Ent» fcrmmg Oslindicnö von Europa würde dcmu um mehr als 8000 Mcilcn verringert wcrdcu. Es muß nun Jedermann einleuchten, daß die-jcuige Ciseubahn, wclchc die ostiudischc Post ^cutjch. land und Ccntralcuropa am schncllslcu und aus dem direktesten Wege zuführt, eine Wcllbahn sem wlrd. Uud das wird die Bahn von Trieft über Lmbach, lVillach, Briren, Innsbruck, Müuchcn, Augsburg :c. werden; die Strecke Laibach. Villach vermittelt den kürzesten Weg nach Deutschland, wie wir daS zum > öfteren schou vor Jahren in diesen Blättern hervor- gehoben haben. . .. . . Für die südöstlichen Länder Oesterreich«, besonders aber für unser Krain hat diese Bahn noch ,yre große spezielle Wichtigkeit. DicscS Land ,st rc.ch an Wasserkraft, Brenn- und Baumaterial, und der Bau dcr Eiscubahu würde bald das Entstehen von Fabriken zur Folge haben, die jctzt nicht errichtet werden ^ können, weil sie zu weit ab von dcr großen ^crleyrs. adcr liegen würden. Dic Eisen- und Stahlwerke j Obcrkrains müsscu jctzt mit Holzkohle arbeiten; dlc Eisenbahn würde ihnen die billigeren fossilen Kohlen des Sauclhnles zuführen und ihnen damit eine billigere Produktion ermöglichen. Ebenso würden Overtrain, Kärnten und Tirol die Bcdcnprodulte Kroatiens , auf billigcrem Wege beziehen können. Kurz, man. mag die Sache betrachten, von welchem Standpunkte man will, dcr Nutzen, welcher für Krain aus dem Baue dieser Bahnstrecke entstehen dürfte, ist uubc-> rechcubar. Villach und Laibach, wclchc in alten Zcitcn die wichtigsten Punkte im Güterverkehr auf der Han. ' dclsstraße nach Deutschland wareu, würden zum Thcll ihre ehemalige Bedeutung wieder erlangen, namentlich wenn dcr Verkehr zwischen Laibach und Karlstadt cm durch die Lokomotive vermittelter wäre; aber weuu auch die Bahu durch Unlerlram, weil parallel .mit den Steiubrück-Agramer uud St. Pctcr-Fiumancr Bahnen, uicht sobald zu Staude kommen sollte, so! würde die Laibach, Villachcr Bahn ihre Bedeutung l nicht einbüßen. Neueste Nachrichten nnd^clegnilmne. Frankfurt, 15. Mai. (N. Fr. Pr.) I" dem Gutachtcu, das dem prcußischcu Kronsyndikat übcr dic Erbausprüchc auf dcu Thron der Elbc.Hcrzogthümcr! vorliegt, wird ausgcsprochcu: dic Vcrzichtleistuug des Herzogs vou Auguslcuburg, Vaters, sei iu aller Form l giltig und rcchtSvcrbiudlich, ja auch dcr Erbprinz Friedrich habe das Nccht zu ciucm Widerspruch gcgcu dic bindende Kraft des Verzichts sciucS Vaters vcr> wirkt. Die Plcnarbcralhuug dcs KlonsyudilatS wird in virr Wochen bcaiimru. Vcrli», ,5,. Mai. Die Anlwuit Oesterreichs auf dic preußische Dcpcschc vom 7. Mai wurde hier Ul'eigcbcu. Die Kommission des AbgcordnctruhnuscS hat den Zollvcrtraa des Zollvereins mit Oesterreich mit 13 gcgcn (> Stiinlncu angenommen. Älackien, 15. Mai. Dcr König nud die Königin wurden vom Volte begeistert rmpfangcu und von den von Seite dcr Kiwige dcr Nn'derlaudc n»d Belgiens zur Begrüßnng entsendeten Persönlichkeiten begrüßt. AuS Fraulrcich ist noch lein Dclcgirtcr eingetroffen. Gestern Abends war die Stadt glänzend beleuchtet. PariS, 15. Mai. (Pr.) Montholon in Wa< shiugton hat kategorische« Auftrag erhalten, den Prä« sidcntcn Johnson bestimmt zn fragen, ob er das Kai-serthum in Mexiko anerkenne; die jetzige Ungewißheit sei nicht länger erträglich. Dcr iiaiscr beabsichtigt, in Algier ein Erzbisthum, in Eoustantine und Oran Blsthümcr zu errichten. Man spricht wieder stark davon, daß dcr Kaiser auf dcr Rückreise nach Rom gehen wollc. Programm 'dcr Monatsvcrsammlung dcs historischen VcreinS für Krain, wclchc Donnerstag den 1>4. Mai, Nachmittags 5 Uhr, im Vcrcinslokalc (Schulgcbände, ebenerdig, links vom Hnuptcingangc) abgehalten wcrdru wird, und zu welcher auch Nichtmitglicdcr geladen siud: 1. Ueber Vcrciusangclcgcnheitcn vom Herrn Di-rektor Dr. H. E o st a. 2. Dcr Tabor zu Koäana. Vom Herrn l. l. Bauadjunltc» Josef Lcinmüllcr. 3. Die Wichtigkeit der Geologie für die Geschichtsforschung Krains. Bon, Herrn P. Hitzinger. ^ Markt- und Geschäftsbericht. Neustadt!, 15. Mai. (Wochenmarlt - Preise.) Weizen pr. Metzen si. 4.20; Korn fl. 2.80; Gerste ft. 2.10; Hafer fl. 1.30; Halbfrucht ft. 3.20; Heiden ft. 2.50; Hirfe >fl. 2.80; Kuturutz fi. 3.— ; Erdäpfel ft. 1.80; Linsen ft. 4.80; Erbsen fl. 4.16; Fisolen fi. 4.—; Rinds« Ischmalz pr. Pfund kr. 40; Schweineschmalz kr. 40; Speck, frisch kr. —; dclto geräuchert kr. 35; Butter kr. 45; Eier pr. Stück kr. 1; Milch ftr. Maß kr. 10; Riudflcisch pr. Pfund kr. 21; Kalbfleisch tr. 24; , Schwciucflcisch lr.—; Schöpscuftcisch lr. 15; Hähu- dcl pr. Stück kr. 30; Tauben kr. —; Heu pr. Ztr. fl. 2.— , Stroh fl. 1.— ; Holz hartes, pr. Klafter fl. 0.20, dctto weiches ft. —.-^; Wein, rother, pr. Eimer fl. 5.— , dctto weißer si. 4.—. M die I'. ^. Herren Wahler des I. Wahlkörpers. Wir empfehlen Ihnen dringend, nachstehenden Herren Ihrc Stimmen zu gcbcu.- Herrn Ivsef NlaSnis, Hllilöbcsit/cr. Ferdinand Vtahr, Direktor dcr Handelslehr. Anstalt. „ Dr. Anton Pfeffcrer, Advokat. „ I)l. Franz Supanöiö, Advokat. ., Edmund Terpin, Handelsmann. ______________D"o l'nrttellichc Comitl-. Läppchen Leinwand gcwickcl!, in die Hand, nm daran zu saligcn. Wenn nun auch die Speisekarte sehr umfassend ist uud ciucm Europäer beim Lcscu derselben dcn Muud wässert, so habc ich doch noch nie in irgcnd einem Hotel Amcrila'S dazu gclaugcn können, ein gutes Diuer zn habcn, das Galt Honsc in Louisville (Kentucky) auSgenomincn, welches abcr einen Tag nach meiner Abreise abbrannte, und auch eiuigc Hotels in New-Iork, z. V. St, Nicholas. Da sind manchmal zehn biö zwölf Wildsortcn auf dcr Karte und dic köstlichsten Gcmüsc, aber allcö in ciucr Weise bereitet, die einem Gastronomen, der an französische oder deutsche Küche glwöhnt ist, förmlich gotteslästerlich erscheint. Süße Speisen sind recht gut und das Dcssert äußerst reichhaltig. Untcr dcm Wildprct gibt cö hier Delikatessen iu Mcugc, wclchc deutsche Köchc iu Extasc vcrsctzcu würden uud Friuschmcckcr noch mchr; cö ist Schade, daß amcrikauischc Küchcubnrbarci davon so vicl verwüstet. Hirschbratcu habc ich hicr nur scltcu gcgcsscn; Ätche gibt cö nicht; Hascn sind ebenfalls nicht zu finden, sondern nur einc Art vou wilden Kaninchc». Värcu. bratcu aß ich nie, doch sah ich im vorigcu Jahr vor dcr Thür ciucs Restaurateurs eine Aärin mit cincm halberwachsenen Jungen aushängen. DaS Opossum soll eine große Lcckcrci scin. Das harmlose Thicr ist außerordentlich fctt uud Viele csscu cs gcruc; ich habc "Uch „ie culschlirßcn könucn, cS zu csscn lind cö auch "'e i" Hotels auf dcr Karte gcschcn. .... Das Fcbmvilo sagt mir hlcr mchr zu. Dcr s.s,°° Tnithau ist schr «ut, kommt aber jetzt nicht m^w'flg auf dcn Marlt. Häufig find dagegen die ^s' "I")ncr und dic Fasanen. Lchlcre habcu mit ZN'Ks'^' nichts gcmciu alö dcu Namcu, cS siud ^aloyuhuer, «iua A,-. Mischung ron Birkhuhn uub Haselhuhn und ihr Fleisch ist bei weitem bcsscr, als daö unserer Fasancu. Wcuu gut zubcrcilct, gcht kciu Gratcu darüber. Was man hicr Ncbhühncr odcr auch mauch'.ual Wachtel ucuut, ist ciu Mittcldiug zwischen bcidcn und schmeckt vorlrcfflich. Das ame« rikauischc Rothtchlcheu, so groß wie eine Drossel, ver» tritt die Stelle uuscrcr Krammetsvögel, und eine Delikatesse, delikater als die Leipziger Lerchen sind die Needbirds odcr Nohrvögcl, die von Gonrmands unendlich geschäht werden. Untcr den zahlreichen En-tcnartcn ist dic Canvaß'Aay.Duck (Lciuwaudsackcntc) wegen ihrcö Geschmackes die berühmteste. Sie hat ihrcu Namen von dcr Farbe ihrer Brust Warum die Restaurateure sich dafür drei Dollars bezahlen lasscu, weiß ich nicht, dcuu sie wcrdcu ziemlich häufig angetroffen, Ein schr bclicbtcs Gcumsc sind die Liebesäpfel (pomn«8 ä'ui>i0ui'8) hier tonmtoL» genannt; sie dür» fcn auf kciuem Tische fchlcn und wcrdcu cnlwcder roh mit Essig und Ocl, iu Schcibcn geschnitten, gc> gcsscn, odcr als Gcmüsc gekocht. Man macht sic auch grün cin, sowohl saucr als süß. Anfangs macht man sich nicht vicl daraus, allein bald kommt man auf dcn Geschmack. Sic sind iu der That vortrcff' lich in jcder Art Zubcrcitliug uud schr gesund. Von Kartoffeln gibt cs hicr zwci Arten < die gewöhnliche, hicr irländische Kartoffel genannt, und die fuße. Erstcrc Art kocht man wie bci uns, häufiger abcr bringt mau sic in dcr Asche gcbraten auf dcu Tisch, in welcher Weise sic mir am schmackhaftesten erscheinen. Die süße Kartoffel ist laug und oft jehr dick und groß. Man bcrcitct sie wic die gewöhnliche Kartoffel; mcistcnS bratet man sje jedoch in dcr Asche. Sie ist uicht ganz so mchligt uud sieht iuwcndig goldgelb aus. Mau bricht sie cutzwci uud nimmt dcn Inhalt mit der Gabel heraus. Der Geschmack ist ebenso fciu wic dcr vou echten Kastanien, m,d ich wundcrc Mlch, daß man sie in Europa so wenig sirht Da ich nun einmal beim Kochen und dcr Speise, kartc biu, so will ich auch das Thcnm bis zu Ende durchgehen, voraussctzcnd, daß dcn Lesern Alles neu ist, was mir so erschien. Zuuächst aber will ich unser Diner beendigen. Das Dessert ist, wic schon bemerkt, ganz vortrefflich. Man hat Obstkucheu von allen Sorten, Eis, Gcl6cS, Puddings, Eustards u. s. w. Von dcn Obstsortcu zcichucn sich ganz besonders die Pfir« siche aus, dercu cS hier in ungeheuerer Menge gibt und iu unübertrefflicher Güte. Sie erscheinen iu grö. ßerer Mcuge auf dem Marlt wie die Kartoffeln, und zur ziemlich lange dauernden Pfirsichzeit sieht man sie überall uud in Jedermanns Händen. Sie sind oft in solcher Menge vorhanden, daß man sie nicht ver-tilgen kaun nno die Schweine damit füttert. C« gibt hicr hauptsächlich zwci Arten; die eine gleicht unsern in Dcntschland und Frankreich, die andcrc mit goldgelbem Fleisch ist mchr apriloseuarlig. Aprikosen habc ich hicr nicht gcschcn. Blutpfirsiche sind cben« falls häufig. — Die Kirschenzeit gcht schnell vorüber und dic Kirschen sind lange nicht so gut als bei unS; Pflaume« gibt cs ebenfalls mir wenige; nur ciuc Art, nicht vicl größer wie Schlchcn und ebenfalls blau — (Wll«0ii8 — ist schr häufig. Birnen sind gleichfalls mittelmäßig, obwohl hiu uud wieder eine Art schr gut, abcr unverständig theuer. Aepfcl nibt cs jedoch von allcn Arten und in ungeheurer Mcugc. Es wird dahcr auch vicl uud ausgezeichneter Acpfclweiu ye» macht. — Erdbeeren gibt cS in überschwenglicher Fülle überall, und die wilde Walderdbeere ist hier weit üppiger als bei unS und über dreimal so groß. Man findet ganze Büschel an einem Stengel. Verantwortlicher Redakteur: Ig«az v. Kleiunmyr. Druck und Verlag von Ignaz v. Kleinmayr st Fedor Bamberg in Laibach. 454 Telegraphische Effekten- und Wechsel Kurse an der l. t. öffentlichen Börse in Wien. D,n 16. Mai. b'/. M.talllqu.s 71..N 18VOer 9l«l,ih, i'3.^0 b"/» Nal.-«nl,h. ?(i,5(1 Gilber . . . W7,5(» Bankaktien . l>W. - London . . 109 30 Krlditaktiln . 185 40 K. l. Duka«,u 51!) u»m 15). iDlai. Ttadt 2»icn. Die Hcrrcn: Baron vo» Malha» aus Mltlllndil'g, — v, Sirgo. k. k. Majcr, u»d Ball,'« Schweiger, l. l. Obcrst, vo > Vcvcna. — Tlabc vo» Win,. — 6>.'Vlßc, l. k. ^initcüaot; Viihm, f. l, ^l'cllilutinant. uilt> H<)oilsch, In-wclier. von l>»>az. — llll'axzhizh, G»>»zi.'csi^ll. vrn Höftei». — Weilcr, Kaufo^ni», von ^v.: .Nanischc. - (iouajhizh. Gr^ßli^urler. vv» Tri st. — Schlicr, Kaufluaili!. V»» Wie». — Sima, Bülteruleister, und Werl. Handtlöiimm!, von (Hllli. i9ü'9—1) " " Nr. 1232. Edikt zur Einberufung oer Verlas« se uscha fl s > G l ä u b ig cr »ach oem uerstorbeucn Herrn Pfarrer Florian Mullaj iu Hiunach. Von dem k. k. Ptzirlsamte Seisiuberg. nlö Gclicht. werden DiljslügtN. welche ai^j Gläobiger an die Vcrlassenschaft ssg am 26. April 1864 ohne Testament mr« student,! Herrn Pf.nrcrö FllNlaii Mull.'j, !ö raliiü il'r Gcsnch schrisllich z» nl'cl' llichen. lvidrigcns denselben an die Per« wssenschaft. wenn sie durch Bezahlung oer angtuillveleu Forderungen erschöpf! würrc. lein weiterer Anspruch zustünde, alö insofcrne ihne« ein Pfandrechl gcbübrl it. l. Vezilköamt Seiscnbcrg, als Gc< richt, am 12. Mai 1865. Aei •f. €. Mayer in Lailnich sind zu habcn ä".0 Silbcr-Pfaudbrieft der k. I. priv. allg, österreichischen Joden-Credit-AnM. Dieselben werden mittelst Verlosung m-nerhalb 5>» Jahren .->! i»ni-i in Gildrr znrllckgc. ;ahlt; sic sind mit halbjährigen Couftollo ln,'r-scheu, welche ohne jeden Steneradzllg cm«-dezahll werden, und ucrzinscll sich zum gegenwärtigen Emmissioiiölurs mit Rücksicht auf dic Nllctzahlilugöprämic mit nahezu <> Pcrzent ill Silber. — Sie dürfen gesetzlich zur Aulage von «apitlllieu öffentlicher Verwaltungen und von Pupillar - uud Depositen - Gclderu verwendet werocu, und eigueu sich überhaupt zu einer so-lldcn, mit hypothekarischer Sicherheit ausgestatteten und uou den 26)wautungcu der Valuta uuabhäügigcn kapital«-Anlage. -- Dle Anstalt uimmt ihre Pfandbriefe nucutgcltlich iu Depot. Eö wcrdcu dauou Ltilclc zu 100, ^00, 300, 500 und 1000 fl. auSgcgebcu. Fcrncr zur Ziehung am R. Juni R8V.5, HlUlVttreffer fl. 2!)0.0N0. (952-3) Nr. 1333. Reassultmulig 2. u. 3. erct. Feilbictung. Vom k. k. Vezirköamte Krainbnrg. als Gericht, wird bekannt gemacht: (56 sci übcr Anslicheu dco Herrn S lnuud Skliria uon Stcin. durck Dr. Pol< lak, in die Reassnnnrung der zweiten nnb drillen, nnt dem Veschc!c>r uom 5 Noucmbcr 1859, Z. 3530. slswleu eze-kntiucn Flill'ielung der. dem Michael Anmann gel'örigln, im Orlindduchc der Zohannitcr'Olorns-^c'lUinltidli St. Pclcr >uli Nktf.'Z. Kl ^lxkommcndcn Ncalilät wegen, dem Erüern schnloigcr 106 fi 42^ kr. (5. M. gewilligt, und cS wer-ocu l'irzu die Fsilbietungotcrmine auf den 31. Mai un? 30. Inni 1865. jedesmal Vormittags um 10 Ubr. im Amtssitze mit dem Anhange angeordnet, daß olngc Realität bei der zweilcn Tag> sal)ung auch uuter dem Schat)ungswcrll»t pr. 6651 fl. 13'/, kr. hintangegebell lverdeu wird. Das Schäßungsprotokv'll. der Grunv-buchöertralt und die ^i^lali^nobcdiuguisse können zu den gewöhnlichrn Anilsstulidell hicraiulö cinglscbeu wcrdrn. K. l. Vs^irk^anit Klainburg, als Gericht, am 1 Apiil 1865. H s^ Paar gemä-^ ästete Achsen slud bei der Herrschaft K l i n gv n fe Is bei Nassen fuß zu verkaufen. Nabcre^ d0llse!bst. <,966-2) Wohnung. In d,r Lingcrgasse Nr. 276 ist eme Wobnnng möl'lirt oder nicht möblirt, bestebcnd aus2Zimulern. 1 Al-slwe nnd Küche allsogleich zu vermicthe». Nachfrage bei Johanna Kusche. Hauplplah Nr. 3N. (954-3) Bi ^-udcösscfcrtigter beehrt sich dem ?. 1. Publikum zur gefälligen Kcnut» D^ niß zu brüten, daß cr dcu 8 Gasthaus Garte» „zum ^aßl" M in dcr .^i r c u u g assc für die S 0 m iucr«Sais 0 n übcnloniuicu Hai. U l^lir gntc Getränke sllwic für itüchc wird bcsteui< gesorgt. Ausicrdeni ^ täglich frische Gurkcr Krebsen uud beliebige Au^rpahl von Fische». H Um geneigten Zuspruch bittet Johann Gassareck. Laibach, dcu 13. Mai 1805. (944—2) k ^6^) ^z,z^^ ^nigl. priv. Riunione Adriaüea di 8icurta. !3ie gefertigte Direktion beehrt sich, hiemit bekannt zu machen, daß in Folge dcö Ablebens deö Herrn MtnZ; ^«scher '"it heutiaem Tage Hen E T E R P I N zum Vertreter der Hauptageutschaft in Laibach der k. k. priv. «l«»»»«»^ ^.«««-«»izl-n «»l ^le«rt» ernannt worden ist. Derselbe ist ermächtigt: Versicherungen gegen Feuersgefahr auf bewegliche und unbewegliche Gegenstände, Versicherungen gegen Elementar-Schäden auf reisende Güter zu Wasser und zu Lande, so wie Anträge auf Lebensversicherungen zu übernehmen. Trieft. 1. Mai 1805. Die Direction der k. k. privil. Riunione Adrialica di Sicurtä. Mit Bezugnahme auf obige Bekanntmachung erlaubt die unterzeichnete Haupt-Agentschaft in allen obbenanntcn Vcr« sicherungs-Angclegenheiten sich bestens zu empfehlen, mit dem Bemerken: 1. Daß die betreffenden Prämien je nach den verschiedenen Graden der Gefahr auf das Billigste bemessen sind, und die von der Gesellschaft gebotenen Garantien, so wie die Versicherungs-Bedingungen die vollkommenste Sicherheit darbieten. 2. Daß dic k. k. priv. H/tt/tione ^i/i-l«/^« ,/< Hlc'«,Vtt ein Gewahrleistungs-Kapital von «nttll WIUz«O,R0«R «»««»0,R besitzt. 3. Daß sie sich zum Hauptgrundsatze gemacht hat, die sie ferner treffenden Schäden nach Recht und Billigkeit abzumachen und schleunigst zu bezahlen. 4. Daß sie vom Beginne ihres Wirkens bis zum Abschlüsse von 1tzl»4 /uns und Dreißig Millionen Gulden an Entschädigungen ausbezahlt hat. 5. Daß dieser namhafte, von einer einzigen Gesellschaft geleistete Entschädigungs-Betrag, klar und deutlich die außerordentlich Nützlichkeit der Versicherungen herausstellt, welche mittelst eines unbedeutenden Betrages erlangt, Beruhigung gewahr"», und das größte Unglück unschädlich machen. Die gefertigte Haupt-Agentschaft schmeichelt sich demnach, mit häufigen Versicherungs-Aufträgen beehrt zu werden, und verspricht durch reelle und pünktliche Behandlung das ihr geschenkte Vertrauen vollkommen zu rechtfertigen. . Das Assekuranz-Bureau befindet sich am Iahrmarktplatz Haus-Nr. 4, woselbst Formulare zu Versicherung^ Anträgen, Prämien-Tarife, Pläne der Lebensversicherung verabfolgt, und jedwede beliebige Auskunft ertheilt wird. «aibach am 1. Mai 1865. ^« - , Die Mlil-HjMlschast M RmM der k. t. priv. ^ ______ E. Terpin. __. £ieju ein barter žBoaen 2imt$* «nb SuteHigeiublatt