Wahlspruch: Was rotr begehren von der Zukunft Fernen: Das; Brot und Arbeit uns gerüstet stehen, Datz unsere Kinder in der Schule lernen, Und unsere Greise nicht mehr betteln gehen. G. Herwegh. I & Televlion Nr. 2taa. 3er Gtfiecffonto 38.415? Eisenbahner Zenlralorgan des Oesterreichischen Ersenbahn-Personales. Redaktion: Men V/i, Zentagaffe Nr. 5. Rcdnlitionsschliitz: Zwri Tage vor d«m Erschcixc» bce Blatte». Sprechstunden finS jebtn Tag mit Ausnahme litt Sonn- »nd Feiertage von 10 Uhr qonnittogs bis Vc4 Uhr „achmillags. Jnsertionspreis: Die zweimal gespaltene Slonpareillezeile oder deren Raum 40 Heller. Dei Iahresauflrag Rabatt. Abonnements-Bedingungen: Halbjährlich...............................Kr. 2'88 Ganzjährlich................................. 5'76 Für das Deutsche Reich ganzjährlich 91tft. 6 —. Für das übrige Ausland ganzjährlich 9 Franken. ' Erscheint jeden 1., 10. und 20. im Monat. 91t. 6. Mm, den 20. Februar 1911. Der Dienstweg. Ein Erlaß des Eisenbahnministers. Vor bereits zwei Jahren hat die damalige Negierung einen an alle Staatsbeamten und Staatsangestellten gerichteten Erlaß im offiziösen „Fremden-blatt" verlautbart, der einen scharfen Tadel enthielt, »neu sich, wie damals die Regierung sagte, „im Verlaus der Zeit die Hebung herausgebildet hat/ daß Abordnungen von Staatsbeamten und Staats-bediensteten der verschiedenen Kategorie n, wenn sie bei den Zentralstellen und anderen Behörden vorsprechen, nahezu regelmäßig die Vermittlung eines Abgeordneten in Anspruch nehmen und unter dessen Führung erscheinen." „Demgegenüber trat nun," wie die offizielle Verlautbarung weiter ausführte, „im Schöße der Negierung die Anschauung zutage, daß es dem d i e n st l i ch e u Verhältnis widerspreche, wenn die Staatsbediensteten, um ihre Anliegen bei den Vorgesetzten vorzubringen, eine, wenn auch noch sv wohlgemeinte Vermittlung in Anspruch nehmen zu müssen glauben." Es ist nun auffallend, daß der neue Eisenbahn-mtmsier Herr Glombinski diesen Erlaß von da-damals vor ein paar Tagen wieder aufgrif: und ihn im „Amtsblatt des k. k. Eisenbahnministeriums alle chm untergeordneten Dienststellen richtete. Der Erlaß, der im „Amtsblatt", IX. Stück, vom 11. Februar l. I. enthalten ist, geht also diesmal die Eisenbahner ganz allein an und lautet: Erl a s; d e 8 E i se n b ahn m i n i st ers vom 1. F eb ru a r 1911, Z. 4861, an alleOrganebetresfenddieEin-Haltung des Dien st weges bei Bitten und B e° schwerden des Personals. Nach § 21 der Dienstordnung für die Bediensteten der >. ,k. österreichischen Staatsbahnen haben sich diese mit ihren dienstlichen Wünschen und Beschwerden an die unmittelbaren Vorgesetzten zu wenden, welche verpflichtet sind, dieselben anzuhören und — soweit die Erledigung nicht in ihren Wirkungskreis fällt — an die zur Ent-jcheidung berufene Dienststelle zu leiten. Trotzdem habe ich schon wiederholt die Wahrnehmung gemacht, dah die Bediensteten m i t U m g e h u n g d e s v o r g e s ch r i e b e n e n D i e n st w e a e S und insbesondere der Vorgesetzten Direktion sich direkt an mich, beziehungsweise an das E i s e n b a h n m i n i st e r i u m w e n d e u. So gerne ich auch bereit bin, die Wünsche und Beschwerden der Gesuchsteller entgegenzunehmen und wohlwollendster Beurteilung zu unterziehen, muh ich doch darauf beharren, das, hierbei, den bestehenden Vorschriften entsprechend, der Dienstweg ein-aehalten werde. Dieser Vorgang erscheint nicht bloh im Interesse der Wahrung der Autorität der Vorgesetzten, sonoern auch im eigensten Interesse der Bediensteten gelegen, weil über derartige Anliegen, die direkt vorgebracht werden, die Erledigung in der Regel nicht ohne Anhörung der Vorgesetzten Direktion erfolgen kann. Jchwerdesonach unmittelbar an mich gerichtete Bitten undBesch werden n n r dann einer E r l e d i g u n g z u f ü h r e n, wenn von dem Gesuchsteller d e r D i e n st w e g e i n g e h a l t c it wurde. 9tach der eingangs bezogenen Bestimmung der Dienstordnung ist ferner die Heranziehung von fremden Personen zur Unterstützung von Anliegen der Bediensteten unstatthaft. Auch diese -Verfügung findet bedauerlicherweise nicht ausnahmslose Beachtung, indem einzelne Bedienstete zur Unterstützung ihrer Ansuchen nodj immer die Intervention von dem Dienste fernstehenden Per-Ionen in Anspruch nehme«. Ich gewärtige umso zuverlässiger, daß die Bediensten fortan Inanspruchnahme derartiger Interventionen vermeiden , ?18 ich e8 zu meinen obersten und wichtigsten Pflichten zahle, bei allen Personalversügungen strengste Gerechtigkeit und yrotzte Unparteilichkeit walten zu lassen und dementsprechend auch jede wie immer geartete ungerechtfertigte Bevorzugung einzelner h'ntanznhalten. , Ich richte gleichzeitig an die Dienstvorstünde und insbesondere an die Staatsbahndirektoren die dringlichste Aufforderung, ,m gleichen Sinne vorzugehen. 1 Glabiüski. , Wenn die Umgehung des Dienstweges dem Eisen-vcrhnministerium unangenehm geworden ist, so mag unsererseits ruhig zugestanden werden, daß dieser.Weg wahrlich nicht aus reiner Freude, etwa zumVer-ÖNügen für die Eisenbahner eingeschlagen worden ist; ganz im Gegenteil: auch diese „Hebung" war ein Ergebnis der Not der Zeit, ein Produkt der Zwangslage, in der sich die Eisenbahner befanden. Und daß der ordentliche Dienstweg heute bei feiner Kategorie der zur Erkenntnis gekommenen Eisenbahner sich einer be sonderen Vorliebe und Popularität erfreut, ;ff —r'- lich nicht ans eine grundlose Animosität tst wahr-der Bedien- steten zurückzuführen, vielmehr ist das Kapitel „ordent iich er Dienstweg" heute ein Gebiet, das durch eine jahrelange praktische Erfahrung aufgehellt ist, und von dem jeder Bedienstete weiß, daß dieser Weg leider nur zu sehr einem ungangbaren Dickicht gleicht, in dem es schwer und nur unter vielen Mühsalen ein Vorwärtskommen gibt. Gab es doch eine ziemlich lang währende Zeit, in der gerade die Eisenbahner keinen anderen als den Dienstweg kannten und sich auch nie getraut Hütten, auch nur einen Finger breit von diesem einzigen „Weg der Tugend und guten Sitte" abzuweichen. Wenn wir nun heute vor der Tatsache stehen, daß dieser gute alte Dienstweg so wenig mehr geachtet wird, dann sind wahrlich nicht die daran schuld, die ihm beharrlich ausweichdn, wenn sie irgendwelche Bitten und Anliegen vorzubringen haben. Der Dienst-rveg ist bekanntlich überall dort, wo er die.-ganze Stüseiileiter dtr bnreankratischen Einrichtungen und Instanzen hindurchführt, eine Sache, deren sich1 längst schon der Volkswitz bemächtigt hat. Wer kennt zum Beispiel nicht jene Anekdote von dem polnischen Juden, der eine Eingabe beim Landesgericht in Krakau wiederholt urgiert, bis er schließlich von einem Beamten mit dem Bemerken fortgewiesen wird: „Er könne Juden überhaupt nicht leiden". Auf die bescheidene Frage, weshalb, wird ihm die Antwort zuteil: „Weil die Juden den Herrn Jesus zum Tode verurteilten." „Nu," sagt daraus der Mann, „hätt’ der Herr JesuS rekurriert an das Landesgericht in Krakau, so könnt' er heut’ noch leben." Die Satire, die in diesem Witz auf den schleppenden Gang des guten alten Amtsschimmels gelegen ist, trifft aber auch den mit ungezähltem Formelkram behaftetenBureaukratismns in dienstlichen Angelegenheiten. Man glaubte, man fei cs der Disziplin und dem Dekorum, der Staatsautoritüt und dem öffentlichen Ansehen schuldig, den einzelnen Beamten und Angestellten möglichst weit von den einzelnen dienstlichen Zentralstellen zu entfernen, so daß er seine Wünsche und Anliegen nur durch alle möglichen Zwischenglieder von Instanzen vorzubringen vermochte. Dieser schwerfällige Apparat, der alle öffentlichen Aeniter und den gesamten Bureaukratismns deni Leben entfremdet hat, hat natürlich auch jenen Gegensatz zwischen den untergeordneten Bediensteten und den hohen Vorgesetzten geschaffen, den heute die Negierung beklagt. Der Umstand also, daß Anliegen und Beschwerden entweder gar nicht, oder doch nicht in jener nachdrücklichen Form vorgebracht werden konnten, wie es oft der Sachlage entsprechend gewesen wäre, hat den Dienstweg diskreditiert. Man stelle sich auch einen im Dienstverhältnis stehenden Beschwerdeführer vor, der bei allem, was er vorbringt, immer achtzugeben hat, daß er nirgends anstößt und sich nicht die hohe Gnade verscherzt? „Ihr dürft auch Ideale haben," sagt in der „Jugend" ein Gymnasialprofessor seinen Schülern, „natürlich soweit sie mit den Disziplinarvorschristen im Einklang stehen!" Davon, daß Gesuche nicht oder erst nach Monaten oder Jahren erledigt wurden, braucht man erst gar nicht zu reden. Man mag in der Intervention von Abgeordneten einen Kealznstand erblicken oder nicht, sest steht, daß auch darin die Regierung mit ihrem Beispiel vorangegangen ist, indem seit attersher mächtige und einflußreiche Persönlichkeiten und Körperschaften gerade aus diesem Wege alles, was sie wollten, erreichtem Man denke nur an die Refaktien und an die Verleihungen von anderen Begünstigungen. Im übrigen scheint.es uns freilich, als ob die Regierung mehr will. 19. Salitg. als n u r die Vermittlung von Abgeordneten äus-r schalten. Denn was der Erlaß empfiehlt, ist n u r der Dienstweg ohne Zuziehung dritter P c r-sone it. Heute freilich haben die Eisenbahner ihre Vertrauensmänner und ihre Berufsorganisation, in der sie die Vertreter und Anwälte ihrer dienstlichen und beruflichen Interessen erblicken. Und es liegt kein Anlaß vor, diesen Weg zu verlassen. Es mag ja sein, daß Herrn G l o m b i n s f i an der A U s s ch'a l t u n g der Organisation sehr viel gelegen ist. Aber besser wird sich der Nefurmciscr des neuen Herrn schon betätigen können, wenn er dafür sorgt, daß auch Leute ä la Kr09 in.Zukunft nur amDicttstweg bleiben. Die Disziplin und die „geheiligte Autorität", die Herr Glombinski offenbar wahren will, werden dann jedenfalls durch solch e A b w e i-chnngen v 0 m Dienstweg nicht noch weiterhin untergraben werden l Fr. L. zmverftmtlichnng derAspansbatz«. (Vom Abgeordneten Nndols Müller.) ... , 11. 4 Ich habe in dem vorhergehenden Artikel nach-zurtjififen versucht- daß die Einlösung d$r Aspangbahn nunmehr aus verkehrstechnischcn, verkehrspolitischen, und volkswirtschaftlichen Gründen ein unabweisbares Gebot ist und will hiermit in dieser Fortsetzung den. Nachweis im Detail erbringen. Obwohl die Eröffnung, der Wechfelbahn fchon anfangs Oktober vorigen' Jahres erfolgte, wurde bis heute auf der privaten! Aspangbahn noch kein einziger Spatenstich gemacht,! UM die Bahnanlagen für den erhöhten Verkehr aus--! zugeftalten und neues Personal einzuschulen. AlleÄ blieb beim alten, nichts deutet daraus Hut, daß die Aspangbahn den neuen Anforderungen Rechnung tragen will. Durch den 30jährigen Bestand der E. W. A. sind die Geleise bei dem starken Verkehr vollkommen abgenützt. Auswechslungen haben bisher fast nicht statt--gefunden. Die Weichen find derart abgefahren, daß eine neue Schiene der normalen Hohe wegen nicht mehr a tt g e* paßt werden kann. T r 0 tz 0 e m hat die Ver--^ walttmg der Aspangbahn beim Ministerium das Zugeständnis erhalten, die alten Weichen v e r--> stärken au dürfen. Insbesondere ist der Ober-bou und bas Schienen material in der Teilstrecke Wien-Biederntannsdorf in total unbrauchbarem Zustande. Wer je; eine Fahrt mit dieser Bahn gemacht hat, weiß, daß der ganze Zug gleich einer Wiege attf dem elenbett Oberbau schaukelt. Die Geleiseanlageit sind in allem Stationen, auch in der Hauptstation Wien derartige,1 daß alle ankommenden und abgehenden Züge immer nur eine Att ss ahrtsw ei ch e passieren können. Dieses veraltete System birgt schwere Gefahren für den Betrieb. DB Entgleisung einer Maschine im Bereiche des einzigen Ausfahrtwechsels hat zur Folge, daß die Station Wien und die ganze ©tteckeblod' iert m t r d. Kein Zug; kann mehr die Station passieren. Der Lokomotiv- und Wagenpark ist feit langem; vollkommen ungenügend und so alt wie die Bahn' selbst. Zumeist wurden die Personenwagen schon tmrj 30 Jahren ans dem alten Inventar der Graz-Koslacher: Bahn entnommen. Bei verstärktem Personenverkehrs besonders für die Lokalstrecke Wien-Lanzeudorf, werden; Viehwagen in d i e Zn g s g arnitnr eingeschaltet. Sämtliche LokomotiEn entbehren, einer Laufachse, haben alte Kessel und verfügen nicht über die nötige Zugkraft. Die 'Stationsgebäude sind wahre Vögelhäufer,und entsprechen in keiner Weife den Anforderungen. Der Verkehr hat sich noch vor Eröffnung, der Wechselbahn derart entwickelt, daß man im vergangenen Jahre seine liebe Not hatte, um denselben mit Ach und Krach bewältigen zu können. Die An--^ Der „Eisenbahner" erscheint in einer Auflage von 46.000 Exemplaren. “TOI Seite 2 „Der Eisenbahner." Nr. 6 lagen in Wien entsprechen nicht im entferntesten mehr d ein gesteigerten Verkehr. Die größten Kunststücke werden mit Hinweg-lassung der Vorschriften angewandt, um einen Zug zusammenstellen zu können. Das Gütermagazin ist seit dein Bestände der Bahn nicht erweitert worden und ist meistens bis zum Dache angefüllt. Das Heizhaus und die Reparaturwerkstätte sind unpraktisch und klein und verfügen über eine einzige Weiche, die alle ein- und aussahrenden Lokomotiven benützen. Wenn diese Weiche einmal versagt, so steht der Verkehr still, weil keine Maschine ein- oder ausfahren kann. Schritt für Schritt begegnen dem Fachkundigen von Wien bis Afpang solche Mängel u\td Hemmnisse, die wie aufgerichtete Mausefallen auf die Bediensteten lauern. Welche Gefahren bei diesen Einrichtungen für die Bediensteten und das reifende Publikum erstehen, zeigte das g r o st e E i s e n b a h n n n g l ü ck a m 2. D e z e m b e r 1901 in Sollenau. Abgeordneter Dr. Ellenbogen hatte aus diesem Anlaß in der 136. Sitzung der XVII. Session des Abgeordnetenhauses 1902 eine 17 Seiten umfassende Interpellation an das Eisenbahnministerium gerichtet und in derselben die haarsträubenden Austättde der A s p a u g b a h n geschildert. Diese Verhältnisse haben sich seit jener Zeit noch um einiges verschlechtert. Es wäre gut, wenn der jetzige Eisenbahn m i n i st e r zur Ergänzung seines Urteiles diese Interpellation einem sorgfältigen Studiurn unterzöge, um dann die Konsequenzen daraus zu ziehen. Wie wird sich der gesteigerte Verkehr unter solchen Umständen in diesem Jahre, insbesondere in den Sommermonaten und im Herbst abwickeln? Seit der Eröffnung der Wechselbahn geht von und gegen Friedberg ein tägliches Brutto im Güterverkehr von zirka 600 Tonnen. Trotz der gegenwärtigen, verhältnismäßig schlechten Jahreszeit brachte die neue Linie ritten Personenverkehr von 130 bis 140 Personen, an Sonn- und Feiertagen über das Doppelte. Es ist jetzt schon unter den normalen Verhältnissen ein Mangel an jeder Wagenserie an allen Ecken und Enden. Wie wird dies erst werden, wenn die Bevölkerung sich nach dem Verkehr eingerichtet haben wird? Es steht heute schon fest, daß die Aspangbahn den Strom von Touristen und Ausflüglern in das herrlich schöne Wechselgebiet und die Bucklige Welt nicht bewältigen wird können. Bei den er st eit schönen Tagen int Frühjahr werden wir vor den Toren der Reichs Haupt- und Residenz st adt einen neuen europäischen Skandal haben. Es liegt mir ferne. Gefahren für das reifende Publikum an die Wand zu malen. Sollte aber ein Unglück infolge der bestehenden Zustände eintreten, dann werden wir es, — dies sei der „verehrten" Negierung gesagt— ihr allein zur Last legen und sie allein verantwortlich hierfür machen. Daß bisher so ziemlich alles klappte, ist ausschließlich das Verdienst des psttchttreuen Personals, das mit Aufopferung seiner Gesundheit und geraden Glieder geradezu unmenschliche Leistungen vollführt. Der große Holzreichtum am Wechsel und in der östlichen Steiermark, die gut entwickelte Viehproduktion sowie der Getreidebau in d e nt angrenzenden Ungarns, werden, wenn die Bevölkerung darnach eingerichtet sein wird, einen Strom von Massengütern nach Wien zur Folge haben. Die vielen ergiebigen Wasserfälle werden Industrien mtziehen und von denselben ausgenützt werden. Der Ausbau der pro- jektierten Linie Hartberg-Gleisdorf, der in Bälde in Angriff genommen tu er-den m n ß, sowie die Verlängerung über Feh ring nach Gleichen Berg in der Richtung gegen Dalmatien, deren Ausführung nur mehr eine Frage der Zeit ist, sowie endlich die Anschlüsse an Weiz an die ungarische Nordostbahn wird die Aspangbahn zu der verkehrsreichsten und s i n a tt z i e l l e r g i e b st e n B a h n mache tt. Bevor der Staat die angeführten Projekte ihrer Vollendung zuführt, ist die erste Vorbedingung d i e Einlösung der Afpang-bahn, sie den Bedürfnissen a n z n p a f f e n, mit der Legung eines zweiten Geleises z u b e g i n n e n, um damit das Gesamtnetz der Staats-6(ihnen zu ergänzen. Die diesjährige Sommersahr-ordnnng läßt fast alle Züge in zwei Teilen verkehren. Jedem Personenzuge müssen Güterwagen (lebendes Vieh und verderbliche Waren) beigegeben werden, weil die Bahn außerstande ist, den Güterverkehr zu bewältigen. Fast alle abgehenden Züge sind gemischte Züge, die die Fahrdauer überschreiten. Durch die rasche Inangriffnahme der Einlösung durch den Staat würde sich ganz besonders der Nahverkehr hebe tt. Die Gemeinden an der Groß-Schwechat-Maimersdorfer Bahn und Klein-Schwechat haben zu nüebcrholtenmalcn bei der E. W. A. angesucht, einen Zugsverkehr nach Hauptzollamt via Klein-Schwechat-Aspangbahnhof sowie deren Anschluß nach Mannersdorf herzustellen. Die Aspangbahn mußte die berechtigten Wünsche ablehn^n, da sie sowohl für die Lokallinie Wien-Schwechat als auch für die Haupt-linic Wien-Afpang bis zur Station Zentralfriedhof nur ein Ge leise besitzt und derer forderliche Wagenpark gleichfalls zur Ausführung dieses Wunsches fehlt. Der feiner-zeitige sehr rentable Omnibusverkehr nach Klein-Schwechat wurde mit dem Moment aufgelöst, wo die Straßenbahn in Betrieb gesetzt wurde. Durch Einlegung von Zügen vom Hauptzollamt via Aspangbahn nach Klein-Schwechat mit Anschluß an Mannersdorf und Fischamend würde sich ein reger Verkehr mit gutem Gewinn ergeben. Es steht außer allem Zweifel, daß durch Einlegung solcher Züge die rneftlick)ett Stadtteile dieses Verkehrsmittel, insbesondere bis Zentralfriedhof, ausschließlich benützen würden, namentlich im Winter, tv c tt tt geheizte Waggons bereit st e h e tt. Die direkte Verbindung des Aspaugbahuhoses respektive der Station Zentralfriedhof mit dem Schlachthaus St. Marx hätte großen Wert für die rasche Beförderung von lebendem Vieh aus Westungarn, Oft-steierntarf, dein Hainfelder und Gutensteiner Gebiet. Was für den Staat von besonderem Werte sein sollte, ist die Lage des Aspangbahn Hofes, die uns förmlich den zukünftigen Wiener Z e n t r a l b a h n h o f zeigt. Auch dieses Wertvolle, Unersetzbare hat die Regierung in ihrer angeborenen Blindheit außer acht gelassen. Die Gründe längs des Aspattgbahnhoses gegen Simmering und hinauf bts zum Arsenal gehören der Austro-belgischeti Eisenbahngesellschaft, der Eigentümerin der Aspangbahn. Diese Gründe hat nun die Gesellschaft parzellieren lasseu und werden dieselben im heurigen Frühjahr vou der Lombard- und Eskotnptebank zum Verkauf gelangen. Wohl hat sich i>cr Staat mittels eines Itachtragsübereinkommens von diesen Gründen längs des Bahnhofes einen Streifen von 100 Metern gesichert. Der diesbezügliche Vertrag endigt mit 1912. Was bedeuten 100 Meter Grund für die Entwicklung des Verkehrs, um so mehr als der Regierung bekannt ist, daß der Bahnhof in feinem jetzigen Umfang zur Ab- Feuilleton. Der Maskenball. Eine Geschichte aus dem Eisenbahn erlebe tu f_ Von Ignaz Miheve. » In einer Keinen Station $, die keinen großen Geschäftsumgang hatte, waren zwei Beamte bedienstet, der Vorstand und ein Assistent. Die beiden verstanden sich anfänglich sehr gut, sie lebten, beide unbeweibt, einträchtig beieinander. Der Vorstand, ein Mann von 40 Jahren, konnte sich trotz seiner langen Dienstzeit, mit geringen Ausnahmen, die Sympathien der Bürger des in der Nähe gelegenen Marktes nicht erwerben. Seine vierschrötige, untersetzte Gestalt, sein mit Falten und Furchen durchzogenes Gesicht, sein unbeständiger Blick wirkten abstoßend. Sein ganzer Verkehr blieb auf den friedliebenden Assistenten Milan beschränkt. Doch auch diese Freundschaft sollte nicht ewig dauern, wie wir sehen werden. Des Bahnmeisters Töchterlein, Ännerl, ein bildhübsches Kind von 18 Jahren, übte ihre Anziehungskraft sowohl auf t>cn Herrn Vorstand Philipp, als auch auf unseren Milan aus, und infolge dieser Tatsache sollte das gute Einvernehmen in Brüche gehen. Philipp ließ keine Gelegenheit vorübergehen, da er sich Unnerl nähern konnte, um ihr feine Zuneigung zu erklären. Milan, ein Alter Junge, voller Lebenslust, wurde Hurch diese Vorgangsweise seines Vorstandes in seinen innersten Gefühlen verletzt und rächte sich bei jeder sich darbicten-den Gelegenheit mit irgendeinem unüberlegten Streich, für den er immer wieder eine Ausrede finden wußte. Sonst mußte man ihm zugestchen, daß er niemand wehtun konnte. Konnte. In dem etwa eine Viertelstunde entfernten Markte veranstaltete die Bürgerschaft am Faschingsonntag ein Maskenfest; selbstverständlich nur für die Honoratione». Zu dieser Maskerade wurden auch unsere drei Bekannten eingeladeu. Der Vorstand, der sich einbildete, ein guter Sänger zu sein, wählte sich die Maske eines Bänkelsängers; Milan, der seine Herzallerliebste überwachen wollte, wählte sich die einer spanischen Tänzerin. Am Tage des Festes traf unliebsamerweise den Vor-siand der Nachtdienst. Er studierte und kalkulierte, wie er sich davon befreien könnte. Es blieb ihm jedoch kein Ausweg, als der freundschaftlicher Aussprache übcrig. „Hören Sie, Herr Milan, sind Sie so freundlich und übernehmen Sie statt meiner die Nachttour, ich möchte das heutige Maskenfest besuchen?" Wie zu erwarten, lautete die Antwort abweichend: „(£6 tut mir leid, doch kann ich Ihrem Wunsche nicht entsprechen, denn auch ich habe bereits zugesagt." Der Herr Vorstand wurde bei dieser unerwarteten Antwort verlegen. Was tun? Das Fest, für das er bereits alles vorbereitet hatte, konnte und wollte er nicht versäumen. Im Gefühle seiner Macht als Vorstand zog er nun andere Saiten auf. „Ich, als Ihr Vorstand, befehle Ihnen, daß Sie den Nachtdienst zu übernehmen haben!" Was nun darauf folgte, kann man sich denken. Ein Wort gab das andere. Milan verweigerte die Dienstleistung mit Rücksicht auf bereits abgeleiteten 16stündigen Dienst. Der Vorstand, gereizt durch die Widerspenstigkeit seines Zugeteilten, ließ sich nun zu folgender Weiterung verleiten: „Ich suspendiere Sic wegen Dienstesverweigerung vom Dienste. Begeben Sie sich sogleich nach Hause und erwarten Sic dortselbst die Berufung zur protokollarischen Einvernahme. Ich will diesbezüglich gleich an die Direktion telegraphisch berichtend wicklnng des Verkehrs absolut nicht ausreicht. In diesen 100 Metern vorläufig sichergestellten Grundes, die zu Erweiterungsbauten dienen sollen, drückt sich der ganze I a in nt e r und die totale U tt-sähigkeit des Eis e n b a h n m i nist e r i n nt s ans. Wenn sich spater das unabweisbare Bedürfnis nach größerer Erweiterung entstellt, dann kann die Regierung den Grund von der Lombard- und Es-komptebank um den fünffachen Betrag erstehe n. Diese absichtliche Schädigung nennt man hierzulande E i s e tt b a h tt p o l i t i k und unterhält zu diesem Behuse eine eigene kostspielige Zentralstelle mit Hunderten von Beamten. Jeder Fachkundige wird, wenn er die Lage und Beschaffenheit des Terrains selbst sieht, sagen, daß vom Aspangbahnhos aus eine südliche Verbindung mit der Verbindungsbahn (Stadtbahn) gegen Favoriten und Penzing gemacht werden muß, damit die großen Verkehrsstörungen längs des Ueberganges der Aspang-straße anfhörcn. Die Regierung hat sich aber nur 100 Meter für den Ausbau der zukunftsreichen Bahn gesichert. Wenn diese geschilderten Fehler nicht raschest beseitigt werden, ist uns ttt einer späteren Zeit die Hoffnung auf Verbesserung dieserZust ä tt d c b e tt o nt nt en. In längstens zehn Jahren werden wir 0 e st e r r e i ch e r, vor allem wir Wiener, zu de in großen Schaden noch den Spott der N a ch k o nt nt e n h i n z n s ü g e n k ö n n e n, d i c uns solche Fehler fattm verzeihen werden. Ich rege diese Fragen, insoweit ich dieselben beobachten und beurteilen kann, hiermit an und würde nur wünschen, daß alle beteiligten Interessenten »teilte Entwände, Vorschläge nnd Befürchtungen überprüfen und inithelfen möchten, einen neuerlichen Fehler unserer Regierung zu verhindern. Im Parlament muß die Verstaut- 1 i ch n tt g d e r A s p a n g b a h n, w o z u das Referat im Eis eub a h u aus s ch u ß bereits an ge meldet wurde, raschest betrieben und die Regierung mit Skorpionen gepeitscht werben, damit diese große Verkehr Skala nt ität ein Ende nehme und uns weitere schwere Opfer erspart bleiben. __________ beioiSfein.*) Es darf uns nicht wundernehtnen, das; das mo-> derne proletarische Klassenbewußtsein sich an den Gegen-' fätzen aus materiellem Gebiete zu allererst entzündete. Der Gegensatz zwischen bergeshohem Reichtum und abgrundtiefer Armut, zwischen Nichtstun im Luxus und harter Arbeit int Elend, mußte auch dem blödesten Auge bemerkbar werden, und das Gefühl für die Ungleichheit uud Ungerechtigkeit der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse mußte notwendig den heißen Wunsch erregen, Abhilfe zu schaffen und sollte auch die ganze Gesellschaft zusammenbrechen. In jener. Zeit entstand der Gedanke an das Teilen, um einen Ausgleich herbeizuführen zwischen arm und reich, es entstand der Gleichheitssanatismus, der alle Unter-, schiede zwischen Mensch und Mensch beseitigen wollte, > und es entstand auch die Hoffnung auf einen gewalt- j farnen Umsturz, damit aus dem Chaos eine neue Welt i entstehe. Hier haben wir den Nährboden für jene Form des Klassenbewnßtseins, die wir in den Anfängen einer jeden proletarischen Emanzipationsbewegung finden: Teilerei, Gleichmacherei, Haß und Neid gegen die Reichen, *) Siehe die gleichnamigen Artikel in Nummer 3 und 4 des „Eisenbahner" d. I. Die nächste Folge dieses unbedachten Schrittes war nun die, daß der Herr Vorstand selbst den Nachtdienst übernehmen mußte. Von ciTfcm Drahtbericht an die Direktion sah er selbstverständlich ab, da er von der Uebereiltheit seiner Handlungsweise überzeugt war. Doch die Maskerade besuchte er trotzdem. Zwischen 6 und halb 9 Uhr abenos war eine schöne ZugSpause. Zum Halbncunuhrzug gedachte er rechtzeitig am Platze zu sein, ihn abzufertigen und wieder rückzukehren. Doch c§ sollte anders kommen, denn auch in diesem Falle war der Wille stark, doch das Fleisch schwach. Das Bahnmeistertöchterlein, ein herziger Harkelin, tanzte unaufhörlich mit einer unbekannten spanischen Tänzerin. sie übersah absichtlich den Bänkelsänger, welchem dies solche Liabesschmeizen bereitete, daß er dieselben bei süßem Wein zu vergessen versuchen wollte. Fröhlich drehten sich die anwesenden Masken nach dem Takte der Musil Neberall herrschte eitel Freude. Auch unser Philipp taut langsam aus und vergißt beim Glas goldigen Weines seiner LiebeLschmerzen, aber auch seines Dienstes. Mehrere unregelmäßige, schrille Lokmiwtivpfisfe stören plötzlich die allgemeine Freude und reißen den Bänkelsänger' aus seinem beschaulichen Vergnügen. Mit schlotternden Beinen stürzt er nach dem Bahnhof, Ihm nach stürzt die spanische Tänzerin, Milan, der vorher-gegangenen Auseinandersetzungen vergessend, im Augenblick nur vom blinden Diensteifer geleitet. Am Bahnhof stand der Halbneunuhrzug schon eine ziemliche Weile auf seine Abfertigung wartend. Das reifende Publikum ist. durch den langen Aufenthalt neugierig gemacht, aus den Wagen gestiegen und drängte sich fragend zuv Kanzlei. Der diensthabende Herr Vorstand kommt atemlos dahergelaufen, stürmt in die Kanzlei, reißt seine Dienstmütze vom Nagel und will zum Dienstwagen hinstürzen« um den verspäteten Zug abzuscrtigen. j r Befrrcht rmr Lokale, in welchen der „Eiseirvahvee" «mftte&t! Geringschätzung aller geistigen und kulturellen Errungenschaften, unerbittlicher Bernichtunaskampf gegen das Bestehende und wildes, rücksichtsloses Draufgängertum. Diese Form der sozialistischen Weltanschauung, die größtenteils überwunden ist, erregte in den Kreisen der sogenannten Gebildeten ein unbestimmtes Grauen. Selbst Heine, der ein tiefes Empfinden hatte mit der Not des Volkes und der mit dem Sozialismus fynt-vathisiertc, kann sich der Angst nicht verschließen, daß die kämpfenden Proletarier, wie moderne Hunnen, die ganze Kulturwelt in Trümmer schlagen und alle Kulturwerte vernichten würden. Die sozialeFrage, die heute zu einer eminenten Ku ltu r fra g c geworden ist, war damals in der Vorstellung der meisten Mensche n ein eb eine Magen frage und der Kampf um die Futtcrlrippe i bildete bei der großen Masse den Sozialismus. In seinem bekannten Gedichte „Die Wanderatten" verleiht Heine dieser Stimmung mit zynischer Offenheit Ausdruck: Es gibt zwei Sorten von Ratten, Die hungrigen und die satten; Die satten weiden vergnügt zu Haus, Die hungrigen aber wandern aus. Der sinnliche Rattenhaufen, Er will nur > ressen und sausen. Er denkt nicht, während er säuft und frißt, Daß unsre Seele unsterblich ist. So eine wilde Rahe, Die fürchtet nicht Hülle, nicht Katze, Sie hat kein Gut, sie hat lein Geld, Und wünscht aufs neue zu teilen die Welt. Im hungrigen Magen Eingang finden Nur Suppenlogtt mit Knüdelgründen, Nur Argumente von Rinderbraten, Begleitet mit Göttinger Wurstzitaten. Ein ichweigender Stockfisch, in Butter gesotten. Behaget den radikalen Rotten Viel besser als ein Mirabeau Und alle Redner seit Ewern. . Krasser kanuivohl der rohe Materialismus in der Auffassung vom Sozialismus nicht vertreten werden. Saß nur der etwas gilt in der Welt, der was besitzt, und daß der ein Lump ist, der nichts besitzt, diese Anschauung war zu einem Glaubenssatz geworden. Der Kapitalismus hatte ja alles höhere in der Menschenbrust ertötet: auf der Jagd nach dem Besitz hatte er alle Blüten der'Kultur in den s Staub getreten. Und nicht nur die Männer der schwieligen Fällst hatte er geknechtet, auch die Arbeiter des Geistes spannte er in sein Sklavenjoch. Aus dieser Empfindung schrieb Freiligrath sein Gedicht „Rcquics-cat 1", dies Hohelied vom Geistesproletarier: Jedem Ehre, jedem Preis, Ebre jeder Hand voll Schwielen l Ehre jedem Tropien Schweiß, Der in Hütten fällt und Mühlen! Ehre jeder nassen Stirn Hinterm Pfluge — doch auch dessen. Der mit Schädel und mit Hirn Hungernd pflügt, sei nicht vergessen! Er auch ist ein Proletar, Ihm auch heißt es: Darbe, borge! Ihm auch bleicht das dunkle Haar, Ihn auch hetzt ms Grab die Sorge. Mit dem Zwange, mit der Not Wie die ändern musst er ringen. Und der Kinder Schrei nach Brot Lähmt auch ihm die freien Schwingen. Der gleiche Druck, der auf Handarbeiter und Kopfarbeiter lastete, erzeugte das gleiche Klassenbewußt-sem und es ist deshalb nichts Auffallendes, daß zahlreiche Geistesproletariar sich der sozialistischen Bewegung anschlossen und die Führung übernahmen. Ihre geistige Ueberlegenheit verlieh ihnen ein Uebergcwicht über die ungebildeten Massen, das erst in neuester Zeit Doch sein erster Schritt auS der Kanzlei entfesselt bei dem sich dortselbst drängenden Publikum ein ohrenbetäubendes Gelächter und einen nichtendenwollenden Applaus. Doch nicht nur er bot den Reisenden eine Ueberraschung, sondern auch ihm wurde eine zwar weniger lachhafte Ueberraschung zuteil. Er stand dem Herrn Verkchrskontrollor, in höchsteigener Person, gegenüber. Dem Publikum bot sich ein unbezahlbar lächerliches Schauspiel dar. AuS der Kanzlei stürzt ein Bänkelsänger Herbor. Sein Gesicht ist rot und schwarz angesteichen, am Rücken eine Harmonika, an jenem Teil des Körpers, den man gewöhnlich nicht gern nennt, eine gemalte Kratze, am Kopf------------------eine rote Dienstmütze, der diensthabende Herr Vorstand! Zwei Schritte hinter ihm eine kurzgeschürzte spanische Tänzerin, die im Laufe ihre Gesichtsmaske und Perücke verloren hat — — — ein bevarteteö Jünglingsgesicht, der Herr Assistent. Gegenüber ein mit Golddistinktion ausgezeichneter Beamter, der sich mit von Zorn rotem Kopf fast zu Tode schreien möchte. Unter unbeschreiblichem Gelächter der Reifenden setzte sich der Zug endlich in Bewegung. Was daraufhin folgte, wollen wir lieber mit dem Mantel christlicher Nächste,stiebe und dem des Dienstgeheim-msfcS decken. Soviel wollen wir aber doch im Vertrauen mitteilcn, daß der Herr Vorstand nach drei Tagen von X auf Nimmerwiedersehen verschwand. Wir finden ihn nun in der Tintenburg wieder, damit beschäftigt, rote Hakerln, genannt ..Pkeiferln" zu machen, bei welcher Arbeit er noch Mutze findet, über die Vergänglichkeit aller irdischen Vergnügungen, besonders Maskeraden, nachzudenken. . . Unser Milan sitzt jedoch noch immer in 3t’, er war zwar einige Zeit hindurch ziemlich niedergedrückt, doch hat ihm das Bahnmeisterannerl, seine Gattin, redlich über diesen dunklen -ebcnSabschmtt hinweggeholfen. immer mehr verschwindet. Zugleich erweckte das Zusammenarbeiten der Intellektuellen mit den einfachen Arbeitern in den letzteren aber auch die Sehnsucht nach Wissen und Bildung. Ueberall entstanden Bildungs-vereine, und d e r S a tz: „W i s s c n i st Macht !" wurde zum Leitstern der Arbeiterbewegung. Die Proletarier fühlten instinktiv den hohen Wert der Bildung: die Taktik der rohen Gewalt und des gewaltsamen Umsturzes wurde mehr und mehr verdrängt durch den Kampf mit geistigen Waffen für den Ausbau einer neuen Gesellschaft. In Hellen Hausen strömten die Arbeiter zu den Quellen des Wissens, und der Bildungsdrang des Proletariats war wohl niemals stärker als in den Anfängen der modernen Arbeiterbewegung. Allmählich wandte sich das kämpfende Proletariat auch der Kunst zu, und die Sehnsucht nach dem Schönen, was Natur und Kunst in so reichem Maße bietet, erfüllte die Proletarierherzen. Jetzt gewann das Klassenbewußtsein einen reicheren Inhalt, der seinen Ursprung hatte in dem Gegensatz auf dem Gebiete des Geisteslebens. Man lese nur die zornige Anklage, die ein proletarischer Dichter gegen die Herren richtet: Des Leibes Brot, ihr reicht's in schmalen Stücken, Und unsre Kraft, ihr preßt sie euch zu Gold, Ihr treibt uns um aus stauberfüllten Straßen, Laßt uns in Lumpen betteln geh'n und hetzt Büttel und Hund aus Vagabund und Stromer — Verbrechen sind's — und doch: das allerärgste. Das ihr mit ruhigen Sinnen Tag für Tag , r. begeht, Trtfst nicht den Leib uns, trifft uns © c i ft und Seele. S i e lasst ihr hungern auch und ächzend dürsten Rach jenen klaren, lichttrislallcnen Quellen, Die Lebe» sind, weil sie die Wahrheit bergen. Zu Tod und Dunkel habt ihr uns verdammt: Den kämmenden, warmblütigen Sehnsuchtsgeist, Der nach dem Licht mit allen Fasern strebt. Hochmütig lächelt ihr der Ringenden, In denen flackernd dumpfe Glut sich regt.... Das bittere Gefühl des modernen Proletariers, daß man ihn nicht nur körperlich ausbeutet, sondern auch geistig verkümmern läßt, kannten die Proletarier früherer Jahrhunderte nicht; diese Form des Klassenbewußtseins konnte erst aus der gesteigerten Kulturhöhe der Neuzeit erwachsen. Wie viel die proletarischen Bil-dnngs- und Kunstbestrebungen zum Emporsteigen der Arbeiterklasse beigetragen haben, braucht wohl nicht erst besonders nachgew.esen zu werden. Unsere Presse. „ttn§ fehlt eines; aber dieses eine ist das wichtigste: es ist der Sporn der Tatkraft, der Zügel der Ueber-greifcnden, die Rute der Unfähigen, der Pranger der Schlechten. Und dieses eine ist die Oeffentlichkeit." Kuranda im „Grenzboten" 1847. Das War in der Zeit des finsteren österreichischen Vormärzes, noch ehe der Frühlingssturm der Revolution durch das Land fegte, als der österreichische Journalist Kuranda diese Worte in den damals viel gelesenen „Grenzboten" schrieb. Seit diesen Tagen ist manches vom Griilld aus anders geworden. Vieles hat sich zum besseren gewendet, manches vielleicht auch ist schlechter, verderbter geworden, eine Wahrheit, die den nicht pessimistischer zu stimmen vermag, der da weiß, daß auch die Kultur ihren Fortschritt nur kurveiifhrmig und nicht im ewig gleichmäßigen Aufstieg vollzieht. Keinem Zweifel aber kann es für den Kundigen unterliegen, daß die Worte, die unseren Ausführungen vorangestellt sind, auch heute noch so wie damals, auf die Presse angewendet, zut reffen. Vielleicht hat gerade die Meinung, die vor mehr als einem halben Jahrhundert ausgesprochen wurde, heute einen noch tieferen Sinn als damals. Was die Presse heute von den früheren Zeiten scheidet, ist ihr» Verbreitung, ihre Macht und ihr tiefgreifender Einfluß. Im geistigen, sozialen und politischen Leben, im gesamten Kulturleben überhaupt, ist heute das Zeitungswesen von so. hoher Bedeutung geworden, daß wir mit jedem Tag diese wachsende Großmacht immer deutlicher fühlen. Und die Presse ist nicht etwa allein im politischen Tageskampf als Repräsentantin unseres ausgeprägten Parteiwesens führend und beherrschend, sie ist es gerade auch auf dem großen immer mehr Beachtung verdienenden Gebiet der großen sozialen Jnteressenkämpfe und der beruflichen Fragen. Das ist nun auch der einzige Gesichtspunkt, von dem aus gerade wir Eisenbahner das Kapitel „Presse" betrachten. Leider haben wir auch da manches Stück Zeit versäumt, ehe wir die Lehren der Tatsachen würdigten. Nun freilich sind wir auch da klüger geworden und der Umstand, daß heute unser Fachorgan wohl eines der verbreitetsten Blätter Oesterreichs ist, beweist nur, daß wir die wichtige Nolle der Presse im täglichen Wirt-schaftskamps richtig erkannt haben. Und in der Tat, die Eisenbahnerschaft Oesterreichs, die heute alle Ursache hat fest wie ein Mann zu stehen, wenn sie den vielen Feinden den Einbruch in ihre geschlossenen Reihen verwehren will, braucht eine in alle Kreise dringende Fachpresse so nötig wie einen Bissen Brot. Nie genug kann auf diesem Gebiet geschehen und jeder Schritt, der hier dazu dient, ein Organ, das wirklich die Interessen der Bediensteten vertritt, in seinem Bestand zu sichern, bedeutet ein Bollwerk, das wir aufrichten gegen den auf der Lauer liegenden Feind. Was uns vor allem zu dieser Erkenntnis drängt, ist die Tatsache, daß heute gerade die wirtschaftlich und ökonomisch starken Interessengruppen, das Kapital in seinen verschiedenen Erscheinungstypen, die große Tages- preise fast ausnahmslos auf ihrer Seite haben. Es ist daher auch erklärlich, daß heute bei jedem wirtschaftlichen Kampf, den irgendeine Arbeitergruppe führt, die Zeitungen entweder stillschweigend, selbst über tief einschneidende Vorgänge, hinweggehen oder gar ohne jede Kenntnis des. Sachverhalts Stellung gegen die Arbeiter und ihre Interessen nehmen. Gerade wir Eisenbahner haben die Haltung der österreichischen Tagespresse aus der Zeit der passiven Resistenz noch in guter Erinnerung, die bekanntlich mit wenigen rühmlichen Ausnahmen auf den Ton des Scharfmachertums gestimmt war, eine Haltung, die speziell wenn es sich um Lohnkämpfe im Denkehrsgewerbe handelt, gar nicht anders sein kann. Denn jede Bewegung, die von den Verkehrsbediensteten ausgeht, wird zu. einer gewaltigen Zuckung, die den: großen sozialen Körper durch alle Glieder geht, und bedroht das Unternehmertum aus allen Linien in seinem Profil. Wer aber sind die Hintermänner und Interessenten der großen Blätter? Woher beziehen diese ihre Subventionen und fetten Jnserateneiunahmen als vom großen Kapital? Um. nachzuweisen, wie die Interessenvertretung durch die große Presse besorgt wird, ist es vielleicht interessant, ein wenig bekanntes Kapitel aus der Vergangenheit auszusrischen. Am 4. März 1886 sollten die damals bei der in den Händen der Jeitteles und Rothschild befindlichen Nordbahn bestehenden enorm hohen und über das Staatsbahnbarem weit hinausgehenden Tarife abgeändert werden. Sie waren um 80 Prozent höher als bei den Staatsbahnen und die Bevölkerung zahlte in einem Jahre bloß für Kohlenfrachten um 414 Millionen Gulden mehr als bei den Staatsbahnen, die in die Taschen dieser privaten Gesellschaft ganz ohne Grund und Recht flössen. Was tat aber die Wiener Presse, als dieses Privilegium bei der Nordbahn erlöschen sollte? sne gab nicht nur ihren oppositionellen Standpunkt auf, sondern die „Neue Freie Presse" verteidigte direkt den Nordbahnwucher. Später wurde allerdings festgestellt, daß die Verwaltung der Nordbahn eine Million Gulden für die Bestechung der Presse aufgewendet hatte, um sich damit ihre Unterstützung zu erkaufen. Diese Korruption in der öffentlichen Meinung ist heute nicht geringer geworden. So wie ehedem gilt das Wort, das ein geistreicher Wiener Journalist vor vielen Jahren geprägt hat: „Die Zeitungsredaktion ist ein Laden, in welchem Publizität verkauft wird." Das ist ein Zustand, der vergiftend wirkt und von welchem Lassalle vor bald fünfzig Jahren einmal sehr treffend gesagt hak: „Wenn nicht eine totale Umwandlung unserer Presse eintrilt, wenn diese Zeitungspest noch fünfzig Jahre so fortwütet, so muß unser Volksgeist verderbt und zugrunde gerichtet sein bis in seine Tiefen! Denn ihr begreift: wenn Tausende von Zeitungsschreibern, dieser heutigen Lehrer des Volkes, mit hunderttausend Stimmen täglich ihre stupide Unwissenheit, ihre Gewissenlosigkeit, ihren Eunuchenhaß gegen alles Wahre und Große dem Volke einhauchen, dem Volke, das gläubig und vertrauend nach diesem Gift greift, weil es geistige Stärkung aus demselben zu schöpfen glaubt, so muß dieser Volksgeist zugrunde gehen und wäre er noch dreimal so herrlich!" Und wenn seither, wo diese harten aber wahren Worte gegen die Presse gefallen sind, sich irgend etwas geändert hat, so ist es jedenfalls die Tatsache, daß sie mächtiger und einflußreicher als je geworden ist. Geschäft aber, das keinerlei ideale Grundsätze verträgt, ist sie geblieben und in den großen Fabriken der öffentlichen Meinung entscheidet noch wie vor die bare gefühllose Zahlung. Gegenüber dieser korrupten Großmacht hat nun freilich die Fachpresse, die sich ehrlich der Vertretung der Standesinteressen annimmt, einen schweren Stand. Aber trotzdem hieße es Tatsachen leugnen, wollte mau verkennen, daß seit der Zeit, da.die Eisenbahner in Verbindung mit ihrer Organisation auch über eigene Blätter verfügen, mancher Uebelstand rücksichtslos aufgedeckt und durch die Enthüllung auch beseitigt worden ist. Aber dieser Einfluß mutz gesteigert und verschärft werden. Die Presse der Eisenbahner muß in die große Oeffentlichkeit dringen, muß mithelfen öffentliche Meinung zu machen, wenn man ihre Stimme hören soll. Und das kann geschehen, wenn jeder Kollege diese Notwendigkeit einsieht und ein klein wenig Mühe nicht scheut. Die Eisenbahner bilden in manchen Orten den größten Teil der Konsumenten. eine wirtschaftliche Macht, die an konzentrierten Verkehrspunkten nicht ohne empfindliche Schädigung des Handels vermißt werden kann. Und in solchen Gegenden ist es möglich, daß unsere Presse auch von jenen Leuten, die wir mit unserem Gelbe unterstützen, gelesen und unterstützt werden muß. Das ist nämlich nötig, wenn unsere Leiden auch von der großen Oeffentlichkeit erkannt und verstanden werden, unsere Kämpfe in der öffentlichen Meinung einen Resonanzboden finden sollen, was ja immer für den Ausgang einer Sache von hoher Bedeutung ist. Unsere Presse ist der Schrittmacher des Organisationsgedankens, der Erwecken aus der Gleichgültigkeit. Je stärker und einflußreicher ihre Macht wird, desto leichter unser Aufstieg zu besseren Verhältnissen! und auet unter de« deinem in Deutschland. (Eigenbericht des „E i s e n b a h n e r".) V. (Forderungen der preußischen Weichensteller und Bahnwärter. — Eine Petition der preußischen Bahnsteigschaffner und Portiers. — Eisenbahnervereine in Meklenüurg. — Eine Landeskonferenz der Eisenbahnoberbauarbeiter der preußisch-hessischen Staatseisenbahnen. — Lohnverhältnisse der HilfSheizer im westlichen Deutschland. — Unzufriedenheit der württembergifchen Lokomotivführer. — Triebwagenführer. —■ StaatSarveiter-kartelle. — Preußische Zugführer. — Eisenbahnerbevormundung.) Weichensteller und Bahnwärter, einschließlich Eisen-bahngehilfeu und Nachtwächter, gibt es in Preußen nach dem Etat 42.205. Brückenwärter gibt es 119. Der mehr als 30.000 Mitglieder zählende allgemeine Verband der Weichensteller, Bahn- und Brückenwärter nebst ent« r MT Sorget dafür, datz der „Eisenbahner" anch vom reisenden Publikum gelesen werde! Seite 4 Nr. 6. fytedicnbcn Hilfsbeamten, hatte zu in 13. Jäiuier in Berlin eine allgemeine, auch von auswärtigen Ver-tretetn besuchte Versammlung cinbcrufcn, in der folgende Forderungen ausgestellt wurden. Für Weiche u-steller: 1. Erhöhung des AnfangSgehaltS auf 1800 uni) des Endgehalts auf 1800 Mk.. erreichbar in 15 Jahren; 2. Wiedergewährnug der entzogenen Stellenzulage von 200 Mk.; 3. Vermehrung der Stellen der Weichensteller 1. Klasse (jetzt 4361) und Beförderung dazu nach fünfjähriger Anstellung als Weichensteller; 4. die Pensionsjahre sind vom Tage des Eintritts in die Pensionskasse H, beziehungsweise ein Jahr nach dem Eintritt in den Eisenbahndienst zn berechnen; ü. Einsichtnahme in die Personalakten; <>. Verleihung der unkündbaren Anslellnng noch fünfjähriger etatsmäßiger Anstellung als Weichensteller; die Verlängerung des Sommerurlaubs von 8 auf 14 Tage»; 8. Aenderung des Nachtdienstes, beziehungsweise Vergütung dafür; i). Erhöhung des Wohnnngsgeldes auf zwei Drittel des Betrages für mittlere Beamte (das Wohnungsgeld für mittlere Beamte beträgt in Ortsklasse A 800 Mk., in B >•>30 Mk.. in 0 520 Mk., in U 450 Mk. nnd in E 330 Mk.). — Die Bahnwärter fordern eine Erhöhung ihres Gehalts durch Einreihung in die Masse 3 h der Besol-dungsordnnng. Klasse 3l> bat folgende Sähe: 1100 (1100*) — 1190 (1140) — 1280 (1180) — 1300 (1210) — 1440 (1240) —>1520 (1270) — KilKI (1300). Ferner fordern sie die Gewährung einer Stellenzulage oder von Kilometergeldern, beziehungsweise Stundengeldern. Weitere Forderungen gehen auf Besserstellung in Bezug ans die Pensionsjahre und den Erholungsurlaub. — Die B r ü tf e n io ä r t c r fordern die Gleichstellung mit den Weichenstellern im Gehalt, Gewährung von Nachtgeldern und schließen sich im übrigen den Wünschen der audere» Beamtenkategorien an. — Die Hilfsweiche n-st e l l e r fordern eine Lohuznlage von 20 Prozent, weiter monatliche Besoldung oder festen Jahresverdienst ohne Abzug der Sonn und Feiertage, etatsmäßige Anstellung nach einer Beschäftigung von 8 bis 10 Jahren mit Anrechnung der Militärzeit, wie bei der Reichtzpostverwal-tung; Zulagen vom Tag der Vereidigung ab um 10 uud 20 Pf. per Tag: Ausnahme in die Kleiderkasse; Erholungsurlaub für die vertretnngslveife tätigen HilfS-bemnten; Gleichftellnng der Eisenbahninvaliden mit den Militärinvaliden und schließlich die Gewährung eines Schutzkleides für die Hilfsbeamten in derselben Weise wie für das Rangierpersonal. Die Stationsschaffner (Bahnsteigschassner und Portiers) in Preußen (etatsmäßig angestellt 3904) haben gleichfalls Forderungen gestellt und diese in Form einer Petition dem Landtag unterbreitet. Die Forderungen lauten: 1. Beseitigung der Ungleichheiten in der Besoldung für gleiche Leistungen durch Einreihung in die Gehaltsklasse 4b (1200 bis 1700 Mk.) ventuell durch eine gleichmäßig zu gewährende Stellenzulage. 2. Zulassung zu besser dotierten Stellen im Beförderungswege sowie Errichtung von Oberschaffnerstellen, wie bei der kaiserlichen Reichspost. 3. Erhöhung des Wohnungsgeld-znschnsses dem ausgestellten Grundsatz entsprechend, das; zwei Drittel des Wohnungsgeldznschusfes der mittleren Beamten für die unteren Beamten angemessen wäre (für mittlere Beamte siehe oben, bei den Weicheustelleru die unteren Beamten erhalten in Ortsklasse A 480 Mk., in B 360 Mk., in 0 200 Mk., in ]) 220 Mk. und in 1 150 Mk.). 4. Anrechnung der Hilfsbeamtendienstzeit vom Tage des Eintritts in die Klasse R der Arbeiter-Pensiontz lasse oder vom Tage der Vereidigung. 5. Verleibuug der unkündbaren Anstellung, (i. Errichtung von Beamten ausschüsfen. 7. Schaffung günstigerer Anstellirugsverhält niste für Hilssbeamte. — Bei der im vorigen Jahre vor genommenen und mit großen Schwierigkeiten durch geführten Neuregelung sämtlicher Beamtengehälter wurde das Gebalt der Stationsschafsner von 900 bis 1200 Mk. auf 1100 bis 1500 Mk. erhöht. Diese Erhöhung von 200, beziehungsweise 300 Mk. wurde aber dadurch illusorisch gemacht, daß die bisher bezogene Stellenzulage bis zu 200 Mk. in Fortfall kam, eine Handlung, die ganz entschieden zu verurteilen ist, wenn man bedenkt, daß die Lebensmittel- und Mietspreise im Durchschnitt um 50 Prozent gestiegen sind. Die Organisation der Eisenbahner in M e cf I e n b ii r q ist noch sebr »»vollständig uud äußerst zersplittert. Das ist auch weiter nicht zn verwundern, denn die ab folutistische Verfassung des Landes lastet so schwer auf dem gesellschaftlichen Leben, daß für eine freiere Entwirf lung des Verckuslebens wenig Raum ist. Trotzdem be standen bisher in acht größeren Städten allgemeine Eifenbahnbeamtcuvereinc mit 1207 Mitgliedern, die die Pflege der Liebe und Treue zum Landesfürsten, der Kameradschast unter Den Mitgliedern u. s. w. zum Zweck haben. Außerdem bestanden am 1. Jänner 1911 folgende fünf Standesvereine in Mecilenburg, und zwar: 1. Der «inigung mecklenburgischer Eisenbahnsahrbeainten (Zug führer, Schaffner und Bremser), mit etwa 100 Mit gliedern; 2. Vereinigung mecklenburgischer Lokomotiv führer und Anwärter (Führer und Heizer) mit etwa 100 Mitgliedern; 3. Verband mittlerer Beamten der Grvßb mecklenburgischen Staatseisenbahnverwaltung (Prot tikantcu. Assistenten, Betriebssekretäre, Kassiere, Sta ticnsborstchei- 1. und II. Klasse u. s. w.) mit rund 500 Mitgliedern: 4. Verein der Bahnmeister, zirka 100 Mit glieder, nnd 5. Landesverband der Eisenbahn unter bccimten. Handwerker und Arbeiter mit 1100 Mitgliedern Alle diese Vereine bezwecken die Hebung des Standes ansehcns, Erzielung günstiger Gehalts-, Urlaubs- und Arbeitsverhältnisse durch unterwürfiges Bitten, Gewäh rung von Rechtshilfe und dergleichen mehr. Diese Vereine sind also weit davon entfernt, Gewerkschaften oder Kampforganisationen zu sein. Vielleicht wird in den unteren Schichten der Eisenbahner in den nächsten Jahren ein anderer (Seist wie beute vorhanden sein, denn 'der Sozialismus macht unter der Bevölkerung Mecklenburg gute Fortschritte. Eine Landeskonferenz der Eisenbahnoberbanarbeiter der preußisch-hessischen Staatseisenbahnen, einberufen * vom christlich-nationalen Zentralverband deutscher Eisen *) Die cmgcklammcrten Ziffern sind die jetzt aüttf&ert bahnhandwerker und -Arbeiter (Sitz Elberfeld mit an-eblich 20.000 Mitgliedern), fand am 8. Jänner in K ö I n am Rhein statt. Es nahmen daran bürgerliche Abgeordnete des Reichs- und Landtages teil, auch hatte die Eiscn-lxikmdirektion einen Vertreter entsandt. 56 Delegierte aus den verschiedensten Direktionsbezirken waren anwesend. Es wurde Stellung genommen zur Lohnfrage, Anrechnung der Hilfsbeamtenzeit, Sicherung der Exi-leuz, Arbeiterausschüsse, Urlaub, Freifahrt, Kranken- und Pensionskassen und Wohlfahrtsei nrichtungen. Alles, was die Verwaltung bisher für die Arbeiter geschaffen, wurde als wunderschön anerkannt. DaS ist christlichnational! Dagegen wünschten die Vertreter ans den meisten Direk-ionsbezirken eine gleichmäßige Ausbesserung der Löhne, da die zuletzt gewährte Lohnaufbesserung nur einzelnen Gruppen zugute gekommen sei. Bei dieser Gelegenheit wurde auf die Friedfertigkeit hingewieseu, von der sie alte beseelt seien, und auf die „unheilvollen" Folgen des ranzösischen Eiseubahuerstreiks. Schrecklich, einem Christ-lichiiationalen Eisenbahner rutscht das Herz in den Hosenboden. wenn er nur das Wort „Streik" hört. Mut bat ein eichet' Mameluck nur, wenn cs gegen die Sozialdemokratie, gegen seine Klassengenossen geht, dann kann er taalserhaltend sein und sich in christlichnationalen Bahnen bewegen. Diese armen Toren! Die L o h nv e r h ä l t n i f s e d e r H i l f s h e i z e r nt westlichen Deutschland lassen viel zn wün-ichen übrig. Hilfsheizer, die in einem Lebensalter von 28 bis 30 Jahren stehen, durchschnittlich fünf Jahre und mehr im Fahrdienst sind, erhalten in Trier einen §chichtlohn von Mk. 2 90. Dagegen haben die Hilfsheizer der Maschinenämter Saarbrücken und St. Weit* d e I einen Schichtlohn von Mk. 3-20. Hinzu kommen noch iir alle Nebenbezüge in Höhe von 30 bis 50 Mk. monatlich. Trotzdem sind die Löhne so niedrig, besonders bei den Maschinenämtern in Trier, daß man sich wundern muß, wie die Hilssheizer damit auskomnien können, da viele unter ihnen verheiratet sind. Wie raffiniert der .Rechenkünstler bei den Maschinenämtern in Trier I und II zu operieren versteht, geht daraus hervor, daß die ältesten Hilssheizer vor fünf Jahren Mk. 2-80 Schicht-lobn hatten, das find Mk. 2 60 und 20 Pf. Teuerungszulage. Im Juli 1907 wurden sic ständige Hilssheizer mit der Bemerkung, daß die Hilssheizer von nun an mit dem Mindesrlohn von Mk. 2-30 und 20 Pf. Zulagen cm« fangen müßte», bei einer jährlichen Zulage von 10 Pf. Da-, machte einen Abzug von 9 Mk. per Monat und 108 Mk. im Jahre. Nach drei Jahren kamen sie wieder auf ihre» alten Lohn zu stehen, aber nachdem sie 216 Mk. eingebüßt hatten. Außerdem brachte ihnen eine Verfügung, daß diejenigen Heizer, die durch die Militär-1 echte zuriickgefetzt sind, bei der Anstellung den Vorzug haben, erst recht eine Zurücksetzung. Alle diese Maßnahmen ei trugen die Heizer geduldig, weil sic — treu zn Kaiser und Reich ballen, wenn auch mit hungrigem Meigen. Die G c h a I t s r c g u l i e r u n g i it W ü r t t c nt-bcrg brachte für die L o k o m o t i v f ü h t e r eine große Enttäuschung und in der weiteren Folge große Erregung und Verbitterung. Die Lokomotivführer erfuhren gegen ich er den Zugsführern, Bahnhofsaufsehern und Bahn hofsoberaufsehern insofern eine Zurücksetzung, daß die beiden erstereu um 400 Mk., die Bahnhofsoberaufschcr sogar um 600 Mk. ausgebesserl wurden, die Lokomotiv sichrer dagegen nur um 300 Mk. Die Lokomotivführer werden dann 1700 bis 2600 Mk. beziehen. Sic bcan spruchen aber 1800, 1950, 2100, 2300, 2500, 2700 Mk. in fünf dreijährigen Vorrückungsstufen. Der immer mehr in P r e u ß c n zunehmende elel irische Zugsbetrieb brachte eine neue Kategorie, die .riebwagensührer und Ttiebwagenschasfner, betvor. Im preußischen Eiseubahnctat (1910/11) erscheint diesmal ein Mehrbedarssposten von 100 Triebwagenführern. Das Personal des Triebwagendienstes zerfällt in Führer und ^ , Schaffner. Die Führer gehen sämtlich ans dem Stande letzten Sitzung des Eifeubahnausschufses laut me -Be der Schaffner hervor. Eine bandwerksmäßige Vorbildung | sorgnis, daß der Moloch die Staatsgelder zu verichnn deutscher Liseichahnhandwerker und -Arbeiter (Sitz' Elberfeld) und einigen Verbänden bayrischer und württembergischer Staalsarbeiter, alle der christlichen Richtung angehörcud, mit etwa 35.000 Mitgliedern. Beide Kartelle stellen „auf dem Boden des gegenwärtigen taates" und halten treu zu Kaiser und Reich, dos beißt sie sehen ihre vornehmste Ausgabe darin, ihren Ausbeutern und Bedrückern Handlangerdienste zu leisten, indem sie die freien Gewerkschaften mit ihren zw'ct Millionen Mitgliedern und die Sozialdemokratie mit ihren ungefähr vier Millionen Anhängern zu bekämpfen suchen. Diese Trottel! Sie verzichten auch von vornherein auf das Streikrecht. Obgleich diese gewerkschaftlichen Eunuchen in solcher Weise sich als Narren mit gleicher Kappe gebärden, so sind die Gegensätze zwischen den beiden Kartellen doch so groß, daß sie ständig im persönlichen und gehässigsten Kamps liegen. Zu einer praktischen Tätigkeit sind sie unter solchen Umständen natürlich nicht fähig. Von dem „glänzenden Einkommen" eines preußischen Zugführer hat man schon viel gehört. Folgende kleine liebe nickst illustriert das Gerücht vortrefflich: Im Jahre 1872 bezogen die Zugführer ein Mindestgehalt von 1050 Mk. uud ein Höchstgehalt von 1350 Mk. Am 1. Jänner 1873 trat zu diesem Einkommen der Woh-itungsgeldzuschnß für Unterbeamte hinzu. Am 1. April 1880 wurde das Dienstaltersstnfenstistem für die Zugführer eingeführt. Sie erhielten 1050, 1125, 1200, 1275 und 1350 Mk. in Zwischenräumen von ,e drei wahren und von demselben Tage ab deit Wohituttgsgeldzuschuß der mittlere» Beamten. Am 1. April 1894 wurden die Gehaltssätze auf 1100, 1180, 1260, 1340, 1420 und 1 > >00 Mark festgesetzt, um zehn Jahre später auf 1200, 1300, 1400, 1500,1600, 1700 uud 1800 Mk. erhöht zu werden. Die letzte allgeineiue Gehaltsansbesseruug erhöhte die Gel,älter auf 1400, 1520, 1640, 1760, 1880, 2000 und 2100 Mk. Außerdem Nebenbezüge iit Hohe von 800 bis 400 Mk. Damit sind die Zugführer auf längere Zeit „zufriedtmgestellt" worden. Vorläufig gibt'ö nicht mehr. Die Bevormundung der Eisenbahner in solchen Angelegenheiten, die der Eisenbahnverwaltung gar nichts angehen, trat vor einiger Zeit in Lehrte (Provinz Hannover) besonders kraß hervor, indem den Eisenbahnern, ihren Angehörigen und Verwandten verboten wurde, dein dortigen Konsumverein anzugehören. Die Eisenbahner gründeten daraus einen Eisenbahnhaushalts-verein. Jetzt hat die Direktion Hannover den Verwal-tungsmitgliedern kurz erklärt, daß sic bis zum 1. Mürz ihre Slcmter nicdcrzulegen haben. In und außer dem Dienste hat sich der preußische Eisenbahner von „ord-nnngsseindlichcn" Bestrebungen fernzuhalten. Dazu gehört jetzt auch schon der gemeinsame Einkauf von Kaffee. Zucker. Salz u. s. w. In Preußen wird die Eisenbahn-bureaukratie immer brutaler und übermütiger. Und der preußische Eisenbahner, dieses Urbild des deutschen Michels mit der Zipfelmütze, ist so geduldig, so lamm* fromm, so echt patriotisch bis» auf, ach nein, biö in iw, Knochen, das; er noch immer Hurra schreit, wenn er auch schon bis zur Bewußtlosigkeit Stockprügel auf den Magen bekommen hat. Cheminot (Berlin), Stootsnottoenbigteitett oder Bo!k-Notwendigkeiten? Die Teutschuatioualeu uud die Christlichsozialen wollen darüber beraten, wie es zu machen wäre, die Heeres- mtd Marinesordernngen zu bewilligen und dennoch auch den Wählern etwas heimzubringen. Das, Problem ist ein äußerst schwieriges, denn die totaatöern-nahmen reichen zurzeit nicht einmal für die normalen Ausgaben, geschweige denn sür die erhöhten Bedürfnisse der Volkswirtschaft k.; sic reichen aber erst reent nicht für die ungeheuerlichen Anforderungen des Molochs, ^n der .~1, S-V r;«fit.,-iniWlllfScoi kam die ist für beide nicht erforderlich, höchstens in den seltenen Fällen, wo schwierige Ladestatiouen vom Triebwagen-f uh rer mitzubedienen sind. Schaffner und Führer müssen eine förmliche Prüfung bestanden haben. Die Führer beziehen das Gehalt der Lokomotivheizer nnd die Neben gebühren der Zugführer, die Schaffner das Schaffner geheilt und die Nebengelnihren der Lokomotivheizer. Der elektrische Zugsbetrieb stellt verschiedene hohe Anforderungen an das Fahrpersonal, je nachdem die elektrische Kraft von außen durch Leitschiene oder Draht zugeführt oder den im Wagen mitgefübrten Akkumulatoren entnommen wird. Wieder anders gestaltet sich der Triebwagendienst, wenn die Kraft durch ErplosionSmotore, cchnlich wie bei den Automobilen, erzeugt wird. Der ?ikt'nin»latortriebwage»dienst bat gegenwärtig in Preu ßcn räumlich die größte Ausdehnung. Iit den letzten beiden Jahren hat man in Deutsch land einen gewaltigen Ausschwung in der Zusammen schließung der Kräfte nicht nur in der Gcwerkschaftsbewc gung bei den Arbeitern, sondern auch bei den übrigen Ständen beobachten können. In der Gewerkschaftsbewegung haben wir den Zusammenschluß der Organisationen Transport- und Baugewerbe zu verzeichnen. Die im ____________________ _ .... Arbeiigeberorganisationen haben sich koaliert. Im Hansa-bnud find Handel, Industrie und Gewerbe zu einem gewichtigen Faktor vereinigt worden, natürlich mit dem nicht offen ausgesprochenen Nebenzweck, die mächtig aufstrebende Sozialdemokratie zu bekämpfen. Gegen den allmächtigen Bund der Landwirte ist in dem Bauernbund ein kräftiges Gegengewicht geschaffen worden. Alle im Reiche Festangestellten beginnen sich im Bunde der Fest-desoldeten zu vereinigen. Auch die Eisenbahner treten aus den Plan. Die in Preußen bestehenden fünf Verbände der mittleren StaatseisenbaHnbeamten schlossen sich 3» einem Kartell zusammen, aus dem die Eiseubahunssistenten jedoch bald wieder austraten oder, wenn man auf die andere Seite hören will, hinausgeworfeit wurden. Hierauf folgte die Gründung zweier Kartelle von Reichs- und Steiatsarbeiterverbänden. Das eine Kartell setzt sich zusammen aus dem Verband deutscher Eisenbahnhandwerker und -Arbeiter, dem Verband der Telegraphenhandwetker und -Arbeiter und dem deutschen Militärwerkstätten, arbeiterverband, mit insgesamt 110.000 Arbeitern. Das andere Kartell setzt sich zusammen aus dem Zenttalbcrbanb (teil drohe und sür volkswirtschaftliche Zwecke nichts übrig bleibe, bereits lebhaft zum Ausdruck. Der Eiseubahnausschnß ist einer der fleißigsten Ausschüsse. Er bat in den letzten Jahren immense Arbeit geleistet, da er die ganzen Eisenbahiwerstaatlichungsvor-lagen durchzuberaten hatte und erst kürzlich das höchst wichtige Lokalbahn gesed erledigte, x an eben bat er eure Anzahl Anträge der Abgeordneten, die verschiedensten EisenbaHnangelegenHeiten betreffend, durchberaten, ^n den lebten Wochen hat et ein Viertel bufeend Anträge frieqcn Ü8at)nbauien erledigt, aber es befinden j ich auf her Tagesordnung seiner Sitzungen itcich immer sünszehn Punkte betreffend den Bau neuer Bahnen ober den Ausbau ober Umbau bereits bestehender. Die Anträge wegen des Baues neuer Bahnen und Uni- oder Ausbau von Bahnen werden zumeist durch Resolutionen erledigt, in welchen die Regierung aiifgcforbert wird, die twarnragk Bahnstrecke zu bauen. Diese platonischen Beschlüsse be« haaett den Abgeordneten nicht für alle Zeiten, weshalb in der letzten Zeit immer dringender die Vorlage eines Lokaleisenbahubauprogram»»6 von der Regierung gefordert wird. In der vorletzten Eisenhahnausschußsitzung bat her neue Eisenhahnministcr Dr. Glombinski erklärt, es wäre sein sehnlichster Wunsch, dem Hause eine Vor-läge über den Ban neuer Lokalbahnen zu machen, aber der Fiuanzntinister Hätte sein Veto eingelegt: es müsse zuerst die Bedeckung vorhanden sein. In der letzten Sitzung des Eisenbahnausschusses halte Abgeordneter Freundlich über den Ban zweier Lokalbahnen (Langen-dorf Friedland und Rönterstadt-Radetsdors) 5u referieren. Er benützte die Gelegenheit, um gegen die Verzögerung der Lokalbahnvorlage energisch zu protciheren. Ihm schlossen sich auch die Redner der Maiontatsparteien ent, so daß es geradezu eine Demonstration gegen die gesamte verkehrte Politik der Regierung war. Ter Eisenbahnminister erklärte darauf, er könne nur wiederholen, daß es fein sehnlichster Wunsch sei, eine Lokalbahnvorlage in dem Umfang, wie sie die Parteien einigermaßen zufriedenstellen könnte, dem Hause zu unterbreiten. Die Regierung müsse die Vorlage jedoch au die Voraussetzung knüpfen, daß eine finanzielle Bedeckung für die erhöhten Ausgaben sichergestellt werde. Man merke nur den Unterschied: Jtt der Delegation läßt dieselbe Regierung, die den Eisenbahnmimstcr be-. „Zer Eisenbahner." Seite r, auftragt, zu sagen, die Vorlage eines Lokalbahubaupro-gramms sei nur möglich, wenn die Bedeckung geschaffen sei, den Finanzminister erklären, die Beengung des Budgets sei nicht wegen der Ausgaben für den Militarismus entstanden, und ihr» kein Wort darüber sagen, in welcher Weise sie die ungeheuerlichen Heeres- und Ma-rinefordernngen über dieses Jahr hinaus zu bedecken gedenkt. Dazu sei nur noch bemerkt, daß die Ausgaben für Bahnbauten produktive und in den meisten Fällen für die Volkswirtschaft segensreiche sind, während das von den Ausgaben für den Militarismus und Marinismus absolut nicht gesagt werden kann. Im Gegenteil, bei den Ausgaben für die Flotte ist es mehr als fraglich, ob die Schiffe, wenn sie fertig, nicht überholt, das heißt altes Elsen sind. Deshalb ist es begreiflich, daß die deutschbürger-lrchen Abgeordneten ins Studieren kamen, ob sie es wa-gen dürfen, fiir die Heeres- und Flottenausgaben zu stimmen. Abgeordneter Dr. Steinwender, der mitunter die Anwandlung hat, in einer fiir seine VerbandKgenossen geradezu unheimlichen Art die Wahrheit zu sagen, schreibt in der „Grazer Tagespost": „Die armen deutschen Delegierten sind in einer bösen Lage. Sagen sie nein, so werden die Auslagen doch bewilligt und die Deutschen fallen in Ungnade; sagen sie ja, so bereiten sie für die nächsten Neuwahlen den Sozialdemokraten einen Sieg auf allen Linien vor. Vielleicht gibt es noch einen Mittelweg, nämlich den, nur das unbedingt Notwendige zu bewillige». Aber wo liegt dieser Mittelweg? Und verdirbt man es nicht dabei nach oben und nach unten? Er sagt ihnen aber weiters noch, der Finanzminister sei mit seinem Programm noch immer ein Philister gegenüber einigen Gruppen von Abgeordneten, die sich ein Finanzsystem zurechtgelegt haben,... nach welchem, wenn der Staat für die Wehrkraft Hunderte von Millionen in An-spute!) nimmt, ebensoviel Hunderte von Millionen fiir Flüsse, Kanäle, Subventionen und sonstige Beschwichti-gungen hörgegeben werden solle», die man Volksnotwen-digkeiten zu nennen beliebt. Leider zahle nicht der Staat alle diese schönen Dinge, denn der Staat sei ein armer ~eiiffil, der nicht einen Heller hergeben könne, er hätte ihn denn nicht früher dem Volke aus der Tasche genommen.' Das sind bittere Wahrheiten für die Dentschnatio-nalen von Wolf bis Dobernig. Herr Dr. Steinwendec rst aber obendrein fo boshaft, zur völligen Verschärfung der Sachlage zu sagen: „Entweder haben wir das Geld für die Rüstungen, dann bezahle man sie, oder wir haben es nicht, dann strecke inan sich nach der Decke. Aber eine Großmachtspolitik auf Pump kann sich nicht halten, sie versagt vielmehr gerade in dem Augenblick, wo sic sich als stark erweisen soll." Dadurch macht er es seinen nationalen Kollegen fast unmöglich, eine plausible Ausrede für ihr Stimmen für die Heeres- und Marinefordemngen zu finden. Tatsache ist, daß cs unmöglich ist, die Bedeckung für die Forderungen des Molochs und die der Bevölkerung zu-gleich zu finden. Die Sachlage ist nun einmal fo: Wer fiir ote Heeres* nnd Marineforderungen als Staatsnotwen-digkeiten stimmt, der stimmt gegen die VolkSnotivendig- o k ( A deutschbiirgerlicheit Abgeordneten die tnmft Dcj Hofes, die Sonne der Regierung vorteilhafter als die Anerkennung der Bevölkerung, so werden ihre MtcTsüinmc»1' bCn gegen die Volksnotwendig. RechMechmg m den IWplmar-lammern. Ans der k. k. Staatöbahndircktion Wien. Man schreibt uns: Das Bahnbetriebsamt Wien I nt unter den Staatsbahnbediensteten, insbesondere unter den Zngsbegleitern als eine Anitsstelle bekannt, die eher als Willküramt bezeichnet werden soll. Daß in diesen, Amt Dinge geschehen, die an einer geordneten Stelle nicht vor-kommen können, daran ist in erster Linie das Eisenbahn-Mluistcrium schuld, weil dieser Posten einer Person als ^ahnbetriebsamtsvorstand überlassen wird, die alle Eigeiischaste» als Vorgesetzter vermissen läßt. In zweiter ~mte macht sich cutch die k. k. Staatsbahndirektion mitschuldig, weil diese jede an dem Personal verübte Ungerechtigkeit, die von einem solchen dem Personal feindlich gesinnten Vorgesetzten verübt wird, gutheißt, während noch dazu diejenigen bestraft, werden, die nicht willens sind, icdes Unrecht an sich vollziehen zn lassen. Wir. dein k. k. Bahnbetriebsamte Wien I zngc-teiltcn Bediensteten, haben Instruktionen, auch eine gültige Dienstordnung und verschiedene Erlässe, welche wir auch gut kennen, und wissen, welche Pflichten unsere Vorletzten haben. Leider, wenn die Vorgesetzten nnd Höheren konseguent unter der hohen Patronanz der "k. k. staatsbahndirektion sich an ihren Untergebenen versün-mgen, ihre Pflichten vernachlässigen, dann soll ein Mensch, der nur ein wenig von der Gerechtigkeit gehört hat, immer das ruhige Verhalteu bewahren und einen Be-miwerdeweg abwarte» und eine Disziplin enthalten, die nach dem Grade der wertvolleren Rockknöpfe von Oben beurteilt wird. Werden noch so nachweisliche Ungerechtigkeiten und Ungezogenheiten von einem Vorgesetzte» an den Unter-Ebenen vollbracht, bedauert ihn jemand? Oder gar vielleicht straft lernc-nd wegen einer begangenen Ungerechtigkeit den Vorgesetzten < In Disziplinarangelegenheite» ist die k. k. Staats-vahndirektion Wien bezüglich der Judikatur der rassigen um einiges voraus. Es fehlen ihr nur die Schergen, netche die körperliche Züchtigung zn vollziehen hätten, * Erpressung des Geständnisses: so etwas uaucht die k. k. Staatsbahndirektion Wie» nicht, dafür labt» wir eine bessere Einrichtung: die sogenannten iT>!ungskominissärc, welche dafür sorge», daß für die Jdmnbcnfkn Verfehlnnge» das Disziplinarverfahren ngeleitet werden kann, soweit die Rockknöpse und .pauietten dies zulasse». Das weitere wird durch einen rNwn1l,r^Jt,ineFoinmifjär PI c n k, welcher angeblich ein r .le,tn . soll, und einer Disziplinarkammer besorgt, ein Unschuldiger in einen Schuldigen verwan- delt wird, wie leicht die Begründung dazu geschaffen wird, beweisen nachstehende zwei Fälle: 1. Am 20. Oktober 1910 erschien der Kondukteur Genosse H o st a s in der Halle am Wiener Westbahnhof, um die Turnuszüge 13 und 14 zu führen. Nachts darauf, »ach einer mit Zug 76 beendeten Tour, war er sehr von der Müdigkeit hergenomnie» und kaum für einen Dienst mehr fähig; dessenungeachtet dachte er nicht daran, sich marod zu melden, weil er seine Turnustour beendet hat. Trotz der beendeten Diensttour erhielt Hostas den Auftrag, mit dem Zugsführer Söller und Zug D 17 weitcr^ufahren. Als nun dieser Kondukteur seinen neuen Zugsführer auf feine Uebermüdnng aufmerksam machte, verwies ih» dieser an de» diensthabenden Beamten, welcher aber behufs Entgegennahme dieser Meldung nicht aufzufinden war. Hostas, statt nach einer beendeten Diensttour, wie seine Kollege», nach Hause zu gehen, mußte eitie neue Diensttonr antreten und wegfahre». In Penzing angelangt, meldete Hostas dem diensthabenden Beamten, daß er schon bereits zelm Stunden im Dienste steht und außergewöhnlich müde sei und die weitere Verantwortung für den Dienst nicht übernehmen kann. Dein diensthabenden Beamten in Penzing war diese begründete Meldung auch vollständig klar, um so mehr, als er erfahren hatte, daß in Wien am O. W. ein Rcserveniann zu diesem Zweck im Bette lag, welcher hätte in diesem Fall entspringen müssen. Hieraus telephonierte der Penzutger Beamte mit der Anfrage nach Wien, warum Hostas nach einer vollbrachten zehnstündigen Dienstleistung nicht abgelöst wird, nachdem ohnehin ein Mann dort zur Verfügung steht. Die Antwort war laut Kommandierung: „Dann soll der Mann sofort vo» der Reserve herauskommen und Sie, Hostas, gehen nach Hanse." Am 23. Oktober wurde Hostas in die Koinmandie-rniig gerate» und gefragt, mit wem er um D 17 gefahren fei. Daraus wird von ihm der oberwähnte Vorgang dem Kommandierenden erzählt, welcher in aller Aufregung erwiedert: „So, Sie konnten die Verantwortung nicht übernehmen, das gibt es nicht!" Es gab noch eine Ansprache, welche sich mehr für einen Hund als für einen Zugsbegleiter eignen würde, und zuletzt wird dem Hostas die Tür gezeigt. Eine weitere Einvernahme folgte schon am 29. Oktober, aber nicht wegen ungebührlicher Behandlung, die an Hostas begangen wnrde, sondern weil er seiner Pflicht vollkommen korrekt nachgekommen und feine Ermüdung dem Beamten gemeldet hat. Es' scheint, daß bei dieser Einvernahme auch solche Personen, die Hostas in fraglicher Nacht nicht gesehen haben, in erster Linie gehört wurde», weil auch der Dienstkommandierende als erster beim Herrn Kleebinder war. Dann kam der Zeuge Heider an die Reihe und zuletzt Hostas selbst. Die ganze Zeit über blieb der Dieiistkommandierende in der Neben? kanzlet bei seinem Kumpan Prinz, wo sie alles hören konnten. Am 15. November war das Urteil der hohen Direktion gesprochen. Hostas wnrde nur auf Grnnd seiner bisherigen musterhaften Aufführung mit 4 Kr. Gehaltabzug bestraft, sonst Wirde er eine Disziplinarstrafe zu gewärtigen haben, weil er ein junger Z n g s b e» g l e i l e r ist, bei dem eine Müdigkeit nicht c i n t r c t c n darf. Daher kann ein Eintreten der Müdigkeit bei einem jnngen Zngsbegleiter am Wiener äßest-bal'tihos eine strafbare Handlung, eine weiter Verfolgung und ewige Rache der Vorgesetzten nach sich ziehen! Gegen diese Strafe wurde Rekurs ergriffen. Das brachte natürlich das Bahnbetriebsamt Wien I samt Zawattil und. die Direktionsabteilung noch mehr ans dem Häuschen. Und so wurde denn die Versetzung nach Göpsritz als das gerechte Mittel empfunden und dem Genossen Hostas am 24. unter dem Christbaum „aus Dienstesriicksichten" gelegt. Durch eine Intervention erfuhr erst der so lieber« raschte, warum und von wem ihm dieses „kostbare Geschenk" gemacht ttntrde. In erster Linie bekomme» solche „Geschenke" über Antrag des christliche» Vorstandes nur diejenigen, die nie krakeelen, aber von ihm als Krakeeler bezeichnet werden und auch jene, die cs mit ihren Dien-stesoblngciihciten genau nehmen und sich im Dienst nichts zuschulden kommen lassen, jedoch von ihm als die schlechtesten bezeichnet werden, weil sie einer ordentlichen Organisation angehören, und wenn einer übermüdet und kraut1 ist. ausgenommen der Kommandierende nnd der Vorstand. Diese verfügte Versetzung wurde auf einen Rekurs doch in die Versetzung nach Nufedorf nmgewandelt. Aber wie die Denunziation zur Direktion den Weg gefunden hatte, jo wurde sie auch nach Nußdorf vorausgeschickt, damit der dortige Vorstand wissen soll, wer der Genosse Hostas ist. Aber der dortige Vorstand scheint mehr zu kennen, denn er wußte sofort, daß vor ihm ein hochanständiger und guter Bediensteter steht. 2. Bei der Auszahlung der Bezüge ist das Zugsbe-gleituiigspersonal am Westbahnhof wegen nicht entsprechendem Auszahlungsmodus und einem dazu nicht geeigneten Lokal so mancher Schikane ansgesetzt. Damit diese Umstände dem^ Personal fühlbar werden, bemüht sich des öfteren der Herr Assistent Dr. Luks ch später in den Dienst zu kommen, wodurch sich die Anzahl der auf die Auszahlung schon Wartenden naturgemäß vermehrt, was Drängen und Unruhe verursachen muß. So war es auch am 15. Oktober des Vorjahres. Luksch bemühte sich an diesem Tag, statt um 8 Uhr früh erst um %9 Uhr vormittags in den Dienst zu kommen. Der Zweck einer sehr starken Ansammlung des Personals war auch damit erreich*. Dieses I ange Ausbleiben der „auszahlenden Autorität" bat diesmal merkwürdigerweise nach dem Begriff der Vorgesetzten bei den Anwesenden, welche ja schon ans Dienstesrücksichten mit der Ruhezeit zu rechnen haben, keine besondere Freude erweckt, dafür war aber dieser Beatnte um so mehr empfindlich und unterbrach wegen einer geringen Unruhe die kamn begonnene Auszahlung, zündete sich eine Zigarette a» und erklärte frozzelnd: „Ich habe Zeit." Dieses neue oktroyierte Warten und das Benehmet: war endlich darnach angelegt, bei den Lamms* geduldigen eilte spontane Erregung hervorznimfen. Man konnte jedem vom Gesicht herunterlesen, daß sie für ihre Geduld eine solche Behandlung nicht erwarteten. Genosse Straßer erlaubte sich nun dem der Dienstpflicht zu- widerhandelnden Beamten folgendes ins Gedächtnis zu rufen: „Herr Doktor, Sie find so spät gekommen, jetzt wollen Sie die Auszahlung wieder entstellen. Wir haben unsere freie Zeit nicht gestohlen. Ich glaube, Sie müssen Ihren Dienst genau so machen wie wir." Daraus erfolgte nun eine Anzeige gegen Straßer und ein notpeinliches Verhör mit ihm, dein auch die Verhängung einer Diszi-plinamttersuchung folgte. Genoße Straßer wurde auch wegen diesem Staatsverbrechen in der am 12. Dezember 1910 stattgefuiideiien Sitzung der Disziplinarkammer schuldig erkannt, weil er sich gegen die Disziplin vorsätzlich vergangen hat und dafür mit einem Verweis bestraft. Was beweist nun diese Gerechtigkeit? Daß man in solchen Fällen ebensowenig wie in der Voruntersuchung nach Gründen zu forschen braucht, ob eine derartige Aeutzeriing nach den 88 18, 21 und 95 ein Disziplinarvergehen bildet oder nicht. Mit welcher Leichtigkeit solche Disziplinarcrkentiinisse zustande kommen, dafür ist der Wortlaut dieses Erkenntnisses der beste Beweis. Es lautet: K. k. Staatsbahndirekion Wien. Z. 9/II/135. Am 14. Dezember 1910. Betreff: Disziplinarsall. Slit den Oberkondnkleur Herrn Karl Straßer in W i e it. Disziplinarcrkcnntnis. Auf Grund des gegen Sie durchgeführten Disziplinarverfahrens hat die Disziplinarkammer in Wien in der Sitzung am 12. Dezember 1910 erkannt: Sic sind schuldig, dadurch Ihre Dienstpflichten vorsätzlich verletzt und Ihre amtliche Vertrauenswürdigkeit im Sinne -es § 95 der Dienstordnung beeinträchtigt zu haben, daß Sic entgegen den Bestimmungen der §§ 18 und 21 der Dienstordnung am 15. Oktober 1910 sich gelegentlich der Auszahlung der Stundengelder in Gegenwart zahlreicher Zugs-begleiter gegen den auszahlenden Beamten ungebührlich^ und disziplinwidrig benahmen und ein Verhalten zur Schau trugen, welches geeignet war, auf das übrige Personal aufreizend und die Disziplin schädigend zu wirten. Sic seien deshalb mit einem Verweise unter Androhung strengerer Disziplinarbchandlung für den Fall eines neuerlichen Dienstvergehens zu bestrafen. Gründe: 1 Die Disziplinarkammer nahm als erwiesen an, das; Sie in dem Momente, als der auszahlende Beamte wegen fortgesetzter Unruhe die Auszahlung unterbrach, diesen in lautem Tone und in ganz ungehöriger Art zur Rede stellte« und sich hierdurch sicherlich gegen die Disziplin schwer vergingen. Ihr Verhalten in Gegenwart zahlreicher jüngerer Zugs-begleitet war überdies entschieden geeignet, auf diese ausreizend zu wirken und die Disziplin zu lockern. Beim Strafausmaße wurde, als mildernd die schuldlose Familie, die momentane Erregung und die bisherige gute Dienstleistung, als erschwerend nichts angenommen. Dieses Erkenntnis finde ich im Sinne des § 114 der Dienstordnung zu bestätigen. Gegen das Erkenntnis der Disziplinarkamnter lieht Ihnen nach § 110 der Dienstordnung die binnen 14 Tageir vom Zeitpunkte der Zustellung dieses Erkenntnisses im Dienst, Wege einzubringende Berufung an den Disziplinarhof offen. Der k. k. Staatsbahndirektor: H. Kolisko. Genosien Straßer wird aus der Dienstordnung der 8 18 (Allgemeine Pflichten) Vorbehalte». Wege» den ersten Abfatz, welcher die Einhaltung der Gesetze und bestehenden Verordnungen otiordnet, hat sich in erster Linie nur Assistent Luksch durch sein zu spätes Erscheinen in den Dienst vergangen. In de» Paragraphen aber, die im Erkenntnis hcrangezogen werben, ist nur von Vorgesetzten und Behörden die Rede. Die Instruktion XX, Artikel 2, enthält eine genaue ■ Bestimmung, wer für Las Zugbegleitungspersonal als Borgen feister iit Betracht kommt. Nach dieser Bestimmung. Punkt 4, Alinea », 2. Abfatz, Ware der Herr Assistent'absolut nicht als Vorgesetzter aufzitfafsen, auch ans Grund des i? 19 der Dienstordnung nicht, weit der Genosse Straßer keinen Dienst zu verrichten hatte. In diesem Fall kann nur der auszahlende Assistent für die Anwesenden in Betracht kommen und nur auf Grund des 8 21 der Dienstordnung waren die Anwesenden verpachtet, die ihm gebührende Achtung cntgcgcnzubrütgcit. Nur muß int vorliegenden Fall noch erwogen werde», daß, wer eine Achtung für sich verlangt, der muß aifct) den anderen, und wenn er auch nur ein Zugsbegleiter ist, die Achtung enigcgcnbnngcn. Die Disziplinarkammer nahm noch als erwiesen an, daß Straßer sich gegen die Disziplin schwer vergangen hat, weil sein Verhalten ein solches war, welches auf die anwesenden jüngeren Zugsbegleiter aufreizend gewirkt und die Disziplin gelockert haben soll. Wenn wir uns wieder den 8 18, 2. Absatz, der Dienstordnung ci» wenig ins Gedächtnis rufen, müßte Straßer, wenn er zur Verantwortung zu ziehen wäre, Agitationen, welche geeignet fein müßten, die Disziplin zu lockern, veran-> staltct haben. Es muß tatsächlich der Weisheit dieser Herren überlassen werden, denn sie wissen, ohne daß eine Einvernahme der jungen Zngsbegleiter erfolgt ist, datz die gemachte Aenßerung auf sie aufreizend und disziplin-lockernd gewirkt hätte. D i e Weisheit scheint aber eine irrige zn sein, denn die jungen und die alten Zugbegleiter sind gerade über diese Mißhandlung in neuer Auflage tief empört und wünschen, nach der Methode nicht behandelt zn werden. Und wie gut sich die mildernden Umstände aus diesem Erkenntnis der Disziplinarkammer enttiehnierf lassen? Straßer hat nur, wie in der Begründung attge* führt erscheint, seiner schuldlosen Familie und der bis-, herigen guten Aufführung diese milde Strafe zu verdanken, obwohl er auf sein nächstes Avancement wird! ein volles Jahr länger warten müssen. Als ob diese Vert kürzung feine „berücksichtigte Familie" nicht zu spüren hätte! Der s ch ii I d t r a g e n d e Beamte kann über die Bestimmung des 8 20 der Dienstordnung vergnügt lächeln und kann mit einer solchen Disziplinarkammer' zufrieden sein. Wir haben bei der llcbcrnahinc der Direk». tion Wien durch den neuen Direktor gehofft, daß der Herr Ministerialrat den Erhebungs- und Untersuchung^ fommisfärett mehr auf die Finger schauen wird, damit Seite 6 j--------------------------------------------------- flitart solche Urteile, nicht der Oeffentlichfeit preiszugeben gezwungen wird. Es scheint, wir haben umsonst gehofft, hoffentlich wird Herr Ministerialrat Kolisko von nun vn der Abteilung V sowie den Anreger der Disziplinär-Untersuchungen und dem Bahnbetriebsamt Wien I mehr Aufmerksamkeit schenken wie bisher. Denn daß gerade ifoIche Urteile am ehesten geeignet sind, die Disziplin LU lockern, steht wohl außer Zweifel. Resomgedankn einer Rationalisten. l . Wenn es an die Wahlen in verschiedene Hurnani-Lötsinstitutionen bei den Eisenbahnen Oesterreichs geht, da kann man in den Versammlungen der Nationalisten .und iil den nationalen „Fach"blättern die saftigsten ^Phrasen von der Liebe zum Bediensteten hören und lesen, da wird das Blaue vom Himmel versprochen, die Masse ,der Eisenbahner haranguiert, den Terror der Sozial' Demokraten zu brechen, und jener Bedienstete, der aus Mangel an Interesse die die Eisenbahnerwelt bewegenden Fragen nicht. verfolgt, muß glauben, daß die vor-geschlagenen nationalen Kandidaten die Eisenbahner mit einem Zuge in das gelobte Land überführen werden. Das ist vor den Wahlen; nach den Wahlen sicht die Sache etwas anders aus. Da trachten diese nationalen Helden, die sich um eilte solche Funktion nicht ans Ueberzeugung. nicht aus Kollegialität und Liebe für die Bediensteten reißen, sondern lediglich deswegen, damit sie mit den maßgebenden Persönlichkeiten in engeren Verkehr treten und dadurch für sich etwas ergattern «können. Oder sie werden durch Ehrgeiz getrieben, auf solche Funktionen zu kandidieren, um in den Augen ihrer 'Anhänger etwas zu repräsentieren, und werden sie gewählt, nun, dann sind ihnen die Interessen ihrer Kollegen Wurst, denn sie sind zu bequem und zu faul, als'daß sie auch arbeiten wollten. ! Uebcr so ein Beispiel nationalen Pflichtbewnßtseins Naben wir in Nr. 35 ex 1910 dieses Blattes geschrieben, und der Delegierte, Herr Vajna, Offiziant der k. k. Staatsbahnen, Obmann der „Zernska ,Tednota" und Vorsitzender des Exekutivkomitees der national-sozialen Arbeiterpartei, dein diese Notiz gegolten hat, rührt sich nicht, um den Vorwurf der Gewissenlosigkeit zu widerlegen, und nun haben wir wieder ein solches Beispiel solch edler Kollegialität zn verzeichnen, und auch diesmal trifft die Fürsorge eines nationalen Machers die armen, unglücklichen Eisenbahnkrüppel. Ja die Nationalen machen Schule. Herr Oberrevident Kroy, Reichsratsabgeordneter, Referent des Sozialversiche-lrungsausschusses Kapitel: Unfallversicherung für Eisenbahner, deutschradikaler „Volks"fnhrer mit Strupfen, hat es den Herren gezeigt, wie man es machen soll, um zu regend etwas zu kommen. Und da sollten die Anbeter Burivals zurückbleiben? Nein, niemals 1 Wenn sie auch nicht das Talent Kroys besitzen, sich mit einem Sprung über alle Hindernisse hinwegzusetzen, so begnügen sie tfich mit geringeren Vorteilen. Dieses Kapitel ist einem Urtterläufel vom 33 u r i= l> a I, Herrn Wenzel Du 8 ek, Kanzleigehilfe in der Abteilung für Personal-, Humanitäts- und Sanitätsange-ilegenheiten, der k. k. Staatsbahndirektion Prag, zuge-teilt, gewidmet. Dieses Ausschußmitglied der Zentral-Icttung der „Zemskä Jednota" und Macher der „Slawischen Liga" hat einen Plan ausgeheckt, der ihn zu einer Art von Kontrollorgan — freilich sagt er das in seinem (schreiben nicht direkt — der seine Vorgesetzten aus sein -Genie aufmerksam machen soll, der kurz aus der Kategorie der Kanzleigehilfen mit einem Schlage sich empor-heben lassen will. Wir dürfen jedoch feinen Edelmut nicht unterschätzen: er will nicht allein „genießen", sondern auch die Herren Bahnärzte sollen von dieser Reform etwas haben, und Hand in Hand mit ihnen will der ,Antragsteller arbeiten, um die Kosten der rb e t it f § g c n o f f c n f ch a f t l i ch e u IInfallver-sichernngsanstalt der österreichischen Eisenbahnen zu reduzieren. Wir lassen im« das Schreiben dieses großen Man-lies, der den verunglückten Eisenbahnern den Brotkorb höher hängen undfieunter Aufsicht stellen will, im Wortlaut folgen und mberlaffen es unseren Lesern, sich über die moralische Qualität dieses „braven" Mannes das Urteil selbst zn bilden. An den geehrten Vorstand der b e r u fs g e n o s sc n scha f t-lichcn Unfallvcrsicherungsanstalt der öster-rcichifchen Eisenbahnen „Der Gisenvahner.« ■JltA in Wien. Der ergebenst Gefertigte, der in Abteilung für Personal-. Humanitäts- und Sanitätsangelegenheiten der k. k. Staatsbahndircktion in Prag bei der Unfallsagendc zugeteilt 'st. erlaubt sich nachstehende Anträge zur wohlwollenden Erwägung des geehrten Vorstandes zu unterbreiten: Es wird beantragt: r.. 1. Daß von seiten der Unfallsanstalt in gewissen Zeit- räumen Konferenzen einberufen werden, an denen «iußer den Delegierten der Anstalt auch diejenigen Beamten der Direktionen tcilnehmen, die mit der Unfallsagen de betraut sinn. 2. Die Neuerlichtung eines Postens bei jeder Direktion, welcher von einem fachkundigen, ge» schickten Bediensteten zu besetzen wäre. Derselbe würde, außer die Aufsicht über die R e n t n e r auszuüben, auch bei den KomMissionen die Anstalt ver» !t r e t e n. 8. Vereinfachung der derzeitigen Meldung bon Unfällen m u r a u f s o l ch e, wo eine nicht sichtbare Verletzung oder wenn der Dienst unterbrochen wird. Ad 1. Die derzeitige Verbindung der Direktionen mit Der Unfallsanstalt bewegt sich nur in einer flachen Korr c-p o i: b e n g und können infolgedessen eventuelle Anträge und verschiedene Fragen nicht so aufgeklärt werden, als wie bei einer Konferenz, wobei bemerkt wird, daß schon die Teilnahme an einer solchen die Teilnehmer dnspa nnen wird. um nachzudenken, ob nnd Welche Verbesserungen und Vereinfachungen ttunlich und wünschenswert wären. Auch kommen manchmal Fälle vor, wo sehr tunlich toäre. gewisse Aufklärungen über Unfälle zu verengen oder wieder abzugebcn, was. bei derzeitigem Vorgänge möglich ist,^ - *. Äd 2. Die derzeitige Aufsicht über die Rentner i ft absolut ungenügend. Vom Arzt kann man die eventuellen Besuche des Rentners nicht verlangen, denn erstens wäre dies zu teuer und zweitens hat der Arzt nicht soviel Zeit übrig, als solche Besuche in Anspruch nehmen, wobei auch die Größe des betreffenden bahnärztlichen Bezirkes nicht außer acht gelassen werden kann. Von den Vorständen und dem übrigen Personal kann es auch nicht verlangt werden, da der Rentner gewöhnlich außerhalb der Station wohnt oder mit dem Personal gut ist. (!) Die Unfallsanstalt läßt in gewissen Zeiträumen die Rentner durch einen Privatarzt untersuchen, wa§ nach der Ansicht des Gefertigten nicht zutreffend ist, denn der Privatarzt kennt die Individualität des Kranken nicht und gibt sein Gutachten nach der ersten, vielfach oberflächlichen Untersuchung des Rentners ab, wo derselbe gewöhnlich die alten (meistens gelernte) subjektiven Beschwerden angibt, welche der Privatarzt, da er den ursprünglichen Verlauf des Unfalles nicht kennt, als wahrhaftig annimmt. Viel zweckmäßiger wäre die Untersuchung des Rentners durch den Arzt vorzunehmen, welcher womöglich den Rentner schon während der Krankheit anläßlich des Unfalles behandelt hat. Derjenige Arzt kennt am besten die Krankheit von ihren« Anfang und kann am sichersten an geben, wie weit der seinerzeitige Unfall und wie weit das eventuelle Alter oder sonstige Momente die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigen. ES wäre sogar in solchen Fällen an Ersparungen führen, da dem Privatarzt immer mehr bezahlt werden muß als einem Bahnarzte abgesehen davon, daß da die Bahnärzte ein gewisses kleines N cbcneinko mm en bekämen, welches sic anspornen wird, die Rentner schon von Hans aus gründlich zu beobachten. Und dann, wenn den Aerzten bekannt sein wird, daß sie auch für solche Arbeiten entlohnt werden, werden sic schon selbst erhöhte Aufsicht ausüben. Also, auf einer Seite das Gewissen des Rentners, daß er streng beaufsichtigt wird durch ein besonderes Organ, welches ihn jeden Moment unverhofft besuchen kann, und zweitens die erhöhte Aufsicht seitens des Arztes würden gewiß dazu wirken, daß sich die Anzahl der Rentner bedeutend vermindern würde. Wie die derzeitige Aufsicht ausgeübt wird, beweisen aus vielen nachstehende zwei Fälle: Ein vorzeitig provisionierter Rentner sollte in den dauernden Ruhestand versetzt werden, aus welchem Anlaß er zum Sanitätskonsulenten vorgeladen wurde. Bemerkt wird, daß der Mann öfters von Privatärzten — stets mit gleichem — untersucht wurde. Der Konsulent gab seiner Bewunderung den Ausdruck, wie er den Rentner angesehen hat, da derselbe vorzüglich aussah, und erkannte ihn als für den Magazins-dienst schon längst tauglich. Selbstverständlich wollte der Mann nicht mehr seinen Dienst antreten, und da er schon im vorgeschrittenen Alter war, wurde er in den dauernden Ruhestand versetzt. Die Unfallsanstalt, auf die diesbezügliche Mitteilung, hat dem Genannten seine Monatsrcnte um 100 Kr. monatlich reduziert und derselbe hat nicht rekuriert, obzwar er in der Organisation war! Zweiter Fall: In Smichow wurde ein Verletzter im Krankenstande geführt. Plötzlich wurde derselbe in das Allgemeine Krankenhaus überführt, wo er auch den zweiten Tag an Blutvergiftung starb. Nur der Schnelligkeit des betreffenden Bahnarztes (der sein Behandelnder war) ist cs zu danken, daß die Leiche sofort obduziert und daß sestgestellt wurde, daß der erfolgte Tod mit dem erlittenen Unfälle absolut nicht im Zusammenhang steht. Denn der Verletzte war während der Krankheit als Arbeiter in einem Geschäfte eingestellt (bezog nebst der Rente einen Gehalt in diesem Geschäfte), wo er sich auch eine ähnliche zweite Verletzung zuzog, infolgedessen er starb. Kanin war der Mensch begraben, kam die Witwe mit oen Ansprüchen an die Unfallsanstalt; wnrde natürlich ab-gewiesen. Solche Fälle kommen sehr oft vor. Die hier angeführten sollen nur beweisen, wie nötig es wäre, daß die Rentner und die Kranken unter eine stete Kontrolle gestellt werden. Es würbe sich nun um die finanzielle Seite dieser Errichtung eines Kontrollors handeln. Nachdem aber derselbe sowohl der Krankenkasse als auch ber Unfallsanstalt dienen würde, würde sich empfehlen, diesen zur Hälfte von der Krankenkasse und zur Hälfte von der Unfallsanstalt zu entlohnen, oder den Gehalt könnte dieser Bedienstete von den k. k. Staatsbahnen, die Diäten Dq,it der Unfalls-anskalk bekommen. Der ergebenst Gefertigte ist voll überzeugt, daß schon das erste Jahr der Tätigkeit dieses Kontrollors zu überraschendem Erfolge führen würde. Besten Beweis für einen solchen Bediensteten bieten die Bczirkskrankenkassen, die ohne einer solchen Kraft überhaupt nicht existieren könnten, da ihnen sonst die Beiträge an die Krankengelder nicht reichen würden. Die Arbeiter-Unfallsanstalt benötigt diesen Kontrollor nicht, da bei dieser nur größere Unfälle gemeldet werden, bei denen der betreffende Arzt überzeugt ist, daß eine solche Verletzung die Erwerbsfähigkeit sicher beeinträchtigen wrrd. Um so mehr ist daher bei der Bahn cm solcher Bc-biensteter nötig, wo man von der Statistik sicheres Material bat, daß zum Beispiel im Herb st und Winter die Oberbauarbeiter nach noch so kleineren Verletzungen sofort die Arbeit unterbrechen und diese Verletzung so lange als möglich auszu» nützen trachten. „ Der Kranken- oder Rentnerkontrollor könnte auch mit Erfolg den Unfallskommissionen beiwohnen, ba erfahrungsgemäß bei biefen verfchicbene Momente zum Durchbruch kommen. Daß hier viel Gelb erspart wirb, ist sclbstrcbenb. Eine nach Ansicht bcs ergebenst Gefertigten wichtige Angelegenheit wäre noch zu ordnen. _ Es kommen öfters Fälle vor, wo bic Unfallsanstalt trotz zwei bis brei gleichlantcnden, bem Verletzten ungünstigen Parcreit der Bahnärzte bem Verletzten boch bic Rente gewahrt wirb, wobnrch in ben meisten Fällen auch ber Anspruch auf ben Provisionsfonbs geltend — und zwar mit Erfolg — gemacht wirb. , . In solchen Fällen wäre cs nach Ansicht dcS ergebenst Gefertigten zweckmäßig, ein solches Parcre, infolge welchem trotzdem bic UnsallSanstalt dem Rentner die Rente gewähren will, vorerst bem betreffen ben Bahnarzte zur Aeußerung zu übermitteln unb bic Aufklärung bes hier entstanbenen Wiberspruches verlangen. Dieser Vorgang würbe bte Bahnärzte znr Abgabe von wirklich tabellosen Gutachten erziehen, beim ber beseitige Vorgang deprimiert äußerst ben Bahnarzt, wenn er bann später in Erfahrung bringt, baß auf seinen gewiß objektiven Bcfunb keine Rücksicht genommen würbe. Solche Fälle führen bann bahin, baß ber Bahnarzt beim Verfassen eines solchen Gutachtens künftighin keine vesonbere Sorgfalt wib-met, ba er überzeugt ist, baß bieses wenig berücksichtigt wirb, Den Bahnärzten wäre anzuorbnen, baß bei innerlichen Verletzungen, wo bic Zuerkennung bet Rente oft nur von bem Parerc abhängig ist, das Parere erst nach reifer Überprüfung des Verletzten abgegeben wird, da Erfahrungen gemacht wurden, daß die Abgabe eines solchen Pareres .in vielen Fällen [ehr oberflächlich und mechanisch geschieht. Äd 3. Die Melbung ber Unfälle ist mit der Gewährung des Pauschalbetrages von 2 Kr. bei den Bahnärzten so gestiegen, baß heute die Unfallsagende von Tag zu Tag großer wird, ohne das Richtigste erreicht zu haben. Es wird jede noch so kleine Verletzung gemeldet und behandelt, wo schon vorausgesetzt werden kann, daß diese keine Folgen in ber Zukunst haben kann. Es gibt sogar Bahnärzte, bic ben Patienten, wenn er eine anbere Krankheit als einen Unfall angibt, mit einer ungewohnten Weise behanbeln, währenbbem, wenn er Unfall angibt, sie ihm sofort behilflich sinb. Auch wäre hier nach ber Ansicht des Gefertigten Ab» Hilfe tunlich, und zwar: Es werden nur solche Unfälle der Unfallsanstalt gemeldet, wenn es sich entweder um eine innere Verletzung handelt ober wenn ber Verletzte aus Anlaß bes Unfalles ben Dienst unterbrechen muß. Die übrigen Unfälle, wie Quetschungen, Kontusionen, Abschürfungen rc., konnten von ber betresfenben Dienststelle — wie bisher — entgegengenommen, in ein separates Buch eingetragen werben, bic nötigen Belege, wie Krankenzettel unb eventuell Protokoll aufgehoben werden unb erst, wenn der Verletzte einmal den Dienst unterbrechen sollte, deren Folge auf den feinerzeitigen Unfall führen sollten, so könnte erst bann diese Angelegenheit der Unfallsanstalt übergeben werden. Natürlich müßte die gesetzliche Frist so geändert werden, daß der Unfall auch dann gemeldet erscheint, wenn die Anzeige während der 365 Tagen die betreffende Dienststelle entgegen» genommen hat. Bei diesem Vorgang wurde sich die Anzahl der Unfälle wenigstens um 60 Prozent vermindern, was ein nicht unbedeutendes Ersparnis an Papier, Porto unb Arbeitskräften bilbet, und behauptet werben kann, baß durch diesen Vorgang etwa die Unfallsagende nicht evident wird. Es würden beispielsweise in der Werkstätte Saun um zirka 500 biä 600 Unfälle im Jahre weniger als jetzt. In solchen Fällen konnte, wenn noch größere Er,par-nissc erzielt werben wollten, bic Honorierung solcher Unfälle an die Bahnärzte überhaupt entfallen, dagegen m Fällen, wo es sich um bic Verletzungen hanbeln würbe, bte gemclbct werben, könnte ber Pauschalbetrag erhöht werben. Den Dienststellen würbe burch biesen Vorgang keine Mehrarbeit zufallen, da die obenangeführten Verrichtungen bei den Unfällen auch jetzt verrichtet werben. Ja rach mehr: das Verfassen und Abschreiben der Unfallsanzeigen würde in 60 Prozent Fällen abfallen. Daß dadurch den Direktionen die jetzige Mehrarbeit und ber Unfallsanstalt bic Hälfte ber Arbeit entfallen würde« ist klar. j Prag, am 15. Oktober 1010. Wenzel Susclm. p., Kanzleigehilfe." Das sind die großen Resonnpläne eines Menschen, der seinen Kollegen, um sie in eine nationale iOrgarm sation zn locken, einreden will, daß die Eisenbahner nur von den Nationalisten alles Gute zu erwarten haben, während die Sozialisten ihre Interessen verkaufen und verraten. Nun glauben wir, dieses Schreiben ist ein Doku-« ment, das den Eisenbahnern Oesterreichs auf das nach^ driicklichste den Beweis liefert, in welchem Interesse die Nationalisten eigentlich arbeiten. Hie Kroy, hie Burival und Vojna bis zum Wenzel D u s e k. sie srnd alle gleich! Die Bediensteten sind ihnen nur die Leiter, auf der sie zu einer besseren Existenz, höheren Stellen empor-steigen können. Zuerst reißen sic in den Versammlungen den Mund weit auf, um sich in der breiten Oesfentlich-feit bemerkbar zn machen, dann lassen sie sich in Funktionen wählen und dann mogeln sie auf alle Art und Weise, um persönliche Vorteile herausznpreßen. Dieser Wenzel DnSek, der so verschämt sich als der „fachkundige, geschickte Bedienstete" vorstellt, will auf Kosten der armen und verunglückte n Eisenbahner, die ohnehin schon genn g bespitzelt und schikaniert werden, sich z u einem angenehmen Posten ö e r h c I f e n. c r willsichimWegederDenunzrerungseiner Kollegen eine a n g e n e I) m c materiell besser gestellte Existenz verschaffen und hat noch die Frechheit, jenen Stand, dem er selbst angc-hört, zn beschimpfen, indem er ihnen unputiert, daß sie bei den Untersuchungen durch Aerzte sich durch ntci* stcns gelernte subjektive Beschwerden Renten het> auspressen wollen. Freilich, er arbeitet nicht für sich allem, sondern! sein Herz umschließt auch die Herren Bahnarzte,, denen er ein kleines, aber „gew.rsses Nebcnemkom» men verschaffen und dadurch ermöglichen will, daß die Rentner schon von n®au^.„a.u§, kesser 6e» ol> achtetwerdcn. Von dieser Maßnahme erhofft der Edle Ersparungen, weil die Oberbauarbeiter, die tm Winter aussetzen müssen, nicht wegen jeder Kleinigkeit Unfälle anmelden, da die Bahnarzte n u r n a d) r e t f e r Uebcr Prüfung der Verletzten ihre ärztlichen Gutachten abgeben werden und somit nicht nur eine erhöhte Aussicht geschaffen wird, sondern daß auch eine moralische Wirkung auf die Rentner dahingehend ausüben wird, daß ihr Gewissen erwacht (verstehe: durch die erhöhte Aufsicht) und dadurch eine Abnahme von Rcnty ucrit bewirkt wird. Wir glauben noch ans die, von diesem Edelmann geführten Beispiele unsere Leser speziell aufmerksam machen zit müssen, die den lauteren Charakter dieses nationalen Helden in das beste Licht zu stellen geeignet sind. Wenn wir noch aus den dritten Vorschlag des Herrn: Du 8 ek Hinweisen, nur dann Unfallsmeldungen zu erstatten, wenn eilte innere Verletzung oder eine Unterbrechung im Dienste vorkommt und unsere Leser sowie weitere Kreise der Eisenbahner auf die bisher seitens der Vorgesetzten gepflogene Praxis aufmerksam machen, dann glauben wir nur unsere Pflicht geleistet zu haben. Wenn die Vorgesetzten (Nicht alle! Die Redaktion.) erst von der Anzeigepflicht formell entbunden werden, dann können die Verunglückten ihr Recht suchen. Das sind die Vorschläge eines Mitgliedes der tschc». chischnationalen Organisation, die jetzt, nachdem wieder Wahlen von Delegierten vor der Tür stehen, der Bedienstetenschaft schöne Deklamationen vortragen werden, um dieselbe für sich zn gewinnen. Wir stellen eS den Eisenbahnern anheim, ob sie Leute, die zwar sehr geräuschvoll und mit Phrasenschwall arbeiten, die es aber mit der Vertretung der Eisenbahnerinteressen nicht ehrlich meinen, zu Stellungen berufen will, in denen solche Leute die Interessen der Bediensteten unabsehbar schädigen können, oder Leute, die zwar still, ohne Phrasen, , aber, unentwegt mit der ganzen, ihnen jnnewAhncndeg Energie das Vertrauen, welches ihnen die Kollegen schenken, durch Wahrnehmen und Vertreten ihrer Interessen zu erwerben bemüht sind. Wir rufen den Eisenbahnern das altbewährte Wahrwort zu: „Rur die allergrößten Kälber, Wählen ihre Metzger selber!" Und nun überlassen wir es den Eisenbahnern selbst zu unterscheiden, wer der bessere Vertreter von Eisen» bahnreinteressen ist: der Nationalist oder der Sozialdemokrat! —d— Ae Wirtschaft bei der Aussig-Lebiitzer kisenbahn. „Objektivität" im Gerichtssaal. o'n dem Bericht über die am 10. v. M. stattgefnn-dene Hauptverhandlung in Brüx wegen des am 22. Dezember 1009 stattgcsundeuen Zusamenstotzes (Wir haben darüber berichtet Die Red.) des Zuges Nr. 9 (Lokomotivführer Franz Z a b e) mit einem Verschubsteil in Komotau, wollen wir noch einiges nachtragen. Nach den Mitteilungen, die uns von vielen Teilnehmern dieser Verhandlung zugekominen sind, besteht über deren Art unreine einzige Meinung: daß auch in diesem Gerichtssaal der Geist der A. T. E.-Verwaltnng geweht hat und daß Objektivität fehlte. — Ein alter ergrauter Eisenbahner, der sich schon langst in Pension, befindet und der schon seit 40 Jahren allerorts, wo er war, eine jede derartige Verhandlung nach Tunlichkeit besuchte, erklärte uns, daß er noch keine derartig geführte Verhandlung gesehen habe. Gleich der Beginn lieh den Verlauf ahnen. Obwohl diese Verhandlung eine, öffentliche war, erregte den Herrn Vorsitzenden des Senats schon das Klotze Erscheinen so vieler Zuhörer. Tatsächlich konnten auch viele wegen Platzmangel nicht teilnehinen. Datz aber entgegengesetzt wieder die A. T. E.-Verwaltung ein derartiges Entgegenkommen fand, datz einer ihrer Beamten, Herr Ober-kortrollor v. O t t,, ohne ein Mandat hierzu zu haben, an dem Tisch der beiden Herren Sachverständigen und des Staatsanwalts Platz nahm und dort eine förmliche Schreibstube eroffnete, ist denn doch an und für sich schon stark antiobjektiv. Der bewährte Nechtsfreund der koalierten Rechtsschutzvereine österreichischer Eisenbahner, Herr Dr. Siegfried H n v s ch (Aussig), als Vertreter des Angeklagten, fragte auch Herrn v. Ott, ob sich die A. T. E. als Privatbeteiligter dem Strafverfahren an-geschlossen habe und er als Vertreter fungiere. Herr v. O t t verneinte und sagte mit Zustimmung des Herrn Staatsanwalts, datz er nur da sei, um Auskünfte zu geben. Herr Tr. Hüb' ch lehnte jede Auskunft seitens des Herrn v. Ott ab und sagte ihm, datz er dann nicht mehr sei, als die anderen Zuhörer. Betreffs notwendiger technischer Auskünfte werde er sich an die Herren Sachverständigen wenden. Trotz dieser nicht mitzzuverstehen-den Zurechtweisung blieb Herr v. O t t an seinem Platz. Ein jeder, der die Verhältnisse auf der A. T. E. kennt, wird wohl beurteilen tonnen, was cs heitzt, als Eisenbahner in einem Gerichtssaal über A. T. E.-Verhältnisse auszusagen, m welchem Herr Oberkontröllor v. O t t mit •cr"[Ll 111 ^Cl Hond sitzt. Ihn dies jedermann begreiflich zu machen, wollen wir einiges, was in jüngster Zeit vor gefallen ist, zitieren. Von der derzeitigen Leitung der A. T. E. wird ein Kurs eingeschlagen, der beim gesamten Personal kein Vertrauen erwecken kann. Lange genug hat das Personal den schönfärberischen Worten des Herrn Generaldirektor v. End eres Glauben geschenkt. Das Bild ist durch Tatsachen verwischt. Unter Herrn v. Enderes wurde es dem Personal verargt, wirkliche Vertrauenspersonen nt den Provisionsfonds zu wählen. Die ausgestellten Kandidaten der Arbeiterschaft wurden mit Entlassung bedroht. Die Direktion stellte eigene Kandidaten aus, hetz dementsprechende Klebezettel 'anfertigen und durch alle Vorstände gleich mit dem Stimmzettel. also offiziell, verteilen. Auch die Bahnmeister mutzten dementsprechend Vorgehen. Auch die Versammlungen betreffs Besprechung wirtschaftlicher Angelegenheiten der Bediensietten werden bespitzelt. Ja, sogar die Bet ichterstattungen der Personalkommissionsmitglieder sind davon nicht ausgenommen. Zeigte sich dies doch erst in der am 18. Dezember 1910 abgehaltenen Versammlung in Teplitz. Nickst genug, das; beinahe von sämtlichen Vorständen der Besuch dieser Versammlung verboten wurde, in allererster Linie gehörte zu diesen gerade der Stationschef in Konto rau (S e m a n n), wurden auch noch Spitzel dorthin entsendet. Zwei höhere Beamte der A. T. E. (sehr wohl bekannt) nahmen auf der durch einen Vorhang vom Versammlungslokal abgespcrrten Bühne Plan, von ivo aus dieselben alles sehen und hören konnten, ohne selbst gest'hen zu werden. War es denn nicht schon genug, datz Bahnmeister H ü b n e r, der auch den Oberbauern den Besuch verbot, an dieser Versammlung teil» nahm? Oder sollte derselbe nur den offiziellen Sündenbock gegen spätere Belohnung abgeben? Auch der weitere Effekt lief? nicht auf sich warten. Gar mancher von den Versammlungsteilnehmern erhielt ein schönes Christkindl in Form von Nückversetznng, Versetzung k., natürlich alles nur aus Dienstesrücksichteu, ja nicht als Strafe. Die meisten der Sprecher hatten hochnotpeinliche Verhöre zu bestehen. Die'e Art von Schikanen sind aber die A. T. ©.-Bediensteten auch von früheren Direktionen her bereits gewohnt — Datz aber die Verfolgung bis in den Gerichtssaal, und zwar anlätzlich eines im Dienste entstandenen Unfalls betrieben wird, ist ein Rekord, den geleistet zu haben der jetzigen Direktion Vorbehalten blieb. Der A. T. E. gebührt für dies die Weltmeisterschaft. Kedem der Teilnehmer an der Verhandlung wurde auch loiinentlar, datz die Zeugen unter diesem Eindruck standen. Man konnte sich ganz einfach nicht darauf besinnen, wenn etwas zur Svrache kam, was einigermaßen als Entlastung gedient hätte. Peinlich berührt hat besonders die zahlreich anwesendest Lokomotivführer das Verhalten Herrn W e i t e n w e b e r, derzeit Heizhausvorstand w Aussig. Bei jeder Gelegenheit spielt er sich als wohlwollende.: Freund des Lotomotivpersonals auf. Ein Urteil über sein Verhalten überlassen wir den Teilnehmern dieser Verhandlung. Auch wollen wir die krassen Widersprüche, die zutage traten, vorläufig unberührt lassen. Besonders auffallend ivar aber das eifrige Konferieren des Herrn v. O t t mit dem Herrn Staatsanwalt. Nicht unerwähnt können wir lassen, daß ein Ausspruch, den Herr v. Q t t bereits vor einem Jahre getan hat, im Gerichtssaal iozusagen richtnngsgebend war. Herr v. Ott hat nämlich im Dezember 1909 die auf den Unfall bezüglichen Protokolle verfaßt und da war seine Meinung dahingehend, das; Lokomotivführer Z a b e vom Zug Nr. 9, als er bei der Distcmzscheibe stand und den Zug Nr. 144 aus Komotau ausfahren sah, angenommen hat, datz jetzt ein Geleise in Komotau frei sein müsse und einfach weitcrgesahren sei, ohne sich um die Distanzscheibe zu bekümmern. (Wirklich sehr geistreich.) War dies vielleicht bei seinem Unfall, den er auf der B. E. B. hatte, ebenso? Erwählten wollen wir nur noch, daß Herr Doktor H ü b s ch in bekannter scharfer Weise zu allen beachtenswerten Momenten Stellung nahm und schließlich den Vertagungsantrag stellte, mit gleichzeitiger Vorladung weiterer Zeugen und Aufnahme eines Lokalaugenscheinbefundes. Diesem Antrag wurde stattgegeben. Damit entfiel das Gutachten des Herrn Sachverständigen, der schon während der Verhandlung öfters zu technischen Fragen Stellung geuommen hatte. Und nun noch einiges über die Sache selbst. Der Direktion muß cs doch am allerbesten bekannt jein, unter welch schwierigen Verhältnissen fiiii der Dienst in Komotau abwickelt. Daß wir vor allem anderen als A. T. E. sozusagen nur hin geborgt sind. Das Regime dort führen zwei Stationschefs, die meist miteinander übers Kreuz sind. Ans zwei Geleisen wickelt sich der ganze Personenzugsvcrtehr ab, und zwar von Prag, von Eger, von Weipert und Aussig, auch entgegengesetzt nach all diesen Richtungen, den ganzen Tag und Nacht werden diese beiden Geleise von den Verschiebungen tangiert. Ebenso verschiebt auch von beiden Seiten die B. E. B. Die Zugseinsahrten sowie die Verschiebungen leiten zweierlei Beamte, und zwar A. T. E. und B. E B. Datz es da öfters vorkommt,- datz dann die Rechte nicht weiß, was die Linke tut, ist bei dem hoch-fahrenden Standpunkt, den die Beamten größtenteils entnehmen, selbstverständlich. So kommt es ja des öfteren vor, datz ein Signal von dem einen Beamten gestellt wird, von dem anderen wieder kontra, ohne daß es der erste weiß. Und zu allem dem noch schlecht funktionierende Signale, die schon längst in die Rumpelkammer gehören. Speziell bei der A. T. E. noch dazu, gelinde gesagt, ein ausgesprochener Sparsam der es nicht einmal zulätzt, daß bei so regem Verkehr auch genügende Aufsichtsorgane angestellt werden. Hat doch die B. E. B. außer den Per-schubsleitern. Verschiebern und Wächtern noch sechs Platzmeister (Unterbeamte) angestellt, welche sowohl die Verschiebungen. als auch die Zugseinfahrten zu überwachen und zu regeln haben. Bei der A. T. E. fehlen diese Platzmeister gänzlich und besorgen diese Arbeiten der Wächter und der Verschubsaussehec mit. Ebenso das gänzliche Fehlen eines Kontrollklingelwerkes bei dem der Scheibe zunächst postierten Wächter Nr. 63, so datz es wirklich ein wahres Wunder ist, datz dort bei der sehr frequenten Stratzenübersetzung nicht mehr vorkommt, da dieser Wächter bei gestörter Fernsicht, Nebel :c. nicht einmal weiß, ob die Sckeibe aus Frei oder Halt sieht, ergo dessen auch nur nach Mutmatzungen den Schranken schließt. DieS Klingelwerk allein hätte den damaligen Unfall schon verhütet. Eine sehr fruchtbringende Tätigkeit könnte hier Herr v. O t t dadurch entfallen, datz er den Staatsanwalt über all dies aufklärt. Dann würde auch ein anderer auf der Anklagebank sitzen, nicht immer ein armer Teufel von Bediensteten. Und dann der Geist, von dem die größte Anzahl der Beamten beseelt ist. Als Schoßkinder der Direktion nur ja nicht nach oben anstößig werden. Lieber unter den miserabelsten Umständen fortwnrsteln, lieber ein Unglück verschulden, als bekauntgeben, datz es unmöglich ist, de» Dienst mit so wenig Personal, mit so schlechten Einrichtungen zu versehen. Ein Unglück läßt sich leicht auf einen anderen überwälzen. Eine Beschwerde aber im obigen Sinn würde den Schein der Unfähigkeit des betreffenden Beamten erwecken, er wäre kein schneidiger Herr mehr. Wäre Herr Wawra aufrichtig, so müßte er sagen, daß er seinen Verpflichtungen auch nicht annähernd Nachkommen kann. Leichter und lieber nach oben ist es ja freilich, einen armen, kranken Teufel hineinzureiten. Die Belohnung wird ja nicht ausbleiben, hat sie ja auch bei einem anderen schon eingesetzt. Auch das Gegenteil ist schon vorhanden. Vorläufig wollen wir nur noch erwähnen .daß dem Lokomotivführer Zabe, der seit über einem Jahre suspendiert, nur den halben Gehalt bezieht, am 1. Jänner 1010 nicht regulativmätzig für drei Monate, sondern bloß für einen Monat Quartiergeld ausbezahlt wurde. Dies dokumentiert so recht die Noblesse der A. T. E. Den Eisenbahnern ohne Unterschied möge es aber ein Fingerzeig sein, wohin dieselben gehören. Nicht als deutsche Arbeiter, Knechte einer deutschen Unternehmung 3» _ sein, sondern hinein in die Organisation, um dort seine Mannesrechte zu erkämpfen, mutz die Losung jedes ehrlichen und aufrichtigen Eisenbahners-sein. Inland. Nationale Wutausbrüche. Die Rcichsbundkoalition ist über die Enthüllung ihres Schwindels, mit dem die in diesen Sondervereinchen stehenden Bediensteten genarrt wurden, vollends wahnsinnig geworden. In einem solchen Anfall findet es just der „Deutsche Eisenbahner" gut, uns in seiner Folgen in bekannter nationaler Gassen-bubennlamer anzurempeln. Da es aber kein sachliches Argument gibt, datz unserer Behauptung, die Bediensteten seien von den R e i ch s b ü n d l e r n lediglich dazu m i s; b r a II ch t w o r d e n. um den Beamten die Automatik erstreben zu helfen, entgegengehalten werden könnte, so begnügt sich der „Deutsche Eisenbahner" mit der demagogischen Phrase- „daß die Eisenbahner Not leiden, während die Führer im persönlichen Wohlleben ersticken". Eine solche Gemeinheit, die an die niedrigsten Instinkte appelliert, wird den Herren diesmal aber nicht aus ihrer peinlicuen Situation heraushelfen. Was das „Persönliche Wohlleben der sozialdemokratischen Eisen» bahnerführer" anbelangt, so weiß heute längst jedermann, datz deren Einkünfte, die sie für eine Arbeit beziehen. die jedenfalls mehr erfordert, als nationale Phrasen dresche'-, noch immer weit hinter den Einkünften der in ähnlichen Stellungen tätigen Beamten im bürgerlichen Lager zurückstehen. Und B e st e ch u n g s g e I d e r, die die nationalen Führer erwiesenermaßen von den Unternehmern beziehen, stehen bekanntlich den Sozialdemokraten auch nicht zur Verfügung. Auch könnte es nicht schaden, wenn sich der „Deutsche Eisenbahner", ehe er sich zu solchen Lausbübereien entschließt, daran erinnern würde, datz gerade Herrn E r t l von seinen eigenen Parteigenossen vorgeworfen wurde, datz er reiner materieller Vorteil» wegen die Geschäfte des „Reichsbundes" führe. Es ist also nicht gerade ratsam, im Hause des Gehenkten vom Strick zu reden. Auch mit der Konstatierung, datz „die Eisenbahner Not leiden", sollte sich der „Deutsche Eisenbahner" eher an seine nationalen Abgeordneten wenden, die erfahrungsgemätz noch alle i m Interesse der Eisenbahner gestellten A »träge uied c r st i m m t e n und so für den Weiterbestand der Not sorgten. Putzig macht es sich aber wenn der „Deutsche Eisenbahner" fragt, ob jetzt die Gewerkschaft den Eisenbahnern zu einer Quatiergelderhöhung verhelfen werde. Ja, haben wir eine Onartiergelderhöbung versprochen? Daß sich, wie der „Deutsche Eisenbahner" schreibt, der Reichsbund für „eine Ouartiergclderhöhung e i n g e s c 1; t habe", macht ihm sicherlich niemand zum Vorwurf. Im Gegenteil, hat das die Gewerkschaft schon viel früher getan. Aber datz den Bediensteten das Versprechen gemacht wurde, es werde diese Forderung erfüllt werden, wenn gleichzeitig damit das Verlangen nach der Automatik der Beamten verknüpft werde, das war die absichtliche Irreführung, die für jedermann klar ist, der beobachtet, wie schnell über allen Wipfeln Ruhe war, als die Beamten ihre Forderung im trockenen hatten. Die Demagogie liegt eben darin, datz man einer ganzen Kategorie ein positives Versprechen macht, von dem man aus der Erfahrung weitz, das; für eine momentane Erfüllung keine Aussicht ist. Wir begreifen ja, das; dem „Reichsbund" die Geschichte jetzt unangenehm ist. Aber datz er jetzt schimpft wie ein altes Waschweib, das zeigt immer besser, wie sehr wir mit unseren Behauptungen im Rechte sind! Statt Eisenbahnen Kriegsschiffe. Im Eisenbahn» ausschutz wurde dem Eisenbahnminister arg zugesetzt. Besonders Abgeordneter Genosse F r e u n d l i ch hob her vor, cs könne nicht aiigehen, datz man auf der einen Seite ungeheure Summen für Heeres- und Marinezwecke ausgebe, die produktiven und notwendigen Zwecke aber drossele. Tie Folge davon müsse eine Stagniernng unserer ganzen Volkswirtschaft sein, die selbstverständlich auch in der Steuerkraft zum Ausdruck kommen werde. ES scheint, datz die Regierung und der Finanzminister ein anderes Gewissen haben, wenn es sich um sogenannte. Staotsnotwendigkeiten; und ein anderes, wenn es sich um wirkliche Volksnotwendigkeiten handelt. Es dürfte weder de: Ausschutz noch das Parlament zugeben, das; auf der einen Seite alle Volksnotwenöigkeiten hier auf ein Neben» gefetje geschoben werden und das; der Maschinismus des ganzen Parlamentarismus in Oesterreich nur für den Militarismus arbeite. Abgeordneter Dr. Kolischer (polnischer Demokrat) führt aus: Seit Jahren wird die österreichische Volkswirtschaft insbesondere auf dem Gebiete der Entwicklung des Eisenbahnwesens vollkommen gedrosselt. Die Regierungsvorlage über die Lokalbahnen wurde zurückgezogen, eine neue nicht überreicht. Wenn es eine StaatSuotwendigkeit ist, die militärischen Kräfte des Staates auszugestalten, so ist es nicht nur eine volkswirtschaftliche, sondern auch eine Staatsnotwendigkeit, die Quellen des Erwerbes nicht versiegen zu lassen, sondern neue Erwerbs- und Einkommensquellen für die Volkswirtschaft zu schaffen. Deshalb sei es ganz unmöglich, in diesem Belang noch länger zu warten. Eisenbahnminister Dr Glombinski bemerkt, er könne nur wiederholen, ivas er schon einmal erklärt habe, daß es sein sehnlichster Wunsch sei, eine Lokalbahnvorlage in dem Umfang, ivie sie die Parteien einigermaßen zufriedenstellen könnte, dem Hause zu unterbreiten. Das arme Oesterreich! In der Generalversammlung des Gewerbevereines in Wien hielt Professor Doktor Kobatsch eilten Vortrag über die finanzielle lt n d w i r t s ch af t l i cheB e d e u t u n g der R ü st u n g c n, der besonders wegen der beigebrachten statistischen Daten eine kurze Wiedergabe verdient. Tie Kosten des bewaffneten Friede n s von Europa veranschlagt der Redner auf 18 Milliarden jährlich, wovon auf direkte Rüstungsauslagen 7 Milliarden entfallen. Wenn man das Durchschnittseinkommen einer fünfköpfigen Familie mit 1200 Mk. berechne, habe sie d a b e i 2 2 5 M k. d u r ch s ch n i t t l i ch an Militärlasten zu tragen. Dabcü steigt das Kriegsbudget aller Staaten in raschem Tempo uni Oesterrei ch -Ungar n spaziert mit an der Spitz c. Im europäischen Durchschnitt haben die Staatsausgaben von 1883 bis 1908 um 101 Prozent zugenom-men, in Oesterreich dagegen von 1888 bis 1908 um 1391, die A u s g a b e n für Landesverteidigung aber um 2 8 9-3 Prozent. Die auf den Einwohner entfallende Quote betrug im europäischen Durchschnitt 1888 55, im Jahre 1908 86-6 Franken, in Oesterreich in den entsprechenden Jahren 50 und 91 4, in Ungarn 45 6 und 89 Franken. Im Jahre 1901 betrugen die Aufwendungen Oesterreich-Ungarns für Heer und Flotte 358-96 Millionen Kronen, 1908 waren sie auf 515-09 und 1909 aus 659-6 Millionen Kronen, also in einem Zeitraum von neun Jahren um 81-1 Prozent gestiegen. Wir haben's ja! Zwar nicht für Eisenbahnen, Schulen, Altersversorgung, Lungenheilstätten — aber für Schlachtschiffe! Schrecklich! Dem deutschen Volke in Oesterreich droht fürchterliches Unheil. Aber glücklicherweise nimmt Herr Seidl in Troppau nicht umsonst das Geld von den Fabrikanten. Er steht dafür als getreuer Eckehart auf der deutschen Hochwacht und hat rechtzeitig die Gefahr entdeckt. Und so läßt er in seinem Blatte folgende War-, nung an das deutsche Volk ergehen: „Der ArbeitSininister Marek (bekanntlich ein Tscheche) verfügte in der ersten Zeit seiner Tätigkeit als Minister den Ankauf von mehreren Schreibmaschinen mit tschechischen Lettern für den Amtsgebrauch im Ministerium. Diese Verfügung laßt über die Absichten des Ministers feinen Zweifel." Von beit Schreibmaschinen mit tschechischen Lettern kommt diesmal die nationale Gefahr. Also sind die Schreibmaschine» ein Politikum. Solche Sorgen versteht man hierzulande unter nationaler Politik und die Kauswürste, die solche Kindereien vertreten) sind die „nationalen Vetter"! Differenzen bei der Ilkbernnhme der Stnnteciftn-bahngesellschaft. Der „Bohemia" wird aus Wien berichtet: Wie wir aus gut unterrichteten Kreisen erfahren, sind die Abrechuuugsdisserenzeu Mische» der Staats-eiseubahugesellschast und der Regierung viel bedeutender und weit ernsterer Natur, als »ach deu seinerzeitigen amtlichen Dementis hatte angenommen werde» solle». Es handelt sich zunächst um eine Meinungsverschiedenheit in der Frage des 18 Millioueu-Auleheus der Staats-eisenbahngesellschast. Es ist strittig, ob der Erlös dieser von der StaatSeisenbahugesellschast im Jahre 1908 begebenen Anleihe dem Staate oder der Gesellschaft zufällt. Abgesehen davon bestehe» noch mehrere Differenzen van ziemlich bedeutendem Umfang. Nunmehr hat das Finanzministerium Veranlassung genommen, sich mit dieser Angelegenheit zu beschäftige», und es si»d darüber gegenwärtig zwischen dein Eisenbahnministerium uud dein Finanzininisterinin Verhandlungen im Zuge. Man wird hoffentlich de» Eise»bah»»ii»ister über diese höchst bedenkliche Sache bald zmn Reden bringen. Die Gn«stlings»oirtschast bei der k. k. Rvrdwrst bahndirektio». Die Abgeordnete» M ii Ile r, Dr. Ellenbogen und Genossen haben int Parlament an den Eifenbahnminiiter folgende Interpellation gerichtet: Seit der Verstaatlichung der Oe. 9i. 98.' 53. wurden des öfteren in Pcrsainmlnngeii und in der Fachpresse Klagen erhoben, daß unter der jetzigen Leitung das Protektionswesen blüht, insbesondere wenn cs sich um Angehörige einer bestimmten politischen Partei handelt. WaS in der letzten Zeit auf diesem Gebiete verbrochen wurde, sotten nachstehende Fälle zeige», die in der gesamten Beamtenschaft begreifliche Aufregung hevorrnfen: » J. Während mau das Gros der Beamtenschaft bezüglich der Vorrückung und normalen Beförderung unter den unmöglichsten und unlogischesten Borwänden gegenüber den übrigen Staatsbahnbeamten schädigt und zurücksetzt, ltni nur bagatell-mäßige Beträge zu ersparen, nimmt man anderseits keinen ' Anstand, in der Form von Beförderungen und ciutzertourlichen Vorrückungen sehr bedeutende Summen Beamten zuzuwenden, die für diese Art der Bevorzugung feine anderen Gründe geltend machen können, als alle übrigen im gleichen und mitunter noch-Höherem Matze arbeitenden Beamten. Zu diesen ausgesprochenen, auf Kosten der übrigen Beamtenschaft avancierenden Günstlingen vorläufig nicht zu nennenden Protektoren gehören in allererster Linie der Personalreferent der k. f. Rordwestbayndirektion und der Vorstand-siellvertreter der Abteilung für den Verkehrsdienst. Der Werdegang dieser beiden Beamten, Vom 1. Jänner 1902 ab verfolgt, stellt sich folgend dar: Der Herr Personalreferent erhielt am 1. Jänner 1902 deu Gehalt von 2600 Kr., rückte daraufhin tourlich am 1. Jänner 1005 in die Gehaltsstufe von 2880 Kr. vor, erhielt infolge der nm 1. Oktober 1907 eingetretenen Gehaltsregulierung bei der ehemaligen k. k. privilegierten Oe. R. W. B. den Gehalt von 8200 Kr. und avancierte, nachdem er unter weiser 'Bedacht-nähme auf seine Person der Direktion die Konzession abge-rungen hatte, daß alle vor dem 1. Jänner 189G definitiv gewordenen Beamten eine zweijährige Kürzung der normalen Vorrückungsverhältnisse erhalten sollen, schon nm 1. Jänner in die Gehaltsstufe von 4400 Kr., erhielt also statt des chm rechtlich zukommenden Avancements von 400 Kr., ein Geschenk nuf Lebenszeit im jährlichen Betrage von 1200 Kr. Dessenungeachtet wurde der Genannte schon am 1. Jänner 1909 in die Gehaltsstufe von 4800 Kr., also zum wirklichen Inspektor befördert, und weil er in Anbetracht seiner wenig bekannte» Verdienste damit noch nicht zufrieden war, am 1. Jänner 1910 mit dem Titel eines Oberinspektors ausgezeichnet. Im weiteren Perfolge dieser exorbitanten Pro-tektionsgeschichle wurde genannter Herr nm 30. Dezember, also noch vor Abschluß der damals noch in Schwebe befindlichen Einreihungsverhandlungen, zum wirklichen Oberinspektor mir einem Jahresgehalt von 0400 Kr. ernannt. Die Summe, um welche der Herr Oberinspektor in neun Jahren vorrückte, beträgt ohne die iii Betracht kommenden Nebengebühren 3800 Kronen, bedeutet somit eine Gehaltsstufe, die ein Beamter normal erst iii 2:3 Jahren zu erreichen pflegt. Bezüglich des Porstandstellvcrtreters der 'Abteilung für Verkehr verhält sich die Sache nicht viel besser. Wcimmitce Inspektor, der nm 1. Jänner 1902 zum Offizial mit 2600 Kr. Jahresgehalt ernannt wurde, rückte am 1. Jänner 1904 auf 2*80 Kr. vor. Die Interpellanten fragen schließlich, ob dem Herrn Eisenbahuminister eine derartige Vorgangsweise bekannt sei und was er zn tun gedenke, um derartige Vorkommnisse für die Zukunft hintanzuhalteu. ,,..... i. _ ijü.ii i ..._u Rnvland. Der Bau des Panamakanals, welcher nun schon nahezu sieben Jahre dauert und zu Beginn des Jahres 1915 vollendet sein wird, erfordert nach der neuesten Schätzung den Betrag von insgesamt 1872 Millionen Kronen. Diese Summe stellt eine gewaltige Ueberschrei« tung des Voranschlages dar. Der Kanal, welcher ursprünglich die Aushebung von rund 100 Millionen Kubikmeter Erdreich notwendig machen sollte, erfordert »ach den gegenwärtig geänderten Plänen eine Aushebung von über 170 Millionen Kubikmeter»! davon umreit bis zum Ende des Jahres 100!) etwa 90 Millionen Kubikmeter ausgebobe». Natürlich ist bei de», Ban des Kanals eine ganze Armee von Arbeitern beschäftigt, und zwar befinde» sich darunter nach ihrer Nalious- oder Rassenzugehörigkeit ‘>000 Amerikaner, 5000 Europäer (hauptsächlich Spanier) und 28.000 Westindier, also britische Untertanen. Tie Staatvbahnrn Australiens im Jahre 1910. Die Eisenbahnen des australische» Staates Viktoria brachten für das Jahr 1910 einen Ueberschuh von 155.000 Pfund Sterling gegen 235.000 im vorhergehenden Jahr: Obgleich sich daher gegenüber 1909 eine anscheinende Verminderung des Reingewinnes ergab, so ist das finanzielle Ergebnis dcunoch ein günstiges, weil nämlich im Berichtsjahr Zuwendungen im Betrag von 170.000 Pfund Sterling zur Ergänzung deS Fahr-Materials und von 75.000 Pfund Sterling zum Unfall-.Versicherungsfonds gemacht Mirden, diese Ausftaben aber unter den Betriebsauslagen ausgewiesen werden. Die Schienenlänge der Viktoria-Eisenbahnen betrug 3491 Meilen, die Zahl der beförderten Passagiere belief sich auf 85,280.235, der Gütertransport auf 4,468.440 Tonnen. — Ein relativ noch besseres Ergebnis hatten die Westaustralijchen Eisenbahnen. Die Einnahmen der-selben betrugen im Berichtsjahr 1,037.334 Pfund Sterling, die Ausgaben für den Betrieb 1,090.908 Pfund Sterling, der reine Ueberschuß aber 153.111 Pfund Sterling. Die Zahl der Reisenden belief sich anf 13,171.207, der Gütertransport auf 15,644.264 Tonnen', die Schienenlänge der Bahnen betrug hingegen 2144 Meilen. Die rapide Entwicklung der von diesen Bahnen befahrenen Distrikte erfordern für das kommende Jahr eine Ergänzung des Fahrinaierials um 60 Lokomotiven und 1475 Waggons rc., was einen Kostenaufwand von 650.000 Pfund Sterling zur Folge hat. Außerdem sind für die nächste Zeit allein rund 425.000 Pfund Sterling für die Verbesserung von Bahuhossanlagen it. s. w. erforderlich. Während im Berichtsjahr die Neuanlage von 119 Meilen Schienenlänge ihrer Vollendung entgegeugiug, sind 162 Meilen noch im Bau begriffen: für die Inangriffnahme neuer Bahnbauten im Ausmaß von 182 Meilen Schienenlänge wurde vom Parlament kürzlich die Bewilligung erteilt. Ein schweres Eiscndahnnnglück in Frankreich. Ein von Paris nach Brest abgehender Expreßzug stieß in der Station Eourville mit einem Güterzug zusammen. Tic beiden Züge verbrannten vollständig bis auf den Speisewagen des Exprcßzuges. Bisher wurde n z e h n T o t e g e b o r g e u. D i e Z a h l d e r V e r w n n-deten ist sehr groß. Das Eisenbahnunglück ereignete sich, als ein Güterzug, um ausznweichen, quer über das Hauplgeletse fuhr. In diesem Augenblick fuhr damit 8 0 Kilo nt cter Geschwindigkeit in der Stunde dahinrasende Schnellzug dem Lastenzug in die Flanke, während eilt dritter im selben Moment i it die beiden anderen hinei n-f n h r. Nur die Maschine des dritten Zuges wurde zur Seite geworfen. Kein Reisender dieses Zuges wurde verletzt. Der Schnellzug jedoch wurde hart in i t g e it o tu m c n. Mehrere Waggons, namentlich der Speisewagen, gingen in Trümmer und f i n g e n F e u e r. 19 Reisende, die sich im Speisewagen aufhielten, konnten sich retten, ohne Verletzungen davongetragen zu haben. Der Direktor der Staatseisenbahneu erklärte, die Verantwortung für die Katastrophe treffe den M a-scbi nisten des in den Lastenzug hineingefahrenen Schnellzuges, da er die Signale nicht beachtet habe sowie den S t a t i o n s ch e f von Eourville, der den Lastenzug zur Zeit der Durchfahrt des Schnellzuges hatte verschieben lassen. Der Maschinist erklärte dem Staatsanwalt, der infolge des herrschenden Windes niedergeschlagene Rauch habe ihn gehindert, die Signalscheibe zn sehen. Nus dem Gerichtssaal. Gewissenlose Bahnärztc. Die Diagnosen der Bahnärzte erfreuen sich im allgemeinen bei den Bediensteten keines allzu hohe» Ansehens. Das rührt daher, daß sie in viele» Fälle» mehr den Bedürfnissen der Anstalt als denen der Bediensteten zu entsprechet, suchen. Einen charakteristischen Beleg dafür bildet der solgende Prozeß, den ein Bahnbediensteter, der Magazinsdiener Leopold Wall o, durch den Advokaten Doktor Wilhelm Wantuch gegen die österreichischen Staatsbahneu in Wie» auf Zahlung seiner Bezüge zu führen gezwungen war. Wallo war auf Grund eines Pureres des Bahnarztes Dr. E p-st c i u am 11. Jänner 1910 in den Krankenstand aufgenommen worden. Am 17. Februar 1910 überreichte er ein Gesuch um Zuteilung zu einem leichteren Dienst. Er ließ sich dabei auf dem Gesuch vom Babnarzt bestätigen, daß er an chronischem Magenfatarrh und Schwäche der Bauchmuskeln leide. Am 2."i. Februar 1910 untersuchte ihn Saiiilätskoiisulent Doktor R ennt r und erklärte, keine „objektiven Krankheitserscheinungen" zu finden. Mit Rücksicht aus dieses Parere wurde Wallo als „gebessert und dienstfähig" erklärt und zum Dienstantritt aufgefordert. Am 11. März 1910 ließ er sich im Rudolfsspital untersuchen. Am 12. Mürz kam er zum Bahnbetriebsamt und' meldete, daß er sich frank fühle und große Schmerzen im Bauch habe. Mit Rücksicht hierauf wurde er im Krankenstand fortgeführt und am 14. März neuerlich vom Bahnarzt Dr. Epstein untersucht. Dieser meldete in seinem Parere, daß Wallo über heftige Schmerzen im Magen und im Unterleib klage und bei seiner psychischen Beschaffenheit eine andauernde Dienstleistung von ihm nicht zu erwarten sei. Am 18. März untersuchte Dr. Renner Wallo. Sein Gutachten stellte in objektiver Hinsicht fest, daß Wallo „blühend" aussebe und daß ihn der Arzt für dienstfähig, jedoch nicht für dienstwillig halte. Infolge Auftrages der Staatsbahudircktion, Wallo z u nt sofortigen Dienstantritt aufzufordern und vom Kranke n stand abzuschreibe it, berichtete das BcchnbetriebSamt, Wallo habe auf die Aufforderung zum Dienstantritt sich neuerlich als krank und dienstunfähig gemeldet und ein Schreiben des Dozenten am Franz Josef-Aiubulatorium Dr. Pitteles überreicht, in dem mitgeteilt wird, daß Wallo an einem Bauchfellexsuldat leide, und worin ihm ein Landaufenthalt in Verbindung mit einer Schmrerkur empfohlen wird. Wallo wurde dann noch einmal von dem Aachfolger des Dr. Renner, dem Sanitätskonsulenten der Staatsbahneu Dr. Födisch, untersucht. Dieser .Herr fand bei der Untersuchung, daß Wallo dienstfähig fei. Hierauf wurde er neuerdings zum Dienstantritt aufgcfordert. Wallo kam aber der Aufforderung nicht nach, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil er ihr nicht nachkommen konnte, und begab sich ins Allgemeine Krankenhaus, wo er vom 11. bis zum 29. April 1910 verblieb. Da ihn Dr. Födisch für dienstfähig erklärte, wurden Wallo die Bezüge gesperrt und gegen ihn die „Disziplinarnntersuchung" eingeleitet. Bei der Disziplinarverhandluug wies Wallo einen Entlassungsschein des Allgemeinen Krankenhauses vor, aus dessen Rückseite die Diagnose „Bauchtumor" steht. DaS Gericht gab der Klage statt uud verurteilte die Staatsbahndirektio» oder das Aerar zur Zahlung von 684 Kr. an de» Kläger. In den Gründen erklärte das Gericht, daß es aus Grund des Sachverständigengutachtens des Dr. v. F r i sch zu der Ueberzeugttng gelangte, daß der Kläger tatsächlich wahrend des ganzen Jahres zur Verrichtung seines Dienstes untauglich gewesen sei. Dieses Gutachten erhalte eine entschiedene Unterstützung durch die Zeugenaussagen der Doktoren Epstein und Pineles, während Sanitätskonsulent Dr. Födisch, der den Kläger zur Zeit der Sperrung seiner Bezüge als diensttauglich bezeichnetc, zugab, daß bei ein-gehender»-? Untersuchung mH komplizierte. ren Untersuch u n g s ro ct Ti o d e rt euch er mög-, licherweise die objektive Bestätigung für die subjektiven Beschwerden des KIä_gers gefunden hätte. Damit stimme die Angabe, des Sachverständigen Überein, daß nicht ausgeschlossen sei, daß bei bloß ambulatorischer Behandlung die Shmptome des Leitzeus, die möglicherweise ungleichmäßig entwickelt waren, sich der Wahrnehmung entzogen. Es lagen jedoch damals bereits die Befunde des Dr. Epstein und des Privatdozen-t e n D r. P i ii e l e s sowie die Vermutungsdiagnose der Klinik Noorden vor, die das Sanitätsorgan der Staatsbahudirek-tioii hätten veranlassen müssen, den Angestellten entgehen* der z u untersuchen. Dic Verantwortung des Eisenbahners. Gegen den Kondukteur V. ist die Anklage wegen der Uebertretung des § 432 St.«G. erhoben worden, weil er am 1. Dezember 1910 bei der Rangierung des von ihm von Bitin uach Auperschin zu führenden Lokalzuges sich im Wechsel vergriffen hatte, wodurch es geschah, das; eine Partie Wagen auf das Heizhausgeleise geriet, durch das vordere offene Tor in das Heizhaus lief, dork-selbst das hintere Tor des Heizhauses teilweise hinausdrückte und hierbei einen Heizhansbedienstete» verletzte, weicher einige Zeit arbeitsnnsähig war. . ’ Bei der am 3. Februar 1911 vor dem k. k. Bezirksgericht Biliit abgeführten Verhandlung, bei welcher der Angeklagte durch den Auffiger Advokaten Dr. Hübsch vertreten war. wurde zur Entschuldigung von der Verteidigung vorgebrachl, daß bei der damalige» Rangierung alles in Hast und Eile gemacht werden mußte, weil das Brutto von der Berschubreserve um eine halbe Stunde zu spät beigestellt worden war: daß zur Rangierung statt der vorschriftsmäßigen Zahl von fünf Leuten nur drei Leute zur Verfügung standen, fo das; V. die Verschiebung nicht leiten konnte, sondern selbst ein- und auShängen. die Bremse bedteimt und die Wechsel stellen mußte, daß die Lokomotive nur für ganz kurze Zeit zur Verfügung stand, weil infolge der damals herrschenden Temperatur dieselbe an die Garnitur mindestens 20 Minuten vor der Abfahrt angeschoben werden mußte, um die Vorheizung des ZugeS vorzunehmen, daß als der Angeklagte merkte, die Garnitur sei infolge falscher Wechselstellung auf das Heizhausgeleise geraten, er sofort der Gruppe nachgeeilt, sich auf den BremSwagen geschwungen und gebremst habe, jedoch erfolglos, weil sich die Wagen trotz Stillstandes der Achsen noch eine Strecke weit wegen des schleisrigen Wetters sortbewegten; daß an der fraglichen Stelle eine Wechsetgruppe von fünf Wechseln parallel stehe, von denen keiner mit einem Wechfelkörper versehen fei, so baß cs in der Eile leicht möglich sei, sich zu vergreisen; daß aus den hier in Betracht kommenden fünf Geleisen kein Personenverkehr herrsche, so daß eine Gefährdung der persönlichen Sicherheit nicht voranszusehen war; daß endlich der Angeklagte den eingetretenen Zwischenfall nicht verantworten körnte, weil er nicht voraussehen konnte, daß der Heizhaus, Bedienstete der Wechsetgruppe entgegengchen werde, um da# rückwärtige Tor des Heizhauses zu öffnen zwecks Vermeidung der Beschädigung desselben: daß nach dieser Sachlage nur eine Sachbeschädigung voranszusehen war, cirtc solche aber nach 8 432 St.-G. nicht zu ahnden sei. Tiefen Ausführungen des Verteidigers Dr. H üb s ch schloß sich dcr Richter an und ging gegen G. einem mit Freispruch vor. Dic Bedeutung des Rotgcfignal«. Konrad P. hatte als Partieführer einen Bahnwagen vom Posten 31 zum Posten 32 Bär n-Dittersdorf zu befördern. Vor dem Passieren des Zuges 1513 hob er den Bahnwagen aus. Nun hatte dieser Wagen eilt Folgesignal. Da Konrad P. in seinem Passierschein als den nächsten unregelmäßig verkehrenden Zug den Nr. 1575 eingetragen hatte, dessen Ausfahrt normalmäßig erst ttt 1 ‘/o Stunden erfolgt wäre, so bezog er das Folge'ignal auf diesen Zug, warf den Wagen ein und fuhr zum nächsten Posten. In einigen Minuten daraus brauste eine Lokomotive herein, die ohne jede Verständigung des Konrad P. eingcschobcn wurde und zertrümmerte den Bahrt -wagen. Konrad P. wurde vom Bezirksgericht Sternberg verurteilt mit der Begründung, daß cs feilte Pflicht gewesen war, auf ein Folgesignal den Bahnwagen sofort aus dem Geleise zu heben, lieber die durch Dr. Ambros eingebrachte Berufung sprach das Kreisgericht Olmiitz den Angeklagten frei unter Hinweis darauf, daß gemäß Instruktionen der Bahnwagen wohl 15 Minuten vor dein nächst zu erwartenden Züge auszuheben ist, daß aber nirgends eine positive Vorschrift gebietet, dtes sofort nach einem Folgesignal zu tun, um so mehr, als Konrad P. in seinem Passierschein als den nächsten Zug wirklich den Zug 1575 eingetragen hatte, dcr erst in l'A Stunden eventuell verkehrt hätte und überhaupt einem Verschieber nicht aufgetragen werden darf. Instruktionen einer kritischen Interpretation zu unterziehen. Ein Berfchnbunfalt am Westbahnhof. Rudolf B r eher. Verschieber der k. k. Staatsbahneu, war am 28. Dezember 1910 vor dem Bezirksgericht Fünshaus wegen Uebertretung nach § 432 St.-G. angeklagt. Die Anklage legte ihm zur Last, durch unvorsichtiges Manipulieren bei einer Ver|chtebuiig, die am 10. Oktober 1910 am Wiener Westbahnhof vorgenommen wurde, eilten Zusammenstoß zweier Garnituren herbeigeführt zu haben, bei welchem Zusammenstoß cm Popcdicnstclc.t verletzt wurde. . ., r v . ... Am genannten Tag mar am We,tvahnhof unter Leitung des Oberverschiebcrs K rqmpIer ' eine Zugsgarnitur im Verschieben begriffen, für welche die Weiche auf Geleise VIf. eingestellt war. Inzwischen verschob Rudolf Breher mit einer anderen Garnitur; bei welcher Verschiebung Breher die. gleiche Weiche benützen mußte. Da diese Weiche für ihn nicht gestellt war, und der Weichenwärter nicht zur Stelle war. stellte Breher die Weiche für seine Verschiebung um. ohne sie. nach Passicruug in ihre Lage zurückzubringen. Kurz darauf Pas. sierte die Garnitur, deren Verschiebung Oberverschieber Krempler leitete, die gleiche Weiche, und es erfolgte nun ein Zusammenstoß beider Garnituren, bei welchem ein Post-bcdiensteter verletzt wurde. Die Anklage legte nun Breher zur Last, daß er noch Passicruug des Wechsels die Weiche nicht wieder in die frühere Stellung zurückgebracht habe, wodurch eben der Unfall her* borgerufen wurde. Bei der vor dem Bezirksgericht Fünfhaus geführten Hauptverhandlung stellte der Verteidiger des Angeklagten Dr. Anton Braß unter Beweis, baß Breher nicht verpflichtet gewesen sei. nach Passicruug die Weiche wieder zurückzustellen, da diese Vorschrift nur für Weichen gelte, die in Normalstellung bleiben müssen, wozu die fragliche Weiche nicht gehört. Bei der Verhandlung deponierte Bahtiafsistcut L u r, dessen Ladung der Verteidiger beantragte, daß die fragliche Weiche tatsächlich zu deu Weichen, für welche Norntalwctchen vorgefchriebcu sei, nicht gehöre. Der Sachverständige Ober-itigcnteur Dr. Kraus erklärte über Befragen des Doktor Braß ausdrücklich, er könne vom Eisenbahnstandpunkt aus in dem Vorgehen Breyers ein Verschulde» nicht erblicken, und stimmte dem Verteidiger bei, datz Breher zur Ruckstellung der Weiche nicht verpflichtet war. Infolgedessen wurde Breyer ge. mäfe dem Anträge des Verteidigers von der erhobenen An-klage freigesprochen. Beriet»,ng durch ein KMciistiick. (Schiedsgericht.) Josef Göttlicher hat am 10. Februar 1909 in der Station Mahrisch-Schönberg einen Unfall erlitten, indem ein obfliegendes schweres Kohlenstück ihm eine schwere Verletzung an der Stirne über den Augen zusührte. Herr Göttlicher trat uach 14 Tagen den Dienst wieder an, worauf die fieruj^genoß'cnfchaftlichc Unfallversicherung^, cmstalt jegliche Entschädigung ablehntc, mit der Begründung, baß Folgen des Unfalles nicht verbanden seien. Gegen diesen Bescheid brachte Herr Göttlicher durch Herrn Dr. Anton Braß Klage beim Schiedsgericht der berufsgenossenschaft-lichen Unfallversicherungsanftalt ein. Bei der am 3. Oktober 1910 unter dem Vorsitz das OberlandcsgerichtsrateS Dr. Cap durchgsführten Verhandlung, gab der Sachverständige Herr Professor Dr. K ö n i g st ü i n sein Gutachten dahin ab, daß bcr_ Kläger mit einem Augenbefett behaftet sei, der mit dem Unfall nicht tut Zusammenhang stehe. Der zweite. Sachverständige, Herr Dozent Dr. Bischof, konstatierte bei dem Kläger das Vorhandensein nervöser Erscheinungen sowie eine gewisse Empfindlichkeit der Gesichts-Partien und räumte über Befragen des klägerischen Vertreters die Möglichkeit des Zusammenhanges dieser Erscheinungen mit dem Unfall ein, die beim Kläger eine Einbuße von etwa V Prozent an Erwerbsfähigkeit hervorrufen. Der klägerischa Vertreter stellte sodann den Antrag, dem Kläger eine Rente von 10 Prozent zuzuerkennen. In Gemäßheit dieses Antrages verurteilte das Schiedsgericht die beklagte Anstalt, dem Kläger eine Nachzahlung von 130 Kr. und sodann eine lOprozentige Rente monatlicher 7 Kr. zu bezahlen. Streiflichter. „Tie Eisenbahn ist ein kaufmännische« Unternehmen ..." So erklärte in seinem Antrittszirkular der neue Eisenbahnminister Herr Dr. Glombinski. So wenig Formalitäten und BureaukratismuS, wie nur möglich, alles soll vereinfacht und nur dem Vorteil der Allgemeinheit angepatzt werden. Wie schaut es nun in der Praxis aus? Wie werden die Worte des allpolnischcn Nationalökonomcn gedeutet? Der Nachtschnellzug Wien-Lemberg-Czernowitz bekommt in Rze^zow um 6 Uhr früh einen Speisewagen; jedenfalls darum, damit die Reisenden von 6 bis 9 Uhr zwischen Rzeszow und Lemberg ihr Frühstück einnehmen können. Sehr praktisch und kaufmännisch gedacht. Als aber die Reisenden in der Nacht vom 28. auf den 29. Jänner in den Speisewagen hineingehen wollten, um zu frühstücke tt, konnten sie e s nicht, weil zwischen dem Rost au rationswagen und den übrigen im Zuge ein rau gierten Wagen der versperrte Salonwagen ein gereiht war, in welchem der LandSmannminister von Galizien Herr Zaloski saß. Und natürlich war eö nicht gestattet, die Ruhe dieses einzelnen, noch ziemlich jungen Menschen, der aber in einigen wenigen Wochen schon ein ausgedienter Minister werden kann, zu stören und den Salonwagen zu passieren. Mutz dieser „hoho" Herr gleich einen Salonwagen haben? Könnte auch nicht ein ganzes Coup« I. Klasse genügen? Wenn Graf Potoeki auf diese Weise reisen konnte, wäre es auch nicht für den neugebackenen Minister Z a l e s k i Möglich? Und mit welchem Rechte kann ZaleSki — durch Ver-sperrung des Durchganges — Dutzenden von Reisenden verwehren, den Restaurationswagen zu benützen? Der Speisewagen, für den doch die Gesellschaft Laufmiete zahlen muß, soll ja doch der Bequemlichkeit des reisenden Publikums dienen. Durch solche Extravaganzen wird das reisende Publikum schikaniert und die Schlafwagengcsellschaft in ihrem Gewerbe gehindert. Jur übrigen werden diese „kaufmännischen Prinzipien" de« Herrn Dr. Glombinski nicht nur bei diesem Nachtschnellzug praktiziert, sondern auch bei anderen Zügen, zum Beispiel bei Zug Nr. 4, wo zwischen den vorne befindlichen drei Personenwagen und den übrigen im Zuge befindlichen Wagen die Postambulanz eincoupiert ist, so daß die Passagiere selbst im schlechtesten Wetter gezwungen sind, mehrere Wagenlängen nach rückwärts zu gehen, um ihr Nachtmahl einnchmen zu können. Freilich handelt es sich nur um Reisende III. Klasse, und die können sich schon mit einem Stück Knofelwurst und einem Schnaps begnügen. Wo bleibt das „kaufmännische Prinzip" des Herrn Eisenbahnministers? Unsinnige Sparerei. Aus Wächterkreisen wird uns berichtet: Laut Erlaß der k. k. Staatsbahndirektion Linz vom Jahre 1908 wurde verfügt, daß auf der Linie W e l s-P a s s a u den Wächterposten mit freistehenden Dicnsthütten 4 Tonnen Kohle und 14 Stück alte Schwellen, und jenen Wachterpostcn mit angebauten Dicnsthütten 2 Tonnen Kohle und ebenfalls 14 Stück alte Schwellen zu verabfolgen feien. Nun konnten aber die Wächter, wo die Dicnsthütten an die Wächterhäuser angebaut sind, mit 2 Tonnen Kohle bei aller Sparerei nicht auskommen und wurde ihnen auch auf ihr Ansuchen noch % bis 1 Lonne Kohle gegeben. Heuer, wo wir insbesondere über einen sehr kalten Winter klagen müssen, wird unser Ansuchen rund.abgelehnt und keine Kohle mehr ausgefolgt. ES bleibt uns nun nichts anderes übrig, als entweder zu frieren oder den Brennstoff aus eigenem zu beschaffen. Die Bahnerhaltungssektion Schärding, der wir unterstehen, vertritt gegenwärtig ein Oberingenieur, welcher nach seiner Auffassung berufen erscheint, mit der Entziehung der erforderlichen Brennmaterialien bei den Wächtern das große Defizit der k. I. Staatsbahnen decken zu müssen. Wahrscheinlich hat ihn seine ohnehin außergewöhnlich hohe Remuneration zu Neujahr nicht voll befriedigt. Wahrscheinlich will nun dieser Herr mit seinem SparfanatiLmus die Wächter -n den Krankenstand treiben und ihnen mutwillig die Gesundheit rauben. Es ist aber auch interessant, daß die Herren in der Tintenburg selbst so sinnwidrige Erlässe fabrizieren und nicht einsehen, daß die Temperatur auch bei den angebauten Dienst. Hutten genau dieselbe ist als bei den freistehenden Dienst-Rüitctt. Wir ersuchen daher die k. k. Staatsbahndirektion im Interesse des Dienstes und der Gesundheit der Wächter, die erforderliche Kohle für die Diensthütten beizustellen. Euch, Kollegen, aber rufen wir zu, organisiert euch, und dann werden solche Klagen durch eure Macht von selbst verstummen! Die k. k. Staatsbahndirektio» Villach hat ihre Strecken-wächter in ebenso Verständnis- wie liebevoller Weife mit folgendem Erlasse beglückt: Z. 128/411 vom 23. Jänner 1911. Es. wurde die Wahrnehmung gemacht, daß einzelne Streckenwächter den ihnen nach den Bestimmungen der Instruktion XXXII zukommenden Verpflichtungen hinsichtlich oer Schnee- ttttb Eisbeseitigung in der zugewiesenen Strecke nicht in entsprechender Weise Nachkommen und daß seitens einzelner BahncrhaltungSsektioncn diesbezüglich viel zu geringe Anforderungen an das Wächterpersonal gestellt werden. Um einen einheitlichen Vorgang im Gegenstände zu er-zielen, erhält die K. k. beit Auftrag, in Hinkunft den Strecken-Wächtern in der Nähe der Wächterhäuser eine Länge von n f*.c n 8 400 Metern zur Schneebeseitigung im Ge-le (Freimachung der erforderlichen Breite für den unge- hinderten Verkehr der Spurkränze und Beseitigung des Schnees im Gelcisemittel) zuzuweisen; bei geringer ZugS-dichte und bei kurzen Wächterstrecken kann dieses Ausmaß eventuell auch eine angemessene Erhöhung erfahren. Von vorstehender Verfügung ist das gesamte inter-essierte^Personal sofort nachweisbar in Kcnntpis zu sehen. Schließlich^wird die K. k. angewiesen, in Hinkunft mit aller gebotenen Strenge auf die klaglose Durchführung dieser Schneebeseitigungsarbeiten seitens der Wächter hinzuwirken und jedes un gerechtfertigte Versäumnis u tt» nachsichtlich mit Geldstrafen zuahn den. Für den k. k. Staatsbahndirektor: Valentinitsch m. p. Da wäre es vor allem interessant festzustcllen, wieviele Stunden der Tag haben müßte, an dem ein Streckenwächter neben seiner übrigen wahrlich nicht geringen dienstlichen Verpflichtungen auch den Aufträgen dieses Erlasses Nachkommen könnte. Würde man den Geplagten auch um seine ohnedies nur kärgliche Ruhezeit bringen — in 24 Stunden läßt sich die von ihm verlangte Arbeit nicht leisten. Die Staatsbahndirektion hätte ja nur bedenken brauchen, das; ein Streckenwächter außer der Besorgung des Babnaufiichts- und Erhol* tungSdienstes noch der Praktizierung sämtlicher Signal- und Sicherheitsvorschriften zu dienen hat. Eine K. k. hätte weiter nur die Instruktion XXXII nachschlagen brauchen und Sie hätte gefunden, daß der Wächter im Winter mit Dienstesverrichtungen überlastet ist. Außer seiner normalen Dienstleistung hat er nach dieser noch bei außergewöhnlichem Schneefalle die Strecke so oft als möglich zu begehen, dann bei Schneehindernissen Haltsignale aufzurichten und Knallkapseln zu legen, ferner Nachbarwächter und -Stationen telephonisch oder schriftlich zu verständigen, weiters nach Möglichkeit an der Beseitigung des Schnees mitzuwirken, endlich die Anschlußschienen bei Wechseln reiuzuhalten und bei Weg-Übersetzungen die Spurrinnen von Eis und Schnee zu entfernen. Ist dies alles an sich schon eine Leistung, die auch bei der unmäßig langen Arbeitszeit von 10 bis 18 Stunden kaum vollbracht werden kann und die nur ein Ausbeuter seinen Angestellten zumuten kann/so treibt es die Staatsbahndirektion jetzt noch ärger und verlangt das Unmögliche von ihren Untergebenen. Welche Gehässigkeit schon spricht aus den Worten des Erlasses, „daß seitens einzelner Balmerhaltungssektionen viel zu geringe Anforderungen an das Wächterpersonal gestellt werden", welche Unkenntnis der Dienstverhältnisse ans der Verfügung, jeder Wächter hat die Schneesäuberung für eine Strecke von tut tt b c st c tt B 400 Metern zu besorgen. Dazu kommt noch, daß Instruktion XXXII ausdrücklich varschreibt, daß die Wächter nur bei a tt ft c r-ordentlichen Sch Verfällen nach Möglichkeit an detr Beseitigung des Schnees m i t z tt wirk e it haben: Das bindert nichts; die Staatsbahndirektion Villach kennt eben teilte Möglichkeit, weiß nicht, was ein Wächter zu tun hat und was er leisten kann, verfügt daher, daß das Unmögliche geschehen muß. Ja, noch mehr, sie will baS Unmögliche mit Geldstrafen erzwingen! Leute, die nicht einmal so viel verdienen, daß Sie und ihre Kinder genug zu essen haben, die will die K. k. eines Teiles ihres mühsam erworbenen Verdienstes berauben! Oder glaubt sie, es wird so wie beim Grasputzen sein, und die hungrige Familie des Wächters soll umsonst für sie die Schneesäuberung besorgen? Geht sie denn wirklich auf die Ausbeutung nicht nur ihrer Untergebenen, sondern auch ans die Ausbeutung deren Familienimtglieder ans. Eine ganze Zahl von Arbeitern, die im Winter brotlos sind, würde die Schneesäuberung mit Eifer und Freude besorgen, wenn man sie verwenden würde. Aber wie immer verkennt auch hier der Staat seine soziale Mission; nicht den Beschäftigungslosen wird eine Arbeit zugewiesen, nein, die Geplagten, ohnedies Ausgebeuteten und Geschundenen, werden mit einer Mehrarbeit bedacht, die sie und ihre Familie ganz zugrunde richten mutz und wird. Dafür wird daS arbeitende Volk Oesterreichs mit neuen Kanonen, mehr Soldaten und Dreadnoughts beglückt, während es selbst nichts zu essen hat. Viel Glück wird übrigens die Staatsbahndirektion Villach mit diesem Erlasse nicht haben, denn er ist praktisch undurchführbar und gegen überflüssige Sekkaturen werden sich die Wächter zu wehren wissen. R. Das LebettSmitteluingazm der t f. Nordüahu-birektion. In Zeiten wirtschaftlicher Krisen, und der damit in innigem Zusammenhang stehenden enormen Teuerung aller Lebensmittel und Bedarfsartikel, gewinnen Anstalten oder Einrichtungen, die sonst im allgemeinen wenig Beachtung finden, erhöhte Bedeutung. Eine solche Einrichtung, die gerade in der gegenwärtigen Zeit berufen wäre, ihre Existenzberechtigung nachzuweisen, ist unter anderen auch das Lebens-mittelmagazin der k. k. Nordbahndirektion. Während einerseits die Bahnverwaltung an die Eisen* bahnbediensteten immer größere Anforderungen stellt, mehr und mehr erhöhte Leistungen gefordert werben, ohne daß damit auch die Entlohnung gleichen Schritt hält, wird anderseits alles unterlassen, bas geignet wäre, die Bediensteten in die Lage zu versetzen, den erhöhten Anforderungen auch entsprechen zu können. Das Lebensmittelmagazin, bas berufen wäre, die Bediensteten vor dem Lebensmittelwucher wenigstens einigermaßen zu schützen, dessen Zweck es sein sollte, den Bediensteten für seine Lohnkrone möglichst viel und gute Ware zu verabfolgen, und das infolge der Benefizien, das eS genießt, auch imstande wäre, auf dem Lebensmittelmarkt als Preis-regnlator zu wirken, entspricht den Anforderungen, die man billigcrweise au ein solches Institut zu stellen berechtigt ist, in keiner Weise, ja im Gegenteil, es wurden die hauptsächlichsten Konsumartikel, trotz Benefizien, trotz kleinerer Regien, trotz Engroseinkaufes, trotzdem laut Instruktion nicht auf Reingewinn hmgearbeitet werden darf, und trotzdem diese Anstalt eine Wohlfahrtseinrichtung zugunsten der Nordbahn-bediensteten ist, nicht billiger abgegeben, als in den auf Gewinn aufgebauten Privatgeschäften. Ja, es wurde die Beobachtung gemacht, daß Preissteigerungen ihre Wirkung sofort auch auf das Nordbahnlebensmittelmagazin ausübten, während Preisherabsetzungen erst in einiger Zeit fühlbar wurden. Wenn nun eingewendet wird, daß ja die Bediensteten durch nichts gezwungen sind, ihren Bedarf im Lebensmitteltnagazin zu decken, so mutz auch gesagt werden, daß ein großer Teil des Personals ja auf den Einkauf direkt angewiesen ist, so daS ganze Streckenpersonal, das ja eigentlich Mußkunde ist, und anderseits ist es die alljährlich einmal zur Auszahlung gelangende Dividende, die, wenn auch beim Einkauf der Waren hellerweise eingezahlt, doch im Haushalt des Eisenbahner« eine große Rolle spielt, die dem Lebensmitteltnagazin Käufer zuführt. Daß unter solchen Verhältnissen eine Reform dringend geboten war, kam auch die Nordbahndirektion zum Bewußtsein und es wurden, um in den Konsumentenkreisen den Schein zu erwecken, als ob auch sie etwas mitzureden hätten, die Lokalüberwachnngsausschüsse und ein Jeniralüber-wachungsausschuß geschaffen, der Wirkungskreis dieser Körperschaften aber derartig eng umgrenzt, daß ihr Einfluß auf die eigentliche Geschäftsgebarung gleich Null ist. Ledig* lich den äußeren Dienst (Verkauf) erhielten sie zur lieber-wachuug zugewiesen. Im übrigen aber blieb das „Shstem JeitteleS" im vollen Umfange aufrecht, das heißt, es lhlieb alles beim alten. Die Verwaltung ist nach wie vor eine bureaukratische und nicht kaufmännische, die Konsumenten dürfen zwar für die ganzen Regien aufkommen, im übrigen aber haben sie zu schweigen. Es ist begreiflich, daß unter solchen Verhältnissen die gewählten Vertrauensmänner des Personals ihr Hauptaugenmerk darauf richteten, den Konsumenten den entsprechenden Einfluß auf die gesamte Geschäftsgebarung zu sichern. Bisher jedoch waren alle unternommenen Schritte ergebnislos. Die Nordbahndirektion anerkennt wohl die Tatsache, daß die gesamten Regiekosten von den Konsumenten aufgebracht werden müssen, doch trage sie allein das Risiko und sieht sich aus diesem Grunde auch nicht veranlaßt, den Konsumenten einen größeren Einfluß auf das Lebensmittel-magaz in eittz urä um eit. Was vor kurzer Zeit die private Südbahn einführte, leas seit einer langen Reihe von Jahren bei der Nordwest-bahn sich glänzend bewährte, die paritätische Zusammensetzung der Verwaltung der Lebensmittelmagazine, ist bei der Nordbahn ein Ding der Unmöglichkeit. Kontrolle zu üben, zu wissen, was, wann, wie und wo eingekauft wird, Preisbestimmungen, das Dienst- und Lohnverhältnis der Bediensteten des Lebensmittelmagazins mitzubestimmen, das sind Dinge, für die die Konsumenten kein Interesse haben dürfen, ja, cd werden ihren Vertretern Hindernisse in den Weg gelegt, die Verhältnisse; im Lebensmitteltnagazin beim Eifenbahnttünisteriutn zur Sprache zu bringen. ES erscheint dringend geboten, daß das Eisenbahn-ministerium diese Wohlfahrtseinrichtung einer genauen Prüfung unterziehe und dem gerechtfertigten Wunsche der Konsumenten auf paritätische Zusammensetzung des Verwaltungskomitees Rechnung trage. An die Iluterbciimtctt, Diener und Arbeiter der Aussig--Tepliber Eisenbahn. In den behufs Berichterstattung der PersonalkeunmissionStnitglieder abgehaltenen Versammlungen in Aussig, Böh misch-Leipa und B rüx, die alle einen massenhaften Besuch aufwieseu, in denen aber auch einhellig die Meinung der Bediensteten dahingehend lautete, daß dieselben mit der feinerzeitigen Antwort de« Herrn Generaldirektors nicht zufrieden sein können, wurde folgende Resolution gefaßt und einstimmig angenommen: „Nach Entgegennahme des Berichtes der Personal» kommissionsmttglieder der Sektionen II, III und IV erklärt die heutige. Versammlung der Bediensteten der A. T. E., daß die ganz minimalen Zugeständnisse, welche in denselben enthalten sind, weder eine Kategorie, noch viel weniger die Gesamtheit der Bediensteten befrieden können, da die außerordentliche Teuerung aller Lebensbedürfnisse eine derartige Höhe angenommen hat, daß beinahe jeder Bedienstete heute schon an der Grenze der höchst zulässigen Einschränkung ohne Gefährdung seiner Gesundheit angelangt ist. Die heutige Versammlung verlangt, daß die Vertrauensmänner der Bediensteten als Deputation, mit Rücksicht auf die tatsächlich bestehende Notlage des Gesanupersonals. seitens der Verwaltung eine Teuerungszulage für alle Bediensteten» kntegorien sowie die eheste Erfüllung unserer, von den Per-sünalkommissionsmitgliedern vorgebrachten wichtigsten Anträge als dringend verlangen. Die Deputation hat im Laufe der nächsten Woche vor-zusprechen und in einer baldigst einzuberufenden Versammlung Bericht zu erstatten. Diese Versammlung soll dann Beschlüsse über das weitere Verhalten der Bediensteten der A. T. E. fassen, welche die heutige Versammlung zu akzeptieren und zu respektieren verspricht. Auch spricht die heutige Versammlung den Personal-kommissionsmitgliedern ihr vollstes Vertrauen aus und versichert, in jeder Situation hinter ihren erwählten Vertretern zu stehen und ihnen die Mauer zu bilden." Auf Grund dieser Resolution und des Gesamtbildes wurde in Aussig eine gemeinschaftliche Vertrauensmänner» koitferenz sämtlicher Bedienstetenkategorien der A. T. E. ein» berufen. Diese am 20. November 1910 tagende Vertrauens-männerkanferenz beauftragte die beiden PersonalkoinmissionS-mitglieder Kohl und Richter, beim Vorsitzenden der Per» sonalkommisfion, Herrn Inspektor Dr. Wisgrill, vorzusprechen, um eine Vorsprache der ebenfalls in dieser Konferenz bestimmten Deputation beim Herrn Generaldirektor zu ermöglichen. Dieses mündliche Ersuchen wurde am 21. November 1910 von den beiden Obgenannten an den Vorsitzenden der PersonnlkomMtsston gestellt. Nachdem längere Zeit auf dieses Ersuchen keine ofst, zielle Antwort erfolgte, wurde für den 18. Dezember neuer, dütgs eine Versammlung behufs Bericht über die gegenwärtige Situation bei der A. T. E. nach Teplitz einberufen. In dieser Versammlung wurden die beiden Personalkommissionsiititglte-der Kohl und Richter neuerdings beauftragt, die deputa-tive Vorsprache beim Herrn Generaldirektor mittels Schreibens an den Vorsitzenden der Personalkotttmission zu urgiereiw Ein diesbezügliches Schreiben wurde auch von den hier-, zu Bestimmten an den Herrn Vorsitzenden der Personalkom-mission am 7. Jänner 1911 abgesendet. Auf dieses 'erhieltet! dieselben folgende Antwort: „Personalkommisston der Bediensteten der A. T. E. An das Personalkommissionsmitglied Herrn Lokomotivführer Josef Kohl in Aussig. Zum Ersuchen vom 7. Jänner 1911.. Bereits anfangs Dezember 1910 hatte ich Gelegenheit, den Kommissionsmitgliedern Herren StationSmeisterattwärter Richter und Kondukteur F i e tz mitzuteilen, daß mit Rück-sicht darauf, daß in der Nummer 84 des „Deutschen Eisenbahners" vom 1. Dezember 1910 der Bericht über die münd-liche Vorsprache der Personalkotttmission beim Herrn General-direktor am 28. Oktober 1010 größtenteils den Tatsachen widerspricht, der Herr Generaldirektor nicht in der Lage ist, die Personalkommission, beziehungsweise einzelne Mitglieder derselben neuerlich zu empfangen. Hierbei habe ich Herrn Richter ersucht, daS Komintsfionsmitglied Herrn Kohl hiervon zu verständigen. In Anbetracht der Vorkommnisse bei der in Teplitz mm 18. Dezember 1010 abgehaltenen Versammlung und mit Rücksicht auf den Inhalt des Wahlaufrufes anläßlich der Wahl in den Verwaltungsausschutz des Provisionsfonds. ist die gewünschte mündliche Vorsprache beim Herrn General, direktor ausgeschlossen. Teplitz, den 17, Jänner 1911. Der Vorsitzende: Dr. Wisgrill w. p.* Dieses Antwortschreiben wurde einer am 31. Jänner 1911 einberufenen gemeinschaftlichen PersonalkommrssionS-Mitglieder- und Vertrauensmännersitzung vorgelegt. Diese faßte den einhelligen Beschluß, den ganzen Werdegang zu 0«> lautbaren. Bestimmend für diesen Beschluß war der Umstand, Seite 10 „Der Eisenbahner." Nr. 6 daß c5 den PersonalkommissionSmitgliedem derzeit unmöglich ist, in allen in Betracht kommenden Stationen Versammlungen abzuhalten. Die Perfonalkommiffionsmitglieder der Sektionen II, III und IV stellen nun an die Gesamtbediensteten der 2L T. C. das Ersuchen, diesen Bericht vorläufig zur Kenntnis zu nehmen mit der gleichzeitigen Versicherung, das; dieselben auch weiterhin unentwegt für die Gesamtinteressen der Bediensteten cinzütreten gewillt sind. Für die PersonalkommissionSinitglieder der Sektionen II, III und IV: Die PersonalkommissionSinitglieder Josef Kohl, Ednard Richter. Die Kanzleibiener der Ciunahmenkontrolle der k. k. privilegierten Südbahn. Es wird so mancher Beamter oder Unterbeamter darüber staunen, wenn er hört, daß ein Kanzlei-diener ohne Mittelschule und irgendwelche Prüfung zu so schwierigen Arbeiten herangezogen wird, wie dies in der Ein-nahmenkontrollc der Südbahn im Bureau für in- und ausländischen Verkehr geschieht. Zur Verrichtung seines Dienstes daselbst mus; der Kanzleidiener die ganze Lage der Südbahn und sämtliche Stationen, 488 an der Zahl, kennen. Er mutz sämtliche i. k. Staatsbahnlinien und deren Stationen, alle ungarischen Bahnen samt Nebenlinien, alle Ilebergänge von der Südbahn auf die k. i. Staatsbahnlinien kennen und zu unterscheiden vermögen, waS Zivil- und Militärrechnungen und Karten, was Eilgut- und Frachtrechnungen und Karten, was Verbands- und Anöschuhrechnungen und Karten, was Grenz -Verkehrs- und was Auslandsrechnungen und Karten sind. Er hat das Rechnungsmaterial zu rangieren, und zwar nach StaatSbähndirdtionen, die Aufgabe der Südbahn alphabetisch und deren Abgabe geographisch. Die Karten und Rechnungen sind so zusammenzustellen, datz eine jede Karte, die der Herr Beamte dann in die Hand nimmt, gleichläuft mit der Eintragung in der Rechnung, so datz der Herr Beamte nur einen Strich oder ein Mangelzeichen zu machen hat. Das sind nur die Hauptarbeiten, ins Detail läßt sich die Arbeit nicht beschreiben. Es ist genug, wenn die Kanzleidiener den ganzen Tag und das ganze Jahr bald über den Verkehr, bald über jene Karte, dann über diese Rechnung mit Antworten und Auskünften den Herren Beamten bereitstehen müssen. Dafür gibt es weder Charge noch eine andere Entlohnung, als wie den gewitz sehr kleinen Gehalt. Dabei darf man des Besens und des Abstaubers nicht vergessen, die man uns nicht weg' nehmen mag. Im Gegenteil. Es heitzt: Im Dienst bist du Beamter. Unterbeamter, nach 2 Uhr nachmittags bist du Kanzlei-diener und du hast dann drei bis vier Zimmer auszukehrcn. Die Kanzleidiener kämpfen schon jahrelang gegen diese Be-Handlung. Sic waren bittlich beim Personalchef. Der versprach und vertröstete sie und machte nichts. Zum Schlüsse sagte der Herr Ehef: „Ja, da müßt ihr an den Gebäude» Inspektor herantreten.“ Dieser wiederum sagte: »Ja, ich gebe euch so viele Weiber als ihr braucht, aber die Kontrolle mutz sie verlangen." Es hackt aber ein Rabe dem anderen das Auge nicht aus, und daher bitten wir jetzt öffentlich den Herrn Generaldirektor, unL in unserem Ansehen zu schützen und einige Weiber zum Reinigen der Bureaus zu geben. Ein jeder Mann ist zu einer derartigen Reinigungsarbeit nicht geeignet und sie kann von einem Bediensteten, von dem man qualifizierte Arbeit fordert, auch nicht verlangt werden. Bon der Bahnerhaltung ttt der Staatsbahndirektion Villach. Die L k. Staatsbähndirektion Villach hat unter Zahl 128/HI vom 23. Jänner 1011 einen Erlatz an alle k. k. Bahn-erhaltungösektionen hrnausgcgcben, der in Wächterkreisen eine hochgradige Erregung, ja, eine Empörung bervorgerufen hat. Es heitzt in diesem Erlatz: jedem Streckenwächter sind mindestens 4 00 Meter Strecke zur Schneebeseitigung anzuweisen. Bei geringer Zugsdichte und bei kurzen SLächter-strecken kann dieses Ausmatz eine Erhöhung erfahren. Zum Schlüsse heitzt es, datz die k. k. Bahnerhaltungssektiouen mit aller gebotenen Strenge auf diese Schneebeseitigung hinwirken. Jedes ungerechtfertigte Versäumnis wird unnachsicht-lich mit Geldstrafen geahndet. Wir wollen die heutigen Aufgaben der Wächter hier kurz skizzieren und untersuchen, ob diese neue Belastungsprobe^ zur Sicherheit des Zugsverkehrs beiträgt. Der Wächter hat eilten 16- bis 18stündigen Dienst mit einer darauffolgenden ILstündigen Ruhezeit. Schon dieser, bei keiner Kategorie vorkommende Turnus, ist ein Akt der Willkür. Es gibt Tier» schutzvereine, und wehe dem Pferdebefitzer, der sein Zugpferd Tag und Nacht ausschinden würde. Der Wächter, der geistig und physisch angestrengt ist und der eine arotze Verantwortung zu tragen har, ist sozusagen vogelfrei. Mit der Peitsche „Hunger" wird dieser arme Teufel in das Joch hin-eingepeitscht. Dem Wächter obliegt in seiner freien Dienstzeit (er darf auch in der freien Zeit ohne Bewilligung seines Vorgesetzten seinen Posten nicht verlassen» die Ueberwachnng der Zugeteilten Bahnstrecke, der Wegübersetzungcn sowie des Zugs-Verkehrs im allgemeinen und mit Rücksicht auf die Verkehrssicherheit. Das Geleise mutz zweimal wöchentlich gemessen, die Nägel müssen angczogen, gebrochene Laschen ausgetauscht werden. Bei den Kuppelungslaschen müssen die Schraubenmuttern stets fest angezoaen sein. Die Signalisierungseinrichtungen, Telegraphen, Telephone und Signalleitungen müssen überwacht werden. Bei Schneefällen kommen dann die weiteren Vorschriften mit den Strafen im Hintergrund, als da sind: Die Brücken- und Wegübersetzungen sind von Schnee zu reinigen, so auch die Zugschranken, die Dächer der Wächter-Hauser und SignalHütten. die Sektomctcrsteine, die Reserve» schienen und die Schwellen. Jeder Wächter bat eine sieben bis acht Meter lange Stange, zu deren Handhabung die ganze Kraft anzuwenden ist, und mutz damit seine ganze Strecke abgehen, um den Schnee und Reif von den Telegraphen- und Telephondrähten zu beseitigen. Wir wollen unseren Standpukt offen erklären, und zwar, datz man entweder Bahnwächter mit dem verantwortungsvollen Dienst betrauen soll oder Schnee» schauster ohne Verantwortung aufnehmen soll. Eümlptmbtm?etL Cßcniili. (Wohnungsnot.) Wie überall, so haben auch hier die Eisenbahner unter der Wohnungsnot zu leiden und sind auf Gnade und Ungnade den hiesigen Hausherren auSgeliefert. Am 1. Februar wurden fünf Bedienstete gekündigt, weil sie bei der Volkszählung als Umgangssprache die tschechische angegeben hatte», und jenen, welche schon vor Monaten die mündliche Kündigung hatten, wurde die freudige Nachricht vom Hausherrn gebracht, datz sie vom 1. Fe» tuat 4 bis 5 Kr. mehr zahlen müssen. Datz sich aber Eisenbahner, die Hausherren sind, dazu hergeben werden, ihre Kollegen so zu drangsalieren, hätte doch niemand geglaubt. Herr Braun, Oberverschieber, und Herr Nickel, Kontrollwächter, besitzen je ein einstöckiges Haus, in welchem sich lauter Eisenbahner in Miete befinden. Diese zwei sauberen Herren haben sich dazu hergegeben und haben ihre Parteien um 2 bis 5 Kr. gesteigert und gerichtlich gekündigt. Die k. k. Staatsbahn-birettion Prag sollte endlich einmal ein radikales Wort sprechen und den hiesigen Bediensteten, wenigstens was die Wohnung anbelangt, ein menschenwürdiges Dasein verschaffen, denn unter solchen Umständen kann und wird es nicht gehen, weil die Bediensteten ihren verantwortungsvollen Dienst nicht in Ruhe versehen können. Wie» II. (Heizhaus.) Mit Fug und Recht behauptet das Lokomotivpersonal, datz das Heizhaus Wien II eine wahre Leidcnsstation desselben sei, und zwar aus dem Grunde, als die Turnusse (besonders die Gruppen 106 bis 206) derart erstellt sind, datz von einem Ausruhen keine Rede sein kann. Der Turnus ist, um die Sache mit einem Wort zu bezeichnen, geradezu unmenschlich. Der Heizer mutz 2 Stunden vor der Abfahrt erscheinen und nach Ankunft mindestens 3 Stunden ausrüsten. Bei schlechtem Wetter dauert letzteres bis 5 Stunden. Wo bleibt Da die vorgeschriebene Ruhezeit (10 Stunden?) Zwischen Zug 2, der um 6 Uhr 50 Minuten früh ankommt, und Zug 211, der um 8 Uhr 30 Minuten abends wegfährt» ist nur die Ruhezeit von 11. Uhr vormittags bis 7 Uhr abends, also nur 8 Stunden Ruhezeit in Wien. Die Tour 317 und 302 Rg. beträgt weit über 14 Stunden und 19, 117 bis Bud-weis und zurück 20 und 6 Stunden. Derartige Touren sollen gar nicht in das Reich der Möglichkeit gehören. Wo sino bei diesen Touren die vorgeschricbenen Ruhezeiten? Es darf dabei nicht mit der Fahrordnung allein gerechnet werden, denn die Maschine rüstet sich nicht von selbst aus. Die Ruhezeit beginnt erst dann, wenn man die Maschine verlassen darf. Es heitzt in der Vorschrift: Dem Dienstantritt in der Domizilstation muß eine zehnstündige Ruhezeit vorauZgehen. Wir sind zwar keine Mathematiker, aber das eine können wir konstatieren, datz diese Vorschrift auf unsere Turnusse nicht patzt. Die Heiz-hi'tuäle.iiungjtclll sich bei der Turnuserstellung auf einen reaktionären Standpunkt. Nämlich aus den, daß das Lokomotivpersonal knechtisch zu gehorchen hat, sonst könnte es nicht Vorkommen, datz ein Heizer einfach zum TnrnuSmachen kommandiert wird. In ganz Oesterreich werden die Turnusvertrauensmänner gewählt, nur im Heizhaus Wien II nicht. In puncto Behandlung ließen sich ganze Bände schreiben. Nur zu, es ist die beste Aufklärungsarbeit für die Indifferenten, da durch das nur die Organisation groß und stark gemacht wird. Ein altes Sprichwort sagt: Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Das I. k, Eisenbahnmiiiisterium will immer ein zufriedenes Personal, nun ja, wir werden zufrieden fein, aber dieses Ausbeutungs-shstem mutz verschwinden, weg mutz die inhumane Behandlung und heraus mutz endlich auch ein freier Tag im Monat analog anderen Gruppen. Wir wollen Menschen sein. Wir wollen Menschen fein, die wenigstens einmal im Monat fd viel frei sind, datz sie sich mit Weib und Kinder befassen können. ES kommt vor, daß man seine schulpflichtigen Kinder eine ganze Woche nicht sieht. Wollte man alles niederschreiben, brauchte man eine Tageszeitung, denn wir stecken zu tief int Sumpf. Die jüngste Qualifikation spottet jeder Beschreibung. Führer, welche jahrelang jeden Dienst versehen, werden schlecht qualifiziert, trotzdem sie auch straflos sind. Da rufen wir den unorganisierten Kollegen zu, nicht die Faust int Sack zu ballen, sondern heraus mit ihr, hinein in die Organisation, es mutz und wird dann besser werden! Laa an der Thalia. (Bahnarzt Dr. Pöhlmann.) Schon zu wiederholtenmalen waren wir gezwungen, uns mit diesem Bahnarzt zu beschäftigen. Die Bediensteten werden, trotzdem sie rechtzeitig in der Ordinationsstunde erscheinen, ohne behandelt oder unters u ch t zu werde n, wieder weggeschickt und sind gezwungen, sich einen Privatarzt auf eigene Kosten zu nehmen. Hier einige Fälle: Der Oberbauarbeiter WutmBauet wurde krank und konnte das Bett nicht verlasse». Der Vater desselben ersuchte den Bahnarzt zu wiederholtenmaleu, er solle seinen Söhn besuchen, er liege in Erstickungsgesahr. Der Bahnarzt kam jedoch nicht. Der Vater ging zum Bahnmeister, zum Streckenvorstand, um den Bahnarzt zum Besuch seines kranken Sohnes zu bewegen; alles umsonst. Der Vater war gezwungen, einen Privatarzt zu nehmen, es war leider zu spät. Ilm feinem Sohn zu helfen, opferte der Vater an den Privatarzt und für Medikamente 85 Kr. Endlich kam der Bahnarzt, aber zu spät: Wurm Bauer hatte ausgelitten. Die Frau des Partieführer» Leonhard Wurmbaue r hatte sich in den linken Daumen geschnitten. Sie fürchtete aber das menschenfreundliche Entgegenkommen des Bahnarztes Dr. Pöhlmann und ging erst nach einigen Tagen, als sie es vor Schmerzen nicht mehr aushalten konnte, zum Bahnarzt. Pöhkmann sagte: „Er habe für Eisenbahner keine Zeit." Die Frau, welche auf bahnärztliche Behänd-lung Anspruch hatte, mußte sich zu einem Privatarzt begeben, welcher ihr bedeutete, daß eS höchste Zeit sei, sonst hätte sie Blutvergiftung bekommen. Der verunglückte Verschieber Schodt mußte mit seinem verstümmelte» Fuß von Höflein nach Laa in die Ordination gehen, um die Unterschrift des Bahnarztes in der Lohnliste einzuholen, damit er seine Heilverfahrensrente auS-bezahlt bekomme. Zwei- bis dreimal mußte er mit seinem krüppelhaften Fittz den langen Weg machen, um endlich die Unterschrift des Bahnarztes zu bekommen. Jetzt verweigert der menschenfreundliche Herr die Unterschrift überhaupt und der zum Krüppel Geräderte kann, wenn er will, Luft schnappen Die Bedienstete» des RayonS des Dr. P 5 h I ttt a tt n ohne Unterschied stellen an die k. k. Direktion daS Ersuchen, einzugreifen und sie von diesem unfreundlichen Herrn zu Befreien. Mariciivab. Ein recht netter, liebenswürdiger Herr ist Herr Bahnarzt Steiner in Josesihutte. Derselbe wurde am 31. Jänner l. I. zu einem schwerkranken Kinde eines Ober-Bauarbeiters nach Plan gerufen. Es Braucht wohl nicht gesagt zu werden, daß es ihm mit dem Besuche keine Eile hatte, weil cs sich bloß um ein Kind und noch dazu um daS Kind ciues Oberbauarbeiters handelte. Dieser seine Herr ging in seinem Pflichteifer aber so weit, daß er sich bei diesem Besuch nicht einmal Zeit zum Grützen und zum Türzitntachen nahm und datz er schon in offener Tür i» der bekannt liebenswürdigen Weise schrie: „Wo ist das kranke Kind?" Da gerade eine Verwandte anwesend war, die das Kind auf den Armen herum-trug, geriet derselbe erst recht aus dem Häuschen. Ohne daS Kind eines Blickes zu würdigen, machte er kehrt und schrie, schon im Gehen: „Dem Kind fehlt überhaupt nichts. Ich werde Sie mit 10 Kr. bestrafen." Wir sind gewitz an so manches gewöhnt, aber seit wann Herrn Steiner als Bahnarzt auch das Recht zusteht, anstatt die Krankeiikasscnmitglieder zu behandeln, dieselben zu strafen; ist uns neu. Es dürfte auch hier blotz der Wunsch der Vater dieses Gedankens gewesen sei». Es wäre halt das einfachste und billigste Mittel, sich die Kranke»-kassemnitglieder gänzlich vom Leibe zu halten. Wir müssen diesem Herrn daher in Erinnerung bringen, datz er ein von der Krankenkasse bestelltes und aus dessen Mitteln bezahltes Organ ist und daß derselbe für das an-gesetzte Pauschale nebst den anbcrhiärtiaen Benesizien als Gegenleistung die Behandlung der Mitglieder sowie deren Angehörigen übernommen hat und datz auch den Oberbauarbeitern von dem sauer verdienten Lohn die Beiträge abgezogen werden. Falls Herr Bahnarzt Steiner wünscht, daß wir uns nicht bald Wiedersehen, so möge er sein Verhalten darnach einrichten, da wir uns aus die Dauer eine solche Behandlung nicht gefallen lassen werden. Ezernowitz. (A u s g a b s in a g a z i n.) Magazinsmeister Philipczuk ist ein eifriger Chriftlichsozialer und da wäre eS seine christlichsoziale Pflicht und Schuldigkeit, feinen Mit-bedicnslcten mit Rat betzustehen und ihnen mit Wohlwollen entgcßcnzulommcn. DaS tut er aber nicht, was wir an einem Beispiel beweisen wollen. Die Eisenbahner, die verdammt sind, immer, bei Tag und bei Nacht, ob schön, ob Regen, bei Frost und Hitze im Dienste zu fronden, habest die Berechtigung auf einen freien Tag im Mon§t, der ihnen vom Ministerium, auf das Drängen unserer Organisation, Bewilligt wurde. WaS kümmert das einen Philipczuk? Was scheren ihn seine Mitbediensteten? Einen freien Sonntag gibt es nicht und damit basta.. . Herr Magazinsmeister Philipczuk scheint ein sehr launenhafter Mensch zu sein, wir raten Ihnen aber, den Bogen nicht allzu straff zu spannen. Haben ihm vielleicht die zehn Fässer Wein den Schädel derart verwirrt, daß er sich seiner Taten nicht bewußt ist? Wir wollen dies diesmal wenigstens so glauben. Herr Philipczuk, bessern Sie sich, aber ansonsten wir gezwungen wären, uns öfters mit Ihnen zu unterhalten. Und ihr, Eisenbahner, sehet um euch und erkennet euren Feind und Freund, und tretet wie ein Mann in die sozialdemokratische Organisation. Seid einig, denn Einigkeit macht stark, und Stärke haben wir jetzt am meisten Not in der Zeit der größten Le-bcnsniittclteueruiig und des schamlosesten Wohnungswuchers. Werdet auch einmal klassenbewußt und tretet als Kämpfer in de» Reihen des Proletariats für Freiheit und Recht ein. Lebet nicht gleichgültig in den Tag hinein, denn die Zukunft kann dies bitter rächen. Denket einmal ruhig nach, denket an eure Familie, wie sie barbat muß. Wenn ihr am ersten die paar Kronen Lohn bekommt, wißt ihr nicht, wohin ihr sie früher geben sollt, dem Greisler, dem Hausherrn, Steuern bezahlen, was bleibt euch übrig? Nichts als das nackte Leben, und ihr wollt zufrieden sein? Besinnet euch oines Besseren, ihr habt die Wahl. Znaim. (Bahnbetr tebsam isbor stand Do u-Drava.) AIS vor einigen Jahren verlautbart wurde, datz dieser Doubrava nach Znaim als Vorstand kommt, freute sich das Znaimer Personal, da Herrn Doubrava der Ruf vor» ausgiug, ein strenger, aber gerechter Mann zu sein. Disziplin mutz ein Vorstand, der so viel Personal unter (ich hot als nt Znaim, unbedingt erhalten, das sieht das hiesige Personal selbst ein. Aber trotzdem bat man sich m diesem Herrn fehr getäuscht. Streng ist er wohl, von einer Gerechtigkeit und einem Mensch tichfeiiSgef ühl ist aber bei ihm nichts zu finden. Seine erste Einführung, die er traf, war, daß jede Kleinigkeit durch feine Hand gehen muß, obwohl er einen Vorstandstell-vertreter und einige ältere erprobte Verkehrsbeamte hat. Die alle wurden aber beiseite geschoben, er mutz von allem selbst wissen und lätzt sich sogar jedes Weibergekiatsch zutragen. Nun hätte niemand etwas dagegen, wenn jede, noch so kleine Personalangelcgenbeit vor den Vorstand kommen muß, aber eines müssen wir dabei verurteilen. Der Herr Vorstand hat eingeführt, daß man bei ihm nur im Laufe des Vormittags versprechen darf und dies darf nur in sehr beschränktem Maße getan werden. Hat einer vom Personal beim Herrn Vorstaitö etwas zu tun, so geht gewiß der ganze Vormittag daraus und da muß man noch vom Glück sprechen, wenn man den Herrn Vorstand erwischt und wenn dieser dann einen halbwegs guten dienstlichen Ton anschlägt. Hat einer da* Malheur, datz der Herr nicht gut gelaunt ist oder daß schon einige vorher beim 'Herrn Vorstand waren, so ist das erste, das man hört: Sie sind heute schon wieder der so und sovielte, da kann man daun alles haben, nur keine Höflichkeiten, und es muß der Bedienstete, den dies trifft, noch von Gluck reden, wenn er nicht zur Tür unsanft hinauskomplimentiert wird. Kurz gesagt: Jeder, der etwas beim Herrn Vorstand zu tun hat. fürchtet dies, und empfindet es schon wie eine Strafe, denn der Mann hat kein Herz im Leibe. Er ist auch gegen die ganze Welt abgestumpft, was er offen zur techau tragt. Bet so einem Personalstand wie in Znaim, ist cs doch nicht ausgeschlossen, datz etwas vorkommt, waS dringend der Erledigung bedarf. Speziell beim ZugSpersonal kommt eS häufig vor, daß einer etwas Wichtiges beim Herrn Vorstand zu tun hätte, und er oft die ganze Woche an einem Vormittag nicht dazu kommt, und lache dem, der sich unterstehen wurde, ihn nachmittags zu belästigen, der konnte schön ankommen, an öcm würde sich der .Herr Vorstand gründlich fern Mütchen kühlen. Seine Gerechtigkeit und seine Freundlichkeit zum Personal bewies er auch bet der letzten Qualifikation des Personals. Obwohl das Znaimer Personal einen gewitz strengen und aufreibenden Dienst hat, ob es sich um Zugsbeglerter, Verschieber oder Magazinsarbeiter handelt, und obwohl auch alle ihren Verpflichtungen streng nachlamen, wurden, mit lehr kleinen Ausnahmen, alle, gegenüber anderen Stationen, m dex Note Fleiß als Faulpelze hingestellt. Ein klarer Beweis, daß der Herr Vorstand sein Personal nicht kennt und olle über einen Leisten schlug. Dabei fügte er mnern hohen Prozentsatz, speziell dein ZugSpersonal. großen -schaden zu^ Den zweiten Beweis seines Wohlwollens gegenüber dem Personal erbrachte er, als für Znaim ein Schulbeamter ausgestellt wurde. Da kam der Herr Vorstand sofort mit dem Auftrag, da« samt» lichcs Personal monatlich dreimal in die Schule zu gehen h"t, und zwar daS Zugsperfonal von '/At bis 12 Uhr vormittags, wodurch der ganze Vormittag vergeben wird. i~b es auch dem Personal möglich ist, dieser Verpflichtung nachzukommen, ob dies die dienstlichen Verhältnisse erlauben, wurde uicht gefragt und darauf, daß die meisten Bediensteten auch Verpflichtungen gegenüber ihren Familien haben, wurde kein Rücklicht genommen. Der Herr Vorstand glaubt wohl, datz, wenn er selbst keine derartigen Bedürfnisse hat, sie auch sonst niemand Iiabcn darf. Oder glaubt man vielleicht, dem Personal dadurch die Zeit ganz zu nehmen, damit es nicht zusaimncnlommen kann, um seine Verhältnisse zu bestechen. Die Sache ist ein Stück Brutalität. Obwohl beinahe in keiner Station eine derartige Einrichtung besieht und obwohl auch bei ,amtlichen f. k. ©taätSbahnstationen eine derartige Bestimmung nicht eingeführt ist, hat der Herr Vorstand auch gleich den ersten Monat dieser Einführung feilten L>trafgelüsten gefront, und sämtliche Bedienstete, welche nur einmal in der Schule waren, mit 60 H. bestraft und jenen, welche nur zweimal anwesend waren, einen strengen Verweis erteilt, mit der Androhung von Geldstrafen für das nächstemal. Herr Vorstand! Früher war dies alles nicht und das Personal hat doch fernen Dienst gut gemacht, die angeführten Akte beweisen nur Ihre Per-fonatfcunblichleit. Also, Herr Vorstand, nur so fort, damit noch der letzte Rest Vertrauen in Fransen gebt! Tropplnr. (E i s e n b a h n e r l o s.) Donnerstag den 2 Februar wurde der Nordbahublocksignalwachter Mach old von dem um 12 Uhr 23 Minuten von Bennisch in Troppau cinfahredcn Bemiischer Zug erfaßt und zirka fünf Schritte weit sortgeschleppt. Der Verunglückte erlitt schwere Verletzungen und mutzte von der Rettungsabteilung in das «pital überfuhrt werden. Der Unfall soll sich nach Aussage des Maschiusührers und Heizers folgendermatzen zugettagen haben: Der Mafchinführer bemerkte den längs des GeleiscS letzten Moment sprang aber Machold über das Geleise, rutschte aus und wurde von der Maschine erfaßt und miige» schleift. Mach old soll seinen schweren Verletzungen tut Spital bereits erlegen fein. Leipnik. (Ein Opfer seines Berufe s.) Am 17. Jänner, 2 Uhr nachmittags, wurde auf der Strecke Draho-tusch-Mährisch-Weißkirchcn der Streckenbeyeher Genosse Anton P 0 zbhl bei der Untersuchung und bei Arbeiten aus der Strecke von einem Lastzug erfaßt und auf der Stelle getötet. Das Leichenbegängnis fand unter grotzer Beteiligung der Eifenbahnbediensteten und der anderen Bevölkerung statt. Um die große Beteiligung der Eifenbahnbediensteten machte sich Herr Bahnmeister Georg Lang verdient, der dafür sorgte, daß alle Wächter aus dieser Strecke frei Bekamen, um ihrem Genossen das letzte Geleite geben zu können. Trotz des jchlcch» Nr. 6 u§tt 6IFmUai gut durchlesen und dann seine Befehle und sein Benehmen richten, denn die betroffenen Bediensteten sind nicht 6 wlllt, stch weiter Grobheiten gefallen zu, lassen. Sollten diese Hvnen zur Besserung nicht beitragen, so werden wir noch mehr W>er diesen Herrn hören lassen. j Linz. (Vom Profefstoni ft fintieret n.) In Linz, also am Zentralsitz desselben, hielt der Professionistenverein am Samstag den 4. Februar im Gasthause „zum Flugrad" eine öffentliche Vereinsversammlung ab, von der wir ausnahmsweise Notiz nehmen, um zu zeigen, in welchem Fahrwasser sich dieser Verein bewegt, der sich angeblich zur Aufgabe gestellt hat, den Professionistenstand auf der k. k. Staatsbahn aus seiner mißlichen Lage zu erretten. Die Versammlung war von 34 Personen besucht, mindestens die Hälfte davon dürfte dem Verein nicht angehören, es sind dies einige Pensionisten und einige alte Arbeiter, die sich wahrscheinlich hoffen, die Ernennung zum Unterbeamten durch den Verein eher zu erwirken. Obzwar auf der Tagesordnung der Punkt „Stellungnahme gegen die W e r l f ü h r e r e r n e n n u n g" stand, erklärte dennoch der Hauptreferent, daß das Wesen der Werk-sührerevnennungen sehr gut sei und er wünsche nur eine Erweiterung derselben auch auf die anderen Professionisten. Er erwähnte zwar, daß hierdurch ein Antreibersystem geschaffen würde, bedauerte aber in einem Atem, daß die Arbeiter gegen das Prämiensystem waren, als die Bahnverwaltung dieses für die Werkstättenarbeiter einführen wollte. Ist sich der Redner nicht klar darüber, daß dieses Prämiensystem eigentlich auch nur ein Antreibersystem und noch dazu ein Mordsystem an dem eigenen Körper ist? Auf diese Art wünschen die Herren eine Abart des Akkordsystems in der Staatsbahnwerkstätte angeführt zu haben, gegen die die Arbeiterschaft in ganz Europa kämpft. Wegen der lumpigen 20 bis 30 Kr. Mehrverdienst im Jahre soll sich der Werkstättenarbeiter ausschinden und aus-beuten lassen, seine Gesundheit opfern und sein Leben verkürzen. So will cs der Professionistenverein und es ist nur gut, daß diese paar Leute mit den Ideen allein dastehen, denn die Bahnverwaltung wäre sonst schnell bereit, die „Wohltat" des Prämicnsystems einzuführen. Weiters beklagte sich der Referent, daß durch die Abschaffung der Ucberstunden den ärmsten Arbeitern der Verdienst entzogen worden sei. Also nur recht viele Ueberstunden machen, keine Erholung haben, keine Zeit soll dem Arbeiter gegönnt sein, sich seiner Familie zu widmen, Tag und Nacht soll er auf der Bahn seine Knochen opfern und nur höchstens zum Essen und Schlafen soll ihm ein bißchen Zeit gewährt werden, Weiß sich dieser Herr keinen anderen Ausweg, einen Mehrverdienst zu erzielen, als durch ein Prämiensystem oder Ueberftnndenmachen? Dann ist es mit seiner Weisheit sehr schlecht bestellt. Der Referent schloß seine Rede mit den pompösen Worten: Unser Bestreben muß cs sein, den einst gegoltenen Spruch: „Das Handwerk hat einen goldenen Boden" wieder zur Geltung zu bringen. Der Mann dürfte nicht wissen, daß die Arbeiter wenig Ursache haben, diesen Spruch — der eigentlich von jenen erfunden wurde, für die die Arbeiter schaffen mußten — hochzuhalten. Wenn die Herren „Professionisten" sich nach jener Zeit zurücksehnen, wo dieser Spruch gegolten hat, dann offenbaren sie damit nur ihre rückschrittliche Gesinnung. — Als zweiter Referent trat der aus der Organisation hinausgeworfene M a t h i e s auf. Dieser wärmte den alten Kohl auf, daß das Zentralpersonalkommissionsmitglied Genosse Kurtag sich nicht nach dem Beschlüsse einer Vertrauenmännerversammlung gehalten habe, daß er nicht die Interessen der Professionisten vertrete, sondern nur die der Allgemeinheit und des Berkehrs-personalS und daß ihm daher die „Professionisten" nicht das Vertrauen schenken könnten. Dieser beantragte schließlich eine Resolution, in welcher Genosse Kurtag aufgefordert wird, feilte Stelle niederzulegen. Für diese Resolution stimmten im ganzen vier Teilnehmer einschließlich des Antragstellers, der sich einen großen Erfolg erhofft hatte. Genosse K u r t a g, der an dieser Versammlung teilnahm, gab nun Aufklärung über das Verhältnis der Personalkommissionen und erwähnte, daß es eine ganz irrtümliche Auffassung ist, wenn man meint, daß das Personalkommissionsmitglied irgendeinen Einfluß auf die Bahnverwaltung ausüben kann; es steht ihm bloß das Recht zu, die Wünsche des Personals in Form von Anträgen vorzu-bringen und zu vertreten. Daß die Werkstättenarbeiter so wenig erreichen, daran sind sie nur selbst schuld, da jede Tischgesellschaft einen Verein gründet; es entsteht hierdurch eine Gehässigkeit und Uneinigkeit unter dem Personal, was selbstverständlich das Eintreten für die Interessen des Personals nur erschwert und es fast unmöglich macht, etwas zu erzielen. Die vielen Standesvereine und Klubs sind ganz wertlos für die Eisenbahner, nur eine große, alle Kategorien der Eisenbahner umfassende Organisation, kann etwas erzielen. Genosse K u r t a g erwähnte dann noch die vielen im Interesse des Werkstättenpersonals angebrachten Anträge und sagte, daß es nun Sache der Eisenbahner selbst ist, dieselben durchzusehen. Schließlich erklärte Genosse Kur tag, daß er leider dem Wunsche der vier Herren, welche für die Resolution gestimmt haben, nicht Nachkommen könne, so gern er dies tun möchte, iveil die Ausübung der Funktion als Zentralausschußmitglied nur Verdruß und viel Arbeit mit sich bringt; aber, da er schon die Verpflichtung, für die Interessen der Eisenbahner einzu-treten, übernommen habe und das übrige Personal mit seiner Tätigkeit einverstanden ist, so wolle er die Stelle bis zur Beendigung der Funktionsdauer beibehalten. Der Vorsitzende Herr Winklmayr dankte sodann Genossen Kurtag im Namen der Versammlung für seine sachlichen Ausführungen. Genosse M a ck i n g e r verwies darauf, daß durch die technische Entwicklung der Professionist immer entbehrlicher wird, was einige Versammlungsteilnehmer unbegreiflich fanden, so daß sie diese Aeußerung mit Hohngelächter aufnahmen. Ein Ausschussmitglied macht Genossen Kurtag ganz ernstlich aufmerksam, daß er in dieser Versammlung nicht von Arbeitern und Eisenbahnern zu sprechen habe, sondern nur von Professionisten. Herr K r e n m a y e r (!) stellte den Antrag, der 'Ausschuß möge die Forderungen des Vereines unter Beiziehung des Genossen Kurtag beraten, damit ein vernünftiger Antrag erzielt werde, iveil sonst die Versammlung zu keinem solchen komme und die Teilnehmer unbefriedigt nach Hause gehen müßten. — Hier haben wir das Bild der Vereinstätigteit eines Vereines, der sich zur Aufgabe gestellt hat, das Interesse eines Teiles des Werkstättenpersonals zu vertreten. Zeigt der Besuch dieser Versammlung, wie es um die angebliche Größe des Professio-nistenvereineS an seiner Zentralstelle aussieht, so gibt die Versammlung selbst Aufschluß über den Geist, der im Professionistenverein herrscht. Ebensowenig als der Professionistenverein die industrielle Entwicklung aufzuhalten vermag, ebensowenig ist er imstande, die Versprechungen zu erfüllen, die er seinen Leuten macht. Iglet«. (23 a I) ii ärztliche s.) Aus Jglau kommt uns eine Nachricht zu, der wir, wenn sie nicht von vollkommen vertrauenswürdiger Seite kommen würde, kaum Glauben schenken könnten. Nachdem aber diese über den dortigen Bahnarzt der k. k. österreichischen Staatsbahnen gebrachten Beschuldigungen auch schon Runde in mehreren Blattern gemacht, _ ohne daß Dr. Bauer darauf reagiert hätte, können wir nicht umhin, diese krassen Vorgänge auf diesem Wege zur Kenntnis des k. k. Eisenbahnministerinms zu bringen und wünschen, daß in dieser Beziehung bald Rentebur geschaffen werde, da es nicht angeht, daß die Gesundheit der Eisenbahnbediensteten und ihrer Familien der Gewissenlosigkeit dieses nach Mammon strebenden Arztes ausgeliesert wird. Wir sind gegen Dr. Bauer in gar keiner Weise voreingenommen, aber das eine muß gesagt werden, daß es absolut unmöglich ist, daß Dr. Bauer in so vielen Funktionen tätig ist; er muß naturgemäß die Ausübung der einen oder der anderen Funktion vernachlässigen. Dr. Bauer ist städtischer Arzt und hat in dieser Funktion io viel zu tun, daß es ausgeschlossen erscheint, bei der auSgebreiteten Agenda, die mit dieser Funktion verbunden ist, auch noch andere Funktionen zu bekleiden. Das hindert aber Dr. Bauer keineswegs, neben dem Amte eines städtischen Arztes auch noch Arzt der k. k. Tabakfabrik in Jglau zu sein, deren Arbeiterschaft nach Hunderten zählt; er ist weiter Arzt des bürgerlichen Brauhauses und noch einiger Betriebskrankenkassen größerer Industrie-Unternehmungen; er ist ferner Kassenarzt der Krankenkasse Jglau (Stadt) und zu alledem noch Bahnarzh der k. k. österreichischen Staatsbahnen. Es liegt auf der Hand, daß diese Vielseitigkeit des Dr. Bauer nicht zu Nutzen und Frommen der Kranken ausfallen kann und gerade die Eisenbahner baben die meiste Ursache zur Klage, die wir durch einzelne Tatsachen erhärten wollen. 1. Im Juni 1910 wurde Dr. Bauer zu dem schwer erkrankten Kinde des Bediensteten F. Vhskoäil in Ruitmiv gerufen. Als er das kranke Kind oberflächlich untersucht hatte, erklärte er, daß die Krankheit sehr schwer und unheilbar ist und das Kind längstens innerhalb acht Tagen sterben muß. Ohne dem bedauernswerten Kinde auch nur ein Linderungsmittel zu verordnen, sagte er zu den Angehörigen: „Ich komme nicht mehr, weil daS Kind verloren und ihm nicht zu helfen i st." Mit diesen trostvollen Worten empfahl er sich von dem niedergebeugten Vater. Dock, dieser, den Worten des Arztes keinen Glauben schenkend, nahm einen anderen Arzt, welcher nach einer gründlichen Untersuchung wohl auch erklärte, daß eine schwere Krankheit bevorsteht, jedoch bei richtiger Behandlung die Katastrophe vermieden werden kann! Und siehe da! Innerhalb vier Wochen wurde das- Kind gesund und ist munter und frisch. Nach Dr. Bauers Diagnose würde das Kind unrettbar verloren gewesen sein. ■2. Zu Ende des vorigen Jahres wurde Dr. Jä au er zu einem erkrankten Wächter namens Josef V a s ä I gerufen; nachdem er kalte Umschläge verordnet-.', befahl er dem Wächter, nach vier Tagen wieder in den Dienst zu gehen. Slksäk konnte jedoch nicht daS Bett verlassen und ersuchte den Inspektor, Herrn Großmann, er möge eine neuerliche ärztliche Untersuchung veranlassen. Dr. Bauer kam er st über persönliche Intervention d e S Inspektors Herrn G r o ß m a n n zu dem Kranken und erklärte, „das ist nichts, das geht ja bald vorüber". Der Kranke, der sich nicht rühren konnte, wurde durch das uchumane Vorgehen des Bahnarztes noch der Gefahr auSgesetzt, von seinen Vorgesetzten als Simulant angesehen zu werden. 8. Dr. Bauer wurde der Familie des Wächters Vasük zum Verhängnis. Im Dezember 1910 wurde er zu der schwer erkrankten Frau gerufen. E r k a m jedoch nicht. Da kam in die Ordination des Bahnarztes Dr. Bauer der Sohn der Erkrankten und bat innigst, seine Mutte zu besuchen. Der Menschenfreund Bauer meinte aber ironisch, das sei nicht no tw endi g, und ohne die Kranke zu untersuchen, ja ohne sie zu s c h c n, uc r sch rieb erihr ein Schwitzpulver und eine Einreibung. DaS ist nur Rheumatismus vom „Luftzug", erklärte der gewiegte Medikus. Die Krankheit der Frau wurde immer ernster und da berief Vaimk in seiner Verzweiflung den praktischen Arzt aus Jglau Dr. P l e v a, welcher zur nicht geringen U Überraschung der Angehörige» eine gefährliche und bereits weit vorgeschrittene 'Nierenkrank-heit konstatierte. Die Krankheit war bereits zu einem Stadium gediehen, daß jede ärztliche Hilfe zu spät w a r. Die Gattin des Wächters und Mutter mehrerer Kinder starb am 18. Jänner d. I.. weil es dem vielbeschäftigten Herrn Dr. Bauer nicht beliebte, die Kranke zu besuchen. 4. Ein Bediensteter litt an rechtsseitigem Leistenbruch und Entzündung des Blinddarmes. Dr. Bauer ordinierte Einreibungen und erklärte, das sei nur ein MuSkelrhenma-tismus, welcher den Bediensteten befähigt, weiterzuarbeiten. Eine echt Dr. Eisenbartsche Methode! Dr. Bauer verfährt ja mit den Bediensteten bedeutend schlimmer, als der ärgste Regimentsarzt mit seiner Mannschaft. Er heilt eine jede Krankheit, ohne den Kranken auch zu untersuchen mit Einreibungen und Salizylpulver. Dafür ist er aber im Einkassieren seines Bahnarztenhonorars in keiner Weise unpünktlich. Obwohl mehr als genügend Beschwerden von anderer Seite vorliegen, schweigen die StaatSbahnbediensteteii! und lassen sich ruhig die Brutalitäten dieses Arztes gefallen,, weil sie fürchten, daß der Mann mit seinen Konnexionen nicht nur mit der Rathausclique, sondern auch mit anderen Faktoren sie in ihrer Existenz schädigen könnte. Wir machen das Ministerium auf diese schreienden Zustände hiermit öffentlich aufmerksam, weil wir nicht voraussetzeil können, daß dteserj stellen- und geldhungrige Mensch freiwillig seinen „Abschied nimmt. Sollte diese Mahnung nicht genügen, dann werden wir. darum sorgen, daß über diese skandalösen Zustände an einem anderen Orte gesprochen wird. Auch die Aerztekawmer sollte diesem eines Arztes unwürdigen Treiben nicht ruhig zusühen, oder sind die Herren wirklich schon so weit, daß ihnen der. Mammon über Wissenschaft und Menschlichkeit geht? Westeiidvrf. Der Herr Vorstand Franz Boerger von Westendorf ist der Meinung, daß das mit ihm in Berührung kommende niedere Personal aus lauter Sklaven bestehe. ist ihm ein Herzensbedürfnis, jedem Untergeordneten den Dienst und das Leben möglichst sauer zu machen. Bedienstete, und selbst Parteien leiden unter seiner Tyrannei. Und doch hätte dieser Herr so nötig, vor seiner eigenen Tür zu kehren. waS er auch baldigst tun möge; sonst könnte es zu spät sein. Auch der Vorstand von Westendorf hat Vorgesetzte, die nur noch nicht viele seiner jüngsten Dienststückchen kennen. Vreiteilstein am Semmering. Herr Bahnmeister Josef S o v a k wurde von hier nach Döslau versetzt. Aus diesem Anlaß ruft ihm das gesamte Personal ein herzliches Lebewohl und Glückauf im neuen Domizil zu. Herr Josef S o v a k war uns stets ein gerechter und einsichtsvoller Vorgesetzter und können wir den Kollegen in Vöslau zu ihrem neuen Bahnmeister bestens gratulieren. Maria-Rain. Der hiesige Bürgermeister tritt den Eisen-, bahnern gegenüber sehr gehässig auf und neidet alt gewordenen Oberbauarbeitern ihre karge Provision. Dem Beispiel ihres Oberhauptes folgt die andere ansässige Bevölkerung von Maria-Rain und man verleidet cs den Eisenbahnern sogar, wenn sie im Gasthaus friedlich beisammensttzen. Gerade der Bürgermeister von Maria-Rain hat wenig Ursache, über die Eisenbahner loszuziehen. Er hat schweres Geld bei den Stein» und Schotterlieferungen zum Bahnban verdient. Wenn er und seine Genossen sich seinerzeit so sehr bemühten, daß die Bahn an Maria-Rain vorbeigehe, muß man sich auch jetzt mit der Tatsache abfinden, daß es Eisenbahner auf der Welt gibt. Ein Bruder des Bürgermeisters bezieht als Oberst seine Pension, die er sich wohl weniger schwer verdient hat als ein alter Oberbauarbeiter seine Provision, über die sich der Bürgermeister den Mund zerreißt. Solange die Bauern ihre Dienstboten so behandeln, wie dies eine Dorfgröße tat, der die Mutter seiner unehelichen Tochter, welche fast ihr ganzes Leben bei ihm im Dienste stand, aus seinem Hause wies, als ihre Tochter einen Eisenbahner heiratete, wird es niemand in den Bauerndienst ziehen. Der Bürgermeister von Maria-Rain täte, anstatt die Gemeindebewohner gegeneinander zu Hetzen, besser daran, auf seine Getreuen einzuwirken, damit diese Frieden halten und ihren Haß gegen die Eisenbahner eindämmen. Wir könnten uns sonst eingehender mit ihm beschäftigen, auf den Schulhausbau und die Straßenerhaltung Nr. 6 _____- zu spreche» kommen und die Bezirkshauptmannschaft auf ihre Pflichten einem derartigen Gemeindeoberhaupt gegenüber Vermahnen. Dem Bildungsniveau des Bürgermeisters von Maria-Rain wäre cS allerdings mehr angepas;t, wenn man zu einem handgreiflicheren Mittel der Selbsthilfe greifen würde. Villach (Hauptbahnhof). Am Samstag den 11. Februar wurden infolge eines heftigen Anpralles der verschiebenden Lokomotive einige Personen des von der t. k. Staatsbahn , kommenden, nach Meran rollenden llebergangs(Kurs)wagens 1 in Villach leicht verletzt. Zu diesem bedauerlichen Vorfall wird uns nachstehender Sachverhalt mitgeteilt: So wie immer sollte auch an diesem Tage der Kurswagen, welcher mit dem Schnell- - zug der k. k. Staatsbahn 907 kommt, auf den Persanenzug 417 der Südbahn gestellt werden. An diesem Tage brachte Zug 417 auch zwei hohe Fleischwagen mit, die vor die Lokomotive gestellt wurden. Mit diesen Wagen fuhr man auf Zug 007 und holte zwei Wagen. Der Kurswagen wurde auf Zug 417 abgerollt, der zweite Wagen wurde auf die Seite gestellt. Als nun das Fahrsignal kam, fuhr der Lokomotivführer K. entsprechend dem Signal „Vorwärts", und da er bas später gegebene „Langsamsignal" infolge eines großen BogenS und der zwei hohen Wagen nicht sah, prallte er so stark an, daß die vorerwähnten Verletzungen infolge Herabfallens von Gepäck er. vorkamen. Da nun seit dem letzten Eisenbahnunglück vom "4. Dezember ein Telephon die Station mit den Acrzten verbindet, wurde dieses doch nicht angewendet, sondern ein Bediensteter lief bei allen Acrzten herum zu fragen, ob kein Arzt zu treffen sei. Da natürlich die Aerzte doch nicht zu Hause warte», bis ein Unfall am Villacher Hauptbahnhof gemeldet wird, anderseits kein Arzt in die Station bestellt wurde, wurden die Verletzten in der Station Spittal an der Drau untersucht. Stadlau. Die Bediensteten der St. C. G. gaben sich der Hoffnung hin, das; cs durch die Verstaatlichung besser werde und daß gewisse Mängel nbgeschafft werden. Leider müssen «sie wahrnehmen, daß sich alles zum Nachteil der Bediensteten wendet. Eine kleine Auslese davon wollen wir hier veröffentlichen. So kann man an den Kohlenabfasztagen sehen, wie sich die Bediensteten bemühen, Regiekohlen zu bekommen. Da stehen 40, 60 und noch mehr Bedienstete oder deren Angehörige beim Materialdepot und warten, ob sie nicht vielleicht -doch von den vorhandenen Kohlen (ein Waggon) etwas m--kommen. Doch siehe da, die Kohlen sind ausgegeben und nur wenige hatten das Glück, Kohlen zu bekommen. Die anderen gehen leer aus, wandern schimpfend und fluchend ihrer Wohnung zu, schimpfend deswegen, weil man ihnen vier bis fünf Wochen früher das Geld für die Kohlen abgenommen hat, und fluchend, weil sie weiter teure Kohlen vom Kohlenhändler auf Schulden nehmen müssen. Andere wieder gehen zum Herrn Heizhausvorstand Ingenieur Taussig Beschwerde führen, welcher ihnen bedeutet, sie mögen nachmittags zum Material-Zepot einen Spaziergang machen; wenn Kohle da ist, werden ste welche bekommen. Glaubt denn Herr Taussig, daß die Bediensteten oder deren Angehörige nichts anderes zu tun haben, als vier- bis fünfmal einen Spaziergang zum Kohlenfasseil zu machen? Abhilfe wäre hier dringend notwendig. Versannnlungsberichte. . Krakau, linier dem Vorsitz der Genossen Krwawicz und Gazur fand Donnerstag den 2. Februar d. I. im Saale des „Hotel Klein" eine von Eisenbahnern aller Kategorien von Krakau und Podgvrze massenhaft besuchte öffentliche Eisenbahner-ucrsaimnlung statt, welche sich mit den geplanten und teilweise >n Durchführung begriffenen „Ersparnissen" beiden!.!, österreichischen Staatsbahnen sowie mit dem neuen Eisenbahn-Mlinstcr Herrn G l o m b i n S k i beschäftigte. Genosse L F c l d-m nun besprach in einer mehr als einstündigen Rede die bei den k. k. Staatsbahnen seitens der Staatsbahnbircktionen vorgc-schlagenen Ersparnisse", die das bestehende Defizit beseitigen sollen. Diese Ersparungen sollen lediglich aus Kosten des Personals durchgesührt werden. Er zählte alle die Verlürznngen und Verschlechterungen, denen das Personal ausgesctzt werden soll, um der notleidenden Verwaltung ans die Beine zu helfen, der Reche nach auf und wies darauf hin, daß die Eisenbahner, die doch lauge genug geduldig auf die versprochenen Reformen, die ihnen ihre Lage bei der enorm steigenden Teuerung aller Lebens-haltungsbedür,nisse:, verbessern sollten, gewartet haben, nicht genullt sind, sich ihre erworbenen Rechte einfach wegnehmen zu lassen. Redner erinnerte ans die Hoffnungen, die sich an die Person des neuen Eifenbahnministers knüpfen und seine Versprechungen, die Herr G l o m b i n s k i als P o l i t i k e r den Eisen-bahnbediensteten gemacht und meinte, das; er diese als Mi n i st e r gewiß auch einlösen wird. Zum Schluß seiner Ausführungen beantragte Genosse F c l d m a n n nachstehende Resolution zur Annahme: ' ■ »Die am 2. Februar 1911 im „Hotel Klein" versammelten Eisenbahner sprechen die Hoffnung aus, daß der neue Eisenbahn-minister Herr Gloinbiusk die ihm bekannten und im Antrag der sozialdemokratischen Abgeordneten vom Jahre 1908 enthaltenen Forderungen der Eiseubahnbediensteten erfüllen wird. 2»e Versammelten protestieren energisch gegen die von der Direktorenkonserenz vorgeschlagenen Ersparnisse auf Kosten « ®^icnstot°„ und erklären, daß sie bereit sind, ihre Rechte mit allen Mitteln zu verteidigen. In politischer Beziehung auf nationalem Boden stehend, ?n-^:5,men Versammelten jedoch die Notwendigkeit der einheitlichen, zentralen Berufsorganisation und sprechen der Zentral-Organisation sowie den sozialdemokratischen Abgeordneten ihre vollste Anerkennung aus für ihre bisherige Tätigkeit zur Verbesserung der Lage der Eiseubahnbediensteten. Die Versammelten fordern den Herrn Eisenbahuministcr G l om binski auf, aus den galizischen Eisenbahnen, insbesondere sur die Prüfungen, die polnische Sprache einzusühren." Genosse D u 8 ek wies in seinen Ausführungen darauf hin. daß es nicht an der Zeit ist, die Hände in den Schoß zu legen, sondern gerade jetzt, wo alle im Staat maßgebenden Faktoren bestrebt sind, den Eisenbahnern das, was sie durch langjährigen erbitterten Kampf erworben haben, zu nehmen, ihnen das Koa-Iltionsrecht noch mehr zu verschlechtern und die Organisations-Möglichkeit zu rauben, ja durch die geplante Strasgesetzresorm ihnen die emzige Waffe, die sie befähigt, den wirtschaftlichen Kampf fuhren zu können, aus den Händen zu winden, alle Kräfte anzusvaiincn, um die Organisation stark, mächtig und kampffähig zu machen. Nachdem »och die Genossen K l u e z k a, G r h l o w s k i, Gazur, Krwawicz und andere gesprochen haben, wurde unter stürmischem Beifall die beantragte Resolution einstimmig angenommen. Diese imposante Versammlung hat den klaren Beweis erbracht, daß nicht nur der größte Teil der Eisenbahner im Lager der Zentralvrganisation steht, sondern daß die vom national-klerikalen Klüngel angestrebten Versuche, diese einheitliche Organi-l?Tton„ ?u Zerschlagen, an dem gesunden Menschenverstand der Eisenbahner Schiffbruch erleiden müssen. — ei— rc., , «lostergvat'. Am 8. Jänner fand hier eine öffentliche Eisenbahncrversamiulung statt. Die Tagesordnung lautete: 1. Die Bedeutung der Personalkommissionen. 2. Nationale und internationale Gewerkschaften. 3. Die Lebcnsmitteltcuerung und die Eisenbahner. 4. Anfragen und Anträge. Die Versammlung war gut beuch^ Die Referate erstatteten in deutscher Sprache Genosse R. Schiller aus Bodenbach, m tschechischer Sprache Genosse E b el auö Prag. Beide Referenten ernteten, insbesondere als sie über den Zusammenschluß des Reichsbundes deutscher Eisen-llflauer mit der ZemskiiJcdnota sprachen, stürmischen Beifall. Zu dieser Versammlung wurden rechtzeitig die hiesigen Ortsgruppen der nationalen Eisenbahnerorganisaiionen schriftlich eingelade», die Zernskä Jednota entschuldigte ihr Fernbleiben mit dem Abhalten ihrer Generalversammlung, doch der Reichsbund deutscher Eisenbahner sandte folgendes Schreiben: Werte Vereinsleitung 1 In Beantwortung ihrer Einladung vom 31. Dezember 1910 betreffs der öffentlichen Eisenbahnervcr-sammliing am 8. Jänner 1911 im Gasthaus „zum Gartenhaus", erlauben wir uns folgendes mitzuteilen. Laut einstimmigen MonatLversammlungsbeschluß vom 1. Jänner 1910 ist cs unmöglich, mit solchen Leuten versammelt zu sein, die einer Partei angehören, die in letzter Zeit das deutsche Volk in der unflätigstem Weise beschimpfen ließ. Josef V a I e n t i n, Schriftführer; Joses F i n d e i s, Obmann. Reichsbund deutscher Eisenbahner Oesterreichs, Ortsgruppe Klostergrab. Was die Herren mit der Beschimpfung des Volkes meinen, geht aus einem Leitaufsatz des „Deutschen Eisenbahner" vom 1. November 1910 hervor, herunter dem Schlagwort: „Was wir uns merken müssen" die bekannte Verdrehung brachte, Genosse Dr. Renner habe die deutschen Arbeiter „Lumpenhunde" genannt. Diese Lüge ist schon oft genug widerlegt worden; wenn die Reichsbündlcr sich einmal dazu ausschwingcn könnten, eine ernste Broschüre zu lesen, so würden sie in Dr. Renners Büchlein „Der deutsche Arbeiter und der Nationalismus" finden, daß Renner die Streikbrecher, die ihren Arbeiterverrat unter dem Deckmantel des Nationalismus begehen, Lumpenhunde genannt hat. Erscheint den Klostergraber Ncichsbündlern dieses Wort als zu hart für Streikbrecher, halten sie die deutschnatio-nalen Streikbrecher vielleicht für einen so wertvollen Teil des deutschen Volkes, daß die richtige Bezeichnung solcher Leute in ihren Augen einer Beleidigung der deutschen Nation gleichkommt 'i Aber wir kennen schon unsere Pappenheimer. Sticht der von ihnen in dem oben wiedergcgebenen Schreiben angeführte Grund ist es, der sie von der Versammlung fern hielt, sondern die Furcht, öffentlich Rede stehen zu müssen. Wir glauben es gerne, daß sich die Herren des Reichsbundes in der Gesellschaft der Klerikalen wohler fühlen. Mit wenigen Ausnahmen sind ja die hiesigen Reichsbündler dem hiesigen Schützcnkorps beigetreten, dessen Hauptaufgabe es ist, bei Kirchensesten, Ausersiehungs- und Fron-leichnamsprozessionen, Roscnkranzsest, in der Chrislnacht n. s. w. tcilzunchmcn. Wenn ein größeres Kirchensest stattfindct, rückt der Reichsbund aus, zum Beispiel um den Empfang des Bischofes verschönern zu helfen. Wie der deutsche Freisinn hcrabgekommen ist. Und bei den Tschcchischnationalcn ist es nicht anders. Auch sie weichen gerne einer öffentlichen Aussprache in weitem Bogen aus. Wahrlich, sie sind einander ebenbürtig, die Nationalen hüben und drüben. Waidhofe« a. d. MbS. (Oberbauarbeiterversa m m l u n g.) Am 2. Februar um 3 Uhr nachmittags fand imArbeiterhcim eine massenhaft bcsuchteOberbauarbeiterversamm-lung statt, in welcher Zentralarbeiterausschußmitglied Genosse Schneider aus Wien referierte. Derselbe besprach eingehend die ausgestellten Forderungen der Obcrbauarbeiter. Der Referent schloß mit dem Wunsch, daß doch endlich alle erkennen möchten, daß nur eine starke Organisation imstande ist, den Forderungen Nachdruck zu verleihen. Der Redner erntete lebhaften Beifall. Nillach. (W ä ch te r v c r sam m l u n g.) Am 22. Jänner fand um 4 Uhr nachmittags im Vcreinslokal eine Wächter-bcsprechung statt, bei welcher Genosse Herzog über die letzten Zugeständnisse referierte. Wiener-Neustadt. (W ä ch t e r v e r s a m m I u n g.) Bei der in Wiener-Neustadt in Dampfs Gasthaus am 18. Jänner 1911 stattgesundenen Wächterversammlung sprach Personalkommissionsmitglied Genosse Franz Herzig ausführlich über die Härten, unter denen das Aächterpersonal zu leiden hat und über die Schwierigkeiten der Ueberleitung der Wächter in die Verhältnisse analog jenen der k. k. Staatsbahn. Die Versammlung faßte nachstehende Resolution: Die heutige Versammlung spricht ihren gewählten Personalkommissionsmitgliedern für ihre unermüdliche aufopferungsvolle Tätigkeit im Interesse des Wächterpersonals, insbesondere bei Durchsetzung der mit so viel Schwierigkeiten verbundenen Ueberleitnngsbestimmungen für die älteren Wächter, vollsten Dank und Anerkennung aus und hofft, daß sich in Anerkennung dessen, die Wächter bis aus den letzten Mann der Organisation an» schließen werden, um so die notwendige imponierende Macht zu erlangen, unseren noch unerfüllten gerechten Wünschen zum Durchbruch zu verhelfen. Lemberg. (Konferenz der Ortsgruppen und Z a h l st e l l e n in Galizien.) Am 31. Jänner und 1. Februar d. I. fand in Lemberg eine Konferenz der galizischen Ortsgruppen statt, an der außer 26 Delegierten aus 9 Ortsgruppen, die Mitglieder des Lemberger Sekretariats, auch der Genosse Rcichsratsabgcordnetcr Josef T o m s ch i k und die Genoffen D u § e k und S o m i t s ch aus Wien anwesend waren. Ferner kamen die Genossen Rcichsratsabgeordnetcn Witt Hk und Moraczewski. Die Tagesordnung lautete; 1. Bericht des Sekretariats (Referent Genosse Kaczanowski), 2. Bericht des Zcntralsekretärs über die Aktionen der Organisation (Referent Reichsratsabgeordneter Genosse Tomschik). 3. Organisation und Agitation. 4. Presse. 5. Anträge. Zum ersten Punkt brachte Genosse Kaczanowski einen detaillierten Bericht über die Tätigkeit des Sekretariats, aus dem hervorgeht, daß die Organisation in Galizien in erfreulichem Wachstum begriffen ist. Der Bericht gab Anlaß zu einer lebhaften Debatte, die fast den ganzen ersten Tag in Anspruch nahm. Zum zweiten Punkt, Reichsratsabgeordneter Genosse Tomschik, welcher in einer großangelegten Rede die Tätigkeit der Organisation sowie die Taktik, die in den Kämpfen um die Besserstellung der Eisenbahner beobachtet werden mußte, schilderte, und auf die Kämpfe, die uns in der Zukunft bcvorstehcn, hinwies. Mit einem warmen Appell an die versammelten Vertrauensmänner, in ihren Gruppen die intensivste Agitation für die Organisation zu entfalten, schloß Genosse Tomschik sein Referat, welches einen tiefen Eindruck auf die Versammelten ausgeübt und wiederholten lauten Beifall auslöstc. Ebenfalls der dritte Punkt: Organisation und Agitation (Referent Genosse Kaczanowski) löste eine lebhafte Debatte aus und gab zu verschiedenen Wünschen und Beschwerden Anlaß. Zum Schluffe wurde, um die Arbeit des Lemberger Sekretariats zu erleichtern, ein viergliedriges Komitee gewählt und die Genossen I a n s o n, T o r u n, S i c n i c k i und W i l l m a n n in dasselbe berufen. Sodann Wurden Fragen interner Natur behandelt und diesbezügliche Anträge gestellt und beschlossen. Zu einer geradezu stürmischen Debatte gab der vierte Punkt: „Presse" Anlaß. Die ruthe-nischen Genossen wünschten, trotzdem das Blatt als selbständiges Blatt, nicht halten kann, ein zweimaliges Erscheinen im vergrößerten Format durchzusetzcn und Genosse C z a r-n e c k i, der interimistische Redakteur des ruthenischen Blattes „Zeleznicnik" führte eine besonders scharfe Sprache. Ihm antworteten die Genossen T o m s ch i k und D u 5 e k, ferner WittHk und Kaczanowski sowie eine Reihe anderer Genossen. Beim Punkt 5 wurden verschiedene Anträge gestellt, die vom Genossen Tomschik zur Kenntnis genommen wurden. Bei der Konferenz trat ganz klar zutage, daß die Organisation in Galizien fortschreitet und trotz des Bramar-basierens des bedauernswerten klerikal-nationalen Vereinchens „Samapomoc" festen Fuß unter der galizischen Eisenbahnerschaft faßt. Konwtau. (Z u g s b e g l e i t e r v e r s a m m l u n g.) Am Montag den 13. Februar tagte in Herrn Georgs Gasthaus in Oberndorf eine Zugsbegleiterversammlung. Das Lokal war bis auf den letzten Platz gefüllt und nahm die Versammlung einen sehr schönen Verlauf. Der Referent Genosse Schiller erläuterte die Ungerechtigkeiten, welche1 bei der B. E. B. herrschen, so daß er am Schluffe seiner Ausführungen „reichen Beifall erntete. Nach dem Referat des Genossen Schiller wurde eine Resolution versaßt und beantragt, diese durch den. Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerkschaftsverein der General» direktion der B. E. B. zu überreichen. Der Antrag sowie die Resolution wurden von allen Anwesenden ohne Unterschied der Parteizugehörigkeit und Rangsklasse angenommen. Genosse Schiller führte zum Schluß der Versammlung aus, daß es nur einer starken Organisation möglich ist, etwas zu erreichen. Hierauf schloß der Vorsitzende die Versammlung mit der Aufforderung, sich ebenso zahlreich wieder einzusinden, falls der Stuf an sie ergehen sollte. Es sei noch bemerkt, daß fast allen anwesenden Indifferenten ihren Beitritt zu unserer Organisation anmeldeten. Eite den Organisationen. Salzburg. Am Samstag den 4. Februar fand in Glasers „Hotel Bahnhof" die diesjährige Geucralvcrsammluug statt, bei welcher nach Erstattung des Jahresberichtes durch die verschiedenen Funktionäre als Vertreter der Zentrale Genosse Adolf M üller in einem anderthalbstündigcn, äußerst gediegenen Referat über de» Zweck der Organisation und dereBNutzen sowie über die kommenden Ereignisse bei den k. k. Staatsbahnen und bei den Lokalbahnen sprach. Die überaus wertvollen Ausführungen fanden ungeteilten Beifall und es wäre nur zu wünschen, daß solchen Versammlungen von seiten der Lokaleisenbahner mehr Interesse entgegengebracht würde und muß man es tatsächlich den Tramwahbediensteten lassen, öast sie der Sache viel mehr Verständnis entgegenbringen als die Bediensteten der Jschler Bahn, welche zwar ebensogut wie alle anderen die herrschenden Mängel empfinden, jedoch aus ganz kleinlichen, persönlichen Gründen solchen Veranstaltungen sernblciben. — Nach dem Referat de» Genossen Müller ergriff der als Gast an-amvesende Genosse Ho Sn e d l das Wort und geißelte in seiner Rede das Vorgehen der gegenwärtigen Regierung und kam sodann ebenfalls auf die Lage der Eisenbahner zu sprechen und beivies an der Hand von Ziffernmaterial, daß nur durch eine gute Organisation etwa» zu erreichen ist. Nachdem noch die Genossen S ch o ck, K i r ch s ch l a g e r und Stifter über interne Angelegenheiten gesprochen hatten, schloß der Obmann Genosse Ritz mit einem kräftigen Schlußwort die Versammlung. In die' Vereinsleitung wurden folgende Genossen gewählt: Karl Ritz, Obmann; weiters: Kirchschläger, Schock/Stifter, Kafka, S v I l c r e d e r, W e i e r m a n n. Auch wurde zur Erledigung der übrigen Angelegenheiten ein weiterer Ausschuß gebildet und in denselben Genossen aus allen VerwendungSkatc-gvrien gewühlt. Zuschriften sind zu richten an Genossen Karl R i tz, Zugssührer, Itzling, Hauptstraße 3. Straßwalchcn. Am 2. d. M. fand in Herrn FeldbacherF Gasthaus in Neumarkt eine BereinSversaiUmlung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht des Delegierten über die Konferenz der Oberüauarbeiter. 2. Zweck und Stutzen der Organisation. 3. Die Interessen der Arbeiterschaft und die verschiedenen politischen Parteien. Zu Punkt 1 sprach Genosse Rachbauer anderthalb Stunden unter Beifall der Versammlung. Zu Punkt 2 und 3 referierte Genosse Witternig, Redakteur aus Salzburg, in ausgezeichneter Weise durch zwei Stunden, oft vom Beifall der Versammelten unterbrochen. Nach einigen Schluß- und Dankes-tvorten des Vorsitzenden Genossen Diwisch wurde die von zirka 100 Personen besuchte Versammlung um 8 Uhr abends geschlossen. Hetzendorf. An: 1. Februar 1911 fand in unserem Ver-einLlokal, Franz Moser» Restauration, unsere Generalversammlung mit folgender Tagesordnung statt: I. Rechenschaftsbericht. 2, Wahl des Ausschusses. 3. Vortrag d?s Genossen Schneider. 1. Anträge und Anfragen. Als Vorsitzende wurden die Genossen Lawitzka und Oppeker gewählt. Aus dem ersten Punkt: Rechenschaftsbericht für das Jahr 1910 über die Einnahmen und Ausgaben und über die Tätigkeit unseres Vereines heben wir hervor, daß fünf kranken Mitgliedern eine Unter-stützung gewährt wurde. Beim zweiten Punkt: Wahl des Ausschusses, wurden folgende Funktionäre einstimmig gewühlt: Die Genossen Ferdinand Lawitzka, Zahlstellenleiter, Josef ©taugt, Stellvertreter; Albert Oppeker, Schriftführer, Ignaz Straß er, Stellvertreter; Georg Fr eil er. Kassier, Johann P i a I e k, Stellvertreter; Franz Brunne r, Franz H a n s l i k, Kontrollore; Johann Baumgartner, Johann Grill, Bibliothekare, und Rudolf M ü n z, Thomas N o w a e e f, Ausschussmitglieder; ferner wurden die Genossen Rudolf M ü n z, Franz Lettner für Hetzendorf und Leopold K e r n, Anton Pretz für Obcrlaa als Vertrauensmänner gewählt. Zum dritten Punkt wurde dem Zentralarbeitsausschußmitglied Genossen Ferdinand Schneider das Wort erteilt. Genosse Schneider hielt ein sehr vortreffliches Referat über die letzte Sitzung des ZcntralarbcitSailSschusses und über die Reichskonserenz der Bahnerhaltungsarbeiter sowie über die Lage derselben. Genossen Schneider wurde nach anderthalbstündiger Rede der beste Dank der Anwesenden ausgesprochen. Zu bemerken ist, daß dieser Vortrag so wirksam war, daß sich sofort mehrere Arbeiter unserer Organisation anschlossen. Unter dem vierten Punkt: Anträge und Anfragen, wurden mehrere Vereinsangclegenheiten und die Dienst- und Arbeitsverhältnisse besprochen. Zum Schluß richtete der Vorsitzende einen Appell an die Versammlung, unseren falschen Freunden kein Vertrauen zu schenken, denn diese Leute fallen uns immer in den Rücken, wenn es für unsere gute Sache gilt. Nur durch Einigkeit und gemeinsames Zusammenwirken können wir unsere Lage verbessern und unsere Organisation ausbauen. Er schloß um 10 Uhr abends diese sehr gut besuchte Versammlung. Nmstetten. (G e n e r a l v e r s a in m I u u g.) Am 28.Jänner hielt die Ortsgruppe des Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerk-schastsvereincs für Oesterreich in A in st e t t e n in Brunner» Gasthaus seine ganzjährige gut besuchte Generalversammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Bericht d e r F u n k t i o n ürc. 2. Neuwahl. In den neuen Ausschuß wurden gewählt: Wilhelm S ch n eckenleitne r, Obmann, Rudolf A i g n e r, Stellvertreter; Johann Wolf, Kassier; Thomas Zemanek, Schriftführer ; Rupert Ä a m p f Müller, Evidenzführer; Ignaz Winkler und Franz S k a m i n e, Bibliothekare; Leopold Asbök und Josef Schmied, Revisoren; Schneckenleitner, Rupert Kamps nr »Ile r, Franz S k a m i»e, Michael Wolflehner und Franz Kernstok, Subkassiere. Weiter» sind noch in den Ausschuß gewählt: Ludwig S i g m e t h, Johann H o f e r, Josef Bretting, August I o ch i n g e r und Josef D a u d i n g e r. Nachdem dem alten Ausschuß das Absolutvrium erteilt wurde, ging man zum dritten Punkt „Vortrag" über. Als Referent war Genosse Adolf Müller aus Wien erschienen. Erbesprach in ausführlicher Weise die heutige Lage der Eisenbahner und verwie« insbesondere auf daö durchgesührte Kvalitionsgesetz in Demschland und daß gar bald auch wir in Oesterreia) vor die gleiche Alternative gestellt werden können. Um ein Gesetz zu verhindern, welches geeignet ist, unsere geringe Freiheit noch mehr zu beschränken, gemahnte er der Pflicht, uns solidarisch zu vereinigen und auch die heute unserer Organisation noch Fernstehenden in die Organisation zu bringen, nachzukommen. Meran. Sonntag den 5. d. M. fand im Vereinslokal „Englischer Hof" die ordentliche Geueralrersammlung mit de« üblichen Tagesordnung statt. Die Berichte des Ausschusses wurden mit Befriedigung zur Kenntnis genommen und dem Ausschuß das Absolutorium erteilt. Die Neuwahl der OrtSgruppenleilung ergab folgendes Resultat: ES wurden gewählt: Matthias Mair, Obmann, Josef G v b e s, Stellvertreter; Johann R achoinig, Schriftführer, Johann S t a n z l, Stellvertreter; Johann Bernhart, Kassier, Josef Huber, Stellvertreter; als Subkassiere: für die Strecke: Heinrich Duß; für die Station: Johann Bale- Ferdinand SB i 1 i nt c k, Franz Strobl, Johann Marth, August Pernufch und Leopold 9Dt eister, Ausfchutzmitglieder; Johann $ o r | iicr, Johann Unterkircher und Joses Heide, Kassarevisoren. Die gut besuchte Versammlung wurde nach dreistündiger Dauer mit einem warmen Appell an die neugewählten ti'unttiontite sowie an die Mitglieder, rastlos weiterzuarbeiten, vom Obmann geschlossen. Obertraun. Bei der am ü. Februar abgehaltenen Generalversammlung der Zahlstelle Obertraun wurden folgende Genossen ui den Ausschuß gewählt: Joses Hinterer, Obmann, Ludwig Eggenreiter, Stellvertreter; Matthias ©Urner, Kassier, Franz Rasp, Stellvertreter; Josef Pernkops, Schriftführer, Ignaz R a f p, Stellvertreter; Joses Binder, Kontrollor, Leopold Pernkops, Stellvertreter; TobiaS Zauner, Bibliothekar. Für die Genossen in Steeg in Oberösterreich wurde Franz Geisberger alS toubkasfter gewählt. Alle Zuschriften sind an Josef Hinterer, Bahnarbeiter in Obertrau am Hallstättersee Nr. 72, zu senden. Wien XIV. Bei der am 4. Februar 1911 in Freys Restauration ftattgefunbenen Generalversammlung der Ortsgruppe wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Johann Hartmann, Karl Hof bau er, Hubert Kolibal, Joses S ch a s f e r n a g g, Josef E l t m a n n, Jakob Fiedler, Emil Bortisch, Johann Herzig. Josef Pollak, Franz 2 am-prech t, Matthias Huber, Sebastian M i g s ch. Die BereinLabend« finden immer den ersten Samstag nach dem 3. und 17. jeden Monats statt. Sollte der 3. oder 17. aus einen Samstag fallen, fo ist am selben Tage um V,8 Uhr BereinLabend im BereinSlokal, XV., Mariahilferstraße 176. Tetschcu. Bei der am 12. d. M. im Gasthaus „zur Tanne" obgehaltenen Generalversammlung der Ortsgruppe Letschen des Allgemeinen Rechtsschutz- und GtcroerffchaftsveremeS für Oesterreich wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Franz Vertreter; Robert SSiIbner, Bibliothekar, Franz Minnich, Stellvertreter; Anton tzünig, Franz Heinrich, Eduard üohm, Adolf Behr, Stanislaus Heller, Wenzel Wokoun und Rudolf Jäger, Beisitzende; Gustav Staudach er und Andreas Locke, Revisoren. Alle Zuschriften sind an den Obmann Franz Focke, Letschen, Wiesengasse 37S, zu richten. Klagenfurt. Bei der am 5.d.M. siattgefundenen Generalversammlung wurden nachstehende Funktionäre gewählt: Ignaz «raz, Bahnmeister der Südbahn, ftlagenfurt, ftanalgaffe 1, Obmann, Franz Wabnig, Magazinsmeifter der k. k. Staatsbahn, Mlagenfurt, St. Ruprecht, Renngaffe 3, Matthias 2fchinII, Oberkondukteur der Südbahn, Klagensurt, Unfallhaus 13, 2. Stück. Stellvertreter • Johann SB a i d i ch, Lokomotivführer der k. k. StaatSbahn. Klageniurt. Rudolsstraße 46, Schriftführer. Alois Pichler, Kondukteur, Südbahn, RudolsSbahngürtel 16, Andreas Blatnig, Stationsarbeiter der k. k. Staatsbahn, St. Ruprecht, Sonnwendgasse, Stellvertreter; Joses Florian, Platzmeister der k. k. Staatsbayn, Klagensurt, Achatzlaasse 8, Kassier, Gottfried P o l l a ck. KondnkteurzugSführer der Südbahn, Ulagensurt, St. Ruprecht, Feldhofgasse 4, Stellvertreter; Benjamin Straz-ttil, Portier der k. k. Staatsbahn. Klagensurt (Bahnhof), Biblio-thüar, Balthasar H r a st n i g, Wächter der Südbahn, Ebenthal bei Klagensurt. Wächterhaus Nr. 88, Post Limersach, Josef Rothel, Verschieber der k. k. Staatsbahn, Klagensurt, Achatzl-gafss 8, Stellvertreter; Matthias Ortner. Lokomotivführer der r. 1. totaatSbahn, Biktring, Schmelzhütte 6, Anton Hetz, Tcle-graphenmeister der Südbahn, Klagensurt, Josef HaSImeier, Kolrdukteurzugsführer der Sudbayn, Klagensurt, Kontrollore; Beniamm Lindner, Wächter dcr k. k. Staatsbahn. Magen, tust, Rupert H a ntschitz. Weichenwächter der I. k. Staatsbahn, Mlagertfurt, JohannWtefer. Zimmermann. Bahnerhallungs-ftftun Mlagenfurt (f. I Staatebahn). Franz Blatnig. Hilfs-wacher der Südbahn, Klagensurt. Georg R a t h g e b. Bremser der wüdbahn, Klagensurt, Ausschussmitglieder. Selzthal. (33 e r e i n 8 v e r f a m nt I u n g.) Slnt 2. Februar fand hier in Hubmanns Gafchaus eine freie Sereinitierfamm-lung statt, bei welcher Genosse Hammerstorfer aus Steinach über .Zweck und Entstehung der CrganijatimV sprach. Anläßlich des Todes des Genossen Paul Singer wurde durch Erheben von den Sitzplätzen das Beileid der Versammlung aus-gedrückt. Schwar,;ach-St. Veit. Am 12. Februar fand die ganz-IQhrtge Generalversammlung der Ortsgruppe statt, wo Landtags-nbgeordneier ProEfch einen lehrreichen Bortraa über: „Kapital und Arbeit" hielt. Jglau. Die Ortsgruppe Jglau hielt am 11. Jänner 1911 u?t ~ nachmittags die ganzjährige Generalversammlung ab, wo folgende Genofsen in den Ausschuß gewählt wurden: Anton S w o b o d a, Obmann, Karl Reumann, Stell-Vertreter; Slnton Fuchs. Kassier. Joses Luke sch, «Stelluerlrclc; Joses Laschka, Schriftführer, Josef Homolka, Stellvertreter; Joses Horowitz und Heinrich Kratochwil. Auslunssstellen-le»ter und Bibliothekare; Kiesling und fl u t k a. Kontrolle. ErsatzauLschüfse: Dusfek, Anton Kratochwil, Johann iy r e u d c n r e i ch, 3J i m m e r i ch t e r, Johann Kuttelwafcher, ~^opotö Nowak, Korber und Gell. Subkassiere: Für Polna Latt I, für Fußdors Fenz, für k. k. Staatsbahn H r u z a, für Wiese Konwalina und S m e j t a 1, für die •löerkstätte Kral, für die Station Oe. R. W. B. Kasal. Weiters wurde der Beschluß gefaßt, daß von nun an die -RonatSoersammlungen jeden ersten Sonntag im Monat und di« Ausschußsitzungeit jeden zweiten Montag im Monat statt, tmben. Sämtliche Zuschriften sind an den Obmann Genossen Union S w o b o d a, Hohlweg 19, in Geldangelegenheiten an oen Kassier Genossen Anton Fuchs, Stürzergafse 25, zu richten. Heiligenstadt. Am 8. Februar um 8 Uhr abends hielt vre Ortsgruppe Heiligenstadt ihre diesjährige Generalversammlung ab, welche sehr gut besucht war und bei welcher Genosse ,,a80 ß*n* von der Unterrichtsorganisation einen Bortrag j^er: „Dte Entstehung der Erbe" hielt. Seine trefflichen, wissen-'cqastiichett, mit Humor begleiteten Ausführungen ernteten Itittmtfchen Beifall. Wetters erstattete der alte Ausschuß seinen Tätigkeitsbericht über das abgelaufcttc Vereinsjahr und wurde mesem für seine Tätigkeit das Abfolutorium erteilt. Bei der Jreumatjl wurden folgende Genossen zu Funktionären gewählt; August Hutterer, Obmann, Dominik Drevo und >Mes Auer, Stellvertreter; Willibald Kloß, Schriftführer, -Zohann Mctcrkjofcr,Stellvertreter; Adolf Kotrba. Kassier, «arl Hausknotz. Stellvertreter: Franz Matou«. Adolf •j?a°ctt», Bibliothekare; Antvn Birnbaumer, Kontrollor, ^achbem noch Genosse Hutterer in kurzen, kräftigen Worten amuidjc Anwesenden zur Agitation aufforderte und Genofse ^°trba in längeren trefflichen Ausführungen den Wert der -Utietterprejjc speziell für die Eisenbahner hervorhob und die An-uefenben zum Abonnement ber „Arbeiter-Zeitung" aufforbertc, 19,U6 der Vorsitzende Genosse Czermak um */attioii ttinr Sctaittonrh"!!.) HAnolfenle ßriife bei »sieiisen. Was Nervenleiden sind, das spüren viele, c8 wissen es aber nur wenige. DaS Nervensystem besteht in seinen wichtigsten und der Menge nach größten Teilen aus dem Gehirn und Rückenmark, die in die einzelnen Organe des Körpers aufs feinste verzweigten Nervenfasern vermitteln nur die Verbindung zwischen diesem sogenannten Zentralnervensystem und den Organen. Die weitaus meisten Nervenleiden haben ihren Sitz im Gehirn und Rückenmark, selbst wenn sie sich in ganz anderen Teilen des Körpers sichtbar und fühlbar äußern. Symptome von Nervenleiden sind zum Beispiel Kopfschmerzen, Gliederreißen, Zuckungen, Rückenschmerzen, Gesichtsschmerzcn, Schmerzen im Hals, Armen und Gelenken, Augcnflimmern, Blutlvallungen, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, schwere oder schreckliche Träume, Beklemmungen, Schwindel-anfälle, Angstgefühle, übermäßige Empfindlichkeit gegen Geräusche, Reizbarkeit, besonders früh nach dem Aufstehen, Launenhaftigkeit, Versagen des Gedächtnisses, gelbe Hautflecke, Klopfen in den Adern, Gefühl von Taubheit in den Gliedern, Zittern der Hände und Knien Bei Erregungen, blaue Ringe um die Augen, Ohrensausen, sonderbare Gelüste und Abneigungen, Impotenz, Schreckhaftigkeit, Neigung zu Trunksucht und anderen Ausschweifungen 11. s. w. Nervenleiden sind meistens Erschöpfungszustände der Nerven, entstanden entweder durch Ueberanstrengung derselben (Ueberarbeitung, Aufregung, Angst, Sorge, Kummer) aber auch oft durch Ausschweifungen aller Art, ferner durch ungeeignete Ernährung. Zur Beseitigung gibt cs zwei Wege: Entweder unbedingte Ruhe, also vor allen Dingen Beseitigung der Ueberarbeitung, Aufregungen, des Kummers, der Sorgen u. f. w., oder Kräftigung der Nerven durch Zuführung geeigneter Stoffe. Noch besser ist es natürlich, wenn man beides, Ruhe und stärkende Mittel zugleich anwenden kann, Reiz- oder Betäubungsmittel, wie zum Beispiel Alkohol. Kaffee, Brom u. s. w. können niemals stärkende Mittel sein, sondern höchstens für kurze Zeit eine Besserung vortauschen, der aber natürlich sofort eine Verschlimmerung folgt: Wenn man eine schwächliche Pflanze kräftigen will, so mengt man dem Boden diejenigen Stoffe bei, die der Pflanze zum richtigen Gedeihen fehlen. Dann wächst sie wieder und trägt Blüten und Früchte. Genau so verhält es sich mit den Nerven. Auch die beste Nahrung enthält nicht genug derjenigen Stoffe, deren die erschöpften Nerven bedürfen, um sich wieder zu erholen, wieder leistungsfähig zu werden. Die Stoffe müssen aber eigens in konzentriertem Zustande zugeführt werben. ES sind dies t>or_ allem anorganische Phosphorsäureverbindungen, wissenschaftlich Lecithine genannt. Sie bilden den wirksamen Hauptbestandteil des bekannten Dr. Erhard-schen „Visnervins", über dessen Wirksamkeit bei Nervenleiden unter anderen Herr Sekretär I. Weiß in Neunkirchen folgendes schreibt: Durch den Gebrauch Ihres „Visnervin" habe ich ganz überraschende Erfolge erzielt und kann dasselbe jedem Nervenleidenden nur aufs wärmste empfehlen. Seit August litt ich fast ununterbrochen an heftigen Schmerzen im Rücken, welche sich zeitweilig auf Hüften und Oberschenkel ausdehnten, verbunden mit Kopfschmerzen, Flimmern vor den Augen, so daß ich sehr häufig wahrend des Dienstes alles Lesen und Schreiben vollständig einstellen mußte, weil mir die ganze Seite als eine verschwommene schwarzweiße Masse erschien. Einzelne Buchstaben oder Wörter zu entziffern, war mir in solchen Momenten nicht möglich. Am schlimmsten waren für mich jedoch die schlaflosen Nächte und die starke Aufregung bei der allergeringsten Veranlassung. Seit dem Gebrauch JbreS Präparates find nun alle diese Erscheinungen säst spur-los verschwunden. Trotzdem will ich Ihre letzte Sendung noch ganz entnehmen, indem ich gleichzeitig die feste Zuversicht habe, daß ich dann von der weiteren Einnahme der Pastillen tibfehcti kann. Ihr „Visnervin" kann nur als eine Wohltat für jeden Nervenkranken bezeichnet werden. Indem ich Sie meines aufrichtigen Dankes versichere u. f. w. Wie Aerzte darüber urteilen, das beweist folgendes Schreiben des Karmeliterin nen - Klo st ers Sankt Pieter b. Mastrich: Senben Sie uns weitere sechs Dosen „Visnervin". Unser Hausarzt hat das Präparat als ein sehr gutes bezeichnet und ^empfohlen,„es Weiterhin zu nehmen. Tausende solcher Zuschriften liegen vor und soeben erst wieder ist ein ganzes Buch voll lolcher aus letzter Heit herausgegeben worden, welches jeden Nervenleidenden tn höchstem Grade interessieren wird. . Noch größeres Interesse aber wird die Tatiache erregen, daß jeder Interessent das Mittel versuchen kann, ohne Geld dafür nuszugeben. Wenn man nämlich unter Hinweis au, diesen Artikel eine Postkarte an Dr. Arthur Erhard G. m. b. H., Berlin Sö/Postsach P. 10«, schreibt, so erhält man außer einem belehrenden Buche auch eine Probedose „Visnervin gratis zugescmdt. Allerdings darf man nicht allzu lange zögern, bis man schreibt, auch schon deshalb nicht, weil Erschöpfungszustände der Nerven eine recht ernste .sache Md. Zi.hu Jahre VEsheim. Sonntag den 26. Februar 1911 feiert das Wiener VolkSheim, die erste BolkSuniversität des Kontinents, sein z e h n i Ü h r i g e s Bestehe tt. Ein Strom von Wissen ging, seit das Volks!,eint seine schlichten Pforten öffnete, in die AW der Wiener Bevölkerung imb Abend um Abend holen sich Hunderte von Arbeitern nu3 den Hürsülen ^ und Laboratorien bicics segensreichen Bildungsimütuts neue Erkenntuiskrast und Lebensfreude. Die offizielle Feier findet Sonntag um 7,11 Uhr vormittags statt; nachmittags werden (amtliche Lehrrämne und Bibtiothetfalc zur Besichtigung frei offcnsteheii. Zahlreiche Veranstaltungen, EinzelauSflcllmiycn und Aufführungen werden veranschaulichen, was die Wiener Bevölkerung dem Bolkshetm an innerem Leben und Aufschwung uerdantt. Es ist zu wün'chen, das; seitens der «Seivcrtfchaften die Beteiligung cut dem Feste des Volkshcims eine recht rege fein möge. Bei Veranstaltung Bällen und Festen aller Art empfiehlt den 1’. T. Genoffen fein reichhaltiges Lager in FaschingS-arttkeln und Jnxbazaren (Siehe Inserat) Berthvld F u ch s, Wien 11/2, Nordbahnftratze 44. Die Ermüdung, wie sie bei schwerem Dienst Eintritt, bekämpft man am besten durch eine Dnjfe Rindsuppe, die alle anregenden Eigenschaften des Älkohols bcicht, aber ohne denen erschlaffende Fvlgewirkung. Früher war die Herstellung einer guten Rindsuppe teuer und zeitraubend. Heute übergießt man einfach einen Maggis Nindstippemvurfel (ä 5 tz.) mit kochendem Waffcr. Der bewährte Name Maggi bürgt für beste Qualität. MitteUnngen der Zentrale. ZentrirlaiiSschuftsitzunff otn 9. Februar 1911. Berichterstattung über die am 31. Jänner, 1. und 2. £veüruat 1911 in Lemberg ftoitqefunbcncn Konsereuzen und Beschluß-fassung hierüber. — Herausgabe einer Beilage zum poi-niichen Fachblatt in rutheuischer Sprache. — Beilgegung einer Streitfache zwischen mehreren Vertrauensmännern. — Festsetzung einer Konferenz der Wiener Arbetteraus-schüsse; einer gemeinsamen Sitzung mit den gewählten Vorstandsmitgliedern der berussgenossenschaftlichen Unfall« Versicherungsanstalt sowie einer separaten Sitzung zwecks Beratung über die separatistische tschechische Bewegung unter den Eisenbahnern in Böhmen und Diahren. —• Er» ledigung des Einlauses. Sprechsaal. An das gesamte Personal der österreichischen Privatüahnen. (Eisenbahner! Genossen! Kollegen! Infolge Ablaufes ber Funktionsdauer der von den versicherten Eisenbahnbediensteten im Jahre 1908 gewählten Delegierten und deren Ersatzmänner hat der Vorstand der berufsgenossenschaftlichen UusallversicherunaSanstalt in Gemäßheit des 8 9 des Statuts die Äieuwahl der Delegierten und deren Ersatzmänner für die die Gesamtheit der Mitglieder vertretende Generalversammlung der berufsgenossen-schaftlichen UnfaUversicherungsanstult der üsterretchischen Eisenbahnen ausgeschriebeu. „ r w Laut §§ 8 und 9 des Statuts ist von den der Unfall« versichecungsanstalt als Mitglieder anaehüreoden Elfen» bahv.bebietiiteteti jeder einzelnen Eisenbahnutiteruehmung ein Delegierter zur Generalverfammlung sowie ein Ersatz» mann desselben zu wühlen. Es ist sonnt von dem gesamten Personal (Beamten, Unterbeamten, Maschinen- und Zugbegleitungspersonal, Wächtern, Stationsbedtensteten, Werkstätten-, Heizhaus-, Alagazins- und Cbcrlmuarbeitcm :c. :c.) der österreichischen Privatbahnen je ein Delegierter und ein Ersatzmann für die berussgeuossenschaftliche Unfallversicherungsanstalt der österreichischen Eisenbahnen zu mahlen. Wir empfehlen daher sämtlichen Bediensteten der österreichischen Pnvatbahnen ohne Unterschied der Kategorie nachfolgende Kandidaten zur Wahl: Achcnsccbahu« Delegierter: Anton Schuntner, Maschinenmeister 3enbad). , , , (Srjaijmaitn: Anton Kainrath, Lokomotivführer, Jenbach Ausfig-Teplitzcr Eisenbahn. Delegierter: Franz Kohl, Lokomotivführer, Komotau. (Sr;at)inann : Josef Schiller, Schmied, äbcrkstätie Aussig an der Elbe. Gaiöbergbahn. Delegierter: MotS Huber, Lokomotivführer. Parsch. Ersatzmann: Joses Rauchenschwandter, Welk» fiikjrer, Parsch. Lokalbahn Innsbruck-Hall in Tirol. Delegierter: Ferdinand K i u d I m a it 11, Kondukteur, Innsbruck. Ersatzmann: Ludwig Eder, Lackierer, InnÄruck. Fricbländer Bezirksbahn. Delegierter: Karl Seeliger, Stationsleiter, Haindors. Ersatzmann: Stanislaus Ra im, Kanzlist, Friedlanb. Salzburger Eisenbahn- und Tramwaygesellschaft. Delegierter: Robert Kirsch schlag er, Wagenführer, Salzburg. Ersatzmann: Rupert S 0 l l e r e d e r, Zngsführer, Salzburg. Standin g-Strambergcr Lokalbahn. Delegierter: Leopold Gindra, Magazinsaussche^ NesselSdvrf. Erjatzmann: Franz Kutae, Kondukteur. Stauding. Südbah«. Delegierter: Robert Scherbapm, Zugsredisor, Wim. Ersatzmann: Ludwig Beer, Lolyuivtwführer, Würz« Zuschlag. Seite 14 1 - , , ------------------- Eisenbahn Wien-Nspang. Delegierter: Wenzel üinze t, Werkstüttenarbeiter, Wien , Ersatzmann : Josef Händler, Siationsausscher, Wlllendvrs. ' Wiener Lokalbahnen. Delegierter: Franz Moser, Kondukteurzugsführer, lab« lelnSborf. Ersatzmann: Josef Pelikan, Lokomotivführer, JnzerSdorf. Salzkammcrgnt-Lokalbahn. Delegierter: Karl Ritz, ZugSführcr, Salzburg. Ersatzmann: Josef Loch dichter, Lokomotivführer, Ischl. Buschtichradcr Eisenbahn. Delegierter: Josef H a 31 c r, Lokomotivführer, Bubna. Ersatzmann: Wenzel Truka, Werkstättenarbester, Komotau. Brunner Lokalciscnbahngescllschaft. Delegierter: Johann S z c z u r e k, Motorsührer, Rlährisch. Oftrau. i Ersatzmann: MoiS Huletschn tj, Kondukteur, Mährisch-Ostrau. Schmalspurbahn Köuigshof-Koncprus. Delegierter: Franz Koran da, Bahnmeister, Beraun. Ersatzmann: Joses B e r d h ch, Bahmvächtcr, Beraun. Lokalbahn Brünn-Lösch. Delegierter: Franz Dvorak, Lokomotivführer, Schimitz. , , _ Ersatzmann: Josef Mlöo ch, Weichensteller, Oernowitz bei Brunn. Eisenbahner k Genossen! Kollegen! Wähler! Es gilt alles daranzusetzen, daß unsere Kandidaten bei allen Privatbahncn gewählt werden. Die Negierung plant gegen die berufsgenossenschaftliche Unfallversicherungsanstalt ein Attentat: man will anstatt verbessern noch verschlechtern; wir müssen daher auf der Hut sein. Jeder einzelne musj für unsere Kandidaten agitieren, damit die Mamelucken, .Ja"sager oder Demagogen, die unsere Feinde sind, in diesem Wahlkampfe neuerlich unterliegen. Versäumt eure Pflicht am Wahltage nicht und laßt euch nicht einschüchtern, ihr habt das freie Wahlrecht. Jeder Wähler hat einen unausgesüllten Stimmzettel zu bekommen. Jeder Bedienstete, welcher seitens seiner Vorgesetzten in ungesetzlicher Weise deshalb, weil er frei wählen ivill, beeinflußt wirb, ober wenn ihm gedroht wird, wenn er frei wählt, soll sofort, ohne sich in eine lange Debatte mit einem solchen Vorgesetzten einzulassen, die Aufnahme eines Protokolls verlangen. DiesesProtokoll ist nur dann zu unterschreiben, wenn es wahrheitsgemäß abgefaßt ist. Ueber jede Wahlbeeinflussung, respek-tiveWahlschwindel wolleman sofort unter Angabe von Zeugen :c. wahrheitsgemäß an die Redaktion des .Eisenbahners Wien, V, Z e n t a g a s s e 5, berichte n. Eisenbahner. Kollegen und Genossen! Wählt nur die oben angeführten Kandidaten, um jede Stimmenzersplitterung zu vermeiden. Die oben angeführten Kandidaten sind erprobte Männer, die jederzeit, soweit ihre Macht reicht, für die Rechte der Mitglieder der berufsgenossenschaftlichen Unfallversicherungsanstalt der österreichischen Eisenbahnen eintreten werden. * * * An unsere Ortsgruppen- und Zahlsteklcnlcitungen der Privaibahncn. Bezüglich der im Laufe der letzten Woche zur Versendung gebrachten Flugblälter zur Wahl der Delegierten und deren Ersatzmänner der berufsgenossenschaftlichen Unsallversicherungsanstalt auf den österreichischen Eisenbahnen und aus den österreichischen Privatbahnen stellt die Zentral'.eitung an alle Ortsgruppen- und Zahlstellen-funktionürc sowie an die übrigen Genossen Vertrauensmänner das Ersuchen, kräftig und eifrig zu agitieren und die Verteilung der Flugblätter zweckmäßig vorzunehmen, damit nicht in einer Station die Verteilung doppelt und in der anderen gar nicht erfolgt. Zu diesem Behuse haben sich die Genossen mit den Nachbarortsgruppen rechtzeitig zu verständigen, damit nichts versäumt wird und der Sieg auf unserer Seite ist. Die Kandidatenlisten sind von den Flu gb lä ttern a bzutrennen und in die Stimm-zettel einzukleben. Bezüglich der Stationsskrutinien. wo solche vorgenommen werden, ist es Pflicht unserer Vertrauensmänner, sofort Vorsorge zu treffen, damit für das Skrutinium zu-mmdestens in jeder Station, wo skrutiniert wird, zwei Vertrauenspersonen nominiert und den maßgebenden Vorgesetzten bekanntgcgcbcn werden. Die Ortsgruppen und Zahlstellen am Sitze der Direktion haben ebenfalls sofort mindestens zwei Vertrauenspersonen zu nominieren, welche der Direktion für das Hauptskrutinium in Vorschlag zu bringen sind und um deren Zuziehung zu ersuchen ist. Druckfehlerberichtigung. Die in der Nummer 5 veröffentlichte Kandidatenliste der Aussig-Teplitzer Eisenbahn ist folgend richtigzustellen r Delegierter: Franz Kohl, Lokomotivführer, Komotau. Achtung, Wächter und Ablöscwächter der Strecke Stadlau-Marchegg und Stadlau-Grusr-bach. Sonntag den 26. Februar um 1 Uhr nachmittags findet in Herrn Josef Nothacksbergers Gasthaus, Bahnstraße Nr. 205 in WolkerSdors. eine 8 2-Versammlung für sämtliche Wächter (Bahnerhaltung und Verkehr) statt. Wir ersuchen die Genossen und Kollegen, sehr zahlreich zu erscheinen. Blockputzer der k. k. Staatsbahndirektion Linz. Am 5. März findet in Attnang, tz u m e r S Gasthvs, eine Besprechung der Blockputzer dcS Direktionsbezirkes Linz statt. Anfang 2 Uhr nachmittags. Die Kollegen Blockputzcr werden er» sucht, sich zahlreich an dieser wichtigen Besprechung zu beteiligen. Reinem: Freijchlag aus Linz. Eisenbahner.« Offene Anfragen. Al» die Baudirektion der Südbahn. Die im Südbahnpersonalhaus in Spittal an der Drau wohnenden zwölf Parteien haben schon vor längerer Zeit ein Gesuch um Auflassung des Gartenpacbtes gemacht, da sie ohnehin sehr viel Wohnungszins zahlen müssen und da der Garten sehr schlecht ist. Obwohl sie das Gesuch im Dezember v. I. dem Herrn Stationschef überreichten, sind sie bis heute ohne Erledigung und ersuchen auf diesem Wege um günstige Erledigung desselben. Die Betroffenen. An die k. f. Direktion der Staatseisenbahngesellschaft in Wien. Bor Jahresfrist haben mehrere Oberbanarbeiter an die Streckenleitung Mistclbach ein Gesuch um Aufnahme in den ProvisionSionds eingesendet. Da bis heute keine Erledigung gekommen ist, so vermuten die Bittsteller, daß ihr Gesuch gar nicht an die k. k. Direktion in Wien gesendet wurde. Um eine baldige und günstige Erledigung wird gebeten. An die löbliche k. k. Direktion für die Linie der Staatseisenbahngesellschaft in Wien. In der Strecke Olmütz-Hochslein wurden für die jetzige Winterperiode bloß je 500 Kilogramm Kohle und 20 alte Schwellen zur Beheizung der Diensthüttsn verabfolgt. Die Schwellen sind durchwegs vollkommen morsch und durchnäßt, so daß sie beinahe unverwendbar sind. Bei der rauhen Witterung auf der genannten Strecke haben die Wächter sehr stark unter der großen Külte zu leiden. Aus diesen Gründen ersuchen die Betroffenen um schleunige Abhilfe. An die k. k. Staatsbahndirektion in Olmiitz. Ist einer k. k. Staatöbabndirektion bekannt, daß in der Station Röwersdors der Weichenwächter zu Reinigungsnrbeiten, wie Abortwaschen u. s. w. vom dortigen Herrn Stationsvorstand kommandiert wird. Nachdem für derartige Ncinigungsarbeiten an jeder Station ein bestimmter Betrag angewiesen wird und zu diesen Arbeiten zumeist weibliche Personen verwendet werden, so wird eine k. k. S aatsbalmdirektion gebeten, zu veranlassen, daß der in allen anderen Stationen übliche Vorgang auch1 in der Station Röwersdors eingehakten werde. An das k. k. Cisenbahnniinistcrinin Wien. Die Blocksignaldiener des Bahnbetriebsamtes Silin der k. k. Staatsbahnen erlauben sich die Anfrage zu stellen, ob einem boben Ministerium bekannt ist, daß die Blocksignaldiener nach dem zwölfstündigen Nachtdienst sofort die Reinigung der Weichen und das Schmieren der Lauf- und Winkelrollen und das Reinigen der Stellriegel und Drahtzüge bciorgen müssen, was eine Zeit von fünf bis sechs Stunden täglich in Anspruch nimmt. Von seiten der Betroffenen wurde bereits am 1. November 1910 ein Gesuch an die Stnatsbahndirektion Pilsen um Abstellung dieier Arbeiten eingereicht, bis heute warten die Block-fignaldiencr aber noch auf die Erledigung desselben. In Anbetracht dieser Dienstleistung, die einem 24stündigen Dienst mit zwölsstündiger Ruhezeit gleichkäme und da für diese Diensteinteilung ein zwölsstündiger Dienst und 24stündige Ruhezeit festgesetzt ist, lehnen bei dem überaus starken Verkehr und Verschub in dieser Station die Betroffenen jedwede Verantwortung ab. Die Blocksignaldiener der Station Silin ersuchen ein hohes Ministerium um Untersuchung der Angelegenheit in der Station und um Abnahme der außergewöhnlichen und über den normalen Dienst zu leistenden Arbei cn. Die Blocksignaldiener der Station Silin. Freie Eisenbahnerversammlungen. Bär» und Umgebung. Sonntag den 12. März l. I. um 1 Uhr nachmittags findet im Gasthaus .zur guten Hoffnung* in AnderSdors eine frei zugängliche Eiscnbahnerversammlung statt, wozu alle Kollegen höflichst eingcladen werden. Auch Frauen sind mitzubringen. Referent Genosse Stur an da aus Brünn. Allgemeiner Rechtsschutz- und Gewerkschaftsverein für Oesterreich. Zahlstelle Dölkstein. Die Mitglieder der Zahlstelle werden ausgefordert, die Versammlungen und Besprechungen bester wie bisher zu besuchen. Es ist Pflicht aller dienstfreien Kollegen, die von der Leitung der Zahlstelle anberaumten Versammlungen jederzeit pün tlich zu besuchen, damit ein jedes Mitglied über die eingc-leiteten Aktionen der Organisation informiert ist. Zahlstelle Wauthausen. Am 26. Februar um 8 Uhr vormittags findet hier eine Versammlung der Eisenbahner statt. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen notwendig. Ortsgruppe Dur. Am 12. März findet eine freie Ver-einsveriamnilung statt. Referate deutsch und tschechisch. Zahlreiches Erscheinen notwendig. Ortsgruppe Klostergrab. Die Generalversammlung findet am 5. März um '/S9 Uhr abends im Gasthaus „zum Gartenhaus" mit äußerst wichtiger Tagesordnung statt Die Kollegen wollen sich zahlreich an dieser Versammlung beteiligen. Ferner werden die Mitglieder ersucht, ihre Mitgliedsbücher und Jnterimskarten behufs Kontrolle an den Staffier Genossen Gautsch abzugeben. Ortsgruppe Zpittal a. b. Drau. Die Ausschustsitzungen finden jeden ersten Donnerstag des Monats statt. Die MonatS-versammlungen jeden darausfo'genden Samstag des Monats nach der Ausschußsitzung. Einzahlungen sind ab 15. Februar an Genossen Isidor Hofer, Wagenmeister der Südbahn, zu richten, da derselbe als Hauptkassier gewählt wurde. Ortsgruppe Driir. Es diene den geehrten Mitgliedern zur Kenntnis, daß am 5. März 1911, abends 8 Uhr, in Sncks Restaurant, Ringstraße, die ganzjährige Generalversammlung stattfindet. Zahlreiches Erscheinen ist Pflicht. Sollte jedoch zur gegebenen Zeit und Stunde die nötige Anzahl von Mitgliedern nicht erschienen sein, so findet unter allen Umständen und ohne Rücksicht aus die Anzahl der anwesenden Mitglieder eine Stunde später eine zweite Generalversammlung statt. Zahlstelle Ielenika. Die Mitglieder werden ersucht, die Beiträge rechtzeitig abzuführen. Ortsgruppe Wien XV. Es diene den geehrten Mitgliedern zur Kenntnis, daß die diesjährige Generalversammlung am 7. März um 7Z7 Uhr abends im Vereinslokal, Salamons Gasthaus, XV., Gasgasse 3, stattfindet. Rach der Generalversammlung gemütliche Unterhaltung und Vorträge. Alle dienstfreien Mitglieder werden eingeladen, möglichst zahlreich und pünktlich zu erscheinen und eventuell auch die Frauen mitzubringen. Ortsgruppe Komotau. Es wird hiermit zur Kenntnis gebracht, daß bedürftige Mitglieder, welche bei der Ortsgruppe um eine Unterstützung ansuchen, das Mitgliedsbuch dem schriftlichen Ansuchen beizulcgen haben, widrigenfalls dieses unberücksichtigt bleibt. Alle Geldsendungen sind an den Kassier Genossen tugo Stütz in Oberdorf, Allee st raße Nr. 252 bei omotau, zu richten. Um Unregelmäßigkeiten bei der Zustellung des „Eisenbahner" hintanzuhalten, werden die Mitglieder nochmals ersucht, jede Wohnungsveränderung dem Kolporteur Genossen Anton ! Wagner rechtzeitig bekanntzugeben. Nr. 6 Zahlstelle Kurth Im Walde. Tie Generalversammlung wird am 5. Mürz um 3 Uhr nachmittags im Ga'lhof „zum goldenen Stern" mit wichtiger Tagesordnung abgehalten. Referent aus Prag. Die Mitglieder werden ersucht, sich zahlreich und pünktlich an der Versammlung zu beteiligen. Zahlstelle Lichtenau. Bei der am 3. Februar I. I. statt-gefundcnen Generalversammlung wurden sämtliche Genossen, welche voriges Jahr in der Leitung waren, einstimmig wieder-gewählt. Genosse K o r a n d a referierte über die neuen Stras-gesetzentwürse, welche im Parlament in Vorberatung stehen und die geeignet sind, die Eisenbahner in ihrem Kvalitionsrccht zu beschränken; ferner über die Stellungnahme unserer Organisation diesen gegenüber sowie über die Flcischteuerung, wofür ihm reicher Beifall gezollt und der Dank ausgesprochen wurde. Zahlstelle Iiersdovf. Die Zahlstelle Ziersdvrf hält am 26. d. M. ihre ganzjährige Generalversammlung ab. Ortsgruppe Kriinn 11. (Kaiser Ferdinands-No r d b a h n) Die Generalversammlung findet am Sonntag den 5. März um 4 Uhr nachmittags im Restaurant Aschenbrenner, Zeile 15, statt. Im Falle Beschlußumähigkeit wird selbe um eine balbc Stunde später eröffnet. Genossen, agitiert daher allseits, auch bei den noch indifferenten Kollegen, und sorgt für einen zahlreichen Besuch. Ortsgruppe Kelztol. Es diene den Mitgliedern der Ortsgruppe Selztal folgendes zur Kenntnis. Als Vertrauensmänner, beziehungsweise Subiässiere sind folgende Genossen auf-ge' eilt, und zwar: Ferdinand S ch imek, Wilhelm Ganser, tür Jrdning Johann Pöllau er. für Siezen Joses Podesscr, für Rottenmann Ignaz Saubath. Die Bücherausgabcn finden jeden Sonn- und Feiertag von y.9 bis 10 Uhr vormittags statt. Die Einzahlungen finden vom 1. bis 5. jeden Monats von 8 bis 10 Uhr vormittags und von 6 bis 8 Uhr abends im Vereinslokal statt. Die Mitglieder werden ersucht, die Einzahlungen stets nur im Vcreinslokal vorzunehmen sowie die Versammlungen besser zu besuchen. Ortsgruppe Tannmald-Kchumburg. Den geehrten Mitgliedern diene zur Kenntnis, daß laut Beschluß der am 5. Februar l. I. stattgenindenen ordentlichen Generalversammlung als Subkassiere für die Strecke Tannmald-Eisenbrod Genosse Michl, für die Strecke Morchenstern Genosse Bel da, für Dcssendorf Genosse Kov -ir und für Grüntal Genosse K a z d a bestimmt wurden. Behufs Anfragen, Informationen u. s. w. haben sämtliche Mitglieder beim Genossen H c r z a n vorzusprechen. Die Vereinsversammlungen finden jeden ersten Sonntag int Monat statt. Zahlstelle Ziedih. Die Generalversammlung findet am 12. März 1911 um 2 Uhr nachmittags im Bere nSlokal in Kloben statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Bericht der Funktionäre. 2. Neuwahl der Vereinsleitung. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes. wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung zu erscheinen. Einladung erfolgt weiter keine. Ortsgruppe Meifrkirchlit». Lwnntag den 12. März 1911, 7 Uhr abends, findet im V'ereinslokal die ganzjährige Generalveriammlung statt; sollte selbe zur festgesetzten Stunde nicht beschlußfähig sein, so findet eine zweite eine Stunde später, ohne Rücksicht aus die Zahl der Erschienenen statt. Es ist Pflicht aller dienstfreien Genossen, zu dieser wichtigen Versammlung pünktlich am Platze zu sein, bei welcher ein Referent anwesend sein wird. Gleichzeitig werden die Genossen ersucht, ihre Frauen in diese wichtige Versammlung mitzubringen. Ortsgruppe Purkersdorf. Den Genossen von Reka-winkel und Umgebung diene zur Kenntnis, daß am Dienstag den 28: Februar 1911, um 3 Uhr nachmittags, in Schmotz Gasthaus, Rekawinkel, eine freie Eisenbahnerversammlung abgc-halten wird. Referenten aus Wien und Purkersdorf. Nach Schluß der Versammlung Tanzkränzchen. Regiebeitrag 20 H. Ortsgruppe Oiödirig. Die diesjährige ordentliche Generalversammlung findet Sonntag den 5. März 1911, um 5 Uhr nachmittags im Vereinslokal, Gasthaus „zum goldenen Strcuz", statt. Die Mitglieder werde« ersucht, vollzählig zu erscheinen sowie eventuelle Rückstände bis dahin zu begleichen. Zahlstelle Kiebekchiff. Freitag den 24. Februar 1911 findet tnt Gasthaus des Herrn Josef Laube in Simmer eine § 2» Versammlung mit sehr wichtiger Tagesordnung statt. Anfang ‘/,9 Uhr abends. Vollzähliges Erscheinen notroenoig. (Ortsgruppe Braunau aut Inn. Es diene den geehrten Mitgliedern zur Kenntnisnahme, daß von nun an jeden 1. des Monats die Mitgliederversammlung und jeden 15. des Monats der Diskussioneabend slattfinden wird. Die Genossen werden daher ausgciordert, von dieser neuen Einführung ausgiebig Gebrauch zu machen, indem sie sich reget-müßig an den Versammlungen und Diskussionen beteiligen mögen. Fort mit der grenzenlosen Gleichgültigkeit, auf zur positiven Arbeit für die Organisation und zur Erweckung des Klassenbewusstseins der Eisenbahner. Zahlstelle Priesen. Am 4. Mürz 1911, um 8 Uhr abends, findet tnt Gasthaus .zur Stadt Priesen", eine öffentliche Eisenbahnerversammlung statt. Die Kollegen werden ersucht, sich zahlreich zu beteiligen. ___ U05EF 6LAHUT OtSCHEMTZ . ^ MAGGI5 jRindsuppe Würfel in allen Preislagen, ferner Original- Ooen’ Tritider-Blnoeles < f. Reise, ]agö, Militär, Sport etc. u Illustrierter Katalog gratis. jtHj B5al L Freund finBfX. Wien 26 Maria-Arhilferstr. Mi 16m>. 103 JPKB>yBSSm IBeste 2 ICfifrl neue graue, gcftfiifime Bett« J*uv ledern ffit. 2'-, bessere Kr. £'40 _ Kr. ü’80, meifje Sit. 4'—, bessere Kr. U'—.Herrschastsschleisi, schneeweihKr.«'—, Daunen. jtrou Sh. k — 7.— und , Daunen, IöcIb Kr. 10'—, Brustflaum kr. IS'—, JSatfetßaum Lr. 14 — von 6 fttlo an ftanto. Fertige Betitcia ouS btdjtflblgem roten, Blauen, gelben ober Weltzen Nanking, eine Lu« dient 180X118 cm samt zweiKopsbolstern, biefe 80X58 cm genügend gefüllt mitneuen, grauen,bnucrfiaftEnBrtttcbcrn Jtr.lR.—^atbbauntnitr. 20"—, Daunen irr. W—, Tuchent allein Kr. 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Zur Verstaatlichung der Eisenbahn Wien-Aspang. Ein Hauptquell der Teuerung. Kreuz und quer unter den deutschen Eisenbahnern. Zugsbegleiter--Reichskonferenz sür alle Bahnen Oesterreichs. Die Diensleinteilung der Zugsexpedrcnten bei der Südbahn. Bon den Signalmeistern. Vom Arbeiter-Zentralausschuh der k. k. Staatsbahnen. Protokoll der Sitzung des Slrbeiter-Zentralausschusses. Einführung eines IV. Anhanges zum Pensionsstatut der Südbahn. Feuilleton: Erlös der Erlösung. Die geheiligte Schulter. I n l a n d: Die deutsch-österreichische Sozialdemokratie 1910. Die Neubeschreibung der Qualifikationstabellen bei der Oe. N. W. B. Wahlumtriebe bei der A. T. E. Ausland: Der französische Westbahnskandal. Technische Errungenschaften im Dienste der Gewerkschaften. Eisenbahnerstreik in England. Die christlichen Gewerkschaften in Deutschland. Aus dem Gerichtssaal: Die Gefahren des Arlberg-iunnels. lieber die Instruktion hinaus. Ein eiugegangener Christlichsozialer. _ Streiflichter: Vorsprache der Arbeiterausschüsse der St. E. G. und Oe. N. W. B. beim Eisenbahnministcr. Deputation der Kanzleigehilfen und der Signalmeisler in der Direktion der St. E. G. Die erste Eisenbahnerversammlung auf der Sulmtal-bahn. Lebensgefährliche Verhältnisse in der Station Stauding. Von der Salzkammergut-Lokalbahn. Akademische Bildung. Die Leiden eines Wagenreinigers. Von der Bahnerhaltungssektion Windifchgraz. Schwerer Zusammenstoß auf der Südbahn. Aus den Amtsblättern: Dienftkleidererfatz. Wahlausschreibung der Südbahn sür die Delegiertenwahl der Berufs« genossenschaftlichen Unfallverficherungsanstalt. Korrespondenzen: Jglau. Triest-Freihafen. Falkenau o. d. Eg er. Linz a. d. Donau. Graz. Simttelfclb. Villach. Wien-Südbahnhof. Stauding. Wien-Praterstern. Versam m lungsberichte: Prägarten. Hallein. Wien. Aus den Organisationen: Koniotau. Szakowa. Mannersdorf. Komotan. Rann. Pragerhof. Hütteldorf. Attnang. Töppeles. Nimburg. Bischofshofen. Verschiedenes: Arbeiterdichtungen. Die Steigerung der Heereslasten. Technisches: Eine Erfindung zur Sicherung des Eisenbahnbetriebes. Patentbericht. Literatur: Volksbildung — Zukunftsglaube. Das Recht. Der Kampf. In Freien Stunden. Mitteilungen der Zentrale: Zentralausschußsitzung. S p r c ch s a a l: An das gesamte Personal der österreichischen Prioatbahnen. An die Genossen Signalmeister. An alle Krankenkassenmitglieder der Südbahn. An die Arbeiter der Staatsbahnwerlstätten in Simmering. Freie E>senb ahnerv ersammlungen:Marchegg. A l l g e m e i n er R e ch tS s ch u tz- und Gewerkschafts-Verein: Villach 1. Tetschcn. Bodenbach. Linz. Admont. Jägern-dors. Falkenau a. d. Eger. Steyr. Linz. Marburg III. Salzburg I. Nieder-Lindewicse. Bischosshosen. Brünn I. Parschnik. 3!euhaus. Amstetten. Waidhofen a. d. Abbs. Aßling. Dvieflrasten der Redakkwn. Nach Bischofshofen. Wenn einigen dortigen offenbar christlichsozialen Herren der „Faschin gL-Couri er* auf die Nerven ging, so zeigt das nur, das; wir ins Schwarze trafen. Lassen sie also die guten Leute toben; sür das Blatt tst das wirklich zu nebensächlich. Für den Inhalt der Inserate Übernimmt die Redaktion und Admlnl-ttratlon keine wie immer geartete Ver- o o Entwertung. o Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion und Administration keine wie Immer geartete Vor-o o antwurtung. o o ÄehtiMBig! Durch Uebernahme einer Konkursmasse von »irka 3000 Posten Herbst Uno Winterkleidern für Herren und ilne.be», wie auch ans Versatzämtern eie-fiante, säst neue tzerbstanziige, Winterröcke, Modeulster, ütabh und Jagdpelze, Frack-, Gumcfinn- unb Gitloitnttjüne -c. gelangen zum Tetail. »erkaui erstaunUch billig. Ch. Tikler, k. r. handelsgerichilich beeideter Schatzmeister, Wien, Ul., Löwengasse Sic. 26, - '— Prodiuzbcrsand prompl. —--l.------=^= Seite 16 „Der Gisenvahner." 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