»r. 198. Somtcrötag, 1. September 1887. 10(». ^oJjrgoug. ItobarterfpMunu fajffi"«1?"*!'?^? W«t *oH»ejfenb«ng: ganjjä&rig fl. 16, &.alb|äbri,) fl. 7,00. 3m Cornet oir: I Die „VaiUQn fritmxa" ctfftrtnt täglift mi) lulua»m< let Conn nnb Rricrtaac "<-ne anfetott bi« ju 4 rfeilen 36 fr., flro&cre per rftUe « ft.: bei öfteren raiebcrb.oluiiflen j>r. .4f«e « ft. ^ merben niSt nngrnDmnun unb »Jam>1cri»>te ttiftt »«rütfgeflrtU UBnr""UCT" Wf" 3JW 1, September begann ein it e it e šJ A b o it it c m e n t auf bie ftttbod)er Rettung. $)ie $ß r ä n it in c r a t i o it 3 - V c b i it g it n g p n Plflwn ii 11 p c r ä 11 b e r t unb betragen: tf»r bie Verfeubung mittet ft $oft: '' unb '• apostolische Majestät rjaben mit y-Wfter «ntfrfjlie&nng oont 28. Sluguft b. & bem dii?*men ^at^e' Ötouüerneur ber aQgemeinen ofterrei* ?yi Vobeucrebitanftatt unb Mitgtiebe be« fterren-JwwW be« 9ieid^öratrje« $r. Sosepf) greifet rn üou Qn*cc"9 ba« ®ro6freu& be« granj^ofep^Orbeufc wer9"äbigft hn ncrlei^en geriet. &rn ®e- ?. unb f. Apostolische Majestät I)abeu mit SWtcr ©ntsdjtie&ung üom 26. August b. fr betn &tuh r¦ afrQt|Üc exlra statum be« §anbel«minifterium« be! ie großen .^erbftmauöuer. SB i f n f HO. Vliifluft. S)te grosien ^erbftmanöoer unjerež ^eerež nehmen bemnäc^ft itjrett 9tnfang. Si vis paocni para helium. SBenn bit ben ^rieben tüiüft, so rüste bid) ,yim ßriege. 3)iese clajsifdje ®runbrege( ader 9}Zintär^olitif jdjeint üou bem einstigen rumifd)en SBeltreic^e auf ofle tno» berneu (Staaten unserer $t"it übergegangen ^n fein; ganj in&befonbere aber njurbe sie tion beu europäischen @roBmä(^ten istim obersten Princip i^refc gefammten äBef)rn>efeu8, unb jmar namentlid) auf bem GJebtete ber JHuSbilbung itjrer utilitärijdK" Äräfte, gemalt. SBoöin immer man jeit Staljren im ^o^ommer feine ©tiefe roenbet, überafl merben tu ben groben Militär» ftaaten bie sogenannten ."perbiimanüoer abgi'ljntten. 2Bie in aHen militärischen dingen, ftet)t aud) t)terin S)eutfd)' (anb an ber ©pifce aüer'aiiberen ÜHiIilärmödjtf. @« concentriert üer^ältnizmrt^ig bie gröfjtcn ^ritppenmaffen unb bringt aud) bie grölten Opfer an ®elb, um biejc militärischen Uebungen im groben ©til möglichst frieg«' gc-mäfe bur^ufü^reu. ^euer öerfudn" ^raitfreic^ burc^ bie Don Sonlanger ersonnene unb Don feinem ^ac^' folger njomöglic^ noc^ erweiterte $robe=9Kobitifierung SJeutjc^sanb auf bem ©ebiete ber militanten Äu*» bilbung im groften ben 3iaug abzulaufen. 3)ie ÜKeinungen ber militärtfdien ^ac^treife über ben praftifdjen 2Bert biefeg Sfperimcnte« ftnb ^toar get^eist unb im allgemeinen nod) nicfyt enbgiltig formuliert, allein so mef stet)t fest, baj« fic^ ietbst im ftatle be« Dlic^tgelingen« biefer immerhin problematic ic^en Feuerung beunod> gar oiete« au« ben einzelnen öorfommniffen tuerbe lernen (äffen. 3Bte immer aber bie fraujöfifdje ^vobe^cobilifierung att«faacn mag, sie beweist am beutlic^ften, luefd) aufecrorbentlic^e ?ln= strengungen gemalt roerbeu, um in bem SCÖettftrcite ber maftgebenben 3Witilärmäd)te auf bem (SJebtete ber möglichst frtegSmä^igcn (Schulung ber jur Verfügung fteljenben Streitfräfte obzusiegen. @ž gilt bie« aber burdjauS nid)t »on Xeutf^laiib unb ^ranfreic^ allein, fonbern and) 0011 Italien luic »on Siufftlanb, tueld) lefctere« uid)t blo^ feine staubigen groben aWilitär* (ager unterhält, fonbern oon ^al)r ^u'3atjr roac^fenbc Xruppcnmaffen &n ben groben ÜJcanöoern concentriert. Sßenn ntcr>iS auberee., so tpürben fdjon biefe aufeer« orbent(id)eu Anstrengungen ber übrigen QJroftmädjti auc^ Oefterreic^'Ungarn nötfn'geu, sinter ben gro^r militärischen Uebungen ber anberen ^eere roentgsteuj nid)t äurücf^ubleiben. 3Die oben citierte classische ®runbregel römifc^ei ü)(ilitär=^olitif fjat nämlidj eine gan^ eigent^ümlidji moberne Vertiefung unb Ausgestaltung erfahren. 3Äar rüstet fid) fjeutjutage nic^t mel)r blofe bež^alb ir immer umfaffenberer äBeife jum Äriege, roei! mar nid)t« tote ben (^rieben erhalten toifl, fonbern roeil bt< ^olittf unserer 3e^ barauf au«get)t, o^ne ju betr äußersten bittet ber ^olitif — ^itm ffriege — greiser ju müssen, bennoc^ bie grojjen m'talen Interessen bei eigenen Staate« gegenüber aßen entgegenroirfenben ©e' strebuugen anberer ©taaten ju oerfec^ten. 3Jian roiD nic^t ben 5ne^en fd)led)troeg, fonbern üielme^r mög tickst otjne S^rieg ba« ?}iel ber eigenen ©taat«potttil erreichen. X)arum trabtet fid) jeber 6taat t^unlic^f in Diejenige militärische Verfassung ^u oerfefeen, tüelcfy iljti gegenüber feinen mut^mafe(ict>en ©egnern nic^l nur tuirflid) ftärfer mad)t, fonbern auc^ oor allet SBelt al« ftärfer ^eigt. Darum überbieten fidj bi( groben Militärmächte nid)t blofe in ber Organisation, ©eroaffnung, Au«rüftung, AuSbilbung i^rer ^>eere unt bergleidjen, fonbern aitc^ in ber trjunlid)ft frieg8< gemäßen ©c^uluug unb Vertoenbung ganger grölet ^eereSt^eile sammt beren gü'f)rern- ©c^on barum muf« auc^ bie österreichisch'nngari« fd)c ÜKouart^te burd) bie grofeen ÜNanööer oor attet 2üelt, üDr ftreunb unb Q'einb, Dor ben fdjarf beobadj^ tenben Vliesen ber officietlen rote nic^tofficteUeu 5a<^' manner ber übrigen Militärmächte immer luieber ber unroiberleglid)en, ^anbgreiflic^en Veroei« erbringen, bafi sie feiner ber übrigen 2Wäd)te in milttärisdjer Söejie-^ung im geringsten rtad)stef)t unb stars genug ist, jebiueber ^Beeinträchtigung ifjrer öitalen Interessen sieg« reic^ entgegenzutreten. JRur^um, bie groben 9Äauöt)er ber ma^gebenben Militärmächte ^aben aUma^lic^ einen potittsdj-beinonstratioen (S^arafter angenommen, unb bie« Ätm'ngt aud) unsere Monarchie, burc^ bie grofjen Manöucr alljä^rlid) ^u bentDustrieren, bas« sie nötfji« genfaü« SWaun« genug märe, für bie unoerrüefbar ge« gebeneu A^tele i^rer auSluärtigen ^olitif edentuetl auc^ mit jtoeifellojer ©iegfjaftigljeit mtlitärifc^ etnjutreten. Feuilleton. %m meinem Wlbiim. Uiar : * f^Qt e'ne 8e't gegeben, in ber man geneigt ei««n Y-^Wflft« ^eifc ^reunbfc^asten ^u fc^lie&en, ^ebeh rer Iauen 9eiefli9en Verses pfößlic^ bi« ^utii 'Wter c ^an^ re'^te' ia e8 i°^cn i°9Qr einige, ftQ|wm 'fönübefter äöeife loteber gelöste Verlobungen Htti \ u"fc:i ^abeit, aüe« bie« lebiglid) ju bem ^toede, ieit kP'C SotoÖröp^ie ju befommen ; e« roar bie Vlüte* itdfyg/ ^lb»ni8! Damal« lautete bie frage ^it 3Beib. ^enf er ant)erfn Sresten r bei benen man ftd) gu «4a8 " Weflt "ic^t wie oorfjer unb aud) je^t roieber: übet « j5"cn \üir geben?» fonbern einsaß: «$at er "eint h )ü" eitI ^lbum ?t mxxb* bie^e 8ra9e m* Je'n 'ölai-rl fülu|te über bie 2Ba^l be« ©esc^enfe« ferner ¦Qt eiiteV^t? 3ene WMw'rt ifl trüber. Da2 Album Hi„la ?ltt -"Peimatrec^t befommen, e« gefjört ^iir Au«= "'^bUciäpqS @aIl>n$, lüie bi« üor furjem ba« uimer« '">i« mVw'^^t'öouquet, aber baf)in ist ber ffin^usioS. Nelben r naiüe t^reube, mit ber jebc Jöereidjerung Utö)blQL 9tü^ lu»rbe. 3n einem ©alott ba« Album ?e b>e h\l\ ^ ^»Mutagp ebenso ein ttücfenbüfeer, l *i ber c )tl^eu s^ctteibetrad)tungen. Unb beunod) ltbfllUict \nue Miere «Hone ju spielen; bie« sütjlte i"'etltl)a(tefc sl icI^ ^cuer tun^"enb meine« ©outnter^ >H4. UeBrQI"Ritten Stage cine« brfjarrlidji-n« ©djnitrl-t>[b flöh » 1'clnb in inpinem befdjeibcnen Viidjer-1J?1 toelArt w unb eiu am ?Ubllm »« ^il> ^anb be' le SHei eip tmè> ®ott U)eif5 wetten '^\a\\ unter »»ÄMr'«^tften loar. ^ "Md) begann itft bartu *u blättern, unb al« id) e« enblid) toteber au« ber .'panb legte, ^atte ein scharfer Oft ben SRegen tierjagt uub ba« finstere %t> roölf ^erriffiMi, so baf« überall ber blaue §immel sonne« oer^eiftenb ^erODrtugte. 9GBilI ber freunblid)e Öescr einen Vlies in mein Album tfjun? ^)ier ba« Vruftbilb eine« ÜJiauttc« Don etlua 35 Sauren mit einem intelligenten $efid)t unb langem, bunflrm Vottbart. (L« ist eiu Vaiterufo^n, geboren in einem ber fcfyönsfen Sauber ber österreichischen Monarchie. AI« er in ber ÜRitte ber .ßnmn&iger ftanb, entsdjlojS er ftd), uac^ Amerifa au«« .Vitüanbern. (Sieben $at)re arbeitete er in ben Minen, lernte töäljrcnb biefer ^eit (Snglifd) in äöort unb ©c^rift uub eignete fic^ jenen ®rab oon Vilbung a\\, ben SBett' tinb iiebenžfenntni« mit fid^ bringen; nadj A6« (auf biefer ^eit t)atte er fic^ feinen ^eic^t^tm, root)! aber ein Vermögen erworben, ba« iljn in bie Sage fctjte, in ber §ftmat al« ÖJut«befifoer sorgenfrei leben iu' sönnen. ©0 fam er in di. an; mit feiner fraft» Dollen (Srsa^einung, bem laugen Vart, mit ber eigen« tf)ümlid)en 3;rad)t ber amerifanifdjen (^olbgräber, bem etma« englisch accentuierteu 3)eutfc^, ba« er spradj, toar er eine interessante (Lrsd)eiuung. QJerabeAU fesfetnb aber tuurbe ber sc^licbte Mann im persönlichen Verfefjr. @r mar eine flare, felbstäubige ^atur, sicher unb boc^ be* sdjeiben bei grobem natürlichen Verfianbe unb, tua« ädern bie Shone auffegte, öon grofier SWäftigung nnb anb in ein Vlumenbeet Dertoanbelt tjatte. Jpieljer gehört ber ^ug ebler Mäßigung, oon bem ic^ früher fpradj. Öö roar im ^rü^ja^r, um 3fro(mteid)nam Return; 2. (ub un« eiu, fein (Äärtc^en $u berounbern; am gest» tage famen roir; nic^t eine Vlüte erjagte üon beS Gärtner« steift unb Mü^e. 5r theilte unS nun mit, eine Xagtö^nerin fyabe it)n nac^ ^eierabenb um bie Sr* laubniS gebeten, fteft ein ©träujjdjen pflüden ju bür* sen. @r gestattete e«; mil i^r seien o^ne sein SBiffen aiic^ bie anberen Arbeiterinnen eingebrungen unb ()ätten ben ®arten fa^l gepflücft. «^Run, unb ^aben @ie ob biefe« VanbaliSmu« roo^l rec^t gesa^osten ?» fragten roir. «2ßte soa tcö benn,» roar bie einsehe Autwort; «bie »(unten roären abgepflücft geblieben urb i^nrn l)ätte \d) bie Ofreube barau »erborben.. 3; «"^»9 *" iiueitenWS no« feiner JHücffe^r geleiteten roir bie Mutter 2'« bie in feinen Armen entschlummert roar, ni «robe. Unb nun J-atfie 2. an fein eigene« ötüd; eS erwartete i^n in «eflott einer lieblichen btonben Vraut unb einer Villa an jenem ©ee, bejjen tiarer ©pieget im fernen ßanbe oor feinen Augen qe^mebt war. Wenige 3öoc^en nur trennten ifyn ton bem Umjug nS neue ^fini, ba \w\\x er mit ben ftnertyen ^inauS üotbadjer Leitung 'Hit, 198. 1632 1. September 1887. Oestcrreich-Ungarn sieht sich aber auch noch durch andere nicht minder triftige Gründe genöthigt, mehr als jede der anderen Militärmächte die Institution der großen Manöver extensiv wie intensiv so viel als nur thunlich zu pflegen. Die staatsrechtlichen Verhältnisse wie die finanzielle Lage der Monarchie üben auf die Organisation und demgemäß auch auf die lriegsmäßige Aus- und Durchbildung ihrer Streitkräfte einen in militärischer Beziehung keineswegs förderlichen Einfluss. Während alle anderen Großmächte mehr weniger ein« heitlich organisierte Heere besitzen, deren Kriegsforma« tionen ohne besondere Schwierigkeiten jeden Augenblick vermehrt werden können, muss unsere Heeresleitung mit fünf Organisationen, nämlich mit dem gemeinsamen Heere, mit der österreichischen und mit der ungarischen Landwehr, mit dem österreichischen und mit dem ungarischen Landsturm rechnen, wenn es sich um die lliegstüchtige und schlagfertige Bereitstellung unserer überhaupt verfügbaren Streitkräfte handelt. Von der Heranbildung sind die beiderseitigen Laudstnrmorganisationen bekanntlich durch das Land-sturmgeseh überdies gänzlich ausgeschlossen. Selbst die beiderseitigen Landwehren, trotzdem sie berufen sind, im Kriegsfalle ins Feld zu rücken und in erster Linie zu kämpfen, können nur während der kurzen Zeit der großen Herbstmanöoer zu gemeinschaftlichen kriegsmäßigen Uebungen in großem Stil herangezogen werden, und auch da gestatten budgetäre Gründe nur eine un« genügende und überdies sehr ungleichmäßige Heran» ziehnng mehr weniger großer Bruchtheile der beiderseitigen Landwehren, iudem zum Beispiel heuer die österreichische kaum mit so viel Landwehrbataillonen an den großen Manövern theilzuuehmen vermag, als die ungarische mit Landwehr-Truppendivisionen. Na< tionalität und Commandosprache bei den beiderseitigen Landwehren spielen zwar in militärischer Beziehung ebensowenig entscheidende Rollen, als sie im gemeinsamen Heere irgendwie maßgebende Factoren bilden, allein sie können nur durch möglichst innige gemeinsame Verwendung von Heer und Landwehren zur Gänze aus der Reihe der im Kriege wohl zu beachtenden Frictionselemente unseres Wehrwesens verschwinden gemacht werden. Auch sonst gibt es noch eine Fülle von rein tech« nisch'Militärischen Gründen, welche die Heeresleitung veranlassen mögen, dass sie durch die großen Manöver militärisch einzubringen trachtet, was infolge der finanziellen Lage bei der Vervollständigung unserer Kriegs' formationen zum Unterschiede von den übrigen Mächten nicht zu erschwingen war. Wir konnten nicht wie Deutschland bei vierzig neue Feldbataillone aufstellen oder wie Frankreich bei zwanzig neue Infanterie- und etliche neue Cavallerie-Regitnenter organisieren. Das hätte nicht bloß Millionen bei der Aufstellung ge' kostet, sondern auch für die Zukunft das Heeresbudget um Millionen mehr belastet. Wir mussten zu der Organisation des Landsturmes unsere Zuflucht nehmen, welche bisher überhaupt keinerlei Mittel in Anspruch genommen hätte, wenn sich nicht gerade damals die äußere Lage so drohend gestaltet haben würde. Was uns also an Kriegsformationen abgeht, die wir im Frieden kriegsmäßig aus- und durchbilden könnten, müssen wir wohl durch eine umso extensivere und intensivere kriegsmäßige Schulung unserer überhaupt verfügbaren Streitkräfte mittels der großen Manöver, welche doch nur Hunderttausende und nicht gleich un» gezählte Millionen in Anspruch nehmen, wettzumachen trachten. Hierin kann man sich mit der Heeresleitung nur einverstanden erklären. Ja, man muss es der um» sichtigen Hand, welche auf diese sparsame Art die Un» zulänglichkeiten unserer Heereseinrichtungen auszugleichen bestrebt ist. Dank wissen, dass sie trotz aller staats« rechtlichen, finanziellen und organisatorischen Hindernisse das Heer Oesterreich-Ungarns zum großen Theile durch ein wohlerwogenes System von Manöver» großen Stils auf der vollen Höhe seiner Bestimmung uud seines wohlverdienten Rufes zu erhalteu weih. so dass es vou Freund wie Feind gleich geachtet dasteht und dadurch der auswärtigen Politik der Monarchie es ermöglicht, unsere Lebensinteressen nach außen hin im friedlichen Wege wirkfam zu wahren. Politische Ueberlicht. (Der Reichsrath) tritt frühestens Ende Sep. tember. wahlscheinlich erst Anfangs Oktober zusammen. Das Arbeitsprogramm wurde noch nicht festgestellt, da es ungewiss ist, ob die Zuckersteuerfrage noch im Herbst erledigt werden wird. Davon häugt es auch ab, ob während del Session der Delegationen, welche im No« vember in Wien tagen werden, der Reichsrath seine Arbeiten fortsehen soll. (Eine slovenische Universität^) Das Organ derSlovenen im Triester Territorium, «Edinost», fordert die slovenischcn Abgeordneten auf. die Errichtung einer sloumischen Universität in Trieft, und zwar mit allen Facultäten. schleuuigst zu bewirken. Die Mangel, haftigkeit der slovenischen Sprache bilde, wie das genannte Blatt behauptet, gar lein Hindernis, da man bis zur Erfindung entsprechender Ausdrücke die lateinische und griechische Sprache zu Hilfe nehmen könne. (Böhmen.) Der Kampf gegen den Uuterrichts-minister Dr. von Gautsch dauert in Böhmen nngeschwächt fort. Nun wird aus Prag eiue Broschüre signalisiert, deren Titel: «In die Opposition!» wohl genug besagt. Die Flugschrift soll in vielen Tausenden vou Exemplaren verbreitet werden und offenbar den Zweck verfolgen, der Bevölkerung zu demonstriere», dass Böhmen nichts verlöre, wenn sich seine Abgeordneten zur Regierung in Gegensatz stellen würden. Nuu denn. wir wünschen es im Interesse der Czechen, dass diese Auffassung nicht obsiege. Sie haben in der letzten Zeit der Fehler qenua. begangen, — die Position aber aufzugeben, die sie sich durch nahezu ein Jahrzehnt errungen, wäre mehr als ein Fehler, es wäre ein Verbrechen an« eigenen Volke. (Minister Kälnokt) i n V a den.) Wie uns aus Wien gemeldet wird, hat die in Baden zur Cur weilende Königin Natalie von Serbien vorgestern den Besuch des Herrn Ministers des Aeußern, Grafen Kälnoky, empfangen. Der Minister verweilte über eine Stunde in den Appartements der Königin. (Dalmatien.) Die Vezirkshauptmannschaft Spalato hat mit Beschluss vom 25. Angust die Wahl des Dr. Anton Bajamonti als Commuualrath des dritten Wahllörpers dortselbst zu annullieren befunden. (Zur bulgarischen Frage.) Die russische Presse interessiert sich noch immer sehr für die Occn-pation Bulgariens, aber sie mahnt doch zu großer Vorsicht, um die in der bulgarischen Frage bisher gemachten Fehler einigermaßen gutzumachen. Bemerkens« wert ist. dass der Plan. General Ernroth als russischen Commissar zn entsenden, mitunter eine sehr kühle Auf« nähme findet. Unglücklicherweise, bemerkt der «Svjet^ sei eine solche Mission delicate« Charakters. >md die Mission dctz Oemrals Kaulbars habe bewirkn, wie leicht sie scheitern könne; jedes ne»e Fiasco beschiel!' nige aber den vollständigen Verlust jeder Autorität RMands iu Bulqarirn, Sehr auffallend sind die Aeußerungen des Schriftstellers Gleb Uspensli, welcher ausführt. Rnsöland verstehe wohl zu befreien, sei aber nicht imstande, mehr zu lhun. Russlmd dirse verfügen über fremdes Eigenthum. Leben und Gewissen des Individuums, führen zur Beraubung des Staates und der Gemeinden und schweben ülier den Entscheidungen unserer Gerichte. Arbeit im eigenen Hause gibt es in Füll?, und Russland thäte daher b.ssel, sich mit seinen internen Angelegenheiten zu beschäftigen- (Serbien.) Der serbische Kriegsminister stellte eine Commission zusammen zur Reorganisation der Kriegsakademie. Den Vorsitz derselben wird General Lesjanin führen. Niemand wird Officier ohne akademische Vorbildung werden. Der Friedensstaud der Armee soll in Zukunft 20000 Mann betragen. (Die Vorgänqc von Ost ende) werde« aller Wahrscheinlichkeit »ach zu einem diplomatischen Nutenwechsel zwischen England uud Belgien Anlas» qelien. Die Klagen gegen die englischen Fischer mehren sich nämlich täglich, und die eingeleitete Untersuchung hat ergeben, dass die meisten davon gerechtfertigt sind. So sind häufig Fälle vorgekommen, dass englische Fischer den Belgiern die Netze abgeschnitten haben-Uebcrdies zeigen sich die englischen Seegerichte ihren Nationalen gegenüber sehr mild, während das See-a/richt von Ostende gegen die Belgier sehr streng vor-geht. Dieser Zustand bedarf einer Abhilfe, welche mil auf dem Wege einer neuen Convention mit England erzielt werden kann. .. (Ueber die Flucht Ejub Khans) nM nachträglich gemeldet, dass der Schach von Persien dtt" selbe auf einer Jagd erfuhr, worauf er sofort nacy Teheran zurückkehrte und den britischen Gesandten Nicholson empfieng. Das uuliebsame Ereignis soll lP sehr beunruhigt haben. Der Fluchtplan würde so. g^ heiln gehalten, dass nur zwei von der Umgebung Ejud iu denselben eingeweiht waren. Die meisten seiner AN-Hänger befinden sich noch in Teheran und werden sch^' bewacht. ^ in den Wald, um Tannenreisig heimzuführen. Der Wagen war hochbeladen, der Weg schlecht; an einem Rain kam er ins Schwanken und drohte umzustürzen. L. im Gefühle seiner Kraft sprang herbei, ihn mit den Schultern zu stützen; ein Ruck. der Wagen fällt, und L. liegt zusammengekauert unter der schweren Last; einigemale noch winken die Hände, dann wird es still. Die Knechte holen unter dem grünen Hügel eine Lelche hervor. Zweimal hat L. das Weltmeer durchfahren, sieben Jahre in den Minen gearbeitet, alle Gefahren des Goldgräbers bestanden, um hart am Ziele einen so elenden Tod zu finden. Und nun ein anderes Blatt! Ein junges Paar steht liebevoll aneinander geschmiegt; sie hat eine weiße Rose im Haar. das sie in kurzen, krauseu Locken trägt. Er sieht auf sie mit dem Ausdruck der innigsten Zärtlichkeit nieder. Am Tage ihres Austrittes aus der Schule machte Fanny I. eine Kahnfahrt mit ihren Freundinnen. Sie nahmen Abschied von den fröhlichen Schulzeiten und wohl auch von den unbefangenen Kin« derjahren. Keine laute, lärmende Stimme, nicht das gewöhnliche Mädchengekicher ließ sich vernehmen; eine ernste, ahnungsvolle Stimmung hatte sich der jugend» lichen Gesellschaft bemächtigt; sie standen an der Schwelle der Kindheit, eine von ihnen sollte sie bald überschritten haben. Bei dieser Fahrt war es, wo Cornel Fanny zum erstenmale sah. sah und liebte. Lange begnügte sich der schwärmerische Jüngling mit der Anbetung aus der Ferne. Im Mondenschein sah sie manchmal eine dunkle Gestalt am gegenüberliegenden Hause lehnen und zu ihrem Fenster blicken. Dann «errathend folgt er ihren Spuren», sie führten ihn zur Kirche, wo sie täglich die Messe besuchte; da fund sie nicht selten ihren Platz mit Roscnblättern bestreut, stet« aber blickte von der Gallerte ein dunkler Münnerlops herab. Lanzsam, lang« sam schritt das Verhältnis des unschuldigen, blutjungen Paares vorwärts. In geradezu idealen häuslichen Verhältnissen lebend, war es die Mutter, welche er zur Vertrauten seiner Wüusche uud Hoffnungen machte. Sie war liebevoll uud klug. willigte ein, sie als Tochter zu begrüßen, stellte jedoch die Bedingung, dass ein bindendes Wort erst gesprochen weide, weun das junge Paar eine Trenuunas- und Prüfungszeit von zwei Jahren überstanden habe. Sie bestanden diese Zeit uud wnrdcn ein glückliches Paar. Nun sind sechzehn Jahre ver-flössen. Fanny hat ihrem Cornel drei Knaben geschenkt, sie habe» viel Freud und Leid mitsammen getragen, wie jedes Menschenlos sie brinqt, aber, und das ist wohl das Interessanteste, ihre Liebe ist nicht erkaltet, sie sind ein so glückliches Ehepaar, als sie ein glückliches Brautpaar waren. Und hier? «l'!i6 la»l not lsa»! in lovk!» — «Tante Liua!» Da schaut ihr freundliches, gutes Ge. sicht aus dem schwarzen Spihenschleier hervor. Die Frau eines Aduocaten. ist sie dem töchteireichen Hause eines adeligen Gutsbesitzers entsprossen. Ihre Schwestern beschenkten sie mit zahlreichen Neffen und Nichten, uud mit der Zeit wurde sie die «Tante Lina» des ganzen jungen Volkes, das ihr gastfreies Haus besuchte. Sie allein verstand die Schmerze» des werdenden Backfisches, sie nur fand eine» liebenswürdigen Zug in der Tölpelhaftigkeit des vierzehnjährigen Inngen, der »nter dem Ueberfluss seiner Hände und Füße litt. Schon das Gefühl, z» Tante Lina mit einem wehen Herzen gehen zu dürfen, um ihr sein Leid zu klagen, war halber Trost; konnte sie helfen, so that sie es; konnte sie nicht, so wusste sie so zu ermuthigen. zu ratheu, dem gedrückten Gemüthe neue Spannkraft zu verleihen, dass man nicht anders als ganz getröstet vou ihr schied. Zu Visiten hatte Tante Lina nicht Zeit; wollte man sie sehen, so musste man sie aufsuchen und siH "^. dem gewöhnlichen Empfang: e "^ ^ lich sie Lustschlösser baue» konnte. Der klemste M"'^. stlin genügte ihr. um eiucn luftigeu Bau bis " ^ Wollen aufzuführen. Von dem reichen Vaterhanse. ^ hohe uud höchste Gäste absehen hatte, hatte sie.d'^". wohnheit der opulenteste» Gastfreundfchaft "'"6" hl>e men. Es war ihr fast unmöglich, einen Bekannt^ , eine Newirtunq scheide» zulassen; da auch ihre E'^z ster» alle auf Laudsitze» wohnten, so war b"" ^.^< der in der Stadt wohnenden Tante Lina das Am ^^ quartier aller, sie die unermüdliche Besora/lM Commissionen. ^»äiett' Dass sich Tante Lina stets in allem ""'^fl' war eine altbekannte Sache, doch nahmen "'^^,. st' spätungen manchmal unglaubliche Dimension«'" '^» halt'' sie sich einst bei einer Namenstag«^"^„„de" genau »m einen Monat uud viernndzwanz'g ^jHst»' verjpätes. Ta»te Lina ist eutschieden die gl" Frau der Welt. giM"'' Das sind so ciuige Bilder aus """"" ^,,ch.'. den» schlichte Geschichte ich schlicht zu erzähle» " „,, Gefallen sie. lauge ich nächstens wieder e»u pam^ Jennl, Napp" jacher Fettling Nr. IV8. 1633 1. September is.^7. Tagesneuigleiteu. St». Majestät der Kaiser haben, wie die .Trop-p"" Zeitung, meldet, der Gemeinde Hirschdorf zum Schllllmue ^00 fl. zu spenden geruht. Se. Majestät der Kaiser haben, wie das ungarische «mtsblatt meldet, für die Abgebrannten wu Äelsö< Äöcs 25)00 fl. zu spenden geruht. — (Der Adelsstand für Offici ere.) «Der Säbel in der Faust» ist seit den Zeiten der großen Monarchin Maria Theresia, also seit nahezu audrithalb Jahrhunderten, eine stereotype Phrase unseres Militär-Dienstreglements. Nach dem großen Siege von Kolin hat die Ülvße Kaiserin nicht nur den Maria Theresia Orden ge-Wet, heute noch der angesehenste und höchste militärische ^erdiensturden Enropas, sondern auch verfügt, dass jeder ^fficier, «welcher vor dem Feinde AO Jahre nnunter-bwchei, mit den, Säbel in der Faust gedient Hal», auf seine Bitte taxfrei in den Adelsstand erhoben werde, ^iese Bestimmung steht auch heute noch in Geltung, doch M dcr Passns in der kürzlich erschienenen Neuauflage bes Dienstreglcments (II. Theil) in dem Abschnitte «Auszeichnungen» folgende zeitgemäße Stilisierung erhalten: 'Jeder Officier des Soldatenstandes, der vor dem Feinde gedient und dabei ein stetes Wohlverhalten an den Tag gelegt hat, überdies sich mit einer Elfjährigen ununtcr-°roche„en, im Trupftenstande, bei den Stäben, in den kaiserlichen und königlichen Garden oder in dcr Gendarmerie verbrachten Dienstzeit ausweisen kann. wird auf Itlne Bitte von Sr. Majestät taxfrei in den Adelsstand "hoben,» y — (Die Carricaturen dcs Sultans.) ^us Wien berichtet man uns nnterm Vorgestrigen: Aer Staatsanwalt lud heute die Herausgeber der hiesigen -lvlhblatter zu einer Besprechung ein und theilte den-'elben den Wunsch des auswärtigen Amtes mit, Carri-^turen des Sultans nicht mehr zu bringen, da derselbe ^er einige Carricaturen seiner Person in den Wiener ^ltzblältern ungemein erbittert sei, was gelegentlich den Alerreichischcu Uulerthanen in der Türkei schaden könnte, ^c Herausgeber der hiesige» Witzblätter erklärten ein» 'llnnüg, Carricaturen des Sultans künftig nicht mehr ""'gen zu wollen. . -^(DieSt üben fliege alsVerbreiterin er Tuberculose.) In der am 2N. August abgehal- enen Sitzung der Akademie der Wissenschaften in Paris gte Professor Rauvier einen interessanten Bericht der stören Spillmann und Haushaltcr vor, in welchem "rgethan wurde, wie die Stubenfliege die Koch'schen "berlel-Bacillen aus dem Sputum Tuberculöser auf- unmt und sodann weiter verbreitet. Die genannten Aerzte sH?" ^ Fliegen, die sich eine Zeitlang bei den Spuck- '^aien der Tuberculösen ausgehalten hatten, und setzten H lebend unter eine Glasglocke. Tagsdarauf war die der l?^ ^" Fliegen todt. Man sah an dcr Innenwand Glasglocke viele kleine, grauliche Flecke, die Excre- h""e dieser Thierchen. Diese Flecke sowohl als der In» lrnsf Vanchcs der lneisten Fliegen liehen bei der mi« sz^ "Aschen Untersuchung massenhaft, einzeln oder zer. ^.Ul stehende Tuberkel-Nacillcn erkennen. Aber auch die Exkremente, die man von den Fenstern oder den Mauern eines Spitalszimmcrs abkratzte, zeigten denselben Bacillus. So eine Fliege hat ein gar kurzes Leben; sie stirbt, trocknet ein und geht in Staub über; die Vacillen werden also wieder frei, die Keime der Tuberculose werden überallhin verbreitet. Professor Nanvicr empfiehlt nun, den Tnberculoseu nur solche Spuckschalen zu geben, die mit einem Deckel geschlossen werden tonnen, und deren gefährlichen Inhalt durch heißes Wasser oder 5proc, Carbol-sänn'lösung unwirksam — steril zu machen. — (Das Ende eines Schmugglers.) Aus Trient wird berichtet: Pietro Äassani, aus Arsie im Venetianischeu geburtig, wollte iu der vorigen Woche Waren au« dem Valsugcma nach Italien schwärzen. Er hatte bereits die österreichische Grenze überschritten, als ihm auf einem schmalen Gebirgspfade eiu italienischer Finanzwächter entgegenkam nnd ihn für arretiert erklärte. Der Schmuggler ergriff die Flucht, der FinanMchter eilte ihm nach; schon hatte ersterer einen bedeutenden Vorsprung, da erfolgt ein markerschütternder Schrei, und Bassani stürzt über eine hohe Felswand in die Tiefe. Er starb wenige Tage später an den Folgen der erlittenen Gehirnerschütterung. Der Verunglückte war Fa-milieuvater. — (Von, Montblanc.) Zwei russische Mädchen, die Schwestern Gorcakov, haben am 21. August die höchste Spitze des Montblanc erstiegen. Sie legten den Wcg in 20 Stunden zurück. Die von zwei Führern geleiteten Damen wurdeu nach ihrer Mcktunst in Cha-mounir stürmisch begrüßt und mit Blumen überschüttet. Unter den 10^2 Personen. welche den Berg bisher erstiegen, befand sich nur eine eiuzige Dame, eine Franzosin. - lPostdefraudatiou.) In der Grenzstation Pontafel wurde die Spoliierung eines von Neapel eingelangten Oeldbliefes constatiert. Leider ist dies nicht der erste ähnliche Fall, welcher in jüngster Zeit an der Grenze vorgekommen ist. — (Kein Wunder.) «Sehen sie mich nur an, ich bin l> Jahre verheiratet und habe mich noch nicht ein einzigesmal mit meiner Frau gezankt.» — «So! Na, was sind's denn?» — «Ich? ... Ich bin ... Afrilareisender.» Local- nub Provinzial-Nachrichten. ^ (Militärisches a u s N o s n i e n.) Wie das «Verordnungsblatt für das Heer» meldet, hat Se. Majestät der Kaiser mit Entschließung vom 21. Juni 1887 die Aufstellung vsu weiteren vier bosnisch hercegovinischcn Infanterie-Compagnien im Herbste 1887 genehmigt. Auf Grund dieser Entschließung wird verfügt: Bei jedem bosnisch - hercegovinifchen Infanterie-Bataillon ist mit Item Oktober 1887 eine weitere, mit der Nummer 6 zu bezeichnende Infanterie-Compagnie mit dem für die schon bestehenden Compagnien normierten Friedensstande auf-zustelleu. Die Errichtung erfolgt in den Ergänzungsbezirks« Stationen. — lViehausstellung in Mottling,) Aus Mottling schreibt man uns unterm Vorgestrigen: Die Stadt Mottling ist beflaggt. Seit gestern weilt hier der Herr Landeshauptmann uud Präsidclit der Landwirtschafts- Gesellschaft, Gustav Graf Thurn, welcher im Schlosse des Herrn Gutsbesitzers Ritter von Savinschegg Absteigquartier genommen. Infolge der Anwesenheit des Herrn Landeshauptmannes gestaltete sich die Prämiierung anlässlich der Viehausstellung besonders feierlich. Die ersten zwei Preise, und zwar für einen Stier und für eine Kul» Mariabofer Rasse, erhielt Herr Victor Iom-bart, Gutsbesitzer zu Klingenfels; dem Gutsbesitzer Iojes Ritter von Savinschegg wurde für die ausgestellten Thiere Möllthaler Rasse die Anerkennung ausgesprochen. Es wurden ungefähr 120 Stück Vieh aufgetrieben, zumeist aus dem politischen Bezirke Tschernembl, dann aus den politischen Bezirken Rudolfswert und Gurkfeld. Nach der Prämiierung fand ein Bankett statt, bei dem mehreie Toaste ausgebracht wurden. — (Process Starcevic.) Unier großem An dränge des Publicums begann vorgestern in Agram der sensationelle Process gegen Dr. David Starcevic mck dessen Concipienten Dr. Ivan Starcevic. Nach Er« ledignng einiger unbedeutender Einwände von Seite des Angeklagten beschwerte dieser sich darüber, dass man seine Zeugen nicht vorladen wolle, und sagte, dass man die der Rechtspartei angehörigen Zeugen nach Bedarf ein« sperre. Dcr Staatsanwalt nennt diese Behauptung eine Impertinenz, da die rechtzeitig angemeldeten Zeugen alle vorgeladen wurden. — Starcevic erwidert: «Sie als Staatsanwalt sind impertinent.» — Vorsitzender: «Wollen Sie gefälligst bedenken, dass Sie hier als Angeklagter sitzen und sich anständig zu benehmen haben.» — Starcevic: «Ich lasse mich nicht beleidigen.» — Der Vertheidiger beantragt die Ueberprüfung der als Hauptbeweismittel unterbreiteten Expensare des Starcevic für die Rechtsgeschäfte seines Clienten Kolotovic. welche insgesammt 25 535 fl. betragen, hiesür hat Starcevic 1K492 st eingetrieben. Nach dreistündiger Berathung stimmt der Gerichtshof dem Antrage der Vertheidigung ,,u, erklärt jedoch, bei Durchsicht der Expensare unangenehm überrascht worden zu sein, als er daraus ersah, dass Starceoic für 75 Fälle, wo er nicht einmal die Feder eintauchte, 340 Gulden Honorar verrechnete, ferner in vierzehn Fällen bei je einer Tagfahrt 192 Gulden Honorar forderte, obwohl es sich im ganzen bloß um 268 Gulden Forderungen handelte, endlich, dass er in drei Fällen punoto 73 fl. für eine Tagfahrt den Betrag von 41 fl. verrechnete und das Honorar für die Abschrift einstellte, obwohl der Gerichtsschreiber dieselbe besorgt hatte. Dann erhielt Starcevic das Wort zu seiner Rechtfertigung. Er erklärte: Als Vu» rator der Masse sei er berechtigt gewesen, die Mobilien bei sich zu behalten. Das Inventar habe nicht er. son dern sein Concipient angefertigt, es sei möglich, dass aus Versehen die Mobilien nicht aufgenommen wurden. Die Acten habe man ihm weggenommen, deshalb konnte er nicht Rechnung legen. Die Verlassenschaft habe er in gesetzmäßiger Weise gekauft. Seine Verfolgung sei nur wegen seiner politischen Thätigkeit insceniert. Die gestrige Verhandlung bot keine bemerkenswerten Momente, Den ganzen Vormittag nahm das Verhör des Angeklagten David Starcevic in Anspruch, welcher einzelne Posten des Inventars rechtfertigen soll. Mehrere Activforderungen bleiben nämlich aus demselben aus, während Forderungen Machbrucl verboten.) Zas Zgil'ö irn Spiegel. Noman von Nictorien Duval. (45. Fortsetzunss.) enll^^ ^"e Harry, während er su sprach, in ein lias, ^'""ch geführt, dessen Ausstattung die dürf-desH "' Eine Lampe auf dem Tisch zur Mitte aber ^'"U'6 "^^ ^M'" Schein auf graue Sleinwände. Nahe n '^ ^"^ nur daran, dass er Fausta jetzt ,,,or '^.vllen Sie mir ermöglichen, Miss Livingston ^' Nüh zu sehen?, fragte er. "apftrl lachte eigenthümlich auf. ^'llus i ^"k'"st liegt in Ihre» eigenen Häuden. Herr Willis,,'' ""^bte er. um hierauf harry gute Nacht zu '«N'll und die Thür hinter sich abzuschließen die w7s "^'" ilbcrlasseu. zögerte Harry nicht lange, ^lvr, ^" 5"ch'"- Sich auf das harte Lager nie. der i^' ' war " trotz d»r aufregenden Erlebnisse ^lfallr stunden bald in einen festen Schlummer Granes Dämmerlicht herrschte, als er erwachte, ^silas.', ^ "'Hl bie geringste Idee. wie lange er ^'siril 3°^" k"""te. Mehr mechanisch als mit vollrm "»f die - "' lll'fs " "ach seiner Uhr. Sie zeigte M Äiar?'^ Nachmittagsstunde. Erschreckt fuhr er ^'cktact abgelaufen? Nein, deutlich vernahm er ihr ^ch vulls.^l^ ^M'sta von mir denken!» sprach er. ^ d,l,/"'d'a. ermunternd, zu sich selbst. «Aber was ^"d"bar!,, N'echi es hier nicht nach Chloroform? !>dcn ,,.'>7''d wie der Sturm wüthet! Wie die Wogen '" Nifs " c ""sen! Das Unwetter hält unS alle auf .F Nefanqen!. ^ ° s'lbst"H"'': 2U" "" Zauwschlaa. berührte ihn ' uripruchene Wort lkr l,n»^ N<4, ?rlmsi?» und war auf die Thür zugeschritten, um dieselbe zu öffnen. Im nächsten Augenblick stand er wie angewurzelt. Die Thür widerstand feinem Druck. Er rüttelte an dem Oriff. vergeblich! Er klopfte gegen das dicke Eicheugctäfel laut und lauter; kein Ton aus dem Haufe antwortete ihm. Mit einem Schrei der Verzweiflung taumelte er zurück. Wie eine Vinde fiel es ihm von den Ailgen. Uebellistet — man hatte ihn überlistet. Er war ein Gefangeuer! Dem Tode nahe. Ein Gefangener! Die furchtbare Gewissheit, dass er das wirklich war, sollte Harry schnell werden, als er, ins Zimmer zurückwanlend. einen Vlick durch das» selbe «.leiten ließ. Während seines Schlafes waren verschiedene Dinge in den vorher ziemlich öden Raum gebracht worden; Bücher und Zeitungen laqeu auf dem Tifch. auf der Erde daneben 'stand eine mächtige Oel-lanne und ein großer Kübel voll Wasser; ein zweites rundes Tischchen, welches mit einrni weißen Tafelwch überdeckt war, truq einen Vorrath von allem erforder» lichen Proviant, der für mehrere Tage ausreichen musste; sogar eine Kiste ausgewählter Cigarren sowie eine Flasche allen Brandys war nicht vergessen worden. Für Minuten empfand Harry bei diefer Entdeckung ein Gefühl unsagbarer Schwäche und Hilf. losigkeit, um dann von neuem auf die Thür zuzustürzen und an derselben zu rütteln, bis der Griff in seinen Händen blieb und er völlig kraftlos zurücktaumelte und auf den einzigen Stuhl in dem Gelafs nirderfank. Gefangen! Pas war der einzige Gedanke, der in ihm Naum fand. O. wie hatte er nur fo blind sein können, sich in die Gewalt von Menschen zn begeben, die selbst vor einem Morde nicht zurückschreckten, wenn »'s ihre eigene Sicherheit galt! Eine unübertreffliche Gefangenzelle war es, in der er sich befand. Steinmauern von vier oder fünf Fuh Dick,', eine feste, eisenbeschlagene Thür, ein hohes, vergittertes Fenster, kein besserer Kerker ließ sich wünschen. Er musste auf den Stuhl steigen, um zum Fenster hinauszuschauen. Die Glasscheiben waren schmal und dick. Die Fensteröffnung etwa drei Fuß breit, Er schob drn Riegel des einen Flügels zurlick und lehnte sich hinaus, um die Situation zu überblicken. Obgleich ans der Landseite nur eine kurze Treppen» flucht ins Erdgeschoss des Thurmes führte, senkten sich auf dieser, der Seeseite, die blanken Mauern achtzehn oder zwanzig Fuß hinab; noch dreißig Fuß weiter abwärts, wie er später an einem sturmfreien Tage sah. gähnten die abschüssigen Spitzen der Klippen. Eben jetzt züngelte und gährte ein wahrer Höllenbrodem doll' nernder Wogen gegen das felsige Gestein. Der Regen vclwchrte jeglichen Ausblick; Himmel und Waster floss?» in ein undurchdringliches Grau zusammen. der beulende Wind trieb dichte Nebelmassen vorüber und schleuderte Harry eisige Tropfen in das angftheiße Gesicht. Er musste das Fenster schließen, wollte er sich nicht dcr Gefahr aussetzen, dasselbe durch die Gewalt der draußen tobenden Elemente entführt zu sehen, m, Ereignis, welches seine Lage nicht gerade verbessern konnte. .,, . l,, Es war inzwischen fast 4 Uhr geworden; se.t nahezu 24 Stunden hatte er nichts zu stch genommen, und die Natur forderte ihr Recht. Dass er verzweifelte, tonnte von lemerlel Nutzen sein; so entschloss er sich, die Dinge zu nehmen, wie sie nun einmal waren. «Ich kann mir denken, was vorgeht.» sagte er sich. während er den ihm gebotenen AebenKmltteln zu» sprach, so gut es eben gehrn wollte. «Sie wollen mich hier eingeschlossen halten. biK sie senen Mann in ^Macher Zeitung i»tr. 196. 1634 1. September 1887. activer Natur als Passiva angeführt erscheinen. Der Vorsitzende war wiederholt genöthigt, den Angeklagten zu ermähnen, sein rohes Benehmen abzulegen. Der Sachverständige Daubach meldet, dass er wegen Krankheit seiner Pflicht nicht nachkommen könne. — (Postalisches.) Wie uns die Post- und Telegraphen ^ Direction in Trieft mittheilt, ist gestern zu St. Ruprecht in Kram eine postcombinierte Telegraphenstation mit beschränktem Tagdienste eröffnet worden. — (Der Unfug des Schnellfahrens.) Die Notiz, dass da oder dort in den Straßen unserer Landeshauptstadt jemand überfahren worden sei, haben wir jedes Jahr Gelegenheit, wiederholt in den öffentlichen Blättern zu lesen. Die Erzählung des betreffenden Un> glücksfalles schließt gewöhnlich damit, dass gegen den schuldtragenden Kutscher die Strafamtshandlung eingeleitet wurde. Dagegen ist nie etwas davon zu hören, dass ein Kutscher wegen Schnellfahrens gestraft würde, so lange dabei kein Unglück passierte. In anderen Städten wird das Schnellfahren an und für sich — weil eben dadurch sehr leicht ein Unglück geschehen kann — polizeilich bestraft. Bei uns ist das Schnellfahren bei allen Gattungen Fuhrwert sozusagen zur Gewohnheit geworden; nicht bloß Privatequipagen und Fiaker, sondern auch unbeladene Ziegel», Schotter- und sonstige Lastwagen fahren schnell und — was das Gefährlichste ist — sie fahren schnell nicht bloß auf gerader Straße, sondern auch beim Umbiegen an den Ecken. Wem das noch nicht ins Auge gefallen sein sollte, der opfere eine Stunde und mache ein» mal an einer stark befahrenen Straßenkreuzung feine Beobachtungen, und er wird nicht nur unsere Behauptung bestätigt finden, sondern auch die Vorsicht der Passanten bewundern, der es zu verdanken ist, dass nicht mehr Unglücksfälle geschehen. Im Interesse der persönlichen Sicherheit der Bewohner müsste die städtische Sicherheitswachmannschaft angewiesen werden, nicht bloß die Schnellfahrenden dann zu beanständen und anzuzeigen, wenn schon ein Unglück geschehen ist, sondern überhaupt das Schnellfahren zu verhindern und die Dawiderhandelnden zur Anzeige zu bringen. — (Ein gräßliches Unglück.) Aus Troja na schreibt man uns: In der Nähe der Wiener Reichsstraße in der Pfarre Glogovih liegt auf einer Anhöhe die aus fünf Wohn- und den dazu gehörigen Wirtschaftsgebäuden bestehende Ortschaft Prelesje. Gestern, Dienstag, um 11 Uhr vormittags brach in einem Ge» bäude des vulgo Cepovnil Feuer aus. Alle Ortsbewohner waren auf den Feldern beschäftigt. Fünf Kinder des Cepovnit, das älteste fechs, daö jüngste Dreiviertel Jahre alt, waren neben der Dreschtenne in der Spreuhütte untergebracht. Sobald man des Feuers ansichtig wurde, eilte alles herbei. Die Mutter der fünf Kinder stürzte in die Spreuhütte, erfafste die Kinder und zog sie aus dem brennenden Gebäude. In der Angst übersah sie die zwei Stufen an der Tenne und fiel mit dem kleinsten Kinde auf dem Arme so unglücklich, dass das Kind schwer beschädigt wurde; der älteste Knabe, welcher sich an der Mutter beim Kleide hielt, stürzte beim Fallen der Mutter zurück in den brennenden Spreutasten und gieng unter herzzerreißendem Gefchrei zugrunde. Sicherheit gebracht haben. O, ich wünsche, dass ich ihm a/genüberstäude. Auge in Auge; ich würde ihn nicht schonen, sondern ihn behandeln als den Feigling, der er ist!» Der zweite Tag verqieng Harry monoton wie der erste; erst am dritten legte sich der Sturm. Das Meer war allerdings noch bewegt, aber die Wogen hatten sich um vieles beruhigt. «Sie werden ihn sicher heute fortschaffen,» redete Harry sich ein, «und morgen wird Kappet mich in Freiheit sehen.» Beruhigter suchte er an diesem Abend sein Lager auf und schlief bald ein. Es musste mitten in der Nacht sein, als ihn plötzlich leise Stimmen weckten, welche vor seiner Thür sprachen. Seine Sinne befanden sich jedenfalls in einem Zustande ungewöhnlich geschärfter Spannung, und so vernahm er deutlich, wie Abraham Kappet sagte: «Weuu sie nicht zeitig genug herüberlämeu oder vergessen sollten —» Eine Stimme, welche die Normauu Livingstons sein musste, fiel ihm mit kalter Gleichgiltigkeit ins Wo»t: «Verwünscht sei er für seine Spionage! Er hat es verdient, er bleibe seinem Schicksale überlassen! Triff memethalbeu deine Vorkehrungen, aber so, dass keine Gefahr für uns daraus erwüchit. Meine Ansicht ist, dass todte Menschen jedenfalls nicht plaudern, und je weniger über uns gesprochen wird. desto besser. Du weiht, was deine Pflicht ist. Du wirst mit ihnen mit dem ersten Dampfer, der in See geht, folgen. In Lissabon treffen wir wieder zusammen. Gestatte den Damen keinesfalls —» Die falte, gleichförmige Stimme verlor sich außer Hörweite. «Er bleib»» seinem Schicksal überlassen!» (Fl'ltsshuna folgt.) Verbrannt sind zwei Wohn- und drei Wirtschaftsgebäude, alle Schafe und eine Kalbin. Assecuriert war niemand, x. — (Die englische Es cadre in Trieft.) Wie die «Adria» meldet, wird die englische Escadre unter dem C ommando des Herzogs von Edinbourgh, von Venedig kommend, am 13. September im Hafen von Trieft einlaufen und dort fünf Tage vor Anker liegen. Am 19. September begibt sich die Escadre nach Pola, wo sie zwei Tage verweilen wird, hierauf nach Zara und von da nach Griechenland. — (VomKrainburgerGymnafiu m.) Das k. k. Unterrichtsministerium hat dis Gesuch der Gemeindevertretung vuii Kramburg, im kommenden Schul-jähre die erste Class? am dortigen, bekanntlich successive aufzulassenden l. k. Untergymnasium auf eigene Kosten eröffnen zu dürfen, abgewiesen. - Der krainische Lan-desausschuss hat beschlossen, durch eine Deputation Seiner Majestät dem Kaiser die Bitte um Belassung des Krain-burger Untergymnasiums zu unterbreiten. — (Personalnachricht.) Der Statiousches Herr Gustav Habit tritt am 3. September einen kurzen Urlaub an und unternimmt mit seiner Familie eine Reise in die Schweiz. Während der Abwesenheit wird Herr Lisec als Stellvertreter fungieren. — (Schadenfeuer.) Am 25, August 1 Uhr nachts ist die hölzerne Mahlmühle nebst dem Wohn? gebäude des Valentin Kralj in Untergamling nebst Vorräthen und Einrichtungsstücken total niedergebrannt. Da diese Mühle eine Viertelstunde von der Ortschaft entfernt war, ergab sich für weitere Wohngebäude keine Gefahr. Der Besitzer Valentin Kralj, welcher eben in Laibach seine Waffenübung persolviert, erlitt einen Gesammtschaden von circa 3000 fl. und war nur um den Betrag pr. 1400 st. assecuriert. Das Feuer dürfte infolge Heißlaufens einer Radachse hervorgerufen worden fein. — (Atropin-Vergiftung.) Aus Tscher-nembl berichtet man uns: Sonntag den 28. August brachte ein fünfzigjähriges Weib in Bojance aus dem Walde Tollkirschen, machte daraus ein Trankel und gab auch die Beeren ihrem Enkel und verschiedenen fremden Kindern, sie selbst nahm nichts davon. Es erkrankten fünf Kinder und starben zwei davon innerhalb 12 Stunden an Erscheinungen der Atropin-Vergiftung. Ein Kind genas, zwei sind noch schwer krank. Ob Bosheit oder Dummheit im Spiele ist, weiß man noch nicht. Die gerichtliche Untersuchuug constatierte AtropM'Vergiftung. Bojance ist ein abgelegenes Dorf der Gemeinde Adlesic, die Bewohner sind bekanntlich eingewandert. — (Stritars Werke.) Von den im Verlage der Firma Kleinmayr H Aamberg erscheinenden gesammelten Werken Stritars ist gestern das elfte Heft ausgegeben worden. Dasselbe enthält die Fortsetzung des Romans «Zorin». Neueste Post. Original-Telegramme der «Üaibacher Ztg.» ^aschtau, Z1. August. Der Kaiser ist wohlbehalten um 6 Uhr abends hier eingetroffen und. gleichwie in allen berührten Stationen, jubelnd begrüßt worden. In den Bahnhöfen vo» Ungarisch. Hradisch. Prerau uud Olmütz nahm der Monarch huldvollst die Begrüßungen der Bezirks« und Stadtbehördeu und des Clerus unter fortwährenden begeisterten Acclamationen der masseuhaft zusammengeströmten Volksmengen entgegen. Von Drahanoi, woselbst gleich begeisterte Ovationen stattfanden, erfolgte die Weiterfahrt per Achse. Besonders festlich war der Empfang in Laschkau, woselbst der Kaiser die Vorstellung des Corpscommcmdanteu Baron Reinläuder und des Landeshauptmauus mit dem Landesausschusse entgegeunahm. Knrz nach der Au» kunft fand die Hoftafel statt. Graz, 31. August. Dr. Rechbauer liegt iu Aussee im Sterben. Pola, 31. August. Erzherzog Ferdinand. Groß-heizug von Totcana, ist gestern hier eingelangt. Groß» Herzogin Alice, Erzherzogin Louise uud Erzherzog Leopold weilen seit Freitag hier. Dieselben besichtigten die Stadt, verschiedene Etablissements und die Alterthümer uud besuchten das Garteucoucert im Casino. Erzherzog Leopold tritt nwrgen früh iu Begleitung des Schiffs-l'eutenants Iediua mit der Corvette «Fasaua» eine IKmouatliche Reise nach Indien an. Agram, 31. August. Der Sectionschef Stankooic wurde mit dem Orden der eisernen Krone zweiter Classe, der Landtagspräsident Mirko Hrvat mit dem Comthurtrruz des Franz.IoschOrdens und Ludwig Vukvtinouic mit dem Ritterkreuz des Leopold-Ordens ausgezeichnet. ' Paris, 31. August. Der Mörder Prauziui ist heute morgens hingerichtet worden. London, 31. August. Diplomatischen Nachrichten aus Coustaulinouel zufolge beschloss die Pforte, von Zwliugsmaßreqeln gegen Bulgarien endgiltig abzu-stehen. Oerüchtweise verlautet, der Prinz von Coliurg lmrde Sofia demnächst verlassen, um eine Rundreise nach den europäischen Höfen anzutreten. Sofia, 3 l. August, sReuter-Meldung.) Angesichts der Schwieriqleiten. das neue Cabinet zu bilden, wurde beschlossen, dass das gegenwärtige Cabinet bis zu den Neuwahlen im nächsten Monate im Amte verbleibt. Constautiuopel, 31. August. (Neuler - Meldung.) Die Pforte hat das ana.ekiinoia.te Rundschreiben iu del bulgarischen Frage noch nicht versendet. Es wird jeht versichert, dass die Pforte besorge, sie selbst könnte von England, Oesterreich - Ungarn und Ital> Pforte, falls Deutschland dies ablehnen sollte, überhaupt leiu Circular abseudeu werde. Volkswirtschaftliches. Ausweis über den Geschäftsstand der l. l. prio. wechselseitigen Brandschaden Vcrsichmmslslmstalt in Graz mil 3l. Juli l887. ^ersi> 2? lr. Schadensumme. lll. Spiegelglas Abtheilung: Zuerkannt in? Schadenfüllen 2i4sl-30 tr. Schadenvergütung. Ke serve foni» mit 81. Dezember 188« : 140082ft ft. «3 ll. Graz in, Monate August 1887. s370b) (Nachdruck wird nicht honoriert.) zfailmch, 3l. August. Auj dem heutigen Markte slub "' schienen: 12 Wagen mit Gelrnde. 7 Wagen mit Heu und Stroy, 13 Wagen mit Holz. Dllrckicknitts.Vrpil? Weizen pr. Heltolil. l? 7 45 Butter pr. Kilo .. -90-^ Korn » 4!39 5,75 Eier pr. Stück , . - 2 -,^ Gerste . 8 25 4 35 Milch pr. Liter . . - 8 -", Hafer . 2 «2 3 — Rindfleisch pr. Kilo — lU - ^ Halbfrucht .-------6 10 Kalbfleisch »—52^^ Hridrn » 3 74 4>70 Schweinefleisch » — «0-^ Hirse . 4 71 4 40 Schöpsenfleisch » -^36-^ Kukuruz » 4 55 5 iO Händel pr. Stück . —45 -^ ^ Erdäpfel 10(1 Kilo 2 4!-------Tauben » — >1? -^ Linsen pr. Heltolit. 12-----------Heu pr. M.'Ctr. . 2! 5 -- ^ Erbsen . 13------------Stroh . ..169-^ Fisolen . 11------------Holz, hartes, pr. Rindsschmalz Kilo 1------------ Klafter 6140^^ Schweineschmalz» -66-------—weiches, » 410^^ Speck, frisch, » —60-------Wein,roth.,100Lit.--------2»"" — geräuchert , —64-------— Weiher, . —!^^^ Ailgclomiilcile Fremde. Am 30. August. Hotel Stadt Wien. Dr, Habart, Regimcntsarzt, sammt Frn" Wahlius, Privatier! Pnmusich, Compositcur; Hiebuer, A schinenbauer; Stern. Rouzoni, Goebel, Goldmanu, 5MH Friedensteiu und ssriedjung, Kaufleute, Wien. -- K°roi Tourist. Budapest. Müller. Reisender. Znaim. — ^rn^ Privatier. Agram. — Pozruel. Bescher, Freistadt. — MV"" Rmeuder, Laibach. — Schlembach und OckonumidiS, P""" Trieft. ^ Hotel Wefant. Pitaui, Professor, Paris. - Schönpass, V" sionist. München. — Wegerstorser, Kfm.. und Wegers ". Professor. Enns. — Nodundi. Reisender, Kalchufen. — ^" ^ Reisender, sammt Frau, Kellmghauscn. - Walz»! V" Kaufmanns < Gattin. sammt Tochter; Iuvancig Elise, " l ingeuieurs-Gattin, sammt Tochter; Austerlch und Vpser,'," leute, Wien. — Schul), ssabrilant, Vrüuu, KörM, "^ W,az, — Luttmann, Fabrits-Director, sammt Frau. ^ wein, -- Sumacr Karoline. Private, und von Nilotic, ' ; vesiher, sammt Frau. Agram. — Hauusch und ssi"A' ,^ch vatiers, Krain. — Vusac, Veschcr. Prerau. — ^" S Palese, Mauser, Maixner, Mo und Roduiult. Pr""" Trieft. ^ wasthof Sliobalillhof. Liplowih, Kfm.. München. - W" . Kfm. Tachau. — Hörmanl,. Privatier, s, F»au, ^'^i„, Ieloniil. Gewerl. Litlai. -. Stare, Besitzer, s. Sul)", ^ Hartmann, Ing nieur, Abbazia. cn^ntaN wllsthof Sternwarte. Straber. Teeretär. Reifnitz. ^ ","' Oberlehrer, Dragatusch. Verstorbene. ^.h Den 3 0. A u g u st. Joses Köhrer, Drechsler, <" ^-' thal ll, Geliirnlähmnull. Mcteorllllniijchc PcolüMmiqrt, in ^alvaA^ L Z.2H ö« ^^^^ 7 N, Og., 737,58 i 15,0 «D. schwach h""' 0.^' 31-i.N, 735.52 , 26,6 SW. schwach heilcr ,< . Ab. 735,88 > 19,0 SW. jchwach h"ter ,,^l d^ Die schöne Witterung anhaltend. Das Tag^M Wärme 20.0«. um 2.7" über dem Normale, ! Verantwortlicher Redacteur: I. Nagl'^ 1635 Injetgeßtaff jut laißadk Seitung 3k 198. $ouitcr3tag tew h September 1887. SL Wichtig für Brust- und ^jj ^Lungenleidende! ^ Unentbehrlich für wi KiiBt«n, "«Uerkeit, YerRclilelmung, KuUrrh '»'U Keuchhusten Leidende, für solclio. ^'"loho oino roine und Imito Stimmo or-nulton hubon wolton, für ScronhiilÜRO, {foaehitische, Schwächliche, Bloichsüoh-llP» und blutarrno ist dor (9639) 2 krainische ^Alpenkräutersafte ••'versetzt mit unterphosphorig--fpi ¦^•saurem Kalk und Eisen.-p» Kigonos Er/.uwgnis. Preis M kr Zu hahou in dor Apotheke Trnköczy n«bi»M dem Rath haus« in Luibnch. ^ t b„,Vc!ierbec'lucl*L'i»bicicl»8r«"'fl f»"b. »oUrn fid) on hi« öe»nctnbranit Kilben bi* lß" ®fPtf»"I»cr 18H7 (3733) 8—1 ®et 93ürßermeistcv: ¦---_ iF. 3utiniictö. ffeÖBllIll Tr)il JltUu' was»erseitsf sehr freundlich, ist VerReben U" Termin oder sogleich zu ** Suiui1 irn llhr'"achergesdiiisteKottek **ftthhausplatz 13. (3731)1 Kin prachtvolles kreuzsailiges. ueues Pianino vou einer benilnntoti Firma isf billigst zu verkaufen 1><» CMH2) Ferd. Dragatin FloriausgHHse Nr. HU. (H417—1)............ Mr. 2268! i3efaiiutinacl)iiniV Xem ^uait Üftabronic üon @c^tuein-berg, unbeCaiiuteu 8lufentf)altc&, rürffic^t* ltd) bcffcii unbi'faiintcn SHcdjtgnadjjülgmi Juiirbc über bieÄIaije de pi-aes. 21. ^pril 1887, 3. 2208, bc« Söiidjacl 6tobc tion : borttucgeit Sigentl)um«5'?luerfeuuung .^evr ^JJcter $crše Dim Xjdjernpiiibl aid Curator ad act.uni bestellt unb birfem ber ftiagä-beje^eib, lüüiiüt jiun junintartjc^en &cr> faljrcn btc Xagfa^iing auf ben 5. Koocmbcr 1887, üurmittagö 9 Ufjr, ^iergertdjtž angeorbnet tuurbe, angestellt. St. f. $Be$irfSgeridjt Ifd)iTiicmbI, ant 23. Mpril 1B87."_________ (3423-1) Nx. 2393. öefaimtmacfyHiui ®cm 3ol)ann SKebocb üo« ©djtücin* berg Sir. 31, unbefannten Aufenthaltes, rücffidjttid) beffen uitbefaunten Slec^tS» nac^folgern tuurbe über bie Älage de praes. 28. STpril 1887, & 2393, beg @corg Sörajbtc 0011 ©c^tüeinberg 9^r. 48 tuegen 74 st. ^)err ^ßetcr ^ßcrie öon Xfc^er= nembl als ©urator ad actum bestellt unb biejent ber ÄlagSbcfdjcib^ ivonitt 311m jumniavifdjeit Söfrfaljrcii bie Xagfa^ung a\\\ beu 5. «Roöembcr 1887, üormittagö 9 llljr, Ijiergerid^tž angcorbiiet rourbe, ^tqeftellt. Ä. f. SBejirlSgeridjt Xfc^ernembi, am 6. äWai 1887. (3495—2) ^r. 4378. Öefanntmad^ung. 3)er bie§gerid)ttid)e für ben Xabular^ gläubiger Sodann 93alfoöec aus Xfdjer^ itembl bestimmte ®runbbuc^Žbefd)eib oom 28. 2Mai 1887, 3. 2671, rour.be bem bestellten (Surator ad aclum, |)errn ^ßeter ^Jeršc aus X|d)erncmbl, zugestellt. Ä. f. ÖeairfSgeridjt Xjd)ernembl, am 3. Sluguft 1887*. (3565—3) Kr. 6281. 93efanntmad)im(j. Söom f. f. öe^irfzgeridjte (SJortf^ee mirb bem SDJat^iaS 3afliifd) oon Sm^W' lern, nun unbefannten SlufentljalteS, t)ie-mit erinnert, bafS ber in ber Žjectttiouž* fadjc beS Sofjann ^oflitfd) mm @ottfd>ec gegen ifyn peto. 200 fl. f. 81. erfloffene 9)ea(eLecutionSbcfc^eib ersten ®rabeš 3- 4327 bem i^ni unter einem aufgestellten Surator ad actum, §errn Q-lorian Xomic oon G5ottfd)cc, zugestellt mürbe. St. f. ©ejirfSgertdjt ©ottfdjee, am 23. 3uli 1887. (3406—3) St. 2948. Oklic. C. kr. okrajno sodišèe v Zutièini naznauja: Na proänjo Terezije KozlevÈar iz Zatièiue St. 26 kot cesijonurinja Jože Lampn'ta se z odlokoni z dne I4egu aprila 1886, St. 1783, ustavljena tretja izvršilna dražba Janez Kozlevèarje-vega /emljišèa v Zatièini, vpisano v zeinljišèini kujigi katastralne obèioe ZatiCiiia pod vložno št. 36, reasumira ua dan 15. septembra 1887 ob 11. un dopoludue pri teiri sodišèi s poprejšDJim dostavkom V Zatièini due 21. juliju 1887 (3H9—3) Št. 4469. Razglas. C. kr. okrajno «odiftee v Ribaici rmznanja, da je Stefan Francelj h Velicih Poljan St. 12 proti Mariji Francelj, Juriju Krobathinu iz Stare Cerkve (Mitterdorf) , Karolu Durr-wirtu iz Celovca, Marijani Francelj roj. Andolšek, oepoznatega bivališèa, vložil tožbo de praes. 5. julija 1887, fit. 4469, zaradi zastaranja terjatev, vsled katere se doloftuje za *krajšano razpravo dan na 17. geptembra 1887 ob 9. uri dopoludne pri tem sodiftf-i V varstvo pravic tožeuih postavil se je Franc Andolšek iz Vel Poljan kuratorjem ad actum ter se mu vroöil prvnik omenjene tožbe. C. kr. okrajuo sodišèe v Ribnici due 15. juliJH 1887. (3491 -- 2) St. 3725T Razglas. Dovolila se je na proSnjo Märte Rajakoviè iz RadatoviC st. 16 izvršna prodaja na 50 gold, cenjenega, pod kataBtralno obeino Radovica vložna 6t. 434, poprej kurentua št. 875 gra-šèine Krupp Mariji Goleš, omoženi Hernjak iz Brašljevice St. 7 pripada-joèega zemljišèa, in se doloèuje dan ua 2 3. septerabra, 2 1. ok t 0 b r a iu 18. novembra 1887 od 11. do 12 ure dopoludoe pri tu-kajšuji soduiji » pristavkom, da »e more omeujeuo zeniljišèe pri tretji dražbi pod ceno izvesti. Dražbeni po^oji, cenilni zapisuik in zemljeknjižni izpisek se smejo pri sodoiji pregledati. C. kr. okrajno sodiaèe v Metliki dne 21. juuija 1887. Freiwillige Licitation. ^U,ntj0 1)ie (Jeferligfen bringen im Wege einer Ireiwilligun «lüeufliclieii Licitation, welche am 6., 7. und eventuell 9. September 1. J. j« '» den finoe^ V(!n llalb 9 Uhr vonnillags bis 12 Uhr mittags und von halb 3 Uhr nachmittags bis 7 Uhr abends loco ihre« Fabriks-Wohnhauses stat»-Wlreslc!hwul in meh.-oicn (Sariiiluron, Cliiflbnniei-s, Truinc.au- und andemi Kästen, Spiegeln, Bildern Verhängen (Jarnitur- und Laus-U< S- W !:0 elten »w»»nl. HutlcinricthtunK, »»orxcllan- un.l (Jlasservif^s, vcm^hitulonen Jagd-Decorationsgogenständen, dann Kuchenemnchtungsstucken u. s. w. •» • wie diversen Bchönen Garten -Decorationspflanzen, zum Verkaufe. Ulurigspre- U wird das P- '• kauflustig l'uhücuni mil dem Ueiliigun liöllichst. eingeladen, dass süinmlliehe (iegenstande nur um oder über dem Aus-se> und zwar gegen gleich bare Hc/ahlung und ForlschafVung hiniangegeben werden. (H73O) 3—1 '"«ibai-h am I.September 1887. JLug. nr^eliinkel Höhne.