^ s». Wtttwoch, den 8. Kai 187t. X. Jahrgang. Die „Marburger Zeituna" erscheint jeden Sonntag. Mittwoch und Freitag. Preise - für Marburg: ganzjährig 6 ff., halbjährig 3 fl.. vierteljährig 1 fl. 50 kr: für Sustellnna ,n» Hans monatlich 10 kr. — mit Postversendung: ganzjährig 3 fl.. haltijährig 4 fl.. vierteljährig 2 fl. Jnsertionsgebühr 6 kr. pr. Seile. WehrpMt und Wervrechm. Marburg, 2. Mai. Wir theilen heute in den Marburger Berichten -inen dentlvürdigen Fall mit ein zivan-zigjähriger Soldat ist wegen Straßenraub s verbunden mit eiNtM versuchten Mord veihastet »Vörden. Als Knabe von vierzehn Iahren hatte der Thäter seine verbrecherische Laufbahn btlr?-t,n. war vom strafenden Arme der Gerechtigkeil wiederholt erreicht und tvegen deS größten seiner Verbrechen zu drk'jührigcr Ktrkcrstrafe verurtheilt worden — schon vor snntM zwanzigsten Lebensjahre ! Im Rechtsstaate ist dcr WasfenschuK geget, Feinde die höchste pvlitlsche Pflicht des Staats-dürgkks — wer durch ein gemeines Verbkechkn die Rechtsordnung dttses Staates verletzt, soll nicht langer Werth scin. zur Lertheidigung desselben eine Waffe zu schwingen! Das ist unsere Forderung. Das öfterreichtiche Wel;rgesetz hat diese For-drrung zum Theile selbst anerkannt, denn es heißt, Vom fteiwilligen Eintritt in das Heer sind ausgeschlossen „Jene, welche sich wegen er. littrner strafgerichtllcher Berurtheilung nicht im Bollgenuß der bitrgerlichcn Rechte befinden." Warum hat der Wesetzqeber diese Bestimmung nicht aus alle Wehrpslichtigen ausgedehnt — warum nur bei den Freiwilligen eine Ausnahme gemacht? Ast die W'hrpfticht die schwerste von ullen. welche der Staat aufbürdet, so wird und »nuß ihr doch gewiß ein Recht entsprechen im vor-liegenden Falle das Recht des Wchtigen, feinen entlassenen Dieb, keinen gemeinen Verbrecher als Kamer.>d'N zu dulden! Untersuchung»», wie sie neulich in beiden Kasernen za Marburg ftcitlgehabt, werden jedesmal gepflogen, wenn ein Soldat eines Berbre-chens beschuldigt wird und man hofft, den Tha-ter aus diese Weise zu entdecken. Wie peinlich ist ein solcher Austritt fiir j.dtn Wehrmann, der noch eine» Funtkn Ehrgefühl bcsiht; wie muffen ihm die Gedanken: Nun wirst Du betrachtet, ob nicht Du d>r gesuchte Räuber, der eines Mordes BeidÜchtige bist! — wie müssen ihm diese Gedanken die Rothe der Scham und des Zornes in das Antlitz jagen! Und mit tvelchem Gesühl geht er vor d>e K»serne hinaus. gebt er unter die Leute, wenn Gegenftellnngen dieser Art das Ttsprälh des Tages bilden 7 Würde nach dem Ges,tz ein gemeiner Vei-brecher nicht zugelassen zum Heeresdienste, so tvKre uns die fragliche Untersuchung und Alles, was damit zusammenhängt, ohne Zweiscl erspart geblieben. Dürfen nur strasgerichtlich Unbescholtene in'S Heer ausgenommen tverde». so muß auch die Nerübung einks g,meinkn Verbrechens für jeden Wehrmann die Ausschließung zur Folge haben. Wir kennen den Ätnivurf unserer Gegner, tv'lche da sagen: „Bei einer gksttzlicden Bestimmung, tvie die beantragte, tvürden sich Bitle durch ein Verbrechen der Wehrpflict^t entziehen!" Wir glauben d,es nicht; allein zugegeben, der E ne otler der Andere ivolltc lielier ein B«-trüger, Einbrechcr oder Slraßenräuber sein, als im Heere dientn, jo Verliee: diese« nict)tS an ihm, nein! eS geivinnt vielmkhr. ivell die Gefahr Verhütet wird. eS könnte ein Wehrpflichtiger die ser GattUiig die Wasfenmacht durch eine verbrecherische That ticflecken. Angenommen, jedoch nicht zugegeben. cS würden Tausend? zu einem solchen Schiit:? sich entschließen, so iväre es für die MannSzucht im Frieden und namentlich im Kriege nur ein Bortheil. isemeinschädliche Charak-tere von sich ferne gehalten oder bei Zeiten ausgestoßen zu haben. Auf die Zahl jolch^r Elenden kommt es nicht im Geringsten an. wo die ungeheure Masse der Wehrpflichtigen den Abgang zur Gknüge ersetzt. Das gute Recht des Einzelnen, die Ehre diS ganzen HeereS, die Würde des Staates verlangen unbedingt, daß gemeine Verbrecher für unfähig erklärt werdeii, „zur Vertheidit^ung deS Vaterlandes WaffkN zu tragen" Schafft vor Allem ein Vaterland — einen Staat. Ivel« cher seinen Mrgern das ist, lva» das Vaterhaus in der wahrst«» und schönsten Bcdeutuul^ des Wortes für den treuen, dankbaren Sohn — schafft eS und dann wird'S an trefflich geübten, wohl ausgerüsteten und todc^'muthigen Kämpfern nicht fehlen, w-nn dieses Vaterland ruft! Am Geschichte des Tages. DaS Abgeordnetenhaus dürfte jetzt erst zu einem Mittel greifen, von welchem cs längst schon hätte Gebrauch machen sollen — es ist die Rede von einer Adresse an den Kaiser, damit er zwischen detn Abgeordnetenhause und zwischen der R gierung entscheide. Die Anregung zu dieser Adresse soll von jrnem Klube ausgeben. tvelcher sich unter Rechbauer's Führung ge-bildet und bercits vierzig Mitgli-der zahlt. Der Antrag könnte also genügende Unterstützung finden. falls er im Hause eingebracht würde; die Mehrheit dieses HauseS aber wird dknselben ge ivlß möglichst abschivächen. Die g.mze Walirljeit und ohitt Schminke ^u sagen, dazu fehlt eS der Mehrheit atn rechten Muth — an dem Be-wuhtsein der Kruft. Hätte sie diesen Math, un-sere Lage würde sich nicht so namenlos traurig gestaltet Habel». In Deutschland bleibt es vorläufig noch litt der Fälschung des allgetneinen Walil-rechtes — dem Beschluß deS Reichstages, den Ahgeordneteli Tagegelder zn zahlen ist vom Bundesrathk die Zustimmung versagt worden. Bismarck, der im Reichstag gegen d'esen Antrag »Ich erklärt, hat natürlich seinen Cinflnß i»n B»n-deSrath gellend gemacht. Die Verfassltng räuint l.tzleren» daS Riecht der Verwerfung ein. — Die Hauptschuld an diesem Erfolg tragen Jene, mit deren Hilsc diese Verfassung gejch^'ffkn worden. Frankreich harrt no.lj iminer der Eat scheidung ln Paris. Die Ausitändischin räumten zwar dcis Fort Issy. weil dasselbe unhaltbar ge-»vordeli; allein auch die Versailler Trnppen waren genölh'gt. die Redoute von Grennevill'erS aufzugeben. Die Pariser bekunden fort und fort die grüßte Entschlossenheit und errichten zwisäiettZssy und dem Ringlvallc der Stadt Barrikaden. Aus dem Marsfeldk stehen Mann derGemeiiide kampf-b'reit. Kanotten.welche von Renues nach VersailltS l>rftimmt wart Ii, sind von Freischützen der Aus ständischen vernagelt worden. RrgierungStr»lppeli lvurden bis (Äorenne verfolgt. Tro^dem »vill inan in ^^iersaillrs nich!S von Versöhnung wissen. Der Vorschlag der Abordnung von Havre — dir freie Stadt Paris anzuerkennen — ist von der Nationalversammlung abgelehnt worden und hat die Abordnung der Freimaurer Versailles ohne Erfolg Verlaffen. Bermifchte Nachrichten. (Pariser und Versa iller.) Der „GauloiS," welcher in Versailles erscheint, bcin gt nachstehenden Klageruf: „Man darf sich keinen Täuschungen hingeben. Männer von Urtheil, die am Herde der Bewegung blieben, äußern, daß die Pariser eine ungeheure Thätigkeit und noch dazu eine sehr intelligente in Betreff militärischer Dinge entfalten. DaSseliie sagt man hier nicht der Militär-Kommandantur nach, welche für die Verpflegung der Armee sorgt wie immer, nämlich so schlecht »vie möglich. An Fuhrwerk seizlt eS in Versailles nicht, auch stehen die Bahnen dei« linken und rechten llferS dem Kriegsminister zur Verfügung. Trov dieser Verkehrsmittel haben die Lieferanten in Viroftay, Velizy. BievreS und anderen Dorf, schaften 400 Wagen bei den Bauern requirirt. und weßhalb? Die')wuern erhalten täglich ö biS 8 Franken, der Reg»erung aber ivird der Wagen zu 10 Franken berechnet. Auch über die Ver-thkilung der Lebensmittel, abgesehen von der Güte derselben, wird geklagt und unterwegs »Verden in Fleisch, Zucker und Kaffee einträgliche Nebengl-schäste gemacht. Die Verwaltung vertheilt an öle Bauern von Zeit zu Zeit Hafer; diese ziehen es aver vor, die Pferde mit dem Brote vom Wagen zu füttern und den Hafer für die Heimfahrt zu sparen Nebenliei st,d t^ie Bauern erbittert. d.^ß sie ihre Pferde dem Feldbau entziehen müssen. Neulich sah ich in VetsailleS dem Brot-fasstN in einer Miliiär-Bäckerei zn Seit 7 Uhr hielt die Meiirzalil der Wageii »n langer Reihe, um N Ul)r hielt'N ste noch, und als ich um 2 llhr wi'dtr volübeikam. war die Hälfte noch leer, denn die Brotvorrath hl»tte etw,» sür fünfzig .Marren gereicht; der Rest mußte zum Ttieile sieben LtUliden warten, bis das friste Brot ser-llg war. Zeit hat ljicr keinen Werth! Allerdings höre ich, daß Thiers sehr erzürnt ülicr seine In-tendanten und über die Fahrläffi^ikeit gewiffer l)oher Offiziere ist, soivie seine Adjutanten von H^rodeS nach Pilatus schickt, um Ermahnungen ,u ertheilen. Man spricht von derben Nase», lvelchc Offiziere erhielteil. die stundenlang die an sie gelangten Btsehle auszuführen vergaßen. Dazu komind. daß die Mehrzaljl der Offiziere dcr jetzigen Armee, vom Korporal oder Sergeanten zum Lieulenaitt und Kapitän befördert, so unlviffend ist. d^,ß sie sellist in der Umgegend von Paris die Bauern nach Weg und Steg fragen, als operir-ten sie in Mexiko oder Elzina. Dagegen haben sie sich sehr aln Billart'tische und im edlen Piqnet vervollkomlnntt, desgleichen im Absynthtrinken und lm Eigarrenrauchen." (Haftpflicht d e r U n t e r n e h m e r.) Die VertrauenSlnännir der deutschen Maschinen-t)auer und Metallarbeiter haben dem Reichstag folgende Petition überreicht. „Holter Reichstag! Der Gesetzentivurf. betreffend die Verbindlichkeit zum Schadenersatz für dir bei dem Betriebe von Eisenbahnen. Bergwerken u. s. w. hcrbcigelührten Tödtungen und Kör-perverletzungen. ivelcher dem Hohen Reichstag ge- genwärtig vorliegt, genügt, ausgenommen b,i den Eisenbahnen, weder den Anforderungen der Gk-rechtigtei», noch den dringendsten Bedürfnissen deS Schuj^es für Leben und Gesundheit der Arbeiter und beS Publikums im Allgemeinen. Die Unterzeichnete«. gewählte Delegirte der Ortsvereine der Maschinenbau' und Metallarlieiter aus den verschiedensten Theilen des Deutschen NeicheS. richten daher an den Hohen Deutschen Reichstag, als den Vertreter aller berechtigten Volts Znter. essen, das dringende Gesuch: 1) die Hastpflicht für Leben und Gesundheit au? sämmtliche Be-triebs-Unternehmer. einschließlich derjenigen der Hüttenwerke, der Dampfschiffe und Posten und der Landwirthschaft auszudehnen ; 2) die gaffung des Gesetzentwurf betreffs der Eisenbahnen gleich-lautend für die Untkrnehmer von Bergwerken, Steinbrüchen, Gräbereien. Fabriten, und für alle übrigen Unternehmer gelten zu laffen, so daß nur der vom Unternehmer geführte Beweis der eige-nen Schuld der Beschädigten oder einer höheren Gewalt den Unternehmer von seiner Verbindlichkeit zum vollen Schadenersatz befreien kann. Ohne diese Bestimmung würde unserer festen Ueberzeu-gung nach die Verbindlichkeit der Unternthmer in Bergwerken und Fabriken rein illusorisch sein, und damit auch der Antrieb wegfallen, die immer zahlreicher werdenden Unglücksfülle durch äußelste Borficht zu verhüten." iEin B u ch d r uckerfe st.) 3n Köln besteht seit sechsundzwanzig Jahren ein Berein der Buchdrucker und Echriftgießer, welcher am 23. v. M. ein Ballfest zum Besten sciner Kranten-und Fremdenanstt'lt feierte. Eines der Gedichte, welche bei dieser Gelegenheit vorgetragen wurden, enthielt folgende Gefätze: aben wir in schweren Tagen, ls Bellona niederstieg, Nicht das Banner vorgetragen Und verkündet Sieg auf Sieg? Haben wir nicht Tage, Wochen. Monde laug den ganzen Kampf Brav ges^t. formirt, umbrochen Und im Sturm gedruckt mit Dampf? Stramm und lapfer auf dem Posten Standen wir die ganze Zeit, Ließen unser Blei nlcht rosten. Waren immer schußbereit. Rückten aus mit Schiff und blanken Winkelhaken zum Gefecht, Und vertraten ohne Wanken Deutschen Ruhm und deutsches Recht Eiu Stegreif-Gedicht schloß mit nachstehenden Worten: Gib ein leuchtendes Ezempel! Mach uns reichsunmittelbar, Daß von Boreeutur und Stempel Krei wir werden ganz und gar. Denn wir dürsten nicht nach Kronen. Orden oder sonst derlei: Willst du unser» Dienst belohnen. Mach' uns nur die Preffe sreil (Armenwesen.) Der Berein gegen den Bettel in Berlin, welcher im Jahre 1869 nach dem Muster der am Rhein, in Baden und anderen Orten schon seit einer Reihe von Jahren bestehenden gleichen Vereinigungen gegründet worden. hat im vorigen Jahre 4870 Thlr. an Arme bezw. Bettler verausgabt. Die Wirkung des Vereins soll bereits eine sehr erfolgreiche gewesen sein und der Bettel fich um ein Beträchtliches Vermindert haben. Mgy gegenüber der Neigung des Publikums, Almosen zu geben, eine Uusnte die leider immernoch auch vom religiösen Standpunkte aus vcrtheidigt wird, nicht oft genug wiederholkN, daß man damit nichts besierl. ja ost geradezu ein Beibrechen begeht. Bei dem seit einigen Jahren zunehmenden Bettel dürste die Errichtung solcher Bereine aller Orten dringend zu empfehlen sein. N>cht nur. daß man von einer Landplage befreit wird, sondern es wird auch die Unterstützung wirklicher Armen eine beffere. Die Prival-Wohlthätigkeit ist außer Stand, jeden einzelnen Fall zu prüfln. es erhält also immer der am meisten, ivelcher doS Handwerk am besten versteht, d. nicht der Bedürsti,jert, sondern der Gewohnheits-Bettler. Der Beitrag in Berlin ist Thlr. jährlich, tvofür man (mit Hilfe eines am Haus angebrachten Schildes) frei von aller Belästigung durch Bettler ist. die sich sehr rasch daran gewöhnen, solche Häuser zu meiden, wenn anders die Abweisung unter Hinweis aus die Vereinskaffe streng eingehalten wird. (Oesterreich und s? ine StaatS-gläubiger.) Die Schritte der österreichischen Regierung in Betreff der rumänischen Eisenbahnpapiere geben dem Londoner „Finanzier" Anlaß, auf die Umwtindlung der österreichischen Staatsschuld zurückzukommen; dieses Blatt sagt u. A.: ..Die österreichische Regierung bringt sich dadurch, baß sie ihren Vertreter anweist, gemeinschaftliich mit dem englischen und preußischen Generalkonsul in Bukarest sür die österr. Inhaber rumänischer Eisenbahnbonds aufzutretkn, in eine sehr lächerliche Stellung. Oesterreich, welches Rumänien Borwürfe macht und seine eigenen Schulden nicht bezahlt, bietet ein sonderbares Schauspiel. Demnächst werdet, wir es wohl erleben, daß der Präsident von Venezuela der Regierung voi» Mexiko eine Vorlesung hält." (Die Macht der kl e r ika l en Part e i in Oesterreich.) Bei Wigand in Leipzig ist eine Flugschrift erschienen, welche den Titel führt: „Am Scheidttvege." AuS dirsem Buchlein entnehmen wir, daß in Oesterreich auf achtzig „liberale" Gereine zweihundert „koniervativ-katholische" kommen. Oesterreich zählt ferner: 32 Bischofs sitze, 9889 Dechanteien, Pfarreien und Lokal-Kaplaneien mit 17.000 Priestern. 679 dem be-jchaulichen Leben gewidmete Klös'er mit 6000 Diönchen und Nonnen, 27.503 Beichtstilhle und 1ö.648 Kanzeln. (VerwaltungSräthliche Bezüge.) Die letzte Hauptvertammlun:; der .Wienerberger ZiegelsabrikS- und Baugesellschast" lieferte einen interessanten Beitrag zu dem Kapitel der ver-waltuugsräthlichen Bezüge und zeigte wiedkr ein-mal. wie sich dic „Herren vom grünen Tische" auf ihren Bortheil verstehen. Der BerwaltungS-rath dieser Gesellschaft bezieht eine zehnperzeutige Tantieme, was in diesem Falle das hübsche Sümmchen von 36.000 fl. ergab, und außerdem erhalten die Vertvallungsrätlie für ihre Anwksen-heit in jtder Sitzung eine Marke im Werthe van 10 fl. Diese nicht unbeträchtliche Belohnung wurde sür den Berwaltungsruth in der Voraussetzung festgestellt, daß er die Geschäste des Unternehmens führt, also in Wirklichkeit waltet und vertvaltet. In jedem BerivaltungSrathe gibt es aber bekanntlich Drohnen und Arbeitsbienen, und so hat fich bald im Schooße dieses Verwaltungs-rathes ein VollziehungSauSschuß gebildet, tvelchem der größte Theil der Arbelten obliegt, welcher dafür aber auch seine Bezüge aus der Tautieme des Berwaltungsrathts erhalten soll. So heißt es lvenittstens in den Satzungen, deren Bestimmungen aber bekanntlich oft keinen anderen Ziveck haben, als — übertreten zu iverden. Denn es stellte sich heraus, daß die Mitglieder deS Boll, ziehungsausschusses für Sitzungen, die sie i«u Laust des Jahres 1869 und 1870 gehalten, 903ö fl. an Präsenzgelderu bezogen, die nicht auS der Tautieme des VerivaliungSrathes. sondein aus den Geldern oer Gesellschaft liestritten wurden. Der BerwaltungSrath betrachtet offenbar den BollziehungSausschuß als „engeren BerwaltungSrath" und hat wie Schmerling die Rechte des „iveiteren Niathes" aus den „engeren" übertragen, und so kam es, daß die Mitglieder des Vollzie-hungsschusseSPräsenzmarken aus der Gesellschafts-kassa ausbezahlt erhielten. Nun traf es sich aber, daß Dr. Jul. Grysar, der Bertleter des Herrn v. Dräsche. Mitglied d'S Ausschusses zur Prufung der Rechnung war. Herr v. Dräsche führt den Titet eines EhrenadministratolS der Gesellschait und hat an dieselbe noch eine Forderung von 1,400.000 fl.. und Dr. Jul. Grysar. der Vertreter deS Herrn v. Dräsche, hat die löbliche Gewöhn« heit, AlltS sehr genail zu nehmen. Er prüfte daher auch die Rechnungen sehr genau und brachte es an den Ta^^, daß 9035 fl. anstatt auS den Taschen der VerivaltungStäthe ous dem Säckel der Gesellschaft genommen worden. Aber die Versammlung nahm es mit der Einhaltung der Satzungen nicht so ängftli^ im Gegentheile! sie folgte der vom BerwaltungSrathe insgeheim gegebe nen Weisung und wühlte den dem BerwaltungSrathe so unbequem gewordenen Dr. Jul. Grysar nicht wieder in den Prüfungsausschuß. Marburger Berichte. (Ruhestöru n g.) Am 28. v. M. war Cilli der Schauplatz bedauerlicher Austritte. Polizeiwachen durchzogen in BegleitiMg von GenS-Sarmen am frühen Morgen schon die Stadt, da man wegen der Ankunft der StellungSpflichtigin Unruhfn befürchtet^. Ein Ruhestörer, der -ach fruchtloser El Mahnung verhaftet werden sollte, fiel mit seinen Kameraden über die Wache her. und eine großartige Schlägerei begann. Der Entschiedenheit und dem taktvollen Benehmen der GtnSdarmen gelang es, die Unbändigsten zu verhaften und die Orvnung ivieder herzustellen. (Aus dem Leben eines bedrängten Schuldners.) In Tillmitsch sollte kürzlich die zlvangstveise Schätzung eines Hauses vorgenommen werden — die GerichtSkommiffion suchte aber vergebens nach dem fraglichen Ge.,enstande. Der Eigenthümer hatte in mondheller Nacht, von zwanzig Männern unterstützt, die gezimmerte „Keusche" abgetragen und fämmtliches Holzw.rk in den Ofen eineS Zieglers geschafft. (Durstige Diebe.) In der nördlichen Umgebung von Marburg haben es jetzt'dieGau-ner besonders auf Wein und Brannttvein abgesehen ; es wurden nämlich seit Kurzem Einbrüche theils versuch». theilS verübt: bei Herrn Ogrisegg in Sturmberg, bei Herru Girstmayr in Potschgau. bei Herrn Silly in Ziveinig, bei Herrn Bindlech-ner in LeiterSb,rg. An letzterem Orte gelang die That erst nach Anwendung großer Gewalt: die Doppelthüre wurde erbrochen, nachdeln ein Kegel auSgerisIrn' und die Haspe ausgedreht worden. (Versuchter Mord uud Straßenraub.) Der Grundbesitzer Jakob Katz von Do-brofzen bei KranichSseld hatte neulich in Marburg um 52 fl. Heu verkauft und wollte sich Abends zu Fuß nach Hause begeben. Ja der Magda-t?na-Barstadt traf er mit einem Soldaten vom Regiment Härtung, Namens Z., zusammen. Der Soldat grüßte; der Bauer dankte und fragte, wohin er gehe? „Nach Kölsch l" war die Ant-wort; er habe dort Verwandte. Beim Jäger-wirth kehrten Beide ein ; der Bauer bezahlte die Zeche und ließ bei dieser Gelegenheit fein Geld sehen. In der Nähe des Windenauer Watdes angekommen, bemerkte Katz. daß sein Begleiter einige Malenach dein Bajonnette grlff, was ihn bewog, rascher aufzutreten und den Soldaten zu-rückzulaffkn. Dieser wickelte einen schiveren Stein in daS Sacktuch und eilte dem Bauer nach; bei der Sandt^rube, südlich von der Windenauer Allee, schlug er ihm so geivaltig auf den Kopf, daß der Getroffene blutend und bewußtlos zu Boden stürzte. — Z. entrieß seinem Opfer die Brust,-laiche mit 5l fl. A3 kr. Knechte vom Wretzl-hofe, die heimfuhren, nahmen den Ohnmachtigen Mit nach Hause, wuschen und verbanden ihm die Wunde. Am nächsten Morgen erstattete Katz die Anzeige beim Untersuchungög»richte; da er versicherte, den Thäter zu erkennen, so lvurde ihm zuerst die Mannschaft in der Draukaserne vorgeführt — Z befand sich nicht darunter. Auch die Gegenüberstellung in der FreihauS-kaserne schien anf.'ngs kein befferes Ergebniß zu liefern; Katz beschrieb aber den Thäter so genau, t'aß man denselben endl ch in der Küche suchte, wo Z. damals beschäftigt war. Da Z. in sehr üblem Rufe stand, so durfte man die Wahrheit der Beschuldigung kaum noch bezweifeln. Die Durchsuchung des Verdächtigen tzatte keinen Er-folg; bei weiterem Nachforschen fand man aber eine Banknote iM Werthe von 50 fl. unter dem Küchengeschirre verborgen, woraus Z. »n Haft genommen wurde. Der Thäter ist ein Bursche von jtvanzig Iahren; Vierzehn Jahre alt hatte er zum ersten Mal g'stohlen und seither wiederholt sich desstlben Verbrechens schuldig gemacht. Die längste der Kerkerstrafen, zu welcher Z. ivegen dieser Verlirechen schon verurtheilt ivorden, betrug drei Jahre. (A ush ilfs kassf.) Ende März blieben ii» der Kaffe 107 fl. 39 kr. 3m April wurden 2666 fl. 54 kr. eingenommen, darunter 1200 st. Rückzahlungen der Schuldnkr — 2ü42 ft. 88 kr. wurden ausgtjzebeu, worunter 1665 fl. Dar-leihen an Mitglieder. Filnf Wechsel im Betrage von 1000 fl. wurden aus drei Monate verlän-flklt. Der Kaffarest beläufl sich auf 231 fl. Str. Die Zahl der Mitglieder hat sich um eine» vermehrt. (Gewerbe.) 3m April wurd.n beim hiesigen Stadtamt jolgende Gcwerbe angemeldet: Verfertigung uud Verschleiß von Männkrtleik^ern. Stadt. Herrengafft, lKdnard Rleder — Verfertigung von Damenkleidern. Stadt. Kärntner, gasse, Franz Hnilitschka — Glaftrei. Bcno Si-mert. Stadt. Draugaffe — Fleischerei, Stadt, Flejschergaffe, Joseph Hanng — Handel mit gemischten Waaren, Stadt. Herrengasse. 3oseph Haas — Fleischerei. Stadt, Magdalrna. August Kammettr — Verschleiß von Holz und Kohlen. Stadt, Wtndischgasse, Franz Zopp — Btrserti-gung von Modewaareu für Dainen, Stadt. Gra» zergaffe, Seraphine Mayr — Handel mit gemischten Waaren und Landeeerzeugnsssen, Stadt, i^urgplatz, 3akob Schlesinger — Verschleiß von Holz und Kohlen. Stadt. Herrengasse, Alois Öuandest. Behufs Steuerbemrffung ist dem Stadtamte Aer piamantenyändter. von K, Vthuike (Fortsetzung). „Die Gtsahr ist dringend, ich weiß iS." fuhr de? arme Kaufmann sort. indem er flch die Schwkißtropfen von der Stirne wischte, „ich habr sj. in ihrem volle» Umsan^^e meiner lSattin ver-l^orgen. 3ndeß diese Gcs.>ljr bedroht unS all, Europäer hier gleichmäpig. Wir haben dcShalb dedeutende Summen dem Scheich von Deir-el« Kümar geopfert, um uns Sicherheit zu erkaufen, bis wir durch die Bermittelung der englischen uud sranzösischeu Konsulate Schutz von den tür ktschen Behörden erhulten. Der Scheich hu ver« sprochen unS Sicherheit zu gewahren, sollten selbst seine Landsleute gegen die Maronitcn zu wüthen beginnen. Wer aber mag dem Worte eiueS Drujln unbedingt trauen?" ^Wenigstens sollten die lKuropäer sich be-wasfuen und sich veteiulgen. um im Kall sie an-gegriffen werden, Widerstand zu leisten." bemerkte Hansen. „Auch das ist bedacht, doch fürchte ich, es tvürde wenig helf.n d^r Uebermacht gegenüber. Noch eine Hoffnung habe ich, daß ich diese Gc-gend mit den Meinen «verde Verlaffen tonnen, ehe ein Geivittlr ansiiricht. 3n den Bergen hier habe ich einen Fr«und. cineu wahren Ueberall und Nirgends. Man nennt ihn Ali. den Löiven-tödter. wohl mehr ivkgeu seines Muthes, als weil er die Löivenjagd zu seinem Äetverbe ge« macht hat. 3(d habe ihm. so tv»e er mir. ivtch-tige Dienste gelkistet. Cr hat ltets die größte Anhänglichkeit an unser Haus und besonders an Fanny gezeigt, die er noch als Kind ge kannt hat." „An Fanny?" bemerkte Hanjen verivundert. „So ist es," sagt, van Astrn. „Ali hat versprochen, in der Stunde V^r Noth mir beizu stehen und er hält sein Wort. Er führt mir jetzt einen Engländer zu, dcn Neffen jenes Kaus-manns, mit dem ich die Endregulirung meiner Geschäfte vornehmen ivill und muß. Der Lötven-tödter tvürde bereits liier sein, wüßte er. daß wir seiner bi^dülslen. Er kennt die Sitten der Drulen und ihre Geheimnisse und »veiß so gut wie sie selber Tag und Stunde ihreS AufstaudeS, den sie allen Anzeichen nach beschlossen haben. 3n. zwischen, mein theurcr 3Ml,s, blejbt et dennoch bei meiner Anordnung. Kann ich in drei Tagen hier meine Geschäfte nicht zu Ende bitingen. so die Anzeige gemacht worden, daß die Statthal-terei folgende Konzessionen ertheilt habe: Buch-druckerei, Stadt, Kärntnergasse. Anton Tom« schitsch — Apotheke. Grazervorstadt. Wenzel König — Banmeisterschast, Grazervorsta>t. 3o-haim Stich! — Privatagentie. Stadt, Herrenaasse. Anton Hoinigg. (Leh r ervereit,.) Die Mitglieder des Lehreroerkins iverden sich morgen Vormittags 10 Uhr versainmeln; aus der Tagesordnung stellt u. A. ein Vortr.ig des Hrrrn Professors Müllner .»über Eiscn." (Aus der Ge m ei n d e st u b e.) Morgen NachmiitagS 3 Uhr findet eine Sitzun^^ deS Ge-Mkindeausschusses statt. Zuerst ivird über die Ausnahme eines Darleihens für den Bau des nenen Schulhauses verhandelt. Die Mitglieder dürsten vollzältlia erscheinen, da nach dem Geseke (Stt^dtordnun.z z. 62 b.) zur giltigen Beschluß-sassung in diesem Falle Mindestens drei Viertheile der Gemkindevertretung anwesend sein milffen. Nach Erledi^^ung dieses Gegenstandes kommt zur Beratiiung! daS Ansuchen des hier liegenden Dragoner - Regiments um pachttveise Ueberlassung der Thesrngründe zu UebnngS-zwecken. Aenilleto«. sollen Sie der Beschützer meiner Familie sein und unter Leilnng Ali s dieselbe ln Sicherheit brinjten." Hansen ivar durch diese Eröffnungen in eine eigeiithümliche Seelenstimmung gerathen. Bei seinen, vielfachen Rrisen war er stetS innerhalb der Grenzen der Civilisation geblieben, jetzt war er plötzlich in die Welt der Barber,j getreten, wo feit Alters l)er tödtlicher Haß die Bevölkerung in unversöhnliche Paiteien spaltet und von Zeit zu Zeit in Massenmord sich abkühlt. b'S der eiserne DesvoliSmnS mit Verletzung aller Gesetze der Menschlichkeit wieder eine eintönige und vorübergehende Ordnung herstellt. Es ivar unterdeß dunkel geworden, die Herren Verließen den Garten und begaben sich in da» Gemich der Damei». Noemi entsernte sich so ebett von einer schwärzen Dienerin begleitet. Als sie sich mit aus der Brust gekreuzten Armen vor Hansen zum Abschiede verbeugte und dann chre Angkn zu ihm aufhob, schoß ein so flammen-der Blick aus diesen in die seinen, daß er erstaunt und fast verwirrt zurückfuhr, im nächsten Moinente alier war Noemi verschwunden und er vermochte die räthselhaste Erscheinung sich nicht zu deuten. „Auch ein Geheimniß deS Orients." dachte er. als er den schneegekühlten Scherbet. den »hm F 'nny t m FiZMilientische reichte, an seine Lippen suhlte. Bald aber sah er nur noch das liebliche junge Mädchen vor sich. daS in heiterster Meise mit ihm plauderte und tausend Fragen nach ihrer Vaterstadt that, welche er ein tvenig zerstreut beantwortet. Herr und Frau van Asten lauschten, ohne selber zu sprechen, der UnterhaltuNli Beider, und von Zeit zu Zeit glitt ein Lächeln über ihre Lippen. 0kln slüijtigeu Sonnenschimmer gleich, der aus dunklem Wtttergewölk hervoistrahlt-'. Ali, der Lötventidter. ..Romantisch! wundervoll romantisch!" die-ser LieblingSausdruck enlsloh der lilonden Lady, als sie arn nächsten Morgen mit ihren Gefährten aus derjelben Anl)i)hc hielt, von der Hansen in die Straßen von Deik el-Kam^r geschaut hlitte. Das Aeußere d^r Europäer zeigte, tvelch' eine beschlverliche Nacht sie verlebt. Die Locken der Lady liln,ien verstört um ihr blasseS. fast bläuliches Gesicht. daS noch lüntjer und schmaler schien, als geivöhnlich. Morton s liagere Geitalt tvar nach vorn gekrümmt und die gei)»öhnlicht Röthe seiner Wangen war aschfarb^geworden. Setzte V»G. Das Abgeord»»te«ha»s will noch v»r der B-rath««g der Adresse an de» Aatser die Delegations-Wahle« vornehmen Der Bezirksausschuß von «»chnia hat eine Vertrauensadresse a« SrocholSti gertch. tet, woria der Minister an die Fordernngen SalizienS erinnert wird. Die Nachricht, daß Deutschland der Ver-sailler Regierung eine Frist znr Unterdrückung des Pariser AufstandeS gesetzt, wird als unwahr dezeichnet. Stachrichten auS dem Hauptquartier des Kronprinzen von Sachsen melden, daß in Paris die Cholera i« Anznge sei. Dritftaßt« der NtdMlNi. Herrn Dr. 3oseph L,opold Stiger in Graz. Der Bericht ist für heute zu spät übersandt worden und kann erst im nächsten Bl»tt er scheinen. nur sein Haar und sein prächtiger Cotelettenbart glühten in demselben Feuer, wie sonst. Ein jammervolles Bild gänzlicher Zerschla-genheit bot indeß drr Baron von Donuerberg. Er vermochte sil) kaum im Sattel zu halten, ' und alle Frische schien Von seinen Wangen gewichen. Er war sichtlich in einer Nacht um zehn Jahre älter geworden. ..Romantisch! romantisch! nicht tvahr Ba« ron?'^ hauchte die Lady, indem sie ihr Lorgnon vor die Augen führte. Statt alier Antwort ächzte der Ezlieutenant höchst unmelodisch, »vorauf ihm ein schmachten-der Blick zu Theil ward, in dem sich zugleich eine nicht geringe Dosis »virklicher Theilnahme zeigte. „Armer Baron." fuhr die Lady fort, „iveun Sie erst, wie Morton und ich. Egypten durchzogen. eine Spazierfahrt durch die Sahara gemacht und von Ealeutta nach Delhi gereist j.ln werden, dann tvird eine Nacht, ivie die verlebte. Ihre Nerven nicht mehr so sehr angreisen." Der Baron schauderte. Die blonde Lady kam »t,m fast unheimlich vor. Egypten—Sahara— Velhi! Hatten diese Engländer anstatt gewöhnlicher menschlicher Glieder etwa ein Patentknochen-gerüst aus den Stahlivaarenfabrikeu von Shes field im Leibe? Jetzt erst erklärte sich ilim das .'!täthsel. »oie Beide den furchtbarsten Nachtritt über Stock und Stein. FelsgeröU Anhöhen und Abgründe hatten machen können, ohne einen Seufzer auszustoßen, ohne eine Miene zu ver-ziehen. Egypten—Sahara—Delhi! Was war dagegen ein anstrengendes Kavallerie - Manöver auf i)en sandigen Maulwursshü^eln von Spree-Athen oder ein regendurchweichteS Bivouak bei Spandau? „Aber, mein Gott, werden wir nicht bald in irgend ein Quartier kommen?" ächzte der erschöpfte Exlieutenant. „Noch einen Moment, einen einzigen Moment !" sagte die Lady, ihr Album ausschlagend, das auf ihren Wink der Neger ihr reichte. „Die Szene ist zu romantisch!" „Himmklschockschwerenoth, Kreuzdonnerivet-ter." fluchte der Exlieutenant in sich hinein. „Das blonde Ausrusungszeichen hat den Teufel im Leibe." Fortsetzung folgt. Donnerstag dm 4. Mai: (257 de» TaloN'Septett unter Leitung des Herrn »olil. - Anfang 8 Uhr. Für gute Speisen und Gelränke ist bestens gesorgt. Zlergheer's Theater mit Geister- «nd Gespeostererscheinungeu, errichtet auf de« Tosieuptatze. M»rgt» Dinnerstag den 4. Mai t87t: Erste sowie taglich Abend» halb 3 Uhr große Borstellung. 1. Abtheilung: Idöiltrv xlttorviguo. Eiue romantische Gebirgsgegend als Winterlandschaft, mit Jagdszenen, Schlittenfahrten, Schneeballwersen der Gchul-jugend auf die Borübergehenden n. s. w. 2. Abtheilung: Magie, Vhtzsik, Illusion. Moderne Küchenexperimente. Die Rationalen, «affee-bereitung. Die folgsame Taube. Man weiß nicht, wie viel Uhr es ist. Tine Damenhutschachtel. Der Mensch »om Senegal als Huhn. I,' arloquiv äo üsrßsuvo. Die Spiele zum Spiel. 3. Abtheilung: Sorili««!''» uniidertross«»« unii ^ unter dem Titel: Utk Mt«r«cht», romantisch.phantastische Pantomimen mit ilrscheinungen von Aeen, Teufeln, Getippen, Gespenstern u. s. w. Sie spielen in einem verfallenen Schloße, wo e» spuckt und Geister umgehen; ein jeder, welcher kühn gen^ ist dasselbe zu betreten, verfällt ihren boshaften Ltänfen. V^Vreise der Plätze Sperrsitz tr. Erster Platz SV kr. Zweite^latz AV kr. Gallerie lS kr. — Kinder zahlen auf der Gallerie 1« kr. auf den übrigen Plätzen die Hälfte. Garnison- uud Studentenkarten: Sperrfitz Z« kr. Erster Platz Hv kr. Zweiter Platz 2V kr. Gallerie tv kr. Tagesbillet Berkaus von 10 bis 12 Uhr Bormittags an der Kasse des Lokales. (258 An Sonn, und Feiertagen 2 Borstellungen: Uhr, die die erste halb 5 zlveite halb 8 Uhr. Dm!» ud Aimpsthliiz. Für das ehrende Vertrauen, welches mir geschenkt wurde, spreche ich meinen wärmsten Dank aus und werde stets bestrebt sein, mir dasselbe zu erhalten. Mit der Bitte, mir auch in der Zukunft Ihr werthcs Bertraueu m bewahren, erlaube ich mir glcichzeitiq meine Wohnungsver-änderung: Herrengasse, Zgnaz Kaup'sches Haus Nr. 118. ergebenst anzuzeigen. (S60 Ztqjetan Zasaudek. lSo 8tilv!l l^vmontant kossn in 14 Sorten sind in Roswein bei Johann Bred an Haus'Nr. 47 billig zu velkaufen. von Vkvrv Ilerrens»s«v vrlaudt 3ieii einem lioedAvekrten ?. ?. ?ul)-liicum Ziilardurßs i^ur ßeveixteu Xsuntuiss 2U I)rinZeu, class es, um äen vielsvitix au selkss ^sriolltetvn stireutiaktt'll ^utträßso ent» Zpreelivv, iivreits g.I1e ^vor^minxen Zetroü^öu dat, äeu Zvlivierißsten Icuustv0ll3teu ^UL-^ItrunAvi» seines?av1ies in vvllstäväi^ster ^eise xevüxen. vader ^tiotoxrapdien jeäer ^rt, vom KIvlQitvQ RlvÄkLUou-I'ormkt bis üur voUsu l^odvQ»xrö>«s tlieils in selivarz:er ketoueko, vie aueb in ^gusreU-» unä in OvI- mkivrvi 6uretigeMrt v^eräen; selbst äie (Zkromo-?llotoxr»xliiv» äio an ^artbeit äas Deinste ?0r2e11anßemäI6v übertriU. alläem ist ein tüektißer »lekäowLivk« U»1vr enßaßirt unä für 6^io vxalctests emsigste vurebfükrunx aller Liläer unä äer ^atrisen» ketouells sinä tüelitiße lcunäixe Krätte xe-vonneu. ^lle Aufträge veräen mit voller ke-vissenliaktixlleit 2ur strengsten ^ut'rieävnlieit eines boeligeelirten ?ubli!cllms ausgeküllrt; äes^leietien aueli äie sogenannte, isv/^ar seit .sabren lier solion lielcannte kflllant Lsmöv-pkotogfspklv, oävr besser bezieielinet: ?la»ti-lodvr Liläor AvlLet-^u»»olilax, äeren ^ustuli-runK niobts vünseben übrig lassen >vir Da eS mir wegen der Kürze der Zeit leider nicht möglich ist. vor meiner Abreise von allen Freunden und Bekannten persönlich Abschied zu nehmen so s»,ge ich hiemit Jedem ein herzliches Lebewohl. Zugleich spreche ich meinen innigsten Dank aus für das ehrende Vertrauen, welches ich während- so vieler Jahre in meiner Vaterstadl gefunden habe und werde ich eifrigst bestrebt sein, auch künftig mich desselben würdig zu erweisen. Schließlich mache ich die ergebenste Anzeige, daß ich das in der Murgasse zu «i»»» käuflich an mich gebracht habe und das Vesciiäft in eigene Regie übernehme. Freunde und Bekannte werden höflichst eingeladen. bei allfälliger Anwesenheit in Graz Mlt ihrem Besuche mich beehren zu wollen. Marburg, den 29. April 1871. Kajetan Nvim, 254) Kafetier. (Fr088te8 s kertixer Herrenkseider Stocks ru öon billixsston ?rei»en dei »»>»»»>»»»»»»»»»»»»»»»««»» VIüvIisvOrvrt«! „Glück und Segt» bei T«h>!" ! Große vom Staate garantirte Haupt- ^ EeVinn-ILehuug vo« über Preußische Thalee. Diese HauptZiehung betMNt am S. M»! d. I. In dieser eine» Haupt»^ Gewtnu-Ziehung müssen fslgende Gewinne und eine Prämie ficher entschieden werben, nämlich iln glücklichen Falle lvtjMit Thlr.. ferner Thlr. 60.000, 40,000, 20.000 16,000. ^8000. 2mal 6000. 2mal 4800, 2mal 4000, '2mal 3200. 3mal 2400. 6mal 2000. 12mal 1200. 100mal 800, 150mal 400, 200mal 200. 217mal 80, 10800mal 44 Thaler. Man kann sich hiebei verhältnißmüßig !t»urch ein vom Staate garantirte^ O r i g i n a l - A n t h e i l-L o o s (nicht von Pen verbolenen Promessen oder PriviU-Lotterien)! ^welches im geringsten Betrage und ohne lveitere' Nachzahlung nur A Gulden b Währ kostet, belheitigeu und sende ich dieseliien gegen! 'frankirte Einsendung des Betrages.^ selbst nach den entferntesten Gegenden seinen geehrten Auftraggebern sosort zu^ Die amtliche Ziehungsliste nnd die Vtrstlldmig i>rr Gevimigtldrr ^ iersolgt sofort nach jeder Ziehung an jeden der Petheiliglen prompt und verschworen ^ Mein Geschäft ist bekanntlich daS Aeltefte und^ Allergltieklichste, indem ich bereit» an mehreren Bethetligten die größten Hauptgewinne von ^THalerIiN»,MM, 60,000, 50,000. oftmals 40.000,l ^20,000. schr liäufig 1?,000 Thaler. 10,000 Thaler tt. ic. ausgezahlt hat,e. (282 in Hamburg, Hauyt^Comptoir, Bank- und Wechselgeschäft. ^ jGVU»«DG«G«GDWW»«»>DAWMWOGDWGO lkerantwortliche lttedaktion, !t)ruet und Verlay von Eduard Zanschih in Marburg. 2. Ii. St. v.