Nr. 4. Donnerstag am 5. Jänner 1865. Die „Laibacher Zeitung" erscheint, mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, täglich, und lostet sammt den Beilagen im Comptoir ganzjährig n fl., halb-jährig 5 fi. 50 lr., mit Kreuzband im Comptoir ganzj. 12 st., haibj. a fi. Fllr die Zustellung in's Haus sind hklbj. 50 lr. mehr zu entrichten. Mtt der Post portofrei ganzt«, unter Kreuzband und gt» druckter Adresse 15 si., halbj. 7 st. 50 tr. ?nslrtionsgcbllhr filr eine Garmond? Spaltmzeik oder den Ncmm derselben, ist fllr Imalige Einschal« rung 6 lr., für 2mnlige 8 lr., fltr 3maligc 10 lr, u. f. w. Zu diesen Gebuhren ist noch der Insertions - Stempel pcr 30 lr, fllr eine jedesmalige Einschaltung hinzu zu rechnen. Inserate bis 10 Zeilen losten 1 fl. 90 lr. tnr 3 Mal. 1 fl. 40 lr. fttr 2 Mal und 90 lr, für l Mal lmit Inbegriff beS Insertionsftempels). Des h. Feiertages wegen erscheint die nächste Nummer mn Samstag. Ämtlicher Theil. 3>e. k. t. Apostolische Majestät haben mit Aller, hbchstcr Entschließung vom ^6. Dezember u. I. dcm Slatthaltcrcirathc in 5lralau Dr. Gustav Hail in, ciuc erledigte SlatthaltcrcirathSstclle in Lcmbcrg allcr» gnädigst zn verleihen, n»d dcn ÄÜnisterialsctrctär i>n Staatoministcrinm Eduard Ritter v. PoblcwSki zum Slatthaltcrcirathc cxt,ra ^l,^tuu) in Kralau mit dcr Bcslimmnug als Prnsidcutenstcllucrtrctcr der dor> tigcu Glundlastenablösiings« und Ncgnlirungslandeö' kommission, dann dcr GrundcnllastungS-Fondödircttion allcrgnädigst zu crncnncn geruht. Se. k. k. Apostolische Majeüät haven mit Allerhöchster Enlschlicßung vom 36. Dezember d. I. dcn Statthaltcrcisctrctär Julian Zgörsti zum stellucr. tretenden slrcistolnmissär crstcr Klasse iu Galizirn allcrguädigst zu crncnncn geruht. Das Ministerium für Handel und VoMvirth-schaft hat dic Wiederwahl dcö Anton Dobraz zu»n Präsidcnlen und die Wahl des Johann To movie znin Vizcpräsidentcn dcr Handelskammer in V^agusa bestätigt. Nichtanlllichel Theil. Laibach, 4. Jänner. Seit einiger Zeit ist man von gewisser Seite lebhaft bemüht, Ottroyiruugcu für Ungarn in AuS. ficht zn stellen. Die Tendenz ist klar, man will die rcgicruugsfrcuudlichc Stimmung untergraben. So hieß es dieser Tage, eine neue Instizorganisaliou habe die kaiserliche SanMou erhallen; zugleich wurdcu dic Grundlinien dieser Organisation mitgetheilt. Nnn demcntirt abcr die „General-Eorrcsp." dicsc Nach' richten, indem sie schreibt: Gegenüber dcn in Au-gclegcuhcit der Justizorgauisatiun in Ungarn neucslcns vc»n mehreren Seiten verbreiteten Gerüchten und inS- besonders im Gcgcnhalte zu dcr vou dcr „Presse" in ihrem gestrigen Abcudblattc angeblich anS Pest ge-brachten telegraphischen Meldung, können wir mit Bestimmtheit versichern, daß die Mittheilung dcr „Presse" über dcn gegenwärtigen Stand dieser Angelegenheit dcr thatsächlichen Begründung entbehrt. Das ncuc ^ahr beginnt mit bedcnlsaincu Ercig-! nisscn. Prinz Napoleon ist in dcn geheimen Rath bcrnfcn und zuiu Vizepräsidenten desselben ernannt worden. Das ist dcr erste Satz der Antwort Napo» lcons auf dic Encyklika. Waö daS für Nom bedeutet, wird man im Vatikan schon wissen. Bedeutsam ist auch dcr Besuch dcS Prinzen Friedrich Karl von Preußen, des Siegers vou Düp-pel und — Missundc am Hofe zn Wien. Als Zweck dieses hohen Besuches wird daö Verlangen dcö Prin-zcn bezeichnet, dem Kaiser persönlich für die Verlei« hung deö Kommandrmkrcnzrs des Maria-Thercsicn. ordcnö seinen Dank abzustatten. Daß dcr Gebaute nahc licgt, die Anwesenheit des Prinzen in Wien werde auch ihre politische Tragweite haben, versteht sich von selbst, indessen werden diejenigen Gerüchte, welche sich mit einer zwischen Oesterreich nnd Preußen herrschenden Mcimmgövcrschicdcnhcil beschäftigen, von der „Wiener Abcndpost" auf daS entschiedenste deinen» lirt. DaS offiziöse Organ bringt folgende wichtige, die Vachlagc in drr schlcSwig.holslciu'schen Angelegenheit genau pllNl'sircndc Millycilung.- Au dic Ersetzung des Freiherr« u. Lcdcrcr als Ziviltommissär in den Hcrzogthümcrn durch Frcihcrrn v. Halbhubcr find von einigen Organen ganz willlührlichc Konjekturen geknüpft worden. Vian hat dicsc anSschlicßlich durch Nücksichtcu admiuistralivcr 'Natur herbeigeführte Vcr-süguug zum Thcil so aufgefaßt, als sei dic Haltung bcS erstgenannten Diplomaten während seiner zcitwci» ligcn Führung dcr Geschäfte iu den Hcrzogthümcrn als cinc zu wenig sclbstsländigc crsch,cntn nnd als würde von Scilc scincS Nachfolgers cinc größere (5nt-schicdcnhcit erwartet. Hie und da wurdc sugar jener Personenwechsel als das Symptom eines iu der iister« rcichischcn Politik bezüglich der schlcswig'holslcin'schcn Frage sich vollziehenden Systcmwrchsels hingestellt. Alle diese Deutungen müssen als vollständig unberechtigt bezeichnet werden. Die Ueberzeugung, daß das enge freundschaftliche Zusammengehen mit Prcn< szcn den realen Iutcrcsfcn nicht nur der beiden deut« scheu Großmächte, sondern ganz Deutschlands und vor Allcm dcr Herzogthümer selbst auf das Vollkommenste entspreche, ist hier iu den maßgebenden Kreisen durch nichts erschüttert, nichts in dcn Grundsätzen geändert worden, dcncn Graf MenSdorff vor Knrzcrn im Hanse der Abgeordneten des Neichöralhcs Ausdruck gegeben. Wie die Verhältnisse liegen, hat man alle Ursachs, dicsc innige Verbindung als cinc der wichtigsten Be« dingnngcn zu Erreichung cincö gedeihlichen Resultates in dcr großen nationalen Angelegenheit, die Deutschland seit Jahresfrist beschäftigt, und zugleich als einen hochbcdculcndcn Faktor der heutigen ^age Enropa's, als einen dcr Stnhpnnfle des allgemeinen Friedens anzusehen. Wir geben uuö der aufrichtigen Hoffnung hin, daß das Verhältniß zwischen Preußen und Oesterreich von dcr öffentlichen Meinung in diesem Sinne betrachtet nud gewürdigt werden wird. Und insde» sondere erwarten wir, cS werde dcr Einsicht dcr lie» gabtcn Staatsmänner dcr übrigen deutschen Staaten bci dcn vielfachen Beweisen von bnndcstrcucr Gelin« nung, welche eben dic österreichische Negicrnna, gege« bcn, nicht entgehen, daß jcneS Verhältniß mit in erster Linie auch dcu Interessen und Bedürfnissen dcr von ihnen vertretenen Bänder zugulckommen mnß. Die kaiserlichen Handschreiben, welche wir gestern veröffentlichten, geben dcr „O. (i." Veranlassung zn folgenden Bcmerlnna.cn: Dcn Romanen ist ihr sehnlichstes Streben nach einer sclbstständigcn hirrarchischen Strllnng endgiltia. gcwährt und dic höchste Kirchcnwürdr in dcr neuen Metropolic dein Manne verliehen worden, welcher mit richtigem Verständnisse die Bedürfnisse seiner Glaubens - und StammcSgenossen erkannt nnd die Bchicdinnnn derselben stets anf einem Wege gesucht hat, der mit dcr Richlnug dcr allgemeinen Interessen Fmilselml. Karstbewaldmlg und Obstbaum-Zucht. Scit cincm Jahr sind dic schon früher angestellten Versuche, den Karst zn bewalde», wieder aufgenommen worden. In dcn Vczirlcn Castelunovo, Scsana nnd Comcn wnrdcn dic Gemeinden bewogen, cincn Theil ihrer öden Hutwcidcn zur Wicdcrauffur' stnng zu bestimmcu, sic zn dicscm Ende in strcngc Hcgc zu lcg?n, nnd an dic Spitze dcr VcwaldnngS' Vclsnchc Vcrlraiicnönlänncr zustellen, wclchc znglcich Sachverständige sind. Vcsondcrcö Augenmerk wnrdc auf dic Bewaldung dcr Hügcl gerichtet, dic Anlage dcr Wmdmänlcl aber dcn Gcmcindcn anS polizeilichen Rücksichten zur Pslicht gemacht. Fcrucr abcr wurdc die Anlage vou Gcmcindc- und OrtSbaumschiilcu au-geordnet, um dic nöthigen Pflänzlinge zu gewinnen. Dic Bcnmhungcn waren nicht nmsonsl. Wcnn auch im crstcn Iahrc keine hervorragenden Ncsnttatc crziclt wurden, so gelang cs doch, dcn itarslbcwohncrn t>»c Ueberzeugung von dcr prailischcu Durchführbarkeit dcr Bewaldung dcS KarslcS beizubringen, ihnen zn zcigcn, ^ß cö nnn ihre Sachc ist, anf dcm ihnen gcöfflittcll Wcgc lliciter fort zn arbeiten, und daß sic mit Fleiß und Auödancr ihrc ökonomische Lage wohl lmbel'fcrii lönncn. Im Bezirke Castclnuovo bestimmten sämmtliche Gcmcindcn Hcgcflächcn zlir künstlichen Aufforsluug nnd cS wird dort ein Forslwirth zur nachhaltigen Bcwiilhschaftnng eines Waldstandes von mehr als 1000 Joch aufgestellt werden. Dcr Thätigkeit des Aczirlövorstehcrs Dr. RegcnSpmSki und des Pfarrers Schöpf vo» Nodik verdankt man cS, daß im lctztcu Frühjahr iu vcrschiedcucn Ortschaften 40 Baumschu. lcu cntstaudcn. Dcr Obslbanm wurde dadurch in Gcgcndcn verpflanzt, wo cr noch nie oder unr als cinc Seltenheit vorkam. Dcr Schloßdcrg bci Castcl' nnouo ist in seinem obcrcn Theile zu cincr Vinsler' ^banmschnlc hergerichtet nnd an scincn Abhängcn mit Fichten , AilanlhnS und Nußbänmcu bepflanzt wordcu. Man muß cS anerkennen, daß cS an Aufninnternng nnd ^chve nicht gefehlt hat. Pfandechaut Puschavitz in Iclschanc, mehrere Gcmciudcdcpntirlcn ^, ^^^^ dic Gcmcindcuorstehcr in Castelnuovo nnd Äiattcria, dic Pfarrer Martin Pollular uud Ignaz Erschcn zu Lastclnuovo u. A. m. habcu mit Eifer für dcn Unterricht in dcr Obstbaumzuchl gesorgt. Dcr Siu» dcr Bcvöllcrnng für diese nützliche Sache wurdc geweckt und dic erfreuliche Aussicht eröffnet, daß dcr Bczir! Castclnuovo sich scinc Waldertrngnisse erhallen und vermehren und nebenbei sich mit dcr OvsltuUur ncnc NahriingSqucllcn schasfcli wcrdc. Im Bczirkc Scsana ist dcr Bürgermeister Herr Karl Pollai, 5cr bcrcits in dcn Voijahrcn dcn W'ald-stand mit großer Sorgfalt verwaltete, mit dem besten >lachahmung(00 St. Hahrigcr Schwarzföhrcn nnd Eichen hallen beinahe insgesammt gegriffen und vcrsprcchcn cin gutes Fortkommen. Ei»cn nngnnstigcrcn Erfolg hatte die Baumschule und dic vor 5 Jahren künstlich angepflanzte Hegeflächc bei Divam. Dich liefert den Beweis, daß'sich ohne Aufsicht und Sorgfalt nichts crrcichrn läßt. Dic Föhrcn-Banmjchnlc in Matlam, R4 unfcrcs Vaterlandes zusammentrifft. Den Serben ist seit dem Iahrc 1791, imd da der damalige Kon» greß von Tcmcsvar ohne direkte Folge geblieben ist, eigentlich seit dem Iahrc 1769 wieder die Möglichkeit gegeben, sich in ihrer althergebrachten nationalen Versammlung übcr ihre Angelegenheiten, so weit dic-scllicn Kirche, Schule llnd Fondc betreffen, zn berathen lind ihre Wnnfchc in der ihren Privilegien entsprechenden Weise an die Stnfcn des Thrones gelangen zn lasfcn. Das Bcrathungsprogramm des bevorstehenden Nationalkougrcsscö, soweit cs bisher die a. h. Ail-lignng erhalten hat, ist sehr reichhaltig. Eincs-theils umfaßt es eine Ncihc von Angelegenheiten, die in das gesummte kirchliche nnd voltsthümlichc Leben eingreifen, als da find: Organisirnng dcrPfarr-gemeinden, Feststellung des Einflusses derselben anf die Äcstcllnug der Scclforgcr und Lehrer. Rcgcluug des Schulwesens, Normirnug der Verwaltung der Nationalfondc, Reduktion nud entsprechende Dotation der Pfarren n. f. w. And erenthcils ist dem Kongrcsfc dic Voruahinc des letzten Aktes zugewiesen, welcher nothwendig ist, nm die hierarchische Trennung der zwei seit mehr als einem Jahrhunderte nntcr Einer kirchlichen Vcitung verbundenen und jetzt nach beiderseitigem Willen scheidenden Genossen zn vollenden. Die Karlowitzcr Mctropolie für Ungarn, Kroatien nnd Slavonien mit Inbegriff der Militärgrenze besitzt nicht unbedeutende Fonde, deren Erträgnisse bisher für kirchliche Zwecke sowohl der Romanen als der Serben verwendet wurden. Aus diesen soll jcucr Antheil geschieden werden, welcher aus dic zur ncucn romanischen Metropolit übcrgchcndcn Sprengel entfällt. Dies zu bewerkstelligen ist ciuc tcmcswegö leichte Aufgabe. Allciu dic Schwierigkeiten derselben schwinden, sobald sich die beiden bcthciligten Parteien zu einem frcnudschaft^ lichen Übereinkommen zusammeusiudcu. Dazu soll nun in der bevorstehenden Versammlung des Natio-nalkougrcsscs die Gelegenheit gcboteu werdeu. Dies ist zugleich der Gruud, weshalb auch die Numaucn, und zwar zum lctztcnmalc zur Theilnahme am Kon< greß uutbcrufen worden sind. Zugleich mit dem Nationalkongrcsse werden die Bischöfe zur Synode vereinigt werden, nm bei den unausbleiblich vorkommenden Fragen von kirchlicher Beschaffenheit diesen Standpunkt in einer kanonisch berechtigen Form vertreten zu küuncn. Die Gesetzentwürfe Mr Reform der direkten Steuern. in. Aus der Erkenntniß der UebcWnde, welche dem jetzt bestehenden Steuersystem anhaften nnd auS einer genaucu Prüfuug der wissenschaftlichen Grundlagen, auf wclchcn dic rationelleren Steuersysteme in den modernen Kulturstaatcu bcruhcn, ergibt sich der Umfang uud die Basis dcr Steuerreform, welche nunmehr in Oesterreich onrchzuführeu ist. Die umfassenden Vorarbeiten, welche von Seiten dcr Fiuanzucr-waltung zur Sammluug des im österreichischen Steuer« wesen beruhenden statistischen MatcrialcS und zur möglichst objektiven Beleuchtung und Verglcichung der verschiedenen Steuersysteme ucraulaßt wurden, die vielfachen nnd eingehenden Bcrathnngcn, die seit cincr Ncihc von Jahren übcr dic Steuerreform mit Zu^ zichnng von fachtuudigcn Männern aus den verschiedenen Klassen dcr Steuerträger selbst gepflogen wnr-dcn, endlich die gewissenhafte Berücksichtigung dcr heutigcu volköwirthschaftlichcu Zustände, dcr bisher im Stcucrwcsen iwlichcu Gewohnheiten und dcr in den einzelnen Krouländcru faktisch bestehenden Verhältnisse — dieß Allcs bürgt dafür, daß daö vorliegende Reformwerk als daö Ergebniß ciucr reiflich durchdachten, in den klciusteu Details vielfach crwo-gcucu Arbeit zu betrachten ist. Wcnn ursprünglich, zur Zeit als vou Sr. Äiajcstät eine Immcdiat'Kom-mission zur Berathung dcr Steuerreform bcrufcn wurdc, (im Iahrc 1859) aus dcr gründlichen Erör< tcrung dcr vorhaudcncn U^belstäude sich die unvermeidliche Nothwendigkeit zu ergeben schien, mit den bisherigen Grundlagen dcr direkten Bestcnernug fast gänzlich zu brcchcu und überall dcn klar erkannten Fordcruugcu dcr wissenschaftlichen Theorie auch in dcr praktischen Durchführuug dcs ncuen Systems Geltung zu verschaffen, so hat doch bei dcr schlicßlichen Feststellung dcr priuzipicllcu Grundlagen für das Reformwerk die wohl bcgrüudctc Ueberzeugung obgesiegt, daß die bisherige Bcsleueruugsiuethodc in ihren vcrschic-dcncn Zweigen sich in das gcsammtc wirthschaftliche Leben und in das Verständniß der einzelnen Steuerträger zu fest eingewurzelt habe, um einen Spruug zu eiuem auf völlig veränderten Gruuolagcn ruhenden Steuersystem räthlich ctschciucn zu lassen. Dieser Ausicht cutsprcchcud, wurdcu daher bci dec Ausarbeitung dcr vorliegenden Gcsctzcutwürfc die bisher übli-chen Stcuerarteu in ihrcu Hauptgruudzügcn beibc-halten uud uur bezüglich dcr slaalswirthschaftlichcn Zwecke, welche durch das gesammlc Steucrsyslciu erreicht werden sollen, so wic bezüglich dcr Vctthciluug uud Veranlagung dcr Abgaben auf dic Kronläudcr, wie auf die eiuzcluen Bcuölkcrungsllasscu eine mchr rationelle und einheitliche Methode dcr Besteuerung und eine möglichst gleiche und gerechte Belastung dcr Steuerträger angestrebt. In diesem Sinne stellt sich somit das Reformwerk nicht als dcr Vcrfuch dar, ganz neue, dcr Bevölkerung uud dem Staatswescn Oester« reichs bisher fremde Steucrarten einzuführen, sondern vielmehr als eine gründliche Verbesserung dcS bc-stehenden Stencrsystcms, wobei das Iulcrcssc cincr möglichst gleichmäßigen und gerechten Aclastuug dcr verschiedenen Einkommensquellen voraugcstcllt uud gleichzeitig solche Einrichtungen im Stcucrwcscu beantragt wurden, durch welche bci eiucr wüuschcnswcrthcn Unvcräudcrlichlcit dcr nuumchr ciuzuführcudcn Steuer-gruudlagcn doch deu wechselnden Bedürfnissen dcs Staatshaushaltes ohne mcitbare Störung dcr Wirth« schastsvcrhältnissc uud des Geschäftsbetriebes des Einzelnen und ohne empfindliche Belastung der gcsamm« ten Steucrkräftc entsprochen werden kauu. Im Allgemeinen wurden daher die jetzt bestehenden Stcuerartcu: Gruud«, Gebäude-, Erwerb- uud Einlommcu-, Zins- uud Ncntcnstcncr (Eoupousteuer) auch für das neue System beibehalten nnd nnr hinsichtlich dcr umcrcn viatur uud dcs staatswirthschaft» lichcu ZwcckcS wurden diese Stcucrartcn untcr sich entsprechender gesondert nnd in cin gemeinschaftliches, einheitliches System gebracht, Dic Gcsetzcsvorlagcu unterscheiden, je nachdem dcr Ertrag aus Grund und Boden, auS Gebunden, ans gewerblichen Uutcrnchnlnngcn uud Beschäfliguugcn cutspringt oder aus einer audcrcu Quelle in Form cincs Kapitalzinscs oder cincr ilicntc fließt,- uud slcllcn hicmich dic Grund-, Gebäude-, Erwerb», daun dic Zlus» uud ^tcutcustcurr als Ertrag<7 systematisch bctric« bcu. In jenem Iahrc wnrdc auf Aurathcn dcs Forst« mcistcrs Koller die Methode dcr Aussaat und Züchtung dcr Bäume in Saatkämpcn uud ihre nachträgliche Vcrpflanznng in die zur Anfforstnng bestimmten Reviere in Anwcuduug gebracht. Sämmtliche Auffor-stunglu uud ciuschlägigc Vorkchrungenstchcn uutcr Aufsicht ciucr vom Sladtrathc anfgestellten Kommission, dcrcn Lcituug dcm Hofrath Ritter von Tommasini anvertraut ist. Mit dcr Durchführung dcr Karstbcwaldung ist dcr städtische Forstwart Ios. Znffar iu Basouizza beauftragt. Die ersten Ansaaten wurden im Frühjahre 1857 unternommen und hiezu vorzugs- weise Samen von Schwarzkicfcrn nud vou audcren auf dcm Karst wild wachsenden Bänmcn verwendet. Im dritten Iahrc dcs Wachsthums, also 1859, fand dic erste Verpstauzung dcr juugcu Bäume an die für sie bestimmten Slcllcn Stait, und fofort wurdcn nach dieser Methode in dcn uächstcu Iahrcu immcr ueuc Ausaaten und Verpflanzungen vorgenommen, wclchc lrotz der außcrordculllchcu Dürre vou 1863 dcn Erfolg hatten, daß die jnngcn Waldbeständc in den anf-gcforstctcn Strecken fortan als sichergestellt betrachtet werden können. Dcr Stand sämmtlicher bishcrigcu Aufforstungen ist gegenwärtig folgender: In offcncn Grüudcu wur< dcu auf dcu Äuhöhcu von Äasovizza, Padrich, Trc-bich und Banne 127 Joch mit 124,0W Schwarztic-fcrn nnd 24,000 Laubbäumcn, darnntcr ^500 juu-gcu AilanthnS nnd in Einfriedungen 14 Joch mit 28,200 Schwarzkicfern und 2!'>00 Vanbdäuiucn be-pflanzt. Die Pflanzschulcn in Pasovizza enthalten jedoch cincn Nachwuchs vou beinahe 200,000 1—3jährigcn Schwarzföhrcu uud Laubbäumcn, wclchc in den nächsten Iahrcn zu weiteren Anfsorstnngcn znr Vcrwcn-dnng kommen. Ein so reichlicher Vorrath gestattete dcm Magistrate von Trieft, dcn Karstgcmeindcn der Bezirke Scsana und Eomcn für das nächste Frühjahr »och weitere 10,000 St. dreijähriger Kiefern nnd Lanb-Hölzer unentgeltlich anbieten zu löuuen. Die uulcr der Aufsicht dcs Forstwartcs Zuffar stehende ObstbauM' schnlc m Basovizza hat zur Hcbuug dcr Obstbaum-zucht iu dcu umlicgcudcn Ortschafteu wcscutlich beigetragen; die Dorfjugcnd erhält dort praktischen Unter- R5 lhuug trctcn und darauf ciucn koilstitntioncllcn Einfluß nehmen könne. Prag, I Jänner. Die von czcchischcr Seite für das Jahr 1800 proMirtc allgemeine Industrie-ausslclluug der „Länder dcr Ezcska Korunua", ciu Scitcustück zur Industricanöstcllung dcs drciciuigcn Königreiches, muß als gescheitert betrachtet werden, da einerseits die gegenwärtigen Verhältnisse dcr Industriellen einem solchen Unternehmen ungünstig sind, andererseits alier die hiesige Handelskammer die Bc< thcilignng an den Vorbcralhuugcn für eine solche nur auf eiuzclue Läudcr dcr Monarchie beschränkte Aus stellung abgelehnt hat. Uuslcmb. Berlin, 2. Jänner. Die „Nordd. Allg. Ztg." veröffentlicht eine Note Preußens au den preußischen Gesandten in München. Dieselbe ist vom 13. Dc-l zcmbcr datirt und präzisirt dcn lVlandpnult Preußens ' gegenüber der Abstinunung des Bundes am 12. De. zembcr. In derselben heißt es: dcr Versuch, die Exekution durch cine Occupation zu ersetzen, enthalte die Tendenz einer Ausdehnung dcr Bnndcskompetenz, welche durch dic Verträge nicht begründet, daher für das Bestehen dcö Buudcö gefährlich sci. Dcr Vo stand dcs Vnndcs sci gegründet anf dcr Achtung der Bnndcsglicdcr vor dcn vorsichtigst gezogenen Grenzen dcr Kompetenz. Jeder Vcrsnch zu willtührlichcr Er< Weiterung erschüttere dic Grnndlage dcs Bundes. Ein Regiment der Majorität, welches bcnnsprnchcn wollte, anf die Politik Preußens über dic Bestimmungen dcs Bundesurrlragö hiuans einzuwivicu, tönnlc Prcnßeu nicht ertrugen, Preußen sei nnr Vtitglicd dcs bnndes» vcrlragsmäßigcn Bundes. Eine Ucbcrschrcitung dcr Kompetenz coincidirc mit dcni Bruche dcö Bnndcs. Wäre dic Majurilät aui 5. Dezember gegen Preußen gewesen, sv würde Preußen in dcr Lage gcwcscn sein, dem zu Unrecht gesüßten Beschlusse gegenüber von der aus der Vertragsverletzung erwachsenden Freiheit dcs Handelns znr Wahrung der Rechte Preußens vollen Gebrauch zn machcu. Velssrad, 27. Dezember. Vorgestern ist vom montenegrinischen stursten Nikolans an dcn Fürsten Michael telegraphisch die Anzeige von dcr glücklichen Entbindung dcr Fürstin Milcna nnd dic Bitte angc« langt, dcr Fürst von Serbien möge die ncngcbornc Tochter aus dcr Tanfc heben. Dcr Fürst Michael hat uutcr Vcglückwünschung dcr Eltern die Palhcn-stelle angenommen und dcn Stator Milovauovi«' als scincu Stellvertreter nach Ettinje abgeordnet. Lokal- und PromnM'Ullchrichlcn. Laibach, l>. Jänner. Wie wir hören, erhielt Fr. Anna Peßiack, welche im vorigen Iahrc dem l. k. Rcgimcntc Ludwig Nr. 8 einc von ihr sclbst loinponirtc Polka widmete, als Ancrtcunnng vom Offizicrolorps desselben ein prachtvolles Album. — Die socbcn für die Monate Oktober und November ansgcgcgcbcncn „Aiillhcilnugcn dcs historische!! Vcreins für Krain" culhaltci,: Dic Pcutingcr'-fchc Tafel und die Geographic dcö Ptolomäns in Vczug auf Kraiu. Von P. Hitzingcr. — Ueber Hitzingcr'S Berichtigung cinigcr Punkte in Primus Trubcr'ö Leben. Von Theodor Elzc. — Die Tür-kcnnoth im XV. Jahrhundert. Von Karl Haselbach. Besprochen von Dr. Franz Ilwof. — Monatsvcr-sammlungcn. — Notiz. — Verzeichnis; ncueinge-tretcncr Mitglieder. — Zur Geschichte dcs Klosters Wichitsch. — Erwcrbnngcn. — Dic Samstagsznsammrnlünftc dcr Sänger, Turner und Schützen sind für dic Zcit des Faschings snspendirt und findet die nächste derselben erst an, 4. März wieder Statt. — Das spnrlose Verschwinden cines Gymnasial» schiilers dcr 7. Klasse macht yicr großes Aufsehen und gibt Anlaß zu dcn abcntcucrlichstcu Gerüchten. Dcr Schüler, cin sehr talentvoller, fleißiger, junger Mann wird fchon seit länger als 12 Tagen vermißt und soll bis jetzt keine Spnr von ihm zu entdecken sein — Einem Privatbricfc vom Bord des ..Vera-Ernz" entnehmen wir, daß daö Schiff am 21. Dc> zcmbcr in Gibraltar eintraf. Die Fahrt bis dahin war eine nicht sonderlich gnlc, indem slcts stark bc-wcgte See war und die Scclranlhcit slarl waltete. Offiziere und Mannschaft sind zufrieden mit der Vcr-Pflcgnng, dcr Offizicrtisch ist sogar fein französisch. Ueber Mangel an Wasser wird gellagt, der verabreichte Wein sei zu schwer. In Gibraltar wurden zwei Mann ausgeschifft, ein an dcr Tuberkulose lci< dcudcr, uud cin anderer, dcr sich Nachts bei dcm Sturme in dcr Straße von Mcssina durch cincu Fall das Schulterblatt gebrochen. Sonst hatte das Schiff keine Kranken. In Martinique wird cS drei Tagc licgcn bleiben nnd werden von dort ansführlichcrc Berichte crwartct. — In dcr Ncujahrsnacht kam cs in Billichbcrg zwischen Baucrnburschcn zu einer Schlägerei, in Folge deren einer todt blieb, einer schwer nnd mehrere leicht verwundet wnrden. "- Wie der „Klf. Z." auö Bill ach berichtet wird, haben dic Herausgeber dcs „Boten für Obcr-kärntcn" dic zur Herausgabe erforderliche behördliche Genehmigung erhalten. Das Blatt wurde als nicht, laulionsftflichtig erkannt, erscheint jedoch nur zweimal im Monate nnd wird die erste Nummer in 8 bis 10 Tagen ausgegeben. — Im nächsten Monat erscheint zu Klagen-furl dic Fortsetzung dcr lärntuischcu Geschichte von Prof. Dr. Earlmann Tangl. Es steht zn erwarten, daß von dcm uucrmüdlichcn Histolitcr dic ganze Partie der kärnlnischcu Geschichte, wclchc bis jetzt unbearbeitet war, übernommen und zu Ende geführt werde. — Am Montag früh um 3', Uhr ist dcr Di-rcktor und Inhaber dcr Marburger Handels- nnd BiiiLcrschulc, Herr Aiilon Aufrecht, nach lnrzcin Krauienlaner im Z5. Jahre seines ^elicnö geslorbeu. — Bezüglich dcö Zusammenstoßes, dcr auf dcr Linie Agranl'Karlstadt am 30. Dezember zwischen zwei Schottcrzngcn stattgefunden hat, theilt dic Gc-ncral'Direltion dcr Südbahngcscllschaft „znr Pcr-mciduug von Hiißvcrständnisscn" mit, daß dic genannte Linie noch im Bau begriffen ist, uud daß die auf derselben verkehrenden Schotlcrzügc nicht von der Gesellschaft, fondcrn von dcn dortigen Ban-Unternehmern eingeleitet wnrdcn, uud zwar mit Maschinen und Wagcn, dic theils letzteren gehören, theils durch sie entliehen wurden. richt in den Handgriffen des Pfropfens und Oculi» rcus, und ncl'sldcul wird auf Veranlassung dcs Stadt-raths in Tricst jahrlich cinc unentgeltliche Bcrtheilung von ungefähr 0—800 veredelten .Obsldmimcn cm dic Insassen dcr Dorfschaft und dcr cingcpfarrtcn Dörfer Gropata uud Padrich vorgenommen. (Tr. Z.) Nekrologie des Jahres ^864. Wir lassen nachstehend cin Verzeichnis? hervor» ragender oder doch in weiteren Kreisen bekannter Per» sönlichkcitcn folgen, die dcr Tod im cbcn abgclaufcucn Jahre dahingerafft hat, beincilen jedoch, daß dieses znm großen Theil chronologisch geordnete Vcrzcichniß anf Vollsläüdigleit keinen Anspruch hat. Gestorben sind, und zwar im Inlandc: Erzherzogin Hildebalde; Erzherzog Lndwig Joseph; Joseph Piaseli, Viilglicd dcs galizischcn Landtages; L. Hasncr, Hofralh nnd ehemaliger Kammer«Prokurator; Baron "Pasqualali, besannt als Hortolog; Advokat Ignaz Lang in Pest (durch Selbstmord); FML. Joseph Ritter v. Maller; Gabriel Kazinczy, ungarischer Schriftsteller; Leopold 3ranz Lcidesdorf, Indnstricllcr; Bürgermeister Am. drosch in Laibach; Simon Ritter v. Biedermann, ^"nticr; Eharlcö Scalssicld, Schiiflsicllcr; Oberst ^chhütz, Kommandant dcs Infanterie. Rrgimcuts König der Belgier; FML. Fürst Eduard Liechtenstein; 3'ZM. Baron Esonch, Kommandant des dritten Armeekorps; Dr. P. Mischlcr, Univcrsitäts-Profesfor "' Prag; O,af Ladislnns Lazar, ehemaliger Kanzler voll Sicbcnbürgcn; Dr. Wenzel Milncr, böhiuischer Landtags^ uud gewesener Rcichslaths-Abgeordneter; Andreas Fay, uugarischcr Schriftsteller; Graf Franz AucrSperg; FML. Iguaz Tcimer; Graf Mafimilian u. Wallis, Mitglied dcS böhmischen Landtages; Graf Moriz Diclrichsttin, erbliches Mitglied deS Herren-Häusel«; Dr. Bachmahcr (durch Selbstmord); GM. Ritter v. Dreihaun; Ialob Kcrn, Gründer des Pcster Lloyd; Hofopernsängcr Ander; F^iL Ritter v. Kellner. Anßcrdcm führen wir noch von hervorragenden Persönlichkeiten dcs Auslandes an: König Max von Baicrn; König Wilhelm 1. von Württemberg - Jakob Mcycrbccr, Eompositcur; Dr. Marggraff/Dichtcr nnd Schriftsteller; Amvörc, Äiitglicd der französischen Akademie; Baron Salonion von Rothschild-Bischof Arnoldi von Trier; Adolph Garnier, Pro-fcfsor an der Sorvonnc; Prinzessin Lnitpold; Lonisc, Herzogin von Parma; Jean Rcboul in Niiucs, Voltödichter, von Profession cin Bäcker; William Johnson Fox, Mitglied dcs englischen Parlaments; General Drmbinsli; Olto Rnppins, Schriftsteller; David Hanscmann, Ehcf dcr Berliner Distonto-Gc. scllschafl; Graf Ludwig Mollkc, dänischer geheimer Koufercuzralh; Thcatcr.Intcndant Theodor u. Küst-»cr; Ferdinand Lasallc; dcn Saint-Simonistcn En» fanlin in Paris; Eardinal v. Geisscl, Erzbischos von Köln; ^apitäil ^pckc; Walter Savage Landor, cuglischcr Schriftsteller; Jacques Jasmin, „dcr letzte Tronbadour Frankreichs; Inlcs Gerard, Löwcnjägcr; John Lccch, Zeichner dcs Londoner Punch; Pictri; Mocqnard; Marschall Pclissicr. (Theater.) Gestern Abend ging die Posse, „Ehrgeiz in dcr Küche" als Reprise in S;enc, fand abcr wenig Antlang beim Pnblikum. Darauf folgte „^icbcszaubcr", Opcrcltc von A. Müller. Die. Musik ist fchr gefällig, obwohl es nnvcrlcnnbar ist, daß Motive ans vcrschicdcncn dcntschcn nnd italienischen Opern darin wiederklingcn. Die Handlung ist einfach, aber nicht fo läppisch, wie in manchen neueren Operetten. Da auch die Anfsührung, was den Gesang betrifft, ganz zufriedenstellend war, fo müssen wir dcu vom Publikum, besonders dcn Fräulein Frühling und Reit mann gespendeten Beifall cincn wohlverdienten nennen. Was wir aber bei Beiden vermißten, war cin ausdrucksvolles, lebhaftes und dcr jeweiligen Situation entsprechendes Spiel, in welchem ihnen Hcrr Blum lachn er als Vorbild dicucn löuntc, der deu Mangel eines wohllautenden Organs durch sein wirksames Spiel vergessen licß. Trotz dicscr Mängcl hat dic Opcrctlc doch sehr ye-fallen und dürfte einc Wiederholung -- versteht sich mit möglichster Beseitigung dcr besagten Mängcl — schon anzurathcn sein- (Rinderpest.) Nach dcn letzten Mittheilungen hatte die Rinderpest im Kronlande Arain am 5. Dezember v. I. mit dcr Entscnchmifl dcs Ortes AdclS-bcrg ihr Ende erreicht, da dcr Scuchenort Orehouza im Bezirke Landstraß nach ciner später eingelangten Anzeige bereits am 12. November v. I. scuchcnfrci erklärt wurde. Dagegen ist im Bczitte Tschcrncmbcl in einem Bauernhöfe zn Wcinitz cin neuer Ausbruch dieser Scnchc vorgekommen, in wclchcm c'm Thier an derselben verendete nnd ein krankes mit drei verdächtigen Rindthiercn zur schnellen Unterdrückung der Seuche gckcnlt werden mußtcu. Nach dcu Erhebungen wurde die Niuderpcst durch zwci Ochsen ans dcm kroatischen Orte Bounce den Rindern dcs gedachten Bauernhofes mitgetheilt, Dcr Bauernhof, wie auch d?r ganze Ort Wci-nitz fammt dem austosscndcn kleinen Orte Ogulin wurden durch Militär»Mannschaft abgesperrt. Wiener Nachrichten. IVien, 4. Jänner. Sc. k. k. Apostolische Majestät haben zn den im Laufe dieses Winters bereits allergnädigst gespendeten zweitausend Gnldcu cincn weiteren Betrag von zweitausend Gulden zur Vertheilung an wahrhaft bedürftige und würdige Personen in Wien allergnäoigst zu widmcn geruht. — Se. k. Hoheit dcr durchlauchtigste Herr Erzherzog Leopold haben zufolge lctztwilliqcr Anordnung Höchstchrcs seligen Herrn Oheims Sr. laiscrl. Hoheit dcs Erzherzogs Ludwig dcm Bürgermeister dcr Stadt Wien ciucn Bctrag von zweitanscnd einhundert Gnldcn znr Vcrthcilung unter die Armen vom Zivilstandc gnädigst übergeben lassen. — Ihre lais. Hoheit die verwitwete dnrchlauch-ligstc Fran Grohherzogin Maria Fcrdinanda von ToScana, gcbornc königliche Prinzessin von Sachsen, ist zn Brande!S am 3. d. M. früh 7'/. Uhr sauft verschieden. — In dcn hicsigcn Bcamtcllkrriscn verbreitete sich am 1. d. M. mit großer Schnelligkeit eine für dieselben sehr erfreuliche Nachricht. Dieser zufolge soll Se. Majestät dcr Kaiser, in Anbetracht dcr für dcn niederen Bcamtcnstcmd schr schwierigen Zcitoer-Hältnisse, einen Allerhöchsten Orts überreichten Vor-schlag zu einer GehallSabrnndung die Genehmigung ertheilt haben und dicscr Gegenstand auch demnächst im Neichörathe zur Verhandlung kommen. Diesem znfolgc foll dcr Bezug dcr Gehalte in Eo'ivcntions-Münze ganz anfhören und cin fifcr Bezug iu ösler< reichischer Währung ins Leben treten. Die Abrnn-dung wird, wie man hört, in nachstehender Weise erfolgen: Die Bezüge von A5/) fl. E. >- M. hörcn gänzlich auf, und dic niederste Besoldung wird 4lX) fl. östcrr. Währ. betragen. Gchaltc von 4l>l) si. l5..M. odcr 120 fl. öslerr. Währ. steigen auf 5W fl. öfters. Währ. u. s. f 'iw fi. E..M. auf 000 fl. österr. Währ. Ein ähnliches Verhältniß wird biö zu )l)00 fl. ciugchaltcu. In Folge dicser Nachricht herischtc in viclcu Anrcaux cine wahrhaft gchobcnc Slimmnna, nnd man ficht dcr definitiven Rcalisirung dirscr Maßregel mit Spauuung entgegen. — Die nächste Sitzuug dcs Abgeordnetenhauses fiudct, wie in der lctztcn ucrcinbnrt wurde, a>u !). Iäuucr um 10 Uhr Vormittags Statt. Auf der Tagesordnung stchcn: I. Schriflführcrwahl, 2. Aus-schußbcricht übcr die Rcgierungsvorlaae, betreffend die Anfhcbnug dcr Anordnung dcö ß. 20; Eier pr. Stück tr. 2.^; Milch (ordiuar) pr. Maß tr. w; Rindfleisch pr. Pfund tr. 1!>-2! , Kalbfleisch kr. 22, Schweine« fleisch kr. 23, Schöpsenfleisch tr. 15; Hähndcl pr. Stnck kr. 27, Tauben kr. 13; Heu pr. Ztr. fl. 1.10, Stroh kr. 70; Holz, hartes 30", pr. Klafter fl. 9.50, dctto weiches fl. 7.50; Wein (Mg'». Pr.) rother pr. Eimer von 11 bis 10 fl., weißer von 12 biö 17 fl. (Mit Einrcchnuug der Vcrzehrungsstcncr.) ! Theater. Heute Donnerstag: Znm Vortheile der Schauspi> ' lcrin Agnes Zicglcr zum ersten Male: Der 2lV a ld m ü ller , romantisch-komischcS Pollsstllck mit Gesang in 3 Ab- , thcilungcu uud 7 Bildern. Nach einer Erzählung ^ aus dem Volke von Fr. Stcincbach. Morgen Freitag: Theatralischer Unsinn, Posse mit Gesang in 3 Bildern, von Morländcr. Verantwortlicher Ncdattcnr: I»,uaz v. Kleinmayr. Druck und Vcrlng von Ill»a; v. Kleinmayr st ssedor Vambera. in öaibach. Telegraphische Effekten - und Wechsel Knrle an der l. k. öffentlichen Börse in Wien Dcn4 Iä»n er ü'/^ M.tHlliqm>z ?t.75 itM-cr?l»l>ihe 1)4 45 b'/, i)iat.-«ül.'l,. 7^>.70 Silb.r . . . N^.^ Bankaktie,! . 781. London . . 1^'> - Kredilaktun . 175.50 K. f. Dulaleu 5 4? Il'tt^ichung vom 4. Jänner. Graz: 7 3» 5O ^« ^^ Fremden-An.;eige uoiil 3. Iänücr. Ttadt Wien. Die H.nc»: Dr. Buratti, l. l. Statthal-ierci-Rath. vrn Tri.st. — u Vlrzcviczy. l s, lDbtllitutenaut. von Pest Elephant. Die Hclltii: v. Ncittrbllrg. l. k. Vezirs«-Vldjnnlt, von Bujc, — Fischhof. Nlschäftsr.is»!'-dtv, vl,'» Wicn, — Dralls, Privat, Vl'i, (5>l!,, — Schund!. V.rqveiwaltcr, von Billichberg. — Vrauns, Vr>nilisil',ss!)sr, von Gct!schc>. Mohren. Die Hcricn: Hecht. Hovstnhändl.'r, von Marburg — M^uru,,'. Privat, ucn ^ra^, ' (2508—1) Nr. 17448. Rclizitation der Nealität Uil'.-Nl.42 nm gsfsrti.ilcn k. k. Nödt. d.Icg. Vlzi'fsgerichtt i,'aidach wird h>emit dr-. kaunt gemach!: Es fti rte Nslizillitil)!! dcr, dem Lc>rtl>z Plehan von Veischcio gehörig .^wcsrnen. von Jakob Ieloulchck im Erekilnoüsiregf um den Mrisld^t vr. i)5<) fi. e»Nan0cnen Ncalital Urli.-Nr. 42 !"! Mnnlenoorf, zur Eiichringüini der F?rt>crung dcs b. Acrarö ui.o kcs Gl»nl'-sntlastlings'Foi'dls aus rcr Meistl'olö-^erll)ciInngSerlec>iguug dro. 19. Fcbruur 1804. ?lr. 2355. a>, l. f. Slcner», Grund-cnllaslnngsgedühren uuo Erekull0!"3ll)-«lrn znsammen ur. 119 fi. 90 lr. samiul 5"/g Verzugvziusen yicvon seil 14. No> uembcr 1863 und den erwachsenden ncutlllchcn Kosten bewilliget, »mb ts sci zu deren Vornähme der Tag auf drn 1. Februar 1865, uol> 9 — 12 Uhr hillgerichls mit dem >iussko'.duct worden, dnh dte fsilzndiclcnoe 3i»al>lät bei diescc Tagsahlmg auä» untrr rcm Schäl)nngSwcrll)e den» Mcisiliiettni dcil bintangegeben würde. Hl. k. Nadt. dcleg. Vc^rks^clichl i!ai« bach am 24. November 1864. (20-s) Verloren. Am 3. Nl'rndö zwischen 7 und 8 Ul)r ging auf dem Wcge von rcr Schieß, nätte durch die Spital, und Gerdas tlngslssc in die Wienersttaße eine Vrilf. lasche mit 34 fl. verloren. Der redliche Finder wird gebcte». solche gegen sehr qute Vclobnunq abzu geben im Comptoir dieses Platttö. (27) Verkauf oder Verpachtung dcs Hauses Nr. 74 mit dem Gasthause „zur Cismbchl!," iu Adelsberg gelegeu. In Adelsberg wird am 9. lauf. Monats Vormittag das 2 Stock hohe Haus Nr. 74 mit dem Gasthause „zur Eisenbahn" mit oder ohne Einrichtung durch die Vormundschaft der Erben zu sehr annehmbaren Bedingungen an den Meistbietenden zu, verkaufen oder zu verpachten gesucht. Das Haus steht auf dem besten Punkte Adelsbergs, noch neu, ist sowohl zu Familien-Wohnungen, als auch zu jedem Gewerbe, besonders zum Gasthause, zur Handlung und Fleischhauerei geeignet; es enthalt I!> Zimmern, :l Küchen, 5 Speisekammern, gedeckte Einfahrt, !) der besten Kcllerräumlichkeitcn; dazu gehören 2 Stallungen, 1 Magazin, ,, Schupfe, 1 Hof mit Brunnen, I Garten, '/^ Hübe Aecker und Wiesen und Holzberechtigung. Das Gasthaus erstern Ranges erfreute sich bisher des besten Zuspruches. Glcichzcitig werden 2 Pferde, 4 Kühe, Futter und Wirth-schaftsgeräthschaften verkauft. Nut lt Uhr Vormittag, im F i sch e r'scl,eü Salon, (Sternalllc) stattfindenden dießjähl'lgcn Hauptversammlung hicmit eingeladen. TagcSorduuna,: Vertrag dcs Rechenschaftsberichtes — Ncnwahl dcs Tmnrathes — Mfälliqe Anträge dcr Mitglieder, öaibach am 3. Iä'mcr 1865. 5 . _.^,x^,v .. ^ Äm 8. Jänner d. I. findet in den Lokalitäten des bür-. ^ gerlichen Schützenvereines ! ciuc Abenduntcrhllltung mit Spirl und TW ^ Statt. Mlv^l«« ,»» A TIN» ^>»«„«l». ! Auch wird dem Vereine der Rechnungs^ Bericht für - 18 kr. dienen, und empfehlen wir diese dem l'. I. Publikum destens. Johann Fabian. G. Stcdry. (2492—3) Pctcr Vcdnar;. Hiczu rill halber Bogen Amts- und Illtelligenzbllttt.