At. 104._______ Montag, 9. Mai 1887. 106. Jahrgang. Macher Zeitung. »a>i,?^""lonsprtls: Mit Postversenbung: ganzjährig fi, I5, halblährig fl. 7,50. Im Comptoir: Z'"ug sl, il, yalbjährig sl, 5,oo. ssilr die Zustellung ins Haus ganzlährln fl, ,. — Insertionöllebür: sslir »^ ">e Inserate di« zu 4 Zeilen «5 tr., gröhere per Zeile u lr.^ bei öfteren Wiederholungen pr, Zeile » lr. Die „Vaibacher Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feieitaae. Die llldmlnistratiun Iieftudct sich «ahnhofgasse ,!i, die Mebaction Wienerftrahe !5. — NnftanNerte Vrilfe werben nicht angenommen unb Vtanuscripte nicht zurückgestellt. Amtlicher Mil. W^ ^- und k. Apostolische Majestät haben mit ;n yoch,ter Entschließung vom 26. April d. I. dem Io "'"arzte des Wiener Polizei-Gefangenhauses Dr. i/M Mark breiter ans Anlass seiner Versetzllng bieli^' ^^ernden Rllhestand in Anerkennung seiner laism' Uk" vorzüglichen Dienstleistung den Titel eines sttlM Rathes taxfrei allergnädigst zu verleihen Nichtamtlicher Weil, Aus dem Reichsrathe. - Wien, 5. Mai. ^ba<» Abgeordnetenhaus setzte gestern die Special-^>e über das Budget fort und beschäftigte sich leit?! ^ ganzen Sitzung mit der Post «Central-,''"9» des Mimsterinms des Innern. Man konnte ^ gestss« z,„„ Unterschiede von den vorheraegan-^^. ^ngen zum erstenmale von einer eigentlichen ^'nldebatte sprechen, da, einige Abschweifungen ^., ^ abgerechnet, ill der That vorwiegend sprciellc b^'sen discutiert wurden. Schon dadurch gewann lchs "^ ^uen viel sachlicheren und ruhigeren Cha-llt>l> »i ^^^^ ^^^ ^ ^"^ gestern weder an Anklagen Hs ^chuldigungen noch auch an gelegentlichen Kraft-M. '.allein im ganzen bewegte sich die Discussion jiiH,.^ in gemaftigtereu Bahnen als bisher. Haupt-!llüi,> Waren es Angelegenheiten wirtschaftlicher und b>e 3?^ Natur, die zur Sprache kamen. Die gegen W ^Mtungspolitik der Regierung gerichteten An-ei^ beantwortete der Ministerpräsident GrafTaaffe eh^Ind in längerer, sehr bemerkenswerter Rede, die ^.'" seine innige Vertrautheit mit dem ganzen Räder-Lilien complicierten Verwaltllngs-Mechanismlis wie ^lltiri ^" ^^'^ ^^ ^ Reformen, die dem admini-^ckl? Organismus noththnn, bewies. Die überaus !ez /^' schlagfertige und überzeugende Improvisation i>H ^teuden Staatsmannes fand bei allen Parteien ^t s?^k2 eine sehr freundliche Aufnahme. Die Rede Wenden Wortlaut: do^^l^ haben gerade jetzt sehr viel uud ausführlich lÜH^klsichernngswesen gehört. Dasselbe beruht Haupt-e, dass ich wenigstens trachten muss, in meinen ^ ^"Versetzungen möglichst kurz zu sein. Es sind, ^iu ünmer üblich war, beim Budget des Mini-^ltlin ^^ Innern Klagen über die politische Ver- ^ ^^ebracht worden, und zwar in doppelter sh,^g- Einmal wurde gesagt. es gehe durch die ^l> .?^llsche Verwaltung ein Zug der Unwahrheit, ü»H " ^^^ ^-^ zweifachem Maße gemessen. Das <>^ mir ganz einfach zurückzuweisen erlauben, ^ltu, "er wurde davon gesprochen, die politische Ver-A "6 erledige die Geschäftsstücke sehr langsam, es k Er/ ^^ '^ einzelnen Beispielen nachgewiesen wurde, e'"zeln ,'a.""9 ""^ Stückes oft viele Jahre. Auf die ^ihlil "angeführten Fälle, wie die Erbauung eines ^ü^alldcs in der kön. Weinberge-Gemeinde und ^ lni?!. ^ein "^ Wrschowitz, kanil ich nicht eingehen, ?ktailz ^ ^^^" "'^ vorliegen und ich mich an alle ?eiiih^ kwer Angelegenheit, die mich nur theilweise ^ ^z' 'ucht zu erinnern vermag. Aber Eines erlaube -" UlW^uszuschicken, und das bitte ich als mildern-"^gen» ^ Zu betrachten, wenn wirklich, was ich ^e^. "st durch Erhebuug der Sache klarstellen ^Net,' "Iler unterlaufen sein sollten. Ich bitte zu er-^"°ll,m- sehr die politischen Behörden in Anspruch >°''l>sKp? ^"d und wie sehr sich die Geschäfte der >cht A Vehördeu mehren; im Verhältnisse aber mit Aeaml"^l"ng kann und darf eine Vermehrung l»s Vy, ?elsonales nicht eintreten. "^n «'"llen Seiten, aus allen Kronländern, von "V beiii /^^ss kommen Allfragen und Bitten an 'lttüHUIlch der Vermehrung des Personales mit dem «'gen Nachweise des Anwachsens der Geschäfte; aber bei unserer gegenwärtigen Finanzlage nnd namentlich bei den größeren Auslagen, die im heurigen Jahre durch ganz besondere Umstände, die dem höhen Ver-trctmlgslmper bekannt sind, war es nicht möglich, darauf einzugehen. Ich bitte also, die Behörden in dieser Beziehung etwas milder zu beurtheilen. Ueber-dies erlaube ich mir eines noch besonders hervorzu-hebeu. Es ist ja bekannt, wie viele und weitgehende Gesetze uud Verordnungen wir besitzen und wie dieselben von den verschiedenen Behörden und autonomen Körperschaften behandelt und durchgeführt werden. Ich kann es nun nicht zugeben, dass ein Beschluss der Unterbehörden, wenn er im Recurswege aufgehoben wurde, schon deshalb als gesetzwidrig bezeichnet wird. Wenn z, V. der Verwaltungsgerichtshof oder das Reichsgericht eine Entscheidung des Mimsterinms aufhelx'u, so muss darmn das Ministerium des Innern noch nicht gesetzwidrig gehandelt haben. Ueberblicken Sie die Verhandlungen des Reichsgerichtes und des Verwaltungsgerichtshufes, so finden Sie, dass auch da verschiedene Anschauungen herrschen; eine Anschauung muss die Majorität bekommen und diese gelangt dann zum Ausdrucke. (Sehr gut! rechts.) Das ka'nu doch uicht als eiu besouderer Vorwurf gelten. Bei uns liegt, wie schon der erste Herr Redner hervorgehobru hat, die Schwierigkeit darin, dass in allen unseren Gesetzen so zahlreiche RecnrsInstanzen vorgesehen sind und dass uameutlich bei der Schaffung des Verwaltungsgerichts-hofes nnd des Reichsgerichtes nicht darauf Rücksicht genommen wurde, dass eigentlich ein neuer Iustanzcn« zug geschaffen wurde. (So ist es! rechts.) Nun bitte ich die Herren, sich die Sache klarzustellen. Wir haben in der Regel in der politischen Verwaltung drei In» stanzen, dann noch den Vcrwaltungsgerichtshof oder das Reichsgericht. Damit ist es aber noch nicht genug. Wir haben auch noch autonome Behörden. Es kommt sehr oft vor, dass in einer Angelegenheit neunmal entschieden wird. (Ruf rechts: In Vauangelegenhcitrn!) Es entscheidet die Gemeinde, es entscheidet die Bezirks-hauptmanuschaft, dann geht die Sache an die Statt» halterei, manchesmal auch uoch au das Ministerium des Innern, somit also durch drei Iustanzen. Nuu findet das Ministerium des Iunern, dass die politischen Behörden gar nicht zu entscheiden hatten, sondern die autonomen Behörden, nnd nun geht der ganze Instanzenzug wieder durch die autouomen Behörden, und endlich kommt die Sache all das Ministerium des Innern zurück. Jetzt erst kommt der Verwaltuuasgerichts-hof oder das Reichsgericht. Dass alle diese Instanzenzüge eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen, ist doch natürlich. Ich will damit, wenn mir nachgewiesen wird, dass eine oder die andere Behörde die Sache verschleppt hat, durchaus uicht dieselbe in Schutz nehmen, allein nachdem dies nicht nachgewiesen wurde und unter der Voraussetzuug. dass etwas Derartiges vielleicht wirklich geschehen ist, habe ich mir erlaubt, die Milde des hoheu Hauses in dieser Richtung in Anspruch zu nehmen, beziehungsweise dem hohen Hause die Mil-derungsgründe, welche dafür sprechen, darzuthun. (Bravo! Bravo! rechts.) Es wurde ferner erwähnt, dass die politischen Behörden mit den autonomen Behörden — ich glaube, es wurde diesbezüglich uameutlich auf Böhmen hingewiesen — «unter einer Decke spielen». Nuu, wenn damit das gemeint wird, was man gewöhnlich unter diesem Allsdrucke versteht, dann muss ich ihn zurückweisen. Wenn aber damit gcmeiut war, dass die autonome» mit den politischeil Hand in Hand gehen, dann kann ich dies nur mit Freude begrüße». (Beifall rechts.) Dies kauu die Administration nur festigen uud ciue schuellere Erledigung der Geschäftsstücke fördern. (So ist es! rechts.) Nun erlaube ich mir. in Kürze auf den zweite» Herrn Redner zurückzukommen. Der Herr Abg. Ritter von Proskowetz hat gerade im Momente, als ich in den Saal trat, wenn ich ihn richtig vcrstauden habe, an meinen Schönheitssiuu appelliert und bemerkt, dass er es nicht begreife, warum im Ministerium des Innern nur das erste Stockwerk von außeu reuoviert wurde uud nicht auch das zweite. Ich mnss dem Herrn Abgeordneten sehr dankbar sein, wenn er sich auch nicht mit meiner Person uud meinem Hause, sondern nur nlit dem Hause beschäftigt hat, worin ich zufolge meiner Stellung wohne, uud demfelben erwidern, dass ich mit dem größten Vergnügen auch das zweite Stockwerk reuoviereu würde, wenn die Fmanzen es zuließen. (Heiterkeit rechts.) Nachdem ich dies aus dem ausgeworfenen Pauschale bestreiten mnss, bin ich gezwungen, die Renovierung auf Jahre zu vertheilen. Naturgemäß kaun ich nicht alle Jahre bloß ein Fenster renovieren (Heiterkeit rechts), und habe mir das des« halb in Stockwerke eingetheilt. Mit Gottes Hilfe und der Unterstützung der Majorität werde ich vielleicht noch znm zweiten Stocke gelangen können. (Lebhafter Beifall und Heiterkeit rechts.) Von demselben geehrten Herrn Redner wurde das Sanitätswesen berührt nnd daranf hingewiesen, dass jetzt eine Commission statt-gefnllden habe, zu der Experten beigezogen wurden, um über das Sanitätswesen nnd einen Antrag auf Errichtung eines Reichs Gesuudheitsamtes einvernommeil zu werden. Der Herr Reduer hat mir iu gewisser Beziehung den Vorwurf gemacht, dass ich kein Interesse für das Sanitätswesen habe, nachdem ich zu dieser Versammlung nicht gekommen bin. Darauf mm erlaube ich mir zu bemerken, dass ich es mir stets zur Aufgabe gestellt habe, das Sanitätswesen, soweit es in meinen Kräften lag, zu heben, nnd dass nur Mangel an Zeit daran schuld war, wenn ich der Versammlung nicht beiwohnte. Ich habe vormittags sechs bis sieben Stunden im hohen Hause zugebracht, dann noch meine Amtsgeschäfte verfehen müssen und kann die Herreu versichern, dass ich bis in die halbe Nacht gesessen bin, um Acten zu erledigen, damit in meinem Ressort keine Rückstände vorhanden seien. Es war mir infolge dessen nicht möglich, in die Sitzung zu kommen. Die Resultate der Enquete werde ich jedoch eiuer genanen Erwägung unterziehen. Eines er-laube ich mir noch zu bemerken. Es wird sehr viel von der Errichtung des Reichs-Gesundheitsamtes gesprochen, und ich habe auch schon gelesen, was die Herren Experten gesagt haben. Diese waren, wie es gewöhnlich geschieht, verschiedener Ansicht. (Heiterkeit rechts.) Die einen vertraten die Meinung, es solle kein Gesundheitsamt errichtet werden, die anderen sagten wieder, es sei eine Art Centralanstalt für Hygiene zu schaffen, uud fo haben die Experten ihre verschiedenen Ansichten ausgetauscht. Aber alle Ansichten gehen da« hin. dass irgend etwas, das sehr viel Geld kostet, geschaffen werden müsse. Der Minister des Innern muss aber, wenn er auch nicht Finanzminister ist, als Mit« glied des Cabinets im großen und ganzen daran mitwirken, dass so viel als möglich gespart werde und die Sache auch vom finanziellen Standpunkte betrachten. Im Sanitätswesen hat dasjenige zu geschehen, was un-bedingt nothwendig ist, und das Nothwendigste hat allem anderen voranzugehen. Ueber das Nothwendige können wir nicht Hinallsgehen, weil wir das Geld dazu nicht haben. Nach meiner unmaßgeblichen Ansicht ist nun momentan beim Sanitätswesen in Oesterreich das Allernothwendigste, dass es bis unten Wurzel fasse. Wir haben ein Centralorgan. den obersten Sanitätsrath, der wirklich sehr Ersprießliches leistet. Aber ich gebe wohl zu. dass man sagen könnte: es solle etwas mehr und Besseres geschehen, jene Behörde könnte größer, könnte mit mehr Mitteln ausgestattet sein u. s. w. Das ist wohl richtig. Worin liegt aber der Fehler bei uns? Der eigentliche Fehler ist bei uns der, dass wir einen obersten Sanitätsrath, eine Sanitätsverwaltung, einen Landes-Sanitätsrath und Bezirksärzte haben, und bei dcu Gemeiudeärzten — da happert es auf einmal (Heiterkeit nnd Zustimmung rechts), da hängt die ganze Maschine in der Luft. Wenn daher vom obersten Sanitätsrathe auch die allerbesten Anordnungen an die nnteren Organe ergehen, so fehlt eben das letzte Glied. Ich glaube daher, das Allernothwendigste ist. dieses letzte Glied herzustellen. Weun man auch sagt: dies ist Aufgabe der Gemeinden, dies müssen die Gemeinde!, machen, so bitte ich zu bedeuten, meiue Herreu, mau kann von jemandem nur dasjenige verlangen, was er zu leisten vermag; man verlangt eben zn viel von den Gemeinden. (Beifall rechts.) Wolleu Sie sich nur, meine Herren, ii, Erinnerung rufen, was man alles inhelreff Mwchcr Zeitung Nr. 104 878 3. Mai M^, der Polizeiverwaltnng von ihnen fordert. Man sagt, jede Gemeinde solle eine Polizei haben und dieselbe ausüben; aber nicht jede Gemeinde kann es. Viele Gemeinden allerdings könnten es thun, thun es aber nicht, das will ich nebenbei zugeben; aber ein großer Theil der Gemeinden vermag all das nicht durchzuführen. Wenn der Staat heute in besseren finanziellen Verhältnissen sich befände, so wäre ich der erste, der den Autrag stellen würde, dass in dieser Richtung seitens des Staates den Gemeinden nnter die Arme gegriffen werde (Beifall rechts), denn auf den« Gebiete der Polizeiverwaltnng muss mehr geleistet werden. Gegenwärtig ist daher die Hauptsache, dass nach unten bezüglich der unteren Organe etwas geschehe. Wenn man immer bloß die Spitze organisiert, dann ist eben nichts gethan, als dass irgend eine Behörde geschaffen worden ist, eine Behörde, die erledigt (Zustimmung rechts), aber man erzielt damit nicht, dass wirklich etwas geschieht, und mir ist es hauptsächlich darum zu thun, dass wirklich etwas geschaffen und geleistet werde. (Bravo! Bravo! rechts.) Der geehrte Herr Vorredner hat auch bezüglich des Trinkwafsers eine Anfrage an mich gestellt Hierauf erlaube ich mir zu bemerken, dass die Trinkwasserfrage eine Sache ist. die fich in den Händen der Commune befindet; ich kann aber mit ganz gutem Gewissen ver sichern, dass der Statchalter von Niederösterreich auf Gruud feines Ueberwachnngsrechtes fein Möglichstes in dieser Angelegenheit thut. Weiter sprach der Herr Vorredner von einem «mysteriösen Fond» und meinte damit den Stadterweiterungsfond. Ich kann del, Stadterweiternngs-fond von welcher Seite immer betrachten, einen mysteriösen Fond kann ich ihn nicht nennen, weil die ganze Welt weiß, wie er entstanden ist. welche Verpflichtungen er hat und was er geleistet hat. Der Stadt-erweiternngsfond ist ein Fond, der unter den bekannten Verhältnissen gebildet wurde. Nur nebenbei will ich bemerken, dass man, als er gebildet wurde, sich au die Commnne mit der Anfrage gewendet hat, ob sie diesen Fond unter bestimmten Bedingungen übernehmen wolle ode, nicht. Doch dies ist eine Frage, die zu weit führen würde, die ich aber uebenbei erwähnen will, weil der Herr Abgeordnete sie gestreift und bemerkt hat, es solle die Commune diesen Fond verwalten. Dies ist jedoch eine abgethane Sache. Der Stadterweiterungsfond wird seinem Wesen nach als ein Fond, als eine Stiftung betrachtet, welche gewisse Vcr-pflichtuugen zu erfüllen hat, die genau präcisiert sind. Er ist bis zum größten Theile seinen Verpflichtungen nachgekommen. Er hat jetzt die Hauptverpflichtnng, die Burg zu bauen, die nach dem eigentlichen Plane der Stadterweiternng schon vor fünfzehn Jahren hätte erbaut werden sollen, aber auf Allerhöchsten Befehl als letztes Object hergestellt wird. (Bravo! Bravo!) Nebenbei hat er noch gewisse Regulierungen vorzunehmen, dann Einlösungen von Hänsern u. s. w. Ich könnte jedoch diesem Fonde keine neue Aufgabe stellen, weil er sonst nicht den Aufgaben Rechnung zu tragen vermöchte, für die er gebildet wurde nnd für die er eigentlich besteht. Aber das Eigenthümliche bei uns liegt darin, meine Herren, dass ein Fond, wenn er einmal geschaffen worden, nicht erhalten bleiben darf. Er muss zerrissen, er muss aus-geg, ben werden. (Heiterkeit rechts.) Sei es nun der Militär-Taxfond oder ein anderer Fond — sobald man weiß, dass ein Fond existiert, so ruht man nicht, bis er verschwuuden ist (erneuerte Heiterkeit links), und ich glaube eben als Verwalter dieses Fonds dafür sorgen zu müsseu, dass er nicht verschwinde, bis er allen seinen Anfgaben nachgekommen ist. Ich kann daher meine Zustimmung dazu nicht geben, dass er zu irgend etwas anderem, wenn es auch noch so gut und lobenswert wäre, verwendet werde. (Bravo! Bravo! rechts.) Der geehrte Herr Abgeordnete hat ferner von dem Beschlüsse des mährischen Landtages bezüglich der gebrannten Flüssigkeiten gesprochen und meine Aufmerksamkeit auf deuselbeu gelenkt. Ich kann ihm dafür nur dankbar sein und bemerke, dass ich diesen Gegenstand ohnehin schon mit regem Interesse verfolge nnd die Hoffnung habe. in dieser Beziehung anch etwas veranlassen zu können. (Beifall rechts.) Der letzte verehrte Herr Vorredner hat wieder von der Gleichberechtigung gesprochen und hat angeführt, dass die Gleichberechtigung nicht durchgeführt werde uud dass sich namentlich alle Nationalitäten Oesterreichs, besonders aber die Deutschen, als Unterdrückte betrachten. (Lebhafte Heiterkeit rechts.) Ich wusste nicht, was ich eigentlich vorbringen soll, wenn man die Behauptung aufstellt, dass sich alle Nationalitäten für bedrückt erachten. In gewisser Beziehung gebe ich zu, dafs einerseits die Regieruug für die Oleichberechtigung sorgen mnss. anderseits jede Nationalität, sobald sie über die Grenze hinausgehen will, wo sie eine andere Nationalität schädigen würde, sich selbst für geschädigt betrachtet. (Sehr gut! rechts.) In dieser Richtung kann ich dem, was der geehrte Herv Vorredner sagte, nnr ganz znstimmen. Wenn er den Wunsch anssprach, dass mehr Zeitungen confisciert werden sollen wie bisher — das werde ich in Erwägung ziehen. (Lebhafte Heiterkeit rechts.) Dann habe ich noch etwas anderes von dem geehrten Herrn Vorredner gelernt, was mich aber — ganz aufrichtig gesagt — sehr unangenehm berührte, weil ich es noch nie gehört uud namentlich gerade von den Herren der linken Seite des Hauses zu hören nicht erwartet habe. Es ist von seiner Seite von «cze-chischen Soldaten» und von «kön. czechischen Beamten» gesprochen worden. Wir in Oesterreich kennen nur k. k. Soldaten (lebhafter Beifall rechts), welcher Nation sie immer angehören, sind sie österreichische Soldaten, und ebenso kann ich nnr k. k. österreichische Beamte anerkennen, die eben allen Nationalitäten, die in Oesterreich berechtigt existieren, entnommen werden. (Lebhafte Zustimmung rechts.) Aber mau kauu uicht vou poluischeu oder czechischen Beamten reden. (Sehr gut! rechts.) Der Beamte spricht die eine oder die andere Sprache, ist eben dem einen oder dem anderen Lande entnommen, ist aber stets nur k. k. Beamter. Eine andere Kategorie, die ich im ganzen Schematismus trotz meiuer Bemühungen nicht grfnnden habe, ist der «Eisenbahn-Czeche». (Laute Heiterkeit rechts.) Ich weiß nicht, ob der Herr Redner einen Conducteur oder einen Stationsbeamten damit meinte. (Erneuerte Heiterkeit rechts.) Dass Excesse vorkommen nnd Excesse anch beim Militär vorkommen, das war immer der Fall, uud ich möchte an diejenigen Herren diesfalls appellieren, die beim Militär gedient haben uud welche die Verhältnisse kennen. Es steht gerade jemand vor mir, der als Officier gedient hat (Heiterkeit) und der mir zngeben wird, dass dies öfter vorgekommen ist. (Abg. Graf Hompesch: Ja wohl! Erneuerte Heiterkeit.) Etwas anderes konnte ich aus der ganzen Geschichte, die von dem geehrten Herrn Vorredner erzählt wurde, nicht entnehmen, außer dass der czechische Schustergeselle sehr stark gewesen sein muss, weil er alle drei Gegner umgeworfen hat. (Lebhafte Heiterkeit rechts.) Ferner wurde vom geehrteu Herrn Vorredner be« merkt, dass die Regierung der Aufgabe nicht nachgekommen wäre, die sie fich gestellt hat: das Gleichgewicht im Staatshaushalte herzustellen. Da ist schon genügend hervorgehoben worden, dass »nan in dieser Richtung das Möglichste gethan hat. Wenn eben Elementarereignisse und politische Conflagrationen eintreten, so kann das nicht in Rechnnng gezogen nnd der jeweiligen Regierung als Schuld aufgerechnet werden. Es wurde ferner bemerkt, dass der geehrte Herr Abgeordnete — ich weiß nicht, ob in einer Versamm-lnng oder in einem Gasthause — zu sprechen angefangen hat und unterbrochen wurde, und er betont den Unterschied, der darin besteht, dass er hier im Abgeordnetenhanse seine Ansichten ohne Unterbrechung vorbringen kann. Ich glaube, man muss eben einen großen Unterschied zwischen den durch die Verfassung geschaffenen Rechten eines Neichsrathsabgeordneten und dem Besucher eiuer einfachen Versammlung machen. Es ist auch bezüglich der Interpellationen der Vorwurf erhoben worden, dass nämlich nnr 48 Procent derselben, wenn ich richtig gehört habe, beantwortet wurden. Die Ursache, warum alle Interpellationen noch nicht beantwortet worden sind. liegt auch in der ungeheuren Menge derselben. Dann erlanbe ich mir zu merken, dass keine Regierung in der Lage ist, eine Interpellation in zwei Tagen zu beantworten; es müssen Erhebungen gepflogen werden, da man an dieser Stelle darauf gefafst sein muss, dass auf jedeu einzelnen Punkt hingewiesen und gesagt wird: da ist eine Unrichtigkeit vorgefallen. Man muss also Erhebungen pflegen, und das brancht Zeit. Dann gibt es Interpellationen, die sich von sich selbst erledigen. Wenn z. B. die Frage gestellt wird: Lässt das Wasser schon nach? und man nach drei Tagen in allen Zeitungen liest, dass das Wasser nicht mehr vorhanden sei, so entfällt für die Regierung die Nothwendigkeit, die Interpellation zu beantworten. (Heiterkeit rechts.) Wenn man schon von Interpellationen spricht, so möchte ich erwähnen, dass der erste Herr Redner mir vorgeworfen hat: die Beantwortuug der Interpellation, die der Herr Abgeordnete Bendel und Genossen gestellt haben, sei unlogisch gewesen und der Anfang habe mit dem Ende nicht gestimmt. Ich kann das nicht finden. Ich stehe anf dem Standpunkte, den ich eingenommen habe, auf dem Standpunkte der Gleichberechtigung, auf dem Standpunkte, dass eben, wenn Ausschreitungen zu befürchten sind, die Regiernng denselben vorzubeugen nnd nicht erst abzuwarten hat, bis die Ausschreitung wirklich stattfindet, wenn sie vermuthet oder Grund zur Annahme hat, dass eine Unordnnng eintreten könnte. Ich glaube, es ist ihre Pflicht, dem entgegenzutreten, ob nnn von böhmischer oder deutscher Seite in dieser Richtnng der Wunsch nach einem Festznge rege wird. Es ist znm Schlnsse vom Versicherungswesen gesprochen nnd namentlich über Tontinen n. s. f. eine lange Abhandlung gehalteu worden. Ich erlaube mir, diesbezüglich zu bemerken, dass dies eine Interpellation ist, die nicht sogleich beantwortet werden konnte, weil man ein Gutachten vom Versicherungs-Buieau eMy mu^te, uud bis dieses erstattet sein wird, n". Regierung die Sache in Erwägung ziehen und W La^' seiu, die Interpellation zu beantworten. ... Was bezüglich der Versorgungsanstalt gcsprw wurde, so hat der Herr Vorredner selbst a""^ dass gerade diese Regierung es war, welche dieseF^U in die Hand genommen und die entsprechenden Ncf^ vorgenommen hat. Hiebei hat zu meinem Vedam'^ , Herr Vorredner sich nicht damit einverstanden ew > dass znm Vorstande der Versorguugsaustalt M"^ Knbin ernannt worden ist. Ich mnss thatsächlich ° richtigen, dass Freiherr von Kubin nicht Hofrath..! der» Sectionschcf war, uud ich erlaube mir noch W zufügeu, dass dieser Functiouä'r jahrelang mit ^ Versicherungswesen sich befasst hat nnd somit als wirklicher Fachmann in diese Stelle eiugetn'leli ^ Vom Standpnnktc der Gesellschaft kann man da^ nur fehr zufrieden fein, dass dieser pensionierte Äea dieses Geschäft noch übernommen hat. Die Pei'jn kann der Staat ohnehin nicht erfparen; auf diese« der Betreffende Anspruch. Weun der Pensionist >" °^ Lage kommt, sonst irgend welche Dienste zu leistet' kaun ihm der Staat, beziehungsweise der Minister, > anßerordentlich dankbar sein. (Lebhafter Beifall " Händeklatschen rechts.) Politische Ueberlicht. (Verhandlnngen des Reichsrath^ Alls Wien schreibt man uns unterm tt. Mai: ^ der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses nw. breitete die Regieruug die Ouoteuvorlagen. Ael wurde die Verhandlung des Budgets des Minister'^ des Innern fortgesetzt. Die Abgeordneten F^^ Pern er st orfer und Kronawetter warfen . Regierung Willkür vor und tadelten namentlich "., Vorgehen der Polizei gegenüber den Arbeitern. ^, terer beantragte eine Resolution betreffs sofortiger ^. Hebung der Ausnahmsgesetze. Der PolizeiprM Kraus entkräftete die der Polizei gemachten ?5 würfe und hob das ersprie liche nnd nützliche M. derselben hervor. Der Präsident wies nach, dass Klagen über die harte Wirkung der Ausnahmsge!^ ungerechtfertigt feien. Der betreffende Budgettitel >">> angenommen. Beim Titel: «Politische Verwaltung^, einzelnen Länder» widerlegte Graf Taaffe die > schwerden Pickerts gegen den Statthalter in Prag '^ nahm denselben gegen die vorgebrachten Ansch^ gungen ill Schntz. Ein Statthalter sowie ein M^,„, seien für alle Erlässe, die sie unterschrieben tM« verantwortlich. Aber man könne nicht verlangen, ". sie sich noch nach Jahren an alle Details erilN ^ Der Statthalter habe sich nicht gerühmt, dass einer deutschen Stadt bei einer Ueberschwemmnng ^ Hilfe gekommen sei, sondern habe dies nur als Beispiel seiuer Fürsorge erwähnt. Was die BesM'^ von Obmännern der Bezirksvertretungen betrifft, s, seien gewisse Formalitäten zu erfüllen, wodurch ^ leicht die Verzögerung verursacht war. Sollte ^ Velichleppung stattgefunden haben, so werde er ^ ^ tragen, dass sich solche Fälle nicht wiederholen. ^. der Wahlaffaire von Tachan stehe ihm gar keine ^ gerenz zu, denn die Abfassung der Wahllisten >^ der Bezirkshanptmannschaft, die Entscheidung üb" ^, Giltigkeit der Wahlen den Statthaltern zu- ^ Rathe des Redners, er solle die Wahlen so U Mercn, bis die Partei Windisch-Graetz endlich SM habe, werde er nicht nachkommen. (Heiterkeit.) " ^ den Zwischenfall, dass ein Beamter beschimpft W" .^ werde er Erhebungen einleiten. Was den VeT ^ mit Deutschland betreffe, so wünschte er, dass aN")^. Oesterreich so stramm amtiert werde, nur glanve ^ dass dann gewisse Leute nicht zufriedeu wären. (^:^ Nachdem noch Abg. Wiederfperg für die ^^,. ruug der Behandlnng der Hydrophobie im Kra ^ hause gesprochen und Abg. Nabergoj brtrM ^ in Trieft zu errichtenden Gewerbeschule interM y/ wurde die Verhandlung abgebrochen. — In der ^ ^,. sitzung wurde der Titel: «Politische Verwaltung/ ,^. genommen. Abg. Masovcic verlangte die ^ ^. rung zweier Spitäler in Dalmatien behufs ^> drückung der Skrljevo-Krankheit und wendet stA " ^ den Abg. Knotz. welcher von einer Unterdrück»^ ^n Italiener in Dalmatien gesprochen. Man könn ^, Italienern in Sebenico ebensowenig sprechen, ' ^ch Italienern in Berlin; die Regierung sollte stH ^ entschließen, die slavische Sprache in den Aen't" ^ echt slavischen Dalmatien einzuführen, besonders ^ dem Bosnien und die Hercegovina die Bedeutn^^ integrierenden Bestandtheiles eines Ganzen h"5 ^He ''' reich hat keinen Grund, die italienische Sps"M'' Dalmatien als ein Ueberbleibsel der vene""^,' Cultur zum offenbaren Schaden der slavischen ^ aufrechtzuerhalten. Kolv^!!, (Spirit us st euer-Enqueten.) ^M Wien als in Budapest ist eine Enquete zur ",'ctt< Berathung der Spiritnssteuer-Refurm zusan""H>, t"" Die den Experten vorgelegten Fragen s")l -^wm Zeitung Nr. 104__________________________________879_________________________^ 9. Mai 1887. ^°p.°lp."ject aus und beziehen sich darauf, ob das U?rt,ge Steuersystem beizubehalten sei, welche s^ "estlnummgeu in diesem Falle wünschenswert er-den l?,' ^^.l^b zur Consumsteuer übergegangen werter -s ^^ ^^ dieselbe eventuell einzurichten wäre. a,,? ^"^^lchlsch^u Enquete wohnt auch ein Vertreter " Ernten, Herr Hans Puntschert, bei. Klaa1^l"l"ischer Sparcassetag.) Auch in de» ? w'lb demnächst ein Sparcassetag swttfin-tülm l o! ^selben wurden die Sparcasseu in Eisen-iljill^ 3/ldkirchen, Fricsach. Gurk, Klagenfurt, St. Veit, ""U). Völkermartt und Wolssbcrg eingeladen. Z>, ^a l iz i e n.) Der Krakauer Bürgermeister Kr?obM theilte dem Stadtrathe mit, dass das ^"punzenpaar definitiv am 28. Juni in Krakau ein. m» wird. Nach dieser Mittheilung erfolgte die Wahl llnl.°c^äelin Stadträthcn als Empfangscomitö mit "^'chränktem Credit. iowi ^^s Fiumaner Handelsgremium) !»r ^ gesammte Halldelsstaud schloss sich dem Me-kbn '^" ber Sisseter Handelswelt betreffs der Eiseu-der N ^^arlstadt an, da hiedurch der Verkehr aus ^avegrgeud und Südungarn Fiume zugewandt wird. ^^ugarn.) In der jüngsten Sitzung des un-den?Hen Abgeordnetenhauses ist das Quotengesetz nebst ^.„ ^putationsberichte vorgelegt worden. Derselbe o!si?n ""r Bekanntes, dieses ist jedoch in das streng ^"lle Gewand gelleidet. h (Zur Vorgeschichte der bosnischen pupation.) Die Polemik über die diplomatische H "kWchte h^ bosnischen Occupation bewegt sich zur lllnn äwlfchen her «Norddeutschen allgemeinen Zei-^' u,ch dem «Pester Lloyd». Erstere behauptet mit ^"estimnlthcit die Existenz eines am 15. Jänner ^ba ö^chen Russland uud Oesterreich abgeschlossenen HF^tvertrages, welcher als eine Ergänzung der HMadter Abmachungen und als eine Wirkung der Mk .Sumarokov anzusehen wäre. Der «Pester Aft,- Zugegen wiederholt seine Behauptung, dass der Hü n ^^ugress auf Gruud einer Initiative Oester-sH^ngarns zustande gekommen sei, dass aber rück-M ^. ^^ bosnischen Occupation vor dem Congress >v,.. Sevaratabkommen mit Nussland abgeschlossen ^7- Der Verdacht, dass im Wesen der Sache so-behait berliner wie das Vudapcster Blatt Recht ^e ^« werden und dass die gauze Polemik nnr auf ^pikante Wortklauberei hinauskomme, bestätigt sich ^ Mehr. lich^Aur bulgarischen Frage.) Nach brief-H" -Uceldungen, die der «Pol. Corr.» mit der letzt« ^ ^! Post aus Constantinopel zukonuneu, dauern ^'"lmisterberathungrn in der bulgarischeu Angelegen-I^ ^lt eiuiger Regelmäßigkeit fort, ohne dass jedoch lvi>t/ ^gendwie in eine veränderte Phase getreten bie ^.,^2 von der Pforte vorbereitete Circular an ^Hchte liegt noch im Palaste, und es sprechen alle M ^ basur, Hass es nicht zur Versendung gelan-he^^^be. Die Audienz des russischen Botschafters "Usssf, ^' ^^ldov beim Sultau hat einen abermaligen l'cht? ^^"liren. Man zweifelt übrigens in unter-^lll^/^ Constantinopeler Kreisen, dass durch diese ^lle l^ ^^e markantere Aenderung der augenblicklichen herbeigeführt werden dürfte, ^ckl l deutsche Reichstag) geuehmigte den liti^agsetat für außerordentliche Ausgabeu für Mi- kNvaltnug sowie das Anleihegesetz, tüh.^u s der italienischen Kammer.) Nach ^sz^en Berichten der «Pol. Corr.» hofft man daselbst, ^ /'e soeben eröffnete Discussion des Budgets in ^ ^Mer bis läugstens Anfang Juni beendet sein ^ "Nzwischen dürfte die Kammercommifsion den lHtwurf des Kriegsministers Bertoli - Viale, be-^ ln "ie Armeereform, durchberatheu habcu, sodass M^ Handlung desselbeu im Plenum sofort nach Er-^,,^'3 des Budgets in Angriff genommen werden ?^ dp größeren politischen Discussionen dürfte es ^>e», ^.ullgemein herrschenden Ansicht vor den Sommer- "'cht kommen. ^ Frankreich.) Dem «Journal de Paris» zu-^ef^^ Wischen Frankreich und anderen Mächten ein >l^Mndnis abgeschlossen, und würde Frankreich l'Nias /^ Kriegsfalle nicht allein sein. Kein anderes (H "^ diese Nachricht. Mtsi,^"ssland und England.) Die morgen ^glick ^ Sitzung der englisch-russischen Commission ^l'Nn c> afghanischen Grenzfrage dürfte die letzte Nicht af. ?' weil Heide Theile von ihren Forderungen '^^ehen wollen. Tagesnemgleiten. ^ei^ Majestät der Kaiser haben der Orts- "'eder^ "eustift im politischen Bezirke St. Polten in °!> li(X) n ch ^"^ bie neuerbaute Schule eine Spende ""«dinsj >l. aus der Allerhöchsten Privatcasse aller- ä" bewilligen geruht. — (Zündwaren-Fabrik in Görz.) Wie der «Corriere di Gorizia» zu berichten weiß, wurde in der Görzer Via degli Seogli ein Haus iu Pacht genommen, um dort eine Zündwaren-Fabrik einzurichten. — (Schwarzer Regen.) Ein seltenes atmosphärisches Phänomen wurde in Castlecomer iu England am letzten Samstag abends beobachtet. Etwa um 4 Uhr nachmittags bedeckte sich der Himmel mit düsteren Wolken. Das darauf folgende, von äußerst starken» Negcnfalle begleitete Gewitter dauerte bis gegen 7 Uhr. Dann fieng es wieder an zu blitzen, und um halb 8 Uhr schien die Stadt Eastlecomer in eine dichte schwarze Wolke gehüllt. Die Hausthiere waren erschrocken, und die Hunde liefen wie toll herum. Um 7 Uhr 5(1 Minuten fiel dicker, schwarzer Regen, welcher schwarze Flecken auf der Leinwand verursachte. Das Wasser der Väche uud Brunnen färbte sich und konnte vielfach nicht zu häuslichen Zwecken benutzt werden. — (Verschüttet.) Aus Cilli schreibt man: Am 27. v. Mts. nachts wurde der in der Kohlengewerkschaft Brezno, Gemeinde St, Christoph, als Häuer be-bienstete Bartholomä Knez aus St. Stefan in dem sogenannten Francisca - Stollen von herabstürzenden Erdmassen verschüttet und nach 20stnndiger Arbeit als Leiche aus dem Schütte herausgezogen. Der Verunglückte hinterlässt eine Witwe mit sechs unmündigen Kindern. — (Der Wert eines Zahnes.) Zum Pariser Zahnarzte Dumont kam vor kurzem eine Dame und forderte ihn auf, ihr mit Aether einen schmerzenden Stockzahn zu ziehen, den sie ihm bezeichnete. Als die Dame wieder erwachte, sah sie zu ihrem Entsetzen, dass sich Dnmont geirrt und ihr einen völlig gesunden, mehr gegen den Vordergrund stehenden Zahn gerissen, so dass sogar, wenn sie lachte, die Lücke für jedermann sichtbar war. Die Dame, Mme. Ada Cherbourg, klagte und erlebte einen seltenen Triumph: Der Gerichtshof verurtheilte nämlich den Zahnarzt in Anbetracht dessen, dass die Klägerin jung und hübsch sei, die Verunstaltung also für sie umso schmerzlicher wäre, zu zweitausend Francs Schadenersatz. — (F ü r's Knopfloch.) Wie die Leipziger «Illustrierte Zeitung» in ihrem Briefwechsel mittheilt, gibt es bei den Zulus auch Orden: einen Krokodil-Orden erster und einen solchen zweiter Classe. Der höchste Orden ist der Rhinoceros-Orden. Diesen Rhinoceros-Orden besitzt merkwürdigerweise nur ein einziger Europäer, der Engländer Mr. Willian Graut, und es gibt doch so viele.... in Europa! — (Liebesdram a.) Freitag früh erschoss in Prag der 23jährige Schustergehilfe Franz Kolar die 23jährige Ziehtochter seines Meisters, Fanni Zizala, ein auffallend schönes und solides Mädchen, weil es seine Liebeswerbnng abwies, woraus er sich selbst erschoss. Beide blieben auf der Stelle todt. Die Ermordete war Braut eines Fleischers. — (Einfachste Definition.) Frida: «Warum nennt man eure Prüfungen Examen?» — Fritz: «Weil man gerne Amen sagt, wenn die Prüfung ex ist!» Gegen den Handkuss. In den» trefflichen Wiener Familienblatte «An der schönen blauen Douan> finden wir über die große Streitfrage: «Die Ve rcchtigung des Handlusscs in der Gesellschaft», einen Aufsah, dem wir Folgendes entnehmen: Der Handluss ist die erste Production, auf welche das Kiud dressiert wird, noch vor dem Gedichtauf" sagen und Liedsingcu. Und j.' hastiger das Vübleiu nach der Hand der besuchenden Tante schnappt, umso größer ist der Stolz der Mutter und der Ruhm des Kleinen als eines Wnuders vou Artigkeit und Wohlerzogenheit. Man wird im Handtuss auf° erzogen, man verbringt einen guten Theil seiner kostbaren Kinder» und Iugendjahre mit dem Küsseu vo» Frauenhänden. Uud wenn man dann wirtlich ein »Mann» (mit zwei r dm Antrag Schmerling. Conrad, Sch^' ling und Falkeuhayn begründeten die bekannten AutM' An' der Debatte beteiligten sich Unger, MH Prazäk. Plener nnd Randa, Graf Tcmffe und FlM Auersperg. Der Antrag Schmerling sowie der Aiw. Conrad wnrden abgelehnt, und der Antrag des Olas Falkenhayn mit 72 gegen 47 Stimmen angenoM^.' Der Bcschlnss nach dem Antrag Falkenhayn la^ 1.) Es wird anerkannt, dass kein Grund vorliege, ^ Illstizministerial-Verordnung vom 23. September 16 von rechtlicher Seite zn beanständen. 2.) Es wird "" erkannt, dass gegen die genannte Verordnung aua) Hinsicht ihrer politischen Tragweite kein Bedenken hoben werden kann. ,.. Wien, 7. Mai. Das Abgeordnelenhani erlew in sechsstündiger Sitzung die Titel: «Oeffentliche Sl^ heit», «Staatsbaudienst», «Straßenbau» und ^e banten». Die Resolution snklje betreffs M^ Hebungen für die nothwendigen VanteN ^ Verhütung der Ue b er schwem m n ng e n " Weißenfels in Krain erlangte dieUnU stützunq des Hauses. , Prag, 8. Mai. Die Polizei verbot den M"' anläMch der Jubelfeier des Prager «Sokol». ... Budapest, 7. Mai. Drei Viertel der blii« Stadt Eperies wurden heute durch Brand vo"" vernichtet. Die Anzahl der gänzlich abgebraM Hänser belänft sich auf mehrere hundert. Auch , Menschenleben hat die furchtbare Katastrophe M^ Opfer gefordert: Zwei Kinder sind verbrannt ^ gefunden worden; mehrere Familien, die sich >^, Keller oder Parterrewohnungen retten wollten, crstw Bisher ist der Verlust von nenn MenfchenlrveU H. statiert. Tausende von Menschen sind obdachlos. ^ ters wird geinlldet: Nagy-Karoly, eine g^ blühende Stadt, der Stammsitz der Grafen KarM , abgebrannt. Nahezu die ganze Stadt ist verM Die gesammte Einwohnerschaft campiert im Freie>>' Sarajevo, 8. Mai. Finanzdirector David 'i^ storben. ^ Havre, 8. Mai. Anlässlich der Eröffnung h Ausstellung hielt Goblet bei der Eröffnung selbst ' ^ beim Festbankette Reden, in welchen er hervorhob, .„ Frankreich nnr ein gutes Einvernehmen mit dcn ül>l. ^ Ländern nnd friedliche Entwicklung wünsche »mb aggressiven Pläne hege. ^. Athen, 8. Mai. Die Ordnung auf Kreta w ^. gestellt, es herrscht aber noch immer eine gewisst^^ rung. Die Fregatte «Victoriense» ist nach ^ zurückgekehrt. Angekommene Fremde. Am 7. Mai. ^ Hotel Stadt Wien. Guterman. Kfm., Verlin. — Reinhall, ^,, vatier, s. Frau; Aengstl, Schähungs-Commissär; MüN^ ^ nascher, Poper, Pollak und Winter, Kaufleute, M^i>> Redner, Kfm,, Budapest. — Snwle. Bahnbeamter, ',,! burn. - Dr. Pfeiffer, l, l. Fiuanzrath. Trieft. - P"""' ssorstassistcnt, Planina. 5M' Hotel Elefant. Fraull und Nolitschel, Kausieute Wien^ . ^ länder, Kfm., Brunn. — Popovic, Kfm.. s. Frau. Ne"'"^ Turnschel und Culala, Private, Stcicrmarl, — Star^. scherin, Stein. — Vurghart. k. l. Hofspediteur, s. Fra"' — Dimnik, Lehrer, s. Frau. Adelsberg. ^ Gasthof SUdbahnhof. NejeZchleb. Reis.. Vrünn. - Mo",H A Hermagor. — Fuuda, Lehrer. Greifenburg. — Pogac" scher. Dobrava. - - Icrse, Privatier, s. Frau, LaibH^^ Gasthof Kaiser von Oesterreich. Nosmann, Lehrer^^>^ Lottozichnugcn vom ?. Mai. Trieft: 1 52 31 40 4. Linz: 30 31 50 851^^ ^MeteoroloMe Beobachtungen in ^jaiba^ "7 u. Mg. bewiill . ^e» 7. ^.N. 784,08 15.8 O. schwach theilw-H" ^ i) . Ab. 731.59 17.«___Q^chwach ^beMlt^^, 7U.Mg. 733.23 11,0 O. schwach dewA ^s" «.2.N. 733.4? 15.8 O. schwach bewöw/ !) » A. 734.69 11.8 O. schwach theiw-y"' ff^, Den 7. Mai morgens bewölkt, vormittags nach ?. «il»^." bis gegen Mittag anhaltend; nachmittags theilwm. ^ ^ rn„a: abends bewöM. Den 8. Mai bis nachmittags ^l^? woltt, regnerisch, danu thcilweise Aufheiterung, s")^, i?,b „, roth. Das Tagesmittel der Wärme au beiden Tag" ^^, l 18,9°, beziehungsweise um 5,2« und 0,3" uber^denl^, » Verantwortlicher Redacteur: I. Nagl«c> » 881 Course an der Wiener Börse vom 7. Mai 1887. N^ dem „Mene« E»«««««. 2. Geld Ware> ^Nlt,., ' -..... 8095 »I 1b ««4 75leb 2b "'"»scheme . . per El. —---------- ^«n »,^°lb«nte, steuerfrei . lH9uii2io '""tnientt. fteuerfrei . »b'80 «7,— > i!°li,1"° «°^ .... lovioiuc.« ' ^bi>^",i»ofl,°.W.S, ll,oeo>bi- "«'l)bl.(Ung. Oftbahn) i»7 2^i27»?u t> l!!aw,.^ ^' vom I. «7« . N4'«0 115 4» '"i^.?'"nl.5ioofl. ö.W. n»-,1l,'»o 'Ü'Vose 4°/„ ioo jl. . . 1^4 50 124 90 ,,''^,°Mz»..».« !,"NjhllV....... 104b0 105 lU Il'Nilltt^ '...... !07'»5 .- — l''°i»U^lielHiIche - - - 10»-l10- l'^tN?"'«^« ... »05-------------- l'°"0<>tlU....... 105»0I0L50 ' O'bN »"b Temeser Vanat .... 104-75 —.— 5°>o UNgalischt......104.50105 10 Nndere »ffentl. Nnlehen. T>onau-«ta..Losr 5°/» !00 sl. . li« - 117-bto. swllihe 1878, Neuerfrei . l«5?b io«»5 Nnlehen b. Stablgtmcinbe Wien i«5--io,'>50 Anlebcn b, Vtablgemeinbe Wien (Silber und Gold) .... >3«'7» 133 75 PrämieN'Anl.d, klobigem, lllllen 124 70125 2b Pfandbriefe (<Ür 100 fi.) Vodencr. allg. österr, 4»/,°/^ Gold. 125-75 i2«-?e bto. M 50 „ ^ 4'/, 'Zu 10« U0IU1-40 bto. in 5U „ « 4«/l> . »u 70 »?-zo dt°. Prannen«echulbv«schi.8«/o IOI-- 101 ,iN Qüst.Hypotyelenbanl I0j. 5>/,°/u i«i l>0 — — O . . »8'05 99 — U„g, ally, Bobenc«bil'«ctlenges. m Pts! in I. ,8»9 Verl. 5'/,°/» "'--------^ Prioritätö.Obllgationeu (für ioo fi,) «tliladeth-Wefibahn l. «ömi>fi°n — — —>— heidinanbS-Nordtxch!! ln S,lber ioo 50 10110 yla«z°Ioi>l,-^ab».....^.--------._ Oalizische «>n! »Ludw>>,»Vahn L«. 188l 3U0 N. S. 4V,"/» . 100 70 1U1'l!i Oesterr. Noidweftbabn . . . icio 2510l!-70 Clebenbüiger.......—>— —-— Tclb War<> Staat»»ahn 1. «mission . . »00--------->— Vübbahn 5 »°/o.....149 50 120 — „ k 5°/».....i»6--iz«5c, Nnz.'gallz, Nahn.....99-70 100 80 Diverle Lofe (per Stll«). Cieditlose ion fi...... 175,.— 175.50 Claru-kosc 40 fi...... 44 25 —'- 4"/o Douau.Dampfsch. luo fi. , ii« ?b 114-25 Vaidacher PrämieN'Nnlet). 8U fi. 19-50 20-— Osenci vole 40 fi..... 48 Ld 49L5 Paic, 5« ui — Vdncr,°Nnft.,0eft.i!00fl.L.4U°/„24ui!524» 75 Lrdt,'Anfl. f. Hand, u. G, luusl, 2?g-50 «78 7<> Eietilbaxl, Mg, Ung. 200 fl. .zhl'5!)28>'- Depositcnvonl, AUg,200 sl. ,____^-—. H^cliu,plc°<Äe<.,Nicb!:röft.5UUil. 545— b50 — H!.'poil>«lenb., °st.^!)si,ü5<,^. ^.^. ^.^ r.!,lbe^l>., öfl,,2U0jl, 18050 „ Westbahn 300 sl, . . , L76 50 778b!) Vuschtlehrader Visb, 500 fl, «Vl---------------- « (Ut,N) «00 fl. »N5—207 — Donau » Dampfschiffahrt« . Ges, Oeftcrr. 500 fl. EM. . . .38»-—3«8 — Drau°j.)!i00fl,S,----------------- Dui'Vobenbacher E,,V. 200 fl,S. —'—------- «lisabeth-Vahn 200 fl. b<:lg-.'l°vb, ost, un,,., Tries!5uufl.ll!l)l. 48u_-48, -Oestttl. Noidwcstb. ^uo sl. Silb, 153 zz 153 ?s. bto. (Ut.u) !i00 sl, Silber igo— i«0 2°, Prag-Dlixer üisenb, 150 jl. Gilb. —_ «4.5» «ubols'oayn »00 sl. Silber , i»5-7ü 18k 50 KiebcubUlsscr ^isenb. »00 fl. . —--------->— Staateeisoidahii ^U0 sl. ö. W, . «24-—»24,-50 «elb war« Kllbbahn «00 st. Silber . . . 73— 73-5« Vüb.»t°rdb »i»erb..«.2oo fl. «Vl. 1b4 50 155-— Theitz-Vahn »00 >l. ö. W. . . —— —- -Iramwah.Ves., wr, i?0fl. ». w. 23! «5 232 K<» , wr.< neu 100 sl, ug 25 eu 7ö Transpoit'Ntsellschaft l00 N. , —-— — — Ung.-aall,, «isend, »00 fl, Silber is«>— 1«8>5N Nng. Norbostüahn L«0 sl. Silber 164 75 «5 »5 Ung westb (N«ab'Vraz)l!0a sl.E, 194 75 »66 »k Induftrie.Nctlen (per Stück), «lgybi und »lnbbera, «isen« und Stahl.Inb, in Wien 100 fl. , —-— ^> — «lliscnbahu«.».«O. 65-50 «0 Salgo'Tarl. «isenraff. 100 fl. . 1L5-— 1«8 — Trisailer «ohleu».««es. 70 sl. . — — - — Waffeus.»«., Ocft. in W. lOo sl,-------------— Devise» Deutsche Plätze......«»27 ««55 London.........lz« 95 12? 25 Paii» .........50 82. L0 4»> Petersburg .......— — —- Valuten. Ducaten........5 9» « — »0