Üfflro 9la?M3 v rofe# eis Din 1 — 71. Ishrgang greehelnt wöchentlich siebenmal. Schrtftlertuag (Tel Interurb. Nr. 2670) sowm, Verwaltung u. Buchdruckerei (Tel. Interurb. Nr. 2024): Maribor, Jurciceva ul. 4. Brief). Anfragen Rückporto beilegen. Manuskripte werden nicht returnleit Ö-Ö Mr 13T Montag, den 18. Mai 1951 Inseraten- u. Abahnemenfs-Annälimo In Marlbor: Jurciceva ul. 4 (Verwaltung). Bezugspreise: Abholen, monatl. 23 Din, zustellen 24 Din. durch Post monatL 23 Din, für das übrige Ausland monatl. 35 Din. Einzelnummer 1 bis 2 DtiV Maribom neituna Montags-Ausgabe Blutige Wahltage in Aegypten Kairo, 17. Mai. Am zweiten Tag der ägyptischen Wahlen, deren erste Etappe der Diktaturpartci einen iiBerrafchenbeit Sieg brachte, bot Kairo das Bild eines Heerlagers. Die Oppositionspresse behauptet, der Erfolg der Regierung sei das Ergebnis von Gewalt, Bestechungen und Erpressungen. Ganze Gruppen von Proletariern unter Führung von Beamten wurden geschlossen an die Wahlurnen gebracht. In einem Viertel feuerte die Polizei auf Demonstranten, welche Wähler am Betreten eines Wahllokals verhindern wollten; zwei Personen erlitten Verwundungen. In einem 6rte in Nnterägypten wurde bei einem ähnlichen Vorfall ein Polizeioffizier getötet. Nachts hatten oppositionelle Elemente in der Hauptstadt drei Hauser von Führern der Regierungspartei in Brand gesteckt. Eisenbahnunglück. 2 t> 0 n, lt Mai. 99ei Albicastre ist ein Personenzug aus bisher noch unbekannten Ursachen entgleist. Die beiden Lokomotiven, drei Personenwagen und der Dienstwagen stürzten die Böschung hinunter und wurden vollständig zer Eümmert. Dabei wurden drei Personen getötet und zehn schwer verletzt. Eine strenge Untersuchung wurde eingeleitet, um die Schuldigen der gerechten Bestrafung zuzu-luhren. * Die Macht Der Reklame 9chch einem seiner glanzenden Auftritte V* öer Newyorker Metropolitan-Oper saß ^ große russische Sänger Schaljapin seiner Garderobe. Plötzlich öffnete sich die J1*- Ein Theaterdiener mit einem riesigen ostnstrauß in der Hand betrat den Garbe-W’entaunt und überreichte dem Künstler den 1. mit einer Visitenkarte, auf der nur D,r P^me Bart 0 ush gedruckt stand, Me irgendwelche Angaben, die auf den oder Beruf des Blumenspenders in 'S60. Heßen. Mr. Bartoush bittet um ei-Do fa9te der Diener. „Gott sei D.r: daß es ein Mann ist," warf der Sän-„Lassen Sie ihn bitte vor. ßu ^ kleiner flinker Mann kam in die gn st1 Weise, erfüllte ihre Wünsche, ehe sie sie recht aus sprach, und keinem Menschen es eingefallen, daran zu zweifeln, daß *),ci Ehe glücklich sei. r Nur Bernkoven allein wußte, wie wie grenzenlos leer es in seinem 3nlle feierliche Eröffnung der neuen Ten-nisnnlage des SSK. „Maribor" geftalkere sich zu einem imposanten Festtag des heimischen Tennissports. Zu dieser denkwürdigen Feier hatte sich ein zahlreiches illustres Publikum eingefunden, das ein ganz außergewöhnliches Interesse dieser neuen Errungenschaft unserer Stadt entgegenbrachte. Der rührige SSK. „Maribor" hat nun mit der Fertigstellung dieser Prachtanlage Bedingungen geschaffen, deren Auswirkungen auf das sportliche und gesellschaftliche Leben unserer Draustadt sich auch bald einsetzen werden. Die Eröffnungsfeierlichkeiten standen ganz im Zeichen einer festlichen Stimmung. U. a. waren auch erschienen Vizebürgermei-ster Tr. Lipoid, die Bezirkshauptleute Dr. M a k a r und Dr. P o t o 8 n i k, Gymnasialdirettor Dr. T o m i n s e k, Major C e l e st i n sowie die Vertreter sämtlicher hiesiger Spcrtvereine mit Tr. Blanke und Ing. W o l f an der Sp:tze und sonstiger öffentlicher Korporationen. Den Erschienenen entbot der umsichtige Präses Üds SSK. „Maribor" Dr. Stamol den Willkommengruß, worauf er die wichtigsten Ereignisse aus der bewegten Ent stehungsgeschichte der nun fertiggestellten Musteranlage hervorhob, um dann allen Mitarbeitern den Tank auszusprechen. Den Entstehungsgang der neuen Plätze sowie alle technischen Einzelheiten dieses neuen Lawn-Temns-Paradssses gab hieraus in kurzen Umrissen der rührige Klubkassier Loos, die Seele des Vereines, auf dessen Schultern der Hauptteil der umfangreichen Arbeiten lag. Die feierliche Einsegnung nahm sodann Professor B o g o v i 8 vor, der hierauf Wort zu einer begeisterten Ansprache das “9tiff. Prof. Bogoviö, selbst ein bekannter Lcurist und Alpinist, griff in seinen markan |en ^lusführungenn auf die mittelalterlichen Ä.ourniere zurück, die in den englischen „Gentlemans" ihre würdigen Nachfolger gefunden haben. „Fair Play" des erhabenen Kampfes ist der Wahlspruch allen Sports. Die zündenden Worte machten aut die Anwesenden den tiefsten Eindruck. Im weiteren Verlauf. des Festes wickelte mH ein heiß umstrittenes Mixed-Touble-Turnier der gesamten Mitgliedschaft ab. Es war wirklich ein imposanter Anblick, als ^san zum ersten Mal auf den fünf Plätzen die Jünger des weißen Sports im Kampfe wh. Nach eindrucksvollen Leistungen holten sich diesmal Frl. Breda H r i b a r und ^ o g l a r den Sieg, die in der Schluß-Unde nach schönem Kampf, in welchem ins-.gondere das verläßliche und vorbildliche ^Piel von Frl. Hribar auffiel, das Paar möchten Sie Wohnen? der 7ifw* ^ie in diesem Haus des Menschen «»rM.. Kun" oder in einem kleinen Landhaus £**ten Sie »ohnp„im1lt Oder in e gibt ihn 8 Maiheft von „Scherl’s Magazin“ &beraii(fn einen Überblick in Wort und Bild Sie sich riS| Wa.s vom Bauen zu sagen ist Lesen ben Sio , s 08 einmal durch, und dann schrei-Die besterSckurz' wie sie wohnen möchten! ausae?Pinh tl0sendungen werden mit Preisen »on Und dann der übrige Inhalt 5ch iritarnoo ,Ma0azin“? — selbstverständlich hae®aD uPd fesselnd wie immer. Also! Maribcr, 18. Mai. Frau Dr. Ravnik—Mustek mit 6:2, 6:3 schlagen und am zweiten Platz zurücklassen konnten. Den dritten Platz teilten sich die Geschwister Milica und Radovan 8 e p e c und das Ehepaar Milena und Ivan R o g I i 8, wobei besonders der gewaltige Fortschritt beider Damen hervorzuheben ist. Auch die übrigen Wettbewerber — 52 an der Zahl — boten recht gute Leistungen. Während der Feierlichkeiten konzertierte die schon populäre „Withe Star"-Jaz.z-kapelle sowie eine große Nora-Radioanlage. Für die verhältnismäßig rasche Ausführung der nötigen Arbeiten erwarben sich das städtische Bauamt mit seinem unermüdlichen Ehef Oberbaurar Ing. Gerne sowie die bekannte Baufirma Arch. Ing. I e l e n e c und Ing. 8 l a j m e r die größten Verdien ste. Weiters machten sich um die mustergültige Fertigstellung die heimischen Firmen „Splosna ftavbena druzba", Schell, Kumerc, AmbroLie, Wipplinger, Potoenik und Jli8 & Tichy verdient. Nach Abschluß des Tennisturniers fand auf der idyllischen Terrasse des stolzen Klubheimes eine anregende Zusammenkunft unserer Tennisspieler statt, deren animierte Stimmung unter den Klängen des rastlosen Radio-Apparates bis in die lauen Nachtstunden anhielt . . . Sektionsleiter 8 e p e c und Dr. Planinsek hielten hiebei längere Anfpruachen an die Sieger des Tur niers und überreichten ihnen die geschmackvollen Preise. Mm in Martbor Die Gäste konnten trotz ihres Sieges nicht gefallen „Jltriia as gestrige Gastspiel des Ligenvereines rechtfertigte nicht die großen Erwartungen. Den Gästen gelang es zwar einen glücklichen 2 : 1 (1 : 0),Sieg nach Hause zu bringen, doch hätte diesmal eher den Eisenbahnern ein Erfolg gebührt. Die ersprießlichste Leistung der Gästemannschaft vollbrachte M a l i 8 im Tor, der mit mehreren Effekten Paraden aufwartete. In der Gesamt leistung gefiel noch am besten das Innentrio, während die vielgelobten Flügelmänner nur selten zur Geltung kamen. Die Deckung befriedigte nur im Kopfspiel, während die Verteidigung des öfteren die nötige Schußkraft vermissen ließ. Die Eisenbahner spielten dagegen wieder M a r i b o r, 18. Mai. mit bewundernswerter Ausdauer und Hingabe. Die einzelnen Mannschaftsteile wetteiferten zuweilen in der großen Begeisterung. Wenn dem Team der Sieg auch nicht beschie-den war, so waren die Heimischen nicht nur ein ebenbürtiger, sondern in vielen Belangen sogar ein überlegener Gegner. Der Kampf nahm somit auch einen recht anregenden Verlauf. „Zelezniöars" Stürmer kamen zwar immer wieder vor, doch verloren sie vor dem gegnerischen Tor allzu rasch die Ruhe und Orientierung. Schiedsrichter Dr. PlaninSek hatte das bewegte Spiel zu jeder Zeit in den Händen und waltete so wieder mit strenger Umsicht seines Amtes. Die iugoflalülfche Fußballmeisterschaft 2. Runde der Wettkämpfe — Keine Ueberraschungen die Kandidaten Eugen B e r g a n t, Karl I a n 8 i 8 und Ljubo V e s n a v e r, dir dieselbe mit sehr gutem Erfolge bestanden Wir gratulieren! 2hMttodrtige FußbMfpkele Zagreb: Viktoria—Eisenbahner 2:0, Solo!—GrafiLar 0:0. Wien: Rapid—Slovan 1:0, Sportklub -FAC 1:0, Vienna—Wacker 1:0, Rapid— FAC 1:0. Wacker—Slovan 3:0, Vienna-Sportklub 0:0, Wacker—FAC 0:0, Sportklub—-Rapid 2:0, Slovan—Vienna 0:0, Rapid-Wacker 1:1, FAC—Vienna 0:0, Slo van—Sportklub 0:0. Vienna—Rapid 2:0, Sportklub—Wacker 0:0, Slovan—FAE 2:2. Prag: Sparta—Kladno 6:1 (4:0). HWölO Montag, 18. Mai. Ljubljana, 12.15 und 1-3 Uhr: Reproduzierte Musik. — 17.30: Konzert. — 18.30: Italienisch. 19: Polnisch. — 20: Konzert. — 21: Quintett. — Beograd, 20: Vokalkonzert. — 21.30: Arien und Duette. — 22.35: Tamburizzakonzert. — Wien, 20: Mahlers Symphonien. — 21.10: Konzert. — M ä h r i s ch - O st r a u, 22.20: Leichte Musik. — Brünn, 20.55: Vokalkonzert. — Mühlacker, 20.40: Konzert. — 24.30: Nachtmusik. Toulouse, 21: Orchesterkonzert. — 23.30: Spanische Lieder. — Bukarest, 21: Kammermusik. — 22.15 Klavierkonzert. — Rom, 20.40: Kon-zert. — P r a g, 21: Romantische Lieder. — Mailand, 21.40: Konzert. — 23: Nachtmusik. — Budapest, 20.30: Orchesterkonzert. Sodann Abendmusik. — Warschau, 20.30: Operettenabend. 23: Leichte Musik. — Daventry, 20.15: Abendve-nnOal« tung. — 22.35: Tanzmusik. Auch öle moderne Trlkotöreß für den Strand ist schottisch gemustert Die Wettkämpfe um die jugöslawische Fuß ballmeisterschaft wurden gestern auf allen Linien weitergeführt. In Zagreb schlug „Gradjanski" den zweitn Konkurrenten aus Slowenien „Prnnorje" mit 2:1 (0:1). In Beograd fertigte B. S. K. den S. K. Jug aus Skoplje mit 7:0 (3:0) ab. In Sarajevo siegte „SaZk" gegen „Slavija" mit 3:0. In Novi Sad erledigte die „Vojvodina" den Suboti- caer „Obili8" mit 6:3 (0:2). In Osijek behielt „Ba8ka" aus Subotica die Oberhand gegen den dortigen „Gradjanski" mit 5:1 j (2:1). In Subotica errang die Osijeker „Sla- j vija" einen knappen 1:0 (1:0)-Sieg gegen Sand und in Paneevo blieb die Sabaccr „Ma8va" mit 1:0 gegen den dortigen Sport klub siegreich. „Ropld"-T ennlssNleler Magen „JStur 8:1 M a r i b o r, 18. Mai. Im weiteren Verlauf der Tennismannschaftsmeisterschaft von Jugoslawien konnten heute die ambitionierten Spieler des Sportklubs „Rapid" wieder einen schönen Sieg davontragen. Den Gegner stellte diesmal die spielstarke Tennisriege des Sportklubs „P t u j", die sich mit 8 : 1 gnschla-gen geben mußte. „Rapid" qualifizierte sich somit in die dritte Runde der Wettkämpfe, in der die Mannschaft voraussichtlich an den Sportklub in Gakovec stoßen wird. Nachstehend die Ergebnisse: Lehrer—Sakotnik 6:2, 6:3; Hitzel—Honvery 6:0, 6:1; Hoffer—Borowsky 6:3, 6:1; Holzinger—Wessely 7:5, 6:1; Frl. Lirzer—Frl. H. Fichtenau 6:4, 6:2. Frl. Scherbaum—Frl. W. Fichtenau 4:6, 5:7; Leyrer-W. Halbärth—Wessely-Borowsky 6:2, 7:5; Hitzel-Holzinger — Honvery-Sakotnik 6:3, 6:3; Holzinger-Lirzer—W. und H. Fichtenau 6:3, 6:3. besoroenl Altherren untereinander M a r i b o r, 18. Mai. Die Altherren „Rapid s" und „2 e> l e r n i 8 a r s" standen sich gestern in ei- nem äußerst harren Kampfe gegenüber. Die Altspicler der Schwarzblauen erwiesen sich diesmal als die besseren und trugen so auch einen verdienten Sieg mit 4:1 (2:0) heim. Aeue Schiedsrichter L j u b l j a n a, 18. Mai. Samstag und Sonntag fanden in Ljubljana Prüfungen für Fußballschiedsrichter statt. Auch aus Maribor unterzogen sich derselben lei MMlicliiina du Presse aus den einschlägigen Gebieten wie internationale Politik, Politik des Deutschen Reiches, der Länder u.Getneinden, Parteipolitik, Rechtspflege, Kulturpolitik, Frauenbewegung, Handel u. Gewerbe, Bodenpolitik, Finanzwesen, Verkehrswesen Zollwesen, Sozialpolitik, Versicherungswesen usf.erteilt das ZortnMlrilv für Politik ii. WirisM München. Ludwigstr. 17 a Teinphon 3? 4-30 «— denn man weiß die flotte Karowirkung gebührend zu schätzen und ist auch davon durchdrungen, daß diese Dessinierung nicht nur besonderen Schick verrate, sondern die Trägerin auch jugendlich und flott erscheinen lasse. Während man in der Tagesmode, die bekanntlich Karo-Effekte gerne verwendet, immerhin eine gewisse Zurückhaltung in Kolorit an den Tag legt, ist hier jede Buntheit erlaubt, da ja die Stranddreß immer nur durch ihre Grellfarbigkeit zur Geltung kommen kann. Als Allerneuestes gilt ein kurzes Trikot« röckchen in Verbindung mit einer gleichartig dessinierten Jacke, die zu dem Badetrikot getragen werden, so lange man sich am Strande aufhält. Zum Sport selbst aber legt man natürlich Trikotjacke und -rock ab und schwimmt im bloßen Anzuge, den die Strickmode geflissentlich einfarbig hält, wodurch — wie unser Bild zeigt — ein ganz vortrefflicher Kontrast entsteht. Daß diese Trikot-Eomplets für den Strand ungemein praktisch sind und nicht nur infolge ihrer Echtfärbigkeit, sondern auch dank ihrer besonderen Strapazfähigkeit große Beliebtheit erringen werden,, ist wohl selbstverständlich ‘ W. li mtm Christian geht nach Hölly tDQ Q (i Roman von Werner Scheff Copyright by Novissima-Verlag, G. m. b. H., Berlin SW 61, Belle-Alliance-Straße 92. 11 „Unser großes Gepäck?" raunte Christi an Jeffries zu. Der grinste. „Wird in Regensburg ausgeladen. Dafür habe ich schon gesorgt." „Ich bewundere Sie, Sie haben anscheinend an alles gedacht." „Das muß man in einer solchen Situation." „Haben Sie denn diese Reisegesellschaft vorausgeahnt?" „Ich habe gewußt, daß die Norton mit uns fahren würde. Aber jetzt sind wir sie los. Und bis sie uns wieder findet, können Tage vergehen." „Sie sind ein Genie Jeffries." „Halten Sie lieber den Mund und ziehen Sie Ihren Mantel an," meinte der Amerikaner unfreundlich. Jeffries beobachtete die Zeiger seiner Uhr. Nach weiteren 10 Minuten gab er Christian einen Wink. Der nahm sein Köfferchen und folgte ihm. Behutsam öffnete Jeffries die Wr zum Korridor, die beiden Männer schlichen wie zwei Verbrecher hinaus. Der Schaffner kam ihnen in dem Vorraum entgegen, wo er die Heizung überwachte. „Die Herren haben in etwa einer Stunde einen Zug nach München", meldete er. Offenbar hatte ihm Jeffries bereits mit einem guten Trinkgeld gespickt. Und was das Wichtigste war, der gerissene Dankee schien ihm einen plausiblen Grund für die plötzliche Aenderung seines Reisezieles angegeben zu haben. Der Zug schob sich in die Station Regensburg. Man stieg aus. Ein paar Schritte und man war so weit vom Zug fort und in die Dunkelheit getaucht, daß man von dort aus nicht mehr beobachtet werden konnte. „Haben Sie Hunger?" wandte sich Jeffries an seinen Begleiter. „Eigentlich nicht. Ich bin nicht gewöhnt, mitten in der Nacht zu essen". „Na, Sie hätten noch eine halbe Stunde Zeit. Inzwischen würde ich das Große Gepäck weiter verfrachten." „Nur eine halbe Stunde? Der Schaffner sagte doch, daß es noch eine Stunde bis zum Abgang des Zuges nach München dauern würde." Jeffries sah sich nach allen Seiten um. „Sehr scharfsinnig sind Sie nicht, Mr. Krüger. Wir fahren natürlich in einer halben '©tunbe weiter, aber nicht nach München, sondern über Ingolstadt nach Ulm und von dort auf einem Wege, der mir noch nicht recht klar ist, bis Zürich oder Basel." „Warum diese Vorsicht?" „Sie vergessen, daß Ihre Kupeenachbarin heute früh den Schaffner fragen wird, wo wir ausgestiegen sind und wohin wir uns gewendet hätten. Da werde ich doch nicht die Wahrheit sagen." „Dann will ich Ihnen noch schnell etwas erzählen, was Sie interessieren wird. Die Dame aus dem Nebenkupee hat mir heute Nacht einen Besuch abgcstattet." Jeffries fuhr zusammen. „Was sagen Sie, die Norton war bei Ihnen?" „Ich weiß nicht, ob sie Norton heißt. Viel leicht verwechseln Sie da zwei Menschen. Meine Kupeenachbarin ist Pariserin. Wenigstens hat sie das behauptet." „Sie tritt als Mexikanerin, Spanierin, Französin oder Italienerin auf", lachte Jeff ries. Dann machte er wieder ein besorgtes Gesicht. „Erzählen Sie mir mehr." Christian erstattete gewissenhaft Bericht über seine Bekanntschaft mit der vermeintlichen Pariserin und sein Erlebnis im Dunkel. „Da hat sie sich Ihr Gepäck ansehen wollen," meinte Jeffries nachdenklich, „tüchtig ist sie, das muß man ihr lassen." „Ich habe sie für eine Diebin gehalten." „Da irren Sie. Sie hätte Ihnen nicht einmal einen Cent genommen. Wahrscheinlich wollte sie nachsehen, ob Sie nicht eine Fahrkarte oder einen Brief oder etwas Aehnliches bei sich haben, aus dem hervorgeht, wohin unsere Reise in Wirklichkeit geht. Art den Schwindel mit Wien hat sie natürlich nicht geglaubt. Sie möchte auch ger ne wissen, wo sich Crow und Miß Patt aufhalten. Glauben Sie, daß sie Zeit hatte, Ihren Koffer wirklich zu durchsuchen?" „Ich kann es nicht annehmen. Ich bin sehr bald erwacht und habe sie verjagt." „Dann wird alles glatt gehen", murmelte Jeffries mit einer gewissen Selbstzufriedenheit. Die Fortsetzung dieser sonderbaren Reise gestaltete sich für Christian nicht allzu bequem. Jeffries setzte ihn im Wartesaal ab, kam nach zwanzig Minuten wieder und erzählte strahlend, von Ulm gebe es einen Anschluß nach Friedrichshofen. Und von Fried-richshafen sei es eine Kleinigkeit nach Zürich zu gelangen. Dort seien Sie dann an der Hauptstrecke. Aber die Reife bis Zürich war etwas umständlich. Man mußte Personenzüge benützen. Vielleicht tat dies auch Jeffries mit Absicht. Ein vaar Mal bemerkte Christian jedenfalls, daß der Amerikaner ohne sichtlichen Grund Züge abfahren ließ, mit denen man hätte weiterkommen können. So hielt er sich beispielsweise in Ulm ein paar Stunden auf. Er gab Telegramme auf, während er seinen Schützling in einem Hotel in der Nähe der Bahn frühstücken ließ. Bei diesem Bummeltempo war es nicht verwunderlich, daß sie erst am späten Abend, beinahe achtzehn Stunden nach ihrer Ankunft in Regens bürg, Zürich erreichten. „So, jetzt können Sie sich bis morgen mittag ausschlafen", sagte Jeffries, als er sich von Christian im Hotel verabschiedete, „aber tun Sie mir den einzigen Gefallen und gehen Sie nicht fort, ohne es mir vorher gesagt zu haben. Am besten ist, Sie stehen erst um elf Uhr auf. Dann ist noch eine reichliche Stunde bis zum Abgang des Zuges nach Genua. Und wir sollen in einer Tour bis dorthin fahren." Die Müdigkeit Christians war so groß, daß er nicht einmal mehr die Kraft besaß, über diese komplizierte Reise nachzudenken. Er war wie gerädert, zog sich aus und warf sich ins Bett. Als er aufwachte, war es tatsächlich 10 Uhr vormittags. Da er schon bemerkt hatte, daß es aus Unkosten nicht ankam, nahm er ein Bad u. frühstückte dann sehr üppig. Später tauchte Jeffries auf und erzählte, auch er habe sich gut ausgeschlafen. Er war in ausgezeichneter Laune und warf einmal nachlüßig hin: „Wissen Sie auch, daß Ihre Kupeenachbarin wirklich bis Wien gefahren ist? Erst zwischen Linz und Wien ist sie darauf aufmerksam geworden, daß etwas nicht stimme. Dann hat sie sich mit dem Schlafwagenschaffner unterhalten und ist bis Wien im Zug geblieben. Ich wette, sie ist jetzt schon in München, denn wozu gibt es Flugzeuge?" „Sie rechnen wohl darauf, daß die Dame von München über den Brenner weiterfährt?" „Ganz sicher." „Haben Sie denn Leute, die Miß Norton beobachten?" „Natürlich. Uebrigens kümmern Sie sich um das alles nicht. Machen Sie sich fertig, ein Teil des Zuges steht schon in Zürich bereit, der andere kommt aus Berlin und Stuttgart herüber. Wir können also sehr früh einsteigen." Um Mitternacht troffen die beiden Herren in Genua ein. Jeffries hatte sich über die Fortsetzung der Reise in tiefstes Schweigen gehüllt. Wie er überhaupt Christian in einer Art behandelte, die den jungen Mann unter anderen Verhältnissen tief gekränkt hätte. Er war höflich, er sorgte für seinen Begleiter wie für eine verwöhnte Frau, aber er schien, ihn für einen Dummkopf zu halten. Vor allen Dingen vertraute er ihm nie etwas zu früh an. Beim Umsteigen in Mailand hatte Christian endlich erfahren, wann man in Genua den Zug verlassen würde. Nun rechnete er natürlich darauf, seinen müden Leib dort zu einem erquickenden Schlaf auszustrecken. Aber er hatte sich wieder einmal getäuscht. Jeffries trat mit ihm auf einen Platz hinaus, den Christian bei guter Beleuchtung in seiner ganzen Weite übersehen konnte. In der Mitte stand ein Denkmal. Er.erkannte das Monument von Christoph Co-lumbus, von dessen Existenz in Genua er einmal gehört hatte. „Wo werden wir hier absteigen?" fragte er gähnend seinen Reisemarschall. „Das werden Sie gleich sehen", entgegnen Jeffries. Er sah sich nach allen Seiten um. Nur wenige Fuhrwerke standen zu dieser ungewöhnlichen Stunde vor dem Bahnhof. Bon einem derselben, einer Limousine, löste sich eine Gestalt los und kam zögernd auf Jeffries zu. Der Amerikaner hob die flache Hand wie zu einem Faschistengruß. Darauf beschleunigte der Mann im Chauffeuranzug seine Schritte. Er langte bei Jeffries an und sie begannen leise zu disputieren. Jeffries drehte sich nach Christian um. „Kommen Sie schnell, wir können einsteigen. In längstens drei Stunden sind wir an Ort und Stelle." Also weiter. Er hätte sich am liebsten dagegen gesträubt. Aber das Auftreten seines Fsthrers duldete keine Widerspruch. Der Mann mit dem Stiernacken strömte Energien aus, die ihn willenlos machten. Und er hatte eine so seltsame Methode, alles was er tat, als selbstverständlich hinzustellen. Im Auto schlief Christian ein. Dabei hatte er sofort bemerkt, welch ein Höllentempo der italienische Chauffeur einschlug. Nirgends in der Welt wird so gut, aber auch so leichtsinnig gefahre nwie im Lande Mussolinis. Und an: Steuer des Autos, dem sich Jeffries und Christian anvertraut hatten, schien einer der gewandtesten Fahrer der Halbinkel zu sitzen. Wie er gleich die ersten Kurven der Straße nahm, die sich dicht am Meer hinschlängelt, das waren Kunststücke, die ein unerhörtes Können verrieten. Aber Christian schlief. Er hätte sowieso nichts von der Landschaft gesehen. Am Tag wäre er Jeffries für diese Gelegenheit, die Küste des Ligurischen Meeres kennen zu lernen, herzlich dankbar gewesen. Jeffries schüttelte ihn wach. „Sie schlafen wie ein Murmeltier, Mr. Krüger", sagte der Amerikaner tadeln, „wenn uns der Chauffeur ins Meer gefahren hätte, wären Sie erst tief unten auf dem Meeresgrund aufgewacht. Passen Sie jetzt auf, wir find gleich an der Grenze. Es wird gut sein, wenn Sie Ihren Mantelkragen auffchlagen und den Hut tief ins Gesicht ziehen." „Wozu ist das nötig?" „Man kann nie wissen, ob hier nicht fron Polizisten stehen." „Was reden Sie da, Jeffries, ich kann doch jedem französischen Beamten ruhig ins Gesicht sehen." „Wenn ich Sie aber darum bitte, vorsichtig zu sein, st tun Sie mir doch den Gefallen. Sie sind ja bald erlöst." Auf diese Weise bemerkte Christian von der Grenzkontrolle nicht viel. Jetzt mitten in der Nacht machten es sich die Beamten bequem. Sie sahen sich kaum die Pässe an, geschweige denn den einen Insassen des Wagens, der darin sitzen blieb, weil er angeblich krank mar. Alles andere erledigte wie i mni« Jeffries ohne jede Beihilfe. Schon nach ein paar Minuten setzte die Limousine ihre rasende Fahrt nach Westen fort. Und abermals schlief Christian ein, und abermals weckte ihn Jeffries. „Cap Ferrat, mein Junge", rief er sichtlich erleichtert, „Beaulieu haben wir schon hinter uns, da links fängt es an Tag zu werden und bald werden Sie im Bett liegen und nicht mehr an die Reife denken." Dann glitt das Auto durch ein Tor und fuhr eine breite, von Palmen flankierte Allee hinab. Vor einem Häufe, von dem Christian nur wenig zu sehen bekam, stieg man aus. Zwei Personen traten den Ankommenden auf einer Freitreppe entgegen. Ernest Crow und eine ältere, behäbige Frau, die offenbar nur französisch sprach. „Herzlich willkommen, Mr. Krüger!" rief der Filmschausvieler seinem jungen Kollegen zu und schüttelte ihm beide Hände. „Ich d-aU ke Ihnen im Namen meiner Firma für die Strapazen, die Sie auf sich genommen hu* ben." Und zu Jeffries gewendet: „Das hast th? gut gemacht, old boy. Nun sieh zu, daß du das Riesenbeefsteak herunterschlingst, da? dir Madeleine zurecht gestellt hat. lind danU leg' dich aufs Ohr und schlafe vierundzwan-zig Stunden." Die Buldogge fletschte die Zähne uul grinste vergnügt. (Fortsetzung in der Sonntagsnummer:) Jüeiaec A Verschiedenes Achtung Radiobastler! 50 Prozent Nachlaß beim Verkauf von Radiokleinmaterial. gewissen Apparaten, Lautsprecher etc. _ Radio-Obkak, Maribor, Tomsi-öeva ul. 6.___________ 6076 Amateure.' Ihre Arbeiten ent-w'-ckrlt und kopiert aufs sorgfäl: tigste Foto Iapelf, Gosposka 28 4983 Gartengras wird gratis abgege ben. Pölzl, Tomsioeva 119. neben Cafe Promenade. 6128 JEu verhxmfen Weingartenstecken. Kastanienholr — auf Wunsch ins Haus gestellt, M haben bei Brecelj, Koroska tCfta 49. 6155 Junge Wolfshunde, reinrassig, zu verkaufen. RuLka cefta 49. 6110 Sehr schöne Ohrgehänge, passend als Firmungsgsschenk, billigst zu verkaufen. 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