Erscheint wöchentlich zweimal: Donnerstag und Sonntag früh. Schrift!,iturig und Berwaimng: Pr,i,rnooa ulica Nr. ». Telephon «U — Antündiqungen nimmt die Lerwaltun,?. gegen Berechnung billlgfter «Se'.ü.ini entgegen. 'S,,ug«pr,i«: Biirleijährig K 24 bolbiMjriß K 48.—, «anzjährig K »s.-. Für« Ausland entsprechende Erhöhung. -SinzelneNummernI Krone. Nummer 60 fl Sonntag den l. August 1920 2. [45.] Jahrgang Der Friedensvertrag und das Sptionsrecht. Der Vertrag vo» St. Gcrmaln, der am 16. Juli in straft grtteten ist, regelt unter anderm auch die wichtige F»o»e der Staatsangehörigkeit. Davon handelt der Abschnitt VI. des Vertrages, worin sür das südslawische Gebiet insbesondere die Artikel 70. 76. 77. 73. 73 und 80 in Betracht komme». Gemäß Artikel 70 erwirb» die Staat«ange- Hörigkeit de« SHS-Staalc« im allgemeinen jeder-mann, der in einer südslawisch?« Gemeinde da« HcimatS-recht besitzt. Davon gibt rS jedoch mehrere Ausnahmen. Tie «in« Ausnahme (Artikel 76) betrifft Per-soiien, die da« HeimaiSrecht in einer Gemeinde de« südslawischen Gebiete« nach dem 1. Jiuner 1910 erlingt haben. Diese Pcrstkien erwerben die Staai«-aogehörigkeit deS siidjlawtschen Staates nicht ohne» weiteres, sondern müssen die ausdrückliche staatlich« Genehmigung des Rechte« der südslawischen Staats-angehörigkeit einholen. Suche» sie um diese Geneh-mlgung nicht an oder wird sie ihnen verweigert, so erwerbt» sie von Rechtswegen die Staatiangehörig« feil in jeitern Staate, in dessen Gebiet ihre srührr« Heimatgemeinde liegt. Ene weitere Ausnahme (Artikel 73) betrifft Personen über 18 Jahre, die früher in einem andern Teile der österreichisch-ungarischen Monarchie heimat«berech»igt waren und nun auf Grund des Artikel» 70, weil sie zur Zeit des Inkrafttretens des FriedenSdertrage« das HeimatSrecht in einer südslawischen Gemeinde besitze«, die StaatSangehörig-keit des südslawischen Staates erwerbe«. Diese Per- Lizitation in Leutsch. Am 25. J«li wurde beim Hause Nr. 52 in Leutlch nach dem «achmittäglge« Gottesdienste eine {stattliche Versteigerung vorgenommen. Die Erben der verstorbenen Wirtin hatten sich über den Wert der rückgekassenen Si»richt«ng«geg,«stände nicht einigen können: also hatten sie beschlossen, den Nachlaß im Versteigerung«»,ge festzustellen und den Erlö» unter sich aufzuteilen. Eine solche Versteigerung ist >un, gewiß nicht mit Anrecht, auf dcm flachen Lande die Sensation de« Tage». Wochenlang vorher schon wird h«u«g«> tuichelt, herumgeichnuppert und herumgerätselt; tn wie* der holten Kamilienberatungen wird die Vermehrung de« Inventar» in Stube, Keller oder Stall in Erörterung gezogen; bei Zusammenkünfte» auf dem Felde und im Wirt«h»ule wird der vermi-tliche «u«rus»> oder L«r-kausSprei« de« benötigten Gegenstände» au»getüf,elt. Endlich ist der zrrße Tag getomw n. Die Männer, fest entschlösse», dar» beharrliche« Mehrbiete« sich den beabfichtigten «ans nicht entgehen zu lassen; die Frauen und Mädchen, geneigt durch kleinere Spekiakelszenen den Verlauf der Versteigerung zu beeinNnssen und im richtigen Moment durch einen Krieg «ruf den Gegner »om Beutestück zu verscheuchen; die Kinder, welche in leiden Geschlechtern «"d in allen >lter»Il«fen vertreten flnd. von dem heimliche« Wunsche geleitet, irgendwie »i»»n Schabernack oh »zuführn »der mwdeuen» ihre Scha»-, Hör. und Schreil«H za »esrjihig«n: alle diele Mnische» »ersammeln sich zur an»,räumten Stunde aus *«" ««-»».'atze der »reiguiss« mit „sttägigen «estchter,. H» «a»r ,»» Mitwirk,»de »« gleicher Z«ij. »al» In sonen können innerhalb eines Jahr«« für jenea Staat optieren, unter dtffen Souveränität sich ihre frühere HeimatSgemeinde befindet. (Beispiel: Ein Tscheche aus Jnngbunzlao, der im Jahre 1905 daS HeimatSrecht der Stadtgemeinde Cilli erworben hat, kann bis zum 16. Juli 1921 für die Tjchecho-flowakei optieren.) Eine dritte Ausnahme enthält Artikel 80. wel-cher lautet: „Personen, die in einem zur ehemaligen österreichisch-ungarischen Monaichi« gehörigen Gebiet heimatberechtigt und dort iu.ch Rasse und Sprache von der Mehrheit der Bevölkeiuig verschieden sind, köimen innerhalb eine» Zeiträume« von sechs Monaten nach dem Inkrafttreten des Friedens» Vertrages fAr Oesterreich, Italien. P»len, Rumänien, den serbisch-kroatisch slowenischen Stait oder die Tschechoslowakei optieren, je nachdem die Mehrheit der Bevölkerung dort auS Personen besteht, welche die gleiche Sprache sprechen und derselben Raffe zu-gehören wi» sie." Danach kann ein Deutscher. der von seinen Eltern und Voreltern her in ciner j>?tzt zum südslawischen Staate gehörenden Gemeinde da« HeimatSrecht besitzt und daher gemäß Aitik l 70 die südslawische Staatsangehörigkeit ohneweiter« er-wirbt, binnen sechs M,malen, da« ist bis zum 16. Jänner 1931, für Deutschifierrcich optieren. Artikel 79 endlich bestimmt, daß Bewohner eines Gebietes, über dessen staatliche Zugehörigkeit durch Volksabstimmung entschieden wird, berechtigt sind, während eine» Zeiträume« von sechs Mo-natcn nach der endgültigen Zuweisung der Gegend, wo u Volttabstimmung stattge. funden hat, für dre Angehöriglei: zu jenem Staate zu optieren, dem diese Gegend nicht zu-gewiesen wird. stummer Würde oder uninteressierter Beschaulichkeit ve,harrend, bald teilnahm«»»« gestikulierend und schad-oder freudvoll ihre Meinung änßernd, bild mitschreiend, drohend cder begütigend in einen Konflikt eingreifend. Die wichtigste Person bei der Versteigerung ist u»b«ftritt,n der »uSrufer. In Lnttsch waltet, viel,» Amte« der Herr Gemeindesekretari«», welcher sich nicht nur eineS unermüdlichen und weithin schallenden Or-gane« erfreute, sonder« auch kraft sein,« nach abwärt« gezwirbelt,» SchnurrbarteS, wrlch«r der ganzen «mtSmiene einen »nergischrn Zug verlieh, für die auf 7b bi« 8<> Personen sich belaufende Echar di, iaappellable oberste Instanz darstellte. Die atnrich!u«g«gegenstände wurden nicht etwa im Haufe versteigert, sondern in der Regel stückweise vor da» Ha«» geschleppt und der allgemeinen vestchti-gun« bezw. Betastung aulgesetzt. Der «u»rufer lieh sich jedenfalls von der Erwägung leiten, daß ein« ßute und solide Waie der Einwi-kung der Element, stand halten mSfse und irgend ciner scheinbaren o>cr künstlichen verfeineiung nicht bedürfe. Denn nur so ist e» zu erklären, daß , B. die Betten mit Tüchern. Deck n. Strohsäck,« uf». nicht zum Schutze »or dem zeitweilig niedergehenden Negen uuter da« überhängend. Dach gestellt bezw. die TÜche und Kosten «icht von den angesammelt,n Staubschichtei, und Spinngeweben befreit wurden. Ein Seee Homo, der wahrscheinlich »in einer schwelenden Kerze ange>ch»ä,zt worden war, machte, »t« er »vr»,m»»stri,rt wur?,. einen ziemltch kläglich,n Eindruck und üble «uf etliche gottlose Bursch,» s»«»r eine« nicht g,nz «nteitzrücktaren Lachreiz au«; «dir der fr»mmr Sinu «in«» Mädchen», welch«», wi, wir sp»t« »»ch »i!?,il,n w«rden, tin v!ld«rk»liekti»» Die ausgesprochene Option hat die Witkur.g daß der Optierende innerhalb der vorgeschriebenen Frist (sechs bezw. zwölf Monate) seinen Wohn-sitz in j«nen Staa t verIegen m uß, f str den «r optiert hat. Die Option dcä Ehc» manne« erstreckt ihre Wirkung auch auf die Ehe-galt in, die Option der Eltern aus die Kinder unter 13 Jabren. De.r Optierenden steht eS frei, bei der AnSwaud-rung ihr gesamte« b«-w «gliche« Vermögen m i tz un eh m «n; es darf von ihn«» kemerlei Zoll und keiuerlci Gebühr für die Ein- und Aussuhe erhobrn wc-deit, folge-weise daif ihn-n auch kein« Steuerflucht-kaution oder «ine ähnlich« Abgab« abgenommen werden, bezichungSueis« eS muß ihnen jede solche im Widerspruche mit den Bestimmungen des Frieden«-vertrage« auferlegte Steuer ersitzt werden. H agege» ist eS den Optierenden gestattet, da« unbe» wegliche Vermögen (Häuser, Grundstücks^ d e sie m dcm Staate, den sie verlassen, besitzen, auch nach vollzogener Au« vanderung im Eigen-tum« zu behalt««. Da in den modtrncn Staaten die Freizügigkeit herrscht, da« heißt jedermann unler den durch ein» zelne Gesetze (zum B.ispiel durch die Militär, gesetzt) gezognen Schranken di« Möglichkeit hat, auszuwandern und sich in einem andern Staate das H«imais>«cht und die Staatsangehörigkeit zu erwerben, bedeuten die Bestimmungen des Friedensvertrag«» über das OpllonSrecht nur insofern? «in« Begünstigung des Wechsels der Staatsangehörigkeit, al« einerseits der Staat, ans dem jemand auswandern will, dem Auswandernden oder seinen weniger als 18 Jahre alt«n Kindern keine Schwierigkeiten (zum Beispiel wegen nicht erfüllter Wehrpflihi) bereiten erstand, setzte sich über diese Bedenke» binwcg und fand ob ihrer vsrurteilSlostgkelt bei der Mehrzahl der Versammlung ftchtliche Billigung. Zuerst wurde ein hölzern,» Bett ftilgkboten, dessen einfach, Konstruktion sicherlich nicht auk städtische Her-tunft schließen lieft, dessen massiv, Bestandteile aber der soliden Gesinnung seine« Eibauer« alle Ehr« machte. ES wurve mit 50 au»g rufen, schnellt« jedoch diS a»f 270 * empor und wurde von einem jungen Manne erworben, der e», wenn man der Zwifchenhemerkung eines indiskreten GegesbieterS Glauben schenken darf, zu eh,lich,m Gebraucht zu verwenden gedenkt. Sin andere«, ebenfalls au» Holz verfertigte» Bett schien infolge der ausgehaltenen Strapazen invalid gewor^eu »u fet« ; denn die hölzernen Leisten und eisernen Klampfen an den Ecken de« Bettgekttll« »errieten sein, Sebr,chlichk,U nur allzu deutlich. F« meldete sich auch nicht einmal ein einziger Liebhaber zum «»«rusSpieis, von 20 &; erst ,1a darüh,r gebreitete« Schaffell erhöhte seine» Wert, der schließlich mit 190 K seinen Höhepunkt erreichte. AIS der glückliche Käufer, etwa wie der ge-heilte Gichtbrüchig« in der Bibel, da« Bett au» sein, Schultern laden und von dannen ziehen wollte, da gab'» aus einmal einrn Knax, der Betiboden löst, stch in d«r Gestalt herausfallender Bretter auf, fpolfttr, Leintuch und F,ll plaulfchlen zur Erde und da» Bett ««bin dieF»iMki«e« nicht mehr planimetrifchen, geschweige denn noch symmetrischen Gkkil»?« an. Selbst»erstin»lich war im Pxblikitm di« Sidadensreude ft&tfer wirk»am nl« da» Mitgefühl, s» daß di.- Komik der Szen» sich i« einem schallenden Gelichter entlud. Zwei solUe lisch, w«rven, «hri, b,s«»der, B«-t»iU|u»g, «uf 30 »ad 45 K hi»a»fl!zlil,rf, «>«»s» Geile 2 fcatf und andrerseits der Staat, für tot der Auswandernde optiert hat, ihm ohreweilerS die Staats-angehörigkeit zuerkennen muß, wenn der betreffende sich zur Nationalität der Mehiheit der BlvZlkelnnz dKscS Staate« bekennt. Diese Darstellung dürfte dazu beitragen, daß die vieljach vorhandenen unklaren Ansichten über daS Optionsrecht schwinden. Wir geben jedoch der Erwartung Ausdruck, daß nur wenige Deutsche de» THS-AebieteS von dem ihnen durch den FrietenSvert rag zuerkannten Rechte der Option Gebrauch machen werden, weil wir das feste vertrauen hegen, daß der Staat, dem wir nun angehören, auch uns Deutschen Gerechtigkeit widersahren lassen wird, so daß es kein Deutscher nötig haben wird, ihm auS völkischer Bes»rgniS den Rücken zu kehren. Angarische Innen- und A'chrnpolitiK. Räch wochenlang'» Verhandlungen ist eS dem bisherigen Minister d S Aeuhern, Grasen Teleky, endlich gelungen, eine Regierung zu bilden, die sich ebenso wie das Kabinett Simouyi auf die Koalition der Christlichnaiionalen und der Landwirte stützen will. Anscheinet» hat sich also eigentlich gar nichts geändert, da nichts bafctr spricht, daß die Gründe, die de.i Rücktritt SimontziS herbeigeführt hatten, nicht mehr bestehen. Dat Kabinett Simonyi w»r von den Land« wirlen gestürzt worden, nachdem diese durch die Nachwahlen jensntS der Theiß einen beträchtlichen Zuwachs erhalten halten. W nn nun trotz des Sturzes der ftüherrn Regie,ung die Leitung im neuen Kabinette nicht den Landwulea zugefallen ist, so hat da« seinen Grund darin, daß im Lause der Verhandlungen über die Neubildung der Regierung — vielleicht nicht ohne Zutun des Grasen Teleky — der Gegensatz offenkundig geworden ist, der in der Partei der kleinen Landwirte hinsichtlich der Luden-resorm besteht. Während die von Rutinek geführte Gruppe die Bodenreform unter Schonung des alten, nicht erst im Kriege erworbenen Großgrundbesitze« durchführen will, fordert di« Gruppe Szabo-Nagyatad eine weit durchgreifendere Reform. Infolge dieser Spaltung glitt den Landwirten die Führung bei den Verhandlungen über die Neubildung der Re-gierung aus der Hand, Di« neue Kombination weist wurde» mehrere einfache Stühle, die, dem Augenschein nach, »on haltbarer Arbeit und festem Hol,« gezimmert waren, ohne allzu grobe Aufregung um 25 bis 4.2 K veräußert. Ander« stand e« jedoch mit zwei grün ge-strichen«» Strohseffeln, welche, fodald st« auf dem Fest-platz aufgestlUt waren, sogleich von ,wei Kauflustigen okkupiert wurden. Da diese beide» Männer, den Furchen tm Gesichte nach zu urteilen, dem ehelichen Stande «»gehörten, so ist die Folgerung naheliegend, daß ihnen die grüne» Sitzgnäte mehr al« Luru»«, denn al« Ge» brauchSgegenstind« keuchten. Diese Annahme wird auch durch den Verlauf der Versteigerung bestätigt. Denn al« der Preis die Höhe von 80 und 15 K erklommen halte, da verstummten ste auf einmal, erhoben sich »nter gewaltigem Gejauchzt de« Publikum« von ihre» usurpierten Sitzen und überließen ihren jüngeren Mit« bewerbern da« Gefecht«feld um 92 bezw. 95 K. Ebenso schienen zwei Rachlkästchen, deren Per-Wendung auf dem Lande bekanntlich durchaus kein Problem der Notdurft de« Leben« darstellt, d»« Luxu«-»edürfniS der Versammlung mächtig angeregt ju haben. Einzelne ließen e« sich nicht nehmen, durch Herau«ziehen der Schublade bezw. Oeffne» der Kastinlür da« Innere dieser modernen Errungenschaft einem prüfenden Blicke zu unterziehen. Al« die Rachtkästchen schließlich um de» Betrag von 140 und 143 ft zwei «ackeren Ehemännern verblieben, s» kann man überzeugt sein, daß «S a» diesem Tag« in ganz Leutsch keine glücklicheren Menschen al« dl« beiden soeben genannten gegeben hat. Geringe Kauflust ilußette sich bet den Wandbildern, deren acht oder neun zum Au«rus«preise von je 2 bi« Cillicr Zeitung infolgedessen dieselben Gebrechen auf wie di« alte, eine sehr wesentliche Aenderung bedeutet eS aber, daß Graf Teleky außer der Leitung deS Ministeriums des Aeußern nun auch daS Ministerpräsidium innehat. Graf Teleky haue persönlich bisher in der Nationalversammlung keine besonder? tragsähige Mehrheit, da man seiner Hinneigung zu Frankreich mißtraxle. Auch die von ihm geförderten verhaod-lnnzen über die Verpachtung der ungarischen Staats-bahnen an ein französisches Konsortium waren leb-haft bekämst worden. Es ist nun möglich, daß in dieser Beziehung insofern« eine Aenderung einge-treten ist, als der Zusammenbrnch Polen» eine stärkere französische Orientierung der ungarischen Politik al« Rettung vor der drohenden, russischen Gesahr erscheinen läßt und dadurch dem Grasen Teleky in den Sattel geholfen wurde. Wenn die französische Regierung die italie« nischen Meldungen über sranzösisch-ungarische ver-Handlungen u.id Abmachungen in Abrede stellt, so kann sie doch nicht leugnen, daß ihr« Politik daraus gerichtet ist, in Ungarn sich die Basis sür di« Verwirklichung ihres DonaubundplaneS zu schafft». Ungarn wird dab«i wahrscheinlich genau so darauf« zahlen wi« Polen und auch Frankreich wird feine Absichten nicht erreichen. Politische Rtlndschm». Znland. Baldige Beilegung der Ztegierungskrife. Die parlamentarischen Parteien haben in vielen Punkten «ine Einigung rrzielt, so daß mit einer baldigen Beilegung der Regierungskrise gerechnet werden kann. Diescm.Einvernehmen zusolge soll daS passive Wahlrecht allen Beamten aberkannt werden, außer den Ministern und den Professoren an den juridischen Fakultäten. Die Ausfuhr von Kukuruz soll srei s«in und di« Ausfuhr von Weizen wegen unserer Verbindlichkeiten gegenüber Deulschdstelretch, Griechenland un» der Tschechoslowakei aus genau bestimmte Mengen beschränkt bleiben. Die Der-Handlungen bezüglich der Umgestaltung bezw. Bei-biHaltung der Landesregierungen sind fast bi» zum Abschlüsse gedieh«». Nachstehende Streitpunkt« bc-dürfen noch einer einvernehmlichen Regelung: Erstens di« Frag« deS Präsidenten der Nationalvertretung; zweitens die Frage deS LandeSfekretärS für Kultu« und Unterricht in Agra» und dritten« dl« Forderung deS Jugoslawischen KlubS bezüglich des Frauen-Wahlrechtes in Slowenien für di« Gem«indewahlen. Allem Anscheine nach wird die Zentralregierung in der bisherigen Zusammensetzung der Personen und 3 K feilgeboten wurden. S« wurde eigentlich nur die Einfassung (der Rahmen) geschätzt, woraus man erkennt, daß dl« für dl« Figuren aufgewendete Kunst al« geistige Arbeit ziemlich nach modernen Prinzipien gewertet wird. Da« Kriterium für de» Bedarf de« Bilde« lag viklfach tm Vorhandensein der Scheibe, deren Abwtsrnhett leider zumeist konstatteit werde» mutzte. Aber eine rot-haarige Jungfrau fand sich, welche au« irgendwelchen Gründen, zu denen jedenfall« nicht in letzter Linie auch da« religiöse Motiv zu zählen sein wird, in der Lizitierung, die, wie angedeutet, bei den mit Glatscheiben überdeckten Bilder» sich etwa« reger gestaltete, bi« »um Siege au«harrt« und sämtlich«» Wandschmuck um 40 oder etnige Kronen darüber erstand. Ein Ecce Homo, deffen kerzenrauchgeschwirzte Züge den schmerzvollen Eindruck erhöhten, gewann mit Hilfe ihre« behutsam fegenden Handrücken« wieder ei« normale« Au«sehen. Wenig Ankiang würd« riner Wanduhr zuteil, woran freilich auch ihre Gebrechlichkeit schuldtragend gewesen sei» mochte. Denn der Perpendikel streck« und die beiden Gewichte hatten sich im Kettenwerk« scheinbar unentwirrbar verfangen. Auf den AuSrukprei« von 25 K hin meldete sich niemand au« der Versammlung. Eine Stimme meinte, daß st» .Janez' den chronometri-schen Apparat einmal von der Nähe besichtigen sollte. Da« war nämltch, wie sofort «ine ander« Stimme erklärend beifügte, der .Uhrmacher" (die Bevölkerung vo» Leutsch scheint für dies« «hrsam« Z«nft krin« slo« wtnisch« B«z«ichn»ng zu kennen.) Und wirklich löste sich nach einige« Zögern au« »er harrende» Gru»v« eine Gestalt, der»» Beine in blendend weißen Hose» Nummer 60 Verteilung der PortesemlleS auf die einzelnen Parteien unverändert bleiben und sonach das Kabinett des Dr. VeSnii das Staateruder weiterführen. Lob der Irdischen Armee. Der Präsident der polnischen 'Delegation «tt der Friedenskonferenz, Herr Pilc, hat sich dieser Tage in Worten höchster Anerkennung über di« serbische Armee ausgesprochen. Er meinte, daß die Republik Polen nicht durch bloße Worte, sondern durch Taten unterstützt werden müsse. Einzig die serbische Armee sei imstande, den Polen schnelle Hilfe zu leisten, doch wisse er nicht, ob du Entente dies: Möglich-seit erwogen hab«. Di« rumänische Gefahr. In Belgrader politischen Kreisen ist d:S Gerücht verbreliel, daß der rumänische König in »er nächsten Zeit incognito nach Belgrad zu kommen gedenke und daß sür ihn bereits di« drei größte» und schönsten Zimmer im Hotel SrbSki kralj reservier seien. Da» Lalbacher radikal« Togblatt Zugoslavija »amm.t, daß dieser Besuch zu dcm Zw-ck« unternommen werde, um den SHS- Staat als vo.spann für rumänische KriegStreibereien zu benutzen und di-jugoslawisch« Bevölkerung im Bunde mi> Rumänien in einen Krieg mit R ißland zu verwickeln. DaS zitiert« Blatt führt unter anderem auS: Unser« Nation braucht ihr« Kräfte anderweitig; wir sind keinesfalls gewillt, den f>anzösifchen Kapitalisten oder den rumänischen Bojaren Kriegsdienste zu leisten wie die Senegal-Schützen. Wir ledcn nicht mehr in Zeiten, wo über Krieg un» Fiieden «in einziger höfischer Besuch die Entscheidung gebracht hat. Nachklänge zur Räumung von Radkersburg. Im Slovens!i Narod schrreibt ein Mitarbeiter. eS sei eine traurige Tatsache, daß mit dem Verluste von RadkerSb >rg auch eine Anzahl slowenischer Ort. schasten verloren gegangen sei. Der Verfasser empfiehlt den nunmehr zu Deutschdsterreich gehörenden Lands-leulen, sie mögen der jugoslawischen Regiernng vertrauen, daß sie alle notwendigen Maßnahmen vorkehren werd«, um ihnen die primitivsten nationalen Rechte zu verbürgen. Di« Regierung habe, hrißt e« weiter, hiezu die Macht und würde ein große« nationales verbrechen begehen, wenn sie sich dieser Macht nicht bedient« — Unser« Meinung geht dahin, daß eS die einfachst« und sicherste Methode wäre, im Einvernehmen mit der Wiener Regierung den betreffenden nationalen Minderheiten di« primitivsten Recht« tm Weg« d«r Gezeuseilizkeit sicher»«-stellen. Politisierung der Aemter. Wie SlovenSki Narod meldet, hat der Lande»-sekretär für KnltuS und Unterricht Dr. Vrstoviek an die BezirkSschulrät« eine Verordnung hnauSgegeb«». der zufolge allen bei den betreffenden Aemtern an-grstellt«» Personen, die sich an den Festlichkeiten deS klerikalen Turnver«ineS der Orel beteiligen «ollen, «in dreitägiger Urlaub zu «»teilen ist. staken und deren übrige schwarz« Bekleidung! stücke dazu «inen durchaus sympatische» Gegensatz schüfe». All Kennzeichen der Uhrmacherwürd«, so schien «S, baumelt-«in« 20 em lange Pfeife au» dem Munde, der freilich di« ganz« Z«it über keinerlei Rauch »»»quoll. Besagter Sachverständiger also näherte sich der auf einem lisch liegenden Wanduhr, klappt« die beide» Seitentüren bedächtig anSeinaader, Wie« de» Staub au« dem Uhr-werk« und mtint« kopfschüttelnd, daß «t für die Reparatur soviel verlangen würd« al« di« U»r wert sei. Diese« Gutachten dürfte jedrnfall« autschlag gebend gew-sen sei», daß einem sicherlich wanduhrlosen Manne die von einigen freundliche» Nachbarn aufgedrängte Uhr zum Au«ruf«preise verblieb. Ei» klägliche« Lo« ereilte einen «leidertasten, der mit großer Vorsicht au« dem Haus« expediert »nd mitten im Kreise der Zuschauer aufgestellt wurde. Al« ein Mann die Türe öffnete, wickelte der Kasten in allen Bestandteile» und drohte tm Ru einzustürzen. Da« Gestell war nicht nur schwach auf den Beinen, deren eineS abhanden gekommen »der arg verstümmelt zu sein schien, sondern auch i« Innern fehlten jegliche zum Aufhängen von Kleider» ge«tgn«ten Vorrichtungen wie Leiste», Hake» u. drgl. Al« für dies«« defekte Möbel 40 K verlangt wnrden, erhob sich in Publikum ein ironische« Gelächter, da« von der anwesenden Juge»d zu einem jauchzenden lriumphgeschrei »erßälkt w»rde. »l« der brüchig« und lahm« Apparat wieder in« Hau« znrückichwankte. Ein umso heftiger umworben«« Zaxkobjrkt bildete ein »otitch, dessen Bart«, »reite Danben »»« Nummer 60 Das Schicksal der Kricgsanleihe. Wi« «vir in der Nummer vom 17. Juni l. I. mitgeteilt habe», werden zvjolge BischluffcS des Finanzministeriums die im jugoslawische» Besitze befindlich!» LriegSanleihcn der gewesenen österreichisch' ungarischen illionarchi« innerhalb eine» Zeitraums von zwei Monaten nach Jnkrasllrelen dcS B.rtraaeS von St. Gerwain fcfiaufteilen und abzustempeln sein. Einer Verlautbarung deS AklionSausschusseS für die Einlösung der KriegSanleihe zufolge werden zur Abstempelung bloß jene KriegSanleihepapiere zugelassen werde», die stch auf dcm Gebiete unseres Staates befinden, während über die im Auslande plazierte» Kricgsanleihepapi're sowie über die Ein» lözung der K.iegSanleche Überhaupt die Entscheidung dem Beschlusse der Nativnalvertretuitg anheimgestellt bleibt. Die Verordnung bezüglich der Abstempelunz der KriegSanleihepapiere ist in der allernächsten Zeit zu gewärtige» und wird, wie üblich, im Amtsblatt« sowie in allen inländischen Blättern veröffentlicht werde«. Ausland. Der Staatswechsel von Weitra und Feldsberg. Mit dem 31. Juli verlieren Wcitra und FeldSbergihltdeutschösterreichischeStaatszagehöngkeit ,ind bilden «ixen Bestandteil der tfchechoilvwa.'ischcn Repudllk. An diesem Tage, schreibt die Präger Bohemia, werden die tjchechoflowakrschea Truppen in dies« reindeunchen Gebiete einmarschieren; am gleichen Taqe weiden 20.00) Deutschöstccreicher durch ein Manifest darüber belehrt werden, daß hinfort der tschechische Staat feint Souveränität auf sie aus-dehni. Sollte ein Weilraer »der ein FeldSberger bei der Gelegenheit die Entente fragen, wieso eS kommt, baß Völkerbestandieiie wie Schachfiguren au« eiuer Souveränität in die andere hinübergeschobc» werden, so wird ihm allerdings zumindest der Vertreter WilsvnS di« Autwort schuldig bleiben müsse». Ung:bliche Neuerstehung von Preußisch Polen. Amerikanische Blätter melden aus Warschau, daß die polnische Regierung dem Deu'.schen Reiche, sallS e» ihr gegeu die boischeivikifchen Truppen zuHilfe käme, als Entschädigung die Abtretung bezw. Rückgabe von Pose» zugesichert habe. Deutsche Aub«npolitiK. In der letzten Sitzung deS Deutschen Reichstage» äußerte sich Minister des Aeußereu Dr. Simonö über da» Verhältnis Deutschlands zu den größeren Staate», wie fvlgt: Mit Italien werden sich «nfere Beziehungen bald wi-drr einrenken, da' wir viele gemeinsame Interesse» haben. Mit Amerika befinden wir un» noch immer im Kriegszustande. Im «usfisch polnischen Kriege wollen wir absolute Neutralität bewahren. Wir sehen nichts Schlechte» in der Sowjet« republit, müssen u»f aber hüten, uns Rußland in die Arme zu werfen. Wenn Polen feine Ausgabe terchenhol» noch keineswegs vom Lahn der Zeit an-genagt schienen. Di« Angebot« überschlugen sich förmlich, lo daß der bieder« Ausrufer in Hitze geriet und ein pairmal den — freilich immer vereitelten — Versuch unternahm, durch ein« Ueberrumpelung di« weiter« Lijitierung abzustoßen. Der schließtiche Käufer, denn der Kaufschilling von 260 K durchaus nicht übertrieben hoch vorkam, schien all« Eil« zu haben, sich mit seinem Bottich au« der Seh» und Hörweite der Versammelten da«»n zu trollen. Dies war der letzie Gegenstand, der im Freien feilgeboten würd«. DI« V«rsteig«rung dcr^Getreidckästen, deren Trausport allzu umständlich und schwierig ge-wesen wär«, wurde auf den Dachboden verlegt: eben dort wurden auch sieben Goldfüchse (Dukaten) verftei-gert. Dieses Verfahren ging mehr Im Gesprächs»«»« vor sich, zumal sich auch der Herr Pfarrer von Leutsch von serne an der Versteigerung beteiligte. Die Getreide» kästen wurden um 400 K erstanden während die einzelnen Ssldstüa« im allgemeinen um den 10 bis 13jach«n Betrag d-S Nennwerte» umgewechselt wurden. Schon bet der Verlegung des Schauplatzes der Ereigniss« auf d«n Dachboden waren mehere Gruppen vor dem Haufe zurückgeblieben; je mehr sich die V«r< steigerung dem Ende näherte, umso mehr Teilnehmer bröckelten von der Schar der Bu»dauernd«n ab. Ein'ge Minuten nach Schluß der Lizilation hatten sich auch die Zähesten zerstreut und Leutsch bot wieser das Bild des eintönigen Sonntag-Nachmittag?. DI» Versteigerung hatte wohl zweieinhalb Stunden gedauert. C i l 1 i ^ r ?) t i :;; » g darin sucht, zw.schn« u»a und bin« russischem Volke eine schranke aufzurichten, so wo feine Zukunft höchst unglücklich sein Will Polen aber die Brücke bilde» zwischen den beide > Staaleu, jo wirb dieses Laub nur Nutzen daraus ziehe» Eine gwangsanleihe i» Polen. Der po' che Landtag hat in seiner letzten Sitzung ein besetz angenommen, demzufolge eine Zwangsanle y i« Betrag« von 15 Milliarden Mark a»Sgo .riebe» werden soll. Die Anleihe wird sich auf pansche und juristische Personen erstrecken, welche ein Vermöge» von über 100.000 Mark oder ein Jahreseinkommen von über 36.1)00 Mark be sitzen. Die Zivaiigeanleihe wird beim Besitz 2 bis 12 Prozent betragen und stch beim Einkommen »on 5 bis 33 Piozent abstufen. Enorme Rückwanderung aus Amerika. Seit der Bekanntmachung des Washingtoner Siaatsdeparttmeuts, da5 Ausländer keine desondeie Erlaubnis zum Verlassen Amerikas benötigen, hat eine starke Arbciierrückivanderung aus den Ver-einigte» Staeuen begonnen, welche noch iuimcr un« verniindert andauert. Das Aikoholverbot und andere Berbote, Ui-zusr edenhcit mit den Riesle» und wirt-schafiliche-i Verhällnisien, Verbitterung über die ihnen wahrend dcS Kriege« angctane Behandlung sowie auch .^amilieninteressen stehen als Beweggründe zur Rückwanderung im Vordergründe. Hievou wird am stärlsten die amerikanische Industrie betroffen, welche ständig auf eine große Anzahl frcmdgeborener Arbeiter augewiesen ist. Demgegenüber verdient die auffallende Tatsache Erwähnung, daß die AuS. wandernnzSiust in Jugoslawien uov der in diesem Staate vo h^ndenen verhältnißmäßig günstige» Lebensbednigungcn in steter Steigerung begriffen sind. Wie auS den deutsche» Häfen gemeldet wird, ist der größte Teil der Zwischeiidcckplätze vo» Dampfern, die allmonatlich noch Amerika fahren, von Südslawen belegt. Aus Siadi li tiit faiti. Valuta und Teuerung Zu der unter dieser Ueberschrist veröffentlichtln Aufsatzserie, ist uns aus kaufmännischen Kreisen und vom ersten insender je ein weiterer Beitrag zugekommen. Da der Gegenstand in allgemeinen Umrissen bereit» behandelt wurde, halten wir e» für wünschenS-wert, den Abdruck der beide» Zuschriften für spätere Nummern zurückzustellen, zumal da auch die politischen Tagesereignisse eine Unterbrechung dieser Eiörterung erheische». Der Wohnungsbeirat in Cilli verlaut-bart: Infolge der sich unauSgef.tzt steigernden Wohnungsnot ist es unmöglich, den Gesuchen um Woh-nungSaustausch zu entsprechen. Es ist daher zwecklos, solche Gesuche beim WohnungSamle einzubnngen, da sie unerledigt bleiben. ES kann einzig und allein ei» solcher Austausch iu Betracht kommen, mit welchem neue Wohnräume gewonnen, bezw. amtlich als fani-tälSwidrig bezeichnete Wohnungen gewechselt werden. Konzert Permann. Der Liederabend Permann findet, wie mitgeteilt, am 7. August um 8 Uhr abends u» kleinen Saale des Hotels Union statt. Permann bringt eine vollständig neue BortragSvldnuni und singt u. a. auch ein herrliches Lied von Paul Rohr. Den Kartenvo: verkauf hat in liebenswürdiger Weise Frl. Josefin« Anschitz bei Firma Franz Krick übernommen. Internationales Wettspiel. Dienstag, den 27. Juli wurde zwischen den Grazer Amateuren und dem Athletik Spoitklub Eilli ein Fuß ballwellspiel mit dem S-gedni» 6 : 1 (2 : 1) zu Gunsten der Eilller aufgetragen. Die Grazer Amateure hatten am 24. und 25. gegen die Laibacher Jlirija gespielt und am ersten Tag gewonnen, am zweiten veilv'cn; am 26. waren sie einer kombi« »terten Laibacher Mannschaft gegenüber gestanden, ohne den Steg erringen zu können. Sichali$ haben sie sich zu viel zugemutet, daß sie am 27. auch noch mit den Eilliern den Kampf aufnahmen. Digent-l.ch siud jedoch beide Mannschaften nicht ganz auS-gerastet zum spiele angetreten, bei auch die Athle-titer Sonntag, den 25. Juli. ein scharfes Wettspiel absolviert hatten. Beim Wettspiel am 27 Zull hallen die Grazer Abstoß iiuo versuchten sofort da» Eillier Tor zu belagern; doch das vusgezeichvete Hintecsplel der Athletiker versagte ihnen bis zur 18. Minute jeden Erfolg. Erst da konnten die Grazer durch ihre linke Verbindung unhaltbar «in Tor erzielen. Auch die Eillier bedrängten das Grazer Tor durch längere Z it, bis endlich in der Seite 3 35. Minute der Eillier Mitteldecker auS einer größere» Entfernung das ausgleichende Toe erreichte. In der 44. Minute war die li, ke Verbindung der Eillier wiedre-folgreich. so bat beim Stande 2: 1 die Se ien gewechselt wnrden. In der zweite» Halbzeit war die Ueber legenheit der Eiäier unverkennbar, welche das Geazer Tor soeiwährend belagerten. In der 6. Mi« »ut« verschuldete die Grazer Verteidigung einen Elfmeter-Strafstoß, welcher vom Tormann glänzend abgewehrt wurde. In der 11. Minute hatte» die Eillier bereits da» dritte Tor erreicht, so daß für die Grazer nur geringe Aussicht bestand, das Spiel noch zu ihren Gunsten zu wenden. Schon in der 15. Minute fiel da» vierte Tor gegen Graz. Jetzt versuchte das bekannte Junentri» der Greier, Polster, Stiegler und Neuherz, aufzukommen; einigt fchö.ie Torschüsse derselben wurden aber vom Eillier Tormann geholte» und bereits in der 35. Minute erzielten die Eillier das fünfte Tor. Bei einem scharfen Angriff ans da» Gra»er Tor p allte der G'azer Trrmann und sei» Verteidiger unlieb zu-sammen, so daß ersterer, welcher bereits in Laibach verwundet worden war, das Spielfeld v'riasfei, mußt«. Drr rasch eingestellt« Ers.'tzmann konnte da« iu der letzten Minute erzielte Tor niijt abtuenden. Der vom Verbände entsendete Schiedsrichter w^r zufriedenstellend und äu»ecte sich lobend über die Spielart beider Mannschaften. Anschlttß'nd an daS Wett'piel fand zu Ehren der Gäste eine c^e-mütliche Znfrmnenkunit im Hotel Post statt, bei welcher Gelegenheit sich der Obmanu drS Grazer Amateurkiudö für die liebevolle Ausnahme und da« schön gelieferte Spiel bedankte. Ec gedachte in Worten der Anerkennung und deS Dankes auch der bei der Laibacher Jlirija genossenen Gastfreundschaft, mit deren Mannschaft sich die Giazer eb.nso ringt» stört unterhalten dursten wie mit den Ediern. Entscheidungs-Meisterschaftsrvettspiel. Ueber Anordnung deS Laibachcr FußballverUudes wußte der Termin für das EutscheidnugSwettspiel deS Athletiksportklub Cilli gegen Rapid Marbri'g vo« l.auf den 8. August verlegt werde». Die erste Mauuschaft des Athletiksportklub Cilli hat dcher für den 1. August eiu Weltspiel ge gen den Sport-klub 1 in War.rSdin angenommen. Fußdallwettsplel. Sonntag, den 1. August, um 4 Uhr nachmittags findet auf dem Sportplatz des Spzrini klub S:lje (Glac's) ein Fußballweitspiel z>v sche» dem Meister SloweuieuS, dem Sport»! klub Jlirijr > Laibach u»d der ersten Mannschaft deS S. t. Celji statt. Das Treffen verspricht eines der interessantesten zu werden, die in Cilli gespielt wurden, da Ilirija mit dem populärsten bestei jugoslawischen Mitteldecker Taviar und den« repräsew. tativen Tormann Pelan antritt. Der Svortni klnb Celj« erwarb sich einen famose» Toi >ann, der seinerzeit bei der Moravska Slavija spielt«, frrncr zwei gute Mitteldecker, die gewiß mit anderen schon bekannten Kräften di« Klubs dem Meister einen nicht zn unterschätzenden Gegner stellen werden. Da< Wettspel findet bei jeder Witterung statt. Evangelische Gemeinde. Sonnlag den 1. August findet der öffentliche Gottesdienst zur gewohnten Stunde, um 10 Uhr vorminagS, statt. B. D. M. Gerhard Matz wird predigen über „Wahre Gemeinschaft". Todesfall. Am 25. Juli ist in Ruckerlberg bei Gr.^ Frau Luise Klimek, Bohnbeamienswitwe, im 66. L-n^ ««der aufgenommen. Er bedient sich für feine Unter« fuchung'n eines japanischen MakakS und läßt die von dem Affen hervorgebrachten Laute durch einen Phonographen aufnehmen. Er hat fo feststellen können, daß der Affe für die Freude, den Schmerz, da« Verlangen räch Nahrung, die Ueberraschung und andere Gefühlsregungen wo!,l unterschiedene AuS-druckslaute hat. Wenn die Gegenprobe gemacht wird und wenn der Phonograph die aufgenommene» Laute wiedergibt, so stutzt d,r Affe, wiederholt den beirrffenden Laut und reagiert in feinen Gesten gerau in Uebereinstimmung mit dem dem Laut unterlegten Ausdruck. Prosessor Garner zog sür seine Versucht den Schimpansen jeden andern Assen vor, weil dieser nach seiner Erfahrung dai wortreichste Vokabularium b. sitzt. E» war ihm gelungen, diele Affenlaute genau w ederzugeben, und wenn er beispielsweise ein grunzende« „Ug, ug" hören ließ, so kommen die Affen von allen Seiten herbeigelaufen, um ihn neugierig zu betrachten. ES war ihm auch geglückt ein Assevweibchen so weit zu bringen, daß er das Wort „Feuer" nicht nur zu artikulieren ver-mochte, sondern dieses Wort auch jedesmal wieder» holte, wer» e» etwas brennen sad. Allerset Lustiges Kegelpartie. Krause: „Alle neune?" — Kegeljunge (sich den Mund haltend): Nee, alle Zähne!« Ungeduldig. „Di« meisten Ehescheidungen dauern übn ein Jahr." — „Hm! Kann man denn nicht schon »or der Hochzeit die nötigen Schritte einleiten?" Die beste Erfindung. .G^oßirtig, was die Menschen alleZ erfinden! Denk bloß: Telegraph!« und Telephon ohne Draht, Wagen ohne Pferde und Pulver ohne Rauch ..." — „Nr, schön, aber eins fehlt noch: Mitgift ohne Frau!* Der Musikalische. ..Wie ist den-, die Musik im neuen Cafs?" — „Wand-rool!! Ich war vor ein paar Tagen mit meiner F au da. und ich konnte kein Wort hören, wa? sie sig!«I" Zweierlei Meinung. , Z>t fchwer ist das jetzt, eine Köchin zu kriegen!« — „DaS kann ich nicht finden, wir haben im letz'en Vierteljahr fünf gehabt!" Nicht standesgemäß. Bei Cohns herrscht groß? Aufregung. Die Tante muß in einer Erbschaft?« angelegenheit nach Berlin fahre.,. Di? ganz? Famili? begibt sich also mit ihr aus b»n Bahnhof, und al« sich der Zug gerat? in Bewegung setz', ruft ihr noch die Mutier nach: „Na. fahr' mit Gott!' Woraus die Tante nachruft: „Nu, d'r liebe Gott wiid sich grad' ze mir in die vierte Klass' setz-n!" Da« neue Mädchen. „Also, merken sie sich, Lina, vormittag« reite ich immer!' „Ja, ja, gnä Frau, wer kann sich deun da« auch leisten, heute mit der Elektrischen zu fahren?" Ueberslnjz an Intelligenz „Gerade habe ich eine fabelhafte Entdeckung gemacht!" — -,?*— »3ch habe konstatiert, daß bei unS doch ein Gebiet existiert, wo ausschließlich Intelligente gesucht werden!" — „???" — dcti HeiralSanträgen". Zu weil. „Fiäalein Elfe, ich liebe Siel"— „Sprechen rie mit Pipa, Herr Doktor I* — „Za, mein Fräulein, so weit xeht die Liebe nicht!' Münchener 3 «? n e. Inmitten der Isar» brücke am Geländer stand ein Mann und starrte mit weit offmen Angen in den Fluß. Frau Geheim-rat Franklhaler, die vorüberging, fand da« Benehmen de« ManneS auffällig — trat auf ihn zu und sprach: „Hören Si», lieber Mann! Sie müssen nicht ver« zwtisela. . ." Der Mann schwieg. „Sie müssen nicht verzagen I Das L'eblN kann Ihnen noch allerlei Schönes bieten." — Da schüttelte der Mann «. nst den Kops und sag'e: ..Gnä' Frau, i denk' an kan «relbstinoid net. I schau mir nur so viel gern die Donau an." — „Aber Mann — das ist doch die 3fiir?" — „Soso. . . Ja, wissen S', g-iä' Frau — i seh so schlecht,"_ Hin ganz kurzer JUMß der Weltgeschichte. Im Neuen Merkur finden wie folgende hübsche Satire; Die JQMt wurde geschaffen in den ersten Tagen de« Jahre« miau, 1^8.725),542.379. Alle« war in schönster Ordnung und sämtliche Wesen lebten glücklich und zufrieven, auch der Mensch. Da« er auf der Welt war, wußte er allerdings nicht. Dcnn er süblte stch mit der Welt so ein», daß er sich von idr nicht unter-scheiden konnte £r war somit im Paradies. Eine« Tage« ließ Gott den Menschen zu sich kommen. L'iber Sohn, sagte er, e« ist Zeit, daß du denken lernst. Zu diesem Zwecke «erde ich dir da« Geheimnis mitteilen, welche« di« Quelle aller Erkennt-?!« ist. Wenn du da« einmal weißt, ist deinen Fortschritten im Deuten keine Grenze gesetzt. I« unbeschreiblicher Sp Innung horchte der Mensch. Und da kam von den Lippen Sötte« die ewig denkwürdige Offenbarung. Sie lautete: A ist gleich A. Ein ungeahnte« Licht dnrchßlurete dea Men-schen. Augenblicklich wurde ihm bewußt, daß er, er selbst war. voll seligen Danke« küßte er Sitte« Hand und zog sich zurück. Der Mensch begann zu denken. Er dachte nach und dachte tief, er dachte »iel und dachte schwer, er dachte gerad und dachte krumm ; doch je mehr er dachte, desto stärker wur'oen seine Zweifel. Endlich glaubte er, mit stch in? Reine gekommen zu sein. Al« ehrlicher Äerl, der er damals noch war, trat er vor Seit hin und sagte: Lieber Vater, du mußt dich geirrt haben. A ist gar nicht gleich A. Wieso? fragte Go't erstaunt. Wenn A |anj gleich A w!re, erwiderte der Mensch, so könnte e« nur ein A geben, da et aber zwei A gibt, müssen sie sich doch irgendwie »on einander unterscheide», weil ste sonst nicht zwei A sein könnten. Folglich kann A nicht gleich A sein. Daß der Mensch stch klüger dünkte al« «r selber, nahm Sott gewaltig übel. Er faßte den Me»» schen beim Kragen und warf ihn zu« Paradie« hinan«. Von da ab begann sür den Menschen ein schwere« Leben; denn er mußte fich alle«, wa« er nötig hatte, selbst beschaffen, keil« um fich da« etwa« zu erleichtern, teil« um Gesellschaft )u haben, vermehrte fich der Mensch auf eine ganz ungehörige Weise, so daß au« dem Menschen die Menschheit wurde, unendlich zahlreich wie eine Vielheit. Jener Zwiespalt jedoch, welcher au« der Auflehnung deS Menschen gegen Sott entstanden war, lebte fort. Nur verteilte er stch auf die »er» schiedenen Menschen. Die einen hielten treu zu Sötte« Wort und glaubten fromm und inbrünstig, daß A gleich A sei. Diese nannten sich di« Adaequatisten. Die an-deren, die Aes>er und Empörer, behaupteten steif und fest, daß A nicht gleich A sei. Diese nannten sich die Jnadaeffuatisten. Zwischen b'iden Sekien entbrannte Zwist und Hader. Der Kamps dauerte viele Milliarden Jahre und schien nicht enden zu wollen. Da trat eine« ge-priesenen Tage« der Prophet der Propheten auf. dem e« gelang, die Gegensätze zu versöhnen. Sein« Bot» schaft lautete: Es müsse l Idee zugegeben werden, daß A nicht gleich A sei. Doch strebe die Menschheit dem Zustand« zu, wo A gleich A sein werde. Die« werde eintreten im Jahre de« Heil«. I» diesem Jahre werde die Menschheit dcn Erkenntnistod sterben und damit zugleich die übrige Welt vsn allem Uebel erlöse». Für den Menschen sei ein z»eite« Leben vorgesehen, da« so herrlich sein werde, wie m«t e« sich hierzulande nicht vo-.stellen könne. Die Oertlichkeit, wo fich diese« Leben abspielen werde^ sei da« Jenseit«. Die Hoffnung«-sreusigkeit dieser Lehre entschied ihren Sieg. Die meisten Menschen bekannten fich zu ihren Anhingern. Dies« nannten sich die Jdentifizisten. Lbseit« blieben nur die wen'gen, die auch schon im Diesseil« e« stch zanz be« haglich einzurichten gewußt halten, und jene v n'tockten Zweifler, welche nicht imstande waren, ei oa« zu glauben, wovon sie nicht ein anderer überzeugt isatte. Die vollkommene Einigkeit war also noch im.ner nicht hergesteht Nach langen I ihren erschien aber ein Mann, der Wissenschaft, ein Genie ohnegleichen. Er bewie«, daß die Welt unaufhaltsam dem Wärmetod entgegen-eile. Dieser werde kialreten, sobald alle« allem gleich geworden sein werde. Und zwar berechnele der Mann der Wissenschaft haarscharf, daß jene« wellbeschwichli-g^nbe Ereign!« im Jahre 0 stattfinden müsse. Nun war ein Zweifel nicht lä'izer möglich. E« war klar, daß der Erkenntnistod de« Menschen und der Wärme» tod der Welt ein» und dasselbe sei, nur voa verschle-denen Seiten gesehen. Der geniale Mann der Wissen-schast, d?r in den Zihlen dachte und in Begriffen rechneie, wußte aber auch alle Bedenken der Logik au« der Welt zu schaffen. A sei nur deshalb nicht gleich A, erklärte er, weil zweimal A zwei A ergebe. Hin» gegen iel 0 selbstverständlich gleich 0; den zweimal 0 sei eben w eder Ü. So wurde die l) al« die langge-suchte und «rl«hnt« Ein'eit alle« Sein« endlich ge» funden und anerkannt. Die Menschen sah:n ein, daß e« stnnlo«. ja unfromm wäre, da« Walten de« ihnen vorher b.stimmten Schicksal« zu stören. Sr verzichtete» auf alle« müßige Tun und ergaben stch einem un-müßigen NichtS-Tun. So lebten sie voll Zuversicht der Erlösung entgegen, weicht im Jahre de« Heil« 0 ihrer wartete. E« kam aber ander«. Sei e«, daß di« Berech-nungen nicht genau gewesen waren, sei e«, daß au« irgendeiner unbekannten Ursache die Zeit eine plötzliche Beschleunigung erfahren hatte — der Mensch und die Welt gingen schon einige Milliarden Jahre früher kaput. Seither bestehen ste nicht. Denn daß dasjenige, worin wir hausen, eine wirkliche Welt sel, wird doch niemand ernstlich behaupten wollen. Und zu sagen, daß wir, die wir Hinort« unserer Wesen treiben, wirkliche Menschen seien, wäre geradezu frevelhaft. deutlchösterrelchisch'jugostawlsche «Handelsvertrag. Unter dieser Ueb?rschrist bringt d?r Oesterr«ichisch« Bolktwlrt in seiner Jnlinummtr recht lehrreiche Einzelheiten über da« zwischen dem Saat« SHZ und der deutschösterreichischen Republik abgeschlossene Handelsabkommen. Abgesehen von dem gebotene» statistischen Material dürsten dies« Auisührungen hierzulande auch deswegen größerer Beachtung teil« hastig w?r»?n, weil da« fachmännisch? Urteil, da« hier in leidenschastSloser Sachlichkeit über die wirt« schaftlichen Verhältnisse bei uns und in Deutsch» üstcrreich abgegeben wird, von den durch politische Bortingenommenheit deetnsiußten wirtschaftlichen Abhandlungen in der führenden slowenischen Presse erheblich abweicht. Wir haben in der Eillier Zeitung immer die Auffassung vertreten, daß «t nicht nur menschlich edel, sondern auch politisch und wirt. fchasilich klug gewesen träte, wenn uusrr Staat dem Seite 6 deulfchöftirreichische» Nachbar« zu? Zeit seiner größten wirtschaftlichen Noiloge die hilfreiche Hand gereicht hätte. Aber die politische Phraseologie, die nicht immer durch eine tief fundie.te ErkenntitiS der wirtschaftlichen Zusammenhänge gestützt ward, ha! es zuwege gebracht, dafe Tr mche günstige G. legen heilen zum Abschluß vo» nir beide Teile erspriex liche» Hindcltvereinbaru! versäumt oder ver-nachlisjlgt wurden. Wie v Beisasser nachweist, ist Jugoslawien, daS in der nJe feiner Agrarpcodukie zu erstickrii dr?ht, heute ? Lieferant für Deutsch, vsterreich berei.S in die Hinterhand geraten. Jeden» falls wird ei für all jene Wirtschaftspolitiker (wo-bei der Hauption aus den zweiten Bestandteil bis Worte» iu legen ist), welche sich in gefühlkmä . iger Selbstverherrlichung an dem Unglück anderer wndeien, nicht abiräglich fei», wenn die Tatsache, daß nunmehr da« jugoslawische Getreide in Dentfchösterreich um keinen Deut billiger ist als das argentinische, dazu beiträgt, deren bisherige Selbsttäuschung der Erkenntnis der wirtschaftlichen Realiläie» näher zu bringen. Nach diesen gewiß nicht überflüssigen Bor-bemerlungen lassen wir nun den Autor daS Wort: Nach ungefähr vierwöchentlichen Verhandlungen haben die deutschösterreichischen Regierungsoerticler in Belgrad cm Handelsabkommen zutage gebiacht, dessen Inkraftsetzung allerdings noch von der Bei-legung verschiedener Differenzen abhängt, sie beziehen sich auf die ZrhlungSmodaliläten, auf die Aushebung dir deuifchöstmeichischen Sperre jugoslawischer Guthaben sowie der jugoslawischen Segne-ftrierung deutschösterreichische» Bermögev« und schließ-lich ans gewisse Fragen de« FriedenSvcrtragcS. Die Differenzen sind durchwegs nicht derart, daß daran das Abkommen scheitern dürfie, und so werden wohl beide Regierungen die verschiedenen »Junktim', die sie hergestellt haben, wieder fallen lassen. Der gute Wille auf beiden Seiten hat darin seine beste Stütze, daß Deutschösterreich und Jugoslawien in gleichet Weise den Vertrag brauch«n. Im einzelnen sind die strittigen Punkte freilich nicht gleichwertig. Was die valutafrage betriff?, so hat Deutfchöst erreich das N> cht da Zahlung in Dinars verlangt, während Jugoslawien die Zahlung in „gesunder" Valuta anstrebt, wozu es die eigene Valuta nicht nchne«. Indes wird Jugoslawien dieses Zugeständnis schließlich um so eher wachen, al« fein Wert für Dentfch-Österreich fraglich geworden ist. Da« Finanzamt will hier offenbar ei» Prinzip festlegen, deß im Verkehr mit den Nachfolgestaat» grundsätzlich die Währung deS verkäufcrlandes akzeptiert werven müsse, also Deuischöstemicher in Jugoslawien mit Dinare» und Jugoslawen in Deuischösterreich mit Kronen bezahle». Aber die Forderung ist praktisch eigentlich nur so lange bedeutsam gewesen, als infolge der billi-geren Valuta der Einkauf in den Nationalstaaten billiger war al« auf dem Weltmarkt. Diese Preis-diflerenz ist längst geschwunden. Heule ist da« jugoslawische Getreide nicht um einen Heller billiger als das argentinische, der tschechische Zncker nicht dilliger al« der amerikanische. Wohl aber sind die Valuten C i s! i e: Leitung dir Nalionalüaaten, die überhaupt li fähig sind, g'guuröer Stl dlnischästerre chiswen in raschem Steigen begriffen, und ihr Ma-kt ist so enge, daß bereit« die Nachtrage nach ein paar Millionen den Kurs empfindlich in die Höhe treibe» kam». Tatsächlich ist der serbische Dinar seit Beginn der deutschöiterrei-chijch'jugoslowische» Be-Handlungen — offenbar tereiis ai f fptkulalive Käufe — in Wien vo» 6 aus 9 gestiegen, hat somit lerrits fast d.n Kurs der Lire erreicht. Damit wird die deutschösterreichische Fvrserung nach Zahlung in der LandeSvaluu des Verkäufers recht zweischnudlg und es müßten zu-mindest die Preise nicht in jugoslawischen Kronen, sondern in einer wertbeständigen Valuta festgesetzt wer. c». Di« Wirtschaftsvcrhandlungeu mit Jugoslawien snb diesmal auf einer ganz anderen Grundlage g»-führt worden als im Herbst des vorigen Jahres. Mitte April hat Jugoslawien bekanntlich sämtliche Kowp'NsaliorSverträge gekündigt. Der Grund dafür war die Neuregelung des Handelsverkehrs in Jago-ftawien selbst. Nach längerem schwanken hatte die jugoslawische Regierung den Handel mit LebenS-Mitteln im Innern Jugoslawiens — gegen den Widerspruch Sloweniens und der anderen schwächer versorgte» LandeS!-,!- — freigegeben und für die Ausfuhr ein staatliches Handelsmoncnol begründet. Zur Durchführung dieses Monopols wurde eine „Z'ntrat.Gesellschaft für Exportförderung" mit einem Aktienkapital von 3«) Millionen D nar gebildet, daS zur Hälfte der Staat, zur andern Genossenschaften, Handelsfirmen und Banken übernahmen. Tas Mono-pol ktstieckt sich anf Getreide und Mahlprvdukie, Hülsinfrüchie, Vieh, Fett, Zucker, T-xiilfaierstoffe, Häute, Kvhle und Mineralöle. Der Gewinn über 8% Dividende soll zur Hälfte sür Invalidem»'»«-stützui gen und ,ur Förderung der Landwirtschaft, zur andern Hälfte für die Hebung von Beik^hrS-anflalten vrrtrendet werden. Von vornherein wnrde aber bestimmt, daß die AuSsuhrgefellschast nur gegen „gesunde" Valuta ver lauf,n dü>fe. Da über eine solche keiner der österreichisch-ungarischen National, stauten verfügt, so würde d^s starre Festhalten an dieser Forderung bedeut»», daß sich Jugoslawien von den mitteleuropäische» Märkten mehr ow weniger emanzipiere» will. Ob eS dazu imstande ist, dürste t>n Jugoslawen feilst äußerst zweifelhaft fein. Cerb.cn ist übervoll von Vorräten aller Ernie, und da die reue Ernte, die vvr der Tür strht, zumal an MaiS reichlich auszufallen v.r'prcht, das Land überdies dringend eine Reihe vou Industritpro. ulten braucht, so muß es sich Luft sch'ffen. Nun ist der Weg nach Fiume versperrt, drr Weg nach Saloniki wenig leistungsfähig, zu den dalmatinischen Häfen führt r-och keine Bahn, bliebe allenfalls noch der Tran?po>t zur Donaumündnng, d e inzwischen ernst-lich von vordi'nzi-udeu Bolichew keu bedroht ist» Ein wirklich Icnächilichu Export ist somit nur Donau auswärt» nach Dc»itschöi'terrt urusscn. Nach de.» drdingt abgeschlossenen U. t '.re nfo nuten würde Deulschösterreich seine i'tlhnf >-!tirlui.:? ,iii4 Jugoslawien, deren Kost,» aus etwa i r:i Milliard.n zu veranschlage» sind, zum größte» Teiln tr In irstrie. Produkten bezahlni Ob die deulschösterieich.lchc Industrie wirklich imstande ist, unter den geg.nwänigen verhältnissk» derartige Mengen aufzudrinten. muß sich erst zeigen. Da gru»d>ätz'.:ch Barzahlung verein» bart und daS Prinzip d-S kompcufationioeilehcS falle» gelaffeu ist. so hat auch die deutschester-reichifche Regierung keine Liefeiuugsverpflich'ung übernommen Sie verspricht lediglich die Fr i-gab« bestimmter Mengen von Jndustrieerzeuz. n'fsen. (die zumeist mit einer Wcrlzrffer begr uz'e sind) zur Ausfuhr nach Jugoslawien. verkauf un» Ausfuhr sind freigegeben und werden sich insbesondre ohne Mitwirkung des Waren vrrkchrsbureaus ab-spielen, bei dem lediglich eine statistische Kontrollstelle errichtet wird. ES bleibt abzuwarten, ob sich di-jugoslawische Monopolorganifaiion behaupten wird. In Ingoslnit'.fn wird daS vielfach bezweifelt und wenn d e Ern!« sehr gut ausfallen sollte, dürfte fich die stattliche Orcaai. sation der Aufgabe. in ein«m kommerziell wenig durchgebildeten Land die Ueberschüsse defresig«! d zu verwerten, kaum gewachien zeigen. Sollte aber d e Erschwerung der Ausfuhr einen Preissturz im Innern hervorrufen, so wird schon der politische Druck daS staatliche Monopol sprengen. Varläifiz haben die Regierungen einen Bor« vertrag auf Lieferung vv» 15 00t) Tonnen Weizen und 40 0u0 Tonnen Mais abgeschlojseit. Diese« Getreide m:>ß per Meterzentner m't .112 50 ?inar sür Weizen und mit 200 Dinar sür Mai« bezahlt werden. Bei den eegenwariigen Kursen st ll! sich somit d?r Weizen auf rund 28, der MaiS onf 18 Kronen per Kilogramm (natürlich bereits eii,schließ-lich des Anif»hrzollts). Diese Lieferucg ist unab-hängig vom Lch cksal deS Hanptvertiagee. Der Hauplvertrag selbst sieht die Lieseeuk g von weiteren 50.000 Weisen, l ll.000 Tounrn MaiS und l0000 Tonnen Gerste, vo» l6 000 Fettilbweinen (je zur Hälfte lebend und geschlachtei), 1000 Tonne» Fett, 5(J00 Tonnen Speiiebodnen und 50.000 Tonnen Kartoffeln vor. An Rohstoffen ioll Jugoslawien vor all^m Hanf (2V0 Wa^gont), Gerbstoffe (300 Wag-gont),Holzverkohlunp.tprodukte, LchwefUkie«, Karbid, Schwefel und Lalzfäute, verfchicderie Metalle (Blei, kalzinierte Tonerde u. o.), ferner beträchtliche Mengen von Holz (500 Waggons Harthölzer, 2J000 Waggons Brennholz und 1500 Waggon« Holzkohle) liefern. Demgegenüber stellt Deutschösterreich zur A «fuhr f«l: Verschiedene Eisen- and Meiallwaren, Stab- und Fasioneiien, Siähle, Drähte, iandwirt» schaftliche Grräie uns andere Werkzeuge, Achsen, Eisenkonstrukiionen (siefe für zusammen 400 Mrlli-oiicn), landwirtichaftliche Mafchir en (10a Million,n), soattige Maschinen. Apparate und Bestandteile (175 Millionen), Nadeln, Schienen, Hufeisen, Be. schläze, usw. Ferner Fahrzeuge, darunter für 50 Millionen Auiomobile un» 190 Mill'o-en Wag- Vm Postsparkasse Nr. 10 808 Laibach oo Fernruf Nr. 21 oo i. ^-7.^. if*** Mi Cklm 1 Herstellung von Druckarbeiten wie: lverke, Zeitschriften, Broschüren, Rechttungen, Briefpapiere, Kuverts, Tabellen, öpeisentarife, Geschäfts-und Besuchskarten, Etiketten, tohn-listen, prograintne, Diplome, j)lakate Jnseratenannahmestelle für die vnmählungsanzeigen, Siegelmarken Lolletten, Trauerparten, Preislisten, Durchschreibbücher, Drucksachen für Ae»nter, Aerzte, Handel, Industrie, Gewerbe, tvmdwirtschaft u. private in bester ttnd solider Zlusführung. Presmwva ulico (Rathausgasse) Nr. 5 ♦ ♦ Li i 1 W'ÄM 1 i Nummer 60 gonS und Lokomotiven. Ferner elektrotechnische» Material, zusammen rund 110 Millionen, Papier und Papierwaren sür zusammen 130 Millionen ohne RotationSpapier. Die Lieferung vo» RotationSpapier im Ausmaß von 10 Waggon» monatlich für ei» balbe« Jahr ist abhängig gemacht von der Lieferung der gleichen Zelluiofemenge und von je 80 Wag-gon» Kohle. Dazu kommt Material für Druckereien, gewisse Textil- und Ledermengen (die nicht nach dem Wert, sondern nach dem Quantum begrenzt sind), Spreng, und Explosivstoffe, Arzneimittel, Zünd« Hölzchen, Magnesit (jjuch hier wieder unter der Ve> dingung ciner entsprechenden Gegenlieferung von Kohle), verschiedene Chemikalien und eine ganze Reche diverser anderer Artikel, darunter zum Teil solche, die bisher als LuxuLwarcn drm jugoslawischen Einfuhrverbot unterlagen. Wie stch die beiderseitigen Lieferungen verwirk-lichen werden, ob Jugoslawien da» vereinbarte Ge> treibe zeitzerecht aufbringt und ob e» in Deutsch-Österreich die zur Ausfuhr freigegebenen Industrie-prodult^sich zu beschaffen vermag, muß erst d'e Er-sahrung lehren. Aber abgesehen davon hat daS HandelSabkommeu mit Jugoslawien eine prinzipielle Bedeutung, di« nicht gering veranschlagt werden darf. E» ist der erste reguläre Handelsvertrag, den do» selbständige Deutschösterreich abschließt. Und so selbstverständlich alles ist, wa« er enthält, so mu» e» unter den abnormen Verhältnissen, uoter denen wir biiher leben, al» Errungenschaft z«wertet werden. D.r» gilt vor allem von der unb-dingten und unein-««schränkten gegenseitigen Meistbegünstigung. von der Zusage deS Rechsschutze«, von der Zusage freier B-wegung für Geschäs-Sreisende. von der Freiheit deS Durchfuhrverkehres u. dgl. m. Da» Abkommen soll vorläufig »iur bis 60. Juni 1921 in Wirksam' kUt bleiben und kann bereit» »ach Ablaus bei Heu« rigen Jahre» jederzeit dreimonatig gekündigt werden. Jude» dürften gerade die prinzipiellen Zugeständ-nisfe in Zukunft kaum mehr strittig werden, nachdem einmal der Grundsatz der Gegenseitigkeit und Gleich- 29) (Nachdruck verboten.) Wer war es? Griginalroman von Lrich Ebenstein. (Fortsetzung folgt.) ..Da» klingt sehr merkwürdig! Er wird doch kein Knabe sein, und wa» konnte feine Verwandtschaft an Fräulein Spira aussetzen?" „Daß sie beim Theater ist," sagte er! „Seine Abreise deckt sich übrigens so ziemlich mit dem Mord in der Enderstraße. Er reiste angeblich den Tag zu-vor ab." „Wie dieser Herr Spirbach, von dem Sie Tante Renate erzählte»!" „Jawohl. Und wenn mich meine Vermutung nicht täuscht, dann waren beide sogar intim« F^rund« und wohnten zusammen.' Wieder fuhr sich Bera über die Stirn, hinter der die Gedanken wie «in Mühlrad kreisten. „Sie wohrten zusammen? Ich dachte, di« Wohnung, dir Sie mieteten, sei nur von einem einzelnen alten Herr« bewohnt gewesen? Und — gibt e» denn zwei Mörder? .Darüber kann ich Ihnen noch keine Au»kunst geben, denn viele» ist mir selbst noch unklar. Auch würde eS zu weit führen, wollte ich Ihnen erzählen, wie ich «rfuhr, daß Sparbachs Quartier von einem »weite» Mann mitbcnützt wurde. Tatsache ist, daß er da war, daß Fräulein Spira ihn kennt, und daß er mit Sparbach zugleich verschwand. Weitere Schlüsse können wir erst ziehen, wenn Fräulein Spira gesprochen hat." „Aber wird sie denn jemals sprechen, wenn sie bis jetzt geschwiegen hat?' ries Vera mutlot. „Falls sie diesen Menschen wirklich liebt, wird sie sein Gc-heim«,« niemals preitgeben, und wird sie vermögen, ihn zu verrate»!' .Wer w«iß? Ich halt« Fräulein Spira trotz aller verdichtiger Umstände, die einen Schatten aus ste werfen, doch für einen anständigen Charakter — " .Da» ist sie auch gewiß!" „Nun also! Dann müßten ihr» Gefühl» für diese» Wann doch in dem Momc«t aufhören, wo sie erkennt, daß er ein schlcchier Mensch ist, der sie belogen und betrogen hat." „Daran zweifle ich ja nicht. Aber könne» Sie diesen Beweis denn {.bringen?* ,R»ch nicht, d« ich j, nicht» weiß Über die Kor« seiner Beziehungen zu ihr. Aber ich habe di, moralische Ueberzeugung. daß ich e» können weide, Cillier Zeitung derechtigung, da» gegenseitige versprechen einer liberalen Praxis bei der Handhabung der Ein- und Ausfuhrverbote vertraglich vereinbart worden sind. Z)as Aenehmen des ßyefs öezw. Meisters gegenüöer seinen Angebellten. Von Dentist Hoppe, Cilli. Ganz abgesehen von rein sachlichen Dingen ist eS von Wichtigkeit, daß der Ehef bezw. Meister feine Angestellten stet» richtig behandelt. Ein kluger Chef wird sich stets gleichweit von abstoßender, hochmütiger Kälte und Unfreundlichkeit wie von un-würdiger Vertraulichkeit entfernt halten. Eine ruhig«, freundliche Gemessenheit wird immer ein gue» Ver-hältnis zwischen Chef und Angestellten herbeiführen. Ganz besonder» hüte man sich davor, seine Nervs-silat oder schlecht? Laune an den Angestellten aus« zulassen; da» ist unwürdig und steht einem gebildet sein wollenden Manne schlecht an, verärgert und kränkt auch die Angestellten und läßt sie unlustig und schließlich auch widersetzlich werden. ES ist nicht praktisch, Angestellten gegenüber stelS den gar zu strengen und ernst«» Vorgesetzten herau»»ukehren, da» erhöht nicht die ArbeitSsreudig' fett und bessert nicht im mindesten die Arbeit. Man sei streng und ernst, wo e» nötig ist, aber man erkenne gut« Leistungen an und zeige d>cS auch dcn Angestellten: man wirs bald mcrkcn, wie vorteilhaft daS auf den ganzen Betrieb wirkt. Manche Menschen r.eig-n dazu, alle Augen-blicke Vorschriften und Bestimmung?« sür die An-gestellten zu erlassen, die sie dann selbst nicht alle im Gedächtnis behalten geschweige denn befolgen können: da» ist sehr übel, denn man wird von einem Angestellten nicht die Einhaltung einer gege-denen Vorschrift erwarten können, wenn man sich al» Ehef nicht nach ihr richtet. Oft ist eS auch nicht Ver- sobald Fräulein Spira gesprochen hatl Für mich steht fest, daß er der Mörder ist, und daß «r mit feiner angeblichen Liebe zu Spira nur einen be-stimmten Zweck verfolgte, sich ihr also unter falscher Flagge näherte.' „Und wa» soll «un geschehen? Werden Sie ihr da« Bild zeigen?" „Nein. Da» wüte be» sicherste Mittel, sie mißtrauisch zu machen, und ihr die Lippen vielleicht auf immer zu versiegeln. Sie missen eS tun. Ganz unvorbereitet und scheinbar zusällig müssen Sie ihr da» Bild ln die Hände spielen, und ich muß unge-sehen Ze»ge davon sein ' Vcra» blasses Gesicht umzog sich mit jther Röt«. Abwehrend hob sie die Hände. ,Ni« werde ich da» tunl Wie können Sie mii eine so schmähliche Rolle zumuten!" „Ich tu« e» im Namen ein«» Unschuldige», der seit Monaten in Haft sitzt und verurteilt werden würde, wenn wir den wahren Schuldigen nicht finden! v«ruit«ilt zum — Tod«! Bergtsstn Ei« da» nich>, Fräultin von Troll!" sagt« Hempel mit schwerem Ernst. Dann fuhr er ruhig fort: „Ich habe mir die Sache so gedacht: Sie laden Zräulei» Spira für einen Tag nach WolferShagen ein, wo auch ich mich ungesehen einfiode. Si« weife» mir ein Versteck an von dem au» ich alle» sei»«» und hör«» kann, wa« in Ihrem Zimmer »or sich geh». Dort richten Sie eS so ein, daß Fräulein Spira da» Bil» unbedingt zu Gesicht bekommt. Wenn sie frägt, wie Sie dazu kommen, tun Sie ein wenig erschrocken und gesehen schließlich, sie hätten e» au» Aktenstiicken, di» Ihr Vater sich zur Durchsicht mitnahm, für «i» paar Stunden entlehnt, da sie der Kops i»tertssi«r« und si« ihn skizzieren wollte. Ganz beiläufig setzen Sie hinzu, der Mann solle, wir Sie gehört hätten, steckbrieflich versolgt werden wegen de» Morde» an Fräulein Wildeuroth, und ob Fräulein Spira nicht auch sände, daß er so recht den unheimliche» Typn» de» Verbrecher» darstelle? Um die Sache glaubwürdiger za machen, legen Sie eine bereit» angefangene Skizze zu dem Bild, vie zeichne» doch gewiß ein wenig?" „Ja," «urwelt« Vera, au» deren Vesicht jeder Blutstropfen gewichen war, mechanisch. „Gut. van» geht die Seche ««»gezeichnet." Vera stritte (turnn »« sich hi». Plötzlich warf sie den K«ps »»rück. „New, I« wird »icht gehe», de»» »i« und »immer werd» ich e» zufamme»bri»ge», «ine so heintftdisch» 9i«U« z» spielen g»ge« jemand, d«r«ir ahoung»!«» vertraut. Fräulein Spira h,gt, wie ich |l«*bf, «in, «»{richtig» Neigung z« «ir." Siite 7 geßlichkeit, sondern da? begreifliche G-fühl, sich über diese Vorschriften erhaben zu wissen; auch da» ist ver« sehlt. Hat man z. B. die Anordnung getroffen, daß iu einem Büro, einem GeschäftSladen oder einem fou-stigen Raum zu keiner Zeit geraucht werde» darf, so muß man sich auch selbst hüten, mit der bren-«enden Zigarre hineinzugehen. Höchst unklug ist e» auch, den Auzestellten ihre Selbständigkeit zu rauben und ihnen die Verant-wortung abzunehmen. Nur der Angestellte wird mit der ganzen Sorgfalt arbeite», der ganz allein die Verantwortung für seine Arbeit trägt. Wenn mau einem Angestellten einen Auftrag, eine Arbeit gibt, soll man sich nicht mehr einmengen, sondern ab-warten, bis alles ausgeführt ist, dann erst soll man kritisieren, tadeln oder loben. Wer diesen Grundsatz befolgt, wird bald merken, um wieviel die *rb«it besser fein w>rd, während im entgegengesetzten Falle der Angestellte sich sagt: „Ach, waS soll ich mich weiter quälen, ich habe ja doch nicht die Verant-wortung, wa» geht eS mich an!" Man darf auch iu der Beaufsichtigung nicht übertreiben; wenn An-gestellt« merken, daß sie dauernd beaufsichtigt werden, dann fangen sie an, durch Lüge» und durch alle möglichen Manöver stch diesem Zwange zu entziehe» nnd der Chef ist dann kaum in der Lage, klar zu sehen, und zieht schließlich den Kürzeren. Gewiß soll man die Arbeit beaufsichtigen, ader dies« Auf. sicht darf nicht ausarten, darf nicht dazu führen, dag der Arbeitend« nur darauf sinnt, wie er sich dieser lästigen Kontrolle entziehen könnte. E« ist sehr nützlich, die Angestellten daran zu gewöhnen, daß ste alle ihnen außer der gewöhnlichen Arbeit erteilten Aufträge sofort notieren und nach Erledigung durchstreichen. Dringt man auf Ordnung und Pünktlichkeit bei allen Unternehmungen, in Werkstätten, BüroS und Geschäftshäusern, so wird man sich vielen durch Versäumnisse oder Vergeßlich-keilen verursachten Aerger ersparen. Vor allem gebe man seinen Angestellten selbst daS beste Beispiel. DaS ist die sicherste und wirksamste Methode. „Da» weiß ich. Eden darum wird sie, wenn überhaupt jemand, Ihnen ihr Vertrauen schenken!" „Und ich soll e» dann täuschen? N.-in, nein, et geht nicht! verlange» Sie da» nicht von «ir." „Doch. Ich muß. Und glauben Sie mir, man kann alle», wa» man ernstlich will! Sie brauchen bloß zu denken, daß Sie es au« Liebe tun. und damit vielleicht Ihrem verlobten Ehre und Lebe» retten. Aber auch Fräulein Spira erweisen Sie damit nur einen Gefallen. Denn wenn Sie sich wirklich weigern, bliebe mir nur «ehr der andere, viel schlimmere Weg für die Dame, si« wegen Mit-schuld an dem Mord verhaften zu lasse«. Da» wäre dann di« zweite Möglichkeit, sie zum Sprechen z» zwingen IZtzWollen Sie ihr da» ersparen, dann willigen Sie in meinen Vorschlag.' Lang« starrt« da» jung« Mädchen schweigtnd zu Boden. Dann rang es sich mit Anstrengung vo» ihren Lippen: „Ja ... ich will eS tunl' „Bravo I Aber dann auch fest bleiben, Fräulein von Troll! Keine Schwäche, kein Zaudern «ehr, wenn der Augenblick da ist!" „Sie brauchen keine Angst zu haben, ven« ich etwa« übernommen habe, dann führ« ich e» auch durch. And ich seh« ja «in, daß «I von zwei Uebeln da» kleiner« ist." 17. SilaS Hempel schritt tief in Gedanken versunken die Ringstraße entlang. Eben hatt« ihn Vera von Troll durch eine Karte verständigt, daß Fräulein Spira sie am nächsten Montag in Wolser»hagen besuchen werde. Sie habe den Montag gewählt, «eil ihre Eltern da abwesend sein würden, und sie freie Hand hätten. „Mawa will nämlich Papa Sonntag abend in die Stadt begleiten, und ein paar Tag« dort bleiben, um Einkäus, zu besorgen," schrieb Vera und schloß dann: „UebrizenS war e» gar nicht leicht, Fräulein Spira zu dem Besuch zu überreden, den» sie wollt« durchau», ich soll» lieber z» ihr k,«men. Sie könne ihre Wohnung nicht verlassen, da sie Vielleicht Besuch bekämc odrr mindesten» eine sür st« ttderau» wichtige Nachricht. Endlich aber brachte ich »S doch s»rtig, ihr da» versprechen abzubetteln, Montag zu kommen. Sie will den Z»g benutze», der u« II Uhr vormittaq» hier eintrifft. Wir «erde» dann im Gurten »sie», und nach Tisch führe ich si, «us mein Zimmer. Tante Renate, die I» all,» «i»>ew«iht ist, wird Ihnen vorher i« «»-st,ßeude« viblwthekzi««tr »inen Platz a»««is»i. G«tt helse «eiter, d«ß «ir da»» a»ch «irklich e!w»S Seite 8 Nummer 60 erfahren, das Licht in diese dunkle Angelegenheit bringt I" Hempel atmete tief auf, al« er die Zeilen gelesen. Gottlob, der Vogel ging in« Garn! Än einem greifba»en Erfolg zweifelte er nicht mehr, «uu dieser erst« Schritt gesichert war. Unmöglich konnte die Spira sich so in der Gewalt haben, daß der unvermutete Anblick deS Bilde« sie kalt liiß. DaS einige, wo« «r lieber gefürchtet hati«, war, daß sie sich nicht nach WolferShagen locken ließ. Den» die Kolbe hatte r« ihm längst verraten, daß ihre Herrin sich ki'.um getrau«, das HauS nur auf Stunden zu verlassen, weil sie Tag und Nach» aus Nachricht von „Hain Fritz" wart«. Er hatte ihr keine Adresse hint«rlassen, wi« die Lolbe ver-mutete. Denn sie schrieb nicht an ihn. Aber er wollte ja die Einwilligung seiner Eltern und eines reichen Onkels zur Berbir dnng mit ihr erring««. Darum war er sort. .Und wenn rr sie ha«, dann telegraphiert er sogleich oder kommt wich selber holen I" versicherte ssrtnlcin Spira ihrer Dienerin. Hempel lächelte im stille» über diese? blinde Vertrauen, während er nun, alle» noch einmal iiberdenkend, die Ringstraße entlang wanderte. Er würd« wohl nie telegraphieren, und noch weniger selbst kommen, der geheimnisvolle Herr Fritz! Aber wenn Fräulein Spira auch keine Adikss« von ihm wußte, würden ihre Aufklärungen wohl eine Handhabe bieten, die gerichtliche Ver-folgmig z-gen den Mann einzukeilen, uub dann konnic er ihnen nicht mehr entgehen. Zn diesem Augenblicke wurde er jäh onS seinen Gedanken ansgkschilckt. Zemard hatt« ihn von rück-wärtS aus die Achsel geklopft, und eine bekannte Stimme sagie: .Nun, woran denkst du denn so eifrig, Silas. daß du den Anrus eine« alten Freundes ganz überhörst?- Es war der UntersuchongSrichier Dr. WaSmut, der nun lachend seinen Arm in den deS Detektivs schob, und mit ihm weilerschritt. „Du bist wohl nicht böse, wen« ich dich ein Stück begleit«, SilaS? Wir haben un« lan^e nicht gesehen!" „Im Gegenteil. Ich sr«n« mich, daß du mich «och nicht ganz zu den Tot«» geworfen hast, wie cS den Anschein hatte!" - - „Ach, weil ich dich in den letzten Wochen nicht aussuchte." „Ja. Und weil du da« letz'emal im Zorn schiedest I" „Na, weißt da, ich war wirklich ärgerlich damals! Du kannst ein g,nz greulicher Mensch lein, SilaS! Ater wir wollen uns trotzdem wieder ver« tragen. Alt« Liebe rostet nicht. Willst du w'ch m den R'k>hof begleiten! Ich stehe im Begriff, dort mein Mittagmahl einzunehmen." „Gern. Auch ich habe noch nicht geg:fsen." Nachdem fich beid« im Eßzimmer bc* Riedhofes einen gemütlichen Ecktisch arbeit und dem Kellner ihre Auftrüge erteilt hatten, sagte Dr. Wasmut vergnügt: „9iun und wie steht« mit der Arbeit? Ich hoffe, du hast dich inzwischen beruhigt und ein-gesehen, daß ich recht hatte?" .Worin? In deiner vorgefaßte» Meinung von Dr. HardyS Schuld 7' „Vorgefaßte Meinung!!! ' Der UnterfuchnngS-lichter machte ein« ärgerliche Bewegung, zwang fich( aber dann znm Lachen. „Nein, ich will mich adsolu nicht mehr ärgern mit dir, besonders nicht in «int* Sache, die b«r«its en'.schieden ist. Und zwar zu meinen Gunsten enlschieden, lieber SilaS." (Fortsetzung folg« ) Gesucht werden mehrere Bureaukräfte ffir ein Speditions- und Verkehrsunternehmen in Slowenien. Auch wird ein Lagerhausverwalter zu möglichst sofortigem Eintritts} gesucht. Anträge von Fachleuten, welche sich über ihre bisherige Tätigkeit aasweisen können, sind unter „Dauernd 26165" an die Verwaltung des Blattes zu richten. Ant. P. Arznei behördl. konzeea. Haus- und Realitäten-Verkehrs-Büro, Celje, Kralja Petra cesta Nr. 22. Grössere Chemische Farbenfabrik kauft grössere Quantitäten farbigen Ton und Kaolin zur Farbenerzeugung. Billigste Anträge nur für greifbare Quantitäten bei prompter Lieferung u ter »Nr. 26162" a. d. Verwaltung des Blattes. Telephonabonneiiten-Verzeichnis sör Maribor, Kirnten, Steiermark und Prekmurjo wird baldigst er-aehehien. Die geehrten Firmen werden ersucht, wenn sie Inserate dafür abzugeben wünschen, die Adressen an d s Annouzeu- nnd Informationsbüro Vede^, Maribor, Üre-gorfieeva Hr. 0, zu senden. Wohnung und volle Verpflegung sucht akad. gebild. lediger Herr (d.), womöglich im Norden der Stadt. Adressen wollen behufs persönlicher Ansprache in der Verwaltung dieses Blattes hinterlegt worden. P Möbliertes Zimmer suchen zwei Herren gerne nsam für 15. August, womöglich im Innern der Stadt. Gefällige Anträge an die Verwaltung der Cillier Zeitung. 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