Erscheint wöchentlich sechsmal (mit Ausnahme der Feiertage). Schriftleitung, Verwaltung und Buchdruckerei Tel. 25-67, 25-68. 25-69, Maribor, Kopališka ul. 6. Inseraten- und Abonnements-Ännahme in der Verwaltung. Bezugspre-is.: Abholen oder durch die Post monatlich Din 23.—, bei Zustellung Din 24.—, für das Ausland monatlich Din 35.—. Einzelnummer Din 1.50 und Din 2.—. Manuskripte werden nicht retourniert. Bei Anfragen Rückporto beileg*en. Poštnina plačana v gotovini. ©fffl T*50 Berlin melde! die Kapitulation Belgiens Einer Sondermeldung des deutschen Rundfunks zufolge hat König Leopold III. von Belgien den Entschluß gefaßt, die Waffen niederzulegen — London erklärt: Eigenmächtiges Vorgehe« des belgischen Königs — Eine Erklärung Reynauds Die gestrigen Kriegsberichte — Berlin meldet: Deutscher Vorstoß gegen Bpern — Die Berichte der 211 M i er ten: Rem deutsche Offensive in Belgien, deutscher Vormarsch aufgehalten zösischen Panzerverbänden aufrecht. An Berlin, 28. Mai. Aus dem Führer-Hauptquartier wird gemeldet: Unter dem Eindruck der vernichtenden Wirkung der deutschen Waffen hat König Leopold der Belgier den Entschluß gefaßt, den weiteren sinnlosen Widerstand aufzugeben und die Waffen niederzulegen. Der König hat heute vormittags der deutschen Forderung nach bedingungsloser Kapitulation entsprochen. Die belgische Armee hat somit mit heutigem Tage die Waffen «iedergelegt und zu existieren aufgehört London, 28. Mai. Wie der Londoner Rundfunk meidet, hat der Entschluß des belgischen Königs, die Waffen zu sfrek-ken, hier große Ueberraschung und Aufsehen erregt In hiesigen belgischen Regierungskreisen wird erklärt, daß der Kö-°ig von Belgien ohne Zustimmung der belgischen Regierung und der belgischen Generalität, also eigenmächtig, vorgegangen sei. Der Beschluß des Königs sei deshalb für das belgische Volk nicht bindend. Paris, 28. Mai. (Aval.) Stefani teilt mit: ln seiner heute um 8.30 Uhr gehaltenen Rede teilte Ministerpräsident R e y n a u d die belgische Waffenstrek-kung mit. Reynaud verurteilte in scharfen Worten das Vorgehen des Königs, der sich an England und Frankreich um Hilfe gegen Deutschland gewendet und dieselbe auch erhalten habe. Reynaud behauptete sodann, daß der Entschluß des beigi. 8chen Königs den Ansichten der belgischen Minister widerspreche, die die fran zösische Regierung überzeugt hätten, daß sie die überlebenden Kräfte der Nation tien Verbündeten zur Verfügung stellen. Paris, 28. Mai. (Aval.) Havas berich tet: Ministerpräsident Reynaud erklärte heute vormittags im französischen Rundfunk, daß sich die französische Nation auf ihre Truppen, die an der Somme hnd an der Aisne kämpfen, verlassen kön fie. Der Ministerpräsident erklärte sodann tisß sich König Leopold von Belgien für «•• • Zwei Damen suchen 1 Zim mer '.'na Küche Anträge an die Verw. unter »Schön und rein--. 4313-6 Metis* rr iwni i —nr-rniTn-r coauai«»»* Fleißige Berdienerin wird so fort aufgenommen. Anfr. Ver waltung, 4319-8 Hausgehilfin für Deutschland gesucht. Nettes Mädchen, das auch im Kochen bewandert ist, wolle sich meiden. Anfr. In der Verw. 4325-8 Kanarienvogel entflogen. Gute Belohnn'"- Kovač fyr$e-va 14. .. . ■ 4366-9 zu kme$m e&mM Kaufe altes Gold SilberkrO-lisn- faisehn Zähne, zu Hoch«' preisen A. Stumof Goldarbeiten Koroška c 8. '926 Sirosses Induttrifuzieritehflifn tn siowe»!en sucht geprüften Maschinisten zur Wartung der Darapfzentrale (Dampima sehne 500 PS mit Genetator) Angeenle an die Verwaltung unter »Dauerposten'". .4316 esehäft samt Inventar und Lager am verkehrsreichstem Platze Maribors, sofort zu verkaufen. — Erforderliches Kapital 80—100.000 Dinar. Anträge unter »Seltene Gelegenheit« an die Verwaltung des Blattes. 4315 Was ist jy Pirofania ? Oaa PlrofanSo-Vmrtaßreo ermbg-UcOl die Uehcrtragung von Ein-und Mehrfarbendruck tn einem einzigen Art jyMARIB< Kopelfik» ull en Sie ’erte im lede __- Verlangen > und unverbtndl. Offt MARIBORSKA TISKARNA D.D. Kopellik» ultee « Feraml 2W7, zs-68, 25-0 Wenn man Ge$€häft$erfolge hat, so ist es meist das Inserat! SßMÜMikitoMM ümM 3U>man Von Mara MLganöer 42 Drheberrechtssobutz: Deutscher Roman-Verlag vorm. E. Unverricht, Bad SachseiSüdharz »Wird auch wieder gut! Wird alles wieder recht! Unser Herrgott richiet’s schon wieder!« »Manchmal ist nichts mehr zum Richten! — Aber schön ist Ihr Hund! Hektor heißt er, gell?« »Ja, so ist’s. Und treu wie Gold. Treuer wie der beste Mensch.« »Das sind die Tier überhaupt. Treuer und besser als die Menschen.« »So jung, und haben schon so schlechte Erfahrungen gemacht?« Cristl antwortete nicht. Sie war längst gewöhnt, daß sic immer noch für furchtbar jung und kindlich gehalten wurde, daß ihr niemand zutraute, daß sie nun schon zwei Jahre Witwe war. Sie spielte mit dem schönen Fell des Hundes, dem die Liebkosung der weichen, Frauenhand gut zu gefallen schien. Christi liebte den treuen Blick, die zärtliche Schmiegsamkeit des Tierkörpers. Wie viel reichere Ausdrucksmöglichkeiten mochte. Gleich hinter Rosenheim stieg der Herr in der Lederhos'e mit seinem Hund aus. Es war schwer, das Tier zum Aussteigen zu bewegen. Christi hatte es ihm angetan. »Grüß Gott, Fräulein! Und nicht so viel weinen! — Ja, Hektor, was is denn? Magst nicht mit mir kommen? Du magst doch sonst die Damen nicht gern leiden.« Der Herr lachte, grüßte und stieg aus. Der Hund aber wandte wieder und wieder den schönen Kopf und bellte laut auf. Christi war durch das kleine Erlebnis aus ihrer Traurigkeit herausgerissen. Sie schaute nun aus dem Fenster. Weit dehnte sich das Land. Schon schritt der Bauer über den Acker und ver- senkte das Korn in die lockere, aufnahme-bereite Erde. Ja, nun wurde es wieder einmal Frühling. Wie Christi dieses allererste Erwachen liebte! Es dünkte sie schöner und reicher als das üppige Blühen des Sommers. Die Bäume streckten sich mächtig im Sonnen schein und die Knospen saßen dick und erwartungsvoll an den kahlen Zweigen. Gab es etwas Feineres und Rührenderes als die zarte, weiße Birke? Die Baumbraut — sie stand hier in der moorigen Heide wie hingeweht. Alle Stürme, die im Winter über das Land gegangen waren, hatten ihrer Schönheit nichts anhaben können. Sie stand und ließ sich zärtlich vom Frühlingswind wiegen. Sehn süchtig darauf wartend, daß auch sie ein grünes Blätterkleid bekommen sollte. Alles wartete auf das Wunderbare, das kommen mußte. Dieses selige Warten erfüllte die Luft mit Sehnsucht. Die Glückseligkeit mußte sich auch dem Menschenherzen mitteilen. Und wär es auch noch so sehr in einen Kummer verstrickt. Frühlingstränen halten nicht lange, weil die Sonne da ist und sie wieder und wieder fortküßt. »Nicht weinen, Christi!« bettelte die Sonne. »Nicht weinen, Christi!« flüsterte der Wind, der durch das offene Fenster den Hauch des Frühlings hereintrug. Bist ja selber noch ein Stückei Frühling, Christi! Und die Gärten, in die es am meisten schneit, sie tragen hernach noch die besten Früchte. So raunte und flüsterte es in der warmen Märzluft. Da neigte Christi den Kopf zur Seite und schlief ein, um- summt von den schönsten Frühlingsstimmen. * Günther ging wie in einem dumpfen Traum durch diesen goldenen Frühlingsmorgen. Er konnte und wollte niemanden sehen. So lief er ohne Frühstück planlos im Wald umher, versank ganz plötzlich an einer moorigen Stelle, strampelte sich ärgerlich wieder heraus und lief weiter. Was wollte er eigentlich? Vor sich selber fliehen? Vor seinen Gedanken, die ihn überfielen wie Wegelagerer und ihm keine Ruhe ließen? Christi! Christi! Das war alles, was Günther denken konnte. Wo war sie hin? Warum war sie geflohen? Warum die Maskerade? Er hatte sich diese Fragen schon bis zum Überdruß vorgelegt, ohne eine Erklärung zu finden. Und er hatte sich wieder einmal so ungeschickt wie möglich benommen. Langsam mußte er allmählich begreifen lernen, daß Christi keinen Spott ertragen konnte. Vielleicht hatte sie keinen Ausweg mehr gewußt. Da war sie geflohen, Irgendwohin. Vielleicht zu jenem Bauernburschen? Ein starker, schöner, verwegener Sohn der Berge. Warum sollte er es Christi nicht angetan haben? Sie liebte das Natürliche, das Erdnahe. Mehr als den schwülen Prunk des Hauses, dem sie entflohen war. Klarheit! Endlich Klarheit! Warum? Was ging ihn Christ! an? Da traf ein Sonnenstrahl das Fleckchen 'Erde, auf dem Günther stand, und hold erblüht blickte ihn ein Schneeglöckchen mit klaren Unschuldsaugen an. Aus diesen Blumenaugen las er sein Schicksal, die Antwort auf die Frage seines Herzens. Weil ich sie liebe. Weil ich dieses warm herzige, natürliche Menschenkind liebe, wie bisher nichts und niemanden auf der Welt. Und plötzlich faßte Günther eine solche heiße Sehnsucht nach Christi, daß er ihren Namen in Glück und Pein hinaus- schrie in den träumenden Frühlfngsmor-gen. Einmal und noch einmal. ' 1 " Er mußte Christi wiederhaben, koste es, was es wolle. Wenn er sie aber wiederbekam, dann wollte er vor sie hintreten, sie um Verzeihung bitten und ihr sagen: »Schau, Christ! all mein Spott war ja nur Liebe! Ich wollte mir damit selber die Tür zuschlagen zu deinem Herzen! Aber jetzt weiß ich, daß ein Leben ohne dich undenkbar isti Und darum bitte ich dich: behalte mich in deinem kleinen, trauten Heim, das mir Heimat geworden Ist!« Immer leise vor sich hinmurmelnd, was er alles Christi sagen wollte, verirrte sich Günther immer tiefer hinein in den Wald. Er mochte wohl Stunden gegangen sein. Da hörte er Geräusche. Sein Fuß stockte. Eine Tannengruppe verbarg ihn. Da stand Miß Mabel und dort sein treuer Vetter Zdenko. Sie waren beide so ineinander vertieft, daß alles andere um sie herum für sie nicht da zu sein schien. Günther trat vorsichtig noch einen Schritt zurück und stärker in Deckung. Er wollte von den beiden nicht gesehen werden. Sie würden auf seine Gegenwart im Augenblick auch keinen Wert legen. Die zwei unterhielten sich anscheinend ausgezeichnet. Mabels aufreizende Art hätte auch einen weniger leicht entflammbaren Mann, wie Zdenko es war, aus der Ruhe gebracht. Mabel hatte diese stille Fahrt in den Wald allein mit Zdenko in einer bestimmten Absicht unternommen. Sie gönnte Christi den Sieg von gestern abend nicht. Die beiden Vettern in sich verliebt zu machen, sie beide gegeneinander auszuspielen, das war ein Spiel, das sie reizte. Endlich einmal etwas Aufregendes in der ewigen Langeweile ihres Lebens! Während sie annahm, daß Christi schlief, hatte Mabel Zdenko um diese Spazierfahrt gebeten. Es war um so leichter zu machen, als Günther an diesem Morgen auch unsichtbar blieb. Chefredakteur und für die Redaktion verantwortlich: i'DO KASPER. — Druck der „Mariborska tiskarni, m' Maribor. — Für den Herausgeber und den Druck verantwortlich Direktor STANKO DETELA. — Beide wohnhaft in Maribor