Preß Dm" v~ n. Jahrgang Erscheint wöchentlich siebenmal. SchrtflleRimg (Tel. Interurb. Nr. 2670) sowie Verwaltung u. Buchdruckerei (Tel. Interurb. Nr. 2024); Maribor, Jurčičeva ul. 4, BriefI. Anfragen Rückporto beilegen. Manuskripte werden nicht returniert NFT182 MontägT äeh Ä Jurfi"Wt Inseraten« o. Abönnemenfa-Aflfibftmo fh Maribor: Jurčičeva ul.4!(VefWaHuflg). Bezugspreise: Abholen, monatl. 23 Din, zustellen 24 Din, durch'Post,rnonau» 23 Din, für das übrige.Ausland.monatl. 35 Din. Einzelnummer 5! blstjiC^ Beituiw Montags-Ausgabe VechängMsvoNe Äerstreutheit Aus einer der prächtigsten tzochzeitIfei-«rn, die die Newyorker Gesellschaft je gesehen hat. und deren Vorbereitungen einen ganzen Monat in Anspruch genommen Hab ten, wurde Plötzlich ein ungeheurer Skan dal. Der Sohn des Newyorker Millionärs, Charles Moore, stand kurz vor seiner Vermählung mit Frl. Ree M o n r o o w. Die Trauung sollte in der Kathedrale in Greenwich stattfinden. 3500 Einladungen waren versandt worden. Am Tranungsiage füllte eine ungeheure Menschenmenge die Straßen, die zur Kirche führten. Die Wagen der vielen eingeladenen Millionäre konnten sich nur mit Mühe durch die Menschenmasse einen Weg bahnen. Klopfenden Herzens betrat die Braut in einem herrlichen Brautkleid mit Hermelinbesatz die Kirche, auf den Arm des glücklichen Bräutigams gestützt. Der Pastor erschien Unzählige Kerzen leuch leten. Ein aus Newyork engagierter Chor stimmte ein Festlied an. Vor Anfang der Zeremonie stellte der Pa, stör an die Brautleute die traditionelle Fra ge, ob die Bekanntgabe über die Eheschließung ordnungsgemäß an der Kirchenpforte angebracht war. Nach den gesetzlichen Vorschriften des Staates Connecticut muß näm lich eine solche Bekanntmachung eine Woche lang öffentlich angeschlagen werden. Der Bräutigam schickte sich bereits an, die Frage zu bejahen, als er sich plötzlich erinnerte, daß er vergessen hatte, diese Formalität zu erfüllen. Die beiden Brautleute, ihre Angehörigen und das zahlreich versammelte Publikum baten den Pastor, der Nichterfüllung der Formalität keine besondere Beachtung zu schenken und darauf Rücksicht zu nehmen, daß nicht nur das Hochzeitsmahl bereits fer tig fei, sondern sogar eine Dampferkajüte auf das junge Ehepaar warte. Der Pastor zeigte sich unerbittlich. Die Hochzeitszeremo-ttie wurde abgebrochen. Die empörte Braut nahm ihr Jawort zurück. Am Tage darauf verschwand der unglückliche Bräutigam Er hinterließ ein Schreiben, in dem er seinen Verwandten mitteilte, daß er nicht imstande sei, die Schande zu tragen und für immer Amerika verlasse. Abenteuerliche Flucht. Der amerikanische Industrielle Sollet erlebte vor kurzem ein Abenteuer, dessen In halt ein dankbares Thema für ein Kriminal filmmanuskript abgeben würde. Herr Koller wohnte in einem kleineren Ort im Staate Mexiko. Eines Tages wurde er von einer Räuberbande entführt, die für seine Befreiung ein hohes Lösegeld verlangte. Kollers Frau übergab den Banditen 6000 Peseten. Die Banditen wollten sich aber damit keineswegs begnügen. Da sich der Gefangene kategorisch weigerte, in weitere Geldzahlungen einzuwilligen, stellten ihm die Banditen ein Ultimatum. Sollte im Laufe von drei Tagen die Summe von 10.000 Peseten nicht ausgehändigt werden, so würde das Todesurteil vollstreckt werden, erklärte ihm der Banditenführer. Da Koller nichts mehr zu verlieren hatte, entschloß er sich zu einer abenteuerlichen Wucht. Bei Nachh, als die Banditen in ih- Hilfe für Europa Hoover schlägt den interalliierten Schuldnern ein zweijähriges Moratorium vor, wenn auch die deutschen Reparationen gestundet werden Washington, 21. Juni. Nach Besprechungen, die Präsident H o o v e r im Weißen Haus mit einer Reihe von Politikern über die weltwirtschaftliche, besonderst europäische Lage geführt hatte, gab er Erklärungen ab, die auf eine sensationelle Wendung in der Hal tung Amerikas gegenüber der europäischen Krise schließen lassen. Die Beratungen drehten sich um Maßnahmen zur Wieder-gesundung der Wirtschaft in den Vereinigten Staaten, in Europa und hier besonders Deutschlands. Bestimmte Pläne sind noch nicht gefaßt worden, aber die Haltung der einzelnen Politiker in der Unterredung war nach Hoovers eigenen Erklärungen durchaus befriedigend. * Washington, 21. Juni. Nach dem Ergebnis des heutigen Tages scheint ein amtlicher Vorschlag Hoovers über das beabsichtigte Programm in der Frage der interalliierten Schulden und d. Reparationen unmittelbar bevorzustehen. Eine besondere Pressekonferenz ist vom Präsidenten Hoover für /5 Uhr nachmittags (22 Uhr 30 Minuten mitteleuropäi- sche Zeit) ein berufen worden und mau erwartet, daß bei dieser Gelegenheit sein ProgramiH veröffentlicht werden wird. Nachdem der Präsident noch eine Reihe von Parteiführern empfangen hatte, wur de auch der englische Botschafter Sir Ronald Sind feg zu den Besprechungen hinzugezogen. Lindseg, der zwischen 1926 und 1928 Botschafter in Berlin war, hatte eine Unterredung mit dem Unterstaatssekretär im Schatzamt, Ogden Mills. Man nimmt an, daß hiebei die letzte Entscheidung gefallen ist, zumal Lindseg die deutschen Verhältnisse aus erster Hand kennt. Wie aus bestinformierter Quelle oerlau tet, will Hoover den interalliierten Schuldnern ein zwölfjähriges Moratorium vorschlagen unter der Bedingungen, daß für die gleiche Frist und für die gleichen Beträge die Reparationszahlungen Deutsch lands gestundet werden. * Washington, 21. Juni. Aus Kreisen,- die dem Weißen Hause nahestehen, wird nunmehr bekannt, daß Hoover noch im Laufe der nächsten Kabinett Buresch-Gchober Das Ende der Wiener Regierungskrise Nach dem Scheitern der Mission Doktor Seipels hat Bundespräsident M i k l a s den Landeshauptmann Dr. B u r e s ch zum Bundeskanzler designiert. Dr. Buresch hat die Aufgabe übernommen und sofort Verhandlungen mit den Parteien eingeleitet. Der designierte Bundeskanzler Dr. Karl Buresch erstattete im Laufe des Samstagabends dem Bundespräsidenten Bericht über die Verhandlungen, die er über dessen Auftrag im Laufe des Nachmittags mit den Parteien geführt hatte. Auf Grund dieses Berichtes ernannte Bundespräsident Mi-klas den Landeshauptmann Dr. Karl B u-re s ch zum Bundeskanzler, ferner auf Vorschlag des Bundeskanzlers gemäß Artikel 70 des Bundesverfassungsgesetzes in der Fassung von 1929 den Abgeordneten zum Nationalrat Polizeipräsidenten Dr. Johann Schober zum Vizekanzler, den Abgeordneten zum Nationalrat Dr. Hans Schürsf zum Bundesminister für Justiz. ren Zelten schliefen, und die vier Koller überwachenden Posten nach ausgiebigem Whiskygenuß sich gleichfalls in einem Dämmerzustand befanden, zerschnitt Koller mit den Scherben einer Wiskhyflasche die Stricke, mit denen er gefesselt war. Mit einer anderen Whiskyflasche zerschmetterte er den Schädel eines seiner Wächter und durch-schnitt den zwei weiteren Wächtern die Kehle. Mit dem Gewehrkolben machte er dem Leben des vierten ein Ende. Auf seiner Flucht wurde er von den inzwischen erwachten Banditen verfolgt. 24 Stunden lang dauerte die Verfolgung. Koller trug zwei Oberarmschüsse davon. Gänzlich erschöpft und blutüberströmt kam er in der Stadt Warwanak an. Wien, 21. Juni, den Landtagsabgecrdneten Dr. Emmerich K z e r m ak zum Bundesminister für Unterricht, den Hofrat Dr. Josef R e s ch, Direktor der Arbeiter - Unfallsversicherungsanstalt in Wien, zum Bundesminister für soziale Verwaltung, den Minister a. D. Dr. Josef Redlich zum Bundesminister für Finanzen, den Kammeramtsdirektor der Nieder- Woche aller Wahrscheinlichkeit nach eine Erklärung abgeben wird, die sich mit dev näheren Einzelheiten des Planes einer Hilfeleistung für Deutschland sowie einer Revision der internationalen Handelsbe-Ziehungen befassen wird. Die Möglichkeit, daß die amerikanischen Einfuhrzölle einer Aenderung unterzogen werden könnten, wird in Erwägung gezogen. Aus diese Weise denkt man die Zahlungsfähigkeit Europas durch die Erleichterung der Einfuhr nach den Bereinigten Staaten zu heben. Diese Erwägungen zusammen mit even tuellen Krediten der Bundesreservebanken an Deutschland, finden hier viel Beachtung. Ebenso spricht man von der einbe-rufung einer Konferenz, um die Reparationen und internationalen Kriegsschulden neu zu regeln. Man muß jedoch bei allen diesen Auslegungen auf den letzten Satz der Hoover-Erklärung Hinweisen, in dem gesagt wird, daß irgendwelche Meldung über Schritte, die man in den Vereinigten Staaten zu unternehmen gedenkt, bisher noch auf reinen Mutmaßungen b--ruhen. österreichischen Landes - Landwirtschaft^ kammer Dr. Engelbert Dollfuß zum Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, den Abgeordneten zum Nationolrai Eduard .Heini zum Bundesminister füll Handel und Verkehr, den Abgeordneten zum Nationalrat Kati V a u g c in zum Bundesminister für Heer wesen, ferner den Abgeordneten zum Nationalst rat Ing. Franz Winkler zum Bundesminister nach Art. 78, Absatz 1, des Bundesverfassungsgesetzes in der Fassung von 1929. Bis auf weiteres! Vermiedene Regierungskrisen in Deutschland, England und Frankreich An einem Tag sind Deutschland, England und Frankreich einer Regierungskrise entgangen. In allen drei Ländern war die Situation außerordentlich zugespitzt, und in allen drei Ländern war das Schicksal der Regierung bis zum letzten Augenblick ungewiß. Wie durch ein Wunder sind die Krisen doch noch vermieden worden, genauer gesagt, sie sind verschoben. Am ehesten hätten nach Voraussagen über den Ausgang der Abstimmung in der französischen Kammer gemacht wer den können. Dort präsentierte sich die Regierung L a v a I, die am Tage der Amtsübernahme des neuen Staatspräsidenten D o u m e r, also am 13. Juni, zurückgetreten war, um sofort vom neuen Staatsoberhaupt wieder zur Macht Berufen zu werden. Das Kabinett Laval hatte seinerzeit eine recht große Kammermehrheit hinter sich. Doch diese Mehrheit drohte diesmal sich in eine Minderheit zu verwandeln. Als der Rechtsabgeordnete Franklin-Bouil-Icn. ein verbissener Feind Briands, eine schwere Attacke gegen den Außenininistep unternahm, wurde dem aufmerksamen Beobachter sofort klar, daß die Zeiten, wo Franklin-Bouillon ein Eigenbrötler war, vorüber sind. Briands Politik hat in der Kammer viel weniger Anhänger als noch vor etwa zwei Monaten. Die innen- und außenpolitischen Tendenzen, die sich io Deutschland bemerkbar machen, haben die Position Briands erheblich geschwächt. Bei der Präsidentenwahl des 13 Mai hat sich mit verblüffender Deutlichkeit gezeigt, daß zumindest ein Drittel der Parlamentarier, die im Senat und in der Kammer sich bei offenen Abstimmungen als begeisterte Anhänger Briands zeigten, Bei der geheimen Abstimmung im Rahmen der Nationalversammlung diesen verraten haben. Zudem war der Abstieg Briands nicht mehr aufzuhalten. Daß Briand entgegen seiner ursprünglichen Absicht den Posten des Außenmini, sters beibehalten hat, kann niemand darüber hinwegtäuschen, daß seine Autorität ai&t mehr die alte ist. Die letzte Abstimmung in der Kammer hat die Regierung Laval- Briand einen Sieg gebracht, aber dieser Sieg mutet bei näherer Betrachtung etwas seltsam an. Die Rechte war für Laval, aber gegen Briand, die Linke umgekehrt für Briand, aber gegen Laval. Mit anderen Worten: die Rechte wollte die Ausschiffung Briands erreichen, während die Linke der Ansicht war, daß die Politik Briands gut sei. aber im Rahmen der rechtsgerichteten Regierung Laval nicht voll zur Auswirkung gelangen könne. So ergab sich, daß die französischen Rechtsparteien Briands wegen gegen die ihnen an sich genehme Regierung Laval stimmten, während die radikale Linke trotz der Sympathie für Briand sich gegen die Regierung aussprach, dessen Mitglied er ist. Die Kammermehrheit bildete sich aus der gemäßigten Rechten und der Mitte. Man wollte offenbar Briand noch etwas Frist lassen. Viel gefährlicher als die Stellung der Regierung Laval war die Stellung des englischen Kabinetts M a c d o n a l d. Ihm drohte eine Unterlage im Unterhaus, ruf die nur sein Rücktritt folgen konnte. Das von dem Schatzkanzler S n o w d c n eingemachte Bodensteuergesetz wurde im letzten Augenblick durch einen liberalen Äb-änderungsantrag aufs schwerste gefährdet. Und da die regierende Arbeiterpartei nur mit Hilfe der Liberalen eine Mehrheit im Unterhaus zu bilden vermag, mußte man auf das schlimmste gefaßt sein Aher es ist auch diesmal, wie schon so oft, der Regierung gelungen, dieser Gefahr zu "ntgehen, und dies auf eine ganz originelle Weise: der Abänderungsantrag der Liberalen wurde in der Unterhaussitzung aus formellen Grün den für unzulässig erklärt. Alles löste sich in Wohlgefallen auf — bis zur nächsten Krise, die nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. Denn schon in den nächsten Tagen werden die Liberalen ihren Abänderungsantrag in veränderter Form rinbrin-gen. Am gefährlichsten war wohl am denkwür digen Dienstag, den 16. Juni die Lage der deutschen Regierung. Der Rücktritt Brünings schien unvermeidbar. Aber es ist doch anders gekommen, als man allgemein erwartet hatte. Noch einmal hat sich Reichskanzler Dr. Brüning mit der Sozialdemokratie verständigt. Nun fragt man sich, wie lange der beschlossene Waffenstillstand anhalten wird. Niemand vermag diese Frage zu beantworten. Daß die innenpolitische -Entspannung in Deutschland nur einen vor übergehenden Charakter trägt, und daß eine neue Verschärfung der Gegensätze nicht lange auf sich warten lassen wird, unterliegt kaum einem Zweifel. Man muß sich auf das Neuaufflackern der Krise gefaßt machen, in Deutschland noch mehr als in England und Frankreich Diese Aussicht ergibt sich aus der gesamten Situation, gegen die der Einzelne nicht ankämpfen kann und gegen die die Gesamtheit des Volkes als solche anscheinend nicht ankämpfen will. M a r i b o r, 21. Juni. Nächtlicher Uebersall. Am äußersten Ende der Koroška cesta wurde Sonntag gegen 2 Uhr früh ein frecher Uebersall verübt. Als nämlich der Verwalter Franz 2 m a v e c um die genannte Stunde heimwärts ging, sprang plötzlich ein Unbekannter auf ihn, der mit einem gezückten Messer Geld forderte. Žnravec gelang es aber, den Frechling vom Leib zu halten, sodaß dieser schließlich unverrichteter Dinge das Weite suchte. Zwei Einbrüche. In der Nacht auf Sonntag schlich sich ein Individuum in die in der Prešernova ulica 18 gelegene Wohnung der Privaten Katharina Mesareč, von wo es mehrere Kleidungs stücke mit sich gehen ließ. Anscheinen derselbe Täter versuchte sein Glück auch in der Maistrova ulica 13, wo er aber verscheucht wurde. Taschendiebstahl. Ein frecher Langfinger entwendete gestern am Hauptplatz der Besitzerin Marie Ž u n= k o aus Radvanje ein Sparkassenbuch, in dem sich überdies noch ein Barbetrag von 220 Dinar befand. Vom Schlage getroffen wurde in der Trubarjeva ulica der 7jährige Josef Pivec ans Sv. Jurij a d. P. Die Rettungsabteilung überführte ihn ins Krankenhaus. Von einem Motorrad überfahren wurde am Hauptplatz der 6jährige Besitzers sohn Franz S i k o n. Zum Glück erlitt der Kleine hiebei nur unbedeutende Verletzungen. derabend. 21.30: Violinkonzert. — M a i l a n d, 22.10: Kammermusik. — Bu d cist e st 19.20: Zigeunermusik. — 21.20: Konzert des Operorchesters. — Warschau, 20.15: Musikalische Plauderei. — 22.05: Dheaterrevue. — D a v e n try 20.30: Puccinis Oper „La Boheme". — 23: Tanzmusik. Gegen Hartleibigkeit und Hämorrhoiden, Magen- und Darmstörungen. Leber- und Milzanschwellung, Rücken- und Kreuzschmerzen ist das natürliche „Franz-Foscs"-Bitterwasser, täglich mehrmals genommen, ein herrliches Mittel. Aerztliche Prüfungen bei Erkrankungen der Unterleibsorgane haben festgestellt, daß das Franz-Josef-Waffer sicher lösend und immer gelinde ableitend wirkt. Montag, den 22. Juni. Ljubljana, 12.15 bis 13: Reproduzierte Musik. — 17.30: Salon-Quintett. — 2j: Konzert. — Beograd, 20.30: Nationallieder. — 22.20: Konzert. Wien, 21.15: Großes Jugoslawisches Konzert. — 22.30: Populäres Konzert. — Mährisch Q st r a u, 22.15: Konzert. — M ü h I a t-k e r, 21.30: Studienkonzcrt. — 23: Tanzmusik. — Toulouse, 20.30: Sympho-nieorchester. — B u k a r e st, 20: Beethoven Konzert. — 21.15: Kammermusik. — R o m, 21: Klassische Musik. -Prag, 21.05: Lie- Gommers Anfang Der längste Tag, der zugleich den kalendarischen Sommeranfang bedeutet, ist gekommen. Der 2.1. Juni, an dem die Sonne genau 16% Stunden sichtbar bleibt, brachte uns gestern den Sommeranfang. Wie in der ersten Hälfte des Jahres das Wetier im allgemeinen wenig zu den einzelnen Monaten paßte, so erinnerte uns auch der Sommeranfang wenig an die heiße Jahreszeit. Nach jener ausdauernden Hitzewelle bis zum Ende Mai, die zu Rekorddurchschnittstemperaturen in diesem Monat geführt har,, ist ein wesentlicher Witterungsumschwung eingetreten. Wir haben zwar eine ganze Reihe schöner und warmer Tage gehabt. Aber der Juni ist bisher nicht durch eine außerordentliche Hitze ausgezeichnet gewesen Die Weiterbildung war bisher ganz anders als im vorigen und vorvorigen Jahre. Da im allgemeinen nur wenige sich des Wetters in bestimmten Monaten der vergangenen Jahre sich erinnern können, sei daran erinnert, daß 1930 in den ersten Wochen des Juni eine Rekordhitze herrschte, Temperaturen bis zu 36 Grad im Schatten waren nichts Seltenes Auch 1929 brachte einen sehr heißen Junianfang. Die augenblickliche Weckerlage dagegen wird durch Unbeständig feit gekennzeichnet. Es sind keine wesentlichen Anzeichen dafür festzustellen, daß noch im Laufe dieses Monates eine neue Hitzewelle kommt. Allerdings würde dies nichts Ungewöhnliches bedeuten. Denn die Statistik zeigt, daß sich das letzte Drittel des Monats Juni nur durch wenig hohe Temperaturen auszc'chnet Dabei brauch: man noch nicht einmal an solch extreme Fälle zu denken, wie er vor 110 Jahren, 1821, eintrat. Damals brachte der 21. Juni, Sommeranfang, in vielen Teilen Europas sogar noch Schneefälle. Ein solcher Kälterückichlag ist etwas ganz Außergewöhnliches. Denn regelmäßig hat sich u der augenblicklichen Jahreszeit bereits eine so gründliche Erwärmung durchgesetzt, daß keine das Wachstum und die Ernte gefährdenden Kälterückschläge mehr eintreren. Anderseits steht die Zeit der heißesten Tage uns noch bevor. Sie tritt nicht zugleich mit dem Sommeranfang ein., sondern fällt auf die Wochen zwischen dem 20. Juli und dem 20. August Dabei hat man die interessante Beobachtung gemacht, daß langanhal-tende Hitzeperioden fast immer am 20. August ihr Ende gefunden haben. Die Begrün dung dafür, daß die größte Sommerivärme erst einen Monat nach dem längsten Tag Eintritt, ist darin zu sehen, daß erst dann die Erwärmung der Erde durch die Son- nenstrahlen gleich der Abkühlung durch die Wärmeausstrahlung geworden ist. Der Sommerbeginn ist durch die langen Tage bezw. durch die Hellen Nächte ausgezeichnet. Noch mehrere Wochen nach dem 21. Juni kann man kaum etwas von dem Kürzerwerden der Tage bemerken, da es sich hierbei nur um wenige Minuten handelt. So ist beiispielsweise der Tag noch drei Wochen nach dem Sommeranfang nur um eine Viertelstunde kürzer als der 21. Juni. Am 23. Juni beträgt die Tagesdauer nur noch 16 Stunden, um am 10. August auf 15 Stunden zu sinken Das ist dann die Zeit, wo man anfängt, zu bemerken, daß die Abende wieder langsam länger werden. Der kürzeste Tag hat nur eine Dauer von 7.36 Stunden, er ist demnach um 9.10 Stunden kürzer als der längste Tag. Gchwßgefpenst in Windsvk In einem Flügel des Schlosses Windsor spielte sich vor einigen Tagen eine seltsame Geschichte ab. Zwei Soldaten, die in abendlicher Stunde vor dem Schlosse Wache hielten, erblickten durch ein Fenster eine eigentümliche Gestalt. Die Sache schien den Soldaten umso verdächtiger zu sein, als nach ihrer Kenntnis dieser Flügel des Schlosses nicht bewohnt war. Die Soldaten beobachteten darauf sehr scharf die betreffenden Schloßräume und konnte nach kurzer Zeit feststellen, daß die geheimnisvolle Gestalt sich .im Innern des Schlosses noch einmal zeigte. Einer der Posten wurde durch den Anblick des Gespenstes so überrascht, daß er sofort gegen das Fenster feuerte, wobei die Fensterscheiben in Trümmer gingen. Eine sorgfältige Untersuchung des Flügels wurde sofort unternommen. Es konnte aber nichts Verdächtiges festgestellt werden. Die beiden Soldaten gaben eine übereinstimmende Beschreibung der Spukgestalt. Nach ihrer Aussage handelt es sich um einen Mann in Admiralsuniform, der durch die Schloßräume wandelte. Es ist nicht das erste Mas. daß der gespensterhafte Admiral sich im Schloß Windsor zeigte. 1913 ist ein» ähnliche Beobachtung gemacht worden. Dal damals gesehene Phantom sah auffallenderweise genau so aus, wie es 18 Jahre spä:e» von den beiden Soldaten beschrieben wurde Der Seitenflügel des Schlosses war damall von einem Marineleutncmt, James Be auch a m p, bewohnt. Eines Tages schickt« Frau Beauchamp ihr Dienstmädchen mit einem Brief zur Post. Ws das Mädchen durch den Korridor ging, tauchte plötzlich ein» Spukgestalt in Admiralsuniform auf, di« ihr den Weg versperrte. Das Mädchen ließ aus Angst den Brief fallen und fing an z» schreien. Die herbeigeeilte Frau erschrak gleichfalls, als sie die kleine Gestalt eines Mannes in weißer Admiralsuniform erblick te. Die beiden Frauen ergriffen die Flucht, Als Frau Beauchamp sich umdrehte, sah sie den Admiral durch die entgegengesetzte Tür verschwinden. Die zu Tode erschrockene Frau setzte die elektrische Alarmglocke in Funktion Harald Bernkovens blondes Modell Roman van Gert Nothberg. Copyright by Martin Feuchtwanrer, Halle a. d. Saale, 60. Fortsetzung. ,Jch werde bald im ewigen Frieden sein, lieber Herr Doktor! Mich kann eine mitleidige Lüge nicht täuschen." „Wie dürfen Sie so sprechen? Sie sind jung, Fräulein Alsen, und Jugend hat das Recht auf das Leben," Sie schwieg. Jugend hatte das Recht auf das Leben? Warum waren dann Harald Bernkovens schöne Kinder gestorben? Und sie. sie hatte sich doch so oft nach dem ewigen Frieden gesehnt; für sie besaß der Tod keine Schrecken mehr. Aber eine große, reine Sehnsucht war in ihr! Und diese Sehnsucht rankte sich um Bernkovens kraftvolle Persönlichkeit, gipfelte in dem Stolz, ihm noch einmal etwas gewesen zu sein. „Ich will mit Harald Bernkoven sprechen! Wollt ihr ihn rufen," bat sie eines Tages. Und Treber rief telephonisch an. „Wir erwarten dich heute mittag, Bernkoven Mach' es unter allen Umständen mög- w „Zu freundlich von euch; doch ich stecke mitten in Reisevorbereitungen. Wußtest du nicht, daß ich Lord Haverdale nach England begleite? Der Aufenthalt wird dort voraussichtlich mehrere Monate dauern." Treber erschrak. Monate? Dann konnte es zu spät sein. Durch Doktor Gerlach wußte er genau, wie es um. Rea Alsen stand. „Bernkoven, eigentlich sollte es eine lieber raschung sein. Die Dame — du weißt schon, möchte dich sprechen. Sie ist hier." Einen Herzschlag lang wer cs still; dann sagte Bernkoven: „Ich komme!" ♦ Und Bernkoven kam. Er war erstaunt, daß niemand ihn empfing. Nur der Diener nahm ihm nach einer tiefen Verbeugung seine Sachen ab. „Herr Professor möchte die Güte haben, einstweilen hier einzutreten." Grüne Dämmerung herrschte in dem schönen, großen Raume. Vor den Fenstern hingen Zweige wilden Weines. Goldig iandte die Sonne ihre Strahlen in diese grüne, verträumte Dämmerung. Das schöne, alte Familiensilber der Trebers blitzte auf der Tafel, auf dem Büfett und auf der Anrichte. Gelbe, süß duftende Teerosen verbreiteten ihren matten Duft. Am Fenster rechts lehnte eine schlanke Ge-, statt. Rotgolden funkelte das Haar in dem neckischen Spiel der Sonnenstrahlen. Bernkoven verneigte sich grüßend. „Sie wollten mich sprechen? Da bin ich?" Die Dame trug wieder die schwarze Maske, und Bernkoven fand es plötzlich herzlich überflüssig, dieses Tragen der Maske. Warum verstellte die Fremde sich auch jetzt noch? Zwei zitternde, schmale Hände lösten dm schwarzen Sammet vom Gesicht, und eine Stimme erklang, lieb und vertraut: „Ich wollte dich noch einmal sprechen, Harald Bernkoven!" „Rea! Du warst es! Darum verschmolz dein Andenken, das bisher trotz allem mein Heiligtum gewesen, mit der fremden Frau. Wie konnte ich auch nur eine Minute lang an eine Ähnlichkeit glauben? Solch goldenes Haar hast nur du!" Er hielt sie in den Armen, küßte sie wie einst. »Reh. ich habe dich wieder! Nun ist alles gut! Reh, wie konntest du so grausam lange schweigen, Warum hast du mich allein gelassen? Warum gingst du damals? Was trieb dich fort? Die letzten Jahre wären nich1 in meinem Leben, wenn du mich nicht verlassen hättest, Reh!" Rea senkte den Kopf, flüsterte: »Ich ging, weil ich dich zu sehr liebte, weil es Sünde war, und — weil — dein Kind nicht wissen durfte, wer sein Vater war!" Bernkoven hob Rea zu sich empor.' „Was hast du gesagt, Reh? Sage, daß ich mich geirrt habe! Sage, daß das nicht wahr ist, was du eben gesagt hast. Reh!" rief er außer sich. Die lerdvollen Augen des jungen Weibes gaben Antwort: „Es ist Wahrheit!" „Reh! Und du warft immer allein! Re* wie soll ich das je gutmachen. Und — wo - ist —?" »Tot! Es hatte so goldige Tugen. Ich wußte immer, daß es nicht lange auf der Welt bleiben würde, mein kleines Mädchen." Bernkoven küßte die zarte Frau in wahn« sinnigem Schmerz. „Reh! Warum blieb mir nicht wenigstens dieses Kind?" „Dein anderes liebes Kind hatte dasselbe Recht! Der Herrgott hatte es so bestimmt. Der Mensch hatte sich zu fügen", sagte Re# ergeben. Erschüttert hielt er sie fest. „Du bist so furchtbar blaß, Reh!" „Ich bin restlos glücklich, Harald! Genüg! dir das nicht?" Grün senkte sich die Dämmerung auf sie, dichter, wohliger, und ringsum war tiefste Stille. ♦ Der Lord mußte allein abreisen. Harald Bernkoven vertröstete ihn aus später. Vor« erst gehörten seine Tage, jede Stunde ge< Sport vom Sonntag Festtag der SelchtatMetif Drei neue slowenische Rekorde beim internationalen Meeting des SK Železničar Festtag Der Leichtathletik! Der Rahmen, fn dem das hiesige internationale Meeting der Eisenbahner abgehalten wurde, war großzügig. Der erzielte Erfolg der heimischen Leichtathletik ist nicht hoch genug ein zuschätzen. Ueberdies überraschten noch die ausgezeichneten Leistungen der heimischen Wettbewerber, die in einzelnen Disziplinen ganz Hervorragendes boten. „Rapids" gewiegte Mannschaft zeitigte in dieser Hinsicht die schönsten Erfolge, wenn auch die Eisenbahner und einzelne Leute des SK. Marathon nicht zu unterschätzen waren. Einem außergewöhnlichen Interesse be-gegneten die Athleten des G. A. K, die dies mal mit fünf ausgezeichneten Wettkämpfern zugegen war. Auch „Primorje" war vorzüglich vertreten. „Ilirija" mußte sich trotz guter Einzelleistungen mit dem Placement hinter „Rapid" begnügen. Die Ergebnisse: Hochsprung: 1. llnfahrer (GAK,) 1.75; 2. Zgur (Primorje) 1.70; 3. March (Prim) 1.60; 4. Gutmaier (Rapid) 1.60. ' Stabhochsprung: 1. Oroszy (II.) 2.00; 2. Smerbelj (Marathon) 2.90; 3. Zupan (železničar) 2.80. 200 Meter: 1. Mesarek (Rapid) 25 4; 2. Kovačič (Prim.) 25.5; 3 Stropnik (Žel.) 25.6. Kugelstoßen: 1. Kamput-sch (GAK.) 12.50; 2. Jeglič (Jl) 11.47; 3. Cerkovnik (Prim.) 10.82; 4. Rak 1 (Žel.) 10.51. M a r i l> o r, 21. Juni. Weitsprung: 1. Sorče (Prim.) 6.51 (neuer Rekord!); 2. Helfrich (G.A.K.) 6.41; 3. Dannei (G.A.K.) 6.04. 1500 Meter: 1. Margreitner (G.A.K.) 4:25.1; 2. Lejka (Prim.) 4:30.4; 3. Sonkal (Jl.) 4:41.6. Diskuswerfen: 1. Kamputsch (G.A.K.) 39.15; 2. Stepišnik (II.) 38.80 (Neuer Rekord!); 3. Jeglič (II.) 32.78; 4. Rak (Žel.) 31.52. 5000 Meter: 1. Margreitner (G.A.K.) 16:49.6; (2. Krevs (Prim.) 16:51.4 — neuer Rekord disqualifiziert); 2. Podpečan (Žel.) 17:20; 3. Senčar (Jl.) 17.58. 100 Meter: 1. Helfrich (G.A.K.) 12.2; 2. Kovačič (Prim.) 12.4; 3. Stropnik (Žel.) 12.5. 400 Meter: 1. Sorče (Prim.) 54,7; 2. Tan nel (GAK.) 55; 3. Gutmaier (Rap.) 56; 4, Rat 2 (Žel.) 57. Im Diskuswerfen und Weitsprung wurde eine neue Bestleistung von Slowenien geschaffen, während der neue Rekord über 5000 Meter wegen Behinderung des Neben läufers nicht anerkannt werden dürfte. Die Jury mit Sektionsleiter Herrn F i-s ch e r an der Spitze funktionierte vorzüglich. Im Gesamtplacement erzielten GAK, 37, Primorje 30, Rapid 16 (2 erste Plätze). Ilirija 16 (ein erster Platz), Že lezničar 6 und Marathon 3 Punkte. Sttlttelfcbtiler schwimmen Gelungenes Propagandaschwimmen des SSK Maribor Die Realschule gewinnt den Pinter u. Lenard-Preis Unser idyllisches Jnselbad stand heute ganz im Zeichen des Erstauftritts unserer Mittelschüler, Wenn auch der plötzliche Welterumschlag so manchen Wettbewerber zu Hause ließ, so hatte sich zu den Schwimm-Meisterschaften doch eine stattliche Zahl von vielversprechenden jungen Leuten eingesunden, die der Veranstaltung ein flottes Aeu- Fünf Soldaten von der Schloßmache kamen zu Hilfe. Alle fünf behaupteten später, einen Admiral gesehen zu haben Nachdem Frau Beauchamp sich beruhigt hatte, erklärte sie kategorisch, daß sie in der Spukgestalt den Admiral Nelson erkannt habe. M a r i b o r, 21. Juni. ßere gaben. Im Vordergrund standen bald die Realschüler. die mit einer auserlesenen Mannschaft am Start erschienen waren. Qualitativ ausgezeichnet waren ferner die Handelsakademie, die Lehrerbildungsanstalt und das Gymnasium vertreten. Schon nach den ersten Konkurrenzen machte sich die Heber-legenheit der Realschüler immer mehr geltend, wenn auch die übrigen Anstalten fast immer wieder den ersten Platz davontragen konnten. Waren es P a h o r, Zdenko und Jlko P o l s a n e c, 8 k a p i n, K u n r und Z a l o 2 n i k, die den Sieg der Realschule entschieden, so dominierten von den übrigen Košak (Gymnasium), Jandl (Lehrerbildungsanstalt) und Kožuh (Handelsakademie). Nachstehend die Ergebnisse: 200 Meter Freistil: 1. Kosak (Gymnasium) 3:16,4; 2. Pahor (Realschule) 3.45,3. 100 Meter Rücken: 1. Kožuh (Handelsakademie) 1:42,5; 2. Založnik (R.) 1:57,8. 50 Meter Freistil: 1. Jandl (L.) 32.1; 2 Poljanec Jlko (R.) 36; 3. Kunc (R.) 34.4. 200 Meter Brust: 1. Kožuh (H.) 3:46.9; 2. Poljanec Zdenko (R.) 3:50; 3, Storch (R 3:59.4. 50 Meter Rücken: 1. Kožuh (H.) 47.2; 2 Jandl (L.) 51.8; 3. Škapin (R.) 53.6. 100 Meter Freistil: 1. Jandl (L.) 1:24.9; 2. Kunc (R.) 1:1:28.2; 3. Pahor (R.) 1:32. 100 Meter Brust: 1. Kožuh (H.) 1:42; 2. Škapin (R.) 1:43.8; 3. Poljanec Zdenko (R. 1:46.1. 4X50-Meter-Staffel: 1. Realschule (Kunc, Pahor, Poljanec, Škapin) 2:13; 2. Real schule. Nach dem Wettschwimmen fand ein Wa ter-polo-Match statt, welches eine Reprastn tanz von Mittelschülern gegen die Real schule nach äußerst anregendem Spiel mit 2:1 gewinnen konnte. Im Gesamtplacement steht die Realschule mit 82 Punkten an erster, die Handelsaka demie mit 32 an zweiter, die Lehrerbildung: anstalt mit 23 an dritter und das Gymna sium mit 8 an vierter Stelle. Der siegrei chen Mannschaft überreichte in einer ffnni chen Ansprache Herr Professor S e u n i f die herrliche, von der Firma Pinter u. Le nard gestiftete Schwimmerstatue, hörte Rea, die mit großen, strahlenden Augen in ein besseres Leben hinüberträumte. Sie war Harald Bernkovens Frau! In diesem Glücksbewußtsein schlief sie an einem traumhaft schönen Abend hinüber. Nur Harald war bei ihr, hielt sie in den Armen, küßte sie, von übergroßem Schmerz bezwungen. „Ich habe dich namenlos geliebt!" Nur ein Flüstern war es noch; dann war es vorüber. Und Harald Bernkoven saß da, hielt sie noch immer in seinen Armen, und durch sein Inneres wütete die verzweifelte Frage: „Warum nimmtst du mir alles, Allerbarmer da droben? Warum zeigst du mir nicht Barmherzigkeit und ließest mir Reh?" „Wir haben es ja alle gewußt, Harald! Sei doch nicht gar so verzweifelt! Gönne ihr den Frieden!" sagte Treber, dem selber die hellen Tränen über das gutmütige Gesicht rannen. Er blickte besorgt in Bernkovens Gesicht, das wie versteinert schien. „Du hast noch etwas — etwas Großes, Heiliges: deine Kunst! Tu bist ein Avser-wählterl" Mit einem furchtbaren Blick sah Bernkoven ihn an; dann brüllte er auf wie ein todwundes Tier: „Ein Auserwählter? Sage das Wort nicht noch einmal. Treber! Ein Gezeichneter bin den ich. denn das Glück ze I 1 h wir unter Händen, immer und immer wieder!" Da sagte Treber n>rv - 1r-er er ^ den Freund keine Minute allein! Schläfen auf den Bernkovens Haar war an den ergraut; ein tiefer Schmerz lag schönen Zügen. An einem Herbstlage- reiste er nach England. Dort erstand unter seiner Meisterhand das Bild der Lady Viridis, das bisher in der Ahnengalerie der Haverdales gefehlt hatte. Un der geniale Künstler legte in die sündhaft-schönen Züge dieser Frau eine Grausamkeit, die den Beschauer frösteln machte und die dem Bilde den besten Wert verlieh. Die ganze Grausamkeit. Re das Leben gegen ihn selbst ausgespieen, die hatte er in das reizende Gesicht der schönen Verbrecherin hineingelegt, — Ende, — Fußhall-Glaawmeifterschajt „Ilirija" siegt gegen „Concordia". — „Hajduk" neuerdings in Zagreb geschlagen. In der gestrigen Runde der Ligenkämpfe ist es nun auch „J I i r i j a" gelungen die zwei ersten Punkte an sich zu bringen, wenn auch der vorjährige Meister „C o n c o r-d i a" der Gegner war. Das Ergebnis lautete 4:2 (i:l). Eine weitere lleberraschung brachte die Begegnung „G r a d j a n s k i" ,, H a j d u £", aus der die Zagreber mit 2;'l (0:1) als Sieger hervorgehen konnten. Weitere Resultate der Ligenspiele sind: „Gradjanski" (Osijek) gegen „Vojvodina" (Novi Sad) 5:1, Sand gegen Pančevo 6:2, B. S, K. gegen Sašk 5:2 und Mačva (Za-bac) gegen Slavija (Osijek) 5:2. Die Führung in der westlichen Liga hat nun „Gradjanski" mit 10 Punkten übernommen., Es folgen „Concordia" mit 9 „Hajduk" mit 4, „Hašk mit 3 und „Primor-ie" und „Ilirija" mit je 2 Punkten. Mops ist bei Pinier! ..'icjuch Pinterling nimmt aus einem Schubfach eine -Schußwaffe und zeigt sie seinem Freunde. „Das ist ein seltener alter Revolver", sagt Pinterling, „er stammt noch von den alten Römern." „Aber die alten Römer kannten dcch noch gar keinen Revolver", meint Mops. „Eben deshalb" erwwert Pinterlina, „ist dieser Revolver ja auch jo klien* " '' KreiSmeisterMaft öer Radfahrer Stefan Rozmans 25. Sieg. Das heute auf der 74 Kilometer langen Rundsträcke Maribor—Fram—Hajdina—So. Lenart—Maribor ausgetragene Radrennen um die Meisterschaft des Mariborer Unterverbandes, nahm einen wohlgelungenen Ver lauf. Den Sieg halte sich R o z m a n, der somit seinen 25. Sieg feiern konnte. Seinem neuerlichen Antritt beim größten österreichischen Rennen Wien—Graz sieht man daher mit umso größeren Interesse entgegen. Der Einlauf geflötete sich wie folgt: Senioren: 1. Rozman (Perun) 2:18.15; 2. Sah (Edelweiß) 2:20.43; 3. Faninger (Pastela) 2:24.44; 4. Štrucl (Perun) 2:25.58; 5. Cotič (Poštela-Tezno) 2:39; 6. Ledinek (Edelweiß) 2:39.5; 7. Smeh (Edelweiß) 2:49. Junioren: 1. Mavrič (Perun) 2:24.9; 2. RuLič (Poštela) 2:49,53; 3. Hetz! (Edelweiß) Für den Sieger stiftete die bekannte Sport artikelfirma Divjak einen wertvollen Ehrenpreis. Außerdem errang L a h den Preis für den besten Waffenradfahrer. Nach dem Rennen bewegten sich die Renn fahrer in einem stattlichen Umzug mit der Feuerwehrkapelle aus Pekre an der Spitze in die Stadt, wo ihnen allseits begeisterte Ovationen zuteil wurden. Für die klaglose Durchführung des Rennens machten sich vor allem die Herren Se5ntf ür<>foÄ unh rn> „ » f „ t,; a sowie Herr M i s l e j, der ein Motorrad zur Verfügung stellte, besonders verdient. 3nternaiiona!e Ringkämpft M a r i b o r, 21. Juni. Die der beiden letzten Runden nahmen folgenden Ausgang: O r s o w s k y schlug in der ersten Minute den verletzten Zagreber K r a j c e v i č. Frank gelang es nach langem und schweren Kampf E s o n-t a s auf die Schulter zu bringen, während Tom S a y e r gegen B o g n a r einen Blitzsieg landen konnte. Gestern behielt O r. s o w s k Y gegen E s o n t a s die Oberhand. Tie Begegnung B e l i č — B o g-n a r mußte wegen einer Verletzung Belte' abgebrochen werden. Im Schlußkampfe unterlag F r a n k dem Neger S a y e r nack härtestem Kampf. Um die Meisterschaft des Draubanats. E e l j e, 21. Juni. Im ersten Kampf um die Meisterschaft des Draubanats gelang es den „Athletikern" gegen die Mannschaft des SSK. Maribor einen überraschenden 2:1 (1:0)-Sieg zu erringen. Die Kinder - Olympiade, die Sonntag vormittags im Stadtpark statt fand, war auch heuer trotz der ungünstigen Witterung sehr gut besucht und nahm einen recht flotten Verlauf. Einen näheren Bericht über die Veranstaltung bringen mit in unserer heutigen Nachmittagsausgabe, Aus aller Well Verwegener Raubübersall bei Lodz. Lodz, 20. Juni Donnerstag mittags erschienen bei einem Bahnübergang sechs Männer, die sich für Geheimpolizisten aus-gaben und den Bahnübergang absperrten. Sie erklärten, sie seien Polizeibeamte und hätten die Aufgabe, den Bahnübergang zu bewachen. Als der Kassier einer Lodzer Firma Ernst Michel mit 27.000 Zloty in einer Aktentasche den Bahnübergang passierte, überfielen ihn die Männer, rissen ihm die Tasche aus der Hand und verschwanden in einem bereitstehenden Auto. Als der Mann um Hilfe schrie und die Passanten dir Verfolgung aufnahmen, gaben die Räuber einige Revolverschüsse ab. Die Polizei erwiderte das Feuer und verletzte einen Banditen schwer. Doch sind die Banditen spurlos verschwunden. Die Opfer des St. Philbert". P a r i s, 20. Juni. Nach den Feststellungen des Magistrats von Nantes hat die Zahl der Opfer der Schiffskatastrophe bereits 400 überschritten ohne Einrechnuno der umgekommenen Kinder und der Mannschaft. Man muß daher damit rechnen, daß die Gesamtzahl der Opfer 550 bis 580 beträgt. . Ein zweiter Fünsjahrplan für die Sowjet-landwirtschaft. Moskau, 20. Juni Im landwirtschaftlichen Kommissariat wurden bereits die Vorarbeitungen für einen neuen Fünfjahrplan für die Sowjetlandwirtschaft ausgearbeitet, der sofort nach der Verwirklichung des ersten Fünfjahrplanes in Kraft treten 'oll. Die ausgearbeiteten Projekte werden im Herbst durch den Kongreß der kommunistischen Partei geprüft und bestätigt werben. Der neue landwirtschaftliche Fünfjahrs plan soll am 1. Jänner 1933 beginnen. Es wird erklärt, daß die Sozialisierung und Mechanisierung der Landwirtschaft bereit! 'n einem größeren Maßstab verwirklicht worden sei als man im ersten.Fünfjahrplan vorausgesetzt hatte. In der neuen ländwirt-chaftlichen Fünfjahrperiode werden drei Programme in den Vordergrund treten, u. zw. die Elektrifizierung des Dorfes, Schaffung von landwirtschaftlichen Industrien und Organisierung der chemischen Prodn'-tion. Max trinkt kein Wasser Aus Prinzip „Niemals in meinem Leben ist ein Tropen Wasser in meinen Mund gekommen." „Aber Sie putzen sich doch die Zähne?' „Freilich." „Da müssen Sie doch Wasser nehmen." „Nein , lacht Max, „Dazu habe ich einen dichte» PyrdAKs-* t> „Mariborer Zeitung" Nummer 164; ■rag—TffMWWWHIIMyii i'lttlllll «BEMH— Christian geht nadi HöHyöDööä Roman von Werner Scheff Copyright by Novissima-Verlag, Q. m. b. H., Berlin SW 61, Belle-Alllance-Straße 92. 2 1 Lore war besonders müde, legte sich auf ihre Coatsh und schlief ein. So überhörte sie ib’\irlborslca tiskarna« In Maribor. - Für den Herausgeber und den Druck verant-