^'lttft^ Dienstag den 11. December 1832. An das wohlthätige Uublieum ?u Naibach. ^ie schon seit mehrcrn Jahren hierorts bestehende löbliche Eitte, sich rcn den lästigen N euja Hrs-Gra tula tionen durck Abnahme der Clloßkartcn beim Armcni,,si,tute zu entbinden, veranlaßt dle ArmeninsiitutS» Eommission das wohlthätige ^udllcum La,bach's auf den herannahenden Jahreswechsel nnt der Bitte aufmerksam zu wachen, der vovbelobten Eilte noch ferner huldigen, und durch zahlreiche Abnahme dcr Eriaßkarten ergieblge Gaben zum Besten dcr Stadlarmcn darbringen zu wollen. Diese Erlaß karten können von heute angefangen, im Comptoir des Arwcninslituts-Eaters, Herrn Leopold Frörentcich, gege,i den gewöhnlichen Erlog von 20 kr. füt die Person, ohne jedoch der gewohnten, bisher so rühinlich bewiesenen Großmuth der mlldlha-ligen Stadtinsaffcn Schranken zu setzen, erhoben werden; nur rvolle jeder Abnehmer die Ge« fälligkctt haben, b?l Abholung dcr Erlaßkartc, semen Namen deutllch ycschricden, abzugeben, damit dieser ln das gedruckte Verzeichmß dcr Neujahrs ^ Gratulanlcn, welches d,e Namen alltr samint der Angabc dcs nngegangenen Gesainmtbctragel; enthalten, und mn dcr Laibacher Zei« lung erscheinen wird, gehörig aufgenommen werden könne. Denjenigen W,'hl^alern des ^aibacher Armenwe'cns, welche allenfalls gesinnt sind, sich auch noch von den Wunsche,» ;u Gedurts- und Na in e n s fe ss e n, für das laufende Mllitarjahr loszusagen, diene es zur Nachricht, daß auch die dießfcilligcn Erlaßkarlen, das Stück ebenfalls pr. 2n kr., bei dem h,esigen Ar^envater und bürge,!. Apotheker, Herrn I o« scph Wagner, am Hauptplatze Ha us-Nr. ä, nvck ,mmer zu baden sild, und daß auch die Namen d^r dleßfalligen Abnehmer durch das Zeitungsblatt zuv allgcmelncn Kenntniß werden gebracht werden. Von dcr Armeninsiituts- Commission zu kaibach den 7. December i632. N a i b a ch. Die aus Tyrol kommenden, auf dem Mar« scht nach Griechenland begriffenen k. daierischcn Truppen sind bcrcics in der Nicdlung nach T,ricst, in Kcirnten und Kroin eingetroffen. Die erste Ab» jheilul'g, bestehend auK dcm ersten B^lüislon des sechsten Infanterie. Regiments, Herzog Wilbelm, bri lrclchem sich auch der k. baienscde General Ma. j«l ^reihevr ron Hcrtling, als Odcrcen,mancant, desindct, hatte ihr erstes Nachtquartier zu Obcr-drauburg am 3. December. Ihr folgte am 5. De« ccmber das zrrcite BataiNon dct' k. Ilttal'tcrie-Re-giments König Otto», und am 7. das erste Bataillon des loten Infanterie - Regiments mit cincr kpfundigen Fußballer,?. Die weiter« Nachtstatio. lien waren Sacl'scnburg, Patcrnion, Villach und Würzen. Die erste Abtheilung trifft am 12. Dc« center in Laibach ein, no s>e Ralitag ^lt. /ia2 G e u t s ch I a n V. . Zu München werden (dem baierischen Beob« «chter jüfolge) allseitig Unsialten zur Alircise getroffen. Hr^ Generalmajor v. Heidegger geht am i. , December ad, daxn folgt die Regentschaft und des Gesandtschaftspersonal. Se. Majestät der König Otto wird am 5. die Reise/ und zwar in Gesell, schaft seines Bruders, des Kronprinzen königl. Ho« hett, nach Neapel antreten, und dort dein Ber« nehmen nach so lange verweilen, bis die von Triest lnit den Truppen absegelnde Flotte sich bei Brin« disi besiildct, wo dann der Monarch sich gleichfalls einschiffen wird. Mehrere Blatter, auch die neueste Frankfurter Ob^r. Postamts - Zeitung, schreiben vom Main vcm i5. November: „Es wird aus guter Quelle versichert, daß dalauf Bedacht genommen werde, f«r einen eventuellen Hall eine deutsche Odscrva« tlailäarmee am Oberrheine aufzustellen. Wie man hört/ würde vorerst das achte Armeekorps der Bundeötruppen, das aus den Kontingenten von Helfen«Darinstadt, Baden und ^ürtemberg be« ficht, eine solche Bestimmung erhalten. Dlc Zu» sammcnzichu.ng frailzosis^er Truppen in der Gegend van Strahburg soll dazu Veranlassung gege-hcu haben.« (B. v. T.) V e l g l e n. (Aus Än t w erp ener B lä ttern vom 22. Nov.) Das Mllttair» Hospital von Antwerpen ist gestern nach Mecheln verlegt worden. Es waren 24 bis 25 Wagcn nut brauten angefüllt. — Eö ist noch kcmeswegs von einer Aufforderung die Rede. Das Belagerungsgeschütz wild erst heute Abend oder morgen erwartet. Dle Aufforderung wird erst nach E^Nnung der Ärbeilen erfolgen; auch wech man nlU)t, ol) deren bloß eine oder mehrere gemacht werden solleil. Heute sino viele belgische Truppen ln die Stadt eingerückt. Sie loinmen von der Gränze, wo sie ourch franzosische Soldaten abgelöst wurden, ^wis^en Merxein uno ocr Gran^ ze sollen i^>,000 ^r.u>zo!c,l !liuartlerung soll sehr druckend sur o>e Üewoh« n-er des ^anocs seyn, welche sil) keineswegs über die Ankunft cer ^ranzosi'n frcue». -» Die Nachricht von rer Wegn.n),ne eltieö franzolilcheil Kutters durch eine Hollän0l>che Fregatte wird cur^ ^rloat« briefe bestätigt. Die Holländer demoliren alle Häuser auf der flandrischen Spitze. General (öi)ai.se M niH 20 Kanonen daselbst aufpflanzen lassen. — Nach Aussage mehrerer Officierc vom Genie wird man sich zuerst der Spitze von Flandern bemächtigen, und zu dem Ende einen Deich zu Burcbt durchstechen, um die Spitze von Flandern umgebenden Gewässer abzuleiten. — Es ist bisher gar kein Gcfcckt zwi' schcn Kriegsschiffen vorgefallen, und die englische Ulid franzosische Ilocte oaben Befehl, jedes fcind. selige Zusammetitleffcn zu vernieiden. — Die del. gifchc Besatzung oer St^dt Antwerpen bcträgt in diesem Augenblicke nicbt über 5nc>c) Mann; allein in zwei Stunden könnte ein belgisches (Zorpö von i5,o«o Mann in der Stcidt versammelt seyn. ^— Die in der Richtung von Vliessingen gehörte Kanonade scheint von einem Kampfe zwischen den Bcl» giern und Holländern hergerührt zu haben, die ci« l>?n Dcich bei Licfsenshoek durchstechen wollten. —^ Die i.'ootsen, welche gcstcrn von der untern Schel» de angekommen sind, berichten, daß das Linienschiff „Zeeunj" vcn 90 Kanonen sich zu Batz be< finde, und das übrige Geschwader noch seine alten Posten inne habe. — Es kamen wieder drei mit Lcbellsm'Ucln deladene Schiffe an. — Die vereinigten Gscadren haben wieder eilf hoNändische Schiffe weggenommen. Aus Gent vom 24. November. Gestern brachte eine Staffelte aus dem Hauptquartiere eci Generals Niellon, wie man versichert, dic Nachricht, daß die Holländer einen Angriff auf ccn Pont de Paille (Stroobruegh) bei M.Udeghem ge-macht haben, aber durch ein lebhaftes Klcingc-wehrfeuer der dort cantonnirenden Truppen dei 6ten Linicn-Regin.ents zurückgetrieben worden sind. Gleich wurden Befehle zum Abmärsche g?geben, und heute Morgens sehr früh brachen drei Batail» lone Infanterie, eine halbe Escadron Jäger, un> die »Ite Artlllcriebatterie nach Maldeghem auf. Gegen 6 Uhr ging General Nicllon init eincni Thei' lc scincs Generalstabes nach der Gränze ab. — S« eben vernehmen wir, daß die Holländer gestern Adcndü vkl (6^lloo gelandet sind, und den Deich auf eine Weise durchstochen haben, daß dadurch die Ginnahme deS bis jeht unbesetzt gebliebenen Forts St. Marie verhindert wird. Da^ ute zu St. Nicolas stationirle französische Linienregiment hat gleich Befehl erhalten, sich in Eilmärschen nach dem bedrohten Puncte zu begeben. — Briefe aus dem Doel melden, daß am 25. um 10 Uhr Morgens nach einem Sign.ilschusse cin Detaschemettt Holländer plötzlich auf den Deichen de? Polders St. Anne'Keetnisse erschienen ist, und dieselben durch- 4o3 siechen hit. In Folge dieses Bruches steht der Pol. der unter Wasser. Dec! ist ebenfalls bedroht. Aus Antwerpen vom 25. November. Bis zu dieser Stunde (24. um /,, ')2 Uhr) ist noch kein belgischer Posten im Fcstungsbcrcichc von den Franzosen abgelöst worden. Dies Alles wird zu einer und derselben Zcit und erst dann geschehen, wenn die Belagcrungsarbeiten beendigt sind. — Man weiß jetzt auf offiziellem Wege, daß 45,000 Holländer zwischen Breda und Bergen,op« Zoom konzentrirt sind, und zwar mit dem augenfälligen Plane, eine Diversion wahrend der Bclagerungs« Operationen auszuführen. Binnen 24 Stunden können denselben 25,«nc> Mann Franzosen, die sich mit dem rechten Flügel auf die belgische Armee siühen, entgegen gestellt werden. — Die Arbeiten gegen die (Zitadelle, welche man so rascd und ener» gisch vollendet zu sehen erwartcte haben noch nicht begonnen, und man weih selbst noch nicht, an welchem Tage dies geschehen soll. Dicsc Zogerung seht .Jedermann «n Erstaunen, und veranlaßt tausend verschiedene Vermuthungen. (PH are.) Wir erfahren, daß ein französisches Dctaschem?nt l)is zum Dorfe Zundcrt an der äußersten Gränze rekognoszirte; die hollandischen Truppen, welche 5iesen Punct beseht hielten, und Von einem Offizier befehligt waren, nahmen so« gleich die Flucht und ließen mehrere Gewehre zu« rück. Der Offizier ließ seinen Tschako und seinm Degen zurück. Ungefähr 2000 Mineurö sind seit drei Tagen beschäftigt, in unserer Umgegend Schanz« körbe zu machen. Dicsc Zahl genügte nicht, denn gestern war auch ein Theil der Linie damit beschäf. tigt. Unscrc sdie belgischen) Soldaten erraten zwei neue Batterien am Hafen, der Tete de Flan, dre gegenüber. In der (Zitadelle hat man die gcm. ze Nacht den Klang der Trompeten und Klarinet, ten vernommen. (Mg. Z.) Die französische-Armee war am 22sten folgen« der Maßen aufgestellt: Avantgarde, Herzog von Orleans, auf der Straße von Breda nach Roseu« daal, Hauptquartier Brasschaet, 2ostes leichtcg Regiment, »stes Husaren, istes Lanzicrs. — ,sse Division: General Sebastian!, am linken Schel. deufer; Hauptquartier St. Nicolas, iste Brigade: General Harlct, ntcs leichtes, 5tcs Linien-Ro glment. 2te Brigade: General Rumigny, Ltes und ihtes Limen'Regiment. — 2te Division: General Achard, auf der Straße von Tornhout nach Ber. sen.op-Z^om; Hauptquartier Echooten. isteBri-eade: Gcnersl Castcllane, Stes leichtes und »Htcs Linien «Regiment. 2te Brigade: General Woirsl, 22stcs uno 3^stes Linien. Regiment. 5tc Division: General Iamin, bei Mecheln und lZontich; Haupt« quartier ssontich. iste Brigade: General Zöpfel, l<)tcs leichtes und lLtes Linien - Regiment. 2te Brigade: General Georges, 52stes und 5üstcs Linien-Negiment. — /,te Division: General Favre, auf dem rechten Ufer der Scheide und des Rüpel , Hauptquartier Hemixen. »sie Brigade: General Rapatel, 7tes und 25stes Linien-Regiment. 2tc Brigade: General Hemicourt, 6tes und 65stes Linien «Regiment. — lZavallerie« Brigade des General Lawoestine, auf der Straße von Bergen«op» Zoom, 7tcs und Ltes Regiment Chasseurs. — Brigade des General Simoneau, in (Zoniich, 4te>5 ,s Stolzes, einelt Theil der Sitzung von iL52 gebildet zu haben." — Don Herrera überreichte dem Könige in einer Pri-vataudicnz sein Beglaubigungsschreiben als ausscr« ordentlicher Gesandter der Republik von Sentral» Amerika. (B. v. T.) 4"4 V o r t u g a l. Die neuesten Berichte aus O P o r t o, in cngli» schcn Blattern, gehen bis zum 16. November. Der Falmouthcr Korrespondent des Globe schreibt: »Das Dampfboot Liverpool kam iicscn Morgen aus Oporca an, das es am »6. d. verlassen hatte» Die Miguelistcn hatten fortwährend Rüstungen gemacht, um Oporto am i5. November zu bombar» Viren. Don Miguel hat alle seine disponiblen Streitkräfte zusammengezogen, um einen Haupt-schlag gegen die Stadt auszuführen. Mehrmals äußert« er zuversichtlich: bevor die Senne des i5. November untergegangen sey, werde sein rcbelli. scher Bruder sein Gefangener seyn. Ehe ader n»ch der i5. angebrochen war, erhielt er ein mächtiges Argument, kaß seine Worte bloß 3uft sind. Die Belagerten hatten, zur Vereitlung der Entwürfe Don Miguels, einen tapfern Ausfall vorbereitet» Am »4. früh um 6 Uhr rückten 2rei Bataillone, begleitet von den im Dienste Don Pedro's beftn^li« chcn Englandern, unter dem Commando desObri, sien Schwalbach gegen Villanova vor, marschirten van allen Seiten M die Stadt ein, und umringten die Miguelisten, die über diesen unerwarteten A,i> gziff der Pedristen sehr erstaunt waren, und einige Zeit brauchten, ehe sie sich von dem Schrecken er. holen konnten. Die Pedristen benutzten dieß, und begannen ein heftiges Feuer auf ihre Gegner, un. terstützt von den Batterien vom Serrakloster und von Oporto. Indessen hatten die Miguelisten sich wieder gesammelt, und versuchten einen Angriff, wobei ewe Zeit lang bloß mit dem Säbel und dem Bajonnelte gefochten wurde. Dann wurden die Flinten wieder geladen, und von beiden Seiten heftig gefeuert, bis 2 Uhr Nachmittag, wo die Miguelistcn total geschlagen und gezwungen wurden, Villa« nova zu räumen, wobei die Pedristen 260 Gefangene machten, worunter zwei Obnstlieutenants, Nnd mehrere andere Ossiziere. Die Zahl der Tod. am i.No»c>nocr von i)in ^'gyptiern beseht, >v»)!« den seyn. Diese Nachritt scheint die Abreise de3 Grc>si. wesirs zur Armee beschleunigt zu haben. Derselbe ist am U. d. M. v^.'n Scutari >»ack Kutahiik aufgebrochen, welkes zum Saminelplatz oer lal)l« relchen, von allc" Scil^i, berbclgczo^enetl Truppen bestimmt ist. Vor lem Aufdruche des (Hrosnrcsirt wurden Hadscdl Saio Effenoi zum Aiaja» Bei o.z Lagers, Aarif Bei zum Deftero^r, .O s< man Btl zum Intendanten der Ausgaben u»» Scderif Bei zum Mettubschi des Großwcsirs er« nannt. Der Sultan beehrte selbst mit dem ganzen Ministerium das 'ibs^icosin^hl, w lchcs dem Groß-wesir vor semcm v Scutari gege« den wuroe, mit scincr G^einvart, uno der Se« railnünister Fewzi Uhmeo Pascha gad ih,n eine Tagereise weit das (Äcleltc. Sultan Mahmud hat den Eifer' und dlc Dienste Redschid Mehmed Pascha's noch durch eine neue Gunstbezeigung belohnen zu >nüssen geglaubt, in5cm er denselben zum Statthalter vc>n Aegypten, Dsä) id da und Eandia, welche Gouvernements früher dem Husfcm Pascha ver< liehen worden waren, ernannte. Hussein Pascha ist nack Konstantinopel, einberufen. Die ottomanlnscdc Flotte, wclcde durch mc>l>» rere Tage in den Gcwässcrn von Teneooö qe» kreuzt hatte, ist am 5. November m den Hellespont eingelaufen und dei i^en schlossern der Dar. danelleu vor Anker gegangen. Die ägyptische Flotte ist am 25. October nach ccm Hafen von S ura in Eandicn zurückgclchrt. (Oest. V.) Theater. H^itte: Lieutenant Frau; Milavp iManll' (Zxr Nencfitc dcs Herr» Hilmar,) ikev»tteur: Fr. rav. Weinrich. ^erlegsr: Mnal M, ^dler V. Klcil;m»Kl.