LmtmcherWMtung. Nr. 227. PriinuMtrat!onspreis: Im Lomploil ganzj. fi. l>, I'^lbj. fi. 5.50. ssilr die Zustellung ins Haus halbj. 5„ lr. Mit dcr Post «anzj. si. ,ü, halbj. fl. ?.5l). Mittwoch, ä. October Insei!i°n»gcbilhr bi« 10 Zeilen : Im«l«»ll., «m. «1 lr., 2m., fi.; sonft pr. Zcile I m. f. lr., üm. »lr., »m. lU lr. u. s. w. 3nscrtion«stemsel jttcsm. 3«lr. 1870. Amtlicher Theil. 3e. l. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 26. September d. I. den Vicepräsidenten des böhmischen OberlandcSgerichtcs Gustav "ittcr v. Ludwig zum Landcsgcrichtspräsidcntcn, den Handclsgcrichtspräsidcntcn Johann Patera zum Bicc-Präsidenten des Obcrlandcsgcrichtes und den zweiten Vice-Präsidenten des Landcsgcrichtcs Joseph Koschin zmn "slc!, Vicepräsidcntcn desselben Gerichtshofes, znglcich Prasidentc,, des Handelsgerichtes allcrgnädigst zn crncn^ "en und dcm Obcrlandcögcrichtsrathc Ignaz Borcsch "^" Titel und Charakter eines Hofrathcs taxfrei allcr-^uädigst zu verleihen geruht. TschabuschNM n,. z». Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allcr-M)ster Entschließung vom 20. Septcnlber d. I. allcr-s>""digst zu bewilligen geruht, dasi den: Gymnasialdirector U' ^)^vcredo, Wcltpricstcr Franz Pisoni anläßlich seiner ^usetznng in den Ruhestand der Ausdruck dcr Aller-hüMm Zufriedenheit nnt seiner uicljährigen eifrigen ^ciistlcistnng bekannt gegeben werde, und haben den hienach erledigten Dircctorspostcn in Novcrcdo dem Welt-Poster Bartholomäus Marini in Trient allcrgnädigst zu verleihen geruht. Der Minister für Cultus und Unterricht hat den Nealschulsupplcntcn in Wien Johann Seidel zum Hauptlchrcr an der l. t. Lehrerbildungsanstalt in Klagen -fürt ernannt. Dcr Minister für Cultus und Unterricht hat den Acalschulassistcntcn in Wien Johann Schlögl zum vauptlchrcr an dcr k. k. Lehrerbildungsanstalt in Bre-genz ernannt. _________ ^. Der Minister für CnltuS uud Unterricht hat den M)Mnllsialsupplcnten in Olmütz Joseph Lostiak und °tn Untcrlchrcr an dcr Lehrerbildungsanstalt in Troppau Gustav M ilusch zu Hauptlchrern au der l. l. Lehrer-Mdungsaustalt in Olmütz ernannt. Der Minister für Cultus und Unterricht hat den ^Uftftlenten Dr. Julius Steiner zum wirklichen Lehrer w Staatsgymnasium zu Iglau ernannt. Heute wird in deutschem und zugleich slovcnischem Texte ""«gegrbcn und vcrscudct: ^ndcsgesetzblatt für das Hcrzogthum Krain. XX. Stück. Jahrgang 1870. Inhalts-Uebersicht: undmllchung der l. t. Landrörrnicrung ^r Kram dd°. 14lcu df.>, « Septtmbcr 1i>70. Z. 7217, ^!"ftend die Vrlsiiwdigmiss dcr Angchöriqn, der im activrn "sle vcrslordeiin, ^aiidwehrpeisoucn von ^bciu Todehfallc dcr V»,,, . "^' °'N 5. October 1870, ^ l. f. RcdactionSburean dc« LandeSgrsehblaltc« für Krain, MKmtlichcr Theil. Von der ostastaiischen ElpMion. ^ Gesandtschaftliches Tassebuch "" U. bis 31. IuU 1870 während des Aufcuthaltes in Chili. (Schluß.) d^ .^- Juli. In heutiger Staatsrathssitzung wurde schloss" ^^ österreichisch - ungarischen Monarchie abac-Heike,, ^llraa von Seite dcr Erecutivacwalt gulgc-hnfsV^.^" ^°schluß gefaßt, ihn dcm Cougressc dc- '" ^t.flcmmg zuzuweisen. in der ^ ^ ""b l. Mission nunmehr ihre Geschäfte '"'r ,,, ^"'^sladt beendet hat und dic letzten ans Lima N'hmtn , ."'^"c" Nachrichten vom 4. d. M. mich an. uen von ^ '' b°b die Fregatte «Donau" in diesen Ta-oder 27 ^ °uslaufcn dürftc, beschloß ich, an, 2l;. die Anlü l' ^ ^°" ^^ "°^ Valparaiso abzugehen und daher ..„. ^' Fregatte dort abzuwarten. Ich richtete dcs Acuh gestrigem Datum eine Notc an den Mimsicr bei Sr?','" "°^^ '^ den Wunfch aussprach. mick ^>edc>,', ? "^ btm Präsidenten dcr Republik vcrab. ^schiiftztr« '""'' ^ 3cl) folgte dcr Cinladung dcS VeveMillllsn ^^ norddeutschen Vuudcs, Herrn von dincr gab " ^" ber l. uud k. Mission lin Abschieds' 19. Juli. Nach der mir heute zugekommenen Erwiederung des Herrn Amunalegui wird mich der Präsident der Republik übermorgen empfangen. 21. Juli. Um 2 Uhr Nachmittags hatte ich die Ehre, vom Präsidenten Pcrcz in Privataudicnz empfangen zu wcrdcn. Dcr Ministcr d>S Acußcrn Hcrr Amu-„attgui wohnte dcr Audienz bei. In meiner Begleitung dcf.-ud sich Lcgationsrath Baron Hcrbcrt. Ich drücklc dcm Präsidenten meinen Dank sür die Bereilwillialcil nils, melchc ich in dcr Erfüllung dcr mir obliegenden Geschäfte bci der Regierung dicser Republik vorgefunden hal>c. Der Präsident erwiederte mir mit dcr Versicherung, daß seine Regierung es sich slcts zur Aufgabe machen werde, dic freundlichen Bezichuugcn, welche zwischen bci-dcn Reichen bestehen, zn Pflegen und zu fördern. 2 3. Juli. Um vor meinem Abgänge die durch ihre Nalurschönhcit berühmtcu Umgebungen der Hauptstadt wenigstens thcilwcise in Augenschein zu nehmen, unternahm ich mit einigen Herren meiner Begleitung einen Äuöfllig in die benachbarten Mdcr von Cauqucncs, dic an dcn AnSläuscrn dcr Cordilleras liegen. Nach dreistündiger Fahrt auf der Südbuhn erreichte ich die Station Oultro, von wo man in dritthalb Stunden den Weg bis Cauaucncs im Wagen zurücklegt. Die Badeanstalt, in einer reizenden Gebirgsgegend gclegcn, bietet Ranm für 15)0 Gäste. Sie ist von einem SchleSwiger, Namens Karl Heß, geleitet und gehört zu den bcslcinge-richtclcn Anstalten dieser Art. Die warmen Heilquellen von Cauqmncs enthalten Bestandtheile von Chlorca-lium, Chlornatrium, Chlormagncswm und schwefelsaurem Kalk. Um 24. Juli Abends war ich von meinem Aus' fluge nach Santiago zurückgekehrt. 25. Juli. In dcr heutigen Scuatssitzung wurde die Botschaft des Präsidenten eingebracht, mit welchll unser Handelsvertrag dcm Congrcssc zur Ratificiruug übcrscndct wurde. Ich war au dicscm Taac und ebcnso am 2 6. Juli mit zahlreichen Abschiedsbesuchen be« schäfligt. Am 2 7. Juli fuhr ich in Begleitung der beiden Beamten dcr Mission und meines Pcrsonalabjutanlcn mil dcm ssrühtrain nach Valparaiso ab, woselbst ich 5 Uhr Nachmittag? eintraf. In heutiger Senatesitzung wurde der Tert des Vertrages vorgelesen, hierauf wurde dcr Antrag gestellt und angenommen, denselben in Druck zu legen und un» tcr die Senatoren zu vertheilen, damit jeder in der Lage sei, von dcm Texte genaue Kenntniß zu nehmen. 28. Juli. Die heute von Lima eingetroffenen Nachrichten vom 20. d. M. lasfcn annehmen, daß Sr. Majcslä'l Fregatte ..Donau" etwa °m 23. oder 24. d. M. von Callao abgegangen fein dürfle. , Dcr hiesige Mililärcommandant ließ nnch durch fei- uen Adjutanten zn meiner Änlunfl begrüßen. Am 3 0. Juli stattete ich dem interimistischen In. tcndtnlen von Valparaiso, Hcrrn be la Cruz, nmnen Besuch ad. ^ . Der Kriegsminister hat dtM Militärcommandantcn dieses Platzcs und ebcnso auch dcn Marmebehörden d,e Weisung ertheilt, mir nach meinem Wunsche aUe Befestigungen und MllrlncetablissemtnlS in Valparaiso zu zeigen. In der Depulirtcnlllmmer fand die Abstimmung Nbcr die Wahlen von Pelorca statt, es hatte sich nämlich ereignet, daß in jenem Wahlbezirke sowohl der Can. didat dcr Regierung, als jener dcr Opposition sich als gewählt betrachteten. Der Rcgierunascandidal fiel in der Kammer durch und die Wahl des Candidaten dcr Opposition wurde mit 38 gegen 28 Stimmen als aillig anerkannt. Dem Vernehmen nach ist durch diese Manifestation der Kammer dic Stillung dcS Ministeriums als gefährdet zu betrachten. Am 31. Juli empfing ich dcn Besuch des In« tendenten Hcrrn dc la Cruz und dts hiesigen Militär, commandantcn, Linienschisfscapitäns Goni. Dic angllilichrn russischen Rüstungen entpuppen sich immer mehr als ein gewöhnliches Vör-scnmanöver. Die „W. Abdpst." erhält Telegramme aus St. Petersburg und Odessa, dann weitere Mttthcllun-acn von vollkommen glaubwürdiger Veite, wornach d,e in Wicu umlaufenden l^rüchtc über Trnppcnmarsche, Rüstungen, militärische Porbcrcituugcn :c. in Ruhland und die in den Blättern daran geknüpften weiteren Combinationen, deren unter anderem in einem Berichte dei „Schles. Ztg." Erwähnung gethan wird, als vollkommen unbegründet bezeichnet werden. Nicht minder entbehrt die Nachricht eines Wiener Blattes, daß ein am 2. d. M. unter dem Vorsitze Sr. Majestät des Kaisers und unter Theilnahme zweier Herren Erzherzoge stattgehabter Ministcrrath sich mit den angeblichen Rüstungen Nußlands beschäftigt habe, ganz und gar der Begründung Cine Ministcrrathssitzung hat am 2. d. M. überhaupt uicht stattgefunden. Auch von Seite dcr russischen Presse selbst erfahren diese Gerüchte ein entschiedenes Dementi. So warnt das „Journal dc Sainl » Pctersdoura" vom 30. September scine Lcscr vor beunruhigenden Nachrichten, dtrcn eigentliche Quelle niemand anzugeben vermöge und die doch mit jencr LeichlMubiglnt aufglnommcn würden, mit der Kinder Feenmährchen anzuhören pflegen. In dic llatc» gorie dieser Mährchcn gehöre die von irgend einem Unbekannten gemachte Mittheilung, daß cinc Panzetflolle von Amerika auf dcm Wege nach Rußland sei, und daß mil dieser Flotte die von Ruhland an die Vereinigten Staaten abgclrclcxen Territorien lheilweise bezahlt würden. „Man überlegt dabei nicht, baß dcr Preis für jene Abtretung seil langer Zeit entrichtet ist. Auch hat nie» mand, selbst kein Finanzier, der doch am meisten an dem willüchen Sachucrhalt inleressitt scin sollte, auch nur cntfcriil daran gedacht, auf ttlraiaphischem Weae in Amerika anzufragen, von wo man ihm sicherlich geant« wölkt haben würde, daß auch nicht die kleinste amerika» nische Flotte nach Rußland abgegangen sei oder sich znm Abgehen anschicke." Von einem anderen Gerüchte beme,lt das Vlalt, daß es chronisch geworben und immer wilder von neuem aujlai'chc. ..das Gerücht von dcr Concentriruna russi« scher Truppen in den südwestlichen Provinzen. Es ist falsch, aber ein ScnsationSaerücht, das die Chance hat, immcr wieder mit ncuer Aufregung aufgenommen zu werden. Cs gibt nun cbcn Leute, die gern ausacreat, ja sogar gern ein wenig erschreckt sein wollen — freilich auf dic Bedingung hin, daß da« Phantom wieder verschwinde." Und mit dcr Alarmnotiz sei gleichzeitig der Zweck der angeblichen Truppenconccntrirung mitgetheilt wor-den, „und was fur ein Zweck! Nicht mehr und nicht weniger als ein baldiger Kiieg mit der Türlei!" Man habe lll-ch behauptet, General Ignalicff sei in aller Eile von Constanlinopel abberufen worden und auch bereits in Petersburg angekommen. Der General befindet sich aber gegenwärtig noch in Constantinoptl; erwerbe das. selbe allerdings dieser Tage, aber nur im Urlaub rein persönlicher Angelegenheiten halber verlassen ; dann werde es wieder nicht an hartnäckigen Neuigteitelramtrn seh» lcn, dic schwarze Wolken am Horizont aussleigen und oil famose Panzerflotte in feindseligen Absichten die Straße von Gibraltar passircn sehen werden. Der Artikel deS amtlichen GlalteS schließt mit folgenden Worten: „Wir setzen unsere Leser im vorhinein in Kenntniß, daß wir derartige Gerüchte nicht dementiren zu sollen glauben. Um so schlimmer für die Leute, die naiv gcung sind, glauben zu können, dic russische Regierung habe plötzlich die so loyal friedlichen Bahnen, die sie sich vorgezeichnct hat, verlassen und sei fühia — unniltztl Weife — KriegSabenteuer zu fnchen. nachdem sie so sehr bemüht gewesen, daS Unglück deS jetzt stattfinden» den Krieges und das des Krieges von 1866 abzuwenden. Wir ertappen unS jedoch darauf, daß wir im Begriffe sind, auf ernste Erwägungen anläßlich ungerciM' ler Gerückte einzugehen, gegen welche wir unsere Leser zu verwarnen sür angezeigt erachteten. DaS hieße wirklich jenen Gerüchten viel zu viel Ehre erweisen. Wir wollen lcin Wort mehr übcr sie verlieren."________ Arilgschronik. Der Fall Strahburgs. Vom Obcrrhein. 29. September. Ich komm« soeben aus Slraßburg. Das Drama ist zu Ende gt« gangen und die llltdculsche Reichsstadt, so lange uns el'lficmdet, ist wieder in unseren Händen, für unmer. Die letzten Tage dcr Belagerung waren weniger lan^. wcilig und einige kühne Untcrnchmungtn bezeichneten sie. D,e Emnahmc der bciden Lunellen war lin schv-ncs Stück von Unternehmen, und man wird es noch lange als ein bezeichnendes Ereignih für diesen Kl'tli ansehen müssen, daß die eine dcr Lunellcn einer 55lst»"a mitten im Landrlllltnlllnde von 20 — Marine-Soldale,, 1624 vertheidigt war. Schon in den letzten Tagen schwächte sich der Kampf, denn die Festung konnte nicht mehr reckt antworten. Wohl kamen Geschosse aller Art her-ausgesaust, aber ihrc innere Kraft und Stärke fehlte, sie enthielten kein Sprengpulver mehr und fielen wie Plumpsäcke auf die Erde. Auch sonsl zeigte sich der Munitionsverbrauch in der Festung als ein spärlicher. Die Wegnahme der beiden Lunetlen machte die Breschen beim Stcinlhor practicabel und ein Sturm war schon zu wagen. Am letzten Dienstag zeigte sich die Besatzung noch einmal kräftig entschlossen und ihr Feuer war ein gut unterhaltenes; auch suchte man die Bela-aerungsarlieiten zu stören; aber es war ein letztes Aufflackern der erlöschenden Kraft und dieselbe verflechte sichtlich am Nachmittag, während unsererseits mit verwehrten Mitteln in den Kampf eingetreten wurde. Endlich gegen 5 Uhr Abends sah man fast gleichzeitig die lveißc Parlamentärfiagge in der Stadt und auf der Festung sich aufgehen und am Steinthor einen Parlamentär erscheinen; in kurier Zeit schwiegen die Geschütze und man harrte dessen, was da kommen werde, freilich ohne die Kanonen zu verlassen oder die bunten ausgehen zu lassen. Der Parlamentär wurde an die betreffende Militärbehörde gewiesen und hier entspann sich dann zuerst eine Besprechung darüber, wer zur Perhandlung zu ermächtigen sei, und da solche in Mnndolsheim stattfand, das über eine Stunde von der Stadt entfernt ist, so verging natürlich darüber Zeit. Es kamen inzwischen beauftragte Officiere aus Straßburg heran, und so wurde denn vom Hauptquartier aus zuerst fofort nach Ludwigshafen, Mainz und Frankfurt Befehl ertheilt, keine Munitions-Transporte mehr nach Straß-bürg abgehen zu lassen — eine lange Reihe davon war vorbereitet — und sodann über die eigentlichen Bedingungen der Capitulation verhandelt, denen jene von Sedan zu Grunde gelegt wurde. Einige Schwierigkeiten gab es nur wegen der Mobilgarde und der Nationalgaloe. Um acht Uhr wurde der Capilulations» Entwurf telegraphisch ins Hauptquartier zur Genehmigung abgesendet, aber natürlich war an eine rasche Antwort nicht zu denken, da die Perbindung immer noch mangelhaft ist, und so traf die ratificirte Capitulation erst nach Mitternacht ein, und eist gegen zwei Uhr war sie sodann paraphirt und unterzeichnet. In der Nacht wollte man nichts mehr vornehmen, und ,d Waffen, und es follcn fogar die Kanonen thcilwcise ver nagelt und ruinirt sein. Die Besatzung mag bestanden haben aus ungefähr 5000 Mann Linie von 25—30 verschiedenen Rcgimcnlerli, den Versprengten von North, einem Rcstc des Artillcrie-Neqimeitts, Mobilgardcn und einer Partie Nationalgardc, die alle durch Mangel furchtbar gelitten haben. Von der Bcsatzunc,, die natürlich gleich entwaffnet wurde, ging ein Theil sofort auf der Wie Lconinische Stadt.* Nachdem die Italiener uns in vielen und langen und gründlichen Zeitungsartikeln bewiesen haben, daß es ein sträfliches Unrecht und eine unchristliche Hoifar» wäre. wenn wir das in ehrlichem offenen Kampfe mit unseren und n u r unseren Waffen dem muthwilligcn Angreifer abgerungene deutsche Elsaß Lothringen behalten rollten, haben sie sich jetzt anders besonnen, und benutzen die Niederlage des Freundes, der ihnen ihr erstes, und den Sieg des Freundes, der ihnen ihr zweites Palerland geschaffen und gcfchenlt hat, um sich auch das dritte und letzte zu schaffen. UnS kümmert daS nicht. Da wir aber seit dem italienischen Pormarsch auf Rom oft gefragt worden sind, was denn eigentlich die jetzt in den Zeitungen so viel genannte „Leoninischc Stadt," die ^iviw» oder ^,tM I^nninll, bedeute, so antworten wir dem Leser aus dem III. Bande von Grcgorovius' „Geschichte der Stadt Rom im Mittclalter" (2. Auflage. Stutlaart. I. O. Colta 1670) wie folgt: D°s ruhmvollste Unternehmen Leo's IV. war die Vcfestlgmia, des vuticanischcn Gebiets — ein Creianiß m der Gcschlchte der Stadt, wodurch die 0iviw« I.souma entstand em neuer Theil N°ms «nd eine neue Festung, d,c m den folgenden Jahrhunderten von f° großer Wichtigkeit war. ' u ° «< Als der Kaiser Aurelian Rom ummauerte war das Bedürfniß, den Palican einzuschließen, nicht vorhanden. * „Mg. Ztg." linken Rh:inseite abwärts, übernachtete in Drusenheim und marschirte heute nach Scltz und Rastatt weiter. Der andere Theil folgt nach. Es ist übrigens eine ziemliche Anzahl sogenannter Wackes festgenommen (und eine genaue Nccognoscirung der Häuser wird noch mehr her» bcischaffen), die verhaftet und vor Gericht gestellt werden, da diesem Theile der Beuölterung eine schwere Schuld zur Last fällt. Die Stadt ist jctzt ganz enlwaff net, und da sie an Allein Noth litt, so hat man ihr so< fort Proviant zugeführt; es sind aber schon Spcculan-ten genug bereit, sogleich das Nöthige herbeizuschaffen, und Voriäthe bereits in der Nähe. Eine Hauptaufgabe wird es zunächst auch sein, die Straßen und Häuser genau zu unte>suchen, denn es könnte durch die halb ein' geschossenen Häuser gar manches Unglück entstehen. Die Eiseubahn auf badischer Seile geht wieder bis Kchl, und dieser Taqc schon wird die Eisenbahnbrückc wieder her» gestellt werden; auf der andern Seite ist der Betrieb ebensowenig untcrblochen, und zum Uebcrfluß hat Kauf' mann Lederle in Ludwigshafen unternommen, sein Gü-terdampfboot bis herauf nach Straßlmrg gehen zu lassen. Die Stadt ist noch gesperrt, und es wird mehrere Tage dauern, bis der Verkehr eröffnet wird; das Nöthige wird inzwischen vor den Thoren gehandelt, aber leider haben die Leute in der Umgegend selbst nicht viel, da sie ausgegessen sind. Die Wcinorte sollen sogar fast keinen Wein mehr haben. Dieser Tage kommt die neue Regierung von Hagcnau nach Straßburg, und die Besatzung dürfte vorzugsweise aus Landwehr gebildet werden. Mit dem Verkehr wird es aber noch einige Zeit schlecht aussehen; derselbe kann nur sehr vorsichtig eingeleitet werden, denn wer vom Elsaß kommt, unterliegt diesseits, z. A. im Amle Kork, einer besonderen Disinfection, und die betreffende Rhcinpafsagc ist auf Ncufreistctt beschränkt. Die vor Straßburg liegenden Truppen sollten schon gestern Früh lheilwcise nach dem Ober-Elsaß ziehen; sie gehen aber jetzt zahlreicher dahin wie auch die täglich durchpassircuden norddeutschen Truppen , von denen gestern Schleswig - Holstciner durchkamen. (Mg. Ztg.) Tours, 20. September. Man hat hier Nachrichten aus Paris vom 22. d. auf acrostatischem Wege erhalten. Die Pariser Postdircction gedenkt allwöchentlich einen Ballon abgehen zu lassen, um auf diesem Wege die Verbindung mit der Außenwelt zu unterhalten. Nach einer Mittheilung des „Mouitcur uuivcrscl" sind Rochefort und Flourens mit der Ucbcrwachung der Herstellung mobiler Barricade« beschäftigt, die als furchtbare Schutz- und Trutzmittcl bezeichnet werden. Die Wahlen für die Constituante werden dem Vernehmen nach in der zweiten Hälfte des Monats October stattfinden. Bis dahin will man sich ausschließlich mit VertheidiMigömaßregeln beschäftigen. Wie die „Corr. Havaö" erfährt, finden in der Touraine massenhafte Erhebungen statt. Zahlreiche Compagnien von Mubilgarden und Schützen werden orgaui-sirt. Iu Tours werden 8- bis 10.000 Chassepot-Gewchrc zur Bewaffnung der Mobilgardc erwartet, ^u Angers organisirt Cathelineau eine Pcndeer-Legiou. Die bisher ausgegebenen preußischen Verlust listen von Nr. 1 bis 66 weisen folgende Verluste ausschließlich preußischer Truppen aus: Todt: ein General, 42 Stabsofficierc, 477 Obcrofficiere vom Hauvtmaun abwärts, 7125) Manu vom Feldwebel abwärts und 7 Aerzte, zusammen 7652 Personen. Ver- DieseS Gebiet blieb völlig offen und außerhalb der Stadt. Auch nachdem dort der Dom St. Peters entstanden war, um ihn her Klöster, Hospitäler, Wohnungen mancher Art, und an der linken Seite die Fremdcncolonicn sich niedergelassen hatten, dachte noch lein Papst daran, diesen Bezirk durch Mauern zu schützen. Denn die bisherigen Feinde Roms waren Christen gewesen. Erst Leo III. faßte diefen Plan: hätte er ihn vollendet, so würde die Basilika von den Saracenen nicht geplündert worden sein. Die von ihm begonnenen Werke waren durch Schuld der inneren Unruhen ins Stocken gerathen, und von den Römern, die sich des Materials bemächtigten, abgetragen worden. Nun nahm Leo IV. nach der Plünderung den Plan wieder auf und schritt mit Energie an die Ausführung. Er legte itm dem Kaiser Lothar vor, ohne dessen als des Oberherrn Zustimmung er ein so großes Wert zu unternehmen nicht wagte, und er fand bei ihm nicht nur Billigung, sondcrn Unterstützung durch Geldmittel. Hierauf wurde der kostspielige Bau so vertheilt, daß die einzelnen Städte des Kirchenstaates, alle öffentlichen Güter der Kirche oder der Stadt und die Klöster mit ihren Mitteln und durch ihre Leute einen bestimmten Theil zu erbauen überkamen. Der Bau wurde im Jahre 848 begonnen, im Jahre 852 vollendet. Das vulkanische Gebiet, oder der Porticus des St. Peter, ward demnach so umschlossen, daß die Mauer vom Hadriancum, an welches sic sich lehnte, die Höhe des vatikanischen BergcS seitwärts an« stieg, dann im Bogen den St. Peter umkreiste, und die Höhe gerade hcrabgchcnd wiederum bis zum Fluß reichte, unterhalb des heutigen Thores Santo Spirito. welches in der leoninischen Mauer später angebracht wurde. Diese Mauern, aus Lagen von Tuf- und Ziegelsteinen, hatten wundet: 7 Generale, 96 Stabsoffiziere, 1425 Ober-officierc vom Hauptmann abwärts, 30.613 Mann vom Feldwebel abwärts uud 38 Aerzte, zusammen 32.179 Personen. Vermißt: 1 Oberst, !) Obcrofficicrc vom Hauptmanu abwärts uud 5282 Manu vom Feldwebel abwärts, zusammen 5292 Personen. Der bisher bekannt gewordene Gcsammtvcrlust dcr k. preußischen Truppen beträgt demnach (ungerechnet die nicht bekannten Verluste dcr deutschcu Verbündeten): 8 Generale, 139 Stabs-officiere, 1911 Oberofficiere vom Hauptmanu abwärts 43.020 Mann vom Feldwebel abwärts und 45 Aerzte, zusammen 45.123 Personen. D i e P c r l u st e d e r 3. b a i e r i s ch e n D i v i s i l? n in der Schlacht am 19. September bei Sccaux bctra> gen: Todt: vom 7 Infanterie-Regiment Oberlieiltenaut Pendele, Licutcna»tc Möller uud Baur; vom 14, H"» fanterie-Rcqiment Lieutenant Vogt; vom 4. Artillerie-Regiment Hauplmnnn u. Lößl. Verwundet: vom 6.!^ fantcri>Negimcnt Hauplleule v. Arthalb »nd Mrmbcr' gcr, Oberlicutcnllnl v. Herllma,; vom 14. Infanterie» Regiment SlabShaliptmann v. Thmigcn (leicht vcrwun» del), Lieutcuant Schcller (leicht verwundet), Lieutenant Westcrmayer, Landwehr-Lieutenant Blessing; vom 7. 3"" fantcrie-Rlgiment Licutcuantc Horschclt und Iunamai'.n; vom 15. Infanterie-Regiment Lieutenant Spiegel. ^" Ganzen sind 5 Osficicre und 35 Mann acfallcn, lO Offxicre und 175 Manu verwundet, 35 Mann werden vermißt. Hagesnemsskeiten. — (Der große Vrand iu Ode rdrau bürg) In Kärnten haben in den letzten Jahren wiederholt furcht bare Ieuersbrünste stattgefunden, welche ganze Märkte und Ortschaften einäscherten, so in Grcifenburg, in Feistritz im Gailthalc. Nun ist auch Oberdrauburg im oberen Praulhale. der letzte tarntncr Marktflecken an dcr tiroler Grenze, ein Opfer des furchtbaren Elements geworden. Der ganze, aus mehr als achtzig Wohngeliäuden und bei hundert Maier-höfen nebst Wirthschaftsgebäuden bestehende Marktflecken ist sammt seiner schönen Kirche, dem Pfarrhofe, dem Schul-hause und dem Postgcbäudc in dcr Nacht vom 24. auf den 25. September abgebrannt; nur das Cchloßgcbäudc des Fürsten Porcia wurde gereitet. DaS Icucr entstand, wie mau der ,Mf. Ztg." meldet, am 24. September um halb sechs Uhr Abends in der oberen Kirchengasse, wahrschein-lich in Folge einer Unvorsichtigkeit, und griff bei dem Umstände, daß alle Gebäude nur mit Holz eingedeckt wa« reu, die Wirtschaftsgebäude mit den Wohnhäuser!« fast durchaus in unmittelbarem Zusammenhange stehen und cr^ stere mit Fouragc und Getreide angefüllt waren, mit einer solchen Schnelligkeit um sich, daß in weniger als cm"' Viertelstunde alle Gebäude der Kirchgafse in hellen Flaw' meu standen. Die höchst unglückliche Lage des Marktes zwi' schen dcr Dräu und den Felswänden des Vurgforstcs, ^ wie der Mangel an hinreichenden Loschmiltcln und dcr l>l den Gebäuden vorhandene massenhafte Brennstoff machl'-'" jede ausgiebigere Hilfeleistung unmöglich. Selbst die ciuz'F Feuerspritze des Marktes, welche bei Veginn deS Vrcu'dcs iu dcr Kirchgasse aufgestellt wurde, mußte bei dcr reißet den Schnelligkeit, mit welcher das Feuer auf beiden Seite" um sich griff und die ganze sehr schmale Gcissc in ersticke"» den Nauch hilllle, den Flammen preisgegeben werden, wah' reud die auswärtigen Feuerspritzen von Laas, Kölschs. Lienz und Dölsach bei dcr großen Entfernung viel zu sp^ an dcr Brandstätte anlangen tonnten, mu Hilfe zu leiste", indem in kaum mehr als zwei Stunden nicht nur die ga"^ die Höhe von beinahe 40 Fuß und eine entsprechende Dicke. Vierundvierzig starke Thurme bewehrten !'^ Ihre Bauart kann man noch heute an dem dickcu runden Eckthurm erkennen, der auf dcr höchsten Höhe dcs D^ tican steht. Drei Thore führten in die neue Sta^ zwei in der Maucrlinie, die vom Grabmal Hadrian auslief, nämlich ein kleineres an diesem Castell, 1'^?" rnik ^). ^NAkii genannt, ein großes nahe bei dcr Kn/" St. Pcregrino, daher I'ortil «. I^r^riin, später 2)"' daria, Porta Palati und St. Petri genannt. Es n>° das Hauplthor der Leostadt, durch welches auch die Ka>! ihren Einzug hielten. * DaS dritte Thor verband uenc Stadt mit Trastevere. Es hieß Postcrula Sal^ num, vom Sachscnvicrtcl, woran es lag, und s^^.s^ der Stelle der heutigen Porta di S. Spirito. ^' ' ^ fast hufeisenförmige Maucrring Leo'S IV. ist "och t)^ an einigen Stellen erhalten oder kenntlich, im ^.^ am Gange Alexanders VI., neben der Münze und °^ päpstlichen Garten bis zu dem dicken Ecklhurm, '" ^ Linie der Porta Perlusa, u»d wo diese von emenl ". ^ Eckthurm zur Porla Fabrica hinbiegt. Aber die p"" Anlagen dcs neuen Burgo, die Bastionen der ^"" „ bürg. das Anwachsen des Patican, die Bastionen S. Spirito haben die Mauern Leo'S durchbrochen .„culm" * ^I!ll«l. I!. 5)34: «,!>><,!- ,«,!<<,<:!-!,>.',!!,. ,mrm» "' ^g,i <'!>^!!mn >!I-!U^>!,>'!!>, <>,!s>^>! : so ^^.,,s ,e „och im 5,X'<',. lx. dnb «l-llbmal Hadlicmst, Diesc I'^l.',!-»!" '"'I'^yaiid z»r Zcit dr« FuwmS m dic Wi-sm d?« Vatican. 2>" ^ Vu^' dmch die A»la, wrlchci, litlitc cm Thor odi>r Vosscu dn'dorNs,!- ^. lraqt. — DrrNnmc Viii.I-.n!. wird durch dic Näh? dcS pap,"' < ,^ mllkM'tciis rrllätt. Bimsen (Röm. Sladldrschl'. "' ,'^s VI. will das alle Thor in dem jctzl uermanerttn Thor "»ciu> wildercrlennen. 1625 Kirchgassc, sondern auch die ganze westliche Hälfte des Mark-les zu beiden Seilen der Reichsstraße in Flammen slaud und dadurch die Zufahrt zur östlichen hälfic des Marltcg von Tirol und vom Gailchal aus unniüglich wurde. Um ^ Uhr Morgens waren sämmtliche Wohn- und Maiereigebäude, gegen 200 an dcr Zahl, sammt dm bedeutenden Vorrächcn an Getreide, F.mragc und Holz ein Nciub der Flammen. Von den meisten Gebäuden stehen nur mehr die nackten vier Wände und bei einigen sind sogar die Haupt-mauern eingestürzt und selbst nach 48 Stunden sah man es an vielen Orten im Innern der Gebäude noch brennen. Die Größe des durch diese Feuersbrunst verursachten Scha-bcns läßt sich heule noch gar nicht angeben. Wie ungeheuer derselbe ist, läßt sich jedoch schon daraus entnehmen, daß vule Famlien nur ihr nacktes Leben retten tonnten und baß sämmtliche Bcwuhucr des Marktes nun obdachlos sind. — (Zur Tagesgeschichte.) Nm Freitag Nach-mittags sind in München mit zwei Sonder^ügen 15 Of-fuiere und 1500 Man» der aufgelösten päpstlichen Zuavcu-Negimenter eingetroffen. Es sind dies, der „Allgemeinen Ieitung" zufolge, meist noch junge Leute aus Vclgicn, ^ ziemlich gut aussahen und durchgehend« sehr gut uni< formirt waren. Nur die Osficicre trugen Waffen. Die Leute wurden im Bahnhofe gespeist nnd haben dann nach zweistündigem Aufenthalte die'Fahrt über Aschaffenburg und Mainz »ach Belgien fortgesetzt. Der Transport und die Ver. pflegung dieser Mannschaft erfolgen auf Kosten der belgischen Legierung, welche auch Delegntc hiezn nach München gesendet. "- Die erste Anklage wegen Marodircns wurde in Berlin am 28. September vor der vierten Criminal-Deputation Erhandelt. Der Angeklagte, Schneidergcfclle Ferdinand Tucholsky aus Tessendorf in Westprcußen, war geständig, auf dem Echlachlsclde bei Ä'ctz am 18. August verschiedcuc ^egenstäude/ z. B. einen Ofsiciers - Regenmantel, einen ^luärmantcl, eine Feldmütze, zwei Lederlaschen, zwei ^asäMmcsser u. s. w., an sich genommen zu haben. Die ^laatöanwaltschaft hatte auf Grund dieser Handlungsweise ^e Anklage wegen Unterschlagung gegen ihn erhoben und beantragte drei Monate Gefängniß. ' Der Gerichtshof er-la»i,le uulcr Ausschluß mildernder Umstände auf das von, StaatSanwalle beantragte Strafmaß. — (Französische Kriegsgefangene.) Im preußische Etaatsministerium sind kürzlich die Gruudziige sestgcstcllt worden, welche bei der Beschäftigung der Kriegs-Iefcmgenen gelten sollen: den Gefangenen sollen solche Ar« ^ten mit der Verpflichtung einer zehnstündigen Arbeitt dauer überwiesen werden, die sie freiwillig übernehmen, ^uch foll jedclu Gefangenen außer der nothwendigen Bctö-mgung eine Zulage bis zu 4 Sgr. gewährt werden. Die uchungen, nach welchen die Gefangcuen gebracht worden, Wd folgende: Königsberg, Graud'cnz, Thorn, Danzig, Stettin, Küstrin, Spandau, Magdeburg, Erfurt, Willen-V' ^°M«, Glogau, Posen, Kose'l, Ncisse, Glatz, Eoblenz, "">,, Mainz, Minden, Wesel. 60.000 Gefangene sind bc-^ltö in diese» Festungen untergebracht, die Unterbringung "on weiteren 49.960 Mann ist in der Ausfllhrung begriffen. . ^ (Aus Wilhelmshöhe), 30. v. M., wird schrieben : Wir hallen heule ein in seiner Art gewiß sehr "genthümlichcö Schauspiel: die Besichtigung preußischer Artillerie durch Napoleon. Es caulonnirt nämlich gegenwärtig hier die reitende ^rsatz-Battcrie des cilflen Artillerie-"^gnnentcs, und diese zu sehen, halte der derzeitige Be-lvoh>'er des Wilhclmöhöher Schlosses den Wunsch ausge-prochen. Der Gouverneur Graf Monts gab dazu den be-^esfenden Befehl. Demgemäß stellte sich die gcsammte ""terie, 6 Geschütze stark, auf dem Hof des Marstalls, ^lcher jetzt als Caserne dient, in voller Bespannung auf, ^ früheren kurfürstlichen Reiter hinter den Geschützen. ^--,^ ____________________ ^ und da vertilgt; und indem der neuere große "caucrumtl'cis des Vatican seit Pius IV. die alte Lco-^l umschloß. erfuhr diese im Kleinen das Schicksal r allcn serbischen Maucrn in ihren, Verhältniß zu ^"n Aurelians. Als Lcu scin Wer! vollendet hatte, nannte er die j'k ^tadt „,^ Stolz Oiviws I.uolliim. Noin, dcm Wt. ^ ^^ den Stempel ihrer Herrschaft aufdrückten, die I?''" Jahrhunderten lein größeres Fest gefeiert, als G^?."."veiliunll ^ncr Mauern am 27. Juni 852. Alle vom A ' ^''chcr lind Müuchsordcn der Stadt umzogen, stteut M ^sührt. barfuß, das Haupt mit Asche vc-tc„ 'dle Wälle mit Gesang. Vorüdcrwandclnd sprcug-Nlai,^ ^^" läaroinalbischüsc Weihwasser auf die Wlil fl, "" lcdem Thor ward angehalten, und jcdes-Alg ! ^!^ der Papst Segen auf die neue Stadt herab. Gcsch/.f '"^>a Wudigt war, vertheilte Leo ftcigcliig Udcl «, ,,^" ^°ld, Silber und scidcucn Pallicn a» ' "oll uud Frcmdcncolonicu. hcrrliH.^ '^ ^'üudung wurde durch Inschriften vcr-^Miscl ^ ^"pstc halten solchen Gebrauch von den Vült^., ..V°l'fahrcn. den inschrifllusligstcn unter den llucr dei' ^"^"litlcl,, uud noch laS mau die Aufschriften war inn )°"" dcs Houorius. Aber schon seit NarscS Nom nl," °°" b"" epigrammatischen Charallcr des alten Distich^ - ^"' ^an setzte nun, wie in den Kirchen, barbarism '- ^^^ °" bni Thore, deren Latein sehr schliff '"' ^"" ^^scn sind zwei in späteren Ab- (wir a^/r, ^'" Haupthor des S. Pcregrinus las man Testes): deutsche Uebettragung des lateinischen Um 10 Uhr Vormittags, püntilich zur festgesetzten Stunde, erschien der Kaiser, bcgleilet von dem Grafen Monls und dem Commandanten von Wilhelmshöhe, Rittmeister v.Gruiter, und gefolgt von seinen sämmtlichen Osficieren: Prinz Murat, Ney, Eastelnau, Ncille, Douay. hepp und Lauriston. Napoleon und scin Gefolge waren in bürgerlicher Kleidung. Der Kaiser wurde von dcm Batterie-Commandanten hauptmann v. Spangenberg empfangen und ließ sich von diesem die Einzelheilen des Geschützes zeigen und alsdann die artilleristischen Exercitien an dcmseüx'il durchmachen. Wie man hört, hat er sich über die Beschaffenheit des Materials sehr anerkennend ausgesprochen. Die Besichtigung dauerte ungefähr eine halbe Stunde. Wer gerade hier anwesend war, konnte dem Schauspiel beiwohne», das auch ein von Eassel hiehcr gekommener Photograph auf feine Platte sestzu-bannen nicht versäumte. — (Der Bierconsum und der Krieg.) Es ist eine curiose Thatsache, daß der deutsch-französische Krieg nne ganz bedeutende Steigerung des Bierconsums in Amerika hervorgerufen hat. Die Deulfchen haben eine Reihe von Siegeöfcstcn gefeiert, bei denen das Bier in Strömen stoß. Alle Brauer constaliren die erHöhle Nach» frage und in mehr als einer Stadt drohte der Vorralh auszugehen. Auch die Slaatsrcvenuen wissen davon. Alle Bierfässer werden gestempelt, und seit dem 1. August hat sich die Nachfrage nach Bicrstempeln verdoppelt. So pro-lüirt alfo die Regierung so gut als die Brauer von dem Kriege. — (Verproviantirung per Luftballon.) Die glänzenden Erfahrungen, welche die Franzosen neuerdings mit der Anwendung der Luftballons im Kriege gemacht haben, könnten leicht die Freunde der Belagerten auf den Gedanken bringen, die Pariser durch Luftballon« zu ver-proviantiren, wenn die vorhandenen Nahrungsmittel auf die Neige gegangen fein werden. Große Quantitäten von ^icbigs Fleischertract, mit Fallschirmen in die Stadt hinabgelassen, dürften den Belagerten höchst willkommen sein. Wir sind glaubhast unterrichtet, erzählt die „Pallmall Gazette." daß gegen Ende dcö vorigen Jahrhunderts der Luftschifscr Vlanchard, als er von Straßburg aufstieg, einen Hund herabließ, den er in einer Höhe von 6000 Fuß an einen Fallschirm gebunden. Unglücklicherweise verhinderte ein Wirbelwind die Nicdersahr't und das treue Thier ward hoch hinaus liber die Wollen enlführt. Nachher begegnete Blanchard noch einmal in den Himmelsrä'umcn seinem Hunde, der zu bellen begann, als er seines Herrn ansichtig wurde. Aber gerade als Blanchard ihn fassen wollte, führte ein neuer Windstoß den Fallfchirm aus sei< ncm Vereich und der Hund verschwand für immer. — (BenUtznng der Luftballons im Kriege.) Die erste Anwendung der Luftballons zu Kriegszwecken sä'llt nach einer Darstellung der „Times" in das Jahr 1794. Als die Ocstcrreicher durch den General Iourdain au« Lüttich vertriebe» waren, zogen sie sich in eine starte Position zurück und verschanzten sich daselbst, um Verstärkungen zu erwarten. Ehe diese aber ankamen, wurden sie (am 18. September) von den Franzosen angegriffen und gezwungen, sich nach einem großen beiderseitigen Gemetzel, zurückzuziehen. Den Erfolg der Franzofen schrieb man zum großen Theil den. Umstände zu, daß dieselben sich durch zwei Luftschisfer aufs genaueste über dle Stellung uud Bewegungen der Oesterrcicher unterrichtet hatten. Auch vorher schon, während der Belagerungen von Mainz und Ehreubreilstcin uud bei der Schlacht von Fleu-rus, sollen die Franzosen sich der Vallons mit Erfolg be« dient haben. In demselben Jahre wurde in Frankreich zuerst der Telegraph, aus einer Stange mit zwel Armen bestehend, eine Erfindung Chappe's, versucht. Dre vernmg- Der du lummcst uud gehst. ° Waubrcr, brschauc den Prachtbau, Wclchrn mit srnidicirm Sinn i,'co der Vurlc gsdaul. Schuu v°>, l>el)a»mcli, Marmor rrgläiM" d,c ragenden Zmncn. Mllischmhimdcu gclaug'a. bicltt sscsälliq siä, d,s, hat Jahre vereint er Dies vollmdet, eS strahlt hoch srin herrlicher Ruhm. Dle mit dcm Baude der Virbr umschlang (hrmilrdigc ^rcue, Filhre zur himmlischen Burg gcru der allmächtige Gott. Ciuilaö Veolona ihr Name. . . In der ncucn Stadt, welche der Papst dcm pel. land dargebracht und S. Peter uud Paul als Beschützern cmpfohlcn halte (mit ihrem Abbilde lieh er sich auf Altardcckcu darstellen), fuhren die Percgrincn fort zu wohnen, und ee wurden wohl auch Romer oder Traste-vcriner durch Vortheile bewogen, dort die fchlcchte Luft neben den Nordländern zu athmen. 3hrc Gründung macht Epoche fowohl in der monumentalen Geschichte dcs lnitlclallrigcn Nom. als in der Geschichte der päpst. lichen Herrschaft die nun zum ersten mal Roms Pomö. rium erweitert halte. * *^Dic neue Stadt fludc ich zuerst gcnaiml im l)i>.!.XIll. bei Mariltt, ^. 654; iüsru l>»nc »ugliÄin »ov» civil. I^eonin». ten Armeen standen damals in den Niederlanden und eine Telegraphenlette lief von Paris nach Lisle, mittelst deren kurze Sähe in wenigen Minuten mit großer (Genauigkeit befördert wurdeu. Die Erfindung des Telegraphen wird in der Condentssiyung vom 17. August von Barröre ange» zeigt, mit dein Bemerken, daß die Wiedereinnahme von Lisle in einer Stunde nach Paris gemeldet worden sei. — (Die römische Regierungejunta) laßt Denkmünzen prägen, auf denen zwifchen zwei fasces daS römische Wappen und eine auf die jüngsten Ereignisse be» zugliche Inschrift angebracht sein wird. Alle bei den militärischen Operationen auf dem Agro Romano am 2()ten September beschäftigt gewesenen Öfficiere und Soldaten, serner alle, die Nom im Jahre 1849 vertheidigt oder für daöfclbe in der Zeit von 1849 bis 1870 gewirkt haben, werden diese Denkmünze erhalten. Eine Delegation der Junta entscheidet über Verleihung dieser Medaillen, die in Gold, Silber und Vronze geprägt werden. Für den König Victor Emanuel ist die erste Goldmedaille bestimmt; eine Silbermedaille soll auf Cavours Grab niedergelegt, eine andere Garibaldi überfchiclt werden. an die kunstsinnigen Newohner Laibach's. Nm 17. December d. I. sind cs 100 Jahre, daß Ludwig van Beethoven das Licht der Well erblickte. In der ganzen gebildeten Well lebt das Andenken an den unsterblichen Tondichter und allerorts, wo die hlhre Kunst der Musik eine freundliche Ställe gefunden, wird die hundertjährige Wiederlehr feines Geburtstages festlich begangen werden. Erfordert es daher schon die Pietät für den großen Meister, daß die als kunstsinnig bekannte Stadt i,'aibllch, in deren Mauern der älteste musikalische Verein Oesterreichs — die philharmonische Gesellschaft — wirkt, diesen Freudentag festlich begehe, so macht es der Umstand, baß Beethoven Ehrenmitglied unserer Gesellschaft war, zu un» serer Ehrenpflicht. Wenn demnach die philharmonische Gesellschaft den Nefchluß faßte, in ^aibach eine Vecthoveuseier zu begehen, hielt sie dafür, einen Gedanken angeregt zu haben, der in den kunstsinnigen Kreisen der Stadt mit lebhafter Freude begrüßt und dessen würdige Durchführung durch allseitige geistige und materielle Unterstützung ermöglichet werden wird. Das Fest, für welches vorläufig der 12. und 13te November d. I. in Aussicht genommen ist, soll insbesondere durch die Verufung auswärtiger Musiklräste jenen Lustre erhalten, den die Würde der Sache und der musi< kalische Ruf unserer Hauptstadt erfordert, und wird da« ausführliche Programm gleich nach dessen definitiver Feststellung veröffentlicht werden. DaS unterzeichnete Comilu, dem die ehrenvolle Aufgabe der Durchführung dieses Unternehmens zu Theil ge< worden ist, wendet sich vor allein vertrauensvoll an die kunstsinnigen Bewohner ^aibachs mit der freundlichen Vitte, ihm hiebci jene geistige und materielle Unterstützung zu Theil werden zu lassen, die nothwendig ist, daß die Feier werde, was sie sein soll, ein herzerhebendes Kunstsest, würdig des Gefeierten, würdig der Feiernden. Von den nicht unbedeutenden Kosten des Festes soll nach dem Dasürhal» ten des (5omit6's ein Theil im Wege freiwilliger Subscription gedeckt werden. Beiträge übernehmen die Mitglieder des Finanzausschusses, die Herren: Terpinz, Obmann desselben, Hauffen, Karinger, iiuckmann I., Mahr Fcrd., Mayer E., Mayer W., Plautz I. Mil., Dr. Schaffer, Stedry u„d Terpin. Literarisches. Von Uler. GiglS „Illustrirter Gefchichte des deutsch-französischen Krieges von 1870" (A. harllebenS Verlag in Wien) liegt uns nun auch das zweite, ebenfalls auf das reichste illustrirle heft vor. Wir können unser früheres gUnstiges Urtheil über diescS gediegene Unternehmen nur wiederholen und empfehlen es Jedermann zur Anschaffung. Vor allen Dingen verdienen die objective, maßvolle Hal» tung deS Verfassers und dessen klarer, leichtverständlicher Stil alle Anerkennung (das Werk erscheint bekanntlich in sechzehn heften k 30 kr.) Gleichzeitig läßt die unternehmende Verlagsbuchhandlung A. Harlleben erscheinen und liegen zwei Lieferungen ü, 20 kr. vor von dem Vollsromane: „Die Neutralen oder Oesterreich über Alles. Historisch-romantische Enthüllungen aus Europa's jüngster Zeit." Der Verfasser diefes Werkes ist in Folge seiner hohen Stellung gründlich in die europäische Politik eingeweiht und ein genauer Kenner der Höfe aller Staaten und der an denfelben spielenden Intriguen. Mit schwungvoller Feder schildert er den Lesern dieses Vollsromanes viele bisher un« bekannte Thatsachen, durch welche die Entwicklung und der Zusammenhang der jüngsten weltgeschichtlichen Ereignisse erst vollkommen klar werden. Namentlich enthüllt er mit schonungsloser Hand alle Intriguen und Kabalen, welche von vielen Seiten, im Innern wie von Außen aeschmiedet wurden, um Oesterreich«Ungarn aus seiner vom Volle so hech erwünschten Neutralität herauszureißen und in de>, bluttgsten, entsetzlichsten Krieg des Jahrhunderts zu ver-mckeln. 1626 Auch liegen Subscriptionsbogen in den Handlungen der Herren v. Kleinmayr k Bamberq und Karinger auf. Das Comit6 glaubt im Hinblick auf die bewährte Opferwilligteit und den ruhmlich bekannten Kunstsinn der Laibacher die Hoffnung auf eine allseitige Betheiligung an der Subscription aussprechen zu dürfen. Gilt es ja doch eine wahrhaft edle und schöne Feier, und wo es sich um Edles und Schönes handelt, bleiben Laibach's Bewohner nicht zurück. Das Comits für die Beethoven-Feier in Laibach. Die Obst- und Gemüse-Ausstellung in der Echießstätte ist nur noch bis Donnerstag den tt. October geöffnet, an welchem Tage um »» Uhr die Preisver» theilunss stattfindet. Eintrittspreis 10 lr. für die Person. Für Aussteller und Mitglieder des Garlenbau-vereins ist der Emtritt frei. Vom lrainischen Gartenbauvereine. I o c a l e s. Das Allerhöchste Namensfest wurde gestern Vormittags durch ein solennes Hochamt in der Domkirche, welchem alle Clvil- und Militärautoritäten beiwohnten, gefeiert. Bor der Kirche war eine Abtheilung der Garnison in Parade aufgestellt. — (Preisvertheilung in der Ausstellung.) Die Auastellungs-Iury hat folgenden Herren Ausstellern die Preise zuerkannt: ^. Für Obst: Nr. 1. Den ersten Pereinspreis nebst der silbernen Staatsmedaille Herrn Andreas Mallilsch in Laibach; den zweiten Preis Herrn Victor v. banger in Podgora. Nr. 2. Herrn Ferdinand Echmidt im Dorfe Schischka. Nr. 3. Herrn Edmund Terpin in Laidach. Nr. 5. Herrn Dr. Adolf Eist in Laibach den ersten Preis und Herrn Schreiner in Laibach den zweiten Preis. Nr. 6. Herrn Sparcasse-Direclor Ianeschih in Laibach. L. gur Gemüse: Nr. 8. Herrn I. Rulitz, botanischer Gärlner in Lalbach, den ersten Preis nebst der silbernen Staats» Medaille; Herrn Fidelis Terpinz in Kaltenbrunn den zweiten nächstfolgenden Preis. Nr. 11. Frau Franziska Grill in Laibach (.Nralauvorstadt). Nr. 13. Frau Chiades in der Echischta. Nr. 14. Herrn I. Rulitz in Laibach. Nr. 16. Herrn Vode m Lustlhal. Nr. 17. Herrn Tr. Eisl in Laibach. Außerdem erhellen noch die Herren Müller, Pfarrer Ieril, Frau Elise Doberleth und Frau Chiades die den Preisrichtern zur teUebigen Verfügung gestellten Preise. Die in den Programm-Nummern 4, 7, 9, 10, 12 und 15 vom Gartenbauvereine ausgeschriebenen Preise mußten wegen nicht entsprechender Vertretung der Nusstellungsobjecte entfallen. Die silberne Staatsmcdaille erhielten nebst obigen Herren Ausstellern noch folgende Herren: Messerschmied Hoffmann für vorzügliche Leistung in Gartenwerkzeugen; I. Rulitz für das vorzüglichste Sortiment von Sämereien und Kunst» gärtner Ermacora in Laibach für Glashauspflanzen und deren Zusammenstellung. Die ehrenvolle Anerkennung wurde mehreren Ausstellern ausgesprochen. Die Ausstellung wird nicht verlängert, sondern morgen geschloffen. — (In der Grazer Ausstellung) finden unter den montanistischen Gegenständen durch einen Fachmann in der „Tagespost" ehrenvolle Erwähnung: Roher und gereinigter Kaolin von besonderer Schönheit, ausgestellt durch die C. Pollay'sche Thonfabrit in Stein; Portland-cement und Quarzsand von C. Scaria in Krainburg; Gewerkschaft Slofje bei Bifchoflack in Kram, welche aus sehr armen Erzen durch Anwendung des nassen Weges Kupfer und Eifenvitriol und gewinnt, die Producte ihres schr beachlenöwerlhcn und fortschrittlichen Verfahrens zur Anschauung; die t. t. Bcrgdirection Idria mit Quecksilber und Zwischen- und Eudproducten ihrer Zinnobererzeugung ; die Roheisen- und Stahlfabrit zu Sava in Krain mit ihrem bei Anwendung Simen'scher, mit Torf gefeuerter Oefen erzeugten Vrescian- und Kistenstahl. — (Schlußverhandlungen beim k. f. Landesgerichte Laibach.) Am 5. October. Franz Aeöek und Consorten: fchwere körperliche Beschädigung; Anton Noval: Diebstahl; Johann Strukelj: Betrug. — Am 6. October. Jakob Albrecht und Paul Kobal: schwere kür« perliche Beschädigung ; Johann Zaplolnik: Diebstahl; Franz Iapel: schwere körperliche Beschädigung; Lorenz Baloch: Diebstahl. — Am 7. October. Josef Useniinik: schwere körperliche Beschädigung; Johann Pirß: schwere körperliche Beschädigung; Simon Zmitek: schwere körperliche Beschä» digung; Rochus Peuöel: Diebstahl.___________________ Nrneür Pojl. (Trittinal'Telegramm der „Laibacher Zeitung.") N3 ien, 5. October. Die heutige „Wiener Zeitung" bringt eine Allerhöchste (Entschließung vom 4. October, welche den LaudeS' Präsidenten von Harnten, Grafen ttodron, zun» Statthalter von Tirol; Ttatthaltereirath Baro» Oeschi zum Landespräsidenten Karn tenS; Statthaltereirath Varon Pino in Görz zum ztandespräsidenten der Vukowina; Statthaltereirath Summer in Troppau zum Lan despräsidenteu von Schlesien ernennt. Statt Haltereirath Alesani Wird nach Trient versetzt. Der Special-Correspondent der „Presse" schreibt aus Tours, 25.—27. September, der Voltskrieg habe seinen Anfang genommen, Frankreich werde binnen kurzem dem Spanien von 1812 gleichen. (Die Redaction der „Presse" — und wie es scheint, steht dieselbe mit ihrer Meinung nicht allein — hält diesen „Vernichtungskrieg" für reinen Schwindel. Die wenigen undiscipli-nirtm Horden von Mobilgarden und ^rll.uotir6ui-8 würden gegen die deutschen Truppen nichts ausrichten.) Die Garnison von Orleans besteht aus 2000 Tur-cos, zwei Bataillonen des 1. und 8. Infanterie-Regiments der Mobilgardeu äu (>'Ilor und der eigenen Na-tionalgarden, einer Compagnie I^uotii-euru uud einem Regiment Hußarcn; im Ganzen 5- bis W00 Manu regulären Truppen. Pithwiers ist vou 2000 Preußen besetzt, ebeuso Malesherbes, Puiseaux, Etampes und Nemours. Die Loirearmee soll unter General Lamottcrougc auf 60.000 Mann reguläre Truppen gebracht werden. Man hofft, binnen 14 Tagen 40.000 Mann sicher inS Feld zu führen, fofort aber mit zahlreichen kleinen Slrelfcorps gegen die Rückzugslinicn der Preußen wir-len zu können. Die Loirearmce verfügt schon jetzt über eine tüchtige und zahlreiche Caoallerie. In Orleans find 8000 Mann, in Lille 80—100.000 Manu, in Havre 12—15.000 Maun. Trochu befiehlt in Paris über mindestens 200.000 Aajonette. Bei allen diesen Mitteln lassen die Franzosen die Preußen immer weiter vordringen, sehen zu, wie Paris eingeschlossen und an« gegriffen wird und wie eine Stadt nach der andern von preußischen Patrouillen um Hunderttausende von Franc« gebrandschaht wird. Der Regierung fchlt es an Geld und es zeigt sich leine patriotische Opferwilligkeit. Der „Staatsanzeiycr" veröffentlicht cine Circular-Depesche BiSmarckS an die Nordbund-Gesandten anläßlich der Note Jules Havre's. Bismarck erklärt, daß Favre wohl bemüht gewesen sei, die Sache im Ganzen wiederzugeben, daß er aber gegenüber der Ocsammttcn-dcnz in der Darlegung desselben erinnern wolle, daß nicht die Frage des Friedensschlusses, sondern die des Waffenstillstandes im Vordergrund stand. In Bezug auf den spätern Friedensschluß habe Bismarck constatirt. er würde sich über die beanspruchte Grenze erst dann erklären, wenn das Princip der ^andabtretung von Frank» reich anerkannt sein würde. Favre lehnte jede Landabtretung als Erniedrigung, ja Entehrung ab. Bismarck elttgeguele, daß Frankreich für andere Länder nichlS Entehrendes in Landabtretun-geil gesehen, die Ehre Frankreichs aber nicht von anderer Beschaffenheit sei, als dic anderer Länder, Schließlich stellte Bismarck folgende Punkte für den Waffenstillstand auf: 1. In und vor Paris Aufrcchlhal. tung des militärischen Status; 2. in und vor Metz fortdauernde Feindseligkeiten; tt. Ucbergabc von Straßliurg mit Kriegsgefangenschaft der Besatzung, von Tl»ul und Bitsch mit freiem Abzüge derselben. Deutsche Truppen haben das Schloß St. Cloud besetzt, wo Napoleon dic Kriegserklärung ausgehen lieh. Das Innere deS Schlosses ist noch yanz so wie die lai« serliche Familie eS verlassen. Auf dem Tische des Ve-rathunassaaleS lagen KricgSkarten, colorirte Abbildungen preußischer Truppentheilc und Schindlcr's Militär-Album des preußischen Heeres. Der Park, welcher freie Uebersicht gestattet, war nur von franc-tirsui-g und Alouscn-männcrn besetzt gewesen. Thiers sollte gestern von Petersburg nach Wien abreisen. Cr speiste am 2. d. beim Baiser in Zarskoje-Selo. Telegraphischer Wechselcours vom 4. October. 5pcrc. Metalliaues 53.40, - 5perc, MetalliqucS mit Mai-Ulld Nouember-Ziusen 56.40. — 5perc. National-Alilrhen 66.—. - 1860er SlaalS-Aülehen 91.40. — Vanlactic» 7l0 -- Lrcdi:-Ncticn 255.25. — London 124 60. — Silber 122.25. — Kl. Mlluz-Ducaten 5.95. — Napolcond'ors 9.95. Handel und 'Jolkswirthschajtltches. .«raiuburg, 3. October. Auf dem heutige» Marllc find erschienen: 140 W^ei, mil Getreide lind 5» Wagm mil Holz. ________ Durchschnitts -Preise. st. lr. fi. li. Weizen pr. Mchei, 5 °^0 ! Butter pr. Pfund , — I 43 Korn „ 4 20 Graupe» pr. Mas; . — .. Gerste „ — ... > Eier pr, Stlict . . — 2j Hafer „ 1 90 Milch pr. Mnsj . — K» Halbfrucht „ - - Rindfleisch pr. Pfd. — 20 Heide» „ .-—Kalbfleisch „ — ^0 Hirse ,. 2 90 Schweinefleisch „ — 27 .Kulilrutz „ 3 90 ^ Schöpsenfleisch „ — 1st Erdäpfel „ I 55 Hähudel pr. Stncl — 32 linsen „ — — Tauben „ — l? Erbse» „ — — Heu pr. Zentner . — ^ — Fisole» ,. 3 84' Stroh „ . .^ — Nnidsschmalz Pr. Pfd. — 52 ', Holz, hartes, pr. Klft 6 50 Schweineschmalz „ — 42 ^ — weiches, „ 4 2l) Speck, frisch, „ — ! 38 Wem, rother, pr. Eimer -- — Speck, geräuchert, Pfd. — — — weißer „ — — Angekommene Fremde. Am 3. October. Elefant. Die Herren: Vonomo, voll Trieft. — Kellcrmann, von Wie». - Koscdicr, von Warteubcrg, — Ivanovic, von Schabatz. — Giovaneli, von Triest. — Veic, vo» Schabatz. — Stci»pcrger, vo» i,'oitlch. - Sickert, vo» titsch, 20ied< mann, Kaufman», vu» Graz, - - Nattevii, l, l. Stabsfeldwebel. — - ^utcrscheg, Kauful., von Tries). — Johann n»d Äitto» Gaspari, vo» Triest, Ttadt ilUien, Die Herre»: Mobotnig, vo» Eisner». -^ Wild, Vammternehmer, vo» ftlraz. -^ Deltela, O»tsdesihcr, vo» Ebrrnau. — Schwarzl, l t. Major, von Graz. Vaierischer Hof. Die Herren: Budenstei», von Salzburg — Podgorica», vo» Vetoes. Theater. Hcnte: Therese Krones. Genrebild mit Gesang in 3 Ac!c"' ^toleoroloinsche NelMchlmMn ill Lailiaclj .. 6U. Ml,. 331 «, ^. 0,ü windstill Nebel 4, 2 „ 3l. 330«, ^.13.o windstill heiter ^ 10., Nb. 330.»« .<- 5.? windstill! heiter .<^ Reif. Morgenncbcl. Heilerer, wollcnloser Taa, Abci'dro'?' Da« Tageömitlel der Wärme -^ 6 4". uiu 41° »ntcr den« 9^ male. Verantworllicher Redacteur: Ill.naz v. K l e, »> m a Y r. ^ ^Nl'lpNlil'ri^t Wie», 3. October. D,c ,m gestrige» Feiertagsgeschäfl: eingebrocheite lible Stimmung machte hentc Fortschritte. Fast sämmtliche Effecten erlittenWerthvermindernilg "i!"°>! A» st, Nc,<>o"allia»l (707)4 fl., Uluonbant (2l6.50) ^ fl., VereinSbaul (88) 4 fl. — Analoge Verluste ergaben sich auch bei Eisciibahnaclicu. So noliren unter anderem Karl-Ludwig zu 231 un/6 sl., Oüsabclli ^ 2<»? »m 4 fl., Nordbahn zu 20^i2 um 5 pLt., Slldbahn zu 172.50 um 2 fl. schwächer. Devisen waren zwar elwa«, aber nicht bedeutend ucrtheuctt. (London 124 80) Schluslcursc um 1 llh^ Minute»: , «, u , H^. ?lllstemeine Staatsschuld. ssilr 100 fl. Gelb Waarf Einheitliche Staatsschuld zu 5 pCt..- ln Noten verzinsl. Mai-Nooember 56.05 56.15 ., „ „ Februar-August 56 05, 56.15 „ Silber „ Iäuner-Iull . 66.— 66.20 „ „ „ April-October. 65.90 66.10 Steurranlehen rilckzahlbar (^) . —.— —.— vosev), 1«39......—.— —.— « « 1854 (4 "/„) zu 250 fl. —.-- —.— " « 1800 zu 500 fl. . . 90.50 90.75 ,. ,. I860 zu 1l)<) fl. . . 101 50 102.— «.««.«" ^'^ Xu 100 st. . . 110.50 110.75 120 st. — /,bl,'Vnhn . . . 186,50 187.- , Lembern-Tzern.°Iassyer-Bllhu . 195.— 196.— Lloyd, üsterr........324.— 326.— ^ Omnibus........—. - —.— ' Rudolss-Vahn......160.59 161.50 Siebenblirgcr Bahn .... 162 — 164.— l Stllll^bahn.......376.— 378.— Slldbahu........173.— 173.50 Sud-nordd Verbind. Bahu . . Itt,^.— 166 — Theiß-Bahn.......226.— 228,- Tramway........154,75 155.25 «. ^ ^ zu 100 fl. ii W......153 ^ ^..^- Nudolf-Stiftung z« 10 fl. . - ^T" zyaart 2Uechsel(3M°n.) Geld Augsburg fllr 100 st siidd. W- U"" . 50 Fraiillurl a.M. 100 fl. dctlo 1'^-s/ ^30 Hamburg, für 100 Mar, Bn::c° -^ " ,25,^ i,'ondo», fitr 10 Pfund Sterling 124." ^^ Pari««, für 100 Francs . . - ""'"" t5o«l« d,r Gcldsl'rlen K. Münz-Ducaw . 5 fl. 95 t>. " s»-^ ^ NllpoleouSd'or ' - ^ " 3^ " 1 " 84 " VcreinSlhaler - ^ « ^ ' ,«2 ' 75 " Silber - - 122 ^. 50 . '22 . Kraiuische Gruudenlla'stuusts - Oblig°^ vatuotiruug: —.--