H^__________ Montag, 17. März 1890.___________ 109. Jahrgang. OMcher Zeitung. «»n,,üb?? n "^"^' M'l Po st versend un«: aaiizjHhrig fl, >5, halbjährig fl. 7'50. Im Comptoir.- ^. Die »llaibacher Zeitung» erscheint lHglich mit Ausnahme der <3 Vom 1. Mai 1890 an wird eine Präbende der HN'Joseph. Elisabeth. Stiftung für im k. k. Civil, zu °°Aen'.Pensionate in Wien ausgebildete Zöglinge N^l, ? ^'"a. gelangen. Bewerberinnnen um diese Vtai?.. ^.^" 'hl an Se. k. und k. Apostolische Tll..l?I - gerichtetes Gesuch zu belegen: 1.) mit dem Cini'n^' 2.) mit dem Abgangszeugnisse des k. k. wn. Mädchen. Pensionates in Wien; 3.) mit glaub-Nskl^". Augnissen über ihre mindestens zehnjährige den 9 "t ^ ^hl' und Erziehungsfache; 4.) mit gfs öAnissen von zwei Aerzten (wovon der eine ein sein muss), worin die dauernde ilbllni >> ""fähigleit der Bewerberin zur ferneren Aus. und 5?^ ^^' ""b Erziehungsamtes nachgewiesen ist. dez N'^ "'^ ^" Armuts- und Sittlichkeitszeugnisse liinllsl«^?^^ ""b Pfarramtes. Die Gesuche sind bis Direrli ^' ^'^ ^90 bei der k. und k. General-in N °" ,d" Allerhöchsten Privat- und Familienfonds lanllpnk ^ k' Hofblirg. einzureichen. Auf später ein« AcksU " "'^ gehörig belegte Gesuche wird leine "l'Ht genommen. Wien am 6. März 1890. ' und k. General«Direction der Allerhöchsten Privat» und Familienfonds. Verhandlungen des Reichsrathes. c. -Wien. 14. März. Über k « 6eordnetenhause l^nd heute die Vorlage A«hrez l/"ette Budget. Provisorium des laufenden ^gezo^n ^^ ^°""' ^lp"l und Mai auf der 'chema "^' ^ ^" ^^ ^uch heute wieder, wie da« l"M N "°'^'^che Debatte an die Vorlage ae-^räsid'pn^ Abergang zur Tagesordnung bemerkte ^ll ,,..' ^, Smolka: Ich muss auf einen Zwischen-aefund n ?""^"' ^" '" der letzten Sitzung statt-^d ^mi^ Während der Rede des Abg. Dr.'Vaöat? ^ehandl ?^"'^ ^'" geworden, welche einer würdigen ""d ick « ^«'". d'esem hohen Haufe nicht entsprechen. Haus s<4"'.")b demnach diese Zwischenrufe rügen. Das lilltb?- '°d°nn zur Tagesordnung. Abg. Doctor ^v-in ertt^t.,« :». Namen des Budget« Aus- schusses Bericht über die Regierungsvorlage, betreffend die Forterhebung der Steuern und Abgaben, dann die Bestreitung des Staatsaufwandes während der Monate April und Mai 1890. und beantragte, mit Rücksicht-nähme auf den Umstand, dass es nicht möglich sem wird. bis Ende März d. I. den Staatsvoranschlag pro 1890 zu erledigen, das Provisorium bis Ende Mai d. I. zu bewilligen. Abg. Dr. Vasat/ erklärte, er fühle sich ver-pflichtet, das Wort zu ergreifen im Namen seiner politischen Parteigenossen, welche bei der gegenwärtigen Strömung in seinem engeren Vaterlande nach seiner innersten Ueberzeugung die Majorität hinter sich haben, thatsächlich aber von den Wohlthaten des Vereins» und Versammlungsrechtes, des freien Worles und der freien Presse ausgeschlossen seien. Er müsse das hohe Haus bitten, ihm im Interesse der Freiheit und des Parlamentarismus wenigstens hier im Hause das freie Wort zu wahren. Er und seine Parteigenossen hätten bereits im December gegen das erste Budget-Provisorium gestimmt, weil die gegenwärtige Regierung den versprochenen Völkerfrieden nicht zustande gebracht habe. Heute werden sie gegen das weitere Budget-Provisorium stimmen, weil sie die Ueberzeugung ge-Wonnen haben, dass der sogenannte deutsch « böhmische Ausgleich unmöglich den ersehnten Frieden, sondern nur neue, unabsehbare Kämpfe im Gefolge haben müsse. Redner besprach hierauf den Eintritt der böhmischen Abgeordneten in den Reichsrath und die damals von der Regierung gemachten Versprechungen, von denen nichts in Erfüllung gegangen sei als die Rectificierung der Wahlordnung des Großgrundbesitzes in Böhmen; selbst die erlassenen Sprachcnverordnungen hätten ge» zeigt, dass es der Regierung nicht um die Durch, führuug der Gleichberechtigung, fondern um die stramme Durchführung der Germanisierung zu thun war. Redner griff die Führer der Rechten an und kritisierte in scharfen Worten den deutsch-böhmisch-n Ausgleich. Der Präsident unterbricht den R dner. indem er ihn darauf aufmerksam macht, dafs nicht der sogenannte böhmische Ausgleich, sondern das Budget-Provisorium auf der Tagesordnung stehe; er möge sich daher in seinen Ausführungen über den Ausgleich kürzer fassen. (Unruhe auf den Bänken der Iungczechen) Abgeordneter Dr. Vasat? appellierte nochmal« an das Haus, ihm die Redefreiheit zu wahren, und schloss hierauf nach weiterer Besprechung der Ausgleichsaction mit der Erklärung, dass er und seine Parteigenossen gegen daS Budget-Provisorium stimmen werden. Abg. Dr. Rieger: Es hat dem Herrn Abg. Dr. Vasaty gefallen, aus Anlass der provisorischen Budgetbewilligung eine große politische Debatte zu entrollen. Er hat diese Rede mit allerhand Klatsch und Verdächtigungen gewürzt (Lebhafter Beifall recht«), auf welchen näher einzugehen ich für überflüssig halte. (Lebhafte Zustimmung rechts.) Hervorheben muss ich, dass er bei dieser Gelegenheit Männer angegriffen hat, von denen einen das hohe HauS in daS Präsidium dieses Hauses berufen hat, während ein anderer, gewiss von der allgemeinen Achtung des ganzen Hauses begleitet (Beifall), aufgehört hat, unser College zu sein, zum allgemeinen Bedauern, einen Mann, welchen der böhmische Landtag an die Spitze eines so wichtigen Institutes wie die böhmische Landesbank einstimmig, also auch mit den Stimmen der Parteigenossen des Abg. Dr. Vasaty, und unter allgemeinem Beifalle be> rufen hat. Ob er sich da also in einen Schatten begeben hat, wollen wir weiter nicht untersuchen, ich glaube aber, er befindet sich in diesem Schatten mit Bundesgenossen des Herrn Abg. Dr. Vaiaty. Was mich betrifft, hat er auch gegen mich witzig sein sollende Bemerkungen gemacht. Meine Herren! Ich glaube, ich kann mit voller Ruhe auf die Reinheit meiner Ver-gangenheit hinweisen. (Bravo! Bravo! rechte.) Selbst meine größten Feinde haben eS nicht gewagt, die Makellosigkeit meines Charakters und meine Unng-nniltzig-keit anzugreisen. (Lebhafter Beifall rechts.) Ich glaube, in dieser Beziehung kann ich mich auf das Urtheil meines ganzen Volles berufen. Was den Ausgleich be-trifft, so ist derselbe heute nicht auf der Tagesordnung; ich habe darüber jedoch meine Meinung bereits öffentlich ausgesprochen, und eS wird sich im Landtage und auch hier in der Budgetdebatte Gelegenheit bieten, sich des näheren darüber auSzusprechen. Aber wenn darin ein Verbrechen, ein Verrath an meinem Volle gelegen ist. so saqe ich.- Nun so mag dieser Verrath dadurch entschuldigt werden, das« eS mein aufrichtigster Wunsch war. selbst mit Opfern den Frieden in meinem theuren Vaterlande herzustellen (Lebhafter Beifall recht«), und wenn dles ein Verbrechen ,st. so rufe ich die M,t« welt und die Nachwelt zum Richter über mich an. Ich erwarte dieses Urtheil m,t voller Ruhe. (Lebhafter, an« haltender Beifall. Redner wird von allen Seiten be» glückwünscht.) Die Generaldebatte wurde hierauf geschloffen. Das Vudgetprooisorium für die Monate April und Mai 1890 wurde sodann in zweiter und dritter Lesung an« genommen Es wurde hierauf die Specialbebatte über Iiemsseton. Aus V ^ Haupthaar. GlM ^°'^ '^ byMne der Schönheit». ^64 in A '^")bt in seinem «Schönheitsspiegel., ^"den »5. !!, "'chlenen, dass die Haare die nächste-^ Hn ^^? b°ven müssen, um schön zu sein: .""ge l>e m besonders vorn, kraus, von mittelmäßiger l°"t> wie W A?' lang und reichlich beim Weibe. 3n Ich aeste«/ ^".°üg und glänzend sein.» ^"n »H ^' dass lch nicht so anspruchsvoll bin. ii" blonds V lehr an Schönheit verstand, für ?' dass A 6"' ?°"'ss eine Vorliebe hatte, so finde ?r blond n^dene H""« hatt?, und auch Cupido ei^ und Cuvi'^ V ^e dem Apoll recht, verehre 3 ' der den l^' ^"Nl"e aber auch mit Horaz über-^ulejus d°. ^""zhaarigen Lykal feierte, sowie mit ^ schwär, wi b« schönen Pohtis rühmt, dass ihr ?^we ich Z^'e Ebenholz war; vor allem aber ?" lobvrpi»? °" zu, der an seiner Geliebten das HM eine'«^" ^ ^arz «nd glänzend sei wie . Man k "»aben. U?"zez um>"! Wr schönes blondes, kastanienbraunes, Aachen Af.s c'l "thes Haar haben, ohne von den ° > sftH"^" Mischen diesen classischen Far. k>. alatt n?' Das Haar kann schön sein. ob lockig llck?!"che'ist n ^""s^lt oder nicht gekräuselt. Die dill '"' dass dip"!' b°2 der Haarwuchs nicht zu spar- ""b bieas^V"'' "'Ht 5" hart. dass sie geschmei- "'"" Wen, und vor allem, dass sie bis zum höchsten Greisenalter ihren Ehrenplatz behaupten und nur nach und nach und nicht vor dem 40. Lebens-jähre ergrauen, einen verhängnisvollen Zeitpunkt, in welchem man sich ins Grauwerden der Haare, wie in viele andere hässliche Dinge schicken muss. Der Mensch schneidet häufig das Haar, damit es ihn nicht in feinem thätigen und an Kämpfen reichen Dasein behindere; sehr oft fchneidet er es auch. um den launischen Einfällen der Ml)de zu folgen. Man thut gut, das Haar nur au d->n wärmsten Tagen des Jahres oder der Jahreszeit zu schneiden oder wenn wir uns in unserer vollm Rüstigkeit und Gesundheit befinden. Viele, die an Migräne oder anderen Nerven» schmerzen leiden, ziehen sich heftige Anfälle ihres Uebels zu, wenn sie sich unüberlegt an feuchten und kalten Ta-gen ihr Haar schneiden lassen. Ebenso soll man sich „icht nach einer reichlichen Mahlzeit das Haar scheren lassen, oder ganz Plötzlich, wenn man gewohnt ist, es sehr lang z" tragen. Percy hat viele Leiden in der französischen Armee beobachtet, als Plötzlich die Soldaten ihr langes Haar schneiden und sich k la Titus kämmen mussten. Plötzliches und übermäßiges Scheren reizt unge-mein die Haut, und es kanu bei schwächlichen Individuen und solchen, die even von einer langen Krankheit genesen sind. ein gefährliche Fieber daraus entsprin-gen. In vielen Ländern herrscht noch das Vorurtheil, dass, wenn man jungen Mädchen das Haar schneidet, dieselben dann länger wachsen; im Gegentheil aber erreichen sie dann nicht mehr die Länge, die sie uon Natur aus gehabt haben würden. Das schöne Haar ist stets das primitive, und Tazenave tonnte eine s-hr interessante Thatsache beobachten, welche diese Wahrheit beweist. Er kannte drei schöne Schwestern, die alle blondes und dichtes Haar halten. Bei zweien derselben waren die Haare im zweiten Kindesalter geschnitten worden, bei der dritten hatte die Schere nie da« Haar berührt; und doch hatte letztere einen prächtigen Haarwuchs, der höchstens darin von dem der Schwestern abwich, dass er schöner war. Und in der That hatten einige ihrer Haare eine Länge von 1-62 Meter, sage ein Meter und 62 Centimeter. Auch wenn man bei jungen Mädchen die Haarspitzen erneuern will, darf man nur wenige Centimeter abschneiden. — Die Biegsamkeit, die Elasticität und der Glanz der Haare sind natürliche Eigenschaften, die fast immer mit dem Temperament und dem Gesundheitszustände eine« jeden übereinstimmen; aber auch hier kann die Kunst ihre Nase hineinstecken und ihre Meinung abgeben. Manche haben sehr trockene Haare, die, wenn sie mit dem Kamm bearbeitet werden, leicht brechen und deren Spitzen sich theilen. In diesem Falle wehe der vorwitzigen Schere, die das Uebel durch Schneiden beseitigen wollte. Die neuen Spitzen würden sich wiederum theilen und so fort bis in« Unendliche, wenn die Schere immer wieder einen Angriff machen wollte. Zuweilen begleitet die Trockenheit der haare eine andere noch lästigere Erscheinung, nämlich das Abfallen kleiner Weiher Schüppchen, die ^die Kleider und alles beschmutzen. Was noch schlimmer ist, dass diese! Nebel, Mbacher Zeituna Nr. 63. 494 17. März 1890. den Gesetzantrag der Abg. Dr. Iaques, Dr. Roser und Genossen, betreffend die Entschädigung für ungerecht« fertigt erlittene Strafen fortgesetzt. In Berathung steht § 6, welcher folgendermaßen lautet: «Die geschlossenen Acten sind, wenn der Kläger nicht früher klaglosgestellt wurde, dem Oberlandesgerichte zur Entscheidung vorzulegen, welches, wenn es nicht die Ergänzung der Erhebungen anzuordnen findet, einen Tag zur mündlichen Verhandlung festsetzt. Hievon werden beide Theile verständigt. Dem Kläger steht es frei. bei der Ver« Handlung persönlich zu erscheinen und sich auch durch einen Advocaten vertreten zu lassen.» Abg. Dr. Krona« Wetter stellte den Antrag, es habe in Alinea 2 dieses Paragraphen statt des Wortes «Advocaten. «Bevollmächtigten» zu heißen. Es solle überhaupt in dem Gerichtsverfahren jedem Einzelnen das Selbstver« tretungsrecht gewahrt werden. Abg. Lien bach er führte die Gründe an, aus denen der Ausschuss dem § 6 die vorliegende Fassung gegeben. Das Entschä« digungs-Verfahreu sei deshalb als öffentlich statuiert worden, weil auch die Verurtheilung öffentlich stattfinde. Die Competenz für dieses Verfahren s«i in die Hände des Oberlandesgecichtes gelegt worden, weil der Ausjchuss die erste Instanz für nicht genug unbefan« gen halte, über eine Action zu entscheiden, die sie selbst unternommen habe. Redner stellte folgenden Eventual« antrag: § 6 habe zu lauten: «Die geschlossenen Acten sind, wenn der Vergütungswerber nicht früher klaglos gestellt wurde, dem Oberlandesgerichte zur Entscheidung vorzulegen.» «bg. Dr. Doft al erklärte, dass es schwer sei, den 3 6 zu amendieren, da die einzelnen Bestimmungen des» selben miteinander nicht im Einklänge stünden. Redner wünscht zunächst die Weglassung der Bestimmung über die Klaglosstellung, da diese dem unschuldig Verurtheil« ten keinen Vortheil bringe, wohl aber zu manchem Irrthum Nnlass geben könne. Auch erklärte er sich gegen die mündliche Verhandlung sowie gegen die Lompetenz des Oberlandesgerichtes. Schließlich stellte Redner den Antrag, § 6 habe zu lauten: «Sobald die Acten geschlossen sind. hat das Gericht unverzüglich mit der Entscheidung vorzugehen.» Abg. Dr. Zucker be« merkte, dass die ganze Angelegenheit eine zerfahrene sei. Das Uebel gehe aus der Handhabung der Ge« schäftsordnung hervor. Dort, wo es sich um Gesetz« antrüge handle, die aus der Initiative des Hauses hervorgehen, sollten in der ersten Lesung die Grundsätze festgestellt werden, auf die der Ausschuss sich zu stützen habe. Cs würden sich dann Erscheinungen wie bei dem gegenwärtigen Gesetzesantrage. wo der Ausschuss ins Ungewisse hinein arbeitete, nicht wiederholen. In dem vorliegenden Falle hätte in der ersten Lesung eine Einigung darüber stattfinden sollen, ob Rechtsanspruch, ob billige Vergütung, ob erste oder zweite Instanz hier maßgebend sein sollen; es wäre dann der Ausschuss und das Haus schneller fertig geworden. Redner empfiehlt schließlich den Antrag des Abg. Dr. Dostal zur Annahme. Berichterstatter Abgeordneter Dr. Iaques vertheidigte sich gegen den ihm schon in der Generaldebatte gemachten Vorwurf, dass in der Vorlage sich Widersprüche befinden. Es habe sich für ihn darum gehan-delt. zwischen einem vom Abgeordnetenhause fast einstimmig beschlossenen Gesetze und dem Commissions« berichte des Herrenhauses einen Compromiss zu finden. Für ihn habe es sich hauptsächlich darum gehandelt, dass die R'chtspflicht des Staates zur Ersatzleistung ausrecht erhalten blieb. Ungerechte Verurtheilungen kom« men viel häufiger vor als man glaube. Die Ursache davon liege theilweise in unseren Gesetzen, außerdem in der Art des Eintretens der Polizei sowie in dem Con-fundieren d^r Wirksamkeit der Verwaltungs- und der Gerichtsorgane. Ein weiterer Grund für die Häufigkeit ungerechtfertigter Verurtheilungen liege auch in dem Umstände, dass die Vertheidigung viel zu spät in die Verhandlung eintrete. Ein Missstand sei auch die Voreingenommenheit des Richters gegen den Angeklagten, welche er als Vertheidiger zu seinem Bedauern so oft gefunden habe. Bedauerlich seicu auch die Schwie-rigkeiten. rmlche einer Wiederaufnahme eines gericht« lichen Verfahrens entgegengesetzt werden. Redner sprach den Wunsch aus, der Herr Iustizminister möge bei Abfassung einer Strafprocessnovelle die gegebenen Anregungen nicht ungenützt lassen und insbesondere der Vertheidigung ein früheres Eingreifen zu Gunsten des Angeklagten, womöglich schon in dcr Voruntersuchung, gestatten. Redner trat sodann für die Compet^nz des Oberlandesgerichtes als der zur Entscheidung über Schadenersatzansprüche berufenen Behörde ein und vertheidigte auch das Princip der Ocffentlichkeit und Mündlichkeit der Verhandlungen. Er sei überzeugt, dass hervorragende Richter, wenn man sie befragen sollte, für die Bestimmungen dieses Gesetzes sich aus« sprechen würden, wie ja auch im hohm Hause ein ehe« maliger Staatsanwalt und Richt'r mit voller Wärme für das Gesetz eingetreten sei. Redner empfiehlt schließlich den § 6 in der vom Ausschusse beschlossenen Fassung zur Annahme. Bei der hierauf erfolgten Abstimmung wurde der Antrag des Abgeordneten Dr. Postal mit 99 gegen 82 Stimmen abgelehnt. Der Antrag des Abgeordneten Dr. Kronawetter wurde gleichfalls abgelehnt und hierauf ß 6 in der Fassung des Ausschusses angenommen, wodurch der Antrag des Abgeordneten Lienbacher entfällt. Die §H 7 bis 14 wurden ohne Debatte beschloss?«, ebenso § 15. bei welchem Abgeordneter Dr. Kronawetter eine abgesonderte Abstimmung verlangte. Den § 16: «Bestellung eines Armenuaters», verlangte Abgeordneter Dr. Kronawetter, dass die allgemeine Gebürenbefreiung im Nrmenoerfahren auch bei diesem Gesetze gelte, und beantragte einen entsprechenden Zusatz. Dieser Zusatz wurde abgelehnt und der § 16 unverändert angenom» men; ebenso W 17 und 18. Bei § 19: «Rückwirkung des Gesetzes auf Strafurtheile, die vor der Wirksamkeit des Gesetzes gefällt worden sind, weun die Wiederaufnahme nach Giltigkeit desselben stattfindet», polemi» sierte Abgeordneter Dr. Zucker gegen den Berichterstatter, dessen Sprechweise er geschmacklos fiudet. Redner wen« dete sich gegen den H 19, der die Gerichte mit Verhandlungen über die Wiederaufnahme des Verfahrens zu überschwemmen drohe. Abgeordneter Lienbacher wendete sich gegen diese Besorgnis und empfahl die Annahme des § 19. Abgeordneter Dr. Zucker beharrte auf seiner Anschauung und bemerkte, dass schon jetzt, wo das Gesetz noch in der Verhandlung steht, viele Personen sich gemeldet haben, welche ihre Processe wieder aufnehmen lassen wollen. Nach dem Schluss« wort des Referenten Dr. Iaques wurde § 19 unverändert angenommen, ebenso § 20, womit der Entwurf in zweiter Lesung erledigt ist. Die Abgeordneten Dr. Engel und Genossen interpellierten den Ministerpräsidenten wegen der M^ reg^lungm der Presse u.id der Versammlungen w Böhmen, um eine Erörterung des Ausgleichs zu ver< hindern. Die Abgeordneten Ürsiun und Genossen interpellierten den Handelsminister wegen Beseitigung der Refactien und Ermäßigung der Frachtsätze aus den Bahnen. — Nächste Sitzung Dienstag. Politische Ueberficht. (Jubiläum des Präsidenten Smoll".) Im Abgeordnetenhause wurde Freitag, wie bereits ge< meldet, das Jubiläum Smolka's als Präsident de» Haus's gefriert. Dem allnerehrteu Präsidenten. weM jetzt zehn Jahre die Glocke d.'s Hauses schwingt, wurde eine von sämmtlichm Abgeordneten unterschriebene Adresse überreicht, welche folgenden Wortlaut hat: «Dem verehrten Präsidenten und hochverehrten M^nne, der vor zwei Jahren das seltene vierzigjährige Jubiläum parlamentarischer Thätigkeit gefeiert hat, bringenH gefertigten Miuister und Abgeordneten ohne RüclM auf die Parteistellung anlässlich der nicht minder!"' reuen Thatsache d's am heutigen Tage beginnend" Decenniums seiner Wahl zum Präsidenten des »°' geordnetenhauses ihre aufrichtige Huldigung dar, vel' bunden mit dem innigsten Wunsche, es möge SenU Excellenz noch lange beschuden sei», in gleicher Ossu^ heit seine ehrenvolle Aufgabe erfüllen zu können.» > (Zur Handhabung der Forstgesetz^ Das l. k. Ackerbauministerium richtetete unter deu> 11. d. M. einen Crlass an die Statthalterei in O"^ welcher unter Berufung auf die Klagen im VMA ausschusse über die strenge Handhabung der FurstgM die Erwartung ausspricht, dass die Forstorgane dlt' jedem einzelnen Falle obwaltenden principiellen ^ Hebungen und Verfügungen in gebürender Weise ^ rücksichtigen und namentlich bei Ansuchen um Culm Umwandlungen oder um längere Aufforstungsfnil jene Zugeständnisse oder Erleichterungen schun in er! Instanz eintreten lassen werden, welche innerhalb Gesetzes zulässig sind. ^ (Steiermark.) Wie wir vernehmen. h<" « Abgeordnete Freiherr von Moscon seinen Austritt au der vom steiermärlischei, Landesausschusse eingeW^ Reblaus-Commission angezeigt, in welcher KörperM er als Beirath fungierte. Wie uns in dieser Angeld' heit weiter mitgetheilt wird, haben Differenzen Personalfragen, als auch eine getheilte NnsfaH"" über die Frage, betreffend die den verheerten «U> baugebieten, beziehungsweise die dem schaffenden Ml besitze zu gewährenden Hilfeleistungen, den A"^?M geben, dass dieser Vertreter des längst verheerten, d"^ zumeist bedrängten Weingebietes der Save- und d in die Hände des M> ^ ab. Gestern erfolgten auch die entsprechenden aw"'^ Pudlicationeu. Das neue Ministerium stellt sich ^ dem Abgeordnet'nhause und heute abends wahrW" dem liberalen Club vor. ^ss (KroatischerLandtag.) Der Iustizaus^ des kroatischen Landtages unterbreitete den OerW ^ den Gesetzentwurf, betreffend Vesihstörungcn^D^^ das die Aerzte Zöborrkok» Licca oder »sczuama»» (Talgdrüsen-Ausschwitzung) nennen, fast immer mit Ausfallen der Haare verbunden ist. Bei Kindern kann dieses eine natürliche Erscheinung oder die Folge von Unreinlichleit sein; bei Erwachsenen jedoch hat es eine tiefer liegende Ursache und erfordert forgfällige Behandlung. Wer an diesem Uebel leidet, wasche sich also zu> erst mit oder ohne Seife den Kopf, um allen jenen Talg, der sich dort angesammelt hat, zu entfernen; sodann reibe er den Kopf mit einer der Pomaden ein, deren Recept ich weiter unten mittheilen werde. Stellt sich nach dem Waschen und Einreihen ein Jucken oder ein lästiges warmes Gefühl ein, so reibe man mit einer Bürste nachstehend? Mischung ein: Carbolsäure 055 Gramm. Glycerin. Alkohol, destilliertes oder Lavendel-Waffer, 16 Gramm von jedem. Auf diese Weise verfahre man täglich, bis das Jucken, das Abfallen der Talgschuppen und Aussallen der Haare aufhört. Mitunter stammen die Schuppen nicht vom Talg, sondern von der Oberhaut. Dann handelt es sich um ein anderes Uebel, das einen anderen Namen hat (die Aerzte wissen immer neue Wörter zu erfinden!), nämlich um pi^ri^is eapillkii (Kleiengrind). In diesem Falle könnt Ihr. wenn Ihr Archäologen seid, Euch mit dem Gedanken trösten, dass diese Krankheit auch schon den Alten bekannt war. Seid Ihr aber nicht Archäologen, sondern Philo» sophen. so erinnert Euch, dass dieses Uebel oft sehr hartnäckig ist und man viel Geduld haben muss. Nehmet also Kleienbäder und waschet den Kopf morgens und abends mit nachstehender Lösung: Borax 4 Gramm, drsullicrtes Wasser 500 Gramm. Zie Zritte. NuS den Memoiren eines Malers. Bon Heinrich «ienliewicz. (16. Fortsetzung.) «Das hast du.» sprach Ewa voll Neugierde. «Also wisse, dass ich mich als ein alter Lauten« schläger"' verkleiden werde. Das nöthige Costüm und eine Laute besitze ich. m der Ukraine war ich und kann etliche Lieder singen ... Frau Kolczanowska ist aus der Ukraine, wird mich also sicherlich empfangen — verstehst du?> «Was für eine originelle Idee du hast!» ent-gegnete Ewa. Cwa ist zu sehr Künstlerin, als dass ihr dieser Einfall nicht hätte gefallen sollen, übrigens gab sie ihr Wort, dass sie mich nicht verrathen werde — sie hatte also nichts dagegen einzuwenden. «Eine originelle Idee.» wiederholte sie. «Hella liebt so sehr ihre Ukraine, dass sie bis zu Thränen gerührt sein wird, wenn sie hier in Warschau einen Lautenschläger erblickt . . . Doch was wirst du ihr sagen? Wie wirst du ihr deine Anwesenheit hier an der Weichsel erklär.n?» Unwillkürlich gieng meine Begeisterung auch auf Ewa über. Nach einer Weile setzten wir uns und begannen den Verschwörungsplan in Einzelheiten zu schmieden. Wir kamen überein, dass ich mich charakterisieren werde, alsdann werde Ewa vorfahren und mich in ihrer Kutsche mitnehmen, damit die Augen der neugierigen * «ine vollsthümliche Art von Nettelmusilanten in der Ukraine, die nebenbei oft blind sind. -?—---------------------------------------------^»^.—-—-i, ^ Sl^aßenbummler nicht zu sehr auf mich nelenll ^ den; Helene sollte nichts von dein wahren Sach""^, erfahren, außer wenn ihr einmal fpäter Ewa da heinmis offenbaren würde. ., Dl Wir unterhielten uns mit Ewa vortrefM ^ diesen Einfall, nachher begann ich ihre Hv^zll küssen, und sie lud mich ein. zum Frühstück bel " bleiben. Den Abend verbrachte ich bei SuslonM»- ^ ;„ Kazia schmollte ein wenig, weil ich früh " "zhre den Park kam, doch ich ertrug wie ein ^n^^e-schlechte Laune und dachte dabei an die morg'ge dition und an — H^la .... XIV. ^ ^e"' Es war elf Uhr früh. ich erwartete jede« " blick die Kutsche Cwa's ,, .ffei^ Ich hatte ein derbleinenes, auf der VcuN ^, Hemd an. einen etwas abgeschabten ländliche« ^l rock. einen Gürtel und lange Stiefel, kurzum, "" in Ordnung. . ir M Die Haare meiner grauen Perücke fielen " ^he, die Augen herab; der mich jetzt erkennen .^ müsste sehr pfiffig seiu. mein Bart war eM -" ^ stück der Geduld.' Seit acht Uhr früh kleb. ^ ^ schen meine eigenen Haare weiße Strcifm Yl ^.^M ergraute derart und fo natürlich, als ob wi ^l' schon ein Greis gewesen wäre. Verdünnte H^^. mir eine von der Sonne gebräunte <«>''> ^ ^'^ und Swiat cki führte die Runzeln wahry^^ aus. Ich hatt? dasAubsetzeneiuessiebzigjähllak ^le'' Swiatecli behauptete, ich könnte anstatt' L^!' mir als Modell Brot verdienen, was auch s"r vortheilhafter wäre. ^aibacher Zeitung Nr. 63.________________________________________495 17. März 1890. wttd seinerzeit auf die Tagesordnung gestellt werden. "3-^"sschuss für den Antrag Kulmer, betreffend an-uevllHe Wahlmissbräuche, beantragte den Uebergang 9 ., aesordnuna., ^ dieser Antrag den bestehenden ^notag für ungesetzlich erklärt. Hierauf fand die dritte "Wn des Disciplinargesetzes für Iustizbeamte statt. 7,"^.Apposition nahm trotz ihres bekannten Beschlusses °" der Sitzung theil. lili, ^"^ parlamentarischen Üage.) Die «Po-!'!' ?U"a.t folgende Wiener Meldung! Die Klärung und ^ ^"^ ""^" Fortschritte gemacht. o man darf annehmen, dass die Sprengung der u"?lorM aus Anlas« der bevorstehenden Budgetdebatte s^ -I ^" Berathung der Grundentlastungsvorlage ^ nicht bewahrheiten werde. Die Mitglieder des llrumclubs habm eine Berathung gepflogen, in deren v°s» ! bei der Mehrzahl derselben die Geneigtheit her- "rat die bisherige oppositionelle Haltung aufzugeben. ^ "urde betont, dass sowohl drr Schlusspassus der An<>« ^lschiifen abgegebenen Erklärung als auch die ^K" des Unterrichtsministers, dass die Regierung ^"lunsche der Bischöfe in reifliche Erwägung ziehen ba^s' " Aussicht auf die Möglichkeit weiterer Ver. die <5 ^" M einem späteren Zeitpunkte eröffne. Durch r declaration des Episkopats sei verhindert, dass die 'emgung der Schulnovelle zugleich auch die Beseiti-«un« der Schulfrage selbst bedeute ,^/^u s Serbien.) Aus Belgrad wird der alpi^'t- ^'^' berichtet: Da Ministerpräsident Gruiö u "cy seine Stellung als Mitglied des Staatsrathes Kin« .'""' ""ll man ihn im Cabinet durch den UAunnlster ^"'^ "^ben. Die Regenten ihrerseits El ?"' dass an die Spitze des Staatsrathes der die?5 ^ ^"'gs, Dr. Dokic. trete, gegen den aber titilt tt ?^ Majorität der Skupitina ist. Diese Majo« tion«<5 c ^"^ ^^ die Ernennung des früheren Sec-Vlnri?. ^laja im Ministerium des Neußern zum ner "^sldeuten. Gjaja ist ein geborener Ragusa-und "?c.^ "n heftiger Oeqner Oesterreich - Ungarus m^^ ?"., Herz schlug lauter, in ^ Kaum ." ^^ lch die angebetete Hela sehen, ""er N^« wir etwa hundert Schritte von ^ ent«eap.i. ^ ."'^ernt, als wir von der Ferne den "Uls üN ^n ^^^"sl' bemerkten. Der Kerl ^'^beaan^^""?'' blieb er stehen, grüßte Ewa. ?c «tick , " " aufmerksam uns beide, besonders 3 " mick?" buchten. Es schien mir unmöglich. ^""t> bemer. """ ^""e. doch sah ich mich nachher ^ "uz n,: ^"^ w,e er auf demselben Platze stand 3°bn,biea „" '" ^""' verfolgte. Erst an einer die^u« zi° Floren wir ihn aus den Augen, il F"W ew I s ^ "lch weiter, dennoch schien mir h'?en Ua«en V?"6 zu währen. Endlich blieben wir ""a s. l«yen. wir befanden uns vor dem Hause (Fortjchung folgt.) zu verhüllen und blieb ruhig in Petersburg, bis ste verhaftet wurde. In russischen liberalen Kreisen gibt man ihr den Titel einer Heldin und Märtyrerin der Freiheit. (Die französische Ministerkrise.) Das Cabinet Tirard hat bekanntlich demissioniert. In Pariser Kammertreisen glaubt man, die Krise werde eine rasche Lösung finden. Es dürften mehrere Mitglieder des bis» herigen Cabinetes, namentlich Freycinet. FaWres und Bourgeois, dem neuen Cabinete beitretcn. Die Blätter melden, dass Freycinet mit der Bildung eines Versöh nungsministerium betraut werden solle. (Im englischen U n t e r h a u s e) erklärte Stan» hope, die erste Vertheidigungslinie werde hauptsächlich aus regulären Truppen, im ganzen 110.000 Mann. bestehen und in drei Armeecorps getheilt sein; er hofft, im Laufe des bevorstehenden Finanzjahres fast alle Truppen in England und in Indien mit dem Maga» zinsgewehr zu bewaffnen. (Bulgarien.) Das Blatt «Sooboba» veröffentlicht einen Artikel, worin es heißt, dass. wenn die Bulgaren nicht auf gesetzlichem Wege die Nnerken» nung des Prinzen erlangen, sich sich unabhängig erklären können. (Aus Cotonu) ist die Meldung eingetroffen, dass das französische Kanonenboot «Emerande» Nbomey und Kalavy erfolgreich bombardierte. Tagesneuigleiten. Se. Majestät der Kaiser haben, wie das «Prager Abendblatt» meldet, der freiwilligen Feuer-wehr in Hesselsdorf zur Anschaffung von Löschrequisiten 100 fl. zu spenden geruht. Se. Majestät der Kaiser haben, wie der «Bote für Tirol und Vorarlberg» meldet, der Gemeinde Karneid zur Vollendung des Schulhausbaues 200 fl. zu spenden geruht. — (Ein abgängigerAbvocat.)Der bekannte Hof. und Gerichtsadvocat Dr. Edmund Martbreiter in Wien ist seit zehn Tagen abgängig. Derselbe hat Wien verlassen und sich wahrscheinlich nach England begeben, nachdem er dem Präsidium der Wiener Advocatenlammer die Mittheilung hat zukommen lassen, dass er fortan von der Ausübung der Ndoocatenpraxis zurilckti-ete. Diese Er-llärung des Dr. Marlbreiter wurde vom Sollicitator des» selben in Form eines Gesuches der Ndvocatenkammer unterbreitet. Ueber die Ursachen, welche den Dr. Mark-breiter zum Rücktritte von der Ndvocatenpraxi« veranlassten, verlautet, das« dieselben in finanziellen Lala. mitäten zu suchen seien. Die Vermögensverhältnisse des Dr. Marlbreiter waren schon in den letzten Jahren die allerungünstigslen. In der letzten Zeit wurde der sldvocat von seinen Gläubigern arg bedrängt; die Verlegenheiten wurden immer schlimmer und gestalteten sich schließlich zu einer Krisis, die seinen Rücktritt von der Advocatur und die darauf folgende Abreise aus Wien herbeiführte. Doctor Marlbreiter erwarb sich seinen Ruf als Vertheidiger schon vor vielen Jahren durch eine Reihe von schwierigen Pro» cessen, von welchen namentlich die Affaire des Gattenmörders Tourville großes Aussehen machte. Als Jurist erfreute sich Dr. Marlbreiter in Fachkreisen eine« bebeu« tenden Ansehens; er galt für einen der fähigsten Köpfe des Varreaus, der sich als Vertheidiger durch Geist, laustische Schärfe und eine bemerkenswerte Schlagfertig-leit auszeichnete. Von den letzten Strafprocessen, in welchen er als Anwalt auftrat, seien hier der Hochverraths» process des Dr. Zivny angeführt, in welchem Dr. Marl-breiter einen bedeutenden sorensischen Erfolg und die Frei» sprechung seiner Clienten erzielte. Noch ansehnlicher war aber sein Ruf als Civilist, dem nur wenige Advocaten an die Seite gestellt werben tonnten. Es bleibt daher wirtlich zu betlagen, dass eine so hervorragende juridische Kraft sich in ihrer socialen Stellung nicht zu behaupten vermochte. — Nachträglich wird gemeldet: Die Polizei erlieh gegen Dr. Marlbreiter. welcher bereits in Amenta eingetroffen sein soll, einen Haftbefehl. Dr. Martbieiter dürfte unbeglichene Vörsenbifferenzen im Betrage von un-gesähr einer Million Gulden zurückgelassen haben. Vor der Flucht nahm er zahlreiche Darlehen auf. Er dürfte gegen 40.000 fl. mitgenommen haben. Marlbreiter besaß auch die Vollmacht eines Wiener Clienten zur Behebung von 80.000 Francs in Paris, und man glaubt, dass er die Summe behob. — (Reisen nach Dalmatien.) Wie wir vernehmen, gehen die Anmeldungen filr die vom Präsidenten des österreichischen Touristen-Elubs A. Silber-huber für dieses Frühjahr projectierle» Reisen nach Dalmalien, beziehungsweise Montenegro, namentlich für den Osterausflug, ziemlich zahlreich ein. Diese Reise ver» spricht umso interessanter z„ werden, als von Sebenico aus die hochinteressanten Kerlafälle und die einsam in der Kerlabucht aus einer Halbinsel wahrhaft romantisch gelegene Stadt Scardona besucht werben sollen. Zudem feiert die Grablegung Christi die Stadt Sebenico auf einzige und pomphafte Weise. Viele Hunderte strammer Dalmatiner, nahezu lauter Riesengestalten, in ihren malerischen Trachten durchziehen mil brennenden Fackeln und klingender Musik, singend und betend, die hellerleuchteten engen Straßen zum Dome, in welchem eine grohartiae Feier stattfindet. Vuslünfte werden ertheilt und Programme ausgegeben, Wien, I., Herrengasse »3. . ^ 1^.° '^ etten - Album s.) Einige Damen, denen nach Ankauf der kostbarsten Toiletten noch Geld genug übrig bleibt, legen sich jetzt Toiletten-Ulbums an Em solches wurde von einem Besucher in Newyorl im Boudoir einer bekannten jungen Frau erbeutet. Auf der ersten Seite befand sich ein Photogramm der ganzen Figur der Frau Vlanc in ihrem Brautlleide, wie sie eben vom Altar lam; auf der gegenüberliegenden Seite waren die Stoffe, aus denen die Vrauttoilette bestand kunstvoll angeordnet. Atlas und Spitzen, selbst die Oran-genblüten waren durch Malerei hie und da angedeutet D« nächste Seite zeigte sie i» einem gut passenden, vom Schneider verfertigten Anzug, offenbar wie sie gerade die Hochzeitsreise begann, während die andere Seite wieber die Stosse und Farben zur Anschauung brachte, welche das Photogramm nicht geben konnte. Per Rest des Album« war in ähnlicher Weise angelegt, immer links das Photo-gramm, rechts die Stoffe de« entsprechenden «lnzuge« Abgesehen von der Originalität des Gedanlens. liefert em solches Album für die Iulunft Material« für die Zeitgeschichte. — (EineMillion anEntschzbigungen) Im vorigen Jahre fand auf der luxemburgischen Eisen-bahnllnie bei dem Orte Groenenbael ein Unfall statt welcher vielen Reisenden das Üeben kostete, anderen schwere Verletzungen hinzusügte. Die belgische Staatscasse muss letzt 1.175.000 Franc« als Entschädigung den Ungehör.gen der Opfer zahlen, weshalb jetzt der Finanz-minlster dle Bewilligung von einer Million Francs bei der Kammer beantragt hat. -- (Der russische Thronfolger) soll. wie aus Petersburg gemeldet wirb, demnächst in Vealeituna emes Nruders Georg eine «eise um die Welt antreten Viese Vestlmmung erregt am russischen Hofe Aufsehen we.l bisher die russischen Thronfolger zwar im Innern beS Re.ches zu reisen pflegten, aber längere Reisen außer-halb Russlande vermieden. — (Rauchloses Pulver.) In Pressbura 3^"«^ ^«'" des General.Infanterie.Inspeclor« FgM. Varon Kvnig Schießversuche mit rauchlosem Pulver angestellt. FgM. Varon König sprach sich überaus lobend über die Einrichtung der in Pressburg befind-lichen ararischen Abtheilung zur Erzeugung rauchlosen Pulvers aus. — (Kein Jägerlatein) Vorige Woche suhr ein Grundbesitzer von Seckau nach Knittelseld. Vom nahen Walde hörte er da rasch nacheinander einen Jagd-Hund Laut «ausgeben», und gleich darauf hüpfte der verfolgte Hase in den Wagen des Grundbesitzer«, der ihn nun ganz unweidmännisch erwürgte und dann dem Iaab-Herrn ablieferte. — (Eiffel-Thurm.) Der seit dem November v. I. dem Publicum unzugänglich gewesene Eiffel-Thurm auf dem Marsselbe in Paris wird demselben am 30sten März wieder zugänglich werden. In der Zwischenzeit ist viel für die Umgestaltung und Verschönerung der in den drei Etagen des Thurmes untergebrachten Etablissement« geschehen. — (Der König von Holland.) «ine De. pesche aus Haag meldet, dass der Zustand des Kllnia« von Holland abermals ein höchst besorgniserregender geworden ist. Königin Emma weicht nicht mehr vom Vette des Kranken, und der Regentschaftsrath ist in den Palast berufen worden. <55 ^ (^ T"ll"l"z° in Persien.) Nu« Teheran wlrd ber.chtet. dass die Influenza dort in außer-ordentlich heftiger Weise ausgetreten ist. so dass an einem Tage 70 Todesfälle durch Influenza vorgelommen sind und auch mehrere Mitglieder der Familie des Schach Nasr-ed.dln an dieser Krankheit gestorben sind. <., .. ^1 protze Ueberschwemmung.) Durch den Austrttt der Flüsse Ohio und Mississippi sind i„ Ar-lansas verheerende Hochfluten eingetreten. Verschiedene Dammbrüche sind erfolgt, wodurch zahlreiche Menschen-leben verloren giengen. Der Vahnverlehr stockt. — (Das Grubenunglück bei Cardiff.) In dem Schachte «Morfa» im südwalisischen Kohlenrevier, welcher, wie berichtet, durch eine Explosion schlagender Wetter zum Einsturz gebracht wurde, verunglückten von 250 eingefahrenen Bergleuten 68. — (Die Theilung) Mutter: «Hast du die Bonbons mit Alfred getheilt, Hannchen?» — Kind «Ja, Mama; ich nahm das Süße und gab Fred die Verschen — du weißt, er liest so gern.» Local- und Provinzial-Nachrichten. — sDie philharmonische Gesellschaft) in Lalbach hat vor lurzem ihren Jahresbericht filr die geit vom 1. October 1886 bis 30. September 188» ausgegeben. Demselben entnehmen wir folgende Daten: Die Gesellschaft besteht aus 40 Ehren-, 114 ausübenden und 317 beitragenden, zusammen aus 471 Mitgliedern. Im Berichtsjahre fanden 5 statutenmäßige. 1 Schüler, und 4 außer ordentliche, mithm 10 Tonurte und 4 Kammer» Laibacher Zeitung Nr. 63. _________________________496______________________________________________17. März 1890^ nmsikabende statt. Die Musikschulen, an welchen 4 Lehr-lrafte wirken, besuchten 140 Schüler An dem Unterrichte im Clavierspiele nahmen 66, im Violinspiele 49, im Gesänge 21 und im Cellospiele 4 Schüler theil; 63 Schüler zahlten volles, 11 halbes Schulgeld; 66 waren vom Schulgelde ganz befreit. Der Vericht wirft einen eingehen» den historischen Rückblick auf die bisherige Benützung von Gesellschaft« - Ubicationen und gedenkt weiter der Thatsache, dass die Gesellschaft am 5. December 1888 das abgebrannte Theater um 20.000 fl. behufs Neubau einer Tonhalle angekauft hat. Das Baucomite' wird nach Erledigung einiger weniger noch obschwebenden Fragen zur Inangriffnahme des Baues schreiten. Die lrainifche Tparcasse hat zu diesem Zwecke eine Subvention im Be» trage von 20.000 st. zugesichert. Die Einnahmen beliefen sich a) bei den verschiedenen Gesellschaftsfonden auf 8168 fl. (darunter 2290 fl. Mitgliederbeiträge, 1190 fl. Schulgelder und 1500 fl. Subventionen); d) beim Vau« fonde auf 21.845 fl. Die Ausgaben beliefen sich ») bei den verschiedenen Gesellschastsfonde« auf 762? fl. (darunter 2660 fl. Lehrergehalte, 404 fl, Kilnsllerhonorare, 524 fl. Orchester.Auslagen, 500 fl. für Musikinstrumente und Musikalien, 267 st. für Beleuchtung); d) beim Bau-fonde auf 20.000 st (Kauffchilling für die Theater, Ruine). Der Gesellschaftsfond besitzt ein Vermögen von 5943 fl. (Wertpapiere 4012 st. und Inventarwert 1931 fl.); der Baufond ein solches van 32.379 fl. (20.000 fi. als Wert der Theater.Ruine und 11.503 fl. in Wertpapieren); der Musilfond besitzt 1690 fl., der Kammermusilfond 22» fl. und der Clavierfond 114 fl. w Wertpapieren. Im allgemeinen kann das Jahr 1689 in jeder Beziehung als ein für die Gefellfchaft günstiges bezeichnet werden. — (Es gibt leine «Landsturm'Officiere» im Frieden.) Das «Armeeblalt» enthält folgende Zeilen, welche geeignet scheinen, den ziemlich verbreiteten Irrthum aufzuklären, wornach verschiedene Personen sich berechtigt fühlen, den Titel eines «Landsturm-OfficierS» führen zu dürfen. Es heißt in dem militärischen Blatte: «Vorige Woche lasen wir eine Einladung, einem zu grün» denden Club der l. k. Landsturm < Officiere beizutreten. Auch erhielten wir unlängst ein Schreiben, in welchem sich der Briefsteller als Landsturm»Officier zeichnete. Es scheint demnach, dass diese Bezeichnung als berechtigt an« gesehen wird. Im Interesse dieser Herren, welche sich dieses Titels bedienen oder bedienen wollen, erlauben wir uns daraus aufmerksam zu machen, dass es im Frieden keine «LandsturM'Officiere» gibt und die Führung dieses Titels erst dann eine Berechtigung erlangt, wenn eine kaiserliche Ernennung hiezu ermächtigt.» — (Personalnachricht.) Freilag früh ist in Gonobitz die Erbprinzessin Christiane Windisch'Graeh, geborne Prinzessin Auersperg, Gemahlin des Erbprinzen Hugo Windisch'Oraeh, von einem Prinzen glücklich entbunden worden. — (Aus Loitsch) meldet man uns: Herr Ve« zirlshauptmann Dr. Michael Gstettenhofer hat sich Samstag auf seinen neuen Pienstposten nach Krainburg begeben. Herr Regierungssecretär Gustav Del Cott ist am selben Tage in Loitsch eingetroffen und hat die Amtsleitung der l. l. Bezirkshauptmannschaft daselbst über» nommen. — (FrühlingsWetter.) Die Meteorologen prophezeien auch für die nächsten Tage helle Lenzwitte« rung; der gestern ausgegebene Bericht lautet: Der Uebergang von der winterlichen zur Frühjahrswitterung, wel> cher sich in der zweiten Hälfte der Vorwoche fast gleich« zeitig über ganz Europa vollzog, wurde während der lehtverflossenen sieben Tage nicht gestört; es blieben in diefer Periode über den ganzen Continent westliche Winde und milde Temperaturen herrschend. Die Frostgrenze ist bis ins Innere Russlands zurückgedrängt, und so lässt die nach den letzten Depeschen über Europa herrschende Vertheilung der Witterungsfactoren auch für die nächsten Tage in unseren Gegenden weitere Luftzufuhr auS Süd und West und damit mildes und vorläufig auch meist heiteres Wetter erwarten. — (In Neumarltl) fand am 8. d. M. in Pollaks Gasthaus die Jahresversammlung der dortigen Ortsgruppe des Deutschen Schulvereines statt. Einige Schwierigleiten waren bei der Wahl des Vorstandes zu überwinden, da Herr Director Rieger, welcher früher Obmann war, bei der letzten Jahresversammlung eine Wiederwahl ablehnte und erklärte, auch jetzt außerstande zu sein, die nruerdings auf ihn gefallene Wahl annehmen zu können, wenn nicht vorerst wenigstens die noch immer unerledigte Frage der Erhaltung des deutschen Kindergartens ausgetragen werde. Herr Karl Mally erklärte hierauf, bereit zu sein, die Lösung dieser Angelegenheit insoferne fördern zu wollen, als er dem Kindergarten-Ausschüsse die für die Unterbringung der Kinder noth» wendigen Räumlichleiten sowohl als auch die Wohnung sür die Kindergärtnerin vom 1. April ab in dem von ihm kürzlich angekauften Hause kostenlos überlasse und dieses Opfer aus Anlafs des zehnjährigen Bestandes des Deutschen Schulvereines bringe. Nachdem hierdurch die Erhaltung des deutschen Kindergartens gesichert erscheint, nahm auch Herr Director Rieger nicht mehr Anstand, die auf ihn ac^allene Wahl anzunehmen, und d«r Giup» penvorstand wird demnach im Iubiläumsjahre, wie folgt, zusammengesetzt sein: Simon Rieger, Vetriebsdirector, Obmann; Karl Mally, Fabritsbesiher, Obmann-Stellver« treter; Adalbert Schifferer, Postbeamter, Zahlmeister; Iu-lius Goecken, Fabriksbesitzer, Zahlmeister«Stellvertreter; Anton Zeleznikar, Gemeindebeamter, Schriftführer. Nach der Wahl übernahm Herr Rieger den Vorsitz, dankte Herrn Karl Mally sür die schöne That und forderte die Versammlung auf, als Zeichen des Dankes sich von den Sitzen zu erheben, was unter Hochrufen auf Herrn Mally erfolgte. Lange nach Schluss der Verfammlung blieben die engeren Genossen noch beisammen und brachten einen Betrag von über 10 fl. für den Verein auf, wie über» Haupt die Stimmung eine gehobene war. — (Aus der Laibacher Diöcese.) Der Beneficiat in Watsch, Herr Josef Zelnik, wurde zum Pfarradministrator in Tschemschenik ernannt. — (Per Gartenbauverein für Krain) hielt gestern vormittags im blauen Zimmer des Casino eine außerordentliche Generalversammlung ab, um über die vom Ausschusse proponierte Auflösung des Vereines Beschluss zu fassen. Nachdem Obmann Dr. Suppan in einer längeren Rede die Geschichte dieses Vereines geschildert und schließlich hervorgehoben, dass die Chancen für eine ersprießliche Wirksamkeit des Gartenbauvereines sich vermindert haben, wurde die Auflösung einstimmig beschlossen. Inbetreff des Vereinsvermügens pr. 3300 fl. wurde beschlossen, dasselbe den Statuten gemäß zu gemein» nühigen Zwecken des Gartenbaues zu verwenden und zwar sollen drei Prämien il 50 st. gestiftet werden, mit welchen alljährlich je ein Lehrer aus Ober«, Unter- und Innerkrain betheilt werden soll, der sich durch rationelle Pflege des Schulgartens sowie des Obst« und Gemüsebaues besonders hervorthut. Der Rest per 200 fl. wurde dem land' und voltswirtschaftlichen Vereine in Gottschee gewidmet. Mit der Durchführung der Vereinsauflösung wurden der Obmann, Secretär und Cassier betraut. Die Sammlungen sowie die Bibliothek des Vereines fallen dem Landesmuseum zu. — (Militärisches.) Die Cadet.Officiers'Stell' Vertreter Johann Vavken und Eduard Schubih, beide des Landwehr-Vataillons Laibach Nr. 24, und Franz Weidlich des Landwehr-Vataillons Görz Nr. 74 wurden zu Lieutenants im nicht activen Stande der l. l. Landwehr ernannt. — (Gemeinbewahl in Woche iner°Fei« st ritz.) Bei der jüngst stattgehabten Neuwahl des Ge« meindevorstandes der Ortsgemeinde Wocheiner-Feist r i h im politischen Bezirke Radmannsdorf wurden Jakob PreZelj, Grundbesitzer in Feistritz, zum Gemeindevorsteher, weiter« Josef Sodja, Martin Ravnik und Johann Men» cinger, sämmtlich Grundbesitzer in Feistrih. und Josef Rozman, Besitzer in Feld, zu Gemeinderäthen gewählt, — (Die Unisormierung der Postbeamten.) Eine unter dem Vorsitze des Centralinspectors Hofrath Koch von Langentreu abzuhaltende Enquete wird sich in nächster Zeit mit den Bestimmungen für eine möglichste Erleichterung der allgemeinen Uniformie-rung der Postbeamten befassen und die Anschaffung im Wege zweckentsprechender Association in Berathung ziehen. Neueste Post. Original-Telegramme der «Laibacher Ztg» Budapest, 16. März Das Amtsblatt pnbliciert heute die Demission des Gesammtcabinets. ferner ein überaus huldreiches kaiserliches Handschreiben an Ko< loman von Tisza, welches die fast 15jährige Wirksamkeit, die für sich schon ein glänzender Beweis des unausgesetzten Vertrauens der Krone nnd des Landes ist, hervorhebt. Das Handschreiben betont die hervorragenden Dienste Tisza's unter schwierigen Verhältnissen Ungarns und der gesammten Monarchie, ferner die Ein« sicht. den Patriotismus und die Selbstverleugnung des scheidenden Ministerpräsidenten, welchem der innigste Dank dl's Monarchen ausgesprochen wird. Das Handschreiben schließt mit dem Ausdrucke der Hoffnung. Tisza werde den öffentlichen Angelegenheiten auch fernerhin seine Mitwirkung nicht entziehen. Ein weiteres Handschreiben an den Grafen Szapary betraut diesen mit der Bildung des Ministeriums. Das Amtsblatt publicist weiters die nachstehende Zusammensetzung des Ministeriums: Orczy, Minister a laters. Fejervary Landesuerthridignnq. Baroß Handel. Esaty Cultus und Unterricht, Weckerle Finanzen. Szilagyi Justiz. Iosipovich Minister für Kroatien Sla. vonien. Bethlei, Ackerbau. Mit der Leitung des Mini« steriums des Innern wnrde der Ministerpräsident be^ traut. Ein weiteres kaiserliches Handschreiben enthebt den Grafen Teltky vom Posten eines Ministers des Innern. Elberfeld, 16. März. Ein Güterzug stürzte bei Elberfeld vom Viaoucte in den Wupperfluss. Mehrere Personen wurdm getödtet. Berlin, 15. März. Der Reichsanzeiger meldet: Der Handelsminister begrüßte die Delegierten der Eon-fermz im Congresssaale des Reichskanzler. Palais und erklärte, der Kaiser sei erfreut, dass, Dank dem Entgegenkommen der Schweiz, seine Bestrebungen gleich« zeitig mit den schweizerischen Gegenstand der Berathung der Eonferenz bilden. Nach der Ansicht des Kaisers verlange die Arbeiterfrage die Aufmerksamkeit allel civilisierten Nationen. Nach der Lösnng dieser Frage zu suchen sei nicht allein Pflicht der Menschen» sondern auch der staatserhaltenden Weisheit, nM« verpflichtet ist, für das Wohl der Bürger zu sorg" nnd die Civilisation zu erhalten. Die Entschließungen der Conferenz bleiben der Regierung vorbehalten. "" Minister ist überzeugt, dass die Arbeiten der Conferenz einen wohlthätigen Einfluss auf Europa üben werden. Auf Vorschlag des österreichischen Delegierten Migew wnrde Minister Berlepsch mit Acclamation M Pl^ sidenten gewählt. Die Sitzungen beginnen tclM um 1 Uhr. Nächste Sitzung Montag. Die Eröffnung der Conferenz erfolgte ohne Formalitäten. Der Kaiser conferierte vor der Conferenz mit Vismara, nach der Conferenz mit Berlepsch. — Die Verhak lungen werden französisch geführt, die Abstimmung findet durch Namensruf der Staaten in alphabetischer Reihenfolge statt. Während der Dauer der Confers wird das Geheimnis der Conferenz streng beobachte!' Rom, 16. März. Die «Agenzia Stefan,» melde aus Massauah i König Menelik setzt seinen Marsch W Mangascha wünscht sich zu unterwerfen; Ras Al»' zögert aber, da er befürchtet, in Ketten gelegt und n<^ Italien geschickt zu werden. — Der Papst errichtt« eine katholische Hierarchie in Japan mit mehreren ^ schofssihen, ferner eine apostolische Präfectnr in ve» deutschen Besitzungen Kameruns. . . Paris, 15. März. Es bestätigt sich. dass Frey"«" die Mission der Cabinetsbildung angenommen h"t. ^. soll über Andringen Carnots eingewilligt haben und 0«» Kriegsportefeuille behalten. Einem Gerüchte z«W wird das Neußere von Constans oder Ribot "ve« nommen. .,, London, 16. März. Die Zahl der Vergarbe^ welche gestern die Arbeit eingestellt haben, wird a 250.000 geschätzt. Die Dauer des Streikes ist, "H vorauszusehen, doch sind Anzeichen vorhanden, t»e " Concessionen der Arbeiter schließen lassen. <., Athen, 16. März. Die griechische Regierung ° schloss, dass die Reserven nicht an den Manövern tye> nehmen sollen, womit sie ihre friedlichen Absicht weisen will. ,.^ Kairo, 15. März. hier circuliert das O"UA Emin Pascha habe der egyptischen Regierung '^ Demission eingeschickt und werde nicht nach "gyp gehen. ss, Constlllttinopel, 15. März. Die Eisenbahn 3^ Jerusalem und die Dampftramway Veyrut-DanM ^ wurdm conccssioniert. Ingenieure sind bereits an " . und Stelle abgegangen._____________________^s-s Angekommene Fremde. Am 15. März. «^Ml, Hotel Elefant. Dr. Rauch. Oberbergarzt. Idria. ""^ c^lec, Kfm.; Manas. Kapellmeister, und Treuman, SchaU'^, Wien. - Spender. Fabrikant, Iwittau, — Moll'!"' ^ marltl. — von Albori. Trieft. — Fuchs, Kaufm.. AUF' Fantini. Stein. — Schacher, t, l. Oberstlieutenant, und ^ ^h k, k. Hauptmann. Trieft. — Diermayer. Opernsänger"' ^. Linn; Ensselhofer, Fabrikant, Graz. — Dr. Hirsch, "" ' Hafner, Hotelier. St. Peter. ««elba"'"' Hotel Stadt Wien. Prcßburger, Muck. Ianota, Popp°'zM Friedrich. Löbner, Paulin und Mitusch, Kaufleute aus ^ — Lang. l. f. Hauptmann. Pola. — Rilesy. Vudape' ^e, Rüber. Kaufmann. Chemnitz. — Wols und Kölbcl, "°HMl, Gmunden. — Prischmer sammt Familie, Graz. "" Kaufmann, Brilnn. — Stein, Kaufmann, LuescM ^B"' Gasthof Kaiser von Oesterreich. Klein, Schauspieler. P«""^^ Hotel Vllicrischer Hof. Podinetti, Kaufmann, Trevlso. -^ Reisender. Gottschee. «^M Hotel SUdbllhnhof. Hcrzl, Kaufmann; Pöhel. Wien-^" fammt Familie, Littai.__________________ Verstorbene. ZzI' Den 1 4. März. Franz KorinSel, Laborant, ^<,l, Wienerstraße 15, kxsuclawm pulmonum. — Helena Köchin, 84 I., Chröngasse ü. Marasmus. , ,..« ?b3" Den 1 5. März. Ursula Paulin. Arbeilers-Oa""" Hradehlydorf 2, Wassersucht. Im Spitale: .. , ZO 3" Den 13. März, Franz Justin. Arbeit", Variola. ?3 »>" Den 14. März. Franz Zitnil. Arbeiter, Marasmus. — LottoziclMlicn vom ll>. März. Wien: 71 2 43 21 l. Graz: 2 tt 15 62^5^^ Meteorologische Vcobnchtunnell^ai^^ " Nl, Mg. 757 5^12 O. schwach ^it" y'l" 15. che !«°ntf in «oten 88 2» 88 « !^^,/>^"«l°,e, «50 ft, ,8» 25 134- /" LtaaMose , , ion ft. 17» -. 178 5l, ^«om.Mbr. I^izn st, , , ,50'75 151'2'' ^^N?.°'^"'"' 1l«u"fre< , in« g<> ,l<> w "^^o'enrmtc, stemrsrel , i«,2 45 I"»» es> , 118 9» 11» 4N «olnrll,^^'»^" ^' Silber . ,15 75 11575 "" ° für 3» 45 V^^^'i^i^ ^ "^'«Nl, ^ INN n, e, W, 140 .. ,40-80 ^ " «°,t 4« „ in« st. ,27.7z „y.^ Veld ware Grundentl.-Oblilllltlonn> (ftlr 10N fl. «M.) l>"/s> «ald Küstenland , , —'— — — K"/„ niedervsterreichlsche . , , INS— I1U — f."/« Neirilchf...... —-— —— b"/n lroatilche und slavonische . lob-— —'— 5"/° stebenbllraische . , . —-— —— b°/n lemeser Uanai , . —--. —-— 5"/^ ungarlsHc...... 88 »N 8» 10 Andelt össcntl. Anlehen. Donou-Neg,.Uose ü"/„ lNN ss, , 1LÜ-7K lzi 75 bto, «ülelhc ,«?« , . in« »„ in? — Nnltbcn der Gtadt G«r» . . no-- — — Nlileysn d, Otadtgemrinbe Men inz-ko lNS — Prüm,'^nl. d. Elabtgem, Men <48 40 l48 »0 VUlssnhau-Unlehm verlo«, l>°/« 97 bll 98 bll Pfandliilefe (sill 1l)N fl.). Vodel«-,, all«, «ft, 4°^0 dtv, » 4"/„ , . , »N'U, S8ßN dto, Piüm.lHHuIdvslschr, L°/„ >N8 5l» lN9 — vest, Hhpothrlcilblliil i<»j, 5N°/<> l0«»b l(1»Lb vest,-UN«, «ant verl, 4'/,°/° > lNl 4N U'.l «0 drtto » 4°/„ . . 100-10 l00'S" detto bNjähl, » 4°/^ . , l<»0 10 IU060 PrioritätS-Obliaationen (fiil »00 fl!), grrd<«/,°/, , »9 8U 100 40 Veld Ware Oesteri, Noidwestbnhn . , , 107 70 1<>8 3N Etaatsbahn....... >9l bo 19L 5<' Sllbbahn ll 8«/,..... 149 — I49'5<> » ll b"/>..... <19'5<» l«0 «,^ Ung..gal<», Vllhn..... lvl-,0 ,01 9" Dweise Lose (Per Ntücl) se inn fl...... ,8« — »8? — lllary-Losr 40 fi...... 5?-bl» b» »5 4°/p Donau'Dampfsch. ,00 st. . ig5>_ izß»b Laibach« Prilm-slnleh, 2N ft. 8,-75 zz »5 vsener «°sc 40 fi..... 6,50 ««»5 Pa!ss>,'L°!l' 40 fl...... 55.75 57.»^ Rothen Kreuz, «ft. Ves.v.. IN fl. ,g ^_ jg «.0 «ubolphLosc IN ft..... zy 7Ü „ 7k S°WLosk 4<> fl...... g,5N ß,5^ Waldstrii, l!ozo Gc»v,.Ech. b,3"/«Pr«m,.!3chuId. versch d, »obenciebitanstlllt , ,7.^. 18 — «ant. Altirn (per Etück), Nn«ll»»Oe/„». ib? ü<» >5» — Äanlveretn. Wiener 100 fl, . . i«i 50 l«« — Udnci,.«nst, »st. 200 fl. <3. 40«/„ !«ie — K17 — «rdt.-Nnst, f.Hanb. u. «, l^fl, 314 75 »<« »s> Etedltbanl, «lla. ung. »n« fl, . »bl'7b «!>2 »5, PepoNttnbanl, «lllg. z»s>0 fl. , z»0 - «u« — s.,Nbrt>sl. k<«> N. . 58<» — 585 — Giro. >,, «asjeiw., Wiener 200 fl, «1»'— »1»'- Veld Ware Ht,V°tbel«nb.,0«. 9N0»l. «5°/„<«. ?l— 7» - liönberbanl, «Nlionfl. «. . . «4 «U «4 So 0estcrr,-unaar. Uanl «ON fl. . s»» — «4» — Unionbanl 200 fl...... «b3 — »53 50 Vrrlehribanl, »ll«. l4« fl. . 1«« — «4 — Actlen von Lransport-Unternehmullgen. sper Sriick), »lbrecht-Vllhn »00 st. Vilber . 58 50 »9 50 «llf«ld.Fiuman. V»hn «no fl. B. ,01'50 »«» «> Vöhm, Nordbahn 15N fl.. . . »18 — 219 — » WeNbahn »N0 fl.. . . — — — — Vuschtiehraber «,. 5N0 fi. «M. I0S3 «n?i» dtii. silt. U ) »N0 N. . «S — «8 — Dunau ^ Dampfschifffahrt» Ves,, Oesterr. 5!»U fi. «M, . . , »77 - »sl - Draub,'Z,)2N<»st.G.-------— — Pui^Vobenb. V Iasl» > Visen» bahn-Vtsellsch. »W fl. L, . . 28« l.0 «81'- Lloyd,»ft,-unß..,trieft5(»<»ft.«M. 31.6 — 3SU — Oefteir, Nordweftb, »on fl. Ellb. »04 «!i »>»4 75 dt°, (lit, U,) »no fl. V, . >«o k<>«I — Pra8'D,>ler»