M Nr. 27!l. «, umerallonsplci«: In, «omploi» !,,„,<. l!N<«>!. 5', fl. Mi« l» Vof! nan,i. n. ,5, ba^j. fi. 7 5«. Dinstag, 5. Dezember. Wieb,icholm»s,n> pl. ». Se. t. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 28. November d. I. den Vandcsgerichtsrath in Sambor ,^elix MadcjcwSli zu», Rathe des lembcrger Obcrlandcsgerichtcs allergnä-digst zu ernennen geruht. Glaser m. 7». Der Minister für Kultus und Unterricht hat den Hanptlrhrcr und provisorischen Leiter der l. l. Lehrer« bildungscmstalt in Capodistria Johann Revel ante zum Director dieser Lehranstalt ernannt. Nichtamtlicher Theil. Das Eiftnbahnprogrmnm. In der Eitzu'.l^ de« Abgeordnelenhanse« vom It:n ^ M. brachte der Herr Handtlsmimster Ritter von ^hl.lmecly die angekündigten Eisenbahnvorlagen tin, u. z. betreffend 1. die Eröffnung von Special-Eredilen für das Jahr 1877 zum Zwecke deS Staalseisellbahnbaue«; ^« dil GtdarunMachweisung wliencss der im Getriebe Kindlichen Gtlllltseisenbah'lllllien; 3. die Regelung des Rtrhält'', Garantieonrschilssen belastet sind; 4. die lheilwcise Abänderuna der mit der 'Südbahngesellschaft abgeschlossenen Vertrüge; 5. den«,,, lauf der Vraunau - Sttaßwalchener Hahn durch den Vlaat und 6. betreffend die Hcwührung eines Staats. ^rschusses an die Prog-Duxer Bahn zum Zwecke des Ausbaue« der Anie Brür-Klostergrab. Zugleich ent. ^'ckllte der Handel«minister in einem ausführlichen Ex.-P°i6 die Prinzipien, von denen die Regierung, nachdem lie von dem Bau neuer Linien absieht, bei der Rege« lung der bestehenden Eisenbahnncrhaltnisse auSgetzt. Im ^sonderen besprach der Minister eingehend die Gesicht«» pllnlle, welche für den prinzipiellen Beschluß der Regle. rung maßgebend waren, Eisenbahnlinien, welche den Staatsschatz übermäßig belasten und zugleich für da» Vcrlchrssystcm des Vtaates von wesentlicher Bedeutung sind, für Rechnung 0e« Slaalcs zu erwerben. Der oben bezeichnele Gesetzentwurf 3 normittt die allgemeinen Griillbsätzc für diesen Borgang de» Kigenlhumverwerbcs a» jubv-nlionierlen Bnhnc«, seilen« de« Staates. Derselbe Gesetzentwurf ermächtigt die Regierung, den Be trieb jener Bahnen, welch: Nelrlldsabgün?: haben o^rr doch dic Garunlie des Staatc« in einem Maße in An spruch nehmen, dah eine endliHe Befreiung aus dllsem Verhältnisse nicht abzusehen i>l, jederzeit selbst zu über-nehm»", beziehungsweis: er knüpft die Dcckxna de« Ve« ttilbSdeftcil« an die cwsdrücklichc Bedingung, daß der Stnat jmes Recht der Bctriebsübernahme jederzeit au«-üben könne. Das neue Programm begegnet ii> der Oeffenllich-leit wcn mer Anerkennnng; insdcsonders ist es die wiener ,Tac;cSpresse", die deinselben an leitender Stelle unum« wundenen Beifall zollt. Da« genannte Blatt schreibt: „Die Vorlage z?i^t voi, dem rastlc.sen Bemühen a^' Regierung, der finanziellen Mij«re des Reiches nach M0glichlcil abzuhllfe:,; da« Eisenbahnprogramm leistet speciell dcm Handelsministcrium Zeugcnjchaft, daß es sich mit Eisec die Erforschung oer Mängel angelegen sein ließ, an denen da« österreichische Ei,enbahnwesen llanll. Da« Banierungsproject, welches der Handelsminister vor da« Hau« gebracht, verdient erHöhle Anerkennung, ange» sichls der großen Hindernisse, welche einer rationellen Eisenbahnpolitil vonseile einzelner parlamentarischer Koryphäen in den Weg gestellt wurden. Wenn man be-dtült, welch' lraurige Elfahruilgen die Regierung mit ihren Eisenbahuvorlagen »n der vorigen Reichsi ath«scffioü gemacht hat; wcnn man all' die kleinlichen Paneiumtriebc R:uuc passieren läßl, an denen die unt Sorgfalt au«-gcarbeiltlen Plojccte zur Sanierung der nochleidenden Eisenbahnen bisher gescheiter! sii'd, so erscheint die Nu«> dauer, der behaarliche Muth, mit wllchem Herr v, Ehlu» mecll) von neuem a» die srbei! <^tglln»zen Ulid ei» neues, mit der grüßte» Sorgfalt aue^tarbeilttes Programm der Kcalslatioc unterbreitet, um so preiswurdlger! Indem der Hnlldelsmii'isler sich abermals dazu heldeilicß, ein Eisen bahüprugrumm zu lchaffe« und dasselbe dem Abgeordne-tclchause vorzuligll», so hat er dies gewiß nur in der Ueberzeugung gethan, endlich einmal einen Plan entwor» fen zu haben, welcher allen Anforderungen entspricht; ein Project, das allen Wünschen, die hinsichtlich des Eisen, bahnwcst»« ocr Regierung gegei'über ausgesprochen wer. den könnten, Rechnung zu tragen geeignet ist. In der That lüht da« Programm de« Herrn v. Ehlumecly nichts zu wünschen üblig. Es ist umfassend in seinen Grundzügen, vollendet in seinen Detail«. Es ist in der Vorlage nicht« vergessen worden, wa« allenfalls dazu dienen könnte, die nothkidenden Eisenbahnen leben«friif-til; zu machen; e« ist sorgfältig und genau erwogen, welcher Mittel sich die Regierung bedienen kann uno welchc Wege die Regierung benutzen darf, um in mög' lichst kurzer Zeit das angestrebte Ziel der Eisenbahn, sa.lis'ung zu erreichen! Als oberstes Prinzip wurde hingestellt, daß die Reform des Eisenbahnwesens keineswegs auf Kosten der Actionäre gescheht!« darf; daß deren Interessen vielm'hr bei jeder Gelegenheit nach Thunlichleit gewahrt wn^ müssen; ihre Ansprüche und Rechte zu jeder Zeit rc» specliert werden sollen. Die Regierung stellt sich die Reformierung des Eisenbahnwesens keineswegs so vor, daß die nothleidenden Transportunternehmungen, welche bisher nur durch die Subventionen aus dem Staatssäckel kümmerlich ihr Dasein zu stiften vermochten, ohneweiters für einen Spottpreis in den Besitz des Staates überführt werden sollen. Die Regierung läßt in ihrem Eisen» bahnprogramme den Nclionären solcher Bahne« gegen-üder die größte Rücksicht walten und ist weit davon emfcrnt, die mißliche Situation solcher Bahnen in ir» grnd einer Weise ausnützen zu wollen. Das sie ausschließlich von solchen, nicht genug zu lobenden Intenlio-mn beseelt sei, das zeigt sich am besten in der Anerkennung der Betricbsdeficite bei staatlich garantierten Eisenbahnen. Wir haben bereits mehrfach Gelegenheit gehabt, auseinanderzusetzen, daß der Staat unter gar keiner Bedingung dazu gezwungen werden kann, den die Staats« garantie genießenden Bahnen noch mehr zu zahlen, als ihnen in der Concession zugesagt wurde. Wenn der Staat sich dazu herbeiläßt, einen diese Summe überschreitenden Betrag den Gesellschaften zukommen zu lassen, so vollzieht derselbe einen Act der Großmuth; er bekennt sich zu einer Leistung, zu welcher er eigentlich garnicht verpflichtet wäre. Und dies foll der Staat im Ginne der Regierungsvorlage in Wirklichkeit thun! Die Vorlage verlangt dafür von den einzelnen mit Betriebsdeftcit ar» botenden Batmln nicht« weiter, als das Zugeständnis, dab ins Gedränge gerathene Unternehmen nöthigenfallS für Rechnung deS Staates käuflich erwerben zu dürfen. Ein ungemein dillige« Verlangen, welchem von den Aktionären der nothlcldenden Transport-Unternehmungen gewiß mit Freuden entsprochen werden dürfte. Dem Hanorlsminister gebührt Dank für den uner-mndlichen Elfer, mit welchem er fich der Reform unseres Eisenbahnwesens hingegeben. DaS Abgeordnetenhaus wird die Leistung des HanoclSministers diesmal hoffentlich zu würdigen wissen und ihn entschädigen für das Miß. gefchick, das es mancher seiner früheren Vorlagen bereitet hat." Feuilleton. iieHanitiilsverhältnisse der österreichischen Hrmee. (Schluß.) „ Da« grüßte Eontingenl zu den lieferte auch im Jahre 1873 da« Wechfelfteber m.t Ü2,lw Fällen mit dem Haup.herde im Militärcommando 5«n,e«oar (von 1000 Mann des durchschnittlichen V r-Vfl Malm. im ganzen war eine Abnahme der Krank« ?" zu bemerken. Stropheln kamen in 1029. Lungen« ^t in 2390 Fällen (am meisten in den Mililäibezirlen "«. an Bronchial.Katarrh 27.775 Mann — 115"/„n. an Krankheiten der Verdaxungs-und Adnexen.Organc «9.083 Mann beHandel! u. s. w. Unter den Verletzungen si»>d die wundgedrückten .Me im Jahre 1873 seltener ^worden, 22,901 Fälle — v5"/„, gegcn 15?"/<,o im Vorjahre. Am häufigsten waren die wundgcdrücklen Füße ebenso wie im Jahre 1871 im Generalcommando Prag, am seltensten im Militärcommando Zara, die Gcnietruppe hatte bei ihrem harten Dienste am meiste» davon zu leiden. Die venerischen und syphilitischen Kranheiten ergaben 13,391 Fällt — 50"/uo o/gen 02"/,.« im Vorjahre, am meisten im Milltärcommando Prehburg, am wenigsten im Militär« commando Innsbruck. Einen bedeutenden Raum widmet da« Jahrbuch der Kranleiibewegung in den Heilanstalten. Aufgenom-m«n wurden in diese Anstalten im Jahre 1873 139.424 Kranke, darunter 12.204 de« HcereSverb«mde nicht An. gehörige. 115.600 Mann wurden al« geheilt entlassen, 14,439 als ungeheill, 4025 starben. Unter den vier Generalcommanden, deren Heilanstalten einen geringeren Heilerfolg ausweisen als alle übrigen, findet sich Prag, wo schon der schädigende Einfluß der nicht gerade ge-su> dheitesöroernden Stadt in Betracht kommt. Unler den Spitälern mit größter Sterblichkeit wird in erfter ttiliie Saaz (40"/^) genannt. Als Eholeranest fungiert da« Gllll,ison«spital Temesoar, während in den Städten mit den wenigsten Eholerafüllen, ^inz und Olmütz, die Krankheitsfälle am bösartigsten waren. Im Gari'ison»-spitalc Theresicnstadt sind alle Eholeralranle genesen. Prag halle netzen ^emberg die meisten Trachom-Kranken (tiiyplische Augcnlrantheit), wozu freilich die zwei daselbst stationiert gewesenen galizischen Regimenter 15 und 77 das Hauplcontingent stellten. Durch auffallende Häufiqlei: von Veroauungstrantheilell zeichnete fich unter anderem Iungom'zlau (Reseroc-Rtgiment 30) au«. Einen ungewöhnlich geringen Heilerfolg halte Wien für SyphM« (898. fast 100"/l„ weniger al« der Militärbezirk Kaschau), Auch die Selbstmorde spielen in dem Abgänge der Armee ihre Rolle, 197 im Jahre 1873. Die meisten Selbstmorde hatten die Militärbezirke Prag. Vrünn, Budapest, Kralau, Hcrmannstadt; von Truppengallunaen dk Caoallerie, die wenigsten, o. h. gar leine die Genie truppe und das Pionnierregiment. Die AuSfuhrmlg -r-algte vorwiegend (mit 74 Perzent) durch Erschießen, in der Sanitütsliuppe ausschließlich; Eaoallerie uno Ärlil-lcrie räumten dem Strange vielfach den Vorzug e,n. Relativ mehr als die Nichlchargierten »urden Unter-Miere, Meuer Ossiziere Selbstmbrder. D« mechen Selbstniördkr waren in Vbhmen geboren. Än Gelbstmord-versuchen war das Fuhrwesencorps, de.n Lande nach Ungarn, dann Bvh.nen °m reichsten D.e Mehrzahl der Selbstverstümmelungen (im 0°»^".-") eMei aus G°-lizien und Ungarn, die Oeisteslranlhtlten (78) gehörten meist Bbhmen und Oalizicn an. Wegen Micher Invl». 2246 Der Vudgetbencht. Der Bericht des reichSriithlichen Vudget.Ausschusses über den Staatsvoranschlag für das Jahr 1877 ift diesertage den einzelnen Abgeordneten zugekommen. Wir entnehmen demselben folgende Begründung der an der Regierungsvorlage vorgenommenen Aenderungen: „Der Ausschuß muhte sich verpflichtet fühlen, trotz, dem nicht zu verkennen ist, daß die tais. Regierung sich bestrebt hat, di: Ausgaben zu beschränken, mit der größtmöglichsten Sparsamkeit bei Feststellung der Ausgaben vorzugehen; es stellte sich aber bei Herabminderung derselben das nemliche Hindernis «ie im vorigen Jahre entgegen, daß nemlich die Ersparungen in der Administration nur nach und nach fich bewerkstelligen lassen und die angefangenen Neubauten, wenn auch langsamer, durchgeführt werden müssen. Im Erfordernisse, welches im ganzen 405.574,470 Gulden nach den Anträgen des Budget.Uusschusses be» trägt, find die in Aussicht genommenen, aber noch nicht angefangenen Neubauten zum Wegfalle beantragt und sind bei allen Ausgaben, welche nicht Personalbezüge be« treffen, nur die streng nothwendig erscheinenden Sum« men in Ansatz gebracht. Im Voranschlage des Ministeriums für Cultus und Unterricht beantragt der Vudget.Uusschuß den Wegfall der Congrua» Erhöhungen, da, wie im betreffenden Specialreferate des näheren ausgeführt ist, der einge-brachte Gesetzentwurf noch nicht Gesetzeskraft erlangt hat, dagegen wird die Einstellung in das Extra«Ordinarium der für das Jahr 1876 bewilligten 600,000 fl. zur Aufbesserung der Eongrua katholischer Seelsorger vorge» schlagen. Um aber auch bei den Personalbezügen auf eine Verminderung hinzuwirken, beantragt der Ausschuß bei der Centtalleitung der Ministerien für Handel und für Ackerbau die Besetzung eines geringen Theiles des Aufwandes in daS Extra»Ordinarium, und ift es sonach mög» lich geworden, die ordentlichen Ausgaben um 2.330,394 Gulden zu vermindern. Auch bei dcn außerordentlichen Ausgaben wäre eine nicht unbedeutende Abminderung eingetreten, wenn nicht die anhaltende Steigerung des Silberpreises zur Vor» ficht gemahnt und den Budget-Ausschuß gezwungen hätte, den von der Regierung bei Aufstellung des Budgets an» genommenen, damals gerechtfertigten Cours von 3 Pzt. namhaft zu erhöhen und schließlich auf 10 Pzt. zu be-antragen. Nachdem bei Anfang der Berathungen des Budget« Ausschusses diese Steigerung des Silberpreises noch keine solche Höhe erreicht hatte und ein Münzverlust von fünf Perzent allen betreffenden Ansähen zugrunde gelegt worden war, bei Beendigung der Bndgetberathunu hingegen sich die Nothwendigkeit herausstellte, für weitere 5 Pzt. Vorsorge zu treffen, so wird im Voranschlage des Mini. fteriums der Finanzen, Kap. 11, „Allgemeine Kassen« verwalluna," eine bedeutende Erhöhung der Pauschalsumme um 2,781,390 fi. für Münzoerlust beantragt, welche Nothwendigkeit auf das klarste die hohe Wichtigkeit der Herstellung der Valuta für unfere Staatsftnanzen darlegt. Es erhöhten sich sonach die außerordentlichen NuS gaben, trotz ziemlich eingreifender Abstriche, um 3.341,721 Gulden und ist daher der Gesammtaufwand nach den Anträgen deS Ausschusses um 1.011,327 fi. höher als derjenige der Regierungsvorlage. lidität wurden 9269 Mann, die meisten vom Fuhr« wesen und der Artillerie, beurlaubt; der Confession nach relativ am meisten Israelitcn, am wenigsten Katholiken. Wegen unbehebbarer Invalidität wurden 8326 Mann entlassen, die meisten von der Cavallerie, die wenigsten vom Fuhrwesen. Der ganze natürliche Abgang im Stande der k. k. Armee im Jahre 1873 einschließlich des Urlauber« und Reseroestandes betrug 22,385 Mann gegen 19,743 im Borjahre und 26.523 Mann im Jahre 1871. Das Mehr gegen die Vorjahre haben einzig die zuneh» menden Todesfälle verschuldet. Zu den natürlichen Vor« lusten haben in auffallender Weise die orientalischen Griechen beigetragen, wobei das Walten der Cholera in den vorzüglich dieser Confession angehörig?n Gegenden den Ausschlag gegeben hat. Der Nationalität nach hatten die Czechen bei den Beurlaubungen und Entlassungen dlt gunsttasten Verhältnisse, auch bei den Todesfällen waren außer den Deutschen die Czcchen im Vortheil, wahrend bei den Rumänen die Sterblichkeit doppelt so hoch als dle durchschnittliche und dreimal so hoch als die der Deutschen war Die meisten Beurlaubungen halten die Rutdahenen, nnd.e Polen und Rumänen, die meisten Entlassungen d,c Polen. Am wenigsten widerstandsfähig erwiese sich, alle drel Abgangsarten zusammengefaßt, die Ruthenen. dann o»c Mumamn. Magyaren, Kroaten. Bei den Deutschen und Czechen betrug d« Verlust durch Tod und Entlassung noch nicht die Hälfte des dlesfalls für die Rumänen constatlerten Verhältnisses. So lassen sich aus den Beobachtungen des mültarslatistischen Jahr. buches Schlüsse auf die sanitäre Lage der Nationen und Stämme unseres Kaiserstaates ziehen, dle dem Statistiker vieles zu denken geben. Was die Einnahmen anbelangt, welche im ganzen nach den Auöschußanträgen 370.637,817 fl. betragen, so erscheinen im allgemeinen die Ansätze der Regierung den Verhältnissen entsprechend und werden nur geringe Aenderungen beantragt. Bei dem Voranschläge des Ministeriums für Cul< tus und Unterricht ist die Verminderung im Extra«Ordi-narium die nothwendige ^olge der im Erfordernisse außer Ansatz gebrachten Neubauten, da nun bei Wegfall derselben auch leine Obligalions«Veräußerung staltzuftn. den hat; im Kapitel 32, .Handelsministerium," rührt aber der niedrigere Ansatz von der Wahrnehmung des Rückganges des PostgefälleS her. Die verminderten Einnahmen im Kapitel 33, „Acker, bauministerium," werden durch geringeren Ertrag der Montanwerke verursacht, denen jedoch auch niedrige An« sähe im Erfordernisse gegenüberstehen. Bei den noch nicht gebesserten Erwerbsverhällnissen erachtete es der Budget.Ausschuh für geboten, bei Fest. stellung der Einnahmen mit Vorsicht vorzugehen, wodurch aber allerdings die Gesammlsumme der Bedeckung sich um 1.294,068 fl. niedriger herausstellt als nach der Regierungsvorlage. Der Abgang im Vtaat«haushalte für 1877 beträgt sonach nach den Anträgen des Ausschüsse« die Summe von 28.936,657 fl., u« 2.305,395 fi. höher als der von der kaiserlichen Regierung angenommene. Dieser Abgang wird aber wesentlich gesteigert wer. den durch die von der kaiserlichen Regierung in Aussicht gestellten Nachlragsforoerungcn, von denen diejenige für Eisenbahnzwecke allein die Summe von 10 Millionen Gulden erreichen wird. Dieser Umstand, daß mit dem Staatsooranschlage die vollständige Uebersicht für die Bedürfnisse des Staates noch nicht gegeben ist und immer noch die Ausgaben für Eisenbahnzwecke abgewartet werden müssen, ist im Budget» Ausschüsse Gegenstand eingehender Debatte wiederholt gewesen und hat zu dem Antrage auf Stellung einer Resolution geführt, deren Annahme der Ausschuß dem hohen Hause wärmstenS empfiehlt. Nachdem trotz strenger Prüfung des «anzen Staat«. Voranschlages dennoch ein Deficit von solcher Höhe sich herausstellt, muß wol der Budget - Ausschuß wiederum die Nothwendigkeit der neuerliche« Vermehrung der Etaat«-schuld anerkenne», hält sich aber für verpflichtet, wie schon im Berichte für den Staatsvoranschlag de« Jahres 1876 geschehen, da« hohe HauS dringend aufmerksam zu machen, nicht allein die grüßte Sparsamkeit bel Bewilligung von Ausgaben walten zu lassen, sondern auch für Erhöhung der Staatseinnahmen Vorsorgen zu wollen Wenn im vorjährigen Berichte, gewiß mit vollem Rechte, auf die beschleunigte Durchführung der Steuer, reform hingewiesen wurde, so ergibt sich aber immer mehr, daß bei der Unthunlichleit namhafter Vermindernng der Ausgaben unter den gegenwärtigen Verhältnissen durch die direclen Steuern allein der so bedeutende Abgang im Staatshaushalte nicht gedeckt werden kann, vielmehr dringend geboten ist, durch eine Reform der indlrecten Steuern, namentlich der Zucker- und Branntweinsteuer, den StaatSfinanzen größere Einnahmen zuzuführen. Geschieht dieses nicht, so kann die Ordnung im Gtaats» haushalte für die Zukunft nicht aufrecht erhalten werden. Der Vudget«AuS schuh stellt sonach den Antrag: „DaS hohe Haus wolle den Staatsvoranschlag de« Jahres 1877 nach dem beiliegenden Entwürfe annehmen." «politische Uebersicht! Lalbach, 4. Dezember. Vorgestern hielt der Fortschrittsclub eine Versammlung ab, auf deren Tagesordnung die Reucon« stituierung desselben stand. Abends trat der Club der Linken zusammen, um dcn Bericht setms Subcomi/us ili Angelegenheit der Ergänzung der Clxbstatuten durch Aufnahme eine« Passus über den ungarischen Ausgleich entgegenzunehmen. Die Antwort, welche Ministerpräsident TiSza im ungarischen Abgeordnetenhaus auf die Interpellation Wahrmanns ertheilte, lautete in der Sache thatsächlich wie die Erklärung, die er in der Conferenz der libera» len Partei abgegeben. Der ungarische Ministerpräsident stellte den inalterable!, äonnex der AuSaleichsfragen nur als einen politischen, nicht auch rechtlichen hin, und er« wähnte eineS Antwortschreiben« de« Fürsten «uerspera vom 25. Oktober, i« welchem dieser die Zweifel in diese Solidarität zurückwies. Das Tagesereignis bildet im Augenblicke eine «uße. rung des Reichskanzlers Fürsten Bismarck vom 2. d. M. über die orientalische Frage. Derselbe soll angeblich in einer, in seinen Apartcments stattgehabten Soirse, zu welcher die Mitglieder de« Parlaments geladen waren, dem Präsidenten des Hauses erklärt haben, er halle den Frieden noch für möglich. Die Thronrede habe auch England gemeint, als sie von den traditionell verbündeten Staaten sprach, unter denen Deutschland fricdenerhaltend wirken wolle. WaS aber auch komme, Deutschland werde eine Bedrohung der Integrität Oesterreichs jederzeit verhindern. Eine offiziöse Erklärung dieser Art wird in der entsprechenden Form demnächst publicicrt werden. Ein am 1. d. unter dem Vorsitz des Marschall. Präsidenten in Versailles abgehaltener französischer Ministerrath beschäftigte sich mit der Beilegung der zwischen der Regierung und dem Nbgeordnetenhause bestehenden Differenzen. Es wurde der Beschluß gefaßt, alles mögliche daran zu setzen, um in Angelegenheit der militärischen Ehren mit der betreffenden Commission der Deputiertenkammer eine Transaction zu erzielen. Wie jedoch aus einem in der gestrigen Nummer der „Laib. Ztg." veröffentlichten Telegramme auS Paris hervorgeht, scheint dies nicht gelungen zu sein, und hat das gesammte Ministerium infolge der ungünstigen Voten des Senats und der Kammer am 2. d. demissioniert. Im französischen Venate wurde das von der Deputiertenlammer angenommene Gesetz, betreffend die Einstellung der Verfolgungen der an der Commune betheiligten Individuen, verworfen. Einem Telegramme der „Kreuzzeitung" zufolge hätte England eine Verstärkung der Demarcations« Commission auf dem serbisch.türlischen Kriegsschauplätze wegen Arbeitsfülle beantragt. Aus diplomatischen Kreisen wird gemeldet, daß die russischen Vertreter im Auslande angeblich Gelegenheit genommen haben, den Regierungen, bei denen sie accreditiert sind, vertraulich mitzutheilen, daß die ftorde-rungen, welche das russische Cabinet auf der Conferenz stellen wird. und welche in allen ihren Punkten bercilS bekannt sind, das letzte Wort deS Czaren, also gleichsam daS russische Ultimatum darstellen. Die in englischen und österreichischen Zeitungen enthaltenen Gerüchte über Verhandlungen Rußlands mit Dänemark bezüglich einer russischen Flottenstalion auf Seeland entbehren authentischen Versicherungen zufolge jeder factischen Basis. Ueber die Conferenz, welche ^ord Salisbury in Rom mit dem italienischen Minister des Aeußern Melegari abgehalten hat, meldet der „Dirilto", die bei-den Herren hüllen auS den Besprechungen gegenseitig die Ueberzeugung erlangt, daß die Absichten Italiens und Englands unter den gegenwärtigen Verhältnissen blos auf die Erhaltung des europäischen Friedens, wel» cher durch die Paciftcierung der injurgierlen Provinzen auf eine ernste und dauerhafte Grundlage gestellt werden solle, gelichtet sind. Die versöhnliche Sprache, die SaliS-bury führte, habe in Rom im allgemeinen den befriedigendsten Eindruck gemacht. Die rumänische Regierung forderte von der Kammer am 1. Dezember einen außerordentlichen Credit zur Erhaltung der concemrierten Armee bis zum Ende diese« Jahres. — Infolge einer Interpellation über die Re»ie de« Tabakmonopol« wurde die Finanz« commission angewiesen, eine Untersuchung der Admini» stration deS Tabalmol,opol« anzustellen. — Der Senat hat noch immer mcht entschieden, ub die Verfolgung der ^ angeklagten Exminister, welche Smatoren sind, geneh' ^ migt wird. DaS türkische Ministerium hat die Stellung der Tüllei zu den Conferenzvorschlägcn nun genau prä« cisiert zur Kennt»»'« der Botschafter gebracht. Dieser — wie wir bemerken, aus türkischer Quelle kommenden —-Meldung zufolge ist die Pforte angeblich bereit, die fill die drei Provinzen Bosnien, Bulgarien und Herzeao' wina proponierlen Reformen zu gewähren >md durch' zuführen und in diesem Punkte sich dcn Beschlüssen dtt Majorität der Conferenzmächte zu fügen. Nur behält sie sich vor, auch den anderen christlichen Unterthanen ähn< liche Concessionen zu machen wie den Slaven in den drei erwähnten Provinzen. Ein einseitige« Vorgehen einet einzelnen Macht, so namentlich die Occupation Bulgarien« durch Rußland, würde die Pforle al« eauus boili betrachten. Sollte jedoch, wenn Rußland in Vulgarie" vorgeht, alsdann Oesterreich auch seinerseits Bosnien und die Herzegowina occupieren, so würde die Pforle darin, da sie Oesterreich nicht al« eine ihr feindlich« Macht betrachte, leinen Kriegsfall sehen. Die Liste der in Ko nstan tin opel behufs Unterstützung der Armee gesammelten freiwilligen Beitrag beläuft sich nach der letzten osficiellen Mittheilung aus 34.000,000 Piaster, wozu noch die immense Sammlung von Winterkleidern und Strümpfen gerechnet werden muß» die, aus allen Theilen der Monarchie einlangend, ^ jetzt schon 16 große Magazine füllen. Schwächling Kranke und Greise entledigen sich freiwillig selbst de» Bettzeuges, um e« der Armee zukommen zu lassen. ^ groß ift die Opferwilligleit der Nation. Die Rekrutierung w Serbien für die M''^. mierung der Armee ist bereits beendet. Die M" , schaflen haben Ordre, an ihre Bestimmungsorte A ssehen, desgleichen sämmtliche auf Urlaub befindlichen t?'^ ziere. - In Bezug auf die augenblickliche Stell" " Rußlands zu Serbien wird es immer klarer, daß d'^ Land seine Geschicke bedingungslos dem nordisch«" ^ lector untergeordnet hat. ^..«ar- Die Comm'ssäre für die Feststellung der >"»'" calionslinie sind am 2. t>. in Eetinje angekommen^ KagesnemBeiteu. > Der l l. - l»r°,iprinz 3i u d ° l f °l« ^ « il ^^ ^^Ulj Forstmeister l?. Dillrich th.ill der .Iagdzeitu"«" ° ^'onprin, folgendes mil: ,.«m 12. November l>. I, l,,«°b !»« ^ Rudols m die UhuhUlte d.« isasjeaher 3a«bbe,'lle«. '"« '^^^ q!eich,e>l>8m Abschlifft llemerer Raulivügtl i« »er Il',a)en ^ dtsluft zu llquise». nachdem i» d.eslm H«bste «st e»,M° . die« schon »or 8er°um.r Ze.t. «in »dl.l wahrgenommen wolde.' 2247 , olii^Aznt«,), dessen FlUgelspannweile llber eiue Klafter betrug. Schon ,» verftüssmen Herbste erlegte dn ilranprinz, ebenfall« im isaszegblr Jagdbezirke, einen See-und einu, Steinadler, im »ersiossencn Frühjahre im »iener Wild» garten ein «Lremplar deß äußerst sclteneu Zwergadler«, und nun wird durch dlu lctzterlegwn Golvadler die bereit« schvne «Lamm» Inug der v«, de« Prinzen geschofslnen Vögel nicht nnbedeutenv bereichert, in welche »uch ein hi» nor lurzer Zeit geschossener Kt»lUch>»»ulMhm« finden wird. —>l2tnerlll Tschernajeff in Wien.) General tlcheruaj.'fs ist »m 1. d. m^t Suite und Gefolge mtt dem Post» zuge der Nordbalin in Wien angekommen und im „Grand Hotel" abgestiegen. Der in letzterer Zeit vielgenannte Obercommanbant der serbisch». Armee ist ein stattlich«» Vlann und hat ein fympa» thischc« Aeußere. Lr t«ug tivillleider nach russischem Schnitte, seine Dienerschaft hingegen — neun Personen au der Zahl — ist mit der militärischen Uniform bekleidet. Jeder einzelne dieser lctz. lere« hat im Gürtel einc bedeutende Menge von Waffen, beson-der» Revolver und Messer. - (Line Efpensnote von 104,700 Gulden.) Da« „Frembeublatt" erzählt über emen Vorfall, der nicht nur in ju-riblschen, sondern in alle» Kreisen der Veoällerung geradezu Sen» salion erlegt, folgende«: „Im September 1874 starb der am Schottenjeld wohnhaft gewesene Privatier Johann Vlümel mit Hilllerlassnng eine« Vermögen« von zwei Millionen Gulden. Seine Lrben übertrugen die Verlassnlschasleabhandlnng dem Noter Dr. Slerzinger am Neubau. 2« verstrichen nahezu zwei Jahre, ohne baß die Thätigkeit de« genannten Notar« bi» zur Voile» gung de« Nblheilung«llU«welses gediehen wäre, dagegen hat der» selbe vor »ichl zu langer Zeit dem Limdesgerichle seine Expens-note mit der Vitt, um Liquidierung eingesendet. Diese «ifpeu«. note ist 50 Vogen stark, und ihr Verfasser beanspruchl für seine Vemühuirgeu um die Verlafsenschaft die Kl-miglcit oun 104,700 Gulden. Nach dieser Note seht sich dieser Anspruch au« zwei Forderungen zusammen, »nd zwar berechnrt Nvlar Slerjluger seine Nuelogen mit 30,060 fl, (darunter fllr 6000 st. KllUglcnequisilen,) det, Ntft^ von 74,620 ft. wird unter dem Titel „Verwaltung«. Honorar" beansprucht. Da« Landeegericht konnte sich bei dieser Hvhe ;u einer Erledigung diese« Gesuches nicht entschließen, da«, selbe leitete vielmehr die Lfpensnole an die Erben, welche die Nngslegtnhlit nulumhr dem Aovocalen Dr. Otammfest zur «lns-l<»gung übergaben. Die endgUtige gerichtliche Entscheidung der . Nngltlea/nheit ift „och ansstehend. (U c b er d i e V e r t» eeru l> g r u des Orkan« in V e >r g a l e n.) Nus Lalculta wird uuternl 25. v, M. «elegia» phisch gslnslbet: ,D>>- heullj,,- „Ouzetlc" veröffeüllicht «->«,„ Ve> richl des Wiillveriieiir« no» V.'ü^üleli, Vir Richard Temple, Uber da« Resultat seins« «esuche« dc« durch be» jüngsten Orkan der« NlUstlten District« von südostlia, >vc»galen der die 3iach,lchlm über die furchtbaren Verheerungen, wie wir sie bereit« gebrnch!, beftilligt. — Dir Zahl der onrch da« Uiisslüll umgekommene» Pe'sonen wird i» dem Verilbl aus 2!5',000 geschäht. Dir ll„. glücklichen hallen nur eine Warnung von wenigen Minuten, be. vor die zehn bi« zwanzig Fuß hohen Wogen sich um Mitternacht über sie stillster!. Die ßlnl fing um 2 Uhr molgm? an sich zu verlaufen, aber die Neberlebenden konnten ihre ZustnchtOstiUlln. die vNume. erst gegen Millag verlasssn. Einige Dülser haben 70 Perjtnl ihrer Einwohner verloren. Die Stadt Dowlular ist gänzlich zerstört. Es ift unmvglich, den Verlust an Vieh an» zugeben, selbst Vögel wurden in großer «nzahl ertränkt. Sir st. Temple sagl, daß die Saaten sehr gelitten haben, er hofft aber, daß genug gerettet sein wird, um Nolhsianb zu verhindern. Da« 8«n,e Land biete! einen kahlen und wintrißen »nblicl dar. »äubereien und Verbrechen herrschten einige Tage lmig vor. aber die Ordnung wurde schnell wiederhergestellt, «lm meisten wird al« eine ssolge de« Gestank« der verwesenden ss»rper von Menschen und Vieh der Nnsbruch der Pest befürchlel. Die volle «u«. dehn«,iff d,« Unglück« ift N5ch nicht genau bekannt, aber äugen« lcheinlich ift ,« da« größte seil dm, Oclan im Juni 1822. der denselben District verwüstete nüd womöglich noch zerstörender war." .fokales. Auszug aus dem Protokolle Über die ordentliche Sitzung des l. l. «andesschnlratheS für Krain in ^aibach am 16. November d. I., unter dem Vorsitze des Herrn l. l. Landespräsidenten BorMlao Ritter y. Widmann, in Anwesenheit von sieben Mit« gliedern. Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung und täht durch den Schriftführer b« s«it der letzten Sitzung erledigten Geschilftsstlule an der Hand des Ocschiif,eprotofMs vor« tr»«tn. deren Erledigung zur Semit-u« geüommen wird. Für die Anschaffung von Eturlchtungsstücken für die neuerbaute VollSichule in Sagor und für die Or» richtung und Erbauung eincv Vollsjchule in Obersuschiz werden beim hohen l. l. Mixisterilnu für El«ltu« und Unterricht, für die neu zu errichtend« B°rl«schule in Dup. lach beim lralnischen Lande«au«fchuss« Gulwenlionen be-antragt. Der Iahresgthalt de« Lehrer« in Kraxen wird vom I. Oktober 1877 an von 400 auf 500 fl. erhöht. Der Jahresbericht über die gewerbllche Fortbildung«, schale ln Rudoljswerth »ird lx« hohen Ministerium f»r Lultu« und Unterricht mit de« betreffenden Nntraae , vorgelegt. i Das Gesuch eine« Vollsschullehrer« um einen Ge-!halt«vorschuß wird abgclvicsen. Die Einführung dcS Halblageuntcrrichte« an den Voll«schulen zu Mariafeld und Franzdorf wird ge« nehmigt. ^ ^ , Der Jahresbericht über da« Voll«schul»esen in Krain wird dem hohen l. l. Ministerium für Eultu« und Unterricht vorgelegt. Dem hohen k. t. Ministerium für Cultus» und Unterricht werden die Anträge über die zu ernennenden Vczirt«schulinspecloren «stattet. Schulbefreiung«, und Remunerationsaesuche werden erledigt. Aus der Handels« und Gewerbelammer für Kram. (Schluß.) III. Der Präsident berichtet, daß der anstellt de« verstorbenen Kammermitgliedes Herrn Paul Polegeg einberufene Herr Johann Nep. Horal erklärte, die Ehrenstelle wegen vieler anderer Geschäfte, die seine Thätigkeit ganz in Anspruch nehmen, nicht annehmen zu können. Da bei der letzten Wahl nach diesem die Herren Franz Drasch! er und Franz Hren gleich viel Stimmen erhalten haben, so wird daS von einem Kammermitglicoe gezogene Los entscheiden, welcher von beiden als wirkliches Mitglied der Kammer einzuberufen ist. Der Präsident ersucht den Herrn Kammerralh Ignaz Seemann das Los zu ziehen, und bemerkt, nachdem dieser da« Resultat bekanntgegeben, daß nun Herr Fronz Hren als Mitglied der Kammer einberufen werden wird. 7 IV. Kammcrrath Treun trägt vor den Vericht der ersten Section über den Voranschlag des Erfordernisses der Kammer für das Jahr 1877, und beantragt: Die löbliche Kammer wolle den Voranschlag in den ein« zelnen vorgetragenen Posten annehmen und im Wege der l. l. Landesregierung Sr. Excellenz dem Herrn Handelsminlster zur Genehmigung vorlegen. Nachdem sich niemand zum Worte gemeldet, wird zur Abstim mung geschritten und der Sectionsantrag einstimmig angenommen. V. Der Sccretär berichtet im Namen der dritten Section über die Errichtung eincr Wegmauth an der Relastraße. Nach Anhvrung des Berichtes wird nachstehender Scclionsantrag: dic Kammer wolle sich in ihrem Gutachten an den löblichen lrainischen Landcsalisschuß gegen dic Errichtung der fraglichen Mauth auSsprcchen — ohne Drbatle anssrliomlneil. VI. Der Secretär berichtet im Namen der dritten Section über die i5inrcir)lma der von Iezica nach Bi^> marje fnhrcndcn Gemeindcstraße in die Kategorie der Bezirlsstraßl-n. Die Kammer nimmt sodann bei der Abstimmung folgenden Seclionsanlrag an: Die Kammer wolle sich in ihrer Wohlmeinimg an den lraimschen Landesansschliß grgen die Einreiyung der bezeichneten Oemeindcslraßc in die Kategorie der VczirlSstraßen aus» sprechen. VII. Der Präsident Alexander Dreo bestimmt zu Vcrificaloren des hcutiam Sitzungspvotolollcs dic Herren Kammrrräthc Ferdinand Vilina und M. Trcu n. VIII. Der Picepräsidcnl Karl Luckmann be-gründet nachstehenden, von der Kammer als dringlich erkannten Antrag: Das hohe l. f. Handelsministerium wird gebeten, mit allem seinem Einflüsse dahin zu wirken, daß die neuen erhöheten Frachttarife der Eisenbahnen außer Wirksamkeit gsstht, daß in der Folge vor Ein» führung von Tariferhöhungen die Tarife den Handels, und Oewerbelammern zur Abaabe ihrer Wohlmeinung vorgelegt, und baß erhöhete Tarife mindestens zwei Mo-natc vor ihrer Einführung publicicrt werden. Die Kammer nahm diesen Antrag ohne Debatte einstimmig an. IX. Der Vicepräsident Karl Luckmann stellt folgenden Antrag: Die Handeln und Gcwcrbelammer skllt neuerlich an das hohe l. l. Handelsministerium das An-sucheu, hochdasselbr geruhe sich bewogen zu finden, die Eisenbahnlinie Laivach - Karlstadt in das Eisenbahn-Programm aufzunehmen und den diesbezüglichen Gesetz, entwurf dem hohe» Reichsrathe vorzulegen. Kammerrath Treun unterstützl auf das wärmste diesen Antrag nno empfiehlt dessen Annahme. Bei der hierauf erfolgten Abstimmung wird derselbe einstimmig angenommen. - (D a n lsa gun y.) Da« Damf».Lomit6, unter dessen Negibe die vllfiossenen Gam«»g im »Hotel Europa" fialtgefnnbene Wohlthll«igleil«'So>r6e zur Vslleibung armer Kinder arrangiert wurde, ersucht uns, allen denjenig-n, die durch ihre sseflNlige Milwillnng be! derselben zum Gelingen de« llbeude« btlgetlllgen Hoden, msbesonbere den Vlitgliebern be« Vesang«. Quartette «Eintracht«: ten Herren Razinger, Schässer, Valenla und »agnu«. sllr deren v^m schlinstm Vrsolge be. gl'lteteu Vesan„«vortl!lge: dem Herrn Kapellmeister »Übung'» «« zu banlen ist, daß dtM engestreblen wohlthllign» Zwecke ein »«inertraz lwn 175 fi. zugeslihrt werben lonnle, den herzlichsten D«ml auHusvrechen. — (vorträge «b«r deutsche ?«tet«tnr.) Die Mrzlich vom Herrn Pfarrer Gchack angeliinbiglen Vortrllge über beul» sche Literatur hoben bereits ihren Tlnfang genommen, und hat sich ein ansehnlicher Krei« von Damen an« den besten Familien dazu einzesunbe». Diese Vortrüge »erben, wie in der Tin» leUunß entwickelt wurde, nicht eine trockene Reihenfolge der lite» rarijchen Llschemnngen gebm, sonbern nur ba« Wichtigste heraue» greifen, dessen unmitl»lb»r, Kenntni« vermitteln und einer ringe« hende» Vespnchung unterziehen. Wie wir weitere vernehmen, beabsichtigt Herr Pfarrer Vchack im i!»ufe de« Vinters zu irgend ewtm wohUhüUzen Zwecke auch zwei öffentliche Vorlesungen über Vöthe'« ^ßaust" ,u halten. — (Viite an edle Menschenfrennbe.) Vor 10lagen verschied in der Irienabtheilung be» hiesigeu LandeHspitale« der Tischlergehilje I. So>sterreichi1ch»ungarifchen Monarchie gestat» let war, von nun an a«ch im Wechselverlehre mit Deutschland Drucksachen gegen die erUliißtgle Taxe auch dann befördert wer« den, wenn bltselben in offenen Lonveit« verwahrt sin.). Nach allen ubilgen Staaten des Auslandes aber ift die Verfendung von Drucksachen in offenen Louvert» vorlünfig „och unzulässig. Zu» folge eine« weitern HanbcXmiuifterlal'Lt lasse« vom 1«. November b. I., Z. U4,54l, wirb der «bsah « be« Nrlilel ^ des «e» glemeul« zum berner allgemrimu Postvetlrage, laut welchem Zeitungen »nter Vand »nd von den sonstigen Drucksachen die Eli» culanen, Anzeigen n. dgl., wenn dieselben nicht vorschriftsmäßig srai>lle.ll find oder ben ausgenellten Vedingungen nicht entspreche», gar nichl abgesendet wnben, vom I. Dezember ltz?6 ab sowol aus den internen Verlehr ber osttrrelchisch-uugal^chtn Monarchie als auch auf den Wechseloerlehr nn, Deuischland aus-gedrhnl. Es welben demnucl, vou dem gedachten Zeitvunflr au von dei» Kleujbandsendungen bis zu dem Gewichte von liüO Vram» men alle unsranllerten oder ungelillgcub flanlierle« oder sonst re» glenieülswldrig beschuffenen Z>>luu>r«,ulale, Nnzeigln u dgl dem NbsenÄer soforl ^Ulllck^eftslll unt>, wenu die» nu» »igenb einer Ursache nicht lhunlich >st, als unanbliilglichc Kenbungen tichandelt werben. Nndirt Kreuzl)a«t>le!!ou«gcu, z. V. Bücher Mnsilalien, Lurrelturbogen lc., b« zu dem erwähnten Vewlchle von 25) Giammen werde«, wenn fie ben fllr die zugestandene Plirli'ElMüßlgung uufgesteUlen Bedingungen nicht entsprechen, »uch lllnflig w»e unjlnni'crle Vlies, behundcll und lafierl werben, wällend alle übrigen, da« Oermchl von iiüO Orumme« uberfteigeu» den »reuzdandseudunpen »m FuUe iyrer vorlchc,slsw»l»r,gen Ve: schllffsuhcil «der ungenit^ellbeu Flanlicrunz in Hlnlunft nicht uxhl als Frachlpostßuckc werden ^»dgeler»gt, fonbeln den» Adsen« der zurückgestellt, und wenn t»,es ,'ichl möglich, glllch uncmvl'ng. lichcu «ienduugen behandelt werben Im Ubi»g?u dle»ben b»e für den internen Perlehr und für den Wechjelotllthl mil Deulsch. land, rufemdurg und Hrlgolnnb srllgesihlen Taxen und Vewichls» bestlmmnngen sür dellc» Senbu»geu auch soilun iu ll>gle»l, welche «euestens eifiofseuen idestlmuiungcu w,r hirmil ,m ^«le,esse de« Publilum« überhaupt, namentlich aber im Interefs» oer Os. schäflswell veröffelllllche«. — (Verein swcsen) Nach einrr stalistischeu Uebersicht, entHallen in dem achten Hefte de« „Stallftlschln Jahrbuch« für bus Jahr 1874", bestanden im genannten Ial,rl in den im Re,ch«, rathe vertretenen Königreichen und Bändern 11,iiij!i Vereine. Hicoon waren 00ii Hclleugrselljchaslen, 2l4b Vildungsverelne, 474 Cusinovereine, 851? Holisumoerrine, 180 gewerbliche Fachi vereine, 797 Feuelwehlvtlsine, 77« Gesaug«otlt!ue, 424 Oe'ellig. lcll«vere,nr, 942 politische Ver-m,, 43 Produclenllssoc«ll>nw und Mugazinsvercine, ii^4 Schühen< oereine, ' b » ch ' r freunde nnd Freunbilinen dieser lieblichen Stranhlch"» Operette gleich vorn«^ hrltin hinzufügen wollen, nicht in roibach. londeru volläuft, erst in - Helsingf ° rs. Der ^n«°rijch unsittliche Inh«l," dieser Operette - fo laulet ueml'ch da« Verdict der nordischn, llensur. dem biese« harmlose Ku'b elr.uH'scher Muse zlun Opser sic! . veranlaßte d.eses braso«ische «erbot. Der UmverftliU«. Kanzler von Helsingj«« erließ d.esertage folgende «nttiche Zu« schrifl «n ben boilig»«» Oou«erneur: ^Pa die während ber brei lehte» läge ,m n»«en The««er hier gegebene Vvtl' ^. m«us" buich ihren notorisch unfittlicheu Inhall 2248 vorgerufen, an welchen auch Studenten theilgenommen, so muß ich, zur Verhütung weiterer derartiger Unordnung,«, hiemit da» rauf antragen, daß durch den Herrn Gouverneur bestimmt werde, daß die weitere Aufführung der besagten Piece zu inhi» bieren ist." Der Gouverneur decrelierte infolge dessen auch so« fort da« gewünschte Berbot. Im Zusammenhange mit diesem Verbot steht folgende Notiz de« «Helf. Dgb.": „Von den Mit« gliedern der hiesigen schwedischen Vllhne haben sich zwei tllteie Schauspieler genöthigt gesehen, beim Rector der Universität um Gchuh zu bitten gegen wiederholte rohe und beschimpfend« Aus« fülle, welche sich einige Studenten auf offener Straße gegen ver-fchitden» Damen dieser VUHn«, die in der Operette „Fieber» mau«" beschäftigt waren, erlaubt haben." — Andere Länder, an> de« Sitten! — (Vom Theater.) Director Fritzsche fleht mit dem bre«lauer Maler-Eonlortium „Rostock" in Unterhandlung uud beabsichtigt, fall« die zur baldigen Lösung gelangende Suvven, tiomerungsfiage eine gllnftige Erledigung findet, auf unserer NUHne da« großartige Nu«flattung«ftllcl „Die Reife um die Lrde in 80 Tagen" von Jules Verne zur Nuffllhrung zu bringen. — Die Ausführung dieser Idee dürfte für unsere Stadt ein interessante« Vuhnenerelgni« bilden. Nußer den neuen Loftümen wurden in diesem Stücke 16 neue, von Kilnftlerhand gemalt« De» corationen, ein vollständiger Lisenbahnzug mit einer natürlichen, mit Dampf getriebenen Locomotive, ein Dampfschiff, fowie ein von Kautschuk «ngefertigler beweglicher Elephant zur Verwendung lommen. In allen grüßeren Släbten errang diefes Ausstattung«« stück bekanntlich ungewöhnlichen Crfolg, und wurden von den Neinen umliegenden Städten sogar wiederholt Lftrazüge ver« anftaltet, um die Vorstellungen de«selb«n besuchen zu können. — (Nohlthlltigleit««2oncert in Rudolf«» werth.) Zum Veften der durch Feuer«brunft verunglückten Ve, wohner der Ortschaft I «, blan findet Sam«tag den 9. d. M. um 7 Uhr abend« im Saale de«2asinoverein« zuRu» dolf« werth unter Mitwirkung mehrerer Dilettantenlräfte ein «lonlllt mit nachstehendem reichhaltigem Programm statt, d«« zugleich einen erfreulichen Beleg fllr das anerleunenswerthe mufilalifche Sueben bildet, da« sich seit neuester geil in unser« Metropole Untertrain« zu entwickeln scheint: Erste Abtheilung: I. Ouvertüre zu „Prometheu«" von k. von Neelhoven fllr Orchester; 2. „Lebe wohl", Männerquartett von av,-lore," ,,I«cs» !« noit« i^oid«," von V. Verdi; 3. „Wanderlied", Männerchor von W. Fischer; 4. Finale auS der Oper „Der Freischütz" von H. M. v. Neber. — (In Scene gesetzt.) — (Wetterpro Phezeihung für den Monat Dezember.) Der bekannte Metereolcg Dr. Sofla veröffcnt« licht für den Monat Dezember d. I. nachstehende von un« selbstverständlich ohne Obligo wiedergegebene Wetterprophezeiung: „Die mittlere Temperatur steigt zwar zu Anfang de« Dezember auf 21« N., sinkt aber bi« zum Jahresschlüsse aus 17°, obwol lurz vor Weihnachten eine zweite Milderungsperiode zu lommen pflegt, weicht wie die erste meist ein Fallen des Varometer« und Niederschläge zu Vegleitern hat. Die mittlere Temperatur de« ganzen MonatS ist -j- 04". Heuer beginnt aber vielleicht schon um den 2., spätesten« um den 5., eine etwa bi« zum 10. anhal» tende Abkühlung; je stärker sie sich äußert, desto wahrscheinlicher tritt darauf relativ warmes Wetter ein. da« erst gegen den Iah» re«schluß einer stärkeren Abkühlung weicht, obwol mehre geringere (namentlich um den 17.) kaum verbleiben dürften. Käme dagegen die Abkühlung zwischen den 5. und 10. zu sehr abgeschwächt, so hätten wir später leine besondere Milderung zu erwarten, eher da« Gegentheil. Frostige (oder trübe) Nächte sind vor dem 10len und nach dem 23. am wahrscheinlichsten. — Tage mit Nieder» schlagen kommen im Mittel 14 6 mit 10 63'«' Regenhiihe. Nm wahrscheinlichsten sind sie (meist mehrtägig) um den 2., 4., 7ten, 9., 18., 23. und 31., und werden oft von stärkeren Winden oder Kälte begleitet, mitunter auch vertreten. — Gefährlich dürfte sich da« Mond-Perigeum vom 20. Jänner 1877 erweisen, und auch jenen ,om 4. Dezember 1876 und vom 26. Februar 1377 ist nicht zu trauen." — (Zur Vudgetdebatte.) Die bei Faesy H Fricl in Wien soeben erschienene kleine Broschüre: „Der Aufwand des Staates für die land wirthschafll ich en An» Gelegenheiten" von Karl Graf Belrupt, l. t. Kämmerer und Mitglied des Herrenhauses (Preis 50 kr.), welche gerade zur Zeit der beginnenden Vudgetverhandlnngen von besonderem Interesse sein dürfte, verdient vor allem d«e Beachtung unferer Herren Abgeordneten. zeichnet von F. Schlegel. — Die englische N«rdpol»Llp't»ltion: Ein Gottesdienst auf dem Nord de« „Alert." — ,Me,n Kanari." Nach einem Gemälde oou V. . kvenue, llo^oi-!l. — Ttfte: Prinzessin Rothhaar. Novelle von Max v. Schlegel. (Fortsetzung.) — Mein Kanari Line nalullrisstnfchllftliche Erzähln«,,. — Die Granatäpfel-Verkäuferin in Venedig.— Von der englischen Nordpol-Expedition. — Au« dem Leben der Helena Kottaner. — D«e SannthaleoAlpen — Die überhöhte Eisenbahn in Newyorl. — Urabelig. Roman von V. M. Kapri. (ffortsehung.) — Zum nord» amerikanischen Wahllampf. — Di^z. — Kleine Chronik. — Schach. — Rösselsprung, — Lorrespondenzlaften. — („Hei mat.") Die soeben erschienene Nummer 10 des illu» filierten Familienblatte« „Die Hei mat" enthält: Die nur ein« mal lieben Roman von Moriz Iölai. Autorisierte Uebertragung au« dem Ungarischen von A. D. (Fortsetzung) — Mein Haus» chen. Gedicht von S. H. Mosenthal. — Im räthselhaslen Hause. Novelle von Ernst uonVibra. (Fortsetzung.) — „Die Rechenleclion." (Illustration nach einem Gemäldc von Gustav Igler.) — Die Pnnzeffin von Eboli. (Nach den neuesten Forschungen.) Von E. L. (Mit Porträt.) — Epheu. Von Vernard Wall. — Hy< gienische Vriefe. Von Dr. Mori, Gaufter. I. An eine Mutter l — Musik. Wiener Loncerte. Von L. P. — Au« aller Well. — Die Rtchenlcction. (Vildererllärnng.) — Vrieslaftm. Vtneste Post. (Original-Telegramm der „Laili. Zeitung.") Paris, 4. Dezember. Präsident Mac Mahon er. suchte Audiffret, das ncue Üabinet zu bilden. Nudlssret hat bisher nicht angenommen. Der Marschall schob die Entscheidung insolange auf, bis Nudlffret definitiv ge» antwortet hat. Pest, 3. Dezember. Se. Majestät empfing heute früh nach 9 Uhr den Mimster'Präsidenten Tisza in einer einstündigen besonderen Audienz. Sodann conferierte Tisza eine gute Stunde mit dem Grafen Nndrassy. Mittags fand unter dem Vorsitze Sr. Majestät ein gemeinsamer Ministerrath, jedoch ohne den Grafen An-drassy statt, welcher bis nach 4 Uhr dauerte. Die Con-ferenzen sind noch nicht abgeschlossen, und bleiben die österreichischen Minister morgen noch hier. Um 6 Uhr abends versammelten sich sämmtliche ungarischen Minister bei Varon Wenckheim zu einer eingehenden Verathung. Pest, 3. Dezember. (N. fr. Pr.) Wie aus Rust, schul Hieher gemeldet wird, habe die türkische Regierung ihren Plan zu einem Offensiv'Vorgehm, das dann die Besetzung Rumäniens, bevor noch die Russen daselbst eintreffen, zur Folge hätte, wieder gänzlich fallen gelassen, und werde sie sich blos in der Defensive verhalten. AlS Ursache dessen gibt man an, die türkische Regierung sei der festen Ueberzeugung, daß ihre vortrefflich armierten Festungen an der Donau ihr eS ralhsamer erscheinen lassen, den Feind in denselben zu erwarten, als ihm mitten im Winter mit großen Truppenmassen entgegen-zuziehen. Zara, 3. Dezember. (Aus besonderer Quelle.) Die Miiiditen haben die Waffen zugunsten Montenegro's ergriffen, weshalb von türkischer Seile die Wegsendung von Truppen eingestellt wurde. Berlin, 3. Dezember. (N. fr. Pr.) In der gestrigen parlamentarischen Goirse bei dem Fürsten VlS-marck äußerte sich derselbe in gleichem Sinne wie vorgestern über die orientalische Frage. Deutschland habe leine directen Interessen bei derselben. Auch diesmal betonte er die Wichtigkeit des Bestandes Oesterreichs für Deutschland. Charakteristisch war die Aeußerung: Wir wollen vor allem die Freunde unserer Freunde bleiben, aber die Freundschaft ginge im gegebenen Momente nicht so weit, um aus iiicbe für den einen dem andern den Garaus machen zu lassen. Paris, 3. Dezember. Morgen wlrd daS „Journal Officlel" die Demission sämmtlicher Minister veröffentlichen; dieselben werden jedoch provisorisch im Amte verbleiben, bis der MarschallPrästdent Mac Mahon über deren Ersatz entschieden haben wird. Wie der „Moni-leur" meldet, hat es der Herzog Audlffrel-PaSquler ab-geleh«t, ein Cabinet zu bilden. Telegraphischer Wechselcours vnm 4. Dezember Papier - Rlnte 60 45. — Silber - Rente 66 30. — 1860er Staats-Nnlehen 108 7k» — Vanl-Acllen 829-—. Lredit««ctien 137-20. — London 128—. — Silber «16 25. - «. t. Munz-D«. laten6 07. — Napoleonsd'or 10 23. — 10U Reichsmark 63—. Wien, 4 Dezember. 2 liyr nachmittag«. (Vchlußcours-.j tredltactien 137 10, I«60er Lose 108 75, 1864er i.'use 128 7b, österreichisch, Rente m Papier 60 40. Ktaalsbahn 263 —, Nord» babn 176 75. 20F.ianle»ftülte 10 23'/,, ungarische «rebitacilen 10250, österreichische ssrancobaul — —, österreichische Nnglobanl 71 —, Lombarden 78 30. Unionbanl 45—, austr°-°rient«lische Bonl — —, Lloydactlen 295--, austro-oltomanilche «anl - —, türkische l!osc 12 — , «ommunal - «ulehen 93 25. «gyptijche --. Fest._____________________________________ Handel und Golkswirthschastliches. Schwebende Echuld. Zu Ende November 1876 befanden sich laut Kundmachung der Commission zur «lontrole der Staatsschuld im Umlaufe: au Partialhypothelaranweisungen 57.670.357 fl. 50 kr.; an aus der Milsperre der beiden «iontrolcommissionen erfolgten Staalsnoten 354.328,694 fl., im ganzen 411.999,051 fl. 50 kr. Fürst Wi»dischariih-«s ringsten Gewinn von je 36 fl. Angekommene Fremde. Am 4. Dezember. hstel ?t«ldt Wien, Happack. Nergingemeur, iNaibl. — Vills Lanthieri, Herrschaftsbes., Wippach. — Bohutinöly, Director, Hof. — Madame Moboknil, Eisnern, — Ielusig, Hptm,. Peltan. »ills, ltberl und Nahnö. Wien. holel GleflMt. i!orenzi. Trieft. - Kobliz, Nrilnn. — «apaum. Lieul,, und Dr. Dolar, l. l, Medizinallalh, Nudua. — itlivii, vesiher. — Parto, Ungarn, - horal, ,lld Va« «al» ) n , (.....6010 « ^.....h^ ,0 5029 '?-'U«"-"i - ^y°°;° e°se. ;»»s........2b2.__ 2H4__ » ^........10575 103 25 : I860 (Fünftel) . - - - U.^ i^.'.b ^ l864........i2h._ izjj.ho Un«. PrilMleU'Unl......y7__ ^7.^ «rebit.L..........160— 159 w «nbolfs'3. - - - - - - -. - '250 18?b VrllrniellllnlehenderGtadtWlen ,L-- 9^ D^naucRegulierunge-Lose . . 10bb0 10575 Domilncn.Psandbriefe .... 1402b ,4075 Oesterreichische Schahscheme. . 97 bo »7.7^ Ung. «Li'tndahn-Nnl. . . - - V4- ^-Ung. Echahbon« vom I. l»" i« - ^8 b0 »nlehen d. Stabtgemeinde Wien in ». «.........sl ?b '» »b «rnndentlaftnngK-vbllastisne«. Vohm.n..........100 50 ---- »iiederofierreich.......109 7b 101 «0 «alw«. . .......88 2b 8« 6b ««U> Na« Siebenbürgen.......733b 7375 Temeser Vanat.......71 00 72 — Ungarn..........7» 2b 7ll 7b ««tle» v<» V«»le«. Gell, W«« «nglo-»sterr. Vcml.....6? 7b 66 — «reditanftalt........13550 13575 Creditanftalt, ungar.....9550 9575 E«compteanstalt......65N'— «.»»b — »l«tioualbaut.......622 — 825 — Vefierr. Vanlgesellfchaft . . . —-— - '— Unlonbant ........4350 44 — «erlthrSkanl .......7650 77t0 Wiener Vanlvereü,.....54 — 55 Aetie» ,«« tre»«P«rt-N»ter»etz- M«»>e«. ^.. Geld >v«« «lf°ld.«»h» . ^2 — «4-, l°.?°"'fNchlff..«is«ülchast 826- 3,8-«lisabeth.lLtyh,^ > >-, , ^ ,Z«._ Ferdinande.^rddahn . '. ' I?ß0 __,77n.._ ßr°n,-Joseph. »I» - - - Ndb0 N9 75 »«lb «va« GaUzische «arl-Ludwig.vahn . 19« - 19625 Kaschau-Oderberger Vahn . . 84 — 8!)--i.'tMberl,-encieoit,Instilut(V.,V.) 85'2b 85 50 PrwrUlte». «lisabelh-V. I. «lm.....81 25 91 7b Ftlb.-Nordb. in Silber . . . 106 50 107'— Franz-Ioseph-Vahn.....9150 9l7b »«U» »«« Val. itarl.endwig'V.. 1. Vm. . 99 ^ — - Oesterr Nordw,N«Vahn . 88— 88 «5 Siebenbulger V«hn..... 5« 25 5«50 Slaalsbahn 1. Em...... 156 5»0 15? — Budbahn ^8»/,...... 115 75 lis — 5',....... V«b« 9875 Glldbahn, Bon«...... — - —«^ Nu>. Oftöahn....... 56 2b 5650 Devisen. «uf deutsche PllHe..... 62 40 6» 50 i.'°nd°u, kurz« Sicht..... "« ^ 128 85 London, lange Sicht .... 1?U'"b 12865 Pari« . . . ....... 50Ä() 5099 «el>s