Nr. ?, Pränumerationöprci«: Im Comptoir ganzj. fl.ii, hall'j. N. 5 50. ssllr die Zustellung mS Hau« halbj. 50 li. Mit der Post ganzj, si. 15, halbj. ? 50. Mittwoch, 9. Jänner. Insertionigebiir: Für ?l«ine Inserate bi« zu 4 Zeilen Lb lr., größere pr. Zeile e lr.! bei öfteren Wieberholungen Pr. Zeile 3 lr. 1878. Nichtamtlicher Theil. Die seit Oktober v. I. in den Ortschaften St. Michael, Vresje, Landol, Brinjc, Hrcnowiz, Gorice. Klein-berdo, Hrnänjc und Slavinje, Ortsgemcinde Hrenowiz (Sanitätsbezirk Adelsberg) herrschende Scharlach-Epidemie ist am 3 l. Dezember v. I. als erloschen erklärt worden. Es erkrankten bei einer Gesammtbcvölkcrnng von 1708 Einwohnern 141 Personen, somit 7-<<)Perz.', nnd starben von den Erkrankten 28 oder 1V 8 Perzcnt. Laibach am 5. Jänner 1378. Von dcr k. k. Lalldrsregiernng. Die Ausgleichsvorlagen. Das Präsidium des Abgeordnetenhauses des österreichischen Reichsrathcs hat eine Neihe von gedruckten Ausschußbcrichteu versendet, deren meritori-scher Iithalt bereits durch die Berichte über die Verhandlungen der betreffenden Ausschüsse bekannt geworden ist. Erwähnt sei hier nnr der Bericht des Aus-aleichsausschusscs über die Regierungsvorlage, betreffend das Gesetz, wodurch das Ministerium der im Reichsrathe vertrcteueu Königreiche und Länder zur Vereiubaruug eines Zoll- uud Haudelsbüudnisses, dann zum Abschlüsse einer Vereinbarung wegeu Durchfüh-.ruug der Bestimmungen des Artikels 20 des Zoll-nnd Hauoelsbündnisses, betreffend die Gleichstellung der Gesellschaften und Anstalten bezüglich ihres Geschäftsbetriebes, mit dem Ministerinm der Länder der ungarischen Krone ermächtigt wird. Das Zoll- und Handclsbündnis — heißt es in dem allgemeinen Theile des betreffenden Berichtes — bildet eigentlich nnr den Rahmen für eine Reche von Grundsätze,! und Bestimmungen, nach denen zahlreiche wirthschaftliche Angelegenheiten entweder gemeinfam oder nach gleichartigen Gesetzen und Vorschriften zu behandeln sind. Sollen die beiden Reichshälften der Vortheile eines großen Wirthschaftsgebietes theilhaftig werden, so mnß die Einheit der Zollgesetzgebung, der Laudeswähruug, die gemeinsame Vertretnng der Handels- nnd Schiffahrtsintereffen im Auslande, die Gleichheit der Gcsetzgebuug inbetreff der Staatsmonopole und der Verbrauchssteuern anstecht erhalten bleiben. Aber auch über das Elseubahu-, Post- uud Tclegrafenwesen und über zahlreiche andere wichtige Angelegenheiten soll jederzeit em Einvernehmen zwischen den beiderseitigen Regierungen und beziehnngsweise Legislativen erzielt werden. Der Bericht motiviert dann die an der Regierungsvorlage vorgenommenen Aenderungen und schließt mit folgenden Anträgen: Feuilleton. Die Hohe Pforte. Ein Konstantinopelcr Brief der „Kölnischen Zei-tnng" entwirft folgende interessante Schilderung von dem Leben nnd Treiben bei der Hohen Pforte (so heißt der Palast des Großveziers im änßcren Hofe des kaiserlichen Serails) in der türkischen Hauptstadt: Es ist 10 Uhr morgens. Die Hohe Pforte .'ist noch vereinsamt; kanm hat sich eben in der östlichen Ecke unter dem Altan des Großvezirats der schwarze Lustro niedergehockt, bereit, sein glänzendes Geschäft zn beginnen. Er ist em schmucker Bursche, sein Pntzkastcn mit silbernen Nageln beschlagen, seine Bürsten reinlich Concnrrenz hat er auf der Nordostseite des Babali nicht zn befürchten, er hat das Monopol, als wäre er der Leibwichser der Hohen Pforte. Spähend schaut er ans, bald nach schmutzigen Stiefeln, bald nach den heiligen Rasenplätzen der gegenüberliegenden Moschee, um jedem, der dem Orte Unehre anzuthun wagt, ein abmahnendes ..burda jassak" zuzurnfeu. Inzwischeu ists am Haupteingange anf der entgegengesetzten Seite lebendiger geworden. Ein halbes Dützeüd bedenklich anssehender Gestalten steht am Por-talc herum, ein Gemisch von Frechheit nnd Unterwürfigkeit. Es sind die Garderobiers. Sie wischen ihre bienenzcllenartigcn Gestelle zur Aufnahme der Ueber-schnhc aus. Deuu außer deu Ucberschnhen nnd Regenschirmen haben sie nichts zu versorgen. Die Mäntel Werden in die Bnrcanx hineingenommcn, sind übrigens Nebensache, so wie fast sämmtliche Kleidungsstücke Ne- bensache sind. Nur in der Fnßbekleidnng liegt der Ausdruck der Ehrfurcht uud der Achtung, mögen dies die elastischen Zugsticfel des Efendi, die gelben Vabn-schcn des Alttürke'n, die groben Lederschuhe des Arbeiters oder schließlich die bloßen Strümpfe des Armen, dem die Ueberschnhc fehlen, sein. Was dem Europäer der schwarze Anzng nnd die Glacchandschnhe. das ist bcim Türken der Schnh nnd der Strumpf. Daher die Wichtigkeit uud die große Zahl der Schuhverwahrer. Fast vor jeder Thür lagert einer von ihnen, bekannt mit Person nud Fußzcng der Aus- nnd Eingehenden. Neben den Garderobiers der Hohen Pforte finden sich die verschiedenen Thürsteher. Sie begeben sich an ihre betreffenden Standorte, lassen den gesteppten dicken Vorhang herunter, der anzeigt, daß der Inhaber des Zimmers drinnen ist. An sie schließt sich ein Heer von Kahwedjis nnd anderen Bediensteten, dann die Pro-viantmeister der Hohen Pforte. Verkäufer von Wasser, Limonade, Käse, Brod. Früchten, Kebab nnd kleinen Fleischsprisen. Mit langgedehntem Nnfe preist der Was-serverkänfer die Eigenschaft seines Getränkes an. Er findet die meisten Abnehmer, denn Wasscr ist das einzige Getränk, das alle. vom Großvezier bis znm Stiefelputzer, zu sich nehmen. In den Nischen der Fenster nnd anf den Bänken au den Seiten der Manern sind die Verkanfsläden angebracht. Käse, Tranbcn nnd Brod bilden das landesübliche Frühstück; und ehe die Vnrean-stnnden beginnen, werden gemeiniglich erst die Kan-mnskeln in Bewegnng gesetzt, am meisten in dem nn-tcrn Stockwerk. 'Dort sind außer vielen Amtsstuben uoch die Stalln ngcn, daun die Wohnnngcn der Pfur-tenwächter; es bildet ferner das Stelldichein für den ganzen Troß der Dienstboten, welche auf ihre Herren 1.) Es werde dem Gefctzc, wodurch das Ministerium der im Reichsrathe vertretenen Königreiche uud Länder zur Vereiubarnng eines Zoll- und Handelsbündnisses mit dem Ministerium der Länder der ungarischen Krone ermächtigt wird, in dcr Fassnng des bci-gegebcncn Entwnrfes die Zustimmung ertheilt; 2.) die Negierung sei anfznfordern: :i) den Stand der Eentralactiven beim Abschlnssc des ersten Ausgleiches im Jahre 18«;7 nnd beziehnngsweise anf Grnnd der von der Liqnidicrungskom-misfion (^ 8 des Gesetzes vom 24. Dezember 1807) vorgenommenen Prüfuug und Richtigstellung bekannt zn geben nnd eine Nachweisnng über die Gebarnng des Vermögens seit dem Ab^ schlussc des Ausgleiches vorzulegeu; b) mit der kön. uugarischcu Regierung eine Vereinbarnng über die Theilung der gemeinsamen Reichsactiven zu treffeu und hierüber baldmöglichst eine Gesetzcsvurlage an die Legislative gelangen zn lassen; e) einen Nachweis über die Ausprüche zu liefern, die an diesen Fonds geltend gemacht oder von diesem Fonds an andere erhoben werden. Der Artikel XX des mit Ungarn abzuschließenden Zoll- uud Haudelsbüuduisses lautet nach den Anträgen des Ausschusses: „Die iu einem der beiden Ländergebiete gesetzmäßig errichteten Aktiengesellschaften (Eommanditgesell-schaften aus Attien), Versicherungsgesellschaften nnd Erwerbs- nnd Wirthschaftsgenossenschaften sind berechtigt, ihre Wirksamkeit anf das andere Ländergebiet auszudehncu und Zweigniederlassungen zu grüudeu. Sie sind in solchen Fällen den einheimischen Gesellschaften uud Austalten gleichgestellt nnd bezüglich ihres Geschäftsbetriebes iu dem anderen Ländcrgebiete nur oeiljcuigen Vorschriften uuterworfeu, welche für den gleichartigen Geschäftsbetrieb der einheimischen Unter-nehmuugcn gclteu. Ueber die Durchführung dieser Bestimmungen werden gleichzeitig besondere Vereinbarungen getroffen." Damit ist der Grundsatz ausgesprochen, daß die gegenseitige Zulassung der oberwähnten österreichischungarischen Gesellschaften künftig nicht mehr von einer Fall für Fall einzuholenden Bewilligung abhängen soll, sondern kraft des Gesetzes allen in ihrem heimatlichen Gebiete zu Recht bestehenden Gesellschaften ein für allemal zugestanden wird. Im dem Gesetze und beziehuugswcise Uebereinkommcn sind die näheren Bestimmungen über die Ansführnng des erwähnten Grnndsatzes enthalten. Hicnach wird jede Gesellschaft, welche in dem anderen Ländcrgebiete durch Zweig-niederlassuugen Geschäfte betreiben will, verpflichtet sein, ihre Firma bei dem Handelsgerichte eintragen zn lassen, in dessen Sprengel eine Zweigniederlassung errichtet werden soll Handlungen bezüglich des Gesetzentwurfes gepflogen welcher dem Reichstag uud dem kroatischen Lcmdtaz inbetreff der Verlängerung des bestehenden Quoted Verhältnisses zwischen Ungarn undKroazien vorzulegen ist; es sei nur noch die Frage zu erledigen, oli jcnei Gesetz bis Ende Juni oder bis Ende 1«7« verlanget! werden soll. Dieser Gesetzcntwnrf soll noch im Lauf« des Monats Jänner dem gemeinsamen ungarische!! Reichstage und dem kroatischen Landtage unterbreite! werden. Das französische Parlament beginnt HM seine ordentliche Session. Die erste Sitzung wird nill eine kurze, rein formelle sein, während für die zweite am Donnerstag abzuhaltende Sitzung die Constitutt-rung der Bureaux iu beiden Häusern auf die Tages' orduung kommcu wird. Unter den Anträgcu, wclchl demnächst eingebracht werden sollen, figuriert mlch eiuer, darauf hingehend, dem Artikel 2^8 des mill' täuschen Gesetzbuches den folgenden Paragraphen zuzufügen: „Mit Zwangsarbeit wird bestraft jede Militärperson, die sich freiwillig an einem Eomplotl odcl an einem Staatsstreiche betheiligt, die den Zweck habcn, durch Waffengewalt die Regieruugsform zu ander» oder einen Angriff auf die Republik zu machen; ei» Versnch zum Staatsstreiche, auch wenn er zu keincin Erfolge führt, wird nach den Bestimmungen des Strap gesetzouches bestraft." Gleichzeitig mit der Discnssioü dieses Antrages wird dann jedenfalls auch die Limoges-Affaire znr Erörterung kommen. Auch die englischen Liberalen rüsten sich be' rcits für das Parlament. Lord Granville hat an die Mitglieder der Opposition im Oberhause fulgcnoeü Eir-cular gefendct: „ltt Earltun-House Terrace/4. Jänner. Mylord! Ich habe die Ehre, Eure Herrlichkeit zu benachrichtigen, daß die Adresse in Erwiderung auf die Thronrede im Hause der Lords am Dienstag de» 17. Jänner beantragt werden wird, und ich hoffe, daß Sie es bequem finden mögen, an diesem Tage aus Ihrem Platze zu sein. Ihr gehorsamster Diener Gran-vllle.^ Ein ähnliches Schreiben hat Lord Hartingto" an seine Parteifreunde im Untcrhanse gerichtet. Aus Italieu kommt die Nachricht, König Victor Emanuel sei ernstlich an eiucr Entzündnug des rechten Luugenflügels ertrankt; beigefügt wird allerdings, daß der Zustand des Königs nicht gefährlich sei. Die Nachricht wird nichtsdestoweniger in Italic" hinlänglich Äennruhigung hervorrufen. — Alle italienischen Journale betlagen lebhaft das Ableben La-marmora's. Die portugiesischen Kammern wnrdcu aiK 2. d. vom Könige Dom Louis in Lissabon eröffnet-Die Thronrede kündigt verschiedene Reformeu w dtt Verwaltung und namentlich Finauzmaßrcgeln an, durch welche das Gleichgewicht im Staatshaushalte hergestellt werden soll. Vom Kriegsschauplätze veröffentlichen die „Daily News" folgendes Telegramm aus Bukarest vom 0. Jänner: „Ein Offizier der Lom-Armec mel' det, General Radctzty habe den Balkan durch dc" Schipka-Paß überschritten, nachdem die Türken infolge strenger Kälte abgezogen waren." — General Tott' leben wird sich in wenigen Tagen nach Kalarasch begeben, um die Verthcidiguugswerte der Türken o^ Silistria von dort zu besichtigen. General Zimmcl' manns Eorps wurde neuerdings verstärkt. Die Pforte hat einer'Meldung der „Agcnce havas" zufolge durch die Vermittlimg Englands einen Waffenstillstand verlangt. Die Bedingnngcn desselben sind noch nicht bekannt. Gegenüber den alls K on st a n t i n o P c > verbreiteten Mittheilnngen, daß die Pforte bcrei< sei, wenn nöthig zum Schaden Europa's, ihre" Frieden mit Rußland zu machen und so sich Vortheil' haft aus der gegenwärtigen Krise ziehen zu könne'' hoste, hebt der „Nord" hervor, daß die vor allem '»' Interesse Enrova's liegende Frage die der Emaucip^ tion der Najcch sei, welche die Pforte am stärkste' berühre, nnd daß sich Rußlaud gerade über diese Frag« am wenigsten in Transacliouen einlassen könne. Hagesneuisskeiten. — (Zur Affaire Winter.) Wie mitgethe'l wird. hat sich die Wiener Polizei mittelst des 5tal,el-telegrafeu an den österreichischen Konsul m Newyork a>" wendet, um denselben zn ersuchen, er möge durch Vcr-mittlttng des dcntschcn .K'onsnls noch auf offener See di Verhaftung des flüchtigen Vazarinhaocrs Winter, der si^ auf dem deutschen Schiffe „Herder" befindet, veranlasst Am 5. d. ist vunl österreichischen Konsul ill Ncwyort d»< 53 Kabelantwort eingelaufen. Derselbe erklärt, daß er sich sofort mit dem deutschen Konsul in Verbindung setzte, daß aber beide zur Ueberzeugung kamen, welche anch dir amerikanischen Behörden theilten, es sei in dem gegebenen Falle leider nnmöglich, uach den bestehenden Gesetzen und Verträgen Winters Verhaftung weder auf dem Schiffe noch anf den» Fcstlande vorzunehmen. Winter gelte nach den amerikanischen Gesetzen einfach als flücht tiger Schuldner, gegen welchen kein Straf-, sondern nnr ein Zivilprozch eingeleitet werden könne. Diesen letzten Weg eiuznschlagcn, bleibe den in Wien zurückgelassenen Glänbigeru eiuzig offen. Ob damit nnr der geringste Erfolg erzielt werden kann, meldet das Kabcltelegramm nicht. — (DicSchiffahrt Tricsts 1877.) Nachdcr soebeu von der Triester Vörsedepntatiun veröffentlichten allgemeinen Uebersicht über den Schiffahrtsvcrkchr Triests im verflossenen Jahre sind im Jahre 187? in Trieft 8521 Schiffe von 1.089,115 Tunncngehalt eingelaufeu und 8507 Schisse von 1.077,203 Tunnengehalt ans-gclanfen. Verglichen mit dem Vorjahre ergibt sich für 1877 ein Plus von 070 Schiffen mit 103,43:) Ton-nengchalt im Einlaufen uud von 679 Schiffen mit 92,219 Tonnengehalt im Anslanfen. Von den eingelaufenen Schiffeil waren 0949 mit 370,225 Tonnengehalt Segler (587 mit 33,051 Tonnengehalt mehr als im Vorjahre) und 1572 Dampfer mit 718,890 Tonnengehalt (83 mil 09,782 Tonnengchalt mehr als im Vorjahre); von den ausgelaufenen Schiffen waren 0949 mit 3>>7,715 Tonnengehalt Segler (019 mit 37,500 Tonncngchalt mehr) »nd 1558 mit 709,548 Tonncu-gehalt Dampfer (00 mit 54,713 Tonncngchalt mehr). Es zeigt sich somit das größere Plns bei den Dampfern, welche allein über 00 Pcrzcnt des Mchrgchaltes der Schiffe repräsentieren, während anf die Segler nnr circa ein Drittel desfclbcn entfällt. Was die Flagge betrifft, so steht in beiden Kategorien die nationale Flagge obenan; ihr folgt die englische, dann die italienische, die griechische, die Unionsflagge, die fchwcdische, die türkische n. s. w. In Bezng anf Provenienz und Bestimmung — wobei nur die Segler in Betracht kommen — bchanptcn nächst den nationalen Häfen die italienischen den ersten Rang iu der Ein- nnd Ausfuhr, hieranf folgen in der Eiu-fnhr die Unionshäfen, die in der Ausfuhr erst den vierten Rang einnehmen; dann im Einlanfen die britischen, welche im Anslanfen den siedeuten Platz haben, dann die türkischen (im Auslaufen dcn fünften Rang), dann die griechischen (in der Ansfuhr am drittcu Platze), dann die französischen, welche in der Declination dcn zweiten Rang bchanpten n. s. w. — (Vor hundert Jahren.) Die „Brünner Zeituug" feierte am 4. d. ihr hundertjähriges Jubiläum. Am 4. Jänner 1778 war ihre erste Nummer erschicueu. Zur Feier dieses Jubiläums hat die Rcdactiou einen getrcncn Abdrnck jener ersten Nummer veranstaltet nnd dem Blatte vom 4. Jänner 1878 beigelegt. Die Covic dicfer hnndert Jahre alten Zcituug ist auf cbenfo grobes Papier, mit denselben Schwabacher Lettern nnd mit der nämlichen zopfigen Titclvigncttc gcdrnckt wie das Original, das einen halben, vierfach zusammengelegten Bogen stark war. Es ist eine dnrch Form uud Inhalt interessaute Reliquie aus der Geschichte der östcrrcichischcu Journalistik. Der Inhalt ist hauptsächlich durch Mittheilungen über das große Ereignis der damaligen Zeit — dcn nordameritanischen Freiheitskrieg — und über die fortwährende Kriegsgefahr in, Orient gebildet; aus Oesterreich selbst brachte das Blatt gar keine politischen Nachrichten, sondern nnr Personal- und Lokalnotizen. An der Spitze steht eine ans Paris vom 8. Dezember datierte Korrespondenz über die Niederlage, welche der englische Geueral Bourgoync an, 13. Oktober bei Saratoga erlitten hatte. Die Korrespondenz erzählt das interessante Factum, daß die Regierung der Vereinigten Staaten in aller Eile von Boston ans ein Schiff ohne Ladnng, nur mit Ballast gefüllt, nach Frankreich schickte, um dem «in Paris weilenden Frautlin die Nachricht von dem entscheidenden Siege nnd von dem zwischen dem amerikanischen General Gates uud Vonrgoyne abgeschlossenen Capiwlatwusvcrtrage, zu überbringen. Die gauze Korrespondenz ist iu für die Amerikaner sympathischem Tone gehalten. Dagegen wird in einem aus England datierten Artikel sehr scharf der Leichtsinn nnd Urb'ermuth, womit die Regierung die Kricgführnng betreibt, gerügt. Unter der Ueberschrift ..Brandcnbnrg" wird ans einer soeben ins Dentschc übersetzten russischen Schrift über das russische Heer dessen damalige Stärke mitgetheilt: 0 Kürassier-rcgimeuter, 10 Karabmierregimentcr, 9 Dragonerrcgi-mcntcr nnd 4 Dragoncrescadronen, 8 Hnßarenregimcnter eine „Moslow'schc Legion" nnd 0 Kavallerieregimenter in „Ncn-Rußlaud", ferner 72 Infanterieregimcnter nnd 8 Fcldbataillouc, 4 „Pickenick-Regimenter, 113 Feldbatterien nnd 10 irreguläre Kofakcnregimcntcr. Es wird beigefügt, daß russische Trnppen sich in der Ukraine sammeln nnd auch schou iu die Moldau eingerückt seieu. Eiuc audcrc Vieldung betrifft die Auflehnung der triin-schen Tartarcn gegen die rnssische Militärorganisation. Ueber die Türkei heißt es in einem Berichte ans „Pulen": „Statt des Nicdcrsäbelns in auswärtigen zinsbaren Provinzen sollte der Sultan vielmehr iu seiuer Hauptstadt eine kleine Mnsterung halteu nnd alle jene bei den Köpftu nehmen, die ihm beständig zum Kriege rathen." Ferner hatte sich iu Pole» das Gerücht verbreitet, der rnssische Gesandte in Konftantinopel fei in das Gefängnis der sieben Thürme gebracht worden. Was den Zu-staud des türkischen Heeres betrifft, so wird versichert, „daß alle Anstalten des Renegaten Bonneval, daß türkische Kriegswesen auf österreichischen Fuß zu sehen, nach seinem Tode wieder zugrunde gingen". Aus Wien wird die Ankunft des ungarischeu Abenteurers Beniowsty gc meldet, der zuerst österreichischer, dann preußischer und hieranf polnischer Offizier war, von den Russen gefangen genommen nnd nach Sibirien gcfchickt mnrde, von da mit mehreren Genossen nach einer glücklichen Emente anf einer weggenommenen rnfsischen Fregatte entflohen und in die französische Marine eingetreten war. Er erhielt dann wieder ciue Stelle in der österreichischen Armee. Den Schluß des ersten Blattes der „Brünncr Zeitung" bildet folgende mysteriöse Notiz: „Man sagt so etwas von einer gewissen Reichsstadt, welches höchst betrübt sein würde, dnrch macedonischc Wolle soll nämlich -------------." Der Sah ist nicht ausgeführt. Es bezicht sich dies offeubar auf Wien und auf den befürchteten Ansbrnch der Pest daselbst. fokales. Die Kranlenbewegnng in Ven lrainlschen Landes-wohlthiitinlettsanstnlten im Jahre 1877. Im zt'raukcnhause in Laibach standen in ärztlicher Behandlung und Verpflegung, und zwar: Individuen auf der medizinischen Abtheilung . . 1402 „ „ chirurgischen „ . . 1036 „ „ syphilitischen .. . . 340 „ „ Hantkanken- „ . . 270 „ „ gynäkologischen „ . . 58 zusammen . . 3172 Iin Irrenhause standen in Behandlung 224 im Gebärhause 150 Wöchnerinnen, 141 Kinder, zusammen..........297 Gesammtkrankcnstand . " 3693 Der Abfall durch Heilung uud Tod betrug im Krankenhause, und zwar: auf der medizinischen Abtheilung . . 1365 „ chirurgischen „ ' . . 925 „ „ syphilitischen „ . . 290 „ „ Hautkrankcn- „ . . 240 „ „ gynäkologischen „ . . 56 zusammen . . 2870 im Irrenhause........105 „ Gebärhause 145 Wöchnerinnen, 137 Kinder. zusammen........282 Gesammtabfall " ^ 3263 Verblieben mit Ende des Jahres 1877 iin Krankeuhaufc, und zwar: auf der mcdizinifchen Abtheilung . . 97 „ „ chirurgischen „ . . 111 „ „ syphilitischen „ . . 56 „ „ Hautkranken- „ . . 30 „ „ gynäkologischen „ .^___2^ zusammen . . 296 im Irrenhause........119 „ Gebärhausc 11 Wöchnerinnen, ____4 Kinder. zusammen......... 15 Gesammtsmnme .... 430 um 49 mehr als im Jahre 1870. Der Stand der bei den Pflege-Eltern untergebrachten Findlinge betrug Anfang des Jahres 1877........320 abgefallen sind durch Austritt aus der Laudcsvcrsorguug und dnrch Tod . . 82 verblieben mit Ende des Jahres 1877 noch 238 welche bis 1. Juli 1881 ganz in Abfall kommen werden. Individuen Der Krankenstand des Jahres 1876 betrug im Krankenhause.....2944 im Irrenhause........224 „ Gebärhausc....... 289 zusammen .... 3457 im Vergleiche mit dcm obdctaillierteu Staude von..........3693 wurden ärztlich behandelt und verpflegt im Jahre 1877, und zwar: im Krankenhause mehr.....228 „ Irrenhause die gleiche Zahl wie im Jahre 1870 und „ Gebärhause mehr......8 im gauzeu somit mehr........230 Der Iahveskmntenstaud steigt von Jahr zu Jahr um 200 uud darüber._________ — (Inspicierung.) Der Gcncralinspektor der k. k. Telcgrafenanstaltcn in Oesterreich, Herr Graf Wim-pffen. ist — anf einer Infpicicrungsreisc begriffen — gestern in Beglcitnng des Herrn Tclcgrafenkommisfärs Granfeld ans Wien in Laibach eingetroffen und hat im Hotel „zur Stadt Wieu Wohnung" genommen. — (Zur Faschingschronil.) Um den hiesigen Gesellschaftskreisen im Laufe des heurigen Faschings auch außer den eigentlichen Bällen Gelegenheit zu zwanglosen geselligen Znsammentünften zn bieten, beabsichtigt die Direction des Laibachcr Kasinovcrcincs heucr im Fafching an mehreren Samstagen sogenannte Eonversationsabende zn veranstalten, welche dazn bestimmt sind, die Mitglieder in nngezwungenster Weife nnd selbst verständlich mit Hintansctznng jeglichen Toilrttcnluxus in den Vereinslokalitäten zu vereinigen. Der erste Versuch mit dieser ncnen Einführung, von der im Interesse der Geselligkeit nur zu wünschen wäre, daß fie auf fruchtbaren Boden siele und allseits den Intentionen der Direction entsprechend — zwanglos und einfach — benüht würde, foll, wie wir vernehmen, fchon an diefem Samstage gemacht werden. —A. (Theater.) Eine an dcn Wiener Prater erinnernde Reclame, welche der vorgestern gegebenen Posse: „Wenn man im Dunkeln küßt", vorausgeschickt wurde, füllte das Haus iu dcu Logeu wie im Parterre zur mäßigen Dichte. Herr Fritzsche nennt sich in einem aus diesem Anlasse herausgegebenen, vier Octavseiten umfassenden Schriftstücke den ersten Theatcrdirettor Oesterreichs, welcher diese in Norddentschland beifällig aufgenommene Bühnennovität im Süden aufführt und damit fugar dcm Wicucr Stadtthcatcr deu Vorrang abgelaufen hat. Dies gereicht dem Geschäftsgriste unfercs Theaterdirektors gewiß nnr znr Ehre, obzwar über die Art nnd Weise der Ankündigung, deren er sich im vorliegenden Falle bediente, sowie darüber, ob letztere dem in Thcater-angclegenheiten selbst vom Ocschäftsstandpnnttc aus stets zu wahrende» Anstande cntfprach oder nicht — gestritten werden könnte. Trotz ihres geringen innern Werthes vermag diefc Piece doch einen Theaterabend recht angenehm auszufüllen. Um die Darstellung derselben machten sich Frl. N. Butze (Helene) uud Herr Lasta (Klopfflcisch) besonders verdient. Auch sonst wäre an der Besetzung nnd Durchführung der übrigen Rollen nichts auszusetzen. Frl. K. Butze zeigte sogar als „Betty" einige während ihres Hierseins gemachte Fortschritte. — (Kellcrbrand.) In dcn Kellcrräumen der Laibachcr Gcnoarmrrietascrnc brach — einer Mittheilung des „^aib. Tgbl." zufolge — gestern um die Mittagsstunde infolge Unvorsichtigkeit (da neben dcm alten Bcttstroh Asche aufgehäuft wurde uud dadurch das Stroh sich entzündete) ein Brand aus, welcher jedoch rechtzeitig bemerkt nnd von Hausbewohnern selbst gelöscht wurde. Bei dem Umstände, als sich die Montnrsvurräthe der Gendarmerie ebenfalls im Keller befinden, hätte der Brand leicht bedeutenden Schaden verursachen können, — (Der gestrige monatliche Viehmartt in Laib ach) war mäßig besucht. Hornvieh wurde sehr viel aufgetricben, auch hielten sich die Preise trotzdem hoch, da die Käufer aus Kärnteu sehr bedeutende Einkäufe machten. Mastvieh war wenig vertreten und herrschte hierin nur matter Verkehr. Pferde wurden gleichfalls nur wenige und in minderer Qualität zu Markte gebracht. Der Verkehr war matt, obwol die feit viele» Viehmärktcn vermißten italienischen Händler gestern wieder zahlreich erfchicnen waren und überhaupt ziemlich rege Kauflust herrschte. Borstenvieh wurde wenig aufgetricben, die Preife blieben hoch. Im allgemeinen war der Zuzug der entfernt wohnenden Landlente ob des fchlechten Zustandes der mit Glatteis bedeckten Straßen ein geringer, daher anch der Verkehr in dcn Laibacher Handelsgefchäften und Gasthäusern kein besonders lebhafter. — (Scharlach-Epidemie) Die in mehreren Ortschaften des Adelsbcrgcr Sanitätsbezirkcs aufgetre-tenc Scharlach Epidemie wnrde mit 31. v. M. für erlo-fchen erklärt. Während der nahezu dreimonatlichen Dauer der Epidemie sind im ganzen bei einer Gcsammtbcvöl-keruug von 1708 Einwohnern 141 Personen, somit 7 9 Perzent erkrankt nnd von den Erkrankten 28 oder 19 8 Pcrzent gestorben. — (Ein Opfer der Sylvestern acht,) Der ans dem Dorfe Brcg, Ortsgcmcindc Mautschitsch (im politischen Bezirke Krainburg) gebürtige 34jährige Baucrnbnrsche Franz Porcnta wurde iu der Sylvcster-nacht nm die Mittcrnachtsstnndc auf der Dorfstrahe von Brcg von fechs Burschen überfallen, zu Bodeu geworfen nnd fo lange mit Knütteln geschlagen, bis er mit vollständig zertrümmerten! Hintcrhanpte todt am Boden liegen blieb. Ein Grundbesitzer in Breg, Namens Andreas Rosmann, wnrdc durch den hiebci laut gewordenen Lärm aufmerksam gemacht, ginn, zum Fenster nnd wnrdc so Augenzeuge dieser barbarische» That. Nachdem dieselbe geschehen war, liefen die sechs Burschen davon, doch hatte sie Andreas Rosmann alle erkannt nnd am nächsten Tage dem Gerichte namhaft gemacht. Es sind die Burschen: Johann nnd Michael Supan, Johann Zivovc, Franz Pfeiffer, Johann Purcnta und Johann Ecgnar. Die strafgcrichtlichc Untersuchung gegen sic wurdc sogleich eingeleitet, doch sind sämmtliche sechs Burscheu gegenwärtig flüchtig. — (Gcmeindcwahl in Stockendorf.) Iu der Ortsgemeinde Stockendorf, im Stencrbezirte Sittich, wurden der Grundbesitzer Franz Oslak aus Velkedule zum Gemeindevorsteher nnd die Grundbesitzer Franz Kntnar von Veltiverh nnd Michael Supamik von Stockeudorf zu Gemeinderätheu gewählt. 54 — (Ein mißhandelter Bürgermeister.) Ein Act bäuerlicher Roheit, dem diesertagc in unserer Nachbarstadt Cilli der dortige allgemein verehrte Bürgermeister Herr Dr. Neckermann zum Opfer fiel, erregt daselbst die allgemeine Indignation. Der „Gr. Tgpst." geht hierüber aus Cilli, 6. d., nachstehender Bericht zu: „Unser Bürgermeister. Herr Dr. Neckermann, verwies heute vormittags einige Burschen aus der Umgebung wegen rohen Iohlens und Lärmcus, lvorauf >dic Zurccht-gewieseneu dem Bürgermeister in höhnischer und roher Weise entgegentraten. Als ihnen Dr. Neckcrmann mit der Arretierung drohte, überfiel ihn einer der Vnrschcn mit den Worten: „Du aber schon nicht! und warf ihn zu Boden. Ein anderer Bursche kniete ihm auf die Brust und traktierte ihn mit Faustschlägcu ins Gesicht, so daß sich der Bürgermeister nur mit Hilfe des Grundbcsitzers-sohnes Gaberset, der ihm zuHilfe geeilt war, des Strolches erwehren tonnte. Der Vorfall rief in allen Kreisen der Bevölkerung die höchste Erbitterung hervor und verbreitete sich wie ein Lauffeuer in unserer Stadt. Die Schuldigen wurden, da sie Bürgermeister Neckerinann sämmtlich erkannte, noch im Laufe des Vormittags arre tiert und der comvetentcu Behörde eingeliefert, wo sie für ihr rohes Benehmen die verdiente Strafe finden werden. Wiewol Dr. Neckermanu auf das schonnngs-lofestc mißhandelt wnrde. erlitt derfclbe keine bedeutenderen Verletzungen." — (Steckbrieflich verfolgt.) Dem letzt-ausgegebenen „Pulizeiblatt für Krain" zufolge, werden nachstehende Personcu steckbrieflich verfolgt: 1.) Johann Tronkclj, 25jährigcr verehclichter Taglöhner uud Haus-pächtcr iu Pergrad, Ortsgcmeinde Obergurk (im Sittichcr Bezirke), wegen Verbrechens schwerer körperlicher Beschädigung (Krcisgericht Rudolfswcrth); — 2.) Josef MalavaSic. 42jährigcr Taglöhner aus Podsmrek, Pfarre Dobrowa, wcgeu Verbrechens des Dicbstahls (Landesgericht Laibach); — 3.) Johann Vcrderber, Ncfcrvc-Kor-poral des 17. Infanterieregiments, 31 Jahre alt, aus Kraftfcnfelo in Oottschee, von Beschäftigilng Taglöhncr, wegen Entweichuug aus seincin Urlaubsortc ^1?. Reserve konuuando Laibach); — 4.) Anton Nus, vulguPastcrkov, 30 Jahre alt, aus Paka, Gemeinde Strug im Bezirke Reifuiz, wegen Verbrechens des Dicbstahls (Kreisgericht Rudulfswcrth); — 5>.) Philipp Konlcttcr, 28jährigcr Vagant, aus Waidnmunsdorf in Kärnten, wegen Verbrechens des Dicbstahls (Landcsgericht Klagenfurt), — endlich (^.) und 7.) wegen Entwcichung aus ihrem Ur- laubsorte die beiden Reserve-Infanteristen des 17. Infanterieregiments: Arrimt Novak/ 30 Jahre alt, lediger Wagner von Prosession, aus Rodockendorf im Adclsberger Bezirke, unv Johann Sesek, 30jähriger lediger Taglöhner ans Ujsko im Bezirke Stein (17. Reserve-Kommando). — („Neue illustrierte Zeitung") Nr. 15 bringt folgende Illustrationen: Karl Beck. — Der böse Bruder. Nach dem eigenen Gemälde anf Holz gezeichnet von E. Spitzer in München. — Die Genesenöc. Nach dein Gemälde von W. Nögge iu München. — Regenwettet. Gezeichnet von M. E. Edwards. — Rückkehr von der Jagd. Originalzcichnung von Weix. — Nie man anklopft. Originalzeichnung von A. Ehrmann. — Texte: Die Waise von Belluuo. Erzählung von Heinrich Noe. — Ausgcstoßcn. Erzählung von Luise Lecher. — Karl Beck. — Pariser Bilder: Das Weib in der Pariser Gesellschaft. Von Max Nordau. — Der orientalische Krieg. Von Schweiger-Lerchenfeld. — Der böse Bruder, — Die Genesende. — Das goldene Kreuz. Novelle von F. Hell. (Fortsetzung.),— Rückkehr von der Jagd. — — Kleine Chronik. —'Schach. — Rüsselsprung. — Silbenräthsel.,— .Kryptographisches Musaiträthsel. — Wochenkalendcr. ,,,..., Neueste Post. Rom, 7. Jänner. Der König hat die Nacht verhältnismäßig ruhig zugebracht und etwas geschlafen. Das Fieber hält an. Zunehmende Aufregung unter Entwicklung des Luugencntzünduugsprozesses wird beobachtet. London, 7. Jänner. Die „Times" melden von Koustautiuopel, si. d. (via, Syra): Die türkische Regierung ist entschlossen, ihre Politik durch die Politik Englands bestimmen zu lassen. Unter den türkischen Deputierten ist im allgemeinen eine znm Frieden ge-ncigte Stimmung vorherrschend, wofern Rußland zu annehmbaren Vediugungen die Hand böte. Die Frie-dcnsbedingungen wurdcu offiziell noch nicht diseutiert, aber im allgemeinen wird angenommen, daß die Tür kei die Forderuug wegen Abtretung Vatums, der freien Schiffahrt in deu Dardanellen, die Durchführung der Kouferenzbeschlüsse bezüglich der slavischen Provinzen, der Unabhängigkeit Serbiens und Rumäniens sowie eine Berichtigung der Grenze Montenegro's nicht zurückweisen werde. Die „Times" melden ferner, daß der Tabellarische Uebersicht der meteorologischen Beobachtungen in Laibach im Jahre IA77. Barometerstand Lufttemperatur «Z UZ. Z Niederschlag in D« in Millimetern nach Celsius <3 ^ 3 ,H^ - 7. ff Millimetern ^ Z ^ ^orherr-Monat 8.3^5---^. , ««- ^ ^ schcndc Monat- Maxi- Mini- Monat- Map-Mini- Z^DD,"Z2 Summe Malimum ^ HZ Winde Mittel mum mum Mittel mum mum Dl^ 3,^ ^ Monat 24 Etunb." G D I«nn« 728 15 AH° ^ ^»> U'b^Ä " «'° «» 2.'°» »^3, " ' ° «kko, Iu« 7,« 22 ^^ ^^° ^,. ^.« ^« „,« „,« «,, w .5 ^« 8 » 2 S0,DW, Iu» 7°«.° '« «' ^ ^,, ^ ^2» „,, ,2^ 4« N2 « ^« ,4 ° 5, LN,W, AuM '.«°2 5«Z '^^° ^2l° ^^° ^'4' «° '2 5 4'<> 5«°° ^« ' ' « °, G«, Sepwnb« 73«68 .'«Z ^25« ^.„2 ^2 -»^° ,,« «,,« ,,. 222 3° ^'<> ,4 0 . 0, 0N°b°r 78«.8 ^°^ «7 ^.«« ^»° 7«^ °" «°» °' «^ ^1° . « « o,NNW, N»».«b°r 7« 42 ««/° Ii°Z! ^«' ^«Ä 7«Ä °' «ö« «5 N7«» ^ ^ 12 » l l),«W,. «>.z«mb°r 7.7 N ^Z '«^1°^ « 5 ^« ^« '« »5'5 «2 9.2° „'„^° 9 4 ° «0,« 7^« k;6 716 39 4-31 6 —13 6 49 45) ^abr 7^. «,2 977 75 am 24. 130 18 14 O.SW. Jahr 73. 93 am^. °m^^ -^ ^^ ^^^ ^^. Iiinner. Die beiden ersten Monatdrittel warm, nnt Tages-Mitteln ober 0° und meist nm mehrere Grade ober dem Normale, schneefrei. Erst im lchtcn Drittel tmt die normale Winterlältc mit schwachen Schnccsä'llen ein. Den 16. Schnee glöckchen blühend. Februar. Sehr mild, fast schneefrei. Das Taaesmittel der Temperatur nur am 1. bis 4., dann am 6. »nd 8. unter dem Normale. März. Die erste Monathälste lalt, die zweite regnerisch, letztere meist mit Tagesmitteln der Temperatur war mehrere Grade über dem Normale. ^ i April. Die erste Monathälftc warm, m der zweiten starke Wärmedeprefsion mit bedeutenden Schnecfällen am 16., 17. und 18. Durch mehrere Nächte schädliche Reife mit schwacher Eisbildung. Erdbeben den 4. Mai. Knhl, mit Ausnahme der ersten und letzten Tage meist regnerisch. Den 3. starler Reif. Juni. Wärme in rascher Zunahme, sonnige Tage. Vorzügliche Heumahd. Juli. Vis zum 19, meist regnerisch, Hitze mäftig. Den 8, Schnee- fall in den Alpen. Aunust. Anfangs liihl, den 2. Schneefall in den Alpen. In der zweiten Hälfte heiß uud dürr. Höhenrauch häilfia.. September. Neanerisch. rasche Wärme-Abnahme, in den letzten Tagen starke Neifc. Erdbeben den 12, Dltober. Das Tagcsmittel der Temperatur den ganzen Monat bedeutend unter dem Normale. Nächte mit starten Frösten. Meist, heitere Tage,., mit MoMnnebeln. Frühzeitiger nll^ gemeiner Laubfall den 1<.)., Meteor den 21. November. Vom 1, bis 10. talt, heiter. Vom 1l. bis zum Monalfchlnh milderer Charakter der Witterung, regnerisch; die Ebene blieb schneefrei, Dezember. Bis 10. mild, regnerisch. Vom 11. rcgnläre Winter kalte mit in der Regel unter dem Eispunkte stehenden Tagest Mitteln. Seit 14. bleibende Schneedecke. I). Versuch, die Christen zum Militärdienste heranzuziehen, als gänzlich gescheitert anzusehen sei. z London, 8. Jänner. Der „Morning-Post" zufolge finden telegrafische Punrparlers zwischen dent Londoner und dem Petersburger .Uabiuctte statt, übel. deren Erfolg noch nichts bekannt ist. Ans Konstan-tinopcl wird gemeldet, Layard dementiere entschieden, jemals den Türken anf englischen Beistand Hoffmmg geinacht zu haben. Petersburg, 7. Jänner. Die „Agenee rnsse^ sagt: Die Nachricht von dem bevorstehenden Znsam^ mcntrittc türkischer und russischer Delegierten wegen Fcststelluug eines Waffenstillstaudcs bestätigt sich bis, jetzt uicht. ' Nagusa, 7. Jänner. (Pol. Korr.) Die Montenegriner haben nach Ablanf des behnfs Erleichterung des Mznges von 25i0 österreichischen Schutzbefohlenen mit dem Kommaudauteu von Autivari abgeschlossenen Waffenstillstandes die Beschießung der Festnng Bar neuerdings begunucn. Seit gestern steht Antivari in. Flammen. Trotzdem verweigert der Kommandant die Uebergabe der Festuug. Die türkischen Pmizerschiffe haben gegen die montenegrinischen Batterien ein heftiges Feuer eröffuet. Konstau tiuo pel, 7. Jänner. (Pol. Korr.) Die Ersetzung Snleimau Pascha's durch Reuf Pascha im Oberkommando der türkischen Trnppen ist eine Folge von Palastintrigueu. Suleimau Pascha wird verdäch tigt, das; er auf die Nückberufuug Mithad Pascha's hinarbeite nnd nach dieser Richtung durch seiue M-häugcr auf das türtische Parlameut eiuzuwirleu suche. Iu'Neuf Pafcha dagegeu erblickt die Palastpartei einen gefügigeren, der direkten Einflnßnahme des Snltans auf die Kriegsoperationeu mehr zugäuglichen General. Telegrafischer Wechselkurs vom 8. Jänner. Papier-Rente «Ü40, — Silbcr-Ncnte 0«'9l». — ^old-Rente 74 00. — 18()0cr Staats Anlehcn 1i:i 20. - - Vant ÄcXlii 800. - Kredit-Actieu 21:^ 70. — London 11!>-.....-. — Eilbcl 10^75. - K. t. Mün^Dukaten ü U2. - 20-Franll'!! Sü»lc 9 52'/,. - 100 Reichsmark 58 80. Wien, 8. Jänner. 2 Uhr „achmillaa.6. (Tchlichlmfc.) Kreditaetirn 2i:i75,, 1800er Lose 1l:'.'25>, 1864er Lose I^ül/.., österreichische ^icnle in Papier 03'40, Tlaalsbah» 2,^4- -, ^,'ord' unhn i!^ttl)0, 20 Franlenftiickc l»'ü:'.'—, iiiigarifchc ilrcoitaclini 20^l 75, österreichische Franrobant - - -, österreichisthr Ängloliaul !)ll'75, Lombarden 75 75, llnionbank --, Eguplifche , Goldrentc 74 70. Fest. HtustekolNluene Hremde. Am 8. Jänner. Hotrl Stadt Wie«. Gras Wimpssen, l^eneral-Telessrasenjuspellol, und (^ranscld, Telegrase»lommisfär, Uicll, — Gramer, Privat, Goltschec. Vlagajcuic', Serbien. — Molina, Missionär, Lact. Hotel Elefant. Holiuer, Hrastnig. - Grndi'ü, Hol,;hnndler,Olilal. — Schiffcrcggrr, Hdlsm., Ärunueck. Zuanut f>nn»U Tochter, Gottschee. Mohre«. Elobotitz, Reis., Vrünn. - itraigcr, Kfm.. Adels bcrg. — Iulaich, Schriftsetzer, Marburg. - Oebular, ^snl,, Rudolfswerth. Theater. Heute (ungerader Tag) zweites Gastspiel des GesanMomile») Herrn C. A Friese vom t. k. prio. Theater an der Wien i» Wien. Znm erstenmale: D aS t ä gI i ch e V r o d. Charakter gemäldc init Gesang in 2 Abtheilungen oder 4 Bildern voN Alois Verla. Musik von Suppö. (Neil eingerichtet von (i. A. _______________ Friefc.)_____________ ^ Meteorologische Beobachtungen in ^aibach. '7U.Mg. 780 76 ^.0 4 windstill trübe ,...,. 8. 2 „ N. 728 s>8 ^. 4-« NO schlvach leicht l>eu>. ^'' , !) „ Ab. 726 7^ -I- 14 W. schwach bewölk! ''"'"'" Vormittagö Sounenfchrin, starkes Ausschwitzen der Trl'l toirsteinc; nachnlittags trübe, Temperatur im Steige»; nach!'-' Ncgcn. Das Tagesmittel der Temperatur -j- 2'1", llin 4 7" über dein Normale. Verantwortlicher Ncdaeteur: O < tomar Än m b c r g, W Schmcrzcrfiillt gebcil wir Nachricht vm> dem M ^ Tode unserer geliebten Tochter, beziehungsweise W Schwester ^ W welche heule morgens ^! Uhr nach langem Leiden >D ^ im Alter von 1'/, Jahren saus« entschlnmmerle. W W Laibach am 8, Jänner 1878. W W l5n«««el Iagodiz, t. l. Stcuerobcrinsprltor, W M Ludmilla Iassodiz, W M Ollern, W M Mclanic Iassodiz, Enianucl Iagodiz, W M Lndmilla Inssodiz, Fidelius Iaaodi,;, W ^ Schwestern. Brüder, W N. 5 Amtsblatt zur Laibacher Zeitung Nr. 7. Mittwoch den 9. Jänner 1878. (l33) Nr. 8691. Rinderpest. Bei dem Umstände, daß Rumänien durch Rinderpest stark verseucht ist und demgemäß Häute der dort gefallenen Rinder durch Serbien und über Ungarn Hieher gelangen können, finde ich mich veranlaßt, die Einfuhr von Häuten aus Serbien überhaupt zu verbieten, eine Ausnahme kann nur über ein hierorts gemachtes Einschreiten Fall für Fall zugestanden werden, wenn außer dem seuchenfreien Urfpmnge der Sendung überdies nachgewiesen wird, daß derlei Häute zur sofortigen Verarbeitung in Gerbereien bestimmt seien. Jede andere mit meiner ausdrücklichen Bewilligung nicht versehene derlei Sendung wird, im Innern des Landes entdeckt, in Verfall erklärt werden. Laibach am 31. Dezember 1877. Der für Krain, t. t. Nogienmgsratl» Dr. Anton Ritter Schöppl v. Sonnwalden w. p. (5329-2)^ ' Nr. 3643. Hausarztenstelle. In der k. k. Männerstrafanstalt Graz ist die Stelle des Hausarztes in der IX. Nangsklasse mit dem hiefür sistemisierten Gehalte sammt Activitäts-zulage, Naturalwohnung, einem Iahrespauschale von 14 Kubikmetern harten und 7 Kubikmetern weichen Holzes und 13 Kilogramm Stearinkerzen in Erledigung gekommen, und wird zu deren Wiederbesetzung hiemit der Concurs ausgeschrieben. Bewerber um diese Stelle, welche die Erlangung des medizinischen und chirurgischen Doktorgrades und die Kenntnis der deutschen und slove-nischen Sprache nachweisen müssen, haben ihre gehörig belegten Gesuche bis 26. Jänner 1878 bei der k. k. Oberstaatsanwaltfchaft in Graz zu überreichen. Graz am 22. Dezember 1877. K. k. OberftnutsnnwuMast. ^(5328—3) Nr. 6871. Gefangcnaufseherstcllc. Zur Besetzung einer definitiven Gefangen, cmsseherstelle erster Klasse in der k. k. Männer-strafcmstalt zu Laibach mit dem Gehalte jährlicher 300 st. ö. W. und 25 Perzent Activitätszulaa.e, dcmn dem Genusse der ka fern mästen Unterkunft nebst Service, dem Bezüge einer täglichen Brod-Portion von 1 '/2 Pfund und der Montur nach Nlaß^ab? der bestehenden Uniforulurungsvorfchrift, fnner einer durch die Besetzung dieser Stelle in Erledigung kommenden provisorischen Gefangen-aufscherstelle zweiter Klasse mit dem Gehalte jährt. 260 st. ö. W. und 25 Perzent Activitätözulage nebst den obigen Nebenemolumenten wird hiemit der Concurs ausgefchrieben. Die Bewerber haben ihre gehörig belegten Gesuche unter Nachweisung ihres Alters, Standes, ihrer gewerblichen und Sprachkenntniffe, insbesondere der beiden Landessprachen, und ihrer bisherigen Dienstleistung binnen vier Wochen, vom 30. Dezember 1877 an gerechnet,, bei der gefertigten k. k. Staatsanwaltschaft zu überreichen. Auf die Erlangung dieser Stelle haben solche Bewerber Anspruch, welche nach der kaiserli Verordnung vom 1^). Dezember 1853 (Nr. 2S 6 R. G. Bl.), oder nach dem Gesetze vom 19. April 1872 (Nr. 60 N. G. Bl.), für Zivil-Staatsbedien-' stzmgen anspruchsberechtiget sind. , , Jeder angestellte Gefangenaufseher hat übrigens eine einjährige probeweise Dienstleistung als provisorischer Aufseher zurückzulegen, wornach erst bei erprobter Befähigung seine definitive Ernennung erfolgt. , Laibach am 23. Dezember 1877. K. k. AtaatsanwultsHast. (100—1) " Nr. 27. Bei dem k. k. Landesgerichte in Laibach ist die Kanzlei-Adjunctenstelle mit den Bezügen der X. Nangsklasse in Erledigung gekommen. , Die Bewerber um diese Stelle, oder im Falle der Beförderung um die hierdurch in Erledigung kommende Kanzlistcnstelle mit den Bezügen der XI. Nangsklasse bei diesem Landesgerichte oder einem Bezirksgerichte des Sprengels, haben ihre Gesuche, in welchen auch die Kenntnis der beiden Landessprachen in Wort und Schrift nachzuweisen ist, bis 10. Februar 1878 Hieramts einzubringen. Anfpruchsderechtigte Militärbewerber werden auf das Gesetz vom 19. April 1872 (Nr. 60 R. G. Bl.) und die Ministerial-Berordnung vom 12. Juli 1872, (Nr. i?8 R. G. Bl.) gewiesen. Laidach am 3. Jänner 1878. A. li. Mumie»jzeriHtz-VrüsullNll^ (87—2) ' ^ ^ ^^ Nr. 241. Notarstellen. Zur Besetzung der Notarstellen in Idria, Wlppach, Feistriz, Laas, Senosetsch, Neumarttl und Kr 0 nau, dann Gu 1 kfeld, Großlaschiz, Ratschach, Mottling und Treffen, und eventuell für. die durch die Besetzung derselben etwa vacant werdenden anderen Stellen im Notariatssprengel Krain, wird hiemit der Concurs ausgeschrieben. Bewerber haben ihre gehörig belegten, mit der Qualisicationstabelle versehenen Gesuche längstens in vier Wochen, vom Tage der dritten Einschaltung dieses Edictes in'die Zeitung gerechnet, Hieher einzubringen. Die Qualificationstgbellen,, Hsilche, genau auszufüllen sind, können bei der gefertigten Notariatskammer behoben werden. Laibach am <4. Jänner > 1H78. K. ü. Rotariatslttllnmer flip Krmn. Pr. Varth. Vnppanz. (71—2) Nr. 21. Kundmachung. Vom k. l. Bezirksgerichte Großlaschiz wird hiemit bekannt gegeben, daß, hie Erhebungen behufs der ' ' Anlegung der neuen Grundbücher in der Katastralgemeiyde Aagorica am 22. Jänner 1878, vormittags um 8 Uhr, in Zagorica beginnen werden, wozu alle jene Personen, welche an der Ermittlung der Besitzverhältnisse ein rechtliches Interesse haben, erscheinen und alles zur Aufklärung sowie zur Wahrung ihrer Rechte geeignete vorbringen können. K. k. Bezirksgericht Großlafchiz am 3. Iän- ner 1878.________________ ' _______ (88—2) Nr. 72. "Kundmachung. Die EinHebung der Hundetaxe für das Jahr 1878, und zwar für jeden Hund ohne Ausnahme, hat mit 1. Jänner l. I. begonnen, und sind die neuen Hundemarken bis längstens 20. Jänner 1878 bei der Stadtkasse gegen Erlag der Taxe pr. 2 st. zu lösen. Mit Bezug auf den H 14 der Vollzugsvorschrift über die Einhebung der Hundetare werden sohin alle Hundebesitzer an die rechtzeitige Entrichtung dieser Taye mit dem Beifügen erinnert, daß vom 21. d. M. an alle auf der Gasse betretenen und mit der pro 1878 bestimmten Hundemarke nicht versehenen Hunde sofort vom Wasenmeister werden eingefangen werden. Stadtmagistrat Laibach am 2. Jänner 187s.