^ »» Mittwoch den 27. Aevmar 1878. IVII. Jahrgaig Vie .Marburg« Zeitung" erscheint jeden Sonntag. Mittwoch und Freitag. Preise — für Marburg ganzjährig 6 fi., halbjährig S fl., vierteljährig 1 fl. tr; sür Sustellun» _ins Hau« monatlich 10 kr. — mit Postversendung: ganzjährig Z fl.. halbjährig 4 fl., vierteljährig Z fl. JnsertionSgebühr 8 kr. pr. Seile. Kkvtscht a«d Sstrrrtichischt Eiftnindastrir aitd Frtihaadtl. Kaum ist seit Aufhebung der deutschen Eingangszölle aus Eisen uno Stahl ein Jahr verflösse»,, und schon machen sich die Einwirkungen diese» Triumphes der delitschen Man-schesterparthei in verhängnibvollster Weise geltend. Der Import englischer und belgischer Waljwaare nimmt ganz ungeahnte Dimensionen an. Die Preise sind aus ein vollkomtnen unverständliches Niveau gefallen, und die bedeutenden, in der deutschen Kotilen- und Eisenindustrie il'vestirten Kapitalien geben nicht nur keine Renten, sondern sind in vielen Fällen als verloren zu betrachten. Die Zahlungsftockung der Rheinischen Stahlwerke in Meiderich bei Nuhrort, eines technisch und tausmännisch vor-hüglich geleiteteii Weltes mit kolossaler LeistlingS' sähigkeit, sowie die Geschäftsberichte und Vi-lanzen der groben Aktiengesellschaften Rheinlands und Westphalens, die das Geschäftsjahr mit dem 30. Juni zu schließen pflegen, geben hiestir die zissermäßige Vegrilndung. Aus diesen Geschästslierichten greifen wir den des „Hölder Vergwerts- l»nd'j^ttttenvereins" heraus, dereine besondere Beachtung verdient, sowol^l wessen per un!)estrei!baren Logik vt'r nakten Ziffern, als wegen der Offenheit und Entschiedenheit, nlit welcher der ja auch in Oesterreich besje»'S bekannte General-Direktor t^es iiereintS, Herr Massenetz, den Aktionären iiber taS Verzloeis' lnngSvoUe der Lage reinen Wein einschänkt. — Bekanntlich ist i^örde eines der gröbten, soli-deslen und destgeleitcten der deutschen Eisenwerke. Bor mehr als 25 Jahren gegründet, hat es sich unter der unifichtigen Leitung des erst vor wenigen Jahren verstorbenen geheime» Kommerzienrathes Wiesenhahn, uild der renom-mirten Techniker Darlen und von Hoff, sowie deren Nachfolger Beitlers und Massenetz zu seiner heutigen Bedeutung empsrgehoben. — Es besitzt eigene Steinkohlenzechen, bedentende Eifensteingrnben in Westfalen, aln Harz, im Siegnerland nnd in Nassau. 8 Hochiifen, ein großes Bessetnerwerk mit 5 Couvertern und ein unfangreiches Pudlings- l»nd Ächweibwerk Nlit neuen kräfligen Walzenstraben und allen nöthigen Hilfswerkstätten. Der Verein steht da» her in Bezug der Rohmaterialien ganz attf eigenen Ftlben, und kann mit den vorhandenen Betriebsmitteln leicht 1'/, Millionen Zeirtner Roheisen, darunter den ganzen Bedarf des Bessemerwerkes und mehr als l Million Ztr. fertiger Waare darstellen. Von dem Werthe der Jintnobilien sind bei einem Aktienkapital von 14V, Millionen Mark bisher nicht weniger als N Millionen Mark abgeschrieben; die Gelv-verhälttnsse waren stets so geregelt, dah der Kredit nur in beschränktestem Maße in Anspruch ge»t0lnmen zu werden brauchte, und alle früheren Krise»» überstand der Verein, ohne die Dividendenzahlungen an die Aktionäre jemals ganz einstellen zu »niissen. Aber tiot» dieser ausgezeichneten Position und trotz der hingebenden Arl>eit eine» im feltetten Grade stalnlen und leistungsfähigen Personals ist das Resultat eines 25jähri^^en Betriebes die Nolhwenvigkeil, daß die Aktionäre auf den gröblen Theil chres eingezahlten Kapitals verzichleil, um die bereits entstandenen und noch zu gewärtigenk^en Verluste zu koinpensiren. Die vorliegende Bilanz schliebt bei einer Erzeugling von 6 l0,000 Ztr. fertiger Waare mit einem Verluste von 907,000 Mark ab, so daß sich also per 100 Pfund un-qefäbr l'/» Mark, oder n'igesälir so viel, als der sltihere Walzeisenzol! betrug, Verlust herausstellt. Mit Rechl legt Herr Massenetz' eiizen be-detileuden Antheil a»l diesem traurigen schästsergebnisse der verfehlten deutschen Handelspolitik zur Last, und sagt uitter Anderem: „Die Arbeit nach detn Anstände ivird der deutschen Industrie entweder wie in Rußland oder Oesterreich dtirch Erhöhung der Zölle, oder wie in Belgieit und England durch kostspielige Maßregeln von häufig prohibitiver Wirkung bei den Submissionen erschwert. Dagegen dient der deutsche Markt als Ablagerungsplatz für die Ueberproduktion des ge-sammten Auslandes, namentlich Englands und Bslgiens. Die ber der früheren deutschen Ge» setzgebung mögliche Remedur, durch Einschrän» kung der einheimischen Produktion ein bessere« Verhältniß zwischen den Selbstkosten und dem VerkausStverth herbeizuführen, ist ganz illusorisch geworden, weil bei der j^ollsreien und noch dazu durch Transittarife begünstigten Einfuhr des attSländifchen Eisens und Stahls, jede durch Reduktion des '?igenen Betriebes angestrebte Besserung von der ausländischen Konkurrenz im Keitne erstickt werden muß." — Es ist kaum einem Zweisel unterworfen, daß die Nothwendigkeit, etwas für die darniederliegende Eisenindustrie zu thun, die deutsche Reichsregierung zu gesetzlichen Schutzmaßregeln, also zur Wiedereinführung des leichtfertig ausgegebenen Schutzzolles veranlassen muß. Vom gegenivärtigen preußischen Mitlisterium und den angenblick'.ich fungirenden Volkvertretungen er« wartet die deutsche Industrie allerdings nicht viel. Von jeher hat man sich in Berlin, be-sonderö in den Nessorts des Handels und der Finanzen, den praktischen Bedirrsnissen der Jtt« dnstrie gegeniiber vornehm ablehnend verhalten. Jtn Neichsrathe aber herrschen noch itnmer die reinen Theoretiker, sowie die Verfechter des deutschen industriellen Ehattvinismus. Jitdessen gegen den Eritst der Lage Helsen keine theoretischen Erörterungen und »nit leeren Pltrasen macht man die feiertrden Arbeiter-schaaren nicht satl, lniirgt nian keilt Feuer i»t di^ kältet» Oesen oder auf die Roste der ruhenden Dampfkessel. Will Deutschland feine Eisen^ illdnstlie, ans die es stolz sein kann, erhalten, so müssen die maßgebenden Faktoren den be- K e u i t t e t o n. Flützt ««d Krost. Von H. Gchmied. (Fortsetzung.) Der erste Schritt. Wettige Wochen sz'äter war ilt d?»n Vor» getnache, welches zu dem Prnnksaale des Residenzschlosses führte, eiue glänzeitde GejeUschasl versammelt. Reich geflickte Beaintenanzüge wechselten lnit prächtigen Soldatetluitiforinen. Zwischen beiden ivurde hier u»rd da der schivarze Frack de» schlichten Bürgers oder der Talar des Geistlichen sichlbar. Der bloße Anblick liefj erkennen, daß eine solche Verfatntnlutig eine außerordentliche Veranlassung haben »nußte. Eine von den Gruppen stand zunächst der EingangSthür in den Thronsaal in einer tilfen Fensternische. Es tvar General Baner init Gras Ächrostenstein nnd dessen Sohn. „Rnit, was sagen Sie zu diesein Alletn, mein Werthester?" begann Lchroftenstein. „Was erwarten Sie voit diesen Vorbereitungen ?" .Ich meine, da« ist nicht eben schwer zn erratheil", eriviberte der Gesragte kalt. Ivird ein Hauptstreich beabsichtigt. Es soll irgend eilte Kundgebung gebet», i»ge»ld ein »weites Ge-setz soll bekannt geinacht werdet»." „Nnd dazu sollen auch die Biirger geladen sein ?" entgegnete Schrossenstein. „Unmöglich kann ich das glauben! Wa» hätte die Rotur«; mit den Gesetzen zu schaffen?" „Was?" lachte Bauer. Haben Sie in den paar Monatet», seitdem Sie das Portefeuille abgaben, alle Staatskunst verlernt? Wissen Sie nicht, daß es jetzt an der Tagesordnung, ehe man den llnterthane»» ein Gesetz gibt, sie fein höflich zuvor zu fragen, ob ihnei» das Gesetz auch gefalle, ob Sie die Güte habe,» wollen, thln zu gehorchen? Die neue Politik kehrt das llnterste zu oberst, daruin ist jetzt der Bllrger die Hauptsache uttd wir Andern alle, Adel. Beamte, Soldaten, sind nur dazu da, dein neumodischen Abgott das Faulbett recht bequetn zu machet». Darutn si»td die Blirger auch heute hier, das Stück könnte nicht gegeben w.rden ohne sie; »vir sii»d blos die Dekoration zu der Kotnödie l" „Cie geben ein treffendes Bild der »leuen Ideen über den Staat", sagte Schroffenstein, gezivungen lächelnd, „und doch denke ich, daß Sie zu fchwarz sehet». Ich glanbe »»icht, daß i^eine D»»rchla»»cht so sehr von dem Gifte dieser Nelteruttgen inflliirt sind, detn Volke so weit» gehetlde gr»tndsätzliche Zugestäi»dnisse zu machen. Er wird einige Verordnungen geben, von denen ina»» viel Lär»n und Ausheben »nachen wird, dabei wird es sein Betvenden lzaben! llnd dann, wie sollte ein Gesetz kotninen, das nicht itn Staatsrathe berathen worden iväre?" „Aber, »nein goldener Ezininister", entgeg« nete Bauer, „»»rerken Sie denn nicht, »vie sehr wir fammt dein Ltaalsrath uberflilssig geworden sind? Der Herzog ist Herr, unumschränkter Herr, »vas soll ihn zwingen, die bisherigen Forinen zu beachten? Sein netter Mi»,ister »st ih»n Staatsrath genug!" „Leider", fiel der jüngere Schroffenstein ein. „leider glaube ich, daß Herr General Recht behalten »verde»». Bei alledem aber hat der gewaltige Elnstuß. den ein so u»»bedeutender Mensch auf einmal gewönnet», et»vas Räthfel» haftest Hat »nan doch ttie zuvor von ih»n gehört !" „Ihr Vater muß ihit kenlten". betnerkte Bauer »»»it unverhehlte»» Spott, „der jttnge Man»» gehörte doch in sein früheres Depar» tement." „Wel»tt attch!" al»t»vortete dieser. „Wer kö»»nte einetn Mi»»ister zum ithen. daß er die Legion von ju»lgen Leuten kennen solll, die a»»-gestellt sein »vollen l Er soll ein paar gute Abhandlungen geschrieben haben. Man hielt ihn gangenen Fehler ehrlich bekennen und schnell helfen, so lange es noch nicht zu spät ist. — (Schluß folgt.) Zur Geschichte des Tages. Die Regientngen haben sich zu Vorlagen über die Fortdauer des Provisoriums auf längere Dauer geeinigt. Die Vertretungen machen sich gefaßt darauf und das Volk muß sich dies Alles gefallen lassen als eine nothwendige Folge gemeinsamen Verschuldens. Die mißachteten Grundsätze der politischen Pflichten rächen sich überall — am fürchterlichsten aber in Oesterreich-Ungarn. Die Negierungskreise in Berlin würden es gerne sehen, daß Oesterreich-Ungarn nicht nur Bosnien und die Herzegowina, sondern auch das ganze Land biszumägäi-schen Meere sich aneignet. Äese Vergrößerung unseres Machtgebietes soll den Frieden sichern und den Schmerpunkt, von welchem Bismarck das bekannte geflügelte Wort gesprochen, noch weiter verlegen — so weit, als die Hohenzoller und ihr Kanzler es wünschen. Die Russen betrachten sich bereits als die Henker auch der österreichischen Polen. Wär' es denn sonst erklärlich, daß trotz Waffenstillstand und Friedensverhandlung Aerzte polnischen Stammes und Staatsbürger Oesterreichs, werkthätige Männer ihrer Wissenschaft, die in türkischen Spitäleril nicht blos Ottomanen, sondern auch kranke und verwundete Russen gepflegt, aus einen Befehl ans Petersburg verhaftet worden und am Galgen gestorben, weil sie Polen waren? Der öster-reichisch-ungarische Generalkonsul und der k. k. Botschafter dort unten haben dazu geschwiegen. Wird der gemeinsame Minister des Aeußeren reden und was wird er durch den Ministerpräsidenten auf die betreffende Anfrage der Polen im Abgeordnetenl)ause antworten lassen? Veriuischte Nachrichte«. (Hohe Politik. Zum Drei-Kaiser-Vündniß.) Eine Berliner Zeitung schreibt: Wie wir vernehmen, wird der demokratische Schriftsteller Dr. Guido Weiß am Montag die gegen ihn in zwei Instanzen verhängte und in der dritten Instanz bestätigte dreimonatliche Fe-stungsstrafe in der ihm von dem Kriegsministerium hiefür angewiesenen Festung Magdebllrg antreten. Man entsinnt sich, daß jene Festungsstrafe wegen Majestäts-Beleidigung über den charakterfesten Schriftsteller verhängt wurde, weil er das Drei-Kaiser-Bündniß einer Kritik unterzogen hatte, respektive weil er ausgeführt hatte, Rußland fände in demselben seinen Vortheil auf Kosten Oesterreichs und eventuell auch deshalb für den Lehrstuhl geeignet, denn er ebenfalls zur Zufriedenheit ausgefüllt haben soll. Das ist Alles, was ich von ihm weiß." vDoch soll er Seiner Durchlaucht schon in Göttingen nahe gestailden sein", erinnerte der Sohn. „Die Beziehungen müssen denn doch nicht so sehr nahe gewesen sein", antwortete der Vater, ^sonst würde ihn der Herzog wohl nicht so lange Zeit gänzlich aus den Augen verloren haben!" „Es ist am Ende sehr gleichgültig", rief der General, „wie er zu seiner jetzigen Stellllng und Macht gelangt ist. Die Thatsache steht fest, er hat sie, und wenn nicht aller Anschein trügt, hat er auch Willen und Muth, sie vollständig zu benutzen." „Aber was thun wir, General?" entgeg^ nete rasch Schroffensteill der Vater. „Können wir allein so müßig zusehet»?" »Das möcht auch ich fragen", silgte der Sohn hinzu. „Was wir thun, m>!ine Herren", fügte der General fpottend entgegen. „Wir benutzen un-fern Ruhestand, um Betrachtungen anzustellen über die Vergänglichkeit alles Irdischen, und nebenbei warten wir, ob nicht auch unsere Zeit wieder kommen wird." „Ah, sieh d«, Herr Gerichtsrath Weber", Deutschlands. Dem Laienverstande mochte es vielleicht schwer sein, da eine Majestäts-Beleidigung herausdeuten zu können — das Gericht hat ihn nun aber einmal verurtheilt. Eine selt« same Ironie des Schicksals will es nun, daß Dr. Guido Weiß gerade in dem Momente seine Strafe antreten muß, in dem Fürst Bismarck felber vor versammeltem Reichstage urdi et orbi erklärt hat, daß eigentlich ein Drei-Kaiser Bünd-niß weder bestehe noch je bestanden habe, wo er selber jenes Wort nicht einmal mehr ge-brauchte, sondern nur von einem Drei-Kaiser-Verhältniß sprach, wo er konstatirte, dasselbe bestehe nur in dem guten Einvernehmen der drei Kaiser und ihrer drei Minister. Guido Weiß aber muß über die Heiligkeit und Unantastbarkeit von Bündnissen — auch wenn es sich hinterher heransslellt, daß dieselben eigentlich gar nicht bestanden haben — drei Monate hindurch in den Festungswerken von Magdeburg seinen Gedanken nachhängen. (Heeresdienst. Oesterreichische Landwehr.) Die Waffenübungen der Landwehr sollen Heuer drei Wochen dauern und werden von den Bataillonen Nr. 1—K0 je 800 Mann einberufen. Die Vorbereitungen zu dieser Einberufung werden bereits getroffen. (Gesundheitspflege in der Schule. Gegen die Bräune.) Der Landes-Schulrath von Nieder-Oesterreich hat den Be-zirks-Schulräthen zur Bekämpfung der häufig auftretenden Bräune folgende Weisung ertheilt: l. Da es möglich ist, daß die Diphteritis durch die Schulen verbreitet werde, so haben die Leiter und Lehrer der Weiterverbreitung dieser Krankheit in jeder ihnen möglichen Weise entgegenzuwirken. Zu diesem BeHufe sind inS-befondere die für Schulen bestehenden Anordnungen in Betreff der Lüftung und Reinigung der Schul-Lokalitäten in erhöhtem Grade zur Durchsührung zu bringen. Ä. Es wird den Lehrern znr Pflicht gemacht, in allen Fällen, in denen sie das Bestehen eines Halsleidens bei einem Schüler ver-muthen. schleunigst dahin zu wirken, daß dieser Schüler den Schulbesuch meide, bis über den Charakter des Halsleidens ein beruhigender ärztlicher Ausspruch schriftlich vorliegt. Z. Es ist den Schülern bekanntzugeben, daß von Seite ihrer Eltern sofort jede ähnliche Erkrankung in der Familie der Direktion angezeigt werden soll, und es wird auch bei dem Ausbleiben eines Schülers wegen Erkrankungen an Diphteritis den übrigen au» derselben Familie die Schule besuchendel^ Kilideri» der weitere Schulbesuch insolange zu verwehren sein, bis nachgewiesen erscheint, daß die Krankheit in der Familie vollkommen erloschen ist. 4. Auffallende Wahrnehmungen über das häufigere Ausbleiben von Kindern aus bestimmten unterbrach der alte Schroffenstein das Gespräch und wendete sich dem Genannten zu, t'er mit unterwürfiger Verbeugung hinzugetreten war. „Wie gehen die Geschäfte? Eine solche Frage," sügte er mit etwas hämisch verzogenem Munde hinzu, „müssen Sie wohl einem Manne zu gute halten, der so lange Jt)r Ehes war und sich an den Müßigang noch nicht gewöhnt hat!" „Eure Exellenz mögen überzeugt sein", ries der Rath. .,dab wir alle Dero Scheiden nicht ohne die tiefste Wehmnth sahen. Was den Dienst betrifft, so geht Alles in gletcheni Gleise sort. Enre Excellenz wissen, daß der Geschäfts, gang ein streng geregelter ist. Der Organismus greift so vielfach und sein in einander, daß es nicht möglich ist, so leichthin, wie vielleicht in andern Gebieten einzugreifen. Es will allerdings verlauten, als habe der weiland Professor, dem die Gnade Seiner Durchlaucht nunmehr das Ltaatsruder anvertraut hat, auch hier allerlei neologische Ansichten und Reformen im Sinne." „In der That? Sie sagen mir da eine Neuigkeit. Und von welcher Art sollen diese Reformen fein?" „Mein Gott", replizirte der Gerichtsrath, „Eure Excellenz kennen ja die Schlagworte, womit man die Einrichtungen des Auslandes nachahmen und die gute alte Theinis von dem Familien, Häiisern oder Straßen sind im Wege der Schulvorstehung im Innern der Stadt an das Stadtphysikat, in den übrigen Gemeindebezirken an das betreffende Gemeinde-Amt anzuzeigen, um das Bestehen von Krankheitsherden in Erfahrung zu bringen. 5. Ist mit Strenge auf Befolgung der bei früheren Epidemien getroffenen Anordnungen in Betreff der Vorlage und Prüfung der ärztlichen Zeugnisse wegen Erkrankung von Schülern und wegen des Wiedereintretens derseliien in die Schule hinzuwirken. 6 Ist in geeigneter Weise zu veranlaffen, daß die Schulvorstehungen von den Diphteri-tis-Erkrankungen der Schüler rechtzeitig in Kenntniß gesetzt werden, wie dies bezüglich der Blattern-Erkrankungen mit dem Erlasse vom 2. Oktober 1872 angeordnet worden ist. 7. Die vorstehenden Maßregeln si,»d auch auf die Privat Schulen, Kinder-Bewahranstalten und Pensionate auszudehnen. (Postwese n.) Nach der amtlichen Statistik über die Posten für 1876 gab es in der Steiermark 292 Postanstalten, von welchen 36 gleichzeitig auch den Telegraphendienst versehen. ^llarburgei. Berichte. Marburger Bezirttvertrewiig. Sitzung vom 23. Februar. Der Obmann, Herr ReichSrathS-Abgeord-neter K. Seidl, theilt der Versammlung mit, datj Herr Alois v. Feyrer seinen Wohnsitz ver-ändert und die Stelle eines Mitgliedes der Bezirksvertretung niedergelegt. Dieser Austritt wird genehmigt. Herr Kokoschinegg, Kaufmann in Marburg, schreibt, daß geschäftliche Verhältinsse ihn bestimmen, aus der Bezirksvertretung zu scheiden. Der Herr Bezirksobmann erklärt, daß gesetzliche Entschlagungsgründe hier nicht vorliegen und wird nach seinem Antrage beschlossen, Herrn Kokoschinegg aufzufordern, er möge fein Gefuch zuriickjiehen, widrigen» ihn eine Ordnungsbuße von hundert Gulden träfe. —- Der Herr Obmann berichtet, daß Herr Dr. zrotzmuth gestorl>en. Die Bezirksvertretung habe an ihm ein pflichteifriges Mitglied, dte Welt einen braveil ehrlichen Menschen verloren. Dem Antrage des Redners, der Trauer über diesen Todesfall durch Aufstehen von den Sitzen Ausdruck zu geben, wird entsprochen. — Die Mittheilung, daß künftig nicht mehr das Stadtamt Marburg, sondern das Steuer« amt die Bezirksumlagen ii» der Stadtgemeinde Marburg einhebt, wird zur Kenntniß ge-nomlnen. — Der Herr Obmann erinnert, daß nach einem Beschluise des Landtage» der Bezirksaus- Sitze verdrängen will, de»» sie seit Jahrhunderten in Ehren behauptet hat. Mündlichkeit! Oeffentlichkeit! Schwurgerichte l Lauter Dinge, die man für neue Erfindui^g ausgibt »nrd die doch nichts sind als Ueberbleibsel aus dem alten ^uro Kerwanieo, durch die Praxis lange antiquirt und als unbrauchbar dargethan." nWas sehen Sie so betroffen und verlegen darein. Gras?" rief hier der General. „Nun werden Sie mir wohl bald Rccht geben, daß nichts auf der alten Stelle bleiben soll? Wir können gehen, uns begraben zu lasseii!" „Allerdings!" sagte der Angeredete mit bedenklicher Miene. „Das wäre die tiefgehendste Veränderung! In dem Rechtsleben eines Volk» lansen alle Wurzeln desselben zusaminen. llnv sind gewichtige Gründe da, welche solche Absichten vermuthen lassen?" ^Jch glaube dies bejahen zn müssen", seufzte der Gerichtsrath. „Der Minister ist ein Tl)eoretiker; solche verfallen gar zu gern der Lust, Versuche zu machen, über die der Prak' tiker lächelt. Die Praxis wird aber nicht deffen stärkste Seite sein." (Fortsej»u>,g folgt.) schub von den Rechnungen der Gemeinden Ein« ficht nehme. Im Ganzen seien diese Rechnungen viel besser, als man allgemein glaubt. In jenen Gemeinden, welche noch Manches zu wünschen übrig lassen, sei wenigsten« guter Wille vorhanden. Auch gebe es noch einige Gemeinden, wo viele Kommissionen und dergleichen aufgerechnet werden. Eine Gemeinderechnung sei gant besonders merkwiirdig und dies sei jene von Rothwein. Diese Gemeinde habe vor einigen Jahren ein Schulhaus gebaut; da ihr das Geld ausgegangen, so habe ein Mann in der Gemeinde 2400 st. vorgeschossen Bei der Prüfung der Rechnung für 187ö habe sich» gezeigt, daß dieser Mann — Herr Michael Wretzl, der Gemeindevorsieher tiber tausend Gulden von diesem Kapital nachgelassen, damit die Gemeinde leichter sortwirthschasten könne. In den Rechnungen sllr 1876 und 1877 finden sich bei dem Reste dieser Schuld keine Zinsen angesetzt; dieselbe sei unverzinslich und nach dem Voranschlage für 1878 sei das Darleihen des Herrn Wretzl wieder auf lS00 fl. gestiegen und seien gleichfalls keine Zinsen einzustellen gewesen. Der Bezirksausschuß erachte es sttr seine Pflicht, diesen seltenen Fall von Opserwilligkeit der Bezirksvertretung mit dem Antrage zur Kenntniß zu bringen, es möge dafür Herrn Wretzl der Dank der Berfalnmlung durch Erheben von den Sitzeü ausgedrückt werden. (Geschieht.) Der Bezirksausschub habe ferner in seinem Berichte an den Landesausschub auch diesen Fall erwähnt und sei dem Bezirksausschuß nun ein Schreiben des Landesausschufses an Herrn Wretzl zugekommen mit dem Austrage, es demselben zu übergeben — wahrscheinlich enthalte dieses Schreiben eine Anerkennung. Es wäre allen Gemeinden zu wünschen, solche Borsteher zu haben. — Die Versammlung schreitet zur Verhandlung der Tagesordnung und da der Herr Obmann über mehrere Gegenstände zu berichten hat, übernimmt während der Berathung über dieselben den Vorsitz der Obmann-Stellvertreter Herr Joh. Girstmayr 3 Der Voranschlag wird nach dem Entwürfe des Bezirksausschusses (Berichterstatter Herr Obmann Seidl) angenommen. Die Einnahmen betragen b594 fl. 43 kr., die Ausgaben 26.ö57 fl. b3 kr.; der Abgang — IS,963 fl. 10 kr. — wird durch eine Umlage von9Perz. aus die direkten Steuern sammt allen landes-sürstlichen Zuschlägen gedeckt, welche Umlage l 9,980 fl. 36 kr., sonlit einen Ueberschuß von 17 fl. 26 kr. ergibt. — Die Prüfung der Bezirksrechnungen sür 1876 und 1877 wird den Herren: Anton Fetz, Mathias Löfchnigg und Dr. Schmiderer übertragen. (Berichterstatter Herr Obmann Seidl.) An die Stelle des Herrn A. von Feyrer wird Herr Johann Girstmayr K. zum Mitglied des Bezirks-Schulrathes gewählt. (Berichterstatter Herr Obmann Seidl) — Herr A. Wiesinger berichtet über hie Ver« Handlungen, betreffend die Fortsetzung des Baues der St. Jatober Bezirksstraße. Dieser Bau l)at im Jahre 1870 begonnen. Bon der Ursprünge lich geplanten Länge (zwei Meilen) ist nun die Hälfte vollendet, nämlich die Strecke von Fiedler bis zum Hudetz und betragen die Kosten 24,000 fl. Auf ein Gesuch des Bezirksausschusses an den Landesausschuß hat letzterer einen Beitrag von 12000 fl. in jährlichen Raten zu je 2000 fl. bewilligt; 6000 fl. sind bereits bezogen worden. Die Bezirksausschüsse von Marburg und Mureck haben sich geeinigt, über die Fortsetzung des Baues Pläne und Koslenüberschläge ausarbeiten zu lasten, welche aber noch nicht vorliegen. Die fraglichen drei Vauloose haben eine Länge von sechstausend Metern. Den Be-zirk Marburg würden 20,000 fl. treffen, wenn aber der Landessond die Hälfte der Kosten übernimmt — nur 10,000 fl. Nach dem Antrage des Bezirksausschusses wird dieser Bericht zur Kenntniß genommen. Der Gemeinderath von St. Jakob spricht in einem Schreiben an die Bezirksvertretung seinen verbindlichsten Dank aus sür den Bau dieser Straße. (Kortsetzung folgt.) (Ersindun g.) Herr Konrad Prosch in Marburg hat bekanntlich einen „Tamburir-Zier- stich- und Stickapparat" für Howe-Nähmaschi« nen erfunden und dafür ein Patent in Oesterreich und Ungarn erworben. Dieser Apparat zeichnet sich durch seine einsache Konstruktion aus, ist sehr billig und häufen sich die Bestellungen immer mehr. Herrn Prosch ist es nun gelungell, denselben auch an Wheeler und Wilson« und Singermaschinen anzubringen, ohne an letzteren eine Umänderung vornehmen zu müssen. Jede beliebige Stickerei und Näherei läßt sich mit Hilfe dieses Apparates ausführen und können Musterarbeiter in der Nähmaschinen-Auslage (obere Herrengaffe) brstchtigt werden. (Begräbniß.) Montag Nachmittag 2 Uhr wurde in St. Leonhardt Herr Johann N. Spitzy j., Hauptmann der dortigen Feuerwehr, begraben. Die Theilnahme der Bevölkerung am Leichenzuge war außerordentlich groß, da der Verstorbene sich der allgemeinsten Achtung erfreute. Als Vertreter der benachbarten Feuerwehren hatten sich eingefunden: von Marburg 12 Mann, von Pettau 16, Dreifaltigkeit 10 und Straß 3 Mann. (Selbstmord.) In Cilli hat sich der Aichmeister Anton Palos erschoffen. Die Beweggründe sind noch unbekannt. (Landtags-Kandidaten der Handelskammer.) Nach einer Besprechung über die LandtagS'Wahlen haben Mitglieder der Grazer Handelskammer beschloffen, ein Maildat einem Mitglied aus dem Unterland zu übertragen und hiesür die Herren Kajetan Pachner und Julius Psrimer in Aussicht zu nehmen. Am Freitag Abends findet eine ziveite Besprechung (Graz, Gasthos „zum Erzherzog Johann") statt, um beiden Herren Gelegenheit zu ihrer Kandidatur zu geben. (Landwirthschaft. Pflanzen der Obstbäume und Rebschnitt.) An der Weinbau-schule findet die erste der angekündigten ösfent-lichen Demonstrationen über Obst- und Weinbau nächsten Samstag den 2. März statt und wird sich auf das Pflanzen der Obstbäume und den Nebschnitt erstrecken. (Zur Landtags - Wahl.) An» 10. März wird in Pettau eine Wählerversammlung stattfinden, in welcher der Grazer Advokat Herr Dr. Kosjek als K Umlage auf die direkte» Steuern sammt allen landesfürstlichen Zuschlägen beschlossen. 2. Zur Prüfung der Bezirkökosten-Rechnungen pro 1876 und 1877 wird ein Comitv von 3 Mitgliedern und in dasselbe die Herren Anton Ketz, Mathias Löschnig nnd Dr. Iotef Schmiederer gewählt. 3. An Stelle de» ausgetretenen Herrn Alois Edlen von Keyrer wurde Herr Johann Girstmayr sen. zum Mit-gliede des Lezirksschulrathis Marburg gewählt. 4. Der Bericht des Bezirksausschusses über den Stand der Verhandlungen des FortsetzunaSbaueS der St. Iakober LezirkSstrahe Klasse wird genehmigt. 5. Die Leistung eines Beitrages von S21 fl. S kr. zur Verlängerung des Leitwerkes am linken Ufer unterhalb des Täublin^r'Draudurchstiches wird nachträglich genehmiget. 6. Die Platfcher Bezirksstraße ist in der Strecke vom vulgo Barmetler bis znr Platscherbrücke auf eine Breite von 6 Meter zu verschmälern. 7. Der Bericht des Bezirksausschusses über die den Gemeinden Unterkötsch, Oberkötsch und Lachern zur Wiederherstellung der durch den Wolkenbruch vom IS. August v.J. zerstörten Gemeindestraßen aus Landes- und Bezirksmitteln zuaeficherten Unterstützunge» wird genehmigend zur Kennt, niß genommen. 8. Die Bezirksvertretuug schließt fich den behufs rascherer Durchführung der Murregnlirung von der Murre-gulirungskommission eingeleiteu Schritten an. 9. Die vom Bezirksausschüsse im Herbst 1877 be-Hufs möglicher Hintanhaltung von weintraubendiebstählen getroffenen Maßregeln werden genehmiget. 10. An das k. k. Justizministerium ist eine Petition zn richten, dahingehend, die nach gegenwärtigem Stande der einschlagigen j^setzlichen Bestimmungen ganZ zwecklose Zn-stellnng von Rubriken ülier bewilligte vrealexekutionen an Bezirksausschüsse, Ortsschulräthe und jkirchenkontnrrenz. ansschüsse aufzuheben. 11. An das k. k. Finanzministerium ist eine Petition ^ richten, dahingehend, den k. k. Steuerbehörden die Borschreibnng eines Vebkhrenäquivalentes vom Erträgnisse des Jagdrechte der Gemrinden zn untersagen. 12. An den steierm. Landesausschuß ist fich mit der Bitte um Veranlassung zu wenden, daß Strafbeträge, Armenperzente i». s. w. nicht, wie es noch vielfältig geschieht, den Pfarrarmeninstituten, sondern den geftßlich dezugsderechtigten und mit der Pflicht der Armenversorgung belasteten Armensonden der Gemeinden ausgefolgt werden. 18. Der Bezirksausschuß wird beauftragt, die Bildung einer Konkurrenz zum Zwecke der Erhaltung des von der Gt. Leonharder Bezirksstraße I. Al. in der Gemeinde Peßnitzhofen abzweigenden, dnrch die Gemeinden Peßniß. Hofen und Ranzenberg führenden und in letzterer Gemeinde tt, die Wien-Triester Kommerzialstraße einmündenden Fahr« Weges zu versuchen und hierüber i» der nächsten Bezirks« vertretungSsttzung zu berichten. 14. Der Gemeinde Zellniß an der Drau wird die Bewilligung zum Verkaufe eines, ISS lH" messenden Theile« von der Parzelle Rr. S94/o in Gerstorf ertheilt. 15. Nachbenannten Gemeinden wird die Bewilligitng er-theilt, zur Deckung der Erfordernisse pro 1378 höhere Gemeindeumlagen einznheben, alS: Bergenthal 46, Franheim 43, Rußdorf, Johcknnesberg, Brunndorf und Jellovetz je 40, Tresternch und Lvka je Lb, Skoggen 32, Zirknip, St. Egydi, Dobren^ Kretzenbach, Zmollnia, GamS, Aeistrij» bei Kaal, Lobnitz, Rotbwein, Mariarast, Roßbach und Pickern-dorf je 80, Giemen 25, Walz, WolfSthal nnd Pijllitschdorf je 25°/, i ferner wird der Bezirksausschnß ermächtiget, den Gemeinden Kumen, Rantsche und Rottenberg die Bewillignng znr Einhebung höherer Gemeindeumlagen pro 1876 dann zu ertheilen, wenn dieselben die Rothwendigkeit dieser Um-lagen in legaler Form werden nachgewiesen haben. Bezirksausschuß Marburg am 2S. Feder 1878. Konrad Seidl, Obmanu. Nr. 1759. (219 Kundmachung. Vom Stadtrathe Maiburg wird hiermit zur allgemeinen Kenntnih gebracht, daß ftr die im Jahre 1858 grbortnen, zur HeereSergäuzung pro 1878 in der I. AlterStlajse zur Stellung Berufenen des Stadtbezirkes Marburg die Losung am Mittwoch den s. Marz 1878 Vormittags um 10 Uhr im städt. Rathhause vorgenommen wird, und eS können die Stel» lungSpflichtigen, deren Eltern oder Angehörige daran persönlich Theil nehmen. Marburg am 25. Februar 1878. Der Bürgermeister: Dr. M. Reiser. Eine Wohnuog mit 2 Zimmern und Küche ist sogleich zu beziehen Anfr^e bei Frau Josefine Holzer, landgasse Nr. 8._ Wie. (221 S«u wlä Srwwoot zu verkaufen: (188 Pobkrscherstraße Nr. 14 neu. Maröurger Rännerge^ang-^erein. Gamst«g de« MSrz I8V8: Faschiilgs-Liedettastl des hiesigen Männergesang-Vereines unter der Mitwirkung des Streichorchesters der Mbaha-Wtrkfliitttll Maßkkaptllt in der (220 Casino-Restamation. 1. Sängerbund, Chor von Becker. 2. Erster Vrtef, von Koch v. Langentreu. 3. Gerenade, Polka Mazur von Ed. Slrauß. 4. Lieder (Couplets). ü. Liebesglück, Polka srangaise v. Ed. Kremser. 6. Erleuköaig, Soloqlmrtett von Koch von Langentreu. 7. Walzer, .»Bei uns z' Haus", von Johann Strauß. 8. Narren-Ouadrttte, von E. S. Engelsberg. Ektree str Vichtnitglieder SV kr. pr. Perfta. Kassa-Eröffnnng V-8 Uhr. — Anfang 8 Uhr. Nr. 1730. Kundmachnng. (213 Die Rechllungs-Abschlüsse des Gemeiildc-Haushaltes und der Geineindemlstalten sitr das Jahr 1877 werden in der Stadtamtskanzlei am Rathhause Nr. 96 zu Jedermanns Einsicht vom 25. Februar bis ^10. März 1878 aufgelegt. Was hiermit zur allgemeinen Kenntniß gebracht wird. Stadtrath Marburg am 22. Februar 1878. Der Bttrgertneister: Dr. M. Reiser. Lizitation. (AI 5 Mit BewlUigtlng des k. k. Bezirksgerichtes Marburg linteS Drauuser ais Abhandlungsbe' Hörde — findet am A. März l. I. Vormit« tags 9 Uhr im Hause dlS Erblassers, Stadt, Casino-Gaffe Rr. 8 — die freiwillige gerichtliche Berauherung der Einrichtungsstücke, Wäsche. Kleidung, Weine und anderer Fahrnisse gegen Baarzahlung statt, wozu Kauflnstige höflichst eingeladen werden. Marburg am 24. Februar 1878._ «ogkeich z« »erpachte« »der z« »erVaitfe» ist wegen Domtzilveränderung ein schönes und bequemes HauS in Cilli, Grazergaffe Nr. 87, für ein jcdeS Geschäft geeignet, bestehend auS 2 großen VerkausS-Gewölben, 12 Zimmern sammt Zugehör, Pferdestall, Wagenremise, Magazin, Keller, Selchküche; inmitte der zwei Höfe besteht auch noch ein HauS und anstoßend ein schöner Gemüsegarten sammt vielen edlen Weinreben. Auskunft beim Eigenthümer daselbst. (216 Kintadung ^ V zur XIV. Geueralverfammlung des AuskilMK-Vemnt»^ P Mmdurg. welche Donnerstag den ÄU.^Debruar 187^) um 7 Nhr Atiends im Eafino-Speisesaale^ stattfinden wird. Tagesordnutlg: I. Borlage des Rechnungsabschlusses für daS Jahr 1877. Z. Anträge iiber die Verwendung des Gewinnes 3. Bestimmnng de» höchsten Betrages, zu dem Darlelien gegeben werden. 4. Anträge der Mitglieder. 5. Wahl eines RechnungS-RevisionSausschufseS von drei Mitgliedern. 6. Ansscheidnng eines Drittl)eilS des AussichtSratheS ndn Steuwahl desselben. (L1I _Die Vereinsleituug. ZVti schöllt Pstrdt um ». 4OO.—, zlvei halbgeorckte VÜAS»» dann mehrere hundert Zentner USi» und verkauft 193) .Rv». V « r » n » v l K Samstag den 2. März 1878 trifft hier die rühmlichst bekannte bestehend au« 5 Personen (2 Damen, 3 Herren) ein, welche Sonntag den S., Mßutag den 4. und Dienstag den 5. März in den Salon-Lokalitäten der Lötz'svkon Vivilmll« vovosrtO veranstalten wird. Joha»» Jernreiter, 218) Restaurateur. G«lUQ>» «»» K. mitr» 18k4ei' kromvWv, ss-^/s -w- Haupttreffer sl. soo,00« S. IVIKr» UteliRinK! kB.' /^nnen t.«», vv Haiptreffer Ivos, SSV. t0v ,r. Stick Dukaten in S«ld. Sank- nnd Wtchsltrgeschäst 178) »Ivk. _Marburg, H,rrc»«affe 17. Heute V-8Uhr. Warnung. Gefkrtigter zeigt hiemit einem ?. I. Publikum folvie seinen geehrten Kunden an, daß er den in seinem TetvölbSlokale beschästigten Arbeiter Josef Novak am 24. d. M. sofort entlassen, und ersucht, denselben weder Geld noch Waare auf meinen Namen zu verabfolgen, da ich hiefür nicht Zahler bin. Achtungsvoll (222 __Kletdermacher. Vi» g»lde«eO vhrgehSnge wurde auf dem Wege vom Domplatz bis zum Bahnhofe verloren. Der redliche Finder wird e»sucht, daSsclbe gegen gute Belohnung im Hause Nr. 6 am Domplatze abzugeben. Ei» schii «Wrlt« Zim«» u ei« ge»ä«migeS GewSlbe sirid am Domplatz Nr. « sogleich zu vergeben._ (167 verantwsrtlil^e Steoattio», Drnck und Verlag »»n tRduard Sanschitz in MSbel Itgt« Natmihliiligtii. Jlilstrirte PreiSrourante gratis. von Bg«az «rs«, Wie«, Stadt, Biickerftraße Nr. l. Rebmannstelle. ' An der Lande!?- Vbst urid Weinbauschule zu Marburg ist am 1. April d. 3. die Rebmannstelle im Burgwald mit einem JahreSgehalte von 500 fl. O. W. freier Wohnung u. Beheizung zu besetzen. Die Bewerber haben ihre Kenntnisse im Obstbau, Weinbau und Kellerwilthsch.,ft im Allgemeine«, sowie die Fähigkeit, Andere in diesetl Kulturzweigen anzulernen, durch glügnisse zu belegen und ihre Gesuche bis 20. März d. I. au die unterzeichnete Direktion einzureichen. Der Rtbmann kann verheiratet sein. —^ Kenntniß der deutschen u. slovenischen Sprache ist nothwendig. Marburg am 3. Februar 1878. Kie Pirektisn der Landei-Vbst a. Weial»a«sch«lt. R schön möblirteS Aimmev (auch ohne Möbel) ist am Bnrgplatz zu ver. gche». Anftagen in der Speurei-Handluna des M. Verdajs. <19»