MITTHEILUNGEN des historischen Vereines für Krain im Februar 18S8. Nedigirt vom IS,-. ¥. F. Mimi. V rreins - Secrctär und Geschäftölcitcr it. ic. W e r r ch t liter die am 15* Februar 1833 abgehaltene 3a$resuerfamin{tmg bes historischen Vereines für Ärain. 38orsitzendcr: P. T. Herr 91 nt on Freiherr v. Codelli zu Fahnenfeld, Dereins-Dircctor re. Gegenwärtig die Directions - Mitglieder: Herr Dr. 93. F. Klun, Vereins -Secretär u. Geschäftöleiter: ,, Elias Rebitsch, einer. Gymn. Präfect u. Professor; ■i Johan» Poklukar, k. k. Professor; und die wirklichen Mitglieder: Herr J. Babnik, Privatier; „ I. Bla s nig, Buchdrucker; „ H. C o st a, k. k. Oberamts-Director; „ Th. Elze, evang. Pfarrer; „ A. Globozhnik, k. k. Gymn. Professor; „ A. I ell ouschek, Vereins-Custos; „ C. Melzer, k. k. Gymn. Professor; „ Z. Novak, Domherr und Seminar-Director; I. Rau tu er, k. k. Catastral-Schätznngs-Jnspector; „ Dr. E. Stöckl, Stabt-Phyncuö; „ I. Str it t a r, Stadtpfarr- Cooperator; „ M. Svetlizhizh, Pfarrer a. d. Vorstadtpf. St. Peter; „ G. Bolz, Spiritual am f. b. Seminar. 1. Der Herr Vereimö-Director eröffnet die Sitzung mit nachstehender Ansprache an die Versammlung: Meine Herren! Dem §. 23 der in der allgemeine« Versammlung vom 27. November 188-1 genehmigten Statuten des historischen Vereines für Krain gemäß, hat die Vereins-Diiectio» in der allgemeinen Versammlung den Bericht über ihr Wirken im vergangenen Jahre zu erstatten. Vernehmen Sie hiermit die Resultate unserer Geschäftsführung im Jahre 1832, welche leider nicht der Art sind, wie die Direction sie im Interesse des Vereins selbst gewünscht hätte, deren Ursachen jedoch sicher nicht in dem ernsten Willen der Direction, sondern theils in den Zeitverhältnissen, theils, ich muß es mit Schmerz, aber offen aussprechen, in der geringen Unterstützung von Seite der Vereinsgliedcr zu suchen ist. Im Jahre 1851 bestand.unser Verein aus 285 Mitgliedern, deren Gesammtbeitrag in die Vereinscasse 727 fl. betrug. Im verflossenen Jahre 1852 hat sich die Zahl der Vereinsgliedcr auf 204, der Beitrag derselben auf 593 fl. vermindert. Spätere Vorträge werde» Sie über die Verwendung der in den Jahren 1851 und 1852 eingezahlten Beiträge in die Kenntniß setzen, soivie auch das pro 1853 zusammengestellte Präliminare zeigen wird, welche Einnahmen und welche Auslagen nach dem strengsten Erforderniß zu erwarten sind. Was unsere Sammlungen betrifft, so stellt sich der Stand derselben in Folgendem heraus. Im Jahre 1851 zählte die Vereins-Bibliothek 3296 Bände. Zugewachsen sind im Jahre 1852 80 Bände, es ergibt sich somit für das Jähr 1852 eine 'Anzahl von 3376 Bänden. Diese Vermehrung resultirt beinahe einzig aus dem, mit den historische» imb gelehrten Gesellschaften in Deutschland eingeleiteten Schriftentausch, da die mißlichen Verhältnisse der Vereinscasse den Ankauf von manchen wünschenswerthen Werken nicht gestattete. Die Zahl der Urkunden ist von 1326 auf 1400 gestiegen; auch an Münze» hat sich eine Vermehrung, jedoch nicht von Bedeutung ergeben. Die Mittheilungen des historischen Vereins haben int Laufe des Jahres 1852 keine Unterbrechung erlitten, was wir der aufopfernden Thätigkeit unseres Geschäftsleiters, des Herrn Di-. Klun, zu verdanken haben. — Derselbe hat neuerlich einen eben so rühmlichen als nachahmnngsmürdigen Beweis seiner Liebe für den Verein und dessen Interessen durch die Herausgabe des I. Heftes des „Archives für die Landesgeschichte des Herzogthums Krain" gegeben, dessen Reinertrag er zum Vortheile des'Vereins-Fondes bestimmte. Die Direction konnte und durfte eine dankbare Anerkennung seines uneigennützigen Bestrebens mittelst einer Zuschrift an denselben nicht unterlassen. Es ist der Direction gelungen, von der gegenwärtigen Besitzerin deö Gutes Lustthal, der Frau Gräfin von Attems, die Zustimmung zur Durchforschung und Benützung des eben so reichhaltigen, als werthvollen Lustthaler Archives zu erlangen. Da dasselbe viel Merkwürdiges für die Geschichte Krains enthält, so behalt sich die Direction bevor, seinerzeit das Interessanteste im Wege der Mittheilungen zur Kenntniß der Vereinsmitglieder zu bringen. Der in der allgemeinen Versammlung vom Jahre 1881 zum Directions - Mitglieds gewählte Herr Or. Anton Jarz hat mittlerweile eine andere Bestimmung erhalten. Nach dem §. 16 der Vereins - Statuten hat alljährlich ein Directions-Mitglied, welches durch das Loos bestimmt wird, auszuscheiden. Sie werden demnach die Wahl zweier Directions- Mitglieder vornehmen. Zum Schluffe noch ein Wort an Sie, Verehrte. Ist es Ihr Wunsch und Wille, daß der Verein fortbestehe und gedeihe, daß er das sich vorgesteckte Ziel erreiche, so unterstütze Jeder nach Kräften die Direction, deren Bemühungen sonst erfolglos bleiben müsse». Es geschehe dieses entweder durch Geldbeiträge oder durch Lieferung von Aufsätzen, oder durch Sammlung von Urkunden und anderen Materialien, oder durch Gewinnung neuer Mitglieder int Kreise seiner Bekannten, oder auf sonst andere Weise. Nur vereinten Anstrengungen kann das gelingen, woran die Kraft des Einzelnen erlahmt. Darum, meine Herren, muß ich nur die dringende Bitte, die ich alljährig wiederhole, auch heuer Ihnen an s Herz legen: lassen Sie uns vereint wirken, zu Nutz und Frommen, zur Ehre unsers theuern Krain! 2. Der Vereins - kassier, zugleich Directions-Mitglied Herr Prof. Johann Poklukar, erstattet folgenden B e r i ch t über beit Vermögensgnni ico historischen Vereins für Ärnin uni dessen (Stimmig int Laufe der SoUirjahre 1S5I uni 1852. Nach §. 28 der Vereins - Statuten soll alljährlich vom Vereins-Cassier die documentirte Rechnung vorläufig der Direction zur Prüfung vorgelegt, und in der allgemeinen Jahresversammlung sämmtlichen P. T. Herren Mitgliedern zur Einsicht unterbreitet werden. Demgemäß wird nun der Rechnungs-Abschluß abgesondert zuerst I. Für das Jahr 1851. mit Hinweisung auf das Geld-Journal, die Vereins-Matrikel und das Crhibiten-Protocols, woraus sich jedes Vereinsmitglied von der ziffermäßigen Richtigkeit selbst die Ueberzeugung verschaffen kann, mit nachstehenden Bemerkungen zur Kenntniß der P. T. Herren Vereinsmitglieder gebracht. Im Jahre 1851 zahlte der. Verein 253 wirkliche Mitglieder, welche an subscribirten Beiträgen die Summe von 727 fl. 20 kr. in die Vereinscasse zu zahlen hatten. Davon wurden jedoch bis zum Schluffe des Jahres 1851 nur 250 fl. bar cinbezahlt, 477 fl. 20 kr. aber verblieben int Ausstände. Wenn man nun zu dem vorgeschriebenen Jahreseinkom- men pro 1851 pr.......................... 727 fl. 20 kr. die in diesem Jahre berichtigten rückständigen Jahresbeiträge, u. z.: für das Jahr 1847 mit 8 fl. — kr. n n a 1848 „ 32 „ 40 „ „ „ „ 1849 „ 48 „ 25 „ „ „ „ 1850 „ 241 „ 35 „ zusammen im Betrage von 330 „ 40 „ finer die an Beiträgen pro 1845, 1846, 1847, 1848, 1849 und 1850 noch ausständigen ............................. 747 „ 55 „ und den baren Cassarest pro 1830 pr. . . 91 „ 28 „ hinzurechnet, so ergibt sich mit Schluß des Jahres 1851 ein Gesammteinkommen des Vereines mit............................. 1897 fl. 23 kr. Die Summe der Ausgaben betrug 365 fl. 22 kr. und erwuchs aus nachfolgenden einzelnen Rubriken: a) für Porto, Beleuchtung, Kanzlcierfor- deruiffe re.............................26 fl. 58 kr. b) für Diplomsstämpel...................... 2 „ 15 „ c) Druckkosten und einige Werke . . . 135 „ 19 „ (1) Buchbinderarbcit.................... 6 „ 20 „ e) Beitrag zu den Kosten einer Reise des gewesenenMuseal-Custos Freyer nach Jnnerkrain............................. 10 „ — „ f) als Custos-Honorar.....................120 „ — „ g) n Dienerlohn...........................48 „ — „ li) für Brennholz zur Beheizung der beiden Vereinszimmer...........................16 „ 30 „ Summe der Aufgaben wie oben 365 fl. 22 kr. Vom Activstande pr................... 1897 fl. 23 kr. der Passiv stand pr...................... 365 „ 22 „ abgezogen, ergibt den Activrest pro 1851 mit 1532 fl. I kr. und nach Zuschlag des reelcn Werthbetrages der in den Jahren 1846, 1847 und 1849 eingewechselten Münzen pr................ 262 „ 52 „ die Activsumme pro 1851 mit .... 1794 fl. 53 kc. wovon jedoch mehrerepro 1845,1846,1847, 1848, 1849, 1850 und 1851 ausständige und uneinbringliche Jahresbeiträge von Mitgliedern , die entweder gestorben sind, oder bereit Aufenthaltsort unbekannt ist, oder die entweder offen oder durch stillschweigende Verweigerung der Zahlung, indem sie auf die dießfälligen schriftlichen Erinnerungen von Seite der Direction keine Antwort gaben, aus dem Vereine ausgetreken sind, in dem bedeutenden Betrage von.......................716 „ 5 „ in Folge Directionsbeschlusses abgeschrieben werden mußten, wornach sich mit Schluß des Jahres 1851 die Activsumme auf . . . 1078 fl. 48 kr. vermindert, welche ihre Bedeckung findet: in dem baren Cassareste pro 1851 pr. . . 302 fl. 16 ft. in dem rasen Werthbetrage der eingewech- selten Münzen pr..................... . 262 „ 52 „ in Rückständen pro 1849 ................. 12 „ — „ „ „ „ 1850 ................... 161 „ 20 „ „ „ „ 1851 ................... 340 „ 20 „ Zusammen gleich der obigen Activsumme pr. 1078 fl. 48 kr. II. Für das Jahr 1832. In diesem Jahre sank die Zahl der Vereinsmitglieder herab auf 204 und die Vorschreibung der Jahresbeiträge betrug nur noch 593 fl., woran im Laufe des Jahres 338 fl. 40 kr. einbezahlt, 254 fl. 20 kr. aber mit Schluß des Jahres noch int Ausstande verblieben. Zu der Vorschreibung der Jahresbeiträge pro 1852 pr...................... 893 fl. — kr. den Erlös für 6 Jahrgänge Mittheilungen 3 „ —- „ dann die in diesem Jahre berichtigten rückständigen Beiträge u. z.: für das Jahr 1849 . 9 fl. — kr. „ „ „ 1850 . 57 „ 30 „ „ „ „ 1851 . 174 „ 40 „ in dein baren Cassareste pro 1852 pr. . . 361 fl. 10 kr. in dem reden Werthbetrage der eingewechselten Münzen..................... 262 „ 52 „ in Rückständen pro 1849 ............... 3 „ — „ „ „ 1850 ...... 103 „ 50 „ „ „ 1851 165 „ 40 „ „ „ 1852 254 „ 20 „ Zusammen gleich obgiger Aetivsumme pr. . 1150 fl. 52 kr. Von dem baren Cassareste ist ein Betrag von 100 fl. seit dem Jahre 1845 bei der hiesigen Spareasse angelegt, wovon die Interessen noch nicht behoben wurden. Die Auslagen pro 1851 sind mit 36 Stück, und jene pro 1852 mit 42 Stück Quittungen und Empfangsbestätigungen bedeckt, welche, wie die Geldjournale mit den Rechnungsabschlüssen, zur gefälligen Einsicht der Herren Vereinsmitglieder hier vorliegen, und es steht nach §. 29 der Vereinsstatuten jedem ?.'17 Herrn Mitgliede frei, während der nächsten acht Tage seine dießfälligen Bemerkungen schriftlich der Direction vorzulegen. Laibach, den 14. Februar 1853. •loll. E’nliliikii9-. Ausschußmitglied n. Vereinscasster. Zusammen . 241 „ 10 „ ferner die Rückstände au Beiträgen pro 1849, 1850 und 1851 mit.................. 272 „ 30 „ und den baren Cassarest pro 1851 pr. . . 302 „16 „ hinzurechnet, ergibt das Gesammtguthaben des Vereins pro 1852 mit . . . . 1411 ff. 56 kr. Die Ausgaben betrugen in diesem Jähre 523 fl. 56 kr., und entstanden aus folgenden einzelnen Posten: a) auf Porto, Beleuchtung, Kanzlererfordernisse te................................ 43 fl. 30 kr. b) auf Diplonisstänipel c) „ Drucklegung der Mittheilungen pro 5 „ 30 „ 1851 und angekaufte Werke . . . 205 „ —- „ d) Lithographien . 72 „ — „ e) Buchbinderarbeit 14 „ 18 „ s) Schlosserarbeit ....... 1 „ 20 „ g) Beheizung . . 16 „ 18 „ Ii) Custos-Honorar 120 „ — „ : i) Dienerlohn Zusammen die bereits angegebene Summe der 48 „ — „ Auslagen pro 1852 pr 523 fl. 56 kr. Wird sohin vom Activstande pr. . . 1411 fl. 56 kr. der Passivstand von ........ 823 „ 56 „ abgezogen, so bleibt ein Activrestpro 1852 von und mit Zuschlag des als unverzinsliches Activ-capital anzusehenden reelen Werthbetrages der in den Jahren 1846, 1847 und 1849 888 fl. — fr: eingewechselten Münzen pr 262 „ 52 „ die Activsumme pro 1852 pr. .... welche ihre Bedeckung findet: 1150 fl. 52 kr. 3. Der obgenannte Hr- Vereinscassier legt sodann vor das Präliminare über die Empfänge und Äuogaticn des historischen Vereins für Lrain für das Sotarjahr J853-Empfänge: 1. An barem Caffareste vom Jahre 1852 . 361 fl. 10 kr. 2. an Activrückständen................. 526 » 50 ,> 3. an currenten Beiträgen von 205 Mitgliedern, welche der Verein mit Beginn des Jahres 1853 zählt................... 573 ,, 30 » Summe der anzuhoffenden Empfänge . . 1461 fl. 30 kr. Ausgaben: 1. Auf Pafstvrückstände für Druckkosten der Mittheilungen im Jahre 1852 . . . 172 fl. 52 kr. 2. Druck- und Lithographiekosten für 1853 200 >, — » 3. Kanzleierforderuisse ...... 30 „ — » 4. Postporto..........................20 » — » 5. Buchbinderarbeit...................16 „ — » 6. Beheizung der Vereinslocalitäten . . 16 „ — » 7. Custos-Honorar.....................120 » — » 8. Dienerlohn.........................48 „ — » 9. Zeitschriften (Laib. Ztg., Novice, Dresd. Correspondenzblatt)...................10 „ 48 }> 10. Unvorhergesehene Auslagen . . . ._______5 » ■— „ Summe . 638 fl. 40 kr. Wenn von dem Empfange pr. . . . 1461 fl. 30 kr. abgezogen werden die Ausgaben pr. . . . 638 „ 40 ;? so zeigt sich am Ende des Solarjahres 1853 ein anzuhoffender Ueberschuß von . . . 822 fl. 50 kr. Laibach, am 14. Februar 1853. Joli. PoUlukar, Ausschußmitglied u. Vcreinöcasstcr. 4. Der Geschäftsleiter und Vereins - Secrctär, Herr Dr. V. F. Klun, hält den Vortrag litiüglid) des Einschreitens für das weitere Äestchen des historischen Vereines für Ärain. In Folge kaiserlichen Patentes vom 26. November 1852, wodurch neue gesetzliche Bestimmungen über Vereine angeordnet worden, und mit Hinblick aus die §§. 2—9 und §. 28 des gedachten a. h. Gesetzes hat die Direction des bestehenden historischen Vereines die Obliegenheit, bei der h. Staatsverwaltung lim das Fortbestehen desselben einzuschreiten, und unterbreitet das dießfällige Ansuchen der verehrten anwesenden Gesellschaft zur gefälligen Kenntnißnahme. Hohe k. k. Statt-halterei für Krain! Se. k. k. apostolische Majestät Ferdinand I. haben mit o. h. Entschließung vom 29. April 1843 die Bildung eines historischen Vereines für die inner-österreichischen Provinzen Steiermark, Kärnten und Krain mit eigene» Statuten, von denen sub 1 ein Eremplar beiliegt, allergnädigst zu genehmigen, und Se. kaiserl. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Johann nit die Spitze des Vereines als Präsidenten zu stellen geruht. Nach dem Laute der a. h. genehmigten Statuten war die Hauptaufgabe des Vereines, für die Erhaltung und Aufhellung der Geschichte der genannten 3 Herzogthümer in der Vergangenheit, und für die Ueberlieferung der Begebnisse des innern und äußern Lebens dieser Provinzen an die. Nachwelt, durch alle dem Zwecke entsprechenden und in den Vereinskräften liegenden Mittel auf da» Thätigste zu wirken. In der am 5. September 1850 abgehaltenen Jahresversammlung wurde per ummimia beschlossen, daß der histor. Verein für Krain als eine selbstständige Gesellschaft sich con-stituiren wolle. Der Anstoß zur Trennung des i. ö. Geschichtsvereins in drei abgesonderte Vereine ging aber, wie aus der dießfälligen Correspond«:»; der gefertigten Direction mit dem vormaligen Central-Ausschusse (Mittheilungen des histor. Vereins für Krain de 1850, pag. 25 et sqq.) ersehen werden kann, nicht von hier aus. Denn nachdem laut Rescript Sr. kais. Hoheit des Erzherzogs Johann Baptist, ddo. Frankfurt a.M. 19. April 1849, der kärntnische und in der allgemeinen Versammlung am 21.Juni 1849 auch der steiermärkische Verein sich als selbstständig erklärten, faßte die Versammlung der Mitglieder des krainischen Vereins in der oberwähnten Sitzung den Beschluß wegen selbstständiger Con-stituirnng, wozu sie laut §. 7 der Grundrechte und des Associationsgesetzes das volle Recht hatte. Trotz dieser formellen Trennung der Schwestcrvereine, die ein Bedürfniß gewesen, blieb doch das Eine Ziel — Beförderung der vaterländischen Geschichtskunde — unverrückt. Ebenso blieben die Mittel zur Erreichung dieses Zweckes dieselben, der literarische Verkehr blieb ungestört und Se. kaiserl. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Johann Baptist verblieben nach wie vor der Brennpunct der geistigen Bestrebungen der drei Vereine. Durch die obige Constituirung des Vereins, als eines selbstständigen, ist eine Modificirung der Vereins - Statuten nothwendig geworden. Der bezügliche Entwurf wurde sodann in der allgemeinen Jahresversammlung am 27. November 1851 zur Prüfung und Bestätigung den P. T. Mitgliedern vorgelegt. Dieser Entwurf wurde angenommen, und somit als Norm festgestellt. Indem nun die achtungsvoll gefertigte Direction ein Eremplar der dermaligen Vereins-Statuten sub 2 zur gefälligen Rücksichtnahme unterbreitet, glaubt sie damit den in den §§• 8 und 9 des a. h. Patentes vom 26. November 1852 gestellten Anforderungen zur Genüge entsprochen zu haben, und stellt demnach die Bitte um hochgeneigte Bewilligung zum Fortbestände des historischen Vereines für Krain. (Firma.) Laibach, am 15. Februar 1853. 5. Der obgenannte Herr Geschäftsleiter brachte hierauf in Vorschlag: zu Ehrenmitgliedern des Vereins: Se. Excellenz Herrn Leo Grafen von Thun, k. k. Minister des Cultus und des öffentlichen Unterrichtes rc. rc. Se. Wohlgeborn Herrn Dr. I. A. Helfert, k. k. Unterstaats-Secretär im Ministerium des Cultus und des öffentlichen Unterrichts, Verfasser von „Huß und Hyronimus" re. Se. Wohlgeborn Herrn Theodor v. Karajan, Präsident der histor. phil. Classe der kais. Academic der Wissenschaften in Wien rc. Zu correspondirenden Mitgliedern: Herr Joseph Grablovitz, Pfarrer in St. Barthelmä. „ Anton Graschitz, Pfarrer und Dechant in Dornegg. „ Johann Kapelle, Verwalter der D. R. O. Commende Möttling. „ Franz Kramer, Pfarrer und Dechant in Altlack. „ Thomas Pauker, k. k. Bczirkshauptm. in Krainburg. „ Johann Resch, Pfarrer und Dechant in Jdria. „ Friedrich Schweitzer, Numismatiker und Mitglied mehrerer gelehrten Gesellschaften in Triest. „ Johann Thomann, Pfarrer u. Dechant inMoräutsch. Herr Elias Rebitsch brachte in Vorschlag als correspond ir end es Mitglied: Herrn Johann Vessel (Koseski), k-k. Finanzrath in Triest. Herr Heinrich Costa beantragte ebenfalls als corre-spondirendes Mitglied: Herrn Dr. Gabriel, k. k. Universitäts-Professor in Gratz. Sämmtliche in Vorschlag gebrachte Herren wurden von der Versammlung einstimmig und in den bezeichneten Kategorien als Mitglieder erwählt. 6. Zufolge §. 16 der Vereins - Statuten hat alljährlichem Directions-Mitglied, welches durch das Loos bestimmt wird, auszuscheiden. Bevor zur Verloosung geschritten wurde, stellte Herr H. Costa den Antrag, es möge zu keiner Verloosung geschritten werden, und die gegenwärtige Direction wolle auch für das nächste Jahr verbleiben. Nachdem dieser Antrag von Seite der Versammlung einstimmig angenommen wurde, sprachen die Herren Directions - Mitglieder der Versammlung den Dank für dieses ehrende Vertrauen aus, mit der Zusicherung, auch für die Folge nach Kräften an der Verwirklichung der Vereinszwecke zu arbeiten. Da überdieß die Stelle Eines Directions-Mitgliedes noch unbesetzt war, so schritt man zur Wahl eines neuen Directions-Mitgliedes. Das Ergebniß des ersten Wahlganges war folgendes: Zahl der Stimmenden . . . 16; davon erhielten: Herr Dr. Emil Stock! . . 6 Stimmen. » G. Bolz.....................3 „ C. Melzer .... S „ v, „ H. Costa.....................2 Es erschien sonach mit relativer Stimmenmehrheit gewählt: Herr Dr. Emil Stöckl, Stadt-Phyficus in Laibach, und die gegenwärtige Direction bilden für das Jahr 1853: Herr Anton Freih. v. Codelli zu Fahnenfeld, Vcreins-Director. „ Dr. V. F. Klun, Vereins-Secretär u.Geschäftsleiter. „ Elias Rebitsch. „ Johann P oklukar, Vereins-Casster. „ Dr. Emil Stöckl. 7. In Folge der vom P. T. Herrn Vereins-Director gemäß Absatz 7 des Programms gestellten Aufforderung brachte das Mitglied Director Costa erstens die Bitte vor, daß sick die löbl. Vereins-Direction mit der hierortigen löbl. k. k. Bezirkshauptmannschaft wegen Ordnung und zweckmäßiger Aufbewahrung, oder allfälliger Uebernahme der bei der genannten -Bezirkshauptmannschaft erliegenden Acten der vormaligen hierortigen Jntendenz in's Einvernehmen setzen wolle, weil sie zur Geschichte unsers Vaterlandes und rückflchtlich zur höchst wichtigen Periode der französischen Zwisckenregierung in Krain gehören, es aber ein großer und unersetzlicher Schade ist, wenn auch nur eine einzige Zahl eines Actes oder Documentes vom Moder oder Ungeziefer benagt oder vertilgt wird. 8. Zweitens stellt der Director Costa den Antrag, daß, nachdem der eifrige und verdienstliche Geschäftsleiter und Secre-tär des Vereins, Herr Dr. Klun, in seinem schätzbaren „Archive" eine Reihe von Begebenheiten vom Jahre 788—1800 geliefert hat, und diese Annalen in einem zweiten Hefte bis auf unsere Tage fortzusetzen uns verspricht, es der löbl. Direction des histor. Vereins gefällig sein wolle, von nun an alle wichtigern bekannt werdenden Ereignisse in unserm Vaterlande, oder welche irgendwie dasselbe betreffen und von einem historischen Interesse sind, durch den Herrn Vereins - Custos in einem Tagebuche aufzeichnen zu lassen. Damit kein Tag übersehen oder übergangen werde, müßte im Tagebuche auch jeder begebenheitslose Tag mit der Bemerkung vorkommen, daß an diesem Tage nichts aufzuzeichnen war. Dieses Geschäft des Herrn Custos wäre gefälligst vom Herrn Geschäftsleiter und Secretär des Vereins zu leiten und zu überwachen, und könnte das Tagebuch theilweise auch das Material zu den monatlichen „Mittheilungen des historischen Vereins" liefern, wodurch die „Mittheilungen" noch mehr jene Bestimmung erfüllen werden, welche der heutige Antragsteller, als vormaliges Directionsmitglied, bei seinem damaligen Vorschlage zur Herausgabe der „Mittheilungen" vor Augen hatte. Das Vereins-Mitglied, der Herr Pfarrer Elze unterstützt den vom Director Costa gestellten Antrag mit dem Zusatze, daß auch die Mandatare zur Führung und monatlichen Einsendung ähnlicher historischer Tagebücher aufzufordern wären. Beide Anträge wurden angenommen. Da keine weitern Anträge oder Wünsche gestellt wurden, erklärt der Vereins-Director die Sitzung für geschloffen. Laibach, am 15. Februar 1853. Verträge zur Geschichte -er einzelnen Grtschasten -es Kreises Görz. Von Mieliael Stwvljf, Local - Caplan zu Haidenschaft, Mitglied derk.k. Landwirthschaft-Gcscllschaft zu Görz, und des histor. Vereins für Krain. (Schluß.) 9?ördlich von Görz befindet sich Salcano (slav. Soukan), dessen Hälfte, wie oben erwähnt wurde, bereits im I. 1001 vom Kaiser Otto III. dem Werthen geschenkt wurde. Uebrigens ist Salcano höchst wahrscheinlich römischen Ursprunges. Man findet noch jetzt Spuren eines alten Schlosses, und nennt die Gegend dabei za gradam (hinter dem Schlosse). Der Jesuit M ar t i n B a u z h er soll 1660 *) hier geboren worden sein, obschon er int Tanfbuche der dortigen Pfarre nicht vorkommt. Er schrieb eine Geschichte von Noricum. Monte Santo (slav. sveta gora), oberhalb Salcano, ist als Wallfahrtsort bereits seit 1540 bekannt. Ehemals war dort ein Kloster der Franciscaner, welche für die geistliche Pflege der Wallfahrer sorgten. Weiter hinauf am Jsonzo ist Canale (slav. Kanal) mit einer schönen, neuen Brücke. Die alte römische Brücke wurde im I. 1813 von den Franzosen zerstört. Canale soll das alte ad Silanos sei». Münzen wurden auch *) Nach Andern soll er am 20. September 1668 zu Görz gestorben sein. Hier gefunden, darunter eine Goldmünze von Co n sta ii t i n in Gorenjavas jenseits Canale. Auch ist auf einem mit Quadersteinen bekleideten Stützpfeiler an der Südseite der Pfarrkirche nebst einigen unleserlichen Wörtern deutlich anno Domini 1431 zu lesen. Hier befindet sich ein Schloß des Herzogs von Blae as mit einer Bilder- und Antikensammlung nebst schönen Gartenanlagen. Die Bewohner von Canale sind gleichfalls Slaven, lieben das a, welches sie statt des e gebrauchen, und tragen sich wie die Bewohner um Görz; nur sieht man hier keine weißen Jacken mehr. Dann gelangt man nach Toümem ((las. Tomin), welches der Hauptort der ehemaligen Haupt-«tannschaft Tolmein ist, und Ruinen eines alten Schlosses besitzt, dessen Geschichte sich bis in das XIII. Jahrhundert zurückführen läßt. Im I. 1299 wurde es im Kriege zwischen dem Patriarchen von Aquileja und den Grafen von Görz von den Letzteren besetzt; 1309 wurde die Gegend von Tolmein von Heuschrecken verheert; 1313 wurde es wieder von den Grafen von Görz erobert, und die Umgebung verwüstet; und 1359 war ein neuer Streit wegen deS Besitzes von Tolmein, welches die Grafen von Görz der Kirche von Aquileja noch nicht restituirt hatten, entstanden. Im I. 1363 war es noch immer im Besitze der Grafen von Görz, welche jetzt einen Vergleich deßwegen abschlössen. Später gehörte es den Baronen von Dorimberg, nach deren Aussterben fant cs an die Grafen Brenner von Görz, endlich gelangten die Grafen C o r o n i n i von R u b i a zu dessen Besitze. Jenseits von Tolmein am rechten Jsonzo - Ufer ist der Pfarrort Woltsclmeli (slav. Uče), dessen schon in der Bulle des Papstes Cölestin III. vom 24. Nov. 1192 erwähnt wird. Woltschach soll die älteste Pfarre in jenen Gegenden sein. Unweit davon, auf der Straße gegen Canale, ist der sogenannte Turski kriz, ein Kreuz, welches die Türken bei einem ihrer Einfälle in unser Vaterland in eine Felsenwand gehauen haben sollen. Auch St. "Veitsberg (slav. Šentviška gora), welches gegen Osten von Tolmein liegt, kommt in jener Bulle vom I. 1192 vor. Noch östlicher liegt Kirclilielm (stati. Cerkna), ein bedeutendes Dorf, wo auf einem nahen Hügel Spuren eines alten Schlosses zu sein scheinen, ohne daß sonst etwas davon bekannt wäre. Die Tolmeiner (Tominci) sind von den übrigen Bewohnern des görz'schen Kreises wesentlich unterschieden; ihre Tracht nähert sich der oberkrainischen, und ihre Sprache hat Vieles niit dein Dialeete von Jdria gemein. Sie brauchen oft das a statt des o, und das b statt des v. In den beiden Pfarren Deutschgerenth und Podberda wurde noch im vorigen Jahrhundert deutsch gesprochen, da die Vorältern der Bewohner aus Tirol eingewandert waren, indessen wurde diese Sprache allmälig von der slavischen verdrängt. Die Tolmeiner beschäftigen sich mit Ackerbau und Viehzucht, in einigen Gegenden werden Winterstrünipse gestrickt, Flachs und Hanf gesponnen und in Handel gebracht. Die Bewohner von Tolmein haben die alten slavischen Gebräuche noch am reinsten erhalten. Bei Hochzeiten wird mit Tage vor der Trauung die Bala der Braut abgeholt, die Burschen des Dorfes suchen cs zu hindern, man muß daher ihre Einwilligung durch ein Geschenk erkaufen. Am Morgen des Trauungstages versammeln sich die Hochzeitgäste im Hause des Bräutigams, wo gefrühstückt wird; dann wird die Braut abgeholt und von den Hochzeitältern (dem stamina unb der starasica), den Brautführern (dein tovarš und der družica) und den übrigen Gästen (svatje) paarweise zur Kirche begleitet, wobei Musik nicht fehlen darf. Nach der Trauung wird auf dem Matze vor einem Wirthshause der števanka (Stehwein) getrunken, der Braut beim Heimführen das Hausthor versperrt, und Docu-mente gefordert. Man weiset irgend eine Schrift vor, welche aber nicht als hinlänglich befunden wird; allein wenn es nur möglich ist, so suchen die Brautleute beim Hinterthore in das Haus zu gelangen, womit die Ceremonie ein Ende hat. Der stamina ordnet das Mahl und sorgt auch für die Unterhaltung der Gäste. Nach dem Mahle wird getanzt. Nicht eingeladene Zuseher nennt man šeškarji. Bei Kindstaufen wird nach der Taufe in einem Wirthshause gezecht, wobei es sich schon zugetragen hat, daß die Hebamme beim Nachhausegehen das Kind verlor. Wenn die Mutter das Wochenbett verlassen hat, ladet sie die Pathen zu einem Gastmahle ein, welches-botrina genannt wird. Sobald Geschwister der Wöchnerin Pathenstelle vertreten, so sagt ihnen dieselbe dann nicht mehr ti, sondern vi (nicht du, sondern ihr). Bei Sterbefällen wird die Leiche auf die Bahre gelegt, nun kommen die Nachbarn, um zu beten, und besprengen den Todten mit geweihtem Wasser, dieses heißt man kropiti; war der Verstorbene von einem wohlhabenden Hause, so werden die Betenden mit Brot, Wein oder Branntwein bewirthet. Das Koledovanje war in den tolnicinischen Gegenden bis in die neuesten Zeiten üblich. Musiker zogen tun das neue Jahr von Haus zu Haus, und spielten zuerst ein heiliges Stückchen, welchem dann weltliche Weisen folgten. Die Sage von dem kralj Mäfijaz hat sich bei den Tol-meinern erhalten und hat viel Achnlichkeit mit jener vom Arth ur von der Tafelrunde. Matijaž schläft in einer Höhle, und reicht einstens sein Bart sieben Mal um den Tisch, so wird er aufstehen, sein Schwert ziehen und die Slaven befreien, oder wie andere sagen, dann folgt der jüngste Tag. Den nördlichsten Theil deö Kreises nimmt der Bezirk Flitsch (slav. Bove) ein. Von der Pfarre in Flitsch ewahnt ebenfalls die Bulle Papstes Cölestin III. vom Jahre 1192. Zur Zeit der Türkeneinfälle vom Jahre 1471—1478 besetzten es die Vcnetianer unter dem Vorwände, es gegen die Türken vcr- theidigen zu wollen, und erbauten auch zu diesem Zwecke ein Fort. Im Jahre 1508 ergab sich Flitsch au Oesterreich. Zum Bezirke Flitsch gehört auch Rarsreyd (slav. Korborid), welches zwar alt ist, von dem mir aber keine Daten vorliegen. Die Flitscher (Bovčani) sprechen auch die slavische Sprache, jedoch mit einem besonderen Accent, mengen auch manches deutsche Wort darunter. Sie haben eine eigene Tracht, welche sich mehr der deutschen nähert. Die eigenen Bodenerzeuguiste sind zu ihrem Unterhalte nicht zureichend, da das Flitscher Thal von hohen Felsengebirgen eingeschlossen ist, und von verheerenden Gewässern durchschnitten wird. Deßhalb treibt fast die ganze männliche Bevölkerung einen bedeutenden Hausirhandel, besonders mit Tuch. Uebrigens bilden auch die Flitscherkäse, welche hier erzeugt werden, einen erheblichen Handelsartikel. Oestlich von Görz liegt das Wippachthal (Ipava), welches vom Flüßchen Wippach (bei den Römern Frigidus) den Namen führt, und vom Hobelbache bei Haidenschaft in zwei Theile getheilt wird, wovon der östliche zu Krain, der westliche aber zu Görz gehört. In diesem Thale findet man zuerst üauziano (flslö. Urenče), mit einem gräflich Strassoldo'schen Schlosse und einer Pfarre, die schon seit 1475 besteht. Höher liegt Vogarska, mit einem Schlosse des Baron Taco. Die dortige'Pfarre wurde im Jahre 1493 errichtet. Dann Schönpass (slav. Sempas), war vielleicht das ad fornulas der Römer, und hat noch einen alten runden Thurm nebst andern Ruinen, non denen nicht zu ermitteln ist, ob sie römischen Ursprunges seien oder nicht. Die Pfarre eristirt schon seit dem Jahre 1400. Auf einem Hügel bei der seit 1563 bekannten Pfarre Cemica sind die „Tabor" benannten Ruinen einer Befestigung zu sehen, welche die Vcnctianer gegen die Türken erbaut haben sollen. Ferner weiter östlich auf einem Felsen ober Vertovin bei Kamnje, vielleicht der ältesten Pfarre in dieser Gegend, sind gleichfalls Spuren eines alten Schlosses zu finden, womit mancherlei Sagen von verborgenen Schätzen verknüpft sind. Etwas südlich von Černiča ist Homberg-e wo ein altes Schloß bestand, welches den ausgestorbenen Baronen von D o r i m b e r g gehörte. In der Bestätigungsurkunde von Precinico v. I. 1232 kommt schon ein Volker von Dornbergvor. 1387 war ein Volker von Canal Burggraf in diesem Schlosse- Weiter gegen Osten liegt auf einer Anhöhe. II. Kreuz (slav. per sv. križu), mit einem gräflich A t t e m ssschen Schlosse und einem im Jähre 1640 gestifteten Kapuzinerkloster. Nördlich davon befinden sich unter dem Berge Čaven Ruinen eines römischen Schlosses, wo auch einige antike Gegenstände vorgefunden wurden. An der Gränze Krains liegt endlich MaMenschaft (slav. Aidovsina), mit einem Schlosse des Grafen von Edling. In und tun Haidenschaft findet man Spuren einer alten Römerstadt, welche von bedeutender Größe gewesen sein muß, da die Grundmauern derselben noch tief in den Feldern unterhalb der Ortschaft anzutreffen sind. Sichtbar find in Haiden-schast einige alte Thürme aus Stein, deren es einst noch meh-rete gegeben haben soll, wie auch Theile einer alten Ringmauer. Die Mauern der Thürme sind 6 Schuh dick. Möglich ist es aber, daß diese Thürme spätern Ursprunges sind. In den Grundstücken gräbt man noch immer Ziegel aus, auch solche, welche mit einer Handhabe versehen sind. In der Nähe der Kirche, an deren Südseite noch jetzt ein steinerner Römerkopf eingemauert zu sehen ist, stieß man in den Feldern auf gemauerte Gräber, welche so lang, breit und hoch waren, daß der Körper eines Menschen darin liegen konnte. Sie waren ohne bestimmte Ordnung in dem Felde zerstreut, von Osten nach Westen gewendet, und mit Erde angefüllt, ohne daß man sousi etwas darin gefunden hätte. Da jedoch in den ältesten Zeiten die Leichen verbrannt wurden, so mögen diese Gräber wohl aus jener Zeit herstammen, zu der das Christenthum schon verbreitet war. Die Nähe der Kirche, an deren Stelle einst eine Kapelle gestanden sein soll, würde zu diesem Schluffe berechtigen. An der nördlichen Seite von Haideuschaft hat man Theile eines Mvsaikbodenö ausgegrabcn, und würde wahrscheinlich bei ferneren Nachgrabungen noch Manches finden. Steine mit Inschriften und alte Münzen, darunter selbst Goldmünzen, gräbt man noch immer aus. 'Auch hat man auf der Hutweide eine alte Kalkgrube entdeckt; ob sie römischen Ursprunges sei, bleibt dahin gestellt. Das Volk nennt alle diese Ruinen staro ajdovsko mesio (die „alte Heidenstadt" oder „der alte Heidenplatz"). Gewiß ist der Name Haidenschaft daher entstanden, weil man heidnische Ruinen in Menge vorfand. Wenige Minuten von Haidenschaft liegt auf einer Anhöhe die kleine Ortschaft siradiše, deren Name auf ein eheuialiges Schloß deutet, obschon jetzt keine Spuren vorhanden sind. Die Bewohner des untern WippachthaleS sprechen unter allen görzffchen Slaven die slavische Sprache am reinsten und schönsten. Es ist übrigens zu bemerken, daß man im Görz'-schen das Slavische fast aus die Art spricht, wie im Cillier Kreise in Untersteiermark, und nur die Nähe der Italien ischeu Gränze nachtheilig auf dasselbe wirke. Beweis dessen sind die Schriften des verstorbenen Ver t ovc, welcher inSmaria unweit Haidenschaft geboren war. Sie haben auch die schönste Tracht int Kreise, nur der braune Rock tvird noch von den Alten getragen, welche jedoch weißer als die der Jugend sind; er schützt sie vortrefflich gegen die Bora, welche hier von besonderer Heftigkeit ist. Der Wippacher liebt seinen heimatlichen Boden un-gemein, hört es auch gern, daß man ihn lobt, halt viel auf sich, und spricht am liebsten im Pluralis von sich selbst. Seine Haupterzeugnisse sind Wein und Mais, wovon er den erster,, in Handel bringt. Gegen den Karst zu gedeiht viel Obst, welches frühzeitig reif wird, und gleich jenem von Ecken bio nach Steiermark und Oesterreich versendet, beut Landmann einen bedeutenden Gewinn abwirft. Ver.;eichniß b er vom historischen Vereine für Krain erworbenen Gegenstände. (Fortsetzung.) Nr. 6. Von dem löbl. Ausschüsse des historischen Vereins für Unterfranken und Aschaffenburg zu Wurzburg: Archiv des historischen Vereines für Unterfranken und Aschaffenburg. XU. Band. Erstes Heft. Würzburg 1852. Nr. 7. Vom Herrn Dr. Joseph Orel, Zwei einseitige Silberpfennige von Wladislaus li. (gest. 1516) und einen einseitigen Silberpfennig von Ludwig I. (gest. 1526) Könige von Böhmen. Nebst mehreren lausend gleichartigen Stücken bei Ellbogen ansgegraben. Nr. 8. Vom Herrn Dr. H. Z. Zeibig, Cooperator zu Nuß-dorf bei Wien, die Broschüre: Des Meißauer's Schuld und Strafe: Ein Beitrag zu den 5fierr. Geschichtsquelien. Nr. 9. Vom P. T. Herrn Anton Freiherrn v. Codelll, Director des historischen Vereines u. — folgende Urkunden: a) Proclamation des Divisions - Generals Bernadotte an die Bewohner KrainS und der «»gränzenden Länder. -—- de dato: Hauptquartier Loitsch de» 29. März 1797. Gedruckt in französischer, deutscher und krainischer Sprache 1>) Erlaß des Präsidenten und der Räthe des zur Verwaltung des Herzogthums Krain von dem französischen General en chef Bonaparte aufgestellten Central - Gu-bcrninms de dato Laibach aus der Sitzung des Central-Guberniums vom 7. April 1797, mit der Bestätigung aller bishin bestandenen Obrigkeiten, Gesetze und Abgabe». «) Proclamation des Brigade-Generals Friant, Befehlshaber der französischen Truppen, au die Bewohner von Krain. Aus dem Hauptquartier zu Triest am 28. Tage des Keimmonats im 5 Jahre der Einen und nntheilbaren französischen Republik, das ist am 17. April 1797. — Gedruckt auf Papier in deutscher Sprache, d) Proclamation Bonapart c's, im Namen der französischen Republik au die Bewohner von Krain und des Gebiets von Görz vom Jahre 1797, zu Folge deren die fernere Ausübung deS Gottesdienstes, und der Reli-gionsilbungen unverändert belasse», ein aus mehreren Mitgliedern bestehendes Central - Guberuium eingesetzt, und die Beibehaltung aller bereits bestandenen Gesetze zugesichert wird. In zwei Exemplaren, von denen eines an die Bewohner Krains, das andere aber an die des Gebietes von Görz lautet. e) Preis der Victnalien, in französischer unddeutscherSprache ddo. Laibach 21. April 1810. Unterzeichnet von T o uf. saint, General-Polizei-Commissär. s) Preis der Victualien, bekannt gegeben von derJntcndanz von Oberkrain, unterzeichnet von Toussaint, General - Polizei - Commissär, de dato Laibach 10. Februar 1811. — Gedruckt auf Papier in französischer und deutscher Sprache. g) Zwei Erlässe der unter dem Präsidium des Grafen Chabrol im Namen des Kaisers Napoleon am 15. April 1811 für Krain aufgestellten Liquidations - Commission de dato Laibach 31. März 1812. In französischer, italienischer und deutscher Sprache. Gedruckt auf Papier. I,) Verordnung des General - Guberninms der illyrischen Provinzen — Bertrand —gegeben zu Laibach im Pallaste des Gouvernements am 4. Juni 1812, — gemäß welcher alle Abgaben, sowohl im Gelde, als in natura, künftig wie vormals — jedoch mit Ausnahme des 8. Theils, entrichtet werden mußten. Gedruckt auf Papier in französischer, deutscher und krainischer Sprache. Nr. 10. Vom Herrn Theodor Elze, evangelischen Pfarrer zu Laibach, folgende zwei Broschüren: a) Predigt über Psalm 123, 1, gehalten am letzten Abende des Jahres 1852, von Theodor Elze, evangelischen Pfarrer in Laibach. b) Erster Jahresbericht der evangelischen Gemeinde inLaibach. Nr. 11. Vom Herrn Joseph Babnig, befugten Privat- Agenten in Laibach: a) Ein Neugroschen vom Königreiche Sachsen 1850. b) Ein türkischer Piaster. c) Eine römische Kupfermünze ans dem IV. Jahrhunderte. d) Thalcrgroße Zinn - Medaille auf die im Jahre 1851 zu London Statt gefundene allgemeine Industrie-Ausstellung. f) Eine Banknote von der franz. Republik pr. 500 Livres. e) Wiener-Stadt-Banco-Zettel pr. 1 fl. Nr. 12. Von dem löbl. Verwaltungs-Ausschüsse des Museums Francisco-Carulinum zu Linz, das Heft: Gcognostische Wanderungen im Gebiete der nordöstlichen Alpen, besonders in der Umgebung von Spital am Pyhrn, Windischgarstcn, Waidbofen ander Vps, Gmunden und Linz. Ein specieller Beitrag zur Kenntniß Ober-Oesterreichs von C ar l E h r l i ch , Cnstos am vaterländischen Museum zu Linz. Linz 1852. 8. Mit 50 Holzschnitten und 4. litho-graphirten Tafeln. (Fortsetzung folgt.) Druck von Jgn. v. Kleinmayr 8? Fedor Bamberg in Laibach.