Nr. 113. Plän»mtl»tion»pre<»: Im komptoil gan,j. fi. il. halvj, fi. i l«. yl!r die Zuflcllunf, in» Hau» halbj, b« lr. Mit der Post ««nzj. fi, li, halb!, ? 50, Freitag, 16. Mai. Ins«rt« ,u < Heilen «5 ll.. „rößere p« ZeU« S tl.; bei Lflncn Wiederholungen per Zeile » li, 1879. Nichtamtlicher Theil. Die austro - türtische Convention. Ueber das Wesen und die Bedeutung der hin->lchl Novibazar zwischen der österreichisch ^ ungarischen ^"'gicrung einer- und der hohen Pforte andererseits lu»gsj abgeschlossenen Convention, deren Wortlaut wir in "»Ilrem gestrigen Blatte mitgetheilt haben, urtheilt ""s Uicn'cr „Fremdenblalt" in folgender Weise: „Die zwischen unserer Monarchie und der Pforte W' AllKfnlMng des Artikels 25 des Berliner Ver- ^gcs abgeschlossene Convention liegt jetzt im Wort- aut lwi-. bleues, Uebermschcndcs ist in dem Acten- tuck „ach leiner Richtung hin enthalten. Oesterreich- Ungarn, weit entfernt, eines der ihm durch den Vri> lUlei Vertrag eingeräumten Rechte anszugeben, hat von Al Pforte noch einmal die förmliche und feierliche ^rlennniig derselben erlangt. Mehr hat Graf ^brassy bekanntlich nie gefordert. Nur die Gegner ^ gemeinsamen Regierung haben die Behauptung Moniert, daß der Leiter unserer auswärtigen Pu- ullt die Pforte zu iiber den Berliner Vertrag hinaus- ^yendcu Concessionen zwingen wolle, daß er die An- ^kwil anstrebe, und daß es ihm, hiermit noch nicht ^"ug, darauf ankomme, den Marsch auf Salonichi ^zubereiten. Oft genug sind wir dicfen vcvlenm' ^chcn Allarmnachrichtcn entgegengetreten. Der Text Konvention beweist, wie recht wir hatten. Dieselbe 3^m keines Haares Breite weder über den Bcr- H, ^ Vertrag hinaus, noch hinter denselben zurück. «3 lunnen uns vorstellen, daß patriotisch gesinnte Murr, welche die Annexion Bosniens nnd der Her- Avluina als im Interesse Oesterreichs gelegen er- Utcit, es beklagen, wcil statt eines Vertrages, der die Mretung diescr Prooinzcn an unsere Monarchie aus- Aprochcn hätte, blos eine Convention zur Regeluug ^i Occllftatiou abgcschlosscu wurde. Geradezu un- Meislich aber ist es uus, wie die Organe der Mldrrtzwölf, welche Frieden und wieder Frieden labern nud die Hcraomindcrung der österreichifchcn ^keresmacht gleichsam als politisches Dogma auf. "ellen, jetzt plötzlich an den Chauvinismus der Massen ??pcUlcren und der gemeinsamen Regierung vorwerfen ."""en, daß sie die Ehre Oesterreichs preisgegeben ^°e, wcil sie an den Verpflichtungen festhält, die sie "" dem Berliner Verlrag übernommen hat. A s ^lr haben gewiß em ebenso warmes und feines ^lnhl für die Ehre Oesterreichs, wie irgend jemand; w ^ "nfmerksalucr wir die Convention lese«, umso- , '"gcr sind wir im stände, in derselben irgend etwas Zudecken, was als eine Demüthigung aufgefaßt werden könnte. Es ist denn auch absolut unwahr, daß die Convention die Auslieferung der auf dem Schlachtfelde eroberten Trophäen an die Pforte festsetzt. Der Artikel 5 der Convention sagt nur, die Pforte könne nach ihrem Belieben über die Waffen, das Kriegs-material und andere der utto manischen Regie, rnng gehörige Gegenstände, welche sich in' den festen Plätzen oder in den Garnisonen befinden sollten, verfügen. Von den Fahnen, Waffen und Kanonen, die Misere Soldateu den Insurgenten abgenommen haben, ist nirgendwo die Rede; r5 handelt sich nur um das von unseren Truppen in den festen Plätzen und Garnisonen vorgefundene Cigenlhnm der Pforte, auf das wir, da wir uns mit der Türkei nicht im Kriege be-fnnden haben, keinerlei Ansprüche ei heben konnten. Auch ,st es eme Entstellung der Wahrheit, wenn ge-sagt wird, die Convention anerkenne ausdrücklich die Fortdancr der SouvcräuetätZrechte des Sultans. Bekanntlich ist weder in den zehn Artikeln des Ucbcrein-kommens noch in dem Annex von der Souvcränetät des Sultans die Rede. Nur in der Einleitung wird constatiert. daß das Factum der Occupation den Sou-veränclätörechten des Sultans keinen Abbrnch gethan habe. Dem von der Pforte gestellten Verlangen, in dem Vertrage folle nicht nur die unveränderte Fortdauer der Sonveränetätsrechte des Sultans ausgespro-cheu, fondern es solle dies auch äußerlich durch das Aufziehen der Fahne des Snltans auf allen öffentlichen Gebäuden neben dem österreichischen Banner dargelhan werden, ist, wie der Text der Convention beweist, leine Folge gegeben worden. Das im Arti« kel 2 gegebene Versprechen, so lange es Gepflogenheit sei, die ottomanischc Fahne auf den Minarets aufzuhissen, werde dieser Gebrauch respektiert werden, ist keine politische Concession, sondern ebenso wie die Bestimmung, daß der Name des Sultans anch fernerhin in öffentlichen Gebeten genannt werden dürfe, ein Zugeständnis an die religiösen Gefühle der Mnhamc-duller, welche in dem Khalisen nach wie vor ihr kirchliches Oberhaupt erblicken. Dieses Gebet hat keine andere Bedeutuug, als das Gebet der Griechen für den Patriarchen in Konstantinopel. Oesterreich. Ungarn, dessen Bevollmächtigte auf dem Cougrcß so warm für die Gleichberechtigung der Angehörigen aller Confes-sionen eingetreten waren, blieb nur sich felbcr treu, als es versprach, mit der größten Sorgfalt darüber zu wachen, daß weder die Ehre, noch die Sitten, noch die Cultusfreiheit, noch die Sicherheit der Person und des Eigenthums der Muhamcdaner geschädigt werde. Anch die übrigen, auf Bosnien und die Herzegowina bezüglichen Artikel enthalten keine Bestimmnng, die als das Preisgeben eines von Oesterreich-Ungarn erworbenen Rechtes oder als eine Schädigung österreichisch-ungarischer Interessen gedeutet werden könnte. Das Versprechen, bei der Verwaltung möglichst die Eingebornen zu berücksichtigen, ist ebenso selbstverständlich wie die weitere Bestimmung, daß tne Einnahmen ausschließlich für die Bedürfnisse der Provinz, für die Administration nnd die nothwendigen Ameliorationen verwendet werden sollen. Die letzte Verfügung steht übrigens in einem bedeutsamen Gegensatz zu dem wiederholt als ein diplomatisches Meisterstück gepriesenen englisch-türkischen Vertrag inbetrefs Cyverns, welcher bekanntlich bestimmt, daß die Ueberschüsse der Verwaltnng nach Konstantinopel abzuführen sind, und es den Engländern überläßt, die nothwendigen Verbesserungen mit ihrem eigenen Gelde durchzuführen. Auch in anderen Punkten ist der Cypern-Vertrag für die Engländer keineswegs so günstig, wie die mit der Pforte abgeschlossene Convention dies für uns ist; namentlich gilt dies von den Bestimmungen über die Staatsgüter. Während nämlich die Engländer der Pforte ein Vcrfügungsiccht über die Staatsdomänen auf Cypern gelassen habe» und sich dem entsprechend die Delegierung eines türkischen Kommissärs gefallen lassen müssen, enthält die österreichisch-türkische Convention hierüber lein Wort, woraus folgt, daß wir auch die Verwaltuug der Staatsgüter unbeschränkt auszuüben befugt sind. Was die Convention über die Regelung des Besatzungsrechtes im Sandschak Novibazar sagt, ist so klar, daß es keines Commentars bedarf. Die wichtigsten Bestimmungen enthält der Artikel 7, durch welchen die Pforte das Oesterreich-Ungarn durch den Congreß eingeräumte Recht verbrieft und besiegelt, und der zudem festsetzt, daß es zur Ausübung dieses Rechtes nur der einfachen Anzeige vonseite der österreichisch-ungarischen Regierung über den Vormarsch ihrer Truppen bedarf. Wenn endlich in dem Annex ausgesprochen wird, daß die österreichisch-ungarische Regierung bei den bestehenden Verhältnissen unter Vorbehalt aller aus dem Artikel 25 des Berliner Vertrages sich ergebenden Rechte nur die Absicht hat, auf drei am Lim und zwischen Serbien und Montenegro gelegenen Punkten Garnisonen zu halten, so ist das nur ein Beweis mehr. wie grundlos alle jene Gerüchte find, welche der gemeinsamen Regierung abenteuerliche, über den Berliner Vertrag hinausgrcifenoc Pläne unter-fchieben. Unsere Orientpolitit hat kein anderes Ziel. als die Interessen des Reiches durch gewissenhafte Ausführung des Berliner Vertrages zu wahren. Das ist auch durch bell Abschluß der Convention geschehen. Wen das Zustandekommen derselben so viele Zeit und Mühe getostet hat, so erklärt sich das weniger aus der Natur der Bestimmungen, welche sich in der Con» Jeuisseton. Wer Grand der Stadt Orenburg. il, m^'b" den furchtbaren Brand der Stadt Orenburg ^""Uand bringt der „Golos" nachstehenden, aus "'^. 2»j. v.'M., datierten Bericht: Mi ^ln morgens gab es eine Stadt — heute ^in sie uicht mehr. Gestern gab es Einwohner Us!' h""e ist es nnr ein Hanfe voll 10,000 Ab-lHs'unen, di«. ihre Kinder auf den Armen hcruin-^»^"- Gestern um 10'/, Uhr morgens fing eine il» f^ Hütte am Ufer des Ural Feuer, man fing an ^l^ - s nnd zu spritzen, nnd fünf Minntcn später «"ios '"solge eines heftigen Sturmes, der au diesem ^il? wüthete, das Feuer nach zwei Stadtvierteln s»9l^owursen. und an drei. viel verschiedenen Stellen Vchm ^"^" mehrere Hänser an zu brenueu. Nun ^.^K ,« '" iwei Straßen zugleich hinübergeworfen, d daz?, ""s dreißig verschiedenen Stellen brannte, sich hinter den Fliehen- !,"'>„ - "le in den Höfen aufgestapelte» Habseligkeiten a>s ^ auf ^"uineu; es brannte allerhand Haus» Ucl! ^ Mi" fuhren; es loderten die Wagenzüge ^ll Q,l ""gs der brennenden Straßen bewegten. Ilelen. Heulen, Stöhnen, überall ein Bild der Zerstörung! Schlichlich drang das Feuer bis zum großen Platz' und ergriff die zwei- und dreistöckigen Stcingebäude, vou denen gegen Abend blos rauchende Ruinen übrig blieben. Da« Flammenmeer von den brennenden Gebäuden bedeckte eine Quadratwerst nnd näherte sich dem Kauf-hofc. Zu gleicher Zeit fiugen die Magazine in der Nikolaistraße Fcuer, es brauutcn die Läden auf dem Bazar, dann brannte der Warenmarkt nieder, und nächst ihm fiel die Stadtbauk den Flammen znm Opfer. Bald darauf griff das Feuer weiter um sich und entzündete sowol den ganzen Bazarplatz als den Trödelmarkt. Es brannten sowol die steinernen als die hölzernen Buden; Truhen, Tische, Waren, die auf der Erde herumlagen, alles stand iu Flammen. Was aus den Bilden herausgetragen wnrde, brannte auf den Straßen; was auf 'die Fuhren kam, brannte auch dort. Ucbcrall flohen wie die Wahnsinnigen Menschen, mit gräßlichen Brandwunden am Körper, um das nackte Leben zu retten. Mütter, die ihre Kinder verloren halten, liefen jammernd in der ganzen Stadt umher, nach ihrem Tlieuersteu suchend. Nun war das Feuer bis zur Petri-Paulltirchc gedrungen: die riesige Glocke begann zu tönen, nnd das ganze Gebäude stand in Flammen. Plötzlich sprang das Feuer auf die andere Seite der Straße hinüber und setzte die Filiale der Stadtbanl in Brand. Dem Verwalter gelang es noch, sämmtliche Krongelder und Privattapitallen zu retten, voll dem eigenen Hab und Gut aber hatte lein Fäd-chen gerettet werden können. Man muß sowol den Einwohnern als den Beamten mit Recht nachrühmen, daß sie alle sich am Tage der Katastrophe ehrlich und heldenhaft gehalten haben: Kinder und Kranke, Greise nnd Krongeld haben sie gerettet — sich selbst schienen sie vergessen zu haben. Nachdem das Feuer das Gebäude der Staatsbank und eine riesige Werkstättc zur Bereitung von Sem-ineln und Wurst vernichtet hatte, warf es sich auf die abfeits gelegeuen Straßen, die unter dem Winde stan« den. und näherte sich dem Pulvermagazine, wo gegen 700 Pud Pulver aufbewahrt waren, deren Explosion den noch verschont gebliebenen Rest der Stadt in die Lust zu sprengen drohte. Durch die Anstrengungen der Soldaten aber wurde das Feuer von der Pulver-Niederlage abgehalten, und in diesem Winkel der Stadt haben jeht die meisten Abgebrannten ein Obdach ae-fnnden. Am andern Ende der Stadt aber ariff das Fcuer immer weiter um sich. bog dann abseits und ergriff den Heumarlt und den Theermarlt Hier fand es reiche Nahrnng. Die Therrfässer loderten hell auf, nnd das brennende Heu stob nach allen Seiten hin. Das Heu setzte die Häuser und Mühlen dc, Neuen Slobudc ,n Brand, wars sich dann auf die hölzernen Denkmäler des tatarischen Kirchhofes und wühlte das Feuer schließlich in den Düngerhaufs" u'lch", mit denen die ganze Neue Slobooe umrahmt ist. Dies gab für das Schicksal der Swbooe den Ausschlag: aus allen Straßen erschienen helleuchtende Häuschen, und alles brannte mit einem Schlage Die Feuerwehr sprang auf ihre Pferde und sprengte spornstreichs davon, um ihrem Tode zu entgehen; die Löichapparate wurden eme Beute der Flammen. Es wurde nach Samara telegrafiert, um neue Löschapparate und WasjerWer uon dort zu verlangen; die Antwort lautete, bah es 952 vention finden, als aus dem Charakter derjenigen, welche)nicht aufgenommen wurden, auf deren Aufnahme aber die Pforte lange Zeit mit Hartnäckigkeit bestand. Die uns in Berlin übertragenen Rechte sind durch die Convention weder materiell noch zeitlich beschränkt worden. Wir werden die Verwaltung der beiden Pro» vinzen unbeschränkt so lange fortführen, als dies den Interessen der Monarchie entspricht. Die Occupation wird erst dann aufhören, wenn, uns der Worte des Grafen Andrasfy zu bedienen, „unsere Provinzen von Bosnien aus nicht mehr beunruhigt werden; wenn wir nicht mehr dem Ucbertritte von christlichen und muselmanischen Flüchtlingen ausgesetzt sind, deren Ernäh« rung wir aus Kumanitätsgrünoen nicht von uns weisen können; wenn Muhamedaner und Christen in Einigkeit leben können; wenn die Türkei stark genug sein wird, nicht nur ihren übrigen Besitz, sondern auch diese sowie die Erhaltung des neuen politischen Zustandes — welches Ziel Europa bei seinem Beschlusse leitete — auf sich zu nehmen; wenn endlich die Türkei im stände sein wird, nicht nur uns die gebrachten Opfer zu ersetzen, sondern auch die Gewähr zu bieten, daß der Zustand, den wir bis dahin in Bosnien und der Herzegowina geschaffen hätten, sich unter ihrer Herrschaft nicht verschlechtern wird." Parlamentarisches. Das Wahlprogramm der Gegner des Berliner Vertrages — oder der „Vereinigung der 112 Gegner der Occupations'Politik", wie die offizielle Bezeichnung lautet — wurde bisher von 100 Abgeordneten unter« zeichnet. Die dem Programm beigetretenen Abgeordneten sind: Banhans, Bareuther, Beer. Blaas, Vlu-mencron, Budig, Dehne, Dinstl, Duchatsch, Nürnberger, Dumba, Dormitzer, Edlbacher, Foregger, Fuchs, Fürth, Fürst, Fux, GiSkra, Gomperz, Götz, Granitsch, Groß, Hallwich, Hanisch, Heilsberg, Heinz. Herbst, Hönigsmann, Hofer, Hoffer, Holzer, Haschet, Iaksch, Kaiser, Keil, Klier, Klinkosch, Köpl, Kopp, Krona» Wetter, Kuranda, Lusttandl, Mackowitz, Magg. Mauth-ner, Mayer. Meißler, Menger, Moritsch, Moro, Neumann, Neuwirth, Nischelwitzer, Nitsche, Obentraut, Oberleitner, Ofner, Pacher, Panowsky, Peez, Petritfch. Pirko. Planck, Portugal!, Posch, Promber, Proskowetz, Riese.Stallburg, Ritter, Rodler, Rohrmann, Roser, Sandner, Saxinger, Schaup, Schöffel, Schrank, Schürer, Schwab, Seidemann, Seidl, Seutter, Siegl, Spann, Steudcl, Straß, Sturm, ThomaZ, Umlauft, Wagner, Waibel, Walterskirchen, Wanka, Wedl, Weg. scheider, Wildauer, Wollenstem, Zaillner, Zschock. Gleichzeitig mit der Veröffentlichung dieser Na-menKliste durch die „Reichsraths-Korr." wird durch dieselbe noch nachstehende Mittheilung versendet: „Wir werden von comvetenter Seite ersucht, einige Zeitungs« notizen über die Beschlüsse der Abcndversammlung der Hundertzwölf vom 9. d. nach dem Sachverhalte richtigzustellen. Diese Versammlung hatte keineswegs beschlossen, irgend einen Abgeordneten vom Beitritte zum Programm auszuschließen, sondern nur daran festgehalten, daß dieses Programm zunächst von den Theilnehmern der Vereinigung der Hundertzwölf als Verfasser aufgestellt und unterzeichnet und sodann erst den verfassungstreuen Klubs der Linken und des linken Centrums mitgetheilt werden sollte. Durch die schon am Morgen des 10. in den Klubs der Linken und des linken Centrums gegen das Programm der Hun-dertzwölf erfolgten Beschlußfassungen ist die beabsichtigte Mittheilung des Programms entfallen." gerade in diesem Augenblicke auch dort brenne, und daß man, sobald der Brand gelöscht sein würde, Hilfe senden wolle. Uebrigens hat man dort unsere Noth vollkommen begriffen, und bald waren die verlangten Maschinen und einige Wasserfässer angekommen. Gegen 9 Uhr abends hatte die Brandstätte eine Quadratfläche von zwei Werst im Umfange erreicht, und die Brand-linie erstreckte sich fast auf fünf Werst. Gegen Einbruch der Nacht standen auf allen freien Plätzen versengte, durchnäßte, vor Frost zitternde Menschen, mit Kindern auf dem Arme und Bündeln geretteter Habseligkeiten in der Hand. Das Siechenhaus ist mit Kranken angefüllt, die an Seng- und Brandwunden leiden; auf den Straßen hat man mehrere halbverkohlte Leichname gefunden. Die Brandschäden sind von kolossalem Betrage: der Gcsammtschaoen wird auf viele Millionen geschätzt. Das Fener hörte beim letzten Hause am äußersten Ende der Slobode auf, dort, wo das offene Feld anfängt. Um das Entsetzen voll zu machen, brannten plötzlich gegen Nachtzeit die tartarische Moschee und das Lehrerinstitut auf. Die Moschee stürzte mit Getöse zusammen; von dem Glockcn-thurme der Dreifaltigkeltstlrche stürzte die große Glocke herab und grub sich in die Vorhalle ein. Die eigentliche Stadt ist fast gänzlich niedergebrannt, eine Ausnahme davon machen ein Theil der Hauptstraße und einige vereinzelte Hänser. Drei Kirchen und ein Frauen« lloster sind ein Raub der Flammen geworden. Der Warenmarkt ist fast gänzlich vernichtet, mit Ausnahme einiger Buden." Ein Wiener Korrespondent der „Boh." begleitet das Wahlprogramm der Gegner des Berliner Vertrages mit nachstehenden Bemerkungen: „Den eigentlichen Glaubenssatz dieses oppositionellen Programmes muß man wol in dem Absatz erblicken, in welchem es heißt: „Es erscheint daher dringend nothwendig, die — Occnpation nicht weiter auszudehnen, die Kosten der Occupation auf das geringste Maß herabzusetzen und die nicht militärischen Auslagen für die occupierten Länder bis zur Entscheidung der beiderseitigen Legislativen und bis zur erfolgten Vereinbaru'lg eines der Billigkeit entsprechenden Beitragsoerhältnisses hintanzuhalten." Angesichts dieses fundamentalen Satzes erscheint es aber nicht uninteressant, daß die Beschlüsse, welche in dem jüngsten großen Ministerrathe unter Vorsitz des Monarchen gefaßt wurden, sich ganz genau in dieselbe Formel zusammenfassen lassen, ja vielleicht stellenweise gleichlautend mit diesem Programm sei» dürften. Auch dort kameu die österreichischen, ungarischen und gemeinsamen Minister überein, die Occn» pation nicht auszudehnen, die Kosten der Occupation auf die allernothwendigsten, rein militärischen Auslagen zu beschränken, und alle noch so dringenden Investitionen bis zur verfassungsmäßigen Herstellung einer Vereinbarung über die Compctenzen aufzuschieben. Ohne die Frage der Priorität auszuwerfen, kaun man doch den Parallelismus dieser Buten nicht übersehen. Es ist dies keine aus der Luft geschöpfte Behauptung, sondern eine Thatsache, für welche aller Voraussicht nach schon die Thronrede den feierlichen Beweis erbringen wird." Von den Pester Blättern bespricht der „Pester Lloyd" die Erklärung des Klubs der Linken in sehr sympathischer Weise. Gleich in seiner Einleitung sagt er von dem Schriftstücke, es fei von politischem Geist getragen; „schlicht uud klar bezeichnet es die Zielpunkte, welche das nächste Abgeordnetenhaus anstreben soll, es bewegt sich durchaus auf dem Boden der realen Verhältnisse, läßt den Thatsachen Gerechtigkeit widerfahren, und wo es Reformen in Betracht zieht, gcht es nicht auf abenteuerliche Entdeckungen aus, soudern knüpft an das Gegebene an, um die Weiterentwicklung desselben zu fördern." Was das leitende Blatt der liberalen Partei in Ungarn mit besonderer Befriedigung erfüllt, das ist „der gesunde Tact, mit welchem der Klub der Linken die staatsrechtliche Expcrimcntal-Politik der Occnpationsgegner zurückweist; er mag mit der Tendenz nichts gemein haben, die das Bestehende unterwühlt, ohne die geringste Garantie für die Schaffung besserer Institutionen zu bieten." Der „Pester Lloyd" versichert hierauf, unter allen Fractionen der Verfassungspartei habe der Klub dcr Linken in Ungarn am meisten Sympathien. Er wisse zwar nicht, ob er dem Klub einen Dienst erweise, wenn er dies offen erkläre, allein in Ungarn werde das Maß der Achtung für eme österreichische Partei nicht ausschließlich durch ihre Haltung in ungarische., oder gemeinsamen Fragen bestimmt, sondern richte sich vor allem danach, ob eine politische Partei in ihren Strebungen ernst, in ihren Zielen verläßlich sei. „Und es scheint in der That" — fügt das Blatt bei — „als könne einstweilen nur dcr Klub der Linken auf die Attribute einer ernsten politischen Gemeinschaft Anspruch erheben. Numerisch mag die Partei dcr Occnpationsgegner bedeutender sein, an specifischem Gehalt steht sic trotz mancher autoritativer Namen dem Klub der Linken entschiede» nach." Österreichischer Neichsrath. 9A. Sitzung des Herrenhauses. Wien, 14. Mai. Das Haus nimmt die nach den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses modisicicrte Vorlage, betreffend die Anwendung des H 5) des Gesetzes vom 6. April 1870 zum Schutze des Brief- uud Schrifteilgeheimnisses anf Fälle der Desinficiernng von Briefen, in zweiter uud dritter Lesung an. Weiters wird der Gesetzentwurf, die aus Anlaß des 25. Jahrestages der Vermählung Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin errichteten Stiftungen zu Unterrichts-, Humanitäts» und Wohlthätigkeitszwecken von der Stempel und Gebührenpflicht zu befreien, in zweiter und dritter Lesung angenommen. Ebenso wird die Vorlage, zur Erhaltung der vom Lande Nieoerösterreich übernommenen ärarischen Straßen an Stelle der bisherigen veränderlichen Beiträge einen fixen Swatsbcitrag von 59,000 fl. zu bewilligen, in zweiter und dritter Lesung zum Gesetze erhoben. In gleicher Weise wird das Gesetz, betreffend die Begünstigungen für die Unteriiehmung dcr Bewässerung des Gebietes von Monfalcone, ohne Debatte in zweiter und dritter Lesung angenommen. Zum Schlüsse erhält auch die Regierungsvorlage, betreffend den Gesetzentwurf über die Veräußerung vuii unbeweglichem Staatseigemhume — es handelt sich um die Ueberlassung zweier ärarischer Gruuoflächcu in Trieft an die dortige Stadtgemeinde, — in zweiter und dritter Lesung die Zustimmung des Hauses. Nächste Sitzung Freitag. 458. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Wien, 14. Mai. Dr. Hoffer und Genossen interpellieren deil Minister des Innern wegen der Aufhebung der se>t 1850 bestehenden Theateroldnuna.. Zborowski und Genofsen interpellieren den Finanzminister wegen der Anstellung von Beamten bel der Grundsteuerregulieruug ill Galizien, welche der Landessprache nicht mächtig sind. In die Centralkomlnission für die Grundsteuer-regulicrung ill Tirol wird an Stelle des ausgesch'e/ denen Ersatzmannes Ritter v. Neupauer der Abgeordnete v. Mackowitz gewählt. Die internationale Convention, Maßregeln gegen die Reblaus betreffend, wird nach einigen Bemerkungen von Seidl genehmigt. Die beiden Gesetzentwürfe, betreffend die Rückzahlung der Vorschüsse von Ioachimsthal und die Ge-wähnmg eines Darlehens an Teplitz, werden ohne Debatte in zweiter und dritter Lesung beschlossen, uno das Haus setzt hierauf die Spezialberathung über das Gesetz gegen die Rinderpest fort. Nach längeren Debatten, an denen sich Dui«a-jewski, Wagner, v.Hormuza ki, Ritter v.Ia" worski, Schrems. Dr. Tomaszcznl, Siegl, Seidl und der Regierungsvcrtreter Sectionschef """ bin sowie der Referent Ritter v. Prost owetz be-theiligen, wird das Gesetz in der vom Ausschusse vorgeschlagenen Fassung unverändert angenommen. Der Antrag Wagners, die Üebergangsvcrwde statt mit drei Jahren mit fünf Jahren zu 'bemesse", wird abgelehnt und das Oesch hierauf anch in dr't^' Lesung bei namentlicher Abstimmung mit 150 M'" 50 Stimmen zum Beschluß erhubeil.' Ebenso werden die vom Ausschüsse vorgeschlagenen Resolutionen aN' genommen, in denen die Regierung aufgefordert NM"! „1.) Eine stabile G'enzgendarincrie baldigst i" organisieren; 2.) die Einführung einer allgemeim'! Vieh-Assecuranz zn fördern, zum mindesten adcr das" zu sorge», daß die Assecnrierling des in die Contuma^ anstalten eingeführten sowie des im Orcuzbezirke n" befindlichen Viehes stattfinde; 3.) sofort diejeM^l administrativen, eventuell legislative!: und finanziell^ Maßnahmen einzuleiten. welche zur entsprechen^ Hebnng und Förderung der Viehzucht im allgenie»'" und insbesundere in den Nordostländrrn sich uls n^ wendig erlueiseu; 4.) die Transpuvtanswlten zu ^ pflichten, die zum Transport lebenden Viehes "», frischen Fleisches nöthigen Einrichtungen in "' h reichendem Maße zu treffen; 5.) den Markt "^ Approoisionierungsusancen in großen Städten " ^ Cunsumtiousorten eine ganz besondere Allfmclll'a^ ^ zuzuwenden und, falls es sich als nöthig herausst^ sollte, dieserhalb eine Enquete-Kommission rinzuwul ^ 6.) die Verhandlungen mit der königlich ungall^, Regierung bezüglich des wünschenswerthen 9' <« mäßigen Vorganges znm baldigen Abschlüsse zu brin^'. Die Sitzung wird geschlossen. Nächste Sitz"'" morgen. ^. Der Krieg in Südamerika. Ueber den Krieg Chile's gegen Per" A Bolivia melden die neuesten Nachrichten, ^ he Kriegserklärung ersterer Republik im ganzen ^ ^, großen Enthusiasmus verursachte. Der Congreft lie ,^ mächtigte sogleich die Regierung, eine Kl>eaM> , von sechs Millionen Pesos zn machen oder dm ^ Betrag in Papiergeld auszugeben. 2000 Mal" f^ anische nnd 1000 Mann bolivianische Truppen bey ^ sich auf dem Marsche zum Einfalle in Chile, way^„ in Iqnique cine Garnison von !i000 Mann "^M'!' serve zurückblieb. Unterdessen ist es den chu^^d-Kreuzeru gelungen, nördlich von diesem Orte eM >^.„ liches Transportschiff mit Truppen und "^Mte, aufzubringen. Dagegen ist die peruanische P"A ,^,,)ii nachdem sie mit schwererem Geschütze und ^^0 ausgerüstet wurden, mit geheimen Befehlen vo", -^ abgesegelt. Auf diefe Nachricht hat die ^ ^ Flotte sogleich die blockierte Küste Peru's vcn,^ um sich zum Schutze ihrer eigenen bedrohten V^ vor allen Valparaiso's, zurückzubegeben. Da der ^ Nische Admiral Befehl hat, jedes anzutreffende '^, liche Kriegsschiff anzugreifen, so dürfte bald oav e" erwartete Schauspiel eines Kampfes MM" "' ^ssel" Panzerschiffen in den südamerikmlischen /V ' ^.„i stattfinden. Die perncmische Flotte besteht"" ^ gepanzerten Widderschiffe ,Indepe,ldenc>a" mtt ,„,d Geschützen, den beiden Thnrmschiffen ,Mal)l a»^.^!' „Huascar" mit je drei 50l>Pfündern, ore ^„v Panzerschiffen und sechs hölzernen Dampfen, ^^>' das chilenifche Geschwader die beiden U^ala''"., Panzerschiffe „Almirante Cochrane" und ..^ Hz< mit je sechs schweren Geschützen und zeyu ^ M Dampfern ohne besondere Stärke umfaßt. ^ gierung Bolivia's läßt eine 9"ße AiizM ^^i, thieren zum Kriegstransporte in der ^ ^..„ ssrleg« ankaufen, und alle drei Republiken setzen ly' Vorbereitungen eifrig fort. »53 Kagesnemgkeiten. — (Hans Malarts Abstammung.) AuS Imlsliruck wird der „Presse" geschrieben : „Unsere werthen ^rettzuachh^^,^ die Salzburger, haben ganz recht, wenn Ile ihren berühmten Landsmann dadurch ehren, daß sie "neu Hauptplatz ihrer Stadt nach seinem Namen taufen, >verden es aber uns Tirolern nicht verübeln, wenn auch >v'r Rechte auf die tirolische Ablunft Malarts geltend fachen, Malart ist nämlich nur ein sogenannter Zufalls-^alzliurger. sein Stamnl gehört nach Tirol, und zwar '"5 Wippthal. Die Makart sind ein alttirolisches Geflecht, das besonders im wildromantischen Gschnitzthale. "ncm Seitenthale des Wippthales, floriert. Da gibt es uoch Malart die schwere Menge, und der Friedhof von "ins weist eine Unzahl dieses Namens ans. Der Großvater Matarts war Burgverwalter in Innsbruck, der ^ater bekleidete «ine Zeitlang provisorisch diese Stelle. 3.""" zog er nach Salzburg, wo unser Malart in die ^elt sprang. Träger dieses Namens sind auch noch gegenwärtig in Tirol, in St. Paul. in Primör. in Boze». Husscutlich wird sich der geniale Künstler nicht grämen, baß sriilc Stammwiege in der Heimat Deffreggers, Schöpfs ">'d Knüllers steht." "- (Rudolf Falb in Südamerika.) Der Mneichischc Astruilum nnd einstlgc katholische Priester Herr Rudolf Falb, der vor zwei Jahren, kurz vor seiner kreise nach Südamerika, betauutlich auch im Casino- greine in Laibach zwei interessante astronomische Vor- u'sungcn hielt, galt seit seiner Antnuft in Chile, wohin ^ sich behufs Anstellung von Erdbcbcnstndien begeben v^, so gnt wie verschollen. Erst diescrtage gelangten k'nig? dürftige Nachrichten über die interessanten Studie» >>»d Erlebnisse des jnngen Gelehrten in die Oeffentlich» ^'^ D,e „N. fr. Pr." veröffentlicht nämlich folgendes ^Watschrcibcn e'llcs Arztes, d?s Herrn Dr. Defsauer, ""s Valparaiso, 20. März, das an einen >n Graz le- uendcn Freund gerichtet ist und Ausschlüsse über die ^'sen Falbs gibt. Das Schreiben lautet: „Geehrter ^U! I,l Erwiderung Ihrer Anfrage vom 17. Jänner ^ I' über den Verbleib nuseres gemeinschaftlichen Frcun- ?^ Herrn Rndolf Falb bedauere ich fehr, nicht im .°"be zu sein, Ihnen eine befriedigende, Antwort zu- ?"Mn lassen zil können. Falb ist seit einem Jahre im ^W> von Bolivien. Dort soll er leben im Dorfe ^ Stammes von Aymara-Indianern, welche bisher /^ Europäer sehr feindselig gewesen, Er soll in intim- !^ Freundschaft leben mit ein paar uralten Indianer- ^uptliugen. Vou dort kam vor nun vier bis fünf Tinten ein Brief — das einzige Lebenszeichen, seit ^ Valparaiso verlassen hatte! — an Herrn Professor Mippi. In diesem Ariefc steht, „daß er cinc fiir die 3a»ze Mrnfchhcit hochwichtige Entdeckung dort gemacht ^bc, nnd zwar nicht nur als Hypothcfe, fondern die ^Niidcrlcglichstcu Acweise, daß das Paradies, respective b>e Wiege des Menschengeschlechtes, dort in Hoch-Bolivien ^standen habe, daß die Ursprache des Menschengeschlechtes .^ noch existierender Wurzclstamm des Quichoa gewesen !rn ^ ^^ ""^ km'g/ Zeit zu thuu habe, bi3 er alle Materialien zum Belege gesammelt habe." — Inzwi- Mn meldeten, so wie Sie vielleicht schon gesehen haben. . Ieitnna.cn feine mit fabelhafter Verwegenheit aus- Uuhrte Ässtcignng des 18.000 Fuß hohen VulkanS . "sli i,„h s^n Eindringen in den fenrigen Schluud. !^"" sei,,,: Besteigung des noch höheren Illimani, lvo- js" " noch 20M Fuß höher stieg als Dr. Wiener. Das x ^"".pnrtlen als zu Hause! Ich habe leinen ju nnznnehmen. daß seine Gesnndheit nicht mehr l»l^ '""" als damals. Er schreibt auch nicht eine ^ Al'denlung. Ich erhielt mehrmals Briefe uud i,^'»gen für ihn. die ich alle laut Weisung an das iesz ^ncichisch.uimarischc Generalkonsulat Lima wcitcr- >"rderte." ift, '^(Oesterreichs Handel mit der Türkei) ^>!»^ ^^'" vorliegende» Berichte der Handelskammer W "stantinupcl für 1^77 in steter Abnahme bc-'>«H Während der Import österreichischer Fabrikate >Ki47 "' Oriente viu Konstantinopel im Jahre I«7I l>l,s ^l)0 fl. ö, W. betrug, belauft er sich gegenwärtig Nleich"'"« Werth voll 10.230.000 fl. ü. W. In der ""ch ^ ^^iodc ist der Export türkischer Produtte ^lllllt Monarchic vou 7.7^«..at erfunden, welcher geradezu cinc epoche-d ^°llen Ä"!^ ^' der ärztlichen Wiffenfchast eröffnen ^ d' »lt. Mittelst besagten Apparates vermag ^ ^un nußen zugänglichen Kürperhühlcn. wie Blase, Magen u. s. w. derart zn beleuchten und zu besichtigen, daß er die genaueste Ansicht von der inneren Beschaffenheit erlangen kann. Wiederholte Experimente, welche in Wien bereits mit dem Nitze-Lcitcr'schen In-strumcnte angestellt wurden, haben den außerordentlichen Werth der neue» Erfindung außer Zweifel gestellt. - (Die Patti vcrurtheilt. ) Wie die „Arena" in Verona meldet, hat der Gerichtshof in Neapel die Sängerin Fran Patti und deren Begleiter Herrn Nicolini, weil sie ihren mit <.cm Direktor des San Carlo - Theaters in dieser Stadt abgeschlossenen Vertrag nicht eingehalten, z» einer Geldstrafe von 10.000 Lire in Gold und znr Tragnng der Gcrichtslosten vcrurtheilt. fokales. Aus der Handels- uud Oewerbclammer für Kram. (Forts.) 6.) Die Zuschrift an die k. k. Landesregierung unter Vorlage einer Abschrift des von der Actien-Gesellschaft Leykam-Iusefslhal im Gegenstände der In-fectionskranlheit beim Hadcrn.Sortielpersoiiak erstat« tcten Gutachtens; 7.) die Mittheilung an die Wiener Schwcsterkmmurr, dnß in die Adlrßdrpntation der Handelskmnlnei'präsident Herr Alexander Drco delegiert wurde und das Mandat auch übernommen hat; 8.) die Zuschrift an die Wiener Kaminer, mit welcher das mit den NamenszeichimmM der Kammerlnitglieder versehene Pergaiimttblatt für die Adresse der österreichischen Handels- nnd Gewclbekammcrn an Ihre Ma« jcstälen rnckgeseiidct wurde; <».) der Bericht an das t. k. Haudclüinmisterium mit der Mittheilung, daß cinc offizielle Unterstützung dc> Betheiligung Oesterreichs an der internationalen Ausstellung 1860 in Melbourne gerechtfertigt erscheint; 10.) die Mittheilung an das Comite des zweiten Hulzhändlcrtages in Wien über das wegcu Entsendung cines Delegierten zu demselben Verfügte; I I.) die Zuschrift au dcu krainifchrn Landes« ausschuft, in welcher für den aus dem Landesfonde zuiu Zwecke des Ankanfcs von Mustern. Modellen :c. beluililglrn Äclrag vuu 100 fl. der Dank ausgesprochen wurde; l2.) die Verständigung an Industrielle und Gewerbetreibend!' von der LiefcrungSaueschieibmlg au Vekk'idnngs- uud Ausliistuugögeg'enstänoeu für die k. k. Landwehr Pro 1879; 13.)'die Bestätigung von Artilelpreifen auf mehreren Quittungen für Militär« behörden; !4.) die Zufendung von Adressen der In» dustriellen, Handel- und Gewerbetreibenden an mehrere Private; l5.) das Danlschreiben an die Wiener Kammer für die gläuzende Lösung der ihr zugefallenen Aufgabe der Verfassung einer Adresse anläßlich der silbernen Hochzelt Ihrer Majestäten. Der P.ä sl. dent bemerkt hiezu, daß er auch persönlich dem Präsi-beulen der Wiener Kammer, Herrn Ritter v. Wgl, den Dank der Kammer ausgedrückt habe. Zur Keuutnis des Plenums wurdeu ae. bracht: " 1.) Die Zuschrifteu der k. k. Laudesregierung, betreffend die ertheilten Bewilligungen der Verlegung des Jahr uud Vichlnartles: u) der Gemeinde Hote. derschiz auf den 14. Juni, d) der Gciueiuoe Kotredesch auf deu 17. Iäuucr; 2.) die Mittheilung der Direction der k. k. priv. Süobahngcsellschaft, daß sie wegen Ueber» nahmc der Befolgung des Zu- und Abstrcifdienstes in Laibach mit Herrn Ranzinger in Unterhandlung stehe; 3.) der Erlaß des k. k. Handelsministeriums, nach wel. chem vom 1. Jänner 1,^7i> an bei Vestimmnng des Werthes von Warcnjcnduugcn aus Oesterreich-Uugaru nach den Vereinigten Staaten das österr.-nngar. Acht» Guldeil-Goldstück als Basis für die Faclurcubcrech-uuug zuni Zlveckc der Verzollung anzuuchmcn ist (wurde iu der „Laibachcr Zeitung" veröffentlicht); 4.) die Zu« fchrift der Geueraldirectiou der k. t. Prw. Krouprinz-Rudolfbahn, worin dieselbe über die Fahrgeschwindigkeit zweier Pcrsoueuzügc Aufschlüsse ertheilt uud die Auwcndnng des Personcnzugs-Tarifes bei den der-maligcn Zügeu Nr. 5) und 6 rechtfertigt; 5>.) die von A. Fr. Storch, t. t. Vezirts-Postkommisfär iu Budwcis, zur Muahmc übermittelten 10 Exemplare feiner Äro-fchüre: „Die Postsparkasscu in ihrer Anwcuduug auf Oesterreich"; 6.) die Mittheilung des hierortigen k. t. Postauites, daß die dienstthuenden Postbeamten kimf-lighin mit Kleingeld genügend verfehcn fein werden; 7.) der (irlaß des' l. k. Handelsministeriums, enthalteud die Zollbehaudluug vuu Äiülsteru französischer Handels-reisender, dauu den Muster - Markcnschui), sowie dru Gewerbebetrieb frauzösischer Staatsaugehörigeu iu Oesterreich-Uugaru (wurde m der „Laibacher Zeituug" kundgemacht); 8.) die Mittheilung des k. k. Handels-ininistcrillms, laut welcher Urspluugsnachwcisnngeu für dcu Export nach Italien nicht mehr nöthig sind (erfolgte dic Verusfcutlichuug iu der „Laibacher Zeilung", und es wurden S'paratabdrücke au Geschäftsleute ?e. vcr-seudet); !.».) der vom k. l. Handelsministerium übermittelte Auszug aus dem Reglement der internationalen Ausstelluug 1880 iu Melbouiue; l0.) der Erlaß des k. t. Handelsministeriums, eulhalteud die Mitthciluug, daß die spanische Regieruug für musikalische Aussührun. geil den Normal-Diapason angenommen hat; 11.) die! Mittheilung der l. k. Postdirection in Trieft, daß sie das Ansuchen um Wiedereinführung der Botenfahrten Gottschee-Rudolfswerth höheren Orts nicht befürworten könne; 12.) der Erlaß des l. k. HandelKmimsteriums, enthaltend einige Bestimmungen des Gesetzes, betreffend die Wiederherstellung der Zollermaßigungen bei der Einfuhr nach Frankreich und Rückerstattung der seit 1. Jänner 1879 eingchobenen Mehrbeträge (wurde von der Redaction der „Laibacher Zeitung" veröffentlicht)- 13.) dir Mittheilung der Araber Kammer, daß der Weinmarkt des Araber Promenloriums im Verlaufe des Herbstes abgehalten wird; 14.) der Erlaß des t. t. Handclsluiuisteriums, nach welchem vom 15ten Juni bis 1. Oktober 1879 zu Arnheim in den Niederlanden eine Industrie-Aufstellung abgehalten werden wird, und die Einladung des Ausstellungscumitcs in Dresden zum Besuche der zweiten allgemeinen Ausstellung von Erzeugnissen der Kunst, Wissenschaft und Industrie für die Jugend (wurden in der „Laibacher Zeitung" veröffentlicht). (Fortf. folgt.) — (Patriotischer HilfsVerein für Krain.) Dem in der Gründung begriffenen patriotifchen Hilfs-vcreinc zur Pflege und Unterstützuug verwundeter und kranker Krieger von Krain, sind in Laibach weitert als Mitglieder beigetretcn die Herren: August v, Wurzbach, Carl Khern. Anton Laschan. Johann Kecel, Rudolf Torlnin, Ernst Mühleisen, Johann Hozhevar, Josef Zenari, Ludwig Perona, Wolff v, Wolffenberg, Georg Michalic. Josef Pillcr, Leopold Bürger. Dr, Friedrich Ritter v, Kaltenegger, Anton v. Fladung, Freiherr von Ingenhaff, del Cott, Graf Volza. Dr. Alois Valenta, Antun Freiherr v. Codelli, Carl Freiherr v. Eodelli, Ottomar Bamberg, Matthäus Ranth. Leopold Pirler, Franz Dobcrlct und Franz Hcngthaler. — (Ueberfetz ungen im LaibacherDiö« ccfauklcrus.) Folgende geistliche Herren wurden ver» fetzt: Wilhelm Gasprrin, Pfarrcoopcrator iu Hinje, als Pfarradministrator nach Stockendorf; Josef Golmayer, Psarrcooperator in Nesselthal, als solcher nach Hinje; Andreas Aimenec, Subsidiiir i» Vutschka, als Pfarr-couperator nach St, Ruprecht; Valentin Pecnil, Pfarrcoopcrator iu Mannsbnrg, als Pfairadministrator nach Rabensbcrg; Michael Lavtizar, Pfarrcoopcrator in Do-lina, als folcher nach Pretschiun; Ignaz Vrantii, Pfarr-coopcrator in St. Marcin, al3 Pfarradministrator nach Sagraz; Jakob Lcbar, Psarrcoopcrator in Svibno, in gleicher Vigenfchaft nach Tschatesch, uiU, Aurdbah» 223 25. 2O.Frantcnstü«?e 3 36. unaar. KreditactieN 240-25. österreichische Francubank — —. österreichische AnalobaM 115- , Lombarden 77 25, Uiuonbant 76 , Lluydaclien''74^-, »ürlischc Luse 2075, Comnumal'Anlehen 117 75. Egyptische-"-Goldrentc 7927. ungarische woldrcnte 93 67. Ruhig. Anstekommeuo Fremde. Am 15. Mai, Hotel Vtadt Wien. Hnrh, Kfm., Franlfurt a, M. ^ Kren. Kfm., Gotlschee. - Schlaltcrbect, Rosenstein, lissiuaer, W^' muth, Knlka, Ksltc,, mid Mühlrad, Wien. - Loser, K"-' Trieft. - Chiozza, Fabrik,, Ccrliignano. — Golmayer, Mt» thal, — Lamm, Kfm,. Berlin. — Wittreich, Ksm,, VlUN" — «lasati, haufttmann'Auditor. Graz, Hotcl Elefant. Fischl und Förster, Vrünn, — EvpeB"" Ksm., Frankfurt - Icnii. Bescher. Ruoolfswerth. — Äl"U' Pfarrer; Czcrwcnla, Kfm,, und Martini, Wirth. EisenH« — Hiizcl, Kfm.. wliua. — Kellner. Generaliuspcltor, ^' ' — Dolinar, Grohdolina, , Hotel Europa. Soutup, Oberlicut., Trieft. — Plaich^' Maschincn»Ina.enicur, Ebcnsce. Sternwarte. Nilolji, Oberlient., Serajewo. ..„- «aierischer Hof. Cclati und Nalbani, Fcrrara. - Marand"" Kfm., Trieft. — Tuchtan, Fiume. _____ Verstorbene. ImZivilspitale: ^ Den 14. Mai. Johann Dolnttar, Inwohner, ^,H Lungentuberkulose. — Johann Sleuc, Pfründncr, 53 I-, ^ lrästung. ^^^, Meteorologische Beobachtungen in Laibach^ ^ « ö,3z Z '_______^ " ^^5 7Ü.M!, 7«6 89 ^.«4 ^öwdstill^s'' heiter _,-., 15. 2 „ N. 7:^5 1? ^-18 3 SW. schwach theilw.licw. "" S ^ Ab. 7:^i 31 ^-12-1 SW. schwach heiter , g, Morgens Höhenrauch, tagsüber reiner Himmel, mit' ^ uahme einzelner Wolke»; warme Luft. Das TagesMlttel Wärme -j- 131», um 0 9" unter dem Normale. verantw»rtlichcr Redacteur: Ott«m«r Nanlberl^^ <)l)l^N!i^llu)I. Wien, 14. Mai. (1 Uhr.) Sehr fest in seiner Gesammttendenz, blieb der Verlehr in seinem Umfange ziemlich beschränkt. «e'b Ware Papierrente........66 65 66 75 Eilberrmle........6720 67 30 Voldrente.........7825 7V-- Lose, 1554........117 75 118- » I860........12450 125 — . 1860 (zu 100 fl.) . . . 12350 l30- » l8S4........16, 16125 ang. Prc"nien«AnI.....104 25 104 50 ^"t-L..........172._ I7iib0 «i'^olf^L.........,7_, 17 25, Pramienanl. der Stadt Wien 118- 118 25 Donau'Regulierungs'Lost . . 1^9- 10925 Domäne«»Pfandbriefe . . . ,4g.^ 14350 Ocsterr. Schahscheme 1881 rüll- zahlbar.........101 — - Oesterr. Schatz,cheine 1832 rück« zahlbar........1W-- 100 30 Ungarische Goldrente .... 3310 332^» Ungarische Eisenbahn-Anleihe . 103 — 10» 50 Ungarische EiscnbahN'Anleihe, Cumullltivstücle......!0V— 109-25 Ungarische S^attanw. vom I- 1874 . . ......N9- 1132b Anlehen der Stadtgemeinde Wien in V. «. ..... 9950 9990 «elb Wa« ^rundentlaftungsVbllnatisnen. ööhmen.........102— 103 — Iliederästerreich......104 75 — Oalizien.........89 20 89 60 Siebenbürgen.......80— 8075 lemeser Banat......8125 8180 Ungarn..........345U 85 — Uctleu »ou Vanlln. V«ld Ware Nnglo-öslerr. Bank..... 113 75 114 - Kreditanstalt ....... 253 60 25380 Depositenbank....... — —.-. Kreditanstalt, ungc.c..... 239'25 239 75 Oesterreichisch. ungarische Vanl 823 - 531 - Unionbanl ........ 7630 7660 Verkehrsbank....... 11150 112 - Wiener Vanlverein..... 121 — 121'25 Aciien v«n Transport Nnterueh' mungen. «el> Ware Alfäld.Äahn .......123 75 130' - D<,nau.Dampfschiff..Gc,ellschast 566 - 568 --«llsabeth.Wcstdahn.....17850 173 - Velb War« Ferdinands-Nordbahn . . 2235-2240 — Franz.Ioseph.Äahn .... 14025 14075 Galizische Karl-Ludwig« Bahn 237 7^ 238 — Kaschau-Oderberger Nayn . . 10825 108 75 Lembcrg Czernowitzer Bah.» . l3450 135 — Lloyd > («esellschaft.....573 - 575 — Oesterr. Nordwestbahn . . . 12K25 12875 Rudulfs-Hahn.......131 - 13150 Ttaatsbahn........26625 26650 Ziidbahil.........7750 7775 Theih.Nahn........198'. 198 50 Ungar'galiz.Verbindungsbahn --~- — — Ungarische Nordostbahn . . . 124'25 124 75 Wienei Tramwalj-Vesellschaft, 187 25 1L7 75 Pfandbriefe. Mg.öst, Vodenkreditanst.si.Gd.) 114 75 115- « „ « li,Ä..H.) 93- - 99 25 Ocsterrcichisch. ungarische Vai:l 10120 10130 Ung. Äooenlredit'Inst. (Ä.-V.) 98 25 98 75 Prioritätü vbligatisnen. Elisabeth.N. 1. Em.....95'. 9550 Ferd.'Nordb. in Silber . . . 10350 104 -Franz-Joseph. Bahn .... 9250 9275 ----------------------------------------——------ O"° Aal. Karl-Ludwig-Ä, I, Em, 10275 A^ Oeslerr. Nordwest-Nahn - - "50 ^.^ Siclicnbiiracr Bah» ... 70'^ ,/-7^ Staatsbahn 1. Em.....1^50 ^ ^ Südbahn » 3«/....... "A g,g0 Devisen. ^ Ans deutsche Plätze..... .'^ü U^k London, kurze Ächt ... - /7^ ^?t>b London, lange Sicht .... N?" ^b" Paris.......... " Gelllssrten. «e'b ^"4 kr. Dukaten .... ii fl. 53 lr. 5 st-^ , Napoleonsd'or . » ^ »"'/.. " " Deutsche Reichs. 5, , tl<1 - Noten .... 57 ^ 70 . 0 " ^ - Silberaulden . . 100 ^ — ^" Krainische Vrundentlastungs^^gat"' Held 9150, Ware ' ' , hls . ___ ,.» «/.^.l,^. Anal» ^^ ,,^«. «achtrag: Um 1 Ubr 15 Minuten notion: Pclpierrente «6-65 bi^ Silierrente b?^0 „is «7 30. V,ldrente 7395 bis 7905, Kredit ^>0— "'s