MARBURGER ZEITUNG AMTLICHES ORGAN DES STEIRISCHEN HEIMATBUNDES mmmu «iktama au ■««€»<»»< •tnxncis iia .o.«, muMo .OMUU» «M a.i» .««»liemidi R»t ut • *»' Po«l«tt«wti«bakr; M Ltefciniic im Streifbaad xmüRlic» Porte; l»ei Abhoteii fa det OesAlftsstell« In cnil 12 rcrafff ^ ffrM?!.V ** «OMtHcb RM 3.10 (eiaMllI 19,8 *»I PostteittmcMebOJir) und 38 Rpf Zntcll- lesmirtsstellea tn CinL Marktplatz Nr 12. Feramf Hr. 7. oad ia Pettao. UBCtrtercasse Kr 2, Feramt Hr. M tehttr ElpzelnminBcrB werde« ■»■ «etea ▼o'efBseeditat de» Eiimlpreises na der Portoaeslacee teieseedet Nr. 76/77^^85^ahrgfm^^^^^^^^^^^^^"^3itttai^Snra7sämstag/Scttintäg^7!!^^ Einzelpreis 10 Rpf Schwere Kämpfe in Lothringen Sowjetangriif in Schlesien aufgefangen — Durchbrach zur Danziger Bucht gescheitert Führerhauptquartier, 16. M&rz Das Oberkommando der Wehrmacht ^bt bekariTit: »In Ungarn wehrten unsere Truppen lüdwestlich Siklos teindliche Angriffe Unsere Divisionen beiderseits des Wnttensees warfen zwischen unseren Stellungen noch zäh haltende Kräftegruppen lee Feindes zurück, festigten ihre neuen fLbfichnitte und behaupteten sie gegen l&hlreiche Gegenangriffe der Sowjets. Sfördlich dos Velencze-See« lebte die Auf-fclÄrunqstätigkeit des Gegner« auf. Am Oberlauf des Gran, wo um d'e Bergwälder weiter verbissen gekämpft wird, brachten Jäger und Grenadier© In einzelnen Abschnitten eingedrun-genein Feind auf dem Ostufer des Flusses zum Stehen. Bei Schwarzwasser blieben die unter verstärktem Panzereinsatz auch gestern fortgesetzten Angriffe der Sowjets ohne entscheidenden Erfolg. Gestern trat der Fe'nd auch nördlich Ra-tibor und beiderseits Grottkau nach starker Artillerievorbereitung zum Großangriff an. Unsere abwehrbereiten Truppen brachen m hartem Kampf die Stoßkraft der Bolschewisten und fingen die nachfolcyenden Angriffswellen hl der Tiefe des Hauptkampffelde« ÄUf. Nach Abschuß zahlreicher Panzer traten unsere Truppen zu Gegenangriffen an, die noch im Gange sind. Vor Stett'n ist der Kampf in voller Schärfe neu entbrannt. Die . mit Schwerpunkt gegen die Südostfront des Verteidigungsgürtels geführten Durchbruchsangrifie sowjetischer Schützen- und Panzerverbände wurden nach geringen Anfangserfolgen in wenigen Gegenstößen zum Stehen gebracht und 59 Panzer dabei ver-aichteL Die Besatzung von Kolberg hält sich, von Seestreitkräften wirk-Mm unterstützt, in aufopferndem Kampf gegen den Ansturm überlegener Kräfte der Bolschewisten. In Westpreu-Äen verwehrten unsere Divisionen in z&her Abwehr und wuchtigen Geg^an-griffen dem Gegner den beiderseits Quas-»endorf erstrebten Durchbruch zur Danziger Bucht, wobei sie 67 Panzer vernichteten. Die in Ostpreußen kämpfenden Verbände hielten dem starken Feind- druck zwischen dem Raum «üdöfitlich j Breunsberg und dem Haff südwestlich Königsberg in anhaltend schweren Kämpfen stand, schlössen in Gegenstößen einige Frontlücken und vereitelten so jeden entscheidenden Erfolg der sowjetischen Angriffsarmeen. Von 200 zmgrei-fenden Panzern vnirden 146 abgeschossen. Unsere Jäger schössen in heftigen Luftkämpfen dreißig sowjetische Flugzeuge ab. Durch Verbände der Flakartillerie der Luftwaffe wurden geet^m 45 Panzer RaKrgen NdJSS Viersen SieQwft onsdiau ScMmdm A vS(r.(J^ao 100 1*^-. ^Konnef^y»^ «nr^FFeinagei.nC^ WaltlPH cissnbahnen A Serge-Höher, m Bietern vernichtet, sieben davon mit der Panzerfaust An der Kurlandfront hält die Kampfpause an. Am N'ederrhein versucht der Feind seine Bewegungen zum Schutze gegen unser Artilleriefeuer weiterhin durch star' ken Einsatz künstlichen Nebels zu verschleiern. Die starken Angriffe der amerikanischen Divisionen aus dem Brücken- kopf östlich Remagen trafen auch gestern auf unseren harten Widerstand und wurden nach erbitterten Ortskämpfen zum Stehen gebracht Nur im Abschnitt nordöstlich Honnef-, konnte der Feind tiefer in unser Hauptluunpffeld eindringen. Im Mosel-Rhein-Dreieck zwischen Koblenz und Simmem sjnd heftige Kämpfe mit vordringenden amerikanischen Panzerspitzen im Gange. Auch die Kämpfe im Osburger und Schwarzwälder Hochwald dauern an. In der neu entbrannten Abwehrschlacht in Nordost-Lothringen drückten Verbände der 7. amerikanischen Armee, nachdem sie in zahlreichen Abschnitten zunächst blutig abgeschlagen waren, unsere Stellungen im Abschnitt von Forbach auf das unmittelbare Vorfeld der Westbefestigungen zurück. Westlich Bitsch wurden ihre Angriffe trotz fünfmaligen Ansatzes zerschlagen und dabei von unseren Truppen 167 Gefangene eingebracht Westlich Hagenau, dessen Nordteil nach schweren Häuserkämpfen verloren ging, gelangen den Amerikanern einige Einbrüche, um die noch gekämpft wird, östlich der Stadt -brachen die angreifenden Verbände in unserem Feuer zusammen. 'Aus Italien wird ein vergeblicher feindlicher Vorstoß am Monte Beivedere gemeldet .Amerikanische Bomberverbände führten am Tage Angriffe gegen den Großraum von Wien und die Randgebiete von Berlin. Orte im rheinisch-westfälischen Gebiet waren das Ziel britischer Kampfflugzeuge. Durch die feindliche Lufttätigkeit in der Nacht wurden besonders Hagen und der Raum von Hannover betroffen. Nachtjäger und Flakartillerie der Luftwaffe brachten 36 meist viermotorige Bomber zum Absturz.« Ergänzend zum Wehrmachtbericht wird gemeldet: Hauptmann Becker, Kommandeur in einem Nachtjagdgeschwader, und sein Bordfunker, Leutnant Johannsen, brachten in der Nacht vom 14. bis 15. März neun viermotorige Bomber zum Absturz. Ais Hauptmann» Becker nach dem sechsten Abschuß wegen Ladehemmung nicht mehr weitersrhießen konnte, vernichtete sein Bordfunker Leutnant Johannsen drei wertere anglo-amerikanische Bomber. Die konimunistisdie Taktik Von Ing. Siegfried Trcml Churchill lebt in Illusionen Der doppelte Verrat — Letzte Zuflucht für die Polen O Stockholm, 16. März Winston Churchill hat in diesen Tagen vor dem Kongreß dei Konservativen eine Rede gehalten, die sich besonders dadurch auszeichnete, daß er es tunlichst vermied, auf die brennenden außenpolitischen Fragen einzugehen, dagegen sich mit innerpoiitischen Utopien befaßie, wobei er mit glänzenden Zu-kunltsträumen den Abstieg des Empire zu bemänteln suchte. In einer Zeit, wo Roosevelt über seinen Kopf weg mit Kanada, Australien oder Südafrika über Fragen verhandelt, die den Bestand des Empire direkt angehen, wo die Amerikaner den Versuch unternehmen, di« Briten selbst in dem Kronland Indien au die Wand zu spielen, hat sich Churchill hingestellt und allen Ernstes behauptet, daß sich das britische Weltreich heute auf einer Höhe befinde, wie nie zuvor. Diese Worte stellen eine regelrechte Verhöhnung seiner Kritiker dar, si« lassen sich aber auch an Zynismus nicht mehr überbieten. Daß sich Churchill zum Fackelträger der Freiheit und zum Feind der Tyrannei ausgab, gehört zu seinem Metier genau so wie das Klappern zum Handwerk. Aber gewisse Dinge konnte Churchill beim besten Willen nicht übergehen. Er mußte vom englischen Volke neue ungeheure Anstrengungen für die Fortsetzung des Krieges, namentlich für den Kampf gegen Japan verlangen, und er mußte weiter eingestehen, daß das nach seinen Worten auf unerreichter Höhe stehende Empire auf Jahre hinaus nicht in der Lage sein wird, das Inselvolk zu ernähren und daß die Inselländer in Zukunft überhaupt den Leibriemen noch enger schnallen müssen, weil nur so kostspielige Lebensmitteleinfuhr verhindert und der Export begünstigt werden kann. Da« ist eine der Folgen, die Churchills so leichtfertig angezettelter Krieg Neue Eichenlanbträger Führerhauptquartier, 16. März Der Führer verlieh am 11. März das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Generalleutnant Clemens Betzel, Kommandeur der mainfränkischen 4. Panzerdivision, Leutnant Hans Rogalski, Bataillonsadjut^t einem Marienburger Grenadierregiment, Hauptmann d. R. Johannes Grim-minger, Bataillonskommandeur in einem B^lin-brandenburgischen Pan-Kergrenadierregiment und Oberfeldwebel Emst Kutschkau, Kompanieführer in einem Deutsch-Eylauer Grenadierregiment. heute schon für die Briten hat. Sie sind arme Leute geworden und auf den Weltmeeren nur noch die geduldeten Nachbarn des großen amerikanischen Vetters. Als erstes Opfer auf dem Altar der Bündnistreue haben sie ihre Flotte bringen müssen, die vor dem Kriege doppelt so stark war wie die amerikanische. Erst nachdem diese gefährliche Konkurrenz nui noch ein Drittel der ainerika-nischen Tonnage hatte, bequemten sich die Vettern zum KriegseintritL Wenn Churchill so sein eigenes Volk verraten hat, so ist sein Verrat an Europa ungleich größer. Da« kommt in einer Erklärung zum Ausdruck, die er im Unterhaus abgeben mußte. Auf eine Frage, wie es mit dem Erwerb der britischen Staatsangehörigkeit durch Mitglieder der polnischen Verbände sei, die nicht die Absicht hatten, nach' Polen zurückzukehren, mußte der sonst so großmäulige britische Premier kleinlaut zugeben, daß »sehr viele Polen sehr un- glücklich« seien und sich nicht den neuen Bedingungen anpassen könnten. In solchen Fällen müßten die Pforten ! des britischen Empire für diese Polen als letzte Zuflucht offen stehen. Mit d-e-sör Erklärung ist weder der britische. Verrat aus der Wel.t geschaffen, noch den polnischen Emigranten geholfen. Diese Polen wissen sehr wohl, daß ihnen der Genickschuß sicher ist, falls sie in das von Moskau beherrschte Sowjetpolen zurückkehlen würden. Churchill selbst hat das Todesurteil gegen sie m Jalta mit unterschrieben. Es ist auch ein schlechter Trost für sie, wenn ihnen, in England eine Zuflucht angeboten wird, denn wenn Deutschland vom Bolsche-I wismus überrannt wird, wie es die ! gegenwärtige britische Regierung offen-, bar wünscht, ist auch England die j längste Zeit eine Zufluchtstätte gewesen. Dann stellt auch die britische Staatsangehörigk^t keinen Schutz mehr gegen den Genickschuß dar. Und Churchill selbst wird seinen feisten Hals hüten müssen, damit ihm nicht unversehens eine bolschewistische Kugel hindurchfährt. Mulisterrat unter Vorsitz des Duce dnb Mailand, 16. März Unter dem Vorsitz des Duce trat der Ministerrat zu einer Sitzimg zusammen, auf der Mussolini über die gegenwärtige politische und militärische Lage berichtete. Kriegsminister Marschall Kjlraziani sprach über den Aufbau des republikanischen Heeres Der Ministerrat nahm sodann eine Reihe verwaltungstechnischer Gesetze an. Die Vernichtuiig Italiens 0 Lissabon, 16. März Die nordamerikanische Presse bringt jetzt die ersten Veröffentlichungen über die Waffenstillstandsbedingungen für Italien, die man bisher sorglich geheimgehalten hat. Der Grund der Geheimhaltung wird durch den niederschmetternden Inhalt sattsam klar. Badoglio und der König haben darin in die Verschickung von zwei Millionen Italienern in alliierte Sklaverei eingewilligt Die Inselo Lampe-dusa und Pantelleria werden an England abgetreten, das damit den Schlüssel für Italien in die Hand bekommt Elba t|nd ein Grenzstreifen an der Riviera sollen an Frankreich, Istrien und Zara an Serbien fallen. Die Agäis-Inseln werden an Griechenland abgetreten. Außerdem hat sich Italien im voraus mit allen noch festzulegenden riandelsbestimmungen und der künftigen Verteilung des ehemals italienwchen Kölonialbesitzes «inverstanden erklärt Damit haben die beiden Verräter 6m italienisdie Volk prak-tüch sam Hungertode Terurtailt, denn Italien, mit seiner starken Bevölkerung hat sich nie selber ernähren können und ist auf einen starken Handel angewiesen, um überhaupt sein Leben fristen zu können. Moskaus Hand in Chile 0 Madrid, 16. März Die Antwort Moskaus auf die Wahlen vom 4. März in Chile hat nicht lange auf sich warten lassen. Fast sieben Jahre herrschte in Chile die Parlamentswirtschaft der Volksfront, deren Sabotage an allen positiven Regierungsmaßnahmen schließlich den Volksfront-Präsidenten Rlos zur Einführung eines Arbeitskabinetts persönlicher Freunde zwang, mit dem er gegen seine ehemaligen Fre\jnde regieren mußte. Nimmehr gelangten die positiven politischen Kräfte Chiles Anfang März zu einem einwandfreien Wahlsieg in ebenso einwandfreien Wahlen. Rios hatte sogar soweit gehen müssen, daß er Mitte Dezember des vergangenen Jahres ohne irgendwelche parlamentarischen Kreise zu befragen. Beziehungen zu den Sowjets aufgenommen hatte. In diese Situation platzte nun der Wahlsieg der Rechten hinein. Er hat indessen sofort die Kommunisten auf den Plan gerufen, die Streiks in die Wege leiteten, bei denen man ganz deutlich die Regie der Moskauer Kominternzentrale in Mexiko erkennen konnte. Mit anderen Worten heißt das, daß Moskau jetzt die Rechnung^ für die Absage des cUle-nlschen Volkes an die Umtriebe der von Moskau gelenkten Konusunisten präs^ tteit Marburg, 16. Mllrz Die gesamte Wühl- und Zersetzungs-arbeit des Bolschewismus ist zu allen Zeiten und in allen Ländern und Erdteilen bestimmt von dem erstrebten Ziel der Weltherrschaft des Kommunismus und dann von der gerade als zweckmäßig angesehenen Taktik, um dieses Ziel am leichtesten erreichen zu können. , Die Welt muß in revolutionäres Kochen gebracht werden, um jeden Preis, auf beliebige Art und Weise"; so lautete der Beschluß des II. Weltkongresses in Moskau bereits im Jahre 1920. Das Nebeneinander der legalen und der illegalen Tätigkeit wurde als unbedingt notwendig hingestellt. Auf dem V. Weltkongreß im Jahre 1924 wurde die einzuschlagende Taktik rrxit folgenden Worten formuliert; „Wo möglich — legal, wo nicht — illegal." Auf diesem Kongreß wurde auch die Zerstönmg des „bürgerlichen Monopols" auf Waffen und deren Konzentrierung in den Händen des Proletariats, sowie die Zersetzung der Armeen gefordert. Nationale Kriege und koloniale Aufstände seien lediglich als Bestandteil der kommunistischen Weltre-volulion zu betrachten, da sie die bestehende Ordnung erschüttern und für die Kommunisten den Weg frei machen. Das erstrebte Ziel wird auf dem VI. Weltkron.greß von Bucharin in einer Rede am 9. August 1928 klar herausgestellt, indem er sagt: ».Jetzt ist bereits nicht mehr die Rede vom Kommunismus als von irgendeiner abstrakten Sache, nein, in unserer Zeit streben wir danach, wirklich die ganze Welt unter unseren Einfluß zu bringen und sie zu führen, sie unsererrr Endziele entgegenzutreiben und dieses Endziel erhebt «ich in seinen Umrissen vor uns bereits in konkreter Form." Und die Moskauer Zeitung . Prawda" vom 9. September 1928 kennzeichnet dieses Programm mit den Worten „unser Programm schleudert offen eirie Kampfansage auf Leben und Tod gegen die ganze übiifje Welt". Die Taktik zur Erreichung dieses Zieles wird mit kaum mehr zu überbietendem Zynismus von dem berüchtigten Bolschewisten Di-mitroff auf dem VII. Weltkongreß im Herbst 1935 fixiert: „Die proletarische Internationale muß sich sozusagen in jedem Lande akklirhatisieren, um tiefe Wurzeln in die Heimaterde zu treiben. Die nationalen Formen des proletarischen Klassenkampfes und der Arbeiterbewegung einzelner Länder widersprechen dem proletarischen Internationalismus nicht, im Gegenteil, eben in diesen Fonnen karm man m't Erfolg auch die internationalen Interessen des Proletariats verteidigen." Da aber diese Waffen der Lüge und Heuchelei, der Tarnung und Verleumdung allein nicht genügen, den Widerstand der gesunden Kräfte der Völker zu brechen, bedient sich die Strategie und Taktik des Bolschewismus selbstverständlich auch der Waffe des blutigen Terrors, des bewaffneten Aufstandes, des Bürgerkrieges, des Massenter=-rors und des Individualterrors, also d^ gemeinen Mordes und Attentates. Nach diesen Grundsätzen hat der Kommunismus je nach Notwendigkeit die von ihm einzuschlagende Taktik ausgewählt. Die Bolschewisierungsversuche in der ganzen Welt liefern für jede taktische Form tausende Beweise. Auch an dem Wirken der sogenannten , Befreiungsfront" und ihren bewaffneten Bandengruppen in der Untersteiermark und den Nachbargebieten erkennt man deutlich diese im großen von Moskau diktierten Richtlinien der einzuschlagenden Taktik. Der von uns schon öfter zitierte Sekretär der konununistischen Partei Sloweniens Boris Kidric, der gleichzeitig Sekretär der „Befreiungsfront" und höchster Po-litkommissar der Bandengruppen ist, hat in einem Aufsatz in der kommunistischen Zeitung „Volksrecht" Nr. 5—6 vom Mai 1943 den vergeblichen Versuch unternommen, die lügnerischen und phrasenhaften Programrnpunkte der „Befreiungsfront" als 'wirkliche Ziele der Kommunistischen Partei darzustellen. Und er versucht zu leugnen, daß es sich dabei lediglich um eine betrügerische Taktik handelt. Kidric macht es sich bei diesem seinem Versuche leicht. Er betont zur Taktik im allgemeinen, daß ein großer Unterschied zwischen Taktik imd Taktik besteht, je nachdem, wer sich und zu welchem Zweck er sich der Taktik bedient. Daß er dabei zu dem Schluß kommt, die Taktik der Kommimistischen Partei — von der er zuerst allerdings sagte, sie sei nur eine gegnerische Erfindung •— müsse deshalb als Dienerin der „Wahrheit" im Interesse der Volksmassen angesehen werden, reizt zum Lachen. Doch all diese spitzfindigen Ausflüchte helfen nicht«, denn die Wirklichkeit und die Ergebnisse dieser kommunistischen Taktik Idirtn das genaue GegenieiL Wihrend die Sowjetunion das ehemalige Jugoslawien durt^ willige Handlanger in dM Apriltagoi 1941 vom We- ge der Vernunft abbrachte und noch in dir Nacht vom 5. zum 6. April jenes Jahres ein Abkommen schloß hetzte und schürte die Kommunistische Partei im Innern in der Armee und trug damit wesentlich zum Zusammenbruch bei. Damit war „die bestehende Ordnung erschüttert und der Weg für die Kommunisten freigemacht", ganz programmgemäß, wie es in Moskau bereitp im Jahre 1924 gefordert worden war Zu diesem Zeitpunkt verlangte die Taktik die „nationale Form" und die ..Akklimatisierung, um tiefe Wurzeln in die Heimaterde zu treiben" und di-durch die internationalen, kommunistischen Interessen besi^T verfolgen zu können" Wirken der „Befreiung* front" und ihrer Bandengruppen ist so als ein einziger großer Betrug und Schwindel im Interesse Moskaus und zum Schaden der Bevölkerung gekennzeichnet. Wir haben schon oft und oft im einzelnen die lügnerischen Phrasen dieser „Befreiungsfront" gebrandmarkt. Nur die Taktik stand bei ihrer Gründung Pate, genau so wie nur die Taktik all das verheimlichen ließ, was die Bevölkerung mißtrauisch machen könnte. Die Taktik bestimmte seinerzeit die Abschaffung des kommunistischen Grußes mit erhobener Faust, genau so wie die schamlose Ausnutzung einiger weniger, von den Bischöfen verurteilter Pfarrer, um die Religionsfeindlichkeit des Kommunismus zu verdecken, von der Taktik bestimmt ist. Nur die Taktik bestimmte die Kommunisten dazu, das Ziel der Bauernenteignung und der geplanten Einführung der Kolchosenwirtschaft vorübergehend zu leugnen. Wir erinnern in diesem Zusammenhang an ein von uns schon früher einmal veröffentlichtes Rundschreiben Nr. 6 vom Jahre 1943 an die Kommunistischen Parteiorganisationen in Serbien, in dem es u. a. heißt: „Die Habgier der Dörfer und die Eigennützigkeit der Bauern, sowie auch jede Wegnahme von Lebensmitteln ist als Raub an den Arbeitermassen für ihre Klassenfeinde auszulegen. Auf dem Land ist auf den Mangel von Stoffen, Petroleum und anderen städtischen Artikeln hinzuweisen und der Haß des Landes gegen die Stadt zu schüren. In den Städten sind Nachrichten über die reiche Ernährung der Bauern zu verbreiten. Zeitungsausschnitte über reiche Hochzeiten auf dem Lande, die wir erhalten haben, bieten ausgezeichnete Beispiele dafür und müssen vervielfältigt werden. All das nährt den Neid der Städte gegen das Dorf. Dabei ist immerhin mit Bedacht vorzugehen. Die Bauern hingegen sind dahin zu unterrichten, daß wir Kolchose nur in Rußland geschaffen haben, weil dort das Land in den Händen von Adeligen war, daß wir dies aber in Ländern nicht machen, in denen der Kleinbesitz vorherrscht. Als Beispiel sind Litauen und die mongolischen Gebiete unter unserer Herrschaft anzuführen. In Serbien ist die Aufteilung der klösterlichen Wälde^ und ihrer Vermögen zu versprechen. Aus dem Bürgerkrieg in Rußland 1917/1920 haben wir die Erfahrung, daß sich der Bauer mit solchen Versprechungen sehr leicht zufriedenstellt, weshalb diese Methoden auc! jetzt angewendet werden können. Unsere Genossen aber müssen die Wahrheit wissen, daß nämlich die Bildun. der Kolchose die Grundthese in der Re volutionierung der heutigen Ordnung darstellt und die Fronarbeit die Vorbedingung für den Übergang zur kollektiven Wirtschaft ist. Außerdem lehrt uns die Erfahrung, daß die Bauern der Kollektivisierung den geringsten Widerstand entgegensetzen, wenn sie sogleich mit militärischer Besetzung durchgeführt wird, wie wir das in Ostpolen und in den Finnland weggenommenen Gebieten, gemacht haben. Deshalb sind unsere Genossen auf dem Lande auf diese entscheidende These, bei der sie eine Hauptrolle spielen werden, vorzubereiten. Diesen Leuten sind Stellungen in den Kollektivwirtschaften in Aussicht zu stellen." — Wenige Auserwählte also werden von dem wahren Ziel unterrichtet, während der breiten Masse gegenüber aus Gründen der Taktik dieses nicht nur verschwiegen sondern ihr das Gegenteil vorgegaukelt wird. Nur die Taktik allein bestimmte die Kommunisten in der Gründungszeit der „Befreiungsfront" zum Scheine auch mit anderen Gruppen zusammenzuarbeiten, die inzwischen aber längst ausgeschaltet sind. Dadurch wurde der Weg frei, die Kommunistische Partei, die führungsmäßig ohnehin von Anfang an alle Fäden in der Hand hielt, nun auch zahlenmäßig zu stärken. In einer Broschüre vom August 1944 „Für die Massenpartei in Steiermark" mit Auszügen au« Vorträgen der Kommunisten Ales Bebler-Primoi und Albin Vipot-nik-Strgar lesen wir in diesem Zusammenhang u. a. folgendes: „Die Hauptaufgabe, welche die Partei in der politischen Führung breiter Volksschichten Seite 2 '♦ Nr. 76/77 ♦ Samstag/Sonntag, 17./18. Märg I94S MARBURGER ZEITUNG in der Befreiungsfront zu leisten hat, besteht darin, daß sie sieb nummeiisch vergrößert, womöglich verzehnfacht... Wenn wir den Genossen in die Partei auJfgenomm^ haben, haben wir noch nicht ganze Arbeit an ihm geleistet. Der junge Parteimann muß mit der Gestaltung der Partei und ihren Endzielen vertraut werden." , £fi wird hier also ganz deutlich ausgesprochen, daß das, was der einzelne Auserwählte als Ziele der „Befreiungsfront" kennengelernt hat, nicht genügt. Er muß erst mit den „Endzielen" der Kommunistischen Partei bekanntgemacht werden, weil diese ja augenblicklich mit den „taktischen" Notwendigkeiten nicht in Übereinstimmung gebracht werden können. Allerdings darf die „Hauptaufgabe", die Stärkung der Kommunistischen Partei, 'wiedertun aus taktischen Gründen nicht 6o offen dargestellt werdenin der angeführten Broschüre wird daher auch ein Aufsatz eines Jugend-Funktionärs getadelt, der als Aufgabe der Jugendorganisation der „Befreiungsfront" die „Gewinnung von Menschen für den Kommuniemu«" bezeichnet hatte. Dadurch könnten, so wird weiter fefetgestelit, große Fehler und emsthafte Gefahren entstehen. Es ist klar, die Taktik darf auch in diesem Falle nicht 6o Olfen bloßgelegt werden. So versuciien die Kommunisten durch ihre Taktik ihre Endziele zu verschleiern und die Bevölkerung mit Lügen und Verdrehungen ins Unglück zu stürzen. Doch die kommunistischen Phrasen von „nationaler Befreiung", von ,,Religionsfreundlichkeit" und wie diese Lügen alle heißen, sie sind als „Taktik" entlarvt und erkannt. Die Nacht im Forsthjaus Ein Zu^ klmpft bis lur Itizien Patron« 7— Die Tat mir «ntscheidet Im Ost«n, 15. Mars 1 Rock fassen und schütteln: bii xum latx- Eselstritt für Rnmaoien O Stockholm, 16. März Außenminister Eden hat im Unterhaus eine Erklärung über die politische Lage in Rumänien abgegeben, in der er eindeutig zugab, daß die Ereignisse, die eich in, den letzten Tagen in Rumänien abgespielt haben, ausschließlich das Machwerk Moskaus sind. Er sagte, daß die Regierungsumbildung nach einer Mitteilung aus Moskau eine Notwendigkeit geworden sei, weil die Sowjet« den Standpunkt vertreten, daß das Radescu-Regime nicht in der Lage gewesen sei, die Ruhe und Ordnung in Rumänien aufrecht zu erhalten. Die Sowjetregierung habe daher nicht mehr länger eine solche Situation dulden können und daher eine neue Regierung bilden lassen, die in der Lage sei, entsprechend der sowjetischen Auffassung Ruhe und Ordnung im Land zu schaffen, damit die Waffenstilistands-bedingungen erfüllt werden könnten. Die Edenerkiärung bekommt eine besondere Note durch die Veröffentlichungen der britischen Presse über das Zustandekommen des Regierungswechsels in Rumänien. Nachdem er zur Tatsache geworden ist, erklären die Briten mit zynischer Offenheit, daß es sich selbstverständlich um einen Staatsstreich gehandelt habe. Dieser sei nur dadurch möglich geworden, daß die Sowjetbesatzimg vorher die Polizei und andere Ordnungskräfte dermaßen reduziert hätte, daß der künstlich erzeugten Unruhe kein Ende gemacht werden konnte. Nachdem Ra-descu aller Mittel zur Aufrechterhaltung der Ordnung beraubt worden war, sei er näch bewährter Taktik als regierungsunfähig bezeichnet worden. Der Bukarester Korrespondent der ,.Basier Nationalzeitung" ist noch offener, er schreibt: „Die neue rumänische Regierung ist die Folge eines von Wyschinski nach seiner Ankunft in Bukarest gestellten Ultimatums. Der Emst dieses Ultimatums wurde dadurch unterstrichen, daß in den folgenden Tagen sowjetische Panzer in den Hauptstraßen und vor dem Königspalast auffuhren. Gleichzeitig wurden unter Hinweis auf den angeblich von Radescu geplanten Staatsstreich sämtliche nicht an der Front stehende rumänische Truppen entwaffnet. Druck and Verl?E Marbi-'rpei vprla^s und Dmckcrel Ges m b H — Ver1acsle>iune Eeon Baumeartner Bauptschntt'eitunff Anton Ocrschack beil# IB Marburg a d Dt'ia. Badeasse e Zvt Zeit fiii Anzeieen dte PieisEistt Ni ^ c6ltiK> Pressereeisternumme RPR'1'728 PK. Was «In Wort bedeuten kuuit In der Gefahr, im Kampf gesprochen, das zeigt der Fall des Feldwebelt Lenhart. Er vermeinte unter diesem Wort zusammenzubrechen, es hat ihn in Abgründe ge-stofi^, die ihm bislang unbekannt. Aber was einer tat, entscheidet, nicht was er denkL Das kam so. Sie waren abends befehlsgemäß in einem einsamen Forsthaus eingetroffen, eine Wildnis an Gebüsch und Sonnenblumen drum, ein Wald dahinter. Gleichzeitig kehrten einige Mann von der Kompanie zurück, mit Verpflegung, aber ohne Munition. Schon fällt vom Wald her der erste Schuß. Von allen Seiten greifen die Bolschewisten in der beginnenden Dimkelheit an, das Forsthaus ist umstellt. Immer wieder einmal springen sie aus dem Finstern vor und bleiben im Feuer liegen. Schon umgibt ein Kranz von Toten das Haus. Da wird der Feldwebel Lenhart zum Fimkapparat gerufen. Lenhart antwortet nur einige Male „Jawohl" und wankt dann hinaus. In einer leeren Kammer lehnt er nun an der Wand. Was ist ihm, dem unentwegten Diaufgänger? Eben noch war er aus dem Fenster gesprungen imd auf einen der Angreifenden drauf, daß sie beide zur Erde kollerten. Gleich danach hatte Biesenwein besorgt gemeldet, es sei nur noch wenig Munition da. Lenhart aber lachte in seinem unentwegten Gefühl der Sicherheit, er möge sich keine unnützen Gedanken machen, die Kompanie helfe oder sie kämpfen sich zuletzt selbst durch, einerlei. So war es immer noch. Jetzt allerdings muß er sich erst einmal fassen. Er wiederholt es sich. Das Forsthaus ist zu halten bis zum letzten Schuß! Bis zum letzten Mann! Sie sind preisgegeben, aufgeopfert. Die Kompanie hat nicht die Kraft durchzustoßen, niemand anderer ist da, sie dürfen sich auch nicht selbst durchschlagen. Einen Augenblick lang spürt er den nächtigen Wald draußen, das unheilbringende Dunkel voll von unsichtbaren Maschinengewehren, Maschinenpistolen, Handgranaten, lautlos richten sich die Mündungen auf sie, die Handgranaten sind zum Wurf erhoben und sie stehen nackt lind wehrlos da, von Scheinwerfern angestrahlt. Die Wärme eines anderen Ist neben ihm. Biesenwein, der Unteroffizier, fragt, wie der Spruch denn laute. Lenhart ist ein offfener Mensch, der keine Geheimnisse kennt, was ihn, bewegt, spricht er gern heraus, so möchte er es hinausschreien, hinausbrüllen, möchte ihn am ten Mann, ti^ch du grtiOrst dasul Lenr hart wendet sich dem Unteroffizier zu. „Morgen früh kommt die Radfahrkompanie", sagt er, .«tmd holt ims heraus, Mensch!" antwortet Biesenwein voll einer unerwarteten Freude, als sei nun alle Gefahr vorbei. ,J>ie Radfahrkompanie", murmelte der Unteroffizier, der im Finstern der Küche steht, „die kommen durch!" ,J>ie Radfahrkompanie hat noch immer alles geschafft", sagt der Obergefreite, alle sprechen sie dasselbe Wort nach, auch die Verwundeten, die in einer der Kammern liegen. Diese* eimige Wort ist ein Zav berspruch, der sie .aufrichtet, ihnen neue Kraft gibt. Jetzt aber? — Der Kampf schien ihnen aussichtslos. „Wir halten bis ddhin durch", erklärt Biesenwein, voll einer fiebrigen Begeistenmg, „jeder Schuß wird fünffach überlegt" Lenhart tastet sich durch das Haus zu seinen Leuten, die er nicht sieht. Gespannt starrt er in die Nacht, in der alles ungewiß imd imdurchdringlich bleibt. Seine Ohren werden weit. Seltsam, er kennt sich nicht wieder.' Seit er die Worte von der Radfahrkompanie gesprochen, scheint ei wie verwandelt. Er kommt sieb hohl vor, ohne alle Kraft.» Er ist eine Blechhülse, die sich bewegt und dem etwas zuflüstert und jenem. Dies ist ihm von allem das Furchtbarste: nur er weiß, wie es wirklich steht Er allein weiß, daß die Radfahrkompanie anderswohin verlegt wurde. Auf ihm allein lastet das Wissen um die Aussichtslosigkeit der Lage. Es liegt ein Fels auf ihm. Wären die anderen niedergedrückt, er würde sie noch im Angesicht des Todes aufmuntern und ihnen ein Beispiel sein. Aber es ist umgekehrt, die anderen sind nun guten Mutes. Er muß der unbekannten Gewalt, die ihn beherrscht, widerstehen, ruft er sich zu, muß die Kraft aufbringen, zu sich selbst durchzustoßen! Es wird ihm fast unmöglich, er vermeint darunter zusammenzusinken. Da lauem sie, spähen, in Nischen gedrückt, von der Schwärze rings eingesogen, in Schwärze zergangen. Eines spürt er übergewaltig: ihre Kraft, ihre Zuversicht, ihre Unbesorgtheit Ein Wort, ein Nichts, ein Dunstgebilde, Luft in die Luft geblasen, hat dies vermocht! Fast will er höhnisch auflachen. So sieht des Menschen Frohheit und Sichergefühl aus! Einer macht sich einen Spaß am Rand des Todes, vor dem Felsabsturz des Nichts, und zaubert den Gutgläubigen, Vertrauensseligen buntfarbene Backen ins Gesicht! Lenhart fährt zusammen. Eine Glutwolke der Sdiam versengt ihn. So sieht Lenhart in Wahrheit aus. wenn ihm das Schicksal emstlich zusetzt? Und schon pocht es in ihm, er müsse imstande sein, das Wissen um die nächsten Stimden allein zu tragen und dennoch, wie sonst immer,, ja erst recht guter Dinge zu sein. Aber er kann es nicht Sie' haben meh^ach angegriffen rings aus der Nacht und nun Im ungewissen Schein des Mondes abermals. Ein bleicher Mond, ein Mond der Toten über dem Wipfelsaum. Die Angreifer und einzelne gespenstisch Springende 'waren schon von der Ferne zu gewahren. Sie sind ¥rieder liegengeblieben. Nun schichtet sich vor den Eingeschlossenen eine MaiTer an Toten und Sterbenden, und die über sie drüber wollten, liegen auf ihnen drauf. Im glosenden Dämmern ist ihr Wimmern zu hören und Rufen, vom Waldrand her immer wieder ein gellender Schmerzensschrei, bis auch der verstummt Lenhart weicht den breiten Mondlachen am Zimmerboden aus, nun steht er wieder im Finster des Ganges, da tritt jemand auf ihn zu. Es ist Biesenwein, aber seine Stimme hört sich brüchig an. „Feldwebel", sagt er, „das mit der Radfahrkompanie ist von dir erfunden!" Lenhart leuchtet ihm erschrocken ins Gesicht, verzerrt grellt es heraus. Er sieht, wie sich auf den blutleeren Lippen unter Zuckungen Worte bilden. Nichts davon ist wahr! Das sind die Worte. In Lenhart brechen sie Kräfte aof, die ihn au zersprengen drohen. Sinkt er vor Biesenwein nieder? Schreit er es durch den Gang: Du hast recht! Wir sind verloren! Gewalten stoßen in ihm gegeneinander, nun aber bricht die eine durch, ihre Glutmassen verbrennen, was wider sie ist. Lenhart brüllt den Bleichen an: ,,Du bist verrückt!" Lenhart hat die Gefahr bestanden, beseligt spürt i er es. Wie ein Degen fährt das Wort durch Biesenwein, daß 'es den seltsam Veränderten schüttert. •,,Ich weiß nicht, was mit mir ist", murmelt er. Bald danach, beijn nächsten Angriff, trifft ihn die Kuqel. Lenharts Blick ruht kurz auf ihm Aber dann ist I.pnhart, wie er immer war, er facht die Herzen seiner Männer an. Auch diesen Angriff, den schwersten, schlagen sie ab. Der Himmel wird apfelgrün, dann leuchtet er opalfarben, der Morgen ist da. Die Radfahrleute kamen nicht, aber Flugzeuae warfen Munition ab. So konnten sie ihren Stützpunkt halten, bis sie zwei Tage später befreit wurden. Von der eigenen Kompanie. ^ Kriegsberichter Karl Maria Grimme Ein Spezialist der Kriegshetze Die Laufbahn des neuen nordamerikanischen Botschafters in Madrid 0 Lissabon, 16. März Der neue nordamerikanische Botschafter für Madrid, Norman Armour, ist auf seinem Posten eingetroffen. Da ist e« von Interesse, auf gewisse Zusammenhänge hinzuweisen, die der Offeni-lichkeit nicht in vollem Ausmaß gegenwärtig sein dürften. Armour zählt zu der ersten Garnitur der USA-Diploma-ten; nach dem Ausscheiden von Cordeil Hull wurde auch er wiederholt als des-«en Nachfolger genannt. In Erkenntnis der besonderen Eignung für ausländische Posten hat Roosevelt ihn nun für den wichtigen Platz Madrid bestimmt. Dies wird auch den Wünschen von Norman Armour selbst entsprechen, weil er für dieses neue Amt ganz besondere Vorkenntnisse und Erfahrungen au« Südamerika mitbringt. Es war ein offenes Geheimnis, daß Norman Armoura Mission zunächst in Chile uhd dann in Argentinien darin bestand, diese Länder immer mehr in das nordamerikanische Fahrwasser zu lenken und unter dem Protektorat Washingtons in eine ge meinsame Kampffront gegen die Achse I zu bringen. Diese Aufgabe erwies sich in Argentinien aus verechiedenen Grün-' den als schwierig, sie war aber prak-' tisch für Norman Armour gelöst, als am ; 1 26. Januar 1944 Argentinien die diplo- 1 matischen Beziehimgen zu Deutschland ! imd Japan abbrach. Nachdem Chile bereits ein Jahr zu- | vor vorangegangen war, wie nach ihrem i eigenen Geständnis feststeht, war es ! die nordamerikanische Botschaft in j Buenos Aires, die zunächst dem Weißen 1 Hause die gewünschten Unterlagen fifr ^ den Nachweis einer »^ionageorganisa j tion« der Achse in Chile und Argen- , tinien lieferte, in jahrejanger Kleinar- ' beit waren mit Hilfe einer Unzahl von j eigenen Agenten und bezahlter Krea* ' turen alle Reichsdeutschen listenmäßig erfaßt worden, die den Nordamerika-nem unerwünscht waren, desgleichen zahlreiche Ausländer, vor allem Spanier, die mit ihnen angeblich in geheimem Zusammenhang standen. Dieses Material wurde dann der argentinischen Regierung präsentiert mit dem strikten Ersuchen, nunmehr im Sinne der auf den verschiedenen panamerikanischen Konferenzen eingegangenen Verpflichtungen energisch einzuschreiten. Diese überrumpelimgstaktik hatte den erhofften Erfolg Der damalige Staatspräsident Ramirez brach die Beziehungen ab. Gieich7eitig wurden Dutzende von Reichst-isutschen verhaftet, die zum Teil noch unter Schloß und Riegel sitzen. Bei den ungezählten Verhören drehte es sich bezeichnenderweise immer wieder um die Frage, welche Rolle spanische Mittelsmänner gespielt hätten. Es steht außer Frage, daß der nordamerikanischen Botschaft in Buenos Aires das Untersuchungsergebnis in allen Einzelheiten bekannt ist. Das war deshalb möglich, weil ein Teil der unteren schlecht-bezahlten Polizeibeamtenschaft über Strohmänner ständig Subventionen von der diplomatischen Vertretung der USA bekamen. Es bedarf keiner besonderen Kombinationsgabe, um sicher zu sein, daß Armour über kurz oder lang nach bekanntem und erprobtem Rezept davon Gebrauch machen wird. Der Führer hat auf Vorschlag des Reichsministers der Justiz den Generalstaatsanwalt in Kattowitz Dr. Harry Haffner zum Präsidenten des Volksgerichtshofes ernannt. Der ^enumserte Gentleman ^Etn Gentleman . . . wacker, weise, ffewissenhait und von guter Bii-dMUig . . (Shakespeare 1564—1616) „Ein guter Rock und ein Bank-kontobuch — das macht den Gentleman" (M. Webbs 1922) Das englische Wort „Gentleman" wurde nicht eingedeutscht. Obwohl eine absolut greitbaie Vorstellung mit diesem BegriiJ verbunden ist, ist es doch schwer, einen guten deutschen Decknamen dafür zu finden. Es ist reizvoll, diesen „Gent-teman", der etwas echt Britisches ist, näher unter die Lupe zu nehmen. Dabei überspringen wir einige Jahrhunderte und stellen dem Gentleman vom Beginn des 17. Jahrhunderts dem der Gegenwart gegenüber. Bei Shakespeare, im guten allen England, galt der ehrenhalte Mann vornehmer Abstammung als Gentleman. Der Wandel der Zeit, der den Engländer in aller Welt auftreten ließ, hat alle Stärken des „Gentleman" gezeigt, aber auch alle seine Schwächen schonungslos bloßgelegt. Manche bunte Feder, die ehedem ein Prunkstück des „Edlen Mannes" war, wurde unsanft ausgerupft, denn der Zahn der Zeit hat den „Gentleman' tüchtig benagt. Was von dem ursprüng liehen Erb- und Seelenadel an inneren Werten in die Gegenwart hmübergeret-tet wurde, ist vor allem der eisern privilegierte Führungsanspruch dieser Gesellschaftsklasse. Der geriebene Jüdische Erzpolitiker Benjamin Disraeli (1804 bin 1881) hat die passenden Worte dafüj gefunden, denn als späterer Lord Bea-consfield war er doch ein Obergentleman, er sagte nämlich: „Die wahren Führer des Volkes sind die Gentlemen Englands; wenn diese nicht die Führer des Volkes sind, dann sehe ich nicht ein warum es überhaupt Gentlemen geben soll!" Wir kennen durch sein Auftreten in den „befreiten Ländern" den Gentleman der Gegenwart. Die Inder mußten hungernd zusehen, wie er sich die Taschen stopfte, und in vielen Ländern und bei vielen Völkern, die für ehrenwert genug befunden wurden, mittelbare oder unmittelbare Kulis Britanniens zu sein, beginnt so etwas wie eine Gentlemandämmerung. Der große irische Satiriker Bernard Shaw, der England und die Engländer gut genug kennt, sagt in einem seiner Theaterstücke: „Wir leben behaglich von dem aus dem Kapital (nämlich des Auslandes, wo die~Arbeit billiger ist als in England) zu uns zurückflutenden Erträgnissen. Wir sind jetzt alle Damen und Gentlemen." Aber es gibt in England bekanntlich auch eine Menge Leute, denen es nicht so „behaglich" geht. Als kleine Auffrischung des Gedächtnisses und gleichzeitig al^ passenden Nekrolog für den englischen „Gentleman" ein Dia' log aus Shaw: Mendoza: „Ich bin ein Räuber. Ich lebe von der Beraubung der Reichen!" — Tanner: „Ich bin ein Gentleman. Ich lebe von der Beraubung der Armen. Reichen wir uns die Hand." Kurl Vogt Finnenwahi unter Druck Stockholm, 16. März Die letzte Entwicklung läßt keinen Zweifel mehr daran, daß nach der Bereinigung der rumänischen Krise im Sinne der bolschewistischen Wünsche die Finnen das nächste Opfer der Moskauer Gewaltpolitik sein werden. Die bevorstehende Wahl bietet dem Kreml den willkommenen Anlaß, um durch entsprechende Einflußnahme den Bolschewisten auch in Finnland die gewünschte Machtposition zu verschaffen. Wie man sich in Rumänien beeilte, festzustellen, daß es sich nicht um innerrumänische Fragen handle, wird von der „Prawda jetzt auch zur finnischen Reichstagswahl versichert, daß diese Wahlen unter den gegebenen Umständen keine innere finnische Angelegenheit seien. Zusammen mit der Äußerung des Gesandten Orlow daß der Begriff der freien Wahl mit dei Vernichtung des Faschismus identisc' sei, ist klargestellt, was die Sowjets voi dieser Wahl erwarten. 9t Bienen" gegen Engländer Erinnerungen an General von Lettow-Vorbeck Wenn von den. Ruhmestaten deutschei Soldaten 1914 18 die Rede ist, wird man immer die opfer- und strapazenreichen Feldzüge unserer kleinen Kolonialtruppe mit an erster Stelle nennen. Ihr Führer war General von Lettow-Vorbeck, der sich vier Jahre hindurch mit seinen Ae-karis und wenigen Europäern gegen eine hundertfache Übermacht erfolgreich zu behaupten wußte. Paul von Lettow-Vorbeck wurde am 20. März 1870 in Saarlautern geboren» er entstammt einem pommerschen Geschlecht, das sich viermal den Orden des großen Königs Friedrich, den Pour le merite, erworben hat. Damit war eein soldatischer Weg vorgezeichnet Schon in jungen Jahren Hauptmann im Großen Generaletab, nahm er nach der Jahrhundertwende am Chinafeldzug und an den ' Kämpfen in Deutsch-Südwest 1904/7 teil, j Als er im Januar 1914 als Kommandeur der Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika landete, war er sich bewußt, daß der.l iahende Weltkrieg allen Verträgen zum Trotz von den Engländern auch in die Kolonien hineingetragen werden würde. Mit strategischem Weitblick erkannte Lettow-Vorbeck seine Aufgabe, in diesem Falle möglichst starke feindliche Kräfte auf sich zu ziehen, um damit die Heimat zu entlasten. Als der Krieg begann, bestand seine Schutztn^ipe einschließlich Polizeikräften aus 261 Wei> ßen und etwa 5000 Askaris — in einem Gebiet, doppelt ao groß wie das Reich! Ihren Höhepunkt erreichte die Verteidigimg Deutsch-Ostafrikas' in der Schlacht bei Tanga. Am 2. November landeten die Engländer vor dieser Stadt mit zwei Kreuzern und 14 Tranaportacbilfea eta inJiäcIics Lupcdlllanskotps vo;:i COOO Mann. In mehrtägigem heißem Kampfe wurde der Feind von der nur etwas über 1000 Mann starken deutschen Schutztruppe in das Meer zurückgeworfen, wobei er weit über 2000 Tote und Verwundete verlor. Der Schreck über diese Niederlage war den Briten dermaßen in die Glieder gefahren, daß «ie später die völlig unbefestigte und geräumte Küsten-stadt Daressalam erst nach monatelanger schwerer Beschießung zu besetzen wagten. Bei Kriegsende standen gegen die auf 1200 Mann zusammengeschmolzene deutsche Schutztruppe nicht weniger als 120 000 Gegner, also eine hundertfache Ubermacht, im Felde. Natürlich hat es bei den wechtelvol-len Feldzügen durch halb Afrika auch nicht an erheiternden Erlebniseen gefehlt Im Januar 1919 wurde Lettow-Vorbeck zum Beispiel in Daresszdam von einem englischen General ernsthaft gefragt, ob die Deutschen in der Schlacht bei Tang^ dressiert« — Bienen verwendet hätten. In Wirklichkeit wurden damals durch die britische Schiffsartillerie Klumpen von wilden Bienen herabge-tchossen ,die sich dann ohne Beachtung der Nationalität auf die darunterliegenden Truppen stürzten und riele Soldaten übel xurichteten. Bei den Deutschen wurd« auf diese Weise sogar ein Ma-sdiinengewehr außer Gefecht gesetzt Bei einer anderen Gelegenheit ergab «ich •ina englische Patrouille, die eich lange hartnächüg vert^digt hatte, plötzlich un* •eren Askaris. Als man die Leute gefangen nahm, stellte sich heraus, daß aie In ihrer Deckung unvermutet ron einem Zuge der gefürchteten weißen Ameieea QberfaUea worden waren, die gerade die cmpfindUchsten Kt^rpefteile der Britta »besetzten«. Es blieb ihnen hiedurch nichts mehr übrig, als schleunigst die weiße Fahne zu hissen. Eigenartige Verhältnisse zeitigte auch die Materialkoappheit in Deutsch—Ostafrika gegen Ende des Krieges. Auch Lettow-Vorbeck und seine Offiziere trugen zu dieser Zeit ein selbstgefertigiet »Räuberzivil«, das man kaum noch als Uniform anerkennen konnte. Einmal wurde der General infolgedessen sogar von einem Askari angehalten, der ihn nach seinen Achselstücken fragte und es ein* fach nicht glauben konnte, daß er den Oberbefehlshaber voj sich hatte. Als dann schließlich der Norden von Deutsch-Ostafrika an die Engländer verloren gegangen war und unsere an Medikamen-tenmangel leidenden Truppen sich nur mehr unterwegs eine Abkochung von Ch'narinde herstellen konnten, erhielt dieses verteufelt schmeckende, dabed aber sehr wirkungsvolle Heilmittel gegen das Wechselfieber bei weißen und schwarzen Soldaten sogleich den ehrenvollen Beinamen »Lettow-Schniaps.« Die Briten aber hießen den unbesiegten General Lettow-Vorbeck »den afrikanischen Hindenburg«. Heinrich Maximilian Der Dichter der Schwermut Zum 175. Geburtstag Friedrich Hölderlins 1793, im Januar, ist Frankreichs König Ludwig XVI. enthauptet, am 20. Juni Maria Antoinette auf der Guillotine hingerichtet, die Welt ist aus den Fugen^ die Kinder auf den Straßen der europäischen Staaten spielen „Schaffott", Frau Karoline von Kalb in Weimar bittet den Herrn Professor Schiller, ihr für ihren Sohn einen Erzieher vorzuschlagen, dafl »die französische Unruhe ihn niäit bis in die Seele vergifte**. Schiller empfiehlt den „gewiß nicht wenig versprechenden Hjmmendichter*' Hölderlin. Dieser tritt am 1. Oktober dreiundzwanzigjihrig — er ist am 20. Mfirz 1770 geboren ^ die Hauslehrerstelle an. Das ist aUerdingft nicht fOr lange. Hölderlin schreibt seinen Roman perion", einen historiiCh gedaditen Roman, der den im Jährt ino von Ka-~ tharina n. geschOrten Oriechenaul-stand fdilldem soll, aber was dabei herauskommt. Ist kein Roman: es Ist Hölderlins Selbstblograptale. ..Rjpe-ilon^ das Irt d* «ul Boden verpflanzte Hölderlin, und die Klage Hyperions, daß er „täglich siebzigmal vom Himmel auf die Erde geworfen" werde, bezieht der Dichter wortwörtlich auf sich selbst. Der Gegensatz zwischen Ideal und Wirklichkeit wird ihm bitter deutlich, er zwingt sein Leben nicht, Schwermut ist die Grundstimmung seines Herzens und seiner Gedichte. Von sich selber sagt er: Mich erzog der Wohllaut des säuselnden Hains, und lieben lernt' ich tmter den Blumen. Im Arme der Götter wuchs Ich groß. Schiller druckt dann Teile des „Hyperion** im 4. Band seiner „Thalia" ab, Hölderlin erhofft sich Gewinn davon, gibt die Erzieherstellung auf, versucht die Herausgabe eines eigenen Journals „Iduna**. Er htmgert, er winj krank, er verdingt sich von neuemt diesmal nach Frankfurt a. M., zu den Rindern des Oontard. Die Vtm Oootatd aber, Frau Susette, geborene Borken stein aus Hamburg, jugendschön, schön geistig, klug, wird ihm Schicksal, Glücl und Verderb. Sie wird ihm „Diotima' göttliche, unerreichbare, nie besessen» Geliebte. Sie beflügelt seine Phantasi zu lyrischen Hj'mnen ohnegleichen, de; asthmatische Ehemann befürchtet — zi Unrecht! — in dem „poetischen Fant einen Nebenbuhler, er setzt Hölderlin den reinen Toren, nach einem häßli chen Auftritt buchstäblich auf dif Straße. Damit „seine Göttin" Frieden habe reist Hölderlin Ende Januar 1802 nacl Bordeaux (als Hauslehrer bei deni Konsul D. Ch. Meyer). Er versucht sich an der (Fragment gebliebenen) Tragödie „Empedokles". Auch hier wieder, wie im „Hyperion", dichtet er sich selbst dichtet er sein erhöhte« und idealisiertes Selbst. Ein halbes Jahr hält es ihn in der südlichen Fremde, dann kommt, im Juli, eine maßlose Ver/.weiflung, ein hemmungsloses Heimweh über des Dichters krankhaftes Gemüt: ohne Gepäck. ohne Zehrgroschen taumelt er durch Frankreich fiebernd nach Hause, landet verwirrten Geiste» bei der Mutter im Schwäbischen, erholt sich noch einmal so weit, daß er (1803) den ..König ödipus" und die „Antigone" übersetzen kann, muß aber (im Herbst 1906) in die Tübinger Klinik gebracht werden, aus der man ihn im Sommer 1807 als unheilbar geisteskrank zu dem Tischler Zimmer in Tübingen in Pension gibt, bei dem er — geistig gestorben — bis zu seinem Tode am 7. Juni 1843 verblieb. Friedrich Theodor Fischer nennt ihn den Werther Griechenlands. Der große Kultur- und Literarhistoriker Johannes Scherr sagt von ihm: „Hölderlin gehört unzweifelhaft na den größten Lyrikern der Weltliteratur.** Brwln Opioiis MARBURGER ZEITimG Samstag/Sonntag, 17./I8. März 1945 * Nr- 76/77 * Seite 3 Unser Veilchen So erzählt die Sage: Als der Sonnen« gott mit seinem glühenden Wagen einst ein gar liebreizendes Mädchen verfolgte, floh die Spröde vor ihm. Allein, \yie flink sie auch springen mochte, sie mußte eiusehen, daß ihie Kräfte nicht ausreichten, um dem schnellen Gott auf die Dauer zu entkommen. Da rief die Schöne in ihrer Not den obersten der Götter um Rettung an. Dieser hatte Mitleid mit dem schüchternen Mädchen, verwandelte es in ein kleines, blauäugiges Blümlein und verbarg es in der Tiefe des Waldes, es sojvor dem Strahlenschein des verfolgenden Sonnengottes schützend. Das ist die Sage von der Erschaffung des Veilchent, das sich noch haute bei fast allen Völkern der Erde einer besonderen Verehrung erfreut In Wien wurden im 13. Jahrhundert zu Eliren des ersten Veilchens Feste gefeiert. Hofleute, Adel und Bürger zogen mit Musik über Land, um es zu suchen. Das schönste und sittsamste Mädchen durfte die Blume brechen. Nach Liedern und Tänzen wurden die Blume und das Mädchen im Triumph in die Stadt getragen. Schon vor etwa 1500 Jahren sprach der byzantinische Arzt Thoodorus Priscia-nus dem Veichen eine außerordentliche Heilwirkung zu. Es sollte genügen, die ersten Veilchen im Frühling anzufassen, um das ganze Jahr vor Krankheiten bewahrt zu bleiben Das war gewiß eine Uberschätzung, aber die Blüten des wohlriechenden Veilchens sind eine hochwillkommene Gabe bei krampfartigem Husten. Schöne blaue Veilchen» syrups waren einst das bevorzugte Hustenmittel der Kinderstube. Kneipp emp-fiehlt bei Keuchhusjjen, eine Hand voll grüner oder getrockneter Veilchenblätter oder die zerquetschten Wurzeln als-Tee zu kochen. In Essig abgekochte Veilchenblätter werden zu Auflagen bei Podagra verwendet; auclj gegen Reizzustände des Auges und der Augenlider sollsn Veilchen gut sein. 25 Arten umfaßt ihre Familie, darunter neben dem Waldveilchen das Sumpf-und das duftende Wunderveilchen. Auch das Stiefmütterchen gehört zu der großen Veilchenfamilie, deren erste Kinder wir nxm bald begrüßen können. Schweiger in sechs Sprachen Schon in jüngeren Jahren, nicht erst In den späten seines Feldhermruhmes, war Moltke der große Schweiger. Als Friedrich Wilhelm IV. daher einmal erfuhr, daß der Hauptmann Moltke (den er persönlich kennengelernt hatte) fünf fremde Sprachen spreche: außer Englisch und Französisch, noch Italienisch, Spanisch und Russisch, die er sich alle während seiner hungrigen Leutnants-Jahre nach und nach zueigen gemacht, meinte der König, obgleich ihm d'eeer Fleiß imponierte: „Da hat er sich also Mühe und Koeten gemacht, um in sech« Sprachen — schweigen zu können. Das verlorene Kind / v«» lun Burkert Im Siebenjährigen Krieg, alt sich König Friedrich Anno 1760 zum Angriff bei Torgau anschickte, kam es auch einem kleinen Detachement von Reichstruppen, es lag gerade im Städtchen Schiida, nicht mehr recht geheuer vor, und die-weil sie mit den Preußen nicht Kirschen essen wollten und. ihnen auch weiter nichts Tapferes einfiel, gaben sie schleunigst Fersengeld, un<^ das war in diesem Falle das gescheiteste, was sie anfangen konnten. Unter den Flüchtenden bafand sich auch eine Wöchnerin. Dia war das Ehe-gespOBS eines jungen sächsischen Artillerieleutnants, war vor etlichen Tagen bei gutherzigen Leuten in dem Städtchen da eines KnAbleins genesen, und der «Va-ter, wie es nicht anders «ein konnte in solchen unruhigen Läuften, war fern. Nun reiste aber das blasse, noch ganz kraftlose Weib nicht in einem kommoden Kaleschlein, wie man's hätte wünschen mögen, sondern auf einem groben Bauemwagen, eine Schütte Stroh unter dem Leib, hatte sie sich notdürftig eingerichtet; ein Kanonier, halb im Weindusel, hockte auf dem Kutschbrett, ein paar andere seinesgleichen lagen stumm wie Kornsäcke oder schnarchend zwischen den Leitern, und es war Nacht, wie man's hat im angehenden November. Dia junge Mutter hatta aln Bündel In den Armen, das war ihr schlummerndes Kind, nahm es so eng an sich heran, als sie nur konnte, dachte einmal ums andere: „Wie fließt' doch die Zeit so langsam, wenn man so lehnt und auf den Morgen wartet", machte sich noch andere schwere Gedanken, sah auch wohl hin und wieder nach dem Himmel, diesem verhangenen, und ob er nicht einen Stern, einen allereinzigen Stern herausstellen wollte, und über dem allen sanken ihr endlich die müden Augen zu. Sie hörte nicht mehr, wie der rauhe Wagen sÄnen Weg klapperte, hörte nicht die kläffenden Bauernhunde, wenn man wieder durch ein Dorf kam, auch füllte sie nicht, daß ihre Arme sich mählich lösten von dem Schatz, den sie doch noch im Traimj ganz fest umschlossen hielten; aber die unschuldigen Kindlein haben ein jedes seinen Schutzengel, wie man weiß, und so ging es auch diesmal noch glimpflich ab. Kam doch so eine Meila und eine halbe hinter dem Wagen drein ein Dragoner dahergetrabt, hatte eine wichtige Ordre, wer weiß an welchen General oder Obrist, in der Satteltasche, und der sieht auf einmal, der Tag hebt schon an zu grauen, sieht auf einmal was vor sich auf dem Waldweg. Er kann just sein Pferd noch zurückreißen, flucht Henker, was liegt dal", meint, es müßt was Lebendes sein, und wirft sich, halb aus Neugier, halb aus gutem Herzen, aus dem Sattel. Und sieht, es ist gottswahrhaftig ein Kind. „Vermaledeite Metze!" flucht er Weib da jammerte: „Mein Kind, mein Kindl ' jammerte sie in einem zu, und es tat einem jeden das Herz weh, der es mit ansehen mußte Und es versuchlen die einen zu trösten, andere kamiin mit einem Rat, die dritten schickten sich gar schon an, sich auf die Suche zu machen, und wiH mit solchem Schimftf das Weib { aber viel Hoffnung hatte keines, man treffen, das dem armen, verlassenen I konnte es deutlich auf den Gesichtern Wurm da Mutter und Hüterin sein müßte; denn er glaubt nicht anders, als so eine Heckenbraut, wie sie jetzt überall hinter den Kriegsvölkern herliefen, •hab' da ihr Kind, so liederlich, so sündhaft verzettelt, tmd das steht ihm wider sein Bauernblut Denkt er: „Ich bin ^ar keine Kinds-raagd. bin ein Dragoner und sogar einer, der sich mitnichten versäumen darf, aber das Häslein da, ich kann's bei meinem Gewissen nicht dem' blinden Ohngefähr überlassen!" Und wiewohl er kaum zum voraus sehen kann, wie olles gehen und enden wird, greift er das Bündel von der Erde, nimmt das Kind in den Arm, so gut er es versteht, und so schwingt er sich wieder auf seinen Rappen. Und ritt, immer in scharfem Trab, weiter seinem Ziel entgegen, sah jetzt, aus dem Frühnebel tauchend, wieder einmal einen Kirchturm vor sich, hörte schon einen Hahn krähen, hatte aber noch immer einen Musketenschuß weit zum Dorf, und konnte alsp noch nicht wissen, was um diese Zeit dorrt vorging. E>ort standen die Leute, noch ganz warm aus dem Bett, um einen Bauernwagen her. hörten an, wie das junge konnte es deutlich lesen. Und es kam unser Dragoner nun eben recht. Ein Engel aus dem Himmel wäre in diesem Augenblick keine süßere Gna-de gewesen. Alle die Leute waren wunderbar bewegt, lobten den braven Reiter, freuten sich mit der jungen Mutter, aber sie selber wußte jetzt am allerwenigsten zu sagen. Ganz überwältigt war sie von dem, was ihr in einem allzu jähen Wechsel, in der letzten halben Stunde, geschehen war. Und das Kind war heil. Kein Gliedlein war ihm zerbrochen, nicht die Haut harte es ihm geritzt. Und war nun wieder in guter Hut. Unter dem Trubel des bösen Krieges wuchs es in seine ersten Der Fuchs abei machte sieh heimlich wieder an die Buttertonne, und als er abends • zurückkam, fragte der Wolf: „Na, was gab's denn? Hast du dir ordentlich die Jacice vollyelressen?" „Das kannst du glauben', sagte der Fuchs. ..Wie heißt denn das Kind?" fragte der Wolf. „Ganzaus", sagte der Fuchs. „Wieder so'n närrischer Name',, sagte der Wolf, „was ihi nur immer für Namen habt für eure Kinder! „Na", sagte er, ,,nun bist du ja satt, aber ich bin hungrig. Morgen wollen wir mit der Buttertonne anfangen. Sonst wird uns die Butter noch ranzig.' ,,Ist gut", sagte der Fuchs, „das können wir machen. Ich habe auch schon daran gedacht." Als sie hinkamen, war die Tonne natürlich leer. Nur an dem Deckel hing noch ein Restrhen von Butter. t „Hab irhs nicht gewußt, sagte der Fuchs. ,,Nun bist du doch bei der Butter gewesen, wenn ich auf der Kind- Jahre hinein. Hat ober dann die Mutter, die sorgende und liebende, gar früh ver- j taufe war.* loren, mußte zu fremden Leuten, hat „Nein', sagte der Wolf, „wahrhaftig auch die Gänse gehütet um ein Stück | nicht. Ich bin das nicht gewesen. Wenn trockenes Brot, draußen vor dem Städt- ' du das nui nicht warst." chen Schilda auf dem Wasen, und ist ^ „Ich?" sagte der Fuchs, „wie kann ich ihm mitunter recht nötig gegangen. Und | ^as denn gewesen sein? Ich war doch was dann weiter aus dem Büblein geworden? Nun, es ist eine Freude, das zu sagen. Es ist hernach aus ihm ein berühmter Kriegsheld geworden: Der Feldmar-schail Graf Neithardt von Gneisenau. Fuchs und Wolf Fuchs und Wolf gingen einmal miteinander üb«r Land. Da fanden sie im Wald auf dem Wege eine kleine Tonne voll Butter, die einem Kaufmann vom Wagen gefallen war. Weil sie gerade satt waren, sagte der Fuchs: „Die Butter wollen wir für Zeiten der Not aufheben." „Ist recht", sagte der Wolf, und so rollten sie die Tonne in einen Graben, in ein Gebüsch und ließen sie da liegen. Ein paar Tage später sagte der Fuchs zu dem Wolf: ,J>u Bruder, ich muß heute verreisen. Ich bin zu einer Kindtaufe geladen. Geh mir aber nicht an die Butter, während ich fort bin. Die gehört uns gemeinsam." „Nur keine Sorgen", sagte der Wolf. „Ich geh nicht dran." Der Fuchs machte sicH also auf den Weg, schlagt einen Haken und kommt zu der Buttertonne, reißt den Deckel herunter und schleckt sich den Bauch voll. Als er abends heimkommt, grüßt ihn der Wolf und sagt; „Schon wieder da? Gabs was Gutes?" ~ „Das kannst du glauben", sagt« der Fuchs, „der Bauch tut mir weh." „Wie habt ihr denn das Kind genannt? fragte der Wolf. „Fangan", sagte der Fuchs. / Von Will Vesper närrischer Name", sagti der „Ein Wolf. Ein paar Tage später sagte der Fuchs wieder zum Wolf: „Du Bruder, ich bin wieder auf eine Kindtaufe eingeladcu. Geh mir aber ja nicht an die Buttel*, wenn du allein bist" „Keine Sorge", sagte der Wolf. Und der Fuchs schlich sich wieder zu dem Tönnchen und fraß, bis er fast platzte. Als er abends heimkam, fragte ihn der Woif: „Nun, hat es geschmeckt?" „Warum denn nicht?" sagte der Fuchs, „bin voll bis an den Hals". „Wie heißt denn das Kind?" fragte der Wolf. ,,Mittendrin", sagte der Fuchs. „Ein närrischer Name", sagte der Wolf. Wieder ein paar Tage später sagte der Fuchs abermals zum Wolf: Du Bruder, ich bin zu einer Kindtaufe geladen." „Schon wieder?" sagte der Wolf. ,,Du hast es gut. Alle paar Tage eine Taufe. Kann ich da nicht einmal mitgehen?" „Nein, nein", sagte der Fuchs, „ungeladen kannst du nicht kommen. Aber geh nicht 'an die Butter, Während ich fort bin." ,,Keine Angst", sagte der Wolf. „Ich denke nicht daran." inune-r auf der Kindtauie." „Wenn's nur wahr ist", sagte der Wolf. Und so stritten sie eine Weile. Zu-leiizt sagte der Fuchs: „Warum wollen wir uns lange streiten? Wir wollen das schon rausbringen, wer das war. Einer von uns beiden war es, denn sonst wußte niemand von der Butter. Ich will dir was sagen: Wir legen uns in die warme Sonne, und wem die Butter dann aus dem Rachen schwitzt, der ist es gewesen." „Meinetwegen", sagte der Wolf, „das können wir machen. Ich habe ja nicht gefressen." Die beiden legten sich also am Mittag in die heiße Sonne, und wie es denn geht, daß man von der Hitze müde wird, so duselt auch der Wolf ein und schläft ,und schnarcht fest. Der Fuchs aber hat das Butterrestchen von dem Deckel mitgenommen, und als der Wolf jetzt ein-gescnlafen ist und nichts sieht und nichts hört, steht der Fuchs leise auf und schmiert dem Wolf die Butter um den Bart und um das ganze Maul herum. Die Butter schmilzt in der Sonne und fettet dem Wolf das ganze Gesicht ein. Nach einer Weile weckt ihn der Fuchs und sagt: „Na, was sagst du nun? Nun siehst du doch, wem die Butter aus dem Rachen schwitzt. Ich habe mir das ja gleich gedacht. Leugnen hilft nichts." Der Wolf wacht auf und leckt sich um den Bart. Wirklich, da trieft alles von Butter. Da kratzt er sich hinter den Ohren und sagt; „Wahrhaftig, du hast recht. Dann muß ich die Butter also doch rein im Dusel gefressen haben. .." LlCHTSPIEl^HEATER Mtue VorführunfltiBlten in den Li^t-spieltheatern! Ab Montag, den 1». M*ri 1*45 Beemn der Vorsteiina-gen um 14. 1B30 und 20.45 Uhr. Kartenvorverkauf »on 9—12 und an 15 Uhr. ____________ BURC-LICHTSPIELE. Sonotae Tonnittfti; 10 Uhr: „DIt aktuelle Stunde", Uf»-Sonderwochenschau mit interessan- ten Beitilmen.__________ «PLÄH»06-LiCHfsi»titE. Der rroBe Ufa-Farbrilm „OiiferianH". mit K"-stina Söderl)auin, Carl Raddati und Irene v. Meyendorff. □ Af^TL- BEKANNTMACHUNGEN and Aber 60 Jahre am «las Alter mit einem Dokmöenl «acB- gewlesen werden. — MsrlmTt. ®- März 1945. gez. Kmus.____33» 12. Deutwh« Rclelislstttrie: Di« Zie-tiune der 5. Klasse rt-er^t Gegen gute Belohnung abzugeben bei Simltsch. Hans-Sachs-Gasse 6. 1296-13 Rrteftasche, rotbraun, mit Srztl. 6e-scheinigtmg. lautend auf Michael Schuh, Fotos, Raiiche'-ha''ten u. Urlauberkar-ten. sowie 167 RM Tegetthoffstrafle— MellingerstraBe verloren, eegen 80 RM Belohnung bei der angeführten Adresse oder „M. Z." 1301- fe Nr. a—8 oder Sanstiges. 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Märg 1945 MAKtoUKGiUi ZlUl UNG Daran woxien wir denken Was dei uiuzeine neuie <.u erti'agen ^at, ist Qit üoeraus sca«ver. Wenn Uu4.cr i errorüomoea in :3eK.uaQen eeiue per->önlichsle Weit zu raucnendeu Trüm-inern zusammenbricht und alles be* jräbt, Wds itun leuer geworden ist, wenn um Ihn ein Sterben ist, das auch in den. Krei« seiner Angehörigen ächmerzliohste Lücken reißt, dann hauit das Lasten aul jeden, unter denen er einstmals sicher geglaubt hätte, zusammenbrechen zu müösen. Aber es zeigt sich, daß er sie zu ertragen vermag, ja daß er daneben noch scnwierige Ptlich-ten erfüllt, wie sie ihm nie zuvor auferlegt worden sind. Was uns nicht umbringt, macht uns in der Tat nur ctärKer, und aus dieser unerschütterlichen Standhaftigkeit unseres Volkes wachsen die Kräfte, die einer ganzen Welt zu trotzen vermögen. Wir aber denken daran, daß wir um unser und unserer Lieben Leben durchhalten und kämpten müssen Wir denken daran, daß unsere Führung mit aller Macht ihre Vorbereitungen trifft, um den Feind im Osten und Westen endgültig zurückzuwerfen. Wir denken daran, daß ihr dies nur gelingen kann, wenn das ganze Volk in bedingungsloser Treue, Tapferkeit und Hingabe hintfr ihr steht. Was uns, unserep Frauen und Kindern bevorstünde, wenn wir kleinmütig, schwach und feige würden, das wissen wir. Tausendfach hat es uns der Feind in bestialischem Morden und Schänden gezeigt. Hingegen wird der Lohn un serec mutigen Ausharrens und unserer Opferfreudigkeit eine glückliche Zukunft sein. Darauf muß all imser Tun eingestellt bleiben, im großen wie im kleinen. Und wenn wir nun am 17. und 18. März bei der letzten WHW-Sammlung dieses sechsten Kriegswinters unsere Spende geben, dann wollen wir auch an die eingeschlossenen Besatzungen unserer Stützpunkte denken, die sich, im schwersten Kampf stehend, auch durch ihre großen WHW-Spenden ein sie für all« Zeiten ehrendes Denkmal gesetzt habra. Es wird gearbeitet und gekämpft bis zum Sieg Der Bundesftihrer eröffnete die neue Versammitfngsaktion des Steirischen Heimatbundes Für opfermutiges Verhalten. Während eines Terrorangriffes anglo-amerikam-scher Luftpiraten hat sich beim Einsatz als Feuerwache der Fleischermeister Karl Holzknecht aus Brunndo^f, , Kreis Marburg-Stadt, durch tapfere Entschlossenheit hervorgetan. Er wurde dafür mit dem Kriegsverdienstkreuz IL Kl. mit Schwertern ausgezeichnet. Volksbewegung in Marburg. In der •raten Hälfte des Monats März wurden dem Standesamte gemeldet: . 48 Geburten (im letzten Berichte 40), hievon 20 Knaben (18) und 28 Mädchen (22). Ferner ereigneten sich 147 Todesfälle (53), imter den Verstorbenen waren 80 Männer und Knaben (39) und 67 Frauen und Mädchen (14). In der diesmal auffallend hohen Zahl der Todesfälle sind auch die Opfer des letzten Bombenterrors inbegriffen. Beim Standesamt wurden 13 Trauungen geschlossen (17). Todesfälle, In der Zwettendorferstraße 116 in Marburg verschied der 69jährige Besitzer Leopold Melacher. In der Kärntnerstraße in Marburg starb der 59jäJirige Reichsbahnbeamte 1. R. Franz Wodenik. In Pettau ist das Kind Emi Serdinschek gestorben. ■' Neue Vorflihrungszetten in den Licht- | spteltheatern treten, wie eine Ankündigung in unserem heutigen Blatt mitteilt, mit Montag, den 19. d., in Geltung. Es gibt wieder Eier. Demnächst wer^ den in der Untersteiermark wieder Eier zur Ausgabe gelangen. Wir verweisen auf den Ankündigungsteil unseres heutigen Blattes. Fristverlängerung bei Berufungen und BeschwTerden. Auf Grund der zweiten Kriegsmaßnahmen-Verordnung können in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten seit dem 15. Oktober 1944 Berufungen und Beschwerden bei den Oberlandesgerichten, Landesarbeitsgerichten und Landgerichten nicht mehr eingelegt werden. Gleichzeitig war bestimmt worden, daß über die vor dem 15. Oktober 1944 eingelegten Berufungen und Ab Mittwoch werden in der ünter-steiermarK Ortsgiuppenvc. samnuun-gen abgehalten, in denen die Redner des Steirischen Heimathundes •'her das Thema „Was wird aus der Untersteiermark?" sprechen. . Den Auiiakt zu dieser neuen Versammlungsaktion bildete die vom fanalischen Kampfwillen beseelte Rede des Bundesführers Franz Steindl in der Ortsgruppe Marburg I. Der Bundesführer führte hiebei u. a. aus; „Es ist in dieser Zeit schwer zu sprechen, wo Worte nichts und Taten alles sind. Wenn dennoch in gewissen Zeitabständen die Männer der Partei zu den Volksgenossen sprechen, so geschieht dies deshalb, weil das gesprochene Wort da wirkungsvollste Bindemittel zwischen Führung und Gefolgschaft darstellt und weil es notwendig ist, die Fragen der heutigen Zeit zu beleuchten und zu beantworten. Die Kundgebungen und Ansprachen von heute unterscheiden sich grundsätzlich \t>n den Kundgebungen aus der Zeit unserer Siege. Aber eines ist sich damals wie heute gleichgeblieben: Der Geist und unsere Kampfentschlossenheit! Wir wollen bei diesen Versammlungen keine falschen Hoffnungen erwecken, sondern vor allem klare Antworten über Pflichten und Rechte geben. Der Krieg und der Frieden ,Zwei Begriffe sind es vor allem, mit denen wir uns heute auseinanderzusetzen haben und die unser ganzes Denken beeinflussen :Es sind dies der Krieg und der Friede. Was wir ersehnen und -wünschcn, ist der Friede, ist die Zeit, wo das Leid und die Tränen * wieder versiegen, der Bombenterror aufhört und der Wiederaufbau beginnen kann^ Wie können wir zu diesem Frieden kommen, wie können wir ihn erringen? Durch Ergeben? Niemals!" Der Bundesführer zeigte dann die Ziele unserer Feinde auf und anhand von Beispielen die Folgen, die unser warten, wenn wir schwach würden. „Dieser "iKrieg in seiner Furchtbarkeit hat alle Brücken abgebrochen — und er muß bis zur letzten Konsequenz durch-gesianden werdea. ci.ivor Kein Zurückweichen und auch kein Ausweichen — und dieses Volk, das diesen Krieg besteht, wird schließlich auch siegen. Jedem drängt sich dabei zwangsläufig die Frage auf, wie soll Deutschland unter den gegebenen Umbänden siegen und gegen e'ne ganze Welt von Feinden bestehen, werm nicht cm Wunaer schiebt. Der Feind steht in Köln und Aachen, vor Stettin und Danzig. Dennoch glauben wir an kein Wunder, sondern einzig und allein an unsere Kraft. Sie allein ist das Fundament unseres Glaubens und unseres Willens und einmal wird wieder die Stunde kommen, wo das Signal zum Angriff geblasen wird und unsere Divisionen marschieren und das deutsche Land befreien und den Feind dorthin jagen werden, wo er hingehört: in die Steppe." Nie mehr in Untersteier ein 1918 Nachdcm der Bundesführer ein offenes Bild der militärischen Lage gegeben hatte, ging er auf die aktuellen Fragen der Untersteiermark ein und gab Antwort auf die Frage: Was wird aus der Untersteiermark? Die Untersteiermark ist und bleibt beim Reich. Wie sie treu in Zeiten des Leides zum Reiche gestanden hat, führte der Bun-desfüfirer aus, so wird sie in Zeiten des Sieges auch die Früchte ihrer Treue ernten. Wie oft hat der bolschewistische Feind prophezeit, daß er die Untersteiermark „befreien" wolle. Er hat immer wieder »neue Termine angesetzt und sie immer und immer wieder verschieben müssen. Auch hier wanken und weichen wir nicht vor dem Feinde, bis zur Stunde des Sieges. Es gibt auch in der Untersteiermark kein 1918 mehr, wo eine schwache Führung versagte. Was uns hiezu das beste Ftecht gibt, rief der Bundesführer aus. ist der Untersteirer selbst in seiner breiten Masse. Er hat sich bewährt und hat die Treue gehalten und allen Lockungen standgehalten. Deshalb haben wir uns hier ein politisches Konzept zurechtgelebt: Der rücksichtslose Kampf gegen alle Banditen und ihre Helfer bis /u deren restlosen Vernichtung. Der Bundesführer zeigte sodann die Entwicklung des Büiiditen-wesens in der Untersteiermark auf und bewies ihre kommunistische Zielsetzung unter Führung Moskaus: die ] Zerstörimg der Untersteiermark und i die Vernichtung und Ausblutung ihrer Menschen. Ihrem Terror aber werden wir den unsrigen entgegensetzen, hart und mitleidlos. Der Bundesführer befaßte sich in seinen weiteren Ausführungen mit dem Stellungsbau, den Schanzarbeiten, dem Volkssturm und des weiteren mit der Ernährung&iage in aller Offenheit. Iii gemeinsamer Anstrengung und Arbeit — aber auch im gemeinsamen Kampf wollen wir alle Voraussetzungen des Sieges schaffen. Jeder einzelne von uns wird und muß trotz härtesten Luftterrors seine Pflicht rückhaltslos erfüllen, der Arbeiter vor allem muß dem Soldaten die Waffe geben, die er zum Siege benötigt und das Volk in der Untersteiermark muß darüber hinaus kämpfen und wieder kämpfen. Gleiche Sorgen, gleiche Pflichten Die Zeit des Kritisierens und des tatenlosen Umsichschauens ist nunmehr endgültig vorbei — rief der Bundesführer abschließend aus — wir haben alle die gleichen Sorgen und die gleichen Pflichten und stehen alle unter dem gleichen Gesetz. Für uns alle gilt: Sieg oder Tod! Wir werden die Zähne zusammenbeißen und werden arbeiten und kämpfen — komme wa« da wolle. Vieles wird uns noch genommen werden, aber das Eine, das Große, kfinnen sie ims nicht nehmen: Unsere Treue zum Führ» und imseren Glauben an ihn und an das Reich. Am Ende allen Kampfes und allen Leides steht der Sieg Deutschlands! Mit der Führerehrung wurde die Versammlung geschlossen. Am gleichen Abend fanden zwei weitere Versammlungen in der Ortsgruppe Marburg I und Marburg II statt, in denen Kreisführer Strobl und Führungsamtsleiter Treml von der Bundesführung sprachen. An das untersfeirische Landvolk Landesbauernführer Hainzl erläßt an unser Landvolk nachstehenden Aufruf: „Die Frühjahrsbestellung 1945 steht bevor. Welche Anbauparolen dabei zu beachten sind, ist in allen Ortsbauem-schaften besprochen worden. Jeder Hof muß wissen, welche Fliehen an Brotgetreide, Kartoffeln, Gemüse, Ölfrüchten und Flach« von ihm erwartet werden. Die Emährtmgslage zwingt uns, insbesondere die Brotgetreideflächoa auf den früheren Stand zu bringen und d^e Kartoffel- und Gemüseflächen w^-ter erheblich auszudehnen. Ich erwarte von allen Bauern und Bäuerinnen, aber auch von allen Kleinbetrieben und Gartenlandbeeitzem, daß die Ländereien in erster Linie mit Nahrungsmitteln bestellt werden und die Viehhaltung den verbleibenden Möglichkeiten der Futtererzeugung angepaßt wird. Eine Verringerung der' Schweinebestinde und Kleintlerbestln-de, ab«> auch eine gewisse Einschränkung der Pferdehaltung und eine Eii^ sparung an Pferdefutter zugimsten der Milchwirtschaft muß in Kauf genommen werden. Von der rechtzeitigen und ordnungsgemäßen Durchfühnmg der Frühjahrsbestellung hängt die Ernährung im Jahr 1945/46 ab. Alle Kräfte sind zu mobilisieren, da^t alles Land gemäß der Planung des Reichsnährstandes bestellt imd nichts versäumt wird, was zur Emäh-rungssicherung tmseres Gaues, dw nun in der Hauptsache auf die eigene Erzeugung angewiesen ist, beitragen kann. Ich erwarte femer von unseren Bauern und Blueiinnen, daß sie die Bestellungsarbelten und ^e nachfolgenden Pflegearbeiten in die frühesten Morgenstunden und späten Abendstunden verlegen und auch zur Naditarbeit greifen, falls dies die Lage als notwendig erweist. Auch unsere bäuerliche Arbeit ist dem Gesetz des Kampfes und der Front untenrnrlen. In der Entscheidungsstunde des deutschen Volkes wollen wir alle unsere Pflicht bis zum Aufierstea erfüllen imd aus steirischem Boden das Heits-einsatz. Zwei Tage ontertrdisdier Kampf in einer Fnchsiiöhle. Bei Reichenberg (Sudetenland) hatte ein Heger eine besetzte Fuchshöhle aufgespürt und seinen Foxterrier losgelassen, der durch das Schlupfloch in die Höhle eindrang. Nach dem Gewühle und Rumoren zu schließen, entspann sich ein erbitterter unterirdischer Kmmpf, der zwei volle Tage dauerte. In ^fürchtungen um das Schicksal des Hunde« Uefi der Heger die Höhle aufgraben. Als man sie freilegte, fand man den tapferwi Foxterrier als arg zugerichteten Sieger, der bei zwei erwürgten stattlichen Füchsen wachte. Wir arbeiten in unserm Gemüsegarten Manch einer und manch eine, die frü- • nachdem er vom Schnee frei geworden. her das nicht kannte, greifen heute zum Spaten und legen sich vernünftigerwe.se einen Gemüsegarten an. Dabei können unseren Frauen auch die Buben helfen. Zunächst einige grundsätzliche Hinweise für die Auswahl des Gartenlande«: Der Platz für den Gemüsegarten soll sonnig und möglichst windgeschützt sein. Man einigermaßen trocken und nun bereitet ist? Folgende Gemüsearten sind dann anzusäen, wobei die im Gewicht angegebene Menge des Saatgutes für zehn Quadratmeter berechnetest: Erbsen: Allerfrüheste Mai (sie wachsen 80 cm hoch), Kleine Rheinländerin (30 cm hoch), Vorbote (80 cm), Konsei- soll den besten Boden hernehmen, den i venkönigin (100 cm), 200 Gramm. Ka- man dazu finden kann. Dcis Gartenland soll natürlich schon im Herbst vorbereitet worden sein, weil das Durchfrieren den Boden lockert und manches Ungeziefer vernichtet. Natürlich wird ein wenig vorbereiteter Boden bei weitem noch nicht den Ertrag bringen, den jahrelang sachgemäß bearbeitetes Gartenland hervorzuzaubern vermag, und auch auf einem kiesigen Landstück wird man geringere Erfolge haben als etwa auf hu-mushaltigem Boden. Bäume pder Sträucher dürfen jedenfalls das Grundstück nur möglichst wenig lange im Tag beschatten. Das Wesentliche ist die Verbesserung des Bodens. Von ihr'hängt alles ab. Wer Stallmist zur Verfügung hat, braucht sich Jetzt kann der Boden gekalkt werden. Bei schwerem Boden Brandkalk, bei leichtem kohlensauren Kalk verwenden. Brandkalk (Stückkalk) wird auf 100 kg Haufen geschüttet und stark mit Erde gedeckt. Soll der Kalk schnell zu Pulver zerfallen, kann der Erdmantel kräftig mit Wasser angefeuchtet werden. Nach Ausstreuen des Kalkes sofort mit Rechen flach unterbringen Beete, die im Herbst liegen blieben, sind sofort umzugraben und einzuebnen. überwintertes Gemüse (Spinat, Feld- jeder hat gerne ObstT Daher muß nun auch die Aroeit un Obstgarten kräftig einsetzen. Da ist vor allem der Baumschnitt rasd^^t zu beenden. Dabei ist auf Kirschbciume besondeni zu achten, denn bei ihnen kommt e« nicht selten vor, daß Zweig« und Aste plötzlich eintrocknen und ganze Bäume, die bisher völlig gesund waren, eingehen. Schuld daran sind kleine Pilze, die beim Schneiden der Bäiune durch die Scher« übertragen werden. Deiiier sollen Baiun-scheren vor und während der Verwendung wiederholt in «inproz«ntiger Lysollösung abgewaschen oder «onstwie gründlichst gereinigt werden. Beim Schneiden sind alle abgestorbenen und mit Pilzgeflecht überzogenen Zweige sorgfältig zu entfernen. Dann Beginn des Umpropfens. Bei Kirschen und Weichsein wird der Anfang gemacht. Bei frostfreiem Wetter Sprltxung mit ObstbaumkarboHneum oder Gelbspritzmitteln. Spritzen hat nur Zweck, Wenn es sorgfältig lUMi in vorgeschriebener Stärke genaciit wird. Spritzen der von Mehltan befallsDen Stechelbeerstriucbei nach eorgfältigem Schnitt mit xweipro-zentigem Kupferkalk oder Kupferspritz-mitteln. Spritzen der Pfirsiche bei Knospenschwellung mit einprozentigem Kupferkalk unter reichlichem Kalkzusatz gegen Kräuselkrankheit. Untersuchung* des Fruchtholzes auf Apfelblattfloh: an I geschützten Stellen finden sich winzige orangenrote Eier. Bek&mphmg: Besonders sorgfältige Gelb- oder Karbolineum-sprit^ung. Baumscheiben, wenn im Herbst noch nicht gegraben, jetzt nachholen, dabei Wurzelbeschädigungen ▼ei-meiden. Stell- und auch Handelsdünger kann lüebei gegeben werden. Bei jungen. wachsenden Bäumen ist die Baumscheibe TO Jahr SU Jahr sm rergrößera. Bei reichlicher DOngrmg und genügend natürlicher Bodenfeuchtigkeit können auf Baumscheiben Kartoffeln oder Buschbohnen angebaut werden. rotten. Pariser Markt, Erstling, 6 Gramm. ! salat) sinä jetzt zu hacken und, wenn Wurzelpetersilie: Kurze, dicke halblan- ) vorhanden nyt einem Salpeterstickstoff ge, lange, glatte, 5 Gramm. Radies: j düngen. Dreienbrunner, Eiszapfen, 20 Gramm. . Wenn noch nicht geschehen, ist im Rettich: Ostergruß, Stuttgarter Riesen, ' Frühbeet auszusäen: Sellerie, tPaprika. 10 bis 15 Gramm. Schwarzwurzel: Ein- Karfiol, Zwiebel, Porree, Kopfsalat, jährige Riesen, 15 Gramm. Zwiebeln: Frühkraut zuletzt auch Tomaten (Para-Zittauer gelbe, * Stuttgarter Riesen, 15 deiser) Da Frühbeetfenster nicht zu erGramm Schnittsalat: Eishäuptel, Schnitt, halten sind, können Winterfenster als 10 Gramm. Spinat: Juliana, Viktoria, 30 Ersatz genommen wer(^en Aus einigen -Gramm. \ Brettern ist schnell ^in Kasten gezim- Auf Saatbeete können nach Aufhören mert. Bei der Anlage tst darauf zu TAPFERER UNTERSTEIRER Aus der Ortsgruppe 4ochenegg, Kreis Call, wurde GrendUier Kudoll vVrenko mit dem iiAsemen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. • AiO,^n«;n«r oder nasser März? Fui den i^andmann und seine reiaedeckt, und die Weiden sehen dort aui wie zerrissene Besen. Die derart in de: ^atur wüten, wissen anscheinend nicht wie wichtig Weidenkätzchen för du Bienenzucht sind. Diese hübsdien KSt?.-chen bedeuten nämlich für unser« Bienen die erste Nahrung des neuen Jah res, ohne die manches Bienenvolk verhungern kann. Von den Bienen kommt aber nicht nur der Honig, von ihneTi hängt aber wieder da« BestSiAen dei Obstbäume ab, ohne daß wir keli^i Apfel-, Birnen- und sonstige Obstemt« hätten. So gibt es nur den Rat und d'i Überlegung, «ich an den Slberb&llchai zu freuen, ohne sie dahefm im Zinunw welken zu lassen. Sie sind Kinder dt Natur, der wir sie nicht rauben dtlrf«:. Jetzt im Kriege schon gar nicht. Ww aber nicht hören will, wird föhlen sen. Denn auf das Abreißen und Heira schleppen von ^Vetdenkitzchen stehe? empfindliche Strafen. Feldpostpickchm ^estolilen Der 22jährlge Po«tfacharbeiter Michael Jurkowltsch hatte sich tot der* Gerichte in Martiurg wegen Diebstahles von «nrhs Feldpostpäckohen zu v«r-entWorten. Jtirkowitsch wurde in Sirme der Anklage «chuldig erkanr^ und als Volksschädling zu fünf Jahrer Zuchthaus verurteilt. Der Vopsltzendt verwies in seiner Urteilsbegründunj auf die besondere Verwerflichkeit dei Straftat, da der Angeklagte durct «eine Handlungswelse Frontsoldatei bestohlen und die enge Bindung zwi sehen Front und Heimat geschädig" hatte. Das Gericht habe von der ai sich verwirkten Todesstrafe desweger abgesehen, well der Angeklagte selb*-dur