LmbllcherOMtlmg. Nr. 89. PränumeUnlionsPrei«: Im Comptoir ganzj. fl. 1l, halbj. fl. 5.5.0. Fi!r die ZusteNmiss ins Hau« yaldj.5ulr. Mit der P°st gan)j. fl. 15. halbj. sl. 7.5U. Donnerstag, 19. April Inst»tion»g«lüh» bis 10 Zeilen': imal ßOt»., 2m. 80 lr., 5>n. 1 fi.; s? aber der Wnnsch dcr Aevölkenma. oder besondere örtliche oder andere bcachtenö-werthe Verhältnisse denselben rä'thlich machen, wieder eingeführt werde. C's handelt sich hier keineswegs um eine Ger-manisirung der Jugend, sondern um Erreichung eines höchst wichtigen Nebenzweckes, ohne hiebci den Hauptzweck, dcn man nie aus dcn Augen verlieren darf, nämlich die vorschriftsmäßige Ausbildung dcr Jugend auf Grund der Muttersprache, zu gefährden oder im geringsten zu beeinträchtigen, nachdem ohnehin die Kinder 0 volle Jahre ordnungsmäßig die Schule zu besuchen und sodann ein ganzes Triermium dem Fortbildungsuntcrrichte beizuwohnen haben." Wir fragen getrost jeden nnbefangencn Leser, ob in dieser Stcllc etwas zu fiudcn sci, waS die obigen von nationaler Seite anögcsprochcncn Besorgnisse zu rechtfertigen gcciguct sci? Wir sind überzeugt, daß die Regierung weit entfernt ist, niedern Boltsschulcn dic Pflege dcr deutschen Sprache vou Amtöwcgcu vorzuschreiben. Jedoch wird sic sich immcr verpflichtet schcn, bezüglichen Wünschen dcr <Äcinciu?cn, insofern folchc ausführbar erfchciucu, Ncchnung zn tragen. Auch anf dcn Einwand wcgcn Verkümmerung des eigentlichen Vollsuntcrrichtcs durch das Erlerne» dcr deutsche» Spiachc antwortet obige Slcllc bündig genug durch die Hiinvcisnug anf dcu laugen Zeitraum von 9 Jahren, dcr iu dcr Volksschule zu Gebote stcht, in dem also wohl Zeit genug erübrigt für cineu Sprach« unterricht, dcr nur ncbcnhcr und nur, wo dcr Wnufch dcr Bevölkerung ihu verlangt, betrieben wcrdcn foll. An die Verfasser dcr fraglichen Artitcl, wenn sic sich einigen Einflusses um ^aude bcrühmen, möchten wir die Bitte richten, daß sie solche» lieber bcnützcn möchten, um allseitig daS Schulbcdürfuiß und die darauf bezüglichen Maßnahmen ernsthaft zu uutcrslützcn, statt durch Ausstreuung von Besorgnissen, an deren Bestand sie selbst am wenigsten glauben, die öffentliche Mcinnng irre zu lcitcu und vielleicht das Pflichtgefühl und dic schuldige Folgsamkeit dcr Vchrer gegenüber den Anordnungen dcr leitenden Schulbchörde wanlcud zn machen. _________ Laibach, 19. April. Im Augenblicke ist die Anfmcrlsamlcit von dcr den eigentlichen Kontrovcrspuult bildenden fchlcSwig'holstci^ nischcn Frage abgelenkt und auf die Verhandlungen wcgcn Einstellung dcr Rüstungen nud Durchführung des BuudcsprojcltcS ausschließlich gerichtet. Uutcr dicscn Umständen verdicut cine Berliner Korrespondenz dci „Allg. Ztg." besondere Beachtung, welche sagt: Dic letzte Nummer der ministeriellen „Provinzial-Korrespondcnz" enthält unter andcrm auch eine mystc-riöfc Andentuug nbcr cine von uufcrcr Rcgicrnng lieab« sichtigtc neue Aktion in dcr schlcswig-holsteinischen Frage. Einc nahe Zukuuft, sagt sie, werde bald dcn Irrthum schwinden lassen, daß die prenßischc Politik bei der gegenwärtigen Wendung „die schleswig'holstciuischc Frage iu ihrer uumittelbarcn Bedeutung geringer anschlage und dcrcn Losuug nach deu Aufordcrung.cn preußischen und dcntschcn IntcrcsscS ctwa minder bestimmt und fcst im Augc behalte." Ob sich's hierbei um die Vcrwirkli« chung dcr Einvcrlcibnngögclüstc durch das Mittel eines Parlamcntsbcschlusses odcr um eine andere'Ucberraschnng handelt, ist bci dcr Unstätigkcit der gegenwärtigen preußi-schcn Politik schwer zu crrathcn. In der schlcswig-hol« stcinischcn Sache lassen wir heut einmal cincs unserer größeren Provinzialblättcr, die „Danziger Zeitnng," spre« chcn, wclchc sich so vcruchmcu läßt: „Das materielle Nccht war auf Preußens Scitc, als cs die Februar-Ae-dingnngcn stclltc, und cs würde auch im Fall der Annexion auf seiner Scitc sein, wenn dic verfassungsmäßige Volksvertretung dcr Hcrzogthümcr ihrc freie Zustimmung zn dcrfclbcn ertheilt. Dagegen hat die Bis« marct'fche Politik dahin geführt, daß das formelle Nccht auf Scitcu Oesterreichs stcht, wcnu cs sowohl dcu Februar-Bedingungen als anch dcr Annexion sein uulie« diugtes Veto cutgcgcnstcllt. Nach dcn Verträgen, die BiS-marcl selbst abgeschlossen, kann Prcnßcn über die definitive Regelung dcr schlcswig - holsteinischen Verhältnisse nicht ohnc die volle Zustimmnng Oesterreichs verfügen; allerdings auch Oesterreich uicht ohnc dic Preußens. Dagegen stcht cs nach diefcn Verträgen bcidcn Mächten vollkommen frci, durch friedliche Mittcl dahiu zu wirken, dcr einen, daß Preußen, dcr andern, daß ctwa dcr Angustcn-burgcr bci dcr definitiven Regelung iu dcn Allcinbcsih dcr Hcrzogthümcr gelange. Oesterreich hat dahcr die Grenze seines sormcllcn Rechts iu keiner Wcisc iibcr« schritten, als cs dic Agitation zn Gunsten dcs Augusten^ burgers ^n.^MMvig-HoIstc!U duldete, und Bismarck befand sich in MeWvffckMrcn Irrthum, als er in seiner Iauuar - Dcvcschc dicsc Dcmonstrationcu alS „feindlich gegen das für Prcußcu und Oesterreich gcmcinfame Recht dcr Souvcränetät in dcn Hcrzogthümcru" bezeichnete. Nach der eigenen Erklärung der preußischen Regierung vom 29. Novcmbcr 1,864 vcsilM Preußen nnd Oesterreich überhaupt leine Souucrüuctät in dcn Herzugthü-mcrn, wcöhalb denn auch dic Verordnung vom 4. März nicht zu rechtfertigen ist. Denn in jcncr Erklärnng heißt es, übcrcinstilnmend mit Art. 3 dcs Wicncr Friedens, nur: daß durch denselben an die Souveräne dcr deutschen Großmächte diejenigen Ncchtc zcdirt seien, dic Ehri» slian IX. anf dic Hcrzogthümer bcfcsscn habe, nnd dicsc Rcchtc wcrdcu nnr als dic dcö „vorläufigcu Besitzstandes" bczcichnct, und wic er zur Zcit dcr Vcrhäugung dcr Exekution in dcn Hcr<.ogthümcrn bcstaud." Dieser „vorläufige Besitzstand," hcißt cs dann wcitcr, sci „anf Oesterreich nud Prcußcn übcrgcgangcu;" nud cudlich: „Dicscr vorläufige Besitzstand konnte und kann, so lange dic gcgcu dcnsclbcu crhobcucn Ansprüche andcrcr Prätendenten nicht zur Anerkennung gebracht sind, wcdcr voin Bundc noch von cincr andern Regierung angefochten werden." Von dcnl Ungrunde dcr Behauptung, daß Oesterreich gerüstet habe, bcgiuncu sich übrigens dic preußischen Blätter durch Ausscndung cigcuer Speziallorrc« spondcntcn zu nberzcugeu, wir bringcu nachstehcud einen dicsfälligcn Bericht: Von dcr b öhmisch-schlc fischen Grenz«! wird dcr „Schlcs. Ztg." geschrieben: „Referent hat im ttanfc der letzten Woche Gelegenheit gehabt, die Grenze von Vrauuau übcr Politz, Nachod, Slalitz, Iofcphstadt, Lomnitz, Turuau bis nach Ncichcnberg zu bereiscu, und hat sich mit cigcucn Angcn überzeugt, daß mit AuS-unhmc von dcr Festung Iosephstadt, der Stadt Iaro-miiz und Iicin, von Vraunau diS Reichcnberg (einschließlich Rcichcnbcrg) lein Mann Militär stcht, so daß also die sämmtlichen Grenzstädte: Rcichcnbcrg, Tur< nau, Lomnitz, Hochstadt, Starkcnbach, Hohenclbe, Ar-uau, Königinhof, Trautcnau, Starlsladt, Slalitz, Nachod, Politz und Braunau uubcsctzt siud, wic sie scit Jahren gcwcscn sind. Iu Ioscphstadt und Iaromirz liegen: 1. das Regiment Großfürst Michacl ganz, aber voll-ständig auf Fricdeusfuß, 2. vom Regimcntc Großfürst Konstantin 2 Bataillone, 3. 3 Batterien Artillerie, 4. 1 Dctachcmcnt Genietruppen nud 5>. 2 Bataillone Jäger. Von einer Veränderung ist auch seit memem letzten Bericht vom 29. März noch nichlö zu bemerkn; 602 auf den Wällen steht anch nicht eine Kanone, die Graden sind vollständig ohne Wasser, in und nin Joseph-stadt herrscht die. friedlichste Stille. In Iiciu steht ein Bataillon Jäger, die aber seit Jahren dort stehen nnd ans dem Grunde, weil in der Mhc ein bedeutendes Zuchthaus mit vielen Sträflingen ist, außerdem befindet sich dort ein Dcpolbataillon von Graf Nobili 3ir. 54. Die österreichische Dienstzeit ist achtjährig und hat außer-dem noch zwei Jahre Reserve; nach dem dritten Jahre beginnen die Beurlaubungen auf uubcslimmlc Zeit. Referent lann verbürgen, daß in fämmtlichcn Grenz» bezirken von Vrannau bis Rcichcnbcrg nicht ein Urlauber eingezogen ist, trotzdem einige Bezirksämter wegen Man« liclS an Beschäftigung für die arbeitende Klasse höheren Orts darum eingekommen sind; von der im März d. I. vorgenommenen Asscntirung ist noch niemand der Assen-lirlcn einbcordcrt und slchcn selbst von der vorjährigen noch viele zurück. Referent hat auf dein Bahnhöfe von Iosephstadt am 11. d. M. gesehen, daß mit dem Abcnd-zugc 6 Uhr 5 Min. 80 Mann Artilleristen ankamen, die als Beurlaubte auf unbestimmte Zeit ihrer Heimat von dort aus zugiugcu. „Die von vielen Seiten geschilderte Gehässigkeit gegen das preußische Volk hat Referent nirgends, weder bei den Offizieren noch bei dem Publikum, gefunden; Referent hatte Gelegenheit, in Joscphstadt mit Offizieren zusammen zn sein, mit der Geglcitnng deS Generalmajors v. Gondrecourt, die nach Iiciu zur Inspektion fuhren, von Joscphstadt nach Falzcndors in cincm Eoup<^ hin nnd zurück zu sahrcu; cs wurden allerlei Bcmcr-lnngen über die gegenseitige Stelluug gewechselt, ohne aber auch nur dic geringste Form von Gehässigkeit anzunehmen." Solchen bestimmten Aussagen gegenüber lönnen wir unser Erstaunen über die auch in der ncucstcu Antwort der preußischen Regierung ausgedrückte Forderung, Oesterreich habe seine Armee anf den FriedeuSfliß zu setzen, nicht verbergen. Während also die preußischen Rüstungen unnntcrbrochcn fortgesetzt werden, soll Ocstcr-reich, welches bisher allerdings noch im FriedenSstandc verharrt, nicht einmal zn defensiven Rüsluugcu greifen dürfen, daS heißt: der österreichischen Lokalität das Acnßcrste znmnlhcn, nämlich sich mit gcbnndcncr Hand dem Gcgncr zn überliefern. Unsere Regierung, welche in der Depesche vom V.April eine so entschiedene Sprache führt, wird sicherlich auch auf eine solche Hcransfor-dcrung dic richtige Antwort zu finden wissen. Oesterreichische Depesche umn 7. Hjiril nn den grasen Aarolyi in Nerlin. Ich übersende Ew. im Anschlüsse eine Abschrift der Rote, mittelst welcher der l. preußische Gesandte Freiherr v. Werther im Auftrage seines HofcS die vou Ihnen am 31. v. M. an den Herrn Grafen v. Bismarck gerichtete Rote beantwortet hat. , Wenn das Kabinct von Berlin in jener Note dabei bcharrt, die angeblichen Rüstungen Oesterreichs als die Ursache der entstandenen KricgSbcsorgnissc darzustellen, so zweifeln wir in der That, ob der Charakter der Würde, welcher von einer Verhandlung zwischen zwei großen Mächten nnzertreimlich sein soll, uns erlaube, diese Behauptung nochmals ausdrücklich zu widci legen. Wir berufen uns ruhig auf das Urtheil der Welt über dcu Versuch, Oesterreich offensiver Absichten zn beschuldigen. Wäre die Note dcS Freiherr v. Werther im Rechte, so müßte Europa während der letzten Monate in schwerem Traume befangen gcwescu sein. Daß man in Preußen laut davou sprach, die Annexion der Her-zogthümcr müsse mit Güte oder mit Gewalt vollzogen werden, — daß am 26. Jänner eine Depesche des Grafen Bismarck nach Wicn abging, wclche in allen preußischen RcgicrungSorgancn geflissentlich als der Vorbote dcS Bruches bezeichnet wurde, — daß uach unserer ablehnenden Antwort außerordentliche Staats» bcralhnugen unter Zuziehung hoher Militärs in Berlin stattfanden, — daß Maßregeln zur Vorbereitung einer Mobilisirungsordrc getroffen wnrdeu, — daß Preußen«? erster Minister die Unvcimcidlichkcit eines Krieges be-tonte, — daß er am M. März die offene Frage Ew., ob Prcußeu die Gasteincr Konvention gewaltsam zn lösen beabsichtige, mit einem Nein beantwortete, welches er selbst für werthlos nnd nichtig erklärte, — daß Prcußcn mit dem Florentiner Hofe über die Eventualität ciucs Krieges gegm Oesterreich unterhandelte, — dieses nlleS niüßtc eitel Sinnestäuschung gewesen sein, und der Wirk-lichleit müßten nur jene drohenden österreichischen Heeres-masscn angehören, welche sich seit dem 13. März — es ist daS prcußischc ssabinct selbst, welches dieses Datum anführt — gegen dic preußische Grenze bewegt haben sollen! — Aber die Dinge sind vor Aller Augen anders verlaufen, und sic stehen noch hcutc anders. — Auf ausdrücklichen Befehl Sr. Majcstüt dcS Kai< fers wiederhole ich hiermit die bestimmte Erklärung, daß in Oesterreich noch bis zum heutigen Tag kcinc der Verfügungen getroffen worden ist, wclche nach unfcrcr Hcc-resorganisation dic Eröffnung cincs großen Krieges vorbereiten müssen. Es ist insbesondere keine irgend crhcb-lichc Truppcn.Konzcnlralion, geschweige eine Anfstcllnng Ml dcr Grenze angeordnet worden, lein ungewöhnlicher Anlauf von Pfaden, leine Einberufung von Urlaubern in ncnncnSwcrthcm Umfange hat stattgefunden. Ja, dcr Kaifer, unser a. g. Herr, ist in scincr Zuversicht so weit gegangen, daß Sc. Majestät mich ermächtigt hat, von ! denjenigen Dislokationen, wclche in Wahrheit vorgenommen worden sind, den» k. preußischen Gesandten ohne Rückhalt Mittheilung zu machen. Mit dcr vollsten Au-torität hat daher Frhr. v. Wcrthcr gcgründctc Nachrich- ! ten über die diesseitigen mililärischcu Maßregeln uach Berlin melden können. Dic übrigen, aus welchen man dcn Allarmrnf dcr Ansammlung ciucr Armee an dcr Nordgrcnze Oesterreichs gemacht hat, muß ich mit grüß- ' tcr Entschiedenheit, wic ich cS bereits wiederholt münd-lich gegenüber dem Frcihcrrn v. Wcrthcr gclhan, für wahrhcitswidrig erklären. Icdc Diskussion übcr dic Priorität militärischer Vorkehrungen in Oesterreich oder in Prcnßcn ist endlich vollkommen überflüssig gemacht worden durch das Wort dcö Kaisers, welches dafür, daß Oesterreich kciucu Angriff im Sinne habe, mittclö dcr Note vom 3l. März klar und bündig verpfändet worden ist. Eine analoge Versicherung, cben so klar nnd bim« dig im Namen Sr. Majestät dcs Königs Wilhelm er-theilt, bedingt von selbst dic beiderseitige Einstcllnng jcdcr wcitcrn Maßregel von kriegerischer Bedeutung. Eine solche Versicherung haben wir deshalb zu erhallen gewünscht, und hcntc licgt wirklich, in Ewidc-rung auf die erwähnte Notc, dem kais. Hofe dic förmliche Erklärung vor, daß dcn Absichten Sr. Maj. dcs Königs nichts ferner licgc, als cin Angriffskrieg gegen Oesterreich. Dcr Kaiser, unser a. g. Herr, hat auf dicse Er-klürnng gehofft. Sc. Majestät nimmt dieselbe mit Ver-trancu an. Ein Grnnd zn weiteren Rüstungen liegt sonach nicht mehr vor, nnd da in Oesterreich, wic ich im Vorstehenden crhärlct hadc, tcine Kricgsvorbcrcitungcn im Gangc sind, so müßte» wir nnnmchr dcr — in dcr Nolc dcö k. preußischen Gcsandtcu mit Bedancrn von l uus vermißten — Nachricht entgegensehen, daß die in Prenßcn am 28. v. M. erlassene MobilisirnngS-Ordrc ! unausgeführt bleiben wcrdc. Um ciuc beruhigende Mit-lhcillma. hicrübcr wollen Ew. unocrwcilt, da das kaiserliche Kabinct nach dcm stattgehabten Notenaustausche uicht ohuc schwcrc Vcraulwurilichkcit gcgcn cinc läugcrc «Fortsetzung dcr Rüstungcn PrcußcuS glcichgillig blcibcu töuutc, dcn lüuigl. Hcrrn Ministcr-Präsidcntcn, welchem Sie dic gegenwärtige Depesche in Händcn lassen wollen, ersuchen, und n»s vou dcm Erfolge Ihres Schrittes durch dcn Telegraphen Anzeige erstatten. — Empfangen :c. :c. lc^_____ Oesterreich. Wien, 17. April. ff Die hcnle Morgens dnrch dcn Telegraphen bekannt gewordenen charakteristischen Zügc dcr Situation ließen wohl vorauoschcn, daß die Börse eine schr bc< wcgte sein werde. Nichtsdestoweniger überbot die da-sclust momentan herrschende Dcrout alle Befürchtungen. Was mau unlängst von Paris meldete, daß cs geradezu zur Uumöglichlcil geworden sei, die Knrse zu no-lircn, daö lonnlc man hcntc auch von dem hiesigen Platze sagen. So wenig cs aber möglich war, die Kurse zu notircu, so wcnig war es auch möglich, die anf die Sliliumiilg eiuwirlcndcn Gerüchte zn fixircn. Via» wollte wissen, daß Graf Mcnsdorff hcutc Baron Wcrlhcr cmpfaogcn und dic preußische Antwort auf dic österreichische Note vom 7. d. entgegengenommen, daß diese Antwort aber nichts weniger als beruhigcud laute, indem Preußen dic Einstellung der Rüstungen auf das bcstimmtcste ablehnte. Es tauchten aber auch die alten Versionen von vor drei Tagen wicdcr auf, nach welchen cinc Annäherung Frankreichs an Preußen und Italien in Aussicht gestellt ward, nnd zugleich wurden auch dic au dcr russischen Grenze im Zuge befindlichen Truppcn.Konzcntrirnngcn im Sinne cincr Bedrohung Oesterreichs aufgefaßt. Mit cin?m Wortes man gefiel sich förmlich daiin, die Lage so schwarz als möglich zu scheu, und cs tamcn in Folge dcsscn Kurse zum Vorscheine, wic sic wohl nach cincr ucrlorncn ent-, schcide„bcn Schlacht befürchtet wcrdcn mochten, vor dcni^ AnSbrnchc cincs Krieges bisher aber noch nicht notirt wurden. Dcr einzige lichte Stcrn an diesem düsteren Horizonte war die Version von cincm Bricfc dcr Königin von England an dcn Grasen Mcnsdorff, bekanntlich ciucm Verwandten dieses löniglichcu Hauses, in welchem demselben, allerdings nur privat, dic Anerkennung über die Haltung dcs österreichischen Kabincteö in dcm Kon» fliltc mit Prcußcu ausgesprochen wird. Dcm Vcruchmcn nach sind in diesen Tagen die Sitzungen jcncs Komitce's, welches mit dcm Entwürfe des Programmes zn dcn vor dcr kaiserlichen Hosburg zu erbauenden Muscal'Gcbäudeu beauftragt war, so wcit gcdichcn, daß das Programm für dcn zu eröffnenden Konknrs dcr Architekten demnächst publizirt wcrdcn dürfte. Wien, 17. April. Das Namens fest des ssonftrinzcn Rndolph wurde hcutc am Hofc im Familienkreise begangen. Gestern, als am Vorabende, fand im k. k. Thcrcsianum cinc Fcstvorstcllnng von dcn Zöglingen statt. Hcntc Vormittags wohntc dcr Kroll' prinz dcm Gottesdienste in dcr k. k. Hofbnrgkirchc bei und nahm später die Gratulationen nnd Gcschcnlc cnt^ gegen. Unter den Gratulanten befand sich eine Deputation, bestehend ans mehreren Offizieren dcs zwcitcn Artillerie-Regiments Kronprinz Rudolph, dcsfcn erster Inhaber Sc. k. Hoheit ist. Nachmittags fand bei dcm Kronprinzen ein Diner statt. > Assram, 13. April. In seiner neuesten Nummer ! spricht sich „Svict" über die gemeinsame Gesetzgebung mit Ungarn in folgender Weise aus: Tag au Tag verstreicht und damit nähert sich dcr Augenblick, wo die kroatischen Vertrauensmänner und jene dcr ungarischen Naliou zusammcntrcffcn wcrdcn — cin Augenblick, dessen Wichtigkeit nicht cinznschcn, cinc großc Kurzsichtigkeit in dcn politischen Ereignissen beweisen würde. Die Besprechung, welche vielleicht auf lange Zeit übcr dic politische Existenz Kroatiens entscheiden wird, nähert sich, nnd jcdcm Patrioten drängen sich Hunderte von Fragen auf. Eine hicvou ist jcdcufalls: ob wir eine Gesetzgebung gcmcinsam mit Ungarn haben können? Wir beabsichtigen nicht, darüber ausführlich zn sprechen, ob es im Interesse dcs drcicinigen Königreiches licgc, daß in welch' immer Angelegenheit die gciminsamc Gesetzgebung mit Ungarn begründet werde, auch wollen wir nicht anscin-audcrsctzcn, welche gemeinsamen Augclcgcuhcitcn dies wären; wir wollcu uns nur mit dcr formellen Seite dieser Frage befassen. Vor allem bcmcrlcn wir, daß nuscr Landtag in seiner Adresse nnd noch mehr in der Instruktion vom !). März die gemeinsamen Angelegenheiten allcr Königreiche und Länder dcr Monarchie anerkannt hat, ebenso, daß es natürlich sei, daß die Verhandlung dieser Angelegenheiten in irgend einem Kon-lrollörpcr vor sich zu gehen habe. Wir wissen, daß durch diese Anerkennung die Möglichkeit gemeinsamer Legislation mit dcn Nachbarn übcr dcr Dravc nicht ausgeschlossen ist; wissen aber auch, daß in dem Falle, wenn Kroatien wclche immer gemeinsame Angelegenheit mit Ungarn haben würde, dasselbe einer dreifachen Gesetzgebung uutcrworfcn wäre: dcr kroatischen, ungarisch-kroatischen und endlich dcr gcsammt'österrcichischcn. Gehen wir weiter: Nach dcu primitivsten Grundsätzen dcs öffentlichen Rcchtcö ist cs unumgänglich nöthig, daß jeder Legislation auch die betreffende Exekutive zur Seite stchc. Hicr zeigt sich unS in diesem Falle eine sichere Perspektive auf daS ungarische Ministerium. Wir kennen mehrere Staaten, die so eingerichtet sind, wie nach unserem Wunsche auch Oesterreich sein sollte, daß nämlich einzelne Länder einige wichtige Angelegenheiten dcr Zcn-lralrcgiernng zur gemeinsamen Verhandlung überlassen, aber wir lcnucn lein Acispicl, daß in cincm solchen Staate daS einzelne Land überdies von dcr Gcsctzgc-bnng dcs Nachbars abhängen würdc, und wenn cin solches Acispicl uns nachgewiesen würdc, so kann man überzeugt sciu, daß cin solchcö Laud in diesem Falle nicht gleichberechtigt, sondern dcm andern unterworfen wäre. Doch stellen wir dic nnwahrschcinlichc Hypothese auf, es fei im Intcrcssc dcr kroatischen Nation, daß sie neben dcn mit dcr Gcsammtmonarchie gemeinsamen Angelegenheiten einige Gegenstände dcr gemeinsamen Verhandlung mit Ungarn übergebe, nnd daß es in diescn Angelegenheiten die gemeinsame vollziehende Macht für die Länder dcr ungarischen Krone anerkennt; da zeigt sich die erste Nothwendigkeit, Vertreter für dcn gemeinsamen Landlag zu wählen und in dicscm Falle ist die vollkommene Kenntniß dcr betreffenden GcschäftSsprachc nothwendig. Wir sagen aber, daß die kroatische Nation, wenn man anf die Sprache, die sie versteht, Rücksicht nimmt, sie eher Vertreter in das englifchc Parlament und noch leichter in den französischen legislativen Körper, nnd hundertmal leichter nach Florenz, endlich tausendmal leichter nach Wicn — als in dcn ungarischen Landtag schicken lann, — denn daß dcr gemeinschaftliche Landtag im vollen Sinne dcs Wortes noch viele Jahre ein magyarifchcr fein wird, ist nicht zn bezweifeln. So un-lcngbar wahr cS cinerfcitS ist, daß wir Kroaten große Magyarofilcn sind, so wahr ist es aber auch, daß wir magyarisch weder vcrstchcn noch sprechen. Wer so" uns also in einem solchen Körper vertreten? Ma" sagt, cs soll Gleichberechtigung werden — jeder spreche in scincr Sprache — wir danken für cinc solche Vertretung unserer Interessen, wo die kroatischen Vertreter nicht verstehen wcrdcn, was man übcr ihr Vaterland spricht. Ein würdiger Patriot sagte nns, daß die groß' herzigen Magyaren daS Magyarcnthnm bald beseitigen uud übcr Hals und Kopf kroatisch lernen werden: Dao ist cinc schr patriotische Idee — aber täuschen wir uN» nicht darüber; sobald wir in cincr wichtigsten Angelcgcl'" hcit die mit Ungarn gemeinsame Gesetzgebung cuicl" kennen, werden wir auch zugleich gegen uusercn WiUc" die Kenntniß dcr uugarischcn Sprache, als die Spracht dcr großen politischen Mehrheit, für jcdcn, der auf dc>u politischcn Fcldc mit Erfolg zum Vortheile dcr kroatischen Nation wirken wollte, anerkennen müssen. An^w ein schweres Joch, daS uuS drückt, abzuschütteln, würdcn wir cin ncncö nnS auferlegen. <5attaro, 10. April. Dcr „Znknnft" wird gesch"'" bcn: Wic aus dcr Türkei hichcr kommende Rcisc"^ erzählen, kam in Duga (au dcr montenegrinischen Orcnzc) abermals ein größerer türkischer Truppenkörftcr an. Äia" erwarte dort auch die Ankunft Omcr Pascha'S. In Äoo-nicu und dcr Herzegovina werden Heerstraßen cuisgc-bessert uud großartige Eiuläufe zu Militärzwcckcn gc' macht; allcS Anzeichen, die auf interessante Eventuality ten hinweisen. 603 Uusland. Verlin, 13. April. (Vorst. Ztg.) Je näher die Stnude dcr Entscheidung rückt, dcslo deutlicher prägt sich cine Art feierlicher, um nicht zu sagen ängstlicher Stimmung in dcu Physiognomien der königlichen Familie uud ihrcr nächsten Umgebung auö. Der König ist schweif samcr alc« jc und arbeitet oft viele Stunden nuuntcrbrochcu mit Hcrrn v. Bismarck, der es ans seltsame Weise versteht, den bisweilen sinkenden Muth seincö königlichen Herrn immer wieder neu aufzurichten. Sie werden glauben, daß ihm dicö dnrch Darlegung der Mittel gelingt, nbcr welche Prenßcn gegen Oesterreich verfugt, oder daß der edle Graf die äußeren Hilfsquellen aufzählt, auf die er rechnen zn kennen glaubt, ^ kein Wort von dem allen, Bismarck kennt ein ganz anderes Rcmcdium gegen die Verdnstcrung dcs königlichen Geistes, er scherzt die böse Laune weg, er scherzt so lange und so stark über die ernstesten Dinge, bis der Monarch hell anflacht. Wahr-schcinlich wird König Wilhelm, durch diese Art, ernste Gegenstände zu behandeln, selbst an den wirklichen Gefahren irre, denn wie könnte ein Staatsmann Verhält« nisse so besprechen, falls Gefahren mit ihnen vcrknnpft wären! Die Feudalen fangen bereits au, Herrn v. Bismarck als einen Abtrünnigen zu betrachteu und sich vor dem Einflnß des Ministers auf die Person des Monarchen zu ängstigen. Diese Partei wollte einen gewalt-thätigcn Mann an der Spitze der Rcgicruug sehen, aber er sollte doch nur nach ihrem Rath haudcln und daS gemeinsame Programm buchstäblich befolgen, lauter Erwartungen, welche Graf Bismarck durchaus nicht er« füllt. Nun beginnt diese Partei gcgcu Bismarck zu in-trigniren. Nameutlich hofft der Fcudaladcl anf russi-scheu Beistand; mau erwartet, daß dein König von St. Petersburg aus die Entlassung dcs Premiers empfoh. lcn werden möge. Bismarck kümmert sich aber nm diese Partcimanöver sehr wenig, da er das Bewußtsein in sich trägt, die Lage so weit verwickelt zu habcu, daß man ihn schou darum, weil er allciu alle Vcrschlingun-sten der einzelnen Fäden kennt, nicht fallen lassen darf. Die einzige Persönlichkeit, um welche sich der allmächtige Staatsmann sichtlich, wenn anch nur mit geriugem Erfolg bemüht, ist der Kronprinz. Bismarck liebt den jungen Mann vielleicht nicht überschwenglich, aber noch viel kühler ist seine Stimmnng gegen die Prinzessin Viktoria, von welcher er glanbt, daß die heimliche Opposition am Hofe gegen ihn ausgeht. Dcßungcachtct hat er sich erst neulich als wahrer Hosting über die hcrrli» chcn Zähuc geäußert, welche die Prinzessin lieblicher als all' die Perlen der Schatzkammer schmücken. Hagesneuigkeiten. Ce. l. l. Apostolische Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom 12. April d. I. allcrgnädigst zu gestatten geruht, daß dem Pobestu von Trieft Dr. Karl Porcnta, den im Jahre 1805 zur Zeit der Cholera in Trieft fun« girenden Mitgliedern des dortigen städtischen Verwaltungs» ausschufseö und der stadtischen Zentralsanilätslommission, so wie dem Landesmcdizinalrathe Dr. Konstantin Schrott, dem Lazaretharztc Dr. Franz Maganza und dem Vor« stände dc5 Triester Apothelergremiums, Apotheker Anton Lipraudi, die allerhöchste Zufriedenheit über ihr thatlraf« tiges und ersprießliches Willen während jener Zeit bekannt« gegeben werden darf. — Aus Mürzzuschlag, 11. April, wird der „Tgpst." geschrieben: Se. Majestät der Kaiser ist gestern Abends in Steinhaus angelommen, hat dort im Gasthanse des Johann Treitler übernachtet und heute Morgens in der Cowmerau auf Auerhähne gejagt. — Um halb 7 Uhr früh hat Sc. Majestät die Rückreise angetreten und ist über den ^emmering mit Wagen biZ Gloggnitz und von dort mit ^rvaratzug nach Wien gefahren. — Das Staat5minislerium soll auf wiederholtes An> dringen der Landcsverlheidigungs«Oberbehürde in Tirol das von derselben beantragte Belleidnngspanschale für die Lan« Webschützen bewilligt haben: somit weiden die Landes-schützen Dcutschtirol« die sehnlichst gewünschte Cchüzc lenmontur erhalten. -— Bei der Ziehung am 16. d. dcr Lose vom Jahre 1864 ereignete sich dreimal der Fall, daß doppelte Gcwinnst-Nuwmcrn von einer und derselben Serie gehoben wurden.! "kshalb muhte jedesmal eine zweite Ziehung der Gewinnst« Ammern vorgenommen werden. In der Serie 3909 wur-^u nicht nur der Haupttreffer, sondern drei andere große Messer und viele Ncbentreffer gezogen. — Dcr Haupttreffer ^t 220.000 si. wurde von dem Chef des Wiener Wechscl-^uscö L. Epstein (Gustav (Mein, Banldireltor) gewonnen. ^- Am 17. d. M. Mittag lief dcr Termin zur Ueber, "ahme des beabsichtigten A n l e h e n s der Stadt Triest ,°" 1'/, Millionen ab. LZ hat aber, wie die „Tr.Ztg." ^ ^, niemand eine Offerte zur Uebernahme gemacht. , . —- Einem Schreiben des Baron Eberl, Präsidenten, " bsterreichischen Pilgerkaravane, vom 29. März entnimmt " „Volkssr." die freudige Nachricht, daß sämmtliche Theil« ün>!"^ ^." Pilgerfahrt vollkommen wohl uud sehr vergnügt der '<^ ^" zweiter Brief vom gleichen Tage erzählt, daß a.eg ^" ^^ Tu v o ra'schcn Vergnügung3zu-^ ""."nem baicrischen Priester, der an dem Veranüaungs» ^3 -lhc,l nahm, in Jaffa sich thätlich vergriffen habe. Der Klaa ^° ^"^ ^"'" ^""ichischcn Konsul in Jerusalem ܰ, worauf der Schuldige die Flucht ergriff. Dcr Tele- graph ereilte ihn zu Jaffa und er wurde nach Jerusalem zurückgebracht. Ueber das Schicksal der Tuvora'schcn Reisenden verlautet noch nichts. — Fürst Metternich, unser Botschafter in Pari», ist unter allen Umständen galant. Die „A A. Ztg." theilt folgenden Quatrain mit, den er am 10. d. M. in einer Abendgesellschaft einer schönen preußischen Gräfin auf ihre Bitte ins Album schrieb: l>!'<-li lj,>Vl-l!il 8o nxllro l'c v8 llrmc^. In philisterSscr deutscher Uebersetzung lautet dieser Quatrain etwa also: Dcr Graf Bismarck sollte sich Hinter Ihre Neize stecken: Denn dann würde sicherlich Oesterreich die Waffen strecken. fokales. Unsere Spark asse hat in ihrer letzten Sihung am verflossenen Montag 47 Darlehen in Beträgen von 100 bis 300 fl., aber auch in größeren Summen, auf Bauerngüter in Ober», Unter» und Innerlrain gegeben. — Morgen findet die Generalversammlung der juristischen Gesellschaft um 5 Uhr Abends im NathhauZsaale statt. — Eine slovenische Stenographie soll von Herrn A. Zupan demnächst herausgegeben werden. — Um den mißerhalb Wien wohnenden Mitglie» deru des allg. Veamtcnv»reines die Betheiligung an der aus den 13. Mai l. I. ausgeschriebeneu General« Versammlung zu ermöglichen, haben nachstehende Eisenbahn» gescllschaften die Begünstigung des halben Fahr« Preises auf der 2. und 3. Klasse gegen Vorweisung der Mitgliedskarten zugestanden: Die l. l. priv. Südbahn vom 10. bis incl. 15. Mai: die t. k. priv. Slaatsbahn vom 0. bis incl. 16. Mai; die l. l. priu. Ferdinands-Nordbahn vom 10. bis incl. 15. Mai: die t. l. priv. süd»norddcutsche Verbindungsbahn vom 11. bis incl. 16. Mai; die l. l. priv. Kaiserin Msabeth-Vahn vom 11. bis incl. 15. Mai: die k. t. priv. Thcißcisenbabn vom 6. bis incl. 16. Mai: die l. l. priv. Karl-Ludwig-Bahu vom 5. bis incl. 20. Mai. — In Safniz, Bezirk Lack, wurde dem fleißigen Obstzüchter Matth. Schiffrer am 15. d.M. feierlich die ihm durch die Generalversammlung der LandwirthschastZgc» scllschast zuerkannte silberne Ehrenmedaille durch den Herrn Landesthierarzt Dr. Vleiweis übergeben. Auf diese Feier» lichleit folgte ein Gastmahl bei dem Herrn Pfarrer Slubic, welches die Sänger der Citalnica durch Vortrug nationaler Lieder verherrlichten. (Naturschau.) Laibach, 18. April. Seit 9. d.M. sind folgende Frucht» und Waldbäume zur Blüthe gelangt: Die gemeine Pflaume (I'luou« l!<»i!!<>«ll^!) seit 10.: der Airnbau m (l'^ru>; roioitiunix) seit 11.: der Spitz», Aborn (^<>i- s»Inwnutt!l'5), die weiße Birke (Uclulu «ll»ü), die Hainbuche (^»i^mus Uelulli») seit 12: die Traubenkirsche (l'nmu» Pnl4u5) seit 13. Von Sträuchern: Die schwarze Johannisbeere (Ililx^ lii^rum), die Mandelweide (5>;>lix lml^(ll>!mü), die rundblÄ ttrige Felscnbirn, letztere ziert mit ihren schneeweißen Blättern und Blüthen die felsigen Partien dcr nahen Kallberge. Die Sommerlinde beginnt sich zu belauben. Die Noß> lastanie zeigt eine beinahe geschlossene Laubfülle. Die Stiel» eiche entfaltet ihre Blatt- und Blüthcnlnospeu mit den hängenden Kätzchen und wirft das noch stehen gebliebene dürre Laub vom vorigen Herbste völlig ab. Die üppigen Kätzchen dcs Wallnußbaumcs werden in Kürze zu stanben beginnen. In Gärten blühen: Die Kaiserkrone (^rililllNlc, immrml^), die japanesische Quitte ((^lluuill ^ini-ni stern ^Ol-uillw^kim umliMUum) seine wilchweißen Blüthen. Die Flora des SchloßbergeS zeigt das uiederlie» gende und das H ü g el« Vergißm einnicb t (^I><)8l)li^ i (I<'cum!>c,i5, kl. l!!5i)i wnu^i»!»^), die großblüthige Stern» miere (5l>'»r,!l<»ril, i'cllli^li^llo^), das dreiblättrige Schaumkraut (O.n-dn'M," ll itulii»), dieFrüdling s-Walderbse (Ui obli, vl>rnu.'), die lrainische Wolfs-milch (I^uplwrl)!« cnrnioli^ll), dic gemeine Hasel« würz (^>ü,,l,ul> »ulonluuii!.) An qnelligen Stellen des Golovc und Nosenbackcr Berges kommt die in ihrer Verbreitung auf das Laibacher Becken beschränkte lu ollen trage ndeSternmiere ^l^Ilul-il, bullion) nicht selten vor. Am AbHange dcs einstigen Saveflußbettcs hinter dem Pulverthnrm blühet das roscnfarbige stengeIlosc Läuse» traut (l'<>llicllli!ri^ ncliuli^), eine zncrst von Scopoli im Tolmeiner Gebiete entdeckte Voralpenpflanzc, welcher an die« sem Standorte die Ehre eines Besuches des verstorbenen Kö« mgs von Sachsen zu Theil wurde. Von den Felswänden dcs Großlahlenbcrges blicken die schneeweißen Blüthen des Felsen-Steinbrechs (t>nxi-ssl»<5» i»eli-u«n), einer der reizendsten, anch sür den Blumi» sten sehr lohnenden Felsenpflanze, deren üppige Blattrosctten ! nur mittelst einer fadenförnügen Nnrzel zwischen den Stciu» ri^eu haften. Ferner blühen in der Umgebung: Die g emeiue H a i n» simse (Luxulil cp<.'klsi8), die gemeine Kuczel« blume ((^»Iilllllril, vulssnrl.^), die w i ese n l n ops a rti ge Vecherblume (l'oll'riuill >>il!l^u!«<)ll)!>), der lopfsör» mige Geißklee ((^lum» l:<»l»ll>»!li>), das Brillen« schötchen (lji^llt^Ilil liX'vi^cllu), der drei finge rigc Steinbrech (8uxis, u^l» tl-j'iaol^lUes), das Waldvcil< chen (Violll .^lv^ll-i.',). Die ersten Blüthen der Erd' beere (!«','n«5^8 V^cu) zeigen sich. In Blüthensülle stehen: die Pfirsich, der Kirschbaum, das Frühlingsauge, die burbla'ttrigc Kreuzblume, welche letz» tcre in der roth und gelb blühenden Varietät einen sehr bunten Farbenwechscl zeigt. Das Sumpf veil chen, eine der schönsten Veilchen« arten unserer Flora, bildet an sumpfigen Stellen und läugö den Torfgräben durcb sein geselliges Auftreten die reizendsten blauen Bordüren. Verblüht sind: die Aprikose, die Meerzwiebel, der Hundszahn, der Lerchensporn u. a. m. Aus der zahlreichen Gattung der Seggen blühen: Die w eiße, die gefingert e, die vogels uß fdrmige, die behaarte Segge ((^»rex nil»:», lX llill) an trockenen Stellen: die fenuig» artige, die steife u. a. m. (^nrcx mmicvn, 0. «ll'jclü) auf nassen Wiesen. Bereits beginnt die Entfaltung des loclenförmig aufge« wickelten Laubes der Farnkräuter: vollkommen entfaltete Wedel zeigen der Buchentüpf elf aru (I'ol^'simlium l'I»<,'g'lc-rill) und der gezähnte Schilds arn (^3^l»liuill l'l'lix i'clninn.) . Seit dem Beginne des Monates erscheint auf Wieseil die eßbare Morchel (.^lil-clwlli »'il>5) und wird von den Landlcuten häufig zu Markte gebracht. An den Wintersaaten schreitet das Wachsthum dcr Halme rasch vorwärts, einzelne Halme des Winterroggens haben schon nahezu 2 Schuh Höhe, was der Anforderung der Bauernregel, wornach zu Georgi sich im Getreide eine Krähe verstecken soll, mehr als Genüge leistet. Eiufteseildet. Dcr Unglücksfall, welcher sich am 17. d. M. hier am Maricnplahe ereignete und leider den Tod eines hiesigen Gcwerbsmanncs zur Folge hatte, ist eine Mahnung zur Ver^ Wahrung und Verhütung von künftigen ähnlichen Unglücks« fällen. Wer war nicht schon ein oder das andere Mal Zeuge von Gefahren, wclchc den Fahrenden oder Fußgehern wegen des Krenzens der fünf Gassen und dcr AuZmündung der Franzcnöbrücle am Maricnplatzc drohen, zumal da einen be» deutenden Theil dieses verhältnihmäßig tleincn Plcches die drei Stiegen zur Franzislanerlirche einnehmen. Möge daher Jedermann, welcher jenen Plcch namentlich an Markttagen und bei sonstigem größeren Andränge dcr Menschen passirt, sich und andere vor Unglück schützen; auch wäre zu wünschen, daß an der langen Wand dcr so zahlreich besuchten Kirche eine Thüre, welche scholl einst bestand, wieder geöffnet und das Geländer der Stufen zur Kirche stets gut erhalten wer» den mochte, um Unglück zu verhüten. Einer für Vlele. Aus >cn Landtagen. Pest, 10. April. In der heutigen Sitzung der D cputirtentafel wurde Karl Zcyl zum zweiten Viccpräsidcntcn und Franz Ocsvay zum sechsten Schrift-fiihrcr gewählt. Die Wahl der 15> siebenbürgischcn Mitglieder der Siebcnundscchözigcr-Komlnissiol,cn wird in dcr nächsten Sitzuug publizirt. In dcr zahlreich besuchten Sitzung dcr M agnatcntafcl waren m,-^ ter den Mitgliedern mehrere hohe Militärs uud auf dcr Galerie die gestern hier cingelrofseucn kroatischen Dcpn< tirtcn anwesend. Nach Verlesung dcr zweiten Depulir» trnadrcssc sprach Baron Acla Wcnkhcim sür die Annahme derselben. Ohne ungarische, verantwortliche Nc-giernug, sagte Redner, sei dcr Ausgleich nicht möglich; einer solchen werden sich die Munizipicn gerne sngcn uud dadurch werde die gegenwärtige unhaltbare Stellung der Obcrgcspäuc aufhören. Die Adresse empfehle sich durch die Macht dcr Argumentation und dnrch dynastische Gesinnung. Graf Johann Cziraky stimmt gcgcu dic Annahme der Adresse in der vorliegenden Form, und will, daß das Haus sich derselben nur insofcrne sie eiuc Nechtöocrwahrung enthält anschließe, ohne sich die iibcr letztere hinanögchcudc Bitte nm Restitution anzueignen. Em. Pcchy, Graf Leopold Nadaödy und Baron Viktor Meßnil sprechen für, Bischof Nanolder, Graf Anton Szechcn gegen die Adresse. Die Debatte wird morgen fortgesetzt. Pest, 17. April. (Magnatcntafcl). Im weiteren Verlaufe dcr Sitzung, wclchc bis A'/« Uhr danertc, sprachen Bischof Graf Aug. Forgach, Graf Johann Wald st ein, dcr Kardinal-Primas, Bifchof Pap-Szilagyi, Bischof L 6 v a Y und Graf Johann Schmidcgg gegen, Graf Philip Zöigray, Graf Alex. Erdödy uud Baron Andreas Orczy für dic Annahme der Deplltirtcnadrcsse. Morgen ForlsclMili t"-Debatte. 604 Neueste Nachrichten und Telegramme. Berlin, 17. April. Die Antwort Preußens auf die österreichische Depesche vom 7. April ist heute übergeben worden. Die Fassung derselben soll leine scharfe sein. Die Note lehnt die Aufhebung der preußischen Militäranorduungcn mit der Andeutung ab, daß Oestcr» reich, welches zncrst gerüstet habe, mit der Herstellung des FricdcnSfußcS beginnen müsse. Verlin, 17. April. Die „Kreuzzlg." schreibt: Wie sehr wir die Fortdauer unserer Rüstungen bedauern, so löuncn sie doch unmöglich aufhören, so lange Oestc» reich in Böhmen aufgehäuft Truppcu stehen läßt. Berlin, 17. April. (N. Fr. Pr.) Rußland setzt sciuc Vermittlungsversuche fort. Man befürchtet hier eine augeblich durch österreichischen Einfluß hervorgerufene Intervention der We st mächte. Berlin, 17. April. (N. Fr. Pr.) Die „Zcidlcr'sche Correspondent schreibt: Die Sonntags nach Wien ab' gegangene preußische Depesche verweigert die Z n r ü cl n a h m c dcrRüstungen, bis die oste r« rcichischcn Trup p cn - A n hän funaen an der Grenze aufhören. Was sci das Ziel dcr iislel-rcichischcn Nl!stnngcn? Weshalb verheimliche man daS Rundschreiben vom 10. März? Enthält cs etwa Be. weise für Versuche Oesterreichs, Preußen in Deutschland zu isolircn wie 1851 ? Die Parl amentS - Einbc-rnfung ist für den Monat Juni in Aussicht ge« nommen. Drcbden, 17. April. Das „Dresd. Iourn." bc. richtet nnö Warschau: In Folge des gestrigen Atten-tatcs auf Sc. Majestät den Kaiser von Rußland ist dcr Statthalter in Polen Graf Berg heute Vormittags nach Pctcrsvnrg abgereist. —Das „Dresdner Journal" sagt gegenüber einer Auslassung dcr „Rmdo. Mg. Ztg.": Nur Rußland befürwortete die Zu-rü ckz?chnna dcr östcrrcichischcnNote vom 7tcn d. M. Eine das Berliner Kabinct znr Beantwortung drängende Droh n n g Ocst crrcichs c,. istirtc ni ch t. Vaiern richtete wiederholt Vcrmitllnngsdcpcschcn nach Wien nnd Berlin nnd erhielt von Oesterreich die Erklärung, daß cs die aufrichtige Absicht zur Entwaff» nnng habe; Preußen aber habe die gewünschte Crtlärung verfagt. Ucbrigcns lasse die Antwort Preußens auf die Note Oesterreichs, obwohl sachlich ablehnend, cincn Weg osfen, welcher noch eine Wendung zum Frieden hoffen läßt, indem dcr Schlußpassus dcr preußischen Note die Initiative zu Herstellung des kül-tu« tjno iwts' Oesterreich zuweist. Hamburg, 17. April. (N. Fr. Pr.) Die ..Börsen, halle" versichert, Preußen werde seine Rüstungen nicht vor dcr thatsächlichen Dem ob ilisirung Oesterreichs einstellen. — Die Annahme der rnmänischen Fürstcnwürdc seitens des Prinzen von Hohen zollern sei gesichert. Florenz, 16. April. Dcr Fin anzm i ni st cr hat in der Kammer den Gesetzentwurf eingebracht, welcher die Ermächtigung zur provisorischen Bnd-gctgc bahrung für 1866 bis zur definitiven Gcnch« migung dcö Budgets verlangt. Dic Kommission für die Finanzprojcttc wird demnächst ihren Bericht erstatten. Paris, 17. April. Dcr „Konstitutionucl" meldet, daß Äussicrc in Straßbnrg mit N1.600 Stimmen gegcn ^avoulaye, welcher i)WO Stimmen erhielt, wiedergewählt wurde. London, 16. April (Nachts.) Sitznng des Un< tcrhauscs. Beaumont lündigt an, daß er morgen wegen deS angeblichen prenßisch«italienischen Traktates interpellircn werde. — Dic ilicformdcbatle dauert fort; dieselbe wird wahrscheinlich wieder vertagt. Petersburg, 18. April. (Tr. Z.) Der gtcltcr des Kaisers, dcr Bauer Ossip Iwanow, dcr dic Mördcr-hand ablenkte, wurde in den Adelstand erhoben. Der Attentäter ist cin Russe. Telegraphische Wechselkurse vom 1V. April. 5prrz. Metalliaues 58.10. - 5pcrz. National^Anlehen 60.W. -Vantattien «91. — Kreditallien 129.00. — 1800er Slaatöaulehen 74.20. - Silber 105.75. - London 106.25. - K. l. Dulateu 5.09. Das Postdampfschiff ..Alleinannia," Kapitän Traut« mann, ging, cxpcdirt von Herrn August Boltcn, William Miller's Nachf., am 14. April vollständig besetzt von Hamburg vk> Southampton nach Newport ab. Milde Gaben für die Nothleidenden in Unterkrain wurden beim k. t. LandeS. P räsid i um erlegt: >i. Von der „Narodna Citalnica" in Krainburg der Ertrag einer am 8. April l. I. veranstalteten Äc< seda mit.........fl. 50.— l>. vom hochwürdigeu fürstbischöfl. Ordinariate der Tammlungsbelrau von „ 206.55z c. vom k. k. Bezirlsalntc illndolsöwerlh dcr Ertrag cincS von dcm dortigen Kasinoverein veranstalteten Glücksha-fcns mit.........„ 100.-^- . Wcizcn ftr. Metzen -^— 3 98 ^ Butter pr. Pfuud - 45------- Korn „ —,— 2 79 Eier pr, Stlict — ii____ Gnfte ,. —-- 2W Milch pr. Muß —10 ^__ Hafer „ — — 177 Niudflcisch pr, Pfd. -><>—!— Haldfrucht „ ------ !i W Kalbfleisch „ -18—! — Heidcu „ ------2 34 Schweinefleisch „ .-!i6------- Hirse „ -- 2 29 Schöpsenfleisch „ —^12------- Kulurutz „ — — 250 Hähudel pr. Stllck — :l5—l_ Erdäpfel „ 140 -!— Tauben „ __ii0—^— Linfcu „ 5-------— Hcn pr. Zentner 1 5,0 - !— Crbsen „ 4 50—! Stroh „ ^4o__^__ Fisolen „ 5-----------^ Holz, hart., pr.Klst.-------7 — 9tiud< ^ Spett, frisch, „—25--------i> Eimer -!^13 — — lzcräuchcrt „ —!38-------> — weißer „ -^^ 14^ — VtudolfOwerth, 17. April. Dic Durchschnitts - Preise stellten sich auf dein heutigen Marllc, wie folgt: st. li. , sl. , lr. Weizen Pr. Vieren 4 ^ 10 ! Butter pr. Pfund . — ! 45 Hälindrl pr. Stück — — Erdäpfel „ 1 00 Tauben „ — 20 ^iliscu „ 4 «0 Hen ftr. Zentner . 1 «0 Erbsen „ 4 20 Stroh „ . 1 20 Fisolen „ 4 40, Holz, hartes, pr. Klft. (i 20 Niudöschmal; ftr. Pfd. — 40 !!— weiches, „ — -. Schiveiiieschinalz „ — 40 i Wciu, rother, pr. Eimer 6 — Speck, frisch, „ — — ! — weißer „ 5 — geräuchert, „ — 35 >j 3Nelel»rolngischo 3äeol)licsilml^en in Lailiach. ' 0U. Mg. 32tt,75, —j- 4.7 W. schwach heiter ' 1«. 2 „ N. 325.7« ! -l-15.8 ^ W, z, stark heiler d.oo 10„ Ab. 325.^!-j-11.5 ^SW.schwach ganz bew. Vormittag Fedrrwollcu. Gegeu Abeud ganz bcwollt. Sehr windig. Das Erdreich ziemlich anögetroclnet. Verantwortlicher Ncdattclir: Ignaz v. K^leinmnyr.