Zcitima Zeitschrift für Stadt und Land, mit besonderer Rücksicht auf deutsche und slavische Interessen. Erschein, jeden Dinstag und Freitag Abends 5 Uhr. — Preis vierteljährig 1 fl. 15 kr.; mit Dostver- sendung l fl. 30 kr. Tonv. Münze. iM'O. li>. Veraiitwortl. Redaction: Vineenz Prasch, k. k. Professor. Freitag am 7. Juli 1843. Politische Ttoßscufzer, von Dr. Julius Ga 1 ba. Jeder, der die Geschichte der Vergangenheit kennt, und die Aufgabe der Gegenwart ersaßt, wird zugeben, dah wir in einer Periode wie zur Zeit der kirchlichen Reformation leben. So wie damals die Ideen der kirchlichen Neuerung in unsre stillen drangen und Tausende von Anhänger gewannen, so brachen sich jetzt nur ungleich mächtiger die Ideen der polit»'chen Neuerung Bahn, und nöthigen mit der un-widerstehlichen Macht des Zeitgeistes zn einem radikalen Nriibau der Verfaßung und Verwaltung Qster-reiche, Wir wollen einige der Taufend Wunsche, welche gezenwäriig alle denkenden Staatsbürger Österreichs beschäftigen, in kurzen Sätzen ausdrücken und dadurch die umfaßende Aufgabe deo Reichstages in Wien andeuten. I. Im Zweigt der politischen Verwaltung. 1. Es ist eine Eimbeilung in größere politische Bezirke zu machen, die Bezir.'Sobrigkeiten sind nicht mehr mit Gemeinte und Privat, sondern durchaus mit Staatsbeamten ju besetzen und mit Beseitigung der übcrjlüßig gewordenen Krcisämter unmittelbar den Gu-bernien unterzuordnen. 2. Diese BtjirkSobrigkeiien haben die GeburtS, Trau und Sterbebücher, anderwärts EivilstandS-Regi-ster genannt, zu fübren, die Aufnahme der Bevölkerung, die zweckmäßige Nnmcrirnng der Häuser, die Uebenrachung des ArmenwesenS, die Aufsicht über den guten Stand der Straßen und Wege und die Sicherheitspolizei in ibrem ganzen Umfangt zu besorgen. — Die Führung der GeburtS, Trau und Sierbebücher ist den politischen Behörden zu überlassen, weil 1. dieses Geschäft unmittelbar auf die staatlichen Zwecke Bezug bat, weil 2. die gleichmäßige und richtige Führung dieser unendlich wichtigen Bücher durch ordentlich ge-bilde« Staatsbeamte leichter erziel« werden kann, weil dadurch am besten allfälligen Consiiklen vorgebeugt >ird, da in Zukunft in Folge der unbeschränkten Re ligionofreiheit sehr viele Pfarren eine Menge Auge« iriger verschiedencr Kirchenpartcicl! zählen werden. 3. DaS gesamirne Schul und Slndienwtsen einer Provinz wäre einer sebstständigen Mille'.behördr und >urch diese dem Ministerium deck Unterrichtes unter» »ordnen. — Die Volksschule» sollten durchaus aus Jwei, in größer« Markten und Landstädten aus drei Klassen bestehen, sämmtliche Lehrer sollten ihren Ge-halt vom Staate und zwar mindestens 300 fl. <5. M. beziehen, mit ihre» Schülern durch die zwei oder trci Alassen anfsteizen, und die Fähigern von ihnen zu Lehrern an Bürgerschulen und Gymnasien und noch wei-ter befördert werden. Von den gegenwärtig Angestellten dürften freilich Wenige dazu tauglich seyn. Den Ge-meinden bliebe eS überlassen, besonders verdienten Lehrern eine Zulage zu gewähren. — Zu diesem Zwecke wären sogleich Lehrerseminarien einzurichten. Die Bedingung der Aufnahme sollte die Absolvirung des Gymnasium« oder der Bürgerschule seyn. Die vorzutragenden Ge-genstände eines zweijährigen LursuS wären Geschichte, Psychologie, Erziehungökunde, Grundbegriffe der Rechts, Moral und ReligionSphilosophie, dann praktische Unter-richtoübungen mit kleinen Abtheilungen der Schulkna-ben. Nur auS der Hand tüchtiger Lehrer wird ein in der Masse unterrichtetes Volk hervorgehen, wie wir eS in einem konstitutionellen Staate brauchen. — DaS Schulgeld sollte nicht abgeschafft werden, sondern in den StaatSfond einstießen, weil überhaupt derjenige, der vom Staate etwas Besonderes genießt, in der Regtk dafür zahlen soll, und weil viele Aeltern dann ihre Kinder mehr zum Fleiße anhalten werden, damit sie das Geld nicht umsonst hinauswerfen. Nur sollte das Schulgeld billig, etwa auf 2 fl. C. M. für Volks und auf 4 fl. 5. M. für Gymnasial und Bürgerschulen bemessen und nur wahrhaft Armen von der Bezirks-obrigkeil die Befreiung zugestanden werden. — 86 - 4. In kirchlich» Beziehung ist möglichste Unabhängigkeit der Kirche vom Staate dringendes Bedürfniß. So wie die Religion GcwissenSfache jedes Einzeln?» ist, und ein Zwang in dieser Beziehung daS dümmste und verdammlichste Mittel wäre, so muß auch die Kirche im Staate als eine bloße Privatgesellschaft behandelt werden, ßo ist Sache der Genossen einer Kirche, dieselbe nach ihrem Bedürfniß? einzurichten. Denn so wie daS Volk im politischen Leben zur Theilnahme berufen ist. und Abgeordnete auf den Provinzialland-tag und Reichstag wählt, eben so ist eö im kirchlichen Leben berufen, Abgeordnete zu Synoden und zwar nicht bloß Geistliche sondern auch Weltliche zu wählen, um die nöthigen Reformen einzuführen. Die Bischöfe allein haben weder den Willen, noch den Muth, noch die Kraft, um Reformen wie die Priesterehe, die Ver-richtung des Gottesdienstes in der Volkssprache, die Verbreitung verständigerer Religionolehrbücher, die Beseitigung der WallfahrtS-Mißbräuche und so viele flN* dere Dinge durchzusetzen. Möchten doch recht bald Geistliche und Laien, welchen die Religion eine HerzenS und nicht bloß eine Geldfrage ist, von dem Assozia-tionSrechte Gebrauch machen und eine gemeinschaftliche Vcrberathung zu einer Provinzialspnode veranlaßen. Reformirt euch selbst Diener der Kirche! sonst wardst ibr auf unliebsamere Weise von Anderen reformitt werden. Fortsetzung folgt.) Zur üagsgrschichte des stein scheu Unterlandes. In feurigem Bewegen äußern sich die seit März freigegebenen nationellen Kräfie — und noch rascher noch erfolgreicher würden ihre Wirkungen sichtbar fein, trette nicht hie und da der deutsche und slavische Eon-flict — doch nein — Separatismus hervor, der erste Rückschritt der so frei ist unter der hellfarbigen MaSke deS nationellen VorfchritteS sich geltend zu machen, dem aber jeder Gast auf dem Maskenball deS Lebens — „Bruder Schwarz ich kenne dich" gleich beim Ein-tritte zuruft. Wie weit Einzelne in dieser Beziehung gingen hoffen wir nächstens, wenn die Thatsachen ämt-lich vor unS liegen mitzutheilen. Je rascher sich daS Volksleben entwickelt, je mehr der gepuderte Frak, der hirnbeschattende breitkräm-pige Hut verschwindet, desto mehr sieht man, wie un-behilflich bei Manchem die Arme sind, den lieb gewor-denen Zopf abzuschneiden. WaS soll man z. B. sagen, wenn ein — im Bahnhöfe zu Marburg ganz ernstlich den dicken Bauch hinschiebt gegen die Weinspender, die nn-ser österreichisches Militär im Durchmarsche erquicken und sie zur großen Belustigung des der Humanität zu Lieb« radieal gewordenen Volkes anschnaubt: „Ich will nicht, daß hier daS Militär erquickt werde, ich kann mich sogar mit Polizei Verordnungen gegen daS anmaf-sende Wesen der Gastfreiheit decken.,, Doch zu freundlicheren Erscheinungen, welche inS-besondre daS täglich mit mehr Kraft sich entwickelnde Institut der Nationalgarde biethet. Laut den meisten uns vorliegenden Berichten ist die Nationalgarde auch in kleineren Crten deS steirischen Unterlandes in der raschesten und edelsten Entwicklung, so zäblr Windisch Landöberg 7V Mann unter Eommando des würdigen freisinnigen Bezirköeommissär Herzog, ebenso viele Siraß und Frieda», nicht weniger Polstrau. Selbst Lorenzen am Pachern und andere kleinere Orte weisen bereit» je über ein halbes hundert wohl viSeiplinirier Männer der BolkSwehre auf. Außer Marburg ist sie am zahl-reichsten in Pettau und Silli, jede dieser Städte mit einer Division in zwei vollen Eompagnien, erstere unter dem Eommando k. k. HauptmanneS Stark, letztere unter dem k. k. Postmeister Gurnigg. Leidnip und Windisch Feistritz, jede eine Eompagnie von 150 Mann, Commandant der Leibniyer Hr. Apotheker Krätzig von Kreutzbruck, der Feistritzer Hr. Postmeister v. Fur-macher. Gonobitz über 100 Mann unter dem Eom mando des Herrn Postmeisters Pann, Murek über 70 unter Eommando deS Apothekers Ritter v. Sieinderg. So beiragt also die gegenwärtig in Untersteier unier den Waffen stehende organisirte National Garde mit Einschluß von Marburg und RakerSburg, in welchem letzteren Ort« 180 Mann unter Eommando des wür-digen Hau§tmann Elger eingeübt find, weit über 2000 Malin, ohne Straß, Frieda» ,e. In Marburg erklärt sich der größte Theil in 3 Monaten vollständig auf eigene Kosten uniformirt zu fein, die ärmere Klasse erreicht diesen Zweck, indem jeder Gardist monatlich nur einen Gulden zurücklegt, die ärmsten werden durch Beiträge equipirt. Der niO' ralische Einfluß dieser in brüderlicher Eintrachl stehen den Bürgerwehre ist nicht zu verkennen, und desto lo benSwerther das Streben, auch kleinere Orte sich den größeren anzuschließtn oder wenigstens eine den jetzi-gen und künftigen Zeitverhältnißen angemessene Sicher-heitSwache aufzustellen. Dr. Kuilolf Puff, f. f. Prof. und National-Garde-Hauptmann. Die Gesundbrunnen zu Koftreinitz. Balneografische Skizze von Dr. Tiudolf <£>. puff. Der jugendliche Sommer ruft und lock! zur labenden Erquickung durch daS schmeichelnde Gesund heit spendende Element — daü die Welteroberer der Vorzeit die Römer — die Weltbedroher der Gegenwart die Russen richtiger zu würdigen wissen, alS wir e» th un. Ein Freund der Heimach rechne ich eS mir zur angenehmen Pflicht, auf einen der jüngsten, kräftigsten Gesundbrunnen im schönen steierischen Unterlande um so mehr aufmerksam zu machen, als Inhabung und Di- — 87 — cecttcrt desselben feine Kräfte sparen, die latente Spende dieses Quelles selbst der weilen gerne zugänglich zu machen. Eine kleine Stunde vom k. k. Südbabn-ElationS-Hofe Pölifchach, kaum 1 2 Meilen von Gray. etenso weit von Laibach und halt so ferne von Agram der-gen die südlichen AuSlaufer ded dewaldeten Boö das stille Thal von Kostreinip, dessen Kirchdorf »»d seil längerem tekanrne Sanerquellen in früheren Jadren nur selten ZluSflugöparihien autf dem nachbarlichen Eurorle Eauerdrunn, dem bisher tedeulendsten der Sleiermark hesuchlen, während nun Herr Jgnay Novak, GlaSfa-briks- und Bergwerksbesifer fei« 18-13 durch Auffin-dung zweier wichtigen, b,S dahin noch unbekannten Mi-neralquellen eine Kuranstalt eröffnen konnte, deren Aufblühen und Gedeihen bei den raschen vielseitigen Verbind ungs:ii««ieln der Gegend, tei der Trefflichkeit dieser Brunnen, tei der reihenden Lage der Gegend sich in nabe Aussicht stelle, indem gleich im ersten Jahre der Benüpung (1844) von der einen Quelle C0,000, ebenso viele und noch mehr Flaschen in der Folge versenket wurden. Mögen mir meine Leier auf dem rei» zenden Wege in das latente Bninnenthal seltst folgen. Bald nach dem Gaterniger Winhsbause theil« sich die Sirasse rechts zur neuen Sauertruwifhrasse links iiter einen sanften Hügel zum Pfarrdorfe Kostreiniy. Die Gegend ist äußerst lütlich, die mäßigen Vorhügel deS Bot- sind mit Weingärten tedeeft, zwischen denen von große» Heken halb verborgen braune HäuS-chen heraussteden. Von Pöltichach nach Kastreiniy bat man selbst zu Fuß nur eine Stunde. Forts, solgt. W o cl, c it f eil n it. Der Grai»er Magistrat bat in Folge der in unserm leylen Blatte gemeldeten Demonstration bekannt gegeben, daß ti von einer Vorladung ansäßiger Bürger und der Studierenden Behufs der Neerutirung fein Abkommen habe und deshalb bereits an das Ministe-rium eine Vorstellung gemacht worden fei. Magistrats-ratd Jeller bat atgedank«. (P. A.) In Prag stehen in diesem Augenblicke die Sachen wie vor dem März, und einige Wetterpro-pteien sagen vorder, daß überall, auch in Wien, das Barometer der Freiheil wieder bedeutend fallen werde. Wenn auch Wien und die österreichische oder steierisches.!) Provinz die vortrefflichsten Deputirten senden, so wird dsch das Häuflein der Repräsentanten den Adgeord-iieien jener Provinzen unterliegen, die wie Böhmen umer dem KriegSgeseye stehen, oder wie in Ga-lizien der Büreaueratie ganz und gar verfallen sind, während Tirol am liebsten den Schutzpatron von Loy-ola als Devutinen gesendet hätte. Und diele Deputirten sollen über die Konstitution, über ein ReichSgrund-gesetz berathen? Wien 5. Juli. F. S. .V. Gestern Nachmittag sind mit dem Dampfschiffe die Deputirten deS Frank- furter Parlaments Raveaur, Hekscher, Andriani, Jucho, Sanker, Wiedernan, Torpuischin, angekommen. Ihre Mission ist die Begrüßung Sr. kais. Hoheit Erzherzog Johann als ZieichSverweser von Deutschland. Der Empfang dieser Deputation von Seite der Nationalgarde und Bürger Wiens war sehr festlich. So eben (9 Uhr Morgens) bilden Nationalgarden mit dem deutschen Bande geschmückt die Spalier welche von der Wohnung der Deputirten (Kärnmerstrasse) bis zur Burg reicht, durch die die Deputation sich zu Sr. k. H. be-gibt. Die Bürger Miliz zieht in schönster Haltung unter klingendem Spiele zur Burg — Kanonendonner verkündet den Jubel der Wiener. Heine Abends ist Fakelzug und große Serenade. Wir haben nun ein Reichsoberhauvt, das einstimmig im Parlamente zu Frankfurt erwählt wurde; nicht weil er ein Fürst, wobl aber obgleich er ein Fürst ist, wurde er zu dieser b. Würde berufen; seine vielfachen Tugenden und feine rühmlichst bekannte deutsche Gesinnung befähigen ihn vollkommen diesen ruhmvollen Plaz einzunehmen. Wien hat nur eine Stimme; Erzherzog Johann lebe doch! Er rette Österreich und Deutschland zugleich. — Der Jubel nimmt fein Ende. — Die Deputirten wurden in kaiserlichen Gala Equipagen nach Hos gesüdn — die deutsche Fahne weh« an jedem Hause. Um l 2 Uhr Werden die Deputirten in ihre Wohnung zurückbegleitet und einer davon hält eine herzergreifende Rede an das versammelte Publifum welches mit unaufhörlichen Vivat seine Begeisterung fund gibt. AuS Triest schreibt der Lloyd vom 4. Juli: Nach einer so eben von dem SlationS-Commandanien zu Pi-rano, Haupimann Huff vom Ritter von Heß. Infanterie erhaltenen Meldung, näherten sich gestern Abend nach 6 Uhr eine Venetianer Brigg und ein feindliches Dampfboot dem Hafen Rosa bei Pirano. Dieselben hatten mehrere bewaffnete Boote im Schlepptau, und bezeichneten sonach die Absicht einer feindlichen Unter nehmung. Kaum war Hauptmann Avpiano zur Unter-stüyung der unterhalb dem Kloster St. Bernardino befindlichen Batterie eingetroffen, als sich auch schon 5 bemannte Boote dem Ufer bis auf 40 Schritt näherten und ein lebhaftes Feuer gegen dieselbe eröffneten, was aber unsererseits sogleich und so wirksam erwiedert wurde, daß die Boote umkehrten, und erst dann du mnführenden mit Kartätschen geladenen Schiffskanonen abfeuerten. Mittlerweile hatten sich die Brigg und der Dampfer auf ungefähr 1,200 Schritte der Batterie von 3 Geschützen gegenüber ausgestellt unv daS Feuer auS 18, 32 und 48 Pfündern eröffnet, welches nun auch sogleich von der Batterie lebhast erwiedert wurde; hierauf sah man von dem Bordertheile des Dampfschiffes Rauch aufsteigen. Dieses Feuer hatte von 6'/« bis 7% Uhr gewährt, dann aber nahm das Dampf-schiff die Brigg inS Schlepptau und führte sie auS dem Hafen, während ein zweites Dampfschiff die 5 bemannten Boote aufnahm, und wie die Brigg zur - 88 - feindlichen Flotte zurückführte. Leider geschah eS, daß bei zunehmender Dunkelheit auch von der an der Spitze von Pirano befindlichen Batterie 3 Schüsse gegen ein für feindlich gehaltenes Schiff abgefeuert wurden, wovon einer den hintern Theil, ein anderer die Wand deS Schiffes traf, welches sich jedoch später alö ein österreichisches Kauffahrtheifchiss erwies; dasselbe tragt wohl selbst die Schuld an diesem bedauerlichen Vorfall, in-dem eS sich unter solchen Umständen in den Kanonen-bereich genähert hatte. Pirano vom 4. Juli 7 Uhr früh: Obwohl daS Schiff, welches gestern vom Salute-'Thurm auS beschossen wurde, die österreichische Flagge geführt ha-ben soll und im ersten Augenblicke für ein Mercantil» schiff angegeben wurde, so glaubt man doch heute die Ueberzeugung zu haben, daß eS ein feindliches Schiff gewesen ist, indem eS zur Flotte zurückkehrte und heute mit ihr absegelte. Die Flotte hat sich bereits um die Puma di Salvore zurückgezogen und verschindet immer mehr auS dem Gesichte. Trieft. Am 25. d. M. fingen die unteren Schich-icn des Volkes von Venedig an, verschiedene Complotte zu machen, da sie großen Mangel an LebenSmitel hatten. Am 26. schlug sich die Nationalgarde von 9 Ubr Früh bis 4 Uhr Abends mit der Masse von Bar-kenfübrern und Lastträgern, welche die ganze Linie vom Landungsplatz bei Schiavoni bis zum Eastelle und noch andere Puncte der Stadt besetzt hatten, wobei Viele verwundet wurden, so daß endlich die Nationalgarde sich zurückziehen mußte, da von allen Seiten Volk mit Prügel und Eisenwaffen auf sie eindrang. Als das Volk von Ehiozza am 2(1. Abends die Vorgänge in Venedig erfuhr, entstand ein großer Tumult; man lief augenblicks auf den Platz, wo die drei'arbige Fabne aufgepflanzt war, rieß sie herunter zertrümmerte die Stange, und rief: Wir wollen eine neue Fabne unter den österreichischen Farben aufpflanzen ! Von allen Seiten er'önle der Ruf: E o lebe Osterreich! Freis. Der Berliner Reichstag erfreut sich eben nicht der vollsten Zustimmung des Volkes. Vxn der demokratischen Partei, welche im Volke sehr stark, auf der Linken deS Reichstages aber sebr schwach vertreten ist, fanden in der preußischen Hauptstadt zahl-reiche Erbebungrn statt; eS wurden sogar schwache, jedoch wiederholte Versuche gemacht, die Republik zu proclamiren, ein Ruf, der in den ganz republikanisch gesinnten Rheinlanden starken Nachklang gefunden hatte. Während die Trurpeneonzentrirungen an der russischen Gränze immer drohender werden, ist die preu-ßisch-schlesische Gränze ganz von Militir entblößt, und bis auf die Armirung einiger Festungen geschieht zur Vertheidigung deS Landes nicht das Geringste! Der König von Preußen bat noch nicht aufgehört, der Schwager deS Kaisers von Rußland zu sein! Freis. Von Personen, welche eben von Venedig ange-kommen sind, wird erzählt, daß Ehioggia auf dem Punkte stehe, zu eapituliren. Der SchiffSeapitän behauptet sogar, daß schon eapitulirt sei. Ein Anderer letzt hinzu, daß dort eine Dcpu-tation an den General Weiden gebildet werde, um ihm die Unterwerfung anzutragen. Agram. Die Festlichkeiten, welche beider Wie-Verkehr deS BanuS statt fanden, übersteigen alle Be-schreibung. Der Harmitzenplatz heißt von nun an Je laiii: Platz. Dem BanuS wurde vom Landtage, wel-cher sich nicht auflöset, die unumschränkte Voll-macht übertragen. Folgende bezeichnende Worte über die Stellung zu Ungarn entnehmen wir einer Stimme der Gränzer an Se. Majestät: Kaiser! bast Du Deine getreuen Gränzer gefragt, ob sie dem magyarischen Hochmuthe fröhnen wollen? Kaiser! nach den eonsti-tutionellen Verfassungen muß ein Minister Deine Be-fehle eontrasigniren, welcher von den verantwortlichen Ministern hat diesen Deinen Befehl eontrasignirt, nenn ihn un«, daß wir ihn vor das Forum aller Völker zur Verantwortung ziehen. Kaiser! wisse, daß uns die russische Knute lieber ist, als der magyarische Ucbermuth. Kaiser! wir bitten dich nochmals behalte uns für Dich und Deine gesammte Monarchie; Du würdest den schönsten Diamant aus Deiner Krön» muthwillig wegwerfen, wenn Du uns dahin gibst — denn magyarisch wollen wir durchaus nicht sein. Eilli. Ei» Bataillon des Ins. Reg. Erzherzog Karl ist als Verstärkung nach Italien abgegangen. Am 6. d. M. langte der päbstliche Nuntius Monsignor Morichini, dessen Ansinnen auf völlige Unabhängigkeit unserer italienischen Staaten wir neulich gemeldet, mit dem MitlagStrain in Lilli an. Ein Tbeil der Bevölkerung begleitete den Reifenden bei seiner Abfahrt mit Pfeifen, Zischen und anderen Aeußerungen einer obli gaten Katzenmusik. AIS Ersatzmann deS Dr. Foregger zum Proviii-zial Landlage wurde neuerdings Dr. Schoener und da dieser die Wahl dankend ablehnte, Hr. I. lapvciner erwählt. An die Stelle deS Herrn Postmeisters Gurnig wurde Dr. I. Krainz im Wahldistricte W. Gratz zum ReichStagS-Depulirten erwählt. In Gray fand neuerdings ein Bäckenkrawall statt, man spricht sogar von einigen Verwundeten. E. v. Frankenstein Redacteur der pol. ind. TagSzeitung starb plößlich am Schlagfluße. Erzh. Johann hat die Wahl dcö deutschen Reichs-verweserS angenommen; 101 Kanonenschuß« verkünden dieS freudige Ereigniß der begeisterten Bevölkerung Wiens. Preußen hat seine ganze Truppenmacht dem Erzh. zur Verfügung gestellt. Die Blokadc von Tuest ist aufgehoben. — (W. A.) Am 30. Juni hatte bei Rivoli ein ernstliches Gefecht statt, 4000 Piemon lesen streckten die Gewehre, die Mailänder erklären be-reitS den K. Albert für einen Verrätber. Jutesligpnzblatt zur Cillier Zeit««g. An,eigen jeder, Art werden gegen Entrichtung der Jnsertion«gebühr für die gespaltene Eicerozeile mit 3 kr. für einmalige, 4 fr. für zweimalige und 5 kr. für dreimalige Einschaltung im hiesigen Verlag« Zeitung« Comptoir angenommen. Nr». 9. . Freitag den 7. Kundinn (huit(t. , , TfVjs Seine Maiestat haben mit Allerhöchste»! Entschlie-fung vom 23. Juni, d- I. dem Antrage he« provisorischen Landtages im Herzogthume Steiermark, daß die-im Pätente vom 11. April 1848 genannten Naturalleistungen auch für da« Jahr 1848 nach jenem Maßstabe und nach jenen Bestimmungen zu reluiren seien, welche in dem für Steiermark zu erlassenden allgemeinen AblösungSgesetze werden festgesetzt werden, unbeschadet jedoch eine« anderweitigen freiwillig?« Über* einkommen« und der schon zu Recht bestehenden QJer-träge, die allgemeine Sanktion zu ertheilen geruht. Gratz den 2.. Juli 1848, • Wickenburg. t Entgegnung. Der im Eillier WochStblatte Nr. 14 extempo-ruirte wohlmeinende Rath der Autorität >A. S. an die National-Garde vom! Markte Tüffer ist unstatthaft und scheint auf falschen Bericht gegründet. — Die Bolk«wehr war durch da« Erscheinen de« k. k. Militär« am 24. v. M. ebenso überrascht, al« da« irregeleitete Landvolk,, gegen welche« freilich der hiesige Wehrmann nur erst bei dringendster Nothwendigkeit die Waffen ergreifen würde,! — weil er eben seine Verpflichtung kennt, deren Kenntniß von Herrn S. so rücksichtslos in Frage gestellt wird. — Zudem besitzt die hiesige Volkswehr die, — für Fälle, wo e« sich nicht umö lo«feuern der Gewehre handelt, sondern um eine unbewaffnete Bolk«masse zu zerstreuen nöthigen mit Bajonetten versehenen Gewehre leider noch nichts daher jede« Einschreiten nicht nur zwecklo« gewesen wäre, sondern die nachiheiligsten Folgen herbeigeführt haben würde. Daß aber Herr S. eine militärisch kirchliche Funktion „theatralisch," die Waffenübung ein „Spiel" »ton«, befremdet un« sehr. Auf Aufforderung der Mehrzahl Wehrmänner Carl Vaieiitinitscli, Wehrmann im Markte Tüffer. 9t a cd r i ch t. Jene Parteien, welche die Sillier Zeitung gegen »»n billige« Honorar ins Hau« gestellt wünschen, wollen tvch gefälligst im Zeiiung« Comptoir melden. I. B. Jeretin, Verleger. J»li^__________1848. JFYff Siovt'nen 2 Prällllmerntions - Anzeige. Mit ersten Juli l. I. erscheint in Eilli ein Woch eublatt in slovenischer Sprache unter dem Titel: SLOVKNSKK MM Diese« Wochenblatt erscheint jeden Tamftag Halbjährige Pränumeration . . . 1 fl. 20 kr. Vierteljährige „ „ . .. — 40 „ Mit Zusendung durch die Post halbjährig 1 fl. 40 kr. vierteljährig — 50 fr. Die Pränumera»on«beträge bittet man baldigst dem Verleger in portofreie» Briefe» eittzufenden; die Pränumeration wird anch bei alle» k. k. Post-ämtern angenommen. Eilli am 12. Juni 1848. Prof. Val. Konsek, J. U. .Icretln, verantw. Redakteur. Verleger. Cour« der Etaat«papiere in Wien. Staat« Obl. zu 5 proe. 71*/« 71',,. Bank-Actien * — 1020 1030. Nordbahn 100'/, 101. Gloggnitzer 93 94. Miinjcur« in Trieft: Kaiserliche Duraien 5fl. 5 kr., 20 Franken-Stücke 9 fl. 1 2 kr. Souverain« d' Or 14 fl. 50 kr. K. M. Ther. Thl. 2 fl. 10 kr, 5 Franke». Stücke Z fl. 9 kr. Getreide M it t c l p r e i se. Eillier Marktpreise. Weizen der Metzen 4 fl. 52 kr. Korn 4 fl. Haser 2 fl. 6 kr. Türkisch Ic-.ije« * fl. 48 fr. Hai-den 2 fl. 36 fr. in E. M. Gratzer Markirreise. Weizen 3 fl. 57 kr. Korn 2 fl. 40 kr. Hafer 1 fl. 46 kr. Türkisch Weizen 2 fl. 14 fr. Haiden 2 fl. 17 kr. E. M. Agramer Marktpreise. Zu 1 Preßburger Mepen: Weizen 4 fl. tfroa«. Weizen 3 fl. 20 fr. Halbftucht 3 fl. Gerste l fl. 24 kr. Hafer 2 fl. 10 kr. türk. Weizen 2 fl. 30 kr. Wohnung zn vergeben. Eine Wobnung von 2 oder auch 3 Zimmer nebst geschlossenem Keller und Holzlege, ist in der Grayer Gasse ?kr. 87 mit 15. Juli, und ein meublirteS Zim mer mit 8. Juli z» beziehen. Job. M. Patriarch. Bei J. II. 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