prSuomrralioll» - -rcile: Für Laibach Ganzjährig . . . 6 ft. — lr. Halbjährig . . . Z . — , Vierteljährig. . . i „ SV » Monatlich . . . — „ S0 , Mit der Posi: Banzjährig . . . S ft. — Ir. Halbjährig . . . 4 „ SO > vierteljährig. . . s , iS » Für Zustellung ins Hau» viertel- jährig SS kr., monatlich S kr. Einzelne Nummern S kr. Laibacher Redaktion Sahnbosgaffe Nr. ISS Lrrcdition und Iujrralrn Lureau: »ongretzplay Nr »IlBuchhandlung von 2. v. Ä leinuiayr L F.Damberh, Zulcr!io»sprr»se: Für die einlpaltige Petitzeile S kr sei zweimaliger Einschaltung L S k dreimal L 7 li. JnjertionSftemvel jedesmal SN Sei größeren Jnleraten und öfter Einschaltung entsprechender Rabatt Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Nr. 166. Montag, 25. Juli. — Morgen: Anna. 1870. Die slovenische Presse und der sranzö-sisch-dentsche Krieg. Die slovenische Presse beginnt nun auch das Ereigniß des französisch - deutschen Krieges in den Kreis ihrer Besprechung zu ziehen; selbstverständlich schaut bei den an den Tag gelegten Anschauungen das klerikale Element heraus, welches stellenweise so dominirt, daß das nationale Prinzip darüber ganz und gar vergessen wird. Eine Ausnahme macht „Slov. Narod." welcher der Kriegösrage gegenüber eine neutrale Stellung beobachtet. Er hegt keinerlei Simpathie für Frankreichs Sieg, weil ihm dieser die Gefahr in sich zu bergen scheint, Oesterreich könnte seine alte Stellung in Deutschland zurückgewinnen, er hegt aber auch keinerlei Simpathie für Deutschlands Sieg, denn in einem solchen sieht er den Untergang der Slovenen, weil dann „Deutschland bis zur Adria" das Programm der deutschen Politik wäre. „Slov.Narod" undmitihm die Nationalen sehen eben und fühlen es, daß cs keine Regierung außer Oesterreich gibt,inwelchcrderStamm der Slovenen so viel Freiheit, so viel Garantie des Bestandes seiner Eigenart findet, als eben bei der Oesterreichs. Er weiß sehr gut, daß jeder anderen Regierung ein VolkSstamm von solcher Anzahl seiner Stammesgenossen, wie es der slovenische ist, nicht das bieten darf, was er Oesterreich zu bieten wagen durste; daß solche Sondervestrebungrn, wie sie die Slovenen sür sich beanspruchen, in keinem anderen Staate Europa's so viel Beachtung, wir dürfen wohl sagen, so viel gutmüthige Nachgiebigkeit finden würden, als eben in Oesterreich, und in Oesterreich erst seit dann, als es schwach und "nd machtlos geworden ist; daher „Slov. Narod" auch ein Wiedergewinnen der einstigen Machtstellung Oesterreichs perhorreszirt und darum den französischen Waffen deu Sieg nicht wünscht. Zur Ehre „Slov. Narods sei es gesagt, daß ihn diesmal doch rein nationale Motive geleitet haben, im Gegensätze zu der Säuglingspolitik eines hiesigen klerikalen Blattes, welches angeblich sür das Nationalitätsprinzip einsteht und gleichzeitig den nationalen Bestrebungen der Deutscheu den Untergang durch französische Waffen offen wünscht. Solche kindliche Anschauungen einer sich selbst zu Grunde richtenden Politik können wir nicht weiter beachten. „Slov. Narod" aber steht diesmal nicht aus klerikalem, sondern aus naüonalem Standpunkte, denn die Klerikalen wünschen den Sieg Frankreichs ganz offen, in Baiern sowohl als in Oesterreich, sie wissen, mit Frankreichs Sieg fällt die Frei- heit in Deutschland und Oesterreich, der Absolutismus, der in Königgräz eine Niederlage erlitten hat, wird seine Wiedererstehung feiern, und in ihm finden sie ihre Machtstellung wieder gesichert, welche ihnen der FrciheitSzug, der durch Oesterreichs Gauen strich, entrissen oder doch stellenweise streitig gemacht hat. Nur eines scheint uns bei den Nationalen nicht ganz klar (wir unterscheiden nämlich heule ausnahmsweise zwischen Nationalen und Klerikalen), „Slovenski Narod" gesteht nämlich dadurch, daß er den Sieg beider streitenden Nationen fürchtet, zu, daß es die Slovenen überall schlechter haben würden, als in Oesterreich, denn daß er im Ernste an einen eventuellen Anschluß an Rußland denkt, können wir nicht glauben, einesthcils deswegen nicht, weil in Rußland die slovenische Eigenart erst recht dem Ruine gewaltsam zugeführt würde, und andererseits deswegen, weil bei derartigen Erschütterungen Europa's und bei einem wirklichen eventuellen Zerfalle Oesterreichs das slovenische Land ganz bestimmt nicht zu Rußland geschlagen werden würde. Nachdem also „Slovenski Narod" findet, daß eö die Slovenen nirgends besser haben würden, als in Oesterreich, und zwar in dem heutigen, aus Deutschland hinausgedrängten Oesterreich, wie stimmt denn dies zusammen mit den stereotipen Klagen, daß die Slovenen in Oesterreich unterdrückt sind, daß sie an die Wand gedrückt werden? Nachdem „Slovenski Narod" glaubt, daß das heutige Oesterreich allein wenigstens besser als Deutschland oder das einstige mächtige Oesterreich den Slovenen gerecht zu werden versteht, und daß ein großes Deutsch' land dieselben nicht blos an, sondern durch die Wand drücken würde; wie koirmt cs, daß es gerade die Slovenen sind, welche in erster Linie stets bereit sind, der österreichischen Regierung, der sie doch alles verdanken, welche ihren Wünschen und Ansprüchen bis an die äußerste Grenze der Möglichkeit nachge-kommen ist, welche ihnen und ihrer Sprache alle nur mögliche Freiheit und Rechte eingeräumt hat, Verlegenheiten zu bereiten, die innere Konsolidirurg des Reiches durch Fahnenflucht aus dem Berathnngs-körper, durch Androhung von ReichSrathsnichtbeschik-knng zu verhindern? Wenn man sich vor der Unbill des Gewitters in einem Hause sichern will und die Arbeiter, welche das Haus ausbauen wollen, daran zu hindern sucht, heißt das nicht so viel, als den Ast durchsägen, auf dem man sitzt? Das Ge-ständniß des „Slovenski Narod" nehmen wir mit Bergnügen zur Keuutniß, doch bringt es uns über die politische Klugheit, welche aus der leidigen bisherigen Oppositionsmacherei der Nationalen hcraus-lugcu soll, keine besonders gute Meinung bei. So lange keine Gefahr im Hause ist, dasselbe muth- JeM'eton. Die Kugelspritze. (Von einem Fachmanne.) I. Wie im Jahre 1859 Napoleon die Welt mit seinen gezogenen Geschützen, so hofft er sie jetzt mit seinen in granses Geheimniß gehüllten Mitrail-leuses oder Kugelspritzen zu überraschen. Es liegt nicht in meiner Absicht, eine Beschreibung dieser mit Schaudern nur genannten Waffe zu liefern, da die beste Beschreibung ohne Zuhilfenahme einer Abbildung unverständlich bliebe; '4 will nur das Geschichtliche dieses, keineswegs ^r neuesten Zeit angehörigen Mordinstruments "°sern und im Anschlüsse die vernünftigerweise zu ^hoffende Wirkung beleuchten, um den Lesern des ".TagblatteS" auch in dieser Beziehung die Mög-"chkeit zu bieten, die Mittel der streitenden Parteien *'chtig zu beurtheilen. Die Erfindung dieser, seither unter vielen Na-A°n genannten Waffe fällt in die erste Zeit der Konstruktion der Feuerrohre überhaupt. Schon in ^ Mitte des 15. und der ersten Hälfte des 16. ^°hrhunderts hatte man das Geschütz verbessert und weiter ausgebildet, und wurde sowohl im Feld- als Belagerungskriege verwendet, sie hießen „Orgelgeschütze." Eine Beschreibung dieser Orgelgeschütze gibt der berühmte Leopold Frondsberg in seinem Buche über die Kriegskunst. Darin heißt es: „Noch ist ein Geschlecht des Geschütz, das man auch auff der Achs führt und fcheusst, das nennt man ein Orgelgeschütz, umb deßwillen, dieweil es viel Rohr- und Nachbüchsen hat, zugleich wie ein Orgel viel Pseif-fen hat, man nennts auch ein Geschrey-Geschütz, der Ursach daß es viel Schuß thut, nachdem es viel Rohr hat, dieselbigen Schuß zerstreut es hin und her, so nennt mans auch Hagelgeschütz, dieweil eö viel Kugeln schcusset, wie ein Hagel viel Stein wirft." Wie die geehrten Leser aus dieser „klassischen" Beschreibung entnehmen, ist das Ganze nichts als eine Zusammenstellung von Flintenrohren zu einem Bündel, um sic dann in einer kurzen Zeit abseucrn zu können, woduch ein mehr oder weniger kontinuirliches Feuer unterhalten wird. Dieses Grundprinzip ist auch bei der neuesten Konstruktion beibehalten, nur ist natürlich der Lademechanismus vollkommener, der ein schnelleres Feuern ermöglicht. Selbst die neueste Zeit hat bereits diese Waffe im Ernstfälle gebraucht, und zwar von Seite der Dänen im Kriege 1850 und 1864 unter dem Namen Höllenmaschinen. Die Amerikaner verwendeten sie bei der Belagerung von Charleston 1863 unter der Bezeichnung Requabattcrie. Schon im Jahre 1866 nach Beendigung des preußisch-österreichischen Krieges, in welchem die furchtbare Wirkung des ZündnadelgewehreS an uns erprobt worden, raunte man sich gcheimnißvoll in die Ohren: Napoleon hat ein Geschütz erfunden, das von nur zwei Mann bedient wird und mit dem man ganze Bataillone in einigen Minuten niedermetzeln kann. Dieses Geschütz ist die heutige Mitrailleuse. Stein-, Bronze- und Eisenzeit. (Schluß.) Zinn findet sich reichlich in China, namentlich in den Provinzen Schantung, Kiangsu und Kiangsi; ebenso ist eS häufig in Tonkin, Cochinchina, im Laoslande, in Siam, Borneo, auf der Halbinsel Malaka, wie auf den Banka-Inseln, von welchen letztem man ohne Grund behauptet hat, daß dort schon die Fönizier ihr Zinn geholt hätten. Unter der Dinastie der Tscheu (1123—247 v. Chr.) lebten die Chinesen in einem Zeitalter der Bronze, welche sie in fünf verschiedenen Legirungen herstellten; die willig demolircn wollen, um, wenn Gefahr droht, sofort in dasselbe sich zu flüchten, mag anderen klug scheinen, wir nennen es anders. Die Proklamation des Kaisers Napoleon an das französische Volk. welche wir am Samstag in telegrafischem Auszuge brachten, lautet nach dem „Journal Osfiziel": „Franzosen! ES gibt im Leben der Bölker feierliche Augenblicke, wo die nationale Ehre, gewaltsam gereizt, sich als unwiderstehliche Kraft aufdringt, alle Interessen beherrscht und die Leitung der Geschicke des Vaterlandes allein in die Hand nimmt. Eine dieser entscheidenden Stunden hat geschlagen. Preußen, dem wir während und seit dem Kriege von 1866 die versöhnlichsten Gesinnungen bezeugt haben, hat unserem guten Willen, unserer Langmü-thigkeit keinerlei Rechnung getragen. In die Bahn, gewaltsamer Eingriffe gestürzt, hat es allcö Mißtrauen erweckt, überall zu übertriebenen Rüstungen genöthigt und aus Europa ein Lager gemacht, in welchem Unsicherheit und die Furcht vor dem nächsten Tage herrschen. Ein letzter Zwischenfall hat den Unbestand der nationalen Beziehungen enthüllt und den ganzen Ernst der Sachlage gezeigt. Angesichts neuer Ansprüche Preußens ließen sich unsere Beschwerden vernehmen; sie wurden umgangen, und es folgte ihnen ein geringschätziges Vorgehen. Unser Land hat darüber eine tiese Erbitterung empfunden und alsbald ertönte von einem Ende Frankreichs zum anderen ein Kriegsruf. Es erübrigt uns uichtS mehr, als unsere Geschicke der Entscheidung der Waffen anhcimzugebeu. Wir führen nicht Krieg gegen Demschland, dessen Unabhängigkeit wir achten. Wir hegen Wünsche, auf daß die Völker, welche die große germanische Nationalität bilden, frei über ihre Gefch-cke verfügen. Was uns anbelangt, so fordern wir die Begründung eines Standes der Dinge, der unsere Sicherheit gewährleiste und die Zukunft sichere. Wir wollen einen dauerhaften Frieden, begründet auf den wahren Interessen der Völker, erringen, und einen prekären Zustand zum Aufhören bringen, in welchem alle Nationen ihre Hilfsquellen dazu verwenden, um eine gegen die andere zu waffnen. Das glorrreiche Banner, welches wir noch einmal vor denjenigen entfalten, die uns herausfordern, ist dasselbe, welches die zivilisatorischen Ideen unserer großen Revolution durch Europa trug. Es vertritt dieselben Prinzipien, cs flößt dieselbe Aufopferung ein. Franzosen! Ich trete an die Spitze dieser tapferen Armee, welche die Liebe und die Pflicht für das Vaterland beseelt. Sie weiß, was sie werth ist, denn sie sah in vier Welttheilen den Sieg an ihre Schritte sich heften. Ich nehme meinen Sohn trotz feiner Jugend mit mir. Er weiß, welche Pflichten fein Name ihm anferUgt, er ist stolz, seinen Anthcil an den Gefahren derjenigen zu nehmen, die für das Vaterland kämpfen. Gott segne unsere Bestrebungen. Ein großes Volk, welches eine gerechte Sache vertheidigt, ist unbesiegbar. Gez. Napoleon." Politische Rundschau. Laibach, 25. Juli. Bis heute ist noch nichts von bedeutenderen Vorgängen auf dem Kriegsschauplätze bekannt. Die von einigen Wiener Blättern gemeldete Landung eines französischen Korps bei Emden (Hannover), hat noch keine Bestätigung erhalten. Es wäre allerdings ganz gut denkbar, daß die Franzosen durch !ein LandungskorpS Hannover zu insurgiren vcrsu-l chen werden, aber nach einem anderen Berichte wollen sie in Jütland landen und dann die Dänen ausfordern, mit ihnen gemeinschaftliche Sache zu machen. ES sehlt jedoch, wie bemerkt, an bestimmten Meldungen und alles, was da gemeldet wird, ist nur Kombination oder müßige Erfindung, vie Zeit ist eben noch zu kurz, seitdem man sich zum Kriege entschlossen hat. Was die Vorgänge im Westen betrifft, so stimmen alle Meldungen darin überein, daß durch den Anschluß der Südslaaten an das übrige Deutschland die Franzosen völlig überrascht wurden und ihr Ofsensivstoß eben dadurch eine Verzögerung erleidet. Man hat in Paris aus die Neutralität Süddeutschlands fest gerechnet und darnach seine Pläne gemacht. Nun aber geht Süddeutschland wie ein Mann mit Nocddeutschland, und darüber ist man, wie die Berichte der „Jndep. Belge" und der Pariser Blätter beweisen, ganz perplex. Diese kalte Donche hat ungeheuer abkühlend gewirkt. Militärisch steht die Sachlage so, daß man zuerst einen Offensivstoß durch das Moselthal gegen Mainz und Köln beabsichtigte und gegen Baden nur ein Ob-servationskops im Elsaß zurücklassen wollte. Dieser Plan mußte nun geändert werden, aus politischen Gründen ist es für Frankreich nothwendig, Süddeutschland in einem raschen Anlauf uiederzurennen, und aus militärischen Gründen ist ein Sloß gegen Koblenz-Köln ganz undenkbar, wenn in der baicri-fchen Rheinpfalz und in der Zentralstellung von Mainz ein starker Feind steht. Der französische Generalstab mußte daher darauf bedacht fein, seinen ursprünglichen Plan zu modifiziren, und er scheint nun projektirt zu haben, in die Rheinpfalz einzufallen. Die preußischen Truppen stehen g, elwval des Rheines, so daß sie jeden Augenblick auf dem rechten oder linken Ufer des Rheines, je nach Bedarf, konzentrirt erscheinen können. Es scheint, als ob Preußen seine sämmtlichen mobilen Truppen an den Rhein wirft und die Ver-theidiguug des Nordens den Baiern, einem kombi-nirten preuß. Korps uud Landwehren überläßt. Auf dem rechten Ufer des Rhein von Mannheim und Köln hinab sollen bis nun das Garde- und 11 andere Armeekorps mit zusammen nahe an 300.000 Mann stehen, zu denen noch die Badenser, Darm-städter und einige wenige Württemberger hinzu kämen, so daß die Gesammtstärke rund 360.000 Mann ausmachte, diese Truppen dürsten binnen ein paar Tagen strategisch ausmarschirt sein und dann, so glaubt man, wird der Angriff von deutscher Seite beginnen, wenn nicht schon früher die Franzosen aus ihrer Passivität heransttcteii. Ueber die Vertheilung der großen Komman-do's ist nun bekannt, daß Prinz Friedrich Karl und General Steinmetz die zwei Armeen am Mittelrhein, der Kronprinz die süddeutsche Armee, Vogel v. Falkenstein die Küstenarmee kommandiren wird Herwarth von Bittenseld wird Militärgouverneur in Rheinland - Westfalen und Kurhessen. General-stabschefs werden sein General Blumenthal, Oberst Stiehl, General v. Sperling. Napoleon sucht Allianzen und klopft hier und dort an. In Berlin will man wissen, er habe die russische Regierung veranlassen wollen eine Allianz mit Frankreich gegen Preußen cinzugehen, und daß dafür bedeutende Konzessionen geboten worden seien. Rußland aber habe nicht nur jedes Anerbieten von Seite Frankreichs zurückgewiefen, sondern gleichzeitig durch den beglaubigten Bevollmächtigten in Paris die Erklärung abgeben lassen, daß Rußland „vorläufig" sich gänzlich neutral verhalten und somit auch nicht rüsten werde, doch behalte es sich die russische Regierung vor, von dem Ausgange der ersten Schlachten „ihre weiteren Entschließungen abhängig zu machen." Hiemit in Uebereinstimmung steht folgende Kommunikation des offiziellen russischen „Regierungsanzeigers" : „Der Kaiser von Rußland hat jegliche Bemühung zur Verhütung der Feindseligkeiten angewendet; der Kaiser bedauert den Krieg und ist entschlossen, eine strenge Neutralität zu beobachten, so lange als Kriegszufälle russische Interessen nicht berühren; die russische Regierung ist stets bereit, Europa den Frieden wiederzngeben. Auch in Wien macht, nach Berichten von dort, Bronze für Spiegel enthielt die Hälfte Zinn; die für Pfeilspitzen '/§, die für Schwerter '/„ die für Lanzen die für Beile die für Glocken und Kessel */,, wie man in Tscheu-li, Buch 16, p. 33 und Buch 41 liest. Diese Zusammensetzung ist äußerst seltsam und keine der Legiruugen gleicht der unserer antiken Bronze. Ihren Spiegeln und Küchengeräten setzten die Chinesen noch außerdem Zink zu, doch ist über das Verhältniß des letztem nichts bekannt. Allen Anzeichen nach scheint in China, gleichwie in unserm Bronzebereiche, der Fortschritt in der Kupferindustrie mit der Zunahme der Kennt-niß neuer Metalle zu steigen; jedenfalls haben die Chinesen die Entwicklung in der Metallurgie selbstständig und auf eigenen Wegen verfolgt. Von der Bronzeperiode gelangten sic in die des Eisens, und wenn auch ihre Fabrikate aus Schmiedeisen schlecht sind, so sind doch diejenigen aus Gußeisen besser. Der Japanese, dessen ganze Zivilisation derjenigen China's folgte, ist in das fünfte Zeitalter, jenes des Stahls, eingetreten, und die dort gefertigten Schwerter sollen die besten Europa's übertreffen. In der nördlichen Tararei und in Finnland finden wir wieder eine Region des Eisens, wie in Afrika, ohne Kupfer und Bronze. Das Eisen findet sich in Ueberfluß in dem alten Ferghana, dem heutigen Chokand, im Uralgebirge und in den Sümpfen des Uwalli in Rußlaud, wie auch in Finnland. Nach einheimischen Traditionen war das Eisen in dieser weiten Region das erste und nebst dem Golde das einzige Metall, das man bearbeitete; die Türken und Mongolen verlegen ihre ÄZiege und ihr Paradies in ein unbekanntes, ringsum von undurchdringlichen Wäldern und eifcnrcichen Gebirgen eingeschlossenes Thal, aus welchem ihre Voreltern erst den Ausgang fanden, nachdem ein immenses Feuer oder eine vulkanische Eruption die Erzfelsen geschmolzen hatte. Das Andenken an diese Entdeckung des Eisens wurde bei den Mongolen durch eine jährliche Festlichkeit gefeiert, und ihr erster Schmied war auch ihr oft besungener Heros Dschingis Khan. Die primitive Industrie der Finnen dcs baltischen Meeres, der Esthen, Liefländer, Lappen in Europa war die Schmiedckunst und die Weberei; sic besitzen zwar eine Mithe, die sich auf die Erfindung dcs Eisens bezieht, aber keine solche für die dcs Kupfers. Von ihren Vorfahren lernten sie blos das Eisen und das Gold kennen, aus welch' letzterem Metall ihr mithischer Vulkan Jlmarainen sich sein Weib selbst fertigte. Die Mithen der Finnen und Tataren beweisen nicht, daß diese beiden verwandten Raßen eine Steinperiode hatten, aber auch nicht das Gegentheil, doch geben dieselben auch keine Anhaltspunkte für die Feststellung des Alters ihrer Metallurgie. südlich von den Tataren wohnt die tibetanische Raße, zu welcher die Miao-tfe von China und vielleicht auch die Serer der römischen und griechischen Schriftsteller gehörten. Erstere kannten und verarbeiteten das Eisen bereits 15—20 Jahrhunderte vor Christus (!), und die Serer waren in Rom gegen die christliche Aera hin wegen ihres trefflichen Eisens berühmt; das letztere kam nach vorherigem Transport über die tibetanische Hochebene an die Küste des indischen Meers und von da uach Rom. Diese Exkursionen nach verschiedenen Gegenden der Erde liefern dcn Beweis, daß die Aufeinander' folge der Metalle nicht überall eine gleiche war, sondern daß einzelne Regionen cinc Kupferperiode vor der Bronzezeit hatten, die für Europa nicht cxistirt, während in anderen Gegenden die Kennt-niß dcs Eisens schon fast gleichzeitig mit der der Bronze nachzuweisen ist, wie dicS auch von F- de Rougemont in dessen oben bezeichnetem, äußerst interessantem Werke über die Bronzezeit ausgesprochen ist. Napoleon Anstrengungen. Es soll der französische Gesandte Latour d'Auvergne der Ueberbringer eines Handschreibens sein, worin der Kaiser der Franzosen dem Kaiser von Oesterreich den Antrag einer Allianz macht. Einige Ueberbleibsel der ehemaligen Welfen-legion in Frankreich fanden es zur Bcthatigung ihrer patriotischen Gesinnung und zur Belustigung der Pariser Straßenjugend für nothweudig, mit einer französischen Fahne hernmzuziehen und „Auf nach Berlin!" zu rufen. Wie selbst die Franzosen über dieses Gesindel urtheilen, geht zur Genüge aus den Bemerkungen angesehener französischer Blätter hervor. Der „Figaro" sagt: „Wenn diese Welfen-Trabanten nach Berlin kämen, so möchten sie wohl todtgeschagen werden, ehe die Polizei sie zu schützen vermöchte. Wollen sie aber im französischen Heere kämpfen, so mögen sie sich vor Kriegsgefangenschaft hüten, denn das Standrecht würde auch kurzen Prozeß mit ihnen machen, und niemand dürfte die feilen Buben bemitleiden, die ein schimpfliches Leben mit einem schimpflichen Tode beschlossen." Und noch einen Schurken haben sie aufgetrieben, die Herren Franzosen. Die „Patrie" veröffentlicht einen Brief von den „Hannoveranern in Chartres," gezeichnet Boß, in welchem es heißt: „Nicht mit leeren Worten wollen wir Frankreich unsere Dankbarkeit bezeugen; französisches Blut wird aus deutschem Boden vergossen werden, gestatte uns Frankreich, diesem Blute das unsere zu vermischen, wir werden seiner gegen den Unterdrücker unserer Familien und unseres Vaterlandes nicht schonen. Gebe Frankreich uns Waffen, lasse uns unsere Fahne neben der seinigen entfalten, und wir werden glücklich und stolz sein, an Frankreichs Seite zu kämpfen." Die Korr. HavaS" bemerkt über diese netten Leute: „Ein Franzose, der das Herz am rechten Flecke hat, kann von solchem Gesindel nur sagen, daß es Landesverräther seien, die verdient hätten, daß man sie öffentlich brandmarke." Baden erklärte am 22. d., wegen der Kriegserklärung an Preußen und Bedrohung deutschen Gebietes im Hinblick auf den Allianzvertrag vom Jahre 1866 sich als im Kriegszustände mit Frankreich befindlich zu betrachten. Der badische Gesandte in Paris forderte feine Pässe. Desgleichen der französische Gesandte in Karlsruhe. Das von Baiern erlassene Getreide-Ausfuhrverbot wurde in Folge Reklamation der österreichischen Regierung wieder aufgehoben. Der „N. Fr. Pr." wird aus Oderberq tele-graphirt, daß sich der große Generalstab noch in Berlin befinde; man glaubt in kompetenten militärischen Kreisen, daß cs nicht vor Anfang August ö" einem größeren Zusammenstöße kommen könne. Die Wiener norddeutsche Gesandtschaft soll beauftragt worden sein, zur öffentlichen Kenntniß zu bringen, daß cs unmöglich sei, fremdländische Offiziere den Krieg im preußischen Hauptquartier mitmachen zu lassen. Der Grund hiesür liegt allein in der Be-sorgniß vor einer Ueberfüllung des Hauptquartiers. In Trier haben sich die ersten Klassen des Gimnasiums und der Realschule aufgelöst und sind alle freiwillig in das Heer eingetreten. Am 21. d. traf in Berlin von Wilhelmshafen die Nachricht ein, daß französische Kriegsschiffe vor Jahdebufen an der oldenburgifchen Nordküste kreuzen. Es ist rechtzeitig dafür gesorgt worden, daß kein größeres Fahrzeug in den Jahdebusen ein-lausen kann. Die Hannoveranischen nnd oldenbur-gischen Küsten sind derart sandig, daß die Landung nirgends sich ermöglichen läßt. Wer vom Lande aus ein Kriegsschiff beobachten will, wenn es am Rande des Tiefwassers Anker geworfen hat, kann dies nur mit bewaffnetem Auge. Die französischen Kreuzungen in der Nordsee sind also glücklicherweise nicht gefährlich. Die Helgoländer Lootfen haben aus freiem Antriebe beschlossen, den französischen Kriegsschiffen keine Dienste zu leisten. Die sranzösiche Regierung soll dem englischen Kabinete die Blokade der Häfen Bremen, Hamburg, Stettin, Danzig, Königsberg bereits notifizirt haben, und zwar mit dem Bemerken, daß die Blokade in kürzester Zeit vollzogen wird. Die im Elsaß stehenden französischen Kavallerieregimenter sollen am Heumangel außerordentlich leiden. Seit zwei Tagen, schreibt ein Pariser Korrespondent, sieht man viele betrunkene Soldaten, wahrscheinlich in Folge der ihnen ausbezahlten Kriegslöhnung. Die Berliner machen bekanntlich über alles ihre guten und schlechten Witze. Ueber den jetzigen Krieg zirkulirt bereits folgender: „Die Franzosen wollen am Rhein die Moltkenknr gebrauchen." Der baierifche Landtag ist bis auf weiters vertagt worden. Einer authentischen Quelle entnimmt die „Bolksztg." die Nachricht, daß die Türkei in energischer Weise rüstet. Sie hat im Laufe der letzten Tage bedeutende Wasfen-Ankäufe in Frankreich und in Belgien gemacht. Der „P. Lloyd" erfährt, daß Baron Eötv öS auch behufs Vereinbarung der gegen das Jnfallibi-litätsdogma zu unternehmenden Schritte nach Wien berufen werde. Für Oesterreich soll die Aufhebung des Konkordats bevorstehen, wogegen der Nuntius drohte, daß der Papst in diesem Falle das Ernennungsrecht der Krone für die erledigten Bischofssitze ausheben würde. Baron Eötvös soll das Verbot der Veröffentlichung des Jnfallibilitätsdogma's und das kla.-eötum rs^iuw empfohlen haben, da Ungarn das Konkordat nie anerkannte. Zur Tagesgeschichte. — Die Aus- und Durchfuhr von Waffen, Waf-fenbestandtheilen, Munition und Munitionsgegenständen aller Art ist für fämmtliche Grenzen des österreichisch-ungarischen Zollgebietes verboten. — Der König von Preußen hat mittelst Kabinets - Ordre vom 19. Juli seinen Willen dahin ausgesprochen, daß „angesichts der ernsten Lage des Vaterlandes und in dankbarer Erinnerung an die Heldenthaten unserer Vorfahren in den großen Jahren der Befreiungskriege das Ordenszeichen des eisernen Kreuzes in seiner ganzen Bedeutung wieder aufleben solle." — Der neue schweizerische Bundesfeldherr. Der schweizerische Nationalrath hat Herrn Hans Herzog aus Aarau fast einstimmig zum Bundesfeldherrn der schweizerischen Armee ernannt. Herr Herzog war Seidenweber, hat seiner Fabrik lange mit Umsicht und Erfolg vorgestanden und wurde in Folge der tüchtigen Geschäftsführung sehr reich. Während er dieselbe betrieb, war er Offizier, machte seine Offiziersschule mit durch, fand Gefallen am Kriegswesen, insbesondere an der Artillerie, widmete sich dem Studium der militärischen Wissenschaften und dem Kriegswesen der Schweiz endlich ganz, und gewann sich nach und nach unter den übrigen schweizer Offizieren ein solches Ansehen, daß jetzt die öffentliche Stimme ihn als den berufenen Heerführer sogleich bezeichnet hat. Lokal- und Provinzial-Augelegenheiten. Lokal - Chronik. — (Laibacher Gewerbebank.) In den Monaten April, Mai und Juni 1870 sind bei der Laibacher Gewerbebank 25 Gesuche theils um neue, theils um Erhöhung bestehender Kredite im Gefammt-betrage per 15.600 fl. eingereicht worden. Der effektive Stand der Kredüinhaber betrug mit Ende Juni 1870: 152 mit dem Kredite per fl. 122.050. An Wechseln wurden in den drei Monaten cskomptirt 234 Stück im Betrage per 113.905. Im Portefeuille verblieben 246 Stück im Betrage per. 101.196 fl 68 kr. Der Kassenverkehr erreichte die Höhe von 389.995 fl. 71 kr. In laufende Rechnung wurden übernommen 144.283 fl. und rückgezahlt 88.491. fl. — (Prüfungen.) Am 25., 26. und 27. Juli finden die Prüfungen an der Mädchenhauptschule bei den Ursuliuerinnen statt. Die Zahl der Schülerinnen beträgt 1148, darunter 172 in der inneren Schule. — (M usikprüs ung.) Dienstag den 26. l. M. um halb 5 Uhr findet im Rathhaussaale die öffentliche Prüfung an der Musikschule der filharmonifchen Gesellschaft statt, wozu die p. t. Gesellschaftsmitglieder und alle Musikfreunde eingeladen werden. — (Nächtliche Ruhestörung.) Heute Nachts um 10 Uhr zog ein johlender Volkshaufe mit dem hiesigen Vereine Sokol und einer Musikbande durch die Straßen unserer Stadt. Wir haben gegen einen solchen Einzug im ganzen genommen nichts besonderes einzuwenden, aber wir erinnern uns bei dieser Gelegenheit auf die seinerzeit geläufige Behauptung der Jantschbergliteraten, das Trommeln der Turner MotL Kens im Freien und am Hellen Tage) habe die Bauern von Jantschberg gestört. — (Eine Leiche aufgefunden.) Heute Morgens wurde in einem Getreidefelde bei Schifchka eine männliche Leiche aufgefunden. Dieselbe ist die eines Arbeiters, man sagt des Gärtners des Gutes Pepensseld in der Schischka. Die städtische Polizei-mannschast fand bei der Leiche etwas Geld und andere Gegenstände, und da keinerlei Verletzung wahrzunehmen ist, so dürfte kein Verbrechen vorliegen, sondern es scheint ein Schlagfluß die Todesursache zu sein. — (Ein französisches Journal in Laibach.) Der Passus in der Konkursausschreibung der neuzubesetzenden städtischen Lehrerstellen: „Kenntniß beider Landessprachen," veranlaßt ein hiesiges, in deutscher Sprache erscheinendes Journal zu der naiven Bemerkung, daß es in Krain nicht zwei Landessprachen gebe. Abgesehen davon, daß man die Existenz des Herzogthums Gottschee, der Weißenselser Gemeinden und der zahlreichen in Krain lebenden Deutschen mit einem Federstriche nicht wegdekretiren kann, erlauben wir uns die Frage, wie es komme, daß das genannte Journal, welches die Existenz der deutschen Sprache in Krain leugnet, in deutscher, also in einer ausländischen Sprache erscheint und doch angeblich vaterländische Interessen vertritt? Wenn das gedachte deutsche Blatt also schon in einer in Krain fremden Sprache gedruckt wird, wäre es nicht bester, wenn es in französischer Sprache erscheinen würde, das würde zu seiner franzosenfreundlichen Haltung besser passen und der deutschen Sprache die Schmach ersparen, daß sie dazu mißbraucht wird, der nationalen Einigung Deutschlands Koth ins Gesicht zu spritzen. — (SlovenischerNachwnchs in Krain.) „Slov. Narod" bringt in einer Laibacher Korrespondenz vom 14. d. M. eine für die flovenischen Führer in .Nrain keineswegs schmeichelhafte Schilderung der durch egoistisches Gebühren verursachten geistigen Stagnation in der flovenischen Bewegung. „Wir bedürfen — heißt es daselbst — in allen Zweigen des Wissens eines krischen Nachwuchses ; durch viele Jahre schon hört man den Ausspruch: „Die Jugend ist die Hoffnung der besseren Zukunft." Doch man hat für dieselbe nichts gethan. Sie wuchs heran, sie behalf sich, so gut es ging, um sich das tägliche Brot zu verdienen oder ohne Unterstützung in dem Ungemach des Lebens zu Grunde zu gehen. Manches hoffnungsvolle Talent sah man in den letzten 20 Jahren in das hiesige Gimnasium eintreten und aus demselben austreten, doch wenn man sich jetzt in dem praktischen Leben umblickt, so wird man von Schauder und Verzweiflung ergriffen. Der beste Theil der Jugend ist zu Grunde gegangen. In der Literatur zeigten sich hoffnungsvolle jugendliche Kräfte, doch sie gingen verloren, da sie nicht nur keine Unterstützung erhielten, sondern da man sie nicht beachten wollte und ihnen Hindernisse aller Art bereitete. Anstatt jugendliche Talente auszumuntern und zu pflegen, fürchtete man sich vor ihnen, ja man betrachtete sie als seine Feinde, weil sie vielleicht diesen oder jenen dünkelhaften literarischen Stern zu verdunkeln drohten. Kein jüngeres literarisches Unternehmen fand in Laibach Unterstützung, die sloveni-schen Literalen mußten sich in Klagensnrt, Triest, Görz, Graz, Agram, ja sogar in Wien niederlassen, dort konnten ihre Arbeiten die gewünschte Frucht nicht Hervorbringen, da sie sich aus dem fremden Boden nicht heimisch fühlten. Die flovenifche Lveratur und Ms« seuschcift wurden dezentralisirt, wie dies kaum anderswo der Fall ist, deshalb können die Slovenen trotz der lobenswerlhen Kräfte nicht vorwärts gelangen. Sogar die materiell günstig gestellte „Slov. Ma-tica" klagt über Mangel an Manuskripten. Schuld daran trägt sie selbst, weil sie verlangt, daß sich der Schriftsteller einer gewissen Schablone und einer unleidlichen Zensur unterwerfe, theils deshalb, weil sie ans kleinlichen Rücksichten brauchbare Arbeiter aufzw finden nicht versteht, oder es nicht will, insbesonders aber darum, weil die vereinzelten Kräfte erlahmen, da ihnen die Aufmunterung und gemeinschaftliche Unterstützung mangelt. Alle jüngeren Talente bis ariden letzten Mann hat man aus Laibach exilirt und wenn jemand in Laibach verborgen zurückblieb, so wurde diese Stadt für ihn — ein geistiges Kapua. So ergeht es auch mit der Politik. Seitdem der Parlamentarismus begonnen, sieht man stets die nämlichen Persönlichkeiten im Landtage; keine neuen Kräfte wurden herbeigezogen, ja den einzigen Abgeordneten, der sich selbst herausgebildet hat, wollte man aus dem krainischen Landtage verstoßen. Und dennoch wird der größte Optimist nicht behauptet können, daß unser Parlament so vortrefflich zusammengestellt sei, daß es keine neuen Arbeiter bedürfe. Der Schreiber dieser Zeilen erklärt, daß er ein Nationaler mit Leib und Seele und zwar schon seit langer Zeit sei, daß er jedoch demungeächtet die für ihn traurige Wahrheil eingestehen muß, es verfüge im krainischen Landtage die Minorität über mehr geistigen Fond, als die nationale Majorität. So könne es nimmer bleibcn. Vor allem thne es nolh, für einen Nachwuchs Sorge zu tragen." Was sagen die insallibleu Führer zu solchen bitteren uud wahrheitsgetreuen Enthüllungen? — (Todt schlag.) Samstag den 23. d. M. wurde in Tersain bei Stein während eines Raufexzesses, von mehreren Burschen als Vorspiel zum gestrigen Kirchweihfeste in Szene gesetzt, der im Dorfe selbst allgemein geachtete Grundbesitzer vulgo Kuoster, als er die Streitenden zu beschwichtigen trachtete, von vier der angreifenden Burschen, die sämmtlich im Alter von 16 bis 18 Jahren standen, mit einem Holzprügel derart auf die Schläfe geschlagen, daß derselbe gestern Früh in Folge dessen seinen Geist anfgab. — Drei der Thäter wurden unmittelbar nach der That von dori stationirten Gendarmen ergriffen und Sonntags Früh dem k. k. Bezirksgerichte nach Stein eingeliefert, dem vierten derselben gelang es zu entkommen. Für die obdachlose Witwe ist weiters eiugegangen: Von A. C. 5 fl.; I. S. 2 fl ; N. 9!. 2 fl. Eingesendet. Keine Krankheit vermag der delikaten Rövs-Iss-oiörk 6n Lu,rr^ zu widerstehen, und heilt dieselbe ohne Medizin und Kosten alle Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut, Athen,-, Bla-sen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blntanssteigen, Ohrenbrausen Uebelkeit und Erbrechen selbst während der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. — 72,000 Kuren, die aller Medizin widerstanden, worunter ein Zeugniß Sr. Heiligkeit des Papstes, des Hosuiarschalls Grafen Pluskow, der Marquise de Brshan. — Nahrhafter als Fleisch, erspart die Revalescisre bei Erwachsenen und Kindern 50mal ihren Preis in Mediziniren. Zertifikat vom Herrn Dr. Medizine Joscf Biszlay. Szeleveny, Ungarn, 27. Mai 1867. Meine Fran, die mehrere Jahre an Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, allgemeiner Schwäche und Schmerzen gelitten und alle Medikamente und Bäder vergebens versucht hatte, ist Lurch Du BarrNs Nsvgleseiörs gänzlich hergestellt worden und kann ick dieses exzellente Nahrnngsmittel jedem Leidenden bestens empfehlen. Im tiefstem Lankgefühl verbleibe ich mit Achtung ergebenster Diener Josef Viszlay, Arzt. In Blechbüchsen von Psd. fl. 1.50, 1 Pfd. fl. 2.50, 2 Pfd. fl. 4.50, 5 Pfd. fl. 10, 12 Pfd. fl. 20, 24 Pfd. fl. 36. — liöVLlesoiörö OdoeolLtes in Tabletten für 12 Tassen fl. 1.50, für 24 Tassen fl. 2.50, für 48 Tassen fl. 4.50, in Pulver für 12 Tassen fl. 1.50, 24 Tassen fl. 2.50, 48 Taffen 4.50, für 120 Tassen fl. 10, 288 Tassen fl. 20, 576 Tassen fl. 36. — Zu beziehen durch Barry du Garry L Co. in Wien, Goldschmiedgasse 8; in Laibach bei Ed. Mahr, Parfumeur; in Pest Török; in Prag I. Fürst; in Preß bürg Pisztory; in Klagensnrt P. Birnbach er; in Linz Haselmayer; in Bozen Lazzari; in Brünn Franz Eder; in Graz Oberranzmeyer, G r a b l o w i tz; in Marburg F. Kollet -nig; in Lemberg Rottender; in Klausenburg Kronstädter, und gegen Postnachnahme. Witterung. Laibach, 25. Juli. Gestern Abends dicht bewölkt. Heute Vorm. Aufheiterung. Nachmittags wolkenloser Himmel. Wärme: Morgens 6 Uhr -s- 14.2°, Nachmittags 2 Uhr -s- 20.0" (1869 219; 1868 -s- 21.2°) Barometer 326.70'". Das vorgestrige Tagesmittel der Wärme -s- 16.3" um 0.6"; das gestrige -s- 16 9" um 1.2° über dem Normale. Angekourmene Fremde. Äm 24. Juli. I li t-riil. v. Vetsburg, Kausm, Nürnberg. — Lauric, Handelsmann, Ralek. — Patek, Handelsmann, Triest. — Dr. Regenspurski, k. k. Bezirksvorsteher, Volosca. — Milan und Dragiuja Savic, Agram. — Gutesa, Agram. Roblek, Kaufm., Äraz. — Koschir, k. k. Bezirksrichter, Gvttschee. — Koren, Apotheker, Wien. — Boras, Dechant, Fiume. — Chajnik, Ingenieur, Lack. — Karlin, Bauunternehmer, Lack. — Fitz-Gibbon, Lehrer, Triest. — Allina, Graz. — Jnbitz, Sava. — Lalentiuig, k. k. Beamte, Capodistria. — Bellat, Geschäftsmann, Lipnik. — Piischler, Schriftsetzer, Triest. — Wittenz. — Floren-tin, Frankreich. 8ti»Ir Pesendorfer, Gutsbesitzer, Steiermark. — Conte Prandi, Gutsbesitzer, Triest — Gnttmann, Kausm,, Wien. — Ott, Kausm., Wien. — Reinhardt, Kaufm., Wien. -- Jermann, Gutsbesitzer, Katzenstein. — Klassen, Ingenieur, Äraiuburg. — Schwidernoch, Ingenieur, Wien. — Frau Ananian, Triest. — Frau v. Jabornik, Neumarktl. — Frau Ankemius, Neumarktl- — Frau Jugowitz, Kminburg. — Frau OuiderZic, Feistriz. — Frl. Laleucic, Feistriz. » II«,i. Piuter, Graz. — Uhl, Gutsbe sitzer, Tüffer. — Zalokar, Zirkniz._________________________ Verstorbene. Den 22. Juli. Dem Josef Selan, Halbhubler, sein Kind Gertraud, alt 5 Monate und 7 Tage, am Moorgrunde Nr. 18 an Fraisen. Den 23 Juli. Dem Herrn Josef Schindler, k. k. Thierarzt in Pension, seine Frau Katharina, alt 69 Jahre, iu der Gradischavorstadt Nr. 38 an der Bauchfellentzündung. — Johann Lnstrak, Maurer, alt 37 Jahre, im Zivilspital an der Lnngenftise. Den 24. Juli. Barbara Beleznik, Köchin, alt 68 Jahre, in der Stadt Nr. 313, am Zehrfieber. — Maria Stenovc, Landmannswitwe, alt 70 Jahre, in der Stadt Nr. 268 an Marasmus. Korrespondenz. Herr» -l. L. i» Buzhka, Uuterkraiu: Ihr Wunsch, wie Sie sehen, ausnahmsweise erfüllt. Lottoziehung vom 23. Juli. Triest: 53 16 89 61 79. Telegramme. Paris, SS. Juli. (Orig.-Teleg. d. „Laib. Tagbl ") Die Kannnersession wurde geschloffen. Der Telegrafenverkehr mit Preußen ist eingestellt wurden. Man erwähnt, der Kaiser werde Donnerstags abreisen. Der KriegSminister ordnete die Vornahme von Befestigungsarbeiten sür Paris an. Wien, LS. Juli. (Orig.-Teleg. d. „Laib. Tagbl." — Ans preußischer Quelle.) Gestern srüh Scharmützel bei Gerswciler. Die Franzosen gingen zurück. Frnnzosenverlust chn, Preußen verlustlos. Das Züudnadrl-gewehr bewährte sich. (Reg.-Bcz. Trier bei Saarbrücken.) Florenz, 24. Juli. Die amtliche Zeitung der italienischen Negierung fordert jedermann, da Italien sich mit den kriegführenden Mächten in Frieden befindet, zu gewissenhafter Beobachtung des Nentralitätsgcsetzeö auf. Laibacher Heiverbebailk. Bis auf weitere Kundmachung werden, mit heutigem Tage beginnend, Platzwechsel und direkte Kredit-Jnhaber-Wechsel mit Sieben Perzent, Domizils mit Sieben Ein halb Perzent und der üblichen Provision von Ein Viertel Perzent eskomptirt. Laibach, 25. Juli 1870. 283) Die Direktion. Eingesendet. Da das Dienstmann Institut wegen der vom Dienst-manue Nr. 13 am 20. Juli au mir verübten Beleidigung bis zur Stunde noch nichts zur Sache gethan hat, so bin ich bemüssiget, wenn binnen drei Tagen vom genannten Dieustmanue die Abbitte nicht geleistet'wird, gerichtlich die Satisfaktion zu verlangen. (285—1) Der Beleidigte. Bei der Hmiptagentfchaft der k k. priv. ILiunione r1or11ü1s-0I»11x. >'ose von 1854 . . . 76.— 77.- Südb.-Ges. zu 500 Fr. 105.— 1^6.-" ^o»e von 1860, ganze >'ose von 1860, Fünft. 87.- 87.50 dto. BonS 6 pCt. ri/.— 97.50 Nordb. (100 fl. CM.) Prämien,'«-, v. 1864 . »5.— 95.50 Sieb.-B.(200st. ö.W.) 84.- NudolsSb.(300fl.ö.W.) ss.- ttrnnLsntl.-VKI. Kranz-Jos. (200fl.S.) 89.- Steiermark zn5pCt. tarnten, Kram —-— r.oss. u. Küstenland 5 » Credit 100 fl. ö. W. . 140.— 14S.- Ungarn. . zub „ ikroat. n. Slav. 5 „ Don.-Dampssch.-Ges. zu 100 fl. CM. . . . Siebenbürg. „ 5 „ 66. — Triester 100 fl. CM. . dto. 50 fl. ö.W. . —.— stationalbank . . . 657.— 659.— Ofener . 40 fl. ö.W. Ireditanstalt . . . 213.— 213.50 Palfsy .' !! 40 I /!. ö. Escompte-Ges. 700.— 710 — Clarv . > 40 > Lnalo-österr. Bank . Oest. Bodencred.-A. . Hyp°lh.-B->n, . Ateier. EScompt.->ök. 172.— 173.25 St. GenoiS,, 40 63.— L^O.— 65.— «Vindischgrätz 20 ü Waldftein . 20 I Keglevich . io « kkais. Ferd.-Nordb. . Südbahn-Gesellsch. . 1880^ 1885 174.75 175.— Rudolfsstift. 10 ö.W. Kais. Elisabeth-Bahn. 178.50 179.— ^VsoLsol (3Mon.) Zarl-Ludwig-Bahn 200.—i 200.50 Siebenb. Eisenbahn . ,51.— 152.- AugSb. 100 fl. südd.W. 113.— sais. Franz-Iosefsb.. ^ünfk.-Barcser E.-B. 166.56 167.— Franks. 100 fl. „ London 10 Pf. Sterl. 114.50 129.50 130.-- Uföld-Finm. Bahn . 148.— 149.— Paris 100 Francs . 50.25 50.S0 L»kavLdr1otv. LlÄnso». Hation. ö.W. verloöö. 83.— 84.— Kais. Münz-Ducateu. 20-FrancSstück. . . 6.— 6.06 Lng. Bod.-Creditanst. 88 — 10.69 io.?a »lÜg.öst.Bod.-Credil. 103.- 103.50 GereinSthaler . . . 1.95 96.-7 dto. in 33 9.rückz. . 88 — Silber . . 129.50 130-20 Telegrafischer Wechselkurs vom 25. Juli. 5perz. Rente österr. Papier 50.50. — 5perz. Ren« Herr. Silber 59.70. — 1860er Staatsanlehen 85.50- —' öankaktien 644. — Kreditaktien 206.—. — London 131--^- - Silber 132.50. — Napoleonsd'or 10.87. Verleger und für die üifdaktion veramwortlich: Oltomar Bamberg. Druck von Jgn. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg «n Latdach.