EINZELPREIS: wochentags 10 Rpt Sainstag'Sonntäg 15 Rpf lorburgtr ötUutig Amtliches Organ des Verlag und ScIirlftteitunR: Marburg a. d. Drau, Badßassc Nr. 6, l'ernrul: 25-67 25-68, 25-Gü. — Ab 18 Uhr (6 Uhr abends) Ist die Schriftleitung nur auf Fernrut Nf. 28-67 erreichbar. — Unverlangte Zuschriften werden nicht rückgcsandt. — Bei Aofrageo Rückporto beilegen. — Postscheckkonto Wien Nr. 54.608. Steirlschen Heimatbundes itrscheint wöchentlich sechsmal als Alorgenzeitung (mit Ausnahme der bonn- u Keicrtage). Bezugsp'eis (im voraus zahlbar) monatlich KM 2.10 einschl. Zustellgebühr; bei Lieferung im Streifband zuzüglich Porto; bei Abholen in der Cie-scliäftsstelle RM 2.—. — Anzeigen- und Bezugsbestellungen in der Verwaltung otr. 223 ^Harburg a. 0.3>rau, !}Rontao. 8.0epttm6rr I94i öl. 3at)roana Ein lahr naltonaler Regiernng in Rumänien Wiederaufstieg an Deutschlands Seite — Eine Zelt grosser Erfüllung für Staat und Volle Proklamation Harschall Antonescns B u k a r u s t, 7. September. Zum Jahrestag der Cbernahmc der Staatsführung erließ Marschall Anto-nescu eine Proklatntion, in der er zunächst feststellte, daß er an die Spitze eines zerrütteten, entarteten, entmutigten, desorganisierten und verlassenen Volkes getreten sei, nachdem er jahrelang für die Grundlagen eines gesunden und starken nationalen Landes gekämpft habe. Cr sei ständig bemüht gewesen, dem Lande seine Ehre und Freiheit wiederzugeben und die Schatten der Vergangenheit zu tilgen, im Vertrauen auf einen neuen Geist im Lande, der der alte Geist des Stolzes des rumänischen Volkes sei, habe er die Fäden des rumänischen Schicksal« wieder zusammenfügen können, indem er Rumänien durch eine würdige Allianz mit Deutschland, Italien und Japan verband, die nicht nur die ruhige Entwicklung^' gewährleistete, sondern das Land auch vor der bolschewistischen Gefahr Schützte und ihm darüber hinau' die Erfüllung seiner heiligen Rechte verschaff! habe. i»lch habe dieses Bündnis geschlossen mit der Loyalität eines Volkes, das seine Ehre und ^inen Boden verteidigen will. Ich habe das Verständnis des gro-fkn deutschen Volkes und des italienischen Volkes gefunden und die beständige und ehrliche Unterstützung des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler und das Blutopfer der deutschen Soldaten, die auf rumänischem Boden für dessen Befreiung und für die Zivilisation gekämpft haben. Dlelinschliessung Petersburgs Von Hauptmann Stephan ich hatro, als Ich dieses Bündnis schloß, das die Grundlage unseres Rcchtcs ist, gesagt, daß ich nivni:)ls etwas von dem verraten würde, was rumänisch ist und daß ich für die Wiederaufnichiiing unserer nalionalcn Würde küimprcn werde. Heute könnt ihr, Rumänt-n, euch darüber Rechenschaft geben, daß unser Land nicht mehr allein steht, daß ich mit diesem Bündnis aicht nur die Überlieferungen unseres Landes schützte, die von den koimniun'isitschen Horden bedroht waren, sondern daß ich durch unseren Konipf im Osten rumänischen Boden befre'en und unsere Ehre mit ilem Blut unserer Soldaten reinwaschen konnte.« Der Marschall scliÜLierte dann, welchen Problemen in diesem Regiurungs-jahr die besondere Sorge des Staates ge-goljen habe, beginnend mit der Armee, dem Bauerntum, der lürhöhung der Produktion, bis zur Neuordnung des Schulwesens, der Justiz, der Staatsfinanzen liryl der sozialen Einrichtungen. 1*> wies weiter hin auf die Neuorganisieru.ig, ■welche die von dem Bolschewismus befreiten F^ro'vinzcn erhalten und auf die Gesetze, welche die Kriegsopfer und Kriegshinterbllefienen stützen un-d fördern. Er habe — so führte vier Marschall weiter aus — die Schuldigen der Vergangenheit gerichtet und beseitigt und dvn Staat wieder auf die Grundlagen der Ehrlichkeit und Arbeit gestellt. Was noch nicht habe erreicht werden können, sei durch die Probleme bi^dingt, die der europäische Krieg mit sich bringe. Kr werde einen neuen Verwaltungsaufbau des Staates und der öffentlichen Dienste in Angriff nehmen und^die neue Organisation des Staates werde Hand in Hand mit dem bprufsstdndischen Aufbau vor sich gehen. Die Han'Jarbeitcr würden im na- Arheit Ihren Glauben festigen konnc.i. Der Marschall erinnert und ihre Zukunft Es ist eine altbewährte Teclinik in der | mehr und mehr nach Nordosten vorschob. Propaganda der Plutokratien, deutsche Er- i Die Front, die von der Moskauer Informa-'olge, die man nicht mehr abstreiten k;p", j tionsstelle zunächst nach dem Urt Ostrow im voraus groß zu proklamieren, ja in den j benannt worden war, erhielt nach emigcn eigenen Prognosen zu iibersteigi rn und ; Woclicn ihre Bezeichnung naUi der Stadt dann •— nach einigen Tagen — »ent- ; Pleskau, etwas später nach dem Abschnitt täuscht« zu sein, weil sie nicht in dem vor- ' l'urcliow. dann nach di-m llmen-See, um ausgesagten Teiiipo eingetroffen sind.Diese i schließlich mit dem Huße Luga und dem nicht ungeschickte Taktik wird von den , althistorischen Handelsplatz Nowgorod I'einden im Westen auch im Falle Peters- vermerkt zu werden. Hierin drückte sich , bürg einmal wieder angewandt. j zugleich die Tatsache aus. daß der deut- Wie ist nun die Lage in diesem Sektor | sehe Angriff zusehends auch nach Osten der Kampffront? Die deutschen Truppen ' hm an Breite gewann. Als zwei Monate näherten "sich der Stadt zuerst auf der ^ "^ch Kriegsbeginn Nowgorod fiel, wurde es klar, daß die Lage für das Gebiet an der innersten Ecke des finnischen Meerbusens bedrohlich werden mußte. Hier an dem strategisch so bedeutsamen letzten Küstenstrich an der Ostsee, von llnp'al bis nach Viipuri, wurden von Pe- großen Straße, die von Wilp.a über Üüna-burg und Pleskau nach Nordosten führt. Der deutsche Stoßpfeil drang hier, wie an allen anderen weisentlichcn Punkten der Stalinlinie, schon Mitte Juli durch die g':-walt'go Befeiitigungszune an der alteo , . Grenze zwischen der Sowjet-Union und ' 'ersi^urg nus während des ganzen .Wonats , . dann weiter i Lettland vor. Auch hier erfolgten dann jdie allcrgriißtcn Anstrengungen daran, daß dai> Land und er selbst in die-i die wütcncfbn Gegenangriffe, mit denen i um ein weiteres deutsches scni Jahre auch schwere Stunden durch-! die Bolschewisten an der ganzen Front Y<^''dringen zu stoppten. Trotzdem stießen lebt iiätten unla^tz Abu Su* eir am Suezkanal. Belm AiiKrllf deutscher Kampffhig tionalen Geist, in der Diszif)|in der Ar- zeuge auf den britischen Flotlenstütz- neit und ihrem sr)zialen Schutz zusam- ' inengeschlossen. Die Arbeiter der Stirne ^^'ürden in Korporationen und technischen Körperschaften zusammengefaßt. Die Bauernschaft und die Dörfer würden neue Ei.irichtungen und Lebensmöglich-'g In der letzten Nacht nach Nordwestdeiitschlnnd und an der norwe- n, , ,, ... " "»-«"»viviii^viiiniiu UHU mh ti^r ihm v»v- f'duktion erhalten. Die ]ungc Oenera- gfschen Küste ein. Durch Bombenwurf ir)n schiicßlieh werde m neue Organisa- a„| Wohnviertel, u. a. im Raum um bon schließlich werde im neuen Organisa- Beckum — Dortmund, hatte die Zlvllbe- vöikcrung einige Verluste an loten und Verletzten. Nachtjä"^ und Flakartillerie schoi^se» zehn, .Marineartillerie einen der angreifenden Bomber ab. Erfolgrelclißr Angriff auf Odessa Berlin, 7. September. In der Nacht zum 7. Septeu/jer bom-deutsche KampfiL^zeugc Stadt und Hafen Odessa »owle ein.n zur Naclischubl>asis aiisgebauten Eisenbahnknotenpunkt mit sehr gutem Erfolg. Meh-rere große und viele kleinere Brände zeugten von der Wirkung des Angriffs. Bin Sowjel-Muniilonszug floo In die Luf! Die dcutschc Luftwaffe richtete Soim-aben-d im mittleren Kampfabschnitt der Ostfront wieder sehr erfiilKreichc .Angriffe gegen die zur Front führende El-scnbahulinie des l\"indC';. Scchs Oüter-und Tra!Hi>^rtzii;ie der Sowjets, die ' :h ajif der i'ahrt befanden, wurden zum Entgleisen gebracht, ein unter Painp: stehender .Miinitionszuii' flog in die Lufi und mehrere weitere bereitstchendi Züge wurden schwer beschädigt. Außerdem wurden bei diesen Unternelnnungerp'^'^*^ ein .Muniiiopslager in IVand neworfen und eine Kroße Zahl von Kraftfahrzeugen verni eiltet. die tapferen tleuischen Divisionen Kilometer um Kilometer nach Norden vor. Noch immer schic' Vialtiif ivkt Ku-te: AxckMr Seite 2 !frMart>ur,ger Zeituag« 8. September 194! geringem A^aße die Tatsache bei, daß Petersburg immer stärker auch von Norden her bedroht wurde. Die *^innen verstanden es, sich mit außerordentlicher Zähigkeit und Tapferkeit zunächst bis zum Nordende des Ladoga-Sees, bald darauf aber auch an seinem Ost- vie an seinem Westufer vorwärtszukämpfen. Es war die Krönung ihrer Siege, als sie die alte karelische Hauptstadt Viipuri den Sowjets entreißen konnten. Nun war auch der Rest des im Frühjahr» 1940 von den Bolschewisten annektierten finnischen Gebietes an der Meeresküste nicht mehr zu halten. Stolz konnte Feldmarschall iMan-nerheim die Wiedereroberun;» der letzten Orte an der ehemaligen finnisch.^owjpli-schen Grenze melden. Die Helsinkier Presse weist darauf hin, daß es sich bei den Kämpfen zwischen Ladoga-See und Finnischem Meerbusen um die größte Schlacht der nordischen Geschichte handelte. Die Beute, die die Bolschewisten zurücklassen mußten, ist ungeheuer. Die Toten, die die drei Sowjetdivisionen hier auf relativ schmalem Raum opferten, sind zahllos. Der bolschewistische Kommandeur dieses Kampfabschnittes, der In Gefangenschaft geriet, »ibt als Ursache der sich ständig wiederholenden Sliederlagen die fehlende Verbin.lung zum OberUom. niando und die schlechte Kampfmoral der Sowjetsoldaten an. Tatsache ist, daß nach dieser Katastrophe auch im Norden der Ring um Petersburg bereits recht eng geworden ist. Hier setzt nun die Arbeit der plutokra-tischen Propagrin^i-otei ein. Sie schon dit fortschreitende Einsch!'?'^ung der Riesenstadt, auf die die Bo'schewlsten wogen der revolutionären Tradition Petersburgs besonders stolz sind. Flugs prophezeien sie die Kapitulation Petersburgs lür das kommende Wochenende. Radio New York schilderte dramatisch, daß cier feutsche Vormarsch nicht aufgehalten wer! -n konnte. Sein Londoner Kollege jammert, dat^ die »verräterischen Feinde« die Außenlinien Petersburgs durchbrochen hätten. Man bemüht sich also, die akute Gefahr, in der sich Petersburg befindet, in möglichst düsteren Farben zu schildern, genau wie es vor einigen Wochen mit Kiew und Odessa geschah. Dabei weiß man, daß die deutsche Führung nicht Städte erobern, sondern die gewaltigen Armeen des Feindes vernichten will. Die Zerschlagung der feindlichen Widerstandskraft, die sich in der Tatsache erweist, daß die Sowjets Schritt für Schritt auf Petersburg zurückweichen mußten, ist bedeutungsvoller als Petersburg selbst. Reoseven versncht zo proTozIeren Erfolgloser Ans^riff eines amerikanischen Zerstörers auf ein deutsches U-Boot Berlin, 6. September. Dvr amerikanische umj englische Nachrichtendienst brachte eine Meldung, nach der bei einem Zusammentreffen des amerikanischen Zerstörers »Greer« mit einem deutschen U-Boot ain 4. September morgens das U-Boot den Zerstörer nwt Torpedos angegriffen haibe. Die Torpedos hätten ihr Ziel verfehlt, der Zerstörer habe dann Im Gegena'ngriff das U-Boot mit Wasserbomben bolegt. Deutscherseits wird nun^mehr afiitlich >Jemgegt.'nübcr festgestellt: »Am 4. Soptember wurde auf 62 Grad 31 Minuten Nord und 27 Grad 06 Minuten West ein deutsches U-Boot um 12,30 Uhr im deutschen Blockadegebiet mit Wasserbomben angegriffen und laufend verfolgt. Das deutsche Unterseeboot war nicht in der Lage, die Nationalität des angreifenden Zerstörers festzustellen. Es hat in berechtigter AlbwehT daraU'fhin um 14,39 Uhr als Abwehr einen Zweierfä-cher geschosson, der fehlging. Der Zerstörer setzte die Verfolgung mit Wasserbomben bis gegen Mitternacht weiter erloglos fort. Wenn von einer amtlichen amerika.ni-schen Stelle, nämlich dem USA-Marine-Departement behauiptet wird, der Angriff sei von dem deutschen U-Boot ausgegangen, dann kann das nur bezwccken. dem ncutralitätswidrigen Angriff eines amerikanischen Zerstörers auf das deutsche U-Boot wenigstens den Anschein eines Rechtes zu verleihe.!. Der Angriff selbst ist der Beweis dafür, daß Herr Roosev'Clt entgegen seinen Behauptungen schon früher den ameri'kanischen Zerstörern allgemein den Befehl erteilt hat, den Standort deutscher Schiffe und U-Boote nicht nur n^eutralitätswidrig zu melden, sondern darüber hinaus dotage und der Kunst des Bürgerkrieges aus. In den letzten zehn Jahren seien durchschnittlich zehn Nord-amerikaner im Jahre durch diese Schule gegangen, um dann nach den Vereinigten Staaten zurückzukehren und ihre Theorie in die Praxis umzuset'zen. Die Schule, die mit großer Geheimniskrämerei umgeben sei, stelle große Anforderungen an die Bewerber. Diese müßten Beweise für unerschütterlichen Glauben an die revolutionäre Sache ablegen und schon mindestens zwei Jahre lang Parteimitglied sein. Die GPU bestimme, wer zugelassen werde. Schon wie die zukünftigen Schüler nach Moskau kommen, werde auf ganz besondere Art bewerkstelligt. Die Schüler müßten nämlich sowohl aus ihrem eigenen Lande heraus wie in die Sowjetunion hinein geschmuggelt werden GPU wache darüber, daß keine Spione die ausländischen Schüler in die Hand bekommen. Das iprivatleben der Schüler werde durch ständige Haussuchungen und strenge Zensur überwacht. Die Kurse für die revolutionäre Sache dauerten zwei bis vier Jahre. Hier lenie man. wie eine Revolution vorzubereiten und -zu starten ist. In einem Lehrbuch »Der Weg zum Sieg« heiße es: »Alles, was die kommunistische Partei unternimmt, bekommt Sinn und Wert nur insoweit, als es zur Vorbereitung eines bewaffneten Aufruhrs dient. Dasselbe gilt für Strerks, die vor allem dazu dienen sollen, den kapitalistischen Gcsellschaftsajjparat weich zu machen.« In einem Lehrbuch von A. D. Losow-sky »Streik als Krieg« sei zu lesen: »Konzentriert Euch darauf,, durch Streiks die empfindlichen Teile des ka-pitalistischen Wirtschaftssystem abzuschneiden, konzentriert Euch auf Schlüsselindustrien wie Stahlindustrie, Schiffahrt, Eisenbahnen, Grubenindu-strie. Chemische Industrie, Gas-, Elektri-zitäts- und Wasserwerke«. Natürlich lerne man in dieser revolutionären Akademie nicht nur Theorie, sondern auch Praxis. Nicht zuletzt bestehe diese in rein militärischer Ausbildung. Die Sclmle in Moskau h?»be große, gut geschützte und umzäunte Ubungs-gelände. Hier lerne der Schüler mit allen möglichen Schußwaffen umzugehen, auch mit Handgranaten und Bomben. Er lernt, wie man einen Zug zur Entgleisung bringt und wie man Brücken in die Luft sprengt. Als Beis>piel führt der Nordamerikaner u. a. eine Anleitung an, wie man einen Bahnhof überrumpeln soll. Alle höheren Posten in der kommunistischen Partei der Vereinigten Staaten haben nach Jan Valtin Personen inne, die eine gründliche Ausbildung dieser Art in Moskau erhalten ha-ben. Revolutionäre Schulen seien an mehreren Stellen in den USA nach diesem Muster errichtet worden, damit das in Moskau Gelernte weiter verbreitet werden könne. Untergang der Mehnadit Inder Oslsee Die vernichtenden Schläge der deiii-' sehen See- und Luftstreltkräfte' Berlin, 7. September. Die deutschen Seestreitkräfte fugten der sowjetischen Kriegs- und Handeils-marme in der vergangenen Woche schwere Verluste zu. Es wuronTben in der Nähe von Catania. Weder Opfer noch Schäden. Der Flughafen von Nicosia auf Cypern wurde in der Nacht zum 6. September von imseren Flugzeugen tiombardiert. Es wurden Brände und Explosionen fest-gestelrl. In der vergangenen Nacht wurde in der italienischen Hauptstadt auf Grund von Warnungen der Beobachtungssiellen Fliegeralarm gegebÄi. Einige Batterien des äußeren Flakverteidigungsgür'els Schossen Sperrfeuer. Romfinen sdrassen 79 Flngwnie ab Bukarest, 7. September. Nachdem erst dieser Tage verschiedene Einheiten der rumänischen Luftwaffe im Heeresbericht mit besonderer Anerkennung genannt wurden, verzeichnet nunmehr ein neuer Armeebefehl bedeutende Erfolge des 2. rumänischen .lagdgeschwaders. Dieses Geschvider hat im Kampf mit einem ständig zahlenmäßig überlegenen Feind bisher 58 Sowjetmaschinen abgeschossen. Der gleiche Heeresbericht nennt auch eine Flakbatterie, die insgesamt 21 sowjetische Flugzeuge abschießen konnte •M«mmeT 223 Zfituiif!:« n. September 1941 Seite 3 Durchbruch auf Petersburg W« Kämpfe mit BmIiiii d%t F^ldzug^t — EIm stark« Bafastigungslini« Mr Bol$ch«wist«n fällt Im Raum von Petersburg, 7. September. PK. PanzerkuppeFn in üetreidefddcrn, Panzerabwehrgräben, ein geschickt angelegtes Grabensystem mit ausgezeichnet getarnten MG- und Schützennestern . . . Gleich an der großen Hauptstraße, die unter dem stärksten Artiiicriefcuer der Bolschewisten lag, gelang dar Durchbruch. Und dann wurde Bunker um Bunker ausgeräuchert und lahmgelegt, von einer Stellung zur anderen springend, drangen unsere Truppen, Infanterie und Pioniere, durch das Feuer der Artillerie unterstützt, nach Norden vor, bis dicht an die Luga. Jenseits dieses Flusses aber liegt die starke Befestigungslinie, ein Macht-wcrk in der Hand dessen, der sie besitzt. Es ist beinahe unmöglicn, frontal gegen sie anzustürmen, ein solchcr Angriff wäre mit vielen Opfern verbunden, die dem zu erreichenden Gewinn nicht entsprechen würden. Die diesseits der Luga eingesetzten Regimenter nehmen die letzten bewehrten Dörfer und Bunker und sichern dann gegen den Feind, dessen zahlreiche Artillerie weiterhin die große Vormarschstraße unter Feuer hält und unseren Truppen zwar Schäden zufügt, aber den Vormarsch nach Kingissepp nicht aufhält. Auf der großen Straße rollt und marschiert das graue Heer nach Kisigis^cpp, das inzwischen von aus Süden entlang der Luga vorgestoßenen lieutschen Verbänden nach.heftigen Kämpfen genommen wurde. Die sich hoch über den Fluß spannende Steinbrücke ist von den Bolschewisten gesprengt, aber sofort sind unsere Pioniere daran gegangen, knapp neben der alten Brückenstelle eine Kriegsbrücke rj bauen. Jenseits wird ein starker Brük-kenkopf gebildet, in weitem Bogen wird gegen Norden gesichert, aber den Bcl-schewfsten verleiht ^^s Gefühl, eingekesselt und in ihren Stellungen von vorne und hinten ausgeräuchert zu werden, starken Kamipfaiiftrieb. An einer schwacnen Stelle brechen sie durch, dringen sogar bis in den Nordwesten der Stadt vor, unterstützt durch Panzer und Artillerie, aber in heftigen Kämpfen werden sie zurückgeworfen. Die Verbindung mit den durcn den Bolschewistenangriff abgeschnittenen deutschen Truppen wird wieder hergestellt. Die Kriegsbrücke wird durch feindlichen Beschuß beschädigt, aber dennoch marschieren unsere Infanteristen, rollen unsere Gefechtswagen über sie hinweg durch die brennende Stadt und stellen sich btreit zum Flankenangriff gegen die Luga-Linie. Der Fluß führt Niodrigwasser, st in Bett ist Kalkfelsen und bietet unseren Fahrzeugen auf ihren \Va?serfahrtcn einen festen Untergrund. Schwarz steigt d^r Rauch aus.der brenne ien Stadt zum Himmel, er verfinstert die Sonn«. Von einem Haus springt das Feuer zum anderen hmUt^er, es rast mit unerhörter Geschwindigkeit durch die Straßit\ Dächer und Wände der Holzhäuser, Bäume und Telegraphenmasten stürzen mit Krach zusammen, abgerissene Telefondrähte spannen sich kreuz und quer niedrig über das Kapfsteinpflaster, drehen sich m Speichen und um die Ach-scn der durch den fast undurchdringliche.! Rauch preschenden Fahrzeuge, Auf, links und rechts der Straße und in den Häusern und Brandruinen schlagen unentwegt die feindlichen Granaten vin, unsere Artillerie, die außerordentlich starke Kräfte herangezogen hat, erwidert das Feuer aus allen Rohren, Es ist einj ununtebrochene Folge von Abschüssen und Einschlägen, die Erde erzittert, die Luift ist erfüllt mit Heulen und Pfeifen und Krachen und Bersten. Dazwischen hört man das hello Bellen der deutschen MG, das dumpfe der feindlichen, das Explodieren von Munition und Brennstoff in den brennenden Häusern, das Rattern unserer schweren Raupenfahrzeuge und Sturmgeschütze, die nach vorno sausen, das Hupen der Krankentransportwagen, die zwischen Truppen U'nd vorgeschobe-Tiem Hauptverbandsplatz hin- und her-pendeln. Da endlich — und ein Aufleuchten geht über die Gesichter aller, die vorn an den Bunkern kämpfen oder durch den Rauch und Granatenhagel zur vordersten Linie gehen — sind unsere Bomber über uns. Sie ziehen über der Bcfestigungs-linie, über den feindlichen Truppenan-sanunlungen und dem bolschewistischen Nachschub ihre Kreise und werfen dann ihre Bomben ab. Wir warten Sekunden, bis dumpfe Hinschläge an unser Ohr kommen und haben nur den e'len Wunsch, daß die gesuchten Ziele, die bolschewistische Artillerie, gelrofl'en sind. Es ist ein beruhigendes Gefühl für uns alle, unsere schweren Vögel über uns zu wissen, im Schutze unserer windschnol-len Jäger, die jetzt im Tiefflug über die Wälder dahinschießen und mit ihren Bordwaffen die Gegner in ihren Löchern mit Geschossen ütberschütten. Solango unsere Flieger in der Luft sind, schweigen die Batterien der Sowjets, sie wollen durch ihr MünJungsfeuer ihren Standort nicht verraten. Aber kaum sind unsere Flieger wieder weg, lebt das Artillerie-feuer wieder auf, jedoch uns scheint es, als seien einige Geschütze d^s Feindes für immer zum Schweigen gebracht. Es wird wieder Abend. Aber der Kampftag dauert noch an. Unsere Soldaten sind in schwerste Kämpfe mit den Bolschewistenbanden verwickelt. Es si'id Kämpfe voll größter Dramatik, voll Ein-snlzbereitschaft und Opfer, es sind wohl die heftigsten Känupfe, die die eingesetzten Truippen bisher in diesem Feldzug zu bestehen hatten. Hier kämpfen zwei Weifen mit ganzem Einsatz, die der Kultur und Zivilisation gegen die des Anarchismus und des Terrors. Aber der Sieg wird unser sein. Wir liegen i^m Angriff, Bunker um Bun'ker des Feindes wird zerstört, die Bef>estigungslinic fällt. Rollender Einsatz der luitwalfe Im Nordabscbnilt Unübersehbare Verluste der Sowjets an Menschen und Material Berlin, 7. Scptenibcr. Die im Nordabsclinitt der Ostfront ein-nesetztcn Teile der deutschen Luftwaffe richteten in den letzten Tagen mit starken Kräften AnKrifie gCKen sowjetische TrupncnansammUmgen und Feldstellun-Kcn im Raum südlich des LadoKu-Secs, Die rollenden Ansriffe, die aucli am 0, September mit Hunderten von Kainpf-und Sturzkanipffluijzeueen durclitrefülirt wurden, fügten den Bolscliewisten unübersehbare Verluste an Menschen und Material zu. Viele GcscIuitzstellunKen und MascliiiienKewchrnester wurden vernichtet, zusammengezogene Truppen zersiprenKt und Massen von Fahr/cu'^';;n zerstört. Der bolschewistische Widerstand ffCffen diese Lurtansiriffe war verhältnismäßig KerinK. Die Überloienheit der deutschen Luftwaffe er^^iht sich rus der Tatsache, daß im Rcsamten No'*d-abschnitt der Ostfront trotz stärkstem Einsatz am 6, September nur ein deutsches h'li'-'zeuju: verkirensins:. Japaner versenkten 44.000 brt In •iii«r Wecli« 10.000 Bomben auf militärisch« Anlagen der Tschungklng-Armee N a n k i n g, 7. September. In der Woche, die mit dem 6. September endete, wurden, der von der Presse-abteilung des japanischen Expeditionsheeres in China herausgegebenen Wochenübersicht zufolge, von japanischen Bombern auf dem Yangtsc 44 Versorgungs-schiffe für Tschungking mit einem Gesamtschiffsraum von mehr als 44.000 brt versenkt. Die japanischen Flugzeuge, die über die Provinzen Szetschuan, Kansu und Schansi ihre Angriffsflüge linternahmen, warfen während der Woche nahezu 10.000 Bomben über militärische Anlagen der chinesischen Armee ab. ".Virkungsvolle Angriffe erfolgten auf Bahnstationen, Militär-Proviantlager und andere Ziele in der Provinz Schansi und auf die Eisenbahnlinie Haitschau-Lantschau. Munitions- fabriken und andere militärische Ziele wurden in den Provinzen Szetschuan und Kari3U zerstört, Mordüberfall auf iapanische Konsulatsbeamte In Schanghai S c h a n g h a i, 7. September. Am Sonnabend verübten Terroristen abermals einen Mordüberfall. Sie schössen in dem von Japanern besetzten Stadtteil Hangkew auf zwei Mitglieder des japanischen Konsulats. Ein Sergeant wurde dabei schwer verletzt. Die Täter entkamen unerkannt. Japanisches Militär sperrte sofort alle Übergänge in die internationale Niederlassung und nahm in der Näh^' vles Tatorts umfangreiche Haussuchungeii vor. Das Empire sieht die Zukunft schwarz Churchill und Mackenzle King sprachen In London 3tockholm, 7, September. | Anläßlich eines Essens, das der Ober-, bürsermeister von London zu Ehren' des kanadischen Ministe rpräsiidenten Mackenzie Kinii veranstaltete, hielten Churchill uiid Mackenzie Kin}^ Festan-Sipracheti, mit denen sie wieder einmal alo »Retter der Menschheit« aufzutreten versuchten. Der Grundton der Ausführungen Mackenzie Kings spiesrelic allerdings eine so pessimistische Beiirtoi'lunp; der Lage wieder, daß alle in den ''or-dergrund gestellte S'e"cs/,iiversieht daneben deutlich als gekünstelter \'crsuch zu erkennen war. Beide erklärten übereinstinmicnd: Die »freien« Völker müßten alle Kraft aufwenden, um den K.Ie^ zu beenden, bevor die ganze Welt in ihn verwickclt sei und er Jahre um Jahre fortdauern würde. Diese Erkenntnis ist in EukIu id völlig neu. Vom ersten Tag der enccii-schen Kriegserklärung an wurde bekanntlich darauf spekuliert, den Krieg auf viele Jahre ausdehnen zu können, da man darin die einzige Möglichkeit zur Verhinderung einer Niederlage erblickte. Die Erklärung isf daher wohl als einer der üblichen englischen Versuche zu betrachten, die Verantwortung für die durch die englische Kriegsansweitung heraufbeschworenen Zerstörungen von den eigenen Schultern abzuwälzen. Mackenzie King gab dann eine trübselige Darstellung des augenblicklicien Krieges: Die Insel selbst und der Suc^-kanal seien ununterbrochen den feindlichen Angriffen ausgesetzt. Auch der mittlere Osten und Indien und .Singapur im Ferneij Osten müßten als stark gefährdet betrachtet werden. ^^Hio Stärke der Gegner ist so groß, daß heute kein Land mehr sicher ist. Hitler linilet m alle die Isolierung und Neutralität predigen, wertvolle Verbündete.« Dieser letzte Hinweis ist vielleicht am bemerkenswertesten und deutet siclieriicli auf Pläne hin. die nach der Aktion gegen den Iran in London oder Washington zu reifen beginnen. Mackenzie King sprach dann v >n der »großen nördlichen Brücke« von den Vereinigten Stnaten über NeufunJla id und Island nach England. England und Kanada müßten daher cnc zusainmena'-beiten, um diese Brücke offen zu halten. Die Erklärung Chnrcliills. daß Engi-ind eine gcnicin^anic Eernost-Politik nnl den USA betreiben wolle, sei das sicherste Zeichen für die wachsende Abhängigkeit der beiden Nationen voneinander. Churchill dankte für die F:rklärung Mackenzie Kings, die er ah »höchst bemerkenswert und bedeutungsvoll« he-zeichncte. besonders d i sie in den Ruinen Londons stattgefunden hätte .. Andauernd schwere Verluste der britischen Handelsllolte Wieder OSIM) brt Schllfsraum weniger Berlin, 7. September. Weitau-^geJchnte Operationen der deutschen Kricgsniarinc im Atlantik fügten der briti-^chen Handelsflotte laufend schwere Verluste zu. So melden jetzt Ncwyorker Schiffahrtskreisc. daß der britische Motorfrachter »Zangara« (S449 brt) mit wertvoller Ladung für die britische ^■ersorgung torpediert wurde uni^ seln\cre Reschädigungen erlitt, daß er an der westafrikanischen Küste auf Strand gesetzt werden nuißte. Die gesamte Schiffsladung ist verloren. Bei einem weiteren Angriff deut>eher Seestreitkräfte auf einen britischen (1e-leitzng im Atlantik wurde der unter britischer Flagge fahrende Eracliier ^^EV'^abctii« mit rund 1000 bri versenkt. Nur ein '!>•' der Besatzung konnte gerettet werden. Englische Blätter kritisieren ttoosevett S t o e k h o 1 in, 7. Sepleniher. In einer Reihe von Artikeln hatie dif »Daily Mail« leflihaftamkcit der englischen Hungerblockade angeprangert wird. Der Sprecher wies auf die alarnne-reiide Steigerung der Mangelkrankheiten in französi.scIi-Snmaliland hin. besonders auf das (.berhantlncliinen der Hu-ribcri- und Skorbutkranklieit. Die (le-schiclite erzählt«, so erklärt der Sprecher u. a., ;>daß hei großen Hunger'--nöten im Mittelalter die iMenselieii (iras aßen, um dem Tod zu entgelien. An der französisclien Somaliküste gibt es mein einmal Tiras. Die einzige \'cgeiaii<)n ist eine Reihe von. stachligen Pflanzen, die an ihren äußersten Enden mir v>'enige Tage grünen, weini es regnet. In enein Unikreis von 30 Kilometern mii die Stadt befinden sich mir Sand und Steine. IHr Sprecher gab dann Zaiilen über die E'n-lieferung von Eingeborenen inul Soldaten in die Krankenhäuser wegen .Skorbut und Beriberi. F^anacli hat s\-h d e erstgenannte Krankheit innerhiilb \on sechs A^onatcn inn .=^i) v. H. und dl' zweitgenannte um 100 v. M. vcrme!i,-t. Keine Parteitäüflheit in Serbien Eine Proklamation des Generals Neditsdi H e I g r a d, (5. September. Der Präsident der serhisehen Regierung. (jeneral Neditseh, wendet sieh in einer zehn Punkte umfassenden Proklamation an das serbisehe Volk. In dieser ersten programmatischen \'cr-lautbarung wird die Sicherheit der Personen. de,s l-:igentums und der i:rnähru.ig garantiert und alle Staatsi^rgane werden verplliehtet, getreu den Gesetzen der neuen Regierung zu arbeiten, jede par-teipolitisehe Tätigkeit wird als dem serbischen Volk schädlich unter SM-afo g.-Die Helehlsgewalt geht \o;n Staatslührer und den ihm verantworlli-ehen \ crwaltungsbehörden. an iiirer Spitze die .Minister, aus. D\' .\\ iiis'er sind dem Staatslührer peisrnilieh verantwortlich. (jcU'eral Neilitsch weist darauf hin, daß er entschlossen ist, die .Achtung iler bestehenden (lesetze in S(.'rb'eii notfalls mit militärischen A^ittcln durchzusetzen. Gegen Saboteure werde unerbittlich diirchgegrifien. Das höchste Gesetz des neuen Staates hcße: Ret'ung des serbischen Volkes, Die Proklamation muß von allen Beamten und .Angestellten unlersehrieben werden. Den neu /u bildenden bewaffneten Formationen lies serhisehen Heeres wird die Veroninung im Rahmen militärischer .Appelle bekan-^tgegcben. Rothschild-Schätze werden versteigen \ i c h >• . 7 September. Die be.iiclilagnalimte Kunstsaimnlung des jüdischen Barons Ri)tschild. die bisher unter sachverständiger Aufsieht in Lourdes ain'bewahrt ^ wirj ^t/t /um \erkain* •"dangen. In den vieku tiimdert Kisten befinden sich außerordentlich kostbare '^'licke, u. a. C'n alter I I'crscrteppich im Wert \on JrO.noc R^L ferner Ocmfi'de von '-Mihtus. Reui-brandt. (loya. Watteau und aiuU ren großen Meistern. Der F'-lö«. des Verkaufs soll Pr -nkreichs nationalem II Iis-werk zuflicCcu. S«Hc 4 »Martiurgef Zeitung« S. September 1941 Nummer 223 VOLK und KULTUR Deutsche Film-Prä Nationalsozialistische Kulturpolitik auf dem Gebiete des Filmwesens L)ie jünji;st erfolgte Zucrkennung eines neuen höchsten Prädikates anläßlich der Uraufführun^ij tles »Ohm Krüger«-Films durch Reichsniinister Dr. (joebbels lenkte das Interesse der (Öffentlichkeit wieder aut einen für das deutsche Filmschaffen überaus wichtigen Teilabschnitt nationalsozialistischer Kulturpolitik. Der Staat verzichtet im Interesse des künstlerischen Fortschrittes und der weltanschaulichen Ausrichtung des deutschen Films auf steuerliche Einnahmen. Je nach der Art der ausgesprochenen Anerkennungen genießt nämlich der betreffende Film firmäßigung oder völlige Befreiung von der Vergnügungssteuer. Damit ist zugleich der Streit, ob der Film nur ein oberflächliches Mittel der Unterhaltung oder ein wichtiger F>ziehungsfaktor des Staates und eine mit den übrigen Künsten auf gleicher Stufe stehende Form schöpferischen Schaffens darstellt, zugunsten der letzteren Auffassung eindeutig und endgültig entschieden. Die Filmhersteller haben bisweilen nicht ohne einen gewissen Neid auf die erheblichen Zuschüsse geblickt, die der Staat dem deutschen Thealer zukommen läßt. Dem ist entgegenzuhalten, daß die Filniprädi-katc Zuwendungen des Staates darstellen, die nach ihrer praktischen Auswirkung dieselbe großzügige Einstellung verraten wie die Subvention an die Theater. Nach der jetzt geltenden Regelung können neun verschiedene Anerkennungen ausgesprochen werden. Die erste Gruppe umfaßt die drei höchsten Prädikate: y^staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll'', »stnalspolitisch besonders wertvoll« und >>künstlerisch besonders wertvoll«. Derart ausgezeichnete Filme sind als Spitzenwerke der Filmkunst anzusehen. Der IJchtspicltheaterbesitzer, der einen solchen Film vorführt, ist im Reich von der Entrichtung der Vergnügungssteuer befreit. Die zweite Gruppe enthält die Prädikate »staatspolitisch wertvoll«, »künstlerisch wertvoll«, »kulturell wertvoll«, »volksbildend« und »volkstümlich weri-volk. Diese Anerkennungen sind unter sich als gleichwertig zu betrachten und haben auch die gleiche steuerermäßigende Wirkung. Das vor etwa zwei Jahren geschaffene Prädikat »volkstümlich wertvoll« ist — wie es in der amtlichen Begründung heißt — für Filme vorgesehen, die »wegen ihres Volks, und zeitnahen Inhalts und ihrer lebendigen Gestaltung besonders för-(lernswert erscheinen«. Diese Begründung enthält ein starkes Bekenntnis der staatlichen Filmführung zum Film als Volkskunst. (Als Fk'ispiel »volkstümlich wertvoller« Filme seien genannt: »Spie! im Soinmerwind«, »Der Gasmann«, »Der lau_ fenrle Berg«, »Hauptsache glücklich«.) Die oben erwähnte, dem »Ohm Krü-gcr«-Film zuerkannte .Auszeichnung heißt »Film der Nation«, ein Prädikat, das in prägnanter Steigerung die bisherigen An- erkennungen zusammenfaßt und Filmwerken außergewöhnlichen Formats vorbe. halten ist. Keine Prädikate, sondern reine Zensurentscheidungen sind die Bezeichnungen »jugendfrei« und »jugendwert«. Sie haben keinerlei steuerliche Auswirkungen. Von praktischer Bedeutung sind sie allerdings insofern, als die Einsatzmöglichkeiten jugendfreier Filme gegenüber den nur für Erwachsene _ vom vollendeten 18. Lebensjahr ab — zugelassenen Filmen erheblich größere sind, während jugendwerte Filme noch darüber hinaus bevorzugt in den Jugendfilmstunden der Reichsjugendführung vorgeführt werden. Ebensowenig stellen die Bezeichnungen »feiertagsfrei« und »Lehrfilm« Prädikate dar. Prädikate bedeuten für den strebenden Künstler Ansporn und beglückendes Lob. Dem filmbesessenen Gestalter geht es nicht um finanzielle Erleichterungen. Ihm liegt daran, von berufener Stelle zu erfahren, ob seine Arbeit geschätzt und bejaht wird. Er will es immer wieder bestätigt erhalten, daß er den richtigen Weg eingeschlagen hat. Er hat keinen persönlichen Vorteil davon, aber es erfüllt ihn mit Freude und Stolz, wenn sein Werk vom nationalsozialistischen Staat, ileni gr()ßten Mäzen aller Zeiten, öffentlich ausgezeichnet wird. Es gibt kaum einen jungen Regisseur, der nicht davon träumt, einmal das Prädikat »Film der Nation« für seine Leistung zuerkannt zu erhalten. Der schönste Lohn aber ist für den Filmschaffenden, wenn sein Werk die Herzen des Volkes erobert. Für den deutschen Menschen, der in den Lichtspieltheatern sich vom Alltag befreien und die Größe unserer Zeit mit- und nacherleben will, gibt er sein Letztes und Höchstes, ihn will er beglücken und mit neuer Kraft und Zuversicht erfüllen. Vom Nürnberger Ei bis zur Armbsndulir Das Uhrenmuseum der Stadt Wien Ein Spaziergang durch das von Direktor Rudolf Kaftan geleitete Uhrenmuseum der Stadt Wien ist eine aufschlußreiche kulturhistorische Wanderung durch die Geschichte der Räderuhr. Gegründet wurde das Uhrenmuseum von der Gemeinde Wien am 4. Mai lfH7. Seit dieser Zeit wurde es um eine ständig wachsende Reihe von Neuerwerbungen bereichert. Heute umfaßt das alte von außen unansehnliche Haus im Schulhof ein Museum, das die ganze geschichtliche Entwicklung unserer Räderuhr, von der mächtigsten Turniuhr bis 7Ur kleinsten Pendeluhr, vom sogenannten Nürnberger Ei bis zur modernen Armbanduhr und vom gehäu-selosen Räderwerk bis zur kunstvollen Emailuhr aufzeigt. Mehrere tausend, z. T. außerordentlich wertvolle Objekte liefern einen Anschauungsunterricht seltener Art. Spindel-, Schwarzwald, und alte Spiel- uhren aus Oberdonau sind im ersten Stock untergebracht, denen Stand-, Kasten. und Barockuhren folgen. Man kann nicht minder interessante astronomische Uhren bewundern, unter denen künstlerische Arbeiten, wie etwa die Aposteluhren oder eine 150 Jahre alte Uhr mit Zeigern für Planetenumlaufzeiten aus dem steiri-sehen Leutschach auffallen. Daneben gibt es sogenannte Orgeluhren, die wie die Kuckucks- und .Automatenuhren fast durchweg aus dem Schwarzwald' stam. nien. Bewunderungswürdig sind ferner I die verschiedenen Bastleruhren, alles Arbeiten unendlicher Geduld und ungewöhnlichen Fleißes. Unter den Turmuhren befinden sich nicht weniger als 28 Uhren von Wiener Türmen, wie jene der Michaeler-, der Lichtenthaler- und anderer Kirchen. Über 300 Jahre alt ist die Turniuhr von Schön-bUhel. Unter den sogenannten Bilderuhren verdient die Radetzky-Uhr erwähnt zu werden, deren Räderwerk den Radetz-ky-Marsch flott und sicher spielt. Eine sehenswerte »Stilblüten« _ Ecke birgt Standuhren aus verschiedenen Jahrhunderten. Eine Sonderabteilung des Uhrenmuseums bildet die Sammlung der Uhren aus dem Besitz der Dichterin Maria Ebncr-Eschenbach. Diese Sammlung ist nicht allein vom uhrentechnischen Standpunkt aus bedeutsam, sondern auch, weil sie Kleinodien alter Goldschmiedekunst und Emailtechnik umschließt, die ebenso wert, voll wie selten sind. Das Uhrenmuseum ist zweifellos eine Wiener Sehenswürdigkeit ureigenster Art, die lange noch nicht so bekannt ist, wie sie es zu sein verdient. Insgesamt beherbergt das Museum über 10.000 Uhren und Uhrwerke. Schon die Zahl beweist, daß sammelkundiger Eifer hier alles zusammengetragen hat, was für die Uhrenge-schichte irgendwie bedeutsam ist., Gr. Piracelsus-Feier in Salzburg Die Paracelsus-Ausstellung in Salzburg wird am 10. Sepinibcr eröffnet. Sie wird eine umfassende Schau in Bild und Schrift über des Paracelsus Herkunft, Leben, Wanderungen, Forschungen und Wirkungsstätten ibieten. Dioramen aus dem Leil>en und der Zeit des Paracelsus werden von btsotiderer Anschaulichkeit sein. In Bildnissen, Schriften, Aussiprüch^^n und geschichtlichen Dokumenten werden die Beziehungen des Paracelsus zu Salzburg Berücksichtigung finden. Eine Sonder-schau »Neuzeitliches Schriftt^um über Paracelsus« wird eine Auslese der neuzeitlichen Paracvlsus-Literatur bieten. Die eigentliche Paracelsus-Fcier findet am 23. und 24. Septennber statt. Die Gründung der Paracelsus-Gesellschaft ist für 24. Seiptenilx-r 15.30 Uhr festgesetzt wcirdt-Mi. '4- Camiilo Horn g^torben. Am Mittwoch vormittag starb im Sanatorium (joldenes Kreuz zu Wien der Tondichter, Musikpädagoge und Musikschriftsteller Cannillo Horn im 81. Lebensjahre. Camiilo Horn war anläßlich der Vollendung seines 80. Lebensjahres vom Führer mit der Goethemedaille ausgezeichnet worden und stand an diesem Tage im Mittelpunkt zahlreicher Ehrungen. Sowohl in seiner sudetendeutschen Heimat als auch in seiner Wahlheimat Wien wurde der großen Verdienste Camiilo Horns um die Förderung der deutschen Tonkunst und als Vorkämpfer nationalbewußter deutscher Kultur gedacht. Brucknerschüler und 1918 zum Professor für Harmon«ie-k-hre an der Wiener Akademie ernannt, schrieb der Verstorbene eine Symphonie, Chöre, Gesangsszenen mit Orchester, Lieder, Klavierwerke und Kammermusik. + Franz SchaHts Bildnis in der Wiener städtischen Ehrengalerie. Anläßlich des zehnten Todestages Franz Schalks wurde das ausgezeichnete lebensechte Porträtgemälde des Meisters von Mina Loebel in die Ehrengalerie der Wiener städ'tischen Sammlungen aufgenommen. -f' Richard Straifrß in Wien. Richard Strauß hat sich entschlossen, im kommenden Winter für mehrere Monate in seinem Wiener Heim Wohnung zu nehmen. Er wird im kommenden Winter sowohl in der 0|>er im Rahme.n der »Mozart-Woche des Deutschen Reiches« als auch in den philharmonischen Konzert« als Dirigent in Erschelnimg treten. + »Künstler im feldgrauen Roci««. In verschiedenen Gau-gebieten des Wesfrons werden Ausstellungen vorbereitet, die der Förderung der im Wehrdtienst stehenden Kunstmaler dienen sollen. Die ersten derartigen Ausstellungen wurden von der NS-^emeinschaft »Kraft durch Freude« im Gau Moselland und als 8. Werk-Ausstellung des Gaues Mainfranken in Wörz-burg eröffnet. Nur mit frechen Burschen..* Im Siebenjährigen Krieg sollte einmal eine Anhöhe genommen werden, aber alle Anstürme der preußischen Truppen waren vorerst vergeblich. Da sprang ein junger Soldat hervor und wies die Offiziere darauf hin, worauf der Mißerfolg seiner Ansicht !""ch zurückzuführen sei, man müsse das ganz anders machen. Das hörte der König, der ihm daraufhin zurief: »Will Er frecher Bursche sich sofort in sein Glied scheren!« »Majestät«, rief der Soldat, »nur mit solch frechen Burschen werden Sie den Krieg gewinnen!« Der König ließ sich die Ansicht des Soldaten daraufhin nochmals vortragen, fand sie gut, gab die entsprechenden Befehle und sah die Anhöhe bald in preußischem Besitz. Den vorlauten Soldaten aber beförderte er sofort zum Korporal, Achtung! Die Schriftleitung der // „TRarbursrr 3ritun0 ist ab 17 Uhr nur auf Fernruf Nummer 2867 •rr*ichbari DER BRENNENDE __SOMMER_ HdMAN VON DORA ELEONORK HEIIREND (7 Fortsetzung) 8 Die Eve Lakeit kam zum Strand herunter. Ein grofk's Mädchen mit breitem roicin Mund, dati Gesicht von gleichmäßigem Braun und der Scheitel weiß wie Flachs. Sie trug ein blaues Kattunkleid mit kleinem korallenartigem Muster. Es war modern und auch wieder nicht, denn Evcs Figur war nicht modern, und so glich der Rock über den breiten Hüften einem Bauern rock, und das enge Leibchen, das die starke Brust ein wenig einzwängte, einem Bauernmieder. F!vcs Arme waren braun und stark, die Hände ebenso. Am vierten Finger der Linken trug sie einei silbernen Ring und um den festen, etwas kurzen Hals einen Schmuck von Bernstein, milchweiß geschnitzte Rosen mit klaren braunen Perlen dazwischen. Diq. Eve blieb stehen und sah Jen Männern zu, die noch immer auf der Sandbank ihre Kescher auf unpe dazu. Den Mantel hatte er nicht mitgenommen. — Die Sonne trocknet, und man brauchte hier waihrhaf-tig nicht den feinen Mann zu machen. Die Eve stand ein wenig breitbeinig und hatte die Arme unter d^er starken Brust gekreuzt. »Morgen, Fräulein«, sagte Will und trat heran. Seine Haut war rot verbrannt, und kleine Wassertropfen hingen ütK^rall, rannen ihm an Hals und Beinen herab, auch sein Gesicht war rot. Nur die Stirn zeigte einen hellen Streifen. Wills Augen waren von bräunlichem Rot, und das Weiß des Balles stand in dem verbrannten Gesicht nun fast so grell wie bei einem Neger Das alles paßte zu der dicken und leidenschaftlich aus dem Gesicht springenden Nase mit ihren breiten Flügeln. Wills Mund war ein wenig ülx?rdrüssig und müde. »Morgen«, sagte Eve. Ihre runden Augen starrten ausdruckslos und ruhig in das rote Männerges'cht, über das Wasser-tropfen aus der ilii'htrn Haarmütze rannen. Will wischtc sie mit der Hand ab. »Kalt war es«, sagte er, »aber priina. Da wird ein alter Kerl wieder neu.« »Alter Kerl!« Unentwegt starrten die runden Augen. »Wo sind Sie alt?« »Ich! —• Na ob. Was taxieren Sie? — So am Anfang vom üreisenbrand, was?« Die Eve platzte los. Zwischen den breiten Lippen standen gelt>e, starke Zähne, die aufklafften, so daß man in die Mundhöhle wie in ein großes feuchtes Loch sah. Greisenbrand! Gott zum Kreischen. Den kannte sie. — Der Opa war dran ges-tonben — richtig abgefault das Bein. Lind nun der dal Ein Kerl, schlank wie 'n Aal, blank und behende wie 'n Aal. »Warum lachen Sie, Frä-ulein?« fragte Will und trat näher. Did und Luft die heftige Fartx' heruntergespült hatten, sehr weiß waren. »Also ich gefair Ihnen?« fragte Will frech. Eve zuckte die Achseln. »Na, was das betrifft, man wird ja seh'n.« — Damit ging sie -davon. Sie trug keine Strümpfe an den braunen, festen Beinen und niedrige Lederschuhe. »Man wird ja seh'n«, murmelte Will u.id schickte sich an, die Düne zu ersteigen. »Gottonott, was man hier alles hat. Na, etwas ist besser als nichts. Unil vel ist besser als etwas.« Nuinmer 223 >Mart)urgef Zeitung* ». September 1941 ^clte 5 AUS STADT UND LAND flHHHItHlllllllllllllllllllllllllllllllltlllltlllllllllHIIIIIilllltllllllllilllltlllllllllllinHIIIHIIIIIIIIIIimilHIIillllllHIillHIHmilllHIlWIIIIIIHIIItllllllllllllllllllllllllllllllllllllilllllllllllllllllllllllllllllllllllllltlllllllllllUIII^ Untersteirer, pflegt die Schönheit Eurer Eine Alftion d«r Abteilung »Gesundes Schaffen« kn Anrt Voll(bildunc des StefH« sehen Hefaniitbundes Der getreueste Ausdruck dv'S Charakters eines Volksstammes ist seine Kulturlandschaft. Vom Gesamtzustan'd jeder Siedlung kann deshalb imm-er auf ihre Bewohner geschlossen werden. F.s bosteht kein Zweifel iarübcr, dpß •der Einbruch serbischen und jüdisch-materialistischen Denkens auch in der alten untersteirischen Landsi'haft Sti^run-gen und zum Teil Verheerungen angerichtet hat. Das für Führer und Reich abgelegte Bekenntnis verpflichtet uns, n 'ler Oe-staltuflg unserer Dörfer wieder zum Schönen, das heißt zum Gesunden und Harmonischen zurückzufinden. Dabei st€ht im Mittelpunkt jeder Dorf-gestaltung der Dorfbewohner selbst und nicht dvr gelegentliche ncsuchcf. ILin Dorf ist nicht dann schön, wenn es Ida« Auge eines Fremden erfreut, sondern dann, wenn vs dem Besucher so gesunde Lebensbedingungen bietet, viaß er unter Umständen gewiHt ist, seine Heimat zu verlassen. Deshalb hat dt« DorfgcnK'inschaft «elbst die Gestalitung ihrer Siedlung durchzuführen und memand kann ihr driese Arbeit abnehmen; alle anderen (können nur Helfer sein. Ernc schöne Landschaft ist der Ausdruck aller bilsJenden Einzelheiten, des Zustandes des Dorfbildes, der sozialen Verhältnisse der Dorfbewohner, der Dorf-'wohnungen urwd der dörflichen Arbeitsbedingungen. Ein in diesen Dingen verwahrlostes Dorf ist zugleich ein Verbrecherdorf. Nachweisbar ist in verwahrlosten Sied- lungen immer ein großes Verbrechertum anzutreffen. Ästhetische Gedanikengänge von Verschönerungsonkeln oder rein konservato-rische Gesichtstpunkte haben daibei nur untergeordnete Bedeutungt Das saubere, von häßlichen, unzweckmäßigen Zu'Uten befreite Ort^. \>ild, der saubere, leicht zu bewirtschaftende Hof, die gesunde, gut eingerichtete Wohnung, Freude an Arbeit und Feierabend, eine festgefügte, befriedete DorfgemeinSchaft, das ist das Schöne Dorf. Im Verband des Großdeutschen Reiches steht auch unserer Heimat eine herrliche, nie geah'jite Zukunft bevor. Sic wird in allem und jedem auch unserer Landschaft ihre Gepräge geben. Aufgabe der Gegenwart ist es, schon jetzt Ordnung und Sauberkeit wieder in unseren Dörfern h^erzustellen und zu pflegen. Die Abteilung »Gesundes SchaTfen« im Amt Volkbildung des Steirischen Hei-mabbundes ist beauftragt, alle Maßnahmen durchzuführen, die zur Verwirklichung vles »Schönen Dorfes« dienlich sind. Alle Mitglieder des Steirischen Heimat-buntdes und im Besonderen seine Amtswalter werden angewiesen, diese Maßnahmen zu unterstutzen und die? laufend erscheinenden Anregungen mit Hi-fi der Amtsbürgermeister und den örtlichen Verhältnissen arkgeipaßt in die Tat umzusetzen. Der Leiter der Abteilung: »Gesundes Schaffen« Ing. Knauer tenberg einlöste, hatten auch die Bürger von windisch-Feistritz viel za leiden. Als der Bauernsturm gegen diesen verhaßten Schloßherrn ausbrach, forderten sie die Ausweisung des landfremden Grundherrn. Schwere Stunden bereiteten den Bürgern auch die Raubzüge der Ungarn und Türken, Oft vertauschten sie das Handwerkzeug mit dem Schwerte und verteidigten als freie Bürger ihr Gut und Eigen. So mußte auch König Matthias Corvi-nus, der im Jahre 1446 die Stadt belagerte, nach einigen abgewehrten Stürmen unvcrrichteter Dinge abziehen. Den Türken gelang es nur während des Rückzuges nach der ersten Belagerung Wiens in die Stadt einzudringen und diese auszuplündern. Stets eng verbunden mit dem Geschick der Stadt war das feste Schloß Ober-feistritz, das sich am Westende der Stadt erhebt. Es war im Jahre 1313 Eigentum der Herren von Feistritz. Nach dem Aussterben der Herren von Feistritz erwarben die Cillicr Grafen die weitreichenden Besitzungen und schoben damit ihren Machtbereich bis an das Pettauer Feld vor. Nach dem Tode des letzten Grafen von Cilli wechselte das Schloß oft seine Besitzer. Im Jahre 1716 wurde es von den grafen Attems erworben in deren Be-sHz es sich heute noch befindet. Ein Erdbeben zerstörte im Jahre 1750 die Stadt fest vollständig. Aber aus den Trümmern erwuchs wieder neues Leben und besonders der Handwerkerstand kam zu außerordentlichem Aufschwung. Aucli der Handel gedieh prächtig. Als Um-schlageplatz für Öl, Getreide und Seide aus dem Süden und der begehrteri Eisenwaren aus dem Norden war Windisch-Feistritz für eine gut entwickelte Fräch-terzeche wie geschaffen. Die Fuhrleute der Stadt belebten die Strassen bis Graz, Laibach und Agram. Deshalb wurde der Bahnhau Wien-Triest in Windisch-Feistritz nicht freudig begrüßt, ja er stieß sogar auf ärgste Gegnerschaft. Um das Frächerwesen zu erhalten, erreichten die Bürger daß der Schienenstrang an der Stadt vorbeigeführt wurde. Bald sahen die Bürger jedoch ein, daß die Zeit der Frächterzünfte für immer vorbei war und sie bereuten ihr eigensüchtiges Handeln. Jetzt kämpften sie um den einst verschmähten Bahnanschluß. 62 Jahre später, am 10. Dezember 190«, wurde dann die Kleinbahn, die die Stadt mit der Hauptstrecke verbindet, dem Verkehr übergeben. Und so lebt Windisch-Feistritz heute noch ein stilles behagliches Leben. Windisch-Feistritz im Wandel der Jahrhunderte Das Stidtchen wird ttereits im frühen Mittelaltier genaimt StHI und bescheiden liegt am Südhange des Bachern das Städtchen Windisch-Feistritz, das bereits im frühen Mittelalter erwähnt wird. In einer Urkunde der Karthause Seitz, die aus dem Jahre 1240 stammt, wird berichtet, da, im Jahre 1030 ein schrecklicher Heuschreckenschwarm die Gegend Windisch-Feistritz fürchterlich heimgesucht habe. Damals soll auch ein Knappe des Ulrich von Schleinitz von den Heuschrecken überfallen und bis auf die Knochen abgenagt worden sein. Die eigentliche Geschichte der Stadt fängt mit dem 1. Dezember 1339 an, als Erzherzog Albrecht Windisch-Feistritz zur Stadt erhob und ihr alle damals üblichen Stadtrechte verlieh. Außerdem verfügte der Erzherzog, daß der Wein durch Windisch-Feistritz gefrachtet wird, dortselbst den Bürgern drei Tage zum Kaufe freigestellt sein müsse und dann erst und nur durch einen Bürger von Feistritz weiter gefrachtet werden darf. Ob dieses seltenen Privilegiums herrschte mit den Bürgern Pettaus erbitterte Feindschaft, so daß Erzherzog Albrecht nach drei Jahren dieses Privilegium wieder aufhob. Dafür gestattete er den Feistritzern den abgabefreien Verkauf ihrer Erzeugnisse in Pettau. Unter Erzherzog Leopold kam die Stadt an die Cillicr Grafen, doch nahmen sie nach deren Aussterben die Habsburger wieder in ihren Besitz. Unter der Herrschaft des als Bauernschinder bekannten Tachy de Tach, der von Wolf von Auersperg die südlich der Stadt gelegene Kammerherrschaft Stat- Kieine Chronik m. TodesläHe. In Marburg starben die 66währi{te Rechnungsratsgattin Ania-lia Kropsch und der 69-jährigc Private Markus Semlitsch. — In St^i-senegg bei Wltsclicin ist der vormalige erste Gemeinderat, Landwirt und Realitätenbesitzer in BrunTidorf Ludvvig Pe t z im Alter von 12 Jahren verschieden. Die Leiche wurde nach Brunndorf überführt. m. S^nen V©r>etzunjc©n erlesen. Im Marburger Krankenhaus ist der ■46-jäh-riRC Tischler Franz Petek seinen Verletzungen erlegen, die er kürzlich bei einem Betriebsunfall erlitten hatte. m. EHiführuiiK des Arbeitsbuches in der Unterstetermark, Im Sinne einer Bekanntmachung des Chefs der Zivilverwaltung in der Untersteierniark treten anlä&Hch der Wiedervereinigung der Untersteiermark mit der Alisteiermark die reichsgesetz-lichen Vorschriften über das Arbeitsbuch auch i*m steirischen Unterland in Kraft, Zur Vorbereitung der Einführung des Arbeitsbuches sind die Arbeitsämter gehalten, bereits jetzt Anträge auf Aussteilung von Arbeitsbüchern auszugeben und hereinzuholen. Zur Abgabe der Anträge werden sowohl Einzelixsrsoneii als auch öffentliche und private Betriebe und Verwaltungen aufgefordert. Näheres ist der bezüglichen Verlautbarung im Anzeigenteil der reu-tisen »Marburger Zeitung« zu entnehmen. m. MltidiedskaHenverteilunK In Pettau. In sechs Qroßappenen erfolgte im Kreis Pettau die Ausgabe der Mitgliedskarten für die Ortsgrui>r>e Pettau, Wurntberg, Sauritsch, Barbara, Andrä, LichtencgK, Veit, Winterdorf, mannsdorf, Domau, Margarethen und Marxen. Der Leiter des Führungsamtes I in der Kreisführung verstand es. jede der Versanrnrlungen zu einer Feierstunde zu gestalten, so daß allen Block-und Zellenführern die Bedeutung der Stunde eindringlich zum Bewußtsein gebracht wurde. Aufklärende Reden über die allgemeine politische und militä»'.3:1)0 Lage, wie auch über die Aufgaben, die die nächste Zukunft für die einzelnen Ortsgruppen bringen wird, umrahmten den Appell. In drei VersammlunKen besprach Keisführer W r e s s n i g die bisher geleistete un-d noch zu bewältig gende Arbeit, wobei er immer wieder besonders die Notwendigkeit bedingungsloser nationalsozialistischer Haltung als Grundbedingung herausstellte. m. 30 Versammlungen Hn Krefe Pettau. Im Laufe des August veranstaltete das Führungsanit II der Kreisführung Pettau in verschiedenen Ortsgruppen 30 VersammlunKen, um die politische Lage und die nächsten Aufgaben des Paueni zu besprechen. Die Redner hatten in den überfüllten Versammlungslokalen überall aufmerksame und dankbare Zuhörer. Mit großem Interesse folgten die untersteirischen Bauern den Ausführungen und brachten ihre unhedmgte Bereitschaft zum Einsatz immer wieder zum Ausdruck. m Heimstunde der Frauen in SöBen-berg. Kürzlich fand in Süßenberg eine Heimstunde der Frauen statt. Anwesend waren wieder 92 Frauen. Nach der Begrüßung durch die Leiterin des Amtes Frauen und nach dem Spruch wurden zunächst Volkslieder zum Vortrag gebracht. Anschließend wurden verschiedene alltägliche Fragen besprochen. Frohes Lied Madame Tlläcke Von Karl Burkert Bekanntlich war der großt' Friedrich auf al'Jes, was Röcke trug, nicht gut zu sprechen. Im besonderen war ihm aber der größte Greuel, den er sich denken konnte, ein treuloses Wfe Hnfsstclienleite-rin und der Leiter des Amtes Volkswohl-fahrt in der Orts^rupoe sprachen über den Verlauf der in Marburg stattfindenden Scliuluns: und machten die Blockhelferinnen mit der Tätigkeit auf diesem Arbeit^is:ebict vertraut. m. VolksHederübende In Erlachsteln. Auf ihrer Rundreise durch den Kreis CilH besuchte der Feriencinsatz der Musikhochschule Graz auch den Markt f:rlachstein. Unter der Leitun«: des Kameraden llleniberjrer fanden drei VortraRsabende statt. Zwei Nachmittage waren der .Intrend Rcwidmet. die die dankbarsten Zuhörer abija'b. Den Höhe-pun'kt der Vortrassfolge bildete eine Moro-c..\:cr am Haur^tnlatz von Krlach-stein. Wohl 800 Menschen fanden sich ein, um erstmalig einer solchen Feier beizuwrihnen. m. Der fetzte Hoffkutscher Franz Josefs jre^torben. In Kumberc wurde .lohann Wünscher. ehemaliger Hof-kutscher des Kaisers Franz Josef und Zujfföhrer im 6. Feldkarrbinenresriment. unter dem Khrenireleit der Kriej^erkame-rad^chaift iind einer AbordnunK der NSKV, zu Grabe KCtraRcn, m. Traorlger AusKanic eines Scherzes. Der Bes.itzer Rudolf Harline machte, als er vom Militärdienst Urlaub erhielt, dem Besitzer Gutjahr in Greith bei St. Martin in Sulmtal einen Besuch. Als er niemanden zu Hause antraf, versteckte er die Bettsachen der Besitzerstochter Christine in einer Wagenhiitte. Abends kehrte Christine Gutjahr heim, sah die Unordnung und glaubte, daß Rinbrecher in ihrem Zimmer gehaust hätten. Sie nahm das Schrottgewehr Ihres Vaters und schoß in den Obstgarten, wo Harling eine Taschenlairnpc aufblitzen ließ. Harling wurde durch den Schuß in der Lendengegend schwer verletzt. * iHiA Muk SiulMltH 0. Die Ust^scha-BewegunK zählt bereit« 2.S0.000 MHieHeder. Die Zahl der Mitglieder der Ustascha (Politische Bewegung) beträgt nach einer ScJiätz:ing der kroatischen Wochenschrift^. »Neue Ordnung« gegenwärtig rund '^50.000. Für kroatiscln; Verhältnisse und in Anbetracht der • Ausle'segrundsätze der Ustascha steHt dies nach Ansijcht des Blattes eine bedeutsame Ziffer dar. o. Auch Kroatien erhält seine Wochen-lUustrierte. Im Verlag d esUstascha-Or-gans »Hrvatski Narod« erschemt in diesen Tagen die erste Folge einer neuen kroatischen illustrierten Halbmonatschrift »Polet« (Aufschwung), die später zu einer Wochen-Illustrierten nach dem Muster deutscher Illustrierter ausgebaut werden soll. 0. Lebensmittelversorjsitng in Agram über den Winter jceslch^rt. Der Agra-twr Oberbürgcrmei5;^ter nahm in diesen Tragen mit allen zuständigen Steilen Beratungen über die Sicherung der Versorgung iA'Tams in den Wintermoinaten auf. Wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, sind alle Voraussetzungen für eine gesicherte Fmähriingslage bei einigen Finsiparungen, die nur den unnötigen Luxus treffen. o^e"-ebcn. In die sem Zusarrmienhang hat der Oberbürgermeister auch angeordnet, daß künftighin in den Oasthiiusern an bestimmten Tagen in der Woche nur eine Einheits-.^i.se verabreicht' werden darf. 0. We'^eres S^'nken der Arbeltsiosijt- l«©lt in Agram. Die Zahl der Arbeitslosen >n Agram betrug am 1. September nur mehr 22.1.^ Personen gegenüber vSTiOO im Vormonat. 0. Cnergi^^che Lues-Bekämpfung in Kroatien. Das kroatische Oesundheits-ministcrium sieht es als eine wichtige Aufgabe an. eine der schmerzlichsten Qeilieln Bosniens, die endemische Lues, mit allen M'tteln zu bekärm>fen. Gegenwärtig werden In allen größeren fern Ambulanzen errichtet, m denen die Bevölkerung untersucht und mit den ersten Heilmitteln beteil't wird. Mehr als luindert Ärzte s'" ' '-^'ifend für die Tätigkeit bei diesen A'mhulanzen. die auch eine genaue Erfassung der Erkrankten ermö«^lichcn soll, angestellt worden Daneben werden überall aufklärende Broschüren und Handzettel verteilt, 0. Hinrichtung in Ajsrani. Das Stand i'ierieht verurteilte den ehemaligen Geist kjhcn Eug«! Üuiip, der im Aipril dieses Jahres mehrere Personen beraubt und durch Revolverschüsse getöte hatte, zum Tode. DaiS Urteil wude bereits vollstreckt. o. Der serM^ohe Volksrat. Zur Gründung des serbischen Volksrates bemerkt »Obnova«, daß die Regierung Neditsch kei-ne Parteir ierung sei, sondern außer und über den Parteien stehe. Es sei klar, daß die Regierun^g die Mitglieder des gesetzgebenden Körpers nicht nach irgendeinem Parteischlüssel einsetzen wird. Sie werde die Mitglieder des Rates nach ihrem persönlichen Wert ohne Rücksicht auf frühere Parteibindungen ernennen. o. BeseitiKung der Malaria-Herde im Belgrader Stadtgebiet. Aus Belgrad wird berichtet; Die auf Anordnung der deutschen Behörden unternoniminen Arbeiten zur Beseitigung der Malarf.i-Herde an den Ufern der Save und Donau haben bereits einen großen Erfolg gezeitigt. Die Zahl der Malaria-Erkran- kungen ist von 6000 auf 800 zurückgegangen. Bisher wurden 70.000 qm entwässert und aufgeschüttet, wobei die Gemeinde Belgrad gleichzeitig Bauplätze im Werte von 32,6 Millionen Dinar gewonnen hat. Die Tümpel waren 3 bis 4 m t!ef mit gfünem, stehendem Wasser gefüllt nnd die ganze Gegend strömte ehien unerträglichen Geruch aus, da sie gleichzeitig ah Schuttabia-gerungsstätte diente. Auch die in nriva-tem Eigentum befindlichen Grundstücke dieses Gebietes werden von der Gemeinde auf Kosten der Eigentümer gereinigt, so daß Belgrad endlich eine malariafreie Stadt wird. o. Die Herabseztunjc der M^en In Belgrad. Zu der kürzlich erfolgten Verordnung betreffend die Herabsetzung des Mietzinses in Belgrad u-m 10 bis 20 V. H. ist jetzt eine Durchführungverordnung erschienen. Die Herabsetzung der Mietzinse tritt schon im latrfenden Monat September in Kraft. , WIRTSCHAFT iiiiiiiiiiiiiintiiitiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiHfiiHtnmiitiiiiiiiHiiiHimiiiiiHHNtHfliimmiHNiiimmifiiiiNfniini^^ Neue Preisregelnng In den Gaststitten des Reichs Eine Miisteranordming des Reioh«kommissars für PretshMdunjc ' Der Reichskommissar für die Preisbildung hat in einem neuen Runderlaß die Preisbildungssteilen im Reich angewiesen, die Speisenpreise in den Gaststätten und lieherl>ergungsbetrieben des Reichs einheitlich nach einer von ihm erlassenen Musteranordnung zu regeln. Nach den Vorschriften dieser Musteranordnung werden künftig Höchstpreise für das täglich anzubietende markenfreie Stammgericht sowie für cm Ein-topf- oder Tellergericht und für em Gedeck festgesetzt. Wegen der örtlichen Unterschiede wird davon abgesehen, für d'iese Gerichte reichseinheitliche Höchstpreise festzusetzen. Diese Höchstpreise werden vielmehr von den Preisbildungsstellen je nach den örtlichen Verhältnissen festgesetzt. Die Preisbildungsstellen bestimmen, wieviel das Stammgericht, wieviel eines der nach den Spei^^kartenvorschriften zugelassenen Elntopf- oder Tellergerichte und wieviel eines der verabfolgten Gedecke höchst-falls kosten darf. Bei Eintopf- und Tel-lerger'icht werden zwei Höchstpreise fes-tgesetzt, und zwar einer für Eintopfoder Tellergerichte an fleischlosen Tagen und einer für ein fleischnrarken- pflichtiges Eintopf- oder Tellergerieht. Die Höchstpreise für die d'rei Gerichte sind selbstverständlich mcht in allen Gaststätten gleich, vielmehr werden die Gaststätten in drei Preisgruippen einge-teiH und demgemäß auch drei versdiie-dene Höchstpreise festgesetzt. Zur Preisgruppc I gehören Betriebe, deren laufende Aufwendungen das im Gast-stättengewerbe allgemein übliche Maß nicht übersteigen, zur Freisgruppe II solche nwt höheren laufenden Aufwendungen und zur Preisgruppe III solche mit außergewöhnhchen laufenden Aufwendungen. Betriebe, die bisher niedrige Preise gefordert haben, als sie nach den festgesetzten Höchstipreisen an sich zuläßig sind, dürfen diese Preise nicht erhöhen. Die Höchstpreise weixJen ausschließ-Hch für das Stammgerieht, für ein Cin-toipf- oder Tellergericht sowie für ein Gedeck vorgeschrieben, nicht jedoch für alle anderen Gerichte, Dadurch wird eine Uniformierung der Gaststätten in der Speiseherstellung vermieden. Anerkannte Luxusbetriebe und vegetarische Gaststätten sind von der neuen Höchstpreisanordnung ausgenomrr>en. Aufklärung durch Flur- | begehungen Die Feldbegehungen und Hofl>egehungeii stellen neben den Reichsnährstands-Ausstel-hingen die beste und wirkungsvollste Form der Massenberatung des Landvolkes dar. Die Bauern nelin.en zu allen Jahreszeiten gern an diesen Veranstaltungen teil. Bei diesen Feldhegehungen wird die Anbaulenkung, die Sicherung des Anbaues und die Erträge durch Hinweis auf Entwässerung, Kalkung, Anbaumethoden nnd richtiger und rechtzeitiger Einsatz alier Betriebsmittel, wie Dünger, Saatgut, Maschinen usw. besprochen. Die Vorführung erfolgreicher Einzelmaßnali-men und Gegenüberstellung des Gegenteils bzw. richtige und falsche Fruchtfolge, Unterschiede bei der Weidenbearbeitung und Düngung, gebeizte Getreidebestände neben ausgewinterten ungeheizten, gutes Saatgut neben abgebauten Beständen, Vergleich von Hand-und Maschinensaat hinsichtlich Stand, Saatgutersparnis lind Ernteertrag, richtige Aussaatmenge auf Grund der Keimkraftbestimmung und der Einstellung der Sähmaschinea geben viel lehrreiche Vergleichsmöglichkeiten. Weitere lehrreiche Beispiele bieten sich hei diesen Feldbegehungen für die Aufklärung über Unkrautbekämpfung, Zwischcnfruchtbau, Frühschnitt der Wiesen nnd Samengewinnung bei Kleebeständen. Praktische Vorführungen von landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten, vor aliem von Vielfachgeräten, Bepacken von Reutern, Heinzen und Heuhütten, Füllen eines Gärfutterbehälters, leichtes Packen eines Dunghaufens, Güllen einer Wiese oder Weide bieten den Teilnehmern viel l,ehr-reiches. Es wird durch diese Flurbegehungtin der gesunde Wetteifer zwischen den einzelnen Gemeinden gefördert. Der beste Zeitpunkt solcher Flurbegehungen ist vor dem Heuschnitt bzw. vor der Getreideernte. Aber auch noch später bieten sich (jelegeiiheiten, die für die Durchführung von Flurbegehungen vorteilhaft sind. Eine solche Flurbegehung umfaßt eine oder zwei Ortschaften und dauert höchstens 3 bis 4 Stunden, um die Teilnehmer nicht zu ermüden. Bei der Begehung werden keine Vorträge gehalten, sondern Wechselgesptäche, besonders mit dem jeweiligen Besitzer, dessen Felder besichtigt werden. An die Flurbegehung schließt sich eine Besprechung im Bauernhof an, welche eine Zusammenfassung des Gesehenen gibt. Eine gute Vorbereitung einer solchen Flurbegehung ist notwendig. Der Leiter derselben besichtigt vorher mit dem Ortshofberater die einzelnen Felder und sucht die schlagendsten Beispiele heraus. Die Anbringung von Tafeln an Versuchsparzellen, das Zeigen von Kostenvoranschlägen für Silobauten und Anschaffung von Maschinen unterstützt die Aufklärung bei den Flurbegehungen. Im Jahre 1940 wurden im Bereich der Landesbauernschaft Südmark durch die Wirt-schaftsberatung des Reichsnährstandes 494 größere Feldbegehungen und Hofbegehungen mit über 20.000 Teilnehmern durchgeführt. WirtschaftsnoHzen X Zahlungen an die Sknvakei. Die Slowakische Nationalbank hat verfügt, daß für alle Finanzdcckungen (Zahlungen) aus Deutschland, dem Protektorat, Belgien und Holland zur Durchführung der Ütu'rweisung eine vorherige >Zustimmung« der Slowakisclwn Nationalbank eingeholt werden muß. In dem Zahlungsauftrag der ausländischen Bank muß die Kennzahl der »Zustimmung« der Slowakischen Nationalbank angeführt werden, da sonst eine Auszahlung nicht erfolgt, ' X Errichtung ehier deutsch-kroatischen Hat^lsschule in Agram. Es werden Vorbereitungen getroffen, die private deutsche Bürgerschule mit dem Recht der Öffentlichkeit in Agram in eine deutsch-kroatische Handelsschule umzuwandeln. Falls sich genügend Schüler melden sollten, die sich im Handelsfach auszubilden wünschen, soll die erste Klasse dieser Schule noch im Laufe dieses Herbstes eröffnet werden. X Agramer Messe eröffnet. Die erste Agramer Messe im unabhängigen Staat Kroatien wurde am Samstag mittag von Marschall Kya-ternik in feierlicher Weise eröffnet. Der Präsident des Agramer Messekonsortiunis F.rber begrüßte die Ehrengäste, Marschall Kvaternik überbrachte die Grüße des Poglavnik und unterstrich die Bedeutung der diesjährigen Agramer Messe als der ersten Schau des nationalen kroatischen Schaffens. AUtdU Träume, die sich scheinbar in stundenlanger Dauer abgespielt haben, sind meist nur das Ergebnis von Minuten oder gar nur Sekunden. Nicht weniger als rund 6ie zuum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden. Der jetzt :?8-iährige Täter ist schon mehrfach vorbestraft, u. a. wegen einfacher und schwerer Diebstähle. Als er zum Mrlitärdienst eingezogen worden war, wurde er fahnenflüchtig und während der Verbtissung der hierfür verhängten Strafe gelang es ihm ,als er auf Aaßenarbeit war. abermals zu entfliehen. Er trieb sich bettelnd und stehlend umher. In der Nähe des Dorfes Rohrbeck traf er am 12. August die Landarbeiterin Marie Czösz, die eine größere Gänseherde hütete. Da sie ihm nicht zu Willen war, schlug er ste schließlich nieder und schwitt ihr mit einem Ktichenmesser, das ihr gehörte, den Hals durch. Nach vollbrachter Notzucht näherte sich ihm der alte Rentenempfänger Schöneck aus Rohrbeck, der das fortgesetzte Schreien und die Hilferufe des Mädchens gehört hatte. Keim ging sofort mit dem Messer auf ihn zu, um ihn als vernwintlichen Zeugen seiner Tat zu beseitigen, tötete ihn dann durch Schläge mit einer Harke utid stieß ihn iti einen Tümpel. Die Leiche des Mädchens trug er in ein naheliegendes Buschwerk. Es gelang ihm dann durch einen neuen Diebstahl, sicK andere Kleidung zu verschaffen. Bis zum 27. August fristete er sein Leben durch Diebstähle: dann wurde er in Dahtow festgenommen, als er dort bei einem semer Brüder Unterschlupf finden wothe und sich auf einem Heuboden zum Schlafen niedergelegt hatte. In der Hauiptverhandlung versuchte er den Unzurechnungsfähigen zu spielen, hatte jedoch damit kein Glück, zumal er vorher bei sämtlichen Vernehmungen den Mord zugegeben und keinerlei Spuren von Geisteskrankheit gezeigt hatte. AUS AUER WrH.T a. Ausatelhmg »Der Jude in Frankreich«. Die Ausstellung >Der Jude in Frankreich« wurde Freitag im Palais Berlitz, auf dem Großen Boulevard im Stadtinnern gelegen, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die AucsteHiun^ zeigt in Bild und Wort, wie jüdische Frechheit und Zähigkeit sich in Frankreich einnistete und wie Vis den Juden gelang, sich in fast allen ausschlaggebenden Zweigen des wirtschaftlichen, kulturellen untf politischen Lebens festzuset7en. In einer besonderen Abteilung wird die Zusammenarbeit der Jud(>mig gerade in dem Augenblick in eine Gastwirtschaft, als eine Frau im Gastzimmer damit beschäftigt war, eine Nähnadel einzufädeln. Die Frau, die nur einen Icichtvn Schlag verspürte, sah, daß die Nähnadel in ihrer Hand glühend wurde, und warf sie fort. Als sie sich von ihrem Schreck erholt hatte, und die Nadel wie-"der aufnahm, war diese durch Erhitzung völlig krumm gebogen. a. Lustmord an einer Vierjährigen. Mit der Aufklärung eines schworen Verbrechens, das in Chistianstadt bei Sagan verübt wurde, ist zurzeit die Kriininal-polizei-Leitstolle Breslau beschäftigt. In einer Grube im Walde wurde die vier Jahre alte Margret Koscior mit Sand bedeckt tot aufgefunden. An dem KinJe ist ein Lustmord verübt worden. Hs hatte am Tage vorher mit einem kleinen Hunde _ f^umiTier 223. '»Mart)urK"ef ZeHung« 8. September 1941 SeUB 7 das Elternfiaus verlassen. Gefahndet wird nach einem Radfahrer, der In der Nähe vks Tatortes beobachtet wurde. Der Reich'sfÜhrer hat für die Ergreifung des Täters S^JODO R.M Belohnu-ng ausge-'Setzt. a. Ein Walser kostete Lire. In dem schönen Park von Valentine in Turin war ein Liebespaar auf der Bank unter dem Sternenhimmel damit beschäftigt, sich die ewig alten und ewig neuen Dinge zu sagen, die unter Liebenden üblich sind. Da ertönte aus dem nahen Pavillon eine verlockende Walzermelodie und die Beiden wurden von plötzlicher Tanzlust gepackt. Nachdem sie den Walzer absolviert hatten, bemerkte das junge Mädchen, daß sie ihr Täschchen mit Lippenstift, Puder und_ 590 Lire auf der Bank im Park vergessen hatte. Man suchte mit der Ta- schenlampe überall, aber die fette Beute war bereits jemand zugefallen, der das Pärchen offenbar beobachtet hatte und mehr an das Geld, als an einen Walzer dachte. a. Vor den AugM der Frau al^iestürzt. Bei einer Durchklettt>rung der Fleisch-bank-Ostwand im Kaisergebirge stürzte ein Bergsteiger a.b. Sein ihm nachfolgender Begleiter ko^nnte i>hn zwar am Seil halten, doch hatte der Abgestürzte so schwere Schädelverletzuiige erlitten, daß er tot am Seil hing. In der Mieminger Gruipipe bestieg ein 33 Jahre alter Mann mit seiner Frau den kleinen Tayakopf. Auf dem Gipfel stürzte der Mann vor "den Augen seiner Frau plötzlich 150 Meter tief ab und bMeb mit zerschmetterten Gliedern tot liegen. Der Mann dürfte wohl,von einem Schwindelanfall beroffen worden sein. TURNEN UND SPORT iiiuiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiftiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiHiiiiiniiiiiiiiii Auftakt zur FussbaHmeisterschaft Knapper 1:0-Sieg Marburgs gegen CUH Im Marburger Rapid-Stadion eröffneten htn Sonntag die Fußballer der Sportgemeinschaften Marburg und Cilli die erste Runde der Pflichtspiele der Fußballmeisterschaft der ersten stcirischen Bereichs-klasse. MaAurgs Sportgemeinschaft beauftragte hiefür die Rapidelf, die in den CilHer Gästen auf einen überaus hartnäckigen Gegner stieß. Erst nach langem Hin und Her gelang es den Marburgern, mit 1:0 (0:0) den Sieg und damit auch beide Zähler an sich zu reißen. Im Vorspiel schlug die DJ Marburg ihre Kameraden a«» Cilli mit 4:1 (2:0). * Am Vormittag gah es im Reichsbah-ncr-Stadion eine Doippelveranstaltung, die durchwegs im Zeichen freundschaftlicher Anbahnung der Sportibeziehungen mit Graz stand. Zunächst siegte die Grazer Postsportgenreinschaft gegen eine Marburger SoldateTielf mit 2:1 (2:0), worauf die Mannschaft der Steyr-Puch-Werke aus Graz die "Marbur^^cr Reichsbahner mit 6:0 (2:0) ü'berrannte. Die ersten Bachern-Bersmelsler ermittett Die Bachemstraße als Schauplatz des ersten Radfahrer»Bergrennens. — Losinscheg siegt in 48.53 Minuten. Mit dem ersten Bergrennen der Radfahrer auf der neuen Bachernstraße von Reka bis St. Heinrich erreichte die heurige überaus mannigfaltige Radsportzeit ihren Höhepunkt. Zwanzig untersteirische Rennfahrer hatten sich eingefunden, um erstmals den Kaji>pf um den Titel eines Bergmeisters der Untersteiermark aufzunehmen.'Der spannende Ablauf des Rennens, das wiederum von der Abteilung »Edelweiß« der Marburger Sportgemeinschaft in mustergültiger Weise in Szene gesetzt wurde, zeigte ganz eindeutig, daß unser Radfahrsport in einer kräftigen Aufwärtsentwicklung begriffen isL Der Start erfolgte um 9 Uhr beim Gasthof Lebe in Reka. Schon gleich vom Start weg setzte ein aufreibender Kampf ein, der auf den letzten Kilometern den restlosen Einsatz aller Kräfte erforderte. Mit ihren 15.1 Kilometer stellt auch die Bachernstraße eine der schwierigsten Bergprüfungen dar. Dessenungeachtet fanden sich die Wettbewerber ausnahmslos am hochgelegenen Ziel in St. Heinrich (1250 m) ein, voran die Spitzengruppe Losin-scheg, Pomilschag, Zeunig, Maschera, Rakef und Gregoritsch. Baki darauf wurde auch die Siege r-li s t e bekannt, und zwar: 1. Heinrich Losinscheg (Marburg) 48:53; 2. Franz Pomilschak (Cilli) 49:39; 3. Theodor Zeunig (Marburg) 50:58; 4. Franz Rakef (Marburg) 51:53; 5. Johann Gregoritsch (Windischgraz) 52:08; 6. Ludwig Maschera (Mai^urg) 52:35; 7. Alibin Horwath (Marburg) 52:43; a. Karl Kolar (Marburg) 53.43; 9. Martin Krainz (Marburg) 54:15; 10. Jakob Kokot (Marburg) 56:49; 11. Franz Judec (Cilli) 57:06; 12. Otto Jernejc (CilH) 59:01. Die knappen Zeitunterschiede lassen die Härte des Kampfes erkennen. Sieger und erster Bachernmeister wurde Heinrich Losinscheg von der Abteilung »Edelweiß« der Sportgemeinschaft Marburg, der damit seine heurige Erfolgsreihe am schönsten krönte. Auch Pomllschaks zweiter Platz und Zeit sind ausgezeichnet. Es ist nur zu bedauern, daß nicht auch die bereits eingetroffenen (Jrazer Rennfahrer in der für sie vorgesehenen Klasse an den S'tart gegangen waren. Mit umso größerem Interesse sieht nvan nach den gestrigen großen • Leistungen unserer Radfahrer der ersten großen Etappenfahrt rund um den Bachern am 21. September entgegen, bei der die unter-steirischen Meister auch mit den besten Grazer und Wiener Rennfahrern zusammentreffen werden. Irma Dumbsl^ und Ruislng deutsche furnmeister Die deutschen Meisterschaften im Zwölfkampf der Männer und Achtkampf der Frauen im Turnen wurden am Sonntag in Ulm zum Abschluß gebracht. Marineleutnant Ruising aus Wilhelmshaven und die Nürnbergerin Irma Dumbsky blieben in den Schlußübungen ohne Fehler und errangen damit beide die deutschen Meistertitel im Turnen. ReichsDundpokal an Sachsen Im Wettbewert) der Bereiche U'm üt'^n Reichsbundpotkal hat Sachsen einen neuerlichen Erfolg davoagetraßen. Dem ersten, im Olynifilajahr 1936 erzielten Sieg wurde in Chemnitz durch 2:0 ruber Bayern ein zweiter ivngereiht. Dem überaus schnell geführten Schluß-kanupf wohnten 30.000 Zuschauer bei. Mehrkampfmeister der Ostmark Die leichtathlotischen Mehrkampfmeisterschaften der Ostmark wurden In Wien veranstaltet. Bei den Männern siegte der tH'kannte HürdLMiIäufer Leitner (Weiß-Rot-Weiß) mit 5151 Punkten. Er übertraf daimit den nllepdin.gs verletzt ange tretenen Titelverleidi.ger Bucher um 300 PunJtte. Bei den Frauen wurde gleichfalls der Titel gewechselt. Wanda Nowak (WAC) gab die Meisterschaft an ihre Vereinskameradin Helga Wiederma-nn a-b. FünfkamgySmeister dier Männer wurde Uffz. Pfatt (TiiHn). : Neue Tennis-Seniorenmeister. Die in Braunschweig abgewickelten deutschen Tennismeisterschaften der Senioren brachten spannende Kämpfe. Im Einzel siegte im Endkampf Hopfenheit über Bergmann mit 0:6, 6:1, 6:3; im Doppel blieben Hey-denreich-Uhl mit 6:3, 6:0 gegen Bergmann-Rahe siegreich. : Die deutsche Meistei^haft im Schießen auf Wurftauiben wurde am Sonntag in Wannsevi entschieden. Im zweiten Durchgang erzielte Dr. Schöibel aus Leipzig 94 Treffer, die ihm zusammen mit seiner Vortagsleistung von 89 insgesamt 183 Treffern Sieg iwid Meisterschaft einbrachten. : Das Haupthindemisrennen in Karlshorst sah Wolga aus dem Gestüt Erlenhof siegreich. : Im Radrennen »Rund um Nürnberg« über 170 Kilometer gab es einen Chemnitzer Doppelsieg. Im Endspurt jrewann Werner Richter in 4:45.40 vor Clünther. ; Heuser schlägt KölMin. In der Berll-nor Deutschlandhalle wurde der erste '•'.ninpftag des Winters 1041/42 gestartet, im Mittelpunkt des Boxabends stand der Kampf zwischen Adolf Heuser und Arno Kölblin, aus dem wiederum Heuser nach . zenn Runden als Punktesieger hervorging. ' : Dreimal Rudi Haibig. Im Mittelpunkt' der LeichtatihletikkänKp-fe in Hannover standen die Erfolge von Rudi Harbig, der dreifacher Preisträger wurde. Unser Weltrekordmann gewann die 100 Meter, ferner verhalf er rlcr E'ntracht Braunschweig in der 4mal 400 und in der olyniipjschen Staffel zum Sieg, : Bei den RoHschuh^chn^laufmelstier-schaften in Berl'^ s'ec:te bei den Männern Rgerland und bei den Frauen Anneliese Aches. : Die deutsche Mannschaftsmefeter-^chaft Im Gewichtsh©b©n verteidigte am Wochenende der Pcrfizci SV -Wien rrjt Erfolg gegen Essen 88. Die Wiener gewannen mit einem Vorteil von 7.5 k^. : In der ScMufirunde der itaNeniscHen Tcnnisinofaterach»ften trafen im Fraueneinzel TonoHi und San Donnino auf^n-ander, erstere siejcte mit 2:6, 6:4, 6:1. : den schwedischen Tennismeisterschaften gewann Schröder mit 6:3, 6:4, 6:4 im Schlußspiel gegen Folke Norlen das Herreneinzel. : Über Spaniens Tenni^niels^erin LÜy d'Alvares wurde ein Startverbot verhängt, Der Grumi hiefür soll in gewissen Vorkommnissen bei den letzten Meistei-schaften zu suchen sem. Der Politisclie Kommissar der Stadt Marburg a. D. WiilsclMiltaat ZL 61/2/1941. Marbnrg a. d. Dra«, 5. 9. Bekanntmachung I^ut Verordnung tics Chefs der Zivilvcrwaltuug in der Untcrsleifermark vom 14. April lOll sind alle Kautschukbcreifung«in l>eschlagnahmt und ihr Verkauf an Verbraucher untersagt worden. Auf Grund dieser Vorordnung und Anordnung des Chefs der Zivilverwalltin«! vom 27. August 1941 werden hiemil alle Personen bzw. Kraftfahrzeughalter aus dem B<>reiche der Stadt Martiurg (GiyiB-WarburK), die im Besitze von Bereifungen von Kraflfahrzcugt'n und Kraftrahrzt'uganhänßim sind, die nicht zum Verkehr nigo-lasseii und bt>winkelt sind, aufgefordert diese Iris 15. Seplomber 19U betai Bmuflratf-Im Rrifenhändli^r Ing. Ferdfaimd Frlrdau. Marburg, Mühlf(as8« Nr. IS, atysuliefem. Der Ablieh^rungspflichl unterliogen auch alle losen fVereifungen, die den imten angeführten Massen onlspreclien. Von der Abliefcrungspflichl Ist Mne Rwervpbprelftio^ für jedes bewinkehe Kraftfahrzeug und jeden Anhänger ausgenommen. Als Bereifung, die der Ahliefe-rungspnicht unterliegt, sind Deekm imd SeMävielw. fMn»w Felgrobünder and Guh-miwvlslbänder m vprslehen. Der Abliefenmg unterliegen auch Luftreifen, ille auf niehl mehr im Verkehr benndiiehen GrapannwagMi aufgelegt sind. Die der Abljeferunfi unterliegenden Bereifungen sind gH)ünd<^U abzuliefern, wobei die Schläuche leicht aufgepumpt in die dazu f^ehörigen Decken einzulegeji sind. Die Bündelung ist mit einem Bindfaden vorzunehmen. Jedes Bündel ist mit einem .\nhängzettel zu vi'rselien, auf dem der Name und die Anschrift des Ablieferers anzubringen sind. Mit der .\l>lieferuug der lieneifung hat der I'ahrzeußhaller eine Frklärtinp zu unterzeichnen, daß die 'bgolieferten Bereifungen mit jenen wesensgleich sind, die auf den stillgeleßten Fahrzeugen aufgelegt wan-n und die sich sonst lose fn seinem Besitz befunden halxMi. ferner daß er keine witere.n FW^reifungen der al>gerufenen Cirötien mit Ausnahme der auf einem zum Verkehr ztißelassenen Kraftfahrzeug aufgelegten Bereifungen besitzt. Für abKrttefprle Bereif^ffm wird etn« Fjil«rhA und LMcrwafm. 5.50 — 16 300 - 19 Ol 3.:^ — in 20 X s »w 4.50 - 16 500 — 16 5.25 - 16 5.15 - 16 Gel Kraftfahrzeuge 6.00 — 16 e 6.00 - lf> G^l 4.50 - 17 5.00 - 17 500 - 17 Gel 5 25 - 17 5.50 - 18 e 28 X 550 6.00 - 18 e ,TO X 6.00 6.00 — 20 e 32 X ».«O 6.00 — 17 e 5,25 - 18 '28 X 5.25 14 X 50 140X 40 160 X 40 775 X 145 C. Landtranwa^ni • RteMohifL 3 50 - 19 öri 4.00 - 15 &00 - 30 Gel 14X45 780 X 150 6.00 — 20 6.50 — 2t) 7 00 - 20 Tr 30 X r> Tr .10x58 Tr 30 y rv.5 X 6 e 7 25 -7.25 -7.50 ~ 750 -8.00 -825 - 6 20 e 32 20 Gel 20 e ,?2X« 5 32X7 20 Gel 20 c 34 X 77 20 e 34 X 7.5 9.00 S25 725 7..1O 8.00 S2S 0,00 20 22 24 24 24 24 24 e 36 X 8 e e 36 X 6 e 36 X 6.5 e .T8X 7 e 38 X 75 e 40 X 8 19f) - 18 Gel 210 — 18 Gel 210 — 18 190-20 210 — 20 230 — if> 350 - 30 9.75 -1050 -38 X 9 11.25 -12.00 — 1275 -13.50 - 4 r>o -8.00 - 9.00 - C. IjMilkraftw«(fen • Rfpsnrinft !■ SoadfiXrAftm. 20 e ;i6x8 5. 20 e 38 X 9 Zwilling 20 e X 9 20 e 40 X 10 20 e 20 e 16 AI 20 AI 24 AI 11.25 -1206 — 12.75 — i3.y) — 9.75 - 1050 — 42X9 22 c 22 c 22 e 22 e 24 e 40 X 8:5 24 e 42 X 9 Zwilling D. Arkeriufl-Reiffia. 11.25 - 24 AI 12 75 - 29 AI 6.50 - .32 AI 11 25 — 24 e 42 V (V5 1200 -- 24 e 44 X 10 250 — 20 270—20 .100 — 20 350 - 30 300 - 22 13.50 - ,12 .^1 9 .00 — 40 M FAr Rpifcngröflni auAer Vengleicheltoki. 5.00 - t5 Der Pofi tische Kommissar der Stadt Marburg a,T>rau Kamis. Mode-, Wäschc-, Wirk- nnd FCtfrrwaron- geschäft MAX PUCHER Martwrg, Herrensfasse 19 bleibt wegen Oefolgschaftsuriaut» voin 8. 6573 bis einschließlich 22. Sept. geschlossen. Kaufhaus Josef Weren, Cilli bleibt wegen Gefolgschaftsurlaubs vom 8. bt& 14. September geschlossen. 6564 D Marbui'®®' Zcitunfl (T e h 5 r t m /ede fmmlhm dM Ufiff«rfafidas r SeHe 8 >Mart)ur(gef Zeitung« 8. September IWl Nurrrmer 223 Der Chef der Zivllverwaltung in der Untersteiermark Bekanntmachung Übet die Einführung des Arbeitsbuches AntäRHch der Wiedervereinhsuite der Untersteiermark mit der AUsteiermark treten die reichssesetzlichen Vorschriften über das Arbeitsbuch im Unterland in Kraft. Zur VorbereitiinK der Einführung des Arbeitsbuches sind dte Arbeitsämter schalten, bereits jetzt Anträge auf Aussteifung von Arf>eltsbilcheni auszugeben und hereinzuholen. Zur Abgabe der Anträge werden sowohl Einzelpersonen sowie rVffentüche und private Betriebe und Verwaltungen aufgefordert. Das Arbeitsbach müssen haben: 1. Arbeiter und Angestellte (elnschlleBIfch der Lehrlinge, Praktikanten und Volontäre), mit Ausnahme a) der Personen, dfe sonst berufsmäßig Lohnarbeit nicht verrichten, wenn sie nur gelegentlich und kurzfristig beschäftigt werden, b) die Mitglieder der Besatzungen von Seefahrzeugen und anderer Angestellter und Arbeiter, deren Beschäftigung nach den Bestimmungen des Reichs Verkehrsministers in das Seefahrtsbtich einzutragen ist. Marburg a. d. Dran, 'den 6. Sefiteiiiber IMt. ÖS63 2. Selbständige Berufstätige mit Ausnahme der hn Gesundheitswesen TMtigen und der Rechtsanwälte sowie Helmarbeiter, Hauegewerbetreibende und Zwischenmeister, 3. mithelfende Familienangehörige der nach Nr. 1 und 2 arbeitS' buchpflichtigen Berufstätigen. Keines Arbeitsbuches bedürfen: 1. Berufstätige, die Ihren Wohnort Im Ausland haben, soweit es sich nicht um deutsche Mitglieder der Schiffmannschaften von Fahrzeugen der Binnenschiffahrt handelt, 2. volksschulpflichtige Kinder. Alton anläßlich der Einführung des Arbeitsbuches ertehen« den Ersuchen der Arbeitsämter Ist zu entsprechen. In Vertretung: Dr. Müller-Haceius JffdM Wort kositt 10 Rpf, dM fettiedrackl« Wort W RdI. Der Woripreli eitt bis tu 10 Bnchttabei Wort. ^ifferRcbOhr (Kennwort) 3S Rpf. bei StelleDfresnchen 25 RpL Fflr Zasendanc von Kennirortbrieten werden BO Rpf Porto berechnet. An7.e!cea-AnnahintscblnB; Am Täte vor Erscheinen nm 10 Uhr, tKleln« An* 7elKen« werden nur veKen Voreinsendnne des Betrages (auch In cdUlKcn Briefmarken) aafsenommen. Mindesfeebllltr IDr eine flelne Anreice RM 1 • Kleiner lazelger iiiiiimniiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiifiiimmiiiiiiiiiiii IfitsdUidUM Anodenbatterien, Taschenbat -terien,, Radioreparaturen, Ra- »iio & teclin. Vertrieb, Ges. m. b. II., Adolf-Hitlcr-Platz I, 1-crnriif 26-48. 6579-1 20 RM. demjenigen, der mir mein gestohlenes l^amcnfnlir-rad Nr. 56280 wieder findet. — Kaufe ein Kt'brauciites Da-metifahrrad. M. Seifried, Gastwirtin. Mellinßcrstraße Nr. 0, 65.')2-l ffiMiffft fffUftft Kindersport- od. tiefen Wagen kaufe sofort. Kerle, Domgasse Nr. 1-III, Tür 8. (3553-3 Tiefer Kinderwagen wird getauft. Adr. Verw. 6580-3 Handwagen (womöglicfi vier-täderig) kauft Josef Krempl, Rotwein. 6578-3 2u vftiHtMfftf Speisezimmer, fast neu, Ei-rhenholz, schwarz, zu verkaufen. 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Wisell. 6577-7 Unser lieber, guter Gatte, Vater, Bruder, Schwager, Onkel und Großonkel, Herr Ludwig losef Petz Schwarzsteirisches Jfickchen im Autobus verloren. Der Finder wird gebeten, es gegen Belohnung an die Adresse Josef Braunig, Neudorf Nr, 15 (Wretzel-Rotgasse) abzugeben. 6576-9 Vor Einstellnn^ voo Arbeitt* kräflen muß die Zuttiromunn de« ia9tändi|K«D Arbeitiaiotef eingeholl werden. Schlosser, auch Pensionist, wird aufgenommen. Adr. Verwaltung. 65(X)-8 Perfekte Köchin, nett und rein, wird mit 15. d. M. in größerem Haushalt aufgenommen. Adr, Verw. 6558-8 vorm. 1. Qemeinderat von Brunndorf, Haus- und Realitätenbesit/er in Speisenegg bei Witschein wurde am Samstag, den 6. September 1941 durch, den Tod von längerem Leiden erlöst. Seinem Wunsche gemäß wurde er in die Auf-bahrungshalle nach Brunndorf überfülirt und wird am Montag, den 8. September um 15 Uhr in der Familiengruft beigesetzt. Die hl, Seelenmesse wird Dienstag, den 9. September um 6 Uhr früh in der Magdalenenkirchc gelesen. Um stilles Beileid wird gebeten. Witschein, Brunndorf, Berlin, Straubing, Essen, Agram, Kamenz, den 6. September 1941. Die Trauernden: Josefine Petz, Gattin. Ludwig, Mitzi imd Josefine Petz, Kinder, Franz Petz und Mltzl Mußnig, geb. Petz, Geschwister, und alle übrigen Verwandten. Separate Anzeigen werden nicht ausgegeben. BURG-KINO fernrul 22-1' Ehie Hans Albers-Produktion der Bavarla-Kflmkunst 0. m. b. H. Karl Peters Hans Albers, Karl Dannemann, Fritz Odemar, Toni von Bukovlca, Hans Lelbclt 6475 Für Jugendliebe zugelassen! Kulturfilm! Neueste deutsche Wochenschau! Vorführungen: Heute 16, 18.30 und 21 Uhi Karten von 10—12 und ab 19 Uhr ESfiLAMJkDS fcrnrul 25-il Sommer, Sonne, Erika Karin Hardt, Paul Klinger, Fritz Genschow, Erika v. Thelmann, W. Dohm, Frieda Richard. Deutsche Wochenschau und Ufa-Kulturfilm! 6453 Für Jugendliche zugelassen! aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa Jeder Unterstelrer liest die „Marburger Zeitung I" Die Unterzeichneten geben allen Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht von dem Ableben ihrer innigstgeliebten Gattin, Mutter, Schwieger- und OroRmufter, der Fr ■rau Amalle Kropsch Rcchnungsratsgattin welche am Sonntag, den 7. September 1941 um 15 Uhr verschieden ist. Wir werden die Verstorbene Dienstag, den 9. September um 17 Uhr auf dem Städt. Friedhoi in Pobcrsch zur letzten Ruhe bestatten. Marburg, den 7. September 1941. Albert Kropsch, Rechnungsrat i. R., Gatte. Marie Jelovschek, Tochter. Franz Jelovschek, Bezirkslandwirt, Schwiegersohn. Franzi und Maria, Unkel. HauyLi»chrilUeilcr Aoloo («flnchack, Slellvcrlrelcnclcr Hauplschriftieiler Udo Kaspfr — Druck der uMuxbur^er Oiuckcrui