LMcher M Zeitum. lV)^ ^/*b) Pl«numeiat l» /» Wiebecholungcn pci Zeile 3 lr. I. V > V» Nichtamtlicher Theil. Zur parlamentarischen Situation. Die Visionen, welche das Fieber der Wahlbewe-gung und die momentane Bestürzung über nnerwartete Zwischenfällc derselben erzeugten, sind geschwunden. Das Gespenst einer heran brechenden Reaction mußte selbst aus den Spalten der meist fortgeschrittenen Or< ganc weichen, anch der Allarmrnf, daß die Verfassung m Gefahr stehe und staatsrechtlichen Experimenten geopfert werden solle, mnßtc verstnmmcn. Beide haben "brigens nur wenige zu schrecken vermocht. Die Be. volkerung besitzt eine weit bessere Vorstellung von der Dauerhaftigkeit der Verfassung und der Unverletzbarkeit der Staatsgrundgesetze, als die Organe der Verfassung«-Partei, die ste stets in Gefahr sehen, so oft die Partei selbst ms Schwanken geräth. Glücklicherweise hat die Verfassung längst aufgehört, das Vorrecht einer ein« zelnen Partei zu sein; stände sie nnter ihrem Schuhe allein, müßte sie all' ihre Schicksale theilen, dann Ware ste allerdings m lrincr bcncidl-nswcrthen Laae Da nunmehr die Brsonncnhcit in ihre Rechte äe-treten und selbst jene. wrlche die Lärmglocken ae-schwungen habcn, die Ueberzeugung nicht verhehlen, daß Graf Taasse weder dle Reichsverfassuna wH irgend mnStaatögruudgesetz untergraben oder umstürzeu lassen werde daß er vielmehr von denselben die Schwärmer fur die Reaction und die begeisterten Aposte einer Verstümmlung der Verfassung durch D mollmmg aller die lächelt der Mouarchie verkorks s?"^/"'^" """ Weicher Energie abzuwehren ntschlossm ist sK'mt der Augenblick gekommen zu sein, die durch die Wahlergebnisse geschaffene Laae und d,e,hneu entspringende Nothwendigkeit einer Be-V""H 3' U'Uerzlchen. An die Stelle der Phantasie muß endllch die Realität in ihre Rechte treten. Wie nun auch die Wahlresultate sortiert und gruppiert werden, so kommt man stets zu dem Ergebnisse, daß das Parlament in zwei fast gleiche Hal teu getheilt ist. Die eine wird von denjenigen geoiloet, welche den verschiedenen Fractiouen der Ver« Wungspartei des alten Hauses, die andere dagegen von jenen, welche den Gruppen der Rechten ange-m ! ^" °ber die, gegenwärtig zum ersten male den A m^l Dezember-Verfassung betretend, die Reihe d w N W^"" "erden. Was soll die Folge N!i ^ " ^ es nach dem Wunsche der extremen tief Mnl?"'^^"^den diese beiden Lager durch eine bleiben. Die Konsequenz wäre P^lA .-'"' Z^M Stärke die Lahmlegung des A^"ts imo damit des Parlamentarismus In nU "^'" ^""^ "ne Zufalls-Majorität dieser oder jener Seite den Sieg verleihen. Alsdann würde ein Zufall über die wichtigsten Interessen entscheiden. Gegenseitige Ncutralisierung, sonach Stillstand in der Gesetzgebung, oder die Herrschaft des Zufalls, das wäre die erste und nächste Folge, wenn das Haus, nach den Wünschen der beioersciiigen Partei-Organe, in zwei, auf extremen Standpunkten postierte Lager gespalten bliebe. Natürlich würde dabei die Partei triumphieren. Sie würde rein uud geschlossen dastehen. Aber während die Partei in ursprünglicher Unverdorben^ heit strahlen würde - würde die Lage des Reiches um so bcllageuswcrthcr. Statt einer Reichsvertretung wären die Vertretuugeu zweier Gegensätze vorhanden. Wem deshalb die Partei höher steht als das Reich, das Programm oder Fractionsgebot höher als die wichtigsten Bedürfnisse des Volkes, der strebe diesem Ideale zu. Wer jedoch anderen Tendenzen huldigt, nnd wir zweifeln nicht, daß diefe auch im neuen Hause in übcrwiegcuoer Mehrheit vertreten sein werden, wem das Wohl des Reiches näher geht als die Herrschaftsgelüste der Partei, der muh für die Möglichkeit einer ersprießlichen Thätigkeit des neuen Parlaments wirken, der muh und wird dafür einstchen, daß das neue Haus uicht allein feindliche, einander bekämpfende Gegensätze, sondern auch einen Bund von Männern aufweife, welche von der Einsicht in die Bedürfnisse und die Aufgabe der Lage erfüllt, ihre peziellen Ansichten und Wünsche den' Interessen des Ganzen unterzuordnen vermögen. Der Riß, welchen die Mm-Journale mitten durch das Parlament ziehen wo en, um nicht allein dieses, sondern mit diesem Uesterrcich m zwei Hälften entzwcizurcißcu, mnß schwinden, d,e Kluft durch die Rücksichten siir das ostcntllche Wohl überbrückt werden, wenn das neue Haus nicht zur Sterilität verurtheilt bleiben soll. Und sollte es wirklich so schwer fallen, die Männer zu einem gemeinschaftlichen Schaffen zu verbinden, welche von gleicher Liebe für das Reich und von glei-cher Omstcht in den Ernst uuserer Situation erfüllt sind? Wir zweifeln nicht, daß dcr Fractionsgeist solch' einer Annäheruug mit aller Leidenschaftlichkeit entgegentreten wird, denn eine folche würde ja die beste Garantie gegen sein Dominieren bieten. Bleibt diesem allein das Feld überlassen, dann könnten wir die zweite mcht minder verhängnisvolle Consequenz zu beklagen haben. Die extremen und nat.onalen Fractioncn der Rechten, welche von Ungeduld nach einer Umwandlung der Verfassung m ihrem Siunc verzehrt werden, müßten an Boden gewinnen und mii weit größerer Aussicht auf Erfolg den Feldzug eröffnen. Nicht minder hatten auch dle Parlcltags-Politller ein offenes Tcr-lain, den beliebten Verstümmluugs-Fcldzug gegen die bestehenden Institutionen zu eröffnen. Die besonnenen Elemente, welche den staatsrechtlichen Hader, die ewigen Zwcilämpfc mit der anderen ReichLhälfte, das unser Ansehen und unseren Kredit schädigende Parteigezänke und die Aspirationen föderalistischer oder klerikaler Heißsporne zügeln möchten, würden, eines Sammelpunktes beraubt, anfänglich ziellos schwanken, schließlich aber dem einen oder dem anderen Lager zufallen. Das Parlament würde sodann in einen Tummelplatz zweier fast ganz gleicher gegnerischer Parteien ausarten. Daß in einem solchen Falle von einer praktischen Thätigkeit der Volksvertretung, von einer Konsolidierung unserer Finanzen, von einer Realisierung dcr Steuerreform, der Iustizreform, von einer sachgemäßen Eisenbahn- und Wirthschaftspolitit keine Rede wäre, bedarf keines ferneren Beweises. Die Turniere würden wieder anfangen, die Turniere, bei denen jedoch stets das Volt allein getrosten wird. Die Kämpfer kreuzen die Degen, ernten oratorische Triumphe, die Bevölkerung empfängt die Wunden. Die Parteigenossen beglückwünschen den Redner, die Gallerien schlagen Beisall, aber der Handel stockt, die Noth wächst, die Steucr-Executiouen nehmen zu und das Deficit gedeiht in gleichem Verhältnisse, wie die oratorischen Muster-leistnngen. Soll dieser Zustand permanent bleiben, das Parlament auch fernerhin statt einer Werkstätte produktiven Schaffens eine Rcdncrschule werden, deren positive Leistungen sich znm Schluß nur auf die Production eudlojer Ministertrisen beschränken? Niemand, dem es ernsthaft um das Wohl und die Erstartung Oesterreichs ernstlich zu thun ist, kann solches wünschen. Und deshalb ist es cm Gebot der Nothwendigkeit, daß das neue Haus nicht in zwei einander ewig befehdende Lager gcjchicdcn bleibe, welche nur dem Kommando von Partcimäunern gehorchen würden, daß vielmehr eine, den auf beiden Seiten nach Gcltuug ringenden Partcitendenzcn und Frattionsgeistern gleich abholde Richtung zur Herrschaft gelange, welche lediglich auf die Heilung der an unferem Staatswesen nagenden Uebel bedacht wäre, eine maßvolle und mäßigende Partei, welche zugleich den Boden für eine maßvolle und mäßigende constitutiunclle Regierung sichern würde, die einerseits das Kabinet in semen, die staatsrechtlichen Kämpfe und jedwede confcjsionelle Wirren beseitigenden Bestrebungen unterstützen und andererseits ihm die Kraft leihen würde, alle diejenigen Aspirationen zurückzuweisen, welche Oesterreich inneren Erschütterungen preisgeben und seine wirthschaftliche Regeneration unterbrechen müßten. Nur eiue solche Annäherung zwischen allen Männern, denen das Gemeinwohl über ihre Sondertendenzen geht, welche bereit sind, das zu beseitigen, was sie trennt, und das im Auge zu behalten, was sie verbindet, kann Oesterreich von dem Schicksale der Zweitheilung im eigenen Innern befreien. Eine folche Partei, welche durch das Baud einer gemeinsamen Aufgabe zusammengehalten, Jeuisseton. Alera oder auf dunklen Wegen. Noman von Ed. Wagner. Gvrlschmll,.) « ^, "Ich w"l drei Tage abwesend anf einer Reise ür n" <"' /"!! ?^' I"llesw. Aber fage mir, Vater.^woher hast du das Lager und alle die Lebens- ^ä sÄV!"^"^ ""schaffte ich mir Eintritt in das Schloß durch cm zufällig u,cht geschlosseues Feilster. Ich schlich mich in em Fremdenzimmer uud holte mir 3^5"'^ ^" """" z^t"' G"nge '" derselbe» ,^ ^ ^."beu- Iu dcr folgenden Nacht machte ^ Ä l^M' Fenster, welches nicht beachtet wird, emeu Besuch m der Speisekammer uud dann im KeUcr, um mich mit Speise und Trank zu versorgen, ^le Tage HM ich hier verbracht, die Nächte draußcu "' Aeien. Ich war in der Kapelle an dem Gesell« chnftsabcnd, als die Ruinen illnminiert waren. Ich " Lady Wolga, obwol sie meine "»Wesenheit nicht geahnt haben kann." Und Mr. Strange seufzte schwer. i.„5> 3 l" drückte seme Hand zärtlich. Wie gedrückt m'?l,!^enwll sah cr aus, wie ein Mann, der den i>Ä s """schllchru Kummers bis auf den Grund gewartet "'^ ^ '"" "°H "uf den erlösenden Tod Einige Minuten lang herrschte eine tiefe Stille in dem unterirdifchen Gemache, dann fragte Mr. Strange: „Wo befindet sich Lady Wolga gegenwärtig?" „In London, Vater," antwortete Alexa' leise, „ste wird nächste Woche nach Elyffcbourne zurück- ,Und Roland Ingcstre, Lord Muntheron? Ist er auch iu London?" „Ja, Vater. Er begleitet sie immer, und wenn ste nach Clyffebouruc zurückkehrt, wird er nach Mont Heron kommen." „Wird die Hochzeit bald stattfinden?" „In einem Monat, sagte Mrs. Ingcstrc. Aber, Vater, glaube mir, Lady Wolga licbl ihn nicht, sie hat es mir selbst gesagt. Es ist wahr, sie denkt darau, ihn zu heirawl, und hat ihm versprochen, seine Gattin zu werden, aber nur unter der Bedingung. — daß er deinen Namen rechtfertigt und den Mörder inemes Onkels den Gerichten überliefert." ..Ich weiß es. Ich habe sie es selbst sagen hören. Sie liebt mich noch, Alexa, sie hat nie an mir gezweifelt und nie aufgehört, mich zu liebeu. Ich hörte, wie sie Roland Iugestrc das sagte. Ich hörte sie sagen, daß sie gern mein Wanderleben theilen, daß sie meinetwegen Heimat, Ehre uud alles aufgeben würde, daß die Scheidung von mir nicht auf ihreu Antrag geschah, und daß sie mir mit Freuden ins Exil gefolgt sein würde. Aber sie tonnte es nicht. Unvergleichliche Liebe, welche Reichthum, Ehre uud alles, was die Welt besticht, preisgeben möchte! O Alexa, wir haben einen großen Fehler begangen dadurch, daß wir nach England kamen! Als ich Wolga zürnend und voll Haß gegen mich glaubte, konnte ich mein Los besser ertragen als jetzt. Ich liebe sie so sehr, baß ich meine qualvolle Eifersucht ertrage» konnte, so lange ich sie glücklich wähnte; aber zu wissen, daß sie mich liebt, daß sie gelitten hat durch unsere Trennung, daß sie um mich gcwcin«, daß sic mcinctlvegen schlaflose Nächte nnd qualvolle Tage verlebt hat, daß ihre Leiden den meinigen gleich gewesen sind, o mein Gott, das kann ich nicht ertragen! Warum bin ich so schmählich verkannt? Warum muß ich büßen für das Verbrechen eines anderen?" Er veihülltc sein Gesicht mit beiden Händen. Alcxa konnte ihm nur mit Liebkosungen antworten. Er zog sie au sich und bedeckte ihr Gesicht mit Mssen. „Versuche deine Kräfte, mein Kind," sagte er. „Sage mir, ob du dich wohler befindest." Alcxa machte Anstrcngungeu, um sich zu erheben. „Dcr ganze Körper schmerzt mir." sagte sie, auf ihr Lager zurücksinkend; .aber ich habe nichts gebrochen. Ich werde bald wieder hergestellt sein." „Gott sei Dank für diese große Gnade! Ich würdige die Gefahr, die du meinetwegen ausgestanden hast, Älcxa, und siehe den Segen des Himmels auf dich'herab. Möge die Vorsehung dir all deine Liebe und dein Vertrauen vergelten. Wenn wir uns auch 139« alle Volksvertreter zu umfassen geeignet wäre, welche, auf der Verfassung und den unverletzbaren Staats-arundgesetzen fußend, zugleich beweisen würde, daß die Völker Oesterreichs nicht allein zu steten Kämpfen, sondern auch zu gemeinschaftlichem Wirken berufen sind, kann allein das neue Haus zu fruchtbarer legislativer Thätigkeit befähigen, sein wahrlich in den letzten Jahren nicht besonders gestiegenes Ansehen heben, uns von neuen Wirren und steten Krisen befreien und zugleich zu den Grundsätzen des constitutionellen Regime und jener Stabilität zurückleiten, welche die Verhältnisse des früheren Hauses zum unerfüllbaren Wunsche gemacht haben. Die Kündigung der österreichisch-deutschen Verbandtarife. Angesichts der Aufregung, welche die Kündigung der direkten Tarife nicht nur in Oesterreich, sondern auch in Deutschland hervorgerufen hat/ fühlt man in Berlin das Bedürfnis, beschwichtigend einzugreifen. Die diesbezügliche halbamtliche Erklärung des deutschen „Reichsanzeigers," welche bereits telegrafisch signalisiert wurde, lautet: „Ein Erlaß des Ministers der öffentlichen Arbeiten vom 24. Juni d. I., durch welchen als End« termin für die Umarbeitung der internationalen Tarife der 1. Jänner künftigen Jahres bezeichnet wird, erfährt in der Presse mehrfach eine Beurtheilung, welche auf Unkenntnis der thatsächlichen Verhältnisse und Vorgänge beruht. Insbesondere wird für die direkten Ver-lrhrsbeziehuugen mit Oesterreich-Ungarn ohne Grund gefürchtet. Schon seit mehr als zwei Jahren schweben die Verhandlungen über Herstellung combinierter Tarife mit den österreichisch-ungarischen Bahnen, und ist schon vor Jahresfrist das Ergebnis derselben von der preußischen Aufsichtsbehörde in seinen wesentlichen Grundzügen genehmigt. Die bmerischen und sächsischen Staatsbahnen haben derartige Tarife seit längerer Zeit bereits eingeführt. Am 1. Juli d. I. sind solche Tarife auch auf den Verkehr mit der hessischen Ludwiasbahn aus« gedehnt, haben also schon Frankfurt am Main, Mainz und Vingen erreicht. Die Umarbeitung der übrigen Verbandstarife mit Oesterreich-Ungarn kann, da mau allerseits über die Grundlagen einig ist, keine Schwierigkeiten bieten. Die bezüglich der Frage der Tarifsätze in dem Verkehre mit den Seeplätzen noch schwebenden Verhandlungen werden gleichfalls rechtzeitig ihre Erledigung finden, um die Einführung der neuen Tarife am Jahresschluß zu sichern. In dem Ministerialcrlah konnte daher mit Befriedigung constatiert werden, daß die Einführung der combinierten Tarife zu dem bezeichneten Termine mit Grund zu erwarten sei. Es handelt sich in der That weder um eine Unterbrechung des direkten internationalen Verkehrs, noch um eine plötzliche und uuerwartete Maßregel, noch um einen „Tarifkrieg" mit Oesterreich, noch endlich um ein Vorgehen, von welchem Baiern sich ausschließen könnte oder würde, und unter welchem nur die übrigen deutschen Bahnen vermeintlich leiden würden. Jeder, der die grundsätzlichen Verschiedenheiten zwischen den jetzigen internationalen und den internen deutschen Gütertarifen kennt, wird — ganz abgesehen von der Einwirkung derselben auf die deutschen Wirthschaftsinteresscn und auf die Zoll« und Handelspolitik des Reiches — schon aus tariftechnischen Gründen und im Interesse des Eisenbahnverkehrs selbst, eine baldige Beendigung dieses völlig unhaltbaren Zustandes als nothwendig und unerläßlich bestätigen." Reorganisierung des französischen Staatsrathes. In der Sitzung des französischeil Abgeordnetenhauses vom 12. d. M. stand der vom Senate schon votierte Gesetzentwurf, betreffend die Reorganisierung des Staatsrathes, anf der Tagesordnung. Ein Gegenprojekt des Abg. Talandier (von der äußersten Lmken), nach welchem der Staatsrath, der in einem Lande mit Zweikammersistem nur das fünfte Rad am Wagen fei, gänzlich abgefchafft werden soll, wurde abgelehnt. Zu Art. 1 legte Herzog Larochefoucaulo-Bisaccia gegen den Geist des ganzen Gesetzes Verwahrung ein; wozu an einem so bewährten Institute rühren? Dem Lande werde sich der Verdacht nahelegen, daß die am Ruder stehende Partei einen neuen Staatsrath brauche, der ihr ein blindes und gefügiges Werkzeug sei. Art. 2 bis 6 gaben zu keiner Debatte Anlaß. An den von dem Ausschüsse neu eingefügten Art. 7 knüpfte sich hingegen eine längere Discussion. Der Ausschuß beantragte nämlich, daß der bisherige Staatsrath mit dem Tage der Promulgierung des gegenwärtigen Gesetzes seine Functionen einstellen solle. Diese Bestimmung wurde von dem Abg. de la Porte im Namen der Minorität des Ausschusses und von dem Siegelbewahrer Leroyer bekämpft, von den Abgeordneten Franck-Ehauveau, Duclaud und Vrifson dagegen befürwortet. Der Siegelbewahrer sührte aus, daß die Negierung mit dem ihr wiedergegebeneu Rechte der Ernennung, der Suspension und unter Mitwirkung des Senates sogar der Absetzung der Staatsräthe alle Bürgschaften gegen etwaige Ausschreitungen dieser Körperschaft in Händen habe. Ob das letzte Drittel der von der Nationalversammlung ernannten Staatsräthe bis zum Ablaufe seiner Frist nicht sogar durch die Verfassung im Besitze seines Amtes geschützt ist, erscheine mindestens streitig; warum also aus diesem Anlasse eine constitutionelle Frage aufwerfen? Es sei dringend, den Staatsrath aus dem gegenwärtigen Provisorium zu befreien, unter welchem seine Autorität und Unabhängigkeit leide. Auch sei der Werth der Tradition in einem Institute wie dieses nicht zu unterschätzen, und es wäre endlich nicht unbedenklich, die Vorlage mit dem Art. 7 an den Senat zurückzuschicken, der sie dann vielleicht wieder gänzlich in Frage stellen würde. Brisson machte hiegegen geltend, daß die am 14ten Oktober gewählte Majorität den ausdrücklichen Befehl erhalten hätte, alle voll der Nationalversammlung in die öffentlichen Aemter zu dem Zwecke, die Republik zu untergraben, eingeführten Elemente schonungslos zu entfernen. Abg. Senard trat vermittelnd ein und hält bei dem Vertrauen, welches man in das Ministerium fetzen könne, den Art. 7 für entbehrlich. Hätte man dieses Vertrauen nicht, so würde auch der Art. 7 keine Garantien bieten, da es ja dem Ministerium noch immer freistünde, die entlassenen Staatsräthe wieder zu ernennen. Art. 7 wurde hierauf mit 251 gegen 143 Stimmen abgelehnt und die ganze Vorlage also nach dem Wunsche der Regierung m derselben Form angenommen, wie sie vom Senate votiert worden war. Die Installation des Fürsten von Bulgarien. Dem Programme gemäß traf der Fürst von Bulgarien am 8. d. M. um 4 Uhr nachmittags an der Grenze des Weichbildes der Stadt Tirnovo ein und wurde von der gesammten Geistlichkeit von Tirnovo, den Schulkindern aus allen Ortsschulen, mit ihren bald für immer trennen, so werden wir uns doch im Jenseits wiedersehen, wo aller Kummer vergessen und alles Unrecht vergeben wird, und wo die Geheimnisse aller Herzen bekannt werden." „Vater, was meinst du?" „Ich habe dich viele Nächte gesucht, um dir das zu sagen, Alexa. Ich sehe, wie sehr ich mich geirrt habe. Als mein Name mit Schmach bedeckt, als ich ein Geächteter und Flüchtling wurde, hatte ich kein Recht, ein anderes Leben mit dem meinigen zu verknüpfen. Ich glaubte, deine Mutter sei meine Feindin geworden. Ich nahm dich von ihr, um mich in meinem Exil durch dich zu trösten — und ohue dich, ohne deine Liebe wäre ich wahnsinnig geworden. Aber deine Mutter hatte ein größeres Recht an dich, als ich, Alexa. Sie trauert noch um mich. Ich kann sie nicht sehen, Alexa, aber ich kann ihr ihr Kind zurückgeben." „Was willst du thun?" „Mich in einen entfernten Winkel der Erde zurückziehen, oder noch besser, nach dem Osten gehen und in dem beginnenden Kriege den Tod eines Soldaten finden." Alexa's Brust entrang sich ein trauriges Stöhnen. „Deiner Mutter und deinet willen kaun ich mich nicht den Behörden meines Vaterlandes ausliefern. Ich kann einen schmachvollen Tod nicht ertragen; aber im Gewühl der Schlacht will ich fallen und sterben, unbekannt mit vielen andern, und niemand wird vermuthen, daß so der Mann endete, welcher selbst von denen, die seine Freunde waren und ihn am besten kannten, für einen Verbrecher gehaltei wurde!" Alexa richtete sich Plötzlich und rasch auf ihren« Lager empor, ihre Wunde vergessend. Ihre lieblichen Augen blitzten wie Sterne, ihr Gesicht strahlte voll von jugendlichem Enthusiasmus. „Vater, wohin du gehst, gehe ich mit!" rief sie entschlossen." ich werde dich auf keinen Fall verlassen! Aber es wird nicht nöthig für dich sein, aus England zu fliehen. Des Himmels Barmherzigkeit ist endlos. Du hast viele Jahre unter dem Drucke des an dir begangenen Unrechts gelitten, aber deine Leiden werden bald vorüber sein. Bereits beginnt das Licht die Dunkelheit zu durchbrechen — das Licht deiner bevorstehenden Rechtfertigung." Mr. Strange taumelte zurück. Er hatte zu lange die schwerste Täuschung getragen, als daß er noch an eine ihm bevorstehende Freude glauben konnte. „Ich bin überzeugt, daß Renard der Mörder meines Onkels ist," fuhr Alexa fort, „ich habe Beweise seiner Schuld gefunden." „Beweise?" „Beweise, die Mr. Dalton von Renaids Schuld und deiner Unschuld überzeugt haben." „Die Mr. Daltou überzeugt haben? Auch er glaubte mich schuldig und suchte mich zum Geständnis zu bewegen. Und nun ist er von meiner Unschuld überzeugt? O, Gott sei Dank!" (Fortsetzung folgt.) Lehrern an der Spitze, den Beamten und Offizieren der Garnison so wie von Deputationen der verschiedenen Gemeinden des Tirnovoer Guberniums erwartet und begrüßt. Der Bürgermeister an der Spitze des Gemeinderathes überreichte dem Fürsten auf einem silbernen Teller Brod und Salz und bat, Se. Hoheit möge der uralten, ehrwürdigen Krönungsstadt der bulgarischen Zaren seine Huld und Gnade schenken, sie zum Mittelpunkte des nationalen Lebens machen und eine große Vergangenheit mit einer schönen Zukuuft oerknüpfeu. Alexander I. versprach, die Erinnerungen der Nation stets hoch in Ehren zu halten und für die Wiederbelebung der schönen Vergangenheit Tir-novo's alles zu thun, was ihm die neuen Verhältnisse gestatten würden. Nachdem eine Schar weißgekleideter Mädchen dem Fürsten Blumen und Gedichte über< geben hatte, setzte sich der Zug gegen die Stadt in Bewegung. Am Eingänge der letzteren waren Ehrenpforten errichtet; hier verließ der Fürst den Reisewagen und hielt den Einzug in die Stadt zu Fuße. Trotz der beschwerlichen, mehr als 26stündigen Reise sah Alexander I. in seiner mit Preußischen, russischen, italienischen, österreichisch,,'!! und belgischen Orden bedeckten russischen Geueralsuniforiu sehr frisch aus u»d machte auf die Bevölkerung emeu sehr günstigen Eindruck. Nach der Messe fand ciu Galadiner statt, und abeuds wurde die Sladt beleuchtet. Dieser letzte Theil des Programmes ist nicht ohne Störung abgelaufen. Gegen Mitternacht brach eine Feuersbrunst aus, der etwa 26 kleine Häuser zum Opfer fielen. Erst um 7 Uhr morgens war das Feuer gelöscht. Ungeachtet dieses Zwischenfalles rüstete sich die Bevölkerung mit Tagesanbruch zur Feier dev Eidesleistung des Fürsten aus die Verfassung. Unter Glockengeläute und Salutschüssen, welche von den die Stadt umgebenden Höhen ertönten, begab sich der Fürst um i)^ Uhr morgens nach dem Skupschtina-Saale, wo die Mitglieder der National« Versammlung, Fürst Dondukoff-Korsakoff. die Generale Grasser und Saburoff, mehrere russische Geueralstabs. offiziere, die diplomatischen Vertreter Oesterreich«, Englands und Rußlands seiner bereits harrten. Der Sitzungssaal war mit Reisig und einer großen Anzahl bulgarischer Fahnen geschmückt. Nach Empfang des Segens des Exarchen und Präsidenten der Nationalversammlung, Msgr. Autimos, betrat der Fürst den Sitzungssaal und bestieg den unter einem Baldachin postierten kostbaren Thruusessel. Nach einer kurzen Ansprüche des Präsidenten leistete der Fürst stehend und cutblößteu Hauptes mit klarer, fester Stimme den Eid auf die Constitution. Nach dieser ernsten Feier kehrte der Fürst in das Haus des Bürgermeisters Ierafidis, wo er vorläufig wolM, zurück und empfing eine sehr große Anzahl von Deputationen aus allcu Theilen des Landes und sechs Stadtvertretungen. Für den Nachmittag waren mehrere öffentliche Belustigungen und für den Abend neuerdings eine Illumination projektiert. Der Erlaß einer Proclamation des Fürsten an das Volk soll, wie die „Pol. Korr." berichtet, vorläufig unterbleiben, weil rmm es für schicklich hält, früher den Investiturs-Verat des Sultans abzuwarten. Ob auch die Entgegennahme des Eides der Truppen bis zu diesem Zeitpunkte hinausgeschoben werden wird, darüber scheint noch keine Entscheidung getroffen worden zu sein. Was die von dein Volte so sehr gewünschte Krönung, eigentlich Salbung des Fürsten betrifft, so soll dieselbe, wenn sie überhaupt stattfindet, erst Ende Oktober erfolgen. Der Fürst wünscht das Eintreffen der Vertreter sämmtlicher Großmächte und die Durchführung der Reformen der Verwaltung, sowie die Realisierung der Bestimmungen des Berliner Ver« träges inbetreff der Schleifuug der Festungen und der Räumung Bulgariens durch die Russen abzuwarten, bevor er zu seiner Krönung schreiten möchte. Zur Oricntsrage. Das Gerücht von der Begnadigung und Rückkehr Mahmud Damat Paschas, des Schwagers des Sultans, gewinnt nach vorliegenden Berichten aus Kon« stantinopel immer mehr an Eonsistenz. Er soll schon demnächst am Bosporus eintreffen. Es heißt, daß Izzet Pascha zum Nachfolger Mahmud Damat Paschas auf dem Gouvernemposten in Tripolis ausersehen sei. Berichten aus Rustschut zufolge siud sämmtliche an der Ostseite der Stadt gelegene Forts bis zum Fort Said Pascha bereits demoliert. Die Forts an der Westseite sind bisher noch nicht zerstört. In Silistria hat die Rasieiung der Außeuwerle gleichfalls bereits begonnen. Wie einer Meldung aus Philippopel zu entnehmen, bestätigt sich die von Lord Salisbury in der montägigen Sitzung des englischen Oberhauses ausgesprochene Muthmaßung, daß die Russen die genannte Stadt gänzlich geräumt haben. Die russischen Truppen verließen Sonntag Philippopel. Die Mitglieder des ostrumelischeu Directoriums, die Geistlichkeit und eine große Volksmenge gaben ihnen bis auf den Bahnhof das Geleite. Die französische Regierung hat ein von Ismail Pascha gestelltes Ansuchen, seinen Wohnsitz in Algier 139» nehmen zu dürfen, abschlägig beantwortet. Ismail Pascha soll sich, wie die ..Pol. Korr." meldet, entschlossen haben, in Nizza seinen Aufenthalt zu nehmen. Wie man in Konstantinopel versichert, hält die Pforte als Berathungsgrundlagen die letzten Vorschläge fest, welche Mukhtar Pascha in Prevesa gemacht hatte und welche die Abtretung von ungefähr 60 Ortschaften "n Epirus nnd von beiläufig 200.000 Seelen in Thessalien umfassen. Sollten, wie es wahrscheinlich ist, die Griechen diesen Vorschlag ablehnen, so wird die europäische Mediation eintreten. Dieser Collectiv-Mediation werden Pourparlers vorhergehen, in welchen dle Botschafter versuchen werden, zu einem Eiu-verstauomö über die divergierenden Anschauungen ihrer ilteglcrungen zu gelangen. In Wirklichkeit ist man von emcr Lösung der griechischen Grenzfrage noch sehr weit entfernt. Das Comite derrumänische n Kammersectioncn verwarf die Vorschläge der Regierung betreffs Lösung der Iudcnfrage; das Ministerium demissionierte infolge oejstn. Kammerpräses Nosetti demissionierte gleichfalls, wurde aber von der Kammer wiedergewählt. Hagesneuigkeilen. — (Ocsterreichischer Touristenllub.) In der am 11. Juli stattgehabten Wuchenversnmmlung des usterrcichischen Touristentlubs hielt Herr Spislc eine» Ertrag, welcher nicht nur für die Vercinsmitglicdcr. Modern auch für das gesammte touristische Publikum von Interesse ist, dem wir daher folgende Stelle rnt. nehmen: Der Klub hat bisher auf der Nax.Alpc 15.000 Gulden östcrr. Währ. und auf dem Schueeberge 17.000 dulden üsterr. Währ. verbaut und damit hinreichend sein gemenmülMrs Wirkeu documeuticrt. Wenn er aber auch auf jede Einnahme aus diesen Ballten verzichtet hat. o ware es doch unbillig, zu verlangen, daß dieselben Zurchn Jahr für Jahr ein erhebliches Ausgabe «Objekt blldcn sollten. Nun reichen aber die Pachteinnahmen (auf dem Schucclierge z. V. bisher 200 fl. üsterr Wäbr per Jahr) noch lange nicht hin. um Steuer. AssecuranV die auf solchen Höhen sehr erhebliche,, Küsten für iäbr-' liche :c, zu bestreiten/ uud w.rd jeder B.lligdcnkcnde es nur gerechtfertigt finden daß rm Modus eingeführt wurde, der all. welche von «^ S^" der Häuser Gebrauch mach n, zu eine mM ink^'^?^.7^ "'lche für de.i Einzelnen doch n cht ms Gewicht fällt, heranzieht uud dem Klub zu gl lch fur anderweitige Unternehmungen freie Hand läht Redner erwähnt noch deu Ausspruch eines M gliebes des Schwier llpentlubs, welcher beim Anblick d Baumgar „erHauses auf dem Schneeberg erstaunt aus-w?^° " . "^ .^ j" "u Hotel, eines solchen Baues würden wir uns m der Schweiz gar 'licht unterfangen, das überlassen wir der Privatspeculation." Weil aber eben die Prwatspcculation iu unseren Ostalpen bisher N'Il '"^ "'^^ gethan hat. muß der Klub in dieser Mlchtung vorangehen und Vahu brechen. s. ^"7 ^^. d. M. den Apparat in Augenschein und wohnten dem von Professor Swoboda. der viele Verdienste um die glückliche Lösung der Aufgabe hat, veranstalteten photometrischcn Experimente bei. s-l. l^ (Schwalben im Juli erfroren.) Die ^t langer Zelt regnerische, kühle Witternng war vorige "locye lu Mnnche.l so empfindlich, daß inehrere Läden M)e,ht werden mußteu. In Laildshut wurden am letzten ^nntag junge Schwalbe,» erfroren gcf.mden. Aus allen wrliirgsgcgendcn werden Meldungen über Schueefällc "n Hochgebirge gemacht. ^ ^.^ (^^chthum des französischen Klc-s"^^ „D'e offizielle „Statistiqne de France" gibt Auf- '. ?c>^."' ^'^ Schenkungen und Vermächtnisse, welche 1"t 1830 zugunsten der Bischöfe, Pfarrer, der großen ^cmmarlen. der anerkannten religiösen Körperschaften N ^ c ^""slswrien gemacht wurden. Diese Angaben Vr.,.«Ä"'"" zuverlässig, als keine geistliche Anstalt ohne mäck?'^""N drr Negierung ein Gescheut und ein Ver- l^3 ^i"^^""' ^^' ^"' ^" bis 1«75 (von den lcyten drei Jahren lennt man die Zahlen noch nicht) erhielt die Geistlichkeit beinahe 1l9 Millionen, worin jene Summen nicht inbegriffen sind. welche die Geldsammlungen für den Papst (seit 1860 mehrere hun» deit Millionen) und in den Kirchen zum Besten der Armen und frommen Werke, dann die in den Zeitungen und Wohnungen zu frommen Zwecken eingeleiteten Gcld-sammlungeu ergaben, sowie auch die ungeheuren Summen uicht, welche man der Geistlichkeit, namentlich den Jesuiten und den übrigen nicht anerkannten Genossenschaften, auf indirekte Weise zukommen ließ. um der Ueberwachung des Staates zu entgehen. Die Jesuiten Frankreichs allein besitzen heute über eine Milliarde. Da überdies die Budgets seit 1836 eine Summe von 1600 bis 1800 Millionen für Cnltuszwccke nachweisen, so ergibt sich hieraus, daß die Geistlichkeit und die Klöster hente zehnmal reicher sind, als sie es 1789 waren, und daß man ihr Gesammtvermögen auf mehr als zwanzig Milliarden schätzen kann. — (Ernte in Frankreich.) Ueber die Erntc-aussichten meldet die „France", daß die neuesten Berichte aus dem nördlichen und nordwestlichen Frank-reich, also aus den in diesem Betrachte wichtigsten Landesthcilcn. nicht n,chr der Hoffnung auf eine auch unr mittelmäßige Ernte Raum geben. Nnr in Algerien verspreche man sich ein verhältnismäßig günstiges Erträgnis. — (Ein Wohlthäter Griechenlands) Ein reicher Kaufmann aus Chio. Herr (^ eorg Domolaitis. hat iu seinem Testament, wie das griechische Journal „Neologos" schreibt, folgende großartige Stiftungen gemacht: 700.000 Francs für den König der Hellenen, um damit zu philanthropischen oder nationalen Zwecken zu verfügen; 500.000 Francs für die Gründung eines Irreuhauscs in Athen; 300.000 Francs für das griechische Gymnasium in Chio; 130.0W Francs für das Spital in Chio; 60,000 Francs für das Waisenhaus der Königin Amalia in Athen und 25.000 Francs für die Philanthropische Gesellschaft in Chio. — (Ein dankbarer Ehemann.) Eine jedenfalls begründete Dankbarkeit bewies ein gewisser W. A. Brown, der kürzlich zu St. Louis verstorben, dadurch, daß er in seinem Testamente mit den Worten, „es sei niemals seine Sache gewesen, einen ihm geleisteten H'enst zu vergessen", jenem Individuum, das vor zehn fahren mit seiner Frau durchgebrannt. die Snmme von 1000 Dollars, sein ganzes disponibles Vermögen, vermachte. fokales. Aus der Handels- und Gewerbekammer für Krain. (Forts,) ,«.. ?"Z bezüglich der Bestimmungeu, rücksichtlich der Güterbeförderung glaubt die Section nur zwei Bemerkungen machen zu sollen. Im Punkte 9. Absatz 2. wird festgescht daß die Gesellschaft nicht sür Schäden und Verluste haftet, welche durch Rollen uud Stam-pl"! des Schiffes, gewöhnliche Leccage, durch Stauuna und Berührung nut andern Gütern, durch Nachlässia-kelt und Versehen seitens, des Kapitäns, der Masch'i-msten und Schlsfsmaimschaft eutstmideu sind. Punkt 16 bestimmt: „Wird die Ausschiffung des Frachtgutes am Bestimmungsorte durch zufällige oder Elemcntur-crelgnlffc verhindert uud dasfelbc nach einem auoeru Hafen, behufs fpätcru Transportes nach dem Bestimmungsorte, gebracht, so kaun ein Alispruch gegen die Gesellschaft wegen Verzögerung in der Ablieferung oder suustiger Ursache, welche im Punkte 2 uicht vorgesehen wäre, vonseite des Eigners nicht erhoben werden. Für solchermaßen verlängerte Transporte trägt die Gesellschaft die Speseu, das Risico geht zu Lasten des Frachtobjektes. Die Sectiuu ist der Ansicht, daß nach diesen Bestimmungen von einer Haftung der Gesellschaft wol kaum mehr die Rede sein kaun, da sie nicht dafm ciw M)t. was Nachlässigkeit uud Vrrschcu ihvcr eigcm'u Bediensteten verschuldet haben, und uichi einmal sin icuen Schaden haftet, den keine Assecm anz deckt. Des-yalv ist auch die Section der Ansicht, daß dir Be-stmimuugcu iu den erwähnten zwei Punkten eine Aenderung wenigstens darin erfahren sulltru, das; die G» Mschaft mindestens für den Schaden haften solle, gegen den man fich bei keiner Assccnranz versichern kann. Auf Gvuud dessen stellt drr Brnchw'staltcr den Autrag: Die Kammer wolle im Simu- dieses Berichtes chre Aeußerung dem k. k. Haudelsiniuisw imn vorlegen. Der Autrag wird stimmeiuhcllig anqeilommcu. V. Der Obmann der zweiten Section, Kammer-rath Bürger, berichtet, daß die k. k. Lanocsrcgiermlg mit Note vom 4. Juni d. I. mitgetheilt hat, daß in neuester Zeit Schinken, auoeres gciänchcites Schweine' fleisch und Wiustc aus Amerika m großen Quantitäten nach Europa importiert werden, von denen nuch häufig große Sendungen uach Oesterreich gelangen. Von verschiedenen Seiten wurde bereits darauf aufmerksam gemacht, daß nicht selten bei der näheren Untersuchung dieser amerikanischen Waren zahlreiche Trichinen vorgefunden wurden. Mit Rücksicht auf die Gefahren, welche für die Consumentcn aus dem häufig vorkommenden Trichinengehalte dieser Artikel erwachsen, auf die schwierige Ausführung der mikroskopischen Untersuchung derselben und auf die geringen Garantien, welche diese Untersuchung, die sich nur auf einzelne Stellen beschränken muß, überhaupt und insbesondere in dem Falle bietet, wenu sie bei deu Verhältnissen unserer Fleischbeschau durch Laien vorgenommen wird, fand sich der Gemeinderath von Wlen bestimmt, beim k. k. Ministerium des Innern den Antrag auf Erlafsung eines allgemeinen Verbotes der Einfuhr der gedachten llmenkaillschen Artikel nach Oesterreich-Ungarn zu stellen. Derselbe Antrag liegt auch von anderer Seite vor. Die t. t. Landesregierung wurde vom Ministerium aufgefordert, im Gegenstände Bericht zu erstatten. Zu diesem Zwecke erscheint es nothwendig, zu wissen, ob hierlauds diese amerikanischen Fleischwaren überhaupt iu größerer Menge zur Einfuhr gelangen und ob sich dieselben von anderen, gleichfalls zur Einfuhr gelangenden Fleischwaren derselben Gattung praktisch unterscheiden lassen. Die gepflogenen Erhebungen ergaben, daß uach Krain iu früheren Jahren nur Speck und Frttc aus Amerika eingeführt wurden. Im laufenden Jahre dürfte jedoch auch von diesen beiden Artikeln nichts uach Kraiu a/langt sein, wozu wol am meisten der Umstand beigetragen haben dürfte, daß Schweine eiurn sehr geringen Preis haben und auch der hier-lands gewonnene Speck und Fette sehr billig find. Schinken, anderes geräuchertes Schweinefleisch und Wü,stc wurden jedoch uisher aus Amerika nach Krain nicht eingeführt, iiud dürften fich diese Artikel schwerlich je Eingang nach Krain verschaffen, weil unser Laud von diesen so viel erzeugt, daß nicht allein der hirrläiidige Bedarf vollständig gedeckt wird, sondern auch uoch große Quantitäten nach Kärnten, Steier-mart und auch ins Ausland exportiert werden. Nach Kraiu kommen aus dem Auslande, und zwar aus Italien, kaum nennenKwerthe Quantitäten Würste (Veroneser Salami und Mortadella), und übersteigt nuch der Export vou Salami bedeutend den Import. Desgleichen ist die Einfuhr der gedachten Artikel aus anderen Läuocrn der österreichisch-ungarischen Monarchie ein sehr geringer, weil bei der Vorzüglichkeit der heimischen Ware ein Bedürfnis nach Eiufuhr nicht vorhanden ist. Nach Ansicht von Sachverständigen dürfte auch ein Vcrjuch, Schinken, dauu anderes geräuchertes Schweinefleisch uuo Würste aus Amerika nach Kraiu einziiführcli, schwerlich je gemacht werden, weil die Fleischsorten zu fett find, solche aber schwerlich wegen ihrer geringen Menge an Fleisch deu heimischen Erzeugnissen Eoncurrenz machen und eine Concurrenz mit Würsten wegen der Billigkeit der heimischen wol nicht möglich sein dürfte. So hat z. B. ein Schinken mit 14 Kilogramm Gewicht nur ungefähr 0 Kilogramm Fleisch und ungefähr tt Kilogramm Speck. Noch stärker ist das Verhältnis zwischen Fleisch und Speck beim Vordertheile der amerllamschcn Schweine, beim Brusttheile und deu Nippen verschwindet fast nahezu das Fleisch im Specke. Nach diesen Merkmalen unterscheiden sich auch diese von den gleichen Fleischjorten anderer Länder. Indem sich die Section im Interesse der österreichischen Schweinezüchter und anderen Interessenten sowie aus den i» obiger Note angeführten Gründen für die Erlufsmig eines allgemeinen Verbotes der Eiufuhr der gedachten aiuerilmiischen Artikel nach Oesterreich-Ungarn ausspricht, beantragt sie: Die Kammer wolle in diesen, Sinnr ihre Aeußerung an die löbliche t. k. Laudesregieruug abgeben. Der Antrag wird stimmemhelllg angenommen. (Schluß folgt.) — (Militär-Per son alveränderungen.) Der Hauptmann erster Klasse Ferdinand Stanzer nnd der Oberlieutenaut Franz Schurz des Iusanterieregimentz Freiherr v. Kühn Nr. 17 wurden uut 1. August d. I. — ersterer iu den Ruhestand verseht (Domicil Graz), letzterer, als derzeit dienstuntauglich, unter Versehung in den überzähligen Stand auf die Dauer von sechs Monaten mit Wartegebühr beurlaubt (Domicil Lnibach). — Dem Militär-Mrdkamentenocrwaltcr Eduard Schweitzer von der Apotheke dcS GarnisonsspitalS Nr. 11 in Prag wurde die erbetene Versetzung auf eigene Kosten zur Apotheke des Garnisonsspitals Nr. 7 in Graz bewilligt. — (Mllturitätsprüfungs - Ergebnis.) Der am Nndolfswcrthcr Staatsgymnasium kürzlich ab-gehalteuru Maturitätsprüfung, zu deren Leitung an Stelle des krankheitshalber beurlaubten LandeSschulinspeltors Dr, Ernst Gnad der Direktor des Laibacher Staats-gyimmsinms, Schnlrath Jakob Smolej. delegiert worden war, hatten sich sämmtliche acht Schüler der VM. Klasse nnterzogcn. Von denselben wurden zwei, nämlich die Herren Franz Naputnik aus Oonobiz und Ignaz Zitnil aus 3lizinc, für reif mitAnSzeichnnng uud vier für reif erklärt. Zwei Abiturienten erhielten die Bewilligung, aus jc einem Gegenstände nach zwei Monaten die Wiederholungsprüfung zu machen. Alle sechs für reif erklärten Abiturienten beabsichtigen, sich den juridischen Studien zuzuwenden, — (Jahresbericht des Nudolfswerther Obcrguninasiums.) Der uns vorliegende Jahresbericht des k. k. ObergUmnasiums in Nudolfswerth für das Schuljahr 1K78/7!) enthält als wissenschaftliche Abhandlung den Schluß der polemischen Studie: „Wann hat Cicero die beiden ersten catilinarischen Reden ge- t4l»U halten?" von Professor Josef Ogorek, dessen erste Hälfte bereits im vorjährigen Jahresberichte dieser Anstalt erschienen war. Im Anschlüsse an dieselbe erstattet der Direktor Johann Fischer die Schulnachrichte. Wir entnehmen den letzteren, daß der Lehrkörper d^ o Gymnasiums mit Schluß des zweiten Semesters nebst dem Direktor aus folgenden Herren bestand: den Professoren Pater Bernard Vovt, Pater Ladislaus Hrouat, Pater Rafael Klemencic, Pater Ignaz Staudacher, Johann Polanec und Josef Ogorek; den wirklichen Oymnasial-lehrern: Leopold Koprivsel, Anton Derganc. Anton Niedel, Raimund Nachtigall, Nicodemus Donnemiller und Gustav Stanger, und dem geprüften Supplenten Franz Breznit. Als nicht obligate Gegenstände wurden Kalligraphie, Turnen und Gesang gelehrt. Schüler zählte die Allstalt mit Schluß des Schuljahres 149. darunter 1 Privatisten. Der Muttersprache nach waren hievon 140 Slaven und 9 Deutsche. Die Vorzugstlasse erhielten 10, die erste Klasse 84. die zweite Klasse 19 und die dritte Klasse 5. Zur Wiederholungsprüfung wurden 23 Schüler bestimmt, ungeprüft blieb 1. Das ganze Schulgeld entrichteten 74, das halbe 2 Schüler, ganz befreit waren 73 Schüler. Die Summe des ein« gehobenen Schulgeldes in beiden Semestern betrug 1210 si. Unter den 149 Schülern standen l2 im Genusse von Stipendien; der Gcsammtbetrag der letzteren betrug 1507 fi. 50 kr., im Durchschnitte somit 125 si. 62 >/, kr. Der un der Anstalt bestehende Unterstützungsverein besitzt derzeit ein Vermögen von 1750 si. in Papieren und 100 fi. in Barem; derselbe verwendete im Laufe des Schuljahres dem Rechnungsausweise zufolge die verhältnismäßig sehr bedeutende Summe von 721 si. 90 tr. zur Unterstützung der Schüler. Die seit dem Jahre 1874 mit dem Gymnasium verbundene gewerbliche Fortbildungsschule, an der (i Mitglieder des Lehrkörpers den Unterricht ertheilen, war heuer in sämmtlichen 4 Curscn von 41 Schülern besucht. — Das nächste Schuljahr beginnt am Gymnasium den löten September. — (Schadenfeuer.) Im Stallgebimde des Grundbesitzers Miko Ivanic in Weltsberg im Tscher-uembler Bezirke kam am 26. v. M. gegen 11 Uhr vormittags ein Schadenfeuer zum Ausbruchc, welches drei Stall- und das Wohngebäude des genannten Besitzers einäscherte. Der hiedurch angerichtete Schade beziffert sich auf 800 ft. und war nicht versichert. Die Entstehung»-ursache des Feuers ist nicht constaticrt, doch vermuthet man, daß dasselbe durch die Unvorsichtigkeit zweier Kinder des Beschädigten veranlaßt wurde. — (Eisenbahnunfall.) Auf der Südbahn-strecke zwischen Hrastnigg und Steinbrück sind, wie die „Ntarb. Ztg." meldet, infolge eines Achsenbruches acht Waggons entgleist und beschädigt worden. — (Pferde - Classification.) Ueber Anordnung des k. k. Landesvertheidigungs - Ministeriums wurden die politischen Behörden angewiesen, die bei der diesjährigen Pferdcclassification gemachten Wahrnehmungen und vorgekommenen Anstünde unter Beifügung der auf etwaige Aenderungen abzielenden Anträge zur Kenntnis zu bringen. — („Das befreite Bosnien.") So nennt sich ein kleines, mit mehreren hübschen Holzschnitten geschmücktes und auch sonst sehr gefällig ausgestlittetes Bändchen von nahezu 200 Druckseiten, das den hiesigen Schriftsteller Herrn Peter vonRadics zum Verfasser hat und von demselben dem Ehrenbürger Lai-liachs, FZM. Josef Freiherrn v. Philippovich, gewidmet wurde. Der ans literarisch«historischem Gebiete unermüdlich thätige Verfasser entwirft in demselben zunächst eine ziemlich eingehende topographische und enthnographischc Schilderung des interessanten Landes, das durch die vorjährigen politischen Ereignisse zu unserem Vaterlande in so enge Beziehungen getreten ist. Hieran reiht sich eine prägnante Schilderung der bedeutungsvollsten Mo« mente aus der älteren Geschichte Bosniens und der Herzegowina. Zwei besondere Abschnitte sind den Bezie- hungen gewidmet, in deuen Oesterreichs ruhmvolle Feldherren Prinz Eugen und Laudon zum gegenwärtigen „Neu. Oesterreich", wie der Voltsmund es getauft hat, getreten waren. Ersterer, als er im Jahre 1697 nach der Schlacht bei Zenta zur Sicherung des daselbst errungenen Sieges Bosnien binnen kurzer Zeit bezwang, wobei Sejarewo in Flammen aufging. — letzterer auf seinem gleichfalls siegreichen, wenngleich blutigem Zuge nach Bosnien im Jahre 1788 im Verlaufe des österreichisch-russischen Feldzuges gegen die Pforte. Die zweite Hälfte des Buches behandelt die „Befreiung Bosniens" durch die österreichische A^mee im Jahre 1878 unter Philippovich. Auch dieser Theil zeichnet sich durch eine sehr faßliche, in leicht verständlichem Tone gehaltene Darstellung aus. die der verdienstvollen Arbeit namentlich in jenen Leserkreisen zahlreiche Freunde erwerben dürfte, die sich rasch, ohne gründlicheres Studium, ein allgemein orientierendes und kurz gefaßtes Bild von dem einstigen und jetzigen Bosnien verschaffen Wollen. Neueste Post. Original-Telegramme der ..La ib. Zeitung." Wien, 17. Juli. Die „Pol. Korr." berichtet: Nach eingezogenen Informationen fand in Nazgrad eine Erhebung statt, über deren Umfang und Tendenz Näheres noch unbekannt ist. Da nur eine geringe Truppenzahl zur Bewältigung aufgeboten wurde, schließt man auf wesentlich lokalen Charakter der Erhebung. Die Nachricht, die Insurgenten hätten sich der Straßellzüge bis Iamboli bemächtigt, klingt unwahrscheinlich, da die aus Philippopcl rückkehvendm russischen Truppen nach amtlicher Meldung gerade jetzt Iamboli passieren. London, 17. Juli. Bei dem gestrigen Aankette der Conscrvativen im Krystallpalaste hielt Cranbrook eiue optimistisch gehaltene Rede, worin er unter anderem sagte, er „glaube" zuversichtlich, Rußland sei im Begriffe, alle im Berliner Vertrage übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen. Cranbrook vertheidigte den Sultan gegen den Vorwurf, daß er keine Reformen einführen wolle und wies auf dessen schwierige Lage hin, und verlangte Geduld. Er hofft schließlich auf eine gute Zukunft der asiatischt-n Türkei. Die Freundschaft Englands und der Türkei sei eine Garantie gegen größere Verwicklungen. Nom, 17. Juli. Cairoli zeigte Senat und Kammer die erfolgte Kabinetsbildung an; er hoffe die Schwierigkeiten im Innern zu besiegen und werde die auswärtigen Verträge stritte beobachten. Allcssaudria, 17. Juli. Der Infanteriekapitän Deroda erschoß gestern in einem Anfalle von Tobsucht den General Franzini; der Mörder entleibte sich heute. Belgrad. 17. Juli. Der Minister des Innern, Milojkovic, gab aus Gesundheits- und Familienrücksichten seine Demission. Ristiö schlug Milojkovic' zum Gesandten in Paris und den General Belimartovii zum Gesandten in Wien vor. Bukarest, 17. Juli. Der Fürst nahm die De-mission des Nabinets Vratiano an. Konstantinopcl, 17. Juli. Beträchtliches türkisches Kriegsmaterial wird an die griechische Grenze befördert. Mit der Entlassung von Reserve-Redifs wird bis zur Lösung der griechischen Grenzregulierungsfrage innegehalten. _____ Lemberg, 16. Juli. Der Reichsrathsabgeord« nete des galizischen Großgrundbesitzes, Iaworski, legte sein Mandat nieder. Zara, 10. Juli. Heute verunglückte bei Castel-lastua eine Barke. Acht Personen ertranken, darunter ein Unterjäger mit Geld und der Mllitärpost, sowie einige Montenegriner. In Macarsca wurde heute das Seminar ein Raub der Flammen; alle untergebrachten Verpflegsartikel gingen gänzlich verloren. Der Schaden ist bedeutend. Das Gebäude war mit 24,000 fl. asse-curiert. Die Ursache der Feuersbrunst ist unbekannt. Berlin. 10. Juli. Fürst Bismarck ist heute morgens sammt Gemahlin und seinem zweiten Sohne, Grafen Wilhelm, nach Kissingen abgereist. Berlin. 16. Juli. In dem Ende März abgelaufenen Etatsjahre 1878/79 wurden am ordentlichen Ausgabenctat des Reichshaushaltes insgesammt 6.995,471 Mark erfpart, während die ordentlichen Einnahmen um 13.253,293 Mark hinter dem Voranschlage zurückblieben. Das Deficit des ordentlichen Haushaltsetats beträgt daher tt.257,821 Mark. Versailles, 16. Juli. Die Kammer votierte heute das Budget des Kriegsministeriums. London, 16. Juli. (N. fr. Pr.) Unterrichtete Kreise sprechen viel von der Möglichkeit einer Rückkehr Mithab Paschas nach Konstantinopel, und soll hierin der Grund für die Hausse der türkischen Papiere liegen. London, 16. Juli. Das Unterhaus erledigte die Spezialdebatte der Armeedisciplin-Bill. Die Berichterstattung über dieselbe ist auf Donnerstag festgesetzt, wo die Frage der Prügelstrafe neuerdings debattiert werden soll. Hartington kündigte an, daß er gegen die Anwendung der Prügelstrafe sprechen werde. Das Oberhaus nahm die irische Universitäts-Vill in dritter Lesung an. Bukarest, 16. Juli. Das Ministerium demissionierte. Die Kammer tritt sofort zu einer geheimen Sitzung zusammen, um über die Lage zu berathen. Auk arc st, 16. Juli. Zu Beginn der heutigen Kammersitzuiig gab Rosetti seine Demission als Präsident der Kammer, indem er erklärte, daß er nicht mehr die Majorität für sich habe. Nach einer kurze» Unterbrechung der Sitznng wurde znr Wahl eines Prüsidenlen geschritten und Rosetti mit 74 Stimmen wiedergewählt. 45 Deputierte enthielten sich der Abstimmung. Telegrafischer Wechselkurs vom 17. Juli. Papier«Rente 6690. — Silber - Rente ü8 40 ^ Gold» Rente 78 60. - 1800er Staats.Alllehen 12t» 50. — Vanl'Actien 828. — Kredit. Acticn 2?! 10. — London 115 7b. — Silber — —. K. l. Münz.Dulaten 5 49. — 20. Franken > Stücke 9 20. - 10023 5 W. schwach theilw. bew. 0 00 9 ., Ab. 732-51 4-168 O. schwach heiler Morgens leichter Nebel, dann heiter, tagsüber wechselnde Bewölkung; Wetterleuchten in Nord und Oft. Das Tages' mittel der Warme -^ 174°, um 17" unter dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Ottomar BanVberg. ^ >Nl>,-s<>nlit>1 ll^t A""' <^' Juli; li Ulir^ Der schr gering, in seiner Tendenz nicht vollkommen tlar. Die Kurse lauten etwas tiefer Dieses herabaeben <1l)l 1rlll)rl lU/l. scheint hauptiächllch nur Folge der Geschästslosigteit und der dadurch bedingten Unlust der Speculation gewesen zu sciu. ' ' veraogeycn «eld N. 1. Em. l03— 103 50 vesterr. Nordwest.Vahn . . 95 70 95 90 Htebenbiirger Nahn . . , . 7260 72s<1 Staatsbahn 1. Em.....»88 — IS»2b Südbahn 5 3«/....... 11989 ,19.5s ü«/.......ioy,go 101-.. Devisen. Aus deutsche Plätze..... 55 ^ 5545 London, lurzc Slcht .... 11575 ,15^ London, lange Sicht . . . 115 85 llbsb Paris.......... 45 7y 45 A) «lel>,,rte». »«>b «va« Dulaten .... 5 fl. 47 tr. 5 fl. 49 "> Napolconsd or . >N 20'/, 9 21 -Deutsche Reichs. "» . Noten ... 56 . 70 , 56 . 80 - Silbergulden . . 100 , — , 100 , - ' Krainische Grunoentlaslunas.Obliaationen: Geld 91 50. Ware ---. Nachtrag: Um 1 Uhr 15 Minuten notieren: Papierrente 66 80 bis 66 90. Silberrente 68 30 bis 6840. Goldrente 78 50 bis 78 60. Kredit 26^)30 bis 269 40 Anal« »24 20 b^ 124 40. London 115 75 bis 115 95. Napoleons 920'/, bis 9 21. Silber 100— bis 100' -. u " '«