Laibacher Zeitung. ^' «R4. Samsta»» am «8. Hevtember »8H« Die „Lalbacher ^itmli" eri'cbeint mit Ailsnahme der Sun»- ,»,d F.isrtaqe. t'i.,lich. ilüi! kostct iauiml den Äcilagci, im Eoml'toir q an zj.', s,ri g l< j!.. halbjährig 5 il. 30 sr mit Krenzl'a„d im (5m>N'toir qaxzjährig l2 fl.. s,a < l'j^i l,riz, 1 Porto-frei qa„>iis,ria nnter ssiluzband und gedrückter Advcss. 1^', ss.. ha!l'jähri^ 7 st. Zs> fr. — In scrat, o» sq. bil s, r s»v niis Sl'altnlzcile oder ds» Nmi», derselben. f»r ei»-»'"liqc Einschalt,»!./3 sr si'r zwcim^iqe ^ fr.. für drei»»,!.ss.' 5 lr. <5. M. Inserate bis ,2 Znllii fostn, < ,1. ffir 3 Mal. .'.0 fr. si,r 2 Mal und 40 fr. für 1 Mal einzuschalten 3» dich» O.b,!hr.n ist nach dem „provism'ischcil Gesetze vuni tt. November 1850 snr Inftrtiolisstamp.l" noch <<» kr. snr eine i.d.S>nal,gs Einschaltnuq hi„,;n ,^,i rechnen. Amtlicher Theil.. Heute wjrd das XI.VI1I. Stück, IV. Jahrgang t8!52, des LandesgeseN- und Regierungsblattes für das Herzogthum Krain ausgegeben und versendet. Dasselbe enthält unter Nr. 289. Erlasi des k. k. Finanzministeriums vom 28. Juli 18li2. Einführung neuer Kupfermünzen im lombardisch-veuetianischen Königreiche. Nr. 2N0. Umlaufs-Verordnung der k. k. Finanz-Landesdirection für Steiermark, Kärnten nud Krain vom 3. August 18K2. Stämpelpflicktigkeit der Empfangsbestätigungen der Eisenbahn-Arbeiter über den erhaltenen Lohn. Nr. 291. Umlaufs. Verordnung der k. k. Finanz-Landeödircction für Steiermark, Kärnten und Kram vom 10. August 18.'l2. Verfahren bei Abrechnung des mittelst des Stämpels oder unmittelbar, über die vorschriftmäßige Stampel- oder unmittelbare Gebühr, entrichteten Betrages. Nr. 292. Erlasi des k. k. Finanzministeriums vom 14. August 18.'i2, wonnt jene Staatscassen namhaft gemacht werden, bei denen die Caution für Herausgabe einer periodische!« Drutlschrift politischen Inhalts, oder im Falle einer gerichtlichen Ver-mtheiluug einer periodischen Druckschrift erlegt wer-den kann, und der Erlas; vom 24. März 1849 außer Geltung gesetzt wird. Laibach, am 18. September Mi2. Vom k. k. Redactiousbureau des Landesgesepblattes für Krain. Der Minister für Cultus und Unterricht hat au die Stelle des verstorbenen Dr. Johann Silhavy, den k. k. Schulrath und Director des Präger Kleiu-seitlier Gymnasiums, Weltpricster Franz Effenberge r, zum provisorischen Gymnasial - Inspector für Böhmen ernannt. Erlaß des Handelsministeriums vom II. September 185,2, womit die mit der allerhöchsten Entschließung vom 12. Mai 18!>2 genehmigte Ncorgauisirung dcr Ventral- lritung des Bauwesens knudgeumcht wird. Se. k. k. apostol. Majestät haben mit allerhöchster Entschließnug vom 12. Mai d. I., in Vezug auf die neue Gestaltung der Centralleitnng des Bauwesens nachstehende Anordnungen zu genehmigen qeruht: 1. Die bisher bestandene General-Bandirection wird aufgehoben. 2. Die Leituug der Eisenbahnbauten, welche bisher der General-Vcuidirection anvertraut war, wird von der Leitung der andern Vau-Augelegenheiten getreuut und einer eigenen Vehörde zugewiesen, die nuter dem Titel: „Central-Direction für Eiscubahn-dauten" errichtet wird. Ihr Geschäftskreis erstreckt sich auf deu ganzen Umfang des KaiserstaateS, mit Ausnahme des lomb.-venet. Königreiches, hinsichtlich desseu in Bezug auf Eisenbahnbaltten eine besondere Verfügung getroffen werden wird. Die Lentral-Direct'ou für Eisenbahubanten, welche weder auf das übrige Bauwesen, noch auf den Eisen-bahnbetrt'eb Einfluß zu uchmen hat, wird als eine selbststandige, dein Handelsministerium unmittelbar untergeordnete Behörde bestellt. 3. Die Geschäfte der General-Baudirection in Betreff der Straßen-. Wasser- nnd Hochbau te>^ gehen an das Handelsministerium über, dessen II. Section (Vausectiou) die Ceutralleitung deS gesammten Van-wesens nach seinen verschiedeneu Zweigen für alle Länder des Kaiserreiches iuuerhalb der Gränzen des für die Ministerien im Allgemeinen und des für das Handelsministerium insbesondere Allerhöchst vorge-zeichneten Wirkungskreises führt. Diese ueue Einrichtung tritt am 1. October d. I. in Wirksamkeit. Banmgartner ,»/!'- Am 1!!. September 18ü2 wird in der k. k. Hof-nnd Staatsdruckerei in Wien das I.V. Stück des allgemeinen Reichsgesey- und Negierungsblatles, und zwar in sämmtlichen Ausgaben ausgegeben und versendet werden. Dasselbe enthalt unter Nr. 17'l. Die Verordnung des Handelsministeriums vom 25. August I8!l2, übcr die Negulirung der Tara im Handelsverkehre. Nr. 17ll. Die l/ircular-Verordnung d^'s Kriegsministeriums vom 1. September 18.'»2, wodurch iu Folge a. h. Eittschließung vom 29. August 18.'»2 eine Vorschrift für das Verfahren iu Wechselsacheu bei den Militärgerichte» m lind ansierhall' der Militärgräuze kundgemacht wird. Nr. 177. Verordnung des Justizministeriums vom 3. September 1862, giltig für alle Krouländer, mit Ausnahme der Militärgränzc, wodurch im Einverständnisse mit dem k. k. Ministerium für Landeömltlir und Bergwesen, das Benehmen der Instizbehördcn bei amtlichen Vorladungen der Berg-, Hütten-, Hammer- und Walzwerksarbeiter in strafgerichtlichen Angelegenheiten geregelt wird. Nr. 178. Die Verordnung der Chefs der Obersten Polizeibehörde vom ^. September 18l>2, wirksam für deu ganzen Umfang des Kaiserstaates, betreffend das Verbot des Journals „Fränkischer Courier." Nr. 179. Die Verordnung deo Justizministeriums vom 40. September 18^2, wirksam für deu ganzen Umfang des Reiches, mtt Ausnahme der Militär-gränzc, womit deu Gerichtsbehörden im Eiuoer-ständuisse mit dem k. k. Haudclsmiuisterium aufgetragen wird, den Handels- und Gewerbckammern in einigen Fälle» den Erfolg von Concnrs. uud strafgerichtlichen Verhandlungen wider HandelS-und Gewerboleute mitzutheilen. Wien, am 14. September 18Ü2. Vom k. k. Nedactionsbureau des allgemeinen Neichs-gesen- und Regierungsblattes. Nichtamtlicher Theil. G e st e r r c i ch Wien, 14. Sept. Die grosie Aufmerksamkeit, welche den Eisenbahnbauten von Seite der Staats-Verwaltnng zugewendet wird, gibt uus die gerechte Hoffnung, daß deu billigen Wünschen, welche die Vollendung mehrerer Strecken betreffen, in möglichst kurzer Frist entsprochen werden dürfte. Vorläufig können wir die Mittheilung machen, daß man sich im Handelsministerium eben mit einem Vortrage beschäftiget, welcher die Ausführung der wichtigsten Eisenbahnbaute» in der nächsten Periode umfaßt, und nach gründlicher Prüfnug der Voranschläge Sr. Majestät dein Kaijcr zur Genehmigung vorgelegt werden soll. —- Die großen Capitale, welche auf die Eisenbahnen verwendet werden sollen, und wozu be-kanntlich das nene Anlehen auch die Summe von 20 Millionen Gulden bieten wird, werden daher bald die ergiebigsten Fruchte tragen, und in jeder Beziehung die bedeutenden Opfer rechtfertigen, welche diesem Zweige der Verwaltung gebracht wurden. Schon jcht steigert sich das Erträguiß der Staats-eiseubahneu in erfreulichster Weise, so daß es im verfiosseuen Monate Angnst bereits die Summe von 9l5li.l)21 ff. erreichte, wovon auf die nördliche Strecke 363.269 fl., auf die südliche 279.41 !i st. , auf die südöstliche 273.120 fl., und auf die östliche Strecke 20.217 fl. eutsielen. Im Monat Juli, dessen Fre-queuz nach den bisherigen Erfahruugen zu einer der stärksten gehörte, betrug die Summe uur 88K.671 si., also um ii0.3.')0 ss. weuiger, als im Monate August. (3r. Ztg.) - Das namhafte Erträgniß der von dem Großhandlungshaus Arnsteiu «'! Eskeles zu Gunsten der Maria-Anua-Stistung cingcleittten, und dem Marine Obercommando so eben angegangenen Collects mit der Varslimme von ä."8l) fl., hat nicht nur die Er-lwartlmgeii von dem linermiiklichen Wohlthätigkeits-siüne des ehrcl'werthl'il Hmidelc^Gremmms der Residenz qcrechtftrtiqct, sondern ,1nt Hilil'lick auf dessen so vielseitige und starke Inanspruchnahme l'ei Weitem Übertrossen. Dao Marine - Obercommando hat sich daher veranlaßt gefunden, den edlen Gebern öffentlich seinen besten Dank zn zollen. — Ueber den Fortgang des neuen Anlehens wird ans Wien geschrieben, daß man im Finanzministerium die Subscription so bedeutender Beträge, wie sie bisher geschehe» lst, »icht erwartete, nud darum das ganze Aulehen sich schon im Vorhinein sicher stellen läßt. Durch die Anordnung deS Wiener Gemeinderathes, welche eine Subscription bei der städt. Cassa eröffnete, dürften bis zum 14. September schon gegen 3 Millionen Gulden eingeflosseu sein, was um so erheblicher ist, als dort die meisten Capitalien in kleinereu Beträgen eingeben. Das Großhcmdluugs-hans Piscatori in Paris ließ auf das neue Anlehen bei einem Wiener Grosihandluugshailse allem Eine Million Gulden zeichnen. — Um den häufig vorkommenden Unsicherheiten nnd Ucbervortheilungen bei dem Verkaufe von Handelsgütern wirksam zu begegnen, hat sich das f. k. Handelsministerium >m Einverständnisse mit dem k. k. Ministerium des Innern veranlaßt gesrhcn, für den kaufmännische,, Verkehr Folgendes zn verordnen: ») An allen zum Verpacken von Handelvgütern verwendeten Fässern, Säcken nnd jeder Emballage überhaupt, muß dereu Gewicht (Tara) bleibend und kennbar be-zeid'net werden, l») Dic Tara darf in keinem Falle in die Ware eingerechnet werden, und ist laut Ueber-einkommen zn vcrgitteu. Das in Innsbruck erscheinende „Morgenblatt" ist von der dortigen Scatthaltem aiif 3 Monate snspendirt worden. ^^ ^tg-) Wien, 1.>. September. Zwischen Oesterreich und Vaiern ist ein Uebereinkommen abgeschlossen worden in Betreff der paßämtllchen Behandlung der nach Oesterreich und beziehungsweise nach Baiern reisen, den baier'schen und österreichischen Unterthanen, durch welches dem Gränzoerkehre, wie dieß bei Preußen ttlk jüngst der Fall war, wesentliche Erleichterungen zu-gehen. Die Veröffentlichung der Convention wird ehestens erfolgen. — Dem Vernehmen nach haben Se. Majestät der Kaiser angeordnet, daß die Zahl der bestehenden Cavallerie-Regimeuter um zwei vermehrt werde. Es wird ein italienisches nnd ein serbisches Regiment errichtet werden. — Se. Em. der kardinal Fürst-Erzbischof von Olmütz hat Se. Maj. den Kaiser zu einer Jagd auf Hochwild in dem Kremsirer Fürsteuwald eingeladen-Bei diesem Anlasse hofft man, daß Se. Maj. auch in dem fürstl. Liechteustciu'schen Thiergarten Neuschloß einer Iagdparthie beiwohnen werden. — Der Herr Divifionsgeneral Fürst v. Lobko-wil) ist von Sr. Majestät dem Kaiser bestimmt worden, Se. kaiserl. Hoheit, den Großfürsten Alerander, Thronfolger von Nußland, an der Gränze zu empfangen und in das Feldlager nach Pesth zu begleiten. Nach den bisherigen Anordnuugeu wird Se. k. Hoheit Wien nicht berühren, sondern die directe Nonte über Gänserndorf nehmen. — Die durch den Erlaß des Ministeriums für Cultus und Unterricht vom 21. Jänner 1861 N. G. B. Nr. 28 für deu Eintritt in die Justiz - Praris zugestandenen Begünstigungen wurden auch auf jene Candidate«, welche im Sommersemester 18.'i2 ihre gesetzliche jnridische Studienzeit vollendet haben, hiermit in der Art ausgedehnt, daß auch diese, wenn sie nur bis Ende März 18!!2 die Erfüllung der in dem dritten Absätze des obgedachten Erlasses unter l>), l») und l') festgesetzten Bedingungen auszuweisen vermögen, ohue weiters zu allen Zweigen der Iustiz-Praris zugelasseu werden. — Die neue politische Organisation wird auch die Bestimmuugen über die von den Unterthanen dem die Regierung antreteudeu Kaiser zu leisteude Huldi-quug entHallen. Die Art, die Huldigungspflicht zu leisten, war bis jetzt in jedem Kronlande verschieden. In Niederöstcrreich wurde den Landständen dnrch ein IntimationSdecrct bekannt gegeben, daß der Landesfürst die Huldigung in seiner Burg annehmen werde, wornach dann die üblichen Ceremonien veranlaßt wurden. — Die neapolitanische Negierung hat den Ca-pitänen ihrer Schiffe die Weisung zukommen lassen, daß, im Falle sie in fremdländischen Häfen eines Schuftes bedürfen sollcen, sie sich an die k. k. österreichischen Consuln und Consnlaragenten zu wenden haben. — Dem Vernehmen nach wird Se. k. k. Hoheit Hr. Erzherzog Ferdinand Maximilian eine zweite Reise zur See antreten, die nach dem Oriente gehen, und bei zwei Monate dauern dürfte. Im Jänner k. I. wird Se. k. k. Hoheit wieder auf kurze Zeit in Wien erwartet. — Nachdem der Termin zur Einzeichuung für das neue Aulehen dem Schlüsse naht, siud heute sub-scribirende Parteien bei den hiesigen Cassen in so bedeutender Zahl erschienen, als dieß noch an keinem Tage der Fall war. Beinahe durchgeheuds wurdeu sehr namhafte Beträge von Einzelnen gezeichnet. — Mit Erzeugung der Schießbaumwolle im k. k. Laboratorium zu Simmering ist bereits der Anfang gemacht worden. Die Erzeuguug erfolgt nach einer ueu verbesserten Methode, und es sind die bisherigen Versuche vom besten Erfolge begleitet. — In Betreff der neuen Gemeindeordnung erfährt man, daß in dem Gemeinde-Verwaltungsweseu im lombardisch - venetianischen Königreiche durch das bevorstehende Erscheinen der ueueu Gesetze keine Ab-änderung erfolgen wird, und die Gemeindcorduuug, wie bisher, unverändert in Kraft und Wirksamkeit verbleibt. — Von Seite der h. Regierung siud m neuester Zeit mehrere neue Aulagen für deu ausgedehnten Betrieb der österr. Salmen gemacht worden, uud es ist beschlossen, in dieser Richcuug auch im uäclMn Jahre fortzufahren, um dem Salinenbetrieb überhaupt die größte Ausdehuung zu geben. ^ Nach den abgeschlossenen Rechnungen hat der Gemeinderach im vorigen Jahre auf Gehalte des Lehrpersonals n, den Volksschulen 120.160 Gulden CM. verwendet. — Das hohe Finanzministerium hat angeordnet, daß, mit Ausnahme von Monopols-Artikeln, alle für den Staat aus dem Auslande eingeführten Gegenstände ebenso zu verzollen sind, wie dieß bei Einfuhrsverzollungen für Private der Fall ist. Wien, l.'i. Sept. Die am <2. d. vorläufig veröffentlichte Darstellung der ordeutlichen Staatseinnahmen gibt einen erftenlichen Beleg zu den Erwartungen, welche von dieser Coloune der Staatsbilanz gehegt werden dürfeu. Der erste Semester des Jahres 18>')2 zeigt eiu Resultat von fl. 111,349,362 gegeu „ 99,728.80ll in 18^1 und „ 8!>,83i;.008 in I8ij0 Die Hauptzunahme hat in den indiretten Abgaben Statt gefunden, welche fl. «0,!j84.307 gegen „ !>2^2!;.!)2ü in It^ii uud „ 46.40Ü.309 in 18^0 betragen; hierbei ist die Zunahme besonders in jenen Zweigen zu beachten, welche, nicht allem vou den Fortschritten m der Orgauisirung der Mouarchie, sondern auch von einem erhöhten Wohlstaude der Bevölkeruugen abhängen, als das Tabakgefäll, die Verzehrungssteuer und das Lottogefäll. Das Salz-gefäll ist mit 18!)1 uugefähr gleich gebliebeu, hat jedoch 3^ Milliouen mehr als 18.'i0 getragen. Die Zuuahme der Zölle um 1 Million, oder beiläufig 10 Percent, dürfte größtentheils der Tarifänderung zuzuschreibeu sein, welche im Laufe des Semesters in Kraft getreteu ist. Der Neinertrag der Staatseisenbahnen hat, wie bereits früher angedeutet wurde, sich gegeu 18Ü1 verdoppelt: er ist von ft. 76!l.»)3l; auf fl. 1,«93.li.^ gestiegen. Nach der Anmerkung 3 zur Abtheilung !>-! des Zolltarifes vom !) noch Uicht eingeführt sind (wie es in Bosnien und der Herzegovina der Fall ist), die zwischen heimatlichen und europäischen (nicht türkische») Kaufleuten in kaufmännischer Ver-l bindung entstehenden Streitigkeiten von dem Muni- cipalrathe des betreffenden Ortes unter Mitwirkung rechtlicher Kaufleute zu schlichten kommen; während alle andern (Streitigkeiten, so wie bis nun, deu Gerichtsbehörden unterworfen werden. Wegen der in jenen obbesagten türkischen Provinzen bestehenden Einförmigkeit der Handelsgerichte könnte in vorberührten Bestimmungen der Umstand eintreten, daß die Zeugnisse der Christen nicht angenommen würden, iu diesem Falle hat das erwähute Cousulat zu Sarajevo erklärt, dafür sorgen zu wollen, daß zu einem Mu-nicipalrathe auch österreichische Kaufleute als mitwir-keude Richter berufen werdeu, besonders wenn die Streitigkeiten österr. Unterthanen verhandelt werden. Preschurss, 14. September. Die „Preßburger Ztg." meldet: Heute Morgen traf die telegraphische Nachricht in Preßburg ein, daß Se. Majestät unser allergnädigster Kaiser uud König um 11 Uhr 4!» Miuuteu Vormittags Wieu verlassen und um 1 Uhr auf der Eisenbahn in Preßburg eintreffen wird, nm sich von da nngesäumt in das großartige militärische Lager nach Pesth zu begeben. Die zwei Minuten vor 12 Uhr wirklich erfolgte Abreise wurde sogleich auch Hieher telegraphirt, und um halb 1 Uhr füllte sich der Bahnhof bereits mit den zahlreich herbei eilenden Bewohnern unserer Stadt, in dereu Herzen sich das Andenken an unseren ritterlichen Monarchen seit der letzten allerhöchsten Anwesenheit in munis-löschlichen Zügen eingeprägt hat. Obgleich sich Se Majestät jeden feierlichen Empfang verbeten, waren doch die k. k. Militär- uud Civilbehörden, der hochw. Clerus, der Magistrat und Gemeinderach, die öffentlichen Schulen mit ihren Chefs und mehreren Gliedern der einzelnen Körper daselbst repräsentirt. Vier Mimtten nach halb 2 Uhr laugte der ersehnte Vahn-zna, glücklich in dem Preßburger Bahnhofe au, und Aller Augen hefteten sich nach flüchtiger Ueberschau auf deu vorletzten Wagen des langen Zuges, de>, allerhöchsten Hofwagen. Im Augenblicke war der freie Raum vor demselben von dem bunt durcheinander gemischteil Publicnm, so weit er es fassen konnte, besetzt, nlld iu sichtlicher Spannung erwartete es den geliebten Kaiser. Der Hr. Militär-Districtscomman-dant, Generalmajor von Ruckstuhl, begleitet von dem Hrn. Platzobersten Reiz, dann der Hr. Obergespan Graf Artems traten an die Stufen der Plattform vor, über welche sich knrz daranf Se. Majestät herab begaben, und in sichtlicher Nührnng die stürmischen Eljens und Vivats der treuen Bewohner an der Pforte Ungarns entgegennahmen. Nachdem der Monarch an den Hrn. Districtscommaudanten, vou dem er in kurzer Anrede begrüßt wurde, einige Worte huldvoller Erwiederung gerichtet, hierauf in gleicher Huld an den Hrn. Obergespau sich gewendet, und die abermaligen wiederholten Vivatrufe aller Anwesenden al-lerguädigst hingenommen, ging er, von denselben geleitet, in das Innere des Wagens znrück. Der Zug setzce sich nach einem Anhalten von 8 Minuten wieder in Bewegung, fuhr an der langen Reihe der Vi-vat nnd Eljen rnfenden Menge vorüber, und bald war er ihren Angen entrückt. V e u t l ch l li)aten wegen des Singens des Liedes „Schleswig-Holstein meer-umschlungen" jüngst entstanden, soll Hoffmmg habe»'/ dadurch gesühnt zu werden, daß Dänemark auf dip^ malischem Wege sein Bedauern über den Vorfü" ausspricht, und für die Folgezeit Vorbeugungen a"'"' solche Unannehmlichkeiten zu treffen verheißt. ?"^ , ner Bestrafung betheiligter dänischer Sold^" '" man für diesen Fall in Kopenhagen nicht ge""Nt ftlN. Miinckcn, 11. Sept. Nach ei»" dreimonatlichen Abwesenheit vou hier sind dick" /"be»!) uach 9 Uhr die königl. Majestäten von Vaiern und m>t denselben Se. Maj. König Otto von Griechenland wieder hier eingetroffen. Ihre Majestäten wurden im Bahnhof, wo beim Nahen des Zugs ein Mnsik-corps die Nationalhymne spielte, von dem Neg'c- <>I5 rungspräsidenten, sowie von einer Deputation des Magistrats und der Gemeindebevollmächtigten im Namen der Stadt ehrfurchtsvollst begrüßt, und in der k. Residenz war das kleine Vorige znm Empfange der allerhöchsten Herrschaften versammelt- Das im Bahnhof versammelte Pnblicnm empfing die kön. Majestäten mit dreimaligem Hochrufen. Der Kronprinz und sein Bruder, Prinz Otto, k. Hoheiten, waren schon diesen Nachmittag hier eingetroffen. Stuttgart, 10. September. Das evangelische Consistorium hat auf den Antrag der Synode beschlossen: 1) das; ein Mitglied der geistlichen Bank des evangelischen ConsistoriuMi? den Siyuugen des königlichen Stndienraths mit Stimmrecht beiwohne, und dast diesem Mitglied in wichtigeren Angelegenheiten, bei welken religiöse nnd kirchliche Beziehungen besonders in Frage kommen, das Coreferat zu übertragen sei. 2) Daß dem Consistorinm so wie dem katholischen Kirchenrath die Vefngniß eingeräumt werde, bei der Visitation auswärtiger (d. h. außerhalb des Decancttsiyes befindlicher) Gymnasien, Lyceen und lateinischen, so wie Realschulen, den Decan des Bezirks hierzu abzuordnen. Es wird demnach dem Decan der Auftrag ertheilt, den vorerwähnten Prüflingen seines Bezirks Namens der Ober-Kirchenbehörde anzuwohnen, und die Interessen des religiösen Bewußtseins und des kirchlichen Bekenntnisses zu wahren. S ch w e d c n. Stockhnlm, 8. September. Am Freitag Abend fand in Folge der Verhaftung eines Betrunkenen auf Norvbro ein Volksanflauf Statt, der jedoch durch die Bemühungen des Obersten Daevel und des Poli-zeimeisters de Mar<> bald zerstreut wnrde. Da sich indessen diese Auflanfe am Samstag uud mehr noch am Sonntag erneuerten, und am leltteren Tage besonders gegen die Israelite»! gerichtet waren, wozu ein sehr aufreizender Artikel i,i dem Blatte „FolketS Rost" (die Volksstimme) Anlaß gegeben haben soll, anch auf einigen Puncte» Fenster eingeschlagen »nd sonstiger Unfug verübt wnrde, so mußte die Prli^i theilweise sehr nachdrücklich einschreiten und 17 Personen wnrden festgenommen. Gegen Mittag erließ der Stellvertreter des abwesenden Oberstatthalters, Hr. Strale, folgende Bekanntmachnng: „Demnach die öffentliche Ruhe in der Hanpt-stadt während der leytverflossenen Nächte dadurch gestört worden, daß eine Menge Personen sich zusammengerottet und mehrere Straßen und öffentliche Pläye durchzogen, und diese Unordnungen in voriger Nacht in Gewalt gegen Privateigenthum übergegcmgeu, so hat das Oberstatthalteramt es nöthig befunden, hiermit gegen gedachte sträfliche Auftritte zu warnen nnd Jedermann aufzufordern, sich der Vilduug von Volks-anfläufen zn enthalten und im Uebrigen den Verfn? gnngen der Polizeibehörde bereitwillig nachzukommen, um den Folgen der (beigefügten) k. Verordnung vom 6. Februar 1849 zu entgehen." Troydem erneuerten sich selbigen Abend die Auflaufe, und nahmen einen ernstlichern Charakter an. Der Herausgeber der „Folkets Rost" war auf dem Langholm in Haft gebracht; dahin wälzte sich ein Volkshaufe, brachte ihm ein Hnrrah und schlug einige Fenster in der jüdischen Synagoge ein. Da die Brücke zum Langholm gesperrt wurde, zog, der Hanfe uach Heleneborg, der Besilmng des indischen Gross,-rers Lamm, eines sehr geachteten und wohlthätigen Mannes, und verübte daselbst einigen Unfng. Auf Storkyrkobriuken und dem Ritterhansmarkte sah der Polizeimeister de Man», nachdem eine dreifache Aufforderung vergeblich geblieben, sich genöthigt, die Po-Uzeibeamk'n, welche durch .'50 Ertra-Constc>bler verstärkt waren, mit Stöcken einhaueu zu lassen, wobei es ziemlich scharf hergegangen sein soll. Um l l Uhr hatte sich Alles verlaufen. Gestern Abend zwischen 9.......10 Uhr fand noch ein kleiner Anflauf von pfeifenden Sttaßexjnngen anf Storkyrkobrinken Statt, die sich aber vor der Polizei ans dem Staube machten. Italic n. Turin, 11. September. Die „G. Pieumit." meldet: „Der Kriegsminister, General Alfons La Mar-mora.' "hat von Sr. Maj. dem König die ehrenvolle Mission erhalten, den Prinz - Präsidenten der franz, Repnblik bei Gelegenheit dessen Rose in den, an die piemontesischen Staaten gränzenden Departements, zn begrüßen. Der zn Chamber») erscheinende „Patriote Sa-voisien" ist am 8. mit Beschlag belegt werden. Iran k r c i ch. Paris, 11. Sept. Der „Monitenr" enthält einen Bericht des ArbeitSministerS Magne an den Prinz-Präsidenten behufs der Errichtnng einer Eisenbahn zur Verbindnug der Minen von Graissyac mit VezicrS, nnd das diesen Bericht bestätigende Dccret. Im nichtofficielleu Theile findet M Folgendes: Laut Senatsconsult vom 1. April 13«2 , hat der Präsident den Genuß der Gärten und Parks für sich. welche zn den Nationalpalästen gehören. Die Ver-miethung der Stühle uud des Garten - Kaffchhauses ist eine der Revenue,, des Tuilerienpalastes. Der Prinz-Präsident hat beschlossen, daß eine jährliche Summe von 20,000 Fr., welche ungefähr dem Ertrage der Vermiethung der Stühle gleichkommt, znr Gründung und Unterhaltung einer Peusionscasse für die Beamten und Arbeiter der Nationalmanusacturen von Sevres, den Gobelins nnd Veanvais verwendet werde. Zn demselben Zwecke hat der Prinz-Präsident dem Maire von Versailles eine jährliche Summe von 16.000 Fr. zur Disposition gestellt. Die Vermehrung der Geschäfte, welche die Bank von Frankreich erfährt, ist so groß, daß sie neue Vüreaur errichten, uud deßhalb eiuen neuen Flügel erbanen lassen muß. Die Commission, welche ernannt wurde, um die znr Ausrottung des Banditenwesens anf Corsica no-thigen Maßregeln zn beantragen, hat gestern ihre erste Siynng gehalten. Dieselbe wurde unter dem Vorsitz Bonjean's im Polizeiininisterinm abgehalten. ^ Diese Commission hat sich constituirt , nnd A Com» t'^'s gebildet. Der „Mouiteur alg.rien" vom Ü0. August, veröffentlicht eine Liste der Trausportirten, deren Stra. fen der Präsident der Republik gemildert hat. Diese Liste umfaßt 3!!0 Namen. Für die Einen ist die Transportation in Ueberwachnng oder Internirung, für die Andcrcu in eine geringere Transportations-zeit und für Einige sogar in Verbannung umgewandelt. Der junge Prinz Joachim Murat, der kürzlich zur Armee nach Afrika abgegangen, ist wegen Krankheit wieder uach Paris zurückgekehrt. Es scheint, daß ihm das afrikanische Clima nicht zusagt. Die Präfecten des Doubs- und Drome-Depar-tements haben für gut befnnden, die Räche Mehrerer Gemeinden ihrer Departements zn suspendireu. Im Drome sind es 11 Gemeinderäthe, im Doubs !l. Die hiedurch betroffenen Localitäten werden bis auf Weiteres durch von den Präfecten ernannte Commissionen administrirt werden. Der Präfect des Yonne-Depattements hat den Bürgermeister der Ge, meinde Precy auf 3 Monate seines Annes suspendirt. Der Marquis de Larochejaquelein hat an die „Assembl'^e nationale" ein berichtigendes Schreiben über das ihm zugeschriebene Verhalten als Generalraths-Präsident in den Deul - Sevres gerichtet; die „Assembl.'-nationale" hatte dieß Schreiben nur kurz nnd wegwerfend erwähnt, die „Palrie" dagegen, der der Verfasser es ebenfalls zugeschickt hat, druckt es vollständig ab. Die bcmerkenswerthesten Stellen daraus sind: „Ich habe nirgends nnd zn Niemand gesagt, daß ich meine Ueberzeugungen abgeschworen. Ich berufe mich dacüber auf alle Mitglieder des Generalraths, die sie meistenlheits nicht theilen. Als der Prinz Lonio Napoleon mir d,e Ehre erwies, mich zum Präsidenten zu ernennen, wnßte er schr wohl, daß ich nie meine Grundsä!)e oerlänguen würde; er wußte anch, dasi ich gegen den Staatsstreich vom 2. December protestirt hatte. Ich hatte ihm es selbst gesagt. Seitdem konnte ich, wie viele meiner ehemaligen College»,, die Ereignisse und die Zustände Frankreichs genügend würdigen. Ich hatte die politischen Parteien nahe genug betrachtet, um die tiefe Ueberzeugung zn hegen, daß ohne den Staatsstreich vom 2. December der Trinmph meiner Meinungen wahr» lich nicht gekommen sein würde, und daß wir unfehlbar in die Hände einer rothen oder blancn Partei gefallen wären, deren angenehmes Regiment ich nicht im Geringsten bedaure." Paris, 12. September. Madame Lafarge ist in den Bädern von Ussat an einer Vrustkrankheit am 7. d. M. nach Verrichsnng aller religiösen Pflichten gestorben. Man sagt, daß die Eigenthümer des unterdrückten „Corsaire" gesonnen seien, eine Entschädignugs-klage gegcn die Regierung anznstrengen. Die ebenfalls gerichtlich verurtheilte „Chronique de Paris" erscheiut künftig nnr als Litteraturblatt. Großlnitnnnicn und Irland London, 11. September. Auf der Sheffield-Liucolnshire-Bahn ereignete sich Mittwoch Abends ein entsetzlicher Unfall. Der Zug kam aus dem Geleise, und die Locomotive stürzte über einen .^0 Fuß hoben Damm hinab. Ein Conducteur und ein Locomotiv-führer blieben auf dem Play; jener brach, wie eS scheint, beim Sturz das Genick, und war angenblick-lich todt; dieser lag eine Stnnde lang mit brennen-den Beinen nnd halb zerschmettert unter dem Fener-kasten, uud war noch bei Besinnung, als man ihn ans dieser furchtbaren Lage erlöste. Der Arme starb erst Donnerstag Abends uuter den schrecklichsten Qualen. Eine große Anzahl von Passagieren wurde Mehr oder minder leicht verwundet. Ein betrügerischer Banquerotier, der England nnd zwar aus Plymouth am 20. Juli mit einer Menge Uhren und Juwelen verließ, ist in Cape-Town in dem Augenblicke festgenommen worden, in i welchem er den Fuß an's Land sehte. Die Nachricht von sViner Flücht dahin war durch ein anderes Schiff kaum !'» Stunden vor seiner Ankuust mitgetheilt worden. In Dublin soll am !>. Mai 18">5 eine zweite Welt-Ausstellung eröffnet werden, zu welcher ein gewisser William Dargan allein die Kosten tragen will und schon 200.000 Thaler znr Bestreitung der ersten 'Ausgabe,, hinterlegt hat- Die Transportkosten sind alle frei. Die Preise werden i„ der Ausstellung bekaMit gemacht. Neues und Neuestes. Wien, 17. September. Die Gemeinde Gray hat für das neue Staalsanlehen bei dem dortigen Handelshause I. C. Settelle den Betrag von 10.000 Gulden gezeichnet, nnd die hiefür entfallende Provision zum Ankaufe von Holz für die Stadtarmen bestimmt. Telegraphische Depeschen. Mailand, 14. Sept. FM. Nadchky verordnete gelegenheitlich des neubeginnenden Schuljahres mehrere zweckmäßige Einrichtungen für die Universitäten zn Padna nnd Pavia. Zn Folge der gewöhnlich gnt unterrichteten „Bilancia" circulitt zn Turin ein Schreiben des Grafen von Cavour, worin bemerkt wird, dasi der Präsident der franz. Republik den jez-zigen constitittionellen Eimichtungen PiemontS abbold sei; der Correspondent berichtet ferner, die Ueberzen« gung, daß das constitutionelle Regime für Piemout nicht tauge, befestige sich immer mebr '" den maßgebenden Kreisen zn Turin, nnd mau lerne begreifen, daß die leytcn Consequenzen d.'Sselbeu Democratic nnd Demagogie seien. Er glaubs >wcl) versichern zu können, kasi S. Majestät der Kö„'g von Sardinien selbst d>e Wichtigkeit dieser Erwägungen zu würdigen wisse. Die großen FeldmanöverS im Piemoittesischen bei Casale haben am 2ll. v. M. begonnen; dcr König ist im Lager eingetroffen. — Verlin, 1!>. Sept. I" der hentigen Zoll-confereuzsiyuug erklärten die Bevollmächtigten der zu Darmstadt verbündeten Negierungen, ohne Instruction zn sein, was der preußische Bevollmächtigte m! r.>l'.r<'nmlin genommen. Heute hat eine Conferenz der Bevollmächtigten der zu Darmstadt verbündeten Regierungen in München Statt gefunden. 91t, Die Deutung! pochen des Herzens — was deutest du an? Es fliehet mich Schlummer, Nie endender Kummer Zerschlägt mir siir immer Dic Ruhe in Trümmer. — Des Mondes Geflimmer Erwecket i» mir ein so zartes Gesühl, DaS Niemand der Menschen erwidern mir will! Schwermuth der Seele — was kündest du an? Ein ewiges Schmachten Wird stets mich umnachtcn. Ich kann sie nicht lassen, Und bis zum Erblassen Kanu nie ich sie hassen, Sie deut ja dem Sinnen ein liebliches Vild, Das stets mich im Glücke umschwebte so mild. Luigi. Bericht des ehrwürdigen Missionärs Kocian«^, über dic Reise von Abu Hamcd auf dem Missionsschiffe »8l«;!!n mnlnlmu«, gerichtet an den hochw. apostolischen Pro-Vicar Dr. Knoblecher. (Fortsetzung.) Ü3as Waffer des Nedencanals wurde unter-sucht, sür gut befunden und die Fahrt beschlossen Der erste Februar brach an, wir sollten lebhaft einsehen, daß Gottes väterliche Vorsehung unser nicht vergißt. Der Nebencanal des Schcllals Kendi war bald durchschnitten, ungeachtet des ziemlich starken Andranges und Gefällcs. Nach vier Stunden waren wir ober der Katarakte, wo der Strom sich theilt; ein starker Felsrückcn bildet die Scheidewand zwi? schen der tobenden Brandung, dem großen Wir-del der eigentlichen Katarakte und dem Seitencanale lints, wo wir durchgcdllmgen sind. Nun glauvten wir gewonnen zu haben, als wir 200 Schritte oder dieser Katarakte in eine kleine Strömung kamen; die Zieher zogen sorgenloser, der Strick war vermöge der Länge und Schwere nicht gespannt, das Schiff bekam Luft, kam unter die Strömung mit dem Vor-dertheile, riß es ungeachtet aller Anstrengung des Steuermannes mit sich; der Strick entschlüpfte den Ziehern, das Schiff kehrte sich vollends um und schwamm mit entfesselter Schnelligkeit und aller Gewalt, bevor sich Jemand fassen konnte, gerade gegen den oben bezeichneten Felsrücken in die Katarakte der gefahrlichsten Stromwirdel. Ich sprang vom Essen auf, das wir in der Hoffnung, für heute frei zu sein, erst nach der über-standenen Seitensahrt einnahmen; als ich die geheim.-nißvolle Stille und die raschen Schwankungen be-merkte, blickte ich durch die KaMe, lief auf's Verdeck, und übersah auf ein Mal unsere allergefährlichste Lage, sah den Felsen, unsern Untergang. Der Steuermann wollte die Segel ausspannen lassen, um den Neben, canal zu gewinnen, der Hauptkataraktc ausweichend, doch seine Zunge war wie gelähmt, als auf ein Mal das Schiff in der Mitte der Strömung in kurzer Distanz vom gefahrdrohenden Felsen, im größten Schwunglause wie festgebannt stehen blieb. Alles staunte! ... Wer ist der Retter? Wo die unsicht.-bare Hand? . . . Der Herr blickte, die liebe Mutter winkte, und tief, tief im Grunde wickelte sich der ausgelassene lange Strick zu einen, Netlungsknoten um eines Felsens Seite. — Ein Freudcngeschrei wicderhallte an den Felsen, und Jeder beeilte sich, das Rettungs-seil auszuwerfen, um das Schiff aus der Strömung an das Ufer zu ziehen. Kaum war dasselbe am Ufer, als sich das schönste Bild reger Thätigkeit auf den Fluthen entwickelte. Einige schwammen im Wasser, um des großen Strickes habhaft zu werden, Andere tauchten unter, um ihn vom Grunde zu lösen, wieder Andere zogen ihn von Fclscn zu Fclsen auf's trockene Land. ich sprach den Tauchern Muth zu und steuerte im klein«« Schiffe von einem Puncte zum andern. Nun Feuilleton. war das ganze Seil bis auf den Nettungsknoten aus dem Wasser, da vermochte aber weder Kraft, noch Kunst, noch Anstrengung etwas, alles Untertauchen half nichts, Jeden riß die Strömung fort. „Schneidet den Knoten ab, zum ewigen Andenken unserer Rettung ; mag er im Wasser bleiben!" lies ich vom hohen Ufer, wohin ich inzwischen gekommen war, um das ganze Bild zu überblicken. Kaum gesprochen geschah es nach meinem Befehle und um 4 Uhr l', Minuten waren wieder die Stcickc gespannt, mit großer Vorsicht die Strömung passirt, nach dem den gan-zen Tag bis aufs Blut gearbeitet worden war, und nie brannte mich die Sonne so heiß, als auf diesem glühenden Gestein. Zu allem dem kamen noch die Sorgen um den Echmid, der sich auf einer Streifjagd verstiegen hatte und bereits zwei Tage nicht zum Vorschein gekommen war. Ich gab den nach Hause gesendeten Leuten Befehle, ihm nachzuforschen und zum Schiffe zu weisen, baute abcr auch auf seine glücklichen Berechnungen, nach denen er fast jedesmal das Schiff gleich getroffen. Dießmal kam er erst am dritten Tage, doch nicht hungrig, wie ich gemeint, da ihn die guten arbeitsamen, armen Leute mit Milch versehen hatten. Er sprang vor Freude auf, als er meine Stimme vernahm, da ich mittelst des Sprachrohrs den entfernten Wiehern die Rich, tung bezeichnete. Am 7, Februar war das Ruder an seinem Po-sten, die Fahrt wurde sortgesetzt doch ungemein lang-sam; ü'bcrall waren seichte Stellen und das Flußbett sah einem halbuertrocküetcn Teiche gleich. Ueberall zeigten sich Gras, Schlamm u»d Stein-spitzen über der trüben Oberfläche des langsam flie. ßenden Wassers. Alles war mißgestimmt, dazu kam noch ein heftiger Nordwind mit einer ungewöhnlichen Kalte, l?is wir um 4 Uhr bis zum Schellt Kilbe-kan kamcn, den wir aber nocb am nämlichen Tage überwanden. Den folgenden Tag wurden die Zicher gewechselt, andere warteten unser schon seit 3 Tagen an einem Bergrücken. Die Fahrt wurde bald fortgesetzt und der Schellal Tibit ohne sonderliche Anstrengung passirt, Abends auf der Insel Suni gelandet und am 9ten erreichten wir ohne besondere Zwischensälle Wodeinc mit seinem glcichnamigen Schel-lale. Hier sollten neue Zieher auf uns warten, doch sie warm nicht an Ort und Stelle. — Drei Tage hatten sic unser geharrt, während wir am Ruder arbeiteten, und als wir nicht kamen, waren sie fortgegangen. Inzwischen kamen 3 Söhne des Melek von Waddi Gamrr Soleimann, die ihr Vater zu meiner Verfügung schickte und versprachen die be, stimmte Anzahl Manner zu stellen, was sie auch getreu erfüllten, denn bevsr noch die Sonne des l0. Februar aufging, war schon Alles in Bewegung und noch vor 10 Uhr waren zwei Strömungen zurückgelegt und über die dritte die Stricke gcfpannt, als unvermuthet der Strick, ich weiß nicht wie, den Handen der Zieher entschlüpfte. Gott rettete uns auch dießmal aus der augenscheinlichen Gefahr. Drei Stunden gingen verloren, bevor wieder Alles in Ordnung war. Schon um tt Uhr landcttn wir in Waddi Gamer, einem ziemlich freundlichen Orte, wo wieder einige Palmen und üppige Vegetation dem bebauten Ufer entkeimten. Am l l. Februar passirten wir keine besonders gefährliche Stelle, dafür erging es uns aber am l2. Februar schlimmer. An diesem Tage ließ ich, nachdem sich dcr wüthende Sturm gelegt hatte, der die ganze Nacht brauste, aulbrcchcn, um dlM Ziclc nahcr zu kommen. Da kamen wir zu einer schwierigen Stelle, es mußte auf das linke Ufer übersetzt werden; die Matrosen glaubten mit l5 Rudern das Wasser zu meistern, aber bald überzeugten sie sich dcs Gcgentheilcs derart, daß einige mit dem Stricke ans Ufer schwimmen mußte», die aber, bcvor sie noch das Ufer erreichten, im Kampfe mit 2 Krokodilen dcn Strick ausließen, den das Wasser fort-trug. Ungeachtet aller Kunst und Anstrengung konnten wir ihn selbst am zweiten Tage nicht finden. Das Schiff stieß zwischen diesen Manövern auf einen Felsen, daß zum zweiten Mal fast das Ruder brach; erst mit der sinkenden Sonne befreiten wir uns. Auch die folgenden Tage hatten wir mit wechselnden Unannehmlichkeiten zu kämpfen. lssm-tsetzim«, folqt.) j M i s c e l l e u (Theresia Vtilauullo), die berühmte Violinistin, war im Theater zu Aachen in Gefahr zu verbrennen. In einem Zwischenacte des Don Juan entzückte sie durch ihr Spiel das Publikum, als plötzlich ein Schrei des Entsetzens durch das Haus drang; die Künstlerin war den Lampen zu nahe gekommen und ihr Kleid hatte Feuer gefangen. Sie erbleichte, faßte sich abcr schnell, schlug mit dem Violinbogen die brennenden Theile des Krtppklcides nieder und beseitigte so die Flammen, die glücklicherweise erst den leichten Uebcrwurf erfaßt hattcn. Dann fttzte sie ruhig unter nicht zu schilderndem Beifall ihr Spiel fort. Theater. Die bisherigen wenigen Vorstellungen sind noch nicht geeignet, dem Thealcrpttblikuin ein deflxitweZ Urtheil über die Individuen und die Gesammtleistun-gen der denn einerseits bekamen wir noch.nicht die erster,, Darstel-lcr in den in ihr Fach specie! einschlägigen Parthien zu sehen, andererseits aber ist das Personale noch nicht complel, wcßhall) man vor der Hand nur i,n Allgemeinen einige Bemerkungen über die disheriaen Lei» stungcn abgeben kann. Die Saison wurde unter dcr Direction dcs Hrn. Calliano mit Kaisers Oriqinal ^haratterliild »Verrechnet« eröffnet. In dieser Posse wurden uns die dlidcn Komiker Hr. Scholz und Hl. Neu vorgeführt, die sich des Beifalles erfreuten. Auch Hr. Buchwald (Richmond), den Theaterfreunden von frühern Jahren in sehr angenehmer Erinnerung, sowie die Herren R i cht er (Schlepper) u. Hüllmer (Lois) gefielen. —In Schiller's „Räuber' ern. tete nur Hr. Buchwald (Carl) den allgemeinen Beifall, der uns durch tiefes Auffassen und Warme des Spieles entzückte, und auch wiederholt gerufen wurde, — In der bckanntm Posse von Hopp, »Dr. Faust's Hauskä'ppchen", war wieder vorzugsweise das komische Element rcpräscntirt, und dieß-falls gelten die oben bei der Posse gemachten Be< merkungen. Die beste bisherige dramatische Darstellung war „d ie Ba stil l e«, von Berger. Die Tra-gcr des Stückes, Hr. Buchwald (Beaufort), Hr. Richter (Rochour) und Frl. Altdorf (Eleonore) erfreuten sich mit Recht der lebhaftesten Theilnahme, nur wäre in der Schlußscene des ."ten Actes ein besseres Ineinandergreifen und mehr Rundung zu wünschen gewesen, was sich bci Eonversations-Stücken als unbedingte Nothwendigkeit herausstellt. — Vom Damenpersonale dürste Frl Altdorf als jugend» liche Liebhaberin zu schönen Hoffnungen berechtigen, denn eben in dem letztgenannten Stücke bewies sie vic! Feinheit und ein leichtes, gefälliges Spiel. Frl. Schütz d. ä. scheint eine fleißige Schauspielerin zu sein; doch ist ihr Organ nichts weniger als ange-nchln, auch sollte sie beim Auöspicchcn dcr fremde» Worte (wie es in der „Bastille« wiederholt dcr Fall wai) sich u>n dic richtige Aussprache erkundige"-^'" derartige Parthien dürste sie kaum genügt' .^ ^ Grau be (Ludwig XlV.) u,.d Hr H"/l''^ ^ ^' tistc) genügten. Zu wünschen bleibt es, das Eintreffen der traqischen LicdD«^''' "" H"-din auch größcre Schauspiele z" Vorstellung kamen. Wie bereits oben erwähl si"d d'cß nur allgemeine Bemerkungen; «'sfüdrlichcrek. .tische Rcferate können crst dan« sol.^"' """" "n. gcdlcgcnere Dar» stellungen g>'öß"r Stücke vorgeführt werden. -Ueber das Vpempersonalc nächstens. I)l>. K l u n. Druck und Verlag von I. v. Klcinmayr und F. Bamber« iu Laibach. Verantwortliche Herausgeber und Redacteure: I. v. Kleinmayr und F. Bamberg. IIn!)lmq;ur Im!lacI)erHeitunH delStaatsp>lpic, 5, >''» :!. l^l 7>/t< flir «<»^» ss. Ncu^s A»l^hc» l.ii,(,.-. ^........ "'< :l/4 Ä^if-^l^is». vr. Stuck lNN ,1. ,„ ", ^-Vlctili, dcr Kaiser Fcri!!land>?-'.'!!.'rdl'.'!i»" ^u «»<><» ji. ,i>. M....... 2"^'» ü,l>l<«. M. l'"h» z» 5<)<> ft. >z. M.' . . - - ^" ll. l»K. M. , N'tn» o.r üftnr. D,,'»>»>-T'^!!!l'sschiss!ah>l ^ , ,,. ,„, z» 5<»<) fl. «, A'...... ?^!> l>. >» ^M. Wcchsll'^lntlt' vom l7. Septem'cr «>5)2. «,»sts>da»!, sin- l<»<» l!>al,r«ur>a,,!, !'i!hl, X'» Nf. Mona<. si»6-Wa!)r, ,»'Ä'< >/^ si. F»si, ^»ll>.» l l 5» ^/4 Vs. ',! MlNiat, Ha,»l',!l.,, jnr !<»<» i >).,!.'< Baino, .^l<>!. «7 l >/> Bf. i Moüa«. Livovno, fin ^<»<» l l,",'',^l!lschl i'ir., ft'»!d, l ! '< l/l Äf. i M>) a . l!m>do» , fi>v , Ps»»d Zli,, Guld^» ! ' l'"^^l- " 3^!"'^ MaillNid, si>r!>M >>, Axir,, l ><» l/2 .i Ml'» t, Machill,, siVf. 2 Ml'»»l. K. K. M!!!!^-D,!ca!.».....2'l 3/8 pr. ^»».Agil'. G>,'ld- :>»d Si l b »^5(>i >,i,>> sc v >,',» l<>. Zcpt. <^.'>2, Kais. Miui^'D,,^!,!! '.'!^,i,,' .... ^ 24 ^ sctto M»d- d»l' ., .... "-> ^ (!..!/^ 9tap^l.o,^'d'!,'l'l' „ . . . . — l>.l!> So>»,'criN»i!!d'!,n'>; „ .... ^- >b.2> R»si. I»N»ri^< „ .... — l).35 ssricdrichsd^'i's „ .... — 9.4l E»gl. Sovcr>,,„q.ü „ ..... — l>.!jl! Siibn^g!^' ........ - - Nl l/2 Vcrn'ichlliß der hicr Vcrstorl'cncll. Dei, l2 ^ <'rt e,n b i'i 1852. a>nt^ Waiciibcschai!^', s^n K,i,d Clcm.'ülim', li!i l I.ihr, ii^ der 3 c^dr ^l>-. l,'><», a,^, all li MoülN»', ill dci' Hl>'ds 51,'i, l4^, an ^»nseü. ..... (I,» >n'>!g^'or!>,s Kind, lü.nü! Iich>>» l^^sch!>'ch!>!^ , wui'de a» d,".' Tiit'stcr Sinisic hilNl'r dl'»i El'c I'schl,'» - l>»d K!o>1l',fralll>t>qa!tcl! rodc H^fl»»d<'!i, >i>s (1,1,'il' Spiral cz^bi^cht »»d g>'!'!cl)>!icl) desch.ult. — Den 1 l. Martin Aüqcumnm, Sil^stiini, all !i>'l I.^hie, >!!> ^lialh.uilV N>. ^?, am Nci^coschl^. t^r a»ö Idna, .Ut 22 Iiih c, >>"' C>vil,-Hp>"! :>.',-. cass..dicnr>'. ,'ci>, S^hü ^d»a>d, ^It «2 Ial)il>, i» d^>r Stadt Nr 2l7, b.ide ain Typhus -- Dei, l«. D.'>n Fnn,^ Lan,p'', Vicmalu'ohandle», seil» Kittd I^hc,»», ait 15 Mc>>,,n>>, i,< d.i- Polana-Voi'stadl Ni'. !^, a,, d.i ^i!!iqc'l!^uzil»dlli!.,. — D»'», Hcü'ü F'^»^ Kc!bnsch, k. r.^ Balldin'ctio»^ Dili, in-stcn, s>'me T^chll'r Fi^ü^i^c^, >i!t l<)'^ 3>^l)!>>, in t>ei K!iik,n> .'V^ijiat'r ^«,, 20, a» Fiaisr». R K ch r i ch t. Die Vorlesllnqcn all ocr kalifmänlii-schen ^ehr- und Erzichllngs« Anstalt l^ ginnlli mil > October 0. I. Dlejenig^'li, ' wclchc 0uf^cn»mmcn -,li wcrocn wünschen, wollen si.l> l'!s E,^oc oH«Nn^« , «< ,K ^ — mit der Ueberschrift: „Für den österreichischen ^aiserstaat schweres Gewicht Wl« 5Vi< ««, ««<«««> — «. 34 k». OH«. Ein Wiener Zentner dieser Kerzen.......>- ^ ............> ^ ?«> ?»> »» ^ederml,»» ift vvll j^t b.rechti^et, auch „„ftre ««^««<,,^« M^^^ Kptt»«««^ «^«». ,,„ l,5s<,.,„,,i<,l 0ftcrre,cl,,schen Kaif.rftaate „« großen Nttd kleilleu Verkanfe in,H.,nd«l z« brins^n. Wicn, im Juni 1852. Erstc astcrr. Sciftnficdcr..Grwerks-GescUschast, als Besitzer der k f priv. österr. Ilpollokerzen- und Seifen Fabriken in und bei Wien «lo «»n 0V««>«». ^. l.'wl. (!) , , - Bitte zu lesen. Maria Hudoverni^ Mcdicinä ° Doctorswitwe, nun Modistin aus Wien,'macht hiemit ihre ergebenste Anzeige, daß sie sich mtt obrigkeitlicher Bewilligung inLaibach ctablirt, mit Damcnhüten von 4 st. bw ,^ fl. C M- nach den lmicstcn Wiener und Pariser Journalen versehen habc, und daß sie ein großes ^ a acr vonVl u m c n feinster Art, so wie Dame n-Chemisetten und weiße Damen-Putzartikel fortwährend zur hockgeneig-en beliebigen Auswahl und um die billigsten Prclsc hält. Mem sie sich der hochverehrten Damenwelt empfiehlt, bittet sie, mit Dero gütigem Zutrauen beglückt zu werden, und zwar in-ihrem Modesalon, m der Iudcngassc Nr. 2Z2, i Stock, wo sie zu jeder Stunde des Tages die Bestellungen besorgt.