Feber. Zwölfter Jahrgang. 1915. Folge 134.; (Seite 3189 bis 3212.) Blätter für den Abteilungsunterricht. tTlonatschrift zur Förderung des österr. Schulwesens. (Schriftleiter: Dr. Rudolf Peerz.) Inhalt: Seite 1. Die Zuversicht des Kaisers...........................3189 2. Randbemerkungen......................................3191 3. Gedankensplitter.....................................3191 4. Zeitgenössische Kriegslieder.........................3192 5. Die Landkarte........................................3193 6. Die Verteidigung der Karpathen.......................3194 7. Von Priesterschulen und Schreibern im alten Ägypten.................................................3196 8. Eine Konferenzarbeit aus dem Kriegsjahre 1866 3197 9. Unsere Wechselrede...................................3198 10. Die Wechselrede......................................3199 11. Aphorismen über Hortfragen...........................32Q0 12. Was für alle Zeiten festgehalten werden muß . 3202 13. Unsere Kriegsspende................................. 3204 14. Briefkasten ........................................ 3205 15. Kleine Mitteilungen................................. 3206 16. Blätter für Prüfungskandidaten: Ratschläge a) für Bürgerschulen..................... 3208 b) für Volksschulen.................... 3209 17. Sprachunrichtigkeiten der Schulsprache . . . 3212 Verlag der Blätter für den Abteilungsunterricht in Laibach. — Druck von J. Pavlicek in Qottschee. Jlhrlieher Bezugspreis 6 K (6 Mk, 7 Frk.). Für Lehrbefähigungsprüfungen empfohlen: Lehrbuch der Psychologie von k. k. Professor F. Schindler. (Verlag O. Gollmann, Troppau.) 207 Seiten, 42 Textfiguren, 1913; eleg. Leinenband K 4. Urteile. Blätter f. d. Abt.-U.: Eine ganz ausgezeichnete Erklärung ftlr den psychophysischen Verlauf der Geistesphänomene. — Angenehme instruktive Art. — Wissenschaftliche Fundierung der Beispiele. Päd. Jahresbericht (Dr. E. Meumann): Unter den elementaren Lehrbüchern der Psychologie gebührt dem Lehrbuche von Sch. eine besondere Stelle. — Sucht zu gunsten der Wissenschaft freizuhalten von autoritativen Traditionen. Schles Schulbl.: Gliederung und Sprache lassen an Vollkommenheit und edlem Schwünge nichts missen. — Wärme des Tones vereint mit Durchsichtigkeit der Darstellung. Kärntner Schulbl. 1913: Nicht bloß L.-B.-A. und Prüfungskandidaten, sondern allen Kollegen empfohlen. — Vorzügliches Mittel zur mühelosen, angenehmen Auffrischung. Schaffende Arbeit und Kunst 1914: Das Lehrbuch ist sehr zu begrüßen. Es berücksichtigt die Errungenschaften der modernen Psychologie. — Wird vortreffliche Dienste leisten. Österr. Schul-Ztg. 1914: Der Stoff ist übersichtlich und in den schwierigsten Teilen leichtfaßlich dargestellt, der Weg von der Erfahrung zur Erkenntnis psychologischer Gesetze streng eingehalten. — Wärmstens empfohlen. Reichsverein österr. Lehrerbildner: In meisterhafter Weise die verschiedenen psychologischen Richtungen berücksichtigt. — Plastische Sprache, gekennzeichnet durch Schönheit, Klarheit und Leichtfaßlichkeit. Hoher Extra-Vorzugsrabatt für Lehrer! T raut wein, wien, vji. Mariahilferstraße Nr. 58 B. Pianos Pianinos und Klaviere von hervorragender Klangfülle und Tonschönheit, gediegendster kreuzsaitiger Eisenpanzer-Konstruktion mit leichter, elastischer Spielart und verstellbarer Harfenton-Vorrichtung. 10jährige, schriftliche, gesetzlich bindende Garantie! — 4wöchentliche, frachtfreie Probelieferung nach jeder österreichischen Bahnstation I MT* Ratenzahlungen ohne Preiserhöhung gestattet I -MG Jeder Lehrer verlange umgehend kostenlos Zusendung der illustrierten Preisliste nebst Lehrer-Vomgs-Babatt-Tabelle I Drei starke Hefte mit mehreren tausend Referenzen von Lehrern etc. gratis zur Verfügung Blätter für den fibteilunssunterricbt. Laivach, Aever 1915. Aeurleitungen. 592.) „Hartinger’s Wandtafeln für den naturgesch. Anschauungsunterricht“ in neuer Bearbeitung: Verlag Carl Gerold’s Sohn in Wien III., Gärtnergasse Nr. 4. Format 84: 64 cm. Abteilung Zoologie, Tafel 54 b Flußbarsch und Zander. Tafel 56 Hecht und Lachs. Preis jeder Tafel, unauf-gespannt K 2 40, auf Papier mit Rand, unlackiert K 2 60, auf Papier mit Rand, lackiert K 310, auf starker Pappe, lackiert K 3 70. Format 98:72 cm. Abteilung Zoologie, Tafel 27 Kamel; Tafel 32 Walfisch. Abteilung Bäume, Tafel 11 Edeltanne. Preis jeder Tafel, unaufgespannt K 2 40, auf Papier mit Rand, unlackiert K 3, auf Papier mit Rand, lackiert K 3 20, auf starker Pappe, lackiert 3 80. Die vorstehend angeführten Tafeln sind künstlerisch und im Hinblicke auf den Zweck (Anschaulichkeit) mustergültig. — 593.) Heimatliche Jugendbücher. „Volksmärchen aus Österreich“. (Herausgegeben von Bürgerschuldir. Karl Haller.) Was der Heimat Volk ersann, — Phantasie geschäftig spann — In der langen Winterszeit, — Wenn die Dörfer eingeschneit, — Was das Volk sich traut und schlicht — Einst erzählt beim Kienspanlicht — Aus dem lieben Buche hier — Spricht es wundersam zu dir. — Ob du Kindlein oder Mann, — Freundlich hält es dich im Bann — Und du söhmiegst dich wie im Traum — An des Märchens Mantelsaum ... „Der österreichische Robinson“. (Von Ferdinand Zöhrer.) Vom Pöstlingberg ins Tropenland — und weiter noch den Weg er fand: - Tief in die Herzen frischer Jungen! — O selige Erinnerungen, — Da noch die Welt in Blüten stand ... — Wo ist die Zeit? — Verweht.. . verklungen. Alfred von Wurmb. 594.) Die „Kartographische und Schulgeographische Zeitschrift“, herausg. von der Kartogr. Anstalt G. Freytag & Berndt, Ges. m. b. H., Wien VII, Schottenfeldgasse 62, redigiert von Prof. J. G. Rothaug, bringt in Heft 9 und 10 des Jahrganges 1914 einige sehr zeitgemäße Aufsätze, von denen wir aus Heft 9 besonders hervorheben: Das Balkanvölker-Chaos (mit einer ethnographischen Karte der Balkan-Halbinsel) von Fachleher Karl Kleiner. — Bilder aus einer Autofahrt über den belgischfranzösischen Kriegsschauplatz (eine hochinteressante Schilderung!) — Ein grenzstrittiges Gebiet von J. Wetzlar in Jerusalem. (Der Autor gibt eine übersichtliche Darstellung der Entstehung des zwischen SENSATIONELLE ERSCHEINUNG DER NATUR DES XX. JAHRHUNDERTES. GRATIS TEILE ICH JEDERMANN MIT, DIE MÖGLICHKEIT DER AUSHEILUNG DURCH MEIN ALT BEWÄHRTES HAUSMITTEL ÜBER LANGJÄHRIGE BRUSTKRANKHEIT, ASTHMA UND HUSTEN. BITTE EINE MARKE AUF DIE ANTWORT BEIZULEGEN. D. WACOWSKY, PILSEN (BÖHMEN) POSTFACH 150. Ganz Oesterreich kennt Jägerndorf als eine dergrößten Tuchfabriksstädte der Monarchie. Der Bezug von Herren- u. Damenstoffen wie auch schlesischer Leinenwaren direkt vom Fabriksplatze bedeutet daher für jeden Privaten eine ganz bedeutende Ersparnis. Verlangen Sie demzufolge kostenlose Zusendung meiner reichhaltigen Muster-Kollektion. — Insbesondere bemustere ich Reste zu tatsächlichen Spottpreisen. T uchversand haus Franz Schmidt, Jägerndorf 236 Oesterr.-Schlesien. Preußen und Belgien seit zirka 100 Jahren bestehenden Gebietes von Neutral-Moresnet, eines Unikums in Europa, dessen verwickelte Verhältnisse durch den Krieg wohl auch geregelt werden dürften.) Heft 10 enthält einen, die Rolle der Karte in dem jetzigen heißen Ringen voll würdigenden Artikel: Die Landkarte im modernen Kriege aus der Feder Prof. Rothaugs, dann den Schluß des Aufsatzes: Die Verwertung der Wandbilder im geographisch-geschichtlichen Unterrichte. Ein Beitrag zur Schulpraxis von Prof. Dr. Max Hoffer, ferner ein Artikel Fachlehrer Leo Helmers über: Bau, Bild und Gliederung des Viertels unter dem Manhartsberg, der in sehr instruktiver Weise dieses Thema behandelt und dabei auf Landesschulinspektor Dr. Beckers Versuch der Einteilung des ganzen Gebietes in natürliche Einheiten sich stützt. Eine Reihe kleinerer Mitteilungen und Besprechungen ergänzen den Inhalt beider Hefte der gehaltvollen Zeitschrift, die mit dem im Jänner erscheinenden Hefte ihren vierten Jahrgang beginnt. Die Fülle an reichem, anregendem Inhalt auf dem großen im Titel gekennzeichneten Gebiete, das die „Kartographische und Schulgeographische Zeitschrift“ behandelt, verdient vollste Be- 75 Auszeichnungen! Gegründet 1790. 75 Auszeichnungen! L.AC.Hardtmnths I Q A II L.ÄC.Hardtmuths Kohinoor I Ju I. HmnTITIIlTIl Farbstifte • - ,.Zeichenstifte XX Ve I IUI UIIIIUlll ... Pastellstifte Schulstifte etc. WIEN IX. Budweis in Böhmen. 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Manuskriple und «Ocher an die Dchri,Heilung der Blauer für den SlblellungSunIerrichl ln MlcS (Böhmen). „Se. Majestät sieht der Zukunft voll Vertrauen entgegen und bedauert nur immer, daß Er in seinem hohen Alter noch bemüßigt ist, seinen Völkern zur Beendigung eines uns aufgezwungenen Krieges so schwere Opfer auferlegen zu müssen.“ Aus dem Briefe einer hochsteh. Persönlichkeit. Die Zuversicht des Kaisers. Der Schreiber obiger Zeilen fügt die Worte bei: „Eine daraufbezügliche Notiz in der nächsten Nummer Ihrer „Blätter" würde die Pessimisten beschämen." — Ich entspreche dem Wunsche des Einsenders gerne, webt doch in mir der Gedanke schon seit langem; allein ich begnüge mich nicht mit deni Vermerk der Mitteilung, sondern möchte der Sache nähertreten, weil der Lehrer es ist, dem in diesen schweren Tagen die Aufgabe zufällt, den trüben Sinn zu verscheuchen, mit der Dackel der Einsicht in die Gemüter zu leuchten und die Wankenden, die Zagenden aufzurichten. Soll er dies aus dem Grunde der eigenen Überzeugung heraus ins Werk setzen — denn nur dann wirkt seine Einflußnahme —, so muß zunächst in ihm die Erkenntnis reifen, der Blick die Lage übersehen und aus Tatsachen und Schlüssen sich der richtige Ideengang bilden. Also, wie steht es zurzeit uni unser Vaterland? — Vorerst möge der eine aus dem alltäglichen Leben genommene Lall zum Vergleiche dienen: Ehe jemand Streit beginnt, hat er sich ein bestimmtes Ziel gesteckt; fängt die Lehde an, so setzt er alle Araft daran, es zu erreichen, ehe der Gegner sich fassen, sich des Nötigen versehen kann. Wartet er, bis der Betroffene sich rüstet, sich sammelt, so ist es entweder mit dem Erfolge vorbei oder es muß die doppelte und dreifache Araft darangesetzt werden, ihn zu erringen; denn je mehr er sich nun müht, desto deutlicher erkennt der Angegriffene seine Stärke, bezw. Schwäche und die Art seines Kampfes, umso fraglicher wird darum die beabsichtigte Wirkung. Auf diesem Punkte stehen wir mit Rußland. Hätte es die „Walze aus dem Msten" vermocht, sie wäre im ersten Ansturm über unser Heer hinweggeglitten. So aber prallte sie an einen Wall und steckt nun dort, wohin sie vor Monaten gelangt war, ja, an einigen Stellen muß sie abbiegen — und es wird nicht lange dauern, so ist ihr Gefüge zertrümmert und die losen Stücke werden begraben oder gegen den (Dften zurückgedrängt. Das Hindenburg'sche Bild von der russischen Macht ist so anschaulich, daß auch der einfältigste Bauer es erfassen und auf den besonderen Lall anwenden kann. Dieser liegt vor uns, den Weitblickenden, klar: Rußland hat zu Beginn seines Leldzuges die seit langem geschulten und wohlausgerüsteten Truppen in solcher Zahl gegen uns geworfen, daß wir, würde es nach seinem-plane gegangen fein, wie Spreu zerfegt worden wären. Die Rechnung stimmte an sich zweifellos, weil sie eben nur die Masse inbetracht zog; allein sie vergaß auf deren Güte. Darin liegt der schwere Fehler unseres Feindes. Der Zar wird sich dereinst, wenn seine Armee zerstampft ist, bei jenen unserer Landsleute zu bedanken haben, die ihm weismachten, Österreich sei morsch, sein kjeer hätte sich „verlegen", der Zwist sei nicht allein im Volke sondern auch in der Bewaffneten Macht. Bei solcher Berichterstattung mußte die zahlenmäßige Überlegenheit siegen, — das erschien klar. Doch es kam anders. Das alte Österreich mit seiner tiefinneren Zugendfrische und seiner erprobten Lebenskraft erwachte, das Ejecr zeigte gleich beim ersten Anprall, daß in ihm der Geist (Eugens und Karls wirkt, der Völkerzwist war zerstoben und eine Armee voll Kraft und Mut zog gegen den Feind. Was halfen bei solchem Heldentums, wie es unsere braven Soldaten bewiesen, die Millionen von der Knute befeuerter Massen! Gin donnerndes „fjaltI" brachte sie zum Stehen — und was sich nun feit Monaten abspielt, ist nichts als das Auslaufen der Welle, die der gewaltige Stoß erzeugte. Der Kampf „steht" oder er wogt hin und her. Zn diesem Stadium ist die Gefahr vorüber. Die Truppen, die Rußland jetzt gegen uns schickt, das sind nicht mehr die auserlesenen, denen es beschieden sein sollte, in Wien und in Budapest einzumarschieren; das sind die letzten Kräfte aus dem fernen (Osten, denen der Zug ins Große und die Gewalt der Waffe fehlt. Diese Walze kann nimmermehr den (Erfolg bringen; sie verhindert gerade nur auf absehbare Zeit den Zusammenbruch der rohen Macht, mit der man vermeinte, den altehrwürdigen Kaiserstaat zu überrennen. Solcherart sind also die „Pessimisten" zu fassen. Zn diesen Schlüssen steckt keine Sophistik, sondern der natürlichste, lauterste Ljausverstand. Wenn nun zu alldem gerechnet wird, daß Rußland im Znneren eiserne Klammern braucht, damit das unterwühlte Reich nicht aus den Fugen gehe, daß drunten im Süden des Kolosses gefährliche Mäuslein wühlen, daß im hohen Norden allenfalls Kräfte frei werden und daß wir nunmehr die Kampfesweise des Feindes kennen, seine Schwächen erschaut haben, daß im Frühlings Millionen heiterer Zungmannschaft ins Feld ziehen, daß unser treuer Waffengenoß eine unüberwindliche Macht darstellt, daß unser Österreichervolk, vereint mit den ritterlichen Ungarn, alles freudig für den Krieg opfert: ja, kann es da noch ein Zagen, noch ein Zittern geben? — Dies alles und vieles andere überschaut und erwägt der. der das Schwert gegen Verbrechen und Hinterlist gezückt hat, unser guter Kaiser. Sein Blick drang in die Zukunft, als er zum Kampfe rief; seine Voraussicht hat sich bisnun erfüllt. Sollte sie nun im letzten Teile des Ringens nicht auch zur Wahrheit werden? Gibt es einen Österreicher, der an der Weisheit des Monarchen zweifelt, da die ganze Welt ihn als den klügsten aller Herrscher preist? Und kann jemand, der weiß, wie unser Kaiser für das Wohl seiner Völker besorgt ist, annehmen, er würde zum Schwerte gegriffen haben, wenn ihm nicht der Sieg klar vor Augen gestanden wäre? (Es hätte sicherlich den diplomatischen Künsten gelingen können, wie so oft, so auch jetzt das Ärgste abzuwenden, sofern das Schicksal des Reiches bedroht gewesen wäre. Aber das würde zu einem faulen Frieden geführt haben, der einer schleichenden Krankheit gleicht. Die große Tat, die wohlüberlegte Tat, die Tat mit dem sichern (Erfolge: nur das konnte die Losung sein, als das Wort des Kaisers die Völker zu den Waffen rief. — (Ohne Blut gibt es keinen Krieg, ohne (Opfer keinen Sieg. „Wir sind über das Schlimmste hinweg!" Das mag durch die Lehrerschaft dem Volke zugerufen werden. Was nun folgt, das ist unsere Zukunft. Blüht der Lenz, dann sprießen ans den Gräbern der Gefallenen Stämmchen, die reiche Früchte tragen sollen. Den Winter überdauern, sich kräftig wappnen,, im Frühlings zum neuen Stoße ausholen — dann wollen wir sehen, wo der „sieche Mann" sitzt. Uber Zahr und Tag mögen die Schwachen diese Zeilen wieder lesen und sie werden erstarken für alle Zeiten. — Der Kaiser ist von Zuversicht, da müsten es auch die Wöklier sein! Diesen Gedanken trage der Lehrer hinaus bis in das hinterste Tal 1 — Sterz. Randbemerkungen zu dem Artikel „Österreichs Zukunft“ in F. 121 der „Bl.“ Die Lehrerrunde „Kirnischtal“ hat in ihrer Zusammenkunft am 1. Dezember 1914 über den Artikel „Österreichs Zukunft“ von Major Spitzel beraten und mich beauftragt, Ilmen hievon Mitteilung zu machen. Die Runde ist mit den im genannten Aufsatze niedergelegten Anschauungen vollkommen einverstanden. Sie begrüßt namentlich die Vermehrung der Turnstunden von 2 auf 3, jedoch mit der Einschränkung, daß eine solche Vermehrung nicht die übrige Unterrichtszeit verkürzen dürfe. Erwünscht wäre freilich, daß jede, auch die niedrigst organisierte Schule einen gedeckten Turnraum bekäme u. zw. mit den erforderlichen Geräten. Auch wäre im gleichen Maße wie bei Knaben eine körperliche Ertüchtigung der Mädchen, als der künftigen Mütter, anzustreben. Die Runde ist überzeugt, daß die Lehrerschaft gern die Mehrleistung übernehmen und sich außerdem noch der Ausbildung der schulmündigen Jugend annehmen würde, wenn ein Zwang zur körperlichen Ausbildung im Sinne des Artikels angeordnet werden sollte, könnte doch damit ein langgehegter Wunsch der idealdenkenden Lehrer erfüllt werden, der nämlich, die Jugend gerade den in der gefährlichsten Zeit (14.— 20. Jahr) ihr drohenden verderblichen Einflüssen zu entziehen und unserer Einwirkung zu unterstellen. Auch mit der Schießausbildung erklären wir uns vollkommen einverstanden. Ob bei einer solchen Ausbildung eine Verkürzung der Militär-Dienstzeit möglich ist oder nicht, dies haben wir unerörtert gelassen, da dies eine Angelegenheit der militärischen Fachleute bleibt. Es hätte wohl nur agitatorisches Interesse, um die Angelegenheit, die vielleicht auch mancherseits auf Widerstand stoßen wird, volkstümlich zu machen. Durchführbar würde eine Dienstverkürzung erst dann sein, wenn eine Generation in der angeregten Weise vorgebildet wäre. Es ist wünschenswert, daß die Lehrerschaft von mehreren Seiten über die Frage unter richtet werde. Auch wäre es gewiß gut, wenn ein zündender Artikel in unseren deutschen Fachblättern erschiene. Endlich wäre eine Beleuchtung in den „Blättern“ von Vorteil, weshalb die Aufstellung einer entsprechenden Frage dem Bedürfnisse entspricht. Franz Palme, Oberlehrer in Wolfsberg bei Rumburg. Aachwort: Der 2. Beitrag zu dem überaus wichtigen Abschnitte „Österreichs Zukunst"! Hoffentlich reihen sich bald weitere an. — Die Berater, in deren Namen Herr Oberlehrer Palme das Wort ergreift, haben eine neue u. zw. dreigliedrige Frage für unsere Wechsclrede aufgestellt: Hvkigates tzurnen für Mädchen oder nicht? Militärische Sor-Ansvikdnng in der Volksschule oder nach vollendeter Schulpflicht? 3 Stunden Hunten wöchentlich oder nicht? — In der Vorauscmpfindung kommender Ereignisse haben wir bereits in F. 85 (Jänner 1911) die Frage eingerecht „Militärisches Turnen oder nicht?" und zur Bildung von Schülerbataillonen angeregt. Auch dem Mädchenturnen wurde dort (S. 1597) das Wort geredet. Die österr. Lehrerschaft verhielt sich zu unseren Vorschlägen vielfach ablehnend; doch nun, da ein großer Krieg uns aufgerüttelt hat und das Vaterland auf Jahrzehnte hinaus in blanker Wehr wird wachen müssen, lebt die Frage in einem anderen Stimmungs-gchalte auf. Das Was hat bereits die Zeit beantwortet, das Wie werden wir durch unsere Wechselrede zu erklügeln haben. Also herein mit den Urteilen! — D. Sch. Gedankensplitter. Das Gemüt des Menschen gleicht dem Ackerland. Ist die Erde starr und ausgetrocknet, wächst nur das allüberwuchernde Unkraut Selbstsucht darauf. Wird aber die Erdscholle mit dem Schwerte gelockert und durch Blut gedüngt, trägt sie die lieblichsten Blüten: Menschenliebe und Opferfreudigkeit, Mitleid und Selbstlosigkeit. Anna Trunk. Zeitgenössische Kriegslieder. Germania? Germania, Du stolze, starkbewehrte, Du Heimat eines Volkes voll Kraft und Mut, Ich liebe Deinen Himmel, Deine Erde, Den Segen, der auf Deiner Arbeit ruht! Ich liebe Dich mit Deinen Idealen Und Deiner Dichter, Deiner Denker Schar, Die schlanken Türme Deiner Kathedralen Und Deine Ziele, herrlich, hoch und klar! Ich liebe Deine weiten grünen Auen Und Deinen märchenstillen dunkeln Wald! Ich liebe Deine Seen, die zauberblanen, Die Wetterwolke, die sich drüber ballt! Ich liebe Deine herrlichen Titanen. Die Helden, die beschirmen Deine Macht! Der Krieger Scharen lieb' ich, die der Ahnen Gedenkend, ziehen mutig in die Schlacht! Ich liebe Deine ehrenhaften Söhne, Die rastlos wirken in des Werktags Müh'n! Ich liebe Deines Liedes süße Töne Und Deiner stolzen Sprache Flammensprüh'n! Ich liebe Deinen Glauben an das Gute, Der für die Wahrheit mutig kämpfen kann! Dich lieb' ich, Deutschland mit dem hohen Mute; Dich führet nur ein starker Held, ein Mann! Glückselig Volk! Das Streben des Geringen Wirkt mit dem Auserwählten Hand in Hand; Wie liebe ich Dein sieghaft Vorwärtsdringen, Den rechten Platz erkämpfend Deinem Land! Die beiden Adler. Ich seh' zwei Adler schweben In Wolken blutigrot. Zwei Freunde sind's fürs Leben, Zwei Freunde in der Not. Kein Schicksalsschlag, kein Wetterstreich Trennt je den deutschen Adler Und den von Österreich. Heut' fliegen sie rheinüber Und morgen über'n Bug. Gestrafft ist jede Fiber Und sturmbeschwingt der Flug. Sie halten mit dem Nachtgezücht Der Meuchler und Verräter Ein grausiges Gericht. Die „dicke Sie liegt so sanft und mollig-rund Auf ihrer Stahllafette, Als träume sie mit offnem Mund In einem Himmelbette. Sie rührt sich nicht, sie regt sich nicht, Ihr Mund ist stumm, im Schlafe spricht Kein Wort die „dicke Berta". Doch wandelt sich das Friedensbild, Wird sie gestört im Schlafe. Da wird die „dicke Berta" wild Und sinnt auf harte Strafe. Und ist der Täter noch so weit, Ein deutsches Wort zu rechter Zeit, Das spricht die „dicke Berta". Wenn Satan selbst ihm hülfe, Die Adler sicht's nicht an. Sie schlagen die russischen Wölfe, Sie jagen den gallischen Hahn, Und zähnefletschend schleicht davon Die feige, nimmersatte Hyäne „Albion". Und wer das Paar, das hehre, Ums Recht sich wehren sieht, Der fleht, wenn noch von Ehre In ihm ein Fünklein glüht: Der Herr der Heerscharen sei mit Euch Und schirm den deutschen Adler Und den von Österreich! O. Kernstock. Berta". Und war die Berta früher stumm, So gibt es nun kein Zagen, Mit Fauchen, Brüllen und Gebrumm Weiß sie den Feind zu jagen. Wie er sich nun in Feigheit duckt, Wenn ihm aus seine Köpfe spuckt Die dicke, fleißige Berta. So ist die Berta forsch und stramm, Sic denket nicht ans Ruhen, Und sanft wird erst sic wie ein Lamm, Wenn's nichts mehr gibt zu tuen. Dann schläft gar süße, heidi hei, Der liebste Schatz der Akelei: Die deutsche „dicke Berta"! Karl Nawratill. 1 Der Verfasser Kyrill Christow ist ein Bulgare. 3193 Die Landkarte. Von Prof. Joh. Georg Rothaug in Wien. Der geographische Bildungseinschlag in den verschiedenen menschlichen Wissensgebieten wird in unseren bewegten Tagen zweifellos weit höher bewertet wie in Zeiten friedlicher und normaler Aufeinanderfolge der Ereignisse. Wie immer auch die Aufgabe der Geographie aufgefaßt wird, das räumliche Moment wird stets ihr wesentliches Merkmal bleiben müssen und die allgemeine und besondere Orientierung auf der Erde gilt als das anzustrebende Endziel. Dieses wird man in der Schule der Zukunft ebenso unter die unerläßlichen Elemente der allgemeinen Volksbildung einreihen müssen wie etwa die vier Grundoperationen im Rechnen. So lange sich unser Unterricht mit der geographischen Erarbeitung der heimatlichen Landschaft befaßt, beruht er auf unmittelbaren Raumvorstellungen; sobald wir aber über diesen Gesichtskreis hinausgehen, müssen wir zur indirekten Raumveranschaulichung schreiten, und es tritt nun die Landkarte in ihre unbestreitbaren Rechte. Sie wird fortan das Universallehrmittel jeder Geographiestunde sein, das Alpha und Omega aller geographischen Belehrungen. Ihre Veranschaulichungskraft und apperzipierende Wirkung kann bekanntlich so weit gebracht werden, daß wir schließlich Land und Karte in der Vorstellung gar nicht mehr auseinander zu halten vermögen, daß wir uns also in der Karte das Land und das Land selbst als Karte vorstellen, daß uns die Karte die tausenderlei Beziehungen zwischen der Erdoberfläche, ja selbst bis zu einem gewissen Grade dem Erdinnern und allen bewegenden Kräften der Natur zum beredten Ausdruck bringt und uns schließlich auch noch die wertvollste aller ihrer geheimnisvollen Eigenschaften erschließt, ein absolut verläßlicher persönlicher Führer in der Fremde zu sein. Es ist hocherfreulich, daß trotz des Auseinandergehens der einzelnen geographischen Richtungen die Landkarte sozusagen als neutraler Boden für alle verblieben ist und von keiner Seite in dieser Stellung angefochten wird. Selbst ihre moderne Ausgestaltung in dem Sinne, daß sie das physische Bild der einzelnen Ländergebiete in den Vordergrund stellt und die politische Gliederung gänzlich zurücktreten läßt, wird von allen Parteien gebilligt. Die Landkarte ist aber nicht bloß ein gemeinsamer Boden der verschiedenen geographischen Lehrmeinungen, sie ist zugleich ein nicht zu unterschätzendes Band zwischen Schule und Haus, sowie zwischen abstrakter Wissenschaftlichkeit und konkreter allgemeiner Volksbildung. Schon das lebhafte Interesse, das seitens der Bevölkerung sozusagen durch den täglichen Bedarf für die kartographischen Darstellungen heimatlicher Ländergebiete besteht, nötigt zum öfteren Einblick in die betreffende Heimatskarte, wenn die Schule eine solche in die Hände der Schüler gebracht hat; der Umstand aber, daß hier die Erfahrung des Erwachsenen stets die Eignung behält, eine gewisse Überlegenheit gegenüber dem Schulwissen der Jugend zu zeigen, wird den Meinungsaustausch zwischen Eltern und Kindern im eminent erziehlichen Sinne rege erhalten ; obendrein entfällt hier das Moment, daß selbst die der Schule längst Entwachsenen wegen der etwaigen sogenannten „neuen Methoden“ der Schularbeit auszuweichen brauchen. Wenn wir nun noch die Landkarte nach ihrer Bedeutung bemessen, die ihr in ihrer Eigenschaft als ständige Begleiterin der blutigen Ereignisse auf den Schlachtfeldern für die gesamte Menschheit zufällt, so können wir sie auch in diesem Falle nicht hoch genug einschätzen, ja wir müssen geradezu all diejenigen von Herzen bedauern, denen die Sprache der Karte nicht erschlossen worden ist. Aber erst auf den Schlachtfeldern und einzelnen Heereszügen! Wir sehen namentlich im Osten unseres Vaterlandes ein Hin- und Widerfluten der Millionenheere, im besonderen den beständigen Vorstoß und Rückzug einzelner Truppenkörper, geleitet von dem unausgesetzten Bestreben, den Gegner in einen Hinterhalt oder direkt in die Falle zu locken, allenfalls auch, um aus dem Gelände irgend einen Vorteil zu erringen; die Landkarte bleibt schließlich in dieser Völkerbrandung, wo die ortskundigen Ansässigen, wie von wilden Tieren gehetzt, vor Freund und Feind planlos fliehen, als alleiniger Wegweiser und Ratgeber übrig — welche folgenschweren Ereignisse könnten da durch Unkenntnis seitens der Zentralleitung, aber auch durch nicht genügende Ausnützung der jeweiligen Situation und durch eine in geographischer Unkenntnis gegründete verkehrte Durchführung entstehen! Genaue geographische Orientierung und gründliches Verständnis aller Feinheiten des Geländes nach der Landkarte müssen in diesem Falle eine an die Führer zu stellende Kardinalforderung bleiben, aber auch bis zu einem gewissen Grade von den Leitern der kleinsten Truppenteile verlangt werden. Und nun noch eine Schlußfrage an unsere heimische Lehrerschaft: War bisher die kartographische Schulung unserer Jugend derart, daß unsere Wehrmacht der Forderung nach geographischer Orientierung an der Hand der Landkarte gewachsen sein kann? Möge jeder Einzelne ernstlich in sich kehren und die Frage gewissenhaft beantworten; hiezu fühle sich namentlich jener Teil der Lehrerschaft verpflichtet, der seine erdkundlichen Unterweisungen nur mit Zuhilfenahme von Wandkarten betreibt und seine Schüler nicht einmal in den Besitz einer heimatlichen Spezialkarte und eines Schul-atlasses gesetzt hat. Heute ist indessen schon gewiß, daß aus dem gegenwärtigen Weltkriege u. a. auch eine höhere Bewertung der Landkarte hervorgehen wird. Die Verteidigung der Karpathen. (Kriegsbilder als zeitgemäße Diktatstoffe1 für die Oberstufe.) Fr. J. Jirasek, Mastig. 1. Vor dem Gefechte. Nach vierzehnstündigem Gewaltmarsche ohne Hast sowie ohne Menage haben wir trotz Glatteis, Schnee und grimmer Kälte endlich in den Karpathen westlich vom Dukla-Passe eine Hohe von etwa 1400 m erreicht. Es ist 7 Uhr abends. Klar blicken die Sterne vom nächtlichen Himmelsgewölbe hernieder, indes die Mondsichel die verschneite Gebirgslandschaft nur spärlich erhellt. Da kommt der Befehl zu lagern. Ein herrlicher Abend! Die Schneekristalle glitzern und flimmern in demantener Winterpracht. Niemand schläft. Erreicht doch die Kälte bereits 180 Celsius. So verrinnt Stunde um Stunde. Endlich dämmert es im Osten und ein herrlicher Sonntagsmorgen entschleiert allmählich seine Reize. Weithin entrollt sich dem Auge ein entzückendes Winterbild. Aus verschneitem Weiler aber klingt singend ein Glöcklein empor: „Das ist der Tag des Herrn!“ Im Geiste weile ich in der fernen Heimat, wo noch segensvoller Friede das Alltags werk begleitet und fromme Beter zum Kirchlein pilgern, vom Lenker der Schlachten Hilfe zu erflehen. 2. Im Kampfe. Da regt es sich im Gelände. Truppen erklimmen die gegenüber liegende Höhe. Es ist Infanterie aus Königgrätz und Jungbunzlau sowie Jitschiner Landwehr. In der Ferne lösen sich feindliche Geschützdonner, die in den Bergwänden ein vielfaches Echo linden. Da bietet auch unsere Artillerie den Russen den Sonntagsmorgengruß. Bald mischen sich in diesen tiefmelodischen Klang die helleren Akkorde von Gewehrsalven sowie knatternden Maschinengewehrfeuers. Schon tobt der alltägliche Schlachtenlärm. Granaten und Schrapnells durchsausen die Morgenluft. Immer näher kommt das männermordende Toben. Ich erhalte den Befehl einzurücken. Verwundet oder zu Tode getroffen, stürzen links einige Kameraden, indes rechts das furchtbare Blei ganze Reihen dahinrafft. Am Waldrande löst sich das Bataillon in Schwarmlinie auf. Es gilt, ein gefährdetes Regiment zu verstärken und mit ihm ein nahes, vom Feinde besetztes Dorf zu nehmen. Hurra! Die Russen fliehen! Das Dorf ist unser! 3. Verwundet. Unaufhörlich sausen und krachen die Geschosse schwerer Haubitzen. Manch’ Braver fällt und rötet das Weiß des Schnees. Der Tod hält seine Ernte. Wir aber stürmen weiter, der Kaiser, das Vaterland ruft. Noch muß der Berg hinter der Ortschaft erstürmt werden in Schweiß und Blut. Drauf und dran, Kameraden, zur schimmernden Höh'! 1 Der Inhalt dieser Diktate ist aus Feldpostschreiben entnommen worden. 3195 Da schlägt mit dumpfem Getöse eine Granate neben mir ein, mich mit aufgewühltem Erdreich eine Strecke fortschleudernd. Doch noch ist mir nichts geschehen. Ich rail'e mich empor und stürze vorwärts, im Sturme wider den Feind. Da trifft mich das mir bestimmte Blei und allein muß ich die ändern siegreich weiterstürmen lassen. Wie im Traume höre ich ihren Siegesjubel. Dann schwinden mir die Sinne. Oder liege ich nicht daheim im traulichen Stübchen des Vaterhauses ? Gewiß, die Mutter ist’s, die sich besorgt Uber mich beugt, ln ihrer Hut bin ich geborgen. Ein todwunder Krieger ruht, bewußtlos im fernen Land in Eis und Schnee. 4. Nach der Schlacht. Nebelgrau und dunkel wölbt sich der Nachthimmel über dem Schlachtfelde des Tages. Das furchtbare Tosen bes Donners der Geschütze ist verstummt. Nun ruht das Schweigen des Todes über der blutgetränkten Winterlandschaft. Kein Sternlein leuchtet auf die grause Walstatt hernieder. Aus lähmender Ohnmacht erwachend, komme ich allmählich zur Erkenntnis meiner trostlosen Lage. Ich versuche es, mich trotz der Schmerzen emporzurichten, und bete zu meinem Schöpfer. Da naht Hilfe. Die Sanität ist da. Gleichsam als Zeichen der Erlösung leuchtet mir das rote Kreuz auf weißem Grunde entgegen. Behutsam mühen sich hilfreiche Hände um mich. Auf eine Tragbahre gebettet, erreichen wir den Verbandplatz und nach endlos scheinenden, furchtbaren Stunden nimmt mich ein Lazarett auf, in dem mir die sorgsamste Pflege zuteil wird. Währenddessen beginnt auf dem Schlachtfelde eine traurige, ernste Arbeit. Gilt es doch, die tapferen Helden, die fürs Vaterland gefallen sind, in kühle Erde zu betten, zur ewigen Ruhe. 5. Bevor ich zur Ruhe gehe. Wochenlangem milden Wetter und herbstlichen Regentagen ist nun plötzlich der Vorwinter gefolgt mit Schnee und Kälte. Da sitzt es sich abends recht traulich in der wohldurchwärmten Wohnstube. Nach dem Abendessen rücken wir beim milden Lichtscheine der Lampe näher am Tische zusammen. Der Vater liest, die Mutter strickt, indes wir Kinder uns mit einer Arbeit oder einem unterhaltenden Spiele beschäftigen. Wenn aber die Schlafenszeit herannaht, dann muß ich alltäglich unserer braven Krieger gedenken, die vielleicht in unwirtlicher, kalter Wintern acht Erholung und Schlaf suchen müssen. Mitleid und Wehmut ergreift mein Herz. Im Nachtgebete aber bitte ich Gott innigst, er wolle Frieden geben den Menschen, die eines guten Willens sind. 6. Kriegsnot. In unserem Kronlande Galizien tobt der Krieg mit allen seinen Leiden und Schrecken. Jede Arbeit ruht. Die wenigen Bewohner, die es versuchten, den Kriegsunbilden zu trotzen, müssen nun unmenschliche Verfolgungen erdulden. Vor dem ungestümen Ansturme der Russen entfloh gottlob ein großer Teil der Bevölkerung noch rechtzeitig. Personenzüge mit Flüchtlingen eilten fast in alle Länder der Monarchie. Durch die Güte reicher Leute, die Fürsorge von Gemeinden sowie die Staatsverwaltung erhalten sie in genügendem Maße Obdach, Kleidung und Verpflegung. Viele Familienglieder wurden in der eiligen Flucht von einander getrennt. Nun forschen sie in banger Sorge nach dem Verbleib ihrer Angehörigen. Im fernen Osten aber erzählen qualmende, rote Feuerzeichen und gellende Verzweiflungsschreie der Zurückgebliebenen von roher Kriegsnot. G. Morgenrot. Eine Reiterschar hält am Waldrande. Sie harrt des Trompeten sign als zu kühnem Angriffe. Da loht im Osten feuriges Morgenrot auf. Ein neuer Tag bricht an. Noch ruht sein Geschick in der Wiege der Zukunft. Stumm verharren die Krieger im Gebete zu Gott. Wie die Rosen im Sonnengolde des Tages welken, also sinkt wohl bald mancher Reitersmann sterbend vom schnaubenden Rosse. Doch die Braven kennen weder Zagen noch Trauer. Mutig und kampflustig blitzen die Augen, ungeduldig klirrt zur Linken das Schwert. Nun gilt es! Wie Helden stürmen die Wackeren wider den Feind, um mit Löwenmut zu kämpfen und — wenn Gott es so will — zu fallen für Kaiser und Vaterland. 3196 Von Priesterschulen und Schreibern im alten Ägypten. Von Karl Krobath. Die sanften Hügelwellen des Mokkatamgebirges und die Stämme des „versteinerten Waldes“ bei Kairo liegen sicher nicht tiefer im Banne der Erstarrung als das Schulwesen Ägyptens in alter Zeit. Unter den Pharaonen folgte dann Ebbe und Flut, heidnische und christliche Kultur, bis dann die französische Expedition wie ein frischer Windhauch abendländischen Bildungswesens über die Öde eines saft- und sinnlosen Unterrichtsbetriebes fegte. Der Zug Napoleons nach Ägypten 1798 war eine Kulturtat für dieses Land und es ist bezeichnend, daß auch der andere große Eroberer, der hieher gekommen war, Alexander der Große, in Alexandrien eine Bildungsstätte allerersten Ranges gründete. Wissen ist Macht. Und nach Macht haschten die Priester in dem uralten Kulturlande am Nil. Ihre Kaste nahm das Privilegium wissenschaftlicher Forschung für sich in Anspruch, damit sie dem Volke gegenüber nicht bloß als Verkünderin ethischer Rechts- und Religionsregeln und weit mehr noch damit der Priester als Zauberer und Wunderwirker, als erhabener Mensch, durch Zuwendung übernatürlicher Kräfte von den Hochgewalten bevorzugt, gelten konnte. Die Priester waren des Ra-Phra (Pharao) höchste Verwaltungsbeamte und Gewissensräte — die eigentlichen Könige. Die Mitglieder des Königshauses wurden im Wissen der Priester unterrichtet, in die Mysterien eingeweiht, in deren geheimnisvollem Gewände sich als oberste Erkenntnisse der Gottesforschung die Lehren von einem Gott und von der Unsterblichkeit der Seele bargen. — Die Tempel der Isis und des Osiris-Serapis waren Pflanzstätten der Mysterienweisheit, also theologische Hochschulen. Erdmessung, Heilkunst, Sternkunde und Sterndeutung, Rechts- und Verwaltungskunde bildeten die Hauptfächer der Profangelehrsamkeit. Alle Götter sind Glieder des Einen, der über sie und über alles gesetzt ist, den kein Name bezeichnen kann und der unerforschlich ist. Die Epopten (Einzuweihenden) mußten, um sich von der Masse der Unwissenden zu unterscheiden, beschnitten werden und auf Stirn oder Brust den Namen „Jao“ tragen, der dem höchsten Gotte galt. Bei ihrem Eintritte in das Heiligtum empfing sie der Oberpriester, der Hierophant, mit den Worten: „Er ist einzig, aus sich selbst. Ihm sind alle Dinge das Dasein schuldig.“ Der Geschichtsschreiber Philo berichtet, daß Moses in der Philosophie, in der Auslegung der Symbole und Hieroglyphen, in der Geheimlehre von den heiligen Tieren und in allem Unterricht genoß, was ihm später als Führer des hebräischen Volkes sehr zustatten kam. Jedenfalls haben wir uns das Studium der 42 heiligen Bücher der Ägypter, weiters des Totenbuches, die Deutung der Hieroglyphen u. a. nicht zu leicht vorzustellen. Die Schreiber genossen fast königliche Ehren. Gleich den Königen wurden sie in riesigen Statuen aus Stein gehauen. Im ägyptischen Nationalmuseum nächst der Riesenbrücke Kasr el Nil in Kairo sind viele derselben zu sehen. Auf einem Steinstuhl sitzend, die zu den anderen Größenverhältnissen überlangen und steifgeformten Beine durchab in gleichem Abstand nebeneinander, oder mit übereinander geschlagenen Beinen (etwa wie jetzt nach türkischer Art) sind sie dargestellt. Die Köpfe sind breit geformt, haben gescheiteltes Glatthaar oder sind mit einer runden Haube bedeckt. Charakteristisch sind die gleichmäßig gekräuselten Stirnlocken. Die rechte Hand ist zum Schreiben gerichtet, die linke hält die über das Knie gebreitete Papyrusrolle. Unwillkürlich verweilt der Beschauer der so zahlreichen, überwältigend eigenartigen Altertümer Alt-Ägyptens längere Zeit vor den Steinkolossen, an denen ein Täfelchen besagt: „Statue representant un scrib accroupi“ und die uns aus den ungemein lebensvollen Gesichtszügen der dargestellten Männer eine Zeit hoher Würdigung der Schreibkunst widerstrahlen. Allerdings wurde damals das Schreiben vom Volke noch als eine zwischen der Gottheit und den Menschen vermittelnde, den Unkundigen höchst geheimnisvolle Kunst aufgefaßt. Die Buchstaben galten als göttliche Symbole. Jeder Schreiber war also ein ganz bedeutender Anwalt der Menschen in ihrem Verkehre mit den Göttern. Und heute . . .?! — 0 tempora, o mores! Eine Konferenzarbeit aus dem Kriegsjahre 1866. (Von Valentin Müller, Lehrer in Baginsberg bei Kolomea in Galizien.) Moröcmcrkung: Die nachfolgenden Ausführungen bringen zwar nichts Neues; aber sie mögen trotzdem platzfindcn — einmal wegen des schulhistorischen Interesses und dann mit Rücksicht darauf, daß die Grundsätze des Zeitalters liberalen Hochflugs mancherorts außer Kurs geraten sind, so daß es angemessen scheint, sie wieder einmal aufzufrischcn. Die Volksschule hat die Aufgabe, die ihr anvertrauten Kinder für das künftige Leben vorzubereiten und sie zu nützlichen Gliedern der menschlichen Gesellschaft heranzubilden. Sie hat demnach nicht bloß zu unterrichten, sondern auch zu erziehen; ja man könnte sagen: sie hat nur zu erziehen, da der Unterricht, strenge genommen, keinen ändern Zweck verfolgt. Da aber eine gute Erziehung ohne zweckmäßige Disziplin nur schwer erzielt werden kann, so will ich bemüht sein, die Frage zu beantworten: Welche Mittel soll der Lehrer gebrauchen, um die Disziplin zu erhalten und die Lust zum Lernen zu weck e n ? Das gewöhnlichste und bequemste Mittel, die Disziplin in der Schule zu erhalten, war seit ältester Zeit die körperliche Züchtigung. Leider gibt cs auch heute noch Schulen, in denen nicht selten die Rute, der Stock u. dgl. als vorherrschendes Mittel zur Erhaltung der Disziplin gebraucht werden. Obwohl sich über den Gebrauch solcher Disziplinarmittel der Stab nicht völlig brechen läßt, so wird man doch die Wahrnehmung machen können, daß in Schulen, wo körperliche Züchtigungen zur Tagesordnung gehören, gewöhnlich die schlechteste Zucht herrscht. Aus dieser Beobachtung geht hervor, daß sich die Disziplin nicht auf die Furcht vor der Strafe gründen kann, sondern einerseits auf das religiöse und moralische Gefühl der Kinder, anderseits auf die Persönlichkeit, den Ernst und die Gerechtigkeit des Lehrers. Der Lehrer behandle seine Schüler wie freie Menschen, die er zu führen und zu allem Guten anzuleiten, nicht aber mit Härte zu behandeln und zu knechten hat. Beherrschen sollen den Lehrer die Grundsätze des Rechtes, der Billigkeit und der Liebe, niemals aber der Eigensinn oder gar die Leidenschaft; dann wird er sich bald die Liebe und das Zutrauen seiner Kleinen gewinnen, welch beide die sicherste Grundlage der Erziehung sind. Es wird dann zwischen Lehrern und Schülern das glücklichste Verhältnis obwalten. Der Lehrer spreche daher zu seinen Schülern stets mit freundlichem Ernste (dadurch erhält man sein Ansehen). Die Schüler antworten ihm dann ohne Furcht und betrachten in ihrem Lehrer einen Freund, dessen Liebe von ihnen Gegenliebe, dessen Kenntnisse und moralische Würde von ihnen Achtung und Ehrerbietung abnötigen müssen. Jeder aufmerksame Lehrer wird ferner schon die Beobachtung gemacht haben, daß Kinder mehr nach Gewohnheit als nach Überzeugung handeln. Das Kind ahmt alles nach. Was es hört, was es sieht, was es spricht, ist Gewohnheit und so gewöhnt es sich fast unbewußt zu denken, zu sprechen und zu handeln, an alles, was dann seinen Charakter ausmacht. Daher sagt man mit Recht: „Jung gewohnt, alt getan“. Der Lehrer kann darum nie genug Gewicht auf die Bildung guter Gewohnheiten legen, zumal das jugendliche Gemüt hiezu der fruchtbarste Boden ist. Er soll stets das Vorbild sein, dem die Kinder nachzustreben haben. Er gewöhne sie mehr zu Fleiß, Ordnung, Reinlichkeit und dergleichen, als daß er sie durch Zwang dazu verhalte, ln einer solchen Schule wird dann auch bald ein liebevoller, friedlicher Geist unter den Schülern wohnen. Sie werden Geduld und Nachsicht mit den Schwachheiten anderer Mitschüler haben; sie werden lieber Beleidigungen vergeben, als dieselben anklagen oder gar entgelten. Sie werden ihren gegenseitigen Wünschen bereitwillig entgegeukommen und Zank, Streit, Schadenfreude und andere Erscheinungen der Roheit werden immer seltener, nie aber vorherrschend werden. Stellen wir uns nun eine Schule vor, in der die kleinen Sprößlinge nur eine rauhe Sprache hören, nur ein finsteres, mürrisches Gesicht sehen, wo sie durch manchen Hagel von Püffen, Kopfstücken und Ohrfeigen, die in reichlicher Zahl auf ihre betäubten Köpfe niedersausen, — begleitet von allerlei nicht gar lieblich klingenden Ehrennamen, so werden wir leicht begreifen, daß in einer solchen Schule weder von Disziplin noch von Erziehung die Rede sein kann. In einer solchen Anstalt wird bald ein gegenseitiger Wetteifer im Überlisten und Widerstreben erwachen. Der Lehrer wird hier bemüht sein, seine Schüler ein- zuschüchtern und ihnen-Gesetze vorzuschreiben; die Schüler dagegen werden sich befleißigen, letztere zu umgehen. Der Lehrer wird strafen wollen; die Schüler werden sich bemühen, sich durch allerlei Umtriebe dem schwungvollen Arme ihres Zuchtmeisters zu entziehen. So wird statt der Sittlichkeit, der Geist der List, der Schlauheit, der Roheit und der Grobheit einkehren, der im späteren Leben oft zum Nachteile der menschlichen Gesellschaft in Gebärden, Worten und Handlungen an den Tag kommt. Der künftige Bürger soll in der Schule so erzogen werden, daß er in seiner Obrigkeit einen wohlwollenden Vater, in seinem Mitmenschen einen Bruder sieht. Soll die Erziehung der Schule das erreichen, so muß der Lehrer jederzeit den Ton eines Vaters gebrauchen. Vor allem muß er mit guten Beispielen vorangehen, wenn er nicht einem Wegweiser gleichen will, der zwar mit seinen hölzernen Armen vorwärts zeigt, durch sein Verhalten aber zum Stehenbleiben verlockt. Ist der Lehrer in seinen Handlungen sanft, liebreich und gerecht, so wird er sich gar bald das Zutrauen seiner Kleinen gewinnen. Sie werden mit Lust in die Schule eilen und Freude am Lernen haben. Die Worte des Lehrers werden leicht in deren Herzen Eingang finden und er wird durch einen Blick, durch ein Wort die Disziplin besser aufrecht erhalten als ein anderer Kollege dies durch zeitraubende Strafpredigten oder entehrende körperliche Züchtigungen zu tun vermag. Eingesendet von Lehrer H. D. Unsere Wechjelrede wird nunmehr, da nach dein Kriege auch auf dem Gebiete des Umerrichtsivesens bedeutungsvolle Reformen zu erwarten sind, an Umfang und Tiefe zunehmen müssen. Vor allem wäre es zu begrüßen, wenn die hier aufgestellten Fragen durch Lehrerkonferenzen besprochen und die Entschließungen samt der dazu gehörigen Verhandlungsschrift eingeliefert werden würden. Wenn wir zuwarten, bis der Friede da ist, dann kann es uns passieren, daß sich soundsoviel Theoretiker und Nichtfachmänner an einen Tisch von grünlicher Farbe setzen und uns eine Pädagogik schaffen, die entweder in die Lüfte entschwindet oder den Keim des Siechtums in sich trägt. Die Lehrerschaft soll sich ihren Arbeitsplan, und was dazu gehört, selbst schaffen und für alles, was ihre Interessen betrifft, wohlerwogene Vorschläge aufzeigen. Die Volksbildung ist unser Eigengebiet; da darf niemand hereingreifcn. Freilich, wenn wir nichts zur Sache tun, dann macht sich der andere breit. Die Zeit schreitet in vollem Ernste vorwärts; bald wird der Tag kommen, da ein neues Österreich geschaffen werden soll. Reichen wir uns rasch die Hände und liefern wir gediegene Vorarbeit I Unsere Wechselrede, die bisher mehr denn 30 Fragen gelöst und über ein halbes Tausend Urteile geliefert hat, sei der Sammelpunkt für strebende, für kämpfende Geisterl Die nachfolgende Liste mag zur Gedankenfehde reizen! (Zugleich ersuche ich, die der F. 133 beigegebenen Anmeldungs-karten einzusenden.) 1. Soll das Reichsvolksschulgesetz geändert werden? In welchen Teilen? 2. Wie stellen Sie sich zu den Schulbesuchserleichterungen? 3. Sind Sie für die Staats — Volks- und Bürgerschule? 4. Wie denken Sie sich die Lösung der Hauptlehrer- und Übungsschullehrersrage? 5.- Wem gehört die Jugendfürsorge: den Juristen oder uns? 6. Was beantragen Sie hinsichtlich der Erziehung der schulentwachsenen Jugend zwischen dem 14. und 20. Lebensjahre? 7. Welche Einrichtungen sollen platzgreifen, um durch die Schule die Wahrhaftigkeit des Staates zu erhöhen? 8. In welchen Unterrichtsgegenständen ist eine gründliche Reform notwendig? In welcher Hinsicht? 9. Welche Erfahrungen haben Sie mit dem „Freien Aufsatz", mit dem „Bodenständigen Rechnen", mit der „Arbeitsschule", mit dem „Zeichnen nach der Natur" und mit dem „Begründenden Verfahren" in den Realien gemacht? Was halten Sie von den Gesangsreformen? 10. Nach welcher Richtung soll die Bürgerschule ausgestaltet werden? 11. Was ist an der gegenwärtigen Lehrerbildung zu ändern? (Fortlaufende, dringliche Frage.) 12. Wie soll einerseits das Prüfungswesen und anderseits die Rangstufenleiter der Volksschullehrcr geregelt werden? Anmerkung: 1. Es wird gebeten, jede Frage auf einem eigenen Blatte zu beantworten. Einseitig beschreiben! 2. Weitere Fragestellungen sind erwünscht. Zusendung der beantworteten Fragebogen an die Schriftleitung der „Blätter f. d. A. U. in Mies (Böhmen)". Porto bei über 20 g Gewicht = 20 h. 3199 Die Wechselnde. Zusammengestellt von A. Felbinger. Zur 15. Krage. Was ist an der bestehenden Lehrerbildung zu ändern? 47. Urteil. Lehrerin F. Moll in Häselgehr, Tirol. In Folge 72, S. 1909, schrieb ich zur 15. Frage meine Meinung nieder und verlangte eine spezifische Lehrerinnenbildung unter Mitwirkung berufstüchtiger Lehrerinnen und eine genaue Prüfung, ob die nötige Eignung zum Berufe vorhanden sei. Eingeführt möchte ich den Koch- und Haushaltungsunterricht an den Lehrerinnenbildungsanstalten wissen. Es wäre dies nicht nur zum eigenen Vorteile für die Lehrerin sondern auch von unberechenbarem Werte für die Gemeinde, für das Volk. Allerdings müssen die Notwendigkeit und der Wert dieses Unterrichtes zuerst allgemein eingesehen werden, dann wird das Volk selbst dringend nach solcher Mädchenbildung verlangen. Die Lehrerin soll aber in diesem Fache selbst bewandert sein. Ferner müssen die Mädchen der letzten Altersstufe nur von Lehrerinnen unterrichtet werden; dann können alle Unterrichtsgegenstände in den Dienst des Haushaltungsunterrichtes gestellt werden oder, wie Fachlehrerin A. W. in G. sagte, der Koch- und Haushaltungsunterricht könnte und sollte zum Mittelpunkte, zum Ausgangspunkte des gesamten Unterrichtes gemacht werden. 18. Krage. Soll der Lehrer mit seiner Klasse anfsteigen oder mehrere Jahre in derselben Klasse bleiben? 13. Urteil. Lehrer Sady Anton in Zabrech a. O. Ja! mit aller Entschiedenheit u. zw. im Hinblicke auf die Worte unseres Altmeisters Goethe: „Der Mensch vermag Unglaubliches zu leisten, wenn er die Zeit zu benützen und einzuteilen weiß.“ Erziehung und Unterricht seien einheitlich, füge ich ergänzend hinzu. Es darf aber auch nicht übersehen werden, daß diese einheitliche Erziehung oft große Gefahr läuft. Gibt es doch auch pädagogische Taglöhner und Handwerker! Hat dann ein solches Kind, das während seiner ganzen Schulzeit von einem einzigen Lehrer geleitet wurde, der Schulpflicht Genüge getan und haben sich die Eigenschaften des Lehrers auf das Kind „übertragen“, dann steht zweifellos nur der Lehrer erbärmlich da. Was für Erfolge könnte beispielsweise ein Lehrer, der nach Rodts vorzüglichem Lehrgänge (aber nicht sklavisch) arbeitet, im Zeichnen erringenI Nur der Lehrer, der mit seiner Klasse aufsteigt, weiß am besten, worauf er weiterbauen kann. Er weiß am besten, ob der Grund fest ist und wo dieser schwankt. Dasselbe gilt von allen ändern Unterrichtsgegenständen. Daß aber das Aufsteigen des Lehrers mit seiner Klasse gründliche Beherrschung des Volksschulstoffes verlangt, braucht wohl nicht erörtert zu werden. Daher mein Schlußurteil: Wer die Menschheit verbessern will, indem er die Jugend verbessert, wer an seinen Kindern den Himmel und nicht das Brot verdienen will, der steige mit seiner Klasse auf, wo nicht, tut er besser, „abzuwechseln"! Für die Elementarklasse sei die Liebe des Lehrkörpers zu bestimmen. Könnten nicht die Oberlehrer, kraft ihrer reichen Erfahrung im Schuldienste und des großen Bedürfnisses an Zeitgewinnung für die Erziehung des Volkes, ihre Lehrerliebe den Kleinsten opfern? Zur 23. Krage. Soll eine Vermehrung der Titel angestrebt werden oder nicht? 49. Lrteil. Lehrer Emil Roth in Willomitz. Schon wiederholt wurde darauf hingewiesen, daß der Titel „Lehrer“ wirklich der treffendste und bezeichnendste ist. Trotzdem entbehrt er nicht eines gewissen herabsetzenden Beigeschmackes, wenn ein alter, im Schulleben ergrauter Kollege mit dem gleichen Titel bezeichnet wird wie ein Anfänger; denn nicht selten schließen Unverständige daraus, daß es dieser Kollege nicht weiter bringen konnte als eben zum „Lehrer“, da ihm zu etwas Höherem die nötigen Fähigkeiten mangeln. Daher wäre es sicherlich im Interesse unseres gesamten Standes gelegen, daß ein „Lehrer“ nach einer bestimmten Anzahl von Jahren, wenn er seiner Pflicht anstandslos nachgekommen ist, den Titel „Oberlehrer“ erhielte. Selbstverständlich muß dieser Titel auch Schulleitern an Einklassigen, denen er gegenwärtig vorenthalten wird, ohne Rücksicht auf das Alter verliehen werden. Daneben könnten ja fernerhin wie gegenwärtig Lehrer, die sich im hervorragenden Maße ausgezeichnet haben, mit dem Titel „Direktor“ ausgezeichnet werden. Titel wie „Praktikant“, „Assistent“, „Adjunkt“ usw., halte ich nicht für zweckmäßig, da sie sich mit unserem „Lehr“-Berufe nicht in Einklang bringen lassen. 3200 Aphorismen über Hortfragen. Von Karl Cornelius Rothe. Der Hort soll dem mangelhaft beaufsichtigten Kinde für einige Stunden des Tages die Familie oder die Schule ersetzen. Nach der Idee ist Ersatz der Familie geplant, aber da der Hort eine größere Anzahl Kinder in jeder Abteilung (Kompagnie oder wie sie sonst heißen mag) vereinigt, so erzwingt diese Anzahl, die oft zur Masse (50—70 Kinder 1) wird: die Massenerziehung. Und damit ist die Familienerziehung ausgeschlossen und die schul- oder kasernenmäßige Behandlung gegeben. Aber die Idee der Familienerziehung ist trotzdem nicht beseitigt, sie glüht weiter im Herzen der Hortlehrer und dieser Widerspruch ist ein ewiger Ansporn, eine stets hochgespannte Triebfeder; dieser Widerspruch ist aber auch eine Quelle wiederholter Enttäuschungen, die den Hortlehrer entmutigen könnten. Von den Sorgen, Zweifeln, Enttäuschungen, Entsagungen des Hortlehrers hat der Außenstehende keine blasse Ahnung. Aber auch nicht von seinen Freuden und der Befriedigung in all dem Kampfe um den Sieg der Idee tatkräftig mitzutun. Der Kampf der Idee mit den Forderungen des Realen tobt am heftigsten im Herzen und in der Seele des Hortlehrers, wenn er einen Zögling auszuschließen gezwungen ist. Der Selbsterhaltungstrieb der Masse verlangt unerbittlich den Ausschluß eines Zöglings, der zur sittlichen Gefahr für die anderen wird. Denn der Hort soll ja die noch unverdorbenen Kinder vor schlechten Einflüssen bewahren. Diese Forderung muß der Hortlehrer anerkennen, sosehr ihn auch die Nächstenliebe auffordert, gerade den gefährdeten Zögling nicht hinauszustoßen und ihn der letzten Stütze zu berauben. Wenn er den ausgeschlossenen Zögling dann scheiden sieht aus dem Kreise seiner Jugend, dann krampst sich sein Herz zusammen und erhebt schwere Anklage gegen den Hortlehrer selbst. Der Handfertigkeitsunterricht ist eine der wichtigsten Beschäftigungen im Horte. Er sollte obligatorisch sein für alle Zöglinge. Aber da legt wiederum die unerbittliche Raum- und Materialkostenfrage ihr hartes Veto ein. Der Handfertigkeitsunterricht — selbstverständlich geleitet nach hygienischen, pädagogischen und kunstgeschichtlichen Grundsätzen — ist eine der allseitigsten Bildungsgelegenheiten. Körper und Geist werden gleichmäßig, also harmonisch gebildet. Muskeln werden gestärkt und gestählt, Sinne geschärft und der Geist wird zu emsiger Denkarbeit gezwungen (Plan, Auswahl der Materialien und Werkzeuge, Kontrolle der mechanischen Arbeit; Berechnungen der Kosten, Fragen der Flächen- und Raumlehre). Der obligatorische Vorbereitungskurs macht den Zögling mit den wichtigsten Werkzeugen und den im Hause und im Leben am häutigsten vorkommenden einfachen Handarbeiten, daher auch mit den wichtigsten Handwerken bekannt. Dabei lernt der Lehrer das Talent und die Neigung des Schülers kennen; der Schüler wählt dann nicht nach primitiven Vorstellungen den Spezialkurs, dieser führt ihm weiter und wird zu einem Konzentrationspunkt, zu einem Kosmos eigener Art. Materialienkunde in ihren Grundlinien, Mechanik, Statik und andere Zweige der angewandten Physik, Chemie, aber auch Geschichte des Handwerkes, seine entwicklungsgeschichtliche Abhängigkeit von geographischen und kulturhistorischen Faktoren, Stilkunde und Kunstgeschichte: zu all dem führen nun vielfache Brücken und Wege. Beim ehrsamen, primitiven Handwerk fingen wir an und am Schlüsse stehen wir bei einem praktisch betriebenen Kulturgeschichte-unterrich t. Die Körperkultur ist eine hohe Aufgabe der Horte. Unter den zahlreichen ihr dienenden Mitteln sind Fechten und Schwimmen noch immer zu wenig ausgenützt. Alle physisch geeigneten Zöglinge sollten beides lernen. Gegenüber dem Turnen hat das Fechten den Vorteil, die dem jugendlichen Körper so schädliche Überanstrengung leichter vermeiden zu können. Auch fördert es mehr die der Jugend ohnehin mehr entsprechende Geschmeidigkeit und Gelenkigkeit gegenüber der hohen Kraftleistungen, die beim Turnen an Geräten verlangt werden. Das der Jugend besser entsprechende Haltungsturnen befriedigt sie zu wenig, wenn es nicht abgelöst wird durch anstrengende Geräteübungen. Das Fechten aber ist Haltungsturnen in einer Form, die die Jugend immer reizt. Aber die Kosten! Nun, diese werden denn doch aufgewogen durch den Gewinn. Eine Fechtriege, die nur einen kleinen Teil der Zöglinge beschäftigt (mitunter sogar nur ein Dreißigstel!) ist ja sicherlich besser wie gar keine, aber noch lange nicht eine gute Einrichtung. Jeder gesunde Knabe sollte unbedingt und unnachsichtlich Schwimmen lernen. Nicht die absolute Zahl der Schwimmer eines Hortes bat einen Wert, sondern einzig und allein die relative. Es muß erreicht werden, daß jeder gesunde Knabe, das beißt jeder, gegen dessen Schwimmen der Arzt kein Veto emlcgt, ein Freischwimmer wird. Vom gesunden Körper, den man der Jugend erhalten will, wird oft und oft gesprochen, oft und oft wird auch das alte Wort: Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper — zitiert, aber wenn Du nun fragst, was geschieht im besonderen für die '* ei stespf 1 ege, so erfährst Du wohl vielerlei, aber nicht viel! Ein gesunder Körper gilt heute mehr als ein gesunder Geist, gesunde Körper haben aber auch Zulukaffer und Hottentotten. Und wenn Du genau hinhorchst, dann erfährst und hörst Du mancherlei Unerfreuliches. — Der Hortlehrer verkehrt im Horte viel ungezwungener mit den Kindern als in der Schule, wo er doch Amtsperson ist und ex cathedra redet. Je ungezwungener, natürlichkindlicher aber das Verkehren ist, desto mehr muß sich der Lehrer hüten, durch ein unbedachtes Wort, ein hartes oder gehässiges Wort Anstoß in der Seele des Kindes zu erwecken. Kinder ergreifen rasch und leicht Partei, glauben aus irgend einer Äußerung einen Schluß ziehen zu dürfen, daß der Hortlehrer N. N., daß Herr X. Y. usw. bei ihrem Hortlehrer nicht „gut angeschrieben“ ist, so stößt der andere auf einmal auf Schwierigkeiten, die ihm zuerst rätselhaft sind und nicht immer klärt eine ruhige Aussprache die Angelegenheit auf. Die echte, treue, herzlicheLehrerkollegialität isteinenotwendigeVoraus-setzung einer erfolgreichen Geistes pflege im Horte. Sie ist die Voraussetzung, aber sie ist nicht die Geistespflege selbst! Zur Geistespllege gehört auch die Fliege dev Sprache. Gesang wird geübt, aber die Sprache vernachlässigt. Und dieser Nachteil ist viel größer, als geahnt wird. Es muß nicht jeder Mensch singen können, aber ein jeder Mensch muß sprechen, gut, klar, logisch reden können. Die Sprache ist unser höchstes Gut! Und gerade dieses wird in Schule und Hort vernachlässigt. Jedes Fest gibt uns ungewollte Beweise davon. Schon die erwachsenen Kedner entgleisen so oft, bleiben stecken usw. Zum Entgleisen rechne ich aber auch das unlogische Überspringen auf andere Themen; peinlich ist es aber dann auch noch zu erleben, daß junge Leute — Kinder sind gewöhnlich, weil noch unverdorben, bessere Redner — nicht einmal ein paar Glückwunschsätze sagen können, ohne stecken zu bleiben! Freilich mustergültige Vorbilder haben sie nicht, gute Anweisungen erhalten sie auch nicht, — woher sollen 8*e es können ? Der Höhepunkt der Geistes pflege ist die C h ar a k t er er zi eh u 11 g. Die militärische Ordnung, die in vielen Horten eingeführt ist, ist sicherlich ein gutes Mittel zur Charakterbildung, die körperlichen Übungen desgleichen, Musik als gemütbildender Faktor auch; aber das beste Mittel ist das edle, makellose Beispiel. Das direkte, vorgelebte Beispiel und das indirekte, historische Beispiel. Nicht Moral-Pauken, nicht Zanken, Tadel undStrafen sind die besten Erziehungsmittel. Das große Hemmnis 111 der Charakterbildung ist die Massenerziehung des Hortes. Diese liefert eben nur „Durchschnittserfolge“. Höhere Erfolge siehst Du nur dann, wenn der Hortlehrer eine kleinere Anzahl von Kindern (z. B. auf Wanderungen, Ausflügen, im Gruppenunterricht) in spezieller Behandlung und spezieller, individualisierender Erziehung vornehmen kann. Die außerhalb der Schule gepflegte Jugendfürsorge ist eine ungemein wichtige, edle und schöne Tätigkeit der Lehrerschaft. Kleinliche Schulbureaükratie ist ihr ärgster Feind. Die Schulbehörden tun am besten, wenn sie nur fördernd, unterstützend sich verhalten, aber möglichst wenig direkt eingreifen. Die Erfahrung lehrt, daß jene Horte am besten gedeihen, die den Behörden gegenüber am freiesten sind. Nachbemerkung: Das Hortwesen tritt, durch die großen Ereignisse getragen, als wichtige Erziehungsmaßnahme hervor. Wir betrachten darum den vorstehenden Artikel als Beitrag zu unserem fortlaufenden Abschnitte „Österreichs Zukunft". Wer zugreifen, d. H., die niedergelegten Gedanken zur Tat führen will, erkundige sich des weiteren unter Berufung auf uns bei der „Pestalozzi-Zeitung" (Wien, 18., Eottage-gaffe 17). — D. Sch. 3202 Was für alle Zeiten festgehalten werden muß. 39. Kriegstagung des preußischen Landtages. Der preußische Landtag trat am 22. Oktober 1914 zu einer Kriegstagung zusammen, um die Vorlagen, betreffend die Bewilligung eines Kredites von l'ß Milliarden Mark und betreffend die Abänderung des Enteignungsgesetzes zu erledigen. a) Die Sitzung des Abgeordnetenhauses. Zunächst hielt das Abgeordnetenhaus eine Sitzung ab, Saal und Tribünen waren überfüllt. Im Saale sind viele Abgeordnete, die unter den Waffen stehen und behufs Teilnahme an dieser Tagung beurlaubt wurden, in Uniform erschienen, darunter auch der auf dem Schlachtfelde verwundete freikonservative Abgeordnete Bredt, der um den Kopf einen Verband trägt. Den l’latz des auf dem Schlachtfelde gefallenen Abgeordneten Hasenclever schmückt ein Lorbeerkranz mit Chrysanthemen und schwarzer Schleife. b) Die Eröffnungsansprache. Präsident Graf Schwerin-Löwitz eröffnete die Sitzung und bittet um die Ermächtigung, der Kaiserin, deren herzliche und freundliche Fürsorge für die Pflege der Verwundeten er hervorhebt, die Glückwünsche des Hauses zur Feier des heutigen Geburtstages darbringen zu dürfen. (Wird erteilt.) Ferner teilt der Präsident mit, daß er anläßlich des fluchwürdigen Verbrechens gegen den Erzherzog Franz Ferdinand und dessen Gemahlin dem österreichisch-ungarischen Botschafter das Beileid ausgesprochen habe. Sodann widmet der Präsident dem gefallenen Abgeordneten Hasenclever einen warmen Nachruf. c) Rede des Dr. Delbrück. Vizepräsident des Staatsministeriums Dr. Delbrück: Der Haß und die Mißgunst unserer Nachbarn haben Deutschland in einen Krieg um Sein und Nichtsein verwickelt. Unsere Heere kämpfen in Ost und West an den Grenzen. Der Kaiser befindet sich inmitten seiner siegreich kämpfenden Truppen, der Reichskanzler und Ministerpräsident hat ihn begleitet. Und so fällt es mir zu, an Stelle des letzteren, der lebhaft bedauert, verhindert zu sein, heute in diesem Saale zu erscheinen, zwei Vorlagen vor Ihnen zu vertreten, die uns der Krieg aufgenötigt hat. Bevor ich dies aber tue, entledige ich mich eines allerhöchsten Auftrages (sämtliche Mitglieder des Hauses und der Regierung erheben sich von ihren Plätzen), indem ich dem Hause die herzlichsten Grüße unseres geliebten Kaisers und Königs übermittle, die mir vor kurzem, als ich im Hauptquartier weilte, dort aufgetragen worden sind. Der Kaiser verfolgt mit lebhaftem Interesse Ihre Arbeiten, die darauf gerichtet sind, die Wunden zu heilen und die Erschwernisse zu beseitigen, die der Krieg verursacht hat. Der Kaiser läßt Ihren Arbeiten den besten Fortgang wünschen. (Lebhafter Beifall.) Von den beiden vorgelegten Vorlagen ist die wichtigste diejenige, die sich bescheiden als eine Abänderung des Etatsgesetzes für 1914 bezeichnet, die aber tatsächlich einen Kredit von anderhalb Milliarden fordert. Ein Teil dieses Kredits ist bestimmt, die Löcher auszufüllen, die der Krieg in die Einnahmen des Staates naturgemäß gerissen hat und weiter reißen wird. Er soll die Möglichkeit geben, die Verwaltung des Staates ordnungsgemäß weiterzuführen. Darüber hinaus ist es eine unserer wichtigsten Aufgaben, die Hemmungen, die der Krieg unserem Wirtschaftsleben auferlegt, nach Möglichkeit zu beseitigen. Vor allem gilt es hier, der Arbeitslosigkeit zu steuern und die Not zu lindern, die sie zu begleiten pflegt. Hievon abgesehen, sollen aber auch staatliche Notstandsarbeiten in Angriff genommen werden. Es ist in Aussicht genommen, die Bautätigkeit der Eisenbahnverwaltung und die Bautätigkeit der allgemeinen Bauverwaltung soweit möglich unverändert und in der gebotenen Weise fortzusetzen. Ferner auf dem Gebiete der Wasserbauverwaltung über den Rahmen der bisher genehmigten Projekte hinaus umfassende Hochwasserregulierungsarbeiten, namentlich im Gebiete der Elbe und der Oder auszuführen. Auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Verwaltung ist beabsichtigt, die Kultivierung der Odlandsstrecken in den Provinzen Brandenburg, Pommern, Schleswig-Holstein, Hannover und Westfalen mit großer Beschleunigung durchzuführen und wir hoffen gleichzeitig, daß die beschleunigte Durchführung dieser Arbeiten auch die Kulturflächen für die Erzeugung menschlicher und tierischer Nahrung vermehren und somit auch das Maß unserer wirtschaftlichen Leistungen für die Dauer des Krieges erhöhen werde. Soweit es sich dabei um Arbeiten handelt, bei 3203 denen einheimische Arbeiter nicht beschäftigt werden können, werden bei ihnen die Kriegsgefangenen zweckentsprechend und nutzbringend Verwendung linden können. Um nun diese Arbeiten rechtzeitig in Angriff nehmen zu können, wird es nötig sein, daß das etwas weitschichtige Verfahren unseres Enteignungsgesetzes vereinfacht und abgekürzt werde. Mit schmerzlicher Teilnahme haben wir es erfahren müssen, daß bei dem schweren Kampfe an zwei Fronten die Provinz Ostpreußen, in die der Feind eingedrungen war, von der Kriegsnot aufs härteste getroffen wurde. Wie es der Kaiser in seiner warmherzigen öffentlichen Kundgebung betont hat, ist es ein selbstverständlicher Akt der Dankbarkeit der schwergeprüften Bevölkerung, daß ihr der Schade in vollem Umfang ersetzt und das dem betroffenen Landesteile wieder zu dem früheren Wohlstände verhelfen werde. (Lebhafter Beifall.) Vorbehaltlich der nach dem Kriegsleistungsgesetze vom Reich zu erwartenden Ersatzleistung war es eine unabweisbare Pflicht des preußischen Staates, sofort eine umfassende Hilfsaktion einzuleiten. Angesichts der Notlage, in der sich die Kommunen von Ostpreußen befinden, ist ferner ein vorübergehendes Eingreifen des Staates zugunsten leistungsschwacher Gemeinden und Gutsbezirke und im Bedarfsfälle auch der weiteren kommunalen Zweck- und Schulverbände erforderlich. Endlich ist zur Linderung der entstandenen Kreditschwierigkeiten eine Kriegskreditbank für Ostpreußen eröffnet worden, zu der der Staat die doppelte Einlage geleistet hat als die Provinz Ostpreußen. Wie groß die Kosten des Wiederaufbaues der Provinz Ostpreußen und der in Mitleidenschaft gezogenen Teile von Westpreußen sich belaufen werden, läßt sich heute noch nicht übersehen. Wir sind aber der Meinung, daß Beträge bis zu 400 Millionen Mark bereit gehalten werden müssen. Das ist das, was ich zur Einführung der beiden Vorlagen zu sagen habe. Während draußen unsere Heere kämpfen und bluten, ist es unsere Pflicht und Aufgabe, das Land in allen seinen Hilfsquellen stark und leistungsfähig zu erhalten und die in der Heimat Zurückgebliebenen vor Not und Sorge zu bewahren. (Beifall.) Dieser gewaltige Krieg stellt beispiellose Anforderungen an das ganze Volk und er legt auch dem Einzelnen ungeheuere Opfer auf. Er macht aber auch ungeahnte Kräfte frei. Ein jeder weiß, daß wir die Waffen nicht eher aus der Hand legen werden, als bis wir einen Sieg erkämpft haben, der uns die Bürgschaft dauernden Friedens gibt. (Stürmischer, sich immer wiederholender Beifall des ganzen Hauses und der Tribünen.) Ein jeder weiß aber auch, daß wir die Kraft und Mittel haben, durchzuhalten, bis dieser Sieg unser ist. (Erneuter anhaltender Beifall.) Ich zweifle nicht, daß auch Ihre Beratungen und Beschlüsse Zeugnis ablegen werden von dem eisernen Willen zum Siege, der das ganze Volk beseelt. (Erneuter, sich immer wiederholender Beifall und Händeklatschen des Hauses und auf den Tribünen.) Sodann wird die Vorlage ohne weitere Diskussion einstimmig in allen drei Lesungen angenommen. Sodann erledigte das Haus ohne Diskussion die Verordnung, betreffend die Vereinfachung des Enteignungsverfahrens, und erteilte seine Zustimmung zur Vertagung des Landtages bis zum 9. Februar 1915. d) Das Schlußwort des Präsidenten. Präsident Graf von Schwerin-Löwitz wies in seinem Schlußworte darauf hin, dieser Krieg werde noch einmal der Welt von neuem zeigen, welch unüberwindliche Macht auch gegen eine Welt von Feinden einem Volke von Einigkeit das Bewußtsein verleiht, für eine gute und gerechte Sache zu kämpfen. Nicht nur gesicherter in unserer äußeren Machtstellung wird, sagte er, unser Volk aus diesem schweren Kampfe hervorgehen, auch innerlich gefestigter, geläuterter und stärker wird unser Volkstum, wie der Dichter gesungen hat, aus der Länterungsflut dieses Weltbrau des hervorgehen. Manche unreine Schlacke, welche sich während des zunehmenden Wohlstandes unseres Volkes in einer mehr als vierzigjährigen Friedenszeit in den edlen Kern unseres Volkstums eingefressen hat, wird durch diesen Weltbrand und alles, was er mit sich bringt, wieder aufgeräumt werden, und wir werden stärker als zuvor aus diesem Kampfe hervorgehen für die Erfüllung der großen Kulturmission des deutschen Volkes unter den Völkern der Erde. (Lebhafter Beifall.) Endlich aber werden unsere Verhandlungen von neuem der Weit und unseren Feinden zeigen, wie vollkommen einig das preußische Volk in dem Willen ist, kein auch noch so großes Opfer zu scheuen (Beifall), nicht nur um diesen Krieg siegreich zu Ende zu führen, sondern auch um die Wunden und die Not, die er herbeigeführt hat, zu lindern und zu heilen, soweit es überhaupt menschenmöglich ist. 3204 Redner schließt mit begeisterten Dankesworten für die unvergleichlich todesmutigen tapferen Truppen und die glänzende HeeresfUhrung, welche von neuem die Welt in Erstaunen setzt, und ihre Spitze, dem obersten Kriegsherrn. Das Haus und die Tribünen bringen ein dreimaliges Hoch auf den Kaiser aus. Hierauf wird die Sitzung geschlossen. e) Die Sitzung des Herrenhauses. Um 3 Uhr nachmittags trat das Herrenhaus zusammen, um die vom Abgeordnetenhause erledigten Gesetzentwürfe zu genehmigen. Auch hier waren Saal und Tribünen überfüllt. Im Saale sah man zahlreiche Mitglieder des Hauses in Uniform, darunter den ehemaligen Notschalter in London Fürsten Lichnowsky. Auch Fürst Blilow ist erschienen. Unmittelbar nach Eröffnung der Sitzung ergriff der Vizepräsident des Staatsministeriums Dr. Delbrück das Wort und begründete in der gleichen Weise wie im Abgeordnetenhause die Vorlagen. Er schloß: Ihre Bewilligung der großen Kredite wird der ganzen Welt zeigen, daß wir entschlossen sind, das Schwert nicht aus der Hand zu legen, bis wir einen Frieden erkämpft haben, der ein dauernder ist, der uns vor ähnlichen Überfällen schützt, wie wir sie in diesem Sommer erlebt haben. (Lebhafter anhaltender Beifall des ganzen Hauses.) Sodann erfolgte die einstimmige Annahme sämtlicher Vorlagen, womit die Tagesordnung erledigt war. In seinem Schlußworte sagte Präsident von Wedel: Dank der Tapferkeit unserer Armee und Marine unter Leitung unseres Allerhöchsten Kriegsherrn befinden sich keine Feinde mehr auf Deutschlands Boden, und weite Gebiete des Feindes sind in unseren Händen. Es ist uns allen Pflicht und Bedürfnis, unserer tapferen Armee und Marine für das, was sie geleistet haben, unseren wärmsten, heißesten Dank zu sagen. (Stürmischer, allseitiger Beifall.) Mit Gottes Hilfe werden unsere brave Armee und Marine Sieg erringen, werden sie einen Frieden erringen, welcher der gebrachten Opfer würdig ist. Wir leben der Zuversicht, daß diese Erwartung in Erfüllung gehen werde. Redner schloß mit einem enthusiastisch aufgenommenen Hoch auf den Kaiser. Hierauf verlas der Vizepräsident des Staatsministeriums Dr. Delbrück die k. Verordnung betreffend die Vertagung des Landtages bis zum 9. Februar 1915, womit die Sitzung beendet war. Unsere Kriegsspende. (Fortsetzung.) Kristoferitsch R., Schuldir. in Strallegg 10. — Pöll E., L. in Innervillgraten, T. 2. — Kweton J., Obi. in Michelstetten, N.-ö. 1. — Siegmund F., Schull. in Wrchhaben, B. 1 20. — Schulleitung Wölms-dorf 1. — Raab O., Obi. in Simmersdorf, B. 1. — Ortsschulrat Lackenhof, N.-Ö. 1. — Friedl R., Schull. in Hollern, N.-Ö. 1. — Tschiesche I., Obi. in Langugest, B. 2. — Einberger O., Obi. in Gr.-Harras, N.-ö. 1. — Schulleitung Kalksburg, N.-ö. 1. — Prockl F., Miltigau, B. 1. — Adelt A., L. in Schallau, B. 3. — Böhm O, L. in Roßbach, B. 1. — Klotzinger H., L. in Pischelsdorf, St. 2. — Scholz M., Obi. in Kl.-Teßwitz, M. I. — Bruckner A., Obi. in Paudorf, N.-Ö. 1. — Ollinger F., Lehrerin in Weistrach, N.-Ö. 1. — ßenke E., L. in Rudelsau, M. 1. — Tannerl E., Obi. in Rohatetz, M. 1. — Pfohl F., L. in Harta, B. 1 50. — Ecker H., L. in Salzburg 1. — Gruber K., L. in Laufen 1. — Schulleitung Andlersdorf, N.-Ö. 1. — Maresch F., L. in Julienhain, B. 1. — Werdich F., L. in Jantsch, Schl. 1. — Kogelnig K., L. in Pfarrdorf, Kä. 1. — Kogelnig M., Obi. in Eberndorf, Kä. 1. — Siegel W., L. in Stolzenhain, B. 1. — Lehrerverein Ronsperg, B. 1. — Schüller I., Schull. in Sachsendorf, N.-Ö. 1. — Huber H., L. in Langen, Vorarlb. I. — Lehrkörper Kirchberg a. Wechsel, N.-Ö. 5. — Kraft F., Lehrerin in Klosterneuburg, N.-Ö. 1. — Fleischmann E., Einj.-Freiw. in Martinsdorf, N.-Ö. 1. — Englert E., L. in Hrastovac, Slawonien 1. — Stadler L., L. in Zeiselmauer, N.-Ö. 1. — Hellebrand R., L. in Dittersdorf, M. 1. — Hullitschka G., L. in Blattnitz, B. 1. — Beutel K., Lehrerin in Sereth, Buk. 1. — Geister M., Lehrerin in Tux 2. — Körner E., Schull. in Kurlupp, M. 1. — Sabitzer W., Obi. in Markersdorf 1. — Heißenberger R , Bez.-Schulinspektor in Horn, N.-ö. I. — Rothe C. K., L. in Wien 1. — Gast H., Obi. in Kematen, O.-Ö. 1. — Schenk K., Obi. in Meltsch, Schl. 1. — Eberl A., Obi. in Maria-Kulm, B. 1. — Wiblinger A., Obi. in Altwasser, B. 1. — Schulleitung Reichwaldau, Schl. 1. — Homolatsch F., Bez.-Schulinspektor in Wien 1. — Lehrkörper der Volks- und Bürgerschule Groß-Siegharts, N.-Ö. 1. — Sket A., Lehrerin in St. Georgen, St. 1. — Schinko M., Lehrerin in Neu-Pölla, N.-ö. 1. — Klinger F., Obi. in Jagerberg, St. 1. — Mayr A., städt. Lehrerin in Graz 1. — Pfrogner J., L. in Blattnitz, B. 1. — Pötzl E., L. in Holleischcn, B. 1. — Trost K., Obi. in Nieder-Absdorf 1. — 3205 Führich K., k. k. Bez.-Schulinspektor in Gablonz, B. I. — Kempf W., Obi. in Domstadtl, M. 1. — Prieke J., Obi. in Niemes, B. 1. — Cernivec A., Bürgerschullehrerin in Wien 6. — Streicher L., Schull. in Hinterbuch, O.-Ö. 1. — Juroszek P., L. in lstebna, Ö.-Schl. 1. — Cuzak I. aus Laibach 2. — Beck R., Schull. in Neu-Raußnitz, B. 1. — Knabenschule in Gamlitz, St. I. — Wex I., L. in Piswang, T. 1. — Schulleitung Laab im Walde, N.-Ö. 1. — Klanner L., Obi. in St. Kolomann, Hallein 2. — Semlitsch L., Leiter der Knabenschule in Lanzenkirchen, N.-Ö. 1. — Bechter J., Schull. in Rehmen, Vorarlb. I. — Schulleitung Groß-Wiesendorf, N.-Ö. 1. — Müller E., L. in Gaier, B. 1. — Platzer A., L. in St. Margarethen, N.-Ö. 1. — Schulleitung Thernberg, N.-Ö. I. — Babnitz L., L. in Peterswald, Schl. 1. Lutz O., Obi. in Schlögl, O.-Ö. I. — Kunzmann Th., L. in Vordernberg 1. — Stotz B, Obi. in Trainach I. — Jaindl A., Obi. in Pöllau, St. 1. — Privat-Mädchenvolksschule St. Margareten a. Raab 1. Peter W., Schull. in Frauental 1. — Rumpold A., Obi. in Aspersdorf 1. — Ladstätter Th., Obi. in Klein-Prolling 1. — Büchele I., L. in Rothach Dorn 1. — Diemberger S., L. in Bruck a. L., N.-Ö. 3. — Vogt K., Reg.-Rat in Salzburg 1. — Gobiirsch J., L. in Katharina, B. 1. — Förster A., L. in Paulusbrunn 2. — Schulleitung Scharsdorf I. — Hofbauer A., Obi. in Konradsheim 1. — Adelt B., Obi. in Altenbuch, B. 1. — Glantschnig V., L. in Weißbriach, Kä. 1. — Ortsschulrat Seebenstein, N.-Ö. I. — Schmia J., Obi. in Harth, N.-Ö. 2. — Koschatzky J., Obi. in Sieding, N.-Ö. I. — Hübner R., Obi. in Dobern, B. 1. — Schmidt K., L. in Dobern, B. 1. — Tiefenbach A., Schull. in Zaisa, M. 1. — Dr. Nejedli J., k. k. Professor in Laibach 2. — Kopetz F., Obi. in Alberndorf, O.-Ö. 2. — Skulina P., Obi. in Freundorf, N.-Ö. I. — Chlup R., Schull. in Koritschau, M. I. — Nudert F., Schull. in Vogldorf, B. 1. — Naderer R., L. in Ziersdorf 1. — Decker V., L. in Veitsch I. — Schuster F., Schull. in Lohm, B. 1. — Ortsschulrat Schwanberg, St. 1. — Privat-Mädchenschule in Hengsberg, St. 1. — Schmitt G., L. in Gölten, M. 1. — Kuben J, Obi. in Pürbach 2. — Jedlitschka, L. in Orlau, Schl. I. — Steska A., Lehrerin in Store, Kr. 2. — Kraul J., Obi. in Luschitz, B. 1. — Jury H., Obi. in Mähr.-Rothmühl 3. — Dittesch E., Obi. in Wampersdorf, N.-Ö. 1. — Piesko L., L. in Czechowitz, Schl. 1. — Unterkircher V., Schull. in Lana a. Etsch 1. — Polly M., Obi. in Lipolz, M. 1. — Zampa J., L. in Kirchschlag, B. 1. — Philipp F-, Obi. in Riegersdorf, B. 1. — Schalkhammer E., Obi. in Gerersdorf, N.-Ö. 1. — Schulleitung Bach, O.-Ö. 1. — Maiwald A, Obi. in Dittersdorf, Schl. 1. — Bischof E., Schull. in Neudörfl, Schl. 1. — Knaben- und Mädchen-Volksschule in Röchlitz, B. 2. — Müller A., Obi. in Markausch, B. 1. — Laure J-, Lehrerin in Weißbach, B. 1. — Engler P., Obi. in Kaumberg, N.-Ö. I. (Schluß folgt.) Briefkasten. Der durch den Herrn Oberl. Kruschhandel tn F. 132 gegebenen und allerseits mit Beifall aufge-nommenen Anregung, den gesamten Kriegsstoff der „Bl.", soweit er sich zur Einverleibung in die Schnl-chronit eignet, zu einem Sonderhefte znsammcnzuschließen, könnte erst nach Beendigung des Krieges Rechnung getragen werden. Immerhin erscheint es jedoch geboten, schon vorher zu wissen, ob das Unternehmen möglich ist, d. H., ob sich genügend Abnehmer melden. Ist das der Fall, so könnte ein Teil des Letternsabcs sofort verwendet und solcherart die Herstellung wesentlich verbilligt werden. Ein bestimmter Preis läßt sich natürlich nicht angeben; bisher würde 1 K genügen. Greifen wir um denselben Zeitraum weiter, denn aller Boraussicht nach dürfte das Ringen in den Tagen enden, da es vor Jahresfrist begonnen hat, so wären ine Anschaffungskosten zu verdoppeln. Anmeldungen an die Verwaltung, doch, wie gesagt, zum Besten der ©ache möglichst sogleich I — Übrigens ein Kriegshest, das der Schnlchronik beigegeben werden sollte, bildet i>ie vor kurzem im Verlage der „Bl." erschienene Broschüre „Grüße an unsre tapfere Armee". — Schuk-teitcrin H. H. in M.: Das Kriegsmanisest ist in der von uns gedachten Weise nicht erschienen, weil zu ivcnig Bestellungen einliefen. Ich wandte mich an mehrere Verläge. Sie zauderten alle, infolange das Geschäft nicht gesichert erschien. So muß der beste Gedanke scheitern. — „Per Kaiser ruff'L Die Zeit ist vorgeschritten. Nun gilt es Lieder für den Kampf, nicht für den Ausmarsch. — W. K. in Wien: Nachdruck — ne, das vertragen wir nicht. Kommen Sie demnach mit einem Erstbericht! — Lehrer Z. Sch.: Also Ihr Pädagogiklehrer tadelte an unfern Bl., daß sie jedermann Raum gewähren und nicht ausnahmslos ernsten Schulstoff bringen. Mit dem Urteile können wir uns trösten. Zunftpüdagogik und gehaltloses Gebräu haben wir, die Alte», leider genießen müssen; solche Kost wollen wir der Jungmannschast ersparen. Ich vermute, daß Ihr weiser Prediger zu jener Gesellschaft gehört, die sich Jahr auf Jahr zankte, ob es vorteilhafter sei, nach 4 oder nach 4’/2 oder nach 5 formalen Stufen zu unterrichten. Einem Herrn aus dieser Gilde wird frischaufsprossendes Saatgut allerdings nicht behagen. Er verrichtet lieber Maulwurfsarbeit und nährt sich vom Wurzelwerk abgestorbener Stämme. — Lehrer K. It. in Iö.: Das ist wohl richtig, daß butch das Blei der Russen so manches kostbare Leben vernichtet wurde. Aber, wenn das Vaterland blutet, •nuß jede Rücksicht schweigen. Fiel ein Körner, warum sollen nicht auch wir fallen! — I. L. in S.: An 3206 dem Gedichte merkt man noch das Schülcrmäßige. Indes eine Strophe konnte durch die Presse laufen. — Sühne: Unsere Rechnung ist beglichen. Sie haben für die mir angetane Kränkung einen Betrag zu Kriegszwecken gespendet; das genügt. Ist vielleicht noch jemand bereit, in gleicher Weise Buße zu tun? Wenn alle kämen, die es betrifft, es müßte das Kriegsfürsorgeamt mir für einen hohen Betrag danken. — Wros. Schindler in Hroppau sendet zu dem Abschnitte der 2. Kriegsnummer „Weihnachtsgrüße an unsere braven Soldaten im Feld" nachträglich folgende Zeilen: „Festes Vertrauen in der Eintracht Stärke, — Flammender Mut zum gewaltigen Werke, — Selbstlose Hüls' nach des Herzens Gebot — Baut unsre Zukunft und bricht herbste Not." — Lehrer A. K. in W.: 1.) Über den modernen Zeichenunterricht ein Werk anzugeben, fällt schwer. Herr, die Flut ist groß, ich kann sie nicht überschauen! Für einfache Verhältnisse Czechansky (Manz'scher Verlag in Wien), für höhere Schulen Lehnert (Verlag Sollor in Reichenberg). — 2.) Kriegsstoff gibt es in den Bl. ab Sept. 1914 in Fülle. Auch die Zeitschrift „Schaffende Arbeit. . ." bietet zeitgemäße Linien. — Kosrat Sr. K. St. in W. und vielen ändern: Die Jugendfürsorge habe ich nicht aus dem Auge verloren; ich hatte unlängst in Wien eine Besprechung, um die Angelegenheit auf unser Gleise zu bringen. Es ist überaus wichtig, sofort einzugreifen; sonst haben wir das Nachsehen. — Iirl. K. W. in W.: Vom Hinausgeworfenwerden, so man für eine gute Sache sammelt, weiß auch ich manches Lied zu singen. Sonst drückte ich mich in Ergebung, doch wenn es mir jetzt, in dieser schweren Zeit, passiert, daß man mir die krummen Finger des Geizes zeigt und mich dabei angrinst, da habe ich ein Sprüchlein zur Hand, das wirkt. — Kernt W. Aeith ins Aeld: Die Antwort auf Ihre Karte ist mit dem Vermerk „Abmarschiert!" zurückgelangt. Vielleicht erreicht Sie diese Folge der Bl. Gruß und Dank! — Sie 3. Krkegsnummer erscheint erst im April. — MUtiger Katts. Ein Leser unserer „Bl." hängt bei einer Firma durch die Erwerbung von Brehms „Tierleben". Er ist bereit, 51 K, die er bereits eingezahlt hat, zu verlieren und das tadellos erhaltene Werk (13 Bände) abzugeben, wenn sich jemand (Bezirksbücherei!) findet, der den restlichen Betrag K 137 64 in Vierteljahrsraten zu 12 K übernimmt. Näheres durch die Schriftleitung. — Spendenverteilttng: a) Von unserer Kriegsspende können rund 500 K an die Hinterbliebenen von gefallenen Kollegen abgegeben werden. Ich bitte, Bedürftige auf diese Nachricht ausmerksam zu machen. Das Gesuch möge durch den Lehrerverein eingereicht werden! — b) Behufs Verteilung der Sonderschrist „Grüße an unsre tapfere Armee" an Verwundetenspitäler sind zahlreiche Spenden, darunter solche vom Herrn Minister für Kultus und Unterricht, vom Kriegsminister, vom Marinekommandanten, vom Ackerbau- und vom Justizminister und vielen anderen Persönlichkeiten eingelaufen (Ausweis demnächst). Ehe nun die damit sreigewordencn Stücke der Zentralstelle übermittelt werden, frage ich mich an, ob nicht die g. Leser ein bestimmtes Spital zur Beteilung empfehlen wollen. Zugleich wiederhole ich die Bitte, weitere Spenden für den Zweck zu vermitteln. Unser Kriegshefr „Grüße an unsre tapfere Armee" ist unter anderm in der Adria drunten im Aufträge des Marinekommandanten von Schiff zu Schiff gewandert und von einzelnen Kommanden angetauft worden. Gleicherweise sollte es in die Schulen (für die Abnehmer der Bl. der Ankaufspreis niedriger als die Herstellungskosten — 50 h) seinen Einzug halten und in die Krankenhäuser Trost bringen! — Kleine Mitteilungen. 567.) Der ft. II. Schnköncherverlag in Wien hat seit dem Jahre 1906 um 1,553.254 K Armenbüchcr abgegeben und an Honoraren 714.727 K ausbezahlt. 568.) Sie Iiestschrlst des Kärntner Lehrervnndes, die gelegentlich der Tagung des Deutsch-Österreich. Lehrerbundes in Klagenfurt ausgegeben wurde, bedeutet eine außerordentliche Leistung emsiger Sammel-acbeit und geschickter Sichtung des Stoffes. Aus dem reichen Inhalte seien erwähnt: Beiträge von Rauscher, Fraungruber, Krobath, Frankl, Rosegger, Moto, Kernstock, Rauscher, Zenz, Haufe, Frisch, Polack, Jessen, Bienenstein u. a. Da auch das Schulwesen Kärntens zutreffend berücksichtigt erscheint, so geht die Schrift über den Rahmen gewöhnlicher Festgaben hinaus und verdient daher die allgemeine Berücksichtigung. Die Leser werden in dem 100 Seiten starken Bändchen viel Lehrreiches finden. 569.) ght Leljret-Mteif über einen Mzirftsschnklnspefttor, der später Landesschnlinspefttor wurde.' Wohl dem Schulbezirke, dessen Führer ein „Mann" ist, auch „nach obenhin"! Und das wußten wir von Herrn ..., als er noch unser Bezirksschulinspektor war, und im Stillen haben wir es ihm so manchesmal gedankt. Sein tapferes Eintreten liefert uns die erfreuliche Erkenntnis: — Auch in unserem lieben Österreich kann ein Schulbeamter die ungeschminkte Wahrheit aussprechen und es dennoch vorwärts bringen! Im persönlichen Verkehre ist Herr . . . kein Wortemacher. Alle, die viel Wert drauf legen — und ich 1 Entnommen einem Berichte, der auf einen bestimmten Namen lautete, aber in der ursprünglichen Form nicht zum Abdruck gelangte, weil wir weder den Verfasser noch uns in den Ruf berechnenden Persönlichkeits-kultes bringen wollten. D. Sch. 3207 gestehe, auch mir war es nie ganz gleichgültig — von einem Vorgesetzten mit „Herr Kollege" angcsprochcn zu werden, kamen bei Herrn ... nur selten aus ihre Rechnung. Das wurde natürlich von niemandem tragisch genommen; aber sicher tat ihm mancher unrecht, der diese geflissentlich unterlassene Anrede als einen Stand-Punkt des Unnahbaren ansah.' Dafür benahm sich Herr.. . überaus kollegial. Es war für das Ausehen der Lehrerschaft keineswegs belanglos, wenn er sie nach vollendeter Inspektion in die Bahnhofsrestauralion einlud und dort mit ihr in herzlicher Ungezwungenheit plauderte und scherzte bis ihn der Zug entführte; es war auch nicht gleichgültig, wenn er nach beendetem Schuljahre mit dem Herrn Bezirkshauptmann im Kreise der ferienfrohen Lehrerwelt erschien oder auf dem Marktplätze der Bezirksmetropole mit Untergebenen — nicht bloß mit Direktoren und Oberlehrern! — stundenlang im Erholungsbummel auf- und abmarschierte, so daß es auch die wahrnehmen konnten, die sonst die Lehrer gern über die Achsel ansehen. Diese Äußerlichkeiten, die manchem geringfügig erscheinen dürften, um besonders verbucht zu werden, machten natürlich das Wesen des Mannes nicht aus; sie waren nur ein Teil jener herzlichen Echtheit, die sich so wohltuend von gemachter Herablassung unterscheidet. Überhaupt schien er jedem Gemachten abhold. Herr... ist kein Bücherschreiber. Das will in der Hochflut der Bücherfabrikation von einem Pädagogen, der viel mehr als mancher andere zu sagen weiß und dessen Stellung als Vorgesetzter schon im vorhinein einen guten Bücherabsatz verbürgt, immerhin etwas heiß m. Er hat aber dennoch zur Feder gegriffen und seine Wahrnehmungen bei Inspektionen als Abdruck aus dem Protokolle der Bezirkslehrerkonfercnz herausgegeben. Und das ist das Bezeichnende für ihn — nicht etwa als „Leitfaden", sondern als unentgeltliche Richtschnur, die jede Schulklasse vom Bezirksschulräte zugeteilt erhielt und die im Lehrplan auszubewahren war. Herr... hat seine geistige Urheberschaft mit keinem Worte ersichtlich gemacht. In einer der nächsten Folge der „Bl." werden wir auf die Forderungen, die Herr ... als Schulinspektor erhob, näher eingehen und wir glauben, damit der Schule und der Lehrerschaft einen Dienst zu leisten. I. R. 570.) Kosmos-Kakendcr 1915. M 160. Stuttgart, Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde (Franck'sche Verlagshandlung). Der große Erfolg, den der Kosmos-Kalender 1914 zu verzeichnen hatte, hatte bewiesen, daß die Herausgabe dieses Unternehmens wirklich einem Bedürfnisse entsprochen hat. Der vorliegende Kalender von 1915 ist noch weit reicher ausgestattet als der vom Vorjahre, so daß seine Benützung für jeden Naturfreund eine Quelle der Freude sein und ihm eine Fülle von wertvoll en Anregungen bringen wird. Der vorzügliche Bildschmuck ist begleitet von trefflichem, naturwissenschaftlichem, wertvollem Text. Die Auswahl aus dem Tier- und Pflanzenreich ist der Jahreszeit geschickt angepaßt, ebenso die astronomischen Blätter, unter denen besonders die über den Sternhimmel vielen willkommen sein werden. Bei dem Mangel an Abreißkalendern in diesem Jahre möchten wir diesen vielseitigen Abreißkalender ganz besonders empfehlen. Bei der vornehmen Ausstattung ist der Preis von M. 160 billig zu nennen. 571.) Hute Krlcgsvüchcr für die Jugend.2 (Zusammenstellung von Jul. Streit in Gablonz a. N.) 1.) Von Krieg und Kriegsvolk, Skizzen zur Entwicklung der österr. Wehrmacht von Max Schönowsky von Schönwies, mit Bildschmuck von K. A. Wilke (Verlag des k. k. Schulbiicherverlages, Wien, K 3 60). 2.) „Die Wacht am Rhein", Soldatenbilderbuch von Angelo Jank (Verlag von Josef Scholz, Mainz, 2 Bände, jeder nur K 120). 3.) Balladen und Lieder zur deutschen Geschichte verlegt bei Hermann und Friedrich Schassstein, Köln; 2 Bändchen, jedes 36 h, gebunden 72 h). 4.) Volksbuch vaterländisch e r Dichtung, herausgegeben von Paul Schreckenbach im Verlage der Deutschen Dichter-Gedächtnis-Stiftung in Hamburg-Großborstel, Preis 60 h, geb. 90 h. 5.) „Deutsche Spielmann", d. i. eine Auswahl gereimter und ungereimter deutscher Dichtung, deren einzelne Bände für sich abgeschlossene Stoff- und Stimmungseinheiten bilden. Erhöht wird deren Wert dadurch, daß jeder Band von einem Künstler, die besten unserer zeitgenössischen Namen sind darunter, einheitlich illustriert ist. Herausgeber des Deutschen Spielmanns ist Dr. Ernst Weber in München, Verleger Georg D. W. Callwey, München, jeder Band kostet K 1 20. 6.) Alois M en ghin, Andreas Hoser und das Jahr 1809 (Verlag Ulrich Moser, Graz; Preis K 2). 7.) „Von einem deutschen Manne aus großer Zeit", E. M. Arndts Lebenserinnerungen und Lieder, herausgegeben von Paul Mehlhase durch den Neuen preußischen Lehrerverein, Berlin, K 2'40. 8.) Förster Fleck, Erlebnisse in Rußland. (Schasfstein, tatton. 36 h, geb. 72 h.) Ist auch schon für zweimal 12 h zu haben als Heft 39 und 40 der „Deutschen Jugendbücherei". 9.) Freiheit und Vaterland, Lieder aus den Jahren 1809--1815, herausgegeben von Adolf Wildner und Adolf Klinger, mit Zeichnungen von Karl Alex. Wille, Verlag Sollors' Nachf., Reichenberg, Preis K 160. 10.) Kaiser Franz Josef I. (Österreichs Deutsche Jugend 1908, Verwaltung in Reichenberg.) 1 Einem ausrechten Manne ist das gnädige „Herr Kollege" ein Greuel. Wenn man es nicht zurück-geben darf, dann ziehe man den gebührenden Titel vor. D. Sch. 2 Ausführlicher Bericht kostenlos durch die Leitung des Verbandes deutschösterreichischer Jugendschristen -Prüfungsausschüsse in Gablonz a. N-, Wienerstr. 38. Nr. 18. Feber-1915. Blätter für Prüfungskandidaten. Nachricht. Der Krieg hat die Studierenden und uns, die Ratgeber, aus der Ordnung gebracht. Die großen Ereignisse haben nicht nur die ganze Aufmerksamkeit auf sich gezogen, sondern auch den Raum unserer Zeitschrift fast vollends in Anspruch genommen. Das mußte wohl auch so sein! Wie hätten wir denn in der Zeit, da das Vaterland blutet, lediglich auf unser Wohl, auf den Prüfungserfolg, bedacht sein können! Und wie würde es zum Geiste der Zeit gepaßt haben, wenn wir Methodik und Themen gebracht hätten, indes von draußen der Waffenklang zu uns herüberschallt! Also mag der Entfall der „Ratschläge“ gerechtfertigt erscheinen! Allmählich kehrt das ruhige Schaffen, mit ihm das ernste Studium und im Schritt auch unser Weiser wieder. Ratschläge. XVII. a) Für Bürgerschulen. Deutsche Sprache, a) Poetik. Gesamtwiederholung und Anwendung des Gelernten an zahlreichen Literaturbeispielen. b) Literaturgeschichte. Das Studium derselben wird nun abgeschlossen, indem die Dichter und Schriftsteller der allerneuesten Zeit sowie ihre bedeutendsten Werke durchgenommen werden, soweit dies in den früheren Partien noch nicht geschehen ist. Dabei ist das Hauptaugenmerk auf die österreichische Dichterschule zu lenken, doch dürfen aber auch die großen Dichter der Weltliteratur, wie Shakespeare, Milton, Zola, Dante, Cervantes u. a., nicht übergangen werden. Hiebei sei man ganz besonders bestrebt, sich der Eigenart der betreffenden Dichter und Dichterschulen vollauf bewußt zu werden, z. B. der Eigenart der Neuromantiker, die darin besteht, daß sie vorwiegend das kleine, aus einzelnen Abenteuern oder Romanzen zusammengesetzte,oftdurch eingestreute Lieder unterbrochene Epos gepflegt haben. Ebenso muß man die Tendenz der politischen Dichter, der Realisten, der Naturalisten usw. kennen und darzulegen imstande sein. Der bezügliche Lernstoff findet sich bei Tupetz in den §§ 25—30, bei Wiesner in den §§ 210 — 263 und bei Kummer und Stejskal in den §§ 57—66. Prof. W. Stibitz. Geographie. Die Himmelskunde oder die mathematische Geographie. In F. 109 vom Jänner 1913 ist bemerkt worden, daß die Himmelskunde der schwierigste Teil des Geographiestudiums ist und daß es ratsam ist, dieses Studium erst zum Schlüsse vorzunehmen. So schreiten wir denn mutig daran! Die Zeit des Spätherbstes und des Winters mit den zumeist sternklaren Nächten ist zu Beobachtungen, die für das Verständnis unerläßlich sind, gerade vorzüglich geeignet. Ja, das VerständnisI Die mathematische Geographie kann man nie und nimmer aus Büchern rein gedächtnismäßig und mechanisch einlernen, sondern hier ist das Verständnis die Hauptsache. Daher heißt es, fleißig Beobachtungen am Himmel und an seinen Erscheinungen anstellen, die einschlägigen Apparate, wie das Horizontmodell, die Armillar-sphäre, den Globus, ein Tellurium, ein Planetarium, genau studieren und das Beobachtete und Geschaute zeichnerisch darstellen; sonst kommt höchstens ein Scheinwissen, nie aber ein klares Verstehen heraus. Das Lehrbuch von Rusch behandelt die astronomische Geographie im 1 Teile auf den Seiten 1—22 und im 3. Teile auf den Seiten 1—26, also zusammen auf 48 Seiten. Dabei sind insgesamt 18 Zeichnungen zur Erläuterung des Textes eingestreut. Es ist einleuchtend, daß sich das ohnehin schwierige Studium an der Hand eines so knappen Textes, der durch so wenige Zeichnungen illustriert ist, doppelt schwierig gestaltet. Deshalb seien dem Lern beflissenen neben dem Lehrbuche von Rusch noch folgende Lehrbücher zum Studium angelegentlichst empfohlen: Mathem. Geographie von E. Eggert (Leipzig, Dürrsche Buchhandlung). Diesterwegs Populäre Himmelskunde und mathematische Geographie. Hamburg. Anschauliche Grundlagen der mathem. Erdkunde zum Selbstverstehen und zur Unterstützung des Unterrichts von Geißler. Leipzig. Prof. W. Stibitz. Naturgeschichte. Wir wollen nun einmal versuchen, unseren Studien die Grundgesetze des Tierlebens im allgemeinen zu entnehmen. Daß in der Natur jede Tierart ihre Lebensaufgabe hat, ist einleuchtend, nur sind wir momentan nicht in der Lage, die Art des Zusammenhanges und des 3200 Zusammenwirkens zwischen allen Gliedern allseitig und deutlich zu erkennen. Aus dieser Erwägung ergibt sich ohne weiters der Fundamentalsatz des Tierlebens Jedes Tier ist ein Glied des Ganzen. (Man nennt diesen Satz das Gesetz der organischen Harmonie.) Erster und letzter Zweck eines jeden Tieres ist der, seine Art zu erhalten. Die Physiognomie der Schöpfung darf nicht gestört werden. Daraus ergibt sich als erste notwendige Folgerung: I. Das Eigenleben eines jeden Tieres muß erhalten werden. (Das Gesetz der Selbsterhaltung.) Es handelt sich hier vorzugsweise um eine entsprechende Ernährung und um entsprechende Versorgung des Körpers mit Atemluft. Das Gesetz der Selbsterhaltung fordert also a) jedes Tier muß so eingerichtet sein, wie es für seinen Aufenthalt und seine Lebensweise am geeignetsten erscheint. (Das Gesetz der Erhaltungsmäßigkeit.) Dabei ist ein unausgesetzter Kampf zwischen den einzelnen Gliedern des Tierreiches unvermeidlich. (Der Kampf ums Dasein.) Die Selbsterhaltung fordert demnach weiter b) daß jedes Tier zum Kampf mit seinen Feinden entsprechend ausgerüstet ist. (Das Gesetz der Sicherung.) Die Existenzbedingungen ändern sich in verschiedenen Zeiten und mit den Orten. Den sich ändernden Anforderungen muß sich das Tier, die Tierart anbequemen können. Anpassung durch Vererbung. c) Jedes Tier vermag sich in gewissem Grade veränderten Lebensbedingungen in seinem Körperbau anzupassen. (Gesetz der Anpassung.) Die im Laufe der Zeit eintretenden Veränderungen können daher nur derart sein, daß durch dieselben nach dem Gesetze der Selbsterhaltung die gesteigerten Bedürfnisse befriedigt werden können, das Tier muß vollkommener werden, es entwickelt sich. Nach Er- reichung eines bestimmten Höhepunktes der Entwicklung geht das Tier in seiner Leistungsfähigkeit wieder zurück, bis es durch den Tod aus der Reihe der Lebewesen ausscheidet. d) Jedes Tier entwickelt sich bis zu einem gewissen Grade der Voll kommen heit und geht dann wieder zu Grunde. (Gesetz der Entwicklung.) Die Leistung vollbringt ein Apparat. Die Arbeitsleistungen sind im tierischen Leben an die Güte der Vorrichtungen für einzelne Leistungen gebunden. Darum finden wir eigentümlich konstruierte Gewebe und Organe, ja nicht selten eigentümlich ausgestattete Individuen. e) Zur Steigerung der Leistungsfähigkeit sind die einzelnen tierischen Arbeitsleistungen besonderen Geweben, Organen und Individuen übertragen. (Gesetz der Arbeitsteilung.) Das ganze Leben ist eine Summe von Arbeitsleistungen, daher benötigt auch das Tier eine gewisse Anzahl von Organen zu seiner Selbsterhaltung. Diese Organe stehen in einer sich gegenseitig ergänzenden Beziehung zu einander, wie dies die Erfahrung bestätigt. f) Die Organe stehen in Wechselbeziehung zueinander (Gesetz des Zusammenhanges.) Durch das Zusammenwirken der genannten Gesetze wird das Eigenleben des Tieres erhalten. Das Gesetz der organischen Harmonie verlangt außerdem die Erhaltung der Art für alle Zeiten. Damit ergibt sich die zweite Forderung: 2. Die Art des Tieres muß als solche erhalten werden. (Gesetz der Arterhaltung.) Dieser Forderung wird in der Natur durch die Fortpflanzung genügt. Scheuen wir die Mühe nicht, die einzelnen bisher studierten Tierstämme nach den genannten Gesetzen zu betrachen, auch scheinbar Selbstverständliches wollen wir genauer prüfen. Dr. C. A. Fuchs. b) Für Volksschulen. Unterrichtssprache: 2.) Heute will ich von dem Studium des Volksschul-Lesebuches sprechen. Von der Notwendigkeit eines solchen Studiums ist jeder überzeugt; nur weiß so mancher Lehramtskandidat nicht, wie er diese geistige Arbeit anzufassen und durchzufühlen habe. Ich will diesen Jüngern des Lehramtes nach meinen Erfahrungen als Lehrer und Prüfungskommissär dabei an die Hand gehen. Welches Lesebuch nehme der Kandidat zur Grundlage seines Studiums? Doch das, welches in seiner Schule, seinem Schul bezirk eingeführt ist; u. zw. gehe er nicht nur einen Teil durch, sondern alle Teile eines und desselben Lesebuchwerkes. Selbstverständlich wird er ins- besondere den Teil studieren, der für seine Klasse bestimmt ist. „Aber wenn ich“, so höre ich einwenden, „bei der Prüfung ein anderes Lesebuch vorgelegt bekomme, was dann?“ Hat man eines gut studiert, so kennt man so ziemlich die besten Stücke unserer Lesebuch-Literatur; denn keine „Lesebuch-Fabrik“ kann auf den „eisernen Bestand“ verzichten, keine wird nur Neues bieten können. Auch ist es Sache des Prüfungskommissärs, auf diesen Umstand gebührend Rücksicht zu nehmen; und ist er ein „anständiger“ Mann, so wählt er ein Lesestück, von dem er weiß, daß es nicht verblüffend Neues oder besonders Schweres für den Kandidaten bietet, außer er wolle diesen auf seine geistige Beweg- ichkeit hin prüfen. Und in diesem Ausnahmsfalle muß das gute Studium des einen Lesebuches solche Früchte gezeitigt haben, daß der Kandidat auch bei einem ganz unbekannten Lesestücke nicht ganz „versagen“ kann, wohingegen in solchem Falle der Prüfungskommissär ein milder Beurteiler sein muß. Übrigens ist dem Kandidaten zur Durchsicht des vorgelegten Lesestückes die nötige Zeit zu gewähren, bevor es zur mündlichen Aussprache darüber kommt. Daß die Lesestücke nach den Gegenständen (Lehrfächern) durchgenommen werden, ist wohl selbstverständlich; wir haben es hier also nur mit jenen Lesestücken zu tun, deren Behandlung Aufgabe des Sprachunterrichtes ist. Die erste Hauptaufgabe beim Studium dieser Lesestücke ist die Prüfung nach ihrer inhaltlichen Verwandtschaft und die damit verbundene Herstellung von Zusammenhängen u. zw. der einzelnen Lesestücke eines Teiles, der Lesestücke aller Teile eines Lesebuches untereinander. Diese Zusammenhänge ergeben sich aus der Lösung der Frage, in welcher Weise das Lesebuch in seinen einzelnen Teilen und als Ganzes der Forderung gerecht wird, taugliche Stoffe zur sittlichen und völkischen Erziehung sowie zur Charakterbildung unserer Jugend zu bieten. Die zu pflegenden Haupttugenden wie auch die zu bekämpfenden Hauptlaster der Menschen sind in Beispielen gezeichnet; Verwandtes und Gegensätzliches muß erkannt und in Beziehung zu einander gebracht werden. Wie oft bekam ich keine oder doch nur eine mangelhafte Antwort auf Fragen wie: „Kennen Sie noch andere Beispiele von Mutterliebe, Geschwisterliebe, Wahrheitsliebe, von Fleiß und Ausdauer? usf. Hier ist die Wahrhaftigkeit dargestellt; kennen Sie ein Lesestück, das die Lügenhaftigkeit und ihre Folgen kennzeichnet? usf.“ Und doch sind solche Beziehungen inhaltsverwandter oder gegensätzlicher Stoffe auf einander außerordentlich wichtig, da jede Unterrichtsstunde den Erziehungsstoff der früheren zur Verstärkung und Vertiefung heranziehen muß. Ich rate daher dem Kandidaten, sich eine Zettelreihe anzulegen, die zu der gewünschten Stoffgliederung führt. Der eine Zettel trägt z. B. die Überschrift: Fleiß-Trägheit, der andere Ordnungsliebe - Unordentlichkeit usf., enthält den Titel des Lesestückes, den Verfasser, den Lesebuchteil sowie eine kurze, kennzeichnende Andeutung des Inhalts. Das alles freilich nicht zum Auswendiglernen; aber wer diese Arbeit selbst vollzogen hat, geht mit Befriedigung die Sammlung dann und wann durch und gar bald verspürt er auch den Segen davon in seinem Unterrichte. Er wird aber auch dabei inne, welche Seiten des menschlichen Lebens (Familien- und öffentlichen Lebens) gut, welche mangelhaft oder wohl gar nicht berücksichtigt sind, ob also das Lesebuch als Sittenbuch gelten könne, und er vervollständigt, trotzdem er nur ein Volksschul-Lesebuch studiert, seine sittliche Weltanschauung und mehrt sein seelisches Erleben. Eine weitere Rücksicht erheischt beim Studium des Lesebuches die Stil- oder Dichtungsart der Lesestücke. Ich muß doch bestimmen können, ob ich es hier mit einer Erzählung, da mit erner Sage, dort mit einem Märchen, einer Fabel usw. zu tun habe und aus welchen Gründen. „Aus welchen Gründen? Geht das nicht zu weit?“, höre ich wieder fragen. Gar viele Kandidaten müssen wirklich meinen, daß diese Forderung zu weitgehend sei, da sie auf die Frage: „Aus welchen Gründen halten Sie das vorliegende Lesestück für eine Fabel?“ selten eine treffende Antwort geben können. Und doch gehört die Kenntnis der Stil- und Dichtungslehre nicht nur zur allgemeinen, sondern auch zur Fach-Bildung, da für die Behandlung eines Lesestückes die Dichtungsart nicht nebensächlich ist: ein Märchen erfährt eine andere Behandlung als eine Fabel, eine poetische Erzählung eine andere als ein Lied. Deshalb sollte der junge Lehrer bei seiner Vorbereitung auf die Lehrbefähigungsprüfung nicht denken, er könne alles vergessen, was er in der Lehrerbildungsanstalt aus der Stilistik und Poetik gelernt hat. Auch ist es ferner nicht gleichgültig, ob in einem Lesestücke die wörtliche Rede vorherrscht oder die Erzählform, ob es ein Gespräch ist. Man weiß ja, wie gerne die Jugend mit „verteilten Rollen“ liest, wie sie leidenschaftlich gerne „Theater spielt“. Es empfiehlt sich daher, jene Lesestücke zusammenzustellen, die sich hiefür ohneweiters, also von A bis Z für ein Zwiegespräch eignen, wie auch solche, die keine Zwiegespräche sind, sich aber in eine solche Form leicht verwandeln lassen. Damit hängt weiters die Rücksicht auf die Redeform zusammen (ob gebundene oder ungebundene Rede). Verse verlangen eine andere Behandlung im Lesen (Vortrag) als Prosa. Denn wer den Rhythmus, die Versart kennt, der liest sicherer als der Unkundige und kennt auch die Mittel, den Gefahren, die Reim- und Versmaß nicht selten bergen, zu entgehen, während der Laie Fehler um Fehler gegen die Schönheitswirkung des Verses und Reimes begeht. Der Kandidat möge daher auch sein Wissen in der Metrik auffrischen und an den poetischen Lesestücken erproben. Es wäre denn doch nicht in Ordnung, wenn ein junger Lehrer, der ja auch musikalische Vorbildung genossen hat und den Gesang pflegen soll, nicht einmal die Taktbewegung (den Rhythmus) in einem Verse zu bestimmen vermöchte. Und noch eine Erfahrung hat mich als Prüfungskommissär oft trübe gestimmt: die Literaturgeschichte wird von vielen, viel zu vielen Kandidaten vernachlässigt, so daß man den Eindruck empfängt, sie hätten das an der Lehrerbildungsanstalt Gelernte fast ganz vergessen, statt daß noch eine lebhaftere Teilnahme an unseren großen Dichtern platzgegriffen hätte. Die Namen der Verfasser, wozu sind sie unter die Lesestücke gesetzt, wenn sie weder vom Lehrer noch von den Schülern beachtet werden? Man verstehe mich recht! Gewiß könnte nur ein Gehirnkranker verlangen, daß der Kandidat über jeden dieser Lesestück-Verfasser „etwas zu sagen“ wisse. Ich habe nie gefragt, wer Hostrich, Fölsing, Ebeling, Zollikofer, Anschütz, d’Albon u.v.a. sind; aber unsere größten Dichter sowie die bedeutendsten Volks- und Jugend-Schriftsteller sollten wir nicht nur nicht vergessen, sondern immer mehr würdigen und schätzen lernen; und dies nicht durch eine Literaturgeschichte allein, sondern vor allem durch fleißiges Lesen und Studieren ihrer Werke. Wenigstens sollte man bei Lehrbefähigungsprüfungen auf Fragen wie folgende eine halbwegs zufriedenstellende Antwort bekommen: Sind Sie dem Namen Schiller (Goethe, Lessing, Herder, Uhland, Riickert) sonst noch in Ihrem Lesebuche begegnet? — Wir besprachen eben eine poetische Erzählung von Pfeffel; enthält Ihr Lesebuch noch andere derartige Dichtungen? — Diese Prosa-Erzählung ist von Hebel; kennen Sie noch anderes von diesem Schriftsteller, noch andere gute Prosa-Erzähler für das Volk, unsere Jugend? — Dies Gedicht-chen ist von Hey; wissen Sie noch andere gute Dichter zu nennen, die in gebundener Sprache für Kinder geschrieben haben, also sog. Kinderpoeten sind? — Das vorliegende Märchen ist von den Brüdern Grimm erzählt; kennen Sie noch andere Märchen-Sammler? Kennen Sie auch Märchen-Dichter? Märchen - Sammlungen (-Bücher)? U.a. m. — Solche allgemeine Fragen, die je nach der Beantwortung zu weiterer, vertiefender Besprechung führen können, sind für einen Kandidaten, der sein Lesebuch kennt, nicht schwer, zumal der Prüfer doch nicht verlangt, daß der Prüfling etwas Vollständiges bringe. Es genügt, daß der Kandidat zeige, er habe auch dieser Seite seines Studiums Aufmerksamkeit zugewendet. Aber die Vernachlässigung, wohl gar Geringschätzung unseres herrlichen Schrifttums und seiner Schöpfer darf nicht so weit gehen, daß ein Kandidat Uhland für einen Österreicher erklärt und sein Leben und Wirken ins 16. Jhdt. verlegt, ein anderer über Schiller nichts anderes anzuführen weiß, als daß er ein Dichter „draußen im Deutschen Reich“ gewesen sei, ein dritter sehr erstaunt dreinblickt, weil er „sogar“ Schillers Geburtstag wissen „sollte“, ein vierter auf die Frage, welches sein Lieblingsschriftsteller sei, schweigen muß, weil er überhaupt keinen solchen hat, eben weil er kein Bedürfnis in sich fühlt, Gutes zu lesen. Eine jede Literaturgeschichte bietet das Notwendigste; ein gutes Werk, sich auch über bedeutende Jugendschriftsteller zu unterrichten, ist das Buch C. Carstensen: Aus dem Leben deutscher Dichter (Braunschweig, K 2 24). Die zweite Hauptaufgabe des Lesebuch-Studiums ist die Lesestück-Behandlung. Das Allgemeine darüber möge der Kandidat in einer Methodik des deutschen Sprachunterrichts nach-lesen; erwähnt seien hiefür folgende Werke: R. Hildebrand: Vom deutschen Sprachunterricht; K. Kehr-F. Martin: Theoretisch-praktische Anleitung zur Behandlung deutscher Lesestücke, 12. Aufl.; Fr. Branky: Methodik des Unterrichts in der deutschen Sprache; H. Sommert: Methodik des deutschen Sprachunterrichts, 7. Aufl.; B. Merth: Der deutsche Sprachunterricht in der Volksschule. — Das Besondere bieten die verschiedenen Er klärungs schritten (Kommentare); ich führe einige an: Achenbach: Präparationen zur Behandlung deutscher Gedichte; Dietlein-Gosche-Polack: Aus deutschen Lesebüchern (die ersten vier Teile); Fr. Frisch: Einführung in das Lesebuch (4 Bde.); A. Lomberg: Präparationen zu deutschen Gedichten (nach Herbartischen Grundsätzen), 5 Bde. — So sehr aber dem Anfänger im Lehramte die Benützung von Kommentaren anzuraten ist, so sehr muß man von einer ängstlichen, sklavischen Nachahmung solcher Muster abraten. Sie sollen nur Krücken, Schwimmgürtel sein, die man abwirft, sobald man selbst gehen, schwimmen kann; sie sollen nicht in Fesseln schlagen, sie sollen frei machen. Und frei macht eigenes Denken, Übung im selbständigen Tun. Vor allem ändern: Wer ein Lesestück behandeln will, muß es vollkommen verstanden, nach Inhalt und Form erfaßt, nach seinem Zwecke klar erkannt haben. Man lese das Stück aufmerksam durch und prüfe sich selbst aufrichtig, ob man alles verstanden habe. Wenn Dunkelheiten verspürt werden, muß wiederholtes Lesen und Nachdenken, müssen Studien (sachlicher, sprachlicher Natur) dem Übel abhelfen. Wer jedoch ohne eigene volle Klarheit über ein Lesestück an dessen Behandlung schreitet, ist kein Lehrer, d. h. Bildner, sondern ein Ver-bildner; denn er verwirrt und verdunkelt, statt zu entwirren und aufzuhellen, er verdummt statt zu bilden. Bei den meisten Lehrversuchen (Probelektionen), deren Stoff die Behandlung eines Lesestückes ist und die als mißglückt bezeichnet werden müssen, ist der Grund des Mißlingens mangelnde Klarheit des Stoffes von Seite des Kandidaten. Was man nicht hat, kann man nicht geben. — Welchem Zwecke dient das Lesestück? Welches Hauptziel ist mir mithin gesteckt? Welcher Weg führt dahin? Das sind drei Hauptfragen, von deren richtiger Auffassung und zweckmäßiger Durchführung die gelungene Behandlung eines Lesestoffes abhängt. Die Belehrungen sachlicher Natur stützen sich auf Fachschriften und unmittelbare Anschauung (Beobachtung des Natur- und Menschenlebens), die sprachlicher Natur vermittelt eine gute Sprachlehre, ein oder das andere Wörterbuch. Ich will einige derartige Werke nennen: Willomitzer-Tschinkel: Deutsche Sprachlehre für österr. Mittelschulen; Grunows grammatisches Nachschlagebuch; P. Tesch: Deutsche Grammatik; E. Wilke: Deutsche Wortkunde; Sanders-Wülfing: Handwörterb.; Weigand-Bahder: Deutsches Wörterbuch; Eberhard-Lyon: Synonymisches Handwörterbuch der deutschen Sprache; A. Heintze: Deutscher Sprach-hort, ein Stilwörterbuch. — Freilich kann sich der junge Lehrer keine reichhaltige Bücherei an-legen; die Lokal- sowie die Bezirks-Lehrerbibliothek aber soll ihm die Möglichkeit bieten, mit solchen Büchern bekannt zu werden und daraus gute Belehrung zu schöpfen. Für diesmal breche ich meine Ratschläge ab; nächstens will ich über die sprachliche Verwertung des Lesebuches sprechen. Hans Sommert. Naturgeschichte. (2 Besprechung.) Wenden wir uns jetzt zur Vorbereitung für den Unterricht. Die Vorbereitung sei eine methodische und wissenschaftliche. Die methodische ist nicht nur eine didaktische im engeren Sinne, sie umfaßt auch die Wiederholung jenes Wissensstoffes, den der Lehrer vermitteln, also selber kennen soll. Die wissenschaftliche Vorbereitung stelle ich mir so vor, daß der Lehrer — angeregt durch die stoffliche und didaktische Vorbereitung und im Anschlüsse an sie — sein Wissen ergänzt und vertieft über das Maß des zu Vermittelnden hinausgehend. Sollte er denn nicht Interesse daran haben, mehr zu wissen, als er sagen muß? Stoßen ihm nicht Probleme oder Wissenslücken auf, deren Lösung, beziehungsweise Ergänzung durch seinen Bildungseifer gefordert werden? Er müßte doch einen sehr bescheidenen und anspruchslosen Intellekt haben, wenn er sich damit begnügte, einem Schubkarren zu gleichen, der eine kleine Portion „Bildung“ alltäglich einlädt und im Unterrichte voll ausgibt, derart, daß er am Schlüsse nichts mehr zu bieten wüßte! Sei es nun, daß er im Anschlüsse an ein zu besprechendes Objekt sich über dessen systematischer Stellung mehr Klarheit verschafft, sei es nun, daß er über bestimmte physiologische oder geographische Verhältnisse in diesem oder jenem größeren Werke nachliest oder gar angeregt wird, ein Spezialwerk zu lesen. Sehr zu empfehlen sind hiezu die in der Regel sachlich und methodisch gut verfaßten Werke der Sammlungen: „Göschen“, „Aus Natur und Geisteswelt“, „Wissenschaft und Bildung“. Aus diesen billigen Werken läßt sich eine kleine, praktische und gediegene „Handbibliothek“ zusammenstellen und bei guter Auswahl und genauer Lektüre wird dabei nicht nur ein ganz reichhaltiges Wissen erworben, sondern auch der Blick für das Wesentliche geschärft. Eine derartige Handbibliothek ist viel erfolgreicher auszunützen als eine Anzahl größerer Werke, die oft gegen (verteuernde) Ratenzahlungen angeschafft werden, den Geldbeutel dauernd belasten und in der Regel gar nicht so genau gelesen werden, wie die kleinen Büchleins, die man nicht nur in kurzer Zeit — solange das Interesse also noch rege ist — bewältigen kann, die auch leicht auf Spaziergängen mitgenommen werden können. Karl C. Rothe. Spracbunricbtigkeltcn der Scbulspracbe. 60.) Nicht am Kriegsschauplätze, sondern auf dem Kriegsschauplätze! Wir haben die unrichtige Zusammenziehung von „auf dem" in „am" bereits vor Jahren gegeißelt. Damals führten wir aus, daß eineunddieselbe Verbindung (am) doch unmöglich zwei grundverschiedenen Onsvorstcllungen entsprechen könne. Das Glas Wasser kann unmöglich an dem Tische, sondern es muß auf dem Tische stehen. Hier wäre die Sache also nicht so schlimm, wiewohl der Gedanke nicht erst aus der Möglichkeit erschlossen, sondern in der Sprache klar niedergelegt sein soll. — Wie aber nun, wenn es heißt: „Das Blatt befindet sich am Tische" — soll damit das Blatt auf dem T. oder an dem T. gemeint sein? Beides ist möglich. Also muß eine Unterscheidung gemacht werden! Für „an dem" lassen wir „am" gelten, nicht aber gleichzeitig für „auf dem". Demnach ist in dem Falle, als unsere Soldaten mitten im Kampfe sind, zu sagen: „Sie befinden sich auf dein Kriegsschauplätze". — Am Kriegsschauplätze, d. h. am Rande desselben, etwa als Zuschauer, werden sie wohl kaum zu finden sein. Herausgeber und uetantroortlliSer Schriftletter: Rudolf veer» — Druck non Josef Vanltcek tn Eorrfchee ©niltc mt unsre tapfere — Ärmer. —— Sonderheft. Unter der Mitwirkung von 49 Mitarbeitern (Rosegger. Dr. Silvester, v.Teuffenbach, Dr. Groß. Dobernig u.a.) zusammengestellt von Dr. Rudolf peerj. Preis für Bichtabnehmer der ..Blätter" .... 1 K, für Abnehmer 50 h. .... Bestellungen an die „Verwaltung der Blätter für den Abteilungsunterricht in Laibach (Arain)". Die Reformkreide staubt nicht, färbt nicht ab und schont die Schul-tafeln. In den meisten Schulen Österreichs mit dem besten Erfolge eingeführt. Vom n.-S. Landeslehrervereine empfohlen. Probesendung: 100 Stück K 2. Schulleitungen und O. 8. R. erhalten von 400 Stück an 10 Perz. Nachlaß, Wiederverkäufer entsprechenden Rabatt. Franz Hoschkara, Kreidefabrik, Waidhofen a. d. Ybbs. 95 n Grösstes Uhren-, Gold- und optisches lüarenversandhaus Max Eckstein Wien I, WildpretmarKt Wr. 5. K. f. beeideter Sachverständiger. Lieferung an alle P. 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Tankre’s Inhalator wurde in unsern „Blättern“ vor Jahren empfohlen und hat, wie dies mehrere Zuschriften besagten, manches anhebende Leiden der Atmungsorgane behoben. Da die meisten Berufsgenossen den Beginn von Katarrhen vernachlässigen, für diesen aber Inhalationen von großer Wirkung sind, u. zw. nicht die warmen, sondern die kalten Inhalationen, weil sie die Luftwege nicht verweichlichen, so fühlen wir uns verpflichtet, neuerlich auf den Apparat zu verweisen. Man verlange unter ausdrücklicher Beziehung auf die „Bl.“, die diesen Hinweis im Interesse der Sache kostenlos aufnehmen, die Anleitung und das Preisverzeichnis! Anschrift: Inhalatorium Tancre in Wiesbaden (Deutsches Reich). Briefe nicht schließen! Pritsche. 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Bei Bestellung von Mustern für Damenkleidern ist anzuführen, ob der Stoff glatt oder gemustert, hell oder dunkel sein soll, ob ein praktisches oder elegantes Modekleid gewünscht wird. Bei Seidenstoffen ist anzugeben, ob dieselben für Kleider oder Blusen bestimmt sind, ob der Stoff glatt oder gemustert, hell oder dunkel sein soll. Bei Waschstoffen teile man mit, ob sie für Kleider oder Blusen gebraucht werden, ob Wollmusselin, Batist, Atlas-Satin, Zephir, Waschköper oder nur Waschkotton gewünscht wird. Bestellungen sind nicht in die Muster hineinzulegen, sondern direkt an die Wirtschafts-Abteilung zu leiten. Die Mustersendungen sind unbeschädigt zurückzuschicken. Die freie Zusendung der Postpakete erfolgt bei einer Bestellung im Betrage von mindestens 40 K. Die W.-A. trägt die Auslagen für die Zusendung der Muster und Rechnungsstempel. Nur innerhalb 8 Tagen einlangende Reklamationen können berücksichtigt werden. Anschrift: Wirtschaftsabt. des D. L.-L.-V. i. B., Reichenberg. Vorrats- u. Preisverzeichnis von „Österreichs Deutscherjugend“. Vorrätig sind noch: Zu ermäßigten Preisen: Jahrg. 1898, 1904, 1905, 1908 ungeb. . ä K 2 80 1898, 1904, 1905, 1908 in Prachtbänden gebunden „ „ 4 80 Jahrg. 1898, 1904, 1905, 1908 in Halbbänden gebunden......................„ „ 4 80 Die vollständig abgeschlossenen II. Halb-jahrg. 1898, 1905 und 1909 in Heften „ „ 1 — Diese Halbjahrgänge gebunden . . . „„160 Zu vollen Preisen: Ungebunden: Jahrgang 1913 . ... ä K 4 80 In Halbbänden geb. 1910, 1912 u. 1913 „ „ 6 80 ln Prachtbänden gebunden 1910, 1911, 1912 und 1913.......................„ „ 6 80 1 Prachteinbanddecke..................„ „ 1 -20 Jedes einzelne Heft von „Österreichs Deutscher Jugend“........................„ „ 040 Alle Bestellungen sind zu richten an die Verwaltung von „Ö. D. J.“ Reichenberg. Volle, reelle Garantie 1 Ansichtssendungen ohne Kaufzwang. Zurücknahme bei Unzufriedenheit I Teilzahlungen ohne Preiserhöhung 1 HANS MÜLLER, Schönbach i. B. 527 b. 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Die Zukunft der Tamilie wird für den Fall des frühzeitigen Ablebens des Oberhauptes am wirksamsten sichergestellt durch die Lebensversicherung; diese betreibt der Erste allgem. Beamtenverein der österr.-ung. Monarchie in allen möglichen Kombinationen nach den Grundsätzen der Gegenseitigkeit. Die Versicherungsbedingungen des Beamtenvereines sind anerkannt vorteilhaft, die Prämien mäßig. Auszahlungen fälliger Kapitalien erfolgen sofort und ohne Abzug. Versicherungsstand Ende 1913 . . 223,000.000 Kronen Vereinsvermögen................. 86,800.000 Kronen Ausbezahlte Versicherungen seit Beginn der Vereinstätigkeit . . . 128,500.000 Kronen Für humanitäre Zwecke verausgabt über 3,400.000 Kronen. Nähere Auskünfte erteilt bereitwilligst und kostenfrei die Zentralleitung des Ersten allgemeinen Beamtenvertimes der österr.-ung. Monarchie Wien I., Wlpplingerstraße Nr. 25. 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Rotbaugs Schulwandkarten Preis jeder Ausgabe auf Lwd. in Mappe oder mit Stäben, Kartenschutz und Lederriemen. — Jede Karte, bei der nicht anders angegeben, ist politisch sowie physisch zu haben. Österreich-Ungarn I : 900.000, 160 : 226 cm . . K 24 — —kleine Ausgabe (nur pol.) 1 : 900.000, 140 : 190 cm . 16 — öiterr. Alpenländer 1 : 300.000, 180 : 205 cm . . . 24 — Sudetenländer 1 : 300.000, 130 :190 cm............20 — Karstländer 1 : 300.000, 170: 195 cm............. 24 — Nleder-Österrelch (Nur phys.) 1:150.000,140:180cm . 22 -Deutsches Reich I : 800.000, 180 : 200 cm . . . . 26 - Europa 1 : 3 Millionen, 170 : 195 cm........, 22 — Asien I : 6 Millionen 190 : 205 cm.......... 22— Afrika 1 : 6 Millionen, 170 : 200 cm..............22 — Nordamerika 1 : 6 Millionen, 170 : 200 cm . . , 22 — Südamerika 1 : 6 Millionen, 185 : 170 cm . . . „ 22'— Australien 1 : 6 Millionen, 170 : 200 cm ... . 22 - östliche Erdhälfte 1 : 14 Millionen, 200: IRfcrn . . 18 — Westliche Erdhälfte 1:14 Millionen, 200:180 cm . . 18 -Belde Planlgloben auf einmal genommen, zus. . „ 34 — Palästina (Nur phys.) 1 : 250.000, 170 : 115 cm . . 14 - Prof. Cicalck