Mbacher Zeitung. Nr. 183. Plänumelationtprtl«! Im <5omplolr ganzj. ft. ,,, l'albj. 5..«». yiir tit Züsttllung in« hau« yalbj. 50 lr. Viil b« Poft ganzj. fi. lü, palbj. f>. ?.s>o. Donnerstag, l3. August I » ler»« o n » « ebühl: hür llein« In ll., «rohen pl. Znle b k.! b«l »ft«« ltn Wledelpolungen pt ^j«ile » k. ^874. Nichtamtlicher Theil. Zur Kaiserreise nach Böhmen. Prag rüsttt sich zum feierlichen Empfange Sr. Ma-ieftüt dl« Kaisers. Da« «Prager Abendblatt" widmet dem bevorstehen« btn kaiserlichen Besuche in Böhmen nachstehenden Artilel: .Nach mehrjähriger Pause wird Se. Majestät der Kaiser in den ersten Tagen des September unser schönes Vühmen abermals mit Alltthöchftseinem Besuche beglücken, «ei der traditionellen Liebe und Anhänglichkeit, von delcher alle Voll« des weiten Kaiserreiche« ihrem erha« blnm Herrscher gegenüber beseelt sind und bei der an, trla^nten Treue und Hingebung, welche namentlich die ««völlerung unseres Bandes stets gegen die allerhöchste Dynastie an den Tag gelegt hat. ist es vollkommen be» «reiflich, daß der bevorstehende Besuch Sr. Majestät in «öhmen das hervorragendste Thema der pudlicistischen Discussion bildet, und daß nammtlich hier in unserem valerlande alle Herzen sehnsuchtsvoll dem Augenblick tnlgegenhzrren. wo der geliebte Monarch den böhmischen «öden betritt. Diese allseitige freudige Theilnahme, mit welcher «an hier dem kaiserlichen Besuche entgegensieht, kann aber durchaus nicht zu Schlüssen berechtigen, wie wir sie ln einigen besonder« sensationssüchtigen wiener Organen, wclche die Kaiserrelse um jeden Preis zu einer Art Au«, ^tlchsreise stempeln mvchten. angedeutet finden. Daß ^e. Majestüt. der die Fortschritte der Nrmeereform mit «em lebhaftesten Interesse verfolgt, sich durch Theilnahme >N den bevorstehlnden großen Herbstmanöoern persönlich 'on der ^elstungssühlglelt der in Vöhmen garnisonleren« °en Truppen zu überzeugen wünscht, wird man nur ganz N'türllch finden. Und daß der Monarch, dessen viler. «che« Herz so warm fllr seine Voller schlügt, eine «eise« l°»te wühlt, welche ihm die Gelegenheit bietet, jene Ge. htnden kennen zu lernen, welche am ürgsten von der «loßen Mai.Uederschwemmung im Jahre 1872 heimgesucht Kurden, erscheint doch ebenso begreiflich, wie der Umstand. ^°5 der Kaiser bei dieser Gelegenheit auch die Landes. ^«Ptslabt mit einem kurzen Besuche beehrt. Wozu also «load«« Zwecke hinter einer Thalsache suchen, die in "" bch«htnben Verhältnissen ihren natürlichen Erllü-lungsgrundftnbet? Wenn l« noch die verfassungsgegnerischtn Vlütter aren, ^^^ ^ ^^ bevorstehenden Kziserbesuch Com» mal onen lupfen würden, die mit der wirklichen Sach. «ze lm filgranteften Widersprüche stehen, dann konnte «lü.. verding« noch erllürllch finden, denn diesen n«k -3 u,uß daran gelegen sein. den bereit« dem Erloschen ''" sunken der «u«gleichsh°ffnung in den (erzen 's______________ ihrer Getreuen von neuem anzufachen, um der immer mehr überhandnehmenden Fahnenflucht in ihren Reihen mindesten« noch für einige Zeit zu steuern. Merkwürdigerweise aber besitzen gerade diese Mütter, mit geringer Ausnahme, Verständnis genug für die positive Sachlage, daß sie dem Gesuche des Monarchen in Vöhmen leine andere Tragweite beilegen, al« ihm naturgemäß inne-wohnt, wührend einzelne wiener Journale, offenbar be» drangt durch die Nöthen der »todten Saison", sich in Conjuncluren ergehen, die man vom Standpunkte des VerfassungS^edanlens nur bedauern kann. Gewiß wird die Reise Sr. Majestät des Kaiser« nach Böhmen nur zu neuerlicher Festigung und Krätigung des Bandes führen, das die hier lebenden zwei Volleftämme seil Jahrhunderten unauflöslich an die allerhöchste Dynastie knüpft. Diese Bedeutung des allerhöchsten Gesuches aber hat nichts mit jenen politischen Nebenzwecken zu schassen, welche eine gewisse erfinderische Phantasie demselben anzudichten für gut findet. Die inneren Zustände in Oesterreich find, dank der fortschreitenden Propaganda des Reichs» und Verfassung«, yedanlen« bereit« gefestigt, daß e« wahrlich nicht noth» wendig ist, bei jeder halbwegs wichtigeren Erscheinung, auch wenn sie mit der Politik nicht lm Zusammenhang steht, Befürchtungen zu affektieren, für welche in den tha'süchllchen Verhüllnissen auch nicht der geringste Anhaltepunkt vorliegt. Und wem wird denn eigentlich damit gedient, wenn man sich, sei es aus übertriebener ilengstllchlelt, sei es au« bloßer Sucht nach Picanlerie, bei jeder Gelegenheit den Anschein gibt, als fürchte man für die Existenz der Verfassung? Der reichslreuen Partei gewiß nicht, denn diese kann nur wünschen, daß jeder Zweifel an der Stabilität unserer verfassungsmäßigen Zustände vollständig schwindl. Wohl aber ist die ver-fassungsgegnerische Partei, der man durch eine solche Methode in die Hände arbeitet, ta man ihr hiedurch die Möglichkeit bietet, das Voll noch lünger in dem Wahne zu erhallen, als sei die von den Führern beharrlich fest» gehaltene, von dem größeren Theile der Bevölkerung aber langst perhorresclerle «bstinenzpolitik die richtige." Die englische Thronrede, womit am 7. d. die Parlament«session geschlossen wurde, lautet im deutschen Texte wie folgt: .Mylorbs und Gentlemen! Die Zeit ist gekommen, wo ich imstande bin, Sie von Ihrer Anwesenheit und Thätigkeit im Paria-mente zu entbinden. — E« ist dabei mein elfter Wunsch, Ihnen zu danlen für die Vereitwilligleil, mit welcher Sie für meinen Sohn, den Prinzen Leopold, bei erreichter Oroßjühriglelt gesorgt haben. Meine Beziehungen mit allen auswärtigen Müchten sind fortwährend freundschaftlicher Natur, und der Ein« fluß. welcher au« diefen Beziehungen hervorgeht, »irtz wie bisher aufgeboten werden, die Verlragspftichten aus-rechtzuerhalten und den Frieden Europa« zu fbrbern und zu befestigen. Der Kaiser von Nußland hatte Vorschlüge zu einer in Rußland abzuhaltenden Eonferenz gemacht, deren Ziel dahin gehl, durch verständige Fett-sehungen die Hülle de« Kriege« zu mildern, und ich habe in Gemeinschaft mit anderen Müchten einen Abgesandten ermächtigt, bei dieser Eonferenz lheilzunehmen. Ehe ich aber diesen Schritt that. hielt ich e« für Recht, die Zusicherung von allen vetheil'gten Müchlen zu erhalten, daß lein Vorschlag vorgebracht werden sollte, welcher geeignet würe, entweder die anerlannten Regeln des Völkerrechtes zu andern oder die Leitung von Flöt» tcnoperationen zu beschrünlen. Die Empfehlungen, welche etwa der Eonferenz entstammen »erden, sollen »eine sorgfülllge Erwügung erhalten, doch habe ich mir volle Freiheil de« Handeln« hinsichtlich der «nnahme oder Verwerfung dieser Vorschläge vorbehalten. E« find Unterhandlungen wegen Erneuerung de« Reciprocitütsoertrage«, der früher zwischen Eanab» und den Vereinigten Staaten bestand, eingeleitet »orden. Diese auf Wunfch und lm Interesse Eanada« unternommenen Verhandlungen find zeitweise durch die Vertagung de« amerikanischen Senate« unterbrochen worden. Sie werben bald wieder aufgenommen »erden und e« ist meine Hoffnung, daß fie zu einer Vermehrung de« Handelsvltlchr« zwischen meinen Eolonialunterlhanen und den Bürgern der Vereinigten Staaten fuhren mögen. Ich beklage tief die Fortdauer der Störungen in Spanien, welche die einzige Au«nahme in der allgemeinen Ruhe Europa« bilden. Während ich aber ernstlich d»e Wiederherstellung de« Frieden« und der bürgerlichen Ordnung bort wünsche, glaubt ich, daß diese« Ergebnis am sichersten durch eine strenge Enthaltung von allem Eingreifen in die innern Angelegenheiten eines unabhüngigen und freundlichen Staate« erzielt werden wird. Der vor kurzem mit dem Sultan von Zanzibar zum Zwecke der Unterdrückung de« oslaflllariifchen Sclaoenhandel« abgeschlossene Vertrag ist treu beobachtet worden und hat bereit« viel Gute« gethan, diesem Handel, soweit derselbe zur See gelrieben »ird, ein Ende zu machen. Die Anstrengungen meiner Diener im See« und Eonsulardienfte in jenem Theile der Welt soll nicht erschlaffen, bi« ein oollftündlger Erfolg erreicht ist. Die Hunger«nolh in Indien hat bis jetzt nur geringe Sterblichkeit nach sich gezogen, ein Ergebn,«, welches nüchft der Fügung der Vorsehung hauptsächlich den Vor». Die Schauspieler.* Ane «rzühwng von Wilhelm Vlarsano. lForts.tzun,.) Kl . ^? ^ ^"" ^bend« nach Hause kam. um Wie-!r °V. S°^" bei Oberftnanzralh abzuholen, fand ler ik ' " ^"l» einen lremden. eleganten Herrn. 3rlv ? ."""ttl. Dieser empfing ihn sehr artig und Xen i. b"tl" einige Worte mit dem Herrn gespro. ^ "' «hl «r in demselben gieund Wiesel erkannte. Ueu«. "^ du doch selbst eingestthen. daß Kleider u,^' "achtn." rief dieser lachend au«, „denn du haft rech»«« "" l° °"l Grazie behandelt, al« sei ich etwa« lU"' und doch beruht die Metamorphose eigentlich >n «den ^"^"ln, ganzen und etwas modernen Rocke, «el» leben ^llich aus meinem Veichname bisher nicht zu str^ stw,hnl warst. Auch habe ich mein Katzenfell ge. nur a l ^nMch meine Haare gelammt, und ich warte vordres ^* funken von Genialität, welche daraus her-braue!?n"l ^"' ^ b"ren hier von der Hojbühne fte ^." letzt wenigsten« nicht ins Bad zu gehen, wenn "u« lllks?^ ^" verührung kommen, obwohl ich mich loäre . ü" verstanden hätte, sie, wenn e« nöthig "°« m^ ^ ^ die Gesellschaft kamen, erstaunte Fritz "llt dem n3 «^" ^rch"l. den Anstand und den Tact, "">hnt a,n, l ^^ ^" bewlgte, al« ware er nie ge->««le,r ?/'"' ^ch °nber« zu benehmen oder al« b«. - T^er nie ander« Eltlel al« die elegantesten. Selbft jene Herren, die ihn al« den Virtuosen, der Ander« hieß, bei Fritz kennen gelernt, waren zwar einen Äugenblick durch die auffallende Nehnlichlelt frappiert, doch war Kleidung, Gang, Sprache und Benehmen so sehr von jenem unterschieden, daß fie bald diese Aehnlichleit nur unbedeutend fanden. Niemand von allen jenen, welche von dem erwarteten Komiler Fllnz gehbrt, wollte glauben, daß e« diefer feine, fast ernste, gründlich und lief über fo viele heterogene Gegenstände sprechende Mann sei, der mehr einem gebildeten und gelehrten Doctor oder Professor glich. Dl« Schauspieler, welche gegenwürlig waren, lamen sehr von der Idee eine« gewöhnlichen Spaßmacher«, den fie erwarteten und al« welchen fie Flinz ihren Bekannten geschildert, zurück, und der Obei finanzrath war fast über die edle Haltung seine« Günstling« in Verlegenheit, weil er fürchtete, Herr Flinz habe sich in ein andere« Fach geworfen und werde jetzt edle Menschenfreunde, rührende Kanzleidirecloren. zärtliche Iustizraihe und wa« derlei Erscheinungen in Familiengemälden mehr sind, srmlen wollen und allen Spaß darüber vergessen, ohne zu ahnen, daß Wiesel eben jetzt wieder seinen Spaß mit allen treibe und eigentlich in seinem Hause al« Komiler debütiere, bei welchem Debüt freilich niemand lache al« Wiefel selbst, und zwar innerlich. So interessant auch Fritzen Wiesel in seiner neuen Rolle erschien, so verlor er ihn doch bald au« den Blicken, weil diese unaufhörlich mit Rosa beschäftigt waren. Er konnte sich so schnell in den Wechsel seines Verhältnisses zu ihr nicht finden, wie sie ihn herbelgesührt. Er halle e« früher selbst nicht gefühlt, in welche feste Bande ihn ihre Schönheit und Anmuth gekettet, die ihn jetzt um so schmerzlicher drückten, w«il ihre Hand sie ihm nicht tragen half. Sonft hatte fie ihn, »ar fie auch entfernt von ihm in irgend einer großen Gesellschaft geblieben, dennoch zuweilen mit ihrem Auge gesucht, und wenn sie ihn gefunden, mit einem freundlichen, ja zürllichem Blicke für die Ferne entschuldigt, in welcher er von ihr blieb und so seine bescheidene ^iebe gelohnt. Jetzt vermied fte ihn und seine Blicke, ja e« lag, wenn auch ein Strahl ihre« Auge« aus seine schmerzlichen Züge traf, ein faft laller, tief verwundender Hohn darin, der fein Herz zerriß. E« gibt vielleicht leinen Menschen auf der Erde, außer er hat fich in der Schule der Erfahrung zu Ei» «llültet, der nicht, wenn er liebt, und um so mehr die erftern male, seine ganze Natur und Wesen verünoert. Der Alberne wird dadurch aufgeregter, gereizter, und handelt gewöhnlich vernünftiger, wenigsten« seiner, al» man sonst von ihm zu erleben gewohnt ist. Der verstündige. Besonnene aber, »acht gewöhnlich alberne Schlille, die um so mehr auffallen, weil man fie sonft selten an ihm oemeill. Beide diese Erscheinungen oer-stürlen fich in dem Grade, »l« die l'iebe unglücklich ift, oder c« erst später wird. Kommt dann noch die Eifersucht dazu, so gehen auch die wenigen, lichten Augen, blicke verloren. Darum machen jene, die ihre Besonnenheit beibehalten, welche ihr Herz nie an einen Gegenstand verlieren, weil fte leine« mehr in der Brust tragen, gewöhnlich das meiste Glück bei den Damen, »eil sie ihr Spiel mit kalter Klugheit prüfen und berechnen. Blößen entdecken, aber nie eine geben und sogleich die nüchstliegendcn Mittel auffinden und benutzen, um einen gethanen M'sgrlss zu verbessern. Ein jugendlich glühende«, offene«, wahrhaft liebende« Herz überläßt ftch blindling« dem Rufe der Natur, es eilt an ein zweite«, klopfende«, gleichfühlenbe« Herz zu ftnlen und füllt zu Boden, »enn e« nicht zwei licbenbe Arme zürtlich umfassen. Liebt ist eine solchen Herz«« ganz« ver«ch- 1292 sichtsmaßregeln meiner indischen Regierung zuzuschreiben ist. Die »ackeren Anstrengungen meines Vize-KönigS und der unter ihm stehenden Geamten verdienen meine hilchst« Billigung. Seit Beendigung der Feindseligleilen an der Gold« lüste sind stetige Fortschritte in der Beruhigung des Bandes und der Organisierung seiner Verwaltung gewacht norden. FrledenSverträge find mit den bedeutend» sten Stämmen geschlossen und dir Köxlg von Aschanti ift in der Elsüllung seiner Verpfiichtuligen unserem Lande gegenüber beharrt. Meine Herren vom Hause der Gemeinen! Ich er« ltnne danlend die Freigebigkeit an, mit welcher Sie für die Staatsauftagen Fürsorge getroffen haben. Mylords und Gentlemen! Ich habe mit Per« gnügen die beträchtlichen Ei Mäßigungen gesehen, welche Sie in der Besteuerung eintreten zu lassen imstande »aren. Die vollständige Aushebung der Zuckerzölle wird nicht nur die Consumenten eines allgemein beehrten Artikels eine Wohlthat zuwenden, sondern auch dem Handel des Landes viel Vortheil bringen. Die Ab. schassung der Pferdesteuer ist eine weitere Maßregel. »elche sehr geeignet ist, Handel und Industrie des Lande« zu fördern. Neben diese« Ermäßigungen und einem »eiteren Nachlaß an der Einkommensteuer bis zu einem Sahe welcher mehr als nominell ist. waren Sie in der Lage, aus den allgemeinen Staatseinkünften bedeutende Geldbewilligungen für die Dienstzweige zu machen, welche zwar das ganze Reich angehen, aber bisher entweder ausschließlich oder in unverhältnismäßig bedeutendem Grade aus den Gemeind.adgaben bestritten wurden. Ich hoffe, daß diese Maßregeln, lobald sie erst zur vollen Wirkung gekommen sind, zu der allgemeinen Wohl» fahrt des Landes beitragen und den Einnahmen erhöhte Elasticität verleihen werden. Odschon Ihre Session unvermeidlich um ein Drittel ihrer gewöhnlichen Dauer geschmälert wurde, so bemerke ich doch mit Befriedigung, daß Sie im Stande gewesen find, Maßregeln von allgemeinem Interesse und Bedeutung durchzuführen. Ich habe herzlich mein: Zustim-mung zu einer Acte ertheilt, welche die Besserung des Gesundheitszustandes von Frauen, Mädchen und Kin, dern in den Fabriken im Au^e hat. Ich erwarte, daß durch diese Maßregel nicht nur die Gesundheit und Er« zlehung der dadurch berührten Klassen gefördert, sondern das Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitern in jenen wichtigen Industriezweigen auf einem Fuße dauernder Harmonie und gegenseitigen guten Einvernehmens erhalten bleibt. Ich habe bereitwillig das Gesetz zur Reform des Patronatssystems in der Kirche von Schollland geneh» migt. Ich hoffe, daß die Beseitigung dieses alten Streit, grundes die Kirche stärken und zum religiösen Wohle ciner großen Anzahl meiner Unterthanen beitragen wird. Die Acte zur besseren Regulierung des Gottesdienstes in der englischen Kirche wird, wie ich hofft, dahin zie, ten, die unglückseligen Streitigkeiten zu verhindern oder zu mildern, welch« mitunter aus der Schwierigkeit ent' stehen, eine schnelle Entscheidung über zweifelhafte Rechts-punkte und eine ungiltige Erklärung der festgesetzten Form des Gottesdienstes zu erhallen. Solche Streitigkeiten erzeugen, selbst wenn sie sich unter Personen ereignen, »«lche von dem Wunsche beseelt sind, sich nach der Lehre und Disciplin der Slaalsllrche zu richten, ernste Uebel, und ihr« baldige Erledigung durch dic competenten Be» Horden ist eine Sache der höchsten Wichtigkeit für die Interessen der Religion. Die Gesetze, welche Sie angenommen haben be^üg« lich der Beschränkung der Klagen bei Grundeigenthum, bezüglich txs Rechtes von Käufer und Verkäufer, bezüg« lich der Vodenrechte und der Uebertragung von Grund» elglnthum in Schotlland, sowie die Acte über den Verlauf von geistigen Getränken und üder die Sauiläls-gesttze werdm, wie man wohl erwarten kann, dem Staats-wesen zum Vortheile und zur Befriedigung gereichen. Die von mir eingesetzte Commission zur Untersuchung über die Lage der Gesetzglbung hinsichtlich der Uebcrlre, lungen, welche mit dem Geschäft im Zusammenhang stehen, ist nicht im stände gewesen, ihre Arbeiten zeitig genug zu beenden, das während der eben endenden Session der Gcsetzgelnlng möglich gewoidtn wäre. und ich bedauere, daß der Drang der Geschäfte im Unterhauses es nöthig gemacht hat, die Erwägung der Vorlagen über! die Uebertragung von Grundbesitz in England, über Re» organisation des Iustizwesens in England und Irland und über Begründung eines ormstcli Applllhofes zu suspendieren. Diese Gegenstände werden naturgemäß in einer künftigen Session Ihre Aufmerksamkeit baldig in Anspruch nehmen. Vti der Rücktchr in Ihre Grasschaften und Wahl' kreise werden Sie Gelegenheit haben, in wohlthätiger Weise den Einfluß geltend zu machen, der das glückliche Ergebnis unserer Oemellideeinrichlungen ist, und ich bete, daß der Segen des Allmächtigen Sle begleite in dcr Erfüllung aller Ihrer Pflichten." Ueber dic Lage in Spanien bringt das „Memorial diplomatique" «!ne längere Schilderung, der wir folgende Stellen entnehmen: „Die Politik, welche die Regierung dls Marschalls Mac Mahon jenseits der Pyrenäen befolgt hat, konnte schroeilich als eine durchaus nlutrale Politik betrachtet werden. Wo ist aber die Regierung, wo die Nation, welche in ähnlichen Fällen ihren Nachbarn gegenüber im strengsten Sinne deS Wortes neutral bliebe? Preußen kann in dieser Hinficht keineswegs als Vorbild dienen. Im Jahre 1830 half es unter der Hand Rußlands bei Unterdrückung des polnischen Ausslanbcs und noch später, im Jahre 186Z, schloß ls mit Rußland einen Vertrag zu dem unverholenen Zwecke, die nlue Insurrection, die an den Ufern der Weichsel ausdrach, zu bekämpfen. In-dcm wir an diese Hallung erinnern, wollen wir die damalige preußische Polilil nicht tadeln. Preußen hat vom doppelten Standpunkte seiner eigenen Illteressen und seines guten Eillveinehmen« mit einer benachbarten Macht gehandelt. Wir verlangen rur, daß man sich mi» parteiisch in die Lage versehe, welche der baSlische Auf' stand Frankreich bereitet has, und daß man die beson, deren Umstände nicht verkenne, denen gemäß wir vorzu, gehen gezwungen sind. Es ist hier wie im Auslande ge-nugsam bekannt, daß die Regierung des Marschalls Mac Mahon der Sache des Don Earlo« nicht gewoben ist und daß die Wiederherstellung einer absoluten Mon, archie in Spanien >hc keinerlei Sympathie einflößt. Weil die französische Grenze dem Aufstand nicht Herme» tisch geschlossen wurde, darf man also nicht sagen, daß die Regierung m!t dem Prätendenten Hand in Hand ging; die Beschaffenheit dieser Grenze und ihre Aus« dehnung legen einer strengen Maulh« und Polizelbeauf. ftchtigung die größten Schwierigkeiten in den Weg. Um die Sache besser zu machen, müßle man längs der Pyr-> nämlelte ein ganzes Nrmcecorp« ausstellen. Die Sicherheit Frankreich« ist aber durch dic Schlldnhebuna. der Carlisten keineswegs bedroht und elne solche Maßregel würbe mit dcr yegclllrärligen Finanzlage Fral'lceichs unvereinbare Auslagen verursuchel», sowie den Zwlck und die Grenzen des NeulralitätSiMms. niclchcS das ver-salller Cabinet gegen Spanien übt und ferner üben wird, weit überschreiten. Seine Politik ist die Nichtinlerven« t.on und man kann überzeugt sein, daß es ihr um lei< nen Preis untreu werden wird. ES bleibt dem Kampfe durchaus fern, es versäumt nichts und wild nichts versäumen, um so viel als möglich jeden Transport von Kriegsvorräten über die Grenze zu verhindern." „Die Politik, welche das deutsche Reich seil einiger Zelt inbezuss auf Spanien befolgt, hat ihm viel Tadel zu-igezogen und zu wenig wohlwollenden Eommentaren Alilaß gegeben. Das wird niemanden befremden. Dle glücklichen und mächtigen Ehrgeizigen werden nirgends gern geflhen. Man hat v!el von einer bewaffneten Intervcn-lion dieses Cabinets zu hunsten der madrider Regie-rung gesprochen; wir unsererseits haben nie daran b^ glaubt. Die Regllrung des Kaisers Wilhelm ist viel zu vorsichtig und zu klug, als daß sie, ohne durch ein drin-gendes Natlonal'Inleresse dazu gezwungen zu sein, ihrem sehr billigen und heilsamen NichtinlervenlionSpriliciP zuwider handelte. Die allen legitimen Regierungen gehlN nicht leicht auf Abenteuer aus und das neue deutscht Reich hat heule andlre Pflichten zu erfüllen und andere Interessen zu wahren, als indem es eine Expedition nach Spanien unternimmt. Augenblicklich blschränlt sich die Handlung Deutschlands auf die Sendung zweier Kauo» lltnboolt in den Hafen von Bilbao mit der Aufgabe, sich Ver Handelsschiffe zu bemächtigen, welche den 2a» listen Kriegsmunitlonen und Mundvorrüthe zuführen sollten. Welt »lchligcr als diese unbedeutende See-Expedition ist der Umstand, baß Deutschland sich off«» gegen den CarliSmus »klärt und daß sein Beispiel die anderen großen Mächte auf dieser Bahn hinreißen wird. Die feindliche Haltung des deutschen Cabmels versetzt der Sacht des Don Carlos den TodeSsloß und dieser richtet sich zugleich gegen die lalhollsche Be< weguliq in Frankreich, Vela-en, Deutschland und Otsler« reich. Indem das berliner Cabinet die carlistischen Klüfte in den baslischen Provinzen zerstören hilft, will es zu-gleich ten geistlichen Genossenschaften einen Schlag beibringen, in denen es die Stützen und die Htlser dieses Kampfes ficht. Deshalb darf man sich von Seile biesl< Cabi«et« einer baldigen Anetlmnung der madrider N" gierung versehen, welcher dlcjenig« der Cabinet! o<>" Petersburg und Wien, deren Politik mit!<"" tes berliner Eabinels, blsonbecS was die NngelcglnhM des westlichen Europa anbelangt, übereinstimmt, auf dllN Fuße folgen wird." P^sschV lleberslcht."^ «albach, 12. August. Ein wiener Brief der „Bohemia" erklärt es lüc wahrscheinlich, daß Oesterreich gleich nach Deuts««' land die Anerkennung der spanischen Republik aussprechen werbe. Die Nachricht, daß Oesterreich dlt Erhebung des Prsnzen von Austurlen auf den spanische" Thron wünsche, sei erfunden, um Oesterreich zu oll-dächligen. nung und so wie es selig in seiner Freude vergehen laan, so vergeht es auch blutend in seiner Qaal. Fritz, an dessen Vebenshoiizonte nur die goldenen Morgenwoiten der Liebe aufgedämmert waren, der ib/e segnenden Strahlen noch nicht kannte, nicht ihre Stürme, mcht ihre tiefe Nacht, die sie oft in die menschliche Seele wirft, hatte feine ganze Hallung verloren. Die Verwandlung Rofa« mußte außer ihm irgend einen Grund haben, das wurde ihm klar, denn Rofa für die« jenige zu halten, die sie war, fiel ihm nicht bei. Ein anderer Gegenstand mußte sie von ihm abgewendet, in seine Schlingen gezogen haben — er haßte diesen Gegenstand mit aller Stärke seiner Seele, es drängte ihn, diesen aufzufinden — und so schlug die Glulh der Eisersucht in seiner Brust zur hellen Lohe auf, ohne daß eine Ahnung dieser Leidenschaft in ihm emporstieg. Hundertmal wollte er an diesem Abend« zu Rosa hl.treten und sie über ihr Benehmen befragen, aber er hatte den Muth nicht dazu — er hätte lein Wort her« vorgebracht, wenn er vor ihr gestanden, auch fand er leinen Augenblick, sie allein zu sprechen. In diesem Taumel von Unruhe, von innerer Qual verließ er den Saal. Er ging bereit« eine geraume Zeit vor Rosas Wohnung auf und ni«d«r und lehnte gegen, über an einem Pfeller, zu ihren dunklen Fenstern emporblickend, ohne zu wissen, wie er hierher gekommen oder was er hier gewollt. Die schöne Vergangenheit zog vor ihm ihre Schleier auf — die dunklen Fenfterwölbungen erhellten sich däm> »lld in sliner Phantasie, «r fah die holde Gestalt ««!»« hinter den rothen Vtidengardinen, wie sie schmei« ch'lnd an seine» H«zen lehnt« und der reine Glocken-ton lhr«r Stimme zu ihm emporflölete. All die süßen Augenblicke, die da« Leben der Liebe erschasst, zogen an u« dlc Slaalsidee, um das Staatsbewußtsein selbst, welches fich nicht du,ch ein außer ihm liegendes Herr« schaftsgelüfte gelangen nehmen lassen will und soll. Dieses Selbstbewußtsein füllt in das Gereich der liberalen Ideen, an deren Verwirklichung unsert Zeit arbeitet, und die liberalen Parteien können um ihrer selbst willen nicht anders, als dem Staate in dem Kampfe gegen den Ullramontanlsmus ihren rücksichtslose Velstand leihen, während andererseits der Staat auf dem Wege, welchen er versolgt. nicht ander« lann, als die Staalsideen lm Sinne zeitgemäßer Cnlw'cklung zu leiten." Die Meldung der ..AgenceHaoas". daß der deutsche Botschafter am 8. d. dem französischen Minister des «uswillllgln mündlich die Absicht Deutschlands mit-»«theilt habe, die spanische Regierung anzuerlen' n«n, hat, wie die „Französ. Eorr." berichtet, in den po« lilischen Kreisen einen gewissen Eindruck hernorgeblacht. Der Vizepliisibent des fraizöslschen Mlnlslerralhs. der Nch nach Conlllftville begeben sollte, hat seine Abreise verschoden und der Marschall Mac Mahon hat am 8. d. vormittags um halb 10 Uhr alle Minister lm Elyj6: um fich versammelt. Dle Mitglieder des Cabinets seien einstimmig der Ansicht gewesen, daß Frankreich bei dicser Alegenhclt seln Verhalten nach demjenigen der anderen -"üchte ilchlen sollte, ohne irgend welche Initiative zu "greisen. Uus Madrid schreibt der Specialbericht« erslatler der Presse" unter tem 5,. d.: „Der Schwer. Punkt der spanischen Dinge liegt augenblicklich im Auslande, speclell in Deutschland. Die letzten Nach-tlchten geben uns die Veruhigung, daß die deutsche Reiche» Alerung nicht so inlervintionslustig ,st, wie die ersten Depeschen b'fürchten ließen, und daß das nächste, was Spanien von diesem moralischen Vulidesgenossen zu er» warten hat, die Anerkennung sein wird. Die besonnene Politik der „Presse" entspricht ganz den Anschauungen und Wünschen, die hier in Regierungskreisen gehegt wer-den und es wird ihren Ausführungen große Veachtung »eschenlt.« Aus Italien werden fortwährend neue Vcrhaf« lungen von Mitgliedern der ..Internationale" gemeldet, welche einen Putsch versuchen wollten, dessen Zweck sich jedoch schwer errathen läßt. Die Theilnahme d« italienischen Republikaner von der Partei Mazzinie wird entschieden in Abrede gestellt. Hugesneuigtieiten. — (Todessall.) In Zürich ift a« 6. d.M. Ca. stum Vtaf Lancloronsli.Vrzezle, l. l. Kämmerer und «bliche« Mitglied des Herrenhauses, l« 73. Leben«-lahre verstorben. — (Bei» grazer Spar« und Vorschuß» ^oxsollium) des «ften allg. Vea«lenvereine» sind bi«. h« nach Nclich, der ^Vr. Ztg." an Spar- nnb Antheil«, ewlagen 15 938 fi. (davon im ersten Semester 1tt?4 ^798 st.) eiugclegt und an Darlehen (Vorschüssen), i« ganzen 16.997 st (davon im erften Semester 1874 6440 ft.) verabfolgt wordln. — (Internationale» Ar« ee»Iagdr en» ?kn.) G«. l. Hoheit Prinz Hermann von Sachsen« -weimar hat sich an die deutschen Fürsten mit der Ville gewendet, ein internationale« Armee«Iagdrennen zu ftisten. Mlge dessen haben ^hre Majestäten 'Kaiser Wilhelm, ^n»g Albert von Sachsen, die Großherzoge von Va< tn und Mecklenburg und eine glüßere Z»hl der re< »lerenden deutschen Herren d« Sliflung eine« Osi'cier«. ^gdrennen« in Vaden.Vaden b schlössen, da« vorläufig der Nelleichischen und deutschen Arme« «schloffen sein, später n zu eine« rnlernal»onalen Ai»ee«Iagdrennen ausgedehnt ««den soll. In Mcksichl auf die ManÜverlage hat diese« »n?" ^"tiug " den Ansang Ollober verschoben werden «ülien. n?o Ka»ser Wilhelm selbst bei de« «ennen zu. ^3«n stin und die Siegestrophäe. eine Ehrengabe de« Mo«, lH«n. de« Helden de» Tage« überreichen wild. . ^ (Die Eommlsfiou der inlernationa, ^!" ^onserenz) hat fich. wie au« Vrüssel gemeldel h V7' di« ,thl nur »it den eigentlich humanitären Fragen lHüsllgl, wie beispielsweise mit der Vehandlnng der Ge. " senen und Verwundeten Das .Journal de Vrufelle«" do» H "^'"^ belge" berichteten, daß d« Soldaten au» « neinbe occupierlen Provinzen, welche von ihrer Re. z ""3 zu den Fahnen berusen worden, al« Kliegsührende »ra ?'"' ""b demgemlitz zu behandeln seien. Diese d,e ?« !? ^^ "^ "'^' i"^ Behandlung gekommen und "achUchl der brüsseler Vlillln ift verfrüht. !n,lt>.^ (^azaine« Fluch».) Die pariser Journale Hin Vazawe in der Nacht von Sonnlag auf den ,l>»«^°" der Insel St. Marguerite entflohen sei. Ve- "" Detail« fehlen noch. Vazaine soll das Fort «iltel, Strickleiter verlassen haben. Man glaubt, baß er eln nach Italien gehendes Schiff erreichte, Die Nacht, in welcher Vazaine entwich, war besonder« fi.ifter und uxhte tei schlech» tem Wetter ein heftiger Winb. Die Journale sttgen hinzu, daß die französische Regierung entschlossen sei, sogleich uno energisch die Mitschuldigen an der Flucht zu bestrafen. Locales. Zur Action der Iungslovenen. Die ,Trlefter Zeitung" uulerziehl die von den vier jungslovenischen Reicheralhsabqeordnelen ui,ler dem Titel „Die Slovene» und der Reichsralh im Jahre 1873—74" ausgegebene und unter die slovenischen Wähler in Krain, Sleiermatl, Kärntcn und Gör; vertheilte Vro schüre einer eingehenden Kritik und gelangt zu folgende» Eulachten : „Die Broschüre ift von einem durchaus liberalen Geiste «füllt und ihre ganze Tendenz, analog der Haltung der vier Herren slovenifchen Abgeordneten im Reichs« ralhe. auf die forlfchlillliche und freiheitliche Entwicklung des Reiches übethaupl und de« slovenischen Volles i« Be« sonderen gerichtet. Es hat eine Zcit gegeben, wo die Versassungspartei in ihrem Schoße Ausgleichselemente hatte, welche sich mit de« Problem abmühten, wie benn ohne Ungerechtigkeit gegen Reich und Verfassung die Ansprüche der einzelnen Nationalitäten befriedigt werden könnten, und Theoretiker zeiwühllen die Ocganisalioi» der VerfassunHspartei, um sie den Vmwirlungen der Nationalen zugänglich zu machen. In der Thal war damals die Versafsungeparlei zu wcscnt« lichen Zugeständnissen bereit. Das Ministerium Potocky hätte daher einen Orfolg aufweisen mlifsen, wenn die Na« lionalen wirtlich von j5nem Vclföhnungsgedanlen erfüllt gewefen wären, mit welche« sie sich btüftetrn. Aber was war damals den Czechen, Polen und Slovene« ein Polocky! Nicht« als cin Schwärmer, welcher ihre Forderungen von ausgiebiger Realiläl nicht begriff. Wa« follte rhnen auch lin Minister, der sich zwar bereit zeigte, Ungercchligleilen zu befeiligen, wo solche bestanden, de« aber die Verfassung ein anvertraute« Gut war, an das er nicht rührte und nicht lühren ließ! Da war es doch nach ihrer Meinung noch besser nnlio Vürgerminifteliu«, wenig czescgnelen Nn« denken«, wo wenigstens in Galizien da« polnische Element rücksichtslos waltete, die oberste polilifche Vehörde in i!aibach die Hände vollauf zu thun halte, um die Phantasien des Landesausschusses zu wehren, und in Vöhmen schon die Fundamental.Nllilel — wenn auch noch nicht in ihrer präcifen, späteren Gestalt — ihren drohenden Schallen vorauswarfen. O« kam da« Ministelium hohenwcnl — welche«, nebenbei gefugt, in der Vrofchüre nicht gerade mit über« gloßer Achtung erwähnt wird — e« la» der hlfensabbal der Fundamentalarlilel, auf diese solgte endlich das Mini» steriu« Nnersperg und die Wahlleform. Einmal im Vesihe dieser letzteren hotte i» den Reihen der Velfaf-sungspllltei der Ruf nach «usgle,ch, jener Ruf, der von Seile der slavisch.seudalen Partei mit der Drohung eine« unablässigen Kriege« beantwortet wurde, nach und nach auf und verscholl endlich gänzlich. Frei von den unllaren Uns« gleichslenbenzen, von welchen sie einige Zeit durchäderl war, beharit nun die reichslreue Partei fest und bestimmt aus der Verfassung und ihrer lönlwicklung, entschlossen, ihre Iiele zu verfolgen, ohne fich ferner noch durch eme jaljche Gemülhlichleil beirren zu lassen. Sie will leine Suprematie einer Nationalität über die andere, leine Vcvormundung und leine Unlerblückuug; aber sie will, daß sich inn«halb des Rahmeus der Verfassung alle staatlichen Elemente ver, einigen, um einen Zustand zu schössen, welcher der leben, digen Gegenwart, nicht aber eine« Vorwürfe für historische Sludien enlsplichl. Diese Konsequenzen der Wahlrefor« unter der ge« summten Opposition zuerst begnfscn zu haben, ist unstreillg da« Verdienst der jungslooenlfchen Abgeordneten. Sie erlannlen, daß die Velfassungeparlei, einmal im Ve» sitze einer durch die Vahlrefor« sacnsch zutage gelrelenen Majorität, nichls ander« al« jeden euisciligen Ausgleich«, gedanlen ablehnen müsse, daß es daher ebenso prallisch al« vernünftig war, «it den wirllichen Thalfachen und den vorhandenen Facloren zu rechnen. Zudem war der An. lnüpsung«punll bald gesunden, nemlich die der Verfassung«, parlei und den jungslooenilchen Abgeordneten glelchwelse geläufige Abneigung gegen die llerical seudalen Tendenzen der übrigen, »il Unrecht sogenannten ftaal«rechl. lichen Opposition. Wie sehr sich da die Iungslovenen von den Jungczecheu unlelschieden, wie die ersteren al« ganze Männer dastanden, während die lchieren demülhig die all« cz,ch«lche Nulhe lüßlen, welche soeben noch über sie ge. schwungen wurde, da« alle« ift noch in zu srifchem An. benlen, u« defender« recapitulierl zu werden. Die oppo. silionellen Organe sielen denn auch weidlich über die Jung. slovenen her, beschuldigten sie der Felonie und belegten si, «lt Acht und Aberacht, fall« sie in den Re»ch«ralh treten sollten. Die Iungslovenen jedoch gingen entschieden und selbstbewußt vor; sie velfchmahlen e« zu antworten und be. fchicklen den Reich«ra«h nmk. pl,ri^l>. Welche anerlennlnewerche Haltung si« dort während des Verlaufes der Session eingenommen haben, ift noch in jedermann« Gebächtnisse. Die Vrofchüre gibt Ubngen« darüber eingehende »uslunfl. Ueber die anläßlich der Ubreßbeballe von den Abgeordneten Dr. Razlag und Dr. Voinjal ge»nß«len Anschauungen lilßl fich noch viel disculieren, ebenso wie Über die in der Vroschü« niedergelegten Ansichten betreff« der Pflege der NationalltHl; aber die von ihnen und dem Abgeolbnelrn Pfeifer zu-qunslen der Annahme der konfessionellen besetze gehaltenen Reden, serner ihre Reden Über das Schulwesen, dte «ede des Abgeordneten Na bergoj in der Salzfrage, «Usse» zu de« Gesten gezählt werben, was während der Session gesagt wurde. Alle diese Reden werben in der Vroschü« wiedergegeben, Inhalt und Zweck d« consessionellen Gesetze in populärer und überzeugender Weise elklärt, die Voll»» fchulgesehe und deren ^eachluna. war« empfohlen, ltin lurze« Schlußwort endlich betont dle Politik der Aktivität und zugleich die Nolhwcnbigleil einer regen Betheiligung an allen Albeilen des Reichsrathes, mit anderen Worten: Die Förderung des österreichischen Staal«-gedllnlen«. Das Vnch erfreut sich, wie fchon oben gesagt, einer großen Verbreitung und srenndlichen Aufnahme unter de» Randvolle. Es wird unzwciselhasl den liberalen Ve» danlen dort, wo sich derselbe vorfindet, kräftigen und verstärken, ih» auch hie und da Gingang verschafsen, wo ih» bisher vor urlheil oder Indol«nz entgegenstand. Die Mr-lnng der Vroschüre i« allgeweinen muß natürlich noch abgewartet werden Der Klerus wirb sich ihrer Verbreitung entgegenftemmen, — aber da« ift auch alle«, wa« von dieser Scrle gethan welden lann. Mehr und »ehr wird in alle» slovenischen Gebieten der liberale Gebanle Wurzel fassen und um fo lräfllgcr allen Angriffen Widerstand leisten, al« er von den Repräsentanten de« Bandes selbft dem Volle mundgerecht gemacht und dadurch seine lultnrelle Anfgabe zur Wahrherl wild." — (Aus dem Sanitülswochenberichle de» laid acher Stadlphysilate») von» 2. bl» mcwftve U. August entnehmen wrr jolgenbe«: I. Morbllllül. Drejelbe war auch in dieser Woche sehr bedeutenb. Vorherrfchend waren Durchfälle »nd Brechdurchfälle l» Säuglmgsaller, vereinzelt Scharlach, Matt«», Mafern und Keuchhusten, ebenjo D«phlherilis, lthlere gege» die Vorwoche in enljchuoener Abnahme, Typhoide jehr selten. il. Mortal» läl. Diese war gegen die Vorwoche in enlfchiedener Zunahme begrlfsen; e« starben nemlich 30 Personen (gegen 16 in der Vorwoche). Von diese» waren 17 männlichen und 13 weibllchen Geschlechte«, 14 . abend«. Wre wir vernehmen, wurden die Spitzen »nserer Civil-und Mrlilälbehörden hiezu eingeladen und dürst« die Theil» nähme an diefer Feier selten« aller Schützensre»nde z» einer zahlreichen sich gestalten, u»so»ehr al« da« Schießen mil schönen zahlreichen Vesten au«geftallel ist. — (Se. Hofgasse; 17. Berufung gegen ein Elraferlennlnis wegen Nebertrelnng gegen die Dienftbolenordnung; 18. Uebernahme der Polizei Jurisdiction im Rayon der Lalg?n für da« städtische Äicham» ; 20, Anlauf von Hydrophorfchläuchen für die freiwillige Feuerwehr. — Hierauf folgt geheime Sitzung. — (Dtr Verein „Slovenija") hält heule abends im hiesigen 6ilalnicaH. September einberuft. Wien, >üt. August. Der internationale Saatenmarkt war von 32 h", Hllndel«l,anl 77 ,25» Vereinebant l6 75, Hypolhelarreuteul,»,,! 1Y73.) Vlranderunge» scit dem Monatsau«welse vom 81. Juli 1874: Vanlnoleu - Umlauf: 305.022,»; ^ Wc,,sn pr. Mthcu 5 6 80 Vullcl pr, Pfund —44 ^ ^ «öln ,. 3 40 3^87 , Eier pr. Gluck -!2! Gerste ,. 8 - 320! M'lch pr. Maß ..W_..^ Hascr „ 2 20 2^95 ! Riudstc,sch pr. Psd. - 30 Halbfruch« .. -- 4 85, Kalbfleisch „ ^24 Heiden „ 4 40 4!83 Schweinefleisch .. 36 H'lse ,. 4 50 4 13 Lämmerne« „ ^ 20 Kulurulj ,. i 4 40! Hühudcl pr. Slllcl ^40 ^. Eldapsel „ - — . Tauben „ _ i« ^'nseu ^ 6- ., Heu pr. Zeuluer 120 .. ^ Erbseu .. 6 20-._ Stroh ,. 75 Fisoleu .. 6 80-!. Holz. hart.. pr.Klft. _!. 6 50 Rludeschmalz Pfd. -52 _> . .- weiche«. 22" -_ 470 Schweineschmalz.. ->42—> Wein, roth.. Eimer -!.,<; -Speck, frisch „ -!44-> - meihn. ^ .. . 12 ^ - geräuchert „ -42 ._ «udolfswerth, ,0. August. Die Durchsch„l,t«-Pre'se stellten slch aus dem heutigen Marlte. lvie iolgt: « Ichi>pss,isil,sch .. - 20 H'rse » 4 Hähnbel pr. Tlllck . — 3ü Kulurntz ^ 5 :l« Tauben .. - — 2rdilpsel ^ __ Heu pr, Zeutner . l 20 r.usen .. --------Stroh „ . - 80 «l°sm « - - Holz, harte« 32". »lst, 6 t>0 Fisolen „ . _^ welche«. .. __ -Nindsschmal, pr. Pfd — 45 Wein, rother. pr.Vimer 11 — Schwemeschmalz „ 48 — weißer „ ii ^ Speck, frisch, - Hasen pr, Stilck' . .. — Speck, geräuchert Psb. — , 40 i.'cinsamen pr. Metzen 6 ! Angekommene Fremde. Am 12, August. "c">" U-" "'«en. ^'öisler, I.i^lticur. und «et, ««'' ender, W,en. - Frelberger, «eamte, Amstetten. - hHwinl. Prlvat.er, Tnest. - Vohutinöly mit Aemalin, Hof -Schr°l>. Vergvenvalter. Vraz. - Kunze. Kaufm, Vuchholz «»««« «>«s»«». Nandit, ilrapina. — Knlniq «rzt W'p pach. - Märn, Gymnasialprofessor. Ägram. - Htoper '«ereg, Flllpp und ,yachini, Trieft. - Stettner und Szabo. Juristen, Budapest. - Fr. Goldner. Priv.. «onstantinopel. - Um«, Pfarrer. Geldes. ««»»»p». Schlnidt, Director, ^'eobersdorf. ^"^"5° ^"" «»«»««»'»'«>«»,. Kolmann. Lehrer. Aodjt. Iall.lsch. Student. Galenfeld - Soulig, Agent. Ralschach. 5»«»»»5«»>. Kaschmann, Privatier, Pillach -. Mauser Meali' «ätenbesitzer Pettau. - Visniltr. Jurist, und Li. G«»ss>. Wten. ^ gambcll,. Agent, Trieft. - Fratau, Veamte. M«l< bürg. - Um« Vraz. - Pogatschnig. Werttd.reclor. Sachs"- f,ld. - Graf Ianlovlt, Daruwar. Meteorologische HcobüHlungel! ln Lail»ach 6UM». 735« ^14.» wmdftill nebelia « '' 10 " «b ^7" t?«° ^-.1?"°"« '-H"sl< be». ^ 10 « «b. j 737 3, ^-16,« O. schwach lrllbe ^^" Morgen« regnerisch, nebelig, gegen Mittag Guß. nachm't'ag« Sonncnscheln. abend« zunehmende Vewülllma. trübe D°« Ta«e«' Mittel der Wärme ^ 172'. um 26« unter dem Normale »erantworllichcr «edactenr: Iaual «,, »ltlnmoyr. ^n^spli^pi^is ^"""- ^ ^ul! An der Vor^ sowie an der Mttla«sbüi,e war «vorievelllyl. wöbe. ,) ""' t..... 7l V0 71 90 9«nner.) «u^__._„ ( , . . 74 d0 74 HO «prU» ) "l»errenl, ^ . 74 ?l, 74 8k. e,le. I8V9 . . . . «64 - ^67-- ' 1V4....... 39- 9i>25 . I860....... 107— 107 2^ . I860 ,° 100 fl. . . . 111 ^ 11150 ' 18S4 ..... I3ij50 134- D^mänen-Pfandbliefe . . 1i-2 50 123 50 Pr«mienanlehen der Stadt «ien 10050 101-- M«»«u.«e,nUernng«.e,le . . 37— 57 50 U», «i,«nd«t,°.»»i. . . . . !>92b VvbO U«g. P^«win».»lü...... SV 50 84 «i-nn «oa N'un«<.«ulttzn, . . lw 75 902b r.!t»tr.w - "t^ slf« Vodfverl^»«««,. '. 1^.^ ^.^ «lreditanfialt, nngar, . . , 226 226 50 Tepostttnbanl..... 147 148 - «»cnmpllaupall......9<0— 910 — «rauco.Vanl . , . ti2 - N2«5 Hontelsbanl ... . 7650 77 - Vi»<,»n»lb«.ßierdb«h, . . . 1V8V— 1990 — bll,«tl«»«'