Nt. 199. Montag, 31. August 1896. Jahrgang 115. Mbacke^ ^^ ^ W" H"^ ^ G" T^> ^""lntia«l»n«pr«l«: MÜ P o s! versen d u na : «a»zM«a fi, l5, halbiichli« st, 7 ko. ssm llomptoir: «»»zMr!« st, ,,, hnilijüh^g st, 5 50. ssür d!l Znstrll»»« i«« Ha», ««»zMri« fl, i, - InsertlonsgtbUr: ssür '>"»>> I„I,rate l>!« z» 4 8r!len »K lr., glvhsre per Zeilr N l,-: t,sl «ftorrn WiederhullliM,, per Zeile 8 lr. Die «Laib. Helt.» sr^chfinl , Lpischstmibfn brr Nednttto« vo» « bl« n Uhr vormiXag' Unfranlierte vrlefs werden nlch» anssenommel!, Vlanulcripte nicht zurüclgrftclll. Mit 1. September beginnt ein neues Abonnement auf die Laibacher Zeitung. Die Priinumerations-Bedingungen bleiben ""verändert und betragen: mit Pofivtrsendung: für zaibach: Mzjährig . . ,n si. — fr. ganzjährig . . ,» fl. — kr. Mlbiähng .'. 7 » l,« » halbM-ig . . » » »» » "lerteljährig . » » 7» » vierleliährig . 2.7». "wnalllch... » . »5 » monatlich... — . »» . H. Für die Zustellung ins HauS für hiesige " ° onnenteu per Jahr 1 Gulden. l,^,.^^" ^ie Vränumerations - Velrägr wollen ^Uvsret zugesendet werden. Ämtlicher Theil. y,„ Se. f. und l. Apostolische Majestät haben mit """höchster Entschließung vom 19. August d. I. den ^Finanzministerium in Verwendung stehenden, l, /s ^ ^'^l und Charakter eines Regierungsrathes Kleideten Oberbcrgrath Rudolf Klein zum Hofrathe "^ den Wemmäßigen Bezügen der V. Rangsclasse "ergnadigst zu ernennen geruht. Vilinski m.p. All« ^'"^ k. und l. Apostolische Majestät haben mit ^"höchster Entschließung vom 24. August d. I. den ^""or der Lehrer-Bildungsanstalt in Troppau Josef ttn.« 5"m Landes - Schülinspector allergnädigst zu """en geruht. Gautsch m. p. W«^' l- und k. Apostolische Majestät haben mit Pli?Mer Entschließung vom 14. August d. I. dem z. Momenten für Chemie an der Universität in das^! ""b Professor an der Staats. Gewerbeschule ll^U Dr. Ernst Aandrowski den Titel eines veU^entlichen Universitätsprofessors allergnädigst zu RetI^k' und t. Apostolische Majestät haben mit HeMchster Eutschließung vom 22. August d. I. dem 'n «p. °es Handelssenates bei dem Landesgerichte kuncli '"b ^^ob Kohn für die Dauer dieser alter«'?. wkfrei deu Titel eines kaiserlichen Rathes unadW z^ verleihen geruht. Der Nckerbauminister hat den Miuisterialconcipisten Johann Rzeczizly zum Ministerial-Vicesccretär und den Administratiousconcipisten der Forst« und Domänendirection in Innsbruck Dr. Heinrich Kadich Edlen von Pferd zum Ministerialcoucipisten im Ackerbauministerium ernannt. Heute wird das XXVll. Stiicl des Landesgesetzblattcs für Krain ausgegeben und versendet. Dasselbe enthält unter Nr. 85 die Verordnung der l. l. ssinanzdirection in Laibach vom 22. August 18W. Z. 15,0U:l, enthaltend die Kundmachung jener Land», beziehungsweise Wasserstraßen, auf welchen weiterhin der Transport von je ein Liter übersteigenden Sendungen gebrannter geistiger Flüssigkeiten ausler dem Abgadebaude im Verlehrc zwischen den Ländergelneten des österreichiich»un(M'ischru Zollgebietes zulässig ist. Von der Redaction des LaudesgesclMattes für Krain. Laib ach am 31. August 18W, Nichtamtlicher Theil. Das russische Kaiserpaar in Wien. Neuerdings widmeten mehrere Blätter den erlauchten Besuchern, welche Wien beherbergte, herzliche Worte. Die Bedeutung, welche dem Wiener Aufenthalt der russischen Majestäten zukommt, wird nach allen Seiten hin gewürdigt. So schreibt das «Fremdenblatt»: «Ueberall tönten dem jugendlichen Herrscher und Seiner liebreizenden Gemahlin, die aus dem fernen Norden gekommen sind, um unserem Hofe Ihren Besuch abzustatten, lebhafte Vegrüßungsrufe entgegen, und diese Rufe wie die Stimmen der öffentlichen Meinuug ganz Oesterreich-Ungarns müssen Ihnen zeigen, wie freudig Ihre Hieherkuuft in der Hauptstadt und in der gesummten Monarchie aufgenommen wird. Kaiser Nikolaus ist nun seit bald zwei Iahreu auf dem Throne; in dieser Zeit hat Europa sich von Ihm ein Bild schaffen können, das Ihn den Gemüthern der Menschen nahe gebracht hat. Als eine freundliche, humane und ernste Erscheinung, als ein Monarch, der beflissen ist, in Seinen ungeheuren Gebieten das Beste zu wirken und die Ihm verliehene Macht im Dienste des Friedens zu verwenden, steht Er vor den Augen der Welt. Ein Zug der Milde geht durch das ganze Wesen dieses Regenten, der das größte Reich der Erde zu beherrschen hat, und zugleich ein Zug thätiger fort- chrittlicher Gesinnung, die darauf gerichtet ist, die inneren Kräfte Russlands zu heben, es materiell wie geistig vorwärts zu bringen.» Das Blatt verweist darauf, dass alle Volksstämme der Monarchie ohne Ausnahme die Freundschaft mit dem russischen Nachbarreiche als etwas höchst Erwünschtes begrüßen. Wien — heißt es zum Schlüsse — habe gestern in Kaiser Nikolaus ll, die Hoffnung Russlands, den Träger seiner Zukunft begrüßt, «und mit Wien hat Ihn die gesammte Monarchie begrüßt. Die Bewillkommnung gilt Ihm und sie gilt dem großen Volle, das in Ihm fein Oberhaupt verehrt.» Das «Extrablatt» schreibt, dem russischen Herr-scherpaare habe der Strahl aufrichtiger Freudigkeit aus den Blicken der dasselbe begrüßenden Menge entgegen-geleuchtet. Ihre Majestäten werden — heißt es weiter — «aus diesen Blicken dic Sprache inniger Empfindung herausgelesen haben, mit welcher Ihnen ganz Wien den huldigenden Willkommsgruß entgegengebracht. Und dieser Gruß der Wiener hat, das darf kühn behauptet werden, Gefühle aller Parteien, aller Völker und Nationen der altehrwürdigen österreichisch-ungarischen Monarchie in gelreuester Vlrdolmetschung zum Aus» drucke gebracht.» Die Unruhen in Constantinopel. Wien, 28. August. Die Meldungen aus Constantinopel über einen neuerlichen armenischen Aufstand veranlassen die Wiener Blätter zu ernsten Ermahnungen an die Armenier, Ruhe zu halten, da sie durch ihr revolutionäres Vorgehen ihre Lage nur verschlimmern können. Die «Neue Freie Presse« sagt, eine armenische Erhebung in Constantinopel sei heller Wahnsinn. Ab« gesehen von der starken Garnison, welche mehr als hinreichend ist, um jeden Aufstand in Blut zu ersticken, nehme sofort die muhamedanische Bevölkerung die Bekämpfung der Armenier in die Hand. Es geschehen dann abscheuliche Dinge. Das Blatt macht die Männer des «Hintschcick» für die Revolte verantwortlich, glaubt aber, dass dieselben sich täuschen, wenn sie sich der Hoffnung hingeben, durch Herbeiführung eines Zwie-fpaltes zwischen den Mächten eine bewaffnete Intervention der einen oder der anderen Macht zu verursachen, was offenbar ihr Ziel sei. Namentlich solange Oesterreich-Ungarn und Russland einig seien, können Feuilleton. Praktische Nächstenliebe. ^l'zze aus dem Großstadtleben. Von Dtto Wilhelmey. c. I. ^enae n °?en Großstädten der Welt gibt es eine l.°"sie ei^ !l.?°" denen man nicht so recht weiß, wo- >'e den V"lch Hr Dasein fristen. Anfcheinend gleichen ÜA °b^>°Ä«ben, Felde, sie säen nicht, sie ernten Porter m ^ Allgemeinheit ernährt sie doch. Wilde lMer' ^uchm.acher, «Naturforscher», fliegende Geld- !^iell m°I"""e"brl'lder. ^ all das sind Typen, die ?"line "^"erzeugt hat. Es kann aber sicher kein ^Pflanlpn^"' welches «Einkommen, diese Treib- >d i/^en der Reichshauptstadt haben. «Gar leins» ! s"mmt n?1'/w Fällen geantwortet werden, aber «^ lebe« m ^'.!""" von nichts kann der Mensch M°^n,'^ 5 b" Enterbten bemühen sich, Geld zu N^ig aber « "."? °"l "ese oder auf jene Weise, ^enste" «hl dass dieselbe gerade noch vor d n 5,. Her"" 2N°ablts vorüberführt. "tn? 'trio. «/"" ben fahrenden Gefellen einen dien WnesalS "'sgeklügelt hat, der gilt nicht nur ^ ""ch ein ^.1 "s großer Mann, sondern er ver- H'Men" ""es Stück Geld damit. Einem solchen H °uf di/5^ der Zunft der Nichtsthuer bin ich ^"l Avr l 5^c? glommen, und das geschah so: ^>ersa^ '9 "nes Morgens hinaus ur «e. ' ""lung m eme der Kasernen in der Hasen» Es war ein kühler Frühlingsmorgen, die auf-gehende Sonne drückte die Nebel nieder, dass ein blauer Schleier über die Gewässer gebreitet schien. Eiligen Schrittes passierte ich die Belle-Alliance-Brücke. Da springt Plötzlich vor mir ein Mann ans Geländer, blitzschnell ist er droben, wirft Rock, Stock und Hut auf die Brücke und stürzt sich kopfüber in den Land« wehrcanal. » Eine Pause tödlichen Entsetzens — dann kommt Leben in die Menge. Der eine hakt den Rettungsball los, der zweite schreit nach einem Schutzmann, der dritte macht den Rettungskahn fre,. Zwei steigen hinein, der dritte rudert canalabwarts. Da unten steigen Strudel aus dem langsam dahinfließenden Wasser, dann ein Arm, ein Kopf "- sechs Hände greifen zu, ein kurzes Ziehen und Zerren, und der Selbstmord. Eandidat liegt im Kahn. Dieser wird zur Landungsstelle zurückgebracht und der pustende und schnaufende durchweichte Mensch am Ufer empor geführt. Die Brille hatte er noch auf der Nase, was mich sehr wunwte . . ..^ Mich interessierte der Aermste, der inzwischen voll Eifer feinen Rock. Stock und Hut aufgesucht hatte. Auck andere mitleidige Menschen drängten sich hinzu. ^ .Was stM Ihr denn hier und gafft?, rief da ein «Praktische Nächsten- em parier, oreni^ » ^ ^ ^ nahm er den liebe, das »st die Haupi^ «vn^Nlil-f in ^"'»llc« °iiN in die TMe - d» lom cm Nickel, bort "in Fiwsz'».Ple»«»>S'»ck, ich uerst.e« m.ch z» einer Vlark. «Sie sind wohl stellungslos?» fragte ich theilnehmend den jungen Mann, der sich eben mit der linken Hand die Haare ordnete und mit der rechten den Inhalt des Hutes in die Tasche versenkte. «Ja wohl,» antwortete er prompt. «Schonst zwee Jahre, et is zu schwer, Arbeet zu kriegen.» «Was sind Sie denn?» «Ick bin jelernter Buchhändler — aber wissen Se, det Ieschäft, nee, davor dank ick.» «Vielleicht ist es mir möglich, Ihnen wieder eine Anstellung zu verschaffen.» meinte ich. «Ich will Ihnen meine Adresse geben...» «Det lassen Se man,» unterbrach er mich hastig, «et jkht ooch so!» — und schnell trottele rr am Ufer entlang, als die Helmspihe eines Schutzmannes am Belle-Nllillnce.Platz auftauchte. Ich hatte den Vorfall fast wieder vergessen, als ich an einem linden Mai-Abend nach den Zelten wanderte. Der Thiergarten war außerordentlich belebt von Menschen, die frische Luft schnappen wollten. Die Gärten der Zelte waren dicht besetzt, und längs der Spree wälzte sich der Menscheustrom vorüber an dem Schloss Vellevue bis zum Cafö Gärtner. Mlt Mühe eroberte ich hier ein Plätzchen, um in Ruhe em Glas ^'^Nm ^Newttisch saß ein starker, breitschultriger Herr, den man für einen Pastor hätte halten können. Glatt rasiertes Gesicht, lange, etwas ergraute haare, hoher weißer Kragen, schwarzer Gehrock. Nur die Stimme contrastierte merkwürdig mit diesem Re^rM einstoßenden Aeußern. Laibacher Zeitung Nr. 199. 1712 31. August 189S. die armenischen Revolutionäre ihren Zweck nicht erreichen. «Es ist darum,» so schreibt das Vlatt, «fast ein Glück zu nennen, dass die Emeute von Constantinopel mit der Anwesenheit des Czaren in Wien zusammenfällt. Die beiden Kaiser werden sich über das jüngste Ereignis besprechen und verständigen.» Das «Neue Wiener Tagblatt, führt aus: Der Aufruhr in Constantinopel war unter allen Umständen das schlechteste Mittel, das die Armenier anwenden konnten, und desto strafbarer, als die Vorgänge des Vorjahres die Armenier denn doch belehrt haben sollten, welch traurige Folgen ein solcher offensiver Vorstoß für ihre Mitbürger haben kann. Die «Presse» erblickt in dem Putsche in Constantinopel den Beginn einer neuen armenischen Bewegung und glaubt, dass die armenische Bewegung wieder in den Vordergrund rücken würde. Die «Oesterr. Volkszeitung» gibt der Hoffnung Ausdruck, dass der Czarenbesuch dazu beitragen werde, eine Rückwirkung der neuerlichen Wirren in Constantinopel auf den Frieden in Europa zu verhindern. Durch die Constantinopeler Nachrichten werde den beiden Mo» narchen in eindringlichster Weise zum Bewusstsein gebracht, dass nur ihre Friedensliebe, ihr unverbrüchliches Festhalten an einer selbstlosen Friedenspolitik die stets erneut drohenden orientalischen Schrecknisse zu bannen vermag. Auch das «Neue Wiener Journal» sagt, dass die Constantinopeler Ereignisse dazu dienen, die politische Bedeutung der Kaiserzusammenlunft zu kennzeichnen und zu erhöhen. Hoffen wir, dass dies eigenthümliche Zusammentreffen der Umstände die Nothwendigkeit des Friedenswertes, das wir von dieser Monarchenbegegnung erwarteten, nur noch fühlbarer machen wird. Aus Constantinopel wird vom 28. d. gemeldet: Gestern ist folgende ossicielle Kundmachung erlassen worden: Aufständische Armenier haben Acte von Räubereien verübt, welchen die Regierung durch energische Maßregeln ein Ziel gesetzt hat. Patrouillen wachen über die öffentliche Sicherheit an allen Punkten der Hauptstadt und im Gebiete der Bannmeile. Pflicht^ der Behörden ist es, die Räuber und Uebelthäter der! Bestrafung zuzuführen. Jedermann hat seinen Ge-! schuften nachzugehen und eine dem entgegengesetztes Haltung zu vermelden. Niemand hat das Recht, sich^ in die Angelegenheiten der Regierung einzumischen. Es wurden kategorische Befehle an die Truppen und an die Gendarmerie erlassen, um alle den vorstehenden Vorschriften Zuwiderhandelnde ohne Unterschied der Rasse und der Religion der Bestrafung zuzuführen. Man meldet der «P. C.» aus Constantinopel vom 27. d.: Auch heute wurden viele Armenier auf! offener Straße niedergemacht. Geplündert wurde nur an zwei Orten. Die Leichen der Armenier, die zum größten Theile mit Stöcken, Eisenstangen und Steinen nieder-! gemacht wurden, machen einen schrecklichen Eindruck. Den ganzen Tag hindurch fanden Ansammlungen der muhamedanischen Bevölkerung und Verfolgungen von Armeniern statt. Ein Rückschlag auf die Provinz und ^ eine Wiederholung der vorjährigen Ereignisse wird all-! gemein als nicht ausgeschlossen betrachtet. Es ist nunmehr zweifellos, dass das Londoner Comiti infolge der Erbitterung über die erzwungene Demission des Patriarchen IZmirlian und mit der Absicht, eine fremde Intervention zu provocieren, den Angriff auf die Ottomane-Bank inscenierte. Die hiedurch entstandene Erbitterung, welcher die türkischen Behörden anfänglich leine energifchen Maßnahmen entgegensehten, hat dann zu den gegenwärtigen traurigen Ereignissen geführt. Um halb 6 Uhr abends rief die Verfolgung fliehender Armenier durch Muhamedaner in Galatha eine neuer-liche Panik hervor._______________________________ Politische Uebersicht. Laibach, 29. August. Der Staats-Voranschlag für das Jahr 1897 ist nahezu fertiggestellt und wird mit einem von dem diesjährigen nicht wesentlich verschiedenen Ueberschusse abschließen. Auch die auf die Investitionsanleihe bezüglichen Arbeiten nähern sich ihrem Abschlüsse. Die Anleihe dürfte fiu das Jahr 1897 mit 50 bis 60 Mill. Gulden — der Betrag steht noch nicht endgiltig fest — als Maximum bemessen werden. Die Anleihe wird vorwiegend in erster Linie zur Bedeckung der kleineren, vom Handels-, Unterrichts-, Justiz« und Ackerbauministerium in Aussicht genommenen Investitionen dienen. Ueber den Typus und den Zinsfuß der Anleihe hat Finanzminister Dr. Ritter v. Bilinsli sich die endgiltige Entschließung noch vorbehalten. Wenn die e Gerichtsbarkeit der Consuln nicht ohne ZustimtmW Frankreichs und Deutschlands aufheben. Wchrsch'i"l^ werde die Schwierigkeit nur gering sein, um zu einw Uebereinkommen mit Frankreich zu gelangen, aber >«N' wahrscheinlich sei es, dass Deutschland irgend etwao aufgebi», was es für wertvoll halte, wenn nicht e»> specielle Verständigung erzielt würde, wie dies l^ Jahre 1890 der Fall war. als Helgoland für d"» Protectorat von Zanzibar ausgetauscht wurde. Tagesneuigleiten. — (Deutscher und Oesterreichs^ Alpen verein.) In Stuttgart fand am 27. Augm in dem prächtig decorlerten Feftsaal der «Liederhal" abends die Vegrüßungsversammlung des Deutsche« " Österreichischen Alpenvereines statt. Im Name« ° Section «Schwaben» der Stadt Stuttgart des SH" bischen Albvereines wurden die Gäste in schwunstv°" Ansprachen willkommen geheißen. Insbesondere die i^! ^ reicher wurden herzlichst begrüßt. Dr. Riegler (G^i), „ Vorstand des Central-Aueschusse«, dankte für den wa"" Empfang und erwiderte die dargebrachten guten 23" ^ für den Nlpenverein mit den herzlichsten Wänsche" > Stuttgart und die Section «Schwaben». Ein P^z den die «Alpenlönigin» sprach, und ein h""".^!, Festspiel unter dem Titel «Aus der Iamlhalhüttt' "^ sich an. Weilers folgten Musikstücke, DialectvortMe lomische Scenen. Der ganze Abend verlief in der sa)" animiertesten Slimmuna, ^^H Z)«rch ei« Wort. Novelle von Friedrich Noß. (24, Fortsetzung.) «Nicht weiter, Rupert, um Gottes willen, kein Wort mehr!» unterbrach sie ihn fast heftig, so dass er sie bestürzt anblickte. Todtenbleich war ihr Gesicht; jede Spur von Farbe schien daraus gewichen zu sein, während ihre Augen in einem geradezu fieberischen Glänze leuchteten. Aber durch alles das ließ er sich nicht so leicht abschrecken. Mit Ungestüm diesmal ihre beiden Hände ergreifend, zwang er sie, ihm standzuhalten. «Und warum — warum lein Wort mehr?» stieß er hervor, während sein Blick den ihren suchte und sein heißer Athem ihr in das Gesicht schlug. «Warum soll ich nicht weiter sprechen? Was in aller Welt kann mich hindern, dir zu sagen, dass ich dich liebe. Barbara —> Mit einem jähen Ruck hatte sie ihm ihre Hände entzogen, und hoch aufgerichtet stand sie ihm mit blitzen« den Augen gegenüber. «Noch einmal, Rupert, nicht weiter!» gebot sie ihm fast hoheitsvoll. «Ich kann — ich will deine Worte nicht hören!» Der Stolz, der in ihren Augen stammte, auch in den seinen loderte er jetzt auf, während beide einander a/a/nüberstanden und sich maßen, wie zwei Feinde. ««>. '^ergib mir!» sand er zuerst die Sprache wieder, 3" ^K"N?""d" klang seine Stimme, erschien "^^nV^?'" Wunsch ist mir Befehl. Ich zur Klage über mich haben. Dafür aber musst du mir eins versprechen!» «Was ist es?» Tonlos fragte sie es, so gar nicht, als ob sie die Sprecherin sei. «Ich räume das Feld,» fuhr er fort. «Dafür musst du mir versprechen, dass du hier bleiben willst.» Sie schüttelte den Kopf. «Ich kann es nicht!» antwortete sie. «Du kannst und wirst es!» Fast erschreckt sah sie ihn an. Das klang wie cin Befehl. «Du wirst es!» sehte er in milderem Tone hinzu. «Und —nicht wahr — wir scheiden auch als Freunde! Gib mir die Hand darauf, Barbara!» Wie mechanisch ihm gehorchend, that sie es. Und im selben Augenblick, dass seine Hand die ihre be« rührte, durchschoss es sie wieder wie ein Feuerstrom; instinctiv fühlte sie, dass sein Blick den ihren suchte, wie gleichzeitig, dass sie demselben nicht begegnen durfte, wenn sie ihre Kraft behaupten wollte, und dafs sie doch keine Rettung sah, ihm auszuweichen, und wer Miß, was geschehen wäre, wenn nicht eben in dieser kritischen Situation die Thür von der Diele her ge« öffnet worden und Barbaras Mutter im Rahmen derselben erschienen wäre, um — zu zerstören, was zu erreichen sie ihrer Seele Seligkeit preisgegeben hätte — oder bereits hatte? In ihren Augen leuchtete es auf, als sie die beiden so Hand in Hand stehen sah. Sollte das Heißersehnte bereits geschehen sein? Wie ein Hagelschlag sollte die Wahrheit ihre Hoffnung vernichten. «Ich habe Barbara eben das Versprechen ab» genommen, dass sie auf dem Birkenhof bleiben will, bis ich zum Herbst aus meiner Garnison he^^s richtete Rupert, ehe sie eine Frage stellen konnte-^, Wort an sie. «Sie hat mir die Hand darauf S^ ^l dass wir als gute Freunde scheiden und uN» wiedersehen werden!» gbec Barbara wollte etwas dagegen einwende", ^ der Blick, der sie aus seinen Augen traf, van" gleichsam. ^ '"' Er wechselte noch einige gleichgiltlge iw^ ^l," der auf einmal merkwürdig wortkargen V?ntte, verließ er den Raum. lHlos!^' Die Thür hatte sich kaum hinter ihm ge'AFel als Frau Willers wie ein Habicht auf 'h" zuschoss z t>e? «Was hast du gethan?» stieß sie "jn A Mädchens Handgelenk umspannend, ganz ' «e H, Stunde, als Barbara ihr gesagt hatte, dHv ' ^l)!> Gespräch mit Rupert gehört habe. «Augendnal ^ du mir Rede. was du gethan hast!» , ^ !> Das junge Mädchen war wohl, aus ^^e> heftigen Angriff nicht vorbereitet, im er>te h^g'" von demselben überrascht worden, aber M' , . Barbara nichtsdestoweniger ihrer Mutter «v" ' m -Ich habe gethan, was ich th«n ^ di< was ich wieder und wieder thun würde, '"' sie Entscheidung an mich herantritt l» antwort stimmt. mlick<>'d Die Mutter sah sie mit weitgroßeM » H loA > lang an. Dann ließ sie das Mädchen plU'"m ?'" während sie am ganzen Körper fiwmny ^> begann, trat sie um einen Schritt von 'y (Fortsetzung folgt.) Laibacher Zeitung Nr. 199.______________________ 1713___________________________________________ 31. August 1896. — (Touriftenunfall im Gesa use.) Der H «ohn de« Hosralhe« Lindner aus Wien wurde am 28d.M. w aus der östlichen Spitze des Hexenthurmes halb erfroren aus- v, gesunden. Er halte sich im Nebel verirrt und seine Hilfe- vi rufe verhallten ungehört. 30 Stunden mufste er auf dem Vexenthurme ohne Nahrung und Hilfe zubringen; mittelst 3 Seilen wurde er zu Thale befördert. fl ^ (Eine Granaten-Explosion.) In H vippa hat sich am 27. b. M. ein großes Unglück er- st eignet. Kanoniere waren bort zur Uebung, während das F Ärtlllerieregiment Nr. 7 gerade von den Schießübungen t> helmgelehrt war. Ein Kanonier Namens Baumbach hatte L "us dem Felde eine Granate gefunden und machte sich 8 daran, ihren Zünder zu entfernen, um das Geschos« i, unschädlich zu machen. Bei dieser Arbeit halfen ihm ein i! augsjiihrer und ein anderer Kanonier. Vaumbach rauchte fi eine Cigarette. Plötzlich hörte man eine Detonation. Der d Iunle einer Cigarette war auf den Zünder gefallen, 3 °«ler explodierte und riss den Kanonier förmlich in d «tllcke. Seine beiden Kameraden erlitten lebensgefährliche d Arlehungen. Infolge der Explosion wurde auch eine ? ^°nd der Kaferne eingestoßen und die Fenster mehrerer l ^achbarhäuser zertrümmert. Die Soldaten wurden ins L Mdlifche Spital befördert. 3 ^- (Brand in Hamburg.) Auf dem Export« ? platz der Lagerhaus-Gesellschaft gerieth ein Schupften, in s Elchen, sich Waren im Werte von einigen Millionen Mark, r gehend in Schmalz, Steinnüssen. Piassava, Salpeter, 5 ^lehl und Futterstoffen, befanden, in Vrand und wurde f <°mmt den Waren total vernichtet. Alle übrigen Gebäude c «eben gänzlich unverfehrt. Per Vrand wurde auf den z H"d beschränkt. Der Betrieb der Lagerhiiufer und z u°"ilen wurde in leiner Weise gestört. 4 ' "" (Auswanderung.) Nach dem Jahres- l °«ichl? der Hamburger Vehörde für das Auswanderer« S °^n für das Jahr 189b hat sich die Auswanderung t u« Hamburg im verflossenen Jahre wieder gesteigert; s ' wanderten aus bb.097 Personen gegen 38 827 Per. l ?I" '" Jahre 1894. Die Auswanderung aus Oefter- , '^'Ungarn ist g-stiegen; dieselbe macht im vergangenen « >tay>-e 19 88 Procent der Gesammtsumme aus gegen < ^.2 Procent im Jahre 1894. In den Jahren 188? 5 «no 1888 waren es 25'19 Procent und im Jahre 1886 1 ^.ar 27-58 Procent. Unter den österreichischen Ländern > e»«t Nähmen das stärkste Schwanken in der Auswanderer. , wlgung über Hamburg auf. Es lamen von dort im j Ulei884 4692 Auswanderer; diese Zahl verringerte ! biz iü ö"" Iah« 1889 auf 289. stieg dann wieder , h,z U"1 auf 5244 und hat sich dann allmählich wieder ^. °"l 318 Perfonen im Jahre 1895 vermindert. Ct 's °en Nestimmungsorten stehen wieber die Vereinigten 85-»^ Nvldamerilas obenan mit der größten Zahl: "s Procent aller Auswanderer. l <^,^ (Winter im August.) Die Hochthäler des >v "°" Graubünden sind in Wlnterlandschaften ver. ' hltu. ^" Schnee liegt bis 1100 Meter Meereshöhe Patt! ^" mehreren höhencurorten werden Schlitten« betrie? ^""^ltet und wird auch anderer Wintersport Vocal- und Proomzial-Nachrichten. hot ^ (Privilegium.) Das l. l. Handelsministerium Nllher l '""" ^bert Samassa, l. u. l. Hof.Glocken-^llorl»^ ^°^ach, ein ausfchließende« Privilegium mit der lalh,"" von» 23. December 1695 in den im Reichs-l>ichtu^ """ Königreichen und Ländern auf die Ab. ^2,"°" Säure-Ventilen ertheilt. -o. U„bs^" er °lvers a mm lung des Deutschen General V ^ ° i ch i s ch e n A lp e n v ere i n e s.) Die Werier » «""""a ^" Stuttgart beschloss unter beuchen Z^^lnung einstimmig, zur Feier des fünfzig« 3 r a "^ """Jubiläums Sr. Majestät des Kaifers ^< El,«.. ^ ° lef einen Fonds zur ersten Hilfeleistung "ilchst/^tarunglückssällen in den Alpen zu stiften. Dle ballen ^"^lllmmlung "ird in Klagenfurt ab-^° und W^'" ""^ ^lt in Innsbruck, Vozen, Salz. A betrug ,? «^b'°k FNHrercurse ab. Im Jahre ."'963 H . ^ Annahmen 250.696. die Ausgaben ^en und m' 6"' bas Jahr 1897 werden Ein- l«t ^ lE^ ^" "" 265.750 Marl bubgetiert. '?h hat i^,""^ Der G?meinde.Ausschuss in Groß. lil ' ^ezirll! . Gemeindesitzung vom 28. d. M. den ^i/^^tmann Herrn von Thomann ein- "u/ (P?l?^.7?^"e der Gemeinde ernannt. V°" 28. auf den 29. d.M. E '^"teln« ^"«'" vorgenommen, und zwar eine »es. ^"!; °'"e wegen Vacierens und neun wegen " ?' dre" ""genommen, und zwar zwei wegen Dieb <^"l w ge7«" 5"'"^"' °lne wegen Vacierens « « ' ^ ^ ""b nächtlicher Ruhestörung ^. I ^""eur Ioh" ^^z'? ^'"°"' M°"eure beim ^ ^°y°nn Ia.niel haben au« dem Kell« de» >errn Pfarrers bei St. Peter, wofelbst sie beschäftigt ,aren, mehrere Liter Wein gestohlen. Die Thaler wurden om Iainsel fosort aus dem Dienste entlassen, ob Fluchl-erdachtes verhaftet und dem Gerichte eingeliefert. —r. — (Fest im Curhau « zu Veldes.) Aus Zelbes wird uns geschrieben: Mittwoch, den 26. August, »nd im hiesigen Curhause ein Fest des Vereines zur Hebung des Fremdenverkehrs für Oberlraln in Veldes tatt, das äußerst animiert verlief. Das Programm des sestabend« umfasste musikalische und declamalorische Vorrage, einen Glückihasen und ein Tanzkränzchm. Die ^omite^Damen: Excellenz Frau Georgeovics von Apadia, frau Zora von Pongratz und Frau Dr. Mofchö, hatten m Verein mit mehreren Curgäften in munificenter Weise iber 450 Gewinste zur Verfügung gestellt, und es er-reute sich der Glückshafen eines so lebhaften Zufpruches, lass binnen kurzer Zeit das Glücksrad von sämmtlichen »tummern geleert war. Um halb 9 Uhr abends begann !aS slovenische Gesangsquartttt «Ilirija», bestehend aus >en Herren Josef PavZek. Otto Pelan, Alois Lilleg und !lnton Decman, seine Vortrage. Die Herren waren in iebenswürdigster Weise der Einladung des Beldeser lomilcs gefolgt und überraschten die Zuhörer durch ihre Lortragsweise und ihre Schulung. Herr Professor Anton funtek in Laibach hatte sich der Mühe unterzogen, die lovenijchen Liebertexte ins Deulfche zu übersehen, und es nuss hervorgehoben werden, dass die Uebersetzung große Anerkennung bei den nicht slovcnisch sprechenden Gästen and. Herr Rudolf Slagl aus Wien brillierte durch einige )eclamatolifche Vortrage, die von der besonderen Ne-zabung dieses Herrn zeugten, und verdient besonders die zugegebene Nummer «Stimmenporträts aus dem Wiener hofburglheater» als Glanzleistung bezeichnet zu werden. Um 11 Uhr begann das Tanzlränzchen. Der überfüllte 3aal bot ein fchönes Bild; zu einer solchen Reunion lvar es in Vetoes noch nie gekommen. Bis 4 Uhr früh spielte die Curlapelle eine Tanzweise nach der anderen, worauf sich ein engerer Zirkel ins Gemüthliche zurückzog, wo bei Champagner die Feftesstlmmung den Höhepunkt erreichte. Das Herrencomitc', bestehend aus den H?rren Gustav Edlen von Pongratz, Dr. Moschc' und Franz Tirmann, sowie aus den drei Wiener Curgästen, Herren August Reißer. Ludwig von Hardlmuth und Alois Wolf, verdient durch das gelungene Arrangement alle Anerkennung, bcfonbers Herr Wolf machte sich um den finanziellen Erfolg fehr verdient; es konnte schließlich ein Reinerträgnis von circa 400 st. conftatlert werben, welches gemeinnützigen Zwücken zufließt. Allen jenen, die getreulich an der Arbeit zur Hebung unseres schönen Velbes theil» nahmen, sei der innigste Dank des Verein«ausschi,sses sicher, der nun, mit frischen Mitteln versehen, froh seinem sich selbst gestellten Ziele, der Hebung des Curorles Veldes, der Perle von Krain, zueilen kann. — (LllndwirtschaftlicheWanbervorträge.) Aus der diesbezüglichen amtlichen Zusammenstellung ist zu entnehmen, dass im abgelaufenen Jahre in Krain von den daselbst ständigen Wanderlehrern und von den l. f. Vezirlsthierärzten im ganzen 141 gemeinnützige, ble Viehzucht, Gefundheitspflege der Hausthiere, Wein-, Obst. und Waldbau «. :c. betreffende Vorträge abgehalten wurden, an welchen sich circa 12.000 Personen betheiligten, -o. — (Die Weinbau-Ausstellung in Rudolfswert.) Nachdem die trostlosen Berichte über das andauernd schlechte Wetter überall gleich lauten und eine erfolgreiche Ausstellung der Trauben nicht zu erwarten steht, wird die Ausstellung nur in 3 Abtheilungen gruppiert und damit der Zweck verfolgt, die Weinbauern mit den verschiedenen Utensilien bekannt zu machen, welche für die Regenerierung der Weingärten benölhigt werben. * (Hochwasserschäden.) Aus Radmanns, dorf wird uns berichtet: Nach einem zwei Tage an« dauernden Regen entlud sich a« 27. b. M. zwischen 7 und 8 Uhr morgens über Kronau. Würzen, Ratschach und Weißensel« ein fehr heftiges Gewitter, infolge dessen die meisten Gebirgsbäche austraten und einzelne derselben, besonders der Luhlbach bei Würzen, einen nicht unbebeuten-den Schaden verursachten. Die in diesem Graben im Jahre 1892 mit großem Kostenauswande hergestellten Schutzbauten drohten morgens infolge Unterwaschung einzustürzen. Mit Aufgebot aller Kräfte gelang es unter der Leitung der Gendarmerie in Kronau nach mehrstündiger Arbeit die gefährdeten Schutzbauten in einer Länge von circa 250 Metern zu sichern und eine Stauung hintanzuhalten, die eine bedeutende Verheerung der Felder und Gefährdung des Octes Unterwurzen zur Folge gehabt hatte. Der Rest der erwähnten Ujerschutzbaulen in emer Länge von circa 200 Metern ist infolge Unterwaschung stark beschädigt und bedarf der Ausbesserung. Durch den Polot-Vach in ^.«n und d« Besitzers Andreas Z-rjav, beide aus strahe Mschen Würzen und Ratfchach ist an mehreren Stellen mit Schotter ve'schüttet und bis aus de Untergrund weggeschwemmt, so dass der Wagenverkehr zwischen diesen beiden Ortschaften voraussichtlich einige tage unterbrochen sein wirb. Nachdem nun der Regen mshörle, find vorläufig weitere Schäden nicht zu be« lürchten. Die Größe des verurfachlen Schadens konnte bisher nicht festgestellt werben. —i-. — (Ueberschwemmungen.) Aus dem österreichischen Friaul treffen wahre Hiobsposten über die l>urch heftige Regengüsse und durch Ueberschwemmung hervorgerufenen enormen Schäden ein. Glücklicherweife haben sich die Befürchtungen betreffs Verlustes an Menschenleben als unbegründet erwiefen. Allein die Bevölkerung des österreichischen Friauls ist buchstäblich ruiniert, da nicht nur die Ernte total vernichtet ist, sondern auch das sruchtbare Erdreich davongeschwemmt wurde. Am meisten gelitten haben die Bezirke Romans und Versa. In Trieft weht seit 29. d. M. abends eine außerordentlich starke Bora, wie sie sonst nur im tiefsten Winter vorzukommen pflegt. Die Temperatur ist stark gefunlen. Dcr Seeverkehr leidet. In der Bucht von Muggia ankern vier Dampfer, welche angesichts dcs Sturmes die Einfahrt in den Hafen nicht wagen können. AusZara wird gemeldet: Am 29.d.M. nachts find schwere Wollenbrüche über die Gemeinden Neresi, Poftire, St. Pietro, Lozis« und St. Giovanni auf der Insel Vrazza niedergegangen und habrn große Verheerungen angerichtet. In N?resi sind zwei Perfonen verunglückt. — (Der Viehstand und Viehverlufte in Krain im Jahre 1895.) Nach den zum Zwecke der Veterinärstatiftil von den Gemeinden vorgenommenen Zahlung der nutzbaren Thiere war in Krain im abgelaufenen Jahre der Stand derselben folgender: Pferde 22.695. Esel 187, Rinder 199.506. Schafe 39.922, Ziegen 5354 und Schweine 86.560. Hievon entfallen aus die Stadt Laibach: Pferde 743. Rinder 806, Schafe 16, Ziegen 23 und Schweine 677. Der Verlust an nutz. baren Thieren betrug in Krain im vorigen Jahre 2669 Stücke, von denen 412 nolhgeschlachtet wurden. Nach den Verluftursachen vertheilt sich die Gesammtsumm? folgenderweise: Milzbrand 38. Rauschbrand 7. Rothlaui 166, Roh 2, Krähe 1, Hautkrankheiten 113, Gchirnlranlheit 88, Krankheit der Alhmungsorgane 364, Krankheit der Bauchorgane 503, Harnlranlhelten 137, Fußlrankheiten 109. schwere Geburt 333. Steinschlag. Absturz. Ver. lehungen 165. durch wilde Thiere 6, durch Elementarereignisse 43, Verlausen 48, durch Einbringen fremder Körper 6, durch unbekannte Ursachen 540. Unter diesen Verlusten waren 309 Einhufer, 894 Rinder, 314 Schafe, 52 Ziegen und 878 Schweine. —o. — (Für die Theilnehmer a« Triglav« Feste am 15. und 16. August.) Die vom Photographen Herrn Lergetporer am 15. Nuaufl gemachten Aufnahmen der Defchmann-Hütte find trefflich gelungen; eine Anzahl derselben liegt im Kaffeehause des Herrn Rudolf Kirbifch, der den Verlauf, foweit der Vorrath reicht, au» Gefälligkeit beforgt. auf. — (Vom Glocknerhaus.) In der Zeit vom 16. bis 22. August haben 379 Fremde das Glocknerhaus besucht. Von diesen giengen 19 Herren mit 13 Führern auf den Glockner. Das Wetter war fortwährend fchlechl, Sonntag nachmittag« schneite es. * (Leichenfund.) Am 26. d. M. mittags fand der Gärtner Franz Pleilo in der Waldung «Präwald». 150 Schritte von der Straße entfernt, eine ganz ver. Weste weibliche Leiche auf. Pleslo verständigte fogleich das dortige l. k. Bezirksgericht, welches die Obbuclion der Leiche anordnete. Hiebei wurde conftaliert. dass die Leiche circa zwei Monate auf dem Fundorte gelegen sein mochte und dass in diesem Falle ein Verbrechen nicht vorliege. Die Identität konnte jedoch nicht fchgestellt werden, da die Leiche schon stark in Verwesung übergegangen war. Die Todte dürste bei vierzig Jahre alt und Wallfahrerin gewesen sein. Bekleidet war dieselbe nach bäuerischer Art mit einem bläulichen Kittel, ebenfolcher Jacke und Schürze; bei derselben wurde ferner ein Betrag von 5 fl. 8b lr. vorgefunden. Neben der Leiche stand ein Korb, in welchem sich ein Paar Schuhe befanden. Nachdem im Bezirke eine Frau nicht vermisst wird, so dürfte die Verstorbene au« einem andern Bezirke in Krain stammen. —r. * (Unglück« fall.) Am 24. d. M. um 5 Uhr nachmittags luden die Insassen von Staravas, Bezirk Loitsch, Valentin PrimoZiö. Johann Vacnar. Franz Gladeg und der zwölfjährige Knabe Johann Demsar in Sele auf einen Wagen Pflöcke auf. Der Knabe Demsar, dcr den Wagen nach Haufe zu führen hatte, hielt die oberen Pflöcke mit den Händen fest, um deren Herunterfallen z>l hindern, während Primojic und Glaoeg noch ein Brett auf den Wagen legen wollten. Hiebei glitt Demsar aus. fiel in den Straßengraben, wobei ihm einer der los« gelassenen Pflöcke nachlollerte und ihn so unglückllch aus das Nasenbein traf, das« er sofort todt blieb. An dlesem Unfälle dürfte niemanden ein Verfchulben treffen. —r. — (G e m e i n d e v o r st a n d s - W a h l e n.) Vei der am 30. Juli d. I. stattgehabten Neuwahl de» Gememde» Vorstandes der Ortsgemeinde Goce wurden Io^es Mo.« hortic zum Gemeindevorstcher. Johann I«onm und Josef Pavlic. sämmtlich aus Go«, zu Gememderäthrn gewählt. — Vei der am 9. NuM l. I. Mge^ndenen AemewdkvochaMwahl jik die Ottsgemeinde heMo/n Laibacher Zeitung Nr. 199. 1714_______ 31. UuM 1396. Kreuz wurden zum Gemeindevorsteher Johann Kerin, Grundbesitzer in Heil. Kreuz, serner zu Gemeinderäthen Andreas Stritar, Grundbesitzer in Heil. Kreuz, Iohaun Kuntaric, Grundbesitzer in Pristava, Johann Rupar, l. l. Postmeister in Hl. Kreuz und Martin Gramc. Grund« besiher in Weinberg, gewählt. — (Schwurgerichts-Verhandlung.) Am 28. August d. I. fand unter dem Vorsitze des Herrn l. l. LandesgerichtSralhes Karl Plesko die Verhandlung gegen den 26 Jahre alten ledigen Knecht Johann Kristan aus Baselj, Gerichtsbezirl Krainburg, wegen Morde« statt. Derselbe hat am 16. Juni 1896 nach einem Streite mit seinem Dienstgeber Mathias Platisa, Besitzer in Vaselj, Gemeinde Höstein, bei der Slallung denselben mit einem mit Hasenschrot geladenen Gewehre erschossen. Platisa blieb an Ort und Stelle todt. Kristan gab an, dass er die That im Iiihzorne verübte, weil ihn sein Herr stets am Lohne verkürzt habe. Die vorausgegangene Drohung des Thäters, dessen Zorn und Handlungsweise sprachen dasür, dass er in Tödtungsabficht handelte, obwohl Kristan dies in Abrede stellte. Der Angeklagte wurde schuldig gesprochen und zum Tode durch den Strang verurtheilt. — Am 29. August l. I. fand unter dem Vor« sitze des Herrn Landesgerichts-Prafidenten Franz Kocevar Edlen von Kondenheim die letzte Verhandlung dieser Schwurgerichtsperiode statt. Der Grundbesitzer Josef Smolej in Vleiosen, Vezirl Kronau, und sein Schwager Michael Tomazin, Maurer in Dolenjavas, geriethen am 12. März l. I. wegen des Besitzes einer unbedeutenden Menge Holzes in Strnt. Smolej wollte das Holz nach Assling sühren und hatte den Ochsen schon eingespannt. Tomazin verwehrte ihm dies, spannte wieder aus und lud da« Holz ab. Insolge dessen entstand zwischen beiden eine Rauferei, in deren Verlaufe Smolej eine lange Nuchenftange ergriff, dem Tomazin einen Schlag auf das Hinterhaupt versetzte und ihn derart beschädigte, dass Tomazin am darauf folgenden Tage starb. Der Thäter, welcher geständig ist, wurde schuldig erlannt und zu drei Jahren schweren Kerkers, verschärft mit einem Fasttage monatlich, einsamer Absperrung in dunkler Zelle und hartem Lager am 12. März eines jeden Strafjahres verurtheilt. —I. — (Ueber fahren.) Der Knecht de« Besitzers Franz Lipich in Dobrunje, Franz Kramar, fuhr gestern im schnellsten Tempo über den Marienplatz durch die Elefantengasse, ohne die mindeste Rückficht auf die zahl« reichen Kirchenbesucher zu nehmen und trotzdem ihm vom dort postierten Sicherheitswachmann Halt zugerufen wurde. An der Ecke der Elesantengasse überfuhr der offenbar berauschte Rosselenler die Krämerin Elisabeth Kavcic, wohnhaft auf dem Rain Nr. 10, die, schwer verletzt, be> wusstlos liegen blieb. Das Fuhrweil ward endlich duich Beihilfe mehrerer Personen zum Slehen gebracht und Kcamar verhaftet. Der Schwerverletzten wurde durch Herrn Polizeiarzt Pr.Illner die erste Hilfe geleistet. Der Vorfall hatte großes Aufsehen erregt. * (Witterung.) Per gestrige Sonntag zeigte das gleiche trübselig?, nassgraue Angesicht wie seine Vorgänger. Fröstelnd hüllte fich jederin den schützenden Wettermantel.denn die Kühle mahnte an den Spätherbst. Die Wetterprognose lautet zum Glücke für die nächste gelt günstig; man meldet vom Gestrigen: Hlute erstreckt sich eine breite Zone hohen Barometetstandes von Südweft über Mittel- gegen Nordost' Europa hin, und im Nordwefien zeigte sich eine neue Narometcrdeftrefsion; es dürste demnach vom Westen her abnehmende Bewölkung und steigende Temperatur zu erwarten sein. Verheißend hat auch heute der Tag begonnen, möge fich endlich die Wetterlaune zum besseren wenden! Die Weinernte kann noch immer günstig ausfallen, wenn nun eine Reihe schöner sonniger Tage folgt. — (Tin Eldorado für Spitzbuben) ist gegenwärtig die Stadt Pola, da im dortigen städtischen Gesangenhause momentan alles besetzt ist, die Arrestanten also unverrichteter Dinge wieder abziehen müssen. So geschah es auch am letzten Sonntag, dass man zwei Brüdern Namens Sacolin, die wegen Excedierens verhaftet wurden, gleich wieder die Freiheit gab, weil in den Arresten lein Platz für sie vorhanden war. Serumtherapie. Ein im Journal «Das österreichische Sanität«. Wesen» veröffentlichter Bericht enthält folgende Mittheilungen: Vom Juli bis December v. I. gab das staatliche Institut für Herstellung von Diphtherie-Heilserum in Wien 7136 Fläschchen oder Dosen ab, und zwar nach Mo« naten im Juli 312, August 414, September 948. October 1829, November 1771, December 1662. Im laufenden I^hre wurden auch Dosen zu 1500 Antitoxin» Einleiten eingeführt und auf besonderen Wunsch solche zu 700 NntitoxiN'Einheiten abgegeben. Vom 1. Jänner bis Ende Juni d. I. wurden 9811 Fläschchen (darunter 97 im Umtausch) abgegeben. BtlannMch gibt die Anstalt portofreie Eorrespon« «^nVu"n ^;/"" "' behandelten Fälle Bericht Reich zerstreuten Epidemien recht interessante Beiträge zur Serumtherapie liefern könnten. Professor Dr. R. Paltauf hat die bis 15. April eingelangten Karten, 1100 an der gahl, gesichtet und folgenden Rericht erstaltet: Von 1103 Erkrankten sind 970 genesen und 133 ober 12 5 Procent gestorben; bei 68 der Verstorbenen war der Tod bereits innerhalb 24 Stunden nach der Injection eingetreten; Würde man diese, weil sich bei ihnen doch die Serumwirlung nicht voll entfaltete, ab» rechnen, so blieben 1035 Behandelte mit 68 Todesfällen oder 5 3 Procent. Werden die bereits innerhalb zwölf Stunden Verstorbenen, u prim-i bereits aussichtslosen Fälle ausgeschieden, so ergeben fich 95 Todesfälle oder 9 Procent. Betrachtet man die zeitliche Vertheilung der Todesfälle nach den Tagen feit der S.'rum-Injection. so fallen also 63 (51'12 Procenl) auf die ersten 24 Stunden, darunter 38 (28-5 Procent) bereits auf die ersten zwölf Stunden, 24 (18 Procent) erfolgten am 2. Tage, 13 (9-77 Procent) am 3. und 4. Tage nach der In-jection; am 5. und nach dem 5. bis 22. Tage traten 28 Todessiille ein. Es erfolgten 12 dieser Todesfälle nach Diphtherie« mit Larynx.Affectionen, 16 Fälle nach reinen Rachen» oder Nasen'Rachen°Diphtherien (die nicht gelrennt gezählt wurden). Berücksichtigt man nun, das« 109 der Todesfälle 348 Larynxdiphtherien angehören, auf 755 Rachen« (Nasen-) Diphtherie« nur 24 Todesfälle fallen, oder 3-17 Percent, von diesen aber noch 16 aus Todesfälle, welche Folgen oder Complicationen zuzuschreiben sind, so sieht man, dass die Sterblichkeit im acuten Stadium der Diphtherie allein auf ein sehr niederes Percent reduciert ist. Unter den Todtsursachen bei den Todesfällen nach dem fünften Tage verzeichnete man in erster Linie die Herzlähmung (von 16 Todesfällen 7), einmal allgemeine Lähmungen, 4 der Todesfälle dürften als septische Infectionen aufzufassen sein, wofür das Ausbleiben jeglicher Reaction nach der Serum »Injection prechen würde, 2 acute Nephritiden, eine schwere Anämie und einmal Complication mit Keuchhusten, vielleicht auch septische Infection. Diese niedere Sterblichkeit zusammengehalten mit dem Umstände, dass nur wenige bacteriologlsche Untersuchungen vorliegen, könnten die Vermuthung unterstützen, dass viele Anginen als Diphtherie« diagnosticiert worden sind. Dies erscheint jedoch durchaus nicht wahrscheinlich. Zunächst weist das vorliegende Material nur 16 Procent leichte Fälle auf; im Berichte des deutschen Reichs« Gesundheitsamtes erscheinen 33 Procent «leichte» Fälle, ebenso in dem des preußischen Ministeriums für die geistlichen Unterrichts» und Mebiclnalanaelegenheitcn; wären gewöhnliche Anginen als Diphtherie» bezeichnet, so würde die Zahl der leichten Fälle höchst wahrscheinlich größer sein. Neueste Nachrichten. Das russische Kaiserpaar in Wien. (Original-Telegramm,) Wien, 29. August. Die von Sr. Majestät dem Kaiser befehligte Truppenrevue zu Ehren des Kaisers von Russland ist glänzendft verlaufen. Derselben wohnten bei: das russische Kaiserpaar, die Erzherzoge und Erzherzoginnen, die Diplomaten, die fremden Militär-AttackM und ein massenhaftes Publicum, das den beiden Monarchen enthusiastische Ovationen darbrachte. Bei dem Eintreffen Sr. Majestät desKaisers von Russland. der die Uniform eines österreichischen Infanterie-Obersten trug, intonierten die Musikkapellen die russifche Hymne. Se. Majestät Kaiser Franz Josef erstattete Sr. Majestät dem Kaifer von Russland den Ausrückungsrapport. Neide Kaiser, gefolgt von Ihrer Majestät der Kaiserin von Russland und den Erzherzoginnen zu Wagen und einem glänzenden Cortöge, ritten sodann die Fronten ab, was dreiviertel Stunden dauerte. Vei der Defilierung der Truppen, welche allgemeine Bewunderung hervorrief, führte Se. Majestät Kaiser Franz Josef dem Zaren das 11. Dragonerregiment vor, während Se. Majestät Kaifer Nikolaus das 2. Iufantme-Regiment, dessen Inhaber er ist, Sr. Majestät dem Kaiser Franz Iofef vorführte. Unmittelbar nach der Revue bestiegen Ihre Majestäten der Kaiser von Russland und Kaiser Franz Josef die zweifpännige offene Equipage. Die Kaiferin von Russland, die Erzherzoginnen und die Erzherzoge folgten in anderen Wägen und fuhren zum Nordbahnhofe, wo Ihre Majestät Kaiferin Elifabeth bereits erschienen war. Nachdem die beiden Kaifer und die beiden Kaiferinnen sich wiederholt umarmt und geküsst, die beiden Kaiser den Kaiserinnen die Hand geküsst und das russifche Kaiserpaar sich von den erschienenen Mitgliedern der kaiserlichen Familie herzlichst ver« abschiedet hatte, reiste dasselbe um 11 Uhr vormittags nach Kiew ab. Die Majestäten wurden am ganzen Wege vom Paradefelde bis zum Nordbahnhofe von b^ U^"h°st angesammelten Bevölkerung enthusiastisch! Ueber das Reiseprogramm des russischen Kaiser-Paares wird gemeldet: In Kiew trifft das hohe Paar am 31. d. M. ein, wohnt dort der Grundsteinlegung zu einer neuen Kirche bei und tritt am 2. September abends die Reise nach Breslau an. woselbst die Ankunft am 5. September erfolgt. Von Breslau «ist das Kaiservaar nach Kopenhagen zu einem achttägigen Aufenthalte und dann nach Balmoral zur Begegnung mit der Königin von England. Am 4. October reisen Kaiser Nikolaus und Kaiserin Alexandra von Russland von Balmoral nach Cherbourg. Die Ankunft erfolgt dort am 5. October abends um 9 Uhr, die Weiterreise zwei Stunden später. Während dieses zweistündigen Aufenthaltes wird der elektrisch beleuchtete Kriegshafen besichtigt. Präsident Faure wird die hohen Gäste M Cherbourg begrüßen. Von hier wird die Reise nach Paris fortgesetzt, woselbst ein fünftägiger Aufenthalt projectiert ist. In der französischen Hauptstadt werden zu Ehren der Anwesenheit der russischen Majestäten große Festlichkeiten stattfinden, unter anderem ein Vall-fest im ElvFe, ein Galadiner, ein Ausflug nach Versailles, eine Galavorstellung in der Oper, Truppeurevne, Spazierfahrt nach Bois de Boulogne :c. Von Pa"» reiseu die Majestäten nach Darmstadt zu ei »em acht" tägigen Aufenthalte und dann erfolgt die Rückreise nach Petersburg. Die «Pol. Corr.. erfährt, dafs Minister Baron Fejervary den weißen Adlerorden, Minister Daniel den Annenorden erster Classe, Corpscommandaut UexM den weißen Adlerorden und der Sectionschef im Ministerium des Aeußern Szecsen den Stanislausorden erster Classe erhielt. Minifterconferenz. (Original Telegramm.) Wien, 29. August. Unter dem Vorsitze Seines Majestät des Kaisers fand heute eine Conferenz stat'. an welcher die gemeinsamen, drei österreichische nnv drei ungarische Minister theilnahmen. Die Conferee dauerte zwei Stunden. Unruhen in Constantinopcl. (Original Telegramme.) , Nach einem Eonstantinopeler Telegramm ^ ' «Vossischen Zeitung, wird die Zahl der Opfer des armenischen Blutbades auf zehntausend geschätzt. Info ^ einer Irade, die weitere Abschlachtungen verbielel, wurden viele Türken verhaftet, Hunderte Softas,"" Schiffe gebracht und die Ruhe mit einzelnen wenig" Ausnahmen hergestellt. Militär ist aus dem ProviM" berufen worden, alle Armenier sind aus den Staat" dienst entlassen, Grabesstille herrfcht in der Sta^ Man fürchtet für die Provinzen und Vororte. ^ !Pera dauert das Schießen fort. Im Auftrage oe Botfchafter sind alle Magazine wr Europäer gespe"' Constantinopel, 29. August. Heute abeno um 6 Uhr brach in Galata eine neuerliche Panik au -hervorgerufen dadurch, dafs die Türken ein "' «, Nähe der Ottomanbank gelegenes Haus, aus welV ein Schuss gefallen war, beschossen. ^ Constantinopel, 30. August. Infolge " letzten Eieignisse dürfte ein Wechsel im Kriegsminister" stattfinden. Als Nachfolger des gegenwärtigen ""^ ministers wird der frühere Militär-Commandant Kreta, Abdullah Pafcha, genannt. ^ Philip popel, 30. August. Nach Mld"^ aus Constantinopel erhielt die Pforte gest^" ^s, Mittheilung feitens des armenischen Comite's desIny"^ dass die Revolutionäre ihre Thätigkeit mit ^ Kräften sofort von neuem beginnen werden, wen ^ Niedermetzelung der Unfchuldigen nicht binnen s ^ Stunden aufhören würde. Eine gleiche Mittye ^ sollen auch alle Botschafter erhalten ha^"' M Es wird ferner berichtet, dass eine ""hamed" ' ,, Vande gestern mit einem Localdampfer an die ^ ^ Inseln kam und daselbst zu landen versuchte, vo ^ Bevölkerung jedoch, die zumeist aus Griechen ^' ^s daran gehindert worden sei. Man betrachtet " ^d ein Zeichen, dass, wenn sich die Andersgläubig^ ^ Fremden in Constantinopel organisieren wilr ' ^, imstande wären, die Angriffe des Pöbels "'", zuwehren. Geleg-amtne. ..„ e^ Athen, 30. August. (Orig.-Tel.) Nach U W-getroffenen Meldungen aus Kandia wurden ^o sitzungen des österreichischen Schlchgenossen ^ Sakcifides und des englifchen Viceconsuls H^t^ Muhamedanern geplündert. Ein Bataillon ^„el0> wurde von Kanea dahin beordert. Zwischen dem ^e^ gouverneur und dem Militärcommandanten !' . n^ dings Differenzen erwachsen. Der letztere vehaul directen Instructions zu handeln. Aitevarifches. ^ Deutschmeister . Iubiläums,' " m' ,,,lt» .,, ' Wiei, er Vilder.. Das vollsthiiiillichc, tcU'> ^ M^, stratw überaus reich ausgestattete Sountaaslilatt «^ ^ U" Herausgeber Vinceuz Chiavacci, Mien, IX., Fraiug",' JQi6adjer ffeitung SKr. 199,_______________________________________1715_______________________________ 31. Huguft 1896. ^""spreis vierteljährig 90 lr.), feiert das 200jährige Jubiläum nun, "^ Hausrrssinients in einer glänzend ausgestalteten Fest-l> ?"'/l, welche als würdigste Einleitung zu den kommenden ^uvcitllgen der «Vierer, gelten kann. 9l„ä ^ludien von Adalbert Stifter. Illustrierte und 3^ ^' ^" Nänden. Mit Abbildungen von Franz Hein !><> 4, Kallmorgen. Von der neuen, auf 24 Lieferungen ^echnete» Ausgabe ist bereits die 19, Lieferung erfchienen. ^ 6- Amelangs Verlag in Leipzig.) N . ^ Alles in diefer Rubrik Besprochene kann durch die hiefige unMMung Jg. von K l c i n m a y r H, Fed. Bamberg Ausweis über den Stand der Thierseucheu in Krain lür die Zeit vom 18. bis 26. August 1896. die«.. 6s ist herrschend: «<« htrankheit bei Pferden im Bezirke Gottschee in der ^'«m,deGotlschee(1 H.); !).fchlveinepest im Bezirke Gurlseld in den Gemeinden 2^ . H-)' ^urkfeld (3 H.) und Zirkle (2 H.); i„l Bezirke "NW nl der Gemeinde Planina (2 H.). d>» U Erloschen: „^. ^'sser, Kfm., s. Gemahlin, Pilsen. — Dr. Glassner, Hi»,« ^"twih. ^ Blnmer, Privat, f. Gemahlin, Dresden. — ! ''l,3i„l b"'t, Pilgram. — KraN, Weinhcindlcr; Dr. Zancovich, ^°a ^' 3auiilie: Abel, Ksm., Trieft. — Nitsch, Prwatier, ^ull^c "'lchein, Realschul-Dircctor, Strauburg (Bayern). — «' «lm., Elbcrfeld. — Twrdik. Cadet'Ofsiciers'Stcllvertreter, ^-^..^ ^_______________^^__^ Postelberg. — Sorlo, Werkmeister, s. Gemahlin, Aßling. — Schick, Kfm,, Brunn. — Kraft, k. u. l. Oberst, Klagenfurt. — Kosar, Priester, Steiermark. Volkswirtschaftliches. Lalball», 29. August. Aus dem heutigen Markte sind er-schienen: 4 Wagen mit Getreide, 3 Magen mit Heu und Stroh, 12 Wagen und 2 Schiffe mit Holz. Durchschnitts-Preise. Mlt.' M«z.. Ml7!7 Wg,.. fi,>lr, fl.Ilr, st. tr. st, tt. Weizen pr.Meterctr 8- 8— Nutter pr. Kilo ..—80-------- Korn » 5 80 6 50 Eier pr. Stück . . N-------- Gerste » b 40 5 50 Milch pr. Liter . . 10------- Hafer » 6!— 7— Rindfleisch pr.Kilo — «4—z- Halbfrucht » —!------------Kalbfleisch » -58-------- Heiden » 8^— 8 20 Schweinefleisch » -66------- Hirse » 6 — 6 — Schöpsenfleisch » — 36 — - Kukuruz » 5 20 5^20 Hähndel pr. Stiicl — 45------- Erdäpfel 100 Kilo 2 50 — — Tauben » 15 - - Linsen pr. Heltolit, 9,-----------Heu pr. M.'Ctr. . 2 14 - - Erbsen » 9'------------Stroh » . . 180------- Fisolen » 8------------Holz, hartes pr. l NindSschmalz Kilc —90 j— Klafter 6>40------- Schweineschmalz » — 70-------— weiches, > 4 80 — - Speck, frisch » - 66-------Weiu,rolh.,100 Lil,--------24 . — geräuchert » - 70-------— weißer, »--------30 - Meteorologische Beobachtungen in Laibach. <,<, 2 D)l7 " 73b 7 14 ^6 'NO^zml 1tari " Regen ^" ^' 9 . M. 735 0 12' 6^O^ schwach___Re«en________ ?U.Mg. 732-0 119 N^ schwach Regen 30. 2 . N. 733 1 15 0 N. schwach Regen 17 2 9 , Ab. 733 9 13 2 N. schwach Regen 3i7j 7 U. Mg. 735'-0 > 13- 2 j OSO. schwachi^bewöltt >^4 0 DaS Tagesmittel der Temperatur vom Samstag und Sountag 13 1° und 13-4", beziehungsweise um 4 2" und 3-7" unter dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Julius Ohm-Ianuschowslh «itter von Wissehrad. Lottoziehnng vo« 29. August. Linz: 47 35 30 24 57 Trieft: 81 69 89 9 55 Danksagung. Für die herzlichen Beweise liebevoller Theil» > nähme während der Krankheit und bei dem Ableben > unseres lieben Gatten, beziehungsweise Vaters, Groß< > und Schwiegervaters, des Herrn > Karl Tscheleschnig l. l. Landesgerichts-Officillls i. R., ! flir die zahlreiche Betheiligung an dem Leichenbegäng- > nisfe seitens der Freunde und Bekannten des Ve» > storbenen, dann für die Spenden schöner Kränze > sprechen wir unsern aufrichtigsten, wärmsten Dank aus. > Die trauernd Hinterbliebenen. ! Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme während der Krankheit wie bei dem Hinscheiden meines innigst geliebten Gatten, beziehungsweise Vaters, Schwagers und Onkels, des Herrn August Numpel Claviermachers für die zahlreiche Begleitung des theuren Verblichenen zu seiner letzten Ruhestätte und für die schönen Kranzspenden spreche ich alle» den herzlichsten und wärmsten Dank aus. Adele Rumpel geb. Koschicr Gattin. Course an der Wiener Börse vom 29. Augnft 1896. N^ dem 0^«^ «3°«^°«« " 5^t»'Hnl»h,n. «»lb War, ^-'F,'N «<""' »" Noten ^»>li ^' "ebruarNussllst ini ?U wi »0 !«z. ,. ""- Iin»er.Iul< lUl 7l» !Nl'9N ?5b°/ "«w,f. 85., st. ,43,75,44,75 ^t5 ^ " «?"."'« bU<> N. ,45 «) 14»;-. ^"'°, «'«>°!e , . im, jl. ,»» 8s> 1 «»!-.'> "'»br. a l2(, fl. . . ,57,70 ,587« ^ dto/"" »tonen Nom. l«l 25. 101'4K ^ "" Ultimo . . ,«,.25 ,(»,-45 ''«.«'«!««'"<«°^ ^" "' ^^ ''«0«5l,N°m. . 9» 30 100 20 «rlb Wa« Vo« Gtaat« zur tzahlnnz i»ber»o««tNl «lnsenb.'Prior.' viliaatio»«». «lllabethbllhn 60U u, 300« Vt. Wr WN M. 4«/»..... 1l? — l17'90 «!!!°betl,bnhn, 4«) u.«N Vl. »on M. 4°/....... l2l'3k 12» »5 ss,c>,,zIosevh'V.. «m. 1884,4°/, »»35 ,0«ük GalizNche Karl-Uudw!»-«ahn, Em. 1U81. »UU fi, L. ^/» . »9'üb l0<1'5b Vorallbülger Nahn.Vm. l«»4, . 4°/„ (dltrsre>l<>r«5 99?>» 4»/„ bt°. dto. prr Ultimo . . »l» 55 9975 dtll.Et./,"/<, il)t »« i"» »« dto. Slllllt«°Oblla. (Ung. 0Nb,) v. I. l«7«. 5"/,..... ,21'?k,«2'75 dl°,4'/,"/„Echll»t«glll.«bl..Obl. 10U 25 ,NN 50 dto. 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Vubllpesi.«astl!cll (Dombau) . ««0 7-^ llicbitlole 10« st...... 20, — 202 — «llart, liolr 40 fi. 57— ü«'— 4«/„Do»<»!°Damp!lch,1<»<>!l «M. 142 - 14« .. Oscner Uose 40 Ä...... ^9- «1-. Palfly-ljole 40 st. >,.lUfi. 18- ,»80 Ruthen »reu,. Un«,,00fl.V.4<>°/, 452 — 45» — Oesterr.'ungllr, Vanl. «l»0 fl, . 9N2 — »K4 — Uoionbonl 200 st...... 295 — 295 50 Verlebrlbanl. »ll«., 140 fl. . 1??'5o I?» — Hltlln von Transport» Dnl»rn»hmung«n (per Stü«t). «lbiech>.«ahn 200 fl, Tilbtr , — — —-- «lulstg Tepl, GI!,enb, U00 fl. . . 166« 1690 V»hm, Nordbahn 150 st, . . 280 — 282- Uulchtiehiadec «tis, 500 fi, «M. ,474 1480 dto. dto, (lil. U) 200 st, . 542 — 543 — Donau ' Dampfschiffahrt« ? »?!., Ocsterr,, 500 st. IM, . . . 499 - 501 — Dul°Uobrnbachsr(t,-V.200st.<3. Prag D»ter«!Ienb. I50fl.E. . 9N— 36 50 StllatSsiwchah» 200 fl. E. . . 564-50 3., »leue Nr., Vr rtta«.»lctl?n 100 st. ... ,04 — ,04 25 UnllHallz. «iüenl,, »>><> st, Kilber 20? — »u»- . Una,Wsstb Maab «laz)2!"»st.L. w«-5« 20» 50 Witiier Li»salb»hnen, «lct.»Gej. «3 — «« — Zndu st. . . ,,»,-^ ,,«,.- Montan'!»en — „Schlbglmühl", Papiers., 20« l. »06—207 — „Vtet^rern,.", Papiers.«.»..«. 1«5- 16575 Trisailer Kohlenw. ° !Ves. 70 st. 156 — I5?b0 waffenf..V.,t)''st,!n Wi,n, 10« I. 807 — 309 — WllllaoN'Leihanst.. «ll«., ln Pest, 80 st......... bV0'— 505 — wr. «llU8e!tllsch»ft 100 st. . . 1Nb'75 107 75 Wlenerbe,,erZitzel.«c»^ J!dnProl)ebrief kostenfrei. , V^^kllennachweis. ' S?awB Hans *Ä ^'Ef * «utein Zustande. ^<\'HauS/er Lage und dcs * bl» 15 «f> P°Bto restante tj> September 1. J. erl)eten. *' ln öer Ad • ¦ (8747> B-! A«ministration dieser L P»e aller Länder erwirkt oorreot und billigst, z- B-: für Oesterreich ö. W. fl. 381—, Ungarn ö. W. 11.63'—, Deutschland ö. W. fl. 45 — sammt einfacher Beschreibung, Jahrestaxe und Uebersetzung. (3751) 2—1 Patente verwertet Ingenieur C. Paulit«ohky, Wien I., Kärntner-¦trane 5, behördlloh autorisiert. (3612) 3—3 St. 5590. Razglas. C. kr. okrajno «odišèe v Kamniku naznanja v nasledji k oklicu z dne 11. julija 1896, St. 4524: Umrlemu tabularnemu udeležencu Lorencu Kristanu v/. Sela postavi se Matevž Seršen iz Skaruèine kura-torjem ad actum, kateremu se dp' stavi dražbeni odlok z dne 11. Ju^Ja 1896, ät. 4524. C. kr. okrajno sodiftèe v Kamniku dne 16. avgUHla 1896. ———^—^——¦-----------------------------------------------------.—_____^_—— i Geprüft und anempfohlen vom Iir. Hager in Frankfurt a. d. Oder, vom Prof. I>r. K. liONNoni, Director der ersten medicinischen Klinik der Universität [ in Horn, vom Prof. I*r. Unaldi, Director des Spitales S.Maria \ della Consolazione in Rom, vom Prof. I>e Renxi, Director der ersten j ffgpsS^j medicinischen Klinik der Univer*i1ät in Neapel, vom i K^l« Senator Prof. Scmuioltt, Director der therapeu- gr |l|i| tischen Klinik der Universität in Neapel und von \ W 19 vielen anderen hervorragenden Aerzten; die j 1^31 TTJatren - Ttnetur \ liilfl des Apothekers Pieeoli in Zaibaeh \ lET^I 'I I re8elt die Funcüonen der Verdauungsorgane, sUirkt. | ||!3f//j-.;J I den Magen, fördert die Verdauung und die Leibes- 1 h^W||| öfTnung. (504)40-31 j H ~— | j]fp -= Ein näaohoaen kostet 10 kr. =—