LMllcherMMtlmg. 2^B »'K « »»m,l«lt«n«plel«: Im I .. H^ . ^ >»/ /^ ^. ^ Insertion»,ebühi b!» IN Zeilen: lm»l»Olt., Hi^>^«A Vll* 2!^H ». il. h»l»j. «. ü.50. »üe bit .^»ftellun, ',,« Ha»« ^ttllvllili, >/ (^lp^I lsM Ns^ ,m.«o,i., ,m., ft., sonN pr.Zeile im.ß lr.. >nn.l,ll.. «^«2 Amtlicher Theil. 3e. t. und l. Apostolisch« Majestät hade«, m!t Nllcr-höchster Entschließung vom 5. September d. I. allergnä' diyst zu gestalten geruht, daß der l. und t. Hof- und Ministerialralh, Director der orientalischen Akademie Heinrich Varb den Großoffiziersstern des Orcns der siamesischen Krone; der l. und k. NegierungSralh, Ehcf der politischen Expedition im Ministerium des Acuhern Ndolf Ascher den Orden dritter Klasse des siamesischen weißen Elephant««; der erste Archivar des l. l. Haus-, Hof- und Staalsarchinü» Paul Wocher da« Offiziers, treu; so wie der Adjunct jenes Archivs Joseph Tho» Mayer das Nitlerlreuz des lönigl. belgischen Leopold» Ordens; die t. nnd l. ^cqalionSsccretare Alfred Barst, ehr den osmanischen Mcdschidjö.Orden dlillcr Klasse und Hmanucl Freiherr v. Salzberg daS Commandeur» lrtuz des päpstlichen Gregor-OrdenS; der l. »nd t. Ge» neralconsul Julius Zwick inet v. Süden h o t st den osmanischcn Medschidj^Orden dritter so wie der l- und l. Viceconsul Franz Iclinel denselben Orden vierter Klasse, endlich dcr l. und l. Viceconsul Joseph Valensl das Ritterkreuz des italienischen KronordcnS annehmen und tragen dürfen. Nichtamtlicher Theil. Nach den Monarchen-Degegnungcn. Kaiser Franz Joseph I. ist mit allen dem edlen Sprossen dcS durchlauchtigsten Hauses HabSbura-Loth. ringen und dem Souverainc eines GrohstaaleS gcbüh. renden Ehren in Verlin empfangeu worden. Ein Gc-fühl besonderer Befriedigung und Genugthuung durch« glüht die Brust eines österreichischen Palriolc». wenn ei all die Scenen, die am kaiserlichen Hofe zu Berlin sich abgespielt, Nevu« passieren lühl. Die Blätter d,deS beschäfliacn sich nunmehr mit Aufzählung dcr möglichen politischei, Erfolge der Drei, Kaiser-Zusammenkunft. Die „Ncue Wochenschrift für Politik und Volkswirlhschasl" läßt sich vernehmen, wie folgt: .Die Festlichkeiten dcr berliner Monarchen-Entrevue sind verrauscht; dcr Moment der kühlen Rcftcxion ist gekommen. Das Product dieser letzteren linn zwar, so-weit cs die Auffassung dcr politischen Wclllagc betlifft. lein epochemachendes sein; immerhin hat es als Beilrag ^ur Regulierung und Klärung dieser Ausfassling sci'icn Wcrth. 'Gestehen wir zunächst unumwunden, daß die Aufnahme unseres Kaisers in Berlin aUe Eiwarlungen l'ltiertlofstn hat. Wir haben es da thatsächlich mit «incm tffcctiocn SupcrpluS von Auszeichnungen und Ehren zu thun, das unserem Monarchen in Verlin zu Theil ge-worden ist. Hof und Voll in der preußi/chcn Metropole haben aewelteifcrt in Knndgcbungen von äußerlich wenig gekünstelt scheinenden Sympathien flir den Sou> oerain Oesterreich. Es ist durchaus kine Uebertreibung, wenn wir constatiercn. daß die Art und Weise, wie Kaiser Franz Joseph in Berlin gefeiert wurde, die wahrscheinlich unabsichtlich: Wirkung hatte, die Person des anderen kaiserlichen Gustts fast in den Hintergrund tre-»en zu lassen. In dieser dem Kaiser von Oesterreich zu Thtil gewordene,, außergewöhnlichen Huldigung con-centricrl sich für uns die ganze concrete pol'tische Seile der Monarchenzusllmmentunst. Einmal war sie gewisser« maßen ein Sühüopscr, das man am berliner Hofe zur Erleichterung des eigenen, dem Kaiser von Oesterreich gegenüber stark belasteten Gewissens gebracht hat. Hierin liegt der auf die Vergangenheit bezugnehmende Theil der politischen Seile. Weiler aber wurde in der Person seines Monarchs,! das Oesterreich von heute in Bcrlin gechll und gefeiert. Man wollt: dort zu erkennen geben, daß man von dem ilslcrr«ichischen Regeneration«« Prozesse eine günstige Meinung, daß man überhaupt vor der Macht und Kraft unseres Staates Ncsvrcl habe. Die Tha trcuue nichts zu erinnern. Wir ellcnncn im Ocp.cnlhcil gcrne an, daß dle österreichische» Interessen dabei leine Glfahr lausen. AuS bitscm Grnndc lcuchtct uns auch die Opporlunilät dcr deizcitigcn Politik unscrcS EubinclS ein, das dem Programme dcr prenhischen Politik seit Beendigung des französischen Krieges in angemessener Weise enlgegm' zukommen bestrebt ist. Soweit daS Programm Prcu» ßenS in seinen Col,turcn ein Object dcr Ellcnnbarleil bietet, ist cS auf die Aussöhnung Oesterreich« mit dn Vergangenheit und dcssen Pniparierung sür eine künftige GundeSgcnosscnjchaft gerichtet. In diesem Programme liegt das ganze Geheimnis der zusehends wachsenden Zuvorkommenheit Preußens für Oesterreich. Nber auch in der Geneigtheit Oesterreichs, sich den preußischen An» näherungslendenzeil gegenüber nicht ablehl'end zu verhallen, liegt das GeheimiilS der wichtigen Polttil unsere«! auswärtigen Amtes." Die Delegationen des östelreichischen Reichsraths und des ungarischen Reiche« tagS sind gestern in Pest wieber zusammengetreten. Wie der ..Bohemia" aus Wien gemeldet wird, werben den Delegationen nachstehende Vorlagen zugehcn; DaS Rothbuch deutsch und ungarisch. Der Rechnungsabschluß für baS Jahr 1870, in welchem auch die Nach« tragSgebahrung bis Ende Juni 1871 enlhultcn ist. Weiter die GebahrungSrechnung flir das Jabr 187l. — Endlich der Boranschlag für das Jahr 1873. — E« Hal sich bis jetzt gezeigt, baß die Z'ffcr der wirtlichen Verwendung immer hmtcr dcr im Aoischlage angesetzten Ziffer zurückgeblieben ist. Dies kann man auch vom Jahresabschluß pro 1870 sagen, dcr «inen günstigen Elsolg von mehr als 3 Millionen zeigt. Wenn daher auch für 1873 im Eftrll'Ordinarium des Kricgsmilii« sleriums 5 Millionen mehr e,scheinen als im Vorjahre, so dürfte doch dieser Mehrbedarf, da man von oem Grundsätze ausgehl, bei Pläliminierung der Äusaubcn stelS daS höchste Ausmaß, bei P'äliminienlng dcr Einnahmen dagegen slclS die niederste Zffer anzunehmen, sich in der Willlichkeil gewiß um ein Bedeutendes reducieien. D« die Delegationen auch über daS materielle Sein der Beamten zu entscheiden haben werden und Hunderte von Familien ihr ferneres Schicksal dem AuejpsuHe duser Körperschaften anvertraut sehen, so wird dcr Eröffnung derselben mit großer Spannung, Furcht uno Hoffnunz entgegensehen. Die „Presse" meldet: „Die Delegationen werden nach dem bisherigen Usus in der ersten Sitzung zu ihrer Cansliluiciutig schreiten und die Vorlagen tlil^egel'Nthmen, die seitens der aemcinsamci, Mllilslelicn voibcleile» sind. In dcr zweiten Sitzima der ReichSratHs. Delegation dürfte die Wahl dcr beiden aewöhnlich funcliolilereliden Aneschüsse. ,iän>lich das Bud^t ueid des Priitione« Ausschusses, staüsinden. Da die ciSlcithal'iscke Dcl,aa» °hnm. Das Haue Dolomit entfaltet! linen außer- ordentlichen Glanz an diesem Abende. Die kostbarsten Geschenke lhürmten sich zu Bergen und strahllen in den Sichlern des RiescntanucnbaumcS, aber all der Glanz ^ konnte nichl verbergen, daß cineS fchlte — die Liebe. ^ Die allein seligiuachende ^icbe fehlte, sie war vor dem bunlen Flillcr, dem lallen Glänze gewichen, den die Firma und bei Reichthum dls Hauses Dolomit (55 3ohn an solchem ilbc>,d sich sclbcr schuldig zu scin glaubten. Gcorg war froh, als er sich frei machen konnte, sobald es die Schickllchleil «llaublc. eilte er fort. 8copoldine und Herr von Sejour warfen sich einen srhr vielsagenden Vlick zu. nls sie GeorgS Unruhe be» mcrklcn und ihn schon gleich nach dem Essen aufbrechen sahen. „Je eher er in sein Verdeiben rennt, um so lieber." flüsterte sie ihrem Verlobten zu. ..Hoffen wir, daß er bald am Ziele seiner Wünsche stehen möge." enlgcgnclc Hcrr von Sejour mit höhnischem lächeln. Slhr nette und verwandtschaftliche Weihnachts-wünsche! — In der Wohnung dcr Witwe Ehrensritd wurb« Georg von Tlunde zu Stunde sehnlich erniarlll. Zwar hülle er o/sagt. daß er erst spät kommen könne, allein was hicß spät? Schon als es dunkelt,, schien es den Wartenden spül, und als die Machbaren anfinacn zu bescheren und heller Lichtschein nnd srbhlicwr Kindcrjubel auf die einsamen Gassen d>a"a. ward Änlonicn das Hcrz recht schwer, und Ernst murrte limt und schalt aus den Herrn Georg, dcm grgenübcr er gar lcirie Verpflichtungen zu haben glaubte. Es hatte bereits Zehn geschlagen und Einst droble schon mit offener Empörung, als eine Droschke vor dem Hause Nr. 9 in dcr Gaitnerstraße vorfl'hr und Georg ^mit verschiedenen Paketen beladen rasch die immerhin bürgerlich steilen Trrppen hinauseille. „Da ist cr," jubelte Anlonie. „Endlich," brummle Ernst. Eva zündele drinnen die Wickler an. Der kleine Tannenbaum strahlte in hellem Glanz, als lltitonie und Georg eintraten und Ernst mit eincm Hurlah in das Zimmer sprang. Die Thür zum Schlafzimmer war geöffnet, so daß Madame Ehienfricb an der sseftl,ch' lcit auch theilnlhmcn lonnle. Unter dem Tannenbaume lagen verschiedene Geschenke, Kleinigkeiten, sclbflnelllbei. lttc Sachen, aber von Viebe und Freundschaft ge» wibmct. „Seien Sie willkommen," begrüßte Madame Et>en. slicd Georg, „und nehiren Sie vorlieb mil dcm, was wir bielen lönnen. Viel «st es nlcht. aber es kommt vom Herzen." ..Und was vom Herzen kommt, geht zum Herzen," erwiderle Gcorg. „Ader Ihr scht ja den Baum aar Nicht an," ries Eoa ärgerlich. ..Glanbl Ihr. daß wir halbe Pfundlichlcr angebunden haben? Dic Wack^lictiler werden von Jahr zu Jahr dünner, und ehe man sich versieht. si„t> sie herunteratbrcmnl." Gcorg lächelte. ..Die Freude dünll uns immer um schönsten, die am kürzesten dauert," sagle er. „Dann würe es Ihnen wohl recht, wenn ich den 1516 bekleidete diese Würde auch im Winter 1870/71. zu welcher Zcit die Delegationen bekanntlich gleichfalls in Pest tagten. Die gemeinsamen Budgetvorlagen werden seitens des ReichS-Finanzministeriums eingebracht und folgende fünf Beilagen umfassen: 1. Ministerium des Aeutzern; 2. Reichs.ssriegsministerium; 3. Kriegsmarine; 4. RcichS-Finanzministerium; 5. gemeinsamer oberster Rechnungs-Hof. Eine weitere Vorlage betrifft die Bewilligung der Tyeuerungsbeiträge an die gemeinsamen Beamten. Der Etat des Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten vtträgt im Ordinarium 4.246.295 ft., im Extra-Ordl. narium 94.480 fl, mithin im gangen 4 340.475 fi. und nach Abrechnung der eigenen Einnahmen 3.643.275 ft. Nachfolgend geben wir das vollzählige Verzeichnis der Mitglieder der reichSräthlichen Delegation. Aus dem Herrenhause sind gewählt: Fürst Karl Auersperg. Freiherr v. Burg, Graf Falterihayn. FZM. Freiherr v. Gablenz. FZM. Härtung. Graf Hoyos. Fürst Iab-lonowsli. Gras Octavian Kinely, Fütst Kheoenhüller, Graf Lodron, Ritter o. Pipitz. Freiherr v. Pratobevera. Graf Rcchberg. Freiherr v. Ritter, Ritter v. Scrinzi. Graf Oswald Thun, Graf Traun, Graf Trauttmans« dorss. Graf Vrints, Graf Wickenburg; aus dem At^e-ordnetenhause: Dr. Giestel, Carncri, Czerne. Dr. v. Colombani, Dr. EzertawSli, Dr. o. Demcl, Graf Fed. rigolti, Dr. o. Figuly. Dr. Gislra, Greutcr, Ritter v. Glocholsl', Dr. Herbst, Ritter v. Hopfen. Ritter von Horotysli, Huscher, Dr. Ianoweli, Dr. Kardasck, Baron Korb, Frecher o. Kotz. Freiherr .von Kübcck. Dr. Mayer, Dr. Oelz. Baron Pascotini. Freiherr v. Pmo, Dr. Pollutar. Ritter. Dr. Roser, Dr. v. Rylsti. Dr. Rcchbauer, Dr. Schaup, Schier. Seldemann, Ritter o. Stceruwitz. Dr. van der Straß. v. Vojnovic. Dr. Wceber, Dr. Wegscheider. Dr. Weigll. Dr. Zaillncr, Dr. Zyhlitiewicz." Das «Neue Fremdenblatt" begrügt den Wieder-zusammentritt der Delegation an leitender Stelle Nüt folgenden Worten: „Es ist das sechste mal, daß die anfänglich vicl bestrittene Institution ihre Session erueueit, und wenn nach der Hegel'schen Definition alles, waS ist, auch vernünftig ist, so hat die Delegation durch sechs» jährige Existenz den Beweis ihrer Vernünftigkeit genug« sam geliefert. Nur langsam und zögernd hat sie sich eingebürgert, aber mit jedem Jahre ihres Bestandes ist die Zahl ihrer Widersacher geringer geworden. Heute steht sie fast unangefochten da, und unter den Politikern, mit welchen der Staatsmann zu rechnen hat, gibt es leinen, der von diesem gemeinsamen Verlretungslörper abstrahiert. Nicht daß wir uns für denselben sonderlich zu begeistern vermöchten — die verschlungene Eombina» tion, in der da« Princip der Parität so rigoros durch» geführt ist, daß in allen streitigen Fragen die nrößcre und ertragsfähigere Rc«ch«hälfle noch immer den kürzeren gezogen — hat der Mängel gar viele und ist noch so weit vor dem Ideale einer Volksvertretung wie Rußland vom Eonstitulionalismus, allein unter den gegebenen Verhältnissen war sie das relativ Vernünftigste und unser Streben muß auf ihre Verbesserung, nicht auf ihr« Zerstörung gerichtet sein. So hat auch Ghyczy. der bedeutendste Gegner des Ausgleichs, in seinem be« kannten Vorlrag an die Linke die Delegation als eine „zwar vervesserbare, aber principiell nicht zu verwerfende Institution" bezeichnet, und was Ghyczy in dieser Hin-sichl zugestcht, muß um so zutreffender sein. als er sich ja lan^e genug gesträubt hat, irgend ein Zugeständnis zu machen. Noch niemals seit dem fünfjährigen Bestände des Ausgleichs sind die Delegationen unter so günstigen Verhältnissen zusammengetreten als diesmal. Die berliner Entrevue, noch frisch in aller Gedächtnis, wirft ihre friedlichen Schatten bis nach Pest, und Ruhe nach innen wie nach außen ist die Signatur des Tages. Unbeirrt von allen äußeren Einflüssen wird demnach die Delegation an die Erledigung ihrer Arbeiten gehen. Im Interesse des Institutes selbst und seines Fortbestandes wird sie dabei hoffentlich sachliche Gründlichkeit und staatsmänischen Ernst paaren. Das Kriegsbudget, ob» wohl es sowohl vom Grafen Anbrassy als auch vom diesseitigen Ministerpräsidenten gehörig durchhächelt wo?» den, stellt noch immer an die Opferwilligleit der Delegierten Ansprüche, die nicht ohne di< genaueste Prüfung erfüllt werden können. Was zur Wehrkraft Oesterreichs ab-solut nothwendig ist, soll und wird bewilligt werden; davon wird gewiß nichts abgezwackt. Aber die Begriffe über die absolute Nothwendigkeit gehen oft weit auSein-ander und ein Volksvertreter hat daS Recht, dem Kriegsminister in dieser Hinsicht nicht allzuviel zu trauen. Die Vertreter der Armee thun vor den Parlamenten gewöhnlich so. als ob alles, Sieg oder Niederlage, nur von dem Maße der Geldbewilligung abhinge. Wir winen nicht ganz unzufrieden mit einer solchen Theorie, die das Kriegführcn minder blutig gestalten und auf einen einfachen Kampf des Kapitals zurückführen würde. bedauernSweilhermaßln aber crweist sie sich nicht als zutreffend, und die Geschichte der letzten Decennien hat uns, leider am eigenen Leibe, die Erfahrung beigebracht, daß allcs Gcld der Erde eine todte Masse bleibt, wenn es nicht durch den Geist belebt wird, und daß anderseits tüchtiges Wissen und geistvolles Erfassen ein Kapital dildcn, das manche klingende Summe entbehrlich macht. Die Delegationen, das soll unserer Rede Sinn sein, sollcn jeden einzelnen Posten wohl besehen; was wirklich nothwendig ist, ohne zu mäkeln, bewilligen, was ihnen überflüssig dünkt, einfach streichen. Die Wehrkraft des Reiches muß erhalten — die S te ue rt räger dürfen nicht überbürdet werden. Zwischen diesen beiden, angeblich einander fliehenden Principien muß es eine Mittellinie geben, die beiden gerecht wird. Sie zu suchen, das ist die Aufgabe der Delegierten. Und haben sie dieselbe gefunden, dann werden sie damit der Povu« larität des Institutes mehr nützen, als es die schillernd» sten Expectoration«« und die glänzendsten Reden vermöchten. Somit denn frisch an die Arbeit!" Zum Nntemchlswcsen in Ungarn. Der ueuernannle lön. ungar. Unterrichtsminister Herr Trefort hat sich dem Deat.Klub präsenticit. Aus seiner bei diesem Anlasse gehaltenen Rede hcben wir folgende Stellen hervor: „Ich bitte um Ihre Unterstützung nicht nur aus persönlichen Rücksichten, sondern im Interesse des Lan. des, denn die glückliche Lösung unserer Eultur.Fragen ist gleichbedeutend nut der Sicherung der Zukunft des Landes. Wir lebten bis 1848 in eigenthümlichen Verhält« nissen. ES war dies ein Gemisch von Feudalismus und den Zuständen der Ndministrallv'Monarchie, wie sie sich >m 17. und 18. Jahrhundert in Europa entwickelte. Jene geistige Strömung, welche insbesondere seit dem Jahre 1825 von Tag zu Tag mehr Terrain eroberte, die aber erst in dem Jahre 1848 in unsere Gesetze ein« drang, begann den Uedcrgang zu bewerkstelligen zur mo» dernen Gesellschaft und zum modernen Staat. Dieser Prozeß ist noch nicht abgeschlossen, wir kämpfen noch mit den Schwierigleiten dieses Prozesses, und nur die glückliche Lösung der Cultur. Fragen wird ihn glücklich beschließen. Es sei mir erlaubt, zur Aufklärung dieser Ansicht nur zwei Dinge zu erwähnen. Auf der historischen Gasts verharrend und sie auch achtend, sind wir doch genöthigt, mit der Demokratie zu pactieren und ihre billigen Ansprüche zu befriedigen; aber wir können die Demokratie mit der Freiheit nur dann in Uebereinstimmung bringen, wir können ihren Gefahren nur dann entgehen, wenn wir die Bildung des Volles energisch fördern. Das ist nicht meine Idee; es ist die Ansicht Tolqueoille',?, der mit prophetischem Auge all die Uebel des französischen Staates vorhersah und eS vorhersagte, daß die Demokratie ohne Bildung des Voltes zum Eäsarismus führen müsse. Wir reformieren unsere wirthschaftlichen Verhält» nisse, wir bauen Eisenbahnen, wir schaffen Handel und Industrie, aber wenn wlr die ungarische Cultur nicht fördern, werden wir dadurch eine Art von Efpropria-tion bewerkstelligen und statt eines historischen unqari» schen Staates ein kosmopolitisches Land hervorbringen, wo materielles Wohlsein existieren kann, welches aber leine moralische und leine politische Bedeutung haben wird." Das Kriegsbudget für Oesterreich - Ungarn für daS Jahr 1873 liegt bereits vor. Die „Wehr-zeitung" lhe/lt die Hauptrubriken deS Voranschlages sür die Landarmee mit. Wir entnehmen denselben nachstehende Oaten: H.. Ordentliches Erfordernis: 1. Ccntrallcitung 2.721.05,7 fl, (für 1872 wurden bewilligt 2.445.860 fl.). 8. höhcre Commandcn und Stäbe 1.962.477 fl. (1872 bcwilliat 1.750.000 sl.), 3. Truppenlö^r und allae« meine TruppenauSla^en 24.327.221 fl. (1872 bewilligt 23.146 981 fl.). 4. Mililär-Fuhrwescncmps 341.008 fl. (1872 bewilligt 282 000 fl.). 5. Militür-Bildungeanstaltcn 1.113068 ft. (1872 bewilligt 1,064772 ft), 6. Ver-vfleas.M.ic,azine 608.350 fl (1872 bewilligt 531.309 ft.), 7. Gettcn.Mclgazine 36.778 fl. (1872 bcmilliat 35.310 fl.), 8. Montursverwallung 132 500 fl. (1872 bewlll'gt 128.964 fl.). 9. technische Artillerie 2.844H07 fl. (1872 bewilligt 2.725.000 fl.). 10. ssnhrwlsene.Material-De-potS 110 467 fl. (1872 bcw lligt 109.000 ft ), 11. Pion-nkr.Zeuqsmaterial 29.500 ft. (1872 dieselbe Summe bewilligt). 12. Gaudireclionen 2.866.651 st. (1872 be-willigt 2,302.640 ft). 13. Militär-geogruphisches Institut 394.905 fl. (1872 bewilligt 341.525 si.), 14. Sa« nitiilswesen 3.289.862 fl. (1872 bewilligt 3.095,218 ft.). 15, VcrsorgnngSwcscn 10.30l.942 fl. (1872 bewililat 10 500,900 fl.). 16 Strafanstalten 59 871 ft. (1872 bcw,llial 71 067 fl ). 17. verschiedene Ausgaben 325.000 ft. (1872 bcwilliat 190.000 ft.). 18. Naturatien-Verpfle-aung 16,310.444 fl, 1872 bewilligt 15.500.000 fl). 19. Mannschaflekost 11.223.068 fl. (1872 bewilliat 9.800.000 ft). 20. Monlur und Gcttcnwcscn 8.527.534 ft. (1872 bewilligt 6.700.000 fl). 21. Remontierung 1.413,000 fi. (1872 bewilliat 1.270.000 ft ). 22. Untü-officers.Dienste«plämiln 1.900.000 ft. (1872 bewilligt 1,950.349 fl.). Der Voranschlag des Krieqsm'nisteriumS lielräat dcmnach im Ordinarium 90 949.310 fl. gegen 83.971.295 st, die von den Delegationen für daS lau« »ende Jahr bewilliget wurden, und nach Abrechnung der mit 4.949.310 veranschlagten eigenen Einnahmen genau 86 Millionen DaS außerordentliche Erfordernis ist mit 11,205,072 fl., demnach das gesammle Budget der Kriegsoerwallunq, nach Abrechnung der eigenen Vin« nahmeu, mit 97.205.072 Gulden veranschlag«. Tannenbaum jetzt gleich wieder ausmachte?" fragte Eva neckisch. „Nein. noch nicht." antwortete Gcorg. „der Baum hat lange warten müssen, bis er seine Bestimmung erfüllen tonnte, und daran bin ich schuld. Ich denke, es ist meine Pflicht, das Versäumte wieder gut zu machen, wie ich es kann, und ich füge mich daher allem, was ge-Wünscht wird." „Dann lommen Sie erst einmal hierher." sagte Eoa und zog ihn nach dem Tische, auf dem der Tannen« bäum stand. „Sehen Sie. diese Cigarrentasche hat An-tonie sUr Sie gestickt und mit jeder Perle hat sie einen Seufzer hineingeheftet. Was ditse Seufzer bedeuteten, ob Schmerz oder Freude die Eltern waren, da« weiß ich niHt, daS muß sie Ihnen selbst sagen. Hier dieser Glück« wünsch auf Rosapapier ist von Ernst und dieses Ci-garrenmcfser von Madame Ehrenfried. Dieser Myrthen» sttauß ist von mir. Den sollen Sie tragen, wenn Sie der guten Toni die Hcri'd für immer reichen." Georg schloß Antonien in sein« Armee. Dann reichte er Eva die Hand und bedankte sich bei der Mutter für die Aufmerksamkeit. Ernst wollte von keinem Dank etwas wissen. ..Wenn Toni mir nicht gesagt hätte, ich sollte einen Wunsch schreiben." sagte er, «dann hätten Sie sehen können, woher Sie einen bekommen. Aber den ganzen Tag wird von nichts anderem gesprochen, als von ihrem lieben Georg; «in vernünftiges Gespräch kommt gar nicht mehr zu Stande." Der Zorn des Knaben hatte etwas komisches. Georg, um ihn nlcht zu lenken, verbiß da« Lachen und eilte auf die Vordiele, um die mitgebrachten Sachen herein zu holen. Er hatte eine prächtige Bescherung mitgebracht. Es gewährte ihm. dem reichen jungen Manne, eine noch nie empfundene Freude, für geliebte Wesen einzulaufen, und fein Herz klopfte rascher vor Freude, wenn er sich den Moment ansmalte, in dem es ihm vergönnt war, Menschenhcrzen froh zu machen. Für Madame Ehrenfried hatte der praktische junge Mann ein warmes und elegantes Winlerhadit ausge-suchl; Ernst erhielt Bücher, Bleisoldaten und verschiedene Kleinigkeiten, die sein Herz in der letzten Zeit begehrt hatte. Nntonie wurde mit einem Kleide von kornblumenblauer Seide überrascht. Ena schien leer ausgehen zu sollen, denn die Pakete waren ihres Inhalts beraubt. Georg zog ein lleines Etui aus der Tasche und öffnete es. In demselben funkelten zwei kleine Brillant-ringe von ganz gleicher Arbeit. Den einen steckte er Antonie an den Finger, den anderen bot er Eva dar. „Beide Ringe sind gleich," sagte er, „mein Wunsch ist. daß Sie ihn zum Gedächtnis Ihrer Freundschaft tragen' möchten. Denn Ihre Freundschaft ist so edel und rein wie der Stein, und die Goldreifen sind nicht von einander zu unterscheiden, ebenso wenig wie Ihre gegenseitige Neigung von einander zu unterscheiden ist " Eva traten die Thränen in die Augen. „Das ist zu viel." rief sie, ..das habe ich nicht verdient. Nehmen Sie den Ring wieder." „DaS geht nicht, was geschenkt ist, daS ist geschenkt." LS half lein Sträuben, Eoa mußte den Ring behalten und als sie ihn an der Hand glitzern sah und der Stein bald golden, bald grün. bald purpurroth erglühte, freute st: sich wie ein Kind üuer das nie ge< srhene Farbenspiel. „Wie soll ich dir danken?" flüsterte Nnlonie. „Indem du mich lieb hast." „Ich liebe dich ja schon mchr als mein iieben." Eoa betrachtete die beiden, wie sie dastanden und die L ebe ihre Züge verklärte. ..Wie schön ihr seid!" rief sie. Sie sprang auf und fiel Äntonien um den Hals ur»t» drückte ihr einen innigen Kuß auf die Lippen. „Dein Bräutigam muß auch einen haben," rief sie, „ich kann nicht anders, er ist zu prächtig." Und in demselben Augenblick packte sie Georgs Antlitz mit beiden Händen und küßte ihn auf den M"«d. Als sie diese Heldenthat vollbracht, sagte sie eilig: .Du sollst ihn wieder haben, Toni,- und küßte sie. Dann ging sie mit langsamen Schritten in den dunkelsten Winkel des Zimmers und »einte bitterlich. Antonie eilte zu ihr. „Was ist dir, Eva? Warum weinst du? Glaubst du, daß ich dir chrne?" Eoa schwieg eine Weile. „ ..Nein, du bist mir nicht böse, da« weiß ich ja. sagte sie schluchzend. ..Das ist e« nicht. Aber ich dachte an meinen Steuermann. Ich dachte, wenn er doch auch hier wäre. und rras er wohl gesagt haben würde." Wenn er hier wäre, würde er ebenso vergnügt sein, wie wir es sind." sagte Georg. 151? Politische Uebersicht. Laibach, 16. September. Die „Ind^pendance selge" meldet, es sei bezüglich der Entrevue zu Berlin beschlossen worden, daß die drei Reichskanzler oder ihre Agenten sich nicht ein, Mal über oie Alt, auf wclche sie von jenem Ereignisse Mt fllcium zu den Vertretern ihrer Souveräne >m Auslande sprechen würden, verständigen werden. Danach stünde also wcdcr ein Protokoll, noch eine Resolution, noch auch nur ein identisches oder nichtidcntisches Rund» schreiben in Aussicht. ..Pesli N^plo" beleuchtet die auswärtige 2 age der ü st erreicht ich-ungarischen Mon» archie, die heule eine bessere sei. als sie jemals war. Wahrend man noch vor fünf, Jahren von Oesterreich wie van emem „Cadaver" sprach, so bildet die Mo»' archie heute ein Glied dcS europäischen Triumvirats, Welches die frühere Plularchie abgelöst hat. Diese «rohen Erfolge seien auf die richtige innere und auswärtige Politik zurückzuführen. Der 67er Ausgleich insbesondere habe zu solchen Resultaten geführt, und man müsse die Vasts, auf welcher solche Erfolge errungen werden, für unantastbar erklären. Die ungarischen Vlätter beschäftigen sich noch fort Mit der Clubrede Ghyczys. „Naplo" verargt Ghyczy, daß er ln seinem Vortrage in jene verdächti» genden Oemempläht verfallen ist, welche die Mindest» begabten seiner Partli Tag für Tag breilschlagen. Er spreche von Corruption, ScroiliSmuS, Miswirthschaft u. s. w. gerade wie der erstbeste seiner Partei, obgleich von ihm ein gesünderes u«d weniger befangenes Urtb/il zu erwarten gestanden. Hie, auf übergeht ./)iaplo" auf die Nusen-.andcrseyuna.cn (Ähyczys bezüglich der ?lrm:e und weist nach, das Ghyczy das Mlliläruerhältnis Baierns zum Reich entschieden falsch aufgefaßt habe, baß Naiern keineswegs über ein solches Maß militari» scher Selbständigkeit vcifügt, wie Ohycch es sür Ungarn in Anspruch nchmen will. — Die Rcfo^l,parlei bereilct in Erwiderung dcr Th>onrlde einen separaten Ndreß» entwurf vor. in welchem die Eullurintcressm bcsondcrs betont werden sollen. Für den nächsten preußischen Landtag wird der königliche preußische Minister des Innern auch sechs Prov inz i alfonds.O e setzen twürse embiingen. Von anderen wichtigen Vorlagen wird die Vormund» schas lSor dn un g genannt, von welcher bereits vor Jahr und Tag ein im Ministerium gefertigter Entwurf gedruckt veröffentlicht ist. Nach diesem im allgemeinen vortrefflichen Entwürfe würde den Gerichten erster Instanz im iüczitl des allgemeinen Landrcchls eine große ilrbeilS» Mcngc abgenommen werden, so daß dann die Äuflösun,, der varzugS»vc>se mit Vormundschaft«», Nachlaß» und hypolhelcnsachen besäfü'glen zweittn Ndlhcilunnen unter Ablrennuna von Grundoucheämlern und Vcrmllidcrurig der Richlerstellen erfolgen löimle. — Die ..Sp:r>er'sche Zeitung" sa«t u. a.: ViSmarck sei lein Feind der la» lholischen Kirche, aber er wollte nicht, daß die ulttamo» lane Fraction den ReligionShader in d^S neue Reich«, yebäube verpfl>nze. Gctragen von dem Willen dcS Kai» sels und der großen Mehrheit dcs Volles wlrde er dieser verderblichen Vestrebung?n Herr werden. Der „N. Bad. ^andcsztg." wird aus Karlsruhe ^schrieben: ..Bon den neuesten Nachrichten, die in un> serer Residenz cursiercn und alle Welt lebhast beschäl» Ugen, kann ich ihnen da« Gerücht von einer bevorstehen» den großen Slaalsaclion millheilen. Dasselbe besagt nichts weniger, e,ls daß gelegentlich oder infolge dcr „Da« würbe er. er mag so gerne lustig sein. Er Wild an mich denken," sagte Eoa, ..und deshalb wurde Mir mit einem male so sondetbar zu Mulhe. Und ich habe doch nichts unrechtes gethan?" ..Nein." erwiederte Antonie. „Würdest du es !ür Uniecht hallen, wenn ich deinen Sleuerman!, tüßle?" »Ah pah." lachte Eva. ..Ihr glaubt r.icht. wie gut «r ist !" . Eua tröstete sich wieder. Aber während des gsnzen ""lg«'' Mends, während des für dicsc Räume lucuUi» chen -"taylts denn «s aali Kaipfen, und Olvrg halle s°^" lür Eh°mpagn«r n«,oryt - l°m ihr der felue Gellebte mcht aus dem Sinn Sie betrachtete den Stein des Ringes und ließ ih,' im Lichte funkeln. " " Wenn daS mein Wilhelm s.hc„ lg^nte dachte sie Ob der Stein mir wohl Glück briny, ? Vlau ist die Treue. Nenn ich ihn lctzl ansehe und «r sch.int blau. dann bringt er Glück. Sie mochte den Sleln drehen und wenden, er wollte llinen blauen Strahl «flectieren, gelb und roth kamen statt dessen zum Volschein. Wenn er nur lein Unglück brmgt. dachte Eoa und drehte den Slcin in das Innere der Hand. so daß der Ring nur wie ein schlichter schwarzer Rcif er-lchien. . Der Nb:nb verlief im übcigcn voll stille Glück» l'liglelt. und Georss verließ die Glücklichcn erst, ale ^ MillernachlSglocken feierlich den tlsten Fcstlag t,n. "UlltlN. (Fsrtsetzun, onen gegen den Voranschlag aus; di.se Ab» nähme wurde vorherrschen und ist das Resultat dcr vorausgegangenen Verprovianlierung so wie des schleich. Handels. Gegenwärtig sind d'ese Einnahmen wieder in raschem Steigen begriffen und werden dieselben mit Jahresschlüsse wahrscheinlich den Voranschlag erreichen. Einem pariser Telegramme deS „Daily Telegraph" zufolge haben an dcr spanischen Grenze neue Carl!» sten-Erhebungen stattgefunden. Die französische Regierung hat jede Vorsichtsmaßregel ergriffen, um alle Insurgenten, einschließlich Don Carlos selbst, zu arre» tleren. falls sie versuchen, in Frankreich eine Zuflucht«, stalle zu finden. Die „Times" melden: ..Prioatnachrichlen aus Rio de Janeiro zufolge sind die Differenzen mit den Argentinischen Staaten n, friedlicher Weise beglichen worden. Der Präsident Mitte wird einige Monate noch in Rio verbleiben, um die Details des Vertragest nach den fcstgcstelltm Grundzügen durchzuführen. Dlr Cougreß irr Mrnaliouale im Haaz hat beinahe ein tragikomisches Ende gefunden. Dicfer m'sliche Erfolg gibt den großen Blättern Bonbons, der Stadt, in welcher der Gencralrath der Association tagte, zu mancherlei spötlischen Vemer« lungen, aber auch zu dcr ernsten «uffassling Anlaß, daß die Schlußlalastrovhe eben eine solche gewesen, wie jcdcr unbefangme Beobachter sie erwarten konnte und , mußte. ' Die „LimeS" bemellt. daß nie ein schlagenderes Veispiel von den scdlimmen Folgen geliefert worden sei, welche nothwendig eintreten müssen, wenn der Schuster nicht bci seinem Leisten bleibt, als im oorlitsstliden Falle. Im ülnia. n findet da« lcilcndc Glatt in den Bor-gangen im Haag eincn sehr bcfriediaend.n Veweis für den gesunden Mtnschcno:rsll,nd „no das sittliche Gefühl der Arbeiter in ganz Europa, denen augenscheinlich >h>e , sclbsterwäylten Propheten doch nachgerade z>, unpraktisch , geworden scien. Kein Schlag, der bisher gegen die < „Internationale" ycführt worden, wäre verderbender und ! entscheidender in seinen verwirrenden Wirkungen als das stürmische nn5 unordentliche Schauspiel, mit welchem der (HcimaNaih einige Tage die gemüthliche Bevölkerung der holländischen Rcsidei'z halb t'hcitelt, halb angewidert habe. Soweit der ilUelnal>ona!e Arbeiterverein in Gc-liacht lom!"t, könne man sicherlich nichls besseres lh"n, als ihn seinem Schicksal überlassen und ihn dem Oe» ralrathe anheimzugcbln, dessen illiitglieder Frieden und Eintracht u»tcr den Nationen versprechen, dabei aber doch keine halbe Stunde in demselben Himmcr beisam» men sitzen können, ohne eitiandcr in die Haare zu gera« then. Der Oeneialrath, der sich im Haag versammelt», werde in seiner heuligen Gestalt niemals wieder zusam« menlreten. In einigermaßen anderem Tone sagt „Daily Nlws" ziemlich dasselbe üver die Gesellschaft, wenn sie bemerkt, der Congrcß, der die Gestimmun^ gehabl habe. die sl'eitbare Organisation des Arbeiterverbandes zu stärken, habe cincn von dics.m Zweck ganz verschiedenen susgang gehabt. Dici Tage habe er gebraucht, um sich zu coiistiluiercn, und zwci wciteie Tage um in die i'ufl zu fliegen. Die Gesellschaft sei lanye eine Beute innerer Unordnung gewesen und nunmehr habe sich eine bedcu-lend: Anzahl Mitglieder losgetrennt, um eme neue Ver» cinigung zu gründen, welche nur ein dauerndes Denk mal innerer Schwächt und Uneinigkeit darstellen würde. Die „Inlernalonale" habe leinen einzigen wirklichen VollSführer erzeugt und sie werde wahrscheinlich auch nicht den Geist gegenseitigen Vertrauens erzeugen, wclcker unter Umständen bedeutende Führer überflüssig mache. Von der constlvalivcn Seite der Presse etörtert der ..Standard" den Congreß und beschäftigt" sich dabei hauptsächlich mit dcr F.^age. was die Verlegung dcS Haupiquarlier« nach den Vereinigten Staaten wohl be» ceule. Daß die Führer des Verbandes dort einen aim. sligcren Voden süc ihre Bestrebungen finden dürften, glaubt das conservative Organ angesichts der bis jehl gemachten Eisahrungcn eben so wenig anmhmeli zu dürfen, «ls daß dort der Bundesschah in bessere Ver» fasfung gebracht werden lö.inte. »uch liege leine,lei Grund vor zu glauben, daß die amerikanische Demo» llalie ^usl h,ve. in Europa sür die Sache der socialen Republik zu Felde zu ziehen, und es bleibe schließlich nur der Gedanke lldria,, daß die Mdel«sührer zu der Ueberzeugung gekommen seien, daß ihr Plan. in Eu» ropa. namentlich aber in Frankreich. Krieg gegen die Gesellschaft zu führen, hoffnungslos sei. Wir können nur — so schließt der .Standard" seine Betrachtung — Karl Marx und seinen ausländi« sHen Gehilfen dafür dankbar sein, daß sie dem brilti-schcn Arbeiter die wahren Pläne der ..Internationale" enthüllt haben. i)iese Pläne brauchttn nur hinder dem Schleier des Geheimnisses, der sie barg, k:'voraezou.en zu werden, um allaemcin. bei uns wenigstens, v-rur» theilt zu werden. So lange es möglich war, daß sich die Arbe,ter an die Annahme klammerten, d>e „Internationale" sei eine Organisation, um die Arbeit zu vertreten, war es möglich, daß sich der Arbeiteroerband ,u einer mächtigen politischen Maschine entwickeln konnte. Allein von dem Augenblicke an, wo es klar ersichtlich wurde, daß die fremden Herren, der Rampf der ftan^ö» fischen Commune und dcr Auswurf der französischen Revolution, nur beabsichtigen, den Arbeiter als Heoel zu nebrauchcn, um a/wlsse kosmopolitische Theorien über Regierung zur Ausführung zu bringen, war das Stnck« sal der „Internationale" entschieden. Der Congr:ß im Haag hat weniqsteris daS «Hute aeleiftet, daß er diisen großartigen Humbug ab„elhan und die ^eere und Häßlichkeit des SchreckengespensteS aller Welt gezeigt hat, welches einzelne unserer liberalen Freunde benutzt haben, um das Voll einzuschüchtern." Ein sehr richtiges Urtheil über die Internationale sällt der ,Observer" : „Die Internationale," saat das Blatt, „ist eine Mysterie ohne ein Geheimnis. Sie hat nichts zu verbergen. Sie hat auch nicht viel zu thun. wie man aus dcr Thatsache ermessen kann, daß sie mit der Prüfung der Mandate eben so viel Zeit verbrachte, als ob sie eine französische Nationalversammlung wä,e. Die 62 Delegierten, die im Haag zusammenkamen, sind ohne Zweifel ein wenig ärgerlich kiber die Güte. die ihnen die holländische Regierung erwies, und wir sind nicht sicher, baß sie nicht froh sein würden, wenn sie von Seiten der drei Kaiser zum Gegenstand feindselige Aufmerksamkeit gemacht werden würden. Die Internationale braucht nur ein wenig Verfolgung, um die Arbeiterklasse Europa's wirklich in ihre Gewalt z>» bekommen. Ihre Fonds sind llein. Die Spaltungen in ihren Reihen sind ernstlicher Art. Aber die Regierungen Europas haben nur von den 62 Notiz ;u nehmen, und sie würde eine Macht in Europa werden." Mgesnemgkeiten. — Einem Telegramme der „Augsb. Mg. Zlq." aus Berlin zufolge soll Se. Majestät der K^ser Franz Joseph l. die Einladung des (5zaren zu einem baldigen Besuche iu St. Petersburg angenommen haben. Als Anhanq hiezu taucht in mehren deutschen Blättern das Geiücht auf, auch der Kaiser von Nußland habe seinen baldigen Vesuch in Wien, möglicherwelse noch ror Eröffnung der Wellausstellung, zugesagt. — (Militär-Tabak- und Brol-Ver» tauf.) Die „Corresponbenz Kulschera" meldet: ..Ml» tclst sa'mmllichen Truppenlürpern und Abtheilungen publl» cicrter Circularverordnung ift der Mimnschaft vom Feldwebel und Wachtmeister abwärts der Verlaus des ärallschen ^imito - Rauchiabals und de« Commisbrotcs an Ptllonen vom Civilstande bei einer Strafe der Chargendegradierung zum Gemeinen und ^insperruxg in den Dunlelariest strengstens verboten worden. — (Bon neuen Tllrlenlosen) wurden in Trieft 65.000 Slück gezeichnet. — (Gin großer Brand) lam am 10. d. in Ebensee bei Ischl zum Nusbruche, der binnen wenigen Stun» den, von dem herrschenden Mnde angefacht, circa 20 Häuser in Asche legle. Die Beschädigten muhten einige Nächle im Freien zubringen, da cS nicht mögKch war. sie alle unier Obdach zu klingen. I« Schaden beläust sich auf M'hlere hunderttausend Gulden, und war von den so arg Getroffenen auch nicht eiu Emziger llssecuriert. — (Nachdem Vorsichtsmaßregeln gegen die Cholera) dringend geboten sind, so erscheint es nothwendig, auch den an den Eisenbahnioulen gel^rnen und von Reisenden frequentierten B^hnhmen, i>an' platzen und holeis besondere Ausmellsamleit zuzuw ^ Die Directionen der'Elsenbahnen und der Dampfschiffahrt«» gescNschafl wurden aufgefordert, zu veranlassen, daß in den betreffenden Veilehlsstalionen und ^andung«pla'hen lojort mit der ausgiebigen Räumung und Reinigung und der darauf folgenden regelmäßig fortzusetzende Disinfection der Aborte, Kanäle. Stnlgruben ic. ,c. begonnen werde, sowie daß in den bezeichneten Gebäuden den faniläiepollzeillchen «nforderungen m höherem Grade als sonst Rechnung getra. gen werde. Bezüglich der Hotel« sind dieselben Pollehrungen zu treffen und die Durchführung dies« Maßregeln nnt größter Venauigleit zu Überwachen. — (Der Vesuv) soll, wie die „Llber^" meldet, demnächst viel schrecklicher auftreten, als bei den letzten Eruptionen. P.oscssor Palmier«, nxlchei deress Sympwme studiert, signalisiert ihn al« sehr unruhig. — (300 Frauen) haben sich in Petersburg um Zulassung zu den slir Frauen au« Medizin und Chirurgie eiöfsneten Kursen gemeldet. Da jedoch nur 70 Vewerde» rinnen zugelassen lverden lonnen so wlid bei °dcr Au»>oahl mit besonderer Umsicht und Strenge vorgegangen weiden müssen. l5!6 Locales. — (Divisionsbefehl.) Anläßlich des Scheiden« de« 46. Infanterieregiments Sachsen. Meiningen aus der 7. Truppendivision und »us dem Bereiche des Militär. Commandos zu Trieft (belanntlich tommt diese« Regiment statt de« nach Trient übersehten 79. Infanterieregiment« FML. Graf Huyn nach Laibach) hat der commandierende FMS. Weber nachstehenden Divisionsbefehl erlassen: Da« l. k. Infanterieregiment Herzog von Sachsen-Meiningen Nr. 46 scheidet nach beendeter Concentrierung aus dem Verbände der VII. Infanterie»Truppenlivision und aus dem Bereiche des Militärcommandos zu Trieft. Ich sage dem herin Oberst, den Herrn StabS' und Oberofsizieren, dann der gesammlen Mannschaft ein herzliches Lebewohl und spreche allen im Namen des Allerhöchsten Dienstes meinen Dank auS fllr gute Ordnung, musterhafte Dis' ciplin und strenge Mannszucht. Es waren die Verhält» nisse eben nicht günstig, unter welchen daS Regiment diese unerläßlichen, aber nicht immer leicht zu erfüllenden mili-»arischen Eigenschaften in so vorzuglicher Weise an den Tag legte; die Schwierigkeiten des sprachlichen Verkehres mit den Landesbewohnern, eine den innern Dienst wenig fördernde Unterkunft und ein die physischen Kräfte in hohem Grade anstrengendes Uebungsterrain beeinträchtigten weder den gulen, frischen Soldatengeist, noch die brave Ausführung, daher das Regiment sich stel«, unter allen Verhältnissen in jeder Beziehung tüchtig und brav ermies — was anzuetlennen und hiemit allgemein zu verlaut» baren mir zum wahren Vergnügen gereicht. — Adelsberg, dcn 11. September 1872. Weber ni. p., Feldmarschall. Lieutenant. — (Die Bant „Slovenija") in Laibach be» tritt am 20, d. M. den Kampfplatz der öffentlichen, finan< ziellen und national-ökonomischen Thätigkeit. In der Eigen, schaft als erste allgemeine Versicherungsbanl umfaßt ihre Action Versicherungen gegen Schäden von Transportgütern u»d Fechsungen, auf Lebensrenten, Escomptierung von Ncch> seln, Darlehen auf Papiere und Realitäten, endlich Vorschüsse auf bewegliche Güter. Für die Action im Ver-sicherungsgeschäfle liegt in Kram ein großes Feld vor; die Central« sammt Filialen werden hier vollauf zu thun haben. — (Die ,.Bierhalle G a ys e r") in der Peters-vorstadt zieht durch gute Qualität de» Schreiner'schen PiereS und gute Küche einen großen Kreis von Gästcn an; nur eines wäre dringend zu wünschen — schnellere Bedienung. — (Florentiner Quartett.) Allen Kunst, freunden theilen wir die angenehme Nachricht mit, daß wir Auesicht haben, das berühmte florentiner Quartett. von seinem Auftreten vor zwei Jahren noch im besten An» denken stehend, auch heuer wieder in Laibach zu hören. Die diesbezüglichen Unterhandlungen sehen ihrem Abflusse entgegen. Dle Künstler werden am 28. November d. I. in Laibach concertieren. — (Ertrunken.) Vorgestern ist ein Schneider« gefelle in der Nähe vom hl. Grab beim Baden in der ßalbach ertrunken. — (Ein Schadenfeuer) brach am 5. d. um 11 Uhr nachts aus einer bisher noch unbekannten Ursache in der der Freifrau von Rechbach eigenthümlich ungehörigen Mühle zn Aich aus, wodurch diese Mühle nebst einer dabei befindlichen Harpfe eingeäschert wurde. Die Mühle war gegen Feuerschaden um 1000 st. versichert. — (Aus dem Polizeiblatte für Krain.) Steckbrieflich verfolgt meiden: Anton Lekan au« Unlerschischla, Bezirk Umgebung Laibach. 22 Jahre alt, Soldat, Tlschler, wegen Diebstahlsverdacht und Desertion; Johann Euilsch aus Capo d'Istria, beziehungsweise Trieft, Soldat, wegen Desertion; Johann Pechani aus Neudegg, 30 Jahre alt, wegen Verbrechens der Crednspapier-Ver« sälschung; Martin Hnbar vulgo Mozina aus Stofie,ze, Gernemde hl. Kreuz, 28 Jahre alt, entwichener Sträfling; Union Moher aus Laibach, 18 Jahre alt, Bergarbeiter und Bäcker, wegen Effeclendiebstahl; Franz Smole vulgo Lukez auS Presla, Bezirk Tressen, 45 Jahre alt, wegen Diebstahl; Jakob Pangerc aus Tupalic, Vezirk Krainburg, 15 Jahre alt, wegen Diebstahl; Jakob Iersche, aus Stahouza, Bezirk Stein, 28 Jahre alt, Soldat, wegen Desertion; Michael Leuc aus Kerlina, 24 Jahre alt, Tischler, und Jakob Nndrejöic' aus Segojne, 38 Jahre alt, wegen Diebstahl. — Gestohlen wurden: 1. Dem Andreas Rebernig in Unterfernig, Beziil Krainburg, Speck, Schweinefleifch, Weiberstiefel. Schuhe, Tüchel, u. s. w. 2. der Maria Holschevar in Razderlu bei St Marein, Bezirk Laibach, 30 fl. Silbergeld, 5 silberne Fingellinge, seidene Tücher u. s. w.; 3. dem Johann AmbroZ in Viniverh aus dem Weinkeller 3 Eimer Wein; 4. der Maria Üebasek ! in Moöe, Bezirk Krainburg, 1 Kuh; 5. der Maria Ieller in Kopriunil, Bezirk Radmannsdorf, eine Barschaft von 17 fl. 80 kr. in Banknoten ; 6. bei der Kirche St. Mar. gareth nächst Planina eine zwei Centner fchwere Glocke; 7. der Maria Iereb in Zaplane, Bezirk Oberlaibach. eine rölhliche Kuh; 8. dem Michael Zupanc^c in Kroisenbach, Bezirk Nasfenfuß, ein Pferdegeschirre; 9. der Maria Vricelj in Unterhruschza 30 Slück Weißwäsche im Werthe von 75 fl. 9 kr. Neueste Post. (Triainal-Telearamme der „Laibacher Ieitun«.") Pest, «tt. September. Mittags fand die Gröffnunssösihunn der NeichsrathSdelegativn statt. Hopfen wurde zum Präsidenten sse« wählt; er drückt in der Antrittsrede seine Befriedigung über den sseistigen und mate. rieUen Aufschwung der Monarchie seit Be» stehen der Delegationen auS; und er hofft, daft auch die staatsrechtlichen Wirren auf dem Ver> fassungsbodcn endliche Lösung finden werden. (3r fährt fort, daß nach auften die Monarchie wieder ihren gebührenden Standpunkt ein» nimmt. Die Vrgegnung des Kaisers mlt den Herrschern Deutschlands und NußlandS gibt uns neuerdings Gewähr für die friedliche Ge«! staltung der nächsten Jahre. Ncdner mahnt die Delegation, an den Sparsamkeitsgründe sätzen unbeschadet der V.rücksichtignng des VrfordernlsseS für die VteichSwehrkraft festzn»! halten; er fordert schliesslich auf. dem Gefühle ^ loyaler Anhänglichkeit an das Kaiserhaus durch ein begeistertes Hoch an den Kaiser Ausdruck zu geben. (Das Haus bringt ein dreimaliges begeistertes Hoch aus.) Zum Vicepräfidenten wurde Graf Aaltenhann ge. wählt. Graf Andrafiy theilt mit, der Kaiser werde die Delegation morgen um ein Uhr empfangen, und legt den Staatsvoranschlag der gemeinsamen Ministerien vor. Abends gleichfalls Sltzung. Die ungarische Delega« tion wählte den Grafen Vtajlath z»»m Präsi« deuten. Vela Perczel zum Vicepräsidenten. Im Unterhause wurden Adreß« und Unter» richts-Ausschnß gewählt. Roveredo, RN. September. Gcstern wurde die Seidenbau Ausstellung, heute der Seideubaucongres? in Anwesenheit des Herrn Ackerbauministers feierlich eröffnet. Der Oon-greß ist stark besucht. Ueber »NO Theil» nehmer, meist Scidenzucht-Koryphäen. Des Ministers Anwesenheit macht den günstiasten <3lndruck und wird bereits allseitig belobt. Die Stadt ist beflaggt. de.S Abends beleuchtet und gefüllt mit Mcnschenwogen. Der Gefertigte wurde bei der Audienz wohlwollend empfangen. Der Delegierte des ersten krainischen Seidenbauvereins zu Mottling: Pohlin. Telegraphischer Nechselcur« vom 16. September. Papier - Reute 60. — Silber-Rente 70.85. — 18«0er 3>tll°t«-Aulehen 104.75». — Vanl-Actien «79. — Credit Act!« 336 70. - London 10880. — Sill,,r 107,90. - K. l Mun,-Du-cate« 5.24. - Na»'l>ll>n'«d'<,r 8.?0'„ Handel und Wolkswirthschastlickes. Auf den 15. Oltober d. I. ist die General-Versamm» lung der Theilnehmer der l. l. prio. wechselseitigen Brand» schaden.Versicherungsanstalt für Sleiermarl, Kärnten und Krain nach (^raz einberufen. Das in dem Inferatemheil unseres Blattes veroffent» lichte Programm enlhält unlcr andern auch die „Äesckluß« fafsung Über das Statut fllr die zu errichtende Modilar» Versichcrungßabcheilung" und liefert den Beweis von dem eifrigen Vorwärtsschreiten der im Monale Juli d. I. erst eingesetzten neuen Central-Verwallung aus der Bahn zeit-5 gemäßer Nesormen. ! Nachdem sich die Theilnahme auch seitens unserer Land- btvöllerung der l. l. priv. wechselseiligen Brandschaden Ver» , sicherungsanstalt fUr Steiermarl, Kärnten und Krain täglich mehr und mehr zuwendet, fo erachten wir es für angemessen, , unseren Lesern des besseren Verständnisses wegen Über dieses j schon seil 43 Jahren bestehende vaterländische Institut näheres anzudeuten. Diese auf Gegenseitigkeit ihrer Theilnehmer beruhende , Anstalt dient lediglich gemeinnützigen Interessen. Die Central» , Verwaltung, aus und von den Versicherten selbst gewählt und durch die General-Versammlung beaufsichtigt, legt alljährlich öffentlich Rechenschaft liber ihre Thäligseil ab. AUe ' gemachten wirtlichen Ersparnisse und Überschüsse werden ! den Theilnehmern rUckerstattet oder fließen in den Reserve-fond, der ebenfalls Eigenthum der Theilnehmer ist und ge» !genwä'llig die namhafte Summe von 700.000 fl. Ubcrschreittt. > Vornehmlich durch ihre Sicherheit und durch die iiußclst , coulante Gebahrung erwarb sich die l. t. priv. wechselseitige ^ Brandschaden - Versicherungsanstalt stir Sleiermarl, Kärnten ! und Krain das Vertrauen, welches ihr in so hohem Grade zu Theil wird, daß sie jetzt in diesen drei Lantern mehr ! als 65.000 Theilmhmer mit einem versicherten ssapilüe von mehr als 80 Millionen Gulden zählt, und wir lonncn nicht umhin, die Aufmerlsamleit des versichernden Pndli« lums auf diese Anstalt mit um so gtößcrcr Beruhigung zu lenten , als die solide Orschäfis« Gcdahrung dersellxn ohnehin allgemein die vollste Anerkennung sindet. Angekommene fremde. Am 15. September. «««»«'»,,«,. Scrnlia, Professor, Sillich. — Valeniii. Samsa, *A. Schuidelschilsch, Handels!!., »>>d F, Schnideischilsch, Ve-slhs»'. III. Fnflnz. - Bciida, Zissler. erste»,' Odercoulrolor des ^anpt-ZaNllllites; i!ahn, Vahnins^eclor; Dr. Cormlli init ssn« milie, niid Riller l>oii Moipuiga. Triesl, - Nabcrguj, 71b.-sseoronelcr, Valenlic nnd Oorjllp, Ploscl. — L>'Nssl>sl, Kans»,,, .ttaiiischa. — Schnadl nut Familie, l'eol'e». - E!e«. Pürnt, ^iiime — Dollen^ Temnic. -- Änlonclli, ^üsseiiie»!-, imd Iellovschsg, St. Peler. — Gras Ntlrm« und Baron Rnschlil), ^'»stlhal. — Slübic. Gcneral-Nrpläscnlanl, Gra;. — Dr. liro-bcnh niil Familie, Wien. »»»«»»< 55»«»»,. ssoprivs, Sagor. - Groß. Graz, — Tr. Spll^llpan. Wippach. — Ganter, Ingellienc, Wien. «>«»«^> «5»^«,»». Pajl, Marburss. — Dr. Pomc, Graz. — iUaroü. Kcniischa. — Kroner, Finme. - Dr. Zal n>,d Ko^ vaiii, Onrlfcld. — Sautxer, hehrer, Wolftberg. — Pedro!?-Polo mit Frau, Korsu. ^toleoroloalscha.Neolillchlllllqeil in L,illi«lch. , «ll Mq. ?.^l<» -»-12« wlnostlll" Diebel n;,< 2 „ N ! 731,45 j23« wind'üii haluheiter 0«', jl0„ Ab.! 733,8 >1«.^ wlüdstlll ga„, blw. ! Morgennebel, vormiltal,« heiter, abends niüehinende Vewiil> k»»g, intensives Nbendrolh, nacht« Re^e», Di« Tagesmillel der Wärme -^ l8 3". um 4 4' libcr dem Normale. Veraiüwnrllicher N^daslmr: Iqna, n. ss l e» n m n U r. '^«il'll'N^l'sis^^ Wie», l4. September. Die empfindliche Vertheuerung des Gelde«, namenllich fiir schwächere Hände, halle ein noch durch die Ereculionen seilen« der VörsencomploirS ^llllllUl'lNU)!. uersicllltes Ansgebot zur Folge, wodurch die Efscctencnrse sehr benächllich heradgebrlickt wurden. Gegen Schlnß der Mitlagsbürse trat t,nc llcine Erholung e,n. Dcviss» tlwaö rüÄgäugig. H. Al!«em»!n» «ta«t«schuld. 8ur 100 fi. E>»ld Waui, suih'illicht Ttnatsschuld zu 5 p«t.: in 9i?ten verzins! Mai-Äiovcmber ßb90 6640 . „ « Febrnllr-Nußusi KÜVO K610 «ö'lber M Iänner-Iul» 70.60 70.70 " ^ Nprll-October . 70 «0 70.70 L°s< o"I 1839......»46.- 347.- ° 7 1654 (4 °/o) I» 250 fl. 94 50 95- 1860 M 500 fi. . .103,60 103.80 I ' 1860 u 100 fi. . 124.-125.- ^ " 1864 zu 100 fi. . .143-144- «l»ale.D°mänen-Pfandbrieft zu 120 fl. ü W. in Silber . . Ho— 116.50 «. «rn»d Wll°r, vvwe« .... zu bp«t 9675 97.25 V.Uznu .... ^5^ 7975 H0 25 «itder-Oefitrreich. . ,5^ «4 — 95.-0b,r.Otsltrre,ch.. . .0^ 93.50 94^-O'«5tubUt,m . . . ^b^ 7925 7975 Gl!>crm<»lf . , 5 « V1 50 92 50 Ungarn .... „5 „ hl.75 82.25 O. Andere öffentliche Anlehen DoliaurcgulnunMose zu 5 pr.«»« 10b.- 105.50 Wiener «lommunalaulehen, rück- Veld V«a« zahlbar 5 p«t. für 100 st. . . 84 — 84 25 ». Ncti?» »o» Gaufiuftituten. «eld lvoare An«I°- 140. - 141,— Depositenbank......—.— - .— 215,- Mudolfa-Vllhn...... 17750 178,50 Siebenburger Vahn . . . 181,50 182 50 Klaat«bahn...... 331 - 332 Slldbahn........ 211 70 211 70 Snl».n2rdb, Verbind. Nahn , . 179.50 «80 — Theiß-Vahn....... 255— 257.— Ungarische NardoNbahn . . . 165— 16«.-- Ungarische Oslbahn .... l32.50 183 — tramway........ 333.50 334.- M. Vfandbrlefe (fUr 100 fl.) Mg. iift Vllb.n-.in33I.rüllz.z>l5p.nft. zu 5'/. P«t. 88 60 88 90 V. PrloritätöobllaatiVnen. Nssf> Waare Hlls.-Wtftb, in T. verz. (I. Tmiss.) 92 30 92 60 Herdinllnbs-Nordb, in Gilb oerz. »01.25 102,— lranz-Iosephg.Vihn .... 1l»0 15 100 30 5.t«l.z.'ud».V.l.V.o:rl.!,»iU. 102— 10^50 Vtsttn N,rd»lfttz«tzu . . V9.70 99 90 O,l^ Waare siebend. Nahn 5>00Fr. „l. Em. —. - —.^ sttdb. G. 3". 0 5s)0 ssrc. pr. StOcl 112 75 l 1 .'l i<5 2ubb.-G.i>200fi.z. 5«„fllr100fl. 94,- 94 20 sUdb.-Von« 6".. (18?l>. 74) » 500 Frcs pr. GtUck . .-------—.— 'Ing. Ostbahn für 100 fi, . . 7980 «0-^ ». Privatlost Hamburg, für 100 Viarl Vanc« 80 — 80 10 London, für 10 Pfuub Kt«ling 108.70 108 80 Par,», für 100 Franc« . . . ^^2l) 42 2.) <)sl^, Wo>,n'» «. Viün,-Du«.«. - »st 24i'r. 5«. ?5j'r. >/lap°le°u!ld'°r » - ° " ^" " ? " '." " Preuß. HassenschtMt l „ ^ . 1 , t>2^ ^ Vildtl - - 107 « 7.) „ 108 , — » Krainllche Hruudeutlastuug« » Oblizaliontn, Pri»