Pr»i»strM«d»r,. Sin Monat . 40 tt. Bier/eljahrig 1 si. 20 „ Halbjährig 2 „ 40 „ Ganzjährig 4 „ 80 „ Mit Postverstndaili. Korrespondent für Ein Monat 50 fr. Vierteljährig 1 „ ü0 „ Halbjährig . 3 „ — „ Ganzjährig. K „ — „ Hlnterjieiermark. Illsttti« Die vi« tene Dmc einmaliger! mit 5, bei mit 8, bei drewmli^ mit 10 ^uzem te-rechnet. Erscheint jeden Sonntag und Donnerstag in je Einem halben Bogen (die Beilagen ungerechnet). Donnerstag de« t?. A^h»ril t8«S Graz. vr a- 14. April. Hatte der erste Vortrag des Professors I)r. Wagl durch Ueberfülle deS Stoffes gelitten, so drängte sich in der Zweiten des vr. Tewes, eines der vier Lehrer des römischen Rechtes an unserer in anderen Zweigen der Rechts-gelehrsamkeit minder starkbesetzten Hochschule, gleich-falls ein solcher Reichthum von Thatsachen und Anschannngen zusammen, daß der Vortragende sowohl als das Auditorium alle Aufmerksamkeit anstrengen mußten, um — wenn auch im Fluge darüber hinwegzukommen. Der erste Theil des Vortrages, der sich mit den durch die Entdek-knng Amerika s herbeigefülirten Aenderungen im Klima, in der Flora nnd Fauna u. .s. w. beschäftigte, brachte viele auch fiir ein vielbelesenes Pn-blikum neue Details; der zweite mehr universalgeschichtliche bot an Thatsachen fast nur allgemein Bekanntes, dagegen manche neue und originale Idee. Schade nur, daß der Eifer für sein Thema den Bortragenden weit über sein Ziel hinausführte und den bekannten Erfolg des Zuvielbeweisen-wollens theilte. Die Diktion litt an zu großem Reichthnm von Bildern und Blumen und offenbar vergaß Dr. Tewes, vor wem er doeirte, als er von gewissen Krankheiten mehr als andeutungsweise sprach. Im Ganzen erprobte sich vr. Te-wls als ein Mann von Geist und vielem Wissen, so daß wir uns nur freuen können, unsere geistig-thätigen Kreise durch ihn verstärkt zu sehen. Ihm folgte am dritten Abende Profeffor Joh. Weiß über absolute und konstitutionelle Monarchie. Unstreitig erwarb sich der-selbe um die richtige Feststellung so ziemlich all-gemein irrig aufgefaßter Begriffe ein tvesentliches Verdienst; aber die Art, den Stoff zu behandeln, erinnerte zu sehr an den Katheder, an den vor-märzlich österreichischen Formalismus, durch Defi-nitionen, Distinktionen, Schemas u. s. w. begreiflich zu machen, was sich aus dem inneren Wesen und Leben des Staates und der Menschen heraus organisch entwickeln muß. Wenn bei anderen Vorträgen der ästhetischen Form zu viel geopfert wurde, so trat hier das Gegentheil ein, das utile miseere cinlei war bei Seite gelassen. Doch das sind NM Ende Nebensachen; eine andere Frage ist die, ob ein Konstitutionalismus, wie ihn Profeffor Weiß lehrte, in vielen Punkten noch als ein solcher in den Augen der staatsrechtlichen Autoritäten gelten dürfte, worüber die Meinungen gewiß sehr getheilt sein werden. Das Thema war an sich eines der dankliarsten und iltteressan- testen, aber es hätte weniger systematisch und sche-matisch behandelt werden müffen. Konnte man sich bei diesem Vortrage im Lehrsaale glauben, so sah man sich bei jenem des Professors Zepharovich über den Diamanten wieder im Salon. Der in seinem Fache bekanntlich sehr tüchtige, noch junge Professor trug mit der ettvas vornelimen Leichtigkeit eines Mannes vor, der mit dem in guten Gesellschaften herrschenden Tone vertraut ist, ohne daß der Gehalt seiner Mittheilungen darunter litt. Cr hatte füglich vor den anderen Bortragenden den großen Bortl)eil, daß sein Thema ein derart begrenztes war, daß eS sich im Räume einer Stunde, ohne bloß beim Allgemeinen zu bleiben, bewältigen ließ, und insofern bei ihm der Zweck des Vortrages am vollständigsten erreicht wurde, steht derselbe in der Reihe der bis jetzt gehörten oben an; auch gelang es ihm am besten die richtige Mitte zwischen Belehrung und Unterhaltung zu finden.* Es diuste darin die Andeutung liegen, wie man für einzelne Borträge, die auf die kurze Zeit einer Stunde berechnet sein müssen, weniger allgemeine Themata als vielmehr ganz spezielle und begrenzte Gegen-stände wählen soll. Es liegt ja zudem in der Natur der Letzteren, daß man bei ihnen mehr nur dem Fachmanne bekannte Details bieten kann, die mitunter hochinteressant sind, während man bei den Ersteretl zu sehr auf bereits jedem Gebildeten Bekanntes angewiesen bleibt. Professor Zepharo-vich hat somit jedenfalls das Verdienst, die passendste Wahl getroffen zu liaben und seiner Auf-gäbe am vollständigsten gerecht geworden zu sein. Ein gleichfalls in der gegönnten Zeit zu bewältigendes Thema hat sich Prosessor Karajan, der über den Roman der alten Griechen las, gewählt. Auch er konnte vorzngsweise Neues seinem Auditorium bieten, denn es ist dieser Zweig der griechischen Literatur selbst sonst mit den alten Klassikern Vertrauten nicht gänzlich bekannt. Die Aufgabe, diesem Stoffe ein lebendigeres Interesse abzugewinnen, ohne der wissenschaftlichen Gründlichkeit zu entsagen, ist jedoch eine viel zu schwierige, um vor einem, gelehrten Fragen derart fern-stehenden Publiklim damit glänzend zu reussiren. Die Kritik über jene griechischen Romane mag noch so scharfsinnig und geistvoll sein, — wer die beurtheilten Werke selbst nicht kennt, für den verliert sie nothwendig an Interesse. Cr hört Namen, die ihm verfliegen. Zu einer Schilderung griechischer Sittenzustände aus diesen Romanen eignen sich, wie jeder Kenner jener sehr lockeren Literatur begreifen lvird, dieselben nicht. Karajans Vortrag war übrigens ebenso geistvoll als gelehrt; aber er gehört nnter diejenigen, welche sich besser lesen als hören lassen. — Es erübrigt nur noch die letzte Vorlesung über die Krankenpflege, um den Cyelus beendet zu sehen. Im Ganzen darf man mit dem Erfolge zufrieden sein; Fehlgriffe werden sich in der Folge vermeiden lassen und so wünschen lvir dem Unternehmen den gedeihlichsten Fort-gang nnd erkennen dankend das Verdienst der gelehrten Herren, sich für die Bildung in weiteren Kreisen bemülit zu haben. Laibach. X.13. April. (Landwirthschaftliches. SteirischeundkrainischeWeine. DerMorast. Neue Brücke. Neues slovenisches Wochen-blatt. öitavvio». Theater. Direktor Stelzer und der SchneiderAgrieola. Sallmayer. DieGrafen von Cilli,Drama von L. Germo-ni g.) Im nächsten Monat wird hier die allgemeine Versammlung der landwirthschaftlichen Gesellschaft abgehalten lverden. DaS Programm ist noch nicht bekannt, doch erwartet man, daß energische Anregungen und tüchtige Reformen zur Sprache kom-men werden, denn die agrikolen Zustände sind hier zu Lande keineswegs erfreulich. Sehr Vieles ist hier noch im primitiven Zustande und von einer rationellen Bewirthschaftnng des Bodens zeigen sich geringe Spuren, denn die Zahl hervor-ragender und intelligenter Oekonomen ist in Krain sehr klein. Die Mel)rzahl der Landwirthe leidet überdies an den nöthigen Geldmitteln; auch sind die Gelder der Sparkassa, die von einem alten sehr sparsamen Priester verwaltet lverden, unerreich-bar. Der allgemein drückende Zustand isolirt die Menschen und entfernt sie immer mehr von theil-nahmsvoller Gegenseitigkeit. Namentlich ist der Weinbau noch im Urzustände, denn während die benachbarten steiermärkischen Weine überall ein gesuchter Handelsartikel sind, dringen die kraini-schen Weine nicht über die Landesgrenze hinaus. Bei dem hiesigen Futterreichthum sollte man den-ken, daß es mit der Viehzucht besser stände. Auch diese läßt viel zu wünschen übrig, und die Einführung von Zuchtstieren wird neuerlich beantragt werden. Die Schlnßarbeiten zur völligen Entsumpfung des Laibacher Moores werden über kurz beendet sein. Der Gruber'sche Kanal wird um 6 Schuh vertieft, um ein stärkeres Wassergefälle zu erzielen. Die schöne gemauerte Karlstätter Brücke mußte leider at?getragen werden, und es wird an deren Stelle eine neue mit entsprechend tieferem Grund-Kw aufgeführt. Der bekannte slovenische Volksdichter Mi-HslM^ ist von Senoseö nach Laibach über« und wird ein politisches Wochenblatt für "Goveneu, genannt „Mproj" (der Fortschritt) herausgeben, wozu er um die bel)ördliche Lon-cession angesucht l)at. Die (Zitavinoa, die gegenwärtig ihre Lokalitaten im Hotel Elefant hat, wird im nächsten Herbste in das ehemals Rudolf -sche, nun Souvan'sche Haus übersiedeln. In der letzten Zeit war das landschaftliche Theater dem Zerfall nahe; man wußte nicht, wer Koch oder Kellner sei, denn der Direktor Stelzer besand sich mit einem Theil der Gesellschaft in Cilli, und es verbreitete sich plötzlich das Gerücht, er gedenke wegen bedeutender Gagcnrückstände nicht lvieder zu kommen. Das Gerücht konnte kaum herumkolportirt werden, als Stelzer plötzlich wieder in Laibach ankam. Da er auch einem Schneider, Namens Agricola, eine größere Geldsumme schuldet, so extemporirte er als „politischer Schuster'^ die Knittelverse: „Und siel)e, Stcher ist wieder da — was sagte sonst Agrikola?" Stür-Mischer Beifall der Gallerten. Am 12. d. M. wurden die Theater Vorstellungen der Saison mit Offenbach's „Orpheus in der Unterwelt" geschlossen. Stelzer begibt sich sodann nach Triest, wo er die deutsche Theater-Saison eröffnen wird. Inder letzten Sitzung des Laudesausschusses ist als kilnf-tiger Theater'?irektor für Laibach Herrmann Sall-mayer, der vor zwei Jahren auch die Btarburger Bühne leitete, gewählt worden. Schließlich erwähne ich noch einer hiesigen Novität inl Theater, die für Steiermark besonders Interesse hat. Cs wurde in den letzten Tagen hier eine neue Bearbeitung der „Grafen von Cilli" Eine Erinnerung an Rom. vr. 8.- ?,u den großartigsten Rninen des alten Rom gehört das von den Flaviern erbaute Colosseum. Die Außenseite desselben ist im erstell Stocklverke mit dorischen, im zweiten niit jonischeli uud im dritten lnit korinthischen Säulen gejchmilckt. Urspri^nglich lvar das riesige Gebäude wie liekannt ein Schauspielhaus, in welchen! Thierkänlpse stattfanden. Später warell den entsittlichten Römern die Lölven- und Zigerhetzen nicht piüult geuug und sie ließen arule Aechtersklaven zu ihrer Unterhaltung auf Leben ilnd Tod mit einander kämpfen. Das Todesstöhnen der überwundenen Gladiatoren lvar das Zeichen zum drölMenden Veifall, in welchen die 90,000 Zllschauer ausbrachen, die das Haus faßte. Auch dieses blutige, von eutseylicher Roliljeit ^eugeilde Schauspiel verlor mit der^ Zeit seine Anziehungskraft ulld die genußmi'ldell Iniveratoreu ließen, ulu envas Abwechslung in die Vtonotonie ihres Lebens zu bringen uud unl sich die Gunst des unterhaltungssüchtigen Volkes zu verdietlen, die Arena durch Gräbeu. welche noch jetzt lvasser-gefüllt sind, in einen See umwandeln, auf lvel-chem zwischen stark bemannten Schiffell Gefechte ausgeführt wurden. Je mehr Fechter bei diesen Nanmachien fielen, desto vergnügter und befriedigter lvar die Zuschauerlnellge. Diese lilieb ebenso lvle die blasirten Imperatoren uugerührt, lveun ihnen die denl ^ode geiveihten Sklaven die erschüt terndeu Worte: ^nwrituri tv Lulut^nt!" ^Sterbende grüßen dich) zuriesen. Mit der Zeit verloren auch die Seegefechte ilsre kurzlvetleude Kraft für siaiser uud Volk. Beid/ selintul nch nach einein neuen Wecksel in dargestellt, welche eine große Wirkung erzielte. Der Verfasser ist L. Germonig, der schon vor zwei Jahren durch sein vaterländisches Schauspiel „Die Weiber von Beldes" (Musik von dem re-nommirten Componisten Alf. Khom in Graz) einen seltenen Erfolg errang. Die Kalchberg'sche Bearbeitung der Grafen von Cilli ist dem Heu-tigen Geschmacke ganz entfremdet; es waltet darin zu sehr das Ritterkomödienhaste vor, während im Drama Germonig's das Ritterwesen in den Aether der reinen Menschlichkeit getaucht erscheint. Die neue Dekoration: das Schloß Obereilli mit der Fernsicht der befestigten Stadt Cilli und der Sannbrücke im Mondlicht vom Historien-Maler Johann Wolf war von zauberischer Wirkung. Das Stück dürfte in der kommenden Saison auch in Marburg gegeben werden. Cilli. 13. April. Die Frage der Stadtbelench-tung geht nunmehr einer raschen Erledigung ent-gegen, nachdem unser Bürgermeister Herr Maz' Stepischnegg diesen Gegenstand persönlich in die Hand genommen hatte. Wie mau mich versichert, soll vor 8 Jahren eine (Kommission aä doe ernannt worden sein, lvelche sich mit dem Studium dieser brennenden Nachtfrage beschäftigen sollte. Wie gründlich und umfassend diese Studie» ge-lveseu sein müssen, geht aus den: Umstände hervor, daß die Kommission mit der Lösung ihrer Frage nicht fertig gelvorden ift uud daß über diese Studien die Zeit zur Tagesordnuug überging. Wenn wir oben sagten, daß unser Herr Bürgermeister die Frage „in die Hand nahm'', so ist dies buchstäblich zu verstehen. Derselbe ließ sich nämlich die Mühe nicht verdrießen, um den Znstand der Straßen-Laternen eigenhändig zu ulltersuchen und Proben den blutigeu Schauspieleu uud es kaln sehr gelegen, daß sich die Christen, welche man damals in Rom für.^ietzer hielt, trefflich zum Hinschlachten in der Arena eigneten. . Die Kaiser ließen die glaubenstreuen Anlian-ger Christi schaarenlvelse nlit ausgehuilgerteu Bestieu ringen, lvelche die Proconsnln Numidieus und Mauretauiells nach Ronl zil liefern hatten. Der sanfte Drosselgesang, lvelcher jeyt von den Gebüschen auf deul alten Gemäller herabtönt, erinnert an die Psalmen, welche die gesinnllngsfesteu Christen lvährend ihres '^lampfes mit lvilden Thieren ge-suugen, -- die blendeitde Beleuchtullg der Abendsonne, die ich oft auf den Zinnen des Colosseilms bewundert, an die entsetzlichen Fackeln, lvelche nach Beendigung der Festspiele zur Belustiguug des brutale« Volkes angezündet wurden und die aus Pech, Werg und Christenleibern bestände«. Jetzt lvohnt Friede in der riesigen Theaterruine. Die mit Christenblnt reichgeträlttte Arena lvird gegenlvärtig als Andachtsstätte benützt und fürwahr, kein Ort ist hiezn besser geeignet als eben sie. Inmitten derselben steht ein Kreuz, lvel-ches von vierzehn Passionskapellen umgeben ist. Jeden Freitag versammeln sich vor denstlben die Mitglieder einer frommen Bruderschaft. Eigen-thümlich ist deren Tracht. Sie tragen n^llich graue Talare und Gesichtsmasken, um nicht erkannt zu werden. Heute am grimen Donnerstage werden sich in der klassischen Pasnousstätte lvohl viele Besucher eiusinden und il?ren Geil't in ernsten Betrachtungen sammeln. Oft wurde meine Aufnlerksamkeit vou den lvilden Tanben und Drosseln gefesselt,^lvelche in den Vtauerlücken des Flavianischen Schauspiel-liauses lvie Bürger eiuer glückliclicu Republik über das neu einzuführende Solaröl anzustellen. In der letzten AnSschußsitzung vom 6. d. M. re-ferirte nun der Herr Bürgermeister über das Resultat dieser Proben, welche für die Beleuchtung mit Solaröl günstig ausgefallen sind. Man verbraucht weniger als vom gewöhnlichen Brennöl und erzielt somit ein ansehnliches Ersparniß. Anch die mehr zweckmäßige Bercheilung der Straßenlaternen, welche bisher nach höchst eigenthümlichen Grundsätzen vertheilt »varen, haben wir dem Herrn Bürgermeister zu danken. Nachdem also die Be-leuchtungsangelegenheit geordnet ist, dürfte es nach-stens über s Pflaster, beziehungsweise über's Trot« toir gehen; — doch wir wollen den Thatsachen nicht vorgreifen. Anch die Erhaltnng der neuen Banmpflan-zungen auf der sogenannten Sanninsel, welche bisher im Flugsande nicht recht prosperiren wollte, ist ein Gegenstand eommunaler Fürsorge geworden und wird jetzt fruchtbare Hnmuserde den jungen Bäumchen zugeführt. Obwohl der Herr Bürger-Meister zu diesem Zwecke Pferde und Wagen durch einige Zeit uueigennützig liergab, so dürfte die An-läge doch eine ziemlicl) kostspielige werden. -^.(Fortsetzung der vor dem k. k. KreiS-gerichte Cilli am 18. Jänner 1862 gegen Johann G. wegen Verbrechens des Raubmordes und der Verlänmdnng und gegen Gertraud A. lvegen Verbrechens der Theil-nehmung am Raube abgeführten Schlnß-Verhandlung.) Johann G. gab lveiter an, er habe die Reisetasche des Pohly genonlmen, sich dnrch den Via-dnkt auf die andere Seite der Bahn begeben, sich unter der Searpe neben dem Teiche niedergesetzt und die Reisetasche geöffnet, worin sich Wäsche, znsammenleben. Znweilen wollte es mich bedünken, daß die frohgelaunten Sänger, die meist bei sinkender Sonne il)re Nlusikalischeu Kränzchen zum Besteu gabeu, zufriedener nnd glücklicher seien als viele Menschen, welche ebenfalls für die eigene und ihrer Familien physische Cristenz sorgen, ol)ne übrigens dieses Ziel immer so knmmerlos zu errei-cheu, wie jeue sreien, heiteren Gesangsbündler. Ich dachte bei den Abendliedern der befiederten Bewohner des ColosscllMs daran, daß der Haß, der Neid, die Schade«freude uud Rachgier den« doch in» Leben mehr Anhänger finden, als die Liebe, die Freude am Bessersein des Nächsten, als die frohe Theilnahme anl Glück desselben und die Lust zum Verzeiheu. Wie viele Leute ljasseu und verläumden, in den weitsaltigeu Mautel der Selbstsucht gehüllt, einen Jeden, an dem sie etwas zu beneiden haben; — lvie viele sind aus itbergroßer Rücksicht sür das liebe, gehätschelte Ich bald hoch- und bald demüthig; — wie viele erklären denjenigen sür ihre» Feiud oder wenigstens für ein persides Menschenexemplar, der da lvagt, selbststandig zu denken und seine Gedanken mit mannhastem Offenmuth auszusprechen. Wie vieler Leute Leben ist nichts anderes, als elne eitle Selbstbespiegeluug, als eine sortgesetzte, dnrch gei-stige Beschränktheit unterstützte Selbsttänschilng, als ein unausgesetztes Qnälen anderer Menschen. Wie gesagt, die Annahme schien mir ziemlich berechtigt, daß die im Colossenm lvobnenden Tanben viel zusriedener und glücklicher lebeu. als viele, sehr viele Menschen. Unweit der Ruinen des Flavianischen Theaters erheben sich die bedeutenden Trümmer eines Venustempels nlit kassetirten Wölbuugeu. l^iust durchbogen diele Räume zilr Ehre der Minne- Stiefletten und andere Kleinigkeiten befanden. Er habe jetzt sein Hemd und Hose ausgezogen und sich von dem Geraubten ein Hemd, eine Hose und Stiefletten angezogen; sein eigenes Hemd und Hose gab er in die Reisetasche des Ermordeten und warf diese in den dortigen Sumpf, »veil er dachte, daß sie zu stark blutig sind. B^it den übri-gen Effekten habe er sich hierauf zu seinen Eltern in das Wächterhaus Nr. 184'/, begeben, wo er seine Mutter und Schwester Juliana bereits schla-fend fand. Der Stiefvater Gregor A. sei beim Signal gewesen, bald aber auch mit einer Laterne in das Wächterhaus gekommen und da habe die Mutter bemerkt, daß er — Johann G. — im Gesichte blutig sei. Ihre diesfällige Frage beantwortete er damit, daß er aus der Nase geblutet habe. Bon den geraubten Sachen schenkte Johann G. seinem Stiefvater ein Paar Fußsocken und der Mutter zwei Tücheln mit dem Borgeben, daß er sich diese Gegenstände gekauft habe; von der Veri'lbung des Mordes habe er kein Wort erwähnt. Am Morgen des 1.'^. Juni v. I. verließ er das Hans wieder, lvurde von der Mutter und Schwe» ster bis zum Eisenbahn Biadnkte begleitet und kehrte dann nach Marburg zuri'ick, wo er sich gleich auf die Herberge begab, auf welcher er auch ergriffe» wurde. Die Mutter des Johann G. Namens Ger-trand A. wird des Verbrechens der ZheilnelMUNg am Raube beschuldigt, weil dieselbe aus den von ihrem Sohne erhaltenen Tücheln und den von il)M gebrachten Fußsocken allsogleich die Merke lieraustrennte nnd dafür nur den nnzureichenden Grund angab, daß sie den Verdacht eines Dieb-stahles nur in dem Falle befürchtete, lvenn Jemand die Wäsche init fremder Vierke in ihrem Hause sehen wi'lrde. C's sei daher anzunel)mett, daß sie nicht allein von der Tljat, welche ohnehin bald in aöttin angenehnie !^pfcr'oi'lfte; jetzt beleidigt den Korübergehenden der stechende Akißgernch pondrett-l)altiger Stoffe. Welche Ironie liegt darin, daß ein ehenials der Göttin der ^^iebe nnd Schönheit geweihteo Heili^^ttinlil l^egeiiwärtig alö inliiwu-mißbraucht wird. An den Benuötenlpel grenzt das vormalige tdi'um romannm an. Ans jenem klassischen Voden, auf dem vor zwei Jalirtansenden Geselle fiir die halbe Welt getieben wurden, weiden jeltt mit großer Gemilthsrnlie Ninder, weoluilb auch fliruiii gegenwärtig c'iuujw vni^eiiw heißt. Ans der ^)'ord' und Südseite deo Forums erheben sich in reichem Plastischen Schnluck die Trinmplibögen de« Tituo, (5onstantitt und Sep timins Severus. Man sieht auf allen dreien die Reliefgeftalten befliigelter, Lorberkränze haltender Bietorien. Bormals wiesen diese Siegesgöttinnen ans die weltbeherrschende Staatsmacht Rom s ljin, jetzt kann man sie fi'ir Sinnbilder der weltbe-siegenden Geistesmacht des (^hristenthnnlS anselien. gleicher Linie mit den: Zrinmphbogen des Sept. Severus befinden sich mehrere christliche Basiliken, die frijher heidnische Tempel gewesen. Mit vernünftiger Dnldsamkett hat man die Ueber-reste der vorchristlichen Andachtsstätten in sehr vielen Kirchen Roms verwendet; sie wurden für sie uicht allein liezeichnende Svmbole der Besie-mtng des Heidenthums durch das Christenthum, sondern auch kostbare Kunstzierdcn. Das eclatan-teste Beispiel der llnigestaltung eines antiken Teln-pels in ein christliches Gotteshaus ist das Pan-tt»eon, welcher großartige Rundbau mit seiner von riesigen Porplwrsänlen getragenen Borl'alle jet^t der ganzen Gegend bekannt wurde, sondern auch von der Schuld ihres SohneS entweder durch ihn selbst oder durch die an ihm ersichtlichen Blutspu« ren — oder durch den mit seinen Verhaltnissen nicht im Einklänge stehenden Besitz der geranbten Sachen sichere Kenntniß erlangt habe. Gertraud A. hat ferner ihren Sohn am Tage nach der That bis gegen den Eisenbahn Biadnkt begleitet, ist in der Nähe desselben mit ihm stehen geblieben, hat gegen den Biadukt hingesehen und nach Aussage des Zeugen Johann Kraft bei ihrem Gespräche so ein lebhaftes Geberdenspiel entwickelt, daß sie mit ihrem Sohne etwas Wichtiges besprochen haben mußte. Gertraud A. erfreut sich auch keines guten Leumundes und wurde bereits wegen Ankaufs verdächtiger Waare abgestraft. Unter Zugrundelegung dieser Thatumstände fand nun am 18. Jänner 1862 die mündliche Schlußverhandlung wider Johann G. und dessen Mutter Gertraud A. statt. Johann G. ist von kleiner schwächlicher Sta^ tur, blasser Gesichtsfarbe, hat einen schwachen Backenbart und schielt. Derselbe läßt während der ganzen Verhandlung nicht die mindeste Spur von Reue über seine ruchlose That erkennen, erzählt die VerÜbung derselben gerade so, wie wir sie eben geschildert haben und beantwortete insbesondere die Frage, ob er denn gar kein Erbarmen nttt dem unglücklichen Pohly hatte, dahin.- daß er auf nichts anderes dachte, lils sich der Baarschaft desselben zu bemächtigen, lieber den Grltnd befragt, warlMl er den Gregor K. der Verübnng des Raubmordes beschuldigte, gibt er zur Antwoet, daß er sich hiedurch zu helfen dachte und den Gregor K. deßhalb genannt habe, weil dieser in keinem guten Rufe stehe. Er beharrt standhaft auf seine Behauptung, daß seine Mutter an dem verübten fast dasselbe Aussehen hat, wie im Jahre 80 vor (Christo, als es von Agrippa erbaut wnrde. Nur wird die gewaltige Knppel tl)eilweise dnrch zwei Glockenthi'irme verdeckt, i^^elche der Bolkswiy „die Eselsohren des Bernini" i^des Erbaners derselben) nennt. Eigenthttmlich nluchet die in der Mitte der Kuppel angebrachte breite Oeffnung an. durch welche ein Stück milder Himmelsbläue wie ein Trost für Betende hereiublickt. In den acht Nischen der Rotonda, lvo fri'lher Götterstatuen gestanden, befinden sich jetzt Altäre. Besonders anziehend und poetisch ist die Vermählung des klassischetl nnd ronlantischen Knnstgeistes in der -^lirche !>. fnori le mnra. Hinter dem >^>anptaltare derselben erltebt sich ein antiker Tempe! Nlit reich verziertem Ge-bälte und wohlerhaltenen t'orinthischen Säulen. Die drei Schiffe der Kirelie werden voll jonischen, gleichfalls antiken Granitsäulen getragen. Nahe der Eingangspforte fällt ein Sarkophag mit einem Relief auf, welches den Reigen lustberauschter Bacchantinnen darstellt, ^vterkwürdig ist's, daß in diesem offenbar heidnischen Grabmal die Ueber-reste eines christlichen Heiligen ruhen.— Die meisten plastischen Sarkophagbilder aus heidnischer Zeit drücken die Mahnung aus: Genießet so viel als möglich die Freuden des Gebens! — Daß zu diesen auch geistige Freuden gerechnet wurden, beweisen die häufigen Darstellungen von Musen ans antiken Marmorgräbern. Nicht seltul sieht man auf ^^^etzteren Kämpfe in l)öchster drama tischer Bewegtheit in halli oder ganz l^ervortre-tenden Gestalten gemeißelt. Vielleicht will dieß den Satz: Kämpfen, haildeln l^eiszt leben — versinn-lichen? — Raubmorde ganz unschuldig sei und daß weder sie noch sein Stiefvater hievon durch ihu irgend eine Kenntniß erhalten hätten. (Schluß folgt.) 8t.- 15. April. Dem Bernehmen nach beabsichtigen hier einige junge Männer ein Dilettantentheater in'ö Leben zu rufen. Die Leitung desselben soll Herr D. übernehmen. Es mi)ge ihm gelingen, alle diesem nnterstiihenSwerthen Unternehmen entgegentretenden Hindernisse zu beseitigen und die Gesellschaft init fester Hand zu organisiren. Auch bleibt zu wünschen, daß der Jnl)aber der Schaubühne im Interesse der Sache bei seinen Forderungen mel)r VilligkeitArürksichten Walren lasse. Pettan. 14. April. Der wegen feiner Gesinnnngs-tüchtigkeit rühmlich bekannte Reichrathsabgeordnete I)r. von Waser besuchte dieser Tage seine Wähler, unt denselben Mittheilungen über sein Wirken im Reichsrathe zu machen. Zu diesem BeHufe ward im Saale der Schießstätte eine Festtafel auf Subseription arrangirt, an welcher etwa 40 Personen theilnahmen. An diesem Festessen Parti-eipirte auch der Biirgermeister von Friedau, sowie eiue Deputation vou Luttenberg; Rohitsch und Polstran waren nicht vertreten; die übrigen Theil-nehmer waren Bürger nnd Beanlte der Stadt Pettan. Nach dem Mahle entwickelte der Herr Abgeordnete seine Ansichten über die Regnlirnng der Weinstener u/»d die Finanzlage Oesterreicljs in einer gediegenen Rede, welihe nicht nnr von den Gästen, solldern anch von den bei der geöff-llettll Saalthi'ir zienllich zahlreich erschienenen Bürgern mit oftnlaligen Beifallsrufen ansgezeich-net tvnrde. Zum Schlnße überreichte nach einigen Toasten der Herr Notar von Lnttenberg eine mir zahlreichen Unterschriften versehene Vertrauens-adrcsse des Marktes Luttenberg dem Herrn Abgeordneten, der sie mit sichtbarer Rührung entgegennahm. Tags darauf reiste der Herr Abgeordnete nach Graz. Bon dem üppigen plastischen Schmucke der heidnischen Marlnorsärge sticht die Schlichtheit der cliristlichen Grabsteine in den Katakomben auf fallend ab. Auf den meisten sieht man ein Blatt, das Sinnbild der Vergänglichkeit oder eine Tanbe mit deni Friedenszioeige in einfachen ^^inien lleben rülirend herzlichetl Aufschriften eingegraben. „Vir-glllia. die süße Seele, schläft hier/' — „Lelie lvolil, thenere Seele"—nnd ähnliche Spriiche voll Liebe und (^^lanben liest man auf den Stein platten, welche in'den nnrerirdischen (^liristen gräbern gefunden lvnrden. Schließlich sei eiuer Grabschnst erlväl)Nt, welche die Tugend einer „il'iüen Gattin" rühntl. die „durch '.^7 .V^lire nie den hänslichen Flieden gestört lnibe." ('"^etvis; lvird manche Römerin, lvelche l,eute deil 1^. in den Katakomben ihre '^srerandacht verrichtet, eine solche Selbstverläugnung gan^ und gar nnl^egreii-lich finden. ''^) — ^ärnten! ^edcrzeichnilngeli altS Cilltnr^^eschichtlichcS ans c^er (^emeillde-Clir^'nit von Maria-Neiistist, dlis Kislii stechen anfder5^:au. aus >?ein ^agclniclie eliieö IlniottS. Offiziers iil'er den .^a»npf bei Manassl^s-s^^p Mitti'cililng». soziale Spie^^elbilder' t".c l^rlind^ersliitkung, bl'reonkratlsli'es Lustspiel in :-i 'Zlkteu von I. K.! elieli chet' Gliick, (^^edicht von den? gutrenoinluirlen Marbiir^ier Dichter Hilarius. Nelsecrinnerun^^eil nuv ("berklirnren v^n ?r. A. P. u. t). ----- RadterSburg. -o- Iki. April. Obwohl die Unzweckmässigktit des hiesigen Schulhauses schon seit mehr als 30 Jahren kommissionell erhoben und seit diesem Zeitraum stets an einem neuen zweckentsprechenden Schulhause gearbeitet wurde, so ist doch Alles noch inlmer beinl lieben Alten geblieben. Das alte Schulhaus enthält nebst der Wohnung des äusserst verdienstlichen Musterlel)rers nur Ein benilßbares Schulzimmer; es mußten, daher seit Jahren zwei Schulzimmer und ein Zimmer für einen Lehrer in dem städtischen Plahhause, in welchem sich auch die von der Stadtgemeinde Radkersburg im Jalire 1851 auf eigene Kosten in s Leben gerufene IV. Hauptschulklasse befindet, gegen Entgelt unterge-bracht werden. Ohne in die Ursachen dieser in s Stocken gekommenen Angelegenheit weiter einzugehen, ist nur zu bemerken, daß die Bemithungen der Gemeindevorstehttng, diese Sache stiisstg zu machen, bisher ohne Erfolg geblieben find. Die Commune Radkersbnrg hoffte auf eine Wcudung zum Besseren, als in: lehten Sommer voll der k. k. Statthalterei aufgetragen lvurde, Erhebungen in Betreff der hiesigen Gemeindeschlile zu pflrgen und über die Lehrgegeustände, die Unterrichtösprache und Unterrichtszeit, über Dotirung der Lehrer und andere das Gedeihen der Schule berührende Punkte ein Gutachten abzugeben. Nach der Aeußerung unserer Comniunalvertre-tnng ist es ein vielseitig gehegter Wuusch, daß, was die Lehrgegenstände betrifft, in der Schule zu Radkersburg wenigstens zwei Stunden in jeder Woche Unterricht in der slovenischen Sprache ertheilt werde, da die Kenntniß dieser Sprache im Verkelire mit der benachbarten gemischteli Be-völkernng sich als ein unausweichliches Brdilrfuiß erweist; übrit^cns soll dieser Lelirgegenstaud nicht als ein obligater behandelt und jeder der bisher vorgetragenen Lehrfächer überhaupt drill Alter und den Verstandeskräften der Jugend angepaßt vorgetragen lverden. In Betreff der Schulbücher ist es Wunsch der Stadtgemeinde, daß derselben einige Einflußnahme auf die Wahl derselben nnd insbesondere der Lehrbücher zugrstau-den werde, denn nach vielfachen Erfahrungen stellt es sich heraus, daß die str den Ullterricht der Jugend in Deutschland eingeführten Lesebücher viel zlveckmässiger seien als die hierlauds gebrauch-ten. Die Unterrichtssprache soll ili Nadkers-bürg stets nur die deutsche sein. Bezüglich der Dotiruug der Lehrer glaubt der Gemeindeausschuß diesen mit der sittlich religiösen Erziehung der Jugend in so innige Beruh-rung tretenden Punkt dahin beantworten zu lnussen, daß die Dotirung der Lehrer im Allgemeinen eine Hauptausgabe der Gemeiiidell sei ulld daß der Lehrer überhaupt selbstständig gestellt werde, was auf das Gedeillen der Schule dell wohltliätigsten Einfluß ausüben muß. Auch bemerkte die Gemeindevertretung von Radkersburg in ilirer an die h. Startli^ilterei gerichteten Erklärung, daß es ein lailgg liegter Wunsch der Bürgerschast uuserer Stadt j.i, die hier bestellende Schule möge getheilt und sur Radkersburg eine eigene Gemeindeschnle kreirt werden. Den statistischen Nachweisnng n zufolge sei die Bevölkerung der Stadt im Z'.luel,lneu begriffen und die gegenwärtigen Schullokalitäten seien derart überfüllt, daß mehr Schüler darin nicht untergebracht werden können. Seit Jahren befinden stch statt der vorgeschriebenen Anzahl von 80 Schülern in jeder Schulklasse 180 bis 200 Kinder, welche in einem Zimmerranm von unge-fähr 22 Quadratklaftern zusammengedrängt fitzen. Dieser Sachverhalt müsse nicht allein den wissen-schaftlichen Fortschritten sondern auch der Gesund-heit der Jugend hinderlich sein. Da 3 Schul-klaffen in einem städtischen Gebäude untergebracht sind, ss würde die Creirung einer Stadtschule für R. den neuen Schulhausbau dadurch leichter aus' führbar machen, weil ein Drittheil der auf die Stadt entfallenden Schulkinder ausgeschieden und zur neuen Stadtschule eingetheilt lvürde. Die Stadtgemeinde ist in der Lage, ihre Lehrer für alle Schulklafsen aus den Gemeindemitteln an-ständig zu dotiren und glaubt durch ihren Aus-schuh folgende Ansprüche erheben zu können: 1. daß ihr das Recht zustehe, die Dotirung der Lehrer aus dem Gemeindevermögen nach ihrem Cnnessen selbst zu bestimmen und sie dadurch selbstständig zu stellen; — 2. daß derselben ausschliessend das Anstellungs- und Entlassungsrecht zustehe; — 3. daß die Oberaufsicht und Ueberwachung der neu zu errichtenden Stadtschule ein Recht und eine Pflicht der Gemeinde sei und daß diese den jeweiligen Schul-direktor oder Ortsschulaufseher selbst zu wählen habe; — 4. daß die Gemeinde als Erhalterin der Schule das Recht habe, die Schulgelder für sich einzuheben und nach ihrem Ermessen zu bestimme»! und 5. daß die Stadt-gemeinde ermächtiget werde, zur Erlveiteruug des Unterrichtes namentlich für die IV. Classe Gegen-stände aufzunehmen, lvelche bis jetzt elitweder nicht vertreten oder zum Nachtheile der Bildung nicht so gehandhabt werden, wie in anderen vorzüglichen Hauptschulen des In-und insbesondere des Auslandes. Aus dieser kurzen Skizze über den Stand der Schulfrage in Radkersburg sind die wohlwollenden Absichten der hiesigen Gemeindevor-stehung in Betreff des Schnlwefens ersichttich. Eine Erledigung der bezüglichen Gemeindeeingabe ist noch nicht erfolgt. — Ob die Landgemeinden auch solche Ansichten entwickelten und lvelche Aeus-serung die Ortsschulaufsicht abgegeben, ist nicht bekannt geworden. — Wiudischgraz. k'.- Mitte April. In letzter Zeit wurden in hiesiger Gegend mehrere Diebstähle verübt. Dem Grundbesitzer Blas Routouig in St. Veit wurden Obstbäume und Pelzen ausgegraben und entwendet. Die Thäter davon find bereits ermittelt. Dem in Steiermark und Kärnten begüterten Anton Honnig und der Grulidbesitzerin Elisabeth Kon-nath in Terbnnje wurden aus versperrtem Keller Bittnalien gestohlen und man ist den Thätern bereits auf der Spur. Der Inwohnerin in St. Peter Elisabeth Buschnig wnrde vom Dachboden Speck nnd Geld, unter dem sich 110 Stück Silbersechser befanden, von bisl)er unbekannten Gaunern entwendet. Bon drastischer Wirkung war es, als eill-Eomlnnnist, der sich eine Kuhhaut angeeignet, mit den Worten eingeliefert wnrde: „Da ist der Dieb lnit der Haut!" Um die Reilie der in unserem Bezirke vorgefallenen Gaunerstreiche zn vervollftän-digen, sei noch erwähnt, daß auf dem Jahnnarkte in St. Ilgen ein Jnduftrieritter ergriffen wurde, weil er ftine Hand aus der Rocktasche eineS Marktbesuchers, in welcher sich zufällig eine M Geld gefüllte Brieftasche befand, zu lvenig fch iell heranzog. — Wie nothlvendig Thierärzte am Lande wären, beweist das Faktum, daß kürzlich bei einer, dem Grundbesitzer Th. St. in Dobrova gehörigen kreißenden Stutte ein Paar angespannte Ochsen geburtshilflich beschäftigt lvaren. Die Intervention dieser sonderbaren Aeeoucheure hatte die Bereu-dnng der Stntte zur Folge. Marburg, !7. April. Am verflossenen Sonntag wurde im Stadt-theater zum Besten des hiesigen WaiseninstitnteS ein Eoncert gegeben, »velches stark besucht lvar, und einen sehr günstigen äußeren Erfolg hatte. Die Opernsängerin Fräulein A. Stieger erfreute das Publikum mit dem Vortrag von sechs Piecen. In allen bewährte sie sich als eine tüchtig ge-schulte Sängerin, welche mit Geschmack, richtigem Verständniß, gefühltem Ansdrnck vorzutragen ver-steht und über eine klangvolle Stimme verfügt. Ein hiesiges Fräulein spielte drei Pianostücke. Nach Ueberlvindung der Befangenheit gelangten die Vorzüge ihres Spiels zur vollen Geltnng. Das Fräulein hat einen leichten elastischen Anschlag, — bei Passagen läßt sie Ton von Ton sich klar abheben und verbindet mit technischer Fertigkeit einen eleganten Vortrag. Außerdem wurden von hiesigen sehr schätzbaren Gesangskrästen Lieder und ein lvnnderliebliches Ouartett von Mendelssohn, dessen Wahl ein besonderes Dantesvotum verdient, zu Gehör gebracht. Wir bescheiden uns damit, einfach zu melden, daß alle Gesangsnummern von Seite des Auditoriums Beifall fanden nlld erwähnen nebenbei, daß diese Zeilen !>ie letzten silld, lvelche über musikalische Produktioueu, bei deuen hiesige Dilettanten mitwirken, in diesem Blatte ein Ur-theil bringen. Das Referat über das letzte Krän -chen des Männergesangsvereines, welches nebe.i viel Lob auch einige tadelnde Bemerkungen enthielt, rief nämlich in den betreffenden Kreifen eine Erbitterung liervor, deren Wiederholung besser ver-mieden bleibt. Man bemüljte sich mit einem Eifer, der eines besseren Zieles Werth gewesen, vor Allem den Namen des Referenten zu ermitteln und es wurde bei den diesfälligen Untersuchlmgen viel in „Menschenhaß" ohne „Reue" gemacht; der Verbrauch von nnangenel)men Redensarten für jene Leute, die sich Journalisten nennen, lvar enorm; —. man erklärte unter Anderem, daß die hiesigen Kränzchen nur den Zweck haben, das Publikum zu unterhalten und daß die Mitwirkenden deshalb nichts als Lob und Anerkennung verdienen, wobei vergessen lvurde, einen Vergleich zlvischen den M Eoncertsaalegesprochenen Urtheilen, lvelchen sich ein jeder öffentlich auftretende Dilettant auch dann aussetzt, lvenn er blos unterhalten will, — und dem in disereter Form vorgebrachten gedruckten Tadel zu ziehen. Näher befehen enthalten manche der Bemerkungen unseres Referenten, die so ungemein übel aufgenommen wurden, eigentlich gar keinen Tadel. Wenn er sagt, daß das Tempo bei einer Pieee verrissen war, so mag er nach seinem subjektiven Dafürhalten recht haben, aber auch der Dirigent kann für seine Tempowahl ver-nünftige Gründe angeben und deshalb in seinem musikalischen Gewissen völlig ruhig bleiben. Wenn weiter ein im Kränzchen vorgetragenes Piallostück zu der Gattung leichter, gefälliger Salonwaare gerechnet wurde, so liegt darin eine lobende Anerkennung der Wahl; tiatte diese ein klassisches Tonstilck, etwa eine Fuge von S. Bach, Searlattt oder Hummel getroffen, so wäre dieß ein Fehl-riff gelvesen und hätte einen unmaßgeblichen 'adel verdient. Nichtsdestoweniger wurde behauptet, Mit einer Beilas^e. daß der Referent „boshaft" und „ungebildet" sei und mit Recht von allen wahrhast Gebildeten verfehmt zu werden verdiene. Da wir Freunde des Friedens find, —denn nur bei diesem gedeiht bekanntlich die Kunst, — da eS weiter keineSw^S in unserer Abficht liegt. Jemanden durch Re-cenfionen zu verletzen, welche neben auS^iebigeS Lob auch negative Bemerkungen bescheldentlich hinzustellen sich erlauben, da schließlich daS Lob für Alles und in jedem Falle kaum Jemanden freuen kann, so wird man die Absicht, unsere Kritik durch Schweigen auszudrücken, gewiß nur billigen. -?d. Am 14. d. M. Nachmittags entstand in einem Zimmer des Hauses Nr. 53 in der Kärntner Borstadt Feuer, welches jedoch glücklicher-weise vor dem Ausbruche gedämpft wurde und keinen bedeutenden Schaden verursachte. ES wurde durch Unvorsichtigkeit veranlaßt. In der dießjäl)rigen Theatersaison, welche etwa 120 Vorstellungen zählte wurden 31 Schau-^ spiele, 33 Lustspiele, 42 Possen, 17 Operetten und ! 9 Charakterbilder aufgefühtt. Darunter befanden fich 14 für das Marburger Publikum neue Schau-' spiele, 19 Lustspiele, 16 Possen, 7 Operetten und 5 Äiarakterbilder; die übrigen Borstellungen wa-ren theils Wiederholungen der neuen oder Wieder-auMhrungen einiger in früheren Jahren gegebenen Stücke. S Eine zu Gunsten zweier hiesiger verdienst-voller Bühnenmitglieder unter mehreren Theaterfreunden veranstaltete Sammlung ergab die Summe von 70 st., welche ihrer Bestimmung bereits zuge-führt wurden. Gestern wurden hier eine Menge von Briefen ausgetragen, auf deren Adresse eiu ge-druckter Zettel mit den Worten: „Unterschlagen gewesen und nun zu Stande gebracht" befestigt war. Diese Briefe stammen aus der Smnmlllng, welche sich der famose Wiener Postbeamte Kalab angelegt hatte. Literarisches. V- (Neucrschicnene slovenische Sckriftln:: v^ansko voclilo, vo kteiow se pel voSoIei V pre8v. veri po^uöevs^o. kerSanskeAÄ nauka in stariSem v zivtink. 8vetl0 da! I'vmai Zlliss, ksMn pri 5v. >I»r-tinu V I^ideliöali. 186^. Mtisvil v ^ardurKU. Durch die Herausgabe dieses ^cit fadcnS für den elementaren Reliflil.'ttS-Ilttterricdt ist einem drini^^enden Bedürfnisse abgeholscu wrr den. Der Stoff ist nacb Sektionen praktisch qevtdnel und so leichtfaßlich dargestellt, daß der didattisll e Zweck des Wertes vollständig erreicht tls'. eiiu. Anch der maßige Preis der vom Bnchl,ändln Hr. F. Leyrer verlegten Schrift empfiehlt dieselbe. I^e8mi 4. Kestlia. Ao^il ^ii08lu.v Villulr. V 186^. — Der bekannte s!t)vtluschc Compositenr, Gutsbesitzer zn Seno^ee in Kttiin Miroslav V!ll»ar, bereicherte durch das 4. ves» seiner beliebten Compositionen das gntbcittlllc Feld der slovenischen Tonknnst. Vorliegende? ^>tfr entbält folgende Pieeen: 2!^utraj, »veö<.'r, Iju-demu, V0(llli!^ll,l00jÄ le bo! - ve mlujux» se. Das 5. Heft erscheint im Mai. Veneo njik dla^vro^vokti .luncxu e. kr. vochu ^(tklsmill uöeoei. V Vin prachtvolles ?llbnm, von der stndircndc» Ingend des ^aibacher GymnasinmS, dem nasial.Direktor Neöasct bei dessen llebersitdlun., von Raibach nach Prag gewidmet. Entlialt «luc Vorrede und l!^ Gedichte, in »velchen den Geinte leu der Anhänglichkeit und Achtung, welche sich der Leiter der genannten 'Anstalt dnrch zet'iij.'t) rigeS Wirken an derselben zn gewinnen wußl«' Worte geliehen werven. BeUage z« «. Gemeinnütziges. * H. Medlock, Chemiker in London, benützt dem neuesten Hefte von Dinglers polytechnischem Journale zufolge zum Conferviren von Bier und Wein den zweifach schwefligsauren Kalk, dessen Lösung entweder der gegohrenen Flüssigkeit zugesetzt oder in die Fässer, Flaschen u. s. w. vor dem Füllen gebracht wird, um die essigsaure Gäh-rung zu verhüten, so daß das Getränk nicht sauer werden kann. Die Auflösung des zweifach-schwefligsauren Kalkes (von 1070 biS 1080 spee. Gewicht) wird bei Bier- oder Weinfässern ganz oder größtentheils von den Poren deS FaßholzeS absorbirt und indem sich der z. s. s Kalk mit dem Sauerstoff der Luft verbindet, wird er in festen schweselsanren Kalk verwandelt, welcher daS Ein-dringen des Sauerstoffes der äußern Luft durch das Holz des Fasses verhindert. Der z. s. s. Kalk verhütet auch die Bildung von Schimmel oder Schwämmen in den Fässern. * Die Physiker Schröder nnd Dusch betviesen, daß die atmosphärische Lnst ihre Fähigkeit, in gewissen Substanzen Gährung oder Fänlniß hervorzurufen, vollständig verliert, wenn man sie, ohne sie zu reHitzen, durch ein mit Baumwolle locker gefülltes Glasrohr leitet; doch muß man die hiezu dienende Baumwolle vorher einige Zeit hindurch im Wasserbade erwärmen. Diese merkwürdige Wirkung der Baumwolle beruht darauf, daß durch dieselbe die in der Luft befindlichen mikroskopischen Keime, welche allein die Schimmel-bildung, die Bildung der Weinhefe, des Milch-säureferments n. s. w. hervorrufen, zurückgehalten werden. Gekochte vegetabilische und ani-malische Snbstanzen, heiß mit Baumwolle verschlossen, bleiben unter derselben gegen jede Art von Gährnng, Fänlniß oder Schimmelbildung vollkommen geschützt, wenn alle entwicklungsfähigen Keime in demselben durch das Kochen getödtet worden sind; denn diejenigen Keime, welche von der Lust zugeführt werden könnten, werden durch die Baumwolle aus derselben aufgenommen. Eingesendet. Das Ergebniß des am 13. April d. I. zu Gunsten hiesiger Waisenanstalt abgehaltenen Con-iertcS betrug fl. 19 kr. öst. W. Indem dieses crsrenliche Resultat hiermit dankbar-zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird, fühlt sich die nnterzeichnete Vorstehung verpflichtet, Allen, welche hierbei so freundlich mitgewirkt haben, insbesondere den Fränlein Stieger u. Pogleditsch; ^'^lauen: Dietrich und Frühauf; dann den Herren^ Dr. Kok^'schinek, Kartin, Ruhri, Nvssegg nnd Miklosilsch, ihren wärmste» Dank hiermit auszudrücken. Von der Vorstehung des kath. FrauenvereineS itt Marburg, am 15. April 1862. Nachtrag. Am Schluße des Blattes geht uns folgender interessante Bericht über die am 13. April statt-gefundene Berliandlung des Cillier Gemeinde-auoschupes zu: Das ldichtigste Ereignih in unserem com-munalen Leben ist die „stürmische" Gemeinde-Verhandlung vom 13. April. Es ist die Armenrathsfrage, welche zu oppositionellen Knndgebnn-gen und zur gegenseitigen Verbitterung im Gemeinde- ansschuße Veranlassung gab. Schon bei der Borlesung des Protokolls der letzten Sitzung ergab sich eine Controverfe über die Fassung desselben. vr. Mörtl hatte nämlich in der letzten Sitzung den diversen Bedenklichteiten, welche gegen die Evidenz der Armenrathsrechnungen im hiesigen Publikum umliefen, freimüthig Aus-druck gegeben und fand heute alle seine derma-ligen Bemerkungen im Sitzungsprotokoll niedergelegt. Da nun in dieses nach der bisherigen Gepflogenheit nnr das Snmmarium der Berhand-lnng, nämlich Anträge und Beschlüße gesetzt lvurde, so stellte vr. Mörtl das Begehren, es sollen entweder diese Bemerkungen im Protokolle gestrichen lverden, oder auch andere Bemerkungen, namentlich aber eine Aenßerung des Herrn Ausschußmitgliedes La ßn ig, welche von ungleich bedeutenderer Tragweite war, in das Protokoll ansge-nommen werden. Ueber die Thatsächlichkeit einer so beschaffenen Aenßerung des Herrn Laßnig entsteht eine zweite kontroverse, da weder der Herr Protokollführer, noch die Herrn Ausschuß-Mitglieder sich der ersieren erinnern können. Es bleibt nichts anderes übrig, als Herrn Laßnig, der abwesend ist, zu eitireu. Derselbe erscheint nnd bekennt sich mit großem Eelat zu der bestrittenen Aenßerung, nach welcher nuu das Protokoll der vorigen Sitzung zu ergänzen ist. Vollends abgerissen lvnrden aber die Brücken aegenseitiger Verständigung, als die ArmenrathS-frage in direete Verhandlung kam. Herr vr. Mörtl erläuterte feine in der letzten.Sitzung kund-gegebenen Bedenken gegen die Geschäftsführung des hiesigen Armenrathes dadurch, daß er das Wesen der Rechnungsevidenz erklärte. Etiidellt seien die Rechnungen dann, wenn sie mit Quittungen belegt sind und da dieß bei der Armenbctheilung nicht möglich oder schicklich wäre, weun sie durch ausdrückliche Controlle beglaubigt erscheinen. Aach seiner Ansicht bestehe aber diese Eontrolle darin, daß ohne Gegenwart zweier Ansschüße keine Armen-betheilung vorgenommen werde und daß die jeweiligen Betheilignngslisten von den mitlvirkenden Ausschußmitgliedern gefertigt erscheinen. So bestätigte Betheilignngslisten hätten alsdann die Stelle der Quittungen zu vertreten und die Evidenz der Armenrathsrechnungen l)erzustellen. Vr. Mörtl movttirte diese Vorsicht noch durch den Umstand, daß es sich um jährliche 3500 fl. — so liiel beträgt die Jahresquote der Armenbetheiluug — also um den höchsten Posten des eommnnalen Budgets handle und durch die Bemerkung, daß im öffent-lichen Leben das Vertrauen, in Geldsachen aber die Genmthlichkeit aufhöre. Da jedoch die Mit-glieder des Armenraths diese Motion mit Bezug auf eiuzelue vielleicht mißverstandene Anführuuaeu und Beispiele als ein nicht m ertragendes Mißtrauensvotum auffaßten nnd j^clion früher in Folge der Vorgänge in der letzten Sitzung ihre Demis-sion als Armenräthe einreichten, so überging ob dieser Mißverständniße die Debatte auf das Gebiet der Leidenschaftlichkeit und des persönlichen Gezänkes, lveßhalb der Mörtel'sche Antrag nicht in Verhandlung kanl. Da ereignete es sich, baß vr. Mörtl nach kurzem mit dem Herrn Vorsitzenden abgeführten Wortwechsel aufstand und das Sitzungs-lokale verließ. Herr Bürgermeister wollte nun zwischen sich und dem abgetretenen vr. Piörtl abstimmen lassen, worauf aber die Versammlung nicht einging, indem sie auf den Antrag des Herrn AnSschußes Tappeiner die Abbrechung dieses Verhandlungsgegenstandes lvegen der Erregtheit der Gemüther beschloß. ()n derselben Sitzung, deren Schluß wir im nächsten Blatte nachtragen werden, theilte der Herr Bilrgermeister mit, daß Se. Majestät der aiser der Eonttnune (^ijsli bewilligt habe, zur Erweiterung des Bürgerspitals eine abgabenfreie ^^otterie von 50,000 Stück Losen a 1. fl., oder 100,000 Stück Losen a 50 kr. zu eröffnen.) Gasthavs-EröffilUllg. Ich beehre mich hiemit dem geehrten P. T Publikum anzuzeige«, daß das vou mir neu eingerichtete Gasthaus in der Biktringhofgasse eröffnet ist, und verspreche, daß eine gute Küche, echte Getränke, ein besonders empfehlenswerthes Lagerbier vom Eis und eine prompte Bedienung alle Wünsche meiner Gäste befriedigen sollen. In Erwartung geneigten Wohlwollens unterzeichnet sich Dero ergebenster (26 Marburg, 14^ April 1S«2. IU. in Kärnten unweit der Station Völkerinarkt auf der ins Lavantthal führenden Hauptstraße ist sammt Grundstücken und Waldungen billig zu verkaufen. Anfrage franco bei 23) Klagenfurt. A«kS»dig«ng. Im Steinbruche zu Roßwein liegen bei 350 bis 400 Kuhren schönster und bester Gattung Bruchsteine vorräthig ge-brachen und werden baulustigen Herrn zur gefälliqeu S-sih. tigung und Abnahnle angetragen. Eine Fuhre, die mit 2 star-ken Pferden bespannt ist. kostet 1 fl. 20 kr. ö. W. Auch sind daselbst von 3 biS 7 ^ Zoll dicke, und von 3 bis 10 lIZ Fuß große Platten zu haben. Gefällige Bestellungen werden beim Kreuzwirth in Roß-wein angenommen._______(27 Ein möblirtes ! Mouatszimmei ist täglich in der Mellinger Strasse nächst dem Bahnhofe, bei Anton Kaufmann zu^bezielM; ferner sind daselbst 2 Zimmer nebst Kilche und! Holzlage zu vergeben. (28 Wl>h««»jis-Veränderung bitrgerl. Achieidermtilier i« Petliiil macht einem P. T. Publikum die ergebenste Anzeige, daß er sein Berkaufölokal in der Aller Heiligengasse verläßt, und selbe» am Florianiplatz im Poscotschill'schen Hause neu errichtet, gleichzeitig für das il)m geschenkte Vertrauen dankt ilud um fernl^ren geneigten Zuspruch bittet. (25 Empfohlen wird: Dachsttinpappe bester Qualität, zu dem Preise von 2 fl. 50 kr. pr. Qulidrat Klafter — 10 Tafeln. Druckschriften itber die Anlvendllllg derselben zur DeckuNl^ von allen Arten von Gebäuden werden gratis ausgegeben und die zur Deckilng nötliigen Nägeln und azphattirttt Theer billigst berechnet. Jstrianer Kochsalz in Säcken » 2 Zentner verpackt, zu 8 fl. 75 kr. pr. Zentner. Jstrillner Viehsalz in gleicher Packung, zu 2 fl. 25 kr. pr. Zentner. Größere Partien werden zu dem nämlichen Preise, auch kraneo Illhnhos Graz gestellt. Knochenmehl, bestes, kiinstliches Düngungsmittel, rein und unversälscht, aus gedämpften un-entfetteten Knochen gemalilen. 8) in Klardurx. Unterzeichneter zeigt hiemit erge-benst an, daß er ein AiltKenmacher-Eeschäst eröffnet habe, und empfiel)lt sich dem geehrten Publikum auf's beste. Carl Ludwig, Biirstenmacher. Gewölb: Schulgasse im Poscharnig- schen Hause. Arbeitslokale: Windischgasse Nr. 153 in Marburg. ^«n«nr« Durch die vierjährige Dauer meiner hydraulischen Cement-Fabrik wurde mein Fabrikat von Sachverständigen allseitig als vorzüglich, zu jeder Arbeit in und aus dem Wasser, und zugleich als eines der billigsten demente in Oesterreich anerkannt. Ich habe daher das Vergnügen, den Herren?. 7'. Abnehmern be-kannt zu machen, daß ich dnrch die Vergrößerung meiner Fabrik in der angenehmen Lage bin, jedes beliebige Quantun», unabhängig von Witterung und Jahreszeit, liefern zu könuel». Zugleich empfehle ich meine feuerfesten Ziegel, welche durch mehrere Jahre als ausgezeichnet bekannt, da selbe selbst die englischen Ziegel übertreffen. Ueber die Güte beider Baumaterialien bin ich im Besitze mehrerer authentischer Zeugnisse. k'Aln'ik Illvn^vAilien ^ l!vm«nt. 31) in Stein brück. Steiermark. dv S s s s Z SS L v o e? s no dt: ^ ^ 'S SS Z ^ Z Z LL .s s »s s.s s s Mittwoch den 2ii. April 1862 Vormittags 9 Uhr und Nachnlittags um 3 Uhr werden in dem Hanse des Herrn Kan-delin Nr. 83 am Hanptplahe im ersten Stocke, verschiedene sehr schöne Zimmer-Einrichtiingsstücke, dann Spiegel, große Lampen, Kronleuchter, Oelgeinälde, Stockuhr, Tl)eemaschinen, ein Waschtisch sainnit Einrichtung. Lnster, Draperien sammt Festons, Tisch- und Fnßteppiche u. s. w> gegen gleich bare Bezahlung licitando veräußert werden, was hiermit kundgemacht wird. Ä. li. Varmsons-llStticht M Marburg am 15. April 1862. (30 Nnndmlitimng Die Verwaltung des allgemeineil Krankenhauses zu Marburg, beab' sicbtiget. das Reinigen der fitr die Änstait t>ettötl)iqten Wasche auf die Dauer vou drci )abren oon 1. Jill. l^ti'^an im:.'tkkordweqe hiutanzngebeu. Uusernehmungslustiae werden hievvn mir dem Bemerken in die Kenutuiß gesetzt, daß für die Besorquna der Wäsche im abgelaufenen Zabre der Betrag vou 260 fl. öst. W. bcj^alilt wurde, und daß die Be-dinquugeu zur Sckließuug deS dießfäUigeu AkkordvertrageS bei der uuter fertigten Gemeiudevorstehuug bis Ende Aplil d. I. eiuzuseben find. Gemeindevorstet)ttnq Marburg als KrankenhanSverwaltnng ant 12. ?ipril Der Buraermeister: Andreas Tappeiner. Angekomtnene in Marburg vom 11. bis 14. April. Lodv»r«vr ^älvr. Die Herren: Peter Maurer, Gastgeber a. Feldkirchen. D. Pellasch, Kfm., a. Bello-vat. A. Petrovic, Ksm. a. Graz. I. Rein-paker, Agent, a. Graz. Ilolirov. Die Herren: Franz Pfandinger. Privat a. Graz. Grnmbauer, kk. Lieut. a. Böhmen. Plotzt, kk. Lieut. a. Flainmenbnrg. I. Haßmann, Weinhändker a. P.ettau Ant. Hasel-dach. Handels-Agent a. Siegliardt. 8t»üt Ülsrkll. Die Herren: Franz Auno, Fabriksbes. a. Graz. G. Weindel. Eisenbalinbeamter aus Wien. W. Weindel, Eisenbaljnbeamter auS Wien. M. Pontner, kk. Rittmeister a. Pest. ?r»udo. Die Herren: Johann Picco, Bal)nbeamt. a. Trieft. W. Iochem. Jnt^enieur a. Graz. Josef Weindl, kk. Oberinspektor a. Wien. Staät Visu. Die Herren: I. Hortig, Bäcker a. Wa-raödin. Kohn, HdlSm. a. Groß-Canischa. Astegl.er, Äfm. a. Brünn. M. Lohninger, Giltsbes. a. Wien. Kraber, Anstreicher auS Pettau. Lrsdsr-ox Fokaua. Die Herren: Wamfilß, Realitbesitzer a. Spielfeld. Fuchs, Biirger a. RadkerSburg. Äanschitz, Gutsbes. a. Croatien. Tichazek, Bauunternehmer a. Mal)renberg. Klein. HdlSm. WaraSdin. A. v. Hinterthall. Bcrg Berw. Straßburg. R. Wipf Bannnternelimer auS Drauburg. E. Lorin, Handels-Agent a. Wien. 10) Zimmkliklmieihiiili. Zwei große freundliche Zimmer mit separatem Eingang, find mit oder ol)ne^ Möbel sogleich zu beziehen; näliere Auskunft im Comptoir des Corr. f. U. Verstorbene in Cilli. Vom 1. bis 11. April. Kran Leopoldine Werl, BäckermeisterSgattin 25 Jalire, an Blattern. Ferdinand Brandenburger, HauSbesiherssohn, 16 Jahre, am Zel)rficber. Franz Schusteritsch, Srknt^macherSsohn, 19 Äalire, an der Wassersucht. arie Kerschnil, Ausziiglerin, K4 Jahre, an Blutzersetzlmg. Druck, Verlag und verantwortliche Redaktion von E. Janschitz in Marburg.