Mtmchcr Zeitung. Nr. 13. Y°I°^50 lr. Mit be» Poft ganzj. fi. iz. hälbj. fi. 7H). Freit«,,, l7. Jänner 3». »> ll. «. l. w. I»l«Ni,««st««P«l l«Xs». »0 ll. 1873. Amtlicher Theil. k«^. ^' ""b l. Apostolische Majestät habt» mil All«. U ." .?"lchließ.n.g vom 12. Jänner d. I. dem Mini n«n^ "n bandelsministnium Franz Lharn, 5t r-i !«?.!'? ^"" ausgezeichneten Dienstleistung lax- ^s. ^"e und Rang eines Sectionschef« allergna- digst zu verleihen geruht. Vanhans m. p. Nichtamtlicher Theil. Zur Wahlreform. bandl^ ^!" ?^"b und Erfolg der bisherigen Ver- İ ""lsenll.ch gefördert. Es ist eine im hohen Grade r goe e.ßende Uebereinstimmung erzielt worden. Für ner a^.n ..^b"' si« rrfahrene. sachkundige Män. und ^ . ."'^" d" Negierung bereitwillig mil Rath tre..,n .? belstanden. Allerdings ist den Verfassung«. Vra^ Die Anhänger der ttreb. 'n^ ^ °^" "^^ ""leitil, Machlzweckc angc. bau«', s^"' "' ""lg°be ernst, ein Abgeordneten- V^er^n7ft'"de7l?u7n.°^ """'^" ^'""e. ».-«, A- °^ci0sen Eorrespond'enzen wird betont, daß bti em en en Contact, ,n dem die Regierung mil Verlern aller Kronlünder und der Gesammtheit der Ver-lassungspatte, gestanden, daS Schwergewicht der >,och zu gewürügeuden Vcrhaxdlungen in oen V^lfassungsausschuß em zweifellos die Wahlreform zur Berathung zugewie-en werden wird, geleyt werden lann. Eine ra chc Er-ed.gung der Porlagen im Abgeortmetenhause empfehle ?«i^7«".?"^^ l"r das Herrenhaus' dem "nr relfllchen Berathung Zelt gelassen werden müsst. Das verrenhaus w,ll übrigens nach den Anschauungen her-vorragender M.tzlieder desselben seinen Einfluß nur in l«"«!^''!^ k""^' «"t'nd machen, in den De. . «! ^. ^. ^. "" Abmachxnaeu der Rcaieruna mil den V«"retern der emzelne. Kronlimd-r ««schliß " Dlc ^Presse" laßt sich vernehmen, wie folgt ° ..Die Föderalisten sind mislaunisch gestimmt. Dic gesammte Action gegen dic Wahlrcform. der letzte Trumpf gegen das Ministerium und die Verfassungspartei, schrumpft alles in allem auf ein oder zwei Dutzend Proteste und Udressen zusammen, wahrhaftig ein Resultat von beschii. mender Kläglichkeit angesichts der Großmäuligkeit, nnt welcher w,Erhebung des Volles" angekündigt wurde. 4)»e dicke Freundschaft der verschiedenen föderalistischen Varte^ract.onen unter einander scheint auch schon be. denlliche R.sse zu erleiden. Da« hiesige Organ der feudalen moqmert sich über dieSlooenen und meint, «fei „wunderbar." daß der Slooenenllub überhaupt ""H die Frage der Reichsrathsbeschickung discutieren i°nnte. Des weiteren dementiert das Leo Thun'sche "rglln eme Meldung seines deutschgeschriebencn Ge-'inungsgenossn. in Prag. indem es auf Giu.'d verlaß. w?r^^7"^'°''"' verstchcrt. die Dalmatiner di W^ " '" be» »leichsrath kommen und auch für heit mach ^d«a '^"'" ^" leiner Niedergeschlagen-das Com^.« ? "^"erland" ferner dem Ministerium >.d°u«°^« "^, 's erstehe sich auf da« Zustandebringen "W ..mu^.?"^"'' doch die Polen seien noch achellt werd.« """°?" " ^em Polenllub soll es frei. Vorlage Einsich.'" Galizien betreffenden Theil der tretern aus den Nb! "^""'' ""Uuell. gleich den Ver. zugeben, dehnen d,?^^ V^"" l""' Wünsche belannl. Schritt, wie zu vermutb l "'^" entgegenkommenden nislerium sofort die laiserl^ ,c°^ ^"" "'^ ^ Mi' ltichung der Vorlage m. ^ ""^''llung zur Ueber, "nd die verfassungsmäßige Oel,^?""^""le ansuchen diese Actionen werden in der ,, '" veranlassen. AUe sein. da weder die Regierung ..^H ^" Frist abgethan "Uh die Znt verlieren können. So.' ?"^""h "". warten von polnischer Seite der Amrc., ^ «/ °c"^ ^" angenommen werden, dann können die v«ar ^'""'<ü^ ""'"'- ..Die Regierung ",h ' f«'e Volum des Parlament« in dlefer Frag, einen zu hohen Werth legen, al« daß sie demselben die Freiheit der Discussion irgendwie verkürzen wollte. Allein in den parlamentarischen Kreisen selbst glaubt man. daß bei dem engen Eontact. in dem die Regierung mit Vertretern aller Kronliinoer und der Gesammtheit dcr Verfassungspartcl gestanden, das Schwergewicht der noch zu gewürtigenden Verhandlungen in den Verfas« sungsausschuß, dem zweifellos die Vahlreform zur Berathung zugewiesen werden wird. gelegt werden lann. Sowie die materiellen Fragen schon jetzt. so werben dann auch die formellen. concreten Punkte deS Entwurf« in einer Art engeren Comites der parlamNitari» schcn Majorität, dem Versassuligsaueschujse, erledigt werden, so daß eine Wiederaufnahme dcr zeitraubenden Tpecialantriig« u dgl. im Plenum von dieser Seit« ge» wiß nicht zu besorgen sein wird. Ein schleppender Gang der Verhandlungen wäre nur geeignet. den wuHtigen Eindruck, den die Reform auf die oerfassungsfeindlichen Parteien schon heute macht, zu verwische", während eine rasche, von der gangen Majoritül getragene Annahme des Elaborates seinen moralischen Eindruck »eitau« er» höhen würde." Der „deutsche Demokrat" »,omel der Action der föderalistisch.nationalen Partei in Oesterreich längere Ve> achtunu; er schreibt Folgende« : „Die innerösterreichische und lüftenländische föde« ralistische Opposition, repräsentiert durch die Allianz zwischen den ltalholisch'Conservatioen, der sogenannten ..Rechtspartei", den Slovenen von Untersteiermarl. dem lärntner Rosenthale, von Krain, Oörz und Istricn und den Italienern der Küstengebiete — ist durch die erlittenen Niederlagen und die — man muß dies anerkennen! — nicht ungeschickten Beeinflussungen seitens der Regierung beinahe zersprengt. Sehr viel trug hierzu der wcilllaffcnde Zwiespalt bei. welcher seit Jahren durch die Nationalen der genannten Kronlande geht und dieselben ebenso trennt wie die Ezechen. so daß den Alt» und Iungslooenen nichts gemeinsam ist. als die nationale Phrase und de^ Haß geaen da« Deutschthum. Bor einem Monat schon sch»en im Vager der Jung- oder live« raten Slooenen selbst dieser Widerwille in erfreulichster Weise zu schwinden; denn im steiermärkischen Landtage in welchem sonst noch immer die nalionalen Nbgeord. neten des Unterlandes mit den llericalen von Mittel« und Obersteie, eme geschlossene Opposition aebildel hatten, stimmten in der letzten Session alle Nationalen, mit Ausnahme eines Einzigen (Herman), in den Schulfraaen mit der deutfch-liberalen Majorität gegen d« Katholisch. Conservativen. Im Landtage von Krain befleißigte ftch die na« tionale Majorität, welche früher durch die pöbelhafteste Rücknchtslostglcit gegen die deutsche Minorität si<*> her^ vorthat, trotz oder vielleicht infolge der energischen Hal-tung des wackeren Landesprüstdenten Grafen Alexander Auersperg eines sehr anständigen Benehmens. Dasselbe war offendar von der Furcht dictiert, die Regierung könnte zur Auflösung des laibacher Landtages schreiten und es würde dann den Verfassungstreuen nicht zu schwer werden, eine deutschliberale Majorität zustande zu bringen. Gegen Schluß der Session ging der Zwiespalt zwischen den tlericalcn Alt- und den liberalen Jung. Slovene« so weit. daß bei der Abstimmung über die Giltigleit der Wahlen der beiden verfassungstreuen Deputierten der Landeshauptstadt (darunter de« Landeshauptmanns o. Kaltenegger) die Nationalen nur mit einer Slimme Majorität d«e Zurückoerweisung der Nahlan-gelegenheit an den Ausschuß durchsehten, nachdem die Führer der Iung-Slooenen Razlag und Soetec für die Verificierung gesproche» hatten; — baß ferner die von Gleiwtis und Eosta eingebrachte höchst unbescheidene föderalistische Adresse wieder nur mit zwei Stimmen Mehrheit beschlossen wurde, nachdem die vorgenannten Iungsluvenen sich gegen dieselbe erklärt und zwei andere Nationale sich der Abstimmung entzogen halten; — und daß endlich bei der Ergänzunaswahl in den Reichs« rath Colla nur mit einer Stimme siegte. Die deutsche Minorität ratificierte dos Entgegenkommen der liberalen slovenen dadurch, daß sie für den Führer derselben. Razlag, stimmte. Diese rasch aufeinanderfolgenden moralischen Niederlegen des Föderalismus in Steielmart und Krain lassen sich nur dadurch erklären, daß die Bevölkerung nicht nur nicht da« Bedürfnis einer nationalen Auto» nomie in der Form eine« „Königreiches Slooenien" hat, sondern auch dafür gar kein Berslündnie besitzt. Nlchl unwesentlich hat zur Schwächung der föderalistischen In-teressen in den von Winden bewohnten Kronllindern da« höchst unanständige, würbelose und fanatische Benehmen der Gelstlichleit beigetragen, so daß schon viele winoische Bauernschaften in offenem Kampfe mit ihren Pfarrern und Kaplünen Ueaen. Wie venig endlich die neue „slo-oenische Nationalilüt" zu bedeuten hat. ergibt sich au» dem geradezu komischen Umstände, daß die windische Landbevölkerung die deutsche Nmlesprache der neuen ,.sl o oen i schen" vorzieht und d,h noch jüngst dle Winoen von Kürnlen um deutsche Schulbücher petitionierten, da ihnen die in der neu erfundenen slooenlschen Sprache erschienenen unverständlich wären. Einer Regierung also, die e« ernsthaft mit dem Deutschlhum und dem davon unzertrennlichen Liberalismus nimmt, könnte es gar nicht schwer werden, die slavische Bevölkerung Innervsterreich« und der Küstenlande für immer den föderaliftifchen Intriguen zu entziehen und für den unbedingten vernünftig centralisierten Verfassungsstaat zu gewinnen. Gchon vor vielen Monateu ist es auch in der That dem Ministerium »uereperg.Unger gelungen, die Ueichsrathsabgeoroneten von Görz, Islrien, Trieft und Dalmatien der Wahlreform einigermaßen freundlich zu stimmen. Die Folge »ar, daß die Deulschenhetze in den drei erstgenannten Kronländern eine Pause machte und nur die ultramontanen Einflüsse unversöhnlich blieben. In Vörz hatten u. a. die Nationalen deS Landtages schon längst ihre Solidarität mit denen der lai-bacher Landstude aufgegeben, zumal für sie die Vesürch, tung nahe lag, daß die einflußreichen italienischen Elemente in den Städten ftch zugunsten der Verfassungstreuen, wie in Wclschlirol und früher in Dalmatien, geltend machten. Dies letztere Kronland und dessen Stellung zu Cisleithanien und zum Ausbau der Verfassung beansprucht sein eigenes Eapitel, »elche« wir ihm dem. nächst widmen wollen. Bemerkt sei hier nur noch, daß der verfassungstreue Umschwung des dalmatinischen Land» tage«, hauptächlich veranlaßt durch den Eompromiß, welches die Reichsraths-Deputation de« Landes wlt dem Ministerium schon bei Gelegenheit des Nolhwahlgesetzes abgeschlossen hatte, so weit ging. daß die bisher rezle-rungsfreunbliche, aus den Städten sich rekrutierende italienische Minorität sich ganz und gar dem Uebelwollen der Nationalen seitens der Regierung preisgegeben sah. Da« Ministerium machte sluftalten, für die schweren 5l)jHhriaen Unterlassungssünden, welche Oesterreich an dem so kostbaren und wichtigen dalmatinischen Küsten-lande begangen hatte, die ausschweifendste Buße zu thun. d. h. die nationalen Forderungen zu gewähren. Oisen-' bahnen zu bauen. die Narentasümpfe auszutrocknen u. s. w." Zur Neamtengehalts-Negulicrung. Der allgememe Beamtenvere.in der österreiisch-un-garischen Monarchie hat vor Jahresfrist die Frage in Betreff der Regelung und Erhöhung der Gehalte und Bezüge der Slaatsdiener angeregt, in die Hand genommen und sodann der kaiserlichen Regierung so wie dem Reichsrathe eine motivierte Denkschrift überreicht. Diese Schritte haben bereits eine theilweise Erledigung gefunden durch die Einbringung einer beziialichen Regierungsvorlage im österreichischen Abgeordnetenhaus«. In Betreff der erwähnten Regierungsvorlage erhält die ..Vrazer Ztg." aus Wien unterm 13. d. M. nachstestende Mittheilung: „Die Regierungsvorlage gibt vor allem Zeugnis von der Nbflcht der l. Regierung, die materielle La^e der Glaatsbea'iilen zu verbessern und deren Stellung auf jene rationellen und gerecdten Prinzipien zu stellen, welche in der Denkschrifl des veam-tenoerein« entwickelt und empfohlen worden sind. Für diese weise Absicht verdient d,e l. Regierung alle »ner-lennung, und dies umsomehr, als in der Regierunns-vorlag« die Hauptmom:nle der Vorschläge des Beamten» vereins theilweise Berücksichtigung und Anwendung ae-funden haben. Wir sagen the,lweise Berücksichtigung >md Anwendung, hoffen jedoch, daß auch der weitere Theil der Vorschlüge des Geamtenoereines, ohne welche die ganze große Maßregel in ihrer Durchführung zur Illusion würde, bei der Behandlung de« Gesetzentwürfe« in den beiden Häusern de« ReiHsrathes die im Interesse des Ganzen geboten? volle Berücksichtigung ftndtT, u,e,rde. Die Sache der öfterr, Veamtenschafl liegt nun ln den Händen der Reicheoerlretung und es kann dem Ve-amtenstande nur zur Befriedigung gereichen, daß f-in Vertrelung?organ. nämlich der allgemeine Beamt-no-rein, den Impuls und zugleich die Grundlage zu der durch die Regierungsvorlage angebahnten Verbesserung der Veamttnlage gegeben hat. 94 Mit der Regierungsvorlage ist dem veamtenverelne eln Ierr«in eröffnet, von dem au« derselbe seine ver-»ittelnde Action zu beginnen, die »eiteren Ziel« anzu» ftrtben und dahin zu wirken vermag, damit die Män« gel der Regierungsvorlage verbessert »erden. Da« Actionscomits des Verwaltungsrathes des vsterr. Veamtenoerein« hat die Regierungsvorlage einer reiflichen Erwägung und eingehenden Prüfung unterzogen und es nicht unterlassen, fich die Frage zu beaut» »orten, »elche Stellung ihm als anerkannten und be» «chten«werthen Factor und Vertreter der Veamtenschaft her Regierungsvorlage gegenüber zu nehmen gebühre und »elche die »eiteren Schritte seien, die zu einem günsti-gen Resultate und zur vollständigen Erreichung der vor» gesteckten Ziele zu führen geeignet sind. Von diesem Gesichtspunkt« au« finden wir den Pessimism««, der in Veamtenkreisen au« Anlaß der in der Regierungsvorlage wahrgenommenen Mängel oder Unterlassungen um fich greift, nicht gerechtfertigt und glauben denselben »l« einen vorzeitigen bezeichnen zu können. Zur Beruhigung weiterer Kreise jedoch, die beider Eache interessiert sind, theilen «ic mit, daß das Ac« tionscomits des Verwaltungsrathe« in seinen Verathungen zu dem Beschlusse gelangt ist, daß in Angeleaenheit der Rang. und Gehaltsregulierung an den Vorschlägen der mit allseitigem Veifalle aufgenommenen Denkschrift vom Jänner 1872 festzuhalten und in einer neuerlichen Eingabe an die Staatsregierung und den Reichsrath diejenigen Momente zur Geltung zu bringen seien, »elche in der Regierungsvorlage entweder ganz unbe-»ücksichtigt geblieben oder in einer für die Interessen der Veamtenschaft abträglichen Weise modistciert worden find. Als Hauptpctita dieser Vorstellung werden von dem Organe des allgemeinen österreichisch-ungarischen Beam« tenoereine« bezeichnet: 1. Erhöhung der Gehalte in der eilften inclusive siebenten Rangllasse und Annahme der beiden ersten in der Denkschrift beantragten Gehallslategorien. 2. Normierung der Altereoorrückung nach dem Irlennium in der zehnten inclusive achten Rangllasse und dem Quadriennlum in der siebenten inclusive fünften Rangllasse. 3. Festsetzung der Minimaldienstzeit für die Vor« rückung in die höheren Gehaltsstufen in der X. und XI. Ranallasse mit 5 Jahren, in der VIII. «anallasse mit 10 Jahren, in der VII. und VI. mit 15 und in der V. mit 20 Jahren. 4. Allgemeine Einführung der Alterszulagen. 5. Einbeziehung der Quartiergelder. Actioitätszu« lagen in die Pensioneberechnung und Veseitigung jeder Allersgsenze für den Staatsdienst. 6. Periodische Remfion uud Festsetzung der Activi-tätszulagen im Verhältnisse zu den jeweiligen Mieth-zinsen. 7. Einbeziehung des öehrerftande« in die «llge-«eine und einheitliche Gehallsreaulierung. 8. Auflassung der Carenztaxen und Mitwirkung de« Veamtenftanoes bei der Verwaltung des Pension«« fonde«." Hum Ministerwechsel in Preußen bringt die „KM. Ztg." Aufklärungen und Mittheilun-gen, die wir zur Kenntnis nehmen wollen. Da« genannte Blatt fchreibt: „Ale im Herbste vorigen Jahre« an das Herren« hau« abermals die Gerathung der Kreisordnung herantrat, hatte sich nicht nur der Minister des Innern, Graf Eulenburg, sondern auch der Souverän selbst mit dieser Vorlage durchaus identificiert. Schon im Februar 1872 hatte sich ein Ministerialbeschluß angesichts der Stim» mung der ersten Kammer prinzipiell m«t der Idee einer Herrenhausreform in Einklang gesetzt, allerdings von dem Grundgedanken ausgehend, daß eine solche Reform lediglich im Sinne eines ..Conseil d'Etat', nicht aber in dem einer englischen wirklichen Pairskammer zu geschehen habe. Die liberalen Parteien verhielten sich ziemlich kühl zu der angedeuteten Reformaussicht, da ihnen vor allem an der kraftvollen Durchführung der Kreisordnuxg ge-legen schien. Ander« der leitende Staatsmann. Er hul« digle der Ansicht, »daß, wenn man einen Louisd'or (die Herrenhaus-Reform) erst überhaupt besitze, man sehr leicht einen Thaler (die Kceisordnungj eingewechselt bekomme." Darum, als das Herrenhaus im Herbste sich abermals renitent erwies, war man in Varzin schlechterdings nicht ganz unzufrieden mit dieser Haltung, ohne sich deshalb sehr für den Pairsschub zu erwärmen. Man wollte eben mehr. Daher jene Winke einzelner Herrenhausmitglieder, welche zu verstehen gaben, daß der auf Urlaub befindliche ssürst durch-aus nicht für dieKreisordnung schwärme. In der That scheint es, daß der damalige preußische Minister-Präsident gegen eine Nmendierung des Kreisordnung«°Enlwurfs im Sinne de« Herrenhause« nictts einzuwenden hatte. Man weiß. daß diese Absicht durchkreuzt wurde, und zwar durch den Pairsschub. letztere Maßregel war von Varzin aus durch ein schriftliches Votum, welches für sofortige Herren. Reform eintrat, bekämpft worden, und diesem Votum hatte sich Graf Roon. als einziges unter allen Cabinets-Mitgliedern, angeschlossen. Graf Eulenburg siegte mit der ministeriellen Majorität im Cabinet, indes der Souverän gleichzeitig von den Winken Kenntnis erhielt, welche an einige Herrenhaus-Mitglieder, betreffend eine eventuelle Amendierung der Kreisordnun^s» Vorlage, eingelaufen waren. Fürst Bismarck und Vraf Roon waren also vereint in der Minorität geblieben, indessen der erstere vor der Welt als Minister»Präsident noch immer für den Träner einer Politik galt, die er im Schoße des Eabinels so nachdrücklich bekämpft halle. Oies war wenig nach dem Geschmacke de« Reichskanzlers, der darin aufs neue «inen Veweis fur die Unzutränlichllllen sah, welche da« in Preußen übliche ..Collegialjystem" des Ministerrath« nach sich zog. Als an böchsler Stelle, immer noch unter dem Eindrucke der Mahnungen an das Herren« haus, die Kreisordnung zu amendieren, die Thatsache bekannt wurde, baß unter den obwaltenden Umständen der bisherige Minister-Präsident uichl mehr aeneiqt sei. sich als Präsident majorisieren und sich «ine Politik zuschreiben zu lassen, die nicht die seinlge, mußte zuerst die Frage herantreten, was wohl am geeignetsten erscheine, die entstehende Lücke auszufüllen. Der Sieger im letzten parlamentarischen Kampfe, der schon einmal im Laufe dieses Jahres zu ähnlicher Stellung ausersthen worden war, Graf Eulenbura. muhte da naturgemiltz der tvniq. lichen Entscheidung sthr nahe stehen. Indes es blieb lei- nen Augenblick zweifelhaft, daß unter diesem Minister-Prälidcutrn. tier mi Conseil soeben über den Fürsten Bismarck in dcr Pairsschubfrage den Sieg davongetragen, eine fernere Vetheiligung des Ministers de« Neußern an den specifisch preußischen Angelegenheiten mcht zu er-warten sei. Etwa« anderes war e« mit dem Grafen Roon, der ebenfall«. weil er überstimmt worden wal, feine Entlassung gegeben hatte, von dem aber fich zu trennen dem Herzen des Monarchen überaus schwer fiel. Wurde er als Nachfolger ins Minister-Präsidium berufen, so conslatierte diese Sache durchaus leine Verleug' nung de« Bismarck'schen Standpunkte« in der Herren» haus.Reform durch den Koni«, da Graf Roon und Fürst Bismarck in dieser Sache Hand in Hand gegangen waren Veidc Männer, seit Jahren durch persönliche Beziehungen eng verbunden, verständigten sich rasch. In der Hel-renhausfrage gingen beide bereit« eng geschlossen zu' sammen. Die Borlage wegen der Eivilehe mußte ohne näheres Eingehen zurückgelegt werden, weil man nolh nicht im klaren war, welche Compensation der evangl-tischen Geistlichkeit für die entfallenden Trau» und Slol« gebühren anzubieten fei. Auf der anderen Seite war del Reichskanzler imstande, seine Unterstützung für die even' luell zu erhöhenden Forderungen für das Reichs-Mili' lärbudget dem Reichstag gegenüber zuzusagen; kurz, e» kam eine Verständigung zustande, welche einen Theil des Vismarck'schen ursprünglichen Programms fosort verwirt« lichte und einen anderen Theil, ohne Präjudiz, für d!« Zukunft aufbehielt. Alle diese Oinge gingen freilich nicht ohne Reibung unt» ohne Verletzung von mehr oder wt' niger berechtigter Eigenliebe ab — aber aus Ihrer Ent« Wicklung da« Vorwalten rückschrittlicher Strebungen hel' ausdeuteln zu wollen, dazu ist lein Grund vorhanden" Nesormen in Frankreich. Pariser Glättern entnehmen wir ein der drollige« Faschingszeit entsprossenes Project zur Aenderung del französischen Verfassung. Den bezüglichen Verfassung entwurf trägt ein sicherer Graf Chambrun m del Lasche. Der Entwurf weist dem Präsidenten der M publlt in eilf Artikeln folqende Stellung an: ..Art. 1. Der Präsident der Republik wird aus vier Jahre gewählt; er st wiederwählbar. Art. 2. vie Regierungsgewalt wird ausgeübt durch die Zusammen Wirkung de« Präsidenten, der Minister, des Ov.rhause« der Deputiertenlammcr und des Slaatsralhe«. Att. 3. Die gesetzgebende Äewalt wird gemeinsam von dem Pr^ stdcnten. dem Oberhaus und der Oeputiertenlammer au^ aeübl. Art. 4. Das Recht. Ocsehe vorzuschlagen. stH dem Präsidenten, dcm Oberhaus und der Deputierten' lammer zu. Ärt. 5. Oer Präsident ist vor den Kammes verantwortlich. Wenn die Pläsidenttnwürde durch del> Tod, freiwilligen Rücktritt oder sonstwie (offenbar ein Euphemismus für Absetzung, die ja eine Consequenz d^ Verantworllichteit ist) erledigt wird. so schreiten dll Kammern zur Präsidentenwahl. Art. tt. Der Präsident ist das Oberhaupt des Staates. Er verfügt über die ^and- und Seemacht, schließt oie Handelsverträge ab. ernennt alle Beamten, erläßt alle zur Ausführung »el Gesetze n0lhlyen Reglements und Verordnungen. Art. l 3n seinem Namen nnrd Recht gesprochen. Die riaM-lichen Beamten bleiben unabsetzbar. Art 8. Der Präsident hat das Recht. Gnade zu üben. Amnestien können nur «leulllelon. Pint um ßlul oder: Dl» Vlegl«»nter Piemont und Nuvergne. Novelle von «udolph Müldener. (Fortsetzung.) «Über so steh doch auf!" rief der Graf. ..du oer« spätes! died ja! Die Compagnien treten schon an und ln zehn Minuten wird man abmarschieren." Der Chevalier sprang in die Höhe, rieb sich die Augen und sah zu seinem Schrecken, daß sein Freund vollkommen recht hatte. So schnell hatte er in seinem Leben noch nicht Toilette gemacht als diesmal. Gepackt »ar schon am Abend vorher; nach zehn Minuten war demnach d'ilcigny zum Abmärsche bereit, der auch, gleich, sam als hätt« man nur noch auf ihn gewartet, sofort erfolgte. Das Wetter begünstigte den Marsch. E« war ein frischer, sonniger Morgen; eine angenehme Kühle wehte durch die Reihen der Soldaten und die Erde war thaubenetzt, so daß kein lästiger Staub die Colonne genierte, die im raumgewinnenden Feldschritte sich wie eine Rie-senschlange zwischen den Pappelbäumen der Allee fort-wand. Nachdem ungefähr eine halbe Vtunde Weges zurück-gelegt war, blieb der Chevalier, der die erste Compagnie commandierte und infolge dessen oorausmarschierl«. stehen und ließ zwei Compagnien an sich vorüber, um sich so-dann seinem Freunde de Lourmel anzuschließen. „Nun. mein Lieber." rief ihm de Lourmel entgegen, .erzähle, au« welch süßem Traume habe ich dich denn geweckt, al« du noch gar nicht an« Aufstehen dachtest?" »Ich erinner« «ich nie «n Irüunu." erwidert« der Chevalier. „Aber alle Teufel! Was seh ich?" unterbrach er sich plötzlich. .Sieh doch nur?" de Lourmel wandte seinen Blick nach der Richtuug, in der sein Freund mit der Finger deutete, und sah zu seiner Ueberraschung den Pudel der Zigeunerin, der ganz gravitätisch neben einem Grenadier einherschritt und sich von Zeit zu Zeit umsah, als wollte er sich überzeugen, ob ihm seine Herrin nachkomme. „Iumela muß mit dabei seinl rief der Chevalier, und in der That erblicke er zwanzig Schritte weiter zurück die kleine Zigeunerin, die leichtfüßig und doch fest zwischln zwei Reihen Soldaten auf der killte der Straße dahin marschierte. Der Graf ärgerte sich über den Ungehorsam des jungen Müdchens. Er hatte ihr so ausdrücklich oer-boten, dem Regimente zu folgen, und nun war sie doch da! Er blieb stehen und wartete, bis ihm Iumela näher kam, dann ließ er sie ziemlich scharf an, indem er sie fragte, was sie hier schon wieder zu suchen habe. „O, zürnt mir nicht, mein gnädiger Herr," er-widerte Iumela lm zaghaften Tone eines Kindes, welches auf einem Fehler ertappt wird. „Ich weiß, daß e« unrecht von mir ist, aber ich konnte nicht ander«. E« zoz mich unwiderstehlich her." „Unwiderstehlich? Weil du nicht widerstehen wolltest." zankte de Lourmel. ..und das war unrecht, sehr unrecht von dir." Iumela sah den jungen Mann mit einem so bittenden Ausdruck an. daß sich sein« Strenge bedeutend milderte. «Saß sehen, mein Kind." sagte er etwa« sanfter. „was willst du denn eigentlich hier? Du kannst doch dem Regimente unmöglich folgen, al« wäre von hier bi« Köln nur ein einfacher Spaziergang. Der Marfch ,»är« für dich zu anstrengend." „Die Zigeunerinnen sind an große Märsche st«' wohnt; sie sind gut zu Fuß," entgegnete Iumel». „Was das anbelangt," bestätigte einer von den Grenadieren, der nebenher ging. ..so sagt sie die Wahl' heil. Ich sah sie gestern von Kassel nach Corbach nebt" uns hergehen. Sie war frisch auf dem Zeuge vom e^ ften bis zum letzten Schritte" ..Ach. sch'cken Sie mich nicht zurück, gnädt»" Herr!" flehte Iumela; ..ich werde ja niemandem z«l ^ast fallen." „Halten zu Gnaden, mein Capitün," nahm del Grenadier wieder das Wort. der fchon einmal zugunste» des Mädchens das Wort ergrissen hatte. ..man könnte st' ja statt der Margot. die uns desertiert ist. al« Ma,tl' tenderin annehmen. Die Kleine ist lebhast und gl»l' mülhig, und ihr Pudel ist da« drolligste Thier von bll Welt." Ein beistimmende« Gemurmel aller, die diesen Vol' schlag mit anhörten, ließ erkennen, welche Sympathie" Iumela sich bereit« erworben hatte. „Morbleu! Ua Mitraille hat recht!" ries b'AcignY ..Wie ihr da« gallonierte Hütchen mit der Feder stehe« wird. und die Weste erst in den Farben von Auvergne Meiner Treu. ich sorge für die Equipierung l" „Daß du für sie das Wort redest, kann ich u»" denken." entgegnete der Graf ärgerlich. „Sie ist l" jung. Was soll aus einem Madchen von ihren Iah"" mitten unter Soldaten werden?" „O, Iumela ist stark." erwiderte die Zigeuner!" „Inmela fürchtet sich nicht, die« hat sie schon mehr <"» einmal bewiesen." Während dieser Debatte waren noch andere Offt^ herangekommen, unter ihnen auch Doktor Pavillon, dt schon auf eine Entfernung von zehn Schritte laut s^ Erstaunen über die wunderbar« Gchvnheit Iumela« a" drückt«. 35 durch ein Gesetz gewährt werden, «rt. 9. handelsver. trüge erlangen erst mit ihrer Genehmigung durch die «ammern definitiven Charakter. Art. 10. D:r Präsident sanctloniert und verkündet die Gesetze. Art 11 Er er. nennt die Minister und setzt sie ab. Die Minister be-anwortlich". """" v°". Sie sind solidarisch oer- Politische Uebersicht «aibach, 16. IHlu,er. Der gemeinsame Kriegsminister hol. wie V N" und ^ N ?"'." ^^°P°ry. Graf Ferdinand H.chy «^^.l^?"^ b" Handelsministeriums, °l« wllcher wahrsch in.ch Sect.ouSrath Kozma entsendet wird. - der «« ^"""" ^" Negitlungs-Eommissäre bezüglich ^ ^°8^"en am 15. d. M. begonnen. treibt: Die bevorstehenden ü«t rn ^ "verschiedenen hohen preußischen Staat«. se?n d«r «^ü «in vortrefflicher P^fst-in für den Geist We ür^M^V^" Ministerium herrsch!, lelä schleick.n^ 3' "" " l>". »nderweit.ge im Dun. «d°«eor?nN «^ matt zu setzen Da« wichtiaeu ^ "^chende politische Geist nicht ganz «ano« zen d r ^, .^ ^"^" i" ersehen. - D.e Eonseren-Iustiase!^^" Iustizminister über die Reich«, ^n Ä ^ "^ "«"en im Februar wieder beginnen, lion i«^" ?c^" ^"«urf einer Gerichts.Orgamsa. an we^^üb'^n Justizministerium fertiggestellt sein, zw« obne n". 'c"^°" ^erjuslizrath Dr. FOrster, und z^l^^^^ ^? di: ^g°e^^^^^ Wurf best.mmt ferner, daß nach dem Auseinandergehen der gegenwärtigen Nationalversammlung d.e geseh»ebende Gewalt durch zwei Kammern auegeübt werde, und w.rd der Ausschuß beauftragt, eine Pollage bezüglich der tbi. « « !t '.""!" ^°^" vorzubereiten. Präsident A.trs gibt in lüngerer Auseinandersetzung wiederholt m^^°"7^" ""«druck, welche er bereits im Su. ^om ts dargelegt Er besteht auf seinem Wunsche nach barlegt. Er halt die Frist für'die Au«übün« de/V lur gang unzureichend und schlägt anstatt einer einmo. natlichen eine Frist von vier Monaten vor. Er prote. stiert gegen die Formalität, es der Nalional'Vorsamm. lung jedesmal durch Botschaft bekanntgeben zu sollen, wenn er sprechen wolle, sowie gegen die Vetpflichtnng. In sein etwas derbes i!ob stimmten auch die ande. «n ein; kurz der Enthusiasmus wurde allgemein, und 5.«,°!°"^' "" "" " sich handle, daß nämlich ^zumela bleiben. Eapilän de ^oulmel die« aber nicht dulden wolle, da erhob sich ein solcher Sturm gegen den «»rasen, daß niemand mehr sein eigenes Wort verstand. 7«r so mel war zu entnehme,,, daß der Volschlaa. k,n °. ° Marketenderin dem Re.nmente eiuzuverlei-den. m.t grüßlem Veifalle aufgenommen wurde. Otrn^"^ l sah ein, daß er nicht mehr gegen den ,uei^/^""" ">""; ohnedies war er eigentlich ere«t It nn^^"' ^"l«eidung in dieser Sache nicht Iumelas ^l ."7" " lich bisher gegen die Aufnahme "<" dies hauptsächlich aus Iuaen un^ in ^"!^ ^" Theilnahme für Iumelas °°" ihr ab^w, . '"l'chen Ansicht geschehen, Gefahren Vte" im?«' "" lie selbst noch gar nicht lannte. wandte d«r Gr«l ?!, ^s Bedauerns, als m,t Unwillen "Wenn <«'H "un an die Zigeunerin, ernst, .so lannst d« ^ " """ """." l°°t« " sehr dich nicht gewarnt h,b°" ^ " "'^^ behaupten, daß ich „Bah, man wird n, Grenadier iia Mitraille "'p«tieren." versicherte der > digt hinzu. ..kann Auvergne n^"^""'" ^gte er befrie-ste Marketenderin zu habe,, «'^ "^""n. die schön, darüber bersten." ' ^"°nt wird vor Neid Diese Bemerkung schnitt alle m,.< «b. Mit großer Acclamation und ^ """ ^'"^"b« Freude des Chevaliers wurde Iumela u^?^«^^"^"" l'9l. mit Auvergne nach Köln zu marfchi"^^ "^' d°nn formell als Marletenderin in *" s.'.n ° ^" ^' f^und in die Farben de« Negiment« «eK«."^ (Fortsetzung ftlgt.) die Nationalversammlung. nachdem er gesprochen, zu net lassen. Er wünscht im Falle einer Interpellation in die National-Velsammlung lommcn zu tonnen, und verlangt, daß die zweite Kammer mindestens zwei Monate ^vor Nuftösunu der National'Versammlung constiluicrt und die derzeilij'e Efecutlvgewalt auf fech« Wochen nach Auflösung der gegenwärtigen Nalional-Versammluna, oer. lüugett weide. Die „Times" bespricht die Angelegenheit oo« Een-lral. Asien und^ sagt: .. Der Feldzug der Russen wird mit glotzen Schwierigltilen verbunden sein. aber Rußland wird schließlich siegen. Wclchc auch die Ab» stchlen Rußlands seien, es hat einen Vorwand zum Bor. rücken. Es willde für England schwierig sein, em wil-des Boll zu schützen. Wir hallen es aber für besser, daß Rußland Garantien für die Zulunsl verlangt und tthiwa feine Utlabhäugi^eit belaßt. Wenn Rußland mit feiner Erklärung, daß es nur feme Handelebezie. hungen erweitern und nicht neue Eroberungen machen will, aufrichtig ist. so würde es leicht sein. die «ezie. hungen zwischen Rußland und den tartarischen Fürsten auf einer Grundlage zu regeln, welche Rußland schatzens-werthe Vortheile zuwenden würde, ohne die Eifersucht de« Auslandes zu erwecken. Gras Schuwaloff habe er> llärl. der Zweck der Expedition sei. die in Gelangen, schaft befindlichen Russen zu befreien; es bestehe keinerlei Absicht, das Land dauernd zu besetzen, noch auch. da« Gebiet von Khiwa an Rußland zu anneclieren. »Mr hoffen." schließt die „Times." ,daß Rußland, nachdem es semen Zweck erreicht Hal. wieder umlehren werde." — Der Kanzler der englischen Schatzkammer erllärte einer Deputation, welche um Aushebung der Malz. st euer petitionierte, daß er das Anfuchen derfelben ab« lehnen müsse, mdem er hinzufügte. daß die Voraus, fehunaen von einem großen Uebcrschusse de« dicsjähriaen VudgetS illusorisch seien. Aus dem Vatican. Be. Helllgleil der Papst empfing am 12. d. M. mehrere Geistliche und Laien au« Deutschland. Der Präsident des deutschen Vcreines in Rom. W^al. sprach tine Adresse in lateinischer Sprache, welche Glückwünsche 5l,m neuen ^ahre ausdlück'e und weiter« sagte: Die Verfolgung, welche sich bemüht, unseren Glauben zu zer. stören, erhöht unseren Geholsam und unsere V.ebe gegen d,e Kirche und den Papst, den unfehlbaren Lehrer der Wahrheit Indem die Söhne des Papstes diesen in großer Nothlage unerschütterlich sehen, fassen sie Muth. protestieren sie energisch yegen ungerechte Gesetze, verach. ten sie mit dem Papste da« Treiben der Verleumder und zweifeln sie nicht an dem Siege. Die Adresse er. fleht den päpstlichen Segen über aUe Deulfche. auf daß ,hr Glaube und .hre Religion neftstigt werden und auf daß ste in diefem Jahre d.e Kirche des deutschen Vater, lande« siegreich üder ihre Feinde schcn mögen. Der Papst antwortete: Mit solchem Geiste. Muth und Gotlvtllrauen kann man nicht fürchten, durch d.c Gewalt de» ousels besiegt zu werden. Derjenige, der ür euch das Wort führte, fprach m.t solcher Kraft und solchem Vertrauen auf dcn Sieg. daß auch wir drr Hoffnung das Herz öffnen müssen. Der Papst erin» nerte sodann an das Tageseoangelium. als Jesus in der Synagoge predigend wiedergefunden wurde, und fügte hinzu: „Auch ich. unwürdiger Statthalter Christi, möchte zu den Großen der Well sagen: 8i iu^e locu-tug 3UM, tsätimomuN psrdlbb äs lnalo, 8! lludem deus, cur ms caeäis? Wenn ich nur die Wahrheit uesagt habe, warum schlagt ihr mich. indem ihr die Orden aufhebt, da« Kirchengut usurpiert und das neh. men wollt, was euch nicht gehört? Aber sie sind fähig Zeugen zu bringen, daß ich schlecht gesprochen habe. Jesus will. daß die Souveraine und Regierungen der Welt geachtet werden; aber er legt in ihre Hände Degen und Waffen, dam.t sie ihre Unterthanen und die Rcllllion beschützen. Das ist der Grund, warum Jesus die Mächtigen bewaffnete, und nicht, um die ltirche« zu verfolgen. Ob die Mächtigen solche Veschüher sind. überlasse ich eurem Urtheile. Alle Well weiß es ich^ werd- lein Wort weiter hinzufügen. Nicht genug an dem aber. wollen sie nicht allein alle« Große in der Kirche, sondern auch in der Moral zerstören. Sie wol. len den Unterricht in ihren Händen haben und daß die Jugend in ihrer Art belehrt werde. Jesus sagte aber! nicht zu den Souveränen, sondern zu den Dienern der! Kirche: „Itc, äoceto omn«8 ^»ts»." Die Kirche hat ein geheiligte« Rccht auf den Unterricht. Der Papst gab schließlich der Deputation seinen Segen und ermuthlgle sie, standhaft und beständig im Glauben zu verharren. Hassesneuigkeiten. — Se. Majestät der Kaifer geruhten am 13. dj mittag« Se. 5fc. den Herrn Minister de« l. hause« und des Auswärtigen Nrafen Julius Andrassy. der einige Tage lang durch eine Grippe an da« hau« gefesselt war. mit »llerhöchftseinem Vesuche zu beglücken. - (Japanesen in Wien.) Dk japaneslsche Mission, welche unter der Fuhrung be» Unter.Vlaa,»kommende Handlung nur dann auf Erfolg Anspruch machen, wenn sie im wiener Dialekte und in der auf wiener Bühnen üblichen reichen splendiden Aus» stattunq in Szene geht, Ürst im dritten Alle, in der Ab» schiedsszene des „löschenbach." in der Aufklärung und Enthül» lung der Schandthat „Palms" wurde das Interesse des Hau» ses an der Action ein lebhafteres. In jener Szene, in der ,Knöpft' feinem unschuldig belastetet, i/eben em Cnde machen will und er dem Urheber seiner Leiden Rache und Tod schwört, entfaltete Herr Rott, zuerst in angeheiterter Si« lualion, schließlich zum neuen Leben erwacht, seine totale lünsllerische Kraft und Macht. Wir sahen Herrn Rott (Knöpft) als vollendeten bewährten Künstler dor uns. Immenser Beifall und unzählige Hervorrufe wurden Herrn Äott gespendet. Lobenswerlh hervorheben müssen wir auch die vortreffliche Aueführung der Rollen: „Eschenbach" (Herr Wauer). .Bremonl" (Herr Carode), „Groecourl" (Herr Aufim). .Palm" (Herr Röder). .Maria" (äräu« lein Grand). ..Fett" (Herr Zwerenz) und .Lololle" (Frl. Hardl). Der uns fchnell llebgewordene Gast wurde am Schlüsse der Vorstellung dreimal stürmifch gerufen. — (Aus dem Hmlsblatle.) Kundmachungen betreffend 1. die Eirichlung eines Postamtes in St. Ma» rein; 2. den Bau einer Arlillerielaserne in Klagenfurt. —' (Auf die „Wiener Weltausstellung«. Zeitung" ) wollen wir die Industriellen, Land' und Forstwlllhe, die Angehörigen der Gewerb«, und Handele, well aufmerksam machen. Dieses mit Illustrationen reich ausgestattete Blatt erscheint wüHeutlich zweimal und toste« mit Postoersendung jährlich 20 st. — ( Da« Ze itungsoerze ichnis der Au » noncen-Efpedltion von Haasenstein HVog> ler) ist soeben in 12. Auftage e>schienen und gewähr, durch sorgfällige Zusammenstellung von mehr als 5000 politischen Tagesblätlern eine Uebersicht ver Preß> Verhältnisse aller V ander. Die Angaben über Austage, geitenpreise ,c. lassen an Genanigteit nicht« zu wünschen übrig und sind nicht allein für den die Puvlici« tät benutzenden Geschäftsmann, sondern für das gesammle Publicum von hohem Inleltsse. Die Herausgeber, welche sich um die Entwickelung des Annoncen.Veilehr« sehr ver» blent gemacht und den dominirenden Hmflutz innerhalb dieser Geschäftsbräuche ausschließlich durch ihre foliden und coulanten Gefchäflsprinzipien erreicht, haben außerdem für eine höchst geschmackvolle Auestatiung des Katalogs Sorge gelragen, d»e demselben einen bevorzugten P^ay in jedem Comptoir sichert. Original - a< eine Adresse überreichende Pfarrercollegmm von Ro^ und führte in der Antwort das Gleichnis der drei M suchungen Jesu an. Als schlimmste Versuchung bezeig nele der Papst jene, welche unter Ocldanerbletungen u»> Verheißungen der Ruhe und de« Frieden« ihm einll Vergleich anbieten. Telegraphischer Wechselkurs vom 16. Jänner. Pavier-Rente 66 70. — Silber. Rente 70 «5 - I860« Staat«-«nlehrn 103. - Vant-Acliln 985. — Credit-Act«' 325 25. - London »08 75. — Silber 106 75. — ». l. VM Ducaten -. Napolecu«d'or 8 66. Angekommene Fremde Am 15. Iänn« >«»«^> «>^ts«»>«. R»z tta. Fabrikant. Seelavih. ««"' Tauffrer, Gutsbesitzer, Welplburg. Hcicvar und llra«ol'^ S.ani'l. - Frey; Pajf. Ksm., Ul,t> Figer, Phi)stler, W'l? — Hm'5. Tarvls. — Popooit, «»rnleu. — Faoer, Forstme' fler. Ootlschee. — Visiaui. uno Miazzi. Iriest. — Sorre «<" Fr,u. Wlppach. — Umel. Pfarrer, «elde«. — Lei'gysl, <»< treldehlllldler. Kanischa. - Vlabergnj. Gul«!iesili,r. Proselo ^ Raonicher. i?oilsch. HoWlter, Dechant. Adelslitrg, »n«^> M«»^« NV«««. Roll, Schauspieler; Outtman» u»° Hilber. Kftle. Wicu. «,»«^> »l«^«,,»». Figer mit Frau. Prag, Raut, Pfail^ «lirll^ch. . Leopold, Sisfrl, Toop, Wien. Vercol»'«« Trieft. «»««'«»«>,«>' ««»s. Rubatscher, Vohen. Skooter. beute: Zweite Vasioorflsllung de« Herrn 3arl M. Rol^ Der Vleineivbaurr. VollsstUck in 3 Alien, von L. Grill"' ^ - 3 M N : z - -< : «u Mg. 74».?, ^. 3« O. schwach heiler 16.. ^ „ N. , 744.,5 ^ 7.» SW. «äßig z.Hälfle bew. 0.«« l l<)^ «b. 744.0, -j- 5.« SW. mllßia. trilbe Sternenhelle Nacht. Taallber herrschender Tlldwest. OeH selnde Newüllllng Abend« lrUbe. Da« I»ge«mitlel der Wälll» l 5 7'. um 8,,' Über dem Normal,. veiantworillcher stedacleur: Ignaz v. llleinmayr. 9^,^^'^,'1'i^l Wien, 15. Jänner. Tie Hälse war ruhig und fest. Die «lursc der Hauplpapiere schwanllcn unbedeutend um die Z ffern gestriger Notierung, Nnlagewerthe fanbt» <^)Vl ^(. v^l »N)t. flotien Absah, Nebeuwcnhe uno von ihnen bcsunoer« «Uauwerlhe hallen wieder stirle Nuancen. H^. Atlgemeine .86t<0 . Slider „ Iänner.Iuli . 70.99 7" 10 » „ . »plil-Ollober. 70.^0 7I.1U «nltheuv.I«3^......3I<».- 31 l.- . ^ l«54(4p<5,.);u2ix1ft. l»3.50 94.— , ^ I860 zu 50 > ft. . . 101.25 1« 2.50 ^ » 1060 zu 100 st. . . I255<) 123/0 ^ „ 1864 zu 100 st . . 142.— 142.50 Staals-Domilnen-Psandbriese zu I2<) st. ö. W. in Silber . . ,12.50 l 13.50 ». GrunVentlastunstK-Qbliaationen für 100 st. Geld Ware «»Wen . . zu 5 p«l. 94— 95. -Eall^ie, .... „ 5 „ 7«.- 7675 Nl,derr zu5p30.— Handelebanl....... 2!)6— 2'.<7 - Nalionalnant......!>88.- 2«'8.50 Vtllehrsbanl.......241.-0 242. «. Actien von Tran«portU.,ter nehmunsten Geld Ware Alfiild.Fiumllner-Nahn 172.50 173.— Vichm. Wrstbatln . . , , - .— - .- Karl-kudwig-Vahn. . . 227.75 228.25 Donau-Dllmpssch.ff.-Otsellschalt 632.- 634. Elisabelh-Wesloohn.....24»i.— 247.- Elisabeth »Westbahn (kinz.Vud- lveiser Strecke) ... . .— —.__ ßerdinand«-Norbbahn . 2190.—2l95.— 8üultlrcheU'««cs»,Vahn . . —.— —. <3eld Vare Fran,-?°sePh-Val,n , . 2<9.- 2'9.^> Lemb.Liern-Iassu-Vahn , 149 50 15'» 50 Lloyt». »sterr. .... 544.- 546. - Olsterr. Nordwestbahn . . . 2IK.5U 214.- Rud°ls«-V°hn......I7()._ 17050 Siebend!»'ßer-Vahn . . '. 174. 175 — S»aate>bahn.......334 A<5.— Sttdbabu........I«675 l«7.— Sudnordd. Verbindungsbahn . 174. 175. - The'st-Bahn.......241.50 242.— Ungarllche Nordostbahn . . . 1'.6/0 Ik>7.50 Ungarisch, Ostbahn , , . , »29 75 130.25 Tr-mway ......36ft.50 367.— »>. Pfandbrief« (für 1l».?5 ^01.--ssr,.-Ios-«ahn „ « „ 99.50 99.75 O.«.'Lubw..«. i. S. ver,. l. E«. 100.50 101.-Olsieir. «srdweftbahn , l,?.40 97.60 Geld Wall Siel>enb. Vabn in Silber ver,. . 87.75 81. Slaal«b.O.3',>5.0<»Fr. «l.«m. 128.50 129., Sudb..O.3 7^50'F'.pr.Stull I0».— w«.ü' Slldb.'O. k ^>0 ft. zu 5"/. sür . 1M >. Wechsel (3 Monate). M Gelb V^W Augsburg, siir 100 st. Md. W. 91.60 9»^ Franlf. a. M. sUr W"ft.si!dd.W. 91.75 9l.A Hamburg, fl'r 10 > Mart Vanco 79.75 79-s" London, sllr 10 Psund Sterling 108.8'» l09-^ Pari«, flir 100 Franc« . . . 42.55 42.M l». Eur» der «eldsorten. M Geld Ware M zr. Ml!n,bucaten . 5 st. 16 lr. 5 ft. 17 M Napolconsd'or . . » ^ 65j ^ 8 » 6s W Preuß. Kassenscheine 1 « 62z „ 1 ^ 62» M Silber ... I0S » 75 ^ W7 , 90 " Krainische Vrundentlastung« , ObligatloneN^^ Privatuotierml«. 8ü.7b G«lb. «H. «>«">