«r. 199. Samstag, 3l. August 1889. 108. Jahrgang. °'Wht"s"°7'?«i«l »Nl ^oftv««, tnbuni,: «»u»l»hl<» ». ", halblsbllg sl. 7,»0. Im « ° mpt ° l»: , """« ^u,naV^.l^'<» sl. »,,o. Ft!, b«« Zufitllun« in« Han« ganMrlg si. 1. - I»,»»tt»»««,»»»t yü, j ^^^^^^ "'« ,n 4 feilen »» lr,. «r«ber« per »<«lle « ll,< be« «st,r«bolnnaln P», Z,llt » ll. ' Dl« „»lalbachn N»«tn»g" «rschllnl tlgllch m«t «»»nabme b« «onn» »nb yf»e»t»g« Die «>m<»»ftr»tl,» bestndet fich Longreseplay ». b<« «tbartto» Vahnhosgass« »4. «prechstunbeu de» ««b»ctlc>n lünüch von 10 bl» 1» Nhl vormtttag«. — Nnsl«nll«t»Vr<,fl »«b»n nlch» «nzenom«« and «»nnlnipt« »lchl,»»««gestellt ^. Vlit 1. September eawnt ein neues Abonnement auf dic ^ Dailmcher Zeitung. """kr'ä„ d'^.'' " "' erations. Nedinssunssen bleiben Mährig ' ^ll.-lr. nc>»M)ri^ . . Hfl.-lr. "onlltlich "'s,, ?5 „ virrleljähriss . 2 „ 75 „ Ä. N'lr di.' a ." " '"°u"'Uch . . - „ !>2 „ °"»ent. . V"'^lluuss i„s Haus für hiesige ^N« ^"^ ^ Gulden. ü>.-^^3g- v. Rleinmayr K Fed. Vaulberg. ^ Amtlicher Hheil. ^tthijchst- uud ^Apostolische Majestät haben mit feister .f. ^V"""" Diplome dem Garden und "M Gri,, ?^lje der Erste» Arcieren-Lcibgarde 'höhe«r'" ^" Adelstand mit dem Prädicate '------^^'»en» allergnädigst z« verleihen geruht. ^ Vlchtamüicher Hheil. " Hnlldscrtiglcits-Uuterricht in der Schul-^ Werkstätte. " ^""ls-Schulinspector U. 2umer. Die sn ^^ Ü!'^' ««erst M' ^'beit als Unterrichtsgegeustand .?." und N ' ^"'la"d eingefühlt. In den Semi- 3""''(Ti1ch5'^ bilden die .technischen H.nd- > m7«' Schmhnei. Schmied?'Arbeit, Korb- 3 i?ig«torisch „^«^ der -Slüjd. (Holzarbeit) V ^ "'"errich'A <^"^"d. In Schweden wird 2'!'? gesH^ ss??^ betrieben und wird von 3 bich Be^ .^" l"t 1872 nnterstützt auch der a^" 'Hl ''3e.. Dort ist an circa 700 Schu '^"ia. da! 'UnMhrt. Slöjd bede.ttet geschickt, ° ° h wan ^^''^'"igkeits-U>.terricht. Darunter H.^"lich dm^l^.die Bearbeitung des Holzes. 'Kl"".... Die" Ein- cen "3 den N 'Z" s'!!''^"chtes entspricht voll->^5 A,rnV ^^"ltlu en. Dort sind 60 Pro-^^^Ni^ldtt. so ist das Holz das Hauptproduct. Die Wohn- und Schnlhäilscr sind aus Holz, die Hansgeräthe verfertigt sich der Landmann im Winter selbst aus Holz, das Holz bildet also fast das ausschließliche Material für die Hausindustrie. Für unsere Verhältnisse müssen auch andere Arbeiten in den Unterricht aufgenommen werden. Zur Förderung des Slöjdunterrichtes besteht das Slöjdseminar in Nääs znr Ausbildung der Lehrer. Der Unterricht ist an Volksschulen facultativ eingeführt und wird nur von hiefür ausgebildete» Vollsschüllehrern ertheilt. Welche Bedeutung diesem Unterrichte gezollt wird, beweist der Umstand, dass derselbe auch an der Universität in Upsala eingeführt ist. In Norwegen ist der «Slöjd» noch nicht so ver» breitet als in Schweden, es wirb jedoch das Interesse für denselben immer lebhafter, und die Regierung hat an den Lehrerbildungsanstalten besondere Lehrercurse eingeführt. In Frankreich ist die Handarbeit (travail manukl) seit 1882 in den Seminarien und in Volks-schnlen, selbst in Algerien, obligat eingeführt. In der Elementarschule hat dieser Unterricht ein dreifaches Ziel: die Physische, die intcllectuelle und die moralische Erziehung zu fördern. Weil der Unterricht in ganz Frankreich gleichzeitig eingeführt worden ist, herrscht noch Mangel an ausgebildeten Lehrern und müssen häusig Handwerker in Verwendung genommen werden, was nicht gerade förderlich ist für die Entwicklung dieses Unterrichtszweigcs. In Paris wird schon an mehr als 100 Schulen der Handfertigleits - Unterricht llhrplanmäßig ertheilt, an welchem über 800 Knaben theilnehmen. Auch besteht daselbst das Centralscminar ! zur Heraubildung von Handfertigkeits » Lehrern. Der Unterricht beschränkt sich nicht nur auf «Slöjd», sondern umfasst die verschiedensten Arbeiten. In Belgien hat jedes Lehrer Seminar einen bc> sonderen Arbeitssaal für «Slöjd», wo sich die Lehr» amtscandidaten in der Handarbeit üben. Durch die allsgebildeten Lehrer wird dann der Handfertigkeits» Unterricht in den Schulen nach und nach cing'sührt. weil mau dort von dem Grundsahe ausgeht, dass dieser Unterricht auf streng pädagogischer Grundlage zn er» theilen ist, dass also znm Unterrichte nur Vollsschul-lehrer berufen sind. In Dänemark bestehen bei 50 so« genannte Hausfleißschulen für die mehr erwachsene Iugmd, welche den Zweck haben, die Hallsindustrie zu fördern. Diese Schulen stehen mit der Volksschule in keiner Vcrbinduug. Iu neuerer Zeit bildete sich eiu Verein zur Förderung des Haudscrtigkeits'Untcrrichtcs an Volksschulen. Für das, was bisher geschehen ist, hat das meiste Verdienst der Rittmeister a. D. Clauson Kaas. In Holland hat für die Einführung der Handarbeit in die Volksschule am meisten mittelbar eingewirkt der genannte Rittmeister Clauson Kaas. Schon vor zwölf Jahren hat ein gewisser A. Groeweland in Rotterdam mit der Handarbeit in der Schule be' gönnen. Er betrachtet hiebei die Arbeit nur al« Erziehungsmittel, nnd bildet sein System die Fortsetzung der Fröbel'schrn Idee in der Volksschule. Für Lehrer hat er besondere Curse eingeführt. Gegenwärtig betrei» ben bei 50 Schulen die Handarbeit. Auch Russland ist in diesen Bestrebungen nicht zurückgeblieben. In Livland bestehen schon über zehn Jahre Schulwerl-stä'tten nach dem Clauson>Kaas'schen Systeme, welche ihr Entstehen besonderen Vereinen verdanken. Später wurden zwei Lehrer auf Staatskosten zur Ausbildung nach Nääs geschickt, welche jetzt am Petersburger Seminar nach dem schwebischen Systeme Unterricht ertheilen. Was die Schweiz anbelangt, so wurde von den Lehrern in Basrl 1882 ein Verein der Handarbeits-schulc» für Knaben gegründet, welcher vom Staate unterstützt wird und welcher schon mehrere Schulwerkstätten eröffnet hat. In Italien fängt man anch an, sich für die Sache zu interessierrn, und hat die Re^ gierung 1886 den Deputierten Gabelli nach Oesterreich und Deutschland geschickt, die dortigen Einrichtungen zu studieren. Besonders interessierte er sich sür die Wiener Anstalten. Desgleichen begann auch in Spanien und England, besonders aber in Nordamerika eine Regung. Iu Boston besteht ein CentraLComitc' für den 'Handfertigkeits-Unterricht, welches 1882 einen Schul« mann zu Studienzwecken nach Europa schickte. In New-York hat der Schulrath 50.000 Dollar bewilligt zur Anschaffnng von Werkzeugen und Material sowie für die Besoldung der Lchrkräfte. In Deutschland hat die gegenwärtige Bewegung sür den Handfertigleits - Unterricht hervorgerufen der Wiener Oymnasialdirector Dr. Erasmus Schwab durch die schon oben erwähnte Broschüre. Für die Ausbrei-tuug der Handarbeit in Deutschland hat aber das größte Verdienst der dänische Rittmeister Clauson Kaas. Ver-eiue und Gemeindevertretungen riefen ihn ins Land, wo er an vielen Orten über den Handfertigkeits-Unter« richt Vorträge hielt und die Modelle vorwies, die er aus Kopenhagen mitgebracht hatte. Den ersten Hand-fertigkeits'Cllrs eröffnete er in Emden. Die 63 Theil-nchmer haben nun auch selbst Schulwerkstätten ein» geführt. Der «gemeinnützige Verein» in Leipzig setzte Feuilleton. n> ^ch nu ^" ^lhlniegcrvatcr. Eie s>'" Kaste« ^.!!^asten l°ll er nicht mitbringen. "tlne^M von U'' s"2te Antoinette verdrießlich, lorte, öfterer w?. Schwiegervater, welcher ein ^'s'/^e ei,,""; er führte ganz billige Papier-5 verlieh ^ ^ Flrma ihm zu Engros- kpie a. fiir 15 U/ l""lzig Stück Briefbogen mit ^'^""" Du^n^" °d" Colleclionen von Brief-^jkr^"""''. alle« ,"^"'' "nein Bleistift, einen, ^r rr z"". u.ch ^/" de,n fabelhaften Preise von ^M^ mehr. Zudem be» d^ch,„. vers^ ^'""' Oblaten und kleinen 't in"."" z>l HHn. um die Kinder seiner K.m-^"r z^ So «assortiert!, wanderte c>. E ?"r und .5^" "°" Hans zn Haus. von >.^.>Ne zwei ?""e "glich einige Groschcn. 'a. ^ einer ersten Stellung «f^g, ?tnr llnd ^/""deutlicher Pr^ss" für '" de w" Geaem» V^ 5" den hervorrragcndstm tis.<'^kss^r u 5 A"M Polare Vorträge lkbe Verl. <"k, Ilch em wenlg roman-"vand ihn mit Antoinette von Latour»Morberg, der Tochter eines verdirnten Generals, der selbst einer bekannten militärisch aristokratischen Familie angehörte. Trotzdem legte man der Werbung des jnngen Professors, welcher zweifellos und notorisch der Geistcsaristolratie angehörte, keinerlei Hindernisse in den Weg. Seit wenigen Monaten war das junge Paar überaus glücklich verheiratet. Der alte Biedermann war zur Hochzeit seines Sohnes von diesem neu bekleidet wo»dcu und hatte iu seiner bescheidenen Haltung nnd mit seiner glücklichen Mime dnrchaus keine störende Rolle gespielt. Gewiss waren die Verwandten des Fräuleins von Latour-Morbcrg nicht gerade erfreut über den armen Hausierer, aber sie sanden sich mit ihm ab, und der General vergaß niemals, im Hinweis a»f den Allen zu betonen, dass nur eine geniale Ngabuug. w,e die seines Schwiegersohnes, solche häüslichc Misere zu über« winden vermöchte. Antoinette war recht freundlich gegen den Altrn gewesen, da ihr Bräutigam W sür ML gute Wort mit einem dankbar.» Blick belohnte. Eme unbehagliche Empfindung verursachte Hr jedoch der Schwiegervater immer, so oft er ihr unter d,e Äugen kam — ein Hansiercr! .... 5. « Während der Hochzeitsreise vergaß stc mdelsen auf seine Existenz. Nach der Rückkehr von derselben wurde sie indessen unaugeuehm an dieselbe erinnert. Papa erschien nicht nur in einem recht schav,g>n ^ver-rock. iu eiuem unmöglichen Hut nnd mit lmwslcrkm Kinn. suudrru auch m,t seinem Hausierlasicu beladen, den er im Vorzimmer hinstellte. Auch diesmal war, und blieb Alüomette freundlich; sie hosste. es sei emc Ausnahme. Aber der Alte kam wieder und wieder — immer mit dem Kasten — auf dem Wege in sein Geschäft, um seine lieben Kinderchen» zu sehen. Er war keineswegs unbescheiden, drängte sich nicht vor, gieng. wenn Fremde da waren — aber er war da — er wurde gesehen, und Antoinette schämte sich ein wenig vor — ihren Dienstboten! Man hielt einen Diener, und mit welchem Grinsen hatte dieser neulich dem Alten den fatalen Kasten abgenommen. Antoinette liebte ihren Galten zärtlich, sie nahm innigen Antheil an seiner Berufsthätigkeit, sie bewunderte sein Talent, sie ließ sich immer und immer wieder von den Entbehrungen seiner Jugend erzählen, wurde gerührt uud suchte ihn durch tausend kleine Auf-merlsamtViten für die harte Vergangenheit zu entschädigen. Aber der hausierende Schwiegervater — das war denn doch zu virl! So viel Rücksicht war Ludwig — vmt dem Alten konnte man nichts anderes erwarten — ihr und ihrer Familie schuldig, um ihr den Anblick des Hausirrkastens zu entziehen Sie begann ihren Feldzug folgendermaßen: < Papa ist aber doch ein alter Mann, fast siebzig, sagtest du? Mau sollte ihn nicht mehr hausieren lassen?» — «Ich habe schon wiederholt versucht, ihn davon abzubringen.» versetzte Ludwig harmlos; «er will noch arlmten, will nicht d.,s Gnadenbrot seimr Kinder essen, auch läuft er gerne herum; die Sache, die dir jedenfalls widrig erscheint, ist ihm Bedürfnis geworden.» Antoinette machte noch einige weitere Versuche, aber Ludwig begriff einfach nicht, was sie meinte. Für heute gab sie dcn Versuch auf. Ein nächstesmal aber Mbacher Zeitung Nr. 199. 1694 31. August ltM solche Curse fort, und so ist dieser Unterricht schon sehr verbreitet. Neben Leipzig sind in dieser Beziehung zn nennen: Dresden, Görlitz. Waldeüblirg, Vreslau, Berlin, Königsberg, viele Städte in Süddeutschland, Hamburg, Weimar, Halle (mit 4 Knabenhorten), Frankfnrt, Hannover (mit 3 Knabenhorten), Kiel u. a. In Summa bestehen gegenwärtig in Deutschland über 200 Schulwerkstätten. Für ganz Deutschland besteht ein Ceutral-Ausschuss zur Forderung des Handfertigkeits-Unterrich-tes. Dieser Ausschuss gibt ein eigenes Organ«Nordwest» heraus (Bremen. Redacteur A. Lammers). Auch in Ungarn begann man sich für die Sache zu interessieren, und in kroatischen Fachzeitschriften wird «die Handarbeit' schon einige Jahre her verhandelt. Was aber Oesterreich anbelangt, ist in den letzten Jahren die Bewegung sehr rege geworden, und zwar vor allem im Mittelpnnkte des geistigen Lebens in Oesterreich, in Wien. Das Wirken Komensly's aus dem 17. und Kindermanns aus dem 18, Jahrhundert hat sich zwar für nns bezüglich des Arbeitsunterrichtes bis zu unserem Jahrhunderte vollständig verwischt, aber ihre Ideen haben im Auslaude festen Fuß gefasst. Wie in Deutschland, gab auch bei uns vor allem Dr. E. Schwab den nachhaltigsten Anlass, dass das Interesse für die Sache geweckt worden ist. 1870 wurde im IX. Wiener Bezirke eine unentgeltliche Knaben-Beschäftignngsanstalt gegründet. Die Knaben werden (täglich von 10 bis 12 Uhr und von 4 bis 7 Uhr) angehalten, die Schulaufgaben anzufertigen, anßerdem werden sie im Falten, Flechten, in Metall-, Modellier-, Bildhauer und Laubsäge-Arbeiten unterwiesen. 1874 wurde an der Lehrer-Bildungsanstalt in Tropftau die Handarbeit eingeführt. Damals wurde auch an mehreren Wiener Bürgerschulen die Handarbeit in den Unterricht aufgenommen. Im Jahre 1883 entstand im VII. Wiener Bezirke ein «Verein znr Errichtung und Erhaltung unentgeltlicher Knaben-Beschäftigungsanstaltcn». Am meisten Verdienst für das Zustandekommen dieses Vereines hat sein Obmann, der pens. Professor, Landtagsabgeordneter Alexander Riß. Dieser ist im wahren Sinne des Wortes Philanthrop. Er ist begeistert für die Jugend und kennt als Wiener am besten die dortigen Bedürfnisse. Wie viele Schulknaben gibt es in Wien, deren Eltern den Tag über für die häusliche Erziehung nnd für die Aufsicht ihrer Kinder gar nichts thun können! Wie viele werden auf dem gefährlichen Straßenleben mo» ralisch verdorben! Weiters weiß er als Pädagog sehr gnt den erziehlichen Wert der Handarbeit zu schätzen. Wie diese armen Kinder retten? Wie sie einer Beschäftigung zuführen? Das waren die leitenden Mo« tive, die ihn schließlich zu dem Entschlüsse führten, einen Verein zu gründen, nm «mit vereinten Kräften» die Erziehung und den Unterricht der Knaben zu fördern. Aber lange Zeit bedürfte es, um seine Idee durch« führen zu können. Schon im Jahre 1874, als er die erste Wiener permanente Lehrmittelausstellung begründete und eröffnete, wollte er mit dieser eine Schnl« Werkstätte vereinigen, allein es fehlte hiezu an dem Nothwendigsten, an Geld. Fast ein Decennium musste ablaufen, bis ihm das Werk gelingen sollte. Der Verein zählt gegenwärtig über 300 Mitglieder. Mit Hilfe von rührigen Mitarbeitern, wie des Commerzial-rathes I.Blazincic und besonders des Leiters A. Brnhns, gelang es ihm, in höheren Kreisen das Interesse zu wecken. So interessierte sich für die Sache Se. kaiserliche Hoheit Erzherzog Rainer, Minister Conrad, Hof- rath von Ullrich, Hofrath Eitelbrrger, Sectionsrath Dumreicher u. a. Am 16. Juli 1883 wurde vom Vereine die erste Schulwerkstätte in der Zollergasse eröffnet nnter der Leitung des Herrn A. Bruhns. Da nun der Gewerbeschullehrer und Akademiker F. Schmatzer, der Zeichenlehrer Fr. Afh und der städtische Lehrer Fr. Richter sich unentgeltlich znr Verfügung stellten, konnte im Herbste die Anstalt schon erweitert uud konnten 60 Knaben beschäftigt werden. 1887 eröffnete dcr Verein schon die zw.itc Werkstätte im VI. Bezirke. Seit 1884 sind an der ersten Werkstätte jährlich besondere Lehrercurse zunächst für die Lehrer aus Wien nnd Umgebung eingeführt. 1887 wurdcu diese Curse, die vom k. k. Unterrichtsministerium unterstützt werden, auch für Lehrer aus audcren Kronländern erweitert. Aus Krain haben an denselben theilgenommen 1888 zwei und 1889 fünf Lehrer. Hier ist der Beschäftigung nicht das schwedische, uicht das dänische System zugrunde gelegt, sondern der Leiter Bruhus hat, angepasst an unsere Lehrpläue, ein eigenes, das Wiener System eingeführt, so dass die Beschäftigung sich möglichst an den Schulunterricht an« schließt. Die Knaben werden successive beschäftigt mit: 1.) Cartonage-Arbeiten, 2,) Tischlerarbeiten, 3,) Holzschnitzerei. 4.) Modellieren. Die Arbeiten greifen jedoch speciell in kein Handwerk ein. Mehrere österreichische Lehrer besnchten anch Lrhrercurse in Leipzig, Dresden und Nääs. In Nääs war der Bürgerschul-Director I. Urban ans Neulerchenfeld nnd andere, welche dann nach schwedischem System Schulwertstätten errichtet haben in: Neulerchenfeld, Döbling, Währing. Penzing. Director Urban hat an seiner Anstalt auch Lehrercursc eingeführt und hat das schwedische System mehr an unsere Verhältnisse angeftasst. Von Wien aus hat sich der Handfertigkeits-Uuterricht immer weiter verbreitet, so nach Böhmen. Mähren, Schlesien u. a. Ein beson» ders reges Interesse bringt diesem Unterrichtszweige die Lehrerschaft aus Galizien entgegen, und bestehe» daselbst schon gegen 40 Schulwerkstätteu. Es sollte nun noch die pädagogische Bedeutung des Handfertigkeits-Unterrichtes beleuchtet werden. Es mögen jedoch die Ansichten nnd Bestrebnngen der im Vorstehenden angeführten Pädagogen sowie die erörterte Ausbreitung und das rege Interesse, welches allenthalben diesem Unterrichte entgegengebracht wird, zum Beweise der pädagogischen Berechtigung dieses Unterrichtsgegenstandes genügen. Für die Mädchen ist der Unterricht in den Handarbeiten bereits eingeführt. Die große Bcdeutuug dieses Unterrichtes für die Mädchen-erzichung. für die Familie und für das praktische Leben brancht wohl nicht erst erwiesen zu werden. Daraus kaun man jedoch schließen, dass die Hand« arbeit für die Knaben von ebensolcher Bedeutung ist und dass die Knabenerziehung im Vergleiche mit der Mädchenerziehung ohne diesen Unterricht eine unvollständige ist. Allerdings ist die allgemeine Einführung der Knabenhandarbeit in der Schule viel schwieriger als die der Mädcheuarbeit, da sie vor allem größere materielle Opfer erheischt. Allein wo und was in dieser Beziehuug geschehen kann, wird gewiss segenbringend sein. Von besonderer Bedeutung ist dieser Unterricht für Städte und Industrieorte, wo es viele Eltern gibt, die vermöge ihrer Beschäftigung verhindert sind. für die häusliche Zucht ihrer Kinder genügend zu sorgen und sie zu beaufsichtigen. Solche Knaben treiben sich in den Gassen und Straßen hernm, da sie nicht beschäftigt und beaufsichtigt Mrden. eignen sich allerlei sitt- liche Untugenden an, gegen welche sodann Schule ^ Hans vergebens ankämpfen. Durch diese moraM ^ dorbeneu Kinder werden in der Schule ""d a>>^^ Schule auch audere verdorben, und das Uebel l> umso größer. ^n Würden jedoch solche Knaben m der WW ^ Zeit in einer Knaben Veschäftigungsanstalt oder V werkstätte mit Arbeit beschäftigt 'werden, so"" ^, Menschenleben wäre gerettet. In anderen Staol' ^ man für solche sittlich verkommene Kinder iNem^ hänser. um sie abgeschieden von anderen KM" ^ beschäftigen und zu erziehen. Bei uus g'bt / ..^< solche Anstalt. Die Schulpflicht treibt sie '" d" ' ^ scheu Schuleu hiuciu, wo sie das ersprießliche ' des Lehrers beeinträchtigen, ja selbst erfolglos '< ' löimcn. Wie oft kommen dann besorgte M"'" .^ und sich beschweren, dass sie ihr Kind "'er ^. Kinder nicht schicken können. Diesem Uebelsww °, ganz gut durch Errichtung vou Anstalten oder Schulwerkstätteu abgeholfen " ^ wo die Knaben dem verderblichen StrahclMM' ,^ zogen werden und wo in ihnen durch cntip ^ Beschäftigung Lnst nnd Liebe znr Arbeit 9"""^ ^ Da aber die Errichtnng uud Echini ' ^ Anstalten viel materielle Opfer erfordert, d,e l^^„. Gemeinde allein schwer erschwungen werde" ^ so könnte in dieser Beziehung, wie' in anderen ^,.,, anch bei nns ein eigener Verein am erspn p wirken. ^^ Politische Uebersicht. (Ans Dalm alien.) Das in unserer g^. Nummer erwähnte, von dem Zaraer *^^«,,Ml' veröffentlichte Programm der dalmatimscheu ^ ^>h Majorität lautet: «1.) Der kroatisch-nation" ^. hält unverändert auf Grundlage des kroatische" ^ rechtes fest an der Integrität Kroatiens. Er >!" M» die baldmögliche Vereinigung Dalmatiens ^^tt^ nnd Slavonien an und wünscht, dass dem "". ^ Kroatien alle seine alten Privilegien A" ^K werden. 2.) Unter dem Schutze des kroatische' ^e. rechtes genießen Kroaten und Serben gleiche ^h wie sie auch nur eine einzige Nation bilden. g„< welcher keine andere Nationalität in Da""" < ^t erkannt wird. 3.) Der kroatisch-nationale "^ es für seine Pflicht, in jedem geeigneten """" ^ g"I Forderung anfznstellen, dass nnser gnädiger» H^te Gruud dcr nationalen uud mit seinem heulß ^lie» bekräftigten historischen Rechte DalmatieN "" ^^ uud Slavonien vereinige und dem Königreiche .. ^ alle seine Privilegien zuiückgebe. Ais dies er, > ^ damit die Nation sich anf dieses EreignA " ^eb^" bereite und für die Vereiirgimg der Mg .^ „W werde, wird der kroatischmationale Club ^ sB' gesetzlich zulässigen Mitteln dafür eintreten, ^F tische Aewusstsriu zu kräftigen, sämmtliche V^ gF Aemter in Dalmatien zu lroatisieren und ^eiei'' vom Einflüsse der Italiener uud Deutschen z'^W!? 4.) Der kroatisch-nationale Clnb wird tne "H gne< Liturgie für beide Kirchen (die katholische '^ ,B chisch'nichtumertc) gleichmäßig als eine «"'.sc,l Z cnltnrell gemeinsame Errungenschaft zu ""'!^6>" zu vertheidige» suchen. 5.) Der kroatisch "" ,,.atiM, wird bestrebt sein, den Anschluss der dal ^,c. Häfen durch zu erbanende Eisenbahnen ."" her^ als dem natürlichen Hinterlande DallnaM^^ rückte sie deutlicher heraus: «Es ist mir wirklich peinlich, Papa mit seinem Hausierkasten zu sehen!» Dies» mal verstand Ludwig. «Ach, der Kasten beleidigt dein aristokratisches Gefühl? Mein liebes Kind, du darfst bei mir auf keiu zarteres Verständnis rechnen! Ich bin ein Mensch, der seinen Wert aus sich selbst bestimmt und denselben Maßstab an andere wendet. Mein Vater hat an seinen Kindern redlich seine Pflicht gethan, nicht am wenigsten mittels feines Hausierkastens — der Kasten ist mir ehrwürdig!» «O, verstehe mich nicht falsch, ich theile deine Emftfinduugeu, aber den Kasten sollte Papa denn doch nicht mitbringen, nein, mache mir kein finsteres Gesicht, Lndwig, aber den Kasten könnte er doch irgendwo lassen.» — «Das geht nicht,» versetzte Ludwig ärgerlich; «er braucht den Kasten für fein Geschäft, zu Hause kann er ihn nicht lassen und sonstwo noch weniger — wenn ihm der Kasten verlorengiengc! Der alte Mann gericthe in Verzweiflung. Ich denke auch, du könntest solche kleine Vorurtheile überwinden!» Sie schwieg; aber sie war nicht überwunden. Es war rücksichtslos von Ludwig, geradezu rücksichtslos! Eine bittere Empfindung blieb in ihr zurück. Sie konnte nicht umhin, verstimmt zu fein, wenn der Alte mit seinem Kasten dagewesen war. Ludwig bemerkte es und nahm es ihr offenbar für übel. Er begann sie jetzt hie und da mit ihren aristokratischen Neigungen zn necken, und sie fand das boshaft. Sie gab ihm hie und da scinc Neckworte zurück, sie sprach anzüglich von dem inneren Wert. der sich selbst taxiert. Bclde wur-oen gernzt. Die erste, wiewohl unausgesprochene Ent« fremdung griff platz zwischen ihnen. Der naive und unwissende Alte bemerkte nichts davon und erschien fast täglich mit feinem Hausierkasten. Eines Tages stolperte er herein mit schmutzigen Stiefeln, nassem Rock, den Kasten umgehängt, er hatte ihn nicht einmal abgelegt, da es gleich weitergehen sollte: «Guten Morgen, Kinderchens!» Aber Ludwig war uicht hier, sondern Antoinettens Cousine, die hoch« müthige Comtesse Warburg.Wildau.Ammershailseu. Die Comtesse sprang entrüstet anf, sie glaubte, dass ein Be-trunkener eindringe. Der Alte stammelte eine Ent< schu!diguug und gieng. Antoinette war schwach genug, in Thränen auszubrechen und der Cousine ihr Leid zu klagen. «Das darfst du dir nicht gefallen lassen,» entschied diese. «Ihr könnt ja für deu Alten alles Mög-liche thun. aber er muss unsichtbar bleiben. Ich sage dir, du machst dich unmöglich in dcr Gesellschaft.» Die Cousine gieng. Da saß der Alte im Vor. zimmer und lächelte verstimdnisinmg. Er hatte nicht einmal begriffen, dass er zu verschwinden hatte. Als die Comtesse, ohne seinen ehrerbietigen Gruß zn erwidern, gegangen war, trat Antoinette entschieden auf ,hu zu: «Lieber Papa.» sagte sie, «ich freue mich jederzeit, Sie bei uns zu sehen. Um eines möchle ich Sie doch bitten — kommen Sie nnr in Ihrcu guteu Klei« deru und ohne deu Kasten.» — «Ih ^he schon, ich gehe schon.» stotterte der Alte, nnd jetzt gieng er wirklich. Antoinette ward ein wenig bange, nun aber wollte sie mit ihrer Sache schon durchdringen, und als Ludwig nach Hause kam, erzählte sie ihm mit erzwungen harmloser Mieue den Vorfall. «Mein Vat"^,F' überhaupt nicht mehr behelligen,» "ersetzt^ ^ «weder mit noch ohne Hansierkasten.» OchivH,' trotzig, und das Mahl verlief in finst""" " ^F^ Zwei Tage vergicugrn, während sie kw"" hell^l Er schien zu erwarten, dass sie etwas thue, u« ^ l zu rufen. Sie aber glaubte im Rechte z" '^ M, nichts. Zum erstenmale verbrachte Ludwigs ^a^c anßer dem Hause, sie wusste nicht, wo. ^ ha!^ zu Hause und weinte. Wie wenig liebte er >' ^ H so störrisch war in einer Sache, welche " ^ ,fv begreiflich und entschuldbar war. . . - ^' ' ^ sehr uuglücklich! 5«.te W'" , Aber Antoinette hatte eine leise Sche" „ ft!', „, Leuten uud frug daher, nicht die Frau ^ c ^ kam gestern betrnnken nach Hause, da ^' /sßc>^Fl', hiuaus; das nahm ihr Mann übel. ^"/t.- Zimmer. Ganz vernichtet siel sie au. 1695 :>! August!««;). W> ^c^°" b"' 43 Mitgliedern, welche der dal-qra» ^ ^"9 zählt, habcn demnach 24 das Pro-schrei^'^^rieben. Es fehlen außer den Uutrr-fm, "/^.sechs Italiener auch jene der sieben Serben, "ld de mi?c?"!"sten. des kathol.schcn Erzbischofs >vie ie,. ^/lhls^-U'chtunierten Bischofs von Z„ra so- Conte Vojnovit und Dk,>s n . ^ ^ kroatischen Partei im Landtage, »vi/^/^'wludige Programm und die gan.e Art. "bM,-tt ^mlichlina dissclben unmittelbar nach alle w" ^'? Landtagssessioll insceniert wurde, trag.n Nies mÄ """' nutzlosen Demonstration an sich. uahel^ n "/"'^ besonders jenen OppositionLblättern Herrn N'.^!^ !'^ c,eberden. als ob das Opns des Medium - '" "'^ Staatsschrift wäre. welche eine hnrrt. 6 '" ^liu^ lhrer Autoren in kurzer Zeit 'lkbere^l^ ? 7^ sgesetzblatt) publiciert die bnw w „"^^ ^^"' Oesterreich-Ungarn und Luxem-Verordn.?'. ^'lligung des Armenrcchts; ferner eine 188!) ^ p ? Illstizmiliisteriunls vom 17. August ^'l^iw,'.i m^- ^^ Errichtung eines zweiten städtisch-in 38ik„ m^iuksgerichtes für 'den Bczirk Innere Stadt °"dtter St n °""3kn die zweiterwähnte Verordnung an Vei der Land- dcr cu, s,, ,,'" ^andgemeindrnbezirke Ruhrbach wnrde ^Von75, ? Kandidat Dr. Alfred Ebrnhoch mit Wiihlt. ^^gebenen Stimmen zum Abgeordneten des 2psÄ^^" Leseverein.) Der Ausschuss schloss ^,,^u czechisch-akademischen Lesevereins bc-llcgeil di/m '"6 a" das Ministerinn, des Innern thnltc der «""^"^"lmlg. In der Ausschnsssitzung ^'den c:.'^ ^""^^uaun mit, die Obmänner der ^-Enafs ?!' Neichsralhs-Clubs, Dr. Niegcr und >^ die q? ..." bereits zua/sagt, mit allen Kräften Mreten. """lerung des aufgelösten Vereins ein- ^s^^^"''Ausfuhr nach Deutschland.) ^» Ech^ 'UM Wochcu erfolgte Verbot dcr Einfuhr l"nt> hat ,' /'^ "".s Oesterreich-Ungarn nach Deutsch- °lgende V' t/Ü"'"'"Ulng des deutschen Bundesrates °tt bestebr,^' ^?"kungen erfahren. Unter Beobachtung ""s Oesters,!! i"M"är-Verordnungen,y^h^ Schweine ^'^lasscu z '^'""garn zur Einfuhr nach Deutschland !^" Ech'l 'Nackw^ dentschen Reichslanden.) In Mser in? ^^ ^" Kaisertagcn., betitelt «Gießt l? du M'" ?'?'' '"auit die «StraßburgerPost. Mes m d "Ä'.^li'schen Ueberschätzung des Kaiser-^ Das Blatt hebt hervor, ^e; es ^«besuch sei„e Wirkung schon ausüben ^^rpaar kenn, ^' ^^ ^ie Elsass - Lothnuger das ^5^losen?."ud hochschätze,, gelernt halten, dass ^ '" Wilbelm ' "<"^ ungünstigen Gerüchte, die über M Gnind.,,K " bcn Neichslanden cursiert halten, ^' Denn^ö"^" seien. Man müsse sich aber n,ft herbeizuführen, habe der ""min- Diese arme Scheuer-d z^°urNb^"be Herzleid wie sie - Autoiuette ^ '^ Schell^',^"uz dieselbe Geschichte! Nur ^k^ft/ 'frau laut heulte uud sie - die gr.ße ii " Her e^ '^ "„bemerkt. -Nehmen Sie es sich nicht Hl'U '«gen "^hörte ste dranßen das Kannuer- < ^ die weinende ^ "»"!."' ^""" ^ gcrne.. >r. »rnoe Frau. «Und wenn er nicht wieder- H^ hat^ihren^N^ ^tzt ihre Thränen fließen. l"iitd "^' d s? " ^ann gerne - wenn er nicht lGn'^ie er e/ '^? " ^hr nie wieder so gut ^>k , ^7 wenn z^w ^.' " ^" bmnme Hausier-Kl'a >s sie th '"^ s'e nur liebte. Ohne zu be-^,-,/Eenn^' "s sled,e Thür anf und schrie die Hi! '> Und ers^? « ^' ,h,n. Lene. wenn er kommt. '"" /e^ ^derin^« "b" sich selbst, schlug sie ""d R ^)ren H'^^ wartete; auch sie wollte gut U^""a. "lann, wenn er kam. Es war genug M^^"rch""ie'Vs ^°" banger Sorge a/quält, ^Hos^'lter de Z^'".ug' Zufällig Heb sie am z'"z °b^""g- Da V"?'"'"s Elchen, welches nach 6>ms "lis h l)l)rte ste ans dem offnen Fenster ^a.L "nne. ^ H'"terglbäude her den Schrei ei!,er " "Nr ^ ?ll bist 1,!^?^ l"fe' ranhe Männerstimn,e. ? dieser h "Z böse?. ^ '.O ne.n. nein. d° ell^f "gen^ b t Antoinette.» stieg das Vl.lt ^ '^ " ^ i' 3 l)e.nloser Sftannnng lanschte sie. "". !o "'lcht h^,enst. dass Lene «nicht bö e- ^ Attest du nicht. Der Alle sitzt Kaiscrbesnch allerdings beigetragen; aber es bedürfe noch unermüdlicher und gewissenhaft^' Arbeit, um dies Ziel endgiltig zu erreichen. (Um den Vatican) bildet sich ein förmlicher Sagenkreis. Ncnerdings behauptet De Cesar»', der be-kannte Geschichtsschreibec des letzten Conclaves, Lco X1II. selber wolle nicht mehr Rom verlassen, vielmehr im Vatican stcrben. Dagegen halten die Cardinäle bereits alles vorbereitet, um die Ewige Stadt zu verlassen, falls sich durch den Tod des herrschenden Papstes die Nothwendigkeit ergeben sollte, ein Conclave abzuhalten. Die Cardinäle hätten schon die Koffer gepackt, um, da doch bei dem hohen Alter des Papstes — derselbe steht jetzt im 8(1. Lebensjahre — jeden Augenblick eine Katastrophe eintreten könne, gegebenenfalls sofort von Rom aufzubrechen. (Aus Russland) kommen nene Nachrichten über beachtenswerte militärische Maßregeln. In den sütrussischen Häfen herrscht eine erhöhte Thätigkeit in Vezng auf die Ausrüstung von Kriegsschiffen, und in, Kaukasus werden die Truppe, in erheblichem Maße verstärkt. Iu Coiistantinopsl, wo man dem russischen Allianzwerbcn kein Gehör gegeben hat, fühlt man sich durch diese Vorkehrungen Russlands einigermaßen beunruhigt und ist deshalb darauf bedacht, die entspre» chenden Vorkehrungen zu treffen, damit das türkische Reich nicht der Gefahr von gefährlichen «Ucbcrrumpe-lungen» ausgesetzt sei. (Dcr 'deutsche Katholikentag) beschloss, die 37. Generalversammlung in München abzuhalten, uud ermächtigte deu Fürsten Löwenstein, bei eintretenden Schwierigkeiten eine andere Stadt für die Abhaltung dcr nächsten Generalversammlung zu bestimmen, wobei Mainz. Danzig. Koblenz und Köln genannt wurden. (Serbien.) Den bisherigen Nachrichten entgegen melden die «Male Novine». dass die Königin» Mutter demnächst nach Belgrad kommen werde und dass dcr Kaiser von Russlaud ihr telegraphisch die kaiserliche Jacht zur Verfügung gestellt uud sie zur glücklichen Reise in die Heimat beglückwünscht habe. (Aus Constantinopel.) In Constantinopler leitend«,! Kreisen verlautet, Kaiser Wilhllm werde nach seinem Besuche iu Athen nach Constantinopel kommen und dcn Sultau besuchen. Tagesneuigleiten. Se. Majestät dcr Kaiser haben, wie der «Bote für Tirol und Vorarlberg» meldet, für die dnrch Ha-gclschlag geschädigten Bewohner Südtirols 3000 fl. zu spenden gernht. — (Eine Familiengeschichte.) Aus Ra« gusa Wird geschrieben: Vor ungefähr zwanzig Jahren fasste ein armer Landmanu aus der Umgebung von Na» gusa, der sich und seine Frau mit bestem Wlllcn nicht ernähren konnte, den Plan, nach Amerika auszuwandern und dort sein Glück zu suchen. Er vertraute sein Weib einem Freunde an uud versprach, nach Kräften sür ihrcn Unterhalt zu sorgen. Das Glück lächelte ihm, und monatlich kam an dcn Freund als Vertrauensperson ein Geld« brief mit fünfzig Gulden für die verlassene Frau an, welche des Lesens und Schreibens unkundig war. Der Mann in Amerika brachte es nach und nach zu einem bedeutenden Vermögen und erhöhte seine Sendungen all- wieder in dcr Schuapsbouticmc.» — «Du, Fritze, da holen wir ihn erst recht,» Und es wurde stille drüben, «Ich hole dcn Allen,, sagte sich Antoinette entschlossen. In wenigen Minuten saß sie in einer Droschke, einige Minuten weiter stieg sie drei Treppen empor, nach der Wohnuug des Alten. Er war nicht zu Hause. Sie beschloss, iu dcr Nähe zu wartm. Als sie die Treppen herabkam, saß der Alte athemlos anf der untersten Stufe. Offenbar verschnaufte er sich erst. bevor er die Treppe,, emporstieg. Von Reuc uud Mitleid mit seinen, Alter überwältigt, nahn, sie dem verblüfften Greise dcn Hausicrkasten ab und trug ihn selbst nach der Droschke, dann packte sie den Alten in den Wagen. ...<.. Ludwig kam sehr spät. gicng direct m sein Zm, mcr, holte sich ctluas nnd machte Miene, nach einer flüchtigen uud kühlen Äcgn'ißuug wicdcr zu gehen. Sie v.rtrat ihm dcn Wcg. ' «Wohin denn noch so spät, Ludwig?» frug sie schüchtern. «Ich '""ss meiueu Vater sucheu. Er ist heute Abend nicht zur gewohnten Stunde iu sciue Wohnung gekommen, uud ich bin uuu besorgt un, den Allen. Du musst das schon cntschul-digcn. obglcich er nur ein armer Hausierer ist.» «Papa ist ja hier., stammelte sie erröthend, «er sitzt im Speisezimmer, da ist sein Kasten, steh, ^ch habe Papa schon vor zwci Swndcn geholt — selbst zu uns geholt!» — «O. Antoinette, dn Gntc, me werde ich dir das vergessen, nie, niemals!» Und dcr Alte blieb für dcu kurzen Rest scmer Tage auch mit dcm Hausierlastcn ein willkommener Gast im Hause seiner Kinder. F. von KapfslEjsruthcr. jährlich, allein der «Freund» gab der Frau monatlich nur fünf Gulden und behielt den Rest für sich. Dies gieng so durch fünfzehn Jahre fort, bis der «Freund», aus Furcht, die Sache könnte entdeckt werden, dem Manne einen gefälschten Todtenschein seiner Gattin sendete und der Frau einen Vrief aus Amerila mit der Todesnachricht ihres Mannes vorlas; wenige Tage darauf verschwand er, um sich in Corfu niederzulassen. Die unglückliche Frau war inzwischen ganz herabgclommen und fristete ihr Leben durch milde Spenden, die sie von den Reisenden der Lloydschiffe erhielt, während der Mann in Amerika sich bald tröstete, eine reiche, schöne Amerikanerin heiratete, welche ihn mit zwei Kindern beschenkte. Nach zwanzigjähriger Abwesenheit beschloss der Mann, seine Heimat wieder auszusuchen; mit seiner Familie betritt er Europa, weilt in Paris, Wien und Trieft und landet endlich in Ragusa — da tritt ihm eine Bettlerin entgegen — ein Schrei — Mann und Frau haben sich erkannt! Der «Freund» ist in Corfu ausgeforscht und ausgeliefert worden und wird im September vor den Richtern erscheinen. — (König Milan als Schriftsteller.) Wie man aus Belgrad schreibt, sammelt jetzt König Milan, welcher eine vicrmonatliche Reise über Con» stantinopel nach den Heiligen Landen ausführte, seine Aufzeichnungen und gedenkt, dieselben unter dem Pseudonym eines «Grafen von Takovo» herauszugeben. Das in französischer Sprache erscheinende Vuch soll in drei Abschnitte zerfallen. Einer derselben behandelt Constan« tinopel und seine Umgebung, der zweite Palästina und der dritte die religiösen Feste in Jerusalem. Vertraute des Königs, welche Einsicht in seine Manuscriftte erhielten, versichern allen Ernstes, das« König Milan «seinen Beruf verfehlt habe», indem er alles Zeug zu einem tüchtigen Schriftsteller besitze. — (Das Jesuiten.Collegium inKalls-bürg,) welches eine Iweiganstalt in Lainz im ehemaligen gräflich Tychi'schen Schlosse besitzt, hat, um dem Andrang dcr Schüler zu genügen, im Schlosse in Lainz einen ganz neuen Tract aufgeführt; im heurigen Schuljahre sollen mehr als hundert Schüler daselbst Auf» nähme finden. — (Ein Frühlingsbild.) Während aus den Nlftcngebieten Meldung auf Meldung einläuft iiber Kälte und Schneefälle, wird aus Steiermarl Folgendes berichtet: «Das Hagelwetter, welches am 14. Juli in Buch bei Hartbcrg so großen Schaden an sämmtlichen Culturen sowie an den Waldbäumen anrichtete, so dass die ganze Gegend wie im Spätherbste aussah, hat sonderbare Folgen gehabt. Nachdem die Bäume damals ganz ohne Laub dastanden, bemerkt man jetzt an allen Bäumen und Sträuchern neue Triebe; Aepfelbäume, Schlehdornen, ja sogar manche Weinstöcke tragen schön entwickelte Blüten, die Wiesen zeigen frisches saftiges Grün, kurz die ganze Gegend erscheint im herrlichsten Frühlingslleibe und lässt die Verwüstung vor sechs Wochen nicht mehr ahnen.» — (Blutvergiftung) Eincr merkwürdigen Todesursache ift der Oberstabsarzt Dr. Scharm in Schweidnitz zum Opfer gefallen. Vei der Untersuchung eines diphtheritiskranlen Kindes ist ihm ein Theilchen des Hu« stenbelages in daS Auge geflogen, worauf bald Erblindung eintrat. Von hier aus mag sich das Gift auch dem übrigen Körper mitgetheilt haben, so das« nach etwa acht Tagcn der Tod des Arztes erfolgte. — (Neuer Aluminium-Process.) Es ist nun bereits die zweite Methode patentiert worden, Aluminium in billiger Weise auf elektrotechnischem Wege herzustellen. Dasselbe verdanken wir einem Bewohner von Manchester, Namen« Ch. «I. Nurgharbt. Der Patent. Inhaber stellt zunächst ein Aluminat von Natrium ober Kalium her, löst es in Wasser auf und sühit der Lösung Cyanwasserstoff.Säure zu. Zur Ausscheidung des metal« tischen Aluminiums aus diesen, Bade dient Elektricität aus einer Dynamo-Maschine. Das Verfahren soll billiger sein als die bisherigen. — (Die Offerte eine« Scharfrichters.) Dem englischen Scharfrichter Äerry steht in drr nach« sten Zeit so wenig Arbeit in Aussicht, dass er sich tele-graphisch an den Gouverneur von Newyorl gewandt und sich erboten hat, alle Mörder, welche sich daselbst wahrend der letzten zwei oder drei Jahre angesammelt haben, sür 500 Pfund Sterling und die Rciselostcn hinzurichten. Eine Antwort aus die billige Offerte Hal Verry bis jetzt nicht erhalten. — (Vergiftete Vanlnoten.) In Lausanne hat man die Entdeckung gemacht, dass die Fünfzig - Francs-Banknoten der schweizerischen Bundesbank, welche mit grüner Farbe gedruckt sind, ein gefährliches Gift enthal« tcn. Zwei Beamte, welche mit Abzählung einiger Pakete dieser Banknoten beauftragt waren, erkrankten plötzlich bei dieser Manipulation. — (Freilager für Vrantwein.)Die Spiritus-rasfinerie in Sauski-Marof bci Agram des Theodor Freiherrn von Dum reicher ist vom ungarischen Finanz» Ministerium als Freilager für Vranlwein erklärt worden. — (Druckfehlerteufel.) «Die verehrlichen Gäste werden ersucht, vor Beendigung des Concertes nicht zu raufen.» l'nidllchn Zcitnng Nr. 199. 1696 Zl. August lM Local- uud Provinzial-Nachrichten. — (Alte Fresco-Gemälde in Veld es.) Herr Rittmeister und Correspondent der k. l. Central-Commission für Kunst- und historische Denkmale Ladis-laus Benesch hat in der Pfarrkirche zu Veldes sehr interessante alte Fresco-Gemälde entdeckt, Schon im heurigen Frühjahre ließ Herr Venesch ein an der vorderen Facade dieser Kirche befindliches Frescobild: «Maria Verkündigung» säubern und copierte dasselbe für die Central-Commission für Kunst- und historische Denkmale; dieses Vild lieh vermuthen, dass auch im Innern der Kirche Wandmalereien vorhanden sein könnten. Diese Annahme bestätigte sich durch Vloßlegung kunsthistorisch bemerkenswerter Darstellungen aus dem Leben Christi; im Pres-byterium ist die Geburt des Heilandes, die Flucht der hl. Familie nach Egyftten, unterhalb dieser Darstellungen der hl. Katharina, Margaretha und Nosalia, im Schiffe der Kirche die Verurtheilung, Kreuztragung und Kreuzigung Christi blohgelegt. Das Interessanteste aber ist ein leider unvollständiger festlicher Zug; Ritter und Bannerträger in mittelalterlichen Costümen und Rüstungen folgen den Fanfarenbläsern — wahrscheinlich ist dies der Huldigungszug der hl. drei Könige zum neugebornen Heilande, ähnlich dem in der alten Kapelle im Schlosse Auersperg (dessen von Herrn Benesch angefertigte Copie im heurigen Frühjahr in Laibach ausgestellt war) befindlichen. Die Bilder, welche sich durch klare Composition auszeichnen, sind von kunstgeübter Hand angefertigt, namentlich ist die Charakterisierung der Köpfe eine meist sehr gelungene. Leider ist bisher weder eine Jahreszahl noch der Name des Künstlers bloßgelegt, doch ist es wahrscheinlich, dass die Gemälde aus dem Ende des 15. Iahrhundertes stammen. Nachdem Herr Rittmeister Benesch auch in mehreren anderen Kirchen des oberen Save-Thales — in Ratschach schon vor sieben Jahren — Fresco-Gemälde constatierte, so ist die Möglichkeit vorhanden, dass bei etwaiger Bloß-leguna. derselben Namen und Herkunft der betreffenden Künstler aufgedeckt werden. Herr Dechant Razborsek, welcher dem für die Kunstgefchichte Oesterreichs sehr bemerkenswerten Funde lebhaftes Interesse widmet, lässt die Bloßlegung in der Veldeser Pfarrkirche fortsetzen. — (Neue Stempelmarken.) Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Hälfte der gebrauchten Stempelmarken wieder verwendet wird, weil diefelben zu leicht abgelöst und von der Tintenüberschrift gereinigt werden können, ohne dass technische Kenntnisse dabei nöthig sind. Die Staatsfinanzen erleiden durch diesen Unterschleif einen nicht unbedeutenden Verlust, und Hilfe dagegen ist im Interesse der Steuerzahler geboten. In kaltes Wasser gelegt, lösen sich die Stempelmarken nach einer Viertelstunde. Mittels einiger Tropfen Citronen« säure werden fodann die Tintenspuren entfernt, und die Stempelmarke sieht nach einer kurzen Pressung wieder wie neu aus. Mit solchen wiederhergestellten Marken soll ein förmlicher Handel getrieben werden. Wird, wie es zuweilen geschehen, ein neuer Klebestoff gewählt, um jene Manipulation zu verhüten, so wird auch dieses Mittel vereitelt, wenn man die Stempelmarke in heißen Dunst bringt. Ist selbst diese Gefahr bestanden, so löst sich der Klebestoff doch in Alkohol. Versagt auch Alkohol, so wider« steht kein Klebemittel der Schwefel« oder Salzsäure. Die neuen Stempelmarken nun sind nach einem neuen Principe hergestellt. Bei ihnen zerstören alle die genannten Mittel die Marke selbst; kurz ist nicht mehr vom Papier herunterzubringen, und ein abermaliger Gebrauch ist daher unmöglich. — (Trabwettfahren in Oberlaibach.) Die Filiale Oberlaibach der k. l. Landwirtschafts - Gesellschaft veranstaltet Donnerstag, den 5. September, dortselbst ein Trabwettfahren. Dasselbe zerfällt in zwei Abtheilungen, und zwar: Zuchtfahren für drei- und vierjährige Zuchtpferde krainischer Provenienz und Wettfahren für Pferde ohne Unterschied des Geschlechtes (auch Wallachen), welche mindestens ein halbes Jahr im Besitze eines krainischen Besitzers sind. Die Rennbahn ist 2400 Meter lang. Für die erste Abtheilung ist ein Record von 6 Minuten A0 Secunden, für die zweite Abtheilung ein Record von 6 Minuten gesetzt. In jeder Abtheilung werden je drei Preise vergeben. Die Anmeldungen haben bis 5ten September 10 Uhr vormittags entweder mündlich oder schriftlich beim Bürgermristeramte in Oberlaibach zu geschehen. Nähere Auskünfte ertheilt die Filialvorstehung in Oberlaibach. — (Die Verzehrungssteuer-Abfin-dungsverhandlungen) für das Jahr 1890, even« well für die Jahre 1891 und 1892, betreffend Wein, Wein- und Obstmost und Fleisch, werden am 20. September l. I. in den Steueramtskanzleien zu Adelsberg, Bischoflack, Egg, Gottschee, Großlaschitz, Gurkfeld, Idria, Illyr.-Feistritz, Krainburg, Kronau, Lack, Laibach, Landstraß. Loitsch, Nassenfuß, Oberlaibach, Radmannsdorf, Eeiscnberg, Senosetsch, Sittich, Tressen, Tschernembl und Wippach stattfinden. — (Spende.) Wir erhalten folgende Mittheilung: Nus Graz wurde «von einen, nicht öffentlich genannt zu werden Wünschenden» ein Beitrag von 100 fl. in Notenrente zur Iundierung der Missions-Priesler-Existenz in Gotlschee gespendet, wofür ihm hiemit der wärmste Dank ausgedrückt wird. — (Truppen man över.) An den Truppen-mai'övern in Adelsberg werden die Infanterieregimenter Nr. 7, 17, 87 und 97, das Landwehr-Infanterieregiment Nr. 5, die Jäger-Bataillone Nr. 7, 19 und 20, das Uhlanen-Regimcnt Nr. 12 und die schweren Artillerie-Divisionen Nr. 5 und 13 theilnehmen. Der commandierende General FZM. Freiherr von Sch ön fel d triffl am 5, September in Adclsberg ein. — (Oesterreichische Lehrerinnen nach Chili.) Die Regierung der Republik Chili in Südamerika hat zwei steierische Lehrerinnen, nämlich Fräulein Marie Duhek, Lehrerin an der Mädchen-Volksschule in Köflach, und Flora Arnold, Lehrerin in St. Peter bei Graz, berufen und zu Lehrerinnen am Lehrerinnen-Seminar zu St. Iago, und zwar mit einem Iahresgehalte von «00 Dollars und freier Wohnung ernannt. Beide Damen sind noch fehr jung, aber als tüchtige Lehrkräfte anerkannt. Diefelben treten schon an« fangs September die weite Reise an und werden schon in sechs Wochen ihre Amtsthätigkeit beginnen. — (Eine neue Grotte.) Der Realitätenbesitzer Franz Dollenz hat in Großotok, Bezirk Adelsberg, eine 4 Kilometer lange, an schönen Tropfsteingebildcn reiche Grotte entdeckt, die am 8. September eröffnet werden soll. — (Der Laibacher Deutsche Turnverein) wird bei dem am 8. September stattfindenden 25jährigcil Gründungsfeste des Turnvereines in Villach durch Abordnung mehrerer Mitglieder vertreten fein. — (Aus Görz) theilt man uns mit, dass am 28. August Fräulein Louise Oblal aus Laibach im Ursulinnen-Convente dortselbst den Schleier genommen. Der Feierlichkeit wohnten mehrere vornehme Familien bei. Fräulein Oblal wird als Lehrerin fungieren. — (Gemeind ewahl.) Bei der Neuwahl des Gemeindevorstandes der Ortsgemeinde St. Crucis im politischen Bezirke Gurlfeld wurden gewählt, und zwar zum Gemeindevorsteher Martin Medved aus Iagnenca, zu Gemeinderäthen Mathias Bevc von Do-bovl-, Leopold Knez von St. Georgen, Jakob Cerar von St. Georgen, Anton Bervar von Rasperg und Martin Pernisek von Iagnenca. — (Hohes Alter.) Die bosnische Landcsregie« rung hat zu Kaisers Geburtstag zwei armen hochbetagten Frauen, welche in dem herregovinischen Städtchen Blagaj leben, Geldunterstützungen zukommen lassen' es sind dies die 120jährige Gjulsa Vrac und deren 90jäh-rige Tochter Plema, die ihren Lebensunterhalt milden Gaben verdanken. — (Schwurgerichts-Verhandlunge n.) Die Schwurgerichts-Verhandlungen beim hiesigen Landes- als Schwurgerichte beginnen am kommenden Montag, den 2. September, und dauern bloß vier Tage. Aunst und Aitevatuv. — (Ein neues Werk von P. K. Rosegger.) Unter dem Titel «Martin der Mann» lässt der gefeierte Autor im Herbste d, I. eine umfassende neue Erzählung in A. Hart-leb ens Verlag in Wien erscheinen. «Wer gewohnt ist, in der Dichtung die Wahrheit nur nach conucntionellcn Aeußerlichkeiten » zu messen, der wird in diesem Buche auf Unerhörtes stoßen, wer ! aber die Natur eines von Vorurtheilen befreiten Meuschenherzens! sieht, der wird die Vegründnng der Dinge vielleicht erkennen.» So sagt der Versasser am Eingänge seines neuen Wertes, wcl< ches zu jener Art von Dichtung gehört, in der Welt und Men< ^ schcnschictjal ein Gleichnis wird. Es behandelt — seltsam genug — die Liebe einer jungen Fürstin, welche in einem Landmanne, einem Waldarbeiter, den Mann ihres Ideals findet. Wie das zugeht, wird psychologisch motiviert und spannend erzählt, bis zur Katastrophe, die von erschütternder Tragik ist. Wir behalten uns vor, bei Ausgabe des vielversprechenden Vuches anf das» selbe zurückzukommen. Neueste Post. Original-Telegramme der «Laibacher Ztg.» Filmic, 30. August. Der siamesische Prinz Sy"-Sanitwangse ist mit seinem Sohne lind Gefolge heute nachts hier eingetrosten. Nach Besichtigung der Hafenbauten und anderer Sehenswürdigkeiten setzte derselbe seine Reise über Trieft nach Venedig fort. London, 30. Angust. Das Parlament wurde heule vertagt. Die Thronrede bezeichnet die Beziehungen zmn Auslande als herzlichst. Seit dem Sessionsbegmne habe sich nichts ereignet, was die damals ausgedruckte Hoffnung anf Erhaltung des europäischen Friedens vermindern könnte. Die votierten Credite zur Vermehrung der Seeverthkidignngsmittel werden den Unterthanen gestatten, industriellen Unternehmungen mit größerer Frie« densznversicht nachzugehen. Die Thronrede erwähnt ferner der Besserung der wirtschaftlichen Lage Irlands und schließt mit der Eiklärnng. dass überall erfren« liche Anzeichen fortschreitender Wuhlfahrtszunahme als Frncht des wiedererwachcnden Vertrauens sichtbar seien. London, 30. Angnst. Einer Meldung der Reuter-schen Office aus Yokohama vom heutigen zufolge sind dnrch eine Ueberschwemmnng in Wakayama bei' Osaka an 10.000 Personen nms Leben gekommen und bei 20.000 obdachlos geworden. Unter der dortigen Bevölkerung herrscht großes Elend. Petersburg. 30. August. Der Fürst von Moi« ist mit dem Erbprinzen gestern von hier abge"'» > , Nach dem «Orazdanin»'soll der derzeitige MztM von Warschan. Msgr. Popiel, bestimmt sein. den ° " drn Tod des Erzbischofs Hintowt erledigten Sch e Metropoliten sämmtlicher katholischen Kirchm "" landö einzunehmen. , .. ^.^, SlMgai in China, 30. Angnst. Dnrch W"^ schwemmnngen in Nurdchina nnd Japan smd stens 5000 Personen ertrunken. _________^.—-^ Eingesendet. ^ ^„ Den verehrten Freundinnen nnd Belannten As "'^ August d. I. gestorbene!! Fräuleins (>""" Hcnricttc Grimcumld zur Nachricht, dass das feierliche Todtenamt für die H>"^ ^ dene Montag, den 2. September, um l^UY hierortigcn Kirche Maria Verkündigung aelelen wird- ^^^ Angekommene Fremde. Am 29. August. Hottl Stadt Wit«. Filipek, Apotheker, s. Frau, ^ '^h. Maloyer, Pnuate, Gürz. — Ielusic, Castua. --" "M, Eipel. — Wilnls, Vesl, Nedella, Kellner und Pla"vrp, — CostantiM), Finme. PiM>, Hotel Elefant. Dr. Tarbanc, pralt. Arzt, CM- ^ ^,,ä', Eisenbahn-Veamter, Wien. — Lapajne, Vez'"^' ,^ Adelsberg. — Langer. Nahnbeamter, Prag. ^ ^"" »"" Commis, Wien. — Eisler, Kfiu., Großtanischa. -^ ^^>', Wien. — Kobach, Hauptmanns-Gattin, iimbach. "V gz,,jj' Trieft. — Kogowscheg, Graz. — Gagarine s- 6^«' land. ^. lürslb' Hotel Sliolmhnlillf. Fichtenwald, Salzburg. - Dr.S"^^ gcistl. Rath, Graz. — Martomc, Pola. — Tacyer ,- 30. 2» N. 739 8 23-3 NW. schwach bewolll 9 . Ab. 73« 5 1«'3 NW. schwach! h . M, I Morgens und vormittags bewöllt, nachmittag ^ ^1 rung. Das Tagesmittcl der Wärme 17 «", UM ^. dem Normale. ______^_-—" Verantwortlicher Redacteur: I. Nag^^--^ ^ 2a mna^lil^'n« dcikax« odkritossönoß kj >R 6ul^ moä liulkxni^u in c>l) preU'o^acl ' ^ W lVlateia llroö 2 W in ^ i/.rnlcani lllliovutol^iri s>i«kra«nil> vonee ^ 6c)«to^n«!,venikom, clriMv» «3ulial», ^u-v 5iälli, v»em priMchem in xnancem " ^ ßomu p. n/ ul)6inl>tvu üvo^o ill^iulllen ) ^ livlllo. M V 1^ ukIi' ani 6nü 30. avßuljlll 1889- !-^—^T^^v^S ul» Il«iI Iiian!l!,c>il,«n clßi-^tlllNNN^»' '"',«,»!'''!'' '^.^ oreaue, kei ttiei.t, »I^«n- u»cl Illu««»""^ ^re xttßlicll für Kinder, I^econvaleneenten " ^ 1«' clor (^r^vic^itüt. ., ^^> Neugeborene IlNöe^,^ welch«- von ihren Müttern gar nicht oder ">lr^. z>l'1 (nachts) gesäugt werdcn tiinlie», werden b»l"1. ,.^e"- ,, c^", Kindernährnlehl allein in ralioneller Ncise ""'.,, vo" ^l!"'' j Dus ,h. Ncstle'schc Kindcrnählüx'hi. employs . scit ^, ,l>'l m.dicinischcn Cnpacitäten nnd Kinderärzteü, ^^ M ^, w Ialircu in allen jenen Fällen, wo es sicl) " ' ^ä»s „ >", volltommcnstcn Ersal; der Mntterniilch l)""d""'^M ^ , '^. folge anfzuweiscn und wnrde auch i>l den 6 ' M" ^l!'/ Kinderspitälern des ganzen ContimnlS '" °> ^hlvc>n> ^ den günstigsten Resultaten erprobt, woniber «^0^^. vorliegen. , . ..„„chl " ,„b ^v Dasselbe ist aus bester Alpcmnilch. We'^^^sec '.h.il», in Pnluerform erzcngt, erfordert »ur re.neö g.n .Hi1 maligcs Anstichen, um stets eine gleM' -"«v . ^, ^ die Kinder nehmen es gerne und sskdeihcn l) ^ff Vroschürc auf Verlangen gratis mid l"> , 'M^ Central-Depot: F. Verlyal, Wien, Sla°t.^' — Depots in allen Apotheken der ostcrr.-ttua> 169? Course an der Wiener Dorse uom 30. Angult 1>W9. ^ ^m ofticc^ l°..r«blu..e <-taats-Aulehcn. 3ii^"'<»'>» r v" ^'a-«°!e , L5<, st. ,»2 - 1»» - >»«»« . ' ^"'^ -^" ' !'»" b» . ^'">«>°se , . ,W st. ,,74 .. ,74 b" ^ »'"",P!bbr. k lW sl, , . 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Donau N09,'Uo<, 5"/„ >»«» ft. i»»«?!' »«» i" bto, Nülellie ««7^ , , ><»? ?l. l<>« .'..> «nllben der Ktadl O5r, , , >i^ .....-' «lnlehen b, Vlab!gem,bt «M^n »<^ 75 ««l l,' Pram, «nl, d, Ltadla»'»,. «llrn l<3 4ü l l3 »<» Aoli.'nI'au'Nülelie» uerlo« 5° <. l»,'.'?5, »>f XX' fl,), bl°, . 4'/,' 0 , . . llXI'ko l!»l I«! bto, . 4»/.. , , 9« 7!i 99 »5 dto. Pram «llll'ldofrschl »"/, ll»« tt!i"9 8I> Q,st, Hl,p°lhrl»>l!t.anl l,»j, .',(»»„ ,l)< -- !<»»' O^,,!i>'^, Vaot oer!, 4>,,"/„ , U„ L^,N^ - bell« » 4«/» , , l0 9»' t»Nli l'Mlil. » 4"/, , . >n«' Piiorltiits-ObllMollen (flir »«»! ft>, ssslbii.aiib» ^oidbabn "<» 5" «alizi^ch, Karl > ^«dwig «aw> ! Lm, >»«1 »<»» ft, « 4>/,"« . jl«^» .. 10N Ware Olslerr. Nlildwrslbalin . . . lN? »0 lOX 4s, Tlaafebahn....... l»7 - !9« Eiwbal»» k »"/„..... »43 50 «44^» » ^ ü"/...... !l« <.^ llil) «5. 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