80. Jahrgang Erscheint wöcüeiiliich seciismai (mit Ausnahme der Feiertage). Schriftleitung, Verwaltung und Buchdruckerei Tel. 25-67, 25-68. 25-69, Maribor, Kopališka ul. 6. Nr. 154 Donnerstag, den 11. Jul! 1940 Inseraten- und Abonnements-Annahme in der Verwaltung Bezugspreis: Abholen oder durch die Post monatlich Din 23.—, bei Zustellung Uin 24.—, tür das Ausland monatlich Din 35.—. Einzelnummer Uin 1.50 und Din 2.—. Manuskripte werden nicht retourniert Bei Anfragen Rückporto beilegen. Poštnina plačana v gotovini. Pf QIS Pl II 1*50 Storilortr Kettung Militärischer und po der Achsenmächte ®er Ginn der heutigen Bewachungen zwischen Liano. Hitler und Ribbentrop sowie der Westfrontbesichtigung durch Graf Liano — Ätaliens Wehrmachtsorgan kündigt den Kampf an 10. Juli. ,(Avala) Das Deut-Nachrichtenbüro meldet: Rom s che Wie i*, laut t ^mischen politischen Kreisen vergeh ' W*rt* die Vorbereitung des militä-Achs^ü U”d politischen Vorstosses der der .Mächte gegen England das Thema *e'n Berlin begonnenen und fortzuset-mit Cn Besprechungen des Grafen Ciano j. den führenden Persönlichkeiten l1Cn!rchlands sein. Obwohl die bevorste-flach ^^ase des Kriegs gegen England (ja w'e vor das Ziel der Achsenmächte man schon heute, daß die den rarun£ der Achsenmächte schon jetzt »Charakter einer allgemeinen Europäer' . trägt. Es ist deshalb einleuchtend, di» ,rtl gegenwärtigen Augenblick, in dem Militärischen Ereignisse nicht primä-ta ^htr sind, der Berliner Gedankenaus-seh der politischen Neuordnung Euro-pas gilt. der*1-?^? Aufmerksamkeit wird von seiten italienischen Presse der Westfrontbe- sichtigung durch Graf Ciano gewidmet. »Corriere della Sera« betont, die Reise des Grafen Ciano habe in der ganzen Welt größtes Interesse erweckt, da man wohl wisse, daß bei dieser Gelegenheit die Fragen zur Erörterung gelangen werden, die nach dem Sieg der Waffen in den Vordergrund getreten sind. Die Solidarität der Achse werde mehr denn je zum Ausdruck kommen. Graf Ciano — so schreibt das genannte italienische Blatt — ist zwischen zwei Offensiven nach Deutschland gekommen: der ersten, die so siegreich gegen Frankreich beendigt wurde, und der zweiten, die jetzt gegen England vorbereitet wird. Nach diesen Siegen kommt die moralische, politische und wirtschaftliche Reorganisation Europas. Rom, 10. Juli. (Avala) Das Deutsche Nachrichtenbüro meldet: Das Organ der italienischen Wehrmacht »Le Forze Armate« befaßt sich mit dem bevorstehenden Angriff auf England und meint, daß die Achsenmächte den Krieg noch vor diesem Angriffe moralisch und politisch bereits gewonnen hätten. Der Ring, den England um die Achsenmächte schließen wollte, sei zersprengt Dieser gleiche Ring bedrohe jetzt immer mehr das britische Empire. Ganz Europa habe sich gegen das perfide Albion erhoben. Frisch seien die Erinnerungen an die letzten Opfer der britischen Garantien sowie an den einstigen Alliierten, der im Rücken mit bestialischer Roheit überfallen wurde. Gegen das vom Kontinent vertrie-bne England habe sich jenes Europa erhoben, das England immer in blutige Unruhen und innere Kriege zu verwickeln verstanden habe. Sonderzug des Grafen Ciano 10. Juli. (Avala) Stefani berichtet: Außenminister Graf Ciano besuchte gestern Flandern und hielt sich bei dieser Gelegenheit auch ln Dünkirchen und in Brügge auf. Der italienische Außenminister traf in einem deutschen Militärflugzeug mit den Botschaftern Allier! und v. Mackensen in Lille ein, wo ihm die Ehrenbezeugungen erwiesen worden. Mit dem Kraftwagen wurden sodann die Schauplätze der Kämpfe besucht. Dünkirchen bietet das Bild der totalen Verwüstung. Im aHfen liegen zahlreiche versenkte feindliche Schiffe und ein von einer deutschen Bombe in der Mitte aufgespaltener englischer Zerstörer. Am Quai liegen ungeheure Massen an Kriegsmaterial, das der Feind auf der Flucht zurückließ. Überall liegen zertrümmerte und umgeworfen Lastkraftwagen. In Brügge wurde dem italienischen Außenminister von seiten der deutschen Soldaten und der Bevölkerung ein herzlicher Empfang zuteil. Graf Ciano kehrte sodann im Flugzeuge nach Lille zurück. Seegefechte im Mittelmeer ÄWlnenstöße Zwischen italienischen und englischen Seestreitkräften — Nach italienischer ^'letdung ein britischer Kreuzer versenkt, ein Flugzeugträger und ein Linienschiff beschädigt Auch London meldet Erfolge beS0«1' 10. Juli. (Avala). Der Sonder-ttielii r8ta*tcr der Agenzia Stefani front durc*1 Funkspruch von der See-rnitt daB gestern um 14,30 Uhr nach-östft8 auf 38 Orad Breite und 18 Grad ven! südlich des Kaps Sparti- g«0 (Südspitze Kalabriens) ein See-sciv« zwischen italienischen Kriegsstau und englischen Seestreitkräften fall ge^f*den habe, deren Ziel der Uber, von italienische Kriegsschiffe war, die Hat e'ner Oonvoy-Begleitfahrt aus einem dkl (ter oäzel-i Otlf Hai* Piiplr ößhi r> «ncu <61 V*il tiwiwo. mi reichn ^t beteiligten sich auch zahl-•• 86 Bombereskadrillen. die die fefad- kehr 'der Zyrenaika sich auf der Rück, von Landen. Das Gefecht dauerte in j br ifeftjgkeit bis 21 Uhr abends. An reicl •Ql’hl Einheiten mit Bomben schwersten zov bearbeiteten. In der Dämmerung n sich die von d®n italienischen «treTu^'itan verfolgten englischen See-hkräfte in südlicher Richtung zurück. beiw1’ iO- Juli- (Avala). Der Spezial-vonÜ der Agenzia Stefani berichtet Sest Seefront durch Funkspruch, daß ®rn mehrere britische Kriegsschiffe in Flu» e VOn ^ta durch ein italienisches brjt- euS gesichtet worden seien. Das lsche Geschwader setzte sich zusam-re n®Us einem Linienschiff, zwei schweeine UZern’ zwei leichteo Kreuzern, re p. Flugzeugträger und einigen kleine-lhili biten. Mehrere italienische Eska- 8öfi Io bleichten nach einem Fluge von sch Meter das erwähnte britische Ge- Sc,Wacier und belegten es mit Bomben KrieVerSten Kalibers. Die feindlichen keit§SsciliHe erhöhten ihre Geschwindig-j, ü. währcnd die Flugabwehrbatterien ein F >‘ges Feuer gegen die angreifenden Ze gzeuge eröffneten. Ein britischer Kreu. ein p,Urde verse«kt. Ein Linienschiff und Flugzeugträger wurden durch Bom-^-Wurfe sehv/°r besehädiart. Alle italie- nischen Bomber kehrten unbeschädigt auf ihre Ausgangsbasis zurück. London, 10. Juli. (Avala). Reuter meldet: Amtlich wird mitgeteilt, daß britische Seestreitkräfte im Mittelländischen Meer mit feindlichen Schiffseinheiten östlich von Malta in Fühlung getreten sind, über das Gefecht selbst liegen noch keine genauen Meldungen vor, sicher ist nur, daß sich ein feindliches Kriegsschiff nachdem es durch mehrere Granaten getroffen worden war, zurückgezogen hat. Die britischen Flotteneinheiten setzen die Verfolgung der italienischen Kriegsschiffe fort. In einem Bericht, den die Admiralität erhielt, heißt es, daß die britischen Einheiten einen Angriff auf italienische Kriegsschiffe unternommen haben, unter denen sich zwei Schlachtschiffe sowie mehrere Kreuzer und Zerstörer befanden. Das Feuer wurde von Italienischen Zerstörern eröffnet. Gleich darauf traten die britischen Schlachtschiffe in Aktion. Ein italienisches Schlachtschiff wurde getroffen. Die Einzelheiten über diese Kampfhandlung, an der auch englische Flugzeuge teilnahmen, werden nachträglich mitgeteilt werden. Es scheint, daß gleichzeitig mit den Operationen östlich von Malta ein anderes Seegefecht in der Richtung Gibraltar im Gange war. Rumänisches Militär aus der Dvbrudfcha zurückgezogen Bukarest, 10. Juli. Wie gerstern amtlich verlautbart wurde, hat sich die rumänische Armee in einer Tiefe von 60 Kilometer von der bulgarischen Dobrud-schagrenze zurückgezogen. Die rumänische Armee hat gleichzeitig in einer Entfernung von 60 Kilometer gegenüber der bulgarischen Grenze mit dem Ausbau ei- ner neuen Verteidigungslinie begonnen. An den Befestigungsarbeiten sind neben Militärpersonen auch Zivilisten beteiligt. Die neue Befestigungslinie erstreckt sich auf der alten rumänischen Grenze, die von 1878 bis zum ersten Balkankriege 1912 zurecht bestand Deutscher Kriegsbericht BRITISCHER ZERSTÖRER VON DEUTSCHEM TAUCHBOOT VERSENKT. nant Hans von Stockhausen versenkte 56.000 Tonnen feindlichen Schiffsraumes. Ein zweites Tauchboot versenkte den britischen Zerstörer »Wilwindle« und mehrere bewaffnete Handelsschiffe, darunter einen Tanker von 11.166 Tonnen. Berlin, 10. Juli. (Avala.) Das D e u t-sche Nachrichtenbüro meldet: Das Oberkommando der Wehrmacht meldet in seinem Bericht vom 9. d. u. a.: Deutsche Tauchboote haben dem Feind neue sfcjrwere Verluste zugefügt. Seeleut- Schnellboote versenkten bei einem erneuten Vorstoß gegen die englische Südküste ein britisches Bewachungsfahrzeug. In England griff die Luftwaffe Hafen-und Tankanlagen, Flugplätze sowie Werke der Rütsungsindustrie und Schiffsziele an. Getroffen und schwer beschädigt wurden die Werften von Devonport, Tankanlagen in Ipswich, Canvey-Island, Tha-mes-Haven und Tilbury, Sprengstoffwerke in Harwich und die chemischen Großanlagen Billingham, ferner im Kanal und der.Nordsee ein Kreuzer, ein Zerstörer und fünf Handelsschiffe. Auf einem Flugplatz wurden mehrere Flugzeuge auf dem Boden zerstört. Angriffe feindlicher Flugzeuge am 8. Juli in Holland und Belgien blieben erfolglos, in der Nacht zum 9, Juli gegen Nord- und Westdeutschland verursachten sie einigen Häuserschaden und töteten mehrere Personen. Die gestrigen Gesamtverluste des Gegners betragen elf Flugzeuge. Davon wurden sechs im Luftkampf abgeschossen, fünf auf dem Boden zerstört. Fünf deutsche Flugzeuge werden vermißt. Judenfeindliche Maßnahmen in Rumänien. Bukarest, 10. Juli. (Avala). Das Deutsche Nachrichtenbüro teilt mit: Der rumänische Ministerrat hat beschlossen, alle Juden aus den öffentlichen Diensten zu entlassen. In den letzten Jahren besetzten die Juden die bestbezahlten Posten bei den Staatsbahnen, im Finanzministerium und in der Sozialvericherung. Das jüdische Blatt »Le Moment« wurde als dritte jüdische Zeitung eingestellt. Der Direktor des »Independance Roumaine«, der Jude Berkovits, wurde von seinem Posten entfernt. Zum neuen Direktor wurde der rumänische Dichter T a o s a-n u ernannt. Börse Zürich, 10. Juli. Devisen: Beograd ! 10, London 16.55, Newyork 441Mailand 22.30, Madrid 40, Berlin 17654. Die Aufrollung des ungarisch-mmänlsehen Ministerpräsident Graf Teleki und Außenminister Graf Lzakg nach Berlin eingeladen — Bukarest lehnt die Abtretung Siebenbürgens ab? B u d a t p e s t, 10. Juli. Associated Press berichtet: Der ungarische Ministerpräsident Grat Paul Teleki und sein Außenminister Graf Czaky sind gestern nach Berlin eingeladen worden, um den Besprechungen zwischen dem italienischen Außenminister Graf Liano und dem deutschen Außenminister v. Ribbentrop im Zusammenhänge mit der Lösung des ungarisch-rumänischen Konfliktes beizuwohnen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß den Besprechungen auch der Führer und Reichskanzler beiwohnen wird. Die beiden ungarischen Staatsmänner sind gestern nachmittags nach Deutschland abgereist. Budapest, 10. Juli. Associated Press berichtet: Im Zusammenhänge mit der Abreise des Ministerpräsidenten Graf Teleki und des Außenministers Graf Czaky nach Berlin konnte im Laufe des gestrigen Tages in Erfahrung gebracht werden, daß die ungarische Regierung schon vor einigen Tagen der deutschen Regierung eine Note zugehen ließ, in der die Rückerstattung Siebenbürgens durch Rumänien als ungarische Minimalforderung bezeichnet wird. Bukarest, 10. Iuli. A s s o c i art e d Preß berichtet: Als man gestern in Bukarest von der Abreise der ungarischen Staatsmänner nach Berlin erfuhr, wurde an maßgeblichen Stellen neuerdiengs erklärt, daß Rumänien etwaige unbegründete ungarische Forderungen nicht annehmen werde. Rumänien lehne die Möglichkeit der Abtretung Siebenbürgens entschieden ab. Die rumänische Regierung sei entschlossen, einzig und allein auf den Bevölkerungsaustausch in den Gebieten einzugehen, die vorwiegend mit Ungarn besiedelt sind. Berlin, 10. Juli. Im Zusammenhänge mit der Deutschland-Reise der ungarischen Staatsmänner konnte in Berlin in Erfahrung gebracht werden, daß Ungarn die beschleunigte Lösung seines Konflik- Die Möglichkeiten der Truppenlandung in England General Cabiali widerlegt die Behauptungen der Engländer, daß öle englische Flotte jede Truppenlandung Verhindern könne Rom, 10. Juli. Die englische Presse und die offiziellen Kreise behaupten nach wtie vor daß die englische Flotte imstande sei, jjede Truppenlandung in England zu verhindern. Die einzelnen italienischen Blätter erklären hiezu, daß der Angriff der Achsenmächte -unerwartet und mit einer furchtbaren Macht erfolgen würde. Im »Piccolo« befasst sich der bekannte italienische Militär-fachschriftsteHer General Aldo Cabia-t i mit den englischen Behauptungen und bringt Beweise dafür, daß England dem Angriff nicht standzuhalten vermag. Der größte Teil der englischen Flotte befindet sich — so schreibt General Cablati — in den Häfen und Ankerplätzen Schott lands und der Orkney Inseln. Sollten diese Geschwader im Bedarfsfälle zu einer grösseren Aktion nach Süden aus-laufen, so würden sie ununterbrochenen' Luftangriffen der deutschen Bomber aus Bergen und Stavanger ausgeliefeirt sein. Große Schlachtschiffe können nicht das Auslaufen in -den Ärmel-Kanal riskieren, da Deutschland über Geschütze verfügt, die über 100 Kilometer weit schiessen. Die deutschen weittragenden Geschütze beherrschen aber nicht nur den Kana!, sondern auch die ganze Grafschaft Kent und das östliche Sussex von Brixton bis zur Themse-Mündung. Man darf ferner nicht vergessen, daß London nicht nur die Hauptstadt Englands, sondern auch der erste Einfuhrhafen mit 42 Kilometer langer OperatiVküste ist. Über den Londoner Hafen werden 60 Prozent aller Lebensmittel eingeführt. Die englische Industrie ist außerdem nur an einigen Punkten konzentriert. Was dies für die Fliege- rei bedeutet, braucht nicht im Besonderen erwähnt zu werden. England wird sich angesichts des geringen Beitrages seiner Flotte und der späten Intervention der Luftwaffe nur sehr schwer des Angriffes der Achsenmächte -und der Truppenlandung erwehren können. Das Beispiel Norwegens — schließt General Cabiati -ist für England lehrreich genug. London, 10. Juli. Wie United Press erfährt, wird Lloyd George angesichts des bevorstehenden deutschen Angriffes in Bälde in die Regierung Churchill eintreten. Gleichzeitig würde Cham b e r 1 a i n ausgebootet werden, da die persönlichen Beziehungen zwischen den beiden genannten Staatsmännern eine Zusammenarbeit in der Regierung unmöglich erscheinen lassen. Frankreichs VerfaffungsreVi-fion fofi einstimmig genehmigt DIE FRANZÖSISCHE NATIONALVERSAMMLUNG HAT DAS VOLLMACHTENGESETZ MIT 395 GEGEN 3 STIMMEN ANGENOMMEN. Genf, 10. Juli. (Avala.) Stefani meldet: In Vichy wurde" eine amtliche Mitteilung ausgegeben, in der es heißt, daß der unter dem Vorsitz des Staatspräsidenten L e b r u n abgehaltene Ministerrat den Vorschlag über die Revision der französischen Verfassung angenommen hat. Ministerpräsident-Stellvertreter L a v a 1 hat die Pressevertreter über diese Entscheidung der französischen Regierung in Kenntnis gesetzt. Washington, 10. Juli. »United P r e ß« meldet aus Vichy, daß die fran- zösische Nationalversammlung alle neuen Gesetze und alle Vollmachten für Marschall Petain angenommen habe. Genf, 10. Juli. DNB meldet: Der französische Rundfunk teilt mit: Gestern vormittag trat in Vichy die Nationalversammlung zusammen. Sie hat das Gesetz betreffend die Vollmachten für die Regierung zwecks Erbringung einer neuen Verfassung der Französischen Republik mit 395 gegen drei Stimmen angenommen. EnglandSMarlneministeeüber den goH „Richelieu" WIE FRANKREICHS STOLZESTES SCHLACHTSCHIFF VON DEN ENGLÄNDERN IN DAKAR KAMPFUNFÄHIG GEMACHT WURDE. — »ILE DE FRANCE« UND »PASTEUR« VON DEN ENGLÄNDERN GEKAPERT. _ ÜBEREINKOMMEN MIT DEM FRANZÖSISCHEN ADMIRAL IN ALEXANDRIEN. London, 10. Juli. Wie aus einer Reute r-Darstellung zu ersehen ist, hielt der Erste Lord der Admiralität, Alexander, in der gestrigen Unterhaussitzung eine Rede, in der er die Aktion der britischen Flotte gegen das französische Schlachtschiff »Richelieu« (35.000 Tonnen) im Hafen von Dakar an der Westküste Afrikas schilderte. Alexander erklärte u. a., daß starke englische Seeetreitkräftc nach Dakar abge- gangen seien, um auf diese Weise zu verhindern, daß der »Richelieu« in die Hände der Deutschen gelange. Am 7. Juli seien dem französischen Admiral folgende vier Bedingungen gestellt worden: 1. Die französischen Kriegsschiffe begeben sich mit reduzierter Bemannung in englischer Begleitung in einen englischen Hafen. Die Bemannung erhält die Versicherung, daß sie nach Franlveich zurückkehren wird. 2. Die Kriegsschiffe begeben sich nach Französisch-Westin-dlen, wo sie entwaffnet werden oder sie laufen irgendeinen amerikanischen Hafen an. 3. Die Kriegsschiffe werden in Dakar innerhalb von 12 Stunden entwaffnet. 4. Die Schiffe werden einige Stunden nach der hiefür bestimmten Frist versenkt. Der französische Admiral zeigte kerne Entschlossenheit, die englischen Vorschläge anzunehmen. Aus diesem Grunde sah sich die britische Flotte nach den Worten ihres ersten Lords genötigt, den Angriff durchzuführen. So wurde ein Motorboot unter dein Kommando des Linienschiffsleutnants Bristow mit Sprengstoff in den Hafen entsendet. Das Motorboot schlich sich vorsichtig an den »Richelieu« heran. Unter das Steuerruder und unter die Schiffsschrauben wurde der Sprengstoff adjustiert. Dann zog sich das Motorboot, von den Franzosen bereits entdeckt und verfolgt, rasch zurück. Dem Sprengstoffanschlag — das Unterhaus brach dabei in Gelächter und Beifall aus — folgte nach den Darlegungen Alexanders der Luftangriff. Mehrere Lufttorpedos trafen ihr Ziel. Durch Sprengstoff wurden fünf große Explosionen erzielt. Die Erkundung ergab, daß das Heck des »Richelieu« unter dem Wasserspiegel versank. Der Marineminister sprach seine große Befriedigung über diese Tat aus und lehnte es ab, die Anfragen der Abgeordneten mit Rücksicht auf die strategischen Momente zu beantworten. A1 e x a n d r ia, 10. Juli. Wie Reuter berichtet, ist es zwischen den Oberbefehls habern der vor Alexandria stationierten englischen und französischen Flotte zu einer Einigung gekommen, die ähnliche Vorfälle wie in Oran ausschließt. Der französische Admiral Godfroy hat sich angesichts der englischen Übermacht bereit erklärt, auf folgende Punkte einzuge- tes mit Rumänien fordert. In Berliner diplomatischen Kreisen wird die Möglich"' keit territorialer Veränderungen auf deru Balkan als Folge der Berliner Beratungen nicht für ausgeschlossen gehalten, dies aber nur insoweit, als dadurch nicht der Friede und die wirtschaftliche Zusammenarbeit der Achsenmächte mit den Balkanstaaten gestört werde. Budapest, 10. Juli. MTI berichtet: Nach Berichten aus unterrichteten Kreisen haben sich Ministerpräsident öra> Teleki und Außenminister Graf C z a-k y nach München begeben, wo sie Besprechungen mit führenden Bersönlich' beiten Deutschlands haben werden. hen: 1. Alle französischen Kriegsschiffe werden in einen Zustand gebracht, der das Auslaufen auf die hohe See verhindert. 2. Die in Alexandria befindlichen französischen Kriegsschiffe werden entwaffnet und die Waffen auf dem Festland unter englische Bewachung gestellt. 3* Die Bemannung der französischen Kriegsschiffe wird so verringert, daß nur die al-lemotwendigsten Arbeiten an Bord durchgeführt werden können. Die freigewordene Bemannung wird nach Syrien gebracht, von wo sie später nach Frankreich zurückkehren kann. Die englische Regierung garantiert den französischen Bemannungen die Auszahlung der Gagen und Löhne bis zum Kriegsende bzw. bis zUf Rückkehr nach Frankreich. Singapore, 10. Juli. Reuter berichtet: Die englischen Behörden habe im hiesigen Hafen den französischen Transozeandampfer »Ile de Franceä (43.000 Tonnen) beschlagnahmt. Ottawa, 10. Juli. Der f ranzösischj Überseedampfer »Pasteur« (30.00” Tonnen) wurde im Hafen von Halifax vo^ der Versenkung durch die , eigene Mannschaft im letzten Augenblick bewahrt von den kanadischen Behörden beschlagnahmt. Berlin zu den Ereignissen in Rumänien Dr. Fa., Berlin, Juli. Die Annahme der Forderungen der Sowjetunion dufc Rumänien hat in Berlin keinerlei Ueberrasch ung ausgelöst. Was vor allem d< beßarabische Frage betrifft, so hat d1 Moskauer Politik aus der Dringlichke* ihrer Behandlung seit langem kein He gemacht. Es ist auch leicht anzunehmen> daß die Sowjetdiplomatie das durch eine Konsultativpakt mit Rußland befreunde ^ Reich über ihre Auffassungen seinerzei erschöpfend in Kenntnis gesetzt ha^ Denn der deutsch-russische Freund schaftsvertrag von August und Oktobe vorigen Jahres basiert, wie aus vielfach Aeußerungen der Moskauer und Berlin6 Presse seinerzeit hervorging, auf der exa ten Abgrenzung der beiderseitigen Interessensphären. Die Einstellung Deutsch lands zu der rumänisch-russischen Au5' einandersetzung dürfte daher grundsätzlich von den gleichen Erwägungen bestimmt sein wie zu dem finnisch-russisc • Konflikt, an dem Deutschland selbst 1 keiner Weise beteiligt war, dessen Motive aber verstanden wurden. In der Ha-tung der deutschen Presse zeigt sich deshalb auch jetzt unter dem Eindruck de, russisch-rumänischen Vereinbarungen k ne Parteinahme. Wenn in den Kommentaren der deutschen Presse eine bestimmte Tendenz zu erkennen ist, dann ist s,e ausschließlich gegen England gerichte > dessen Rolle auch in diesem Fall einer schonungslosen Kritik unterworfen wird-Aus den Aeußerungen der deutschen Blätter geht hervor, daß man in Rumänien, das sich jetzt unter dem Druck der Verhältnisse zu weitgehenden Zugeständnissen an die Sowjetunion bereitfinden mußte, im Grunde genommen ein neues Opfer der für zahlreiche Länder Unglück- Dr. KoroZec über Die Beziehungen zur Achse Rom-Berlin Ein Interview mit Dem jugoslawischen Llnterrichtsminister im faschistischen Hauptorgan „31 Vopolo D' 3talia" ABeograd, 10. Juli. (Avala) Die genzi-a Stefani berichtet: Unterrichts-mister Dr. Anton Korošec gewährte 'n Deograder Vertreter des faschisti-I “eti Hauptorgans »II Popolo d’ 11 a-a« eine Unterredung. Der Korrespon-ent stellte dem Minister die nachstehen-e Frage: i »hn Hinblick darauf, daß Sie Regie-^ ^gsmitgliied zur Zeit waren, als die An-* aherung Jugoslawiens an die Achsen-achte erfolgt war, interessiert die Fra-=e> wie Sie sich die weitere Entwicklung Beziehungen zwischen Jugoslawien f der einen und Italien und Deutschland u der anderen Seite denken, insbeson-. er® aber nach den jüngsten Ereignissen ,n der Welt. Italien waren wir vom ersten An-^eginn unseres Staates unmittelbare und ich glaube — auch gute Nachbarn. aw!-einmal zur ^cit der Sanktionen im «bessinischen Kriege gab es Beschwerden Segen das praktische Verhalten Jugosla-lens> das zugunsten Italiens gewesen *ar‘ Der beste Beweis hiefür ist die Tat-ache, daß gerade darnach jene herzlichen Beziehungen zwischen Italien und Jugoslawien geschaffen werden konnten, 16 noch heute bestehen und die, wie alle Jugoslawen es wünschen, auch künftighin j^tehen mögen. Zur Zeit des spanischen urgerkrieges waren unsere Sympathien auf der Seite Italiens und Deutschlands.« »Unsere Wirtschaftsbeziehungen _~"iocre w mscnartSDezienungcn •ulien entwickeln sich m günstigster eise und werden mit jedem Tag erwei-Die kulturellen Beziehungen Jugosla iens zu Italien sind jung, doch fiel der Urne auf fruchtbaren und guten Boden. ,U" haben die innere Entwicklung Italiens J“* ihren wirtschaftlichen, sozialen und •^ulturellen Reformen mit großen Ver-s®udnis verfolgt und gesehen, wie sehr zur Macht und Größe Italiens beigeren haben.« »Mit Deutschland waren wir bis Anschluß Österreichs nicht unmittel- 3.6 Nachbarn, doch waren die Büchereien vieler unserer Leute voll von deutschen “üchem und Bildern. Seitdem wir unmittelbare Nachbarn sind, taten wir alles, um ?? herzlichen Beziehungen zu gelangen, Ur die in unseren gegenseitigen wirtschaftlichen und kulturellen Bindungen ie beste Grundlage gegeben war. Ob-**** verschiedene geheime Mächte gegen “‘ese Bemühungen arbeiteten, können wir ^ch mit Befriedigung feststellen, daß un- 86.6 Beziehungen zu Deutschland sehr gut “"d herzlich sind. Wir werden uns betnü-!en> diese unsere Beziehungen zu Italien “nd Zu Deutschland mit größter Obsorge , Pflegen, zu vertiefen und zu erwei-tern.« »Wie blicken Sie auf,die weitere Entwicklung der Lage auf dem Balkan und im Donaubecken, Herr Minister? Glauben Sie, daß die Streitigkeiten zwischen den Völkern dieses Teiles Europas einver-nebmlich gelöst werden?« »Wie Sie, so wünsche auch ich eine friedliche Evolution der Lage auf dem Balkan und im Donaubecken. Jugoslawien lebt mit allen Nationen im Frieden und in «Freundschaft. Es hat weder den Wunsch noch den Grund, diesen seinen Standpunkt zu ändern. Die Atmosphäre, in welcher die Balkanstaaten leben, ist eminent freundschaftlich. Diese Atmosphäre müssen wir in gemeinsamen Bemühungen erhalten, dann haben wir weder Konflikte noch Mißverständnisse zu befürchten. In einer solchen Atmosphäre können alle Fragen gelöst werden, so daß eine noch engere Annäherung zwischen den Staaten des Balkans und des Donaubeckens möglich sein wird.« »Werden die angekündigten sozialen und anderen Reformen sowie die Aktion der jugoslawischen Regierung gegen die Freimaurerei und andere unterirdische Elemente auch auf dem Gebiete der Un- terrichtepolitik zur Durchführung gelangen?« »Sie können mir es glauben, daß ich das Unterrichtsportefeuille nicht nur deshalb übernommen habe, um Lehrer und Professoren anzustellen und zu versehen. Sie können sehr wohl meinen programma tischen Standpunkt und ich möchte nur so viel sagen, daß ich alles tun werde, was unserer nationalen Dynastie und unserem Vaterlande nützt.« »In welcher Richtung und auf welche Weise sollen die kulturellen Beziehungen zwischen Italien und Jugoslawien vertieft werden? »Es gibt hundert Arten der Vertiefung dieser kulturellen Beziehungen. Das reale Leben wird uns Gelegenheit bieten, die wir nicht versäumen werden. Zwei Voraussetzungen erscheinen mir hiebei als wichtig: 1. Schwieriger ist die Schaffung tiefer kultureier Bindungen, wenn wir die italienische Sprache nicht beherrschen. 2. Wenn zwischen dem jugoslawischen und dem italienischen Volke herzliche und allseitige Sympathien bestehen, so können auch die kulturellen Bindungen vertieft werden. Damit aber ist auch die Richtung meiner Tätigkeit angedeutet.« England hat alle Forderungen Japans abgelehnt DIE KRIEGSMATERIALLIEFERUNGEN AN TSCHIANGKAISCHEK FORTGESETZT WERDEN Tokio, 10. Juli. Reuter berichtet: Der britische Botschafter in Tokio, C r a i g $ e, hat am 8. d. M. nachmittags der japanischen Regierung eine Note überreicht, in welcher alle japanischen Forderungen hin sichtlich der Einstellung der Waffentransporte über Birma und Hongkong nach China abgelehnt werden. In der Note wird der japanischen Regierung das Recht abgesprochen, den legitimen Handelsverkehr zwischen den englischen Kolonien und dem nationalen China zu verhindern. Die japanische Regierung erklärt in einer darauf sich beziehenden Auslassung, daß sie über die Antwort Englands zutiefst enttäuscht sei und die britische Regierung um eine neuerliche Überprüfung der Forderungen Japans ersuchen müsse. Man erwartet in diplomatischen Kreisen eine noch schärfere Stellungnahme der Militärpartei und damit eine weitere Verschärfung der Dinge im Fernen Osten. 8el‘gen britischen Garantiepolitik sieht, ^mänien habe die englischen Garantien ^'derspruchslos hingenommen und habe ‘ch dadurch zweifellos, wenigstens zeit. e'%> über die Möglichkeiten der eige-"e.n Politik Illusionen gemacht. Die recht-^e'hge Lösug der beßarabischen Frage ^are infolgedessen verpaßt worden. Bukarest versuchte anscheinend, ihre Behandlung 2u verschleppen. Die jetzt unleidlich gewordene Unterwerfung Ru ,aniens unter die russischen Forderun-wird daher in Berlin als eine Folge r falschen Einschätzung der englischen arantieversprechen und der dadurch be-‘jumten zögernden Haltung der rumäni-. en Außenpolitik angesehen. Aber auch n der Einstellung zu Deutschland ist ,a . dem Urteil der deutschen Presse Rühmen unter dem Einfluß des zeitweilig SDerschätzten Wertes englischer Hilfsver pPrecllen vielfachen Schwankungen seiner dik ausgesetzt gewesen. Erst unter sch1 ^lndruch der überzeugenden deut-m Waffenerfolge im Westen habe Halt S'°^ 'n Paarest zu einer klareren Deutschland gegenüber durchdrungen Deutschland, Aalten und Sowjetrußland gehen einver-nehMich vor DIE ITALIENISCHE PRESSE ÜBER DIE BERLIN ZUR DISKUSSION STEHEN. — SCHEN DEN ACHSENMÄCHf Rom, 10. Juli. Die ita'ienische Presse widmet der Lage in Südosteuropa mit besonderer Berücksichtigung der jüngsten sowjetrussischen Aktion große Aufmerksamkeit. In den italienischen Blättern kommt zum Ausdruck, daß die friedliche Lösung der ungarischen und der bulgarischen Forderungen das Ziel der Achsen machte ist, um die Erweiterung des Krieges auf den Balkan zu verhindern. Dies wird auch der Hauptpunkt der Diskussion über die Balkanstaaten sein. Auf der anderen Seite soll der Standpunkt Griechenlands und der Türkei geprüft werden, die jetzt — nach Ansicht der italienischen Presse — zeigen müssen, daß sie den Ereignissen in gleicher Weise folgen wie Rumänien und Jugoslawien. Die italienische Presse verspricht sich von den Berliner Besprechungen gute Früchte für die Zukunft des europäischen Südostens, da die Achsenmächte eine friedliche Lösung aller Konflikte ermöglichen müssen bei gleichzeitiger Koordinierung ihrer Aktion mit dem Standpunkt der Sowjetunion. Die italienischen Zeitungen sind deshalb der Ansicht, daß die Frage der Beziehungen der Achsenmächte zur Sowjetunion zu den wichtigsten Fragen , zählen, die in Berlin geprüft werden. SÜDOSTPROBLEME, DIE JETZT IN DIE FRAGE DER BEZIEHUNGEN ZWI. EN UND DER SOWJETUNION Die italienischen Blätter betonen ferner, daß die Festsetzung der Richtlinien für den gemeinsamen Angriff auf England den gegenwärtigen Krieg noch nicht abschließen würden. Die »Tribun a« meint in diesem Zusammenhänge, daß die gegenwärtige Lage der Situation vom Oktober des Vorjahres sehr ähnlich sei, als Polen liquidiert wurde. Heute — nach dem Siege über Frankreich — werden neue Beschlüsse gefaßt, die sich auf die Schlußphase des Krieges mit England beziehen. Es ist offenkundig —- meint die »Tribuna« — daß das erwähnte Moment bei weitem alle übrigen Berliner Verhandlungsfragen überragt. Berlin und Nom siegen Lava! Scharfe Pressekampagne gegen die alten französischen Politiker. — Berlin: »Nur Deutschland und Italien werden Frankreichs definitiven Aufbau geben«. Berlin, 10. Juli. Stefani berientet: Die Berliner Blätter befassen sich neuerdings mit den Versuchen innerer Refor men in Frankreich und betonen hiebei, daß sich Frankreich allein mit Reformen und wenn sie noch so weittragend seien — nicht retten könne, weil sie von Leuten der alten demokratischen Prägung durchgeführt werden, die in Berlin und in Rom kein Vertrauen genießen. Die Blätter kommen in ihren Kommentaren zu der Überzeugung, daß nur Deutschland und Italien Frankreichs definitiven Aufbau zu geben vermögen. Berlin, 10. Juli. United Preß berichtet: In Berliner Kreisen wird angenommen, daß die gestrige Sitzung des französischen Senats und der Kammer die letzte Parlamentssitzung der Dritten Republik gewesen sei. Der deutsche Rundfunk griff gestern Pierre Lava! an, dem die Mitschuld an diesem Kriege zum Vorwurf gemacht wird, so daß zwischen ihm und Cjiautemps kein Unterschied sei. Es kann keinen Zweifel darüber geben, daß Deutschland wünscht, Laval möge bei der Regierungsbildung keinen Einfluß nehmen. Deutschland wünscht in der Regierung nur solche Männer, die Deutschland gewogen seien. Vor allem: es dürfen nicht solche Männer eintreten, die bei Kriegsbeginn irgendwie kompromittiert waren. Im deutschen Rundfunk hieß es ferner, man dürfe von deutscher Seite kein Erbarmen erhoffen, seitdem in Erfahrung gebracht worden sei, wie unmenschlich die deutschen Kriegsgefangenen in Frankreich behandelt wurden. Ein 3abr D§Mch-3ugosla-Wische Gesellschaft in Berlin (Von unserem Berliner Fa.-Mitarbejter) Vor einem Jahr wurde der schon seit langer Zeit bestehende Wunsch, eine deutsch-jugoslawische Gesellschaft in Berlin zu gründen, erfüllt. Durch die tatkräftige Förderung der Vereinigung zwischenstaatlicher Verbände und Einrichtungen wurde Mitte Mai 1939 die Deutsch Jugoslawische Gesellschaft in Berlin gegründet, um die persönlichen Bindungen beider Völker zu fördern und die kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden befreundeten Staaten zu vertiefen. Die Arbeit der Deutsch-Jugoslawischen Gesellschaft liegt vor allem auf kulturellem Gebiet. In engster Zusammenarbeit mit ihren Schwesfergesell6chaften in Jugoslawien versucht sie eine Parität des kulturellen Austausches zu erreichen, um die Menschen beider Völker zusammenzubringen, den Meinungsaustausch an zuregen und persönliche Bekanntschaften und Freundschaften anzubahnen. Welch starke Förderung die kulturellen und persönlichen Verbindungen zwischen Deutschland und Jugoslawien durch die Tätigkeit der Deutsch-Jugoslawischen Gesellschaft erfahren haben, zeigt die Vielfalt der durchgeführten gesellschaftlichen und kulturellen Veranstaltungen im ersten Jahre ihres Bestehens. Neben einer Reihe von Vortragsabenden und den regelmäßigen Gesellschafteabenden in den schönen Räumen der Gesellschaft wurden, wie Herr H e y e r, Generalsekretär der Gesellschaft, in der vor kurzem stattgefundenen Mitgliederversammlung ausführte, Empfänge für d."Königtich-jugoslawlschen Handelsminister Dr. A n-dres, für den Dirigenten der Beograder Staateoper Ma tačic, dessen Oper »Ero der Schelm« in der Berliner Staatsoper mit großem Erfolg aufgeführt wurde, für den jugoslawischen Komponisten Jakov Gotovac u. a. m. gegeben. Der Empfang für die Teilnehmer des Ausländerferienkurses in Berlin zeigt, daß sich die kulturellen Beziehungen nicht nur auf bekannte Männer des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens erstrecken, sondern auch die Jugend beider Länder erfaßt. Aus der Vielseitigkeit der kulturellen Arbeit der Gesellschaft erwähnte Herr Meyer noch die Vergebung von Stipendien, die Herausgabe des Epos die »Nemanj iden«, die Stiftung von Büchern und Bildern an die Schwestergesellschaften u. anderen kulturellen Einrichtungen in Jugoslawien. Außerdem wurden eine größere Anzahl jugoslawischer Wissenschaft ler, Künstler, Kaufleute, Studenten und Schüler bei Reisen nach Deutschland unterstützt und beraten. Für die Aufführung jugoslawischer Musik im deutschen Rund funk, für die Verbreitung jugoslawischen Kulturgutes in Form von Artikeln und Bildbeiträgen in deutschen Zeitschriften Maribor, Donnerstag, den 11. Juli Tagung des Äpavic-Gängergaues EHRUNG DES VORSITZENDEN PROFE SSOR M1RK — MILAN PERTOT ZUM NEUEN CHORMEISTER GEWÄHLT Die im Ipavic-Sängergau vereinigten Gesangvereine von Nordslowenien hielten in Maribor ihre Jahrestagung ab, in der dem langjährigen Obmann und bekannten slowenischen Komponisten Professor Vasilij Mirk eine besondere Ehrung zuteil wurde. Der anwesende Vorsitzende des Hubad-Sängergaues und Vizeobmann des Jugoslawischen Sängerbundes Dr. Švigelj aus Ljubljana hielt aus diesem Anlaß eine eindrucksvolle Ansprache, in der er mit überaus lobenden Worten der hoben Verdienste Prof. Mirks um die Organisation des slowenischen Gesangwesens gedächte und ihm zum Zeichen der sichtbaren Anerkennung die Goldmedaille sowie ein Diplom des Sängerbundes überreichte. Professor Mirk, der zu den bedeutsamsten Tondichtern der slowenischen Musik gehört, ist wiederholt auch als Organisator, Begründer und Leiter zahlreicher Sängerchöre hervorgetreten, an deren großen Aufschwung er in größtem Maße Anteil genommen hat. In weiteren Verlaufe der Tagung meldete der bisherige verdienstvolle Chormeister des Ipavic-Sängergaues Albin Horvat wegen Arbeitsüberbürdung seinen Rücktritt an. Zu seinem Nachfolger wurde der Chormeister der »Glasbena Matica« Milan Pertot gewählt. Dem scheidenden Chormeister Horvat wurde für seine langjährige ersprießliche Mitarbeit der wärmste Dank ausgesprochen. Um dem schönen Liede zur vollen Entfaltung zu helfen, beabsichtigt der Sängergau eine besondere Edition bekannter Männer- und gemischter Chöre herauszugeben, wie überhaupt alles zu unternehmen, um die Freude zum Gesang zu fördern. e in den Die Friseur Innung in Maribor hielt kürzlich eine Zusammenkunft ihrer Mitglieder ab, wie dies auch bei anderen gewerblichen Verinigungen der Fall war, um über die Stellungnahme zu der gegenwärtigen schweren Wirtschaftlage zu beraten. Es wurde der einstimmige Beschluß gefaßt, die Preise für alle Arbeiten im Friseur- und Damenfrisierfach je nach Ort und Forderung der Kundschaft im Einklang mit der allgemeinen - Teuerung entsprechend zu erhöhen. Das Publikum wird ersucht, dies zu berücksichtigen und zur Kenntnis zu nehmen, daß es sich hier nur um eine Folge der gegenwärtigen außerordentlichen Verhältnisse handelt. rbefterffnöer ans Meer MARIBORER FABRIKEN ENTSENDEN 46 ERHOLUNGSBEDÜRFTIGE KINDER IN DIE ROTKREUZ-FERIAL KOLONIE IN KAšTEL LUKŠIC Das Juge n d-Ro tkreuz in Maribor hat auch, in diesem Jahre seine alljährliche Ferialkolonie in Kaštel L u k š i č bei Split bezogen. Insgesamt wurden dies mal 65 erholungsbedürftige Kinder in der Kolonie untergebracht, die mit fleißigem Sonnen und Baden neue Lebenskraft erhalten sollen. Die Stimmung läßt selbstredend nichts zu wün-ischen übrig, dies umso mehr, als sich alle Kinder der besten Gesundheit erfreuen. Die Zahl der Kinder ist heuer umso größer, als die Mariborer Fabriken, der Initiative des Roten Kreuzes Folge leistend, insgesamt 46 Kinder ihrer Arbeiter auf eigene Kosten ans Meer entsandt haben. Die »Mariborska tekstilna tovarna« (Mautner) entsandte 16 Kinder ihrer in Maribor beschäftigten Arbeiter und 10 Kinder der Unternehmung in Varaždin. Die Textilfabrik D o c t or in drug ermöglichte 10, die Textilfabrik Ehrlich 7 und die Zlato r o g-Werke 3 Kindern den Aufenthalt an der Adria. Das Rote Kreuz spricht den genannten Firmen für ihre soziales Hilfswerk den innigsten Dartik aus. hat die Gesellschaft in großem Umfange Sorge getragen. Auch deutsche Künstler und Gelehrte wurden veranlaßt, Vortrags reisen durch Jugoslawien zu unternehmen Diese Ausführungen zeigen, daß die Deutsch-jugoslawische Gesellschaft, obwohl ihre Arbeit auf lange Sicht berechnet ist und man Erfolge erst nach Jahren haben kann, schon im ersten Jahre ihres Bestehens durch Herstellung und Förderung persönlicher Beziehungen die wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Jugoslawien aufgebaut und vertieft hat. Die Deutsch-Jugoslawische Gesellschaft wird als Pflegestätte der deutsch-jugoslawischen Kulturbeziehungen trotz des Krieges ihre hohe Aufgabe weiter durchführen. x Für den Aufenthalt der Kinder in der Ferialkolonie Kaštel Lu-kšič wurde heuer alles bestens vorgesorgt. In das Tagesprogramm wurde alles aufgenommen, was für das erholungsbedürftige Kind von Nutzen sein könnte. Außer dem alltäglichen See- und Sonnenbad sind verschiedene Ausflüge teils zu Fuß, teils mit Schiff vorgesehen, die das Leben in der Kolonie umso mannigfaltiger gestalten. Die Kost ist reichlich und gut, sodaß bei allen Kindern eine nicht unbedeutende Gewichtszunahme festzustellen ist. Kurs für BetrübssemrweHren Die Mariborer Freiwillige Feuerwehr hat am 1. Juli einen besonderen Kurs für Mitglieder von Betriebsfeuerwehren eröffnet, an dem sich gegenwärtig 120 Interessenten beteiligen. Den Kurs leitet Wehrobmann Direktor Pogačnik, während als Vortragende Ing. Krajn-č i č, Prof. Modic, Feuerwehrhauptmann Kramberger und Feuerwehrhauptmann K e s 1 e r fungieren. In Kürze wird in Tezno ein zweiter Kurs abgehalten, der für die dortigen Industrieen bestimmt ist. Die Leitung desselben hat Gauobmann Oberlehrer Klemenčič übernommen. m. Hochschulnachricht. An der König Alexander-Universität in Ljubljana haben Guido Planinšek aus Trbovlje sowie die bekannten Sportler Tone Dečman und Gustav š i v i c das juristische Diplom erworben. Wir gratulieren! m. Neue Univei-sitätsprofessoren. An der philosophischen Fakultät der Universität in Ljubljana wurde der Direktor des dortigen ethnographischen Museums und Minister a. D. Dr. Niko Zupanič zum ordentlichen Professor der Ethnologie ernannt. An der medizinischen Fakultät wurde, wie bereits gemeldet, das Professorenkollegium um drei weitere ordent- liche Professoren erweitert. Ernannt wurden der Direktor und Primararzt des Allgemeinen Krankenhauses in Maribor Dr. Franz Hribar für pathologische Medizin, der Primararzt des Krankenhauses in Ljubljana Dr. Božidar Lavrič für Chirurgie und der Assistent der Zagreber Klinik Dr. Karl L u š i c k y für interne Medizin. Herrenwäsche lertig und nach Maß Eigene Erzeugung. L Babii Gosooska uiica 24 m. In Rogatec ist der Realitätenbesitzer und Fleischermeister Bogomir Brežin-šek gestorben. R. i. p.l m. In Sv. Martin bei Vurberg verschied der Großgrundbesitzer und Begründer der dortigen Sparkasse Ivan Klemem-č i č. Friede seiner Asche m. Ärztliche Nachricht. Der Arzt Dr. Davorin C i j a n wurde von Ptuj zum Krankenhaus in Murska Sobota versetzt. m. Die Regulierung der Mur wird fortgesetzt. Die Banatsverwaltung hat nun -die Offertversteigermng für Regulierungsarbeiten an der M-u-r im Absch-nit zwischen Veržej und Spodnja Mota ausgeschrieben. Die Lizitation wird am 22. d. bei der Banatsverwaltung in Ljubljana stattfinden. m. Neue Wasserleitungen. Der Ort R a z v a n j e bei Maribor wird demnächst mit dem Bau einer Wasserleitung beginnen. In Sv. Kungota wird eine neue Wasserleitungsanlage bereits gebaut. m. Eine gefälschte 500-Dinar-Banknote wurde diser Tage entdeckt. Die Behörden konnten alsbald einen Arbeiter dingfest machen, der angab, daß er die Banknote vom Sohn des im Zusammenhang mit der letzten Geldfälscheraffäre festgenommenen Franz Majcen bekommen habe. m. Der wetterkritische 10. Juli. Nach altenWetterregeln ist die Witterung am heutigen 10. Juli für den ganzen restlichen Juli und den darauffolgenden Monat August entscheidend. Heuer stimmt dieser Stichtag auch mit der auf dem Mondwechsel' beruhenden Herschelschen Wetterprognose überein. Selbstredend ist diese Wetterregel nicht wörtlich, sondern nur dem überwiegenden Charakter der kommenden Witterung nach zu nehmen. Entscheidend bleibt auch der 12. Juli, also der kommende Freitag, als der nächstfolgende Stichtag für die Wettervoraussage. in. Haben Sie Ihre Lose noch nicht bezahlt? Bereits am morgigen Tage (11. d.) findet die vierte Ziehung der laufenden Spielrunde der Staatlichen Klassenlotterie statt. Wir nähern uns daher schon mit Riesenschritten der Hauptziehung, die mit ihren Millionentreffern und anderen zahlreichen großen Gewinsten -bereits im Mittelpunkte des allgemeinen Interesses steht. Wer seine Lose noch nicht bezahlt hat, der eile noch heute, Mittwoch, oder spätestens morgen, Donnerstag in den Vormittagsstunden in unser Glückshaus, Bankgeschäft Bezjak, Gosposka ulica 25, wo etliche neue Klassenlose noch erhältlich sind. Mit Rücksicht auf den großen, im -kommenden Monat stattfinden-den Trefferreigen handelt jedermann in seinem ureigensten Interesse, wenn er sein Los sofort bezahlt bzw. wenn er sich in unserer Glücksstelle Bankgeschäft Bezjak ein Los beschafft, solange die neuen Lose noch nicht vollkommen vergriffen sind. m. Bau einer Berghütte am Boč. Wie bereits berichtet, beabsichtigt die Filiale Poljčane des Slow. Alpenvereines auf dem wegen seiner einzigartigen Fernsicht viel besuchten Boč (980 Meter) eine Berghütte zu errichten. Die Wahl des Platzes für den Hüttenbau wird kommenden Sonntag, den 14. d. im Rahmen eines großen Bergsteigertreffens am Gipfel des Boč getroffen werden. Freunde des Bol sind herzlichst eingeladen. m. Eine hohe Ergreiferprämie wurde auf den Kopf von drei Personen aus Jc senice, die von den Behörden steckbuef lieh verfolgt werden, ausgesetzt. Es sino dies der am 18. Feber 1905 in Podbrdo bei Tarvis geborene Fleischergehilfe. une Hotelportier Anton Ivančič, italienischer Staatsbürger, der am 10. Augu5-1912 in Čezsoča bei Flitsch geborene Geschäftsreisende Ferdinand Kravanja italienischer Staatsbürger, und der am 1‘' Juni 1918 in Maria Gail bej Villach geborene Monteur und Chauffeur Alois Knez, deutscher Staatsbürger. Die dre werden wegen Verbrechen nach den; Staatsschutzgesetz verfolgt und ist an' ihre Ergreifung bzw. Anzeige zwecks Festnahme vom Innenministerium eine Prämie von 100.000 Dinar ausgeschrieben. m. Entwendung einer ärztlichen Handtasche. Aus dem abgesperrten Kraftwagen — der Täter hatte vorher die Fensterscheibe zerschlagen — wurde dem hiesigen Arzt Herrn Dr. Walter Thalmann eine Handtasche" entwendet, 'r' der sich mehrere ärztliche Instrumente, darunter auch Injektionsspritzen und ein Blutdruckmesser befanden. Da der InhaH der Tasche für einen Laien wertlos ist wird der Täter auf diesem Wege aufge-fordert, die Tasche mit dem Inhalt rück-zuerstatten. Für die Rückerstattung |S* vom Verl-ustträger eine Belohnung v0l! 500 Dinar ausgesetzt worden. m. Lebensüberdrüssige den Fluten der Drau entrissen. Unterhalb der Josefikirch1' in Studenci sprang gestern die 33jährigc Hausgehilfin Agnes K. aus Grobelno I* die Drau. Glücklicherweise kamen zwe1 jüngere Männer des Weges, die die Fra» noch rechtzeitig aus dem Wasser ziehe» konnten. Sie mußte aber dennoch if>5 Krankenhaus gebracht werden. Unglückliche Liebe soll das Motiv ihrer Verzweiflungstat gewesen sein. * Bei Hämorrhoidalleiden, Verstopfung und den dadurch hervorgerufenen Schwifl delanfällen bringt der Gebrauch des natürlichen »Franz-Josef«-Bitterwassers angenehme Erleichterung. m. Geschwisterpaar spurlos verschwunden. Bereits seit 6. d. werden der 27jähri-ge Webmei-ster Ivan Simonie sowk dessen 22jährige Schwester Anna vermißt. Das Geschwisterpaa-r hatte sich am 6. d. auf einen Ausflug in die nahe Umgebung begeben und ist seitdem nicht me!,r zurückgekehrt. Da auch alle Nachforschungen der Angehörigen vergeblich blieben, erscheint es nicht ausgeschlossen, daß den beiden etwas zugestoßen se» Die Behörden haben bereits ihre Nachforschungen teingeleitet. m. Schwerer Unfall beim Verschieben. Am Mariborer Bahnhof kam gestern der 50jährige Eisenbahner Michael L a h zwischen die Puffer zweier Waggons, wo-be er schwere Verletzungen am Brustkasten und am linken Arm erlitt. Er mußte in5 Krankenhaus überführt werden. m. Gefunden wurde von der Magistrats-beamtensgattin Frau Ivanka Kramberger eine goldene Damenarmbanduhr. Die Uhr kann vom Verlustträger bei de» Polizei abgeholt werden. »Das ist bestimmt eine große Kl£tte -kanone, Max — der kraxelt ja gielC zwei Berge auf einmal!« „Rekord Trauung" zweier Bergsteiger 'üizlich fand auf den Höhen des Trig- Miha Potočnik, Advokat in Jesenice, wurde nach dem Aufstieg mit Fräulein Hilde Pintarič aus Ljubljana getraut. Pfarrer Janez Jalen, ein bekannter Berg- de eÄne ^ochzeitskeier statt, die wohl ... gl” Annalen der Trauungen nicht ihres- Sücht 1 f'nden cilirfte- Sogar die rekord- - ionu Janci jaicn, ein uewnuier otrg-dies I^en.^nier*'ianer hätten allen Grund, steiger und Publizist, nahm die Trauungs-ob T a^P'r|'shsche Hochzeitsgesellschaft Zeremonie vor, Zeugen waren Dr. Stanko bei ' ’cr einzig dastehenden Leistung zu Tominšek und Joža čop, langjährige • lden- Freunde des Bräutigams, die ebenfalls in Unt 1 Kapelle auf der Kredarica, die slowenischen Bergsteigerkreisen als un- er der Spitze des Triglav liegt, wur- erschrockene Kletterer und begeisterte riom d'n§s schon Trauungen vorge- Naturfreunde den besten Ruf genießen. wen. Doch diesmal begab sich die Nach der Trauung wurde in der Berglo amte. Hochzeitsgesellschaft, das Braut- hätte auf der Kredarica der Rest des Ta-Qäa^ die Zeugen, der Priester und die ste ausnahmslos über die ganz besonne alpinistische Eignungen erfordern-c> übelbeleumundete Nordwand, die ob stü°r Unerhittlichen Steile und himmcl-fnienden Höhe schon so manches Op-lCr gefordert hat. Cr bekannte slowenische Alpinist Dr. ges mit Musik, Gesang, Tanz und herzerfreuenden Genüssen für Gaumen und Kehle gar fröhlich verbracht. Zahlreiche Bekannte und Alpinisten hatten sich auf die Höhen des Triglav begeben, um dem jungen Ehepaaf die herzlichsten Berghochzeitswünsche auszusprechen. Sommerfrischen im Gebiete der Savinja Oer änheimelnde Hauch mittelalter-' ,er Romantik hält uns gefangen. Wir eben auf dem Friedrichsturm mitten in CCil Ruinen von Ober-Celje. Epheu und jUidere Schlingpflanzen halten länger als °Hel zusammen, was von Umfassungs-wauern, Erkern, Türmen und Rittersälen r’g geblieben ist. Die Weinrebe jChmückt die Steilhänge, welche das silberweiße Band der Svinja mit den asch-plauen Burgruinen verbinden. Duftende °senhecken halten den Besucher der (..UrL mit Blüte, Dorn und Stachel zu. ,Uck, damit er verweile. Da liegt tief un. Pr uns ein weites fruchtbares Becken, p’Ss umrandet von waldbestandenen ^wgen und Hügeln, von deren Höhen e‘ße Kirchlein ihre neugierigen Augen *üm blauen Himmel öffnen. Der Silber-^ reifen der Savinja, quer durch die rei-en Hopfenanlagen des Beckens hinge-8‘> reicht von den Ruinen von žovnek us zur schönen Stadt, die sich mit ihren .esendu'ftenden Parkanlagen und mit ren erfrischenden Sannbädern am Fuße nseres Schloßberges ausbreitet, eine ummerfrische, die mit dem geselligen reiben einer kleinen Landstadt die Wohl cn eines labenden Flußbades und die tat ve‘Zc eines blumenreichen Rebengeländes ^ rbmdet und acn Ausgangspunkt zu den öilsten Bergfahrten in den Sanntaler ' '°en bildet. s.'V.as von Celje gilt, kann von den mei-Sommerfrischen behauptet werden, • e im Gebiet der Savinja und ihrer Zu-babSe dcn Ousl ihre Pforten geöffnet sj en- Der Zauber der Blumen steigert “ von den edelsten Gartenrosen und wilden Rosenhecken, von Frauen. “»*• ^maelbast und Peterstamm bis w 111 ’eur gen Rot der Alpenrose und zum ' Hu n Silber, mit den das Edelweiß die p‘dUcn Felsen versilbert. Aus der Blumen cht Qer grünen Landschaft ragen über Lašaitc Burgruinen empor, der Tabor in -jvI °> die Klippenburg in Planina, der t.L‘|. 0r be! Vojnik, die Burgruinen Lind, brn’ ,'.1lt3erg, die Schlangenburg in Do- tanje a>e grotesken Burgruinen von Vi- Vesf Und d'e vielen Überreste von alten F>er|Cn an der Voglajna, an der Paka, im Und 6n V°n Oelje selbst, an der Boljska q. 311 der oberen Savinja. lleei!° sctlönen und schmucken Markt-und R1 Und k*e'nen Städtchen, wie 2alec ß , 'aslovče im Becken von Celje oder das K-anier in Havel bei Prebold und Straß mderbeim Grmovje, Vransko an der Jelšah6 ZUm von Trojane, Šmarje pri Velen Und Sv- Jurij an der Voglajna, z;r: ,c Und Šoštanj an der Paka, Mollen ^ kiubno an der Savinja, vor bsch aUC*1 das interessante und histo. grad merkwürdige Bergstädtchen Gornji. S0m ani Fuß der Menina planina sind 1abem'|erfl"iSCtlcn’ Qic dem Gast nicht nur u,1d gC Flußbäder, erfrischende Wald-von pergluft, sondern auch den Liebreiz Burr, ngärten und die Romantik alter ufgrumen bieten. Und die netten Dörfer in den stillen Tälern, Jurklošter in der Nähe von Rimske Toplice, šmarjeta bei Rimske Toplice, Marija Nazarje bei Mozirje mit einem rosen- und rebenumrankten Franziskanerkloster, Luče und Solčava und noch viele andere, die in dem Gebiete liegen, das wir von Friedrichsturm der Ruine von Ober-Celje überblicken, sind, wo nicht reich an Ruinen, so doch reich an duftenden Rosen, an Wäldern und Flußbädern. Und gegenüber, alles Land hoch überragend, reckt im Westen die tirngekrönte Ojstrica ihr stolzes Haupt zum azurnen Himmel. An ihren Füßen ruht die weichgepolsterte Wiege der silbernen Sann, das Logartal. Ruinengleich türmen sich über diesem herrlichen Hochtal zerborstene Felswände, an denen Alpenrosen und Alpennelken das graue Gefel-se beleben. Am Talboden und auf den Höhen, die die Wiege der Sann umsäumen, ruhen traute Alpenhütten und Berghotels, Logarbauer, Piskemik-Hütte, Aleksandrov dom, Plesnik-Hotel, die Frischaufhütte auf dem Okrešelj, das Kocbekheim auf der Korošica und am Eingang zum romantischen Robanwinkel das reizende Berghotel Rogovilc-Gabel-wirt, wohl das lieblichste mitten unter detz Rosen und Ruinen im Gebiete der Savinja. Dr. Fr. Mišič. Aus C c. Amtsräumereinigung. Am 15. und 16. Juli sind die Amtsräume der Stadthauptmannschaft infolge Reinigung für den Parteienverkehr geschlossen. Parteien, die für einen dieser beiden Tage vorgeladen sind, wollen sich am 17. Juli am Magistrate einfinden. c. Liebe im Sautrog. Eine tragikomische Liebesgeschichte wird uns aus dem oberen Sanntale berichtet. In der Ortschaft Luče lebt eine schöne »Pepca«, die von vielen Freiern umworben wird. Eines Tages kam auch ein Bursche, der von der Maid bisher immer wieder abgewiesen worden war. Diesmal versprach sie ihm beim Fernsterin Erhörung. Eine Nacht ward bestimmt, der Jüngling kam zur festgesetzten Stunde. Unter der Kammertür gab ihm die Pepca noch die nötigen Vorsichstmaßregein, daß er ganz ruhig sein müsse und kein Licht machen dürfte; auch müsse er sich sofort ins Bett legen. Er gelobte, alles zu befolgen und selig hüpfte er nach der Nachttoilette sofort ins Bett. Aber — im Bette stand, mit einem Leintuch überspannt, ein großmächtiger Sautrog, voll gefüllt mit eiskaltem Quellwasser. Da der Jüngling kein Licht machen durfte, fiel er seiner ganzen Länge nach in den Sautrog und in das eisige Wasser. Im selben Augenblick I flammte Licht auf und aus allen Winkeln | krochen Neugierige hervor und hielten i sich die Bäuche vor Lachen. Man mun- I kelt nun etwas von einem Stelldichein der schönen Pepca mit dem Jüngling beim Bezirksgerichte in Gornjigrad, weil das Bad von einer Gesundheitsstörung begleitet war. c. Von der montanistischen Schule. Die Schule für Berg- und Hüttenwesen in Celje wurde im abgelaufenen. Schuljahre von insgesamt 75 Schülern besucht, die allesamt die Schlußprüfungen bestanden haben. Den dritten und letzten Jahrgang haben 25 Schüler besucht, wovon 16 Schüler für das Berg- und neun für das Hüttenwesen ausgebildet wurden. c. Erster Badeunfall. Im Sannflusse in nächster Nähe des städtischen Herrenbades wurde der Taglöhner Karl Rojc aus Celje von einem Unwohlsein befallen und ging in den Wellen unter. Obwohl es dem Bademeister Radoš in kürzester gelang, ihn zu bergen, blieb der Gerettete bewußtlos und kam erst im Krankenhause, wohin er gebracht worden war, wieder zu sich. c. Kino Metropol. Heute, Mittwoch, zum letztenmal der Meisterfilm »Unsterblicher Walzer« in deutscher Sprache. Der Film leuchtet tief in das Leben der Musiker- und Komponisten-Familie Strauß hinein, die in Paul Hörbiger, Friedl Cze-pa, Maria Andergast und Hans Holt ausgezeichnete Darsteller findet. Wer diesen hochwertigen Film noch nicht gesehen hat, nütze diese letzte Gelegenheit! c. Kino Dom. Nur Mittwoch und Donnerstag wird der Remarque-Roman »Drei Kameraden« mit Robert Taylor und Margaret Sullivan vorgeführt. Aus p. Mehr Licht im Stadtpark! Die ägyptische Finsternis im Stadtpark hält nach wie vor an. Man fragt sich immer wieder. zu welchem Zweck vor Jahren die schönen Kandelaber entlang der Uferpromenade errichtet worden sind? Kann diesem sonderbaren Zustand wirklich nicht abgeholfen werden? p. Todesfälle. Gestorben sind im hiesigen Siechenhaus der 56jährige Bogomir Ja grič und der 26jährige Johann Koša s. R. i. p keine Zivilpersonen auf der Straße. r Grand-Hotel bekammen wir Quartier, ■h nächsten Tag fuhren wir durch die adt, um nach Leben zu suchen. Die in-e^e Stadt wird vollkommen von deut-Jnem Militär beherrscht. Die meisten Be-°hner, vor allem die führende Schicht, s geflohen, und die Stadt ist von Mas-etl armseliger Leute erfüllt, die von ih-,er Flucht bereits in die Hauptstadt des andes zurückgekehrt sind. Diese Massen "lerseits und die deutschen Truppen anderseits geben der Stadt das Gepräge. s'€ Geschäfte sind größtenteils geschlos-yn> "Ur wenige haben offen und in den °rstadtvierteln von Paris sieht man die d*ickgekehrte Bevölkerung vor den Le-dSmittelgeschäften anstehen, um einige artoffein oder etwas Fleisch zu bekommen. , 1°! Marineministerium, auf dem die Ha-ei%euzfahne weht, ist der Stadtkom-andant von Paris eingezogen und ein d^cher Panzerwagen hält vor dem Ma-|.'neniinisterium Wache. Französische Po-‘Zc‘ steht in den Straßen und regelt den Klagen Autoverkehr, der durch die mimische Besatzung gegeben ist. Wir fuhren auch nach V e r s a i 1 ’ d es war ein eindrucksvoller Ar s wir mit dem Omnibus über die P "traße nach Versailles fuhren und 11, iitii ?.n(llosen Zug von heimkehrenden I j, 8en begegneten, die aus dem ankreichs nunmehr wieder im Norden gelegenen Heimat zurückkeh-1 ren konnten. Mit Leiterwagen, von ein oder zwei Pferden gezogen, und mit allen Habseligkeiten, an denen nun einmal der Mensch hängt, voll beladen, ziehen diese Leute, die nun seit Wochen unterwegs sind, durch Paris. Alte Frauen und Männer, Jungverheiratete Ehepaare mit Babies sitzen auf den Wagen, Katzen u. Vögel, Bettzeug, Stühle, Kochherde und andere Habseligkeiten türmen sich auf dem Leiterwagen. Unter heißer Sonne legen sie täglich viele Kilometer zurück, um bald ihre Heimatstadt zu erreichen. In Versailles selbst besichtigen wir das Schloß, aus dem sämtliche Bilder, Tapeten, auch der Tisch von 1919, Gobelins und andere Kostbarkeiten, entfernt waren. Deutsche Truppen sind jedoch dabei, dieses Prachtschloß, das der Ausdruck von Macht und Größe der französischen Könige ist, wieder instand zu setzen, öde und verlassen liegt der Garten von Versailles. Gegenüber v°m Schloß hat sich in einem Hotel die NSV niedergelassen, um den aus Süden und Norden ziehenden Flüchtlingen, die meistens über Versailles-Paris ziehen, die erste Hilfe angedeihen zu lassen. Speisesäle, sauber gehalten, bieten den Flüchtlingen die Möglichkeit, ein warmes, gutes und reichliches Essen einzunehmen und die Kinder werden von den NSV-Schwestem, die von einheimischen Kräften unterstützt werden, gewaschen und mit frischer Kleidung versorgt. Es ist erfreulich anzusehen, mit welcher Dankbarbeit trotz ihres großen Schmerzes die franz. Flüchtlinge diese Hilfe begrüßen. Tagelang sind diese Flüchtlinge unterwegs, ohne eine richtige Nahrung, stets von der Sorge gequält, wie es in ihrer Heimat steht und-zufrieden über das Ende dieses schrecklichen Kampfes, ziehen sie nun in ihre Heimatorte zurück. Leer und verlassen sind in Paris die Prachtstraßen der Champs Elysees- und der Boulevard. Die vielen Verkleidungen an den Prachtbauten von Paris, Invaliden dom, Oper, Notre Dame, zeigen, daß Paris sich auf die Verteidigung vorbereitet hatte. Wenn man die Wirkung der Stukas gesehen hat (wie wir sie gesehen haben auf dieser Reise), dann kann man nicht genug den Schritt, den die französische Regierung getan hat, loben, Paris nicht zu verteidigen, sondern zur offenen Stadt zu erklären. In den Vororten von Paris sind heute noch die Spuren des seinerzeitigen Großangriffs der deutschen Luftwaffe zu sehen. Die großen Hallen der Automobilfabrik Citroen z. B. brannten noch vor wenigen Tagen. In Montmartre ist die ärmliche Bevölkerung bereits wieder auf den Straßen, die Läden sind wieder offen und allmählich kehrt das nnrmoU I äK«.« rlincn V/irorfft VOH I man uns erzählte, im Quartier Latin und auf dem Montparnasse. (und im Cafe de la Paix) rührende Szenen zwischen Deutschen und Franzosen ab. Franzosen haben deutschsprechende Leute auf der Straße angehalten und ihrer Freude über das Ende dieses gewaltigen Ringens zum Ausdruck gebracht und in gewohnter Gastfreundschaft diesen Augenblick mit Alkohol gefeiert. Nicht einen, sondern viele Franzosen sah man in dieser Stunde mit Tränen in den Augen mit Deutschen Nach harten Kämpfen um das Stadtviertel am anderen Seine-Ufer bedrohten Feuersbrünste Rouen. K. G. Über das Ende dieses Krieges sprechen. In ihrer eigenartigen temperamentvollen Art wurde dieses weltgeschichtliche Ereignis besprochen und nicht einmal, sondern immer wieder die Frage »Wer ist schuld?« von den Franzosen aufgeworfen. Wenn auch dieser Krieg zwischen Frankreich und Deutschland für letzteres siegreich geendet hat, so geht der Krieg in Frankreich weiter, es ist ein Krieg unter den Franzosen selbst. Die Franzosen suchen nach einem Schuldigen, den sie für diese Katastrophe verantwortlich machen können. Ich hatte Gelegenheit, an einem Tage meines Aufenthaltes in Paris das Sacre Coeur im Montmartre zu besuchen, wo gerade für die katholische Aktion Frankreichs der alljährliche Festgottesdiest reichs der alljährliche Festgottesdienst Tag, an dem sich Frankreichs Schicksal Suchard, zelebriert wurde. Es machte auf mich einen großen Eindruck, an dem entschied, diese Stätte zu besuchen, die - Menschen war, die ner Ansprache an die Gläubigen, daß Frankreich zwar geschlagen ist, aber lebe und leben wird' und daß Christus Frankreich schützen werde, doch nur dann,, wenn jeder Franzose bereit ist, alle seine Kräfte für Frankreich einzusetzen. Naclr Schluß der eindrucksvollen Messe schritt der Erzbischof über die Stufen des mächtigen Baues zu seinem Wagen herab uni die die Stufen umsäumende Bevölkerung kniete nieder, ehrfurchtsvoll küßte sie dir Hände dieses Mannes, der in der schwersten Stunde Frankreichs dem Volke Trost zusprach. Nach Beendigung dieser Messt kam eine Frau, eine Französin, auf uni deutschsprechend1 zu, und erzählte uns in einem etwas gebrochenen Deutsch, daß die Franzosen den schweren Schlag, den sie erlitten, tragen wollen, doch sei das Volk gegen die ehemalige Regierung sehr verbittert, denn Paul Reynaud habe im Rundfunk die Pariser aufgefordert, in der Stadt zu bleiben, während am nächsten Tage die amtlichen Stellen und die verantwortlichen Männer Paris verlassen haben. Am belebtesten von allen Vierteln in Paris war das Ghetto. Hier hat man fast den Eindruck, daß es überhaupt keinen Krieg gegeben hat, denn abgesehen von teilweise geschlossenen Geschäften sind die Straßen und die Wohnhäuser sehr belebt. Am Abend allerdings ist Paris eine ausgestorbene Stadt. Um 9.45 Uhr ertönen kleine Luftalarm-Sirenen und Lautsprecher, die die noch auf der Straße befindliche Bevölkerung auffordern, diese zu verlassen, denn um 10 Uhr müssen alle Zivilpersonen in den Häusern sein. Nach einem dreitägigen Aufenthalt in Paris, der in eine Zeit fiel, in der das Iran zösische Volk einer der härtesten Schläge, den seine Geschichte kennt, traf, fuhren wir über Compiegne, Soissons, Netif- zahlreichen Brücken überquert, die jedoch alle gesprengt sind. Ueberall auf dieser Fahrt begegnen uns Schilder: Achtung! Minengefahr! Zahlreiche noch heute herumliegende Handgranaten, Flammenwerfer, schwere Geschütze, Munition, Maschi nengewehre und viele Kisten von Scharfschützenmunition sind Zeugen der harten Kämpfe. Verwesungsgeruch von PDrde-und Viehkadavern erfüllt die Luft; zurück gelassene Panzer, schwere Geschütze, zahlreiche Autos liegen auf den Aeckcr, und Feldern. Häuser, Ortschaften sind nur mehr ein Trümmerhaufen. In der Ortschaft Juneville hat mich folgendes Bild gefesselt: Zurückgekehrte Zivilisten, die seinerzeit ihren Heimatort verlassen haben, standen mit einem pferdebespannten Leiterwagen vor ihrem ehemaligen Haus, das nunmehr nichts als Steine und Trümmer ist; sie standen weinend vor dem Nichts. Ein trauriger Anblick ist es, wenn man sieht, daß diese Zivilisten, die zwangsweise aus ihren Heimatorten vertrieben wurden, nunmehr nach ihrer Rück kehr nichts von ihrem Hab und Gut vorfinden, keine Unterkunft haben, sondern wieder gezwungen sind, im Freien zu übernachten und von vorne zu beginnen, um sich wieder ein Heim zu schaffen. Um so trauriger ist dieses Los für die Leute, da sie keine Möglichkeit haben, bei ihren Nachbarn oder in der Nachbarortschaft Unterkunft zu finden denn auch diese sind durch den Kampf zerstört und vernichtet worden. Hier offenbart sich die Tragik in diesem Schicksal des französischen Volkes; es zeigt aber auch die Leichtfertigkeit der ehemaligen Regierung, ein Volk in den Krieg zu führen, das unvorbereitet in einer durch die Pres se irregeführten Meinung einen Krieg begann, den es verlieren mußte, In Montmedy besichtigten wir die Bun ker der eigentlichen Maginot-Linie; ein starkes, zur Verteidigung eingerichtetes Festungswerk stellt diese Stadt dar. Aber auchd iese starke, aus Eisen u. Beton gebaute Festung konnte dem mächtigen An griff der deutschen Waffen nicht standhalten und wurde nach hartem Kampf be zwungen. Auf dieser Fahrt nach Montmedy zeig te uns der Feuerschein und das Grollen des Geschützdonners, daß an den Fron- ten noch geschossen wird, während in der Zeit, als wir in Montmedy eintrafen, bereits Ruhe an den Fronten herrschte, da die Waffenruhe in dieser Nacht eingetreten war. Von Montmedy fuhren wir über Vir. ton-Arlon nach Luxemburg. Luxemburg zeigt nur wenig Spuren eines Kampfes. Man hat den Eindruck em.es normalen Le bens. In Trier endigte unsere Fahrt durch Belgien und Frankreich. Diese Fahrt hinterläßt den Eindruck, daß hier ein Krieg geführt wurde, der gegenüber dem Krieg von 1914-18 als human bezeichnet werden kann, da die Kriegführung sich bemüht hat, alles zu schonen, was nicht unbedingt in die Kampfhandlungen einbezogen werden mußte, während die Fahrt allerdings auch zeigt, daß der Krieg wuch tiger und stärker geführt wurde als der Weltkrieg, denn wo die deutsche Luftwaf fe den Widerstand der Franzosen gebrochen hatte, wurde mit einer Wucht zugeschlagen, die jeden Widerstand völlig vernichtete. Das französische Volk, das nun mehr diesen harten Schlag zu spüren bekam, versucht nun, sich von den bisherigen Mächten und Kräften, die es geführt haben, frei zu machen, um aus der eigenen Kraft des Volkes den Weg zu finden, um in Zukunft von solchen Verwüstungen und Schlägen verschont zu bleiben und das Zerstörte wieder aufzubauen! 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Die Stimme des Blutes Nomon Von Mane GchmMsbeeg 23 Urheber-Rechtsschutz: Drei Quellen-Verlag, Königsbrück (Bez. Dresden). Hermann Eickhoff lief, bis er die Stadt im Rücken hatte. Dann rannte er querfeldein, über Felder und Gräben und durch Gehölz. Er lief, als sei er auf der Flucht vor dem Schicksal. In einem Wäldchen, das er durchquerte, stolperte er über eine Baumwurzel und brach erschöpft in die Knie. Nur ein paar Atemzüge lange lag er still, dann hob er die geballten Fäuste zum Himmel. »Es soll nicht wahr sein! Es soll nicht wahr sein!« Er schrie es. Er rief, er brüllte wie ein Tier. Er krallte die Hände um den dünnen Stamm einer Birke u. schilt teile s;e wie rasend. UV. I dann ging seit Toben jäh in ein stilles Weinen über. Da lag er nun, der stolze Eickhofbauer, der Herrenmensch, als ein Gebrochener, en vom Schicksal Geschlagener, und weinte. Weinte, bis auch die Tränen versiegten. Bilder aus seinem Leben zogen wie ein Filmstreifen an seinem Geiste vorüber. Aus diesem Leben, das nun vergebens gelebt war! Das auslöschen würde in der Gewißheit, daß das Geschlecht zugrunde g"ng. Hatte Lena Bormann nicht so gesagt? Oh, Lena Bormahr., du kannst zufrieden sein; dein Fluch hat sich furchtbar erfüllt. Du bist gerächt: Der Erbe, der heiß ersehnte Erbe tot! Die Mutter nicht mehl fähig, ein zweites Kind zu tragen! Plötzlich richt-de Eickhoff sich j.’ili au! Ein Gedanke war ihm gekommen, eil Wunsch in ihm aufgetaucht, so ungeheu erlich, daß ihm ein Grauen vor sich selb? kam. Wie hatte der Arzt gesagt? »Wir ho fen, daß wir sie durchbringen.« Also hin ihr Leben doch wohl an einem seidenen Faden. Wenn sie nun starb? Dann konnte Schwiethardt eine andere heiraten, und vielleicht kam dann doch noch der Erbe. Wenn sie starb — wenn sie starb — Ach, fort — fort mit den bösen Ge. danken! Auch das würde ja vergebens sein. Der Fluch lebte weiter und würde ihn immer treffen. Verloren war alles — alles! z Der Tag auf dem Eickhofe begann immer früh. Als Guste beim Morgengrauen die große Dielentiir »«- ' »Aber wenn er gleich allein ist, schläft er sehr schnell ein.« Einen Augenblick lauschten beide lächelnd hinüber, dann sagte Frau Bruckner: »Weißt du, was ich dir noch sagen wollte Ernst? Eigentlich könntest du Lena ganz gut mitnehmen, wenn du übermorgen nach Osnabrück zur landwirtschaftlichen Messe fährst. Sie hat so wenig vom Leben, kommt nie heraus und sie ist doch noch so jung.« »Das ist auch wirklich wahr, das könn te ich tün«, stimmte ihr Sohn lebhaft zu. »Sicher machen wir ihr eine Freude damit, und das hat sie wohl verdient. Wenn ich denke, was damals aus unserem Betrieb geworden wäre, wenn sie nicht zu und ihren Jungen nicht mehr vorstell611 Nein, auch ohne den Jungen nicht, ^ so viel Sonne und Wärme ins Halli brachte und sich mit seinen strahlend61) Augen unwiderstehlich in jedes Her‘ lachte. Aber —I Ja, das war es: Er würde m6' mals den Mut finden, die entscheiden6 Frage zu tun. Bei aller Vertrautheit, d|C das tägliche Zusammenleben und Ztisa1"' menarbeiten mit sich brachte, hatte Lei,il stets etwas Unnahbares an sich. Ihr g3'1' zes Wesen, die Art, wie sie nur für Kind lebte und in ihm aufging, zeigte I'1 deutlich, daß sie nie mehr daran denk6 würde, eine andere Bindung einzugeh611' Er hätte das gern seiner Mutter klar f' macht, aber das war schwer. Zudem LlC' trat Lena in diesem Augenblick wiede Stube. j Bruckner rückte sogleich mit iür£ ung heraus und verfehlte es so hinzustellen, als sei die ^ ; von ihrem Sohne ausgegangen' :r das geht doch nicht«, zögel :rt< Mann bist du ja den ganzen ^ n Bengel und mit der ganzen ^ ein. Das wird dir zuviel.« lit komme ich schon zurecht. F3J'[ :, du kommst ja sonst auch n>6 x ührte noch so viele Gründe .ins , daß Lena sich schließlich £c' n geben mußte und zusagte, im es, daß Lena am übernächst^ n der Seite Ernst Bruckners & elände durchstreifte. Sie war J licht mehr in der Stadt gewes£,a ute sie sich doch an all n, Neuen und Interessanten, iboten wurde. Nachmittage trennte sie sich v° ler. Sie hatten beide noch Versch1 zu erledigen und wollten sich ki|r bgang des Zuges wieder treffen. (Fortsetzung folgt-) Dl r, de; Di; de, ei He sch da, deji Sei V0,i tisc lieh Din Chefredakteur und für die Redakt ien Herausgebar und den Druck