LiiMchkr TaMatt. Nr. 79. pränumeratirnöpreise: mir Laibach: Ganzj. fl. 8-40; Zustellung inS HauS vrtlj. 25 tr. Mit der Post: Ganzjähr. fl. 12. Redaction und Expedition: Bahnhofgasse Nr. 15. Montag, 7. April 1879* — Morgen: Dionisius. Jilserti»»! «Preise: ki»- „ „ _ Ipaltige Pelitjeile ii < (r., bei ■i Q CV Wiederholungen $■ 3 kr. Kc= JL <£* _Y zeigen bis 6 Zeilen 20 It. Aus der Budgetdebatte. Die am 3. d. im Abgeordnetenhause des Reichsrathes gehaltene Rede des krainischen Abgeordneten Herrn Carl Deschrnann lautet nach dem uns vorliegenden stenographischen Protokolle wie folgt: „Hohes Haus! Es hat der Herr Abgeordnete für Hvlleschau in seiner vorgestrigen Rede eilt in so grellen Farben gemaltes Bild von den Leiden der Slaven in den österreichischen Ländern geliefert, daß, wenn die Thatsacheu sich wirklich so Verhalten sollten, wie sie geschildert wurden, man mit Fug und Recht meinen sollte, Oesterreich sei nicht mehr ein europäischer Kulturstaat, sondern man befinde sich in einem asiatischen Reiche. Jn-soserne sich die Ausführungen des Herrn Abgeordneten Wurm auf Schlesien bezogen, haben sie schon seitens zweier Herren Abgeordneten aus jenem Kronlande eine energische Zurechtweisung erfahren, da sie aber anch jenes Kronland berührten, das ich hier zu vertreten die Ehre habe, so glaubten ich und meine Gesinnungsgenossen ans Staut, es mit unserer Pflicht als Abgeordnete nicht vereinbarlich halten zu können, gegenüber solchen, der Wahrheit nicht entsprechenden Ausführungen das Stillschweigen beobachten zu dürfen. Ich werbe mich demnach mit den Ausführungen des genannten Herrn Abgeordneten beschäftigen und mich dabei der möglichsten Kürze befleißen. Der Herr Abgeordnete Wurm führte auch die Slovenen in Kraut unter denjenigen Unglücks-kinderit an, welche einen verzweifelten Kampf gegen den Germanismus zu bestehen haben, der sie an Mark und Bein zu durchfressen droht. Würde der Herr Abgeordnete von Holleschau die Verhältnisse unseres Landes aus eigener Anschauung kennen, so bin ich überzeugt, müßte er zu der Einsicht gelangt sein, daß seine pathologische Diagnose der den Slovenen in Kraitt drohenden Pest, die ich als caries germanica bezeichnen könnte, eine höchst verunglückte Diagnose war. Würbe er bie Geschichte unseres Landes studiert haben, so hätte er daraus gelernt, daß die Freisinger Bischöfe seinerzeit viele Hunderte Colonistenfamilien ans Deutschland berufen haben, welche sich in Krain ansiedelten. Im Verläufe der Zeit sind alle von ihnen besiedelten deutschen Dörfer flo-venisiert worden, wo er hingegen auch nicht ein einziges slovenisches Dorf in dem Kronlande, welches ich hier zu vertreten die Ehre habe, wird nennen können, welches germanisiert worden wäre. Sie sehen also, was Sie von solchen Entstellungen zu hatten haben. Wenn zu bet Zeit, wo bcv bentsche Abel in Krain ausschließlich herrschte, in Jahrhuttbertett, ans betten nicht eine einzige öffentliche slavische Urkunde existiert, der slovenische Nolksstamm seine Eigenart zu erhalten wußte, wird er, glaube ich annehmen zu dürfen, dieselbe auch in der jetzigen $eit der freien Bewegung erhalten können, wo ja eine sehr rührige slovenische Presse den Bestrebungen der Nationalen kräftigst zur Seite steht und in den Vertretungskörpern solchen Bestrebungen das wärmste Wort gesprochen wird. Der Herr Abgeordnete Wurm weiters ist zu sehr schweren Anschuldigungen übergegangen. Er hat dem Beauitenstunbe Krams, namentlich dem Richterstoude, den sehr schweren Vorwurf von Tendenzen zur Prussificierung des Landes gemacht. Er meinte, der Richter spreche dem Volke sein Recht deutsch zu dem Zwecke, um es für Deutschland zu präparieren. Dies, meine Herren, sind beim boch hochverrätherische Tendenzen, bereu man beit Richterstaitb in Krain beinzichtiget. Ich kann bnii Herrn Abgeordneten nur bemerken, baß ber Richterstaitb in Krain bitrchgeheubS eiitweber ans Laitbesfinberit ober aus Slovenen aus beit benachbarten Säubern besteht, utib baß bie Mehrzahl ber Richter aus dem Bauernstande hervorgegangen ist. Also von jener Vergewaltigung kann gar keine Rede fein, sie ist nur ein Schreckbild, welches int Kopfe bes Herrn Abgeorbneten sich entwickeln konnte. Ich kann betit Herrn Abgeorbneten versichern, baß ich selbst zu wiederholten malen als Geschwonter Gelegenheit hatte, bei öffentlichen Schwnrgerichtsverhandlungen zu fungieren, uitb baß stets, wenn es sich um einen slovenischen Jucul-paten haubette, bie Gerichtsverhanblntig ausschließlich in slovenischer Sprache geführt würbe. Dies also zur Richtigstellung jener Vorwürfe nnb Branbmarknttgen, welche gegenüber beut Richter-stände in Krain erhoben wurden. Der Herr Abgeordnete ist mit der Handelskammer in Krain nicht zufrieden, ebensowenig mit ber jetzigen dortigen Lanbesvertretung. Nun, in die nähere Beurtheilimg seiner Geschmacksrichtungen in dieser Beziehung will ich nicht entgehen, aber wenn der Herr Abgeordnete sagt, baß bei, Slovenen selbst int Reichsrathe nicht ein eutsprechen-ber Platz gegönnt fei, so appelliere ich an sein Billigkeitsgefühl, ob beim nicht genug slovenische Schmerzensrnse in biesem hohen Hanse zum Aus-bntcke geföinnten find. Ich höre, daß bieselben zum Druck vorbereitet werden für die nächste Wahlcampagne, sie sollen ein stattliches Bändchen bilden. Weint natürlich an maßgebender Stelle denselben nicht jene Beachtung geschenkt wird, als bie betreffenden Abgeorbneten es vielleicht wünschen, so ist bie Ursache wol bie, baß arge Uebertrei-intngett uttb Entstellungen ber Wahrheit mitunter vorgekommen sein mochten, wobnrch vielleicht mancher Kern von Wahrheit an seinem Gewichte verloren hat. Ich kann bei diesem Anlasse nicht umhin, ans eine merkwürdige Mitteilung, welche vor einiger Zeit in beit öffentlichen Blättern erschienen ist, hiitzitbettten. Ste bezog sich ans bie Korrespondenz zwischen einem Abgeorbneten aus Krain von jener (rechten) Seite bes hohen Hauses uitb beitt Präsibenteu bes Oberlandesgerichtes in Steiermark. Der erwähnte Abgeorbnete hat es nämlich seinerzeit für gut befunben, einem Beamten in Krain, ohne Nennung bes Namens, ben schweren Vorwurf zu machen, baß er in einer nahezu sträflichen Weife sich in gerichtliche Agettben eingemengt habe. Als nun ber betreffeube Oberlandesgerichtspräsident den Abgeordneten schriftlich erfuchte, er möchte ihm den beschuldigten Beamten namhaft machen, damit er gegen denselben eiuschreite, so berief sich der Abgeordnete ans Krain ans seine Immunität, er meinte, er habe keine Verpflichtung, dem Oberlanbesgerichtspräsibenten bezüglich ber Angaben, bie er im hohen Hause gemacht habe, Rebe uttb Antwort zu stehen. (Ruse: Hört! Hört!) Der Herr Abgeorbnete für Holleschan ging in seinen Ausführungen noch weiter, er meinte, baß ber Druck, ber in Krain und überhaupt iit ben sübslavischen Säubern Oesterreichs herrsche, ein so unerträglicher sei, baß er nur mit ber ehemaligen Türkenherrschaft in Bosnien in Parallele zu stellen sei, uitb baß bie Slovenen, um biesem Drucke zu entgehen, ben sehnlichsten Wunsch haben, sich an Kroazien anznschließen. Nun, meine Herren, im Namen der Slovenen, bie ich hier zu vertreten bie Ehre habe, muß ich gegen eine solche neue Aeußerttug entfchieben protestieren. Der Herr Abgeorbnete befindet sich int Widerspruche mit den Aeußerungen eines seiner Vorredner aus dem slovenischen Scheite ber Steiermark, welcher einen an-bereu Wunsch der Slovenen voigebracht hatte, nämlich ben, baß sie in einer eigenen, neuen staatlichen Gruppe bieser Reichshälfte vereinigt werben möchten. Wir Kramer mißgönnen den Kroaten, mit denen wir in srenndnachbarlichen Beziehungen leben, durchaus nicht die Autonomie, die sie sich gegenüber den magyarischen Suprematiegelüsten zu erringen gewußt haben, allein wir wissen auch den Werth unserer Autonomie zu schätzen uttb wollen durchaus nicht als Opfer auf jntent Präsentierteller dargebracht werden, den ber Herr Abgeorbnete ans Mähren ber Krone Ungarns, beziehungsweise der Krone Zvonimirs, mit unserem Sanbes-theile zu bringen gewillt ist. Hätte er bie Geschichte bes Sandes studiert, so hätte er gesehen, daß viel mehr Theile ber kroatischen Militärgrenze einstens zu Kraitt gehörten, es sinb das die sogenannten Meeresgrenzen; bie Festungen bafelbst würben mit bent blanken Gelbe ber inuerösterreichtfehett San* bestheile erbaut. Es wäre baher eher ein RechtS-grunb vorhanben, gewisse Theile der Krone Zvo-nimirs zur Reincorporierung nach Krain zu beanspruchen. Der Herr Abgeordnete — wie gesagt — gelangte schließlich zu dem Resultate, daß in Krain eine wahre Türkenwirthschast herrsche. Er nannte sogar ben Nfimett eines Paschas im Kleinen, welcher daselbst in rücksichtslosester Art und Weise als politischer Beamter sein Kommando üben soll. Es ist mißlich, über persönliche Anschuldigungen, bie in beut hohen Hause vorgebracht werben, sich bes weiteren zu ergehen; es hat schon gestern ein Abgeorbiteter ans Schlesien bie richtige Bemerkung gemacht, baß auch ber Beamte nicht tiogelsrei erklärt werden dürfe. Vor allem hätte ein Abgeordneter eines entfernteren KronlattdeS sich hüten sollen, vom bloßen Hörensagen ober aus bloßer Zeitnngslektüre, ohne in die näheren Verhältnisse Einsicht genommen zu haben, ohne bas Richtige von bent zu unterscheiden, was die Parteileidenschaft grau in grau färbt, ehrcutoerthe Persönlichkeiten in solcher nicht zn qimtificiereitden Art und Weife vor diesem hohen Hanse zu deuuuciereu. Allein, meine Herren, auch ber Verfassungspartei, auch beit Mitgliedern derselben, bie aus Krain hier sitzen, ist es ja nicht besser ergangen. In der Rede des Herrn Abgeordneten wurden wir mit einer Menge sonderbarer Titulaturen bedacht, er sagte zum Beispiel, daß wir Affiliierte eines Osmanli- !>ascha seien, daß wir feige Slovcnenunterdrücker eien, ein Abschen und Schreckbild nicht nur für lovenische, sondern für alle österreichischen Kinder. Noch Besseres kommt auf Seite 13,931 deS stenographischen ProtokolleS vor, wo er uns vorwirft, daß wir das Volk demoralisieren, daß wir schwache, charakterlose, feile, bestechliche, egoistische Renegaten seien. (Ruse links: Hört!) Nun, meine Herren, diese Vorwürfe wurden gegen die Verfassungspartei geschleudert. Wir, als diejenigen, welche aus den betreffenden Landern stammen und jener Partei angehören, die dort zur Herrschaft im Landtage gelangt ist, wir können diese Vorwürfe nur auf uns beziehen. Ich finde keinen Ausdruck für die Cuatificierung derselben, ich kann nur sagen: sie sind lieblos; dabei aber muß ich bemerken, daß wir erstaunt waren, aus dem Munde eines hochwürdigen Herrn solche Verunglimpfungen zu vernehmen, von dessen Lippen wir eher Worte christlicher Nächstenliebe und evangelischer Sanftmuth zu hören erwartet hätten. (Beifall links.) Ich könnte ebenfalls ein langes Register von Schmerzensrnfeu aus dem Laude, welches ich hier zu vertreten die Ehre habe, Vorbringen. Ich 6c» schränke mich aber auf einige wenige Andeutungen. Ich führe an, daß auch bei nns der Sandmann unter der Last des Legalisiernngszwanges schmachtet, daß er mit Sehnsucht den Zeitpunkt herbeiwünscht, wo diese für den Bauer mit so viel Unkosten verbundene Maßregel aufgehoben werden wird. Es hat ferner in Ärain den übelsten Eindruck gemacht, daß die Staatsverwaltung die schon längst in Aussicht genommene Ausführung eines Gebäudes für die Lehrer-BildnugSanstalt noch bis jetzt nicht in Angriff genommen hat, obwol der Bauplatz für dieselbe schon längst angekauft worden ist; namentlich geht die Regierung der Landbevölkerung mit keinem guten Beispiele vor, indem Landgemeinden zum Baue von Schulhäusern verhalten werden, ohne Rücksicht darauf, ob sie Geld haben oder nicht, während der Staat sich damit ausredet, er baue nicht, weil er kein Geld habe. Solche Ausreden werden in einem Laude vorgebracht, wo der Staat nicht ein einziges öffentliches Gebäude für Schulzwecke bisher hergestellt hat. Ich kann aber auch nicht umhin, zu bemerken, daß in Krain ein großer Mißmuth darüber herrscht, daß durch die zu lange Reichsrathsfession dem Landtage für die Schaffung wichtiger Laudesgesetze und Erledigung der Landesangelegenheiten die benöthigte Zeit verkürzt wird. Ich will nicht die Ursachen solcher ungebührlichen Verlängerungen der Reichs-raths-Sessionen des weiteren erörtern, allein das kann ich mit aller Bestimmtheit sagen, baß die Ausführungen, die wir von jener (rechten) Seite des hohen Hauses während der Budgetdebatte alljährlich zu hören bekommen haben, nicht geeignet sind, die conlante Erledigung der Reichs* raths-Angelegenheiten zu fördern. (Rufe: Sehr richtig!) Ich komme zum Schlüsse meiner Ausführungen und knüpfe an eine Bemerkung an, welche einer der Herren Abgeordneten aus Schlesien gestern vorgebracht, wobei er die Methode gekennzeichnet hat, womit gewisse Herren von jener (rechten) Seite des hohen Hauses gegen diese (linke) Seite und gegen die Regierung vorzugehen pflegten. Ich füge nur folgendes hinzu: Die von ihm gekennzeichnete Kanipfweife ist die raffinierteste Ausführung des Grundsatzes: „Calumniare audacter, semper aliquid haeret.“ Diese Kampfesart, meine Herren, kann bei einer Wahlcampagne vielleicht momentane Erfolge erzielen, allein sie ist auch eine sehr gefährliche, man kann dabei in dem Fleische derjenigen wühlen, die man zu vertreten hat. Der Herr Abgeordnete für Holleschau hat sich darüber beklagt, daß alle die Vorstellungen, Beschwerden, die von jener (rechten) Seite des hohen Hauses vorgebracht werden, an dieser (linken) Sette des hohen Hauses wie an einem Panzer abprallen, indem man denselben keine Beachtung schenke. Ich glaube nun, meine Herren, es heißt wol der Gutmütigkeit deS hohen Hauses zu viel zu-muthen, wenn mau verlangt, daß Ausführungen von fo greller Art und in so entstellender Weise, wie sie vom Herrn Abgeordneten für Holleschau gegeben wurden, in diesem hohen Hause ein geneigtes Ohr finden sollen. Der hohe Reichsrath nimmt in der Regel keine Notiz davon, ebenso wenig die Wiener Presse; allein in jenen Landes-theileu und in jenen Kreisen, für die diese Reden berechnet sind, dort gelangen die stenographischen Berichte durch rührige Agenten Hin, finden durch die Parteipresse, die in der Wahl der Mittel nicht eben heiklig ist, die entsprechende Verbreitung, sie werden durch Interpretatoren, vielleicht manchesmal durch solche im geistlichen Talare, der Landbevölkerung mundgerecht gemacht. Derartige unüberlegte Schlagworte sind im stände, in Ländern und Landestheilen, wo die Landbevölkerung sich noch unter einem klerikalen Hochdrücke befindet, eine eigentümliche Begriffsverwirrung hervorzurufen. Da ist es wol möglich, wie es z. B. heißt, ein Reichsrathsabgeordueter, ein hochwürdiger Herr Habe im Reichsrathe erklärt, der Richterstand eines Landes wolle in hochverräterischer Absicht das Land preisgeben, oder die Partei, die jetzt in einem Lande znr Herrschaft gelangt ist, Habe dieS nur erreicht, weil ihr die Gelder der Steuerträger zugebote gestanden sind, sie habe nur die Absicht, das Volk zu demoralisieren und seine Eigenart aufzuheben. Wenn nun hiezu noch eine weitere gehässige Interpretation unter das Volk gelangt, dann kann es geschehen, daß schlichte Landleute ein Gott wohlgefälliges Wert zu üben vermeinen, wenn sie gegen solche Verräther und Tyrannen in ihrem Laude in einer Art und Weise Vorgehen, daß sie mit dem Strafgesetze in Eou-flict gerathen. Namentlich wir im Lande Krain haben Gelegenheit gehabt, derartige Erfahrungen zu machen. Würde der Herr Abgeordnete Wurm sich seine Informationen in den Strafacten der beiden Gerichtshöfe im Lande geholt haben, so würde er ersehen haben, daß in der Regel für derartige Verhetzungen, wie sie von einer gewissen Seite geplant werden, nicht die moralischen Urheber derselben zu büßen haben, sondern daß der arme Sandmann es ist, welcher dafür die Zeche zahlen muß mit feinem Vermögen, mit seiner Ehre, mit seiner Freiheit. Wenn daher der Herr Abgeordnete dieses alles wohl erwogen hätte, so würde er es unterlassen haben, so schwere Anschuldigungen in diesem hohen Hanse gegen eine Partei in dem Saude, das ich hier zu vertreten die Ehre habe, und gegen ehrenwerthe Berufsklassen daselbst zu erheben. Er kann aber versichert sein, daß der Stachel seiner Ausführungen in dem Herzen der liberalen Partei keinen Platz finden werde und daß überall, wo es sich um das Wohl des Sandes handelt, wir gemeinsam und einträchtig wirken und auch der Gegenpartei brüderlich die Hand reichen wollen. Ich kann nur noch das eine hinznfügen, daß seine Ausführungen selbst von besonnenen Männern im Sande Krain, die seiner Parteirichtung angehören, aus das entschiedenste mißbilligt werden." (Seb-haster Beifall links.) Vom Tage. lieber das Expose des Fiuanzministers bemerkt die „N. fr. Presse“: „Der Minister, der nicht den Muth besitzt, das Heeresbudget auch nur zu berühren, besitzt den traurigen Muth, den Wählern sagen zu lassen, daß er ihnen eine ausgiebige Sostenvermehrung vorbereite und den kleinen Beamten dir Gehalte beschneiden wolle," und das „N. Wr. Tagblatt" schließt seinen dies-iezüglicheu Seitartikel mit folgendem Passus: „Ein solches Programm wird in jenen Wählerschaften, welchen ein selbständiges Urtheil zugestanden werden muß, seiner Einseitigkeit wegen keinen Anklang finden können. Nur dann wird das finanzielle Programm des Herrn de Pretis durchgesetzt werden können, wenn das Volk, dem .tun weitere Saften zugemuthet werden, den ziffermäßigen Beweis erhält, daß auch der Staat sich der Notwendigkeit der Einschränkung seiner Ausgaben fügt. Nicht auf die Stellung der Beamten und vielleicht gar auf wichtige Verwaltungsauslagen darf sich diese Reduktion beziehen, sondern in erster Linie auf das Militärbudget." Die Sitzungen des Abgeordneten Hauser wurden bis 17. d. der Feiertage wegen vertagt. Der serbische Kirchencongreß wird in der zweiten Hälfte Mai l. I. nach Karlowitz einberufen. In den nächsten Tagen sollen die Verhandlungen der österreichisch-ungarischen Zollkon -serenz beginnen und nach deren Abschluß die Verhandlungen mit Serbien wegen des abzuschließenden Handelsvertrages aufgeuommen werden. Der Berliner Korrespondent der „Mor.iiua Post" bezweifelt die Richtigkeit des Gerüchtes, daß die drei Kaiser beabsichtigten, anläßlich der goldenen Hochzeitsfeier des deutschen Kaisers eine Zusammenkunft in Berlin zu halten. In Berlin sei darüber nichts Bestimmtes bekannt. Der französische Botschafter Herr v. Fournier in Koustaittinopel bemühte sich, den Großvezier über die Absichten der Pforte betreffs Abschlusses einer Conv ention mit Oesterreich zu sondieren. Khereddiu Pascha ertheilte dem Botschafter folgende Antwort: „Es wird uns ohne Zweifel nichts anderes übrig bleiben, als das zu bewilligen, was Oesterreich von uns verlangt. Wir werden es bewilligen. Oesterreich verfährt aber sehr hart gegen uns, es gibt uns eine bittere Pille zu schlucken und reicht uns nicht einmal ein GlaS Wasser. " Nach neuesten Nachrichten ergeben sich in der Angelegenheit der gemischten O cc upa t io u D ft* rutneliens fehr bedeutende Schwierigkeiten, welche theils von der Pforte selbst durch ihr hartnäckiges Festhalten an dem Ansprüche auf Besetzung der Balkanpässe durch ihre Truppen herrühren, theils durch die Hindernisse hevvorgernfen werden, welchen die Verständigung der Kabinette über die Regelung der Detailfragen der Occupa-tiou begegnet. Namentlich sind es die Fragen der Höhe der beizustellenden Kontingente, die Designierung des von jedem einzelnen Kontingente zu occn-p irrenden Territoriums und die Kommandofrage, über welche bis jetzt eine Verständigung noch nicht zu erzielen war. Die Aussichten aus ein Übereinkommen inbetreff der griechischen Grenze sind im Augenblicke nicht sehr günstig; aber man verzweifelt keineswegs an dem schließlichen Resultate der Unterhandlungen., Die bulgarische Notabelnversammlung hat die ersten acht Artikel des Organisation^-statutes mit einigen Modifikationen angenommen. Es ist Hoffnung vorhanden, daß das gefammte Statut längstens in vierzehn Tagen durchberathen sein wird. Sodann wird sich die Notabelnversammlung mit den Vorkehrungen für die Fürstenwahl beschäftigen, lieber den Kandidaten für die Fürsten« wähl ist bis zur Stunde noch keine Vereinbarung erzielt. Einstweilen hat man sich über die definitive Wahl von Sofia zur Sandeshauptstadt und von Tirnova zur Krönungsstadt geeinigt. Ebenso hat man sich darüber verständigt, daß die Zivilliste des Fürsten nicht, wie beantragt, auf eine Million Francs, sondern auf 600,000 Francs fest-zusetzen sei. Die Niederlage der Engländer im Zulu-Sande, sowie auch die bereute Kriegführung in Süd-Afghanistan haben das Vertrauen des englischen Volkes in die Fähigkeiten seiner Generale wesentlich erschüttert. Tagesneuigkeiten. — Siebzigjähriges Dienstjnbiläu m. Am 5. d. M. feierte der ehemalige Justizminister und gegenwärtige Präsident des Reichsgerichtes, Baron Karl Krauß, das Jnbilänm des siebzigjährigen Staatsdienstes, dem der Jubilar, welcher im 90. Lebensjahre steht, seit dem Jahre 1809 angehört. Freiherr v. Krauß legte nämlich schon am 5. April 1809 seinen ersten Diensteid als I. I. Kanzleiprakticant bei dem f. k. Kreisamte in Lemberg ab. — Parlamentarisches. Vorgestern den 5. d. M. hielt das Abgeordnetenhaus die letzte Sitzung vor den Osterferien. Die Osterpause soll, wie Präsident Dr. Nechbauer mittheilte, bis zum 17. d. M. währen. Der Präsident beabsichtigte ursprünglich, die Sitzungen noch am Montag, Dinstag und Mittwoch in der Charwoche fortznsetzen, ist aber dann von dieser Absicht wieder zurückgekommen. Die Spezialdebatte wird jedenfalls vom 17. d. ab sehr beschleuuigt werden müssen. Denn das Budgetprovisorium geht mit Ende April zu Ende, und vor diesem Zeitpunkte muß das Budget auch noch Kommission nnd Plenum des Herrenhauses passieren, um Gesetzeskraft zu erlangen. Dr. Rechbauer hatte gewiß nicht Unrecht, auf die Nothwendigkeit hinzu-weisen, daß dem Herrenhause doch wenigstens Gelegenheit gegeben werde, eine Prüfung des Budgets vorzunehmen. — Petition. Nachrichten ans Banjalnka znfolge haben 150 Wojwoden eine Petition an den Grafen Andraffy unterzeichnet, worin die Bitte ausgesprochen wird, daß eine Nationalversammlung mit denselben Privilegien wie diejenigen, welche das bulgarische Parlament genießt, in Bosnien hergestellt werden möge. An die österreichische Regierung ist das Ersuchen gestellt worden, die den bosnischen Flüchtlingen gewährte Unterstützung von fünf auf zehn Kreuzer per Tag zu erhöhen. Es heißt, daß nicht weniger als 20,000 den Entbehrungen erlegen sind, denen sie seit ihrer Flucht aus Bosnien ans-gesetzt waren. — Einbruchsdieb st ah l. Während die Patres Benedictiner des Stiftes Gries in Tirol, den Prälaten Regli am Ehrenplatze, beim Mittagsmahle saßen, schlich sich ein Dieb in die Räume des Stiftes ein, verfügte sich ins Zimmer des Prälaten, annexierte da aus dem Schreibtisch eine Summe von 4- bis 5000 fl. und empfahl sich höflichst. in der Eile ans der Stiege eine Fünsguldeu-Note als Andenken zurücklassend. — Folgen der Agitationen. Nach einer Petersburger Mittheilung soll mittelst eines Ukafes zur Verhütung größerer Studentenunruhen die Zahl der Hörer an der medizinisch-chirurgischen Akademie in Petersburg fortan auf vierhundert und au den Provinzakademien auf je zweihundert beschränkt werden. Auch bei Jnscriptionen müssen künftighin gewisse, die Frequenz erschwerende Formalitäten erfüllt werden. Lokal-undprovuyial-Fngelegenheiten. Original-Korrespondenz. Bischoflack, 5. April. (Die Stadt-gemein d e w a h l e n) wurden gestern beendet. War deren Resultat im dritten und zweiten Wahlkörper nicht zweifelhaft, da, Dank der Gemeinde-Wahlordnung, die Zahl der bäuerlichen Wähler jene der städtischen weit überschreitet, so hatte doch die dem Fortschritte huldigende Wählerschaft des ersten Wahlkörpers gegründete Hoffnung, ihre Kandidaten dnrchznbringcn; doch der Wähler denkt und einige Beamten lenken, und so kam es, daß die verfassungstreuen Kandidaten mit nur zwei Stim- men, ja, wenn die illoyal abgegebene Stimme des in den ersten Wahlkörper nicht gehörigen klerikalen Kandidaten Notars Triller nicht gezählt wird, mit nur einer Stimme unterlegen! Alle Ehre den liberalen Bürgern, welche sich vollzählig an der Wahl betheiligten; die vollste Anerkennung auch den klerikalen Wählern, welche fast alle erschienen und — auch den unbeholfensten Bauer nicht ausgenommen, wie Ein Mann für ihre Kandidaten stimmten! Dagegen haben jedoch eine Anzahl von Staatsbeamten durch ihr Fernbleiben von der Wahl der Fortschrittspartei einen gewaltigen Faustschlag ins Antlitz versetzt und den Klerikalen zum Siege verholfen! Der Steuereinnehmer mit einem zweiten Steuerbeamteu und zwei Beamte vom Gerichte haben dazu beigetragen, die gute Sache zum Falle zu bringen, denn, wenn auch sie mitgewählt hätten, wären nahezu alle liberalen Kandidaten durchgedrungen; namentlich haben die beiden Gerichtsbeamten wenig Takt und Disciplin an den Tag gelegt, da sie ihren Chef, den Bczirksrichter, welchen die liberale Bürgerschaft an die Spitze ihrer Kandidaten stellte, im Stiche ließen, statt an seiner Seite für die verfassungstreue Partei einzutreten. Diese vier Herren haben aber auch für dieses Vorgehen den schönen Lohn geerntet, daß nun mit ihrer Hilfe in Lack die Klerikalen weiter Haufen werden! Letzteren ist übrigens seit dem Wahlsiege der Kamm so gewaltig gewachsen, daß ihr eiifant clieri, Gemeindevorstand Mohär, wie uns verrathen wurde, eine aus zusammeugetrageuen Phrasen geschmiedete Polemik vom Stapel ließ, welche er — lächerlich genug — „Berichtigung" genannt und deren Ausnahme ins „Tagblatt" verlangt haben soll. Ist dem so, dann ersuche» wir die löbl. Redaction , diesem Schriftstück die unverdiente Ehre zutheil werden zu lassen, es aus dem Papierkorb wieder hervorzuholen und es uns zu senden, damit wir mit einigen Stellen daraus die Leser dieses Blattes erheitern. Dem Rechtsbeistand des Herrn Gemeindevorstandes würden wir übrigens rathen, das Preßgesetz einmal zu lesen. Weitere Berichte folgen. — (Probewahlen.) Herr Dr. v. Schrei) begrüßte vorgestern im Namen des Centralwahl-comites die erschienenen Wahlberechtigten des zweiten WahlkörperS und theilte denselben mit, daß nach dem Gemeindestatute der Landeshauptstadt die Gemeinderäthe Dr. Friedrich Keesbacher, Carl Leskovic und Dr. Anton R. v. Schöppl aus dem Gemeinderäthe auszuscheiden hätten. Dr. v. Schrey richtete namens des Kentralwahlcomites des con-stitutionellen Vereins an die Anwesenden die Einladung: Kandidaten für den zweiten Wahlkörpcr in Vorschlag zu bringen oder Kandidaturen auzumelden. Nachdem von keinem der erschienenen Wahlberechtigten das Wort ergriffen wurde, lenkte Dr. v. Schrey die Aufmerksamkeit der Wahlberechtigten auf die zum Austritt berufenen GRR. Keesbacher und Leskovic. Der Redner conftatierte, daß dir Herren Dr. Keesbacher und Leskovic bereit wären, ein Mandat für eine weitere Functionsdauer im Ge-meinderathe anzunehmen; daß Herr Dr. Keesbacher namentlich ans sanitärem Gebiete eine eifrige und erfolgreiche Thätigkeit entfaltet hat, daß er ein warmes Interesse für die Förderung kommunaler Einrichtungen im Geiste des Fortschrittes an der Tag legte und zu den eifrigsten Mitgliedern der Gemeindevertretung gezählt werden müsse: daß Herr Leskovic sich nahezu ausschließlich gemeinnützigen und öffentlichen Zwecken widmet, als Mitglied des städtischen Ortsschulrathes, als Directions-mitglied mehrerer humanitärer und socialer Vereine, und namentlich als Ansschnßmitglied des eonstitu-tionellen Vereines in werkthätiger und aufopfernder Weise, speziell im Gemeinderäthe aber als Mitglied der Finanzsection mit bestem Erfolge thätig sei. Dr. von Schrey bemerkt, die beiden genannten Gemeinderäthe haben sich um die Stadtgemeinde Laibach wesentliche Verdienste erworben, und er empfehle deshalb die Wiederwahl beider genannter -Herren umsomehr, als deren unerschütterliche.Anhänglichkeit an die Verfassung und den Fortschritt das von den Wählern ihnen zu schenkende Vertrauen in vollem Maße rechtfertigen. Bezüglich der Aufstellung eines dritten Kandidaten für den zweiten Wahlkörper theilt Dr. v. Schrey mit, daß der für die Gemeinde so wohlverdiente Gemeinderath Dr. Anton R. v. Schöppl unter Hinweisung auf seine lieber-bürdnng mit Amtsgeschäften feine allfällig in Aussicht genommene Wiederwahl dankend abgelehnt hat, an welcher Erklärung derselbe ungeachtet eindringlicher Vorstellungen festhielt. Diese Erklärung deS Herrn GR. Dr. R. v. Schöppl, welche das Central-Wahlcomite zu seinem tiefsten Bedauern als feststehend annehmen mußte, gab demselben Anlaß, einen Mann für die Ehrenstelle eines GemeinderatheS ins Auge zu fassen, der einerseits in hervorragender Weise die Fähigkeiten zur Besorgung dieses AmteS besitzt, andererseits zufolge seiner Gesinnungstüchtigkeit allgemeine Sympathien genießt, und der über an ihn gestellte Anfrage sich bereit erklärte, die Kandidatur anzunehmen. Es ist dies der derzeit in Laibach domicilierende, zufolge seiner langjährigen, in bester Erinnerung stehenden Thätigkeit als Gerichtsbeamter in Laibach mit den hiesigen Lokalverhält-uisseu wohlvertraute Herr k. k. Oberlandesgerichtsrath a. D. Franz R. von G a r i b o l d i. Redner empfiehlt namens des Central-Wahlcomites diesen Kandidaten an Stelle des anstretenden GemeinderatheS Dr. R. v. Schöppl. Die Vorschläge des Vorsitzenden wurden von der Versammlung mit den Zeichen lebhafter Zustimmung zur Kenntnis genommen, und nachdem keiner der Anwesenden sich zu weiteren Anträgen meldete, schritt man zur Probewahl, bei welches als Kandidaten für den zweiten Wahlkörper einstimmig die Herren: Franz R. v. Gariboldi, Dr. Friedrich Keesbacher und Carl Leskovic gewählt wurden — Heute abends findet die Probewahl für den ersten Wahlkörper statt. — (Personalnachricht.) Der kommandierende General FZM. Freiherr v. Kuhn ist am 5. d. zu den Schlußberathungen des Theresien-Ordenseapitels betreffs der vorznnehmenden Auszeichnungen von Graz nach Wien gereift. — (Ernennungen.) Der Jnstizminister hat zu Bezirksgerichts-Adjuncten die Herren Ans-enltanten Carl Gertscher und Josef Schwent-ner für St. Marein, Johann Jefernig für St. Leonhard und Michael No Vak für Drachenburg ernannt. — (Kammermusik.) Aus Aulaß der Anwesenheit des bestrenommierten Wiener Cellisten Herrn Kretfchmann in Laibach findet Mittwoch den 9. d. um halb 8 Uhr abends im landschaftlichen Redoutenfaale eine Kammermusik-Production statt. Programm: Streichquartett von Beethoven (op. 74, Es-ilur); Larghetto für Cello von Mozart; Quintett (op. 83, A-dur) von Reinecke. Eintrittskarten bei Herrn C. Till und Mittwoch abends an der Kaffe. — (Landschaftliches Theater.) Gestern fand die Schlußvorstellung in dieser Saison statt, es nahmen vom Publikum Abschied: das Orchester durch präcifen und nuancierten Vortrag der „Dichter und Bauer"-Ouverture, Fräulein Mafsa in zwei Liedern und in Conradins einaktiger Operette „Beckers Geschichte", Herr Arenberg in der genannten Operette, Herr Fried mann in dem Soloscherze „Ein seiner Mann", die Fränl. Willi elini und Solvey, auch Herr Ehrlich durch Vortrag heiterer Declamationspiecen, Fränl. Binder in einer Zitherpiece, der kleine Brandt, welcher zwei Lieder zum Besten gab, und der Orchesterdirektor Herr Meyer, welcher den unerreichbaren Violinvirtuosen Paganini trefflich copierte und sich als Violiusolospieler hervorragenden Ranges präsentierte. Das mittelgut besuchte Haus spendete sämmtlichen Mitwirkenden reichen Beifall, zeichnete alle zu wiederholten malen mit Hervorrufen aus, überdies empfingen die Fräulein Wilhelmi und Solvey prächtig decorierte Blumenkränze, erstere auch zwei Niescn-Blumenbouquets. Nach Schluß der genannten Operette rief das Publikum auch Herrn Direktor (£. Ludwig, welcher im gestrigen Theaterzettel die Versicherung abgab, daß er in der Erwägung, als er nunniehr die Wünsche des hiesigen Publikums kennen gelernt hat, in der nächsten Saison für das Engagement einer ausreichenden guten Gesellschaft und für Novitäten eifrigst besorgt sein werde. — (Aus der Bühnen Welt.) Der Musentempel in Esseg war vor einigen Tagen der Schauplatz skandalöser Szenen. Bei Aufführung der Operette „Der Seekadett" betraten „Admiral Lambert" und „Don Januario" betrunken die Bühne, die Gesangspiecen der beiden Parte mußten weggelassen werden, das Publikum verließ höchst entrüstet das Schauspielhaus. — (Verkehrsstörung.) Auf der Strecke Olaug-Bruneck der Pnsterthal-Bahn ist eine Berglehne abgerutscht; dieselbe hat auf der Länge von circa 10 Meter das Geleise verschüttet. Auf derselben Strecke hat an einer zweiten Stelle ein Felsenabsturz das Geleise 3 Meter hoch und 6 Meter lang mit Felsstücken und Steinschutt verlegt. Bis zur Beseitigung des Hindernisses verzögerte sich der Verkehr der Züge um fünf Stunde» in derWeiterfcihrt von Brunneck. Die Anschlüsse in der Richtung Franzensfeste und Villach wurden infolge dessen nicht erreicht. Ein Centralschlachthaus in Laibach. (Fortsetzung.) Nun werden Sie, meine Herren, cs begreiflich finden, daß nach Erbauung des Schlachthauses auch für die Benützung der Stallnngeii, des vorhandenen warmen Wassers und anderer für die Fleischhauer damit verbundenen Bequemlichkeiten eine mäßige Gebühr wird eingehoben werden, deren Fixierung Gegenstand einer späteren Be-rathnng der Gemeinderathes sein wird. Approximativ stellt sich meine Berechnung über die Einkünfte des zu erbauenden Schlachthauses folgender maßen: Bei der Gesammtgebühr pr. 1 fl. 50 kr. für Gulden jedes Rind bei einer Schlachtung von 4000 Stück Rindern im Jahre der Betrag von...................................... 6000 bei üUOO jährlich zur Schlachtung gelangenden Kälbern bei einer Gebühr vvn 60 kr. pr. Stück der Betrag von.............................. 3600 bei 6000 jährlich znr Schlachtung gelangenden Schweinen über 30 Kilo mit einer Gebühr von 80 kr. pr. Stück der Betrag vvn 4800 bei 1000 Stück Schweinen unter 30 Kilo, pr. Stück mit 30 kr., der Betrag von . bei 3000 zur Schlachtung gelangenden Lämmern, Schafen re. bei einer Gebühr von 30 kr. pr. Stück der Betrag von L _.________ 300 900 zusammen also der Betrag von 15,600 Zieht man davon die Regiespesen mit 3000 fl. und die 6 Perzent Zinsen des beiläufigen Ban-fondes pr. 100,000 fl. mit 6000 fl., zusammen also 9000 fl. ab, so ergibt sich noch immer eine reine Einnahme von circa 6600 fl., sohin nahezu das Doppelte dessen, was die Stadtgemeinde bei den jetzigen Verhüllnissen von diesen Gefällen bezieht. Hiemit glaube ich den Nachweis geliefert zu haben, daß der Bau eines allgemeinen Schlacht Hauses aus sanitären Rücksichten dringend noch wendig und ans finanziellen Gründen sehr wünschenswert!) ist. Als Ort, wo das Schlachthaus aufgebaut werden sollte, schlage ich, ohne anderen begründeteren Vorschlägen vorzngreifen, die dem Herrn Perdan gehörige, nächst dem Gmber'schen Kanale in der Polana gelegene Wiese vor, welche für die Gemeinde unter sehr günstigen Bedingungen zu haben wäre. Die Vortheile dieses Platzes will ich nnr kurz dahin skizzieren, daß derselbe gut situiert ist, >va zu ihm allseits Zugänge führen und ein Pnmpwerk, gegen welches der Morastkulturansschuß gewiß nichts einzuwenden hätte, sehr leicht angelegt werden konnte. Das hoch gelegene Terrain ermöglicht mit geringen Kosten die Kanalisierung, und ist dasselbe auch vor dem Winde geschützt, was verhindert, daß die animalischen Gerüche in die Stadt getrieben werden. Was die von mir beantragte Frist von drei Monaten betrifft, innerhalb welcher dar städtische Bynamt die Pläne und Kostenüberschläge zu verfassen hätte, so scheint mir dieselbe vollkommen genügend zu sein, da sowol ich als auch Sie, meine Herren, gewiß alle wünschen, daß dieses so oft ventilierte Projekt endlich zur Ausführung gelange. Am besten wäre eS, wenn der städtische Herr Ingenieur auf Kosten der Gemeinde die neu erbauten Schlachthäuser in Graz, Klagensurt und Agram besichtigen würde, um die dabei gewonnenen Erfahrungen bei Verfassung der Pläne für unser Schlachthaus untzbnngend zu verwerthen. (Schluß soigt.) |)voliriiml)lni! Das gefertigte Comite beehrt sich hiemit, anläßlich der bevorstehenden Gemeinderathswahlen die Herren verfassungstreuen Wähler des ersten Maülkrörper» zu der heute um halb 8 Uhr abends in der Casino-Restauration statlfindenden Probewahl einzuladen und um deren pünktlichen und möglichst zahlreichen Besuch dringend zu ersuchen. Laibach am 7. April 1879. Vom Central-Wahlcomitv des konstitutionellen Vereins. Telegrafischer Kursbericht am 7. April. Papier-Rente 65 60. - Silber-Rentc 65 85. — «oldbiente 77 80. — 1860er Staats-Anlehen 118 40 — Bank-actien 805. — Kreditactien 247 90. — London 117 — _ Silber —. — K k. Müuzdukateii 552. - 20-Francs.