für Vaterland, Kunst, Wissenschaft und geselliges Leben. ^G"^3>O» Samstag den 8. December. FOHG Der Alchymist. l S ch ! u f. ) ^iVohl jchoi, i,5 die w.'ite Gotteswelr, aber das Herr-lichste in ihr ist die menschliche Freiheit! Vater Piseckl) hatte mich durch ein geheim bereite-tes Getränk in der, tiefsten Schlaf gebracht, lmd die bewogene Welr — oder vielmehr meine Blutsverwandten __ mich sogleich zu meinen verstorbenen Vätern gelegt! Aber Vacer Pisecky hatte die Stunden n,eines Schlafes gewählt, und den Erwachten wieder in die Welr eingeführt. Bald befanden wir u»s alle diei anf der heimlichen Flucht aus Böhmen. Liebt Pisecky nicht sein Vaterland? —Davon splechen wir jetzt gar nicht; denn ein neues Leben hätt uns mit seinen Abwechslungen gefesselt. — Johanna ist mein. Der Vater hat ein bedeutendes Vermögen erspart, und seine Kunst öffliet ihm überall Herzen und Thüre». Uebei'üll wird er als Doctor Johann Cechides, wie er sich in der Fremde nennt, __ mit Freude» aufgenommen. Ich aber bin ein Schüler der heilbrmg.nden mcdicinischen Kunst gewolden Wie die Jahre vorübereilen! — Wer seine Tage glücklich verlebt, der verlebt sie auch schall Meine theure Johanna beschenkte mich mit einer Tochce!-. Ich nenne si^' Anna. Die Freude unseres Lebens ist erhöht. Was macht mein Vaterland? — Hab' ich es etwa schon vergessen? Nein, Vater Johann lehrte mich es im Heizen tragen. Ich bin im Geiste immer dort und bereite mich zu wichtigen Diensten vor. Der Himmel selbst lehrte mich die Arzneikunst keunen, denn ich bin dabei auf die Spuren weit größerer Naturgeheimnisse gekommen, welche zu verfolgen ich nicht unterlassen werde. Ich hab' es gefunden! Und der Weg ist gebahnt und das Mittel erforscht, wodurch ich meinen, Vaterlande helfen kann. Ich werde Gold bereiten! Der Vater lächelt über mein Alter. Ich bin noch mcht zu a!r; die neidische Zeic wehte mich feindlich an; aber das Herz ist jung geblieben. Die Freude wahrt nicht ewig! das fühlten wir, als Johanna zu Grabe gerragen wurde. Wohl uns, daß Anna zu unseren, Doste g blieben ist. Ich weiß nicht, was uns so gewaltsam hinüberzieht in's Vaterland, da wir beide das Gieisenalter erreichten! Wir kehren nach Böhmen znrück, wo uns wohl Niemand kennen wird. Ein ganzes Menschenalcer liegt zwischen u»s und Pra^; wir aber weiden unseie Namen nicht verrathen. Da b>» ich wieder! — Ich küsse Dich, Du geheiligtes Land! Freue Dich, — denn mir uns ist Dir Hilfe gekommen. Xll. Boleslaw sah die Blatter der Bibel emsig durch, und das sonderbare Schicksal Vater Dierrich's wirkte schmerzlich auf ihn und erregte seine Neugierde. Da erweckten anch einige Briefe, die hie und da eingeschalter und von weiblicher Hand gcschrieb.n waien, seine Aufmerksamkeit. Er offnere ein veraltetes, bereits morsches Papier und begann zu lesen., Es waren Klagen eines weiblichen Herzens, voll glühender Sehnsucht nach dem Geliebten. Elisabeth vertraute sich in weiter Ferne einem Briefe an uud schrieb an Dietrich. Dabei lag noch ein anderes Blatt, wo sie in mütterlichem Schmerle die unglückliche Fiucht ihres Leibes beklagte und von der Welt Abschied nahn:. »Ich verzeihe unsern Feinden," schrieb sie, ..und auch Du wirst ihuen vergeben. Ich sterbe gern, denn mich drückt eine große Schuld und namenloses Elend. Könnte ich Dir doch unser Kind, meinen Veit, in die Hände legen! Wer wird sich seiner annehmen? — Wer kann mir sagen, ob dieses Geschöpf je seinen Vater erkennt? — Fürchte nicht, daß ich Deinen Namen Jemanden verrathen habe. Was könnte es mir auch nützen? — Du aber wirst lhn doch einmal erkennen; denn die geheimen Wege des menschlichen Schicksals und die Stimme des Vaterherzens werden Dich zu ihm führen 390 Ich werde ihm jenes Scapnlier um das Halschen binden, das mir mit dem letzten Briefe eingehändiget wurde, znm Zeichen, das der Bote von Dir gekommen. Dein Brief nnd Deine Locke, geliebter Dietrich, liegen dabei auf der Perlenschrift nin pi'« iwl)!«. »Gott im Himmel!" schrie Boleslaw auf, n„d zog, ain ganzen Körper zittternd, das seidene Vermächtnis) ans dem Busen hervor. »Gerechter Gott! Er ist mein Vater!" Eiligst flog er aus seinem Zimmer in die Arbeitsstube Dietrich's. Der Alte stand beschäftiget am Feuerherde, wo unrer dem eisernen Gefäße lichte Kohlen stammten, »Vater! Vater! erkenne Deinen Sohn; mir hat Elisabeth das Scapulier um den Hals gebunden!" rief Bo-leslaw, und »rollte sich dem Alten zu Füßen werfen, aber dieser, schmerzhaft aufschreiend, fiel dem Sohne taumelnd in die Arme. Entweder übersah er, durch den Ansruf des Sohnes aufgeschreckt, etwas am Herde, oder es war die durch die Oeffnung der Thür plötzlich eindringende Lust Schnld daran, daß die im Kessel kochenden Gegenstände übel liefen, auf-zischten und dem Alchymisten in's Gesicht flogen; denn plotz-, lich umgab die dunkelste Nachr des Vaters Augen. Auf B o-lesla w's Nufen kamen Johann nnd ?lnna herbei. Der Sohn aber weinte nnd sah sich als die Ursache des Unglückes an, das den Vater getroffen. Doch, im Augenblicke die erblassende Anna betrachtend, schrie er wie wahnsinnig: »mein Fluch! mein Fluch!" und sank ohnmachtig zu Boden. Zitternd hielt die klagende Tochter ihren Vater in den Armen und der alte Pisecky mit thränenden Auge» stille betend, band dein unglücklichen Schwiegersohne die verbrann-ten Wangen mit einem Tuche zu. Eiu plötzlicher Sturm hatte den Frieden der stillen Fa-milie im Hause am Pohorelec gestört, aber auch dei Friede senkte sich wieder zu ihnen herab, obgleich seine Strahlen anders und viel milder erglänzten, als es vor der Ankunft des Fremdlings der Fall war. Der Vater hatte seinen Sohn wieder gefunden, aber seine Tage neigten sich zu Ende; seine Augen blieben in Nacht gehüllt. Auch der Sohn hatte seinen Vater wieder gefunden und ein Ziel erreicht, das er früher nie geahnt. Gereiniget stand er vor der Well da; aber sein Herz war nicht rnhig, da er ihn beim ersten Wiedersehen verloren hatte. Die Schwester nnd der Bruder erkannten sich; aber der Bräutigam und die Brant standen leise trauernd anf dein Grabe ihrer sehnsüchtigen Liebe. '9'l>r Johann stand unter ihnen wie ein tröstender Engel, und seine Worte fielen wie erfrischender Than auf die matten, versengten Herzen seiner Lieben. Der treue Freund, der Rath AndreaS Klika, verwendete sich für die Wiedererlangung der väterlichen Rechte für Dietrich. Der gesammte Adel nahm an diesem ungewöhnlichen Falle den innigsten Antheil, und Dietrich's Bruder dankte dem Himmel, das; man ihn bei Gericht zu nichts anderem verpflichtete, als zur Zurückgabe seiuer Güter. »Wir haben Dir Deinen Namen und alle Macht wie- der gegeben," ermähnte der sterbende D ie tri ch seinen 3oyn, »Deine Sorge ist es nun, Alles zu thnn, wodurch Du Deine Liebe zum Vaterlande an den Tag lege» kainist!" Als aber der Frühling seine schönsten Blüten r>or den Augen Prags ennallete: da harte die schönste Blume der Stadt ihre Augen von der Welt auf ewig abgezogen. Fräulein Anna legte im St. Georgs-Kloster das Gelübde ewiger Iungf>auschaft ab. Das Haus am Pcchorelec stand »ach dein Tode des gelehrten Pisecky lange verödet, bis es eingerisse» wurde. Aber unter den Eichen zwischen dem weißen Berge und der Bl'en'nower Benediccincr-Abrei sah man ott den Ritter Veit an jener Stelle in schmerzliche Erinnerungen versunken, wo er das erste Mal den, alten Alchymisten begegner war. Fort mit der Eigarre! Fort mit dem Vart! Emc s>ici«le Philippika. (Aus d^m „Lloyd.«) Unsere bebarteten nnd rauchenden Leser mögen sich ja nicht durch den haarsträubenden Titel des nachfolgenden Aufsatzes terrorisiren lassen. Nicht wir »nr thun diesen heroischen, ancokraten und gefahrlichen Auslpruch; erflenen wir uns doch selbst eines nicht unbecrachcliche», nm Lippe» und Kinn in harmonischer Peripherie sich anlegenden Bartwuchses, nnd komml nns doch das dnfrende Kraut der Havan»ah, das in Haimburg fabricirt wird, beinahe gir »ichc ans dein Munde! Nicht wir, das wiederholen und piolestiien wir auf's Feie,» lichste gea/» Alle, die uns erwa im Verdachte haben könnten, haben diesen Ausspruch gethan, sondern Herr A. r». S t er n-berg, der »große" Romanschriftsteller, dei nlit gelben Glace-Handschuhen seine Werke schreib«, n„d mir gelben Glace-Handschuhe» das »schmutzige" Honorar empfuigt, d.is ihn» seine Buchhändler zahlen. Und wo thut Hr. r. Stern b er ss diesen Ausspruch? Geschieht es >» den, ll>«. Romane des »elieste» Meßkatalogcs? Nirgend wo anders, alö,'n der »Kren;-zeitnng," die das Verdienst erworben h,n, sich Hin, St ern-berg als ihren Mitarbeiter z» octroyiivn. Hier steht die sogenannte »sociale Philippika," di>> wir z>: Nutz nnd Frommen unserer bebarteten lind rauchenden Leser mittheilen, noch ein Mal die feierliche Versicherung anssprechend. daß wir selbst uns an die Spitze des Protestes stellen werden, nnd Waffendienste thnn wollen in dein Krcnzzuqc gegen die Kren;-zeitnng und Hrn. c». Stern berg., der den bechlehelnitischen Mord an unseren Bärten nnd Cigarren verüben will. Die Hälfte der cirilisirten Welt - - meint der Herodes der »Neue» preußischen Zeitung" — oder wenigstens der, die sich so nennr, wird erschrecken über die Kühnheit dieser Forderung, nnd wird ungläubig die Möglichkeit ihrer Reali-siruug belächeln; dennoch glauben wir, daß schon bei sehr Vielen ein heimlich gefühltes Bedürfnis; rege geworden, dein man nur nicht den Muth hat, Warre zu leihen. Wir besitzen diesen Muth, und begeben uns getrost, unserer guten Sache gewiß, in den Krieg mit der Cigarre sowohl, wie mit dem Barte. Für's Erste seh'» wir nnserem Feinde scharf in's Auge. So komme denn Du zuerst heran, kleine, feine, aus gebräunten Blättern zusammengewickelte Raupenpuppe, aus der, wenn zwei Lippen^ sie umspannen, der blau schillernde und stark duftende Schmetterling entfliegt, der dieß-mal kein Bild der Unsterblichkeit ist, sondern vielmehr der Sterblichkeit, indem er unseren Lungen die nöthige reine und unverfälschte Luft raubt, die zu ihrer Existenz nöthig ist. Wir haben einen ungeheuern Schritt in die Uncultur zurück gethan, indem wir die Cigarre bei uns einbürgerten. Unser Vater oder unser Großvater hatten bekanntlich die Pfeife, ebenfalls eine unsaubere Zeittödtungs- und Luftverderber- 391 Maschine: allein doch lange nicht so verderblich in ihren Wirkung!,'!, schon, weil sie nicht so allgemein, lind mit solcher Leichtigkeit zur Anwendung kommen konnte, w>e die Cigarre. Ein Jäger, bei kühlem Herbstwinde, raucht sein Pfeifchen; der Familienvater ließ sich in» gemüthlichen Kreise von dem jüngsten Cnkelchen die Moigenpfeife anzünden; der Politicus von damals saß i" der Schenke und schmauchte sei,,?,, Knaster, und der Matrose und der Soldat hatten ihre Pfeifen, stnmmel !"> Munde; aber nie fiel es einem jungen Herrn ein, ;n seiner Braut mit der Pfeife zwischen den Zähnen zu laufen, nie dein thätigen, rühiigen Geschäftsmanne im Comptoir, nie dem Spaziergänger auf der Straße, lind vor alle» Dingen, nie kam die Pfeife in eine anstandige Gesellschaft, wo Frauen dabei waren. Jetzt, wie anders! Alles raucht, Eine ganze ungeheure Beoölkeiung einer Hauptstadt hat von acht Uhr Morgens bis zehn Uhr Abends unausgesetzt den Tabakstangel im Munde. Kein Haus, keine Straße, kein Garce», kein Zimmer — ist fi^i von dem eindringenden Rauche der Cigarre. Der Gelehrie, der sich in der trockenen Stubenlllft müde gearbeitet, stürzt in's Freie und will mic durstigen Zü^cn die Frnhlingslust einschliirfen, was schlürft er ein? das eckelhaite Miasma eines billigen Blattes, wie es der Schusterjunge oder der Schneiderlehrling, der eben seine Erstlinge in der edlen Kunst des Schmauchens darbringt, ,'n die Luft bläst. Die Sehnsucht und die junge Liebe gehen auf's Land. Die Sehnsucht sucht eine versteckte Laube auf, lllli hinter Iasmi,, und Flieder ihre Traume weiter zu spinnen, aber sie wird vertrieben von einer Wolke Tabak, der in die Laube eindringt; die Liebe will an dem Kelch der eben aufgeblühten Rose sich laben; aber eben hat eine Cigarre hier gedampft, u»d aus den Blättern der Ncse bläst der jungen Liebe der eckelhatte Duft entgegen. — Ganz ohne Scherz— habt ihr nie daran gedacht, ihr, die ihr ungezwungen, ohne irgend ein Bedürfniß zu spüren, aus reiner Mann-Narrheit und alberner Thorheit die Luft verpestet, habt ihr nie daran gedacht, das; ihr Räuber und Schelme am Gute eures Nächsten seyd? Die Cigarre ist das Scepter der Ungenircheit! Mir der Cigarre im Munde sagt und wagt ein junges Individuum ganz andere Dinge, als es ohne Cigarre im Munde wagen und sagen würde. Die Subordination des Soldaten läßt sich mit der Cigarre im Munde dem Officier gegenüber nicht behaupten, und jede feinere Subordination, deren Grade bekanntlich im Verkehre mir Menschen aller Nangstnfen unzählige sind, wird mehr oder minder niedergetreten oder verabsäumt durch diese Schaukel Sitte. Erst seitdem die Cigarren allgemein eingeführt worden, sehcn wir eine gewisse Gattung frecher und häßlicher Physiognomien um uns her entstehen, die früher nicht existirten. Wir sind nicht hypochondrisch, aber wir mochten behaupten, daß, seitdem die Cigarre sich einen bleibenden Wohnort bei uns gestiftet, die Familienverhältnisse in etwas sich gelockert haben, und der Respect des schmauchenden Sohnes gegen den ebenfalls schmauchenden Vater nicht »lehr derselbe ist, wie ehedem. Und nun denke man sich vollends eine schmauchende Tochter eiuer schmauchenden Mutter gegenüber, die ih<- Lehren der Erziehung und Weiblichkeit ertheilt Welch' ein Unsinn, ja welch' eine Verrücktheit ist's, wenn wir unsere Frauen dazu treiben, — den Schönheit und Grazie Hmwegcreiben5en — Dampfstangel in den Mund zu nehmen! ?lber wil- wollen es der Civilisation zu Ehren glauben, das, nur einige Närrinnen da;ll sich verstehen werden, und an diesen — ist Nichts verloren. Ein weit gefähilicherer Feind als den Cigarren ist Herr Sternberg noch den Bärten. Hier kennt sei'" Mcrdlust gar keine Gränzen. Die großen Bärte, sagt er, kamen mit der Juli-Re. volution zum Vorschein. Vorher hatte mai, sie nur sparsam gesehen, nun aber wuchsen sie in rapidem Fortschritte, und nun sehen wir fast die ganze männliche Welt mit einem colossalen Haarwuchs um Lippen und Kinn begabt. Wie übel dieß fast alle diese Gesichter kleidet, wollen wir hier nun nicht mehr erwähnen, wir wollen nnr das Zwecklose und Lächerliche dieser Mode hervorheben. Der Bart, so wie er im Mictelalter getragen wurde, harmonirte zur Bekleidung; der Bart unserer Tage aber bildet den albernsten Contrast zu dem weißen Halsluche und dein schwarzen Frack, und den übrigen Sitten und Gewohnheiten des änßer» Lebens. Wozu ist er nun da? Schön ist er nicht, zweckmäßig ist er auch nicht — vielleicht ist er bequem? Die größere Anzahl wird uns antworten: Ja, es ist bequem, nicht vier odei fünf Mal in der Woche unter dem Messer des Barbiers seufzen zu müsse». Wir nehmen die Wahrheit dieses Grlindes an; allein wir müssen gleichwohl seine Berechtigung bekämpfen. Alles, was bequem ist, ist darum noch uicht erlaubt. Wir wissen wohl, daß die Bequemlichkeil, die Anance, das Sichgehensassen die Quelle der laren Gesellschafcs-Tcur-nnre gegenwärlig ist, worunter jede Form der feineren Geselligkeit leidet. Mir Männern, die ihren Lehnsessel nicht verlassen wollen, die, wo möglich im Schlafrocke lind mir Pantoffeln in der Gesellschaft erscheinen möchten, die den Dampf-stängel ewig im Munde führen, und jede Sauberkeit, Wahl und Nettigkeit der Toilette für einen lächerlichen u»d überflüssige» Lurus erklären, läßt sich keine Geselligkeit schassen, wenigstens kvine, die in Form und Gehalt die höhere Bildungsstufe beansprucht. Wir haben in letzterer Zeit wahrhafte Carricatnrbärce zu betrachte» Gelegenheit gehabt Manche Kahlköpfe sehen aus, als wenn ihnen das Haupthaar in's Kinn herabgeschossen wäre, Anderen ist gleichsam ein Pupa-genoschloß vor den Mund gelegt, indem der rabenschwarze, sorgsam abgezirkelte Bart um Kinn und Lippe gerade diese Form annimmr. Wieder Andere bringen durch, der Himmel weiß welche Mittel, ein ungeheures Haarpolster zu Stande, das sich dlcht unter der Nase emporbäumt, und bis an den ersten Westenknopf in nnnnterbrochencr Bauschung sich nieder-walzr. Wenn diese Unglücklichen etwas genießen, so sammeln sie Reste ihrer Mahlzeit i« dem Urwalde des Bartes, und tragen sie noch lange Zeil mit sich herum. Noch Andere wissen es so einzurichten, dasi sie gleichsam mit dem ganzen Gesichte in ihre eigene Bartsiuth untertauchen, und nur etwas Unbedeutendes an 'Augen und Nasenspitze in die Welt blicken lassen. Wenn man diese in sich selbst versunkenen Physiognomien ausgrübe lind gehörig gereinigt an's Tageslicht brächte, so würde sich's finden, daß mitunter ganz hübsche Züge zum Vorscheine kämen, die ohne diese Reltungsversucye auf ewig verborgen geblieben wären; wieder Andere habe-» es für passend gesunden, den Bari als Rahinen, wohinein das Gesicht als interessantes Gemälde paßt, auszuschneiden. Endlich gibt es Welche, die in naivster Treue einen Ziegenbock copiren, lind einen langen, spitzigen Kinnbart aus der Cravatte hin-au5fiatlern lassen. Es geht die irrige Meinung, besonders unter den Führern der Umstnrzpartei, daß ein mächtiger Bart ein imponirendes Aeußere gebe; diese Herren vergessen aber, daß gerade die imponirendsten Größen ihrer Lehre ein glattes Kinn datten, und daß Ro b espi er r e, Marat, Danton u s w. dem parfumirten und geglätteten achtzehnten Jahrhunderte angehörten. Unsere Republikaner und Demokraten zeigen, daß sie anch nach dieser Richtung hin die Starke und das Ansehen da suchen, wo sie nicht eristiren. Der gesunde Volkswitz hat auch längst angefangen, sich über die großen Demokratenbärte lustig zu machen. Und nun geht hin, und bessert Euch nach der Bergpredigt des Hrn. v. Sternberg in der „Kreuzzeitung." ----392 — V eez e i ch niß der im Jahre 1847 dem Museum verehrten Geschenke. (Fortsetzung) <^d'. 17. Der selige Herr Autou von Hohen-wart hat mir Testament v^in ^8. August >84o legirc: 20. Decret der I. Oe. Regierung u,id Hofkammer d, pt. 1746, womit der Oberste ini CarlstadterGeneralate, Beuedicr Sigmund Graf von Peta^i, zum Obristfeldwacht-meister befördert ivird. Original anf Papier mic alifaedrück-tem micclerei, "kais. Sigill. — 22. Hofkriegsracho-Decrec ll. ,l. 2l. April 175^ an den G'.ueral. Fe!du,,achcm.ister Benvenuto Grafen von Petaz^i, ivomil ihm das biohiu von Keugyel'sche (Warasdmer GranzInfantcrie ) Regiment (i>. <> — im Schematismus unrichtig i>. I) als RegimeütS-Ii'ha-ber verliehen worden ist. Original, unterferti.iec von Joseph Graf van Harrach, auf Papier mir dem mittleren kaiserl. Sigill. — 23. Marschbefehl an den General Lieutenanr Ercelleuz Grafen von Petaz^i nu g^baureu Zheinuzher Brücke auf einen Zweyn, oder zwei schwai^e Pfennig vou der Person, auf zwei Kreuzer pon einem Rind oder Saumpferd, auf drei Kreuzer vom bespannten Pferde und auf einen P'eunig vom Stücke Kleinvieh festgesetzt ,vu,-^. — 25. Hofr'anzleidecrer vonl 25. Occober l776, eröffnet v. d. Land.'shauptmauiischafc in Karnchen d. 7 Noo. 1776, womit von landesfürstl. Seite der Temporalien-Eiorich-tungöplan für das Domstifr Gurk von l?77 an festgesetzt wird. Eine für die bischöfiichen Domcapicel sehr belehrende Urkunde. Unvidimirre ?ll>schrifr, auf Papier. — 2«. Zeugnis; der kram. staud. Verordneten Stelle, künde der löblichen Landschaft im Her-zogthume Steyer , Prandtegg die gelegte Geld-, Armatur- und Municions-Rech-nung für die Zeic vom l 9. September 1683 bis letzten Februar l696 adjustirer wurde. Original anf Papier mic fünf aufgedrückten Sigillen. — 30. Patent Kaiser Karls VI. ll. (l. Wien, — Februar 17'6, womit der löblichen Land. schaft im Herzogthume Kraili für das?lnlehen von 100,000 Gulden bewilliger wird, vol, den ans Friaul, Triest, Fiume, Istricn und anderen welschen Orten zum Consumo in Krain emgeführrei! Weinen eine» Aufschlag von ei,^„, halben Kreuzer pr. Maß, und von dem steyrischen Mahii^ein zu l Pfennig pr. Mas, bis zur Abzahlung des Capitals und der Zinsen zu erheben Unv'dimirte Abschrift auf Papier. — 31, Concept zu einem Wechselbriefe, womit Barbara, ge-borue von Sehepach, verehelichte edle vo» Neuhaus, ei„'c„ Rain Nlir Reben und Pelzeru, den sie vou Moriz Welzer von Ebersteiu erkauft hat, gegen andere Realitäten bei Leinberg in Sceyr hergab ll «I. am St. Michelstage l544. — 32. Judith Ratziu geb. v. Hohenwarth bezeuget unter Gratz 25. Juli !6l2 von ihrem Pfleger zu Hörbera,, Hans Wa- becsch, 2tt Gulden auf Rencrech!,u»a, erhalcr!, ^>, habe». __ 3ü Gesuch der Judith Nahm, Wicrib, Tochter Veit's von Hohemvart, an den Herrn Landeshaupcmam, in Steyer. daß Iohaun Bapc Muschkon und Georg Langenmancel endlich unbehindert die Spör auf die Verlassenschaft ihres sel. Ehegemahls erledige» möchten. Ohue Datuin und Siaill, aber ,11-»«» deu :;0. Mai; 161/. — 3j. Vier Pivzeß. schrifteu der Iudiih Ratzin, nachher verehelichte Schnee-weissin, geb. v. Hohenwart, gegen ?lnna Ratzin ron den Jahren l6l2 b,Z ,6! 4. — Zz. Erlan des Valei ius Freiherr» von Maschkh.-n, Herrn auf O-tenegkh und Otteustein, Verordneten und Vice-Landesveswaller, dann Orpheo Grafen vou Scrasioldo, Land.'5-V^tzdom in Kram, an Andreas Solomicsch, Pfarrherrn zu Seisenburg, Ha»s ?ldam von Wernegkh zum Freyhl>ff, einer I'öbl. Landschaft i,, Krain der Landes- und Hofrechten Beisitzern, das; dies, auf die eingereichte Bitte der Maria Salcme Moshkonin Freyin geborne Galliu eine Cominisston bis zur Beziehung des Barthelma Valvai'or zum Galleuegkh einstellen wvlle»,