LailmchelWMtlmg. tr 295 «l«,!N Mt« all l,n»pli<» : vim ckompto,« l»aNi, «. ,,, halbj. ft- 6.N«. yiil dn ^uNeNulij i,<« Hou, hold, 5«, lr Viü dsr Post »,">N! s , !5, bn>l>j. N. 7,üc Moutllq, 23. Dezember l».»vtl., 3«. > p.; lonst pi. Heil« »«.«ill., »«.«k. »m, 1l> lr, n. s. ». In'«s!i»u»N^mpcl !tbe»n>, »0 fr l8?2. Aintücher Tbeil. 3e. l. unb l. »postolischc Majestät habcn den Ober-l'tutenant bes PensionsstandeS Stephan Grafen Star-hem berg die l. l. Kämmererswürde allergnädigst zu »erleihen geruht. Se. l. und t. Apostolische Majestät haben mit Aller-höchster Entschließung vom 19. Dezember d. I. dem Oberinspcclor der Oeneralinspettion der österreichischen Eisenbahnen Gustav Grünebaum in Anerkennung seiner vorzüglichen Dienstleistung den Titel eines kaiserlichen Rathe« taxfrei allergnüoigst zu verleihen geruht. Nanhanb m. p. Se. l. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 17. Dezember b. I. dem dem Reichsgerichte als Keiler dcr Hilssümter zugewiesenen Hilfsümteroffizial de« vormaligen Staatsrathes Karl Schwarz bet den Titel unb Charakter eines Mini» sterial-HilfSämlerdireklorS mit Nachsicht der Taxen aller-gnäbigst zu ernennen geruht. Auersperg m. p. Der Minister des Innern hat im Einvernehmen mit den vetheiligten anderen l. l. Ministerien den Herren HannS o. Weni ng-Ingenheim auf Hirschhorn, Sigmund Wedemeier, Johann Schied er und Eugen Deimel die Bewilligung zur Errichtung einer »ltienyefellschaft unter der Firma ..NiederKfterreichi-scher Vauverein" mit demSitze in Wien ertheilt und deren Statuten genehmigt. Der Iustizmlnister hat o,e bei dew Oberlandes» gerichle in Graz erledigte RalhSsecretÜrsftelle dem dorti» gen Rathssecretarsadjuncten Karl Hochenburger und die hiedurch erledigte Rathssecretürsadjunctenstelle dun VezirlSrichter in Ober-Vellach Wilhelm Früh o. Ehr-feld auf dessen Ansuchen verliehen. Der Iustizmil'ifte» Hut den kuscultanten Joseph Hirschmann zum Vezirlsgerichtsadjunltcn in Pater' nion ernannt. Nichtamtlicher Tbeil. Slaalllvoranschlag snr die im Neichsrathe Ver!rtle«en Königreiche und Länder sür das )ahr 1873. Ausgaben Gtaatsausaaben ordentliche außerordentliche Summe Gulden in österieichischcr Währung 1. Allerhöchster Hofstaat . . . 4,650.000 1,5l)0,000 «,150.000 II. Cabinetslanzlei Sr. Majestät 72.21b - 72,215 III. ReichSrath...... 460.783 - 460.783 IV. Reichsgericht ..... 23.000 - 23.000 V. Ministcrrath..... 643497 — 643.497 VI. Minlstcrillm de« Innern . . 14,493,095 2,851.09! 17.344.186 VII. Ministerium für VandeSverthei- diguxg....... 7.291.481 1.712.7! 9 U.044.200 VIII. Ministerium fur EultuS und ! Unterricht...... 7.378.908 l.960.403 9.339.311 XI. Ministerium der Finanzen . 64.472.241 15.390,812 79.863.053 X. Handelsministerium . . . 17,936.38? 4,761.750 22.698.637 XI. Ackervauministcrimn . . . 9,190.100 1.597.800 10.787.900 XII. Miuisterium der Justiz . . 14,865 312 607.587 15.472 899 XIII. Oberster Rechnungshof . . 144.000 — 144.000 XIV. PensionSctat...... 11,914.087 8.300 11.922.387 XV. Subventionen unb Dotationen 3.005.000 16,978.950 19.983.950 XVI. Staatsschuld...... 80.484.738 16.106.145 96.590 883 XVII. Verwaltung der Staatsschuld 730.800 63.300 794.100 XVIII. GeitragSleistung zum Äufwande . für die gemeinsamen Angelegensten .......^___Il^^l -^_____77.998,461 315,754.605 63.538.857 379.293.462 Einnahmen Staatseinnahmen ordentliche außerordentliche Gu«»e Gulden in vfterreichischer Währung l. Allerhöchster Hofstaat ... — — — II. Cabinetslanzlei Sr. Majestät ^ — — III. ReichSralh...... — — — IV. Reichsgericht..... ' — — — V. Ministerrath..... 476.950 — 476 9bO VI. Ministerium de« Innern . 840.341 15.779 856.120 VII. Ministerium für LandeSver- theidigung..... 33.289 — 33.26V VIII. Ministerium sür Cultus und Unterricht...... 145.773 500 146.273 IX. Ministerium der Finanzen . 299.211.497 4.989.841 304,201.338 X. Handelsministerium . . . 19,404.380 3.000.000 22,404.ttSO XI. «cktlvauminlsterium . . . 9.786.941 17^69 9,804.510 XII. Ministerium der Justiz . . 311.085 — ' 311.0ttb XIII. Oberster Mechnunglchof . . — — — XIV. Pensionselat...... — — — XV. Subventionen und Dotationen — 7.529 7.529 XVI. Staatsschuld...... — 3.934.000 3,934.000 XVII. Verwaltung der Staatsschuld 3.000 — 8(XX> XVIII. Einnahmen aus der Veräußerung vom StaatSeigenlhum . — ' 1.538.000 1,533.000 XIX. Zahlung der Donau-Dampf- schiffahrtS.Gcsellschaft ... — 2,200.000 2.200.000 XX. Einnahmen aus der Realisirung von Zentralalliven, event. auS der Begebung von Rentrnlittln - 6,500.000 6,500.000 XXI. Aus den am Schlüsse des Jahres 1872 verbliebenen Kasjeresten^ — 30.289.000 30.289.000 Gesammtsumme der Vcdtckung . 330,218.756 .52.542.218 ^82.760.974 Der Wahlreftrm-Entwuls bilde! noch fort daS Thema zur publicistischen Vetrach' ffer von 120, Abgeordneten eintritt, und dieselbe «uf 130 oder selbst l40 gesteigert werben dürfte. In jedem galle hat mit dieser Initiative die Ncgierunss einen neuen Beweis ihreS Entgegenkommens gegeben und bieS auch nach einer Seile hin, die sie ihrer prinzipiellen Haltung wegen !ln ersten Stadium der Angelegenheit noch nicht heran-zlthen konnte. Die Ueberprüfung der Operate dürfte »twitz sehr bald geschlossen s-in und mit dieser die Nahlreform in ihren beiden für die legislative Erledi. Nung nothwendigen Formen dl« Verfassung«, und Reich«. Wahlgesetzes binnen kürzester Frist auf dem Tische des Hauses niedergelegt werden. Der „TageSbott au« Vilhmen" sagt, daß er bc-lllt ift, die Wahlreform. wie sie gcht und steht. trotz all« Mängel sofort auzunehmen. Denn. wie ocm im-"er sei, da« Abgendmtenhaus wird erst dadurch ein echter Zenttalpuntt Oesterreich«, gelangt erst dadurch zum unmittelbaren Verkehr mit dem Volle und dadurch ^ zu einem grüßercn Gewichte nach oben, nach unten und nach außen. Der ReichSaeküntc gewinnt an Verbreitung und Greifbarleit, die Reichsbürgerschaft an Recht und Inhalt. Und weiter bemerkt er, es gibt wohl ..Abgeordnete, welche da meinen, das Seltfamste von der Welt wäre, daß die Verfassungspartei zusam« menlommt und eine Wahlreform zustandebringl, durch welche ihre Macht gefährdet werde. Wir aber gehen von einer anderen Anschauung auS; wir denken, daß wir uns daran gewöhnen müssen, zeitweilig in der Minorität zu sein, wenn nur die Verfassung und daS Gesetz gewahrt bleiben. Eine Zweidriltel-Majorilät werden die Vegner dcS Reiches und der Verfassung nie erlangen, und wenn sie vorübergehend eine kleine Majorität , gewinnen sollten, so wird nur auf einen zweiten Hohen» wart ein potenziertes Ministerium AuerSpcrg folgen, der Großgrundbesitz aber wird bann an seinem Wahlrechte bedeutend mehr oellieren, als ihm nun als Gewinn zu» gestanden worden ist." Der wiener Correspondent ocS „P. Ll." schreibt: ..Ueber die Grundprinzipien selbst hat sich allmälig auch die öffentliche Meinung bereits ihr Urtheil gebildet, und lautet dasselbe, allerdings nicht ohne Reserven, zustimmend. Diese Reserven sind die alten, sie nehmen die Vermehrung deS Großgrundbesitzes zum Ausgangspunkte, ein Standpunkt, der theoretisch ganz berechtigt ist. dessen praktischen Unwerlh jedoch die überwiegende Mehrheit der Organe selbst einzusehen beginnt, da sie sich die Frage, ob unter anderen VerhällnisstN auf die Zustimmung deS Centrums zu rechnen sei, selbst verneinend beantwortet. Die anderen Bedenken, die geringe Ziffer der Vermehrung, werden heute nicht mehr entschieden betont, nach- ^ dem man erkennt, daß ein bloßes arithmetische« Verhält-nis keine politische Frage bilden könne, Im übrigen ift die Differenz zwischen dem weitgehendsten Postulate — dem auf Verdopplung, das übrigen« in der Konferenz nur vo« einer Seile gestellt wurde — und der Regie-rungSziffer leine so enorme, dah nicht die jetzt zuge-standcne mäßine Erhöhung fic zu überbrücken vermochte. Inzwlschen thiirmen sich die Schwierigkeiten, welche der Wahlreform entgegengesetzt worden, und liegt d«in die eindringliche Mahnung an die VerfassungSpartei, innig zusammenzustehen. Erhebt heute doch sogar der „Volle-freund" die Forderung nach Entschädigung der Kirche für da« ihren Vinlsttmmen im Randlage jetzt entzogene „Recht", an der Re,cb«tag«wahl theilzunehmen, und von demselben Standpunkte könnten auch die anderen Viril-stimmen, z. B. die Rectoren, die „Entschädigung" bean-spruchen. davon gar nicht »u reden. daß schon die Aufstellung dieser Forderung die Verwirrung aller RechtSbegrifft, wie sie die stete Infragestellung de» Verfassung«rechte« geschaffen, in einer Weise illustriert, daß man nicht weiß. ob man e« da mit einem politischen Postulate oder einer Verhöhnung des Versas. sungSrechtcS zu lhun hat. Die Bischöfe, resp. die Kirche, haben in dem Herrenhaus« eine genügende Vertretung; wollen die geistlichen Oberhirten auch im VollShause repräsentiert sein, bann mögen ste dafür sorgen, daß fte dorthin von der Bevölkerm,«, entsendet werden. Oder wollte da« ultramontane Glatt mit seiner Forderung andeuten, dah bei directen Wahlen die Brche hiezu leine Aussicht habe? Eiu ttauriye« Armuthszeugni« für den Episkopal und seinen Klerus. Ueber die Verhandlungen der Regierung mit den Polen wirb heute schon viel — erfunden. Diese Verhandlungen entziehen sich der Oestenl- 3092 lichteit, und wird man gut thun, Meldungen hierüber mit berechtigter Vorficht aufzunehmen." „Pesti Naplo" präliminiert alle Vortheile, welche die Verfassungsparlei ln Oesterreich von der Loslösung des Reichstags von den Landtagen crwartet. »Die Zu« lunft werde zeigen, ob diese weitgehenden Erwartungen übertrieben waren oder nicht. „Pesti Naplo" geht auf die Frage nicht ein, sondern will nur constatieren, daß die Bttfassungspartü! ohne Ausnahme in der Wahlreform dle Borbedingung der sichern Entwicklung sieht, und daß diese Partei sowohl vom allgemeinen constitutionellen Standpunkte als von dem Standpunkte der speziellen Verfassungsrechte und jenem der Opportunität das volle Recht hat, jene Politik zur Geltung zu bringen, von welcher sie die staatliche und konstitutionelle Consolidierung Oesterreichs erwartet. „Naplo" mill der Hoffnung Aus« druck geben, daß die österreichischen Politiker bei Erle« digunq der tilfeinschneidendeu Frage auf der Höhe der situation stehen werden. „Es wäre", so sagt das genannte Blatt, „ein verhängnisvoller Fehler, wenn sich auch bei dieser Angelegenheit das Gezänke über die llemen Details, die bis zur Verstocktheit gehende indi-viduelle Anschauung, das Fingerziehen geltend machen würde. Bei dieser »Frage wird stets daS Ganze und nur in zweiter Linie das Detail in Betracht gezogen werden. Die Wahlreform ist nicht allein eine Frage oeS Liberalismus, sie »st par sxcsiisiios e.l<<: Frage der Auf» rechterhallung der gegenwärtigen Stellung der verfassungstreuen Partei und mit dieser der deutschen Elemente. Die Solidarität, welche zwischen der parlamentarischen Majorität i» Ungarn und der VerfassungSpartei in Oesterreich besteht, gebietet uns, zu wünschen, daß in Oesterreich vollständiger Erfolg das begonnene Werk könne. Die Dealpartei kann nicht gleichgiltig zusehen, wenn die verfassungstreuen Eltmente in Oesterreich Hand an dic Aufgabe legen, von deren erfolgreicher Lösung wir die Cansolidierung unseres constitutionellen Bebens er« warten. Ole Consolidierung der Berfassungsmäßigleit in Oesterreich berührt auch unsere Interessen, und Im klaren Bewußtsein dessm knüpfen wir unsere wärmsten Sympathien an die große Action der Verfassungspartei theil« nahmsvoll." Die „Nordd. allg. Ztg." schreibt: „Mit dem Wahl« reformgesetz thut Oesterreich einen wichtigen Schritt vor-würtS zur Befestigung des Bandes, welches die Königreiche und Länder diesseits der Leitha zusammenhält, zugleich wlrd damit e«n langjähriges Disideratum der« jenigen Parteien erfüllt, denen aufrichtig an der Be« festiaung der Zustände gelegen, welche seit dem Jahre 1867 maßgebend für den Kaiserstaat geworden sind. Auch die Ungleichheit, welche bisher hinsichtlich der staatS« bürgerlichen Rechte in den beiden Hälften der üsterr.-ungar. Monarchie bestand, wird dadurch für den politisch reifen Theil der Wähler beseitigt, wie ja hinsichtlich der Pflichten die Uebereinstimmung längst hergestellt worden ist. Die bisherige Wahlordnung bildet in vielfacher Beziehung auch das Fundament der neuen. Auch diese ist durch Beibehaltung des Gruppensystems so an-gelegt, daß die Interessenvertretung darin reichlich Raum findet. Im übrigen trägt der Entwurf oulch die Ver< mehrung der Abgeordneten des Großgrundbesitzes und der ^andssemeinden um fünfzig Perzent einen vorwiegend conservativen Charakter. Dem liberalen Element ist durch Bewilligung der direkten Wahl für die Städte und durch Vcrmehrung der städtischen Wahlbezirke Rechnung getragen, dem Zentralismus durch die Bestimmung eine bedeutsame Concession gemacht, daß die Wahlberechtigten jedes einzelnen Landes auch ln jedem anderen im Reichs« rathe vertretenen Lande wählbar sind." Die „Spener'sche Zeitung" hebt mi tlurzen Worten die Vorzüge hervor, welche das neue Wahlsystem gegen das frühere auszeichnen. So schreibt dieses Glatt: Unter den gegen das frühere Wahlsystem eingetretenen Veränderungen ist die Einführung der direkten Wahl und die Herstellung der Wählbarkeit des Einzelnen in dem ganzen Umfang der westlichen Reichshälfte die Hauptsache. Damit ist den Minoritäten der einzelnen Länder in dem Reichsrath lie Vertretung gesichert, während bisher die jeweilige Majo, ität des Einzellandtages einfach die Vertretung des Landes in dem Reichsrath bestimmte." Ncichsralh. »v. Sitzung deS Herrenhauses. Wien, 19. Dczcmker. St. Durchlaucht Präsident Fürst Carlos Auers-perg eröffnet die Zitzung um 11 Uhr 15 Minnten. Auf der Ministelbanl: Freih. o. Lasser. Freih. de Pretis. Dr Glaser, Dr. Ung-r, Dr. Stremayr, Dr. Banhans, v.Chlumecly und Oberst Horst. Von Seite des Handelsministeriums und deS Mi-nisteriums für die Landesoertheidigung werden in meh> reren Zuschriften Mittheilungen über die Sanction meh-rerer vom Herrcnhause in der abgelaufenen Sessions» Periode beschlossenen Gesetze gemacht. Es werden Petitionen überreicht: „der lemberger Handelskammer in Bclrcff Aufhebung deS Salzmono-polS; oer Stabs« und Oberoffiziere des Reservestandes in Gürz um Verbesserung ihrer Bezüge; der Gemeinde Retnitz betreffend die AuSfülrun, der Eisenbahn von Laibach durch das Gurtlhal bis Karlstadt; von 7 Gemeinden aus Ober-Oesterreich betreffend den Bau der Bahn von Wels nach Böhmisch-Wallern; ferner eine Petition der pcrsionierten Staatsbeamten in Ober« Oesterreich wegen Theuerungsbeiträgen; des Vereins der Geweroelrelbenaen in Bnoweis um Abänderung des Genossenschaftsgesetzes; von Wegmeistern in Steiermait, Ober-Oesit, reich und Salzburg um Erhöhung ihrer Pensionsbezüge; von Marltgemeinden in Steiermarl um Aushebung des LegalisierungszwangeS so wie eine Petition de-Z ntralausschusseS der steiermärkischen Land-wlrlhschaft um Abänderung des vom Abgeordneten-Hause beschlosstli Genossenschaftsgesetzes; des Gemeinde« rathcs in Wien .oegen Aufhebung der Perzehrungssteuer. DaS Präsidium des Abgeordnetenhauses macht Mittheilung von den ,n seinen letzten Sitzungen beschlossenen Gesetzentwürfen. Es wird zur Tagesordnung geschritten und wirb das Gesetz über die Erwerbs« und WirlhschaftS« genossenschaften über Antrag deS Freiherrn v. Hye der vereinigte!, juridisch-politischen Kommission zugewiesen. Hierauf folgt die erste Lesung d«S Gesetzes betreffend die Bc.villigung zur Vereinigung mehrerer Grund« stücke mil dem marlgräflich Pallaoicini'schen Fideicom-misse in währen so wie des Gesetzes betreffend die Bewilliglmg zur Errllden»Conlroltommission wird die Finanz« tommisslvn betraut. Der PostVertrag mit Deutschland wird der Staats-Vertrags»Commission zur Vorberathung zugewiesen mlt dem linlsl.ag', mit Rücksicht auf di? Dringlichkeit des Gegenstand von allen in der Geschäftsordnung gestat-teten Äbtmzungen Gebrauch zu machen, insbesondere von der Drucklegung deS Gerichtes Umssang zu nehmen und in der nächsten Sitzung des Hauses Bericht zu erstatten. Del Gesetzentwurf betreffend die Praxis ^> Wundärzte wird der politischen Kommission zu^' miesen. Es folgt nunmehr die zweite Lesung des Gesehentwurfes betreffend ,dle Forterhebung der Steuern und Abgaben, dann die Bestreitung des Staalsauf« wandes in der Zeit vom 1. Jänner bis Ende März 1873." Der Ge,ehcntluurf nurd in zweite» und drittel Lesung ohne Debatte angenommen. Zur Action ies ungarischen Reichstages Im Nbgeordnetenhause wurden die Gesetzentwürfe über die Auflassung der Finanzobergerichle, die Vermeh' rung des Richterpersonals bei dem pester Handels« und Wechselgerichte, dann über die Bewilligung des Rekruten-contingentS pro 1873 und die Bedeckung des FriedenS-standes der ungarischen Cavaleriereg'menter in dritter Lesung angenommen und dem Oberhausc zugeschickt. Ferner wurde der Präsident damit betraut, anläßlich des (Ho burtsfestes der Kaiserin Allerhöchstderselben die Glückwünsche des Hauses zu überbringen. Im Oberhause gelangte der NnlehenSgesch«Entk»lnl zur Verhandlung. Graf Johann Cziraly wünscht das Gleichgewicht im Staatshaushalte durch Ersparnisse herzustellen. Es sprechen noch Baron Gabriel Pronay, Nilol. Herzog. Graf Ferd. Zichy wirft der Regierung Mangel an Aufrichtigkeit vor; er findet aber, da das Deficit der verflossenen Jahr ebenso wie das wahrschem» liche des nächsten Jahres bedeckt werden muß, kein anderes Mittel als die Aufnahme einer consolidietten Schuld. Graf «nton Sz6ch6l,yi findet, daß eine Debatte über dic Finanzpolitik in die Budgetdebatte gehöre; bedauerlich sei eS jedoch, daß die Maßregeln der Regierung eines inneren Zusammenhanges entbehren und einen Ueberblick über die gesammte Finanzwirthschaft erschweren. Finanzminister Kerkäpoly verwahrt sich gegen den Vorwurf von Unaufrichtigleit, da die Regierung alljährlich das Deficit präliminierte, und zwar im Jahre 1879 mit 20 Millionen, für 1871 mit 20 Millionen und für 1872 mit 27 Millionen, zusammen 0? Millionen. Hiezu lommen noch die pltttiminitrten, abtr nlcht elngestossmeN gemeinsamen Aktiven durch drei Jahre, waS zusammen ein Deficit von 80 Millionen ausmache. Wenn er daher zur Deckung eines Theiles deS Deficits ein Anlehen im Nominalwerthe von 40 Millionen verlange, so sei das Vorgehen der Regierung gewiß gerechtfertigt. Hierauf wirb der AnlehenSgesetzentwurf im allgemeinen und im besonderen angenommen. Zur Action in Preußen. In der am 19. d. stattgefundenen Sitzung deS preußischen Abgeordnetenhauses brachte der Handelsmi« nl>ler eine ßroße Eisenbahnvorlage ein, bezweckend: 1. Die Herstellung einer direkten Verbindung zwiscben Eydluhnen m t> Metz. Von dieser Linie ist fertig die Strecke Eybluhnen-Berlin und Diedenhofen-Metz; auszubauen sind die Strecken Berlin»Wehlar über Stol- etmillelon. Kurfurftin und Hofdame. historische Novelle von Albert Hüfer. lFonsetzung.) Hinter einem Haufen schwerer Nltenstüße saß der Kurfürst Karl Ludwig in semem Arbeitszimmer. Die grünseideueu Vorhänge waren zusammengezogei«, um ein Mildes Dämmerlicht zu erhalten. Der Kurfürst hatte den Kopf in die linke Hand gestützt, während die rechte emsig bemüht war, mit der Feder verschiedene Figuren auf das Papier zu machen. Er sah blaß und leidmd aus und bisweilen seufzte er tief und schwer auf. Das Leben hatte ihm in letzter Zeit wenig Freuden gebracht; nlchl allein daß seine aus» wärligcn Angelegenheiten ihm viel sorge machten, auch seine Häuslichkeit befriedigte ihn immer weniger. Echo« lungsslunden in den Gemächern seiner Gemahlin gab es für ihn nicht mehr; ihr launenhaftes Wesen, das immer mehr zunahm, ließ ihn ihre Gegenwart fliehen und sich immer mehr von der Welt und ihren Freuden zurück, ziehen. ")iur noch wenig Sonnenblicke gab es für sein verdüstertes Dasein, wenn er in der Ferne die qlocken« reine Stimme der kleinen Maria hörte oder ihre zarte Gestalt unten im Scdloßgarten an der Seite seiner Gemahlin voiüd«rgehen sah. Otsprocden hatte er sie nur vorübergehend. Karl Ludwig war ein zu ehrenhafter Charakter, um sich in Gefahr zu begeben, auch nur in Vtoanlen gegen seine Gemahlin zn sündigen, aber es war ihm unmöglich, Maria gegenüber kalt zu bleiben, so sehr er sich auch zu beherrschen strebte. Darum sehnte er jetzt fast den Nu> genblick uerbei, der sie für immer seinem Gesichtskreis entrücken wndl., denn der Ritter de Bailly würbe gewiß nicht säumen, feine junge Gemahlin fofort nach der Hochzeit an den glänzenden Hof Frankreichs zu führen. Zwar hatte er dem holden Wesen einen andern, »hrer würdigen Gatten gewünscht, aber sie liebte ihn ja so leidenschaftlich, w,l »hm die tturfürstin gesagt, daß sie nicht von ihm lassen wollte. Wie weh ihm der Gedanke that, daß sie einen Mann leidenschafilich liebte! Der Kurfürst konnte sich nur mit Gewalt zur ruhigen Entsagung zwingen, die ihm doch geziemte, und er fühlte, daß ihm noch manche qualvolle Stunde bevorstand, bis er wieder Ruhe haben würde. Ruhe vor sich selber'— Ruhe vor seinem eigenen Herzen — Ruhe vor den vorwulsSvollrn Blicken seiner Gemahlin, welche mit scharfem Auge den Zustand seines Innern errieth. Ein leises Klopfen an die Thür seines Tabinetes schreckte den Kurfürsten aus seinem Sinmn empor. Unwillig über die Störung wollte er sich eiheben. als schon die Thür geöffnet wurde und eine Frauengestalt die Schwelle überschritt. Der Kurfürst ergriff krampfhaft die Lehne seines Sessels, ein dichter Nebel legte sich vor seine Augen — ihm gegenüber stand Maria von Degenfeld. Maria blieb mit gesenkten Augen, das liebliche Ant« litz von Purpurrüthe Übergossen. c mich fort ^ weit fort von hier." Sie brach in Thränen auS, und diese brachten den Kurfürsten wieder zu sick. ..Um Golleswille,,. was ist Ihnen. Maria? Was bedeutet dies?" rief Karl Ludwig aus, indem er das weinende junge Mädchen zu Mem Sessel führte, auf welchen sie erschöpft niedersank. „Gerechtigkeit, Durchlaucht! Retten Sie mich vor dem Ritter de Bailly l" „Ihrem Verlobten?" fragte d'er Kurfürst erstaunt. „O. nun ist alles verloren!" schrie Marie aus „Auch Sie hat man schon mit diesem Lügengewebe u»n-spönnen! So bleibt mir nichts übrig, alS mich in mein Schicksal zu ergeben." Eine sonderbare Ahnung tauchte in dem Kuifur-sten auf. ..Geruhigen Sic sich, Maria," sagte er sanft. „Was es auch sei, Gerechügke«! soll Ihnen werden. Theilen Sie mir mit, was Sie zu mir führt, was mit dem Ritter de Bailly geschehen ist, und dann werden wir weiter sprechen." Getröstet trocknele sich Maria die Thränen, und dann versuchte sie«dem Kurfürsten alles mitzutheilen, was sie selbst von ihrer ersten Begegnung mit d«m Ritter de Gailly an wußte, bis zu dem Augenblick, wo die Kursurslin sie so schonungslos verdammte. 2093 berys und Efchwege; Wetzlar-Lohnsteln ist ebenfall« fer» l>g. Die Kosten fur dic Sliecke Oerlin-Netzlar betra« ^en 50 Millionen, für den Nest 20,750.000 Thaler. 2. Den Va» der ^iinle Hanau-Friedberg; 3. Godel-Hcim-Hanau und «Aodelheim-Ottbergen; 4. Welker-^ottinund; 5. Harburg-Hannover; 6. Saarbrücken-Neulirchcn und 7. den Ausbau der berliner Verbindungsbahn. Die Kosten für diese Linien bctlagen Wl.920.000, ferner für ein zweites und drittes Ge-ltlse 3 Milliomn und für die Vermehrung des Ve-triebsmaterials 9 Millionen Thaler. Der Vllülpräsidenl hält den letzten Vanlausweis iiiv sehr ^»mlil!. die Notnicirculation sci immer noch "it 58'/, pCt. M.taU oeoeckl. Dem Wechselporlcfeuille von 170 Millionen waren 80 bis 90 Millionen in v «r Wochen fälliq. Auch das ist so günstig, daß leine ^anl besser fund^rl ist als die preußische. Die im slptember erfolgte Diskonterhöhung war eine War-"ling, die anfaigs wirlle. dann aber in dem Grün» dungseifer verhallte. )n der gegenwärtigen Lage nütze «ine weitere Disconterhöhung nicht, da die Bank nicht an Metallabftuß, fondern fast am Gegentheil leidet. Mit dem neuen Jahre fließen dem Verkehre große Mittel zu: 28 bis 30 Millionen GundeSanleihe, die eingelöst wird, ferner 30 Millionen an Dividenden. Eine weitere Diskonterhöhung würbe nur den gesunden Verkehr, nicht die Gründer treffen. Inbctress der Aenderungen in den höchsten Re-glerungslreisen bemerkt die «Nationalzeitung": M sind jltzt gerade fünfzig Jahre, daß der Staatekanzler ausslavv und einging. Der hatte die auswärtigen An-»eleget'htiten eine zeitlang selbst in der Hand gehabt. °der er hätte wenigstens mit ein Auge auf sie haben sollen, gleichwie er auch eigentlich an der Spitze sämmtlicher Vcrwallunaszweiae zu stehen hatte, oo„ kcnen «hm einige ausdrücklich übergeben waren. Es wurde »lles mögliche und unmögliche, es wurde viel oder alles von Hardenbcrg verlangt; der Fehler war nu>, daß lhm zu seinen Pflichten und Obliegenheiten nicht a»ch Ncchte aenua gegönnt wurden. Auf die Gerl.fung U"d Entlassung dcr Minister hätte er einen viel grij^,,» Einfluß haben müssen; und als nachher mit Einsüb,' >mq nner Verfassung ein Minislerpräsident geschaffen wü'de, t>a schien auch dieser wieder am Nöthigsten Ma,,rechl be» den Ltaaten oerbliben ist. kann sehr wohl von tlnem Leaationsrath, allenfalls von einem Geheimen-rath verwaltet werden " Als sie sendet, sagte der Kurfürst mit vor Zorn übender Stimme: , Gehen Sie. Maria. Sie haben mein Wort, k.,ß Hr.?,',' fein Haar auf Ihrem Haupte gekrümmt wirb ^ ich weloe als Ihr Blschlltzer auftreten, wenn die '5lau Kurfürstin ihre Pfi'cht vergessen sollte. Was den Nillcr anbetrifft, so wir^ er am morgigen Tage den dos verlassen, uud es gewährt mir eine unendliche Ve. luh'gung. daß sie ihm nicht als sein Weib folgen. Ja. Nan hat mir gesagt, Sie seien die Braut des Ritters, wan hat mir gesagt, daß der Hof in kürzester Zeit mit ber Nachricht Ihrer Verlobung überrascht werden sollte, und ich habe es geglaubt, wenn auch mit tiefem Schmerz, baß Sie Ihr schuldloses Herz jenem Elenden hingegeben. Danken Sie Gott. daß Sie den Netzen dieses ehrver-"ssenen Menschen entganaen sind. Im übrigen slcht e« Ihnen frei. melmn Hof zu verlassen, wann sie ^vllen, ja ich werbe selbst dafür sorgcn. daß Slc bald ^ Ihr wonniges Schwabe» land zurückkehren lönnln, ">o leine Irtriauen Ih"en acfährlich werden." Seine Stimme zitterte so. daß Maria ihn erstaunt ""s°l,. zuqlclch aber vor der Gluth. womit er sie an» ^'6t', ihle «uaen zu Voden senkte, während flammende ^iiiht ihre Wana<" übergoß. Eine sonoeibare «lnast schnürte ihr die Kehle zusammen, sie vermochte kein Woit b" Dankes über ihrc Lippen zu bringn, ,-och die Au^m ^edts zu ihm zu erheben. un5 doch schauerte sie zusam» ^t" vor der Leidenschaft der Bllcke, die sie auf sich I"ht« suhlte. Halb bewußtlos erhob sie sich und schritt °N Thür zu. ohne daß der Kurfürst sie nock» länger zu ^lten versuchte. Politische Ueberstcht. «aibach, 22. Dezember. Der l. ungarische Minister des Innern hat an fümmtliche Iurisdiclionen des UandeS eine Eircularoer-ordnung erlassen, worin dieselben mit der Lieferung von Daten ueauftragt we>oen, welche sich auf das Waifen-undCurateltvesen beziehen. — Dic Coloni» stensrage wlrd von ^Naplo" besprochen. Als end-giltig gelöst durch den vom Unterhause angenommenen Gesetzentwurf betrachtet „Naplo" dieselbe keineswegs und das Glatt möchte folgende Bi'limmungen zur Geltung gebracht wissen. Diejenigen Kolonisten, die ihre Wohn» und Wittyjchaftggtbäuoc erbten, lauften und verkauften, wirtliche Gemeinden bilden, sollen nach den Feststellungen des Gesetzentwurfes behandelt werden und solchen müsse allerdings auch ein Extravillan gestattet werden. Denjenigen Colonisten aber, die lein Eigenlhumsrecht auf die Bauten und Gebäude haben, ist ohne Einwilligung des Eigenthümer« nicht einmal ein Intravillan zu gestatten, und höchstens kann man den Grundherrn verpflichten, in der Feststellung des Verhältnisses zu den Colonisten dieselben Grundsätze walten zu lassen, welche der Staat zur Nnwendung bringt. Der florentiner „Nazione" wirb von Rom berichtet: ,Es ist wahr, daß Oesterreich sich in der Laurion-Frage eifrig zugunsten Italiens bemühte, aber es ist zu weit gegangen, wenn telegraphisch berichtet wird, es habe ein Schiedsgericht vorgeschlagen. Es kann infolge der Bemühungen Oesterreichs zu ' e>»cr bejchllU"i^t,n Restcolig bcs Restes der Krie ^ se „ l s chäd > g ll,! q eln^elelcittt habrn sollte, wer« dr„ jetzt von osficiösn Seitc als verfrüht bezeichnet. Am 1l. Dezember — heißt es m dieser Note — wlnoeu die letzten 200 Millionen der dritten Milliarde erlegt; die Regierung hat infolge der anticipierlcn Einzahlungen auf bit öllleche die vierte Milliarde m Händen, will abcr llnl Rücksicht auf tm ^aae des Geldmartets auch in ihren f>.rl(nn Zahlungen an Deutschland über das Maß von 200 Millionen monatlich nicht hiilllusgehtn. Demnach wü'l'e »-li^n d>e Mitte i>,s Iah.cs 1873 dcr Augenblick eintsttcn. in t»,m man dss deutschen Regierung fiir die flinfle M>«liallu' oorqettyenermußen Gaeaütien bitten fönnic; über di^,cn Puittl jctzt scnon diplomatische Unter» hlmdlungtn einzuleitcn. hätte keinen Zweck. - Einer Kundmachung de»' Flnanzministeiinm« zufolac wird die Glsteucrun^ ausläl^ischer, a„ ner Görse colierter und in Fralikreich emittierter Wert hpapi ere auf derselben Gsuxdluge li.rllhci loic ^>e Stcmpcl» und UebertragungS» gcbüyrrti; folglich wirk die Za!^l der den beiden letzge-nannlen i^ebührcn unlcrlicgenücn Werihtilel für die Ve-messung dcr Einlommensteuer dimcn. — Der „Agence Ha"lls" zufolge weist der Verlauf der Sihuna der Dreißiger-Kommission onm 19. d. ai's weitere Fortschritte der versöhnliche!, Smnmima hin. Scit einigen Tagen erscheinen auch zahlreiche Deputierte ocs rechten Een» trums und selbst dcr Richten bei den Empfangsablnden beim Pläfidei'ten der Republik. Die letzte Abstimmung der National'Veijammlung scheint die Pctitionsbeweuung merklich abgekühlt zu haben. Dcr Senat in Spanien genehmigte definitiv den Gesetzentwurf über die Dotation bes. Klerus. — Oie Corte« haben anläßlich einer Eabinetskrise ihre Sitzunaen suspendiert. Echeaaray übernimmt das Fi« nanzporlcseuille, Becerra das Mlnisterium der öffentlichen Arbeiten und MoSquera jenes sür die Eolonien. Der Agent des (5omil6 der auswärtigen Bond-holder« telegraphiert aus Eonstantinopel unterm 18. d.. t>aß der türkische Finanzminister in officieller Weise jede Absicht einer Unificierung der Staatsschuld in Abrede gestellt hat. Mgesmuisskeiten — Der kaiserliche Hof wird — wie die „L.-C." meldet — den Winter in der königlichen Residenz zu Ofen zubringen und sich erst lurz vor der Elöfsnungsfeier der Weltausstellung nach Wien, resp. nach Rcichenau begeben. Im Verlaufe des Winters werden wegen der Halbtraucr slir die verstorbene Frau Erzherzogin Sophie weder So». t6en noch Hofbällc gegeben; hingegen werden zwei Cercles und einige Galadiners stattfinden. Die WeihnachlSfeiertage, sowie den Neui'abrslag wird der Hof in GöoiM im engslen Iamilienlreiie zubnnfjen und erst am 2. Jänner nach Ofen übersiedeln. Mit Sr. Majestät dem Kaiser lomml auch Prinz Rudolf sammt seinen Hofmeistern und dem Hof. staate von Wien nach Ofen. — Se. tais. Hoheit der Herr Erzherzog Karl kubwig und zwei Prinzen sind am 19. b. in Görz eingetroffen. Man hat beschlossen, den hohen Gästen einen feierlichen Impfung zu bereiten, und daher begaben sich der Vlrrgermeister Graf Coronini und dle Gpltzen der Avtl» und Militärbehörde» auf den Vahnhof, um den Erzherzog Ludwig zu begrüßen und ihn und die Prinzen in die Gtadi zu geleilen. — (Stempel- undPortofreiheit.) Da« l. l. Ministerium für Cultus und Unterricht hat im Ein« vernehmen mit den l. l Ministerien für Finanzen »nd Handel entfchieden, daß den Correfpondenzen, welche zwischen den evangelifcheu Lehranstalten und den ihnen vorgesetzten Organen des Kirchenregiments gefuhrt werden, die Slempel-und Portofreihe.lt zustehe. — (Die Kl elngewerbe» Enquete i» Klagenfurt) hat am 19. o. begonnen; 24 Mitglieder nehmen theil Sech« Arbeitervertreter sprechen dem Kleingewerbe die Eflstenzberechtlgung ab und sagen chm den nn» vermeidlich bevorstehenden Untergang voraus Als einziges Rettungsmittel empfehlen sie die Association der Meister und Gehilfen unter Gewährung der Slaatshilfe. Uuch die allgemeine und die Fachbildung erklären d»c Arbeiter Vertreter als nur von negativem Werthe, worauf der Handelskammer-Secrettir Canaoal bemerkt, daß die Arbeiterführer ihr« Macht nur der Unbildung der hinter ihnen stehenden Müssen verdanken. Die Kommifs^onsarbeiten dürften m einigen Sitzungen vollendet werden. locales. Hur Versassungsfeier Nahezu andelthalbhunden Männer verfassungsfreundlicher Vesinnunq d-rsi7.n,l?llc>! sich a» 21 v ab-nd« « der Veranda oer ^u>iuolöstelreichische odrr Verfassungspartei ift der einzige gesunde Kern Oesterreichs; m ihr ruht die Zukunft 'Oesterreichs, nur mit ihr ift zu paclieren; weg »il alle« 2094 feigen ÄusMchsdersuchen zwischen Regierung und Ver. fassunasgeguern! Nur im Lager der Verfassungspartei ist Oesterreich. Em «Hoch" der deulsch'ttfterreichi» schen Versass ungspa rtei! Reg.«Rath ?aschan: Werfen wir einen Rückblick auf die Action des Ministeriums während des letzten Jahre«: In Böhmen wurde das Vanner der Verfassung aufgerichtet; die Wahlreform verkündet uns die Schaffung eine« VollS« Parlaments. Da« gegenwärtige Ministerium ist ein Ministe» rium der That. Der Namensträger diese« Ministerium« ist dem uralten, rühmlichen und uns wohlbekannten Geschlechte der «uersperge entsprossen. Ein „Hoch" auf den Bestand de« Ministerium« Auerspergl Bürgermeister Deschmann: Krain ist ein Wunderland, birgt Wunder der Gesteinswelt, durchströmt von unterirdischen Gewässern, ssrain« Wunder wurden vom hei» matlichen Historiographen Valoasor erzählt, von Barden besungen. Auch der bekannte Pater Abraham a Sancta Clara preist die Wunder Krain« — die große Anzahl seiner Kirchen und Heiligen, seiner kernigen aber abergläubischen Kinder, aber dieser Aberglaube schwindet allmälig. Sogar in politischer Beziehung geschehen Wunder: die Anhänger der Fundamentalartilel greifen in neuester Zeit zur — Ber« fassung; das größte Wunder Krains besteht aber darin, daß im verfafsungsaegnerischen Lager so viele Flüchtlinge vorkommen. Wollen wir in dieser Fahnenflucht ein erfreu» liches Zeichen der Wendung zum Nesseren erblicken. Wün» schen wir, daß Krain unter dem Schutze der Verfassung gedeihen, daß der Racenhaß allmälig verschwin« den und die finsteren Mächte vom politischen Schauplatze sich zurUclzieden mögen! Forftinspector L. Diemih: Krai» blickt mit Stolz auf einen Mann aus edlem Geschlechte, der schon vor einem halben Jahrhundert das erste Lied von der Freiheit in Oesterreich gesungen; auf einen Mann, dessen Wiege im Lande Krain gestanden. Ein „Hoch" dem edlen deut» schen Sänger'. ,hoch" «Inaftasius Grün! Ein Hoch dem Grafen Anton Auersperg! Professor Dr. Sup pan. Der Landmann trägt in der Regel conservaliven Charakter, der nur zu häufig von dunklen Mächten irregeführt wird. Der Vurgerstand hat in der Neuzett, in der Zeit der Freiheit einen bedeutenden Aufschwung genommen; Industrie und Handel haben auch diesen Stand politisch reif gemacht. Die Bürgerschaft in Laibach ist vorwiegend eine deutsche; echtes Bürgerblul ftießl in ihren Adern; sie huldigt der Wissenschaft, unter, stützt die Bildung der Jugend, und so fort» und vorschrei« tend wird in ihren Reihen der hier und dort auftauchende Zwiespalt allmälig verschwinden, die liberalen Elemente werVen sich zusammenscharen zur Erreichung edler freiheitlicher Zwecke. Ein ,Hoch" auf die Verfassung«, treue Bürgerschaft Laibachs! Dr. v. RUH ling entwickelt die Kulturgeschichte der Volksbildung, betont die Wichtigkeit und Wohlthat der neuen Schulgesehe, beleuchtet die Pflichten der Volksschule, illust. riert die Action', der Schulfeinde, constatiert, daß ein großer Thell der verfassungsfeindlichen Lehrer über seine bisherige Haltung mit sich in Kampf gerathen ist. Redner bringt ein «Hoch" demverfassungstreuen Lehrer« sta nde Dr. Keesbacher bringt ein äußerst humoristisch und sarkastisch versaht«« Gedicht mit dem Refrain „Wirkung und Ursache" zum Vortrag, worin er betont, daß der That auch edle Absicht zu Grunde liegen müsse, die letztere sei aber in den Reihen der Wallfahrlenführer selten zu finden. Vereinspräses Dr. Suppan: Ich spreche den aus weiter Ferne herbeigelommenen Theilnehmern und fremden Gästen den Dank de« constitutionellen Vereins aus und beantrage denselben ein lautes „Hoch" l (Hochrufe und Bei« fall.. — Der Vereinspräses schließt in später Stunde die höchst animierte uno in gehobener Stimmung befindliche Versammlung. « a <» Trieft. (Fortsetzung.) Der Standpunkt der Frage ist heute nicht der, die Distanz zwischen Trieft und der Schweiz und Süddeutsch, land um einige Meilen zu verkürzen, um jenem Hafen» platz einen internationalen Verkehr von außerordentllchec Bedeutung zu erhalten oder mit Rücksicht auf den Suez. lanal zuzuführen. Gegenwärtig besteht dieser Verkehr in der angenommenen Ausdehnung thatsächlich weder für Trieft noch Venedig. Nach den bisherigen Erfahrungen müßte der. selbe von Westdeutschland und der Schweiz aus nach Triest als günstigsten Aus» und Eingangspunll geleitet werden. Um aber an die Lösung dieser Aufgabe zu schreiten, müßte zuerst die Arlberg» und Fernbahn gebaut sein, denn nur diese beiden Bahnen setzen die Tirolerbahnen direkt mit dem industriereichsten Gebiet Deutschland« und der Schweiz in Verbmdung. Nachdem «an aber für den Bau der einen dieser Bahnen 10 Jahre anspricht und von der Predil. bohn behauptet, daß sie selbst in weniger al« 4 Jahren vollendet werden kann, so hätte die Frage dieser Bahn noch Zeit zur Reife. Sie wird dann gerade in der Einschrän. lung der heutigen Regierungsvorlage ihre Lösung jedoch erst zu einer I«it finden, wenn die größten Anforderungen an die Staalshilfe für andere wichtige Nlpenübeigänge befrie. bigt und der Perkehr auf den bestehenden Bahnen fo leb, haft geworden sein wird, daß mit Beruhigung an die Er« seyung aller Reichsftraßen durch Eisenbahnen, an die wei« tere Entwicklung des Eisenbahnnetze« geschritten werden kann, indem sich dafür auch die Kapitalslcäfte finden werden. E« handelt sich heute auch nicht darum, etwa den trieft« Handel mit Tüddeutfchland und der Schweiz oder etwa gar den mit dem übrigen Oesterreich vor der großen Gefahr einer erdrückenden Concurrenz Venedigs zu retten. Für Triest stände im Frieden und unter normalen Verhältnissen vorderhand derselbe Weg und vertragsmäßig mit den« selben Frachtkosten offen, wie für Italien. Nachdem aber die Durchfuhren über )en Brenner aus Süddeutschland nach Italien im Jahre 1869: 228.793 Ztr., im Jahre 1870: 346,827 Ztr., aus der Schweiz nach Italien aber »icht« — und anderseits die Durchfuhren au« Italien nach Süddeutsch» ^ land im Jahre 1869: 143.602 gentner und 43.400 Ku-bilfuß Oau. und Werlholz, im Jahre 1870: 166.706 Zentner und 42.800 Kubilfuß Holz, nach der Schweiz aber in beiden Fälleu wieder nichts betragen haben, und uachdem sich dieses Iahlenverhältnis trotz des Suezkanals und trotz eines Vorsprunges von 27 Hisenbahnmeilen, welchen heute Venedig gegen Triest für die Benützung der Ärennerbahn vor hat, ergab, fo schrumpft umsomehr die Befürchtung italienischer Toncurreuz auf dem österreichischen Markt infolge der Pontebabahn m ein Nichts zusammen. Das unwürdigste Auslunftsmittel für den triester Handel wäre, einen Schutz für sich darin zu suchen, daß man den Güterverkehr zwischen Oesterreich und Italien von der natürlichen Straße wegzieht und über einen um mehr als 500 Fuß höheren Alpenübergang zwingt. Wäre der Handelsqeist von Trieft nicht imstande, diese >e» 33tt.bO. - ^.ldo-.l ll»».«j. — «..»,,. IMj.UO. ,» l Ff«" D„' Handel nnt> Uoltiswirlhschastllchcs. .aibacb. 21. Dezember. Auf dem heutigen Martte sind er« schienen: 8 Wagen mll Oetieide, ii Wage» mit Heu und Stroh (Heu 5>4 Ztr.. Stroh 20 Ztr.). l« Wagen uuo 2 Schiffe (1s mit Holz. Durchschnitt? kreise. I si^K.jfi^r, s st. ll. fi.^> Wnzn, pl Fiebeu i 5 80 7 6 «Umln pr. H,ul,o < 43^ Korn ,. 3 80, 4 w «ier pr. stuck - 2j ^ Oechr „ 3 20 318 Milch ,n'. M^ß 10 ^ Haft, ., 18<)' 2 7 )tilldflcischpr M 24-^ Hnlbfr„ch< ,. ' - 5— ».alh^iich „ 2« — ^ Heit""> 8 20 l<25 Schwlines>„»ynbtl N!. SUlck 30 Erbäpfrl „ ! 1 70------- Tinben ,. 15,! l!msli. ,. ,5 40 5e» ,». «lentner 130.' Erbsen ,. , i,50 ^«h „ l — Fisolsii „ , 4 8l> - . ^hun.,pr,lUi<. »jA NindSschnla:, pfd ' 53' ,u.^ch!.<, 22" - h SchweiulschmaN „ -42!- — ^ei«, rnü,r ,. --------18-" geraucht»l „ .40^—— ^ Lortoziehung vom V> Dezember Triest: 14 38 20 8 26. Theater. Heute: Zum Vortheile de« Schauspieler« und FUnger« Mi ban er. <5i» Wort an den Minister. Genrebild '" emem Auszüge von banger. Diesem jolgt: ifin moderne^ TUichfier. Solos,ene mil Gesanq von i'cchner, vorgelrayeli voN> Herrn Zwercn;. Zum Schluß: Die sckönc ltzalcithea. K»' mische Operette in 1 Nu»zilgc von Pnly Henrion, li u Mg 736«« > 0< wmdstill ganz bew. 21.^ 2 .. N. 73«.«, j 4 , O. schwach halbheiter <)o« ! ll' „ Nt>. 738 44 l 1.« windstill ganz bew. U1!. Mg, 7l»8.,<, I 1,« windstill Höheunebel 22. 2 „ N 73!> «< l 2, N. schwach heiter O.o« 10 „ «h. 741«, -<- 1.« ?i schwach ganz bcw. De» 2l. erster sonniger Nachmittag nach mehrwüchelttlichew trUben Himmel, «ibendroth. Den 22. nach U Uhr Nebel bi« M't'fl»' ! Ipna, n. Kls,n m»yr.