MbacherWMtung. Nr. 86. Pränu »! >! ratlonsPrei« : Im «iomptoll ganzj. st. li, b,!^'i. N. 5.50. ffllr biü^usteNu»^ ins Hau« halbj.50ll. MitderP?stganzi.fl. ln. halbj.st.7.50. SiUttstila, 17. April Insertl onsgebühr bls 10 Zellen: lmal no lr., «m. 8!!lr., ^»l. 1 ss.; !o»ü ftr.Zcilc Im.!' ll., Lm.»tr,, 3m.lN lr. li.s. w. Inscrlico^'licmpcl jebeoni. 30l:. 18«9. Amtlicher Theil. Je. k. und k. Apostolische Majestät habcn mit Allerhöchster Entschließung vom 6. März d. I. über Antrag des Reichskanzlers, Ministers des kaiserlichen Hauses und des Acnßern, dcu Consul und Gcncralconsnlatsvcr-wescr in Palermo Dr. Leopold Walchcr v. Molt^ heim zum Generalkonsul zweiter Elassc auf dein gedachten Posten allcrguädigst zu crucnncn geruht. Sc. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 4. März d. I. über Antrag dcS Reichskanzlers, Ministers des kaiserlichen Hauses uud des Aeußcrn, die Errichtung ciucS k. und k. Honorarconsnlates in Mailand allcrgnüdigst zn genehmigen lind den Großhändler Eugcnio Eantoni zum k. k. Eonsnl daselbst mit dem Rechte zum Vczngc der tarifmäßigen Consulargcbührcn huldreichst zu ernennen geruht. __ Se. k. und k. Apostolische Majestät haben nut Allerhöchster Entschließung vom l>. April d. I. den Hof-lath der galizischcu Finanzlandcsdircction Adolf I or kasch-Koch zum Viccpräsidentcn dieser Landcsbchörde allergnädigsl zu ernennen geruht. Brestel »». l' Nichtamtlicher Theil. Die Elirantml des /ckieng. Die Sitzung der gesetzgebenden Versammlnng in Paris vom i5. bot eine seltene und merkwürdige Erscheinung. Die Vertreter der Regierung uud der Op Position vereinigten sich unter dein Beifall des ganze» Hauses in einem Gedanken.- der Minister Lavalcttc und Herr Thiers erklärten Vcidc, daß Frankreich dcu Fü'c-^en wolle, wenn man ihm nur dcu Frieden zn halten U'd'glich mache. Worans entspringt dieser Wille? Wo c»dct diese Möglichkeit? Alle Friedens- und Kricgsfragcn der Staaten Niftseln gegenwärtig i>l der Stellung derselben zn Preußen. Die Stcllnng namentlich, welche Frankreich Preußen gegenüber seit 180<> eingenommen hat, ist die „einer aufmerksamen Neutralität." Durch scine Eroberungen und scinc Organisation ist Prcnßcn seit zwei Jahren zwar nicht znr ersten Großmacht, aber zum größten Militärstaat unscrcrs Weltthcilcs geworden, wodurch Frankreichs bis dahin fast unbedingtes Ucbcrgcwicht im cnropäischeu Eonccrt beschränkt wnroc. Für diese Bcschränknng hat aber Frankreich einen nicht geringen, dauernden Gewinn cingctanscht. Vis znm Kriege von 1866 stand Fraukrcich thatsächlich in Enropa isolirt da; denn bis dahin hatte es allein mit dem alten europäischen Recht gebrochen, halle scinc Dynastie allein sich zn den Prinzipien der Demokratie bekannt. Alle anderen Großmächte und Throue machten solidarisch Front gegen das neue Recht, gegen die ucncn Prinzipien. Prcnßcn vernichtete diese Solidarität der legitimen Throne; dnrch den preußischen Krieg gcgcn den dcntschcn Ännd wurdcu die Besiegten gezwungen, iu die so lange und so ängstlich gemiedene Bahn des Fortschrittes cin;n-trctcn und sich mit Frankreich auszusöhnen. Prcnßcn erlöste so Frankreich, Staat wie Thron, ans der Iso-lirung, in der sich beide befanden, in der man systematisch beide gehalten hatte. Preußen brach — was Frankreich vergeblich vcrsncht hatte — den Bann, in welchem sich letzteres seit 1K15 befand, denn es zerstörte „die heilige Allianz" bis ans die Erinnerung. Der Minister Lavalcttc und Herr Thiers, die französische Regicrnng und das französische Volk scheinen — und wohl mit Recht — gleichmäßig überzeugt, daß was Frankreich gewonnen, ohne einen Son oder einen Tropfen Vlut dafür ausgegeben zu haben, reichlich das aufwiegt, was Frankreich durch die Verschiebung der Machtvcrhältnissc verloren haben könnte. Allerdings ist ein einheitlich orgauisirter M>li!är-staat von fünfundzwanzig Millionen Einwohnern und einer großen Offcusiokraft an Frankreichs Ostgrcuze entstanden ; aber dafür ist der große Bnndcsstaat von siebzig Millionen Seelen lind einer ungeheuren Dcfcnsiv-lrast zerfallen. Die Mlicn Bildungen befinden sich ;»m Theil in natürlichem Gegensatz, haben andere Interessen als srühcr das Ganze, dieselben sind denen Frankreichs nicht ausnahmslos feindlich und die Aktion znr Vertheidigung dieser Interessen ist durchaus frei. Darnin ist es für Frankreich geboten, Frieden zn halten und die Eonsolidining dieser neuen staatlichen Bildungen zn schützen. Die rechtliche Basis dafür bietet der Präger Friede. Die Bestimmungen desselben bilden deshalb für Frankreich die Linic, deren Einhaltung es um so mehr vou Preußen verlangt, als dieses dieselbe freiwillig gegeben. Der Vertreter der französischen Regierung hat dcntlich angedeutet, daß Frankreich nicht nur selbst den Frieden wünsche, sondern für denselben auch mit seiner ganzen Kraft eintreten wolle, und Marquis dc Lava-lcttc hat ziemlich klar diejenige Grenze bezeichnet, wo Frankreich gezwungen wäre, für dcn Frieden und die Erhaltnng desselben gegen den muthwilligcn Friedensstörer einzntrcten. — Uebcrall in Enropa nnd znnächst anch in Berlin kennt man gegenwärtig den Willen Frankreichs, und noch besser die Macht Frankreichs, diesem Willen Nachdruck zu vcrlcihcu. Die Garantie des Friedens liegt daher uuzweifel-haft in der Klarheit dcr Sprache des französischen Ministers und in dcn einfachen, nicht zn verkennenden Vcr' hältnisscn der Kräfte, welche sich gegenüber stehen. Alle Großmächte Europa's habcn daher mchr oder weniger offen uud klar das Bedürfniß des europäischen Friedens, und ihreu Entschluß, denselben zu wahren, auf dcr völkerrechtlich gegcbcncu Basis coostatirt; nur von Berlin ans fehlt nns noch hierüber eine ebenso bündige Erklärung; doch sind wir dessentwegen fest übcr-zcngt, daß mau es sich auch dort gewiß mchr als ein Mal überlegen dürfte, die Verantwortlichkeit auf sich zu nehmen, welche von dem französischen Minister cms die Schnltcru dcsjcuigcn gewälzt wurde, dcr dcm Ehrgeize odcr Eigennütze nachgebend, zwei große Natkinen zum losstürzen ans einander bringen würde. 182. Sitzung dcs Al'^lirllnetrnhauftll vom 1^. April. » (Schluß.) Berichterstatter Freiherr v. Tinli widcilegt in eingehender Weise die Ausführungen dcr Gegner des Gesetzes. Znm Schlnsse kehrt sich dcr Redner gegen dcn Abg. Dr. Roscr: Die Aeußerungen dicscs Abgeordneten seien ciu Kampf gegen Windmühlen. Er habe sich nicht gigcn positive Sätze dcr Vollagc gewendet, sondern irac»d wclchc Principiell rrfunden, die cr sodann lnlämpfl habe, mid der fortwähmidc Widerspruch dcs Halses dürste ihn dele!),! haben, daß seine Grundlage um' eine fietivc war. Mein der Abg. Roscr habe a»ch eine andere Frage angeregt, die nicht ihn zuiu Autor habe, sondern anch cincn Theil dcr Öffentlichkeit beschallte und mehrere Petitionen hervorrief: Ol, cs dc»n opportun sei, daß das Haus in seiner jctzigm Keinc Aussichten. (Aus dcm C'iiglischm.) 2. Meine Heiratsftläue und was daraus w u r d c. (Fortsetzung.) . Ich bin gewiß, daß Lizzy ihn nehmen würde, hörte 'H weine Taute sagcu. Jener Elende hat sie abscheulich ^handelt, aber sie fängt an ihren Knmmcr zn vergessen, ''"o wenn nun jemand, wäre es auch Paul, um sie an- Mtcn würde, ich bin überzeugt, sie würde ihn nicht abweisen. 5 Sie hat füufundzwanzigtauscnd Francs? murmelte Herr Morsc. s Sie hat drcißigtausend Francs iu der Vank angc- ^at. und da sic die einzige Tochter ist, so wird alles, ""s sie besitzen, ihr gehören. , . . s. Das wird uicht schr vicl sein. Dcr alle Dan ,, >'bt außer den Einkünften seiner Pfarre fast nichts, ,'"° "' läßt lein Jahr vorübergehen, ohne Schuldcu zu Zachen. . Ja, aber Lizzy besitzt ihr unabhängiges Vermögen, "v memand angreifen kann. . In dicscm Augenblicke öffnete ich die Angcu uut """' langen Gähnen. de,-„s - " ^^laf läßt sich nur mit Deinem Appetit "acl, ^ '^ "bcr auch ciu hübscher Weg vou Piccadilly l)i« l sicher, sagte ich mit mchr Festigkeit, als ich "W.anzeigt hatte. dcr 3u ^ ^""lic vou Deinem Alter sollte zweimal in zu erh°.^ ^cscn Spazicrgaug machen, um sich in Athem Sage mir Paul, bist Du je iu Irland gewesen? fragte mich Frau Morse. Niemals, Tante. Warnm fragen Sie mich das? Weil Du eben erst gesagt hast, daß Dn in dcr letzten Zeit leidend, schwach und abgespannt gewesen bist, nicht wahr? Ans Mangel an Appetit sicherlich nicht, fiel mein Onkel lachend ein. Und es kam nns die Idee, Dich anf einige Wochen zu ciucm unserer alten Freunde zu schicken, dcr in Donegal wohnt, ^fiihr sie fort. Er bchanptet, daß die ^l.ft in seinem ^orfe die rciustc in ganz Enropa sei, und ich weiß, daß cr Dich schr herzlich aufnehmen Wird. Verstehst Du die Jagd? sagte Herr Morfc. Nein, mein Herr. Oder dcn Fischfang? Nein, mein Herr. Kannst Du reiten? Kennst Du denn nichts von dcn Gcwohnhcitcn eines Jägers? Gar uichts, mciu Hcrr; alle meine Großthaten anf dicscm Felde beschränken sich daranf, einmal eine Waidtaschc getragen zn habcn. Und natürlicherweise verstehst Dn auch uichts vom Feldbau und dcr Viehzucht? Da weiß ich nicht, wie Du Deine Zeit in diesem weltverlorenen Lande zubringen wirst. Wenn cs Bücher dort gibt und Lentc, mit denen sich sprechen läßt .... Fran Dudgeon ist seit zwanzig Jahren taub. Aber sic hat cine Tochter. Ist ^izzy vielleicht anch lmib? Ocwiß uicht, sagte meine Ta»tt in scharf.m Tone. Gut also, sie wird mit Dir sprechen löiuie» nnd ihr Vaier anch. Vicl zwar sichtlich »icht, denn Dau ist leiu großer Schwätzer. Sie sind Alle mitcinender etwas schweigsam, saglc meine Tante, aber Lizzy ist ein licbcnswüidigcö Mäd- chen, uud überdies sehr hilbsch; — wenigstens wc>r sie es vor zwei Jahren. Und überhaupt sind cs culfcrnte Verwandte Deiner Mutter, nnd da Du nnn einmal entschlossen bist, auf Familicnlostcn zu leben, so mögen sie anch ihren Antheil daran habcn. Ich glanbe, daß Sie recht habcn, mein Hcrr, saqte ich, ohne mit den Augen zu zucken, denn ich war fest entschlossen, mich von keiner Bemerkung, so hart und ucilctz^nd sie auch sei, beleidigt zu fühl,'». Rnn gnt, ich w>rde morgen schreiben und ihnen Deinen b^ldis.cn Besuch anzeigen. Ich glaube, daß dieser Ort von dcr übrigen Welt hi»rcichcnd abgeschlossen ist. Dan bchanplct, daß cr an Grönland grenzt; aber die Luft ist dort gut, m,d vor allem cs ist lein Mangel darau. Wir sprachen noch eine Zeit lang vou dieser Familie, dann bcgab ich mich zur Ruhe, entschlossen, auch diesen ucueu Act vou Drama meines VcbcnS zu versuchen, ehe ich dcn Vorhang fallen ließ. Die Anspielung meiner Tante gab übrigens meiner Reise ein schr lebhaftes Interesse. Es war für mich uicht mchr eine einfache Luftveränderung, sondern die Aussicht anf eine Heirat, die meine ganze Carriere ändern konnte. Geschehen nicht täglich ähnliche Dinge? Du reichst einer Dame die Hand iu dein Momente, da sie anf ein Schiff steige» soll, Dn hilfst ihr anf'ö Pferd, Dn fitzest bei Tisch neben ihr, und, aus diesen an nnd für fich so nnbcdeutcndcn und alltäglichen Vorfällen geht ein Ercigniß hervor, das Dein ganzes Schicksal nmaeslaltet. Dein Eharaktcr bildet sich nun nach einem andcrn Eharaktcr, Dein Geschmack soll einem andern sich anbequemen, und Deine Moralität selbst Deine Individualität werden das Spielzeug eines Zufalles dcr an sich zn geringfügig ist. um ihn ein Er-eignlß zu nennen. 626 Zusammensetzung sich mit einer so wichtigen Frage befasse ? — Redner könne es Niemanden vermahn, wen» er, sei eS in angcborncr DennUh, sei es in richtiger Sclbstertcnntniß, sich nicht für windig hält, dieser Versammlung anzugehören; allein er verwählt sich dagegen, daß irgend Jemand diesem Hanse, wie es krafl seines Verfassuugsmäßigcn Rechlcö hier tagt und bcrnf^n isl. im Namen der Bevölkerung Gesetze zn geben, seine Bc-fähignng oder Berechtigung iigeudwic bcstieilc. (Bravo! Bravo!) Vlan sei wenigsten,? nach den HÜlthcilnngen öffcnllichcr Blältcr gewohnt, daß dcr Abg. Roser selbst in öffentlichen Vcisammlungcn es nichi verschmähe, dic-scs Haus in beleidigender Weise anzugreifen. (Oho! Oho!) Er wolle hoffen, daß daranf die Erwiderung nicht fehlen werde. Ich habe die Ueberzeugung, und diese Ueberzeugung wird im ganzen Hanse mit Ansnabmc dcs Abg, Roser getheilt werden, das;, wenn hier eine Versammlung sitzen würde, welche ans dem allgemeinen St>mmrcchtc hervorgegangen ist, dilsc Versammlung Ihnen kein liberaleres Gesetz vorlegen wird, als dasjenige, welches Ihr Ausschnß dem heutigen Reichsralhc vorgelegt hat. Dieses Gesetz bcrnht in seiner Wesenheit anf dem Principe der Sclbstbcstcncrnng dnrch die Slencrträgcr, anf ihrer yegeuscitigcn Eontrole nnd ein weitergehendes Priinip wird keine dcntdarc gesetzgebende Vcisamuilnng anffiii' den können. Getragen von diesem Bewußlscin, daß wir hier auf wahlhaft constitutionellcin Boden stehen, kön ncn wir in die Berathung des Gcfci)cs eingehen und ich empfehle Ihnen dasselbe nochinals znr Annahme. (Lcbhoster Beifall.) Es wird zur Specialdcballc übergegangen. 8 I, 2 und 3 werden ohne Debatte angenommen. Zu § 4 spricht Mg. Dr. Nilter v. Grocholski. Auch "ich bin dcr Ueberzeugung, daß dieses Gesetz leinen anderen Zwcck hat, als die Grundlage der Vertheilung der Grundsteuer zn bilden lind nicht den Zwcck, den wirklichen Ertrag der Grundstücke zn ermitteln. Denn, was man anch immer anwenden wiid, den wirklichen E,trag der Grundstücke wird man nie zn ermitteln im Stande sein, Ja ich crlanbe mir selbst die Äehanptnng, daß kein Grundbesitzer im Stande ist, seine eigene» Grnndstücke in dcr Art zu schätzen. Wenn die« also dcr Fall ist, so mnß ich nach den gehörten Ansein-andcrsctznngcn befürchten, daß die ermittelte Reincrtrags-summe leicht znr Grundlage dcr Bestimmn,^ dcr Höhe der Stenersninme angewendet werden könnte, und dirs wäre die größte Ungerechtigkeit, nicht nur gegen den Grundbesitzer selbst, sondern gegen die ganze Bevölkerung. Um diese Ungerechtigkeit zn verhindern, finde ich kein anderes Mittel, als das, daß die Grundstcncrsumlnc im Gesetze selbst fixirt wiid. Redner stellt den Anlrag, i> 4 h^be zn lauten: „Die anf Grund dcS nach diesem Gesetz zn ermittelnden Reinertrages ciuyihebcndc Grnndslcncr wird für die im Rcichsrathc verlrelenrn Königreiche nnd Lander anf einen Iahrcebclrag von :>7 Aiill. Gulden ö, W. festgestellt. Dieser Betrag ist nach Verhältniß des ermittelten Reinertrages der steuerpflichtigen Objecte anf die einzelnen Länder, bcziehnngswcise auf die einzelnen Steucrgemcindcn und Grundstücke gleichmäßig zn uer^ theilen, und kann derselbe nur dnrch den Zugang stencr-pflichtig werdender oder den Abgang stcuclfrci zn stellen- der Grundstücke, sonst aber nur im Wcgc dcr Gesetze gcbnng erhöht oder vermindert werden. Die Einhebnn.i der Grnndstcucr kann nnr üb.r alljährliche velfassungs-mäßige Behandlung des NcichsrathcS erfolgen." Abg. Dr. Sturm tritt für den Anöschnßau-trag ein. Alich dcr Abg. Lenz spricht sm dc» Ansschnß-antrag. Abg, Pctrino spricht gegen dcn Paragraphen, Kaiser für denselben. Der Antrag Giocholöki wiid abgelehnt; dafür nur die Polen und Alig. Plankeiistcincr. l> 4 wird nach dem Ansschnßanlra^c angcnoinmcu, ebenso die §§ 5) und 6. Nächste Sitznng morgen. Dcr Nnllrgllng dcö „Nllichky." Zwei Monate sind nun bald verflossen, seitdem die Schreckcnsnachlicht von dem Untergänge des „Nadetzly" die Gemüther dcr Bevölkerung in Bewegung setzte. Die Erhebungen und Nachforschungen über Ursache und Verlauf dcr Katastrophe sind beendet und die Marincscction veröffentlicht in dcr gestrigen „Wiener Ztg." einen ziemlich ausgedehnten Schlnßbcricht. Wir geben in Nachstehenden die wichtigsten Stellen. Dcr Bericht beginnt mit einer interessanten Schilderung des Moments, in welchem die Katastrophe zum Nusbruch kam. Die Fregatte „Nadctzky" befand sich am ^0. Februar Vormittags w Uhr 20 Minuten, nm welche Zeit die Katastrophe eintrat, bcilänfig zehn Seemeilen nordwestlich dcr Insel Lifsa. In dcr Maschine hatten nach Aussage sämmtlicher Geretteten seit zwei Tagen lcinc Fener gebrannt; die Fregatte lag nutcr Segel Backbordhalscn beim Windc, welcher ans SO. in dcr Stärke .'! bis 4 wehte. An jenem Vormittage war an Bord dic nn Samstagen übliche allgemeine Reinigung vorgenommen worden nnd die Mannschaft zur Zeit dcr Katastrophe hicinit noch beschäftigt. Nach Angabc des Steuermannes Wilhelm Im sich uud des Loolsen Dcvcich befand sich dcr Eommandant, Linicnschiffscapitän Daufalik mit dcm SchiMientenanl Jäger und dcm Scccadctcn Pollak anf dcr Eommando-brücke. Linicnfchiffslicutenant Baron Skribanck, Linien-schiffsfähniich Barlh, Seceadct Baron Lüttichau, Steuermann Iursich uud Lootsc Dcvcich befanden sich am Verdecke und sahen zn, wie eine von: Matrosen Marens Vcrnabich gefangene Ratte von demselben wieder losgelassen nnd von dcm Hnndc des Schiffslientcnants Baron Skribanck gejagt wnrdc. — Plötzlich ertönte vom Achter her eine Detonation, wie dcr Loolse Dcvcich aussagt, als ob ciuc ganze Breitseite abgefeuert worden wärc. Die Erschüttcrnng war so heftig, daß beinahe alle vorerwähnten anf Deck befindlichen zu Boden geschlagen, die in dcn Booten arbcitcndcn Matrosen Zar nnd Ius-sich aber in dic See hinansgcschlcndcrt wnrdcn nnd dcr in dcr Vorbramraa als Anslugcr postirt gewesene Matrose Johann Dobrcc in die Mars herabfiel. Schiffs-fähnrich Barth war fo heftig zn Boden geworfen worden, daß, als er anfstchen wollte, ihm die Füße dcn Dienst versagten uud er nur mühsam auf Deck kriechen konnte. Linienschiffslicutcuant Stribanck hatte sich bei dem Falle den rechten Arm gebrochen, und dies gleich beim Anfstehcn dcm Schisfsfähnrich Varth mitgetheilt. Nach Aussage aller am Vorderdecke befindlich gewesenen und geretteten Personen war nach dcm Knalle im Achter Alles in Dampf gehüllt, nnd als sich dieser so weit verzog, daß nach dcm Achtcrthcilc gcschcn werden konnte, bemerkte man, daß das Deck an vielen Stellen aufgerissen, das Achtcrthcil des Schiffes vom Großmaste an zertrümmert war und das Schiff sich nach Achter senkte. — In wenigen Secunden hob sich auch dcr Vng dcs Schiffes mit dcm Klüverbaum beinahe senkrecht nach aufwärts und versank ebenfalls. Schiffsfähnrich Aarth und Schiffslicntcnant Baron Skribanek waren bei dcr Ncignng dcs Schiffes zn einer vorderen 5?tückpfortc hinansgckrochcn, ersterer hatte sich am Anker angeklammert, war jedoch wieder auf Deck zurückgekehrt, wo er cin Stück Holz erfaßte, mit dcm cr beim Versinken dcs Schiffes wohl unterging, dann aber wieder emporkam lind sich bemühte, den ans der Tiefe auftauchenden und gcgcn dcn Wasserspiegel aufschlagenden Nnnd-hülzern auszuweichen. Es gelang ihm endlich cin Rundholz zu erreichen, an welches sich bereits mehrere Leute, hierunter auch Schiffslicutenant Baron Skribanck, angeklammert hatten; von diesem ward cr jedoch bald wic-dcr von dcr See abgespült, worauf er endlich ein größeres Stück Holz. an welches sich anch dcr Zimmcrmann Grcgorctli und Stückmatrosc Vasich hielten, erfaßte, anf weichem all die Genannten, nachdem sie noch mehrere Stücke Hol; zusammengebracht, bis znr Ankunft ^dcr Rettungsboote angeklammert verblieben, während Schiffs-licntenant Baron Skribanck, dcr sich seines gebrochenen Armes wegen an dem Rnndholzc nicht festhalten konnte, früher noch gesunkeu und nicht mehr zum Vorschein gekommen war. Ueber die Entstchungsursachc der Katastrophe hat dic Untcrsnchnng keinen Aufschluß gegeben. Es unterliegt nach dcm Bericht keinem Zweifel, daß durch eine Erplosion dcr Achtcrftnluerkammer dcr Achtcrthcil dcs Schiffes zerrissen nnd dicfcs sofort znm Sinken gebracht wurde. Ailf welche Weise die Explosion herbeigeführt wurde, ob hicbei ein Verschulden dnrch Unachtsamkeit oder Außer-achtlassen dcr bestehenden Vorschriften unterlaufen, oder aber ob das Unglück dnrch einen ganz außer jeder Be-rechnnng und jeder Voranssicht liegenden Zufall entstanden sei, ließ sich dnrch die Vcrnchmnng dcr Gcrcttctcn nicht im mindesten anfllärcu. Eben jene Personen, die, falls eine Nachlässigkeit oder sonst cin Vcrschnlden iin spiele war, hierüber hätten Mittheilungen machen können, waren selbstverständlich die ersten Opfer dcr Kata» strophe, nnd war eben unr für Jene eine Chance der Rettung deutbar, die sich in möglichster Entfernung bc-faudcn. Nach Aussage aller Vcrnommcncu kann von einer absichtlichen und böswilligen Herbeiführung der Katastrophe keine Rede sein, da alle die gnte und humane Behandlung seitens dcs Schiffseommaudantcn uud dcr Ossieierc rühmen und Niemand Ursache zur Unznfric-dcnhcit hattc, daher anch Keiner dcr Geretteten an eine absichtliche Anzünonng der Pulverkammer ans Rache oder Bosheit glaubt. Geringes Gewicht legt dcr Bericht auch auf die Zcngenanssage, daß man wenige Angcnblickc vor der Explosion den Maschinenwärter Babck mit einem Glüh-e>sc» gcschcn habe. Zwar könnte, bemerkt der Bericht, Wird das eine neue Seite in meinem Lebensbuchc sein? fragte ich mich. Wird Dame Fortnna sich geneigt zeigen, mir cin Lächeln zn fchenkcn? Wird ans der Tiefe meiner Noth dcr erste Lichtstrahl hervorbrechen, dcr je meinen traurigen Weg erleuchtete? Um meinem Besuch einen plansiblen Grund zn ge» ben, wollte ich sagen, daß ich auf einer Reise dnrch Irland, von Verwandten meiner Mutter sprechen gehört und in Folge dessen mcincn Onkel Morse crsncht habe, ihnen meine Antnnft anzntündigcn; daß ich mich ihnen aber mittelst eines Einführnngsbricfcs, von mir selbst überreicht, vorstellen werde. Als ich in Dnblin ankam, war ich erstaunt, mich im Mittelpunkte eines von allem, was ich erst kürzlich verlassen hattc. so verschiedenen Lebens zn finden. Nirgends eine Spnr jener fieberhaften Thätigkeit, jener An-spannnng aller Kräfte zn einem bestimmten Zwcck, die in Liverpool so bcmcrklich sind. Hier gehen die. auch Wirtlich beschäftigten Leute mit einem lialbsorgloscn Hin-schlendern nnd einer mnlhwilligcn Scherz suchende.. Miene an ihre Geschäfte, als ob die Arbeit für sie nnr eine lustige Nothwendigkeit ware, die so wenig als möglich dic Genüsse des Lebens unterbrechen dürfe. Anf den Qnais und an der Börse fand ich dic nämliche Unbc-kümmcrlhcit; und im Instizftalastc schien man dic Dinge anch von der guten Scitc zu uchmcn; die Rlchtcr tauschten witzige Einfälle mit dcn Advocatcn, während zwl-scheu Gefangenen, ^cugeu und Geschworenen Wortspiele und geistreiche Einfälle von unversiegbarer ycitcrkcit und Lannc hin und hcrflogeu. Ich amüsirtc mich so sehr an allem was mich nmgab, daß ich meinen Aufenthalt m der Hauptstadt dcö grünen Erin sehr gern verlängert Hütte; aber mein Onkel hattc mir auf das Lebhafteste anempfohlen, mich ohne Vcrzng im Pfarrhansc vorzn-stellen, und so innßte ich dic Stadt früher verlassen, als ich gewünscht hätte. (Fortsetzung folgt.) S'anwtago - Plauderei. (Ein Emgmß in der Nattir. — Vom Vclocipcd. — Vcloeipct- Toilelteii imd valerläildischc Industrie. — Auch eine Damenmode. — Dic hmtigc Dik'ttauteiivorsiclluug.) Seit dem letzten Vallrcferat hat sich ein Ercigniß zugetragen, welches der sänmigc Plandcrcr nachträglich nicht mit Stillschweigen übergehen darf, wenn cr anch erwarten mnß, darob vielleicht von einem dcrbwitzigcn Eollcgcn angegriffen zu werden. Er muß „vom Wetter" rcdcn, von dcr sullcn, heimlichen Frühlingszeit, die leise dahergekommen, nachdem Schneeglöckchen sie eingeläutet, Veilchen und Erocus als Pionnicrc vorangccilt und die Segler dcr Lüfte ihre heimatlichen Wälder wieder anf-gcsncht. Dcr April überraschte uns mit aller Liebenswürdigkeit, die sonst nur dcm patcntirtcn Wonnemond Mai eigen, nnd überschüttete nns mit sciuen rcichsteu Blnthcntränzcn und dcn wärmsten Sonncnblickcn ans blanen Himmclsaugcn. Fürchten Sic nicht, frcnndlichc Leser uud Leserinnen, daß dcr Feuilletonist, wenn anch cin trcucr Freund dcr Natnr, Ihnen eine „Naturschau" liefcru möchte; hat ja doch vor ihm eine kundigere und Forschcrblick mit feinem poetischen Siun vereinigende Hand dies weit vollkommener gethan, als es Ihrem ergebenen Diener jc möglich wärc. Nur erfrischen will cr sich an dcm Gedanken dcs Frühlings, die Natnr. seine beste Freundin, soll ihm etwas von ihrer Heiterkeit mittheilen, um einige Minuten mit Ihnen vom Tage zu plaudcru. Vom Tage plaudern und die neueste uud inter essaulcstc dcr Frühjahrsinoden, das Vclociped, nicht nennen, das wäre unverzeihlich. Zwar ist dicsc Mode nicht ncn, sondern sic kehrt im ewigen Krcislanf dcr Erscheinungen nur wieder, als verschöne» lc nnd ver-bcsftrlc Draisine, deren sich noch manche Laibachcr recht wohl erinnern und die ab und zu auftauchte, ohne je' doch recht in's Volk dringen zu köuncn. Unsere Zeit hat alle Genüsse erschöpft, cin Königreich für einen nencn! Und da ist das Velocipcd dcm Haupt cincS prattifchcn Amerikaners entsprungen, der damit nichts weniger als einen „Sport" eine „noble Passion" sou-dcrn eine praktische Ansnützung dcr Füße nnd dcr Zeit beabsichtigte, eine „zahme" Eoncnrrcnz für die Eise»'' bahnen, cin Gegenstück zur Straßenlocomotiue. Das jnnac Amerika ist praktisch, das alte Enropa steckt noch cin wenig im Miltclaltcr, dort ist das Vclocipcd ein bürgcllichcs Gewerbe, hicr cinc ritterliche Uebung, welche sich neben Reiten, Fcchlcn, Schwimmen nnd Tanze", ebenbürtig einreihen soll. Die deutsche Sprache hat auch schon dcn Fremdling gastlich anfgcnommcu und ihn „Rcitrad" gelauft, ni^t unpassend, denn ein Vclocipcd kostet ja nicht viel wcl>>' gcr als cin Rcitvfcrd. Wir bedancrn, daß wir nicht viel von dcn gehcimnlßvollcn Zusammenkünften dcr Vcloci-pedisten, dieser ncnestcn Fortschrittsmänncr, wissen, ^ Herr A. oder Herr B. besser balancirt, wann das näch!^ Rennen oder dic nächste Turncrfahrt mit Vclocipcd slat^ findcu wird, n. s. w. Nur so vicl kann der Feuilletoni!' aus Vclocipcdkrciscn berichten, daß anch auf Damen bc> dieser Erfindnng Rücksicht gcuommcu ist, es soll D^ mcnvcloeipcds mit :; Rädern und cincr Laterne gcbs"' wie gemacht für Nbcndspazicrgängc, und vielleicht crfi^ dct cin pariser Schncidergcnic hiczu eine passende Nc>^ radtoilctte. Vielleicht sehen wir nächstens einmal Vel^ cipcdstosfc bei Leskovic und Vclocipcdlatcrucu könnte ul>6 vielleicht unser Vcldcscr Holzschnitzer liefern, dessen Pl'0' dnctc wir bci Herrn Mahr iu hübscher Auswahl »e^ lich bewunderten. In, Vorbeigehen wärc wohl zu wii^ scheu, daß unscrc heimischen Salons ihre Lurussach" uud ihrcn Nippbcdarf auch cin wcnig von dcm talc'' vollen Beldcscr bezögen, dcr sich anf Reisen in Amer" 027 mit Rücksicht auf de» Umstand, daß Babck mit dem Glüheiscu ins Banjerdcck eilte, woselbst der Eingang zum Granatcndcpot offen stand, dann in Rücksicht dessen, daß llmnittcllicn' hierauf dic Explosion erfolgte, die Ansicht aufgestellt werden, daß dnrch irgend einen nnglück» lichen Zufall, wie z. B. durch ciucu Sturz Vabet's, jenes Glühciscn die vcrnnlasscndc Ursache der Explosion im Granntcndepot nnd mittelbar der Achtclpulvcrtalumcr gewesen sei. Allein wer die Alt und Wcisc der Verwahrung der Granaten kennt, die in wohlvcrschlossmcn hölzernen Kisten, mit »erpichter Zündvorrichlnng in se-parirtcn Fächern gestaut sind, und wer zu ermessen vermag, wie Granaten überh^,,vt zur Eutzündung gebracht werden tonnen, der muß sich der Annahme verschließen, daß selbst, wenn Valict mit dem Glühciscn in das Graualcndcpot gefallen wäic, hicdnrch eine Explosion hätte herbeigeführt werden tonnen. Andererseits steht nichts der Annahme entgegen, daß Badet mit dem Glühciscn im Banjeideck von der vorderen Stiege auö yauz wo anders hineilte und mittlerweile die Explosion im Granatcndcpot oder vielleicht unmittelbar in der AchlcrpnlvclkammcrauS einer ganz anderen, mit Babel's glühendem Eiseil in gar keinem Zusammenhange stehen« den Ursache stattgefunden haben könne. Die sMischlN Throncandidatuml. Aus Madrid. <^. April, wird der „A. A. Ztg." geschrieben: Die Berathung des Verfassuugscntwurfcs in der gestrigen Sitzung der Cortes hat, wie Sie bereits durch den Telegraphen wissen, uutcr den äußerst ungünstigsten Anspicieu einer Ablehnung des vom Ministerium zum König anserlcsenen Dom Fernando von Portugal begonnen, uud dieLage ist dadurch cinc sehr kritische geworden. Wie die besten Quellen versichern, ist Salnstiauo Olozaga der vcrautluortlichc Urheber derscl-ben. Vor ungefähr sechs Wochen war es — darau tann kein Zweifel fein — Serrano und Topcte gclnngcu die Sympathien ihrer sämmtlichen Eollcgcn, anch die Prim's, für dcu Herzog von Monipcnsicr zu gcwiuncu, dcsscu Aussichten damals so gut staudcu, daß der französische Botschafter, Hr. Mercicr dc kostende, von seiner ülicl gestimmten Vtcgicrung abberufen wurde, ^tuu ist aber Olozaga ciu crbittcrtcrGegucr MonlpcnsicrS, der, wiccrzählt wird, es versäumt habe, jenen cilclu lind empfindlichen Aiauu durch Schmeicheleien zu gcwinucu; außerdem hatte Olozaga während seines Aufenthaltes iu Paris dem Kaiser der Franzose« wiederholt und hoch versichert: der Herzog wcrdc nie König vou Spauicu werden, und die Wahl ^ösclvcn wäre also für ihn cinc persönliche Niederlage gewesen. Als er nun hierher tam, begann er eiu eifriges Nänkcspicl zn dem Zwecke, die Minister wieder der Montpcnsicr'schcn Eandidatnr abwendig zn machen, in-^lu er den übelu Eiildruck, welchen dieselbe im Tuilericu-^ofc mache, betonte uud sogar stark übertrieb, und er er» dichte auch vollkommen seine Absicht. Sagasla, Rui; Horrilla, Priui, die sich jcucr Eandidalur nur so zn saneu nolhgcdrnngcu zugewandt hatten, fielen leicht wieder von ihr ab. Olozaga fclbst war früher ciu För-bcrer der Eandidalur des Herzogs v. Aosla gewesen; da ^csclbe aber weder bei der Presse noch bei der Nation irgend wclchcu Auklaug gefunden, so gab er fic auf uud wandte sich dem König Fernando zu, nach seiner Rück-kchr hier, der Wahrheit gemäß, aussagend, daß Napoleon 9en.cn die Wahl dieses Fürsten tciuc Einweuduugcn zu "lachen habe. In dem am Z abgehaltenen Ä^inisterralh wurde nuu beschlossen, die Krone Dom Fcrdiuaud auzu-U'agcu, und Olozaga erbot sich, zu diesem Behuf selbst un der Spitze ciucr Eommissiou uach Lissabon zn gehen. Kaum waren jedoch die ersten Berichte über diese Vorgänge nach Lissabon gelangt, al^ sich dort ein entschiedener Widerstand der öffentlichen Meinung gegen ein solches Vorhaben kund gab, iu welchem diese dcu Au« fang zu der unbeliebten iberischen Union erblickte. Die portugiesischen Zeitnngen kündigten an, oah dieser Eommissiou ein sehr uufreuudlichcr Empfang bereitet werden tönnc, aber mehr uoch als dies: Ferdinand selbst richtete sofort an den hiesigen Gesandten ein Telegramm. welches dieser oeu Ministern und Herrn Olozaga mittheilte, des Inhalts: daß er fest entschlossen sei die Krone nicht anzunehmen. Oesterreich. Mien, 15. April. (Das Abgeordnetenhaus) erledigte das Giundstcncrgcsctz bis zum §7.— Se. Maj. der Kaiser vc>luh dein General Grafen Sonnaz das Großkrenz dcs Leopoldordens und dcu italienischen Ordoimauz - Officicren Eigalla und Ricnzi das Ritleikmiz des Lcouoldsoidcns. Trieft, 15. April. (Bei der gestrigen St a d lrath s fi tzu u g) apvrobilte man die städtischen Wahlen nnd von fünf im Territorium die Nabcraois; andere fünf wurden cuinnllirt. Der Stadtrath beschloß seine Conslituirung vor den Ergänzungswahlen. Aus dem krainischcn Lchrcrvcrcinc. Der bei der ersten Hauptversammlung des Lehrcr-vereius bckaunlgcgcbcuc uud nuu im „Ucit. Tov." vom 15. d. M. veröffentlichte Erlaß der k. k. Landesregierung an das Eomitü der ersten allgemeinen Versammlung der Voltsschullchrcr Krains lautet wörtlich: „Die vom Comite unterm 25. Oct. v. I. anher-gelcitcten Beschlüsse der ersten allgemeinen Versammlung der Voltsschullehrer Krains wurden dem hohen Ministerium für Cultus und Unterricht mit dein Beifügen bcrichtlich vorgelegt, daß die vor allein beschlossene Gründung eines Lchrervcreines für Kram, der sich den geistigen uud materiellen Fortschritt der Lehrer uud die allseitige Forderung des hicrlandigcu Voltsschulwesenö zur Aufgabe gestellt hat, genehmigt worden sei. Dasselbe hat nun mit Erlaß vom 25. v. M. Z. 11.458 hierher eröffnet, daß es von diesem crwüuschtcu uud ohuc Zweifel auch hosfunngsreicheu UMcrnehmeu der Kramer Voltsschullehrer mit Befriedigung Akt nimmt, und gleichzeitig Nachstehendes bemerkt: Betreffend das Ansuchen um Wiedcrgestattung vou Prämien au Volksschulen, tauu vou der in deu hicrorngen Erlasse vom 16. April 1^08 Z. 2425 ausgesprochenen Bestim-muug uicht abgegangen werden. Dem Antrage wegen Aiisuahme dcö Unterrichtes im Violinspiele uuter die obligaten Lchrgegeustände der Laibacher Lehrerbildungsanstalt wird, um den Lehrern die Erlhciluug deö Gesauguuter-richlcö iu der Voltsschule zu erleichtern, Iolgc gegeben. Ilidem die Lchrerversalllulluug die Herstellung eines Lehrbuches der Laudwirthschaft als wiillschenSlvcrth bezeichnet, welches dem hehrer sowohl als dem Schüler dicueu würde, hat dieselbe dadurch zugleich aucrlaunt, daß die iu dem slovenischeu Lesebuche für die WicdcrholuugSschuleu enthaltene Abtheilung über Laudwirlhschaft uicht auSreicheud sei. Daö Miuisterwm hat bereits auch, zuletzt im Erlasse vom 16. Dec. 18»!6 Z. 10.WU sciuc Bereitwilligkeit, ein neues Lehrbuch der Laudwirthschaft iu sloveuischer Sprache herstcllcu zll lassen, kuud gegeben, worauf demsclbcu auch dereitS Auträge iu diesem Gegenstände vou hier erstattet worden sind. UcberdicS sollen die „Landwirthschaftlicheu Tafeln von Hartiuger uud Sohlt" auch iu slovcuischer Ausgabe erscheinen, und es wird, wic mau veruimmt, uu- ^bildct hat uud bei größcrem Absatz auch billigere ^aare liefern köuute. Von dicscr kleinen vaterländisch induslricllcu Ab-schwcifung zurücktehrcud, müffcu wir cttlärcu, daß wir 'uit dem Thema der Liebhabereien uoch uicht zu Eudc '"'b. Vielmehr habcu wir noch vou eiucr Mode zu ^n. ,^it welcher wir cigcullich galautcrwcise hätten ^,6lnncn füllen, denn es ist cinc Damcumooc. Sie lasten kaum errathen, was ich mciuc, ich übcrraschc ^e vielleicht, wcuu ich als cinc solche Damenliebhaderci .^ — „Coinödic spielen" bezeichne. Nicht das im , blichen Leben soudcru auf der Bühne. Das augc-""cuc Talent ist ja da. Kokettircu, tüsseu, Licbc schwö- ^' Warum sollte das auf den Brettern uicht gelingen? "proben" siud ja vielleicht hinter dcu Eoulisscn gemacht "dcu. Nachdem Frl. P. Schaumburg zucr,! mit . "^ in Dilcttautcutrciscu wirtlich seltenen Uubcsaugcu-/>"! dicsc wcltbcdcutcudcu Bretter bctrctcu, und die st^ lchou dnrch die Anmuth ihrer Erschciuuug bc- "^n, hören wir Namcu auf Namcu aufzählcu vou to.,?"' hübschen Knustnovizcn, welche es uicht erwarten ei,'',"'' 'l)"n ersten Flug uutcr den schützenden Fittigen sollm ^^lthätigtcitsvorstcllung zn machen. Heute opf Vaucrufeld's „Bckcuutnissc" durch die auf-Dil ! Gefälligkeit ciucs kleinen, aber gcwähltcu Der . '/"'^"iscs, ^>r Aufführung gebracht werden Ei l l)MMa.k Zweck — die eine ssälftc der reinen rii,e sj ! '^ ^'^' das Elisabcth-Kindcrspital bestimmt — des 5 .""'^ Gnbc am Geburtstage Sr. taiscrl. Hoheit dersorn l"mzcn ^"dolf, die andere für den Krankcn-"""8ö- und Unterstiltzungsverciu, ein im Stillcu segensreich wirtendcö Institut. Die Wahl des Stückes ist glücklich. Es ist das EouversationSlustspiel, der ungezwungene und doch feine Ton der gebildeten Gesellschaft, beseelt durch Eleganz nnd Humor, was uus BaucrnfcldS geistreiche Feder bietet. Arm au scenischer Handlung, wissen seine Stücke doch dnrch die heiteren Schlaglichter dcö GcistcS, durch die glückliche Eharatte-rislit nnd LebenSwahrhcit, durch die consequcntc psychologische Eutwicklun,, zu ftsselu. Wir dürfen daher, in der Erluartnng ciucr geruudetcu nud von unglücklicheu Zwischcnsällen, wic die letzte, freien Darstellung, einem angcnchmcu Thcatcrabcud — lauge culwöhutes Ncccu-sentcuschlagwort! — cutgcgenschen. An dem zahlreichen Besuche zwcifclu wir nicht, da schou gestern starke Nachfrage nach Plätzen herrschte, daher wir nur uoch die Besetzung hier mittheilen wollen: Kommcrzienrath Hermann: 5Wr K. S. Till; Julie, seine Tochter: Frl. Hermine °S ch ö p p l; Baron Zmuburg: Herr Alb. Valcuta; Barou Adolf Zinnburg, dcsfen Neffe: Herr Fcrd. Ma hr Mi.; Auua Lin-dcu, ciuc junge Witwe: Frl. Louise Schmidts; Assessor Bitter: Herr Adolf Vcrgmauu; Waldmaun: Herr Josef Wehr; Kammcrmädchcu der Frau von Linden : Frl. Karolinc Ander. Die Mitwirkung bereits erprobter schauspielerischer Kräfte nud die unter der Leitung des bravcu Künstlers Hcrrn Schmidts auf das Eiustudircn verwendete Sorgfalt vermindern das Wag-uiß einer Dilctlantcuvorstellnng bedeutend, und wir rufen daher dcu gcchrtcu Darstellern im Voraus eiu freundliches „GM'anf!" zu. tcr Vermittlung der laudwirthschaftlichen Gesellschaft für ^rain bereits au dieser Ucbcrsctzuug gearbeitet. Bei Her-stellllug des in Rede stehenden Lehrbuches dürften )iese Tafeln nicht außer Acht bleibell, da sie mehr llnd mehr Eingang in dic Volksschulen findeu nnd durch gelungene Illustrationen den Unterricht erleichtern. — Auch die Herausgabe eines gewerblichen Lehrbuches würde daö Ministerium gerne unterstützen, doch ist in dieser Beziehung die Entwcrfnng ciuck dctaillirteu Programms nöthig, nm die Ausarbeitung darnach vornehmen zn lassen. DaS Eomitö wolle demnach vor allem anf die Verfassung cineö solchen Programms, wobei selbstverständlich die im Lande üblichen Gewerbe vor allem im Auge zu behalten sind, hinarbeiten lind das Elaborat sodann behufs weiterer Vorlage hiehcr leiten. Nas endlich den Antrag der Lehrervcrsammluug wegen der Verbesserung der materiellen Lage der Voltsschullehrer aubelaugt, erklärt das besagte hohe Miuisterium, daß eö diesem Gegcustaudc seine gauze Aufmerksamkeit zuwende, daß aber dieselbe nnr auf dem Wege der Laudcsgcsetzge-bling die erwünschte Erledigung wird finden könueu. An die Abfassung einer bezüglichen LandtagSvorlage wird nach erfolgter Feststellung der Grundsätze über das Volköschul-wcsen geschritten wcrocu. Hievon setze ich das Comitu mit dem Beisatze in die Kcuutuiß, daß ich bezüglich der Erthcilnng deö Unterrichtes im Violinspicle an der hiesigen LehrcrbildnugSaustalt gegen eine cmgemessene Reiuuueriruug lütter einem das Geeignete veranlasse. Laibach, am 14. März 1869. Conrad." Iu der am 8. d. M. abgehaltenen Ausschußsitzung wurde über die in der Hauptversammlung eingebrachten. Anträge Berathung gepflogen uud unter audcrm die Ausführung und Eutwcrfuug eines Programms für das obbc-sagtc gewerbliche Lehrbuch besprochen und die Vorarbeiten dem Lehrer TomSic zugewiesen. Der Obmauu dcS Ausschusses sprach ferner über die Aufgabe des Vercius, welcher zuuäckst die Bildung der Lehrer uud insbesondere die der La ndsch u llchr er zu fördern habe und überhaupt dcu Vodcn schaffen müsse, aus welchem dem Volksschullchrer neues Lcbcu emporwachsen wird. Zur Erreichung dieses Zweckes sollen im Vereine zeitweise anch Vortrage über Pädagogische Fragen uud Gegen' stände in wissenschaftlicher und populärer Form uud Veröffentlichung derselben durch den Drnck dienen, welche nicht nur zur Fortbildung des Lehrcrstandcs, sondern auch dem Lehrer nach außen hin Achtnng verschaffen müßten. Nach längerer Debatte wurde beschlossen: ES sollen Einladnngcn an Mitglieder ergehen uud gute Kräfte für solche wissenschaftliche Abhandluugcn gcmouucn werden. Die Redner follcn ihre Abhandlungen schriftlich an dcu AnSschnß schicken, welcher sodann cinc derartige wissenschaftliche Versammlung mit dcr Feststellung des Programms bestimmen wird. Die Vortrage können beliebig in der slovcuischcn oder deutschen Sprache stattfinden, denn cinc Trennung dcr Lehrer bloS um dcr Sprache willcu, taun dcr Verein uicht billigen. Die uulcugbarc Gemeinsamkeit dcr Interessen tauu iu der That nicht dadurch altclirt werden, daß die einen ihre Schüler rciu slovcnisch, die andern sluvcnisch-delitsch oder deutsch unter» richten. Eiuignng also und nicht sogar bei unserm jungeu Lehrcrvcrciuc Zcrspliltcruug! ^.. 1>. ZU5 brr HalAlsklUNlncr. Iu der Sitzuug vom tt. d. M. theilte der Prcisi-dcut mit, daß die Traciruugsavbcileu sammt dem Dctail-projeclc für eine Locomotiueiscnbahn Laibach-Earlstadt eveutucll IosefSthal bereits vom EiscubahuconM dem Handelsministerium überreicht wordcu seien. Ferner stellte er zwci DriuglichkcitSanträgc. ErstcnS: „Es sei rücksichtlich der Zustauocbringuug dcr Eisenbahn Laibach-Earlstadt eventuell Ioscföthlil an das hohe Abgcordneteu-hans cinc Petition mit dcr Bitte zn richten: das hohe AbgcordncteuhanS geruhe die Eisenbahnlinie von Laibach nach Earlstadt eventuell IosefSthal zur Verbindung der Rudolfs- nnd Tüdbahn mit dcu croatischcu, ungarischen und dalmatinischen Linien in daS diesbezügliche, von Sr. Excellenz dem Herrn HaudclSministcr v. Plcner dein hohcu Abgcordnctcnhalise vorgelegte Eiscubahugcsetz uutcr die ulit dcr erforderlichen StaatSgarantic zunächst auSzu-baucudcu Eiscl>bahuliuieu aufzuuchmcn." Dcr zweite Antrag geht dahin: die löbliche HandclS-nnd Ocwcrbctammcr wolle an die hohe k. k. Regierung die ergebenste Bitte stellen, daß das diesbezügliche ^>ftc-cialgesctz noch in laufender Saison dein hohen Reichs-rathe vorgelegt werden möge. Diese beiden Anträge des Hcrrn Präsidenten Suftan wurden vou dcr Kammer ciustimiuig augcnommcu. I o c a l e s. — (Die Statuten der train ischen Garte n bange sells ch a f t) siud vou dcr k. t. Landesregierung, wohin sie von dem mit dcreu Abfassung ve-tvantcn Eoinilö im Sinne deS tz 7 dcS Vercinsaesetzcs geleitet wurden, mit der Bemerkung erlediget worden daß der Verein nach dem gedachten Gesetze nicht untersagt sei. Demzufolge findet die Geucralversammluug deS Vcrciueö am nächsteu Couutag dcu 18. April im Nathhanssaale um 10 Uhr statt. Aus der Tagcöorduuug stehen: 1) 628 Die Berathung und ^ definitive Beschlußfassung über deu Statuteneutwurf; 2) die Constituiruug der Gesellschaft und die Wahl des Ausschusses bestehend aus dein Obmann, dem Secretär, dem Cassicr nnd 4 Ausschußmitgliedern. Bei der Wichtigkeit des Gegenstandes werden die Gründer und Mitglieder ersucht, sich möglichst vollzählig einzusinden. — (Mili tärvcränd c r u n g c n) in der Feldgeistlichen-Branche: Znm Militärcurat I.Classe wurde cruanut der Feldcaplau 2. Classe Joseph Samejz in seiner gegenwärtigen Austelluug beim Garuisonsspitale zu ^ailiach, — (Die Laibacher Mnsikcapclle) hat abermals einen Schritt vorwärts gethan, indem sie seit Kurzem anch Harm onicmu sik ausübt. Vom 20. d. angefangen wird unentgeltlich Unterricht in Streich- und Älasin-strumcnten für Jünglinge, die zur Capelle eintreten wollen, ertheilt. Anch unterrichten drei Conservatoristcn anö der Capellc gegen mäßiges Honorar in Streich- und Blasin-strnmcntcn, Klavier- und Zitherspiel. Näheres bei Herrn Capellmeister Wahl im Coliseum. — (Ueber das Fest zu Ehren Auastasius Grüns) wird der „N. Fr. Pr." aus Graz berichtet: Am Sonntag (11. d.) feierten in Graz Graf Anton Auerö-perg uud feine Gcmali» ihren gemeinsamen Geburtstag. Gräfin Schönfcld — Louise Neumann —> veranstaltete anl Borabende dem Dichter zu Ehren eine Festlichkeit, dereu Mittelpunkt ein von Roderick) Anschntz gedichtetes Festspiel bildete. Das Festspicl von N oder ich Anschüh bringt vier Personen auf die Scene. Zwei Krämer Kinder, Knabe und Mädchen, suchen im Schutt; sie finden Perlen und wollen sich selber damit schmücken. Da erscheint der Genius der Poesie und uimmt die Perlen für seinen Liebling, den letzten Ritter, in Ansprnch, welchem er mit den Perlen den Lorbeer überreicht. Die kleine Allegorie ist reich an poetischen Schönheiten nnd hat hübsche, geistreiche Pointen, und mau tanu sich vorstellen, vou welch ergreifender Wirkung sie war, da vier Kinder sie darstellten: ein Sohn der Gräfin Schönfeld uud eine Nichte des Grafen Auerspcrg crfchiencn als Krainer Kinder, die zehnjährige Tochter der Gräfin Schönfeld war der Genius der Poesie, der zehnjährige Sohn des Grafen Aucrspcrg — der letzte Nitter, nnd hinter der Scene stand, die einst Louise Neumanu hieß, als Regisseur. Als der Genius dem letzten Ritter zurief: Wozu erflehst du meinen Segen, Dn, Liebling, den ich laugst geweiht? Vliil't nicht'das Glück auf deinen Wegen? Rnht nicht auf dir Unsterblichkeit? Die krcinze, die wie Wunden brennen, , Versengten deine Scheitel nicht, Du bliebst mit freudige». Erlenneu In Lied und That ein Held der Pflicht. Und wie dn That nnd Lied verwoben, So zier dich Perl' nnd Immergrün! So viele Perlen hier erglänzen, So viele Tugenden sind dein, Und deine edle Stirne Iränzen Tie Kunst, das Vebcn, im Verein Der Aliihm, die 5'ieb' znm Vaterlande, Des Geistes Adel, Bürgersinn, Die trcne Pflege zarler Bande, Wem hat ein Gott je mehr verlieh'n? Fort streite für das Schöne, Äicchte, , Und rastlos fainmle Reis nin Ncis, Und von Geschlechte zn Geschleckte Erklinge deines Namens Preis! stimmte die kleine Fcstversammlnng in diese Huldignng ein, die ihr Echo — deß sind wir sicher — im weiten Reiche findet. Als eine Probe der sinnigen Weife, wie Anschütz dem Dichter gegenüber seiue Aufgabe erfaßte, zitircu wir, daß er die Frage der Kinder, was deuu Poesie sei, vom Genius mit den Versen Anastasins Grüns selber beantwortete : Zwei Wanderer zogen hinans znm Thor, / Znr herrlichen Alpenwrlt empor. Der Eine zog, wcil's Mode jnst, Den Andern'trieb der Drang der Brust. Und als daheim nun wieder die Zwei, Da rückt die ganze Sippe herbei, Da wirbelt's von Fragen ohne Zahl: „Was habt ihr gcsch'n? Erzählt einmal!" _______ Der Eine d'ranf mit Gähnen spricht: „Was wir geseh'u? Viel Rares nicht! Äch, Aänme, Wiesen, Bach und Hain, Und blauen Hinnncl nnd Sonnenschein!" Der And'rc lächelnd dasselbe spricht, Doch lcuchteudeu Aug's, mit verklärtem Gesicht: „Ach Bäume, Wieselt, Bach nnd Hain, Und blauen Himmel und Sonnenschein!" Zum Schlüsse des Blattes erhalten wir dic amtliche Mittheilung, daß Sc. l. und k. apostolische Majestät mit allerhöchster Entschließung vom 15. April d. I. die Wahl des Hof- und Gcrichtsadoocalen Dr. Josef Suppan zum Äürgmueistcr der Landeshauptstadt Laibach allergliädigst zn bestätigen geruht habcu. Neueste Post. Wien, 15. April. Dic „N. F. P." mcldct, daß die vou einigen Provinzialblatteru gebrachte Nachricht vou einer Caudidatur dcö FML. Mocring für dic Ministcrpi'äsidciitschaft ohuc jeden thatsächlichen Grund ist. Zugleich wird ihr berichtet, daß dic galizischcn Meldungen über Zerklüftungen im Ministerium wegen dcr polnischen Resolution lendcuziösc Erfindungen sind. Das Ministerium hat gar keinen Anlaß gehabt, dic galizischc Resolution nochmals zum Äcralhungsgcgcn' flaudc zu machen, nachdem cs übcr dicsclbc sciuc Meinung im VerfafsungS-Ausschnfsc abgegeben hat, dcr übrigens nnr deshalb hcutc Abcudö gestört war. dic beabsichtigte Sitzung zu haltcu, wcil dic Minister bciin Reichskanzler znm Diner geladen waren, das dicscr hcutc zn Ehren dcs italienischen Generals Sonnaz gab. Prag, 15. April. (N. Fr. Pr.) Das juridische Doctore» Collegium hat hcnlc auf Anttag Grcgr's cm« stimmig folgenden Äcschlnß gefaßt: Das Collegium sichl in dcr Al'scndnng dcr Adrcssc im Namcn dcr Uni-vcrsität cincn bcdaucrnswcrlhcn Ucdcrgliff und cr-tlärt feierlich, dic Adrcfsc sci nnr dcr Anödllick snb-jcctiucr Gesinnung einiger Scuats - Mitg»dl'r, t^incS-wcgs cinc Manifestation dcr Prager Universität. Das Collegium beschließt, gegen dcn Vcschcid nnd dcn Bor gang dcS Scnats, welcher sich wilMnlich ein 9tcchl vindicirl, ohne Zustimmuug dcr Eollcgicn Beschlüsse zu fasscn, wclchc daS Interesse dcr FacnltätSniilglicdcr bc-rnhrcn, nnd sich erlaubt, grgcn legal erhobcnc Proteste im Xiamen dcr Universität öffentliche Manifestationen zn crlasscn, sich mit cincr Beschwerde an das Ministerium zn wcnden. Den preußischen Grenzbewohnern wnrde strenge verboten, ihre Kinder in österreichische Grcnzschnlcn zn schicken. Pest, 15. April. (N. Fr. P.) Se. Majestät dcr Kaiscr kchrt am 18. d. nach Ofcn zurück; am 25. d. findet in Gegenwart des Monarchen dic Enthüllung dcS Palatin-Ioseph-MonnmcntcS statt. Untcr-TtaatSsccrclär Hollau ist scit vorgestern nicht mehr im Eommnnica-tions-Ministcrinm erschicncn; seine Eutlassnug ist wahrscheinlich. Mons, 15. April. (N. Fr. Pr.) In dcn Kchlcn-grnbcn von Borinagc ist cin Arbcitcr-Stritc ansgcbro-chcn. Das Glcichc befürchtet man hinsichtlich dcS AcckcnS von Eharlcroi. Es sind Truppen nach den bedrohten Pnnttcn abgegangen. Telegraphische ÄUechselcourse vom 10 April. 5vere. MetaNiqucS 01.60. — kpcrc. Mctalliques mit Mai- uud November-Zinsen 01,00, — 5vrrcNati0nal-Anlehen 09.50. — I860« Staatöaulelien 101. — Nautaetlri, 7^5. — Creditamcn 287. -London 124,05.— Silber 121.75. — K. l Ducateu 5,84 Handel und Wolkswirlhschaj'tliches. Verlosnnss. Bei der am 15, d. M. vorgenommenen 25). Verlosung der Serien nnd Nummern der Prämienscheinc des un-uerziuiilichl'N Pmmicn-Aülcheuö vom Jahre 180! haben sich nach-slchnide Resnltale ergebe», und zwar wurden nachfolgende «Serien gezogen: Nr. 368 000 905 1508 l582 175»? 2811 uud 2847. AnS den obigen verlosten 8 Serien wnrdm nachstehende 60 Nmu-mern mit dcn nebeuzeichncten größeren Treffern in österreichischer Währung gczugen, liild zu'ar siel dcrHaupttreffer lnit 22<>.i>l><> fl. auf Scr. 9l,5 Nr. 79; dcr zweite Treffer mit l5.<><»<> fl. auf Ser. 1508 Nr. 91; nnd dcr dritte Treffer mit l0.000 fl. auf Ser. 1757 Nr 3. Ferner gewinnen je 30UN fl.: S. 368 Nr, 22 72 und S. 600 Nr. 77; je 2000 fl : S, 1582 Nr. 11, S 2811 Nr. 64 und S.2817 Nr. 45; je 1000 fl : S. 308 Nr. 15 33, S. 905 Nr. 01, S. 15U8 Nr. 18 nnd S, 2811 Nr. 22 71 ; je500fl.: S. 308 Nr. 34 4« 01, S 006 Nr 14 71, S. 905 Nr c-sonderö anfgefilhl'tl'tt 740 Onviini-Nluninern der Präinicnscheine einfällt dcr geringste Gewinnst vou je 155» sl. Oc, W. Verstorbene. Den 9, April. Peter Wolfsgrnber, Institutsarmer, alt 06 Jahre, im Versorgungshausc Nr. 5 an dcr ^nngcnsncht. Dcn 10, April, Dem hochwohlgcborncn Herrn Claudius Conle Äiarclietti, l. k. Steucramtsbcamteii, sein erstgeborncs Zwil liugsliud Fauny, alt 0 Muuate, in der Stadt Nr.'i84 an Frai sen — Herr Gregor Sanct, Hansdesitzer nud Kleidermachcr, alt 59 Jahre, ill der Stadt Nr. 105 au der ^ähmnng der Unter leib^eingeweidc. — Dem Herrn Andreas Knmp, t/l, Gerichts dieuer, sein Kind Maria, alt 10 Monate, in der Stadt Nr. 111 am Lungenödem. Den II. April. Dcm wohfgeborncn Herrn Karl Nitter u. Finctti, l k. Obcrlicntcnant iln 79. Infanterie Nrgimente, sein itiiid männlichen Geschlechtes, nothgetanft, in der Kapnzincrvor' stadt Nr. 23, todtgeborcn in ssolge schivcrer Gebnrt. Dcn 12. April. Fran Barbara Mocnik, Wirthschaftslei-tcrsgaltiil, alt 40 Jahre, im Civilspilal an dcr Gchirnlä'hmnng. — Ursula Kovac, Köchin, alt 70 Jahre, in der Stadt Nr. 2«4 au dcr Eutlräftnng. — Herr Blas Mohorc, k. k, Poslamtsdiencr, alt 03 Jahre, in dcr St. Prtcrsvorstadt Nr, 113 an der Ärüsv Wassersucht.- Dem Paul Slavina, Taglöhncr, sein ötindIoliann, alt 11 Monate, im Eüsabelhlindcrsftit'al am i.'nngcnödcm nach iVtasern. — Dem Josef Selan, Halbhübler, sein Kmd Agnes, alt 2 Monalc, am Moorgruudc Nr. 18 au Fraisen. Dcu 13. April. Matthäus Pcvöet, Kranlcnwärter in Pcnsion, alt 78 Jahre, im Civilspital, nnd Fran Maria Autouia Schcmerl, t. l. Hanplmanuswitwc, alt 88 Jahre, in dcr Stadt Nr. 187, beide an Altersschwache. — Frau Margarctha Wcz, Gastgcberswilwe, alt 52 Jahre, in der Gradisckavorstadt Nr. 45 an der ^nugenlalmmng. — Maria Sirccl, Taglöhncrswcib, alt 30 Jahre, im Civilspital an der ^uugentnvcrculose. Den 14. April. Dem Herrn Johann Schneider, Con-dncteur, seine Gattin Maria, alt 25 Jahre, in der St. Peters Vorstadt Nr. 87 an der Perforation des wlirmsörmigeu Anhangs. ^- Dcr Frau Helena Schuntar, Näherin, ihr Sohn Frlir, alt l0 Jahre, in dcr Stadt Nr. 41 an der Bancl'fellcntzündung. -^ Georg Pucl, Kaischler, alt 57 Jahre, im Civilspital an Cr< schöpfnng der Kräfte. MellnrosaMs,e VeoNachllin^ül ill LmtwlH- Z Z3Z! S 3 « ^«K '« Ü. illll' ! 324 3>, '-^8« SW.schwach trilb^ !"^ 10 2 „ N.' , 323.,,. .j-11.4 SW. mäßig Regen „7'" 10 .. Nd. ' 322.14 -l- 9.U ,SW. schwach trilbe ^ -'" Tagübrr dich! geschlossene Woltendccke, Ncichmitlag Strichregen. Das Tageöm'itlel der Wärme -j- 9 7", um 2'3"'illicr drin Normale. Veranlworllichcr Nedactcur: Ignaz v. K l e i n m a y r. » Danksagung. » « Allen Frennden nnd Bekannten, welche meine « M theuere verblichene Mütter zn ihrer letzten Nnhestätle ^ W beglciletcn, erstatte ich hiemil mrinen inuigsi tiefgefühlt ^ W ten Danl. ^ W Laibach, am I«!, April 1809. W W Nikolaus Schcmerl, W M (851) l. l. jnb. Iugenicnr. W ^" «' l '^,4 Wien 15 April Fonds uud Aclirn wnrdcn billiger cmögcbulcn, doch bcschränktcu sich die Rückgänge vorzugsweise auf Loögattungcu nud auf Papiere der letzten Eüüs-OlllftlllltllUjI. sioneu." Dcviscn uud Valuten schlössen flauer zn haben^ Geld^miudcr flüssig. Geschäft lebhaft. Hlllaemeine Z5taatsscholl». Filr 100 fl. Geld Waare Einheitliche Staatöschnld zn 5 p(5t.: ii> Noleu verzinn!, Mni-November >.2k. 5...7,. MitVerlos, v.J. 1839 202.- 203.- MilVerlo,.vI.!854 zu 250 ft. . . „4 „ 9^50 9 Napoleouöd'or . . !) „ 80 „ 9 „ 87 " Rufs. Imperial« ...„_„ ^ „ - " Verciusthaler . . 1 „ 8i;„ 1 ,. ^ " Silber . . 1«>1 „ 25 „ 12 l „ >^'0 " Krainische Grundcntlastuugö-Obligationen, P^^ vatuolirung: 66,50 Geld, 90 Waare