^ ^ b a ch e r W o ch e n b l en über eine Million kostete - wnn wäre dieß wohl un-b kannc'/ Zil den kolossalen F^n, wclche damals einander gleichsam drängten , und welche in großen und kleinen Schriften oft und g'nau genug beschrieben sind, gehörte auch die offcne Tafel von 30,000 Gästen, welche den 26. Juni geilten ward. V,'kanut ist es nemluh, daß sur die ganze Armee iu zwei ungeheuren ilmen vor der Lagerfronte auf lauter neuen Tischblättern gedeckt war -bekannt, daß vor jedem Regiments an Pfählen gebratene Och enviertcl hingen, und an andern Pfaylen die Häute der geschlachteten O^ftn mit darauf befestigten Köpfen ausgespannt waren , welkes, wie ein neuerer Schriftsteller sich ausdruckt, eine recht ochsenmäßige Perspektive gab — bekannt ist es, daß das Destrt dieser ko-lossalenMahlzeitein 14 Eilcn langer Kochen bildete, welcher, unter Direktion desOber-landbaumeisters , von einem Zmimermann mit einem Z Ellen langen M.'s^v zerschnitten werden mußte - wcniq bekannt aber dürste wohl der ganz eigene Tollere Luxus seyn , welcher bei dieserMahlzeit herrftlUe. Wenigstens hat Schreiber dieses nirgends eine gedruckte Notiz davon gefunden. Iedcr Soldat e: hielt nnnlich einen neuen hölzernen Teller , mit eingebrannten, auf die Lagerzc-t sich beziehenden Verzierungen und Inschriften. Alls diese 30,000 Teller aber mußten die militärischen G.-sts, nach aufgehobener Tafel, von einem Offizier angeführt, auf ein Tempo, in die Elbe werfen. Das gab für einige Minuten einen ganz eigenen Anblick, denn der Strom war wie beläet von Tellern, die nun allmäh-lig fortschwammen. Der Einfall aber, auf solche 3lrt in allen Elbstädten, ja wohl gar in den fernsten Gegenden der E^de Kunde zu geben von d:m großen Campement bei Inthcün -— war in der That originell, und dürste ein ähnlicher schwerlich historisch auszuweisen seyn. Hie und da sindet man dergleichen Teller noch in Familien als Rarität aufgehoben. Ein Beweis, daß.also wohl nicht alle Soldaten das Tcllerkommando befolgt haben mögcn. ..... Heilkunde. Neues und einfaches Mittel, welches «n Ungarn mit Erfolg a/gm die Viehseuche angewendet wird. In Ungarn herrscht die Seuche unter dem Rmdvich fast chns Aufhören, bal) in diesem, bald in jenem Bezirks, und richtet schreckliche Verheerungen daselbst an. Mall hat aber neuerlich ein Mittel dagegen entdeckt, welches sehr schnell und sicher wirkt. Der Graf von Dujsy hiclt sich gerade zu einer Z-it in Ungarn auf, wo die Seuche sehr heftig wüthete, und war Icugevon der Anwendung und Wirksamkett dieses Mittels,, bei eincm äusserst k'-anken und schon verloren gegebenen Stück Vich, w-lchcs den Tag nachher sein: völlige Munterkeit und Fveßsnst wieder crhal-tcn hatte. -.Von diesem ' ugenblick an wurden all^ angesteckten Thiere aus dem G'.undö geheilt, und kein einziges starb mehr. Dieses Mittel wurde durch Cohr, l^hkrarzt in Stuhl-Weiss^nbnvg in Ungarn entdeckt, und der erste Vnsuch damit ai,tf den Gütern des Barons von Bereny gemacht. Es ist folgendes: Man lnmmt Visrhcfen (lövgjn Ne l?c^), verdünnt sie so weit mit Bier, daß man sis mit Löffeln schöpfen kann. Sechs Eßlöffel davon thut man in einen Schoppen (eine halbe Dresdner Kanne) Bier, und gießt cs dem kranken Thiere ein. Dieß geschieht dreimahl des Tages, und bessert es sich nicht, so wiederholt man es auch am fol-gcndsn Tage. Das U^bel weicht gewöhnlich schon am ersten Tage und dann gibt man am folgenden Tags nur zwei, und in der Folge nur einen Schoppen täglich. Der Graf von Bussy versichert, daß, so oft er dio Amvcnonng dieses Mittels gesehen habe, die heilsame Wirkung davon schon am evstm Tage sichtbar geworden Erfindung. Ein Pariser Künstler hat folgende wichtige Erßndung gemacht. und darüber bereits, wie man aus der ofs^zielkn Zci-tung sieht, das Brevet erhalten. Er verfertigt ncmlich eins neue Art von Stc:^-bligel, woran sich einc ^at^ne b>singet, die dcm Reiter sowohl zur B^leucbtung des Weges, als auch zum Wavmtzalttn der Fuße dicnt.^— Was dicFranzoscn doch nicht olles ölsinden! Ein auf diese W.'i-ft illunnnirter Kavalierieangriss bei nächtlicher Weile, müßtc ein entzückendes Schauspiel gewähren! Sinnreiche Umschreibung. D?r russische Lieuttnant v Kotzebue erzählt -in ftiner schichte, auf welche 'Wüss 'd:e F anzo-sen, der deutschen Sprache unkundig, angeblich in Küstrm, mit ihrem Wirthe sich zu verständigen pflegten. "F^b Sie mich das kicme Vögel, das nit fiittect nit flattert, aber kraucht lil>uc-'»um< nr, und l<^^< wicd im Kochtops" (Das sollte ein Kr^bs seyn) — „Kcb Sie mich ein lang Maschin, hinten r- n.j, vorne spitz, wenn man das Masckin pressn, mach es paff! und komm heraus sicb-n Pcrson " (Das sollte eins Erbsen schott styn.) Geitzige sind harthörig. E'm gutmüthiger Mann forderte in einer GcscUscho.fr die Anwesenden zn einem Beidaqe für eine Hülfsbsdürftige Familie auf. Es war eben ein Herr zugegen, denkein Mensch weqen seiner Wohlthätigkeit rühmte, und diesem schrie er das, was er zuvor der Gesellschaft nur leise gesagt hatte, nock ein Mahl und sehr laut ins Ohr. „Wozu. setzen sie ihre Lunge in solche Unkosten ?" .sagte dieser mit einigem Verdruß«'. „Verzeihen Sie, war di^ Antwort; ich that es, well sie Sie bei solchen Gelegenheiten gemeiniglich ein bischen taub sind." Königlich belohnte Artigkeit gegen eine Dame Azolini war noch Knabe lind Zögling des Clementinischen Kollegiums in Rom, und befand sich eben vor der Ludwlgs-kirche, als die Königin Chnstina von Schweden vorfuhr, und wcgen des schmutzigen Wttters in Verlegenheit war, aufzusteigen. Der Knabc nahm den seidenen Mantel von der Schulter, «no brntete ihn vor der Kömgin auf den Boden aus. S s sprang aus dem Wagm, umarmte den lieblichen Knaben uno verfpracn, sich stiller zu erinnern. Sie hielt Wort, und half ihm von einer Stufe zur andern, bis er Kardinal ward. Sie trug ihm aucd, ehe sie starb, die Ausfertigung ih.lg beschloß ein Dtta-schilmnt der Garde zu Pferde. Warnungstafel- We leicht es möglich sei, daß von Ermattung erkrankte Soldaten in L^are? thcn unter die Todten "gerathen und le-bendig begraben werden können^ bcweisct folgendes Beispiel der Rettung eines solchen Unglücklichen: Im Monat Januar 1814 mußte der Unteroffizier, Fourier Zaster, vom 2ten ostpreussischen. Infanterieregiment, bei dem damalige« Vordrin-gen der A meen, im Lazareth zu Gießen kcank zurück bleiben. Die Familie, bei der er einqnartirt gewesen war, hatte diesen bvaven, stillen und bescheidenen Krieger lieb gewonnen, und erkundigte sich fteißig nach seinem 2x finden bn dem königl. preussischen Oberchirurgus Hilde, brand. Eines Tages, Morgms um 0 Uhr, meldete dieser sein Absterben Die darüber b?z.'igte Betrübniß dieser guten Menschen bestimmte den, ebenfalls au4 guter Bekanntschaft für den Fourier doppelt sorgsam gowcstncn Arzt^ bei seinem kazarethbcsuch Nachmittags um 3 Uhr, den ganz zugedeckten V^blichenen, welchen man unter die Todten in eine kalte Kammer gclcgt hatte und mit solchen zu beerdigen im B^gnss stand — noch einiger Aufmerksamkeit werth zu halten Es scheint ihm, als ob die Lolche noch nicht ganz kalt sei, uno er versucht daher Kampfer Einreibung'« auf der Brust und am gan^n entbluten Körper, nebst andcm B ^bungsnutttln, l«n) nach 3 Stunden gelingt cs -hm , ssinen gut^n Bekannten w>ede^ ins L b^n zu rufen. Der Erwach-te ginq scbon ml folgenden Monat m:t einem Tcnpp Genesener zu? 'irm^sf yat allen hernach erfolgen G.fechtcn, der erst n Einnahme von Paris am II, Merz T814 in stinom R g mctuc b:igcwohnc, nno ?st mit demselb'N in gegcnwärtlgcm Jahr nach Frankreich — also schon zWl- ma! wieder froh und gesund durch Gießen aezogen Ku zlich sollte zu Co.k sin Soldat vom YZstcn englischen R^ginient begraben wevden. Als die Trager kamen, hörten sie un Sarg einen Lärm; man öffnet den<-ftlbcn, und findet den Mann, der zwei Tage scheintodt gelegen, lebend. Ein neues warnendes Beyspicl ^ gegen zu frühes Beerdigen! Der Ambos und die Vasalleutrcue. Ludwig 4 , Enkel von Ludwig dem Springer, zweiter Landgraf von Thüringen uno H^sen, war gegen ftine Unters thanen sehi,- liebevoll. Aber anders verfuhr er mit den höheren Glänoen. Eiüst keyrte er aufsiner Jag)" boi einem Schnne -de ein und sah ihm bei seiner Arbeit zu. Bei eincm iedcn Schlage auf den Amboß sagte der Schmied: ,,Landgraf, wer-d^ Yart ^ Dut, uno bcdall'Nte, daß der Ort kcine Mamra hätte. Lndwig lic'ß m größter E'.le s.ine Vasallen ansbl.lm, und stellte sie in der schönste Rüstung um die Stadt herum. Dcr ^.nse- gestand, daß er 'wch keine solche Mauern gesehen habe. L:ldw:Z ließ ftine Edcil'uN den E'.d ablegen, dap sie seinen A'.irp?r nach seinem Tnds bis nach Kloster Ncinhardsbcunn, ioMc;lenwelt, aufdem Rücken tragen wollten. Sie thaten es auch wnkli^, weil sie befürchteten , er möchte sich nur todt stellen und ihre Vasallentreue .aufdie Prob? seyen.