Nr. 147. Freitag, 2. Juli 188«. 105. Jahrgang. OMalher Zeitung. VrililumtratlonSpltle: Mit Postve, scod«««: annzMrig «'-'''. halbjährig f>, 7.50 :,m «i^mptoir: l>a>>Uayr!.i fl. ,i, haibjähfi^ 5.^ ^,,, >,^ HusteN»«« i„« Ha«« qanzjahiis, ft, >. — ^nllltlon«aebürl ffü» D>? „i'all'achcl .^eilunn" elllbeinl täglich mi! AuOnnhm'' der yo»n unb fftilft»««. Di« U>«l»lf»laOo» btflodrl f«ch B»bnhl>>ssrahe ,5, di? Medaltio» Wienerstiahe 15», — Unft«nli«rt« Vries« wtsbln «lchl «»ssenvmnien und Vtnüulcrisl? nicht zurilllgesttllt. Umtlicher Hheil. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 14. Juni d. I. dem mit dem Titel und Charakter eines Gencralconsuls bekleideten Consul Joseph Ritter Dworzak von Walden in Patras anlässlich seiner über eigenes Ansuchen erfolgten Verschnng in den bleibenden Ruhestand in Anerkennung seiner vieljährigen trcnen nnd ersprießlichen Dienstlcistnng das Comthurtrcuz des Frauz-Ioseph-Ordcns allergnädigst zu verleihen geruht. Se. k. und t. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchstem Handschreiben vom 2«. Juni d. I. den, Hafen- nnd Seesanitäts-Vicecapitän in Nagnsa, Linien-schlffs-Lientenant erster Classe in der Reserve Alexander Mlllnkovic das Ritterkreuz des Franz - Joseph-Ordens allergnädigst zu verleihen gcrnht. m« A, k. >md k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 27. Iuui d. I. dem Portler am Südbahnhofe in Oraz Leopold Hölzer m Anerkcnnnng seiner vieljährigen treuen nnd belobten Dlcnstleistnng das silberne Verdieustkrcuz allcrgnädigst zn verleihen geruht. ' a u m ^..^ ^ ^^>3^"' ^^ "l"be in der l. l. Hof- lind Staats' ^ ^"'.lF XXXiv. Stück dos Neichsarschblattes. vorläufin blos, Nl deutscher Ausgabe, ansssegcbcn mid versendet. Dasselbe enthält unter Nr. W das Geseh von, 4. Juni 188l; über die tauschweise Ucbcr-lassuna. von unbewesslichen, Staatsrissenthuln in Praq, dann Über die Veräußerung von unbeweglichen, Staatseia.rn< tl)mn ,n Kralau und über die ?lrt der Verwcndnna des betreffenden Erlöses, sowie über dir Verwendnna. des Er-wses für Veräußerte forlisicatorischc Objecte in Praa.; Nr. 10N die Verordnnna. des Ministers für Cnltus und Unter, ncht von, 12. I»ni 188«, betreffend das Schnlgeld an den ^taatsmtttelschnlcn (Gyiunasicn, Rcalschnlen); l0l die Vciorbnnnss der Ministcricn der Finanzen und des Handels von, 27. Iimi i«8«, betreffend die Durchführung i^°o ,«"""'"."' der genannten Ministerien vo,n 32. Mai i«»t, (R. G. Vl. Nr. 7« und Nr. 77) über die »ietorsionö. ^. c«?"1 rnmäüische Waren, ferner der Vrrordnnna von, . . ?". ^^' ^. G. Vl. Nr. 7!) ss. M. Vdul<>lm!6) und sahen den Vorbereitungen zum Feste zn. Hier stampften die Frauen Reis zn Mehl nnd ducken kleine Kuchen lkw^-linch-andere brieten einige Kapaunen, unbekleidete Kinder drehten Maisstrohcigarrctten, füllten damit Gläser und sehteu auf jedes eiue Schachtel schwedischer Zündhölzer. In, großen Ranmc des Hauses, den weder Tische oder Schranke beengen, noch Fenster schmücken, werden hnbsch gemusterte Matten ansgebrcitet nnd darauf die Leckerbissen gestellt. Unzählige kafseekännche,,. Schüsseln mit Kw<^Kwü, Cigarrettrn und hie uud da ein mit Blumen geschmücktes, sehr appetitlich gebratenes Huhu finden ihren Platz; in der Mitte aber, auf der Ehren-stclle, steht ein blankgeputzter kupferner Actelapparat, der zur Linderung des Weltschmerzes ,i.,eutbehrlich ist. Lange hatte ich ' mich vergebens nach der glücklichen Braut umgesehen; da eudlich zeigte man mir ein weibliches Weseu, das nns die Rückseite zudrehte nnd beschäftigt war, einen kleine», schwarzäugigen Bubeu zu wascheu; jetzt weudeteu sich Mschmu und Opfer — welche Enttäuschung! Nach nnd nach füllte sich das Haus mit Hochzeitsgästen. Die weibliche Sippe versammelte sich in dem zunächst anstoßenden Ranme. wo für dieselbe ebenso wie hier aufgetischt war, nur lagen einige Päckchen kleiner chinesischer Karten auf der Matte. Nun entsteht Bewegung unter den Gästen, «an macht den Eingang frei und stellt sich zu beiden Seiten auf; hinein schreitet, von seiner ganzen Sippschaft ge» folgt, mit dem Anstünde eines Raojahs der Bräutigam, ein frischer Bursche von etwa 24 Jahren. Umats zukünftiger Haussegen saß wohlgeschmüctt, Arme. Gesicht und Hals mit gelber Farbe bemalt, inmitte der Muhmen und Basen und bewachte mit des Argus Ailge» ihren Zukünftigen, ob etwa sein Blick zu hübschen Cuusinchei, hmüberirrte. Endlich verkündete ein allgemeines Hälseverdrehen nach der Thür hin. dass wieber ein ausgezeichneter Gast nahe. Herein schritt würdevoll in Burnus und Turban, eine Brille mit großen runden Gläsern auf dem Naschen, der Geistliche. Panghnlu geuannt. «hulni, »Ihillum, Knivm!» Nachdem die Verbeugungen, Händedrücke und sonstigen Kiastübungen sich gelegt hatten, ordnete der Hirt seine Herde Voran die zukünftigen lthegesponste. sie «himmelhochjauchzend», er «zn Tode betrübt»; dahinter, uach Rang nnd Grad der Verwandtschaft ge« ordnet, die Sippe uud die Gäste. Der Priester laugte einen Koran aus seiuen, Burnus hervor uud sagte rasch ein arabisches Gebet her, dann erhob sich das Brautpaar, der Plm<,l,nl,! legte ihuen den Koran auf das Haupt, und sie ^n> cheu ihm die arabischen Worte uach, die er ,'hneu vorsagte. Der Trauact war hiemit beendet. Darauf be-glückwüuschte man sich. Da entstand an der Thür wieder eine Bewegung, herciuschwebte ciue zierliche Roeggeng, eme Tänzerin die für das Fest bestellt war. Sie trug tostl. Sarong uud seidenes Mieder, das Haar in gefällt., Laibacher Zeitung Nr. 147 1222 2. Juli 1886. Diejenige» aber, welche meinen, einen Grund zn haben, wegen der Prätendentschaft des Prinzen Peter Kara-djordjevic besorgt sein zn müssen, können, seitdem Prinz Peter mit dem hohen Herrscherhanse dieses Fürsten-thums in Familienbeziehnngen getreten ist, mehr denn je berichigt sein. Denn schon vier Jahre sind es. dass Prinz Peter trotz der beunruhigenden Gerüchte, welche die europäische, namentlich die österreichisch-ungarische Presse über ihn verbreitet, in tiefster Ruhe lind Zurück-gezogenheit in Montenegro lebt. Und sehr leicht sind die Motive zn begreifen, welche dem Primen Peter eine solche Haltung kategorisch vorschreiben und die wie Blei seine Absichten als Prätendent beschweren, wenn er solche überhaupt im Schilde führt. Wenn aber Prinz Peter dennoch die Absicht haben sollte, bezüglich seiner eben angeführte», Absichten einmal in Action zu treten, so könnte er das nur anf eigene Rcchnnng nnd eigenes Risico thun, In diesem Falle würde die Haltung Montenegros durch sein Staats-Interesse leicht zu bestimmen sein. und dieses würde fordern, dass Montenegro ein rnhiger Beobachter werde mit dem innigen Wunsche im Herzen, dass diese Versuche zum Glücke Serbiens ausfallen mögen. Denn in seinen Beziehungen zn Serbien war Montenegro wie seine Regierung und sein Volk immer nur dnrch das einzige Interesse geleitet: dass alles, was in Serbien geschieht, zu dessen Glück und Gedeiheu ausfallen möge. Serbien kann auch andere gute Freunde haben; das geben wir zu. Doch können wir anf keinen Fall zugeben, dass Serbien irgend jemand ein besserer uud aufrichtigerer Freund sein könne, als seine Brüder in Montenegro. Hier in Montenegro ist jeder Serbiens Frennd. angefangen vom Fürsten bis zum letzten Montenegriner. Bei anderen Staaten können egoistische Zwecke das Motiv der Frenndschaft sein. in Montenegro aber sind alle Freuude Serbiens — nnr seiner Interessen nnd seines Glückes halber. In anderen Staaten werden die Freunde so lange Freunde sein. so lange sie für sich etwas zn erwarten haben von dem, was in Serbien geschieht. In Montenegro ist man ihm aber Freund in Glück und Unglück, uud man verlangt hier nichts anderes, als sich über seine ge-sammten Fortschritte brüderlich frenen zu dürfen. Montenegro ist nicht berufen, die Regiernngen nnd die Herrscher in Serbien zu ändern. Und wenn es anch ein Interesse daran hätte, es hätte keinen Grnnd, sich darum zu bekümmern, denn es ist fest überzengt. dass sich das Volk in Serbien immer am besten seine Regierungen nnd Herrscher erwählen wird, die ihm genehm sind. Jede Regierung nnd jede Dynastie, die Serbien genehm, ist es auch Montenegro. Bezüglich dieser Frage ist für Montenegro einzig und allein der nationale Wille Serbiens maßgebend. Diesen Principien, welche die Beziehungen Montenegros gegenüber Serbien bestimmen, entsprechend, ist leicht zu erratheu, welche Haltung die fürstliche Regierung annehmen würde, wenn zufällig in Serbien die in verschiedenen Zeitungen angekündigten Veriindernngen bezüglich der Regierung nnd der Dynastie einträfen. Die fürstliche Regierung, ansgchend von der Ansicht, dass das Volk in Serbien einzig nnd allein berufen ist, diese Frage nach seinem besten Wissen zn entscheiden, könnte nicht zugeben, dass von Montenegro aus irgend ein diesbezüglicher Versuch gemacht werde; es würde aber seiue Zustimmung zn jeder Veränderung geben, welche nach dem Willen des Volkes ill Serbien ausfiele, sei es was immer für eine Dynastie, welche auf diese Weise zur Herrschaft in Serbien gelangen würde.» Wir wissen nicht, wie man diese Aeußerungen einer offenbar sehr gut gemeinten montenegrinischen Loyalität in Belgrad auffasse,, wird. Uus scheiut vorläufig außer allem Zweifel, dass man in Cetinje auf zwei Umstäudc vergesseu hat. Vorerst, dass es nach der serbischen Verfassung vom Jahre 1ttl>8 nur eiue legale Dynastie iu Serbien gibt, uud das ist die der Familie Obrenovic. wonach also von der Wählbarkeit eines Fürsten durch das Volk uicht die Rede sein kaun. Zweitens scheint uns auch klar zu seiu. dass, wenn man ill Cetiuje für die strcuge und loyale Aufrechterhaltung internationaler Beziehungen mit solchem Wohl-wollcu für Serbieu plaidiert, daraus auch folgt, dass der Fürst vou Montenegro auf seiuem Territorium jeder Action eines Präteudcuteu entgegentreten müsst, der daranf ausgicugc, dcu Throu iu Belgrad zu besteigen. Journal-Revue. Nicht minder befriedigt als die hanptstädtische ällßert sich anch die nngarische nnd die Provinzpresse über die Ernennung Sr. Excellenz des Herrn Marquis vou Bacquehem znm Handelsminister. Der «Pester Lloyd» betont, dass der neue Minister uus seiuer bisherigen Wirksamkeit namentlich Eines in seine ueue Stelluug mitbriugt. was nicht gering anzuschlagen ist! «einen vortrefflichen Rnf als Administrator und Beamter». Die «Salzburger Ehrouik» nimmt gleichfalls von der bisherigen Thätigkeit des Herrn Ministers in sehr beifälliger Weise Act nnd betont, dass diese Thätigkeit sich nicht anf das Burean nnd auf die Acten beschränkte, vielmehr auch iu zahlreichen Inspectionsreisen zutage trat. «Keiu Wuuder — fährt das Blatt fort — dass der Marquis dadurch die Liebe der Bevölkerung sich gewann lind dass er. der parteilose Beamte, der immer nnr nach Recht nnd Gesetz vurgicug. bei allen Parteien gleiches Ansehen sich erwarb.» Die «Politik» schreibt: «Dem Marquis de Bac-qnehem geht alls seiner früheren Thätigkeit ein guter Ruf voraus, er wird als Freund der Gleichberechtigung geschildert, anch die Böhmen in Schlesien, mit welchen der Minister in ihrer Sprache, die er erst als Beamter erlernte, verkehrte, haben ihm Sympathien entgegengebracht., — Der «Czas» erklärt, Marquis de Vacquehem sei «ein tüchtiger nnd trener österreichischer Beamter.» Auch jene Stimmen der ausländischen Presse, die uns bisher vorliegen, ä'nßern sich dnrchwegs in anerkennendem Tone über die Vcrufnng Sr. Excellenz des Marqnis de Bacqnehem zum Handelsminister. Die «Norddeutsche allgemeine Zeituug» erklärt, dass jede Gewähr dafür gegeben ist, «dass ein Mann wie Marquis de Bacquehem, der alle Zweige der öffentliche,! Verwaltung gründlich kennt, der in allen österreichischen Kronländern nnd selbst in Bosnien so viele Jahre in hervorragender Weise gedient nud überall in gleicher Weise, sowohl bei der Regiernng als auch bei der Be-völkeruug, vermöge seiner ungewöhnlichen Begabung, seines Fleißes, seiner Thatkraft nngetheilte Anerkennung gefnnden hat, sich rasch nnd leichter in sein nenes Ressort hineinleben wird.» Das Blatt fährt dann fort: «Was die persönliche Eignung des Marquis de Bacquehem für das ueue Amt betrifft, so überhebt uns die einmüthige Würdigung, welche seitens der Junrnale jeglicher Parteirichtnug seiucm hervorragenden Talente uud seiueu sonstigen Vorzügen zutheil wird. der Nothwendigkeit jeder weiteren Ausführung. Man kann mit Fug uud Recht sageu, dass diese Erueuuung einen ebenso trefflichen Eiudrnck allenthalben gemacht hat, wie seinerzeit die Berufung des Unterrichts!»inisws Dr. v. Gautsch. Die Münchner «Allgemeine Zeitung» weist auf die «Sympathie» hiu. welcher diese Erne'nnnng allenthalben begegnet, und fügt bei, dass die «Sympathie auch als eiue wohlvcrdieute bezeichnet werden darf.» Das «Extrablatt» widmet dem kürzlich erflosseueu Erlasse Sr. Excellenz des Herru Unterrichtsministers Dr. v. Gautsch bezüglich der Supvlentcn einen längeren Artikel, auö welchem wir folgeudeu Schlusspnssus citiereu: «Alle Snpplcuten glücklich zu machen, steht wohl nicht in der Macht eines Ministers, auch nicht in der Macht des Staates. Aber dem schreieudeu Suft-pleuteuelcude hat Miuister v. Gautsch thatsächlich ein Ziel gesetzt. Minister v. Gautsch hat sich mit warmer Empfiudung bestrebt, das Mögliche uud Erreichbare zu fiuden. er hat dies mit klarem Blicke auch gefunden nnd „lit zielbewusstem Entschlüsse zur fruchtbringenden That werden lassen. Wir frencn nns dieses nencsten Beweises echt staatsmännischcr Thatkraft seiteus des Unterrichts-ininistcrs nicht bloß der Snpplcnten wegen, weit mehr noch im Interesse des Staates, dem die Neformbestre-buug des Ministers auf diesem speciellen Gebiete dazn verhilft, ein altes Unrecht zn sühnen. Mit Bezugnahme auf den fechsten Jahrestag der Ernennung Sr. Excellenz des Herrn Finanzministers schreibt das «Tiroler Volksblatt»: «Viel Feind, viel Ehr' kauu Dr. v. Dunajewsti von sich sagen lind sich freuen, dass die politischen Freunde uuerschüttert mn ihn stehen, nnd dass auch die Gegner seine politische Ehrlichkeit, sein eminentes Wissen ,'iud seine Gewandt« heit anerkennen müssen; dass seine Schöpfuug. die März-Reute, die von den Gegnern so viel angefeindet wnrde. jetzt schon den Pari-Conrs überschritten,' mag ihm besondere Frende bieten.» Politische Uebersicht. (Znr Situatiu n.) Der neuernannte Handels-minister Marquis von Bacquehcm legte gestern den Eid als Miuister in die Hände Sr. Majestät des Kaisers ab und übernahm sodann die Agenden seines Amtes. Marquis vun Baequehem wird in den nächsten Monaten Muße fiudeu. sich mit den Fragen, welche gegenwärtig den Handelsressort beherrschen, eingehend zu beschäftige,!, da die ueucu Verhaudluugen über den Ausgleich uicht vor Ende Angnst beginnen Meu Mahmud der unmittelbar bevorstehenden Anwesenheit des ungarische,! Miuisterpräsidentcn in Wien s -7 '"" "Nlgc formelle Fragen, welche den Ausgleich betreffe,,, zur Sprache kommen. . „(".roatien.) Mit der Ernennung der Obcr-geipane ist d.e Verwaltuugsrefurm in Kroatien in das Stadlum ,hrer praktische,! Verwirklichuug getreteu. Kenner der oortigeu Verhältnisse bezeichueu die qetruffeueu Wahleu als glückliche. Gesteru fauo die. feierliche Äe-cidlguug der Obergespäue statt; sodau.« erfolgte in einer gemeinsamen Conferenz die Nominierung der als griechischen Knoten mit silbernen Nadeln, Rosen und Kembang Melatti verziert; das kleine stnmpfnasige Gesichtchen geplidert, Vlntkorallen nm den schlanken braunen Hals; Armbänder zierten das feine Handgelenk. Spangen mit Schellchen den tadellosen Knöchel des winzigen Füßchens; lim ihre Schultern trug sie den Salendang, einen seidenen Shawl mit Gold durchwirkt, der zu keinem Tanze fehlen darf. Nach einigen Takten Musik erhebt sich der junge Ehemann, schlingt einen Salendang um die Schulteru und beginnt gegenüber der Roeggeng mit sittsam zu Boden geschlagenen Angen jenen Charaktertanz, der in Verdrehen der Hände uud Fiuger, durch Wiegen in den Hüften und einigen Pas seinen Ausdrnck findet; die übrige Gesellschaft begleitet deu Tanz dnrch Händeklatschen und nnarticnlierte Laute; der Inhalt des Tanzes ist das alte Capitel des hohen Liedes, ein fortwährendes Werben, über das die Roeggeng ihre Gefühle dnrch mehr oder weniger wohlklingenden Gesang hinter dem schamhaft vor den Mnnd gehaltenen Salendang an den Tag legt. Der Tanz findet sein Ende entweder im Erhören oder Abweisen des Seladuns; der Tänzer entrichtet beim Abtreten eine Silbcrmünze und der in Verwandtschaft Nächstfolgende löst ihn ab; in dieser Weise geht das ein paar Stunden fort, wobei man die Ansdaner der Roeggeng bewundern kann. Nun wurde es Zeit, den Damen einen Besuch abzustatten; sie saßen im großen Kreise beisammen nnd spielten mit den kleinen chinesischen Karten, die Neuvermählte hielt die Bank; kein Wort wnrde gewechselt, nur die großen schwarzen Augen verfolgten rastlos Ver- lust und Gewinn. Mein Frennd ließ sich neben der hübschen Hausfrall Sarina nieder. Mit einem Mephisto-Lächeln bot sie uns ein Sirihpriemchen (Betel) an. Wir mussten annehmen und schoben verdutzt deu Blätterknäuel in den Mund. Meiu Freuud indes kante wacker darauf los uud sah mit seinen rothen Lippen ans, als ob er von einem Tigcrmahle käme; Plötzlich, gegen alle Art nnd Sitte, platzte der ganze Daincnchor in ein nnbändiges Gelächter ans; ein Dutzend Hände waren gleich bereit, nns Lippen nnd Muud zu sauber»,; ich „ahm den Dienst dankbar an. denn der höllische Saft hatte mir Zunge uud Mundhöhle wund geätzt. _____________ W. A. (NachblUs verboten) Das Opfer der Liebe. Roman von Max von Weißenthurn. (3«. ssortschmiss.) Das Geheimnis der Mutter. «Wenn dieser Brief dir übergeben wird. mein Kind,» lauteten die letzten Zeilen von Beatriccns Mutter au ihre Tochter, «dauu stehst du im Begriff, in ein nenes, fremdes Lcbeu zu treleu. Damit du gerade iu diesem wichtigen Augeublick deine Mntter nicht vergessen mögest, welcher dein Glück und Wohlergehen stets so sehr am Herzen liegen, trage ich dafür Sorge, dass dieses Schreiben dir zugestellt werde. ^ Was ich hier niederschreibe, ist die Geschichte meines Lebens, welche dir mitzntheilen ich schon mehr als einmal versucht ward. besonders seit ich das Schwinden meiner Gesundheit fühle. Nicht als ob ich dich betrüben wollte, indem ich dir sage, dass mein Leben zn Ende geht. Um deinet-. nm euretwillen würde ich es ja gern noch verlängern. Wie immer aber auch die Zukuuft sich gestaltet, halte ich es für meine Pflicht, dir die Geschichte meines Lebens zn erzählen. Wenn der Tod mir die milden Augen zugedrückt haben wird. wirst du in Schottland leben, in jener Heimat, die ich einst so sehr geliebt, die meiu Fuß aber nie mehr betreten wird. Vielleicht ist es das Klügste. wenn du das, was ich dir zu sagen habe, erst am Vorabeude deiner Vermählung liesest. Ich hosfe und wüuschc, dass du niemals einen Mann heiratest, welchem du nicht ans tiefstem Herzensgründe zngethan bist. Liebst du den Mann nicht, den zn heiraten du im Begriffe stehst, meine Tochter, so ist es nicht zn spät, wenn du auch noch im letzten Moment zurücktrittst. Besser jeden Tadel, selbst herbe Vorwürfe anf dich zu nehmen, als einen Schritt zn thun, der dich unvermeidlich ins Unglück führen muss-. Wem, aber. wie ich hosfe, du dcu Mauu liebsi. dem du dich verlobst, so wird diese Liebe dich lehren, deine Mutter milde zu beurtheilen und mit stiller Wehmuth ihrer zn gedenken. Du keimst die Geschichte meiuer Jugend, dn weißt, dass ich eine einzige, verwöhnte Tochter gewesen bi», dass mein Bruder mich abgöttisch liebte. Ich verlor die Eltern, als ich noch ein Kind war, doch dein Oheim, welcher nm mehrere Jahre älter war als ich, füllte deren Stelle mit solcher Zärtlichkeit aus, Laibachcr Zeitung Nr. 147 122.^ 2. Inli UW. geeignet beflmdenen Persönlichkeiten für die übrigen un Wege der Ernennung zn besehenden Aemter, was eme ebenso wichtige als schwierige Anfgabe ist. (Befestigungsbauten in Russland.) Me man der «Pol. Corr.. ans Warschau meldet. w,rd gegenwärtig, nachdem die Fortisicationcn in Warschau renoviert nnd erweitert worden sind, an der Vervollständigung der Befestigungen bei Modlin gearbeitet. Vier Forts alter Construction werden in eincr den Anforderungen der modernen Kriegstcchnik entsprechenden Weise umgestaltet, und außerdem ist der Bau von acht neuen fortlficatorischen Werken in Angriff genommen worden. Der Van wird mittelst der zahlreichen, tlMweisc aus dem inneren Nnssland herangezogenen Arbelterpartlrn rasch geführt. Auf der Linie Chelm-Warschan ist der Bau mehrerer grosier Kascrneu für d,e dort e.nzimchtenden neuen Garuisoueu im Zuge. Es hecht dass auf dieser Linie eil, befestigtes Lager er-richtet werden wird. (England.) Gestern begannen in England die Nenwahlen nnd dürften Mitte nächsten Monats gröh-tenthells vollzogen sein. Im ganzen müssen 670 Abgeordnete gewählt werden, nnd zwar 465 in England, W in Wales. 72 in Schottland und IM in Irland. Das letzte Parlament zählte 249 Conservative, 335 Liberale und 86 Parnclliten. Mittlerweile wirft die Wahlbewegnng immer höhere Wogen auf. Die Zeitungen wimmeln förmlich von Wahlreden. Wahladressen nnd Aufrufen. Berichten über Wahlversammlungen und Notizen aller Art über die Aussichten gewisser Candidate!«. . (Zur Lage in Bulgarien.) Heute liegt der Wortlaut der Adresse, mit' welcher das Sobrani'je die Thronrede des Fürsten Alexander beantwortet hat, vor. Die Adresse steht allerdings nicht auf dem Boden des von den Botschaftern sanctionierten türkisch-bnl-garlschcn Uebereinkommens vom 6. April d. I.. da nirgends der officiclle uud staatsrechtlich correctc Ausdruck «^trnmelieu., sondern «Südbulgarien, gebraucht und von der Umon als einer ganz nnd gar vollzogenen ^hatsache gesprochen wird. Mit ein paar abschwächenden Worten hätte der bnlgarischc Wunschzettel sammt der correcten Auffassuug gerettet werden können. Man thnt in Sof,a offenbar nicht sehr klug daran, die nervöse öffentliche Meinung in Nussland noch weiter herauszufordern, weil anf solche Art selbst denjenigen, welche m Petersburg oder an anderen Orten Nuhe und Mäßigung predigen, jede beschützende Action unmöglich gemacht wird. TllgcsilclliMclt. — (Vom Hofe.) Ihre Majestät die Kaiserin und d,e durchlauchtigste Frau Erzherzogin Valerie sind gestern zu mehrwöchentlichem Aufenthalt in Gastcin emgetrvffen. ^ (Militärisches.) Se. Majestät der Kaiser )"ben genehmigt, dass für die Militärbeamtcn der i^. .«angsclasse künftighin die Distinctious-Roscttc zu ent-'""? lMe; ferner dass bei den Unter-Thierärzten zwei Klassen systemisiert und die thierärztlichen Assistenten ohne Aenderung ihrer Gebüren als Untcr-Thierärzte 2. Classe in die 11. Rcmgsclasse eingetheilt werden; dass endlich die Eleven der Nechnuugs-Control-, der Bau-rechmmgs- und der Registratur-Brauche künftighin die Benennung «Praktikanten» anzuuehmcu haben. — In Ausführung dieser Allerhöchsten Entschließung haben die Militärbeamten der zwölften Rangsclasse die Uniform der elften Rangsclasse ihrer Branche zu behalten, es hat jedoch die Distinctions - Rosette am Waffenrocke und an der Nlonse zu entfallen. Diese Aenderung hat auch auf die bereits ernannten Militärbeamten der zwölften Rangsclasse Anwendung und tritt somit auch bci diesen mit dem Tage der Verlautbarung dieser Verordnung sofort in Kraft. Die Charge der thierärztlichcn Assistenten wird aufgelassen, Die gegenwärtig vorhandenen thierärztlichen Assistenten sind als Unter-Thierärztc zweiter Classe, die dermaligcn Untcr-Thierärztc hingegen als Unter-Thicrärzte erster Classe in Stand zu nehmen. Die Unter-Thierärzte zweiter Classe beziehen die Gage und Quartiergebür in dein bisher für thierärztliche Assistenten normierten, alle übrigen Gcbüren aber in dem für Personen der elften Rangsclasse festgesetzten Ausmaße. Sie tragen die für dic Unter-Thierärzte erster Classe vorgeschriebene Uniform mit der gleichen Distinction. — (Vorsicht beim Gähnen.) Es ist männig-lich bekannt, dass die Herren Zahnärzte eine Legion von Verhaltungsmaßregeln den Käufern eines Gebisses gratis zugeben. Ob sich unter diesen Regeln auch eine solch? über «Vorsicht beim Gähnen» befindet, ist uns nicht bekannt, allein nöthig wäre dieselbe, um denjenigen Theil der armen Menschheit, der vom Schicksale znm Gebrauche eines falschen Gebisses verurthcilt ist, vor Schaden und Spott zu bewahren. Wir wollen deshalb als warnendes Beispiel und zu Nutz und Frommen jedermanns erzählen, was sich jüngst eines schönen Nachmittags zntrug. Eine junge, hübsche Dame schaute aus einem Fenster ihrer im ersten Stock gelegenen Wohnung. Bei dieser Beschäftigung wurde die Dame aber von Langeweile befallen, und sie that, was auch andere Menschenlinder in diesem Zustande zu thun pflegen: sie gähnte aus Leibeskräften und — plnmps! lag ihr ganzes Gcbiss aus dem Straßenpflaster, wo es in kleine Stücke zerschellte. Die auf dem Trottoir spielenden Knaben sahen ganz verdntzt auf diesen ihrer Ansicht nach vom Himmel fallenden Zahnregcn. Jauchzend klaubten sie die kleinen reizenden Perlcnzähne vom Pflaster auf nnd rannten damit heim — verfolgt von dem Herrn Gcmnhl der an« Fenster stehenden und die Hände ringenden Dame, welcher den Buben theils im Guten, theils im Bösen den Fuud streitig machte und dieselben zur Herausgabe desselben veranlasste. Diese tomische Scene hatte unter den Straßenpassantcn nicht wenig Heiterkeit erregt. Die betreffende Dame wird aus diesem Malheur wohl unzwl'isl'lhast die Moral zicheu, dass das Gähnen bein, offenen Fenster üble Folgen nach sich ziehen kann — wenn man falsche Zähne hat. — (Shakespeare's Grab.) So hoch die Verehrung für Shakespeare auch gestiegen, gelingt es dennoch nicht, in England genügende Capitalien aufzubringen, um feine Grabstätte vor Verfall zu bewahren, sie würdig auszuschmückeu. Nun gedenkt man, die Amerikaner aufzufordern, zu den Kosten bcizusteueru, die englischen Colo-nien in Indien heranzuziehen, Schauspieler und Schauspielerinnen um Beiträge anzugehen. Man hofft bestimmt, dass ein Aufruf, zu Ehre» des größten Mannes beizutragen, dcu Englaud je gesehen, reichliche Früchte tragen wird. Nur wenige Schritte bringen uns von dem kleinen Zimmer, in welchem Shakespeare geboren warb, zu der Stelle, in der seine Asche ruht. Der lang gehegte Plan, Shakespeare's Gebeine in die Wcstminster-Abtei zu b ingen, scheiterte an dem Flnche, den des Dichters Grabschrift gegen jeden schleudert, der seine letzte Ruhe stört. Nun dass ich in meinem Leben nichts vermisste. Mein Bruder ließ mir in allem und jedem meinen Willen. N "uchs heran uud ward ein stolzes, eigensinniges Mädchen, das nnr an sich selbst dachte uud nnr dem Vergnügen lebte. c-l.^ "3« ^""' ?"H )"' '""" K'"d, besitzest diese gefährliche Morgeugabe, aber ich hoffe, dir wird sie nur Oluck brmgen. Schönheit '.st ein wertvoller Besitz wenn richtig angcw.ildrt. ich aber freute mich desselben nur, mn Herzen an mich zn ziehen nnd mit diesen zu spielen, so lauge es meiner Laune behagte. Dann stieß ich sie von mir, nnbekümmert. ob ich dnrch mein Benehmen anderen Kummer bereitete oder uicht. Das Täudelu mit Herzen wird heutzutage uicht als Sünde angcfehcn, Beatrice, ich aber stehe zum Himmel, dass mein Kind solchem frevelnden Spiele fern bleibe. Unter den Bewerbern um meine Hand befand sich auch ein Mann. der etwa un, fünfzehn Jahre mehr zählte als ich. Mein Brnder sah die Aufmerksamkeiten, welche dieser mir zollte, gern. Sir Lionel Wester war von angesehener Familie und bedentendem Vermögen, überdies fand alle Welt »hu schöu uud liebenswürdig. Er liebte mich in seiner Art, aber es gibt eben so viele Arten zu lieben, dass es sehr schwer s"llt. zn unterscheiden, welche die richtige ist. . Ich war stolz auf meiuc Eroberuug, dcuu uuch lemer war eine solche gelnngen; geliebt aber habe ich Sir Lionel niemals. Ich mochte ihn etwa drei Monate gekannt haben, als dein Vater nach Dumsise kam nnd Nichard ihn einlud, Schloss Fairholmc zu besuchen. Er war freundlich mit mir, aber von der äußerstell Kälte. Mein Benehmen sagte ihm nicht zu nnb er nahm keinen Anstand, dies mehr als einmal offen auszusprechen. Trotzdem liebte ich ihn von ganzer Seele, von ganzem Herzen, mit aller Kraft meiner im Grunde genommen leidenschaftlichen Natur. Ich liebte ihn, uud niemand war glücklicher wie ich, als er, vom Gefühle hingerifscu, in einem unbewachten Augenblick mir gestand, dass auch er meine Ncigunli erwidere. Mein Bruder nahm die Kunde unserer gegenseitigen Liebe nicht allzn frendig auf. Ross war nicht reich, uud abgesehen davon, sagte sein Stand Nichard nicht zn. Als er aber erkannte, dass es sich thatsächlich um das Glück meines Lebens handle, willigte er endlich in nnscrc Verlobung, doch sollten wir erst heiraten, wenn ich das einundzwauzigste Lebensjahr zurückgelegt hätte. Wir fügten nns willig in diese Bedingung, und bald darauf reiste Rolaud nach Rom, um seineu Studie», als Maler nachzugehen. Ich vermisste ihn gar sehr. denn ich liebte ihn uueudlich, trotzdem hinderte mich dirs^ meine Liebe nicht, mein flüchtiges Getändel mit Sir Lionel Wester fortzusetzen. Die Kuude meiner Verlobung, welche er natürlich anch vernommen, schien ihn nicht wesentlich berührt zu haben. Er war ebeuso aufmerksam gegen mich wie sonst, verlieh nur seiner Bewunderung leine beredte», Worte mehr. Ich ließ mich dadurch täuschen uud glaubte, seiu Gefühl habe sich in ruhige Frennd-schaft' umgewandelt. Wir trafen uns oftmals bei Spaziergängeu oder Ausritten, und er erwies sich stets als ein angenehmer Gesellschafter, (ssorlschuna f"lat) aber ist es die dringendste Pflicht, das Grab und die Kapelle sowie das Haus des Dichters für kommende Zeit vor Verfall zu schützen, — (Kindlich) Vater: «Ich beurtheile den Menschen nach dem ersten Eindruck, und ich habe mich noch nie getäuscht.» — Ludwig: «Papa, was für einen Eindruck hast du denn von mir gehabt, als du mich zum erstenmale sahst?» Local- und Provinzial-Nachrichten. — (Allerhöchste Spende.) Se. Majestät der Kaiser haben den freiwilligen Feuerwehren in Franz-dorf und St. Veit bei Sittich zur Anschaffung von Löschrequisiten ciue Unterstützung von je 70 fl. aus der Allerhöchsten Privatcasse allergnädigst zu spenden geruht. — (Personal Nachricht) Oberlandcsgerichtsrath Herr Rome aus Graz, der svebcu aus einer Inspec-tionsreisc in Untertrain begriffen ist, ist — wie dem «Slov. Narod» berichtet wird — in Rudolfswert nicht unbedenklich erkrankt. — (Das Anastasius-Grün-Denkmal) ist in der gestrigen Nacht durch bisher noch unbekannte Thäter besudelt worden. Wir müssen dieses elende Bubenstück, welches dieUr Heber in den Augen jedes ehrlichen und anständigen Menschen im höchsten Grade verächtlich macht, umso lebhafter bedauern und umso entschiedener verurtheilen, als die Schuld Einzelner von den Feinden der Stadt Laibach bekanntermaßen gar so gerne aus die Bevölkerung derselben, die doch derlei erbärmliche Heldenthaten gleich uns verdammt, übertragen zu werden pflegt. — (Todesfall.) In Rudolfswert ist am 29ften Juni der dortige Gymnasial-Profefsor, Franciscaner I', Rafael Klemencic nach langwieriger Krankheit gestorben. — (Wochenausweis der Sterbesälle.) Dem soeben publicierten 24. Wochenausweis der Sterbefälle in den größeren österreichischen Städten entnehmen wir folgende Daten: ^V Gejammtzahl ^Z^ Städte »D Verftoibenrn sI^ ?^ m. w. zu!°m- ^Z^ PZ. mm 5lL^ Laib ach...... 27,296 18 18 37 70,5 Graz......... 103.670 33 28 61 30F Klagenfurl...... 19,401 5 8 13 34,8 Trieft........ 155,197 44 39 83 2?,« Görz......... 22,285 6 5 11 25,7 Pola......... 35,870 2 6 8 11,6 gara......... 12,134 1 2 S 12,8 Die Art der Krankheit betreffend, starben in Laibach in der Zeit vom 13. bis inclusive 19. Juni 14 Personen an Lungenschwindsucht, 3 an entzündlichen Kinnl' heiten der Athmungsorgane, 5 an Altersschwäche, 1 an Masern, 1 an angeborener Lcbensschwäche, I I an sonstigen Krankheiten; 1 Person fand den Tod durch eine «fällige Beschädigung, 1 Nnd kam tobt zur Welt. — (Aus dem Schwurgerichtssaale.) Vci der gestrigen ersten Schwurgerichtsverhandlung, welche von 9 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags dauerte, waren sechs Personen des Verbrechens des Naubes und der Theilnahme an demselben angellagt, darunter, gewiss ein seltener Fall, drei Weibspersonen. Das Substrat der Anklage ist folgendes: Am I tt, Februar b. I, befanden sich in dem übel beleumundeten Hause der 52 Jahre alten Kaischlerin Therese Klemencic im Orte Kaier, Gerichtsbezirt Neumarkll, der 17 Jahre alte Schustergehilfe Andreas Kolalj, der 2l) Jahre alte, mehrmals abgestrafte Johann Kola lj, der 1? Jahre alte Franz Klemencic, ebenfalls Schustergehilse, die 52 Jahre alte Kaischlerswitwe Therese Klcmencic, die 24 Jahre alte Bauernmagd Maria Klemencic und das 1U Jahre alte Bauernmädchen Marianne Klemencic. Während die genannte Gesellschaft im Hause versammelt war, erschien die 73 Jahre alte Kväm-rin Katharina Prcsterb und forderte die Kaischlerin Therese Klemencic um einen ihr für Waren schuldigen Betrag von 4 fl., deren Bezahlung Therese Klemencic in Kürze zusagte, worauf sich die Krämcrin, nachdem dieselbe noch zwr, Tüchel um den Betrag von 17 kr. verlauft hatte, aus der Kaische über die Hutweibe vor dem Hause entfelütf. Kaum hatte die Krämerin die Kaische verlassen, als Therese Klemencic den Andreas Kolalj unter Zustimmung der ganzen Gesellschaft aufforderte, der Krämerin Presterb nachzueilen und derselben ihr Gelb abzunehmen, Andreas Kolalj weigerte sich. ^ie That auszuführen, m>t H'nwcis darans, dass dies doch dem Gerichte angez^t werden lönnte und er dann strenge bestraft lvcrden wurde Allein Laibacher Zeitung Nr. 147 1224 2. Juli 1886. die ganze Gesellschaft ermunterte Andreas Kokalj zur Ausführung der That. Johann Kokalj lieh ihm sein Messer zwecks Bedrohung der alten Krämerin, Franz Klemencic aber brachte eine Faust voll Ruß, damit Andreas Kokalj sich damit das Oesicht schwärze, um von der Krämerin nicht erkannt zu werden. Andreas Kokalj eilte nun mit gezücktem Messer der Krämcrin Presterb nach, stieß sie, nachdem er sie eingeholt, zu Boden und schrie sie an: 6 no bo» orknila!» worauf er der Krämerin einen Sack entriss, in welchem sich jedoch nur etwas Weniges an Kaffee und Cichorie befand. Darauf griff Andreas Kokalj in den rechten Sack des Kleides der Katharina Prcsterb nud entriss ihr eine Brieftasche mit dem Inhalte von zwanzig Gnlden, worauf er entfloh. Andreas Kokalj begab sich sodann in die Kaische der Thcrese Klemencic. Ter geraubte Sack wurde verbrannt, das zur Bedrohung ausgcliehene Messer aber weggeworfen. Der Hauptangeklagte leugnete die That nicht, desgleichen Johann Kokalj, der fein Messer zur Bedrohung der Krämerin geliehen; nur Therese Klemcncic, welche die Mitangeklagten zum Raube aneifertc, fuchte zu leugnen, doch ergab die Verhandlung, dass ohne ihre Anregung die That gar nicht begangen worden wäre. Die beiden Mädchen Marie und Marianne Klemencic sowie der Knabe Franz Klemencic erklärten, dass sie keine Ahnung hatten, um was es sich handle. Die Geschwornen (Obmann Herr Zelen) sprachen den Angeklagten Andreas Kokalj des vollbrachten Raubes sowie der Bedrohung der Beraubten mit dem Messer durch den Angeklagten Andreas Kokalj einstimmig schuldig; Johann Kokalj, der das Messer zur Bedrohung geliehen, wurde der Theilnahme am Raube einstimmig schuldig gesprochen; Franz Klemencic wurde einstimmig der Theilnahme am Raube freigesprochen; Therese Klemencic, welche zur That anrieth, wurde einstimmig der Theilnahme am Verbrechen des Raubes schuldig gesprochen; Marianne Klemencic wurde mit 11 gegen 1 Stimme, Marie Klemencic einstimmig von der Theilnahme am Raube freigesprochen. Der Gerichtshof unter dem Vorsitze des Herrn Oberlandesgerichts-ralhes Gerdesic verurtheilte Andreas Kokalj zu fünf Jahren fchweren Kerkers, Johann Kokalj zu vier Jahren schweren Kerkers und Therese Klemencic zu acht Jahren schweren Kerkers — bei allen verschärft mit einer Faste im Monate. Franz, Marianne und Marie Klemencic wurden auf Grund des Wahrfpruches der Geschwornen von der Anklage freigesprochen. Die beiden freigesprochenen Mädchen vernahmen weinend das Urtheil, eine derselben eilte schluchzend zu einer im Zuhörerraum befindlichen Freundin und umarmte und küfste sie, indem sie ihr mit von Thränen erstickter Stimme betheuerte, dass sie unschuldig sei. Frauz Klemencic, welcher die Urtheilspublication nicht verstanden, fragte den Präsidenten, ob er auch frei sei, was dieser bejahte, worauf Klemencic freudig den beiden Mädchen nacheilte. Nur die alte Therese Klemencic machte einen widerlichen Eindruck, die achtjährige Kerkerstrafe schien sie nicht im mindesten zu genieren. — (Festconcert.) Der Männerchor der Laibacher Citalnica veranstaltet Sonntag den 4. Juli zu Ehren der anlässlich der Generalversammlung des Cyrill- und Method-Vereins in Laibach anwesenden Vertreter des genannten Vereins bei günstiger Witterung im Garten, andernfalls! in den ebenerdigen Localitäten der Vitalnica-Restauration ein Festconcert. Das Programm wurde wie folgt festgestellt: 1.) Nedved: «I^ov^a», Männerchor; 2.)Foerster: «ko-bi-atim^a», Chor mit Baritonsolo des Herrn Pucihar;! 3.) Pahor: «Lvonösk», Quartett (Herren: Bucar, Krsnik, Pajser und Petric); 4.) Tovacovsly: «80K0I buäitoh», Chor; 5. ») Dr. Ipavec: «81ova lastovllo», b) Hajdrih: Eier pr, Slilcl ... — 1 Kur» » 5 5A Milch pr. Liter . . . — « Gerste » — — Rindfleisch pr. Kilo . — 4« Haser » 3 !1 Kalbfleisch , . __ 4« Halbfruchl » ll 51 j Schweinefleisch » . — — Heiden » 4 55 Schöpsrnfleifch » . — — Hirse » 5 2l Hiihndcl pr. Stilct. . — 25 Kukuruz » 4 55 Tauben » . . — 20 Erdäpfel pr. Meter incthy, Gencrals-Gatlin, Agram. Äccurti, Privatier, ssiume. — Lowinger, ,ttfm., Kanifcha. — Mahnic, Agent, Nalel. — Dr. Pitamic, Ndvocat, Adelsberg. Hotel Vairischer Hof. Slrocoppi, Privatier, Udine. — Velepec, Amtsdicner, und Pleiter, Privatier, Laibach. Gasthof Tlidliahuhof. Hrovat, l. l. Marinc.Kaplan, Pola. — Hladnit. Privatirr, Idria. Gasthof Sternwarte. Vajec, Lehrer, Brcfowiz. — Polofchau, Besitzer, Planina. — Klcmencii, Besitzer, St. Aeit. Verstorbene. Deu 1. Iuli. Anton Pobcrzaj, Schlosfers-Sohu, 22 Tage, Floriansgasse 2!», ssraise». Im Spitale: Den 2i). Juni. Johann Widmaicr, Sattler, 46 I., Den 30. Juni. Anton Ieras, Arbeiter, »4 I., pno„- Lottozichunl! vom 30. Juni. l>8 88 23 43 «9. Meteorologische 6 ">^ u^ Z^ """" de«H«mn,tl« Z«5 5 „ ^H Z° ^ «5- 7U.Mg. 12.N. 735M 19,8 U.Ab. ?:;?.«0! 14.« SO. schwach hei.?r "^« Vormittags zwischen 8 u„d !) Uhr Regr»a.»fS, daun wcch. frlndc Ncwoltunss; nachmittags «ach 5 Uhr Regenbogen, dmm Abcndroth, Aufhelterung. Das TageSmittel der Wärme 16,«°, um 2,4° unter dem Normale. _________Vcra»tworllicher Redacteur: I. Naglic. 8cli^2!'2 3atin morvoilleux (ganz Seide) ^ H 1.15 lisr Att«»<^ l'i« sl »,<5 (in I« veilchitdene» Qua» D fl. 4,^.1 jirr Meier Malen) ver,«ndet in ciuzclnc» »lobe» > und nanzen Stücken zollfrei in« Hau» ba« Seidensabril.DeM von W O. Henneberg sl. unl> l Hosliesciant), Zürich. Muft« umnehend, W Vricse loslc» la lr, Porto, (>5.!') li- ^ u i TTOWft~~-~-——~~~ —-—^^Se^bSSSS" bestes Tisch- u.Erfrischungsgetränk erprobt bei Huston, Halskrankliojten, Magen-____________und Blasenkatarrh. Heinrich Mattoni, Karlstad and witT" 1225) Course an der Wiener Korse vom 1. Juli 1886. N^ ^ of^en Course«. Geld War» Siallts.ylulehe«. """'«">« ....... »2 25 «5r 5«/„ «anze bl!» »zugl. l»9 7l, >«'!^> 5>'/.. Wnsttl ,«,(, ^ 140-14». 50 !U«!4,> tzlaa!«io«?5 lu«,4c> „ . . zu „^.^ ,,^,s„ ^»»«»'Neolunschcine , . per Kl. l,i! — —-- ^^°ll, Goldrente, stcuclsiei ,i7 35l,7lil! Ossterr. Notenreule, flcucrsrei . ixü- ,0» ,5 "»«. GolbreiXe 4°/„ .... I0«l n. ,o, ö, W. S. ib» ,5,54 7l. « ^Ill'a^n»Pllor,<ä- Ä^ ^'""""' «",.«"<>« sl.ö.W. '2,2512,5° ^rundentl.-Obliaaliontn «/° böhmische..... ,o<,. l»z"/„ Tcmcsn Vanat .... lOb'lO lvK s.0 ü,"!, ungarilche...... !05 I0I05 l.0 «ndere »ffentl. «nlehen. Donau.Ulcn.'Vose 5°/« K»U . »>»>c,I)c if<7!<, slcuersrcl . !l»?5»lO8b0 Vlnlcbc» d, klabigcnirinde Wien Is>«'7l> 105 10 Nülchcn t, Ctadlgrmcindc Wien Filter und Gold) .... '»»-- — - Pra,mcnt«!>l,d, Erdigem. Wie« — — — — Pfandbtiefe (!>j, 100 fl.) >«s> »c» dlo, /, "/° W«<«I00 70 dlo, i» 50 „ „ 4°/n . »? — »?'><> dlo. ^»ämin^Echuldvelschl.Ä»/,, luo 25.100 ?!. Qrs!,HyPl'lhllc»danl >»>, Kl/,"/,, luiüs. — - Orft.'iiug, <>»>,l veil, ü"/,, . . >OI 3«><» 5.0 tlo. ., <>/,«/« . loi-koll»« .1" dl°. , <"/,, . . «»«!) l»i» i!l> l!,!ss, «Mss, <«ote>nv>,d!<'«lct!cngel. >» ^l<> >» .', l»,'»!' «c,I,ü'/,»/o lUl-—l0ü — PlioritätdObligatisnen lsiir ll'U si.) sal'«>>dn l. llmilsil,» >«! —l«l — NeidinandillNollchohn i» Silber «»8« !»>» i!0 ,nauz«Iojl!'Bah»..... 97 1« u? 5>l» ^a!>z>>>! > l'ub»>,,>» Bahn , !««! 3l»l» fl. 0I'«5I0I 7ü llesllli, ^c>>l>l<,stbay,! . . . wb 75 ll«!'2l> »-!ert!>l>ll>,>l!....... ll>l—loiüu Gcld Ware Stautsbahn 1. Emission . . «00 — — — CUdbahn 5 »"/«.....,«, .^0 —-— , K 5"/„.....l»u5!»>^li 25, Unss.galiz. Nahn.....lol'l!» >(,« 50 Diverse Lose ou s!...... i?7- 177'5>« Elaly-l'ose <0 sl...... <4 50 ^N 50 <<>/o Dooau-Dampssch. U,«st, . —— —^ ^'^il'achcl PrümilN'^nlch, z»! si, 2130 «1-7» Q!cnc> Vrjc vosc l!)r,! H»c»z, üst, <^c>, ,>, ,<> !>. 1» »5 14 I^ Mutols-^!.- I« fi..... l«K<» 1» — C nlu'-^l'ft »<-^ E!,°Oc»oii<»VoIe 4U sl, . . , b» 7li 55 25 Walt>s!ci«-^l>se ^U fl, , . . 8» «5 3ü 75 wilibischgriilj.^ost «0 sl, , . 42 5U 4.1 — Vaul.Actien i«l), ^„glc-Oeslcll. Banl zeoo sl. , ,,4»<»l's,2N Bllulvcicin, Wicnel, lOO sl. , ,0»5010< 7s> «dncl,°!i!!,s«.,Oes!,^00sl.E,«^/« ?»»-—,2!z«5 i!.^2U5, 5l'^ T^cpl'sitenl'llül, Mg. liuu sl. , ll« —!i!>0 50 l>()sl, 5,3«-— 5,35 — Hyprlhclenb., öst, üUun, ^5"/„E. ——, — — ^nidcid., ösl. ^liUsl, ^.5>u^ Ocftcll.Nnn. Baul . , , , «gl,—^71- U>»!.'!!l>^!l! IUa,!l. «llll, !iU sl. . I5n-TePl, !e>ib, i!»0sl,!iM, »??—«81 — «öhm, No,t'l>ah!< 150 sl, . , >»« — »«<» — „ Wefibahn ^0« fl, . . . »s»U —>«s,4 — Buschtiel)iadel us »odcubacher o fl. . 2!3-75'/i4 «ü „ Sl»b,-T».1U, <« Fc!d!!>a!lt»»i»ioidb. iuc«» sl. 2!7 5,0 8ll!'s!itch>:l!°^ar<,ferO,z!0Usl, !lM. l86'?ü 18? 25 Oill, «öflllche» , l53 — 15» 50 Vcmbcrg ^zc>«owih,I»i!v ,<»< bahü'O»,1cll!ch>'j! 2«u sl. ö. W. «27 — »2? «> r!°»t>. ösl. u,!g,< 2.ries>50Ujl., ,70—l?0ü« blo. (ül, 1») i!0^ U. Sllbcl . is,z 25^163 5<, Prag'Duxel !i!^»d, >5(» >l. S>lb. — —, — — Nudols'^lllin i!00 sl. Slll'« ^1«»'—1!,2 50 eildeiiblirncr liijcul,. >!<)0 sl. ,»» lic>>»!» 50 Nlaa!l>cl,c!^>>^!, -.'>,u ,! ö, , , ,ll» Ib tt» 7ü«5« ,5 Ilamway-Gts , Wr, 170fl. « V, Ü0I 75 202 l!5 . wl,, neu ll»0 sl. in? b» 10» — Ilan»pl»l<°GeseNlchaft 100 II, . — — — — Nng.'Zliliz, «tisenb, 200 ll, Silber l?« - l?l» bu U»g, Vioiboftdabn «00 fl. Silber!?« z»5l?«'75 «»«Wcftb sN»l>b,Gsl,z)«0«!!,«.l7U »b l7« ?i InbustrieActie» sper stiill). «tgybi und «mbbecg, Elsen» und St»hl.Ind, >n W,en l0l» sl, . —>— — — H>!enbah»w,«i'eihg, l, 8u sl, 40^, —-— —-. ..lilbcmül)!". Pllpiels, U, «.'«. « - 65 - ^o„> ,, ,^,,,.„l,^ 8s»l«..^lvi»e ll»l« «^'«» Pin 'Ves ^0U »l. . !L> — lbl-»5 Sul, >^>iff. lu>i fl, . —-— —'— Wanci,, '^,, ^c,l, >n W. lUU sl. —— — — llisailer «ohlenw-Ves. ?0 ------------ Devijeu Deutsch« PlHhe......n! »5 «» — London.........!l!»b»5l»<: »5 ^ario .........^»»?»b»02» Ptlei«bur^ .......—— — ^ Valuten. Ducaten........ 5 «l i» l»5 ü0-Hla,l>,«°Ll!i»s>