Dienstag den s. M»i 183Z. Ml i en. vcn 27. April. ^5» Folge ccs dcm deutschen Ritterorden schon Von weiland Sr. Majestät dem Kaiser Franz und neuerdings von Sr. jctztregicrcnden k. k. apo« siolischen Majestät bestätigten freien Wahlrechts haben die nach dem Ableben weiland des Herrn Hoch. und Deutschmeisters Erzherzogs Anton Biccor k. k. Hoheit, 5l?'im ilia t», sind hierauf von oicsciu Großcapitel einmüthig zum Hoch- und Deutschmeister des deutsche» Ritlerordens erwählt, proclamivt, auch nach bcschworner Wahlcapitulation, nach der Vorschrift der alten Ordensgedrauche, in der Or» dcnvkirche sogleich mit den dieser Würde angehört« gcn Insignien geziert und feierlich inlhronisirt wov« d^:. Gs wurde sonach Höchstdemselben v^n'allcn Oroensgliedern in Gegenwart der Ordensritter-Novizen in der Kirche/ von den Ordensbcamten ober in dem lZapitelsaale die Huldigung geleistet und die Feierlichl'cic mit einer rührenden Anrede tc3 neuen Ordenöoberl^uptes geschlossen. Bei der am 27. Axril St.itt gefundenen Zie» hung des Thercsic n b a dc s in Me id ling nächst Wien, slnd die Haupttreffer auf folgende Nummern gefallen: v Nr. 2Ü,oi5 gewann das Thcreslenbad edcr ?5o,ooc» st. WW. Nr. 2,3<>2 gewann . . 3o,ooo fl. WW. , 3o,6<)6 » « . . 20,000 , » » 46,7^^ , , . . 15,000 » , , »60,792 » , , , 20,000 , , , »65,272 .... 5,000 » , , i07,2lü , , . . H,000 » « , ^3.677 » , . . 3,000 , , , i^),5)3 » » » . 2,00c» « , « '7",'99 , V . . i,ok>0 « » » 104.7^5 , » , . . I,00N , « » l32,ll^» » » . . »,000 » , » 134,72c) .... L,ooo , » < »O^,7«3 > , . » 1.000 » , " »2^,5^5 , , . . 1,000 , „ , 2Ü,0»4 » » . . 1,000 „ u » LÜ,0i6 , . . , i,000 „ » (Ocst. B.) Päpstliche Ztnaltn. Am 11. April wurde in der Sixtinischen tZa, pelle zu Rom ein feierlicher Tryucrgoltesdienst für den verstorbenen Kaiser von Oesterreich gehalten, wobei Se. Eminenz der (Cardinal Odcöcalchi pon» tificirte und Se. Heiliglcit selbst am Schlußc der (Zcrenionie laut für den verstorbenen Kaiser betete. Monsignore Ruspoli, als llciccre deNa S. Nota für Oesterreich, hielt cine lateinische Rede, wor. in die Verdienste dcs hohen Verblichenen, nicht oNein um die Kirche und den päpstlichen Staat, sondern um die ganze Menschheit, in liihrendsn Worten geschildert wurden. Die päpstliche tZapelle sang das Dies isg« wahrend der Messe, und der heilige Vater, so wie die ganze Versammlung scdie. nen tief ergriffen. Der östcrreichiftie Botschafter, las ganze diplomatische 6crp6, tie Kardinäle, cie ,46 ersten Prälaten, alle österreichischen Unterthanen uno viele Fremde wohnten der Feierlichkeit dei. V e l g i e n. De» belgische Moniteur vom »9. April enthält folgende zwei Bulletins: ,) Königl. Schloß, den 17. April »355, um 10 Uhr Morgens. Die Königinn wurde gestern von ElitzündungszufäNen befallen, welche die An» rvenoung von Blutegeln nothwendig machten. Die Entfernung des Bluts hat eine merkliche Erleich» ttrung herbeigeführt. Ihre Majestät hat in verschiedenen Absähen einige Stunden geschlafen. Der Zustand des Kronprinzen ist fortwährend befriedi. gend. 2) 9 Uhr Abends. Der Zustand der Königinn hat sich gebessert. Der Tag war ruhig, doch ha« den d« Schmerzen des Unterleibes noch nicht ganz aufgehet. Die Dectoren: Schönlein, Moreau, SommerS, Lebeau. Auf der Eisenbahn soN bis zum ». Mai, wel. cher Tag zur Einweihung festgesetzt bleibt, kein Versuch mchr Statt finden. Erst am 16. April sollten die Geleise auf der ganzen Länge der Bahn von Brüssel bis Mccheln gclegt seyn. In zwei oder drei Tagen wird das Programm des Festes vom 1. Mai dem Minister des Innern vorgelegt, uno bald bekannt gemacht werden- Die drei fort» bewegenden Maschinen, welche von Brüssel nach Mecheln gehcn sollen, werden 2L Wagen (^va^onä) und 6 Postwagen, zusammen mit ungefähr 900 Personen nachschleppen. Bei der Ruckkehr werden die gesammten Wagen von einer einzigen Maschi. ne gezogen. Die Urbeitcn sind jetzt so vertheilt, dah die ganze Nahn von Brüssel nach Antwerpen vor Ablauf dcs Ichreü ercsinct seyn wird. (W. Z.j Dänemark. Se. Majestät haben den t'aiserl. österreichischen Kammcrhcrrn Grafen Esterhazy zum (Zonnnan?eur üeö DanedrQgö«und den kaiserl. Kammerherrn Gra« fenZichy zum Ritter desselben Orcenü vlerter(Zlasss ernannt. Der Generalmajor Barcln von Lowcnstcrn ist mit dem Dampfboote »Dronning Maria' über Stettin nach W»en abgereist, um die (Zondolen-zen so wie die Glückwünsche Sr. Majestät des Königs an den Kaiser Ferdinand I., so wie die Ant« werten auf die durch den Grafen Esterhazy überbrachten Schreiben zu überbringen. (Oest. 25.) Frankreich. Der Courncr schreibt aus Toulon vom 9 April, daß der Befehl gekommen sei, das Linien« schiff BreSlau auszurüsten. Man würde sonach in Kurzem im Hafen von Toulon segelfertig haben: ein Linienschiff zu drei, zwei zu zwei Verdecken, sechs Fregatten und eine große Zahl von Corvetttn und leichten Schiffen. Die Nachrichten aus Algier vom 6. April sind traurig. Man schlug sich neuerdings zu Bussarick. Unsere Truppen wollten einige errungene Vortheile benutzen, und einen größcrn Schlag gegen die Ara-ber ausführen. Sle verfolgten sie bis in die Nähe von Belida; plötzlich silömten aber Haufen von Beduinen von allen Seiten herbei, so dah man sich mit beträchtlichem Verluste zurückziehen muhte. General Bro soll unter den Verwundeten seyn. Auch sollen noch zwei Kanonen zu Havuch Bey (dem Pachtgute des Bey) verlassen worden seyn. Die Feindseligkeiten scheinen durch jenen alten Ma» rabut von OoNeah, Oulio Sidi Ali Ben Bark, ge» leitet zu werden, den General Bcrthczene zum Aga der Araber wegen seines Einflusses auf die benach« darten Stämme von Algier ernannt hatte» Dieser Mann wurde dem Herzoge von Rovigo verdächtig, der ihn verhaften, lange gefangen halten lieh, und eine Million Löscgclo von ihm forderte. General Voirol ward^ vielleicht auf sein Ansuchen, ermächtigt, als er das Commando erhielt, ihn in Freiheit zu setzen. I)N, um seine Esconc nach Pam» pelunu zu bilden. Der Tag seiner Abrclse au5 Baycnne war noch unbekannt. Das Journal des Dcbals meldet, daß dcr bt. lüchtigt^iZarlisten-(Zhef (^arniccr bei seinem Ucber. "lg gang übe» die Ebrobrücke bc'i Miranda von den tZhrisiinos gefangen und wahrscheinlich bereits er. schössen sei. Valdes scheint entschlossen, nock mehr Versiär« kungen abzusenden, und sich selbst rcm Kriegsschau-Platze zu nähern; ein Entschluß, der vollkommenen Grfolg verspräche, wen», oie Königinn.Regenlinn ihn begleiten konnte. Viele glauben daran, und jedenfalls bezeichnet man die Schließung der Eorles, welche am Ende dieses Monats Statt finden wird, als den Zeitpunct der Abreise des Kriegsministers. In der That haben sie nur noch das Gesetz über die innere Schuld zu discutiren, welches Geschäft zwei bis drei Nocdcn dauern kann. Die ultralibcrale Partei wird sich ohne Zweifel nach Kraficn anstrcn« gcn. um die Auflösung der Kammern hinauszurük. ken; aber die Majorität ist einschlössen, das Ministerium in seinem Einschlüsse, sie baldmöglichst zu schließen, zu unterstützen. Alle Versuche derselben Partei, die Minister ;u stürzen, blieben erfolglos. Die Stattmil'z wird nach ihrer neuen Organise ti hält lin Decret der Königinn« Regei'tinn vom 7. April, traft dessen der Kriegsminister General Valoes zum Oberbefehlshaber sämmtlicher Streitkräfte in Navarra, in den basischen Pro« rinzcn, in Altl'asiilien und in Arragonicn ernannt w'no. Mina uno die übrigen Generäle sollen >e» coch ihre Oominanoo'v unter ihm behalten. Valccs hat Madrid bereits verlassen und ist nach Vittoria abgereist. Nachrichten aus Pamplona vom 17. melten, daßVal.esdcider" smceangelangt war, aber anstatt nach Pamplona zu gehen, sogleich das Kommando der Truppen übclnommen, und mic te,: drei Divi-slonen, die in oer Ridera standen, ten Weg nach der Borunda eingeschlagen halte. — Mina hac ihm tic Division Gurrea geschickt; Boldes wird also 24 Bataillons haben. — Der General Vigo ist mii der Brigade von Arragonien nach Pamplona zurückgekehrt- — Er Hit eine Escadron in Sarra-gossa gelassen.» (Ocst. B.) Großbritannien. Nach der Iamaila'Roy>.il Gazette belauft sich die Zahl de» Schwarzen auf Jamaica, rvelcke jetzt als Vorbereitung auf ihre gänzliche Freilassung eine Lehrzeit zu erstehen haben, auf Ioy,,^, unv ikr Sachwerth wird auf »5/552,3o6 Pf. St. geschäht. Die Zahl der Kinder unter sechs Jahren beträgt 33,755. — Die Delhi.Gazette enthält eine Liste von einer Reihe Geschenke, welche Se. Hoheit ber Maharajah Runjeet Sing von Lahore Tr. Majestät dem Könige von England bestimmt hat. Die Londoner Blätter vom iä. April bringe« die Zusammensetzung des neuen Mini« steriumK. —Folgendes ist die officielle Liste des neuen Eadinetts: Erster L«ro des Schaz« zcs, Lord Melbourne; Präsident deö geheimen Rathes, Lord Landsdowne; erster Lsrd der Admi? ralilät. Lord Auckland; Kanzler des Herzogthums Lancaster, Lord Holland; Forstdepartement und Geheilnsiegelbewahrer, Lord Duncannon ; Staats« sccrctär des Innern, Lord I. Russell; Staatsse» cretär der auswärtigen Angelegenheiten, Lord Pal» mcrston; Staatssccrctär dcsEolonialdepartemcnts, EharleK Grant; Präsident des Bureaus det ost« indischen Angelegenheiten, SirI.Hobhouse; Kriegs« secrclär, Lord Howick; Prasioent des Handelsbu» rcaus, Poulett Thompson; Kanzler der Schatzkammer, Spring'Rice. — Ohne Sitz und Stim« me i,n Eabiliette: Grohsiegelbewahrer und Präsi« dent desHauses der Lords, Lord Brougham; Com» missärc für das große Siegel, Sir E. Pevys unv Sir L. Sbadwell; Gcncralpostmeister, Marquis von Eanyngham; Lordlieutenant von Irland, Graf von Mulgrave; erster Secretär für Irland, Sir (Ä. Grey : Kanzler für Irland, Lord Plunketl; Ge« ne^alzahlmeister und Schatzmeister der Marine, Sir Henry Parnell; Secretäre des Schatzes, Hr. E. I. Stanley und Hr. F. Baring; Secretär der Admiralität, Hr. R. Gordon; Unierstaalsfecretär beim Departement des Innern, Hon. Fox Maule; Untcrsiaatösccretär im Eolomaldcpaltcm.-nl, Hr. Labouchere; Lords des Schatzes, Lord Seymour, Hr. Stewart und Hr. W. H. Ort: Bureau der Admiralität, Admiral Adam, lZapitän lZlllot un> Lord Dalmeny; Generalfeldzcugmeisier, Oberst Lcith'Hay; Attorney» und Soli.it^lsgenerals für Irland, Hr. Perm (kein Katholik, wie es, OMr irng hieß) und O'Loughlm: Iuogeatvocatt, Hr. i5o ßutlar.Fergusson; Lordadvocate für Schottland, Hr. Murray; Attorney- und SolicitorgeAerals, Sir I. Lampdcll und Hr. Rolfe.« (Ocst. B.) Ungeachtet dcr Ministerialocränterung scheint Lord Heytcöbury doch als Gcneralgouverneur n^ch Ostindien zu gehen: die Fregatte Jupiter sollte ihn am 2i. d. M. zu Shcerneß nebst dem General Sir Henry Fane, der am iü. noch eine Audienz beiln Könige hatte, an Bord nehmen. 'Lord Heylesbury hat den Oberstlieutenant Bowles zu seinem Secre» tcir für die Militärangelegcnheiten ernannt. — Auch der Capitan Fane begleitet ihn nach Indien. Die Mary Brown hat Nachrichten vom Cap der guten Hoffnung bis zum 6. Februar üderbracht. Die Truppen waren, als das Schiff abging, noch lncht ins Kaffcrnland eingerückt, da man, vor dem Beginne von Feindseligkeiten im Feindeslande selbst, sich erst Gewißheit über die eigentlich schuldigen Stämme verschaffen wallte. Der Zustand der An« gelcgenheiten rvar weit günstiger, als zu irgend ei« ner Zeit seit dem unseligen Einfalle der Kaffcrn. Mg. Z.) Gsmannischcs Reich. Das Journal de Smyvne meldet aus Alexandria vom 5. März: »NichtS geseicht in der Politik, nichtS im Handel, Alics ist in Anspruch genommen durch die Pest, deren Verhee« »ungen immer schrecklicher werden. Die Zahl der Opfer, die ihr täglich fallen, beträgt seit einer Woche i5c> im Durchschnitt. Gestern starben iüo. Besonders unter den Eingcbornen wüthet die Teu> che; doch bleiben die Franken nicht ganz frei. Alle Dorfer der Nilufer sind von der furchtbaren Geißel heimgesucht. Es ist zu fürchten,, das; bald ganz Aegypten ihr zur Beute werde. Das Nebel ist so groß, daß alle Vorsichtsmaßregeln aufgegeben sind; die angesteckten Hauser wcrden nicht mehr abge« schlössen oder gereinigt. "Das Volk untcnrarf sich den Vorsichtsmaßregeln ohnedieß nur mit Wider« willen. — Nachschrift rom i3. In Alcxan« dria sterben jetzt an dcr Pest, adschon die Flotte nach ch auf' gcdrcchcn, und gegen Ma^cdo.u?», gewandert. Ä r g ^1 p t e n. Zin Schreiben cuS (Z a n e a vc:n ,7. Ä>ärz Macht Mcldunq vo„ dcr Anluiitt der ag^rcisch^, Flotte auf 5cr Rbede von S u t.1. Dieselbe besteht auS 6^!»icnsä)iffe!l. oaruntcr 2 Drckvcker, drei voj, den Linicüschiffen tragcn »cx) Kanonen; flriicr , Corvette, 5 Brigg und ä Transporlschiffc Dicsc 1!^ Klicgssäiisf.' hadrn an Bord mchr al) l>s»^c» Ma« tr^len, uno hoben sich in ocr Absicht an dic Küste 0cr Insel K^ndia bcgebcn, um vor dcr Pest sicherer zu seyn, wclcbc fortwährend zu Alexandria wüthet, und selbst (5airo bcdroht. Bis jetzt ist auf dcr Flotte noch kcin Pcstfall vorgekommen. Dtr Be-fcdlsbaber dicscr ägyptischen Escadre ist der Admiral Mutuscd.Pascha, abcr eigentlich ist es Hr. B es-so n, dcr als Generalmajor in dcn Diensten Me« hemed Ali's steht. Die neuesten Nachrichten , die man zu Marseille aus Alcxantria erbalt^n Hal, melken, daß von der auf 56oon Mcnschcn geschätzten Bev^kc. rung bis zum 24. März ,2aoc> an dcr Pcst gcst^r. ben. und d^lß sic nock fort wüthc. Spätcrn Nach« richten zufolge, soll sic jet och schon elnas im Abnehmen seyn, dagegen aber (öairo und selbst Obcr-agypten bedrohen. (O. V.) Dieser Zeitung ist die Beilage der eingegangenen Museums-Beitrage Nr. 9, angeschlossen. Vkvacteur: ^r. rav. Neinrich. Verleger: Agnaz Al. «5vler v. Aleinmayr.