IV. Jahrgang. Nr. 35. Zeitschrist str vaterländische Interessen. Erscheint jeden Dinstag und Freitag und kostet: Insertionsgebühren: Für die 2spaltige Petit-Zeile oder deren Raum Mit der Post: Für Laibach sammt Zustellung: bei lmaliger Einschaltung 6 kr., 2 Mal 8 kr., 3 Mal 10 fr, Ganzjährig fi, S.— Ganzjährig fi. 5.— Stempel jede« Mal 30 kr. Halbjährig „ 3.— Halbjährig , 2.Z0 Inserate übernimmt Haasrnstein ss Vogler in Wien, Wollzeile 9, Einzelne Nummer 5 kr. Hamburg, Berlin, Leipzig, Frankfurt o/M., Basel. Die Redaktion befindet sich am Hauptplatz, Nr. tN, II. Stock. Geldsendungen sind zu richten an den Eigenthümer de« Blattes. Die Administration in Ottokar Klerr's Buchhandlung Manuskripte werden nicht zurückgesendet, anonyme Mittheilungen nicht Hauptplah, Nr. 313. berücksichtiget. Laibach, Freitag am 30. April 1869. Dr. Toman's Rede gelegentlich der Debatte über das Volksschulgesetz. Trotzdem der Schluß der Rede des geehrten Herrn Vorredners jeden, der nur irgend einen Sinn für Freiheit, Bildung und Kultur im Herzen trägt, herausforderte, für das gegenwärtige Gesetz zu stimmen, so muß ich gestehen, daß mich weder derselbe noch die früheren weitwendigen Bemerkungen im geringsten dazu zu bestimmen im Stande sind. Auch muß ich dem Herrn Vorredner sagen, daß er sein Wort nicht im geringsten gehalten hat, wie er es zu Beginn feiner Rede versprach, die Gründe, welche der erste Redner am ge­strigen Tage in der Generaldebatte dafür vorgebracht hat, daß die Gesetzcsvorlllge verfassungswidrig ist, einer Prüfung zu unterziehen; noch weniger hat er etwas dagegen vorgebracht. Diese Behauptung steht also noch ganz fest, und ich kann mich im allgemeinen bloß auf das, was der geehrte erste gestrige Herr Redner vorgebracht hat, beziehen. Hiezu erinnere ich noch an eines: Wenn ich behaupte, daß die gegenwärtige Gesetzesvorlage gegen die Verfassung des Reiches, daher auch gegen die Verfassung der Länder ist, weil die §Z. 11 und 12 des Staatsgrundgesetzes über die Reichsvertretung, die Reichsverfassung und die Länderverfassun­gen zusammenhalten, fo deduzire ich das nebst dem, was gesagt wurde, aus folgendem: I m §. 11 steht ausdrücklich, daß dem Reichsrathe die „Gesetz­gebung" rücksichtlich der Universitäten zusteht, daß aber lücksichtlich der Volksschule nur die „Grundzüge", also allgemeine Prinzipien von ihm aufgestellt werden follen. Wer nun das Gesetz in die Hand nimmt, ein so viele Para­grafe umfassendes Gesetz mit so minutiösen Bestimmungen, deren viele in mancher Hinsicht dem Länderrechle Abbruch thun, der muß offenbar fagen, daß es weit über jene Berechtigung des Reichsra­thes, gemäß Z. 11 des zitirten Staatsgrundgesetzes Grundzüge für die Volksschule zu schaffen, hinausgegangen ist. Ich erlaube mir aber noch weiter zu bemerken, daß dieses Ge­fetz nicht nur gegen die §Z. 11 und 12 des Staatsgrundgesetzes über die Reichsvertretung, fondern auch gegen andere Paragrafe der Verfassungen des Reiches und der Länder verstößt. Wi r haben im Z. 19 des Staatsgrundgesetzes, welches die Rechte und die Pflichten der Staatsbürger normirt, das Recht der Völker hinsichtlich der Pflege ihrer Sprache angeführt. Meine Herren! Dieses vorliegende Gesetz — der Herr Abge­ordnete Schindler möge sich daher in dieser Hinsicht beruhigen — ist aber auch in dieser Richtung nicht verfassungsmäßig, es ist gegen die bezüglichen Rechte der Völker verfaßt. Es stellt in den ßZ. 6, 17 und 31 Bestimmungen aus, welche gegen den zitirten ß. 19 sprechen. Der ß. 6 normirt, daß der Landesschulrath zu „entscheiden" habe über die Unterrichtssprache und über die Erlernung einer zwei­ten Landessprache. Soll der Landesschulrath also das Recht der „Entscheidung" haben, was die Sprache betrifft? Ist dieses Recht nicht normirt im §. 19, den ich früher genannt habe? Oder wird man mir sagen, daß §. 6 des Gesetzes ausspricht, daß es bloß nach Anordnung derjenigen zu normiren ist, welche die Schule erhalten? Dieser Z. 6 spricht aber bloß davon, daß die Erhalter der Schule bloß „anzuhören" sind. Ist die „Anhörung" mehr als ein beliebiges Fragen und ein beliebiges Annehmen der Antwort, ohne daran sich gebunden halten zu müssen? Ich frage weiter, meine Herren, was sind dann die im ß. 6 dieses Gesetzentwurfes bezogenen Gefetze, wenn der Landesschulrath die Entscheidung zu treffen hat, der eigent­lich nichts zu entscheiden hat, sondern nur ein exekutives Organ ist und die betreffenden Gesetze zu erfüllen hat? Dieses Recht hinsichtlich der Sprache ist im §. 19 allgemein normirt, und es haben die Lan­desgesetzgebungen das Nähere erst speziell zu normiren, was ihnen ausdrücklich zugehört, was auch der Landtag des Landes, das ich zu vertreten die Ehre habe, gethan hat. Ist feiner im Z. 31 die Anforderung der Völler erfüllt, daß sie lücksichtlich der Unterrichtssprache allein durch ihre Landtage zu walten haben, wenn es dem Minister zusteht, daß er an den Leh­rerbildungsanstalten allein nach Belieben zu bestimmen hat, welche Sprache dort giltig ist? Ist denn der Minister des Unterrichts der Ausfluß und die Quelle des Rechtes gegenüber dem ß. 19, gegen­über dem ewigen Rechte der Völker, daß sie sich in ihrer Sprache bilden, daher auch ihre Lehrer in ihrer Sprache gebildet weiden? Ich kann es dem Ministerium als solchem, ich kann es dem gegenwärtigen Unterrichtsminister ebenfalls nicht überlassen, daß er mit seinen Beamten bestimme, in welcher Sprache die Lehrer an den Lehrerbildungsanstalten unterrichtet werden. Der gegenwärtige Minister für Kultus und Unterricht mag so erleuchtet und liberal sein, wie nur immer, ich kann es ihm nicht überlassen, daß er rücksichtlich des Volkes, das ich hier zu vertreten die Ehre habe, bestimme, in welcher Sprache die Lehrer an den Lehrerbildungsanstalten unterrichtet weiden, weil er schon manifcstirt hat, daß er die Sprache selbst nicht kennt, denn er hat ihr in ihrer gegenwärtigen Beschaffenheit und vielleicht überhaupt in ihrer Exi­stenz die Möglichkeit und Fähigkeit abgesprochen, daß in ihr Kultur und Bildung dem Volke zugeführt weiden könnte, wie irgend einem anderen Volke in der Sprache des bezüglichen Voltes. (Bravo! im rechten Zentrum.) Ich muß ihm entschieden zurufen, daß er in dieser Beziehung falsch urtheile, weil er die Sache nicht kennt. Weder er, noch irgend ein anderer Beamter im Ministerium kennen gründlich die slovenische Sprache. S o oft darüber hier gesprochen worden, haben sich diese Herren selbst ihr Zeugnis; dahin gegeben, daß sie über die Sache urtheilen, wie jemand, der die Sache nicht kennt, und ich rufe ihnen mit einem großen deutschen Geiste, mit Göthe, zu: „Lieber Freund! Wenn eine Schrift für Dich nicht leserlich ist, so ist die Schrift allein noch immer nicht schuld. Die Schrift kann klar sein, aber im Kopfe ist es nicht klar." (Bravo! im rechten Zentrum.) Und ich sage Ihnen, meine Herren, daß diese Sache dem Ministerium nicht klar ist, daß es sie nicht kennt. Wenn weiter im Z. 17 ausdrücklich gesagt wird, daß an den Bürgerschulen absolut deutsch vorgetragen weiden müsse, so kann ich das nicht zugeben. Wenn wir dieß haben wollen, so werden wir uns schon selbst ein Landesgesetz darüber geben, aber es ist dieß tendenziös gegen alle, die nicht der deutschen Nation angehören und wenn auch nur dieses Prinzip allein in dem Gesetze stünde, so wäre das Gesetz schon eine Verletzung der Rechte aller nichtdeutschen Völler Oesterreichs. Meine Herren! Wenn man einst versuchte, uns in der Weise zu germanisiren, daß man die Kinder mit Strafen jeder Sorte be­drohte und belegte, daß man ihnen Ketten mit angehängten Kugeln an die Hände band, solange die Kinder slovenisch sprachen und nicht deutsch gelernt hatten, daß man, so lange das Kind nicht deutsch sprach, ihm eine Tafel mit der Aufschrift „windischer Esel" anlegte, so glauben Sie nicht, daß, wenn heute dich nicht mehr geschieht, wir heute Ihre gleichen Germanisirungstendenzen nicht crlennen, welche dahin gehen, im modernen Sinne mit liberalen Prinzipien zu ger­manisiren und die Nation sich selbst untreu zu machen. Aber das wird Ihnen so wenig gelingen mit der Freiheit, als ehedem mit der Sklaverei. (Bravo! Bravo! im rechten Zentrum.) Ich bin überzeugt, daß diese Worte, die ich hier spreche, in den Herzen aller nichtdeutschen Nationen Nachdruck finden werden, und ich warne Sie, meine Herren, ich warne das gesammte gegenwärtige Ministerium und insbesondere das Unterrichtsministerium, welches diesen Weg der „freien" Vergewaltigung betritt, einmal mit einer Verordnung, ein andermal mit einem Gesetze, das die deutsche Sprache hegemonisch allen Völkern aufdrängt, daß Siesich nicht eine zu große Opposition schaffen, die gewiß dieses System bewältigen, die Nationen aber erhalten wird, trotz aller Ihrer Machinationen und aller Ihrer Gesetzgebung. (Vravo! im rechten Zentrum.) Wenn es nach den Anschauungen des Herrn Unterrichtsmini­sters und der Herren Beamten des Unterrichtsministeriums ginge, so müßten wir ja ewig zur Unbildung und Unkultur verdammt, da­durch aber auch dem ferner« Vorwurfe ausgesetzt sein, daß wir eine rohe Masse, ein ungebildetes Volt sind. Meine Herren! Ich pro­testire, daß man, wenn wir Autonomie für unfer Voll verlangen, dann sagt, daß wir aus dem Grunde solche verlangen, weil das Voll roh wäre, als ob es roher wäre wie irgend ein anderes, als ob es nicht ebensoviel angeborne Fähigkeiten und entwickelte Sinn und Feuilleton. Laibacher Typen. (Fortsetzung.) Die „Mutter" (^«Nlin» ßeneri« m»8eull»l). Diesen Namen führt, ohne Rücksicht darauf, ob er ihr von rechtswegen gebührt, jene Klasse weiblicher Individuen, die vorzüglich in den Vorstädten üppig gedeiht, denn die Kinder der Stadthäuser nennen ihre Gebärerin „Mama". Die „Mutter" — sie hört auch in der slovenischen Sprache auf dieses Epitheton — zeichnetsich vor allem durch eine nach allen Regeln der Geometrie abgerundete, sehr gewichtige Körperform, durch ein keiner Mode unterliegendes Ko° stüme, durch eine männliche Stimme sowie durch männliche Manie­ren aus. I n ihrem Hause ist außer ihr niemand Herr, der Mann spielt eine äußerst untergeordnete Rolle, er erreicht seine werthe Ehehälfte weder an körperlichem noch geistigem Gewicht; er ist gleich­sam der Form wegen da, sonst hat er selten eine Bedeutung. Die „Mutter" ist nicht als solche geboren, ihre jetzige Gestalt verdankt sie vielmehr ihrer Lebensweise. Als junges Mädchen — auf den Titel „Fräulein" hat sie selbst in den Jahren ihrer Blüthe nicht Anspruch gemacht — erregte sie vor Zeiten nicht geringes Aufsehen, ihretwegen fiel manche Schlägerei vor, mancher städtische Kourmacher trug aus dem Kampfe mit feinen vorstädtischen Neben­buhlern einen blauen Rücken davon. Sie verdiente aber auch in der That ähnliche Aufmerksamkeiten, denn die frische, gesunde, „appetit­liche" Farbe ihrer Wangen, die volle Rundung ihrer Glieder, ihre lebhaften Augen, ihre zarte Haut, der kräftige und doch biegsame Wuchs, ihr dralles Wesen und ihr entschiedenes Auftreten gab ihr in mancher Augen den Vorzug vor den blassen, lebensmüden, bla­sirten und zimperlichen Stadtfräulein, sie hörte manches Kompliment, worauf sich die ersteren viel einbilden würden, manches Auge sah lüstern nach der reizenden, üppigen Gestalt und seufzte. Aber sie achtete nicht darauf, sie glaubte nicht den Schmeichelworten, Liebes­betheuerungen prallten an ihrem marmornen Herzen ab; ohne Er­barmen ließ sie augenverdrehende Verehrer schmachten, sie blieb allen ein unerreichbares Ziel, bis sich endlich der rechte einfand und die vorstädtische Amazone gebändigt als Frau heimführte. Bildung hätte, wozu aber unsere Patrioten statt des Staates bei­ tragen müßten. Wenn wir Autonomie verlangen, so kann man uns also nicht, wie ein verehrter Herr Vorredner von der andern Seite (links), derlei Einwendungen machen, denn unser Volt ist nicht auf einer so niedrigen Kulturstufe. Stande es aber auf einer niedrigein Stufe, als das deutsche, so ist jenes System daran schuld, daß Sie auch jetzt noch im größern Maße fortsetzen wollen. Hatten Sie unserm Voll zu gleicher Zeit und mit rechten Mit­teln Bildung und Kultur zugeführt, wie dem deutschen Volle, so wäre es dem deutschen Volle gewiß an Bildung gleichgekommen, ja es hätte vielleicht dasselbe in mancher Beziehung überflügelt. Wir sind nicht gesonnen, ich versichere Sie, meine Herren, weder einer Person, noch einem Ministerium, noch einer Sache, noch irgend welchem Prinzipe die Selbständigkeit der Nation aufzuopfern; sie ist aber geopfert durch dieses Gesetz, mag dasselbe noch so libe­rale Prinzipien sonst in sich tragen. (Bravo! im rechten Zentrum.) (Schluß folgt.) Tagesneuigkeiten. Lllibllch, 30. April. — (Das Konzert der Frau Odi), welches, wie bereits erwähnt, nächsten Sonnta g im Saale der öitalnica stattfindet, umfaßt folgende Nummern: 1. „? onnöni po^äi-av", Bari­tonsolo mit Chor, von Nedved; 2. Arie aus der Oper „Na­riuo Maliern", von Donizetti; 3, „Domovini", Solo für Violin, von Hauser; 4. ,,^js v u ed o", Terzett für So­pran, Tenor und Baß mit Klavierbegleitung, von Durrner ; 5. „1 / ^.ääio" , Duett für Bariton und Sopran; 6. Quartett für Klavier, Violin, Viola und Cello, Opus 61 in Hz-äur, von Beethoven. — Hierauf folgt das beliebte Lustspiel „La d 12 Tra u ja" , neu inszenirt und mit neuen, zeitgemäßen Kouplets be­reichert. I n den Zwischenpausen spielt die Militär-Musikkapelle. Anfang um 8 Uhr, Entr6 50 lr. — Da Frau Od i beiunfermPu- Nllch diesem für alle übrigen Verehrer sehr tragischen Ereig­nisse verschwand sie allmälig ans der Liste den „Städtern" sichtbarer vorstädtischer Schönheiten, sie wurde eine brave Hausfrau, lebte nur ihrem Hauswesen, ihrem Manne und ihren Kindern. I m Laufe, dieser Periode, in welcher sie nachgerade in Vergessenheit gerieth, erzog sie ihre Kinder nach der Methode, welche an ihr angewendet worden war, gewann allmälig eine immer größere Herrschaft über ihren Mann und gedieh an Geist und Körper, vorzüglich an letzterm. Da sie in der Eigenschaft als Hausfrau die Würde der Herrin herauskehren mußte, so kam ihr der weibliche Charakter immer mehr abhanden, dafür setzte sich nachgerade der männliche an; die Stimme verlor den Schmelz, sie begann rauher zu werden, bis sie eine der männlichen ziemlich nahe kommende Tiefe und Entschiedenheit er­reichte. I m entsprechenden Grade verlor sich auch die Zärtlichkeit gegen ihre wachsenden Sprößlinge; sie liebt zwar dieselben noch, das Herz gehört ihnen, aber sie zeigt es nicht, sie pflegt dieselben durch äußerliche Zärtlichkeiten nicht zu verwöhnen und zu verderben, gleich jenen Müttern, welche von ihren verzogenen Kindern noch im zwan­zigsten Jahre „Mama" gerufen werden und zwar mit einer unna­türlich affektiven Betonung. Die „Mutter" ist in ihrem Rayon eine von niemandem ange­fochtene Autorität. Von ihrem dem Körperumfange angepaßten Thron­fessel aus ertheilt sie Befehle, ihre Kinder und Dienstboten nahen dem Heiligthum, wo derselbe sich befindet, stets mit Ehrfurcht, nie ohne Noth, wenn sie spricht, schweigt alles, alles gehorcht ihrem Rufe, es gilt kein Protest, sie duldet keinen Widerspruch, kurz, sie ist die herrschende Königin ihres Reiches. Sonntags sieht man sie in der Kirche stets an ihrem Platz, Nachmittag macht sie mitunter bei entsprechend schönem Wetter Ausflüge oder Besuche bei ihren Iugendfreundinen auf dem Lande, welche selbstverständlich nur an Wirthe verheiratet sind. Mit sichern, Blick erkennt sie den Werth jedes Menschen, ist eine Feindin aller Komplimente und kurz angebunden mit Leuten, die nicht ihr Wohlgefallen haben. Da sie häufig in die Lage kommt, verdientes und unverdientes, wahres und geheucheltes Elend zu sehen, so läßt sie sich, um nicht an Unwürdige ihre Güte zu verschwenden, von keinem rühren, ihr Herz ist mit einer harten Kruste umgeben, welche diestehendsten Bitten nicht wegschälen. Aus demselben Grunde blilum wegen ihrer ausgezeichneten Leistungen als Sängerin und Schauspielerin im besten Andenken lebt, so steht für den genußreichen Abend zweifelsohne ein sehr zahlreicher Besuch in Aussicht. — (Die Vorbereitungen zum Tabor), welcher am 17. Mai in Viimarje stattfinden soll, nehmen einen sehr erfreulichen Fortgang und liefern sehr befriedigende Resultate. Von allen Seiten »erhalten wir Berichte über die Begeisterung, womit das Landvolk die Kunde davon aufnimmt; diese bürgt genügend für eine unge­wöhnlich zahlreiche Vetheiligung seitens desselben. Alles nähere wird seinerzeit der Ausschuß der „Slovcnija" bekannt geben. — Zu dem am Sonntag den 2. Mai festgesetzten Tabor in Sevnice(Lich» tenwald) wird sich auch eine Deputation des „Solol" begeben. — (Verschiedenes und doch gleiches Maß!) Zu Ehren des neuen Bürgermeisters gab der Herr Landespräsident — wie das „Tagblatt" berichtet — am 26. April ein Diner, welchem die Spitzen der Zivilbehörden und des Militärs, der Vizebürger­meister DeLman, Gemeinderath Maliö, der Landeshauptmann von Wurzbach und Domdechant Pogaöar als „Repräsentant des Klerus" beiwohnten. Der Herr Fürstbischof nahm nicht Theil daran. — Anläßlich dieser besondern Aufmerksamkeit des Herrn Landespräsi­denten für den neuen Gemeinderath und dessen Bürgermeister, ist es zeitgemäß, sich zu erinnern, daß der Repräsentant der Regierung die Landtagsllbgeordneten während der letzten Session nie in seinen Salons empfing. — (Die Adresse des katholischen Vereines für Krain) zur Feier der Sekundiz des heil. Vaters konnte am 11. d. M . mit den anderen ähnlichen Adressen nicht übergeben werden, wurde aber Sr. Heiligkeit am 20. d. M. sammt der Brochure „Äatomasnil: ?ij IX." durch Hrn. Grafen Leo Thun in einer Privataudienz überreicht. — Wir hatten Gelegenheit, von dem Brief «Ansicht zu nehmen, welchen Graf Thun deßhalb an den Präsidenten des Vereines Grafen Wurmbrand schrieb, und bringen die auf die Nebergabe der Adresse Bezug habenden Stellen; sie lauten: „Ich hatte um eine Abschiedsaudienz gebeten, und da ich sie für heute ist sie unnachsichtig gegen menschliche Fehler, Irrthümer und Schwä­chen; sie selbst ist sich deren nicht bewußt, warum sollte sie dieselben bei anderen rechtfertigen? Wenn wir schließlich noch anführen, daß diese „Dame" sich von anderen ihres Geschlechtes dadurch vortheilhaft unterscheidet, daß sie dem Tratsch nicht ergeben ist, daß sie mit kurzen Worten ihr Ver­dammungsurtheil spricht, so geschieht es nur, um an ihr ein schätz­bares Merkmal zu lonstatiren, das gewöhnlich den meisten abgeht; und damit glauben wir sehr viel gesagt zu haben. Die Studentenfrllu (N»b» v»r»xj ragt mit ihren Gewohnheiten im Umgange mit ihresgleichen teil ­weise in die Klasse der Kaffee- und Klatschschwestern hinein. Ihr Vorleben verlief ganz nach der Art jener, nur waren sie nicht „wohl"- oder gar „hochwohlgeboren", obschon ihre Wiege meistens hoch unter dem Dache stand. Einigen war das Heiraten gelungen, und zwar ist ihr Mann entweder Kanzleidiener oder Bahnbediensteter der niedern Branche; andere wurden — wenn man bösen Zungen nicht glaubt — als Jungfrauen alt und zwar infolge eines körper­lichen Anhängsels, eines Auswuchses am Rücken, Halse oder gar an der Nase; die dritten endlich, und diese wollen die zahlreichsten sein, haben dem Iungfrauenstande ihrer oft wiederholten Versicherung nach aus Widerwillen gegen jeden andern nicht entsagen können,sie wollen ihr jungfräuliches Leben beschließen mit dem Werke der Nächsten­liebe, was ja doch die Pflege und Erziehung wilder Bauernjugend un­bedingt genannt werden muß, denn reich wollen sie dabei nicht wer­den und werden es in der That auch nicht. Daß sie als Entlohnung für das anstrengende Kommando über die ihnen anvertraute Jugend ihren und ihrer etwaigen Familie Unterhalt beanspruchen, ist nicht mehr als billig und niemand so ungerecht, sie der geringsten Eigen­nützigkeit zu zeihen. Eine erfahrene Studentenfrau hat für jeden Zögling, klein oder groß, das gleiche Maß, jeder muß die vorgeschriebene Quantität an Lebensmitteln für seine Verpflegung liefern, jeder den bestimmten Tarif zahlen; alle sind Glieder einer Familie, alle essen an ei­nem Tisch, der sich unter dem Gewichte der Speisen nicht biegt und schlafen dutzendweise oft in ein- oder zweistöckigen Betten. Da diese „Megären" einander nur nach Zöglingen schätzen und die (den 20.) erhielt, so konnte ich auch noch die Adresse und die Bro­chure in die Hände des heil. Vaters niederlegen und ihm bei dem Anlasse über den Eifer und die wohlthätige Wirksamkeit Eueres Vereines einige Worte sagen. Er hat die Adresse fehr gnädig auf» genommen, im allgemeinen feine Freude an dem Erstarken des ka­tholischen Bewußtseins ausgesprochen und mich ermächtiget, seine ermuthigenden Worte Euch auszurichten, so daß Ih r inbegriffen seid in dem Segen, den er in der großen Audienz am 11. allen ertheilt hat. — Schließlich noch meinen Dank für die mir überschickte Bro­chure „ÄÄtomaZiiiK". Leider bin ich der Sprache derselben nicht mächtig, doch habe ich beim Durchblättern die Anordnung und Rich­tung deutlich genug erkannt und freue mich herzlich derselben. — Die Ausstattung der Adresse ist wirklich sehr gelungen. 8 LoKem. Leo Thun." — (Faber's Sprechmaschine.) Diese Wundermaschine der überraschenster Art wird sich Samstag den 1. Mai im hiesigen landschaftlichen Theater in nur einer Vorstellung produziren. Es ist dieß die vom verstorbenen Professor Faber erfundene und konstruirte Sprechmaschine, durch welche auf rein mechanischem Wege nicht nur einzelne Worte sondern ganze Sätze gesprochen werden. Der Neffe Faber's und dessen Frau behandeln das kostbare Instrument mit wahrer Virtuosität und erklären die Einrichtung desselben auf das genaueste. Es ist lein Zweifel, daß dasselbe nicht nur in Kreisen von Fysikern und Sprachforschern, sondern auch unter allen Gebil­deten das lebhafteste Interesse erwecken wird, weßhalb wir die Auf­merksamkeit unsers verehrten Publikums auf eine Erscheinung lenken zu müssen glauben, welche in der Welt gerechtes Aufsehen erregt. — (Zur Verläßlichkeit der Notizen im „Tllg­blatt".) Aus Bisch oflack geht uns von einem Gemeindera­the folgende Mittheilung zu. Das „Tagblatt" brachte kürzlich die für feinen Anhang zwar sehr schmeichelhafte, sonst aber kaum glaub­liche Nachricht, der Gemeinderath von Bisch oflack habe die filharmonische Gesellschaft — hinter dieser steckt natürlich auch der „Turnverein" — zu einem Ausfluge in unfcre Stadt ein­ „reichsten" beneiden, fo erstreckt sich der Haß auf das ganze feind­liche „Reich", sie üben strenge Polizei unter einander, bewachen sich mit eifersüchtigen Augen und suchen das feindliche Lager durch allerlei Hausmittel, z. B. durch Angebereien bei Professoren und Direktionen, die ihnen ein williges Ohr leihen, durch Aussprengen wahrer oder erfundener Gerüchte, durch Pfiffiges Wegfischen von Kostzöglingen u. s. w. zu schwächen. Ihre Meetings sind sehr lebhaft, mitunter laut, und enden nicht selten mit hitzigem Wort- und Nägelgefecht, aus welchem einige sichtbare Spuren in den Haaren oder auf den Wangen davontragen. Nebstbei sind sie Besitzerinen wichtiger Stadtgeheimnisse, die niemand erfährt, wenn er sie nicht hören will, besorgen in Muße­stunden gerne Kommissionen aller Art und beleben die ersten am Morgen die Stadt durch ihre Klappschuhe auf dem Gange zur Frühmesse; dort holen sie sich gewöhnlich die neuesten Neuigkeiten und leben den Tag über von dem Wiederkäuen derselben. Die in­teressantesten davon sind natürlich geheime Liebesverhältnisse von Studenten aus dem feindlichen Lager; durch ihre Bemühung wird das Geheimniß bald publik und wenn infolge dessen der arme Sün­der „springt" und der Ruf des Mädchens befleckt wird, dann fühlen sie eine innere Befriedigung ähnlich jener, welche nach einer voll­brachten edlen That sich einstellt. Da sie selbst nie in die Lage ka­men, daß ihr guter Ruf je mit Grund angefochten worden wäre, so kennen sie den Werth dieses Gutes nicht und rauben es daher ohne Gewissensbisse. Den Werth ihres Instituts schätzen sie nach der Anzahl Geist­licher, Beamten, Professoren u. s. w., die aus demselben hervorge­gangen, und setzen stets bei, daß dieselben den jetzigen Stand unbe­dingt dem Umstände verdanken, daß sie unter ihre r Obhut gestan­den; anderswo beköstigt und verpflegt wären sie unfehlbar mißrathen, wie an zahlreichen Beispielen ersichtlich. Trotzdem also diese Klasse gleichsam die Gründerin des staat­lichen Lebens ist, findet sie leider bei der undankbaren Welt zu we­nig Beachtung. Um nicht eines gleichen Undanks beschuldigt zu wer­den, glaubte der Feuilletonist, der seine jetzige Stellung ohne Zweifel auch einer oder mehreren dieser Grazien verdankt, durch die Schil­derung derselben nur seine Pflicht zu erfüllen. (Forts, folgt.) geladen. Hören Sie den Sachverhalt. Eines der Häupter dieser Vereine wendete sich brieflich und privati m an einen Vertreter un­serer Stadt mit der Frage, ob einige Sänger nach Bischoflack einen Ausflug machen könnten, worauf natürlicherweise die selbstverständ­liche Antwort erfolgte, daß dieß jedermann freistünde. Aus dieser Antwort an einen sich privati m anfragenden Vorstand, welche also nur einen private n Charakter haben konnte, da thatsächlich weder im Gemeinderathe unserer Stadt die Angelegenheit zur Sprache kam, noch auch derselbe diesbezüglich verständigt wurde, schmiedete das „Tagblatt" in der bekannten Manier eine Einladung der Stadtvertretung an die filharmonisch e Gesellschaft, Wahrlich, wo derlei Keckheiten anfangen, da hört Verschiedenes auf! Wenn der genannte Verein wirklich kommt, so wird er aus Mangel an allen Sympathien schließen können, daß er nicht von der Stadt eingeladen worden. — („?oä lipo".) Wie wir hören, liest das flovenische Volk die seit dem Monate Jänner d. I . in Tuest erscheinende Mo­natschrift „?oä lipo", die übrigens für die Bedürfnisse unseres Volkes wirklich ganz passend ist, recht gerne. Zu unserm Bedauern haben wir jedoch vernommen, daß viele öitalnice, die als Lese­vereine doch vor allem die Aufgabe hätten, unserer Publizistik tat­kräftig unter die Arme zu greifen, dem jungen literarischen Unter­nehmen nicht jene Unterstützung angedeihen lassen, deren es bedarf und die es vollkommen verdient. — I n Laibach abonnirt man in Klerr's Buchhandlung; man zahlt monatlich z e h n Kreuzer, kann jedoch auch auf längere Zeit in vorhinein den Pränumerationsbetrag erlegen. — (Gustav Dzimski's General-G eschäfts-Tabel­le n.) Wir haben bereits im vergangenen Jahre auf das Erscheinen des vom Herrn Gustav Dzimsti bearbeiteten und unter dem Ti­tel: „General-Geschäfts-Tabellen" herauszugebenden Tabellenwertes aufmerksam gemacht und sowohl die Wichtigkeit desselben für die Erleichterung des geschäftlichen Verkehrs hervorgehoben, als auch er­wähnt, daß dieses Werk durch seine Korrektheit sich auszeichnet. Das vollständige aus sechs Abtheilungen bestehende Wert soll bereits in 14 Tagen die Presse verlassen, und wir rekapituliren hier, daß die erste Abtheilung die Interessen»Tabellen für jeden Kapitalsbetrag von 1 Kreuzer bis 10.000 fl. auf jede beliebige Anzahl von Tagen und Monaten, die zweite Abtheilung die Handels-und Gewerbe-Tabellen, die dritte Abtheilung die Reduktions- und Münz-Tabellen, die vierte Abtheilung die Post- und Telegrafen-Tabellen, die fünfte Nbtheilung die Gebühren-Tabellen und die sechste Abtheilung die Effekten-Ta» bellen über die Staats-, Grundentlasiungs-, Prioritäts-und Privat-Obligationen, sowie über die Staats- und Lotterie-Effekten, Pfand­briefe, Eisenbahn- und Industriepapieren der österreichisch-ungarischen Monarchie enthalten wird. Die letzte Abtheilung, welche unter Be­ rücksichtigung des Gesetzes vom 26. Juni 1868 verfaßt ist, wird in einem Separatabzuge u. z. gleichzeitig mit dem Hauptwerke erschei­nen, und können wir namentlich den Separatabzug der sechsten Ab­theilung der hochwürdigen Geistlichkeit als ein entsprechendes Hilfs­mittel bei der Verfassung von Kirchenrechnungen empfehlen. Wir erwarten, daß die vom Verfasser eingeleiteten Subskriptionen auf sein Werk von dem gewünschten Erfolge gekrönt werden und derselbe dadurch eine entsprechende Entschädigung für seine schwierige und mühevolle Arbeit findet. Mumblätter des „jüngsten Homeriden". (Aus dem konstitutionellen Gememderath) Glocken zu gießen versteh' ich für beide mir gleiche Parteien; Niese lauten zu Grab Deöman's Gefolge wohl auch. Schöpfe, o Mensch, stets so, daß Knödel der Löffel erwischet; Wenn dieß Dir nimmer gelingt, suche im Rathe Dir Trost. Aecker zu düngen für Kraut ist besser der Mist mir des Deutschtums; Doch bei Slovenen wohl auch finde ich manchen Prosit. Meister der Bürger bin ich, liberaler ^upÄ u von Laibach, Tanze jedoch nach der Weis', die der Geselle mir pfeift. Suppen foll löffeln ich hier, die für 0 iöen zu schlecht sind gckochet? Schlecht ist die Sach' Euch bestellt, sucht Advokaten Ihr schon. Gerne bin ich in dem Haus der berühmten Laibacher Dreißig, Welche die Bürger gewählt, frei nach der Konstitution: Steh t dri n ein Haufen von eßbarem Schotter, verdau' ich ihn trefflich, Laß ihn verschwinden zur Stell; nimmer zu finden die Spur. Sah't Ih r den Narren, der andern als eifriger Läufer nur dienet? Ohne Verstand für die Sach' trägt er zu Markte die Haut. Seh't, der bin ich; Adjutant der Garde des Laibacher Fortschritts. Möglich, daß mit dem Amt kommet bei mir der Verstand. Ltojts prijatli! 2a Kr »^8« Korane, Ko VM , ui ^urtsokritt! Vos ist der Intelligenz? Karte vun Kunstutition. I<Ä2 ^'s, äa ueiULö'Qo b Lembelg. Langen die Nummern nicht regelmäßig, an? Dann bitten wir uns gefälligst davon durch offene, portofreie Briefe mit der Bemerkung „Zeitungsreklamation" verständigen zu wollen. Uns trifft übrigen« kein Verschulden, wir eivedircn regelmäßig. VmmschliicMr 20-ThaIer-Losc, Haupttreffer sechs Ziehungen in einem Jahr, wovon die erste schon am 1. 5I»l stattfindet, heule a 3? fl. Banknoten. Näheres aus den Inseraten zu ersehen. 34—7. «l»I». O. 8»N,O«,, Graben 13.