Wbllcher /^l^^ ^A-AH' H^AH4> Nr. 22. Piän >l »icrat! onsPrcl« : I,,, Comptoir gcmzj. halbj.5U tt. Mit birPl'st uanzj. >!. l5>, halbj.si. 7.5«. Samsllig, 26. Jänner Insert! onSgcdllyr biö 10 ^cilcn: imal ctt^ „Die Pflicht der Selbsterhalluug spricht " ,'i, !' Ungarn eine gar eindringliche Sprache. Uud das; Uuaa?» d.eser Sprache uicht sein Ohr verschließt, daß das ^cr' Näudniß der Aufgabe,,, dic fie dem Lande stellt "i.iii l^s"! ^'/iefere Wurzel,, schlägt, beweise:: unwider,-uglicy Thatsachcu. "l>n'^^"^^"^"lt war von Seile der Regierung eine ^mnhcruug an den ungarischen Rechtsstandpunll nöthig, sollte Ungarn sich bereit zeigen, ans den, verschanzten Vager des positiven Rechtes zn treten. Seitdem aber jcnc Annäherung erfolgt ist, hat Ungarn mit entgegenkommenden Schritten wahrlich nicht gekargt, uud als der Reichstag im November zusammentrat, konnte Se. Majestät eonslatireu, daß nur mehr drei Differeuzpunttc der völligen Verständigung im Wege liegen. Den einen derselben hat die letzte imgarische Adresse selbst beseitigt. Indem Ungarn iu dieser Adresse auf seiu gutes Recht hinweist, crllärt es sich gleichzeitig bereit, jenes Princip, auf welchem sich die Wehrkraft des Reiches fortan erhebe,, soll, mit alleu seinen natürlichen Konsequenzen anzuerkennen. Ein zweiter Punkt: die Hott- nnd Handclssragc, findet in der Macht der Verhältnisse die Gewähr einer befriedigenden ^ösnng, Das materielle Interesse macht heutzutage seiuc Rechte allüberall mit überwältigender Macht geltend; seine Logik muß auch in Ungarn znm ^icgc gelangen, nnd Ungarn zeigt sich willig, sich dieser Logit zn beugen. Der dritte Pnnlt nber: die Frage der Finanzen nnd der Staatsschuld, „ahm bereits in jenem Angcublick die Wendung znr glücklichen Erledigung, wo Ungarn sich klar geworden, was es wollen soll, wollen mnß. U n < gärn will sein, Ungarn will eine schöne Znknn ft haben, cö mnß denn anch wollen, daß Oesterreich sci, uicht als loses Gebilde, als kräftiges Gauzes sci, daß cö als solches gedeihe. Wer aber eiu solches kräftiges Ganzes will, tann ihm nicht gleichzeitig die Pulsadern unterbinden wollen. Es konnten Meinnngsdifserenzen bezüglich der Methode bestehen, in Bezug auf die Sachc selbst war die Aasis der Verständigung bereits vorhaudeu. Daß heule priuei» pieller Schwierigkeiten nicht mehr gedacht wird, beweist, daß auch jcue Disfereuzcu mmmchr beseitigt erscheinen. Daß dem so ist, daukcu wir zunächst jenen zwaugs-losen uud verlranlichen Besprechungen, die wir seinerzeit so heiß ersehnt, so warm begrüßt uud deren Fäden sich weiter nud weiter zn dem festen Gewebe spannen, das das ncne und starke Band zwischen Ungarn und dem Gesammtreich zn bilden hat. ^ Wir stehen au der schwelle des Aus-gleiches mit Ungarn. Die Verständigung zwi schcn dem Interesse Ungarns nnd dem Reich sinter esse ist erfolgt. Noch erübrigt: die Thaisache in die legalen Formen zn kleiden. Doch das Bedürfniß uach Verständiguug, das Gefühl inniger Zusammengehörigkeit ist dies' wie jenseits so lebhaft n ud mäch tig , daß unter ihmu vereiulcu Druck gewiß alle jene uutergeordueteu Schwierigkeileu schwinden wer-den, die da oder dort der Krönung des Gebäudes uoch iu den Weg gestellt werden könnten. Die „RchllUlll" in Mnkrcich. Der „Mouiteur" vom 20. d. vcröffeutlicht folgenden Brief des Kaisers an den Staalsmiuister: ..Tuilerien, 1'.). Iäiiucr 1^67. Ncrr Minister! Seit einigen Tagen fragt man stch, ob uusere Einrichtungen die Grenzen ihrer Vervollkommnung erreicht haben, oder ob ueue Verbesserungen einzuführen wäreu, daher eine bedauerliche Ungewißheit, welcher eiu Ziel zu setzeu vou Wichtigkeit ist. Bisher haben Sie iu memem Nameu mnthig lämpfcu müfse", nm uuangcmcheue,vor, deruugeu zurückzuweisen und nur d,c In.t.at.ve zu Reformen zu lassen, welche uiUMh.und, lobald ihre ^- uude gekommen ist 5ente glaube ,ch, ">'' >' mo^.c .st, den Einrichtuugeu des Kaistrreul's a< e d.e Enlw.ckluug, dereu sie sähig sind, nnd den ossei.ll.chen le>i cme l'cue Aus ehnuug zu .M", "hue d.e Gewalt, welche d,e Natiou um- anvertraut hat zn g ah^en. Der Plan, den ich mir voraezeichnel habe, b l'h dann, d.c Unvoll-lounueuheiteu, welche dieZett enthüllt hat, zu^verbesseru uud unt uusercu Gcwohuhe.ten vereiubareu fortschritten Raum zn gcbeu: denn rcgierm he.jtt d,e gcwon.^ Erfahruugeu verwerthe.« und d'c Bcdurs>n,c der Zukunft voraiissehen. Das Dcerct vom 24. November 18,!0 hatte 'u,u Zwecke, den Senat und den gcsetzgebeudeu Körper uu-uiittelbar au der Politik der Regicruug zu bcthciligcu; nbcr die Adrcßdcballe hat uicht zu deu Ergcbuisseu ge-siihrt die ,nau vou ihr hätte erwarten sollen, sie hat bisweilen die öffentliche Mcinnng unnütz anfgcregt, zn unfruchtbaren Erörterungen Anlaß gegeben uud eine für die Geschäfte kostbare Zeit verliere», lassen; ich glaube, das' mau ohne die Vorrechte der berathenden Gewalten '„verkürzen, die Adresfe dnrch eiu vorsorglich reglemeulir- tes Intcrpellaliousrecht ersetzen kann. Eine andere Modification in den Beziehungen der Regierung zn den großen Staatskörpcrn schien mir uolhwendig; ich glanble, daß ich, indem ich die Minister kraft ciuer befoudern Delegation in den Seuat uud iu deu gefetzgcbeudeu Körper schicke, um au gewissen Discnsssonen Theil zn nehmen, die Kräfte meiner Regieruug besser verwerthen würde, ohuc aus den Bestimmuugcu der Verfassung zn treten, welche keine Solidarität nnler den Ministern zn-läßt, nnd sie ausschließlich vom Staatsoberhaupte abhängig macht, Aber auch hierauf dürseu sich die Re-formeu uicht beschränken, deren Einführuug angemessen ist; ein Gesetz wird vorgelegt werden, welches deii Znchl-gcrichteu ausschließlich die Beurtheilung der Prcßvcrge-hcu überträgt uud so die diseretiouärc Gclvalt der Regierung abschafft. Es ist ferner nothwendig, das Ver-einsrecht mit Einhaltung der Grenzen, welche die ösfent-liche Sicherheit erheischt, gesetzlich zn regeln. Ich sagte im letzten Jahres daß meine Rcgiernng auf ciucm bc-sestiglcu, die Gewalt wie die Freiheit zu ertrage,, fähi-gcu Boden fortschreiten will- Dnrch die eben bezeichneten Maßregeln erfüllen sich meine Worte: ich erschüttere nicht den Boden, welchen fünfzehn Jahre der Ruhe uud dcS Gedeihens gestärkt habcu, ich befestige ihu uoch mehr, iudcul ich meine Veziehuugcu zu den großen öffentlichen Gewalten noch inniger mache, iudcin ich deu Staatsbürgern dnrch das Gesetz ncnc Garantien gewähre, indem ich endlich die Krönung des durch den Voll's-willen errichteten Gebäudes vollende. Danach, Herr Minister, siehe ich zn Gott, daß er Sie in seinen heiligen Schntz nehme. Napoleon." Au diesen Brief schließt sich folgendes Deerel von demselben Datum: „Wir Napoleon n. s. w. verfugen, in der Absicht, den Diseussioucn der großen Staatskörper über die in „ere nud äußere Politik der Regierung mehr Nützlichkeit uud Präeision zn verleihen: Art. 1. Die Mitglieder des Senats uud gesetzgebende», Körpers können Iuterpcllatioueu an die Regierung richten. Art. 2. Jeder Intcrpcllationsantrag muß wenigstens von füuf Mitgliedern geschrieben oder nntcrzcich« net sein. Dieser Antrag gibt den Gegenstand der Interpellationen snm,„arisch an, er wird dem Präsideuten übergeben, der ihn dem Staatsminister mittheilt uud den Bnrcanr znr Prüfung überweist. Art. .'». Wenn zwei Bureaux im Senat oder cin Bnrean iu, gesetzgebende,! Körper die Mcinnng aus-sprecheu, daß die Iutcrpellalioueu stattfinden können, sc» bestimmt die Kammer den Tag der Discussion. Art. 4. Nach Schluß der Discnssiou spricht die Kammer entweder die einfache Tagesordnung oder die Neberweisnug an die Regierung ans. Art. 5>. Die einfache Tagesordnung hat stets die Priorität. Art. (l, Die Ueberwcifung au die Regierung kann nnr in folgender Form ausgesprochen werden: „Der Senat (oder der gesetzgebende Körper) lenkt die Aufmerksamkeit der Regierung anf den Gegeuslaud der Interpellationen." In diesem Falle wird ciu Auszug der Berathung dein Staatsminister übermittelt. Art. 7. Jeder der Miuistcr kauu durch eine bc-sondere Delegation des Kaisers beauftragt werdeu, die Regierung in Uebereinstimmung unt dem Staatsmiui« fter, dem Präsidenten nnd Mitgliedern dcö Staatsrathö vor dem Seuat oder den, gesetzgebenden Körper bei der Bcrathnug der Geschäfte oder Gesetzcutwürfe zn vertreten. Art. 8. Die Artikel 1 nud 2 des Dcercls vom 24. November 15W0, welche bestimmen, daß der Senat nnd der gesetzgebende Körper alljährlich bei der Eröff-uuug der Session eine Adresse in Erwiderung Uusercr Throurede votircn sollen, sind abgeschafft. Art. 9. Unser Staatsminister ist mit der Nuö^ führ„„g des gcgeuwärtigcu Deercts beauftragt," Der „Mouitenr" begleitet diese amtlichen Urkuudeu mit der Anzeige, daß alle Minister dem Kaiser gestern ihre Entlassung überreicht haben, uud mit ciucm cr-läuterudcu Artikel. Der letztere enkuickclt die Unzukömmlichkeiten, welche die Adreßdebattc nach sich gezogen hätte. Dieselbe habe sich immer mehr von deu Schranken cntserut, welche die Throurcde ,hr gestellt hatte, und sich iu das vage Gebiet der Theorie» und abstracten Ideen verirrt oder in die uillcrgeordnct. steu Einzeluheiten der Verwaltung verloren; ... Folge desse» habe sie auch zeitlich Verhältnisse angenommen, 140 die niemand hältc vorhcrschcn können. (Ein bcigefüg' tcS Tablcan zeigt, daß die Adrcßdcbattc während dcr scchs Jahre ihres Bcstcl/cn6 einen Ntonat, odcr cincn Nionat und 18, nnd 2.'i, und 28 Tage, odcr zwei Monate, odcr zwci Monate nnd 24 Tage in Anspruch gcnomiucu hätte.) Das Intcrvellalionsrecht wcrdc reichlich Ersatz bieten. Es sci nicht von der Majorität dcr Bnrcanx, sondern nnr von zwci anf füilf im Senate, und von vier anf ncun im gesetzgebenden Körper abhängig gemacht, so daß dic Tribüne für jedc einer außerordentlichen Dcbattc würdige Sache zugänglich sein werde. Die Votirnng dcr einfachen TagcSordnnng odcr dcr Ucbcr-wcifnng an die Regierung wcrdc die letztere in dic Lage setzen, die Gesinnungen dcr Kammcr zn erkennen nnd denselben die Rechnung zu tragen, welche das öffentliche Intcrcssc nnd ihre eigene Verantwortlichkeit erheischen. „Weiter gehen, hieße Gefahr laufen, die Harmonic dcr Gewalten zn stören nnd die Schranken cincs einfachen Dccrcts zn überschreiten. Die Fälle, in welchen dcr gesetzgebende Körper nnd dcr Scnat ein direeteS und absolntcs, in einem Voinm der Annahme odcr Ablch-lnng gipscl>,dcs Urtheil abgeben föuneu, siud dlirch das Grundgesetz streng definirt. Abgesehen von den besonderen Gesetzen, geben jene des Hecreseontingents, dcr er-gänzeuden Credite und des Budgets den Depntirten all» jührlich zahlreiche Gelegenheiten, ihre Eoutrolc über die öffentlichen Angelegenheiten in regelmäßiger Weise aus' zuübcu." Ebenso "hätte die Eutsendnng der Ätinisler in die Kammcr mit dcr Verfassung, nach welcher sie nnr vom Staatsoberhaupte abhängen, nicht solidarisch, soil' dern ein jeder nur für seinen Theil für die Negiernngs» actc verantwortlich find, nnd nach der sie nicht Mitglic-dcr des gesetzgebenden Körpers sein können, in Einklang gebracht werden müsse». Die Minister werden daher nnr als Dclcgirte des Sonvcrains, nnd nur in den Fällen, welche dieser allein zn bestimmen hat, in dcr Kammer erscheinen; der Staatsvath wird aber übrigens seine ver fassuugsmäßigc Rolle behalten. Uni mit dem thatsächlichen Material, welches vor-liegt, hier abzuschließen, so deutet die „France" noch an, daß die nenen Gesetze für die Presse und das Vcr' cinSwese» schon in den ersten Tagen der Session einge-bracht werden sollen, daß die Antorisatiou znr Heraus' gäbe einer Zeitung abgeschasst nnd das ncnc Preßgcsctz in seinen wesentlichen Bestimmungen dem Gesetze vom vom 22. März 1822 entlehnt sein wcrdc. Oesterreich. Wien, 24. Jänner. Die „Wiener Abendpost" schreibt: Grazer Blätter beschäftigen sich ncnestens mit besonderer Borliebe mit der Behauptung, daß ein Mi' Mär in einer hohen Stelle für zwei in seiner Person vereinigte Aemter zwei stunetionszulageu beziehe. Znr Würdigung dieser Notiz nnd der an dieselbe geknüpften Ausführungen sci hier dcr einschlägige § 17 des Ge-linhrenreglementS wörtlich citirt: „Treffen bei einem und demselben Individuum verschiedene Fnnctionen oder Dienstleistungen zusammen, für deren jedc eine Fnne-tiunS< oder Dicnsteszulagc bemessen ist, so darf ein sol< chcö Indiuidnnm die FnnctionS- oder Dicnstesznlagc nur nach einer, nnd zwar nach dem AnSmaßc für dic< jcnigc Fuueliou oder Dienstleistung empfangen, für welche die in Rede stehende Zulage mit der höchsten Zis> fts gebührt." Durch diese Bestimmung, welche mit strengster Gewissenhaftigkeit gehandhabt wird, erledigen sich wohl jene Bedenken, welche den Grazcr Journalen so sehr am Herzen liegen. Bei diesem Anlasse sei anch die Nachricht eines hiesigen Blattes über die angebliche Sistirnng des nencn Avauccmcutsgcsctzcs als schlechthin unwahr bezeichnet. Was die von demselben Organe signalisirte Aufnahme dcr Berathungen über die Rcur-ganisirnng dcr Armce in tactischer Beziehung betrifft, so ist eine Revision des Reglements namentlich im Hin« blicke anf die einzuführenden HintcrladnngSgcwchre allerdings im Zngc. Pratt, 22. Iänncr. Dcr „A. A. Ztg." wird von hicr geschrieben: Der früher fo lebhaft gewesene Verkehr unserer nordöstlichen Gebirgsgegenden mit den angrenzenden Pnnltcn von Preußisch.Schlesien halte schon dnrch den Krieg bcdcntendcn Abbruch erlitten. Nencsler Zeit fcheincn die prenßifchcn Behörden dcr ohnchin nnr allmählichen Wiederaufnahme des früheren Geschäftsverkehrs absichtlich hindernd entgegenzutreten. Unter dem Vor-wandc gegen Einschleppnng der Rinderpest — die übri-geus diesseits gar nicht grassirt — hatte dcr Glatzcr Landrath dic Grenzsperre selbst gegen ganz unbedenkliche Vcrkchrsobjectc angeordnet und sogar Fabrikarbeitern den Uebcrtritt nach Schlesien untersagen lassen. Die Erllärnng hiesür will man, anßer den noch immer Herr» schenden allgemeinen politischen Antipathien, in bcsondcrn Gründen finden. Seit einiger Zeit findet nämlich anf Anordnnng der preußischen Militärbehörde ein sehr starker Transport von Ziegeln, Kalk nnd Sand zwischen Rcinerz nnd Glatz statt, wo an der Anlegnng von Sprengminen gearbeitet wird, deren Umfang und Rich» tnng möglichst geheim zn halten gesucht wird. Ässram, 24. Jänner. Eine Deputation der Stadt Karlstadt, bestehend ans den Herrn Bürgermeister Obra-dovic, Aut. Hivojnovic und Bleiweis, passirte vorgestcrl. Früh Agram anf der »leise nach Wien, um im Ein» klänge mit der Agramcr Handels- nnd Gcwcrbclamincr die h. l. Hoflanzlei zu bitten, dieselbe möge erwirlcn, daß der Ban der Sciuliu Fiumnner Eisenbahn beschleu-nigt nnd der Stadt Karlstadt wegen verschiedenen nn> güustigc» Verhältuissen eine StencrPlotc nachgclafscn wcrdc. Ausland. Vcrlil», 2.'i. Iäuucr. Wcgeu Unpäßlichkeit dcs Königs wnrdcn heute die Vortrüge uud die anf morgen anbcranmtc Nofcoilr und das Hofeoneert abbestellt. — Die „^lordd. Allg. Ztg." bemerkt bezüglich dcr Erklä-rnng dcS Fürsten Hohcnlohe vom 19. Iänncr: Die angeblich von Preußen anerkannte Trennnng Dentsch» lands dnrch die Main»Viuie sei uur cinc Fiction. Wenn die süddeutschen Staaten anf einen Theil ihrer Sonvcrainetät zn Gunsten einer engeren Einignng mit Nord-Deutschland freiwillig verzichten, so steht der Artikel I V des Präger Friedens dem nicht entgegen. -^ Die „Kreuz-Zeitnng" meldet: Vorge« stern unterzeichneten die Bevollmächtigten der norddeutschen Staaten den Buudcslxrtrag. Morgen dürslcn die Eonfcrenzcn geschlossen werden. — Die Prov.-Eorrc-spondcnz schreibt: Dnrch die nordtcnlsche Bundesverfassung crhält die Friedensstärke des Heeres eine bestimmte uud mäßige Eontingentirung. Die Dienstpflicht wird vermuthlich mit dem zweinnddrcißigsten Jahre vollendet sein. Gegenüber den Gcrüchtcn betreffs cincr bcabsich' tigten Schmälerung dcr Parlamcnlsrcchte bei Fcststcllnng des Änndeshanshaites crtlärt die Prouiuzial.Eorrcfpon' dcnz, dcr Reichstag wcrdc jedenfalls cinc würdige Stellung mit den Befugnissen in allen Gebieten dcs Staats-lebcns crhaltcn. Ein glücklicher Abschluß dcr Verfassnngs« Confcrcnzcn dcs Nordbundcs sci bevorstehend. Dic Er< llärnng Hohcillohc's bcgrüßt dic genannte Eorrespoudcnz als cin crfrcnlichcs Unterpfand für die glückliche Fort« cntwicklnng des Gcsammtvatcrlandes. Dresden, 23. Iänncr. Eine Verordnung dcr R» gicrnng bcranmt dic Wahlen für das norddcntschc Parlament im Königreiche Sachsen auf den 12. Febrnar an. Ulm, 20. Jänner. Eine von etwa 5>W Theil-nehmcrn besuchte Versammlung der „Deutschen Partei" hat hcnte nntcr andern Beschlüssen folgenden Antrag einstimmig angenommen: „Die Vcrsammluug der deutschen Partei zu Ulm am 20. Iänncr 1807 begrüßt mit Dank nnd Frcndc das Programm der baicrischcn Rc> gicrllng, wie es der Ministerpräsident Fürst Hohcnlohc iu dcr baierischcn Kammer der Abgeordneten am 1i)tcn Jänner cutwickelt hat, und vertraut dem deutschen Sinne des Königs von Baicrn und seiner Regierung, wie dem uielerprobten Patriotismns des baierischen Volks, daß jenes Programm mit all seinen Eonseqnenzen kräftig durchgeführt werde." Der Vorsitzende, Abg. Schall, wurde beauftragt, von dieser Kundgebung dem baierischen Ministerpräsidenten Mittheilung zn machen. Nom, u;. Jänner. Die Florentiner Blatter, so viele ihrer dcr Regierung dienen, versichern zn früh: die kirchlichen Unterhandlungen mit dem Vatican seien inö Reine gebracht, wie wenig Einzelnes man anch davon kenne. Wirklich gehen sic vorwärts, wiewohl Toncllo vorerst nnr mit dcr Wicdcrordnnng ciueö Theiles der umfassenden religiösen Differenzen beauftragt ist. Dieser Theil begreift die seit 185'.» durch dcu Papst vollzogene Erneuuuug dcr Bischöfe in der Lombardei wie in der Romagna, Umbrien nnd den Marken nach 1860, endlich die für die übrigen annerirten Staaten Italiens präcouisirlen. Das Florentiner Miuistcrinm zieht seine frühere Einsprache dagegen zurück, dringt auch nicht mehr auf das kgl. Placet, uicht mehr auf den dem Könige von den Bischöfen zu leistenden Eid, somit können die in den früheren Eonsistoricn präconisirten, mit AnSnahmc des Erzbischofs Aallerini von Mailand, von ihren Sprengeln Äcsitz nehmen. Msgr. Äallerini erklärte sich schon früher in einem Schreiben au den Papst zur Abdankung bereit, wenn er dadnrch das Friedenswerk fördern könne, doch der Papst zögerte bisher darauf eiuzugchcu. Noch eine Schiwerigkeit bleibt zn beseitigen, nnd sie ist nicht klein, wie es anf den ersten Blick scheinen könnte, uäm-lieh die Präsentation dcr künftigen Eandidatcn für cr« ledigte Sitze. Mau stellt sich dabei hicr anf dcu Boden des cauouischcn Rechts, wonach dicselbc stets nnr in Folge cincs apostolischen Iudnlts odcr Concordats gestattet wurde. Mit dem König von Sardinien bestand cs, wurdc abcr bcrcits durch Eavour thatsächlich aufgc» hoben, daher driugt dcr Papst anf die uneingeschränkte Freiheit der Ernennung durch das Eousistorinm. Herr Tonello H:U wiederholt ans das Bedenkliche dcr Forderung aufmcrlsam gemacht, erhielt aber die beruhigende Zu-sichcruug: Se. Heiligkeit werde uur Prälaten von anerkannt gemäßigter Gesinnung bestellen, so daß es sich für den Unbefangenen blos nm ciuc Förmlichkeit handle, abcr auch ein eonsidcnticllcs Zusammcuhauoeln mit Florenz wird für dieseu Artikel uicht ausgcfchlofscn. Dic geforderte Zahl dcr Diöcesen veranlaßt demnächst noch dicsc nnd jcnc entgegengesetzte Aussassung dcr unmittelbaren Folgc dcr Ncucruug. Dcr Papst wüuschl, .sl'lliM'loll. Die Frauen nnd die Etiqncttcvisiten in Persien. Vuu Iohaün 2cl»o»er. 1. Dem Perser stehen, als einem Mohamcdcmer, die ParadicscSpforten dcr Vielweiberei offen; allein cr wagt cs nicht, einzutreten. Denn znm crstcu muß cr für cinc Fran ans anständiger Familie einen Kaufpreis von wenigstens dreißig TomanS zahlen; cin Tomnn gilt zwei Thaler 25> Silbergroschcn, dreißig rcpräscntircn also 85 Thaler. So viel ist eine Perserin aus besseren Ständen werth. Dcr Bräutigam zahlt dic Summe dem Schwic» yeruatcr in «p«, dieser schenkt sic gewöhnlich dcr Tochter, dcr jnngcn Frau. In Persien verdienen dic cbcn vcr-chclichtcn Töchter Evas jcnc Bczcichnnng im eigentlichsten Sinnc dcs Wortes, denn leine von ihnen zählt mehr als I.'l Jahre; einer Brant mit 1-> Sommern gratnlirt dcr lachlustige Perscr mit Witzcn voll Spott nnd mit Höflich, feiten voll dcr anfrichtigstcn Frcndc, daß Allah sich ihrer erbarmt habe. Und die jnngcn Dämchen verstehen cs, sich Respect zn verschaffen. Sic find allerdings reizend schön, abcr anch rcizbar und wild. Dic schwellenden nnd, was auffallend ist, gleich starken kippen ihres kleinen Noscnmnndcs können nns bezanbcrn, abcr wir versteinern vor Erstanucn, wenn dic I2jährigc Gebieterin über ihren Ittjährigeu Genial cincu Strom vou Schmähungen ergießt und im Zorne den mit clncm eisernen Absatz versehenen Pautuffcl von ihrem kleinen Füßchcn reißt und dic starke Hälfte dcr heiligen Ehc windclwcich zn schlagen beginnt. Derartige Scenen sind cs, welche den Perser vom Paradiese der Vielweiberei abhalten. Der Türke ist froh, weuu cr ciuc Frau crnährcu kann; dcm Perser siele die Ernäherimg von mehreren nicht schwer. Das Geld ist dort nicht selten, nnr dcr Hof hat kaum dessen su viel, nm die ^ebeusmittcl zu bezahleu. Bei öffentlichen Repräsentationen strahlen freilich Diamanten an der Perfon dcs Herrschers dcs Mittclpnnltes dcr Erde, an dcm Schwcrtgriffc, den Armbändern nnd in dem Stirnbande dcs Schahs blitzen die werthvollstcn Edel-steine; allcin, wcnn dcr Hof, wic cr vor einigen Iah-rcn beabsichtigte, wirklich "Bankrott gemacht hätte, so würde all' der Glanz sammt den roscnrothcn — Uniformen dcr Soldaten nicht hingereicht haben, dic Glänbigcr zu befriedigen; man hätte sodann dcm göttlich verehrten Schah gar nichts mehr geborgt, nnd deshalb unterließ cr dcn Bankerott. Ucbcr den göttlich verehrten Schah machen die Kaufleute, im Bazar vor ihren ^ädcn fitzend, ihre bissigen Bemerkungen. Spottgedichte wandern im Nn dnrch die ganzc Stadt. Wcr cinc Etiqucttcuisittc macht nnd keine bissige Anecdote znm Besten zu gcbeu hat, gilt für einen gcistlofcn Mcnschcn. Dic Francn, dic oft vom Morgen bis znm Abcnd anf Klatsch und Tratsch alls sind, nchmcn an dcr beliebten Politischen Kanncgicßcrci nnd dcr Vcrbrci. tung dcr Iliuwiro «oimdlüou»« dcö Hofes dcn thätigsten Antheil. Und auch das Landvoll ist mit Gcld vcrschcn. Während in dcr Stadt dcr Handwerker und Kanfmanu mit Steuern verschont wird, weil cr ocr Gläubiger dcs HofcS ist , gcht dcr Stcncr-linnchmcr von Dorf zu Dorf, vou Weiler zu Weiler, um die Nbgnbc ciuzuhcben. Allcin in Pcrsicn liebt niemand dic geraden Wege; cö muß intrignirt, cs mnß opponirt werden. Der Stcncrcinnchmcr würde sich wnndern, ja ärgern, wenn die Abgaben regelmäßig einliefen; wenn aber dcr Besitzer cines Gchöftcs scin Geld, scin Weib und seine Kinder anf die Pferde nuo Esel ladet nnd vor der Nasc dcs königlichen Beamten answandcrt nnd zu ihm spricht: „Hoheit, deine Gerechtigkeit nnd deine Weisheit wird die Abgabe von dem Besitzer dieses Bodens einfordern, ich abcr bin cin frcm-dcr Mann, dcr dich segnet", dann freut sich der Beamte und lacht aus vollem Halse. Denn das Lachen können die Perser nicht entbehren. Dcr Vaucr zieht wcitcr uud bebaut in dein entvölkerten, fruchtbaren, wcitansgcdehnteu Vandc irgendwo so viel von dcm Bodcn, als cr zur Erhaltung sciner Familie bedarf. In Dörfern wird dcr Stcncrcinnchmcr nicht selten unter dcm Gelächter dcs ganzen Volkes durchgeprügelt. Und doch zahlen die Lcutc cinc Stnndc später ihrc Stcncr. Anf geraden Wegen ist in Pcrsicu beinahe nichts mehr möglich. Eine Brantnacht znr gesetzlichen Stllnde wäre cinc Beraubung dcs Bräutigams, dcr Brant und dcr Schwicgermnttcr an dcn allcn Drcicü so wic jedem Bewohner dicscs merkwürdigen Landes so nothwendigen Intrigncn. Es vergehen nämlich vor der Hochzeit mehrcrc Atonale, währcnd welcher Zeit der Bräntigam das Antlitz der Arant nicht sehen soll- Dcm Vater macht cS Spaß, mit tyrannischer Strenge anf die Einhaltnng dicscr Regel zu achten, dcr Vräntigam würdc für cincn witzlosen Tropf gchaltctt werden, wcnn cr nicht verstände, cin anständiges Namscd basy, d. h. Spiel dcs Bräutigams zn Stande zu brii^ gcu, dic Schwiegermutter und die Tauten mit s>^,/' einem Alliauzvcrtragc zn vereinigen, laut desselben iil>e die Mauer und durch daS Fenster in das Endcrun, d. y« 141 daß vc»l dm ;u streichenden vorläufig einige nicht selbst« ständig wiedcrbcscl>t werden, sondern nur erledigt bleiben, gleichzeitig aber als ^oulathcdralcn dein nächsten Visthnm anuc^irt winden. Daß nach dein Abschluß des lirchli» chcn llebercinkonimens anch die Post- nnd Vtanthfrage cin Gegenstand der Vcrständignng wird, ist sehr wahrscheinlich, da die Verhältnisse cin längeres Widerstreben dagegen als immer gefährlicher hinstellen. Den Plan dazu hat General ssleury in Florenz hinterlassen. Das „Dirilto" bchanptet freilich: Nicasoli werfe in den Un» tcrhandlnngen init Noin die politische Wnrdc dcS Bandes über Bord, Italien werde anf einem solchen Weg der Bcrsühnnng mit dem alten Feinde zn einem geistigen Selbstmord verleitet. — Am Sonntag starb nach längerem Kränkeln Cardinal Antonio Maria Cagiano dc slzcvedo, geb. an, 14. December 1797 zn Santopadre in der Diöecsc Aqnino. Er war einer der 6 Suburban-bischofe dcS heiligen Colleginms, l,ämlich von Frascati, nnd seit I860 Großftönitenziar der römischen Kirche. HelsingforS, 22. Jänner. Hcntc nm 11 Uhr wnrde die Vcrtnndignng des Landtags anf der Se» natstrcpfte in schwedischer nnd finländifchcr Sprache verlesen. Hentc, morgen nnd iibcrmorgen findet die Eln< schrcibnng statt, nnd erfolgt die Verification der Voll» machten der adeligen nnd nichtadcligcn Depntirtcn. Der Landmarschall, Erzbischof, die Sprecher der Bürger- und Bauernschaft werden Samstag den Eid leisten, an welchem Tage nach einem feierlichen Gottesdienste die Thronrede verlesen werden wird. Bukarest, 15>. Jänner. Die Organe der verschiedensten Parteien geben von der Lage des Landes im Ansang dcs nenen Jahres ein sehr tranrigcs Bild. So änßcrt sich der „Nnmannl," das bedeutendste Älatt der Hauptstadt, beispielsweise folgendermaßen: „Demoralisa» tion und Verdcrbtheit herrschen in der Justiz und in der administrativen Verwaltung; der Handel ist in der größlen Noth. Vollständig Verarmnng bedroht einen großcn Theil des Landes. Der Staatsschatz ist in Schulden versunken; die Steuern sind so hoch, daß sie nicht mehr zu erschwingen sind, nnd cin uaher Untergang steht zn erwarten." Cin anderes Blatt, das Organ des rechten Centrums der Kammer, gibt nicht allein die tranrigc Laac des Landes zn, sondern klagt die gegenwärtig herrschende Partei an, Schuld an derselben zn sei::, lind gibt zn verstehen, daß es unter dein Ncgimc Cusa's zum mindesten nicht schlimmer war als jetzt. Eine Stelle in dem Anklage-Artikel der „Trompctta" lautet folgendermaßen: ..Nachdem das Nationalanlchcn von dreißig Millionen aufgelegt und znm dritten Theile realisirt war, uach der Aulcihc r>ou vierzehn Millionen, ü^!.'^" Nncgörcquisitionen ^ wenigstens fünfzehn Millionen, nach zahllosen freiwilligen Spenden, nach Abzngen vom Gehalte der Beamten, nach Beschränknng der öffentlichen Arbeiten :c. - was ist in den elf Mo> n.atcn seit der Vertrcibnng des Fürsten Cnsa geschehen, daunt das Land für den Ansbrnch des orientalischen Krieges, der jetzt vor der Thüre steht, vorbereitet sei?" Vukarcsl, 23. Jänner. Die Finanz Commission hat einstimmig beschlossen und der Kammer vorgeschlagen: Die mit dem Hanse Oppenheim abgeschlossene Anleihe ist gesetzwidrig; der rumänische Agent, welcher dieselbe ohne gesetzliche Vollmacht abgeschlossen, ist vor cin Straf« Fraucugcmach zu klettern— und nachträglich die Schwicger-inama uud die Taulen lim die vertragsmäßig festgesetzt ten Bedingungen zu betrügen, worüber sodann der Herr Schwiegervater voll Bewunderung des Schwiegersohnes vor will. Das Leben darf nicht langweilig wcr-^ ' ^" ^"chcn machen Schnldcn nm lügcn zn können. Schon im'!>.^<<"'°^luhstc Charalterisliton des Persers. Nl sm„ V "^""" "'"ßtcn die Perser die Wahrheit m'ckT. ^'7 unterrichtet wel'den. Wer an gc- ^ ' >.s"? ^^'^ "" witziger Mann. Jeder Ge- ^ "u>ß tnch ig lügen tonnen, oder er hat umsonst . /,i , ? ^"'^" 'st aus diesem Gruudzuqe des Chaiaktcrs bc> den Persern Mode geworden. Der Mann chlcndert wenn kein Besuch angesagt ist. auf den Bazar. " M)t jcmcn Kalender hervor, sieht uach, ob der heu» lgc ^,ag f„r ^,^ ^^^ ^„ Pfaden, oder für den Kanf ""'Suchern, oder für dcu Wechsel der Kleidung, oder für GcsMft ""' "ortheilhaft sei, und richtet darnach seine N Gn^u ^ Mühsam windet er sich nnter den Bo-' Mcng^Die .^"^ ^nrch die schreiende ^lachende Olirc 'sto^ . ^ ' b' h. Stntzcr, die Mütze auf einem Er,ählels^' 'r^dlinden'^ ^^''""'' '^ ^'hörer eines^ weichen; die Mir a's ^'"'^ "" ^' ^' zcug' iin Gürtels cstieuli.e7i!!^'B^s '"" ^'^ laugsam kann er dn-ch d /«, ^ '''^'^ '"^ ""' weclln, Pferden und Zse^n ^ ^ zn einem befren.ideten Km.fn.au a winn ^l^j! mnß er, deuu das verlangt di7^fu^ ^ Überall ausweichen, welch^ ern edeckt, niit dc.n verhüllten einherschre.tcn nnd wegen der hohen Absätze sich l' . Wegs aiiNinthig oder anch nnr sicher beweg n komf, Bor dcn Angen haben sie cincn Gaecstoff, dc- « ,' Stück Lcinwa.id befestigt ist, mit welchem der ^ n Kopf vcrbnnden wird. Unter dem faltenreichen Mu treuste weite Hoseu, doch nur wenn sie ausgeht (Schluß folgt.) gericht zu stellen. Minister Ohita hat als Vertreter dcS Finanzministcrs seine Bcfngnisfc iibcrschrittcn, weshalb ihm das Mißtrauen der Kammer nnd des Landes ans-znsm'cchcn ist. Der Antrag der Commissiou lommt in der nächsten Sitznng zur Debatte. Es herrscht große Auf' rcgung. — Fürst Hohenzollern, Vater des Fürsten Karl von Nnmänicn, welchem der Senat kürzlich Natnralisa-tion votirte, wnrdc in Tirgovest, ehemalige Hanptstadt, znm Dcputirten gewählt. Dem „Journal des Debats" wird ans 2lthen geschrieben, daß dic Türken in dem Kampfe, welcher am 31. December bei Eftiötopi nnd Nethymo stattgcfnnden hat, 1N0 Mann verloren haben. Mustapha Pascha sendete nach Sphakia cincn Dampfer nnd verlangte cincn Delegirtcn alls jedem Dorfe, nm zn nntcrhandcln, aber die Sphakioten antworteten ablehnend. An der Küste von Selino harrten taufende dem Huugcr und der Kälte preisgegebene Familien der Ankunft cnropäifcher Schiffe, um sich nach Griechenland einznschiffen. Ein Schreiben aus Syra vom 10. Jänner meldet, daß die Dampfer „Panhcllcnon" nnd ..Hydra" an der Ostlüste von Candia 55)0 Griechen, znmcist Ma> niotcn, nntcr deni Commando dcS Obersten Pctropnlos stehend, Kricgslnunition, Militürcffccten, sowie 2000 in der Türkei angckanfte gczogcnc Flinten u. s. w. ausgeschifft haben. ____________ Hagesumisskeiten. — (Kaiser Maximilian) von Mexico hat den Oberstlieutenant Rudolph Grünner zum Fregallencapiläu ernannt und ihm zugleich die Kammeiheirnwürdc und da« Osfiäerslrenz des mezie. Adlerordens ue> lieben. — (Vicead miral v. Tegelthosf) isl am Ilen Jänner d. I. in Newport ana,,langt. illoch nm nämlichen Tage erhielt er mittelst Kabeltelegramms eine Neujahrs'Gra» lulatiou der Officiere der l. t. Marine von Pula. (Dic neue Formalion der Grc n ztrup ft e n) ist jetzt festgestellt. Es blnden, wie dishcr, 14 Grenzen-fcniteneregimenter nnd 1 (das Titlcr) Iilsanlerirbalaillun, nnd da^ gegenwärtige Slellnngöcontiiigent ist zunächst c>us> recht eihalttn. Das Liccaner, Oquliner, Warasdiner, St. Georgcr, Vroodcr, Petelwardeiner, Teutsch-Banaler, No> manen-Vcmater und Scrbisch-Aanater Neaimmeüt ist je in 4 Bat., das Ollocaner, Warasdincl, 5trcuzer und Gravis« caner Negiment je in 3 Äat. und l Division, das Ezwmer, das 1. und das 2. Vanalreaiment je in 3 Bataillons und 1 Compagnie formirt. Sämmtliche Bataillons zählen je 4 Compagnien. Vei allen Gre'izreammUcrn bleiben j.> 3 Bataillons folt^rsetzt activ aufgeMt. Die neue Fol-malion tritt mit dcm 1. Februar in Krast. — (Geschäfts st and des allgemeinen Be« amt envereins am 1. I än n e r ' 1 6 0 ?.) In der LebensIersickerungsabtheilung sind am I. d. 2606 Versicherungsverträge nder ein velsichcrteH Gesammlcapital von 2.117,750 sl. u»d 8220 fl. jählliche Nenlen i" .Nrajt ! gestanden. Die für diese Veisicherungen entfallenden Iahreö> ! Prämien belaufen sich anf 72.961 f!.. die bisherigen Pr^i-! micn auf 65.245 fl. Seit dem Beginne der Wirlsamlcic ^dieser Adtbeilung -- 1. October 1ft65, — sind 17 Todes^ fälle mit einem versichern Capital von 13.100 sl. vorgc^ ! lommen. Hievon wurden N,900 st. schon ansgezahll; 1000 fl. Uieben in Verhandlung und 200 fl. sind erst im ! Jahre 1872 zu bezahlen. In der Kr a n l c n u e rs i ch e-, ru u g § a l) tbeilung wuroen 6 l Versicheru»gHverträge über ein wöchentliches Kranlrngeld von 2!)2 fl. abgeschlossen und von einer Prämien-(5i»nahme von 321 fl. 2i) tr. in ^ 0 Kranlheilssüllen 76 sl. Krankengeld ausgezahlt. Die Vor« !schubabtheilung zühltc am 1. d. 16 Vorschl«l>consor° ^tien mit 929 Theilhabern und 1100 gezcichm'lcn Antheils-! einlagen ll 50 fl. Seit Beginn der Wirtsamkeii der Vor-^ schuhconsortien wnrden von den Theilhabern 23.275 fl. auf die gezeichneten Antheilseinlagen eingezahlt und 613 Vor- schilsse im Gesammtbctrage von 33.456 ft. ertheilt: der ! Zinsfuß variirte bei den verschiedenen Consorlien zwischen 7'/, und 24 pCt. per Jahr. — (Eine Verurlheilung Franz Deake.) Unter zahlreichen anderen Personen erschien vergangene Woche auch cin Herr bei Franz Deal, der ihm ein ver« siegelteZ Mannscrivten-Palet mit der Bitte überreichte, er möge es doch dnrchltsen, und wenn er den Artikel brauchbar finde ihn in einem Journale verösfenllichcu. Deal versprach der Bitte zu wil!sah>en, worauf der Fremde ging. 3lnn öffnete Deat das Palet. Das Manuscript führte den Titel: „Vernrlheilung Franz Deal«!" -- Die Anwesenden ver« muthelen, dah hier irgend em Schelmslrr,ch ,m Spule jei. Deal begann zu lesen, und W2 — d>e üderschwrnglichslcn Lobpreisungen ve« großen Patrioten, von seinem liefen Deuter' geiste, von seiner politischen Weisheit u. f. w. Der Arlittl endete mit folgenden Zeilen: „Eines aber ist an Deal wahrhaft zu verurtheilen, dah er nämlich nicht — heiratete und ^ dem Vaterlands nicht einen ihm ähnlichen Sohn schcnlte." ^ Deal lüchclle, und mancher von den Anwesenden mag wohl ^ dem anonumen Arlilelschreibcr beigestimmt haben. Ob übrigens ! der Artikel einer Zeitung«-Rldactiou zugesendet wurde oder nicht, ist bisher nicht belannt geworden. — (Zur Förderung tirchlicher und welt. lichcr Musil) ist in Pest soeben ein Vcreiu für Musikfreunde in Bildung begriffen, an dessen Spitze Graf Paul ^ Fcslcticg und Aovocat Koltai (Klözel) stehen. — (Mord.) Wie aus Kula (Ungarn) vom 14. d. gelchrieben wird, hat ein ruhuialischer Bauer (verabschiedeter Soldat) in dem Dorfe Kuljura seinen Grohoheim und seine Großtante, zwei bejahrte Leute, bei welchen er wohnte, s0rm« lich abgeschlachtet. Der Verbrecher wurde nach einiger Gegen-wehr verhaftet. Er leugnet die That nicht, gibt jedoch au, daß er völlig in unzurechnungsfähigem Znslande gewesen sei. Beim Vcrhiir brachte er die. Bitte vor, man möge ihn doch lieber wieder zum Militär geben, als aushenlen. — (Auch Oesterreichs K r o n s ch 5 l.;c aus der Pariser Ausstellung.) Die „F. K." schreibt: Die Commission silr die „Geschichte der Arbeit" verspricht sich sehr viel von ihrer Ausstellung, welche in der That ein re-trolpcctioes Museum von seltener Vollständigkeit werden dürfte. Die reichsten Privatsammlungen und städtischen Museen Frankreichs, die Kirchen von Lyon, Noucn, Troyes, Limoge«, Clermont, Cvreur, Nodex u. s. w. haben ihre Schätze der Commission zur Verfügung gestellt, und die Legierungen von England, Oesterreich, Italien, Cgyplcn, Belgien und Schweden ihre Kronschätze zugesagt. — (D e r H a u P t t r c s s c r d e r N a l d st e i n - L o s e) per 20.000 fl. ist bei der iMigslen Ziehung einem ziemlich begüterten Privatmann in Prag zugefallen. Cs scheint also, daß die Glücksgöttin ihre Blindheit bisher noch immer uicht verloren hat. — (Verspätete Rechnung.) Iu Folge der Zci' tungSiwtiz, basz der Pächter jenes Präger Hotels, in welchem der König von Preußen zur Zeit bel feindlichen Occupation einlogirt gewesen, Verpslcgstosten aus Anlah dieser Ciülogiruug bei der Krirgsschäden>C'chelm»gs-commission liauidirt habe, ist von dem l. preußischen Ober-hofmarschall ein Betrag von m,hr als hundert Thaler an die Präger Gemeindebehörde eingelangt, nm diese angebliche Forderung zn begleichen. In dem Bcgleitnngsschreibcn wird aber dargelegt, daß der betreffende Hotelpächter die über« reichte Hotelrechnung schon zur Z^it der Abreise des Königs bezahl! erhalten und bitbei erllärt habe, vollständig befriedigt zu jliii. Die spätere Verpflegölosten-Lianidnui'.g bei der Kriegsschadcn.Commission scheint also mindestens aus einem „Mihuersländniß" zu beruhen. — (Was ist*die Liebe?) Endlich ist man dahinter gclommen, was die Liebe ist. Das ueueste philosophische Wer! cincö Hegelianers offenbart cö: „Die Liebe ist die Idealität der Nealität eines Theiles der Totalität des unendlichen Seins, verbunden mit der Cupidilät und Car-»ilät zwischen Ich und Du, denn Ich und Du isl Er." Daö ist die Liebe. — (Lawinensturz.) Aus Cterzing, 19. d., wird der „Voz. Ztg." geschrieben: Am 14. d.M. brach Nach-mittags aus dem Brenner cme Schncelawine los und stürzte in die Thalsohle bis znm Eisacl, wo 12 Mäuner mil Holz» arbeit beschMgt waren. Scchö Leute wurden vollständig iu der Lawine begraben, die anderen sechs wurden von der Lawine ausgeworfen u»d kamen mit geringer Anstrengung vcwon, so daß sie mit Hilfe der herbeigerufenen 20 Slrahen-arbnter au dcm Auvgiabeu der in der Tiefe dcr Lawine liegenden Mitarbeiter sich bctheiligen komite». Glücklich wurden die Ve>mißten in der Lawine aufgcfuliden uud innerhalb drei Vierttlslundcn wunderbar gerellet. Die armen Leute mnßteu vollständig aus der Lawine, welche auch die größten Holzslückc mit sich gefühn hat, aufgegraben werden. Locales. — (Ernennung.) Dem Vernehmen uach wurde der Herr t. l. Official 1. Gchaltselasse des 3iech!>ungsdcpcn> temcnts der t. t. Landesregierung, Ludwig Nechfeld, cm die Stelle des unlängst verstorbenen Herr» Nm Gehalle von 1600 fl. ernannt. (Vertheidigerliste f ll r Krain.) Vom l. k. Ober-landesgerichte für Stciermarl, Kärnten und Krain wird bekannt gemacht, daß auf Grund des § 214 der St.-P.'O. iu die Vertheidigelliste aufgenommen wurden, und zwar für das Jahr 1667: a) Aooocaten iu Laibach. Die Herren Doktoren: Goldner Friedrich, Pfeff.rer Anton, Pongral; Oscar, Rudolf Ant., Suppan Josef, Supancic Franz, To-man Lovro, Uranic Anton, Wurzbach Eoler v. Tanuenderg Julius: d) auf dem flachen Lande. Die Herren Doctorcn: 'I^ucar Johann in Adelsberg, Aurger Josef in Krainburg, Munda Franz in Nadmannsdorf, Preuz Valentin in Stein, Rosina Josef iu 3tudols«werth, Sledl Johann in Nuvolfs-werth, Spazzapan Stefan in Wippach, Wenedilter Ignaz in Goltichce: c) die in die Verthe,digerlisle über ihr Ansilchen Aufgenommenen. Die Herren Doctorcn: Costa Elbin Heinrich, Aooocalursaspirant und Bürgermeister in Laibach, Nibilsch Wilhelm, t. l. Notar in Rudolsöwcrlh. — (Beamte n v er ein.) Die unlängst angekündigte Sitzung des Locala us schussc« wurde, eingetretener Hindernisse wegen, auf den morgigen Tag, 11 Uhr Vor« mittags, übertragen. Dieselbe betrifft I. Bestimmung des Tages für die statutenmäßige Jahresversammlung, 2. Abschluß eines Lebensoersichcrungsverlragee. — (Die lraiüische Montanindustrie im Iahre 1 8 6 5.) Die Production von Noheisen sank in ganz Oesterreich von 5,757.065 Ctr. auf 5,081.339 Ctr. (1864) und schließlich auf 4,623.517 Clr. im Jahre 1865. Dabei siel auch dcr mittlere Verkaufspreis loco Hillte voi, 3 fl. 12 kr. auf 2 fl. 84 lr. und 2 fl. 60 lr. An die« sem Ausfall ist Krain mit 25000 Ctr. betheiligt. Die Kohlen Industrie hat cin ganz nndcres Resultat auf« zuweisen. Die B ra u n toh len p robu c ti on stieg von 36.109.553 Ctr. auf 39,989.655 Ctr. im Jahre 1865. Von dieser Zunahme entfallen auf Krain 90.000 Ctr. 142 Die Gewinnung dcr Vttlunlohle überschreitet Übrigens im allgemeinen den Vedcirf. — (Laib c, ch e r Tnrnverei n.) Die gestern Abend abgehaltene Generalversammlung do' Laibachcr Turnvereins war recht zahlreich d»sucl)t. Dem vorgetragenen Berichte des Vorslaridli entnehmen wir, daß der Verein zur Zeit 112 Mitglieder zählt (in Folge der dem Vercinölcdcn ilderbanpl ungilnsligen Ereignisse des verflossenen Jahres verlor oer Verein über ^0 Milgliede») und ein bares Vermögen von 107 sl. beW. Ter Mangel eines TnrnlehrerH wxrde al^ besonders fühlbar btont n»d al-; Hau^lansgade des slalnten-müßig zu ernlncindcn Turnralhes die hingestellt: Mittel und Wege zu finden, u»> das Verein^leben zur slischcren, lrüf< tigeren VlMhe zu bringen, die Anstellung eines eigenen Turnlehrer dadurch zn ermd^lichen und überhaupt eine Reform de4 Vereins ^» e>streden. In den Tnrnrath wurden darauf gewählt: als Eprrcdwarlc Dr. v. S t ö ct l nnd Nitter v. Fritsch, Säiristwarle Dr. Ech affer und Karl Nil» ting, Turnwarte Karl Laib! in und Alois Canton», Sückclwarlc Gnstau Tledry uno Alois Kartin, Zeug' wart Albert Eamasja. — (Theater.) Gesler,» wurde „O'Sulliuan" nach dem Französischen dc>H Meleöuille in recht befriedigender Meise aufa/sühit. Hr. Aurggraf insbesoxdere gab den Echauspiil^ r in der schwersten Noll', sich srincr Geliebten in der nnvoühcilbasleslen Gejlalt zn zeigen, mit jener veisl^n-digen Aüssassnüg nnd volltoinmen gerundeten Turchsuhlung, welche wir an diesen» loutim'ten Schauspieler gewohnt sind, u»d wurde durch zweimaligen Hervorruf aufgezeichnet. Wir haben Herin Burg gras manchen genußvollen Mend zu verrcinten u»o >vn»sch!ei', ihm bald wieder in einer größeren iiloll,', wie ,,.Ni5nig>>lienlcna»l," „Narcif," oder „Crom-well," zu begegnen. Die beiden c>sleren Stinte wurden feinerzeit hier gern gesehen. — Ta-5 Han-3 war schwach besucht. <5s mochte das scdlccbte Wetter manche» vom Besuche abgehalten baden. Dagegen diufen wir wohl der heutigen zu gewöhnlichen Preisen stallfindenden OperuvorsteUnug (Gou-nodS „Faust") ein volle-3 Hans vroanoslniren. Wir hoffen, daß nnser Pnblirxni die reizende Schöpfung Gonnod) mit iinmer grös;cre,n Interesse ausnehmen werde, um so mehr, da dieselbe sz allseilig befriedigend gegeben wird. Eine weilere Alur^chölnng tonnte dem Pnblicnm in den vom Herrn Burggraf, wie wir hören, aus Subscription beabsichtigte» Vorlesungen von Dramen, wie Shakespeare'^ „Lear" oder Hebbcl») „Nibelungen" zu deren Aufführung die Kräfte einer P>ov!nziall.'ichne nicht hinreichen , geboten werden. Wir zweif.ln nicht, dah, bei der vorzüglichen Eignung des Hrn. Burggias zum Vüll'ser nnd dem Interesse unseres gebildeten Pnblienms für gcislige An segung anch anßer der Bubnc die Subscription den besten Crsolg haben werde. SoUle nicht vielleicht die Casinotirection sich bestimmt finden, auch hier die Velmitllnng zur Vernürlüchuna. der angedeutelcn Idee siir ihre Mitglieder zu übernehmend Ans der Hihnu«! des Gemeinderatheö vom HA. Jänner. (Schlnfz.) Es lomwen nunmehr die Antrüge der vierten Seetion zum Vortrage. , GN. Slcdry reserirt über die S ch o tt c rl i e s c»^ rung sür die Straße nach St. Martin und beantragt die ^ Anweisung dev Vcrdienslbelrages pr. 211 fl. 20 lr. snr den Accoidanlen Kastelt;. Wird angenommen. ^ G3l. Viirger rcserirl: 1. Ueber die Material«, Iieserun g des Irar,z Peterza ain Hanplplahe mit der Verdienslsnmmc pr. 2l05 sl. 95 lr. Genehmigt. 2. tlebcr die Va nholzl ie ferung für October nnd November 1800^ mit "15,4 fl. '»0 lr. Genehmigt, ö. Ueber die Nachtrag ö« ^ lieserung von 80 Haufen Dolomitscholter nnd cbeir so viel Tolomilsand durch den bisherigen Lieferanten. Auge-Kommen. ^. Ueber die Sichcrslellnng des Aedarfes an' Kugelst einen pro 1807. Der Lieferant Peterza hat ^ diessall^ den Anbot gemacht, die Quadralllastcr sechszül-llger Steine mit ?o>dnung erschöpft, lündigt der Vür> germeister an, das; die Fi n a n zs ection über drei Ein-lüufc Vlricht zu erstatten wünsche. GN. Dr. Schop pel rcferirt: 1. Ueber ein Ncmuncrationsgesnch des Stadt« cniarticrmeislers Stefan Maudic und des ihm zugewiesenen Personals aus A »las; der außerordentlichen Dienstleistung während der vorjährigen Knegscpcche. Znr Motivirung wild angeführt, daß in dem Zeiträume vom 1. Jänner bis Ende August 1800 in Laibach 259 Generale und Slal>5-osficicle, 500? Oberosficic,c, 410.140 Manu und 34.27g Pferde beauartiert wurden. Die Iinanzseclion beantragt die Bewilligung von hundert Gulden für die Pctenten, welcher Betrag dem Bürgermeister zur angemessenen Veilheilung znr Disposition gestellt wird. Angenommen. 2. Ueber eine Verordnung der l. t. Landesregierung, »vor-nach die Sladtcasfe einen Beitrag von 78 fl. 15'/, lr. als Tangente für Herstellung der S l es a n s d o rf e r Brücke über den Gruber'sch.n Canal an de» Morastentsumpsungs-fond abführen soll. Dr. Orel macht aufmerlsam, daß durch die Cannlarbeiten dem Flußbett Terrain abgewonnen worden, durch dessen Ertrag vielleicht der Beitrag für die Brücke sich compcnsiren liehe. Dx GNN. Stedry und Kalte negger geben die Ausllarung, daß mit obigem Betrage die Aeitragölcislung für die Brücke abgethan sei und die Stesanödorser Iosasscn ber.ils die Erklärung rcchtö» förmlich abgegeben haben, daß sie die fernere Erhaltung der Brücke in ihre Verpslichlnng übernehmen. Der Antrag der Section aus Zahlung obiger Tangente wird sohin angenom« men. — 3. Nefslirt G3l. Dr. Schuvpl über ein Unter-slilkungsgesucb von vicr magistralischen Dienern, beantragt für zwei il 15) und zwei il 20 ft., welcher Antrag ohne weitere Debatte angenommen wird. — Schließlich trägt der Bürgermeister den in der Magistratsschung vom 19. d. M. auf Antrag des GN. Horal gefaßten Beschluß auf taxfreie Velleihung des Bürgerrechtes an den Herrn Consistoiialralh und Prof. Dr. Leo Voncina wegen seiner Verdienste um de» lalholi^cben G e s e l l e n v e r e i n vor, welcher von der Versammllmg gcxehinigt wird. Die Vchung verwandelt sich nunmehr in eine geheime, deren Gegenstand Bürgerrechts-oeillihllüge». Ütncste Post. Dic hcutigc „Wicucr ZciUnia" cuthält die Vcvord-ultlig des Staalömmistt'mmis uo»l 23. d. M. ilbcr dic ^itcforiil dcr politischcu Bcvwaltuilg in Gnlizicn und ^ odomev icn snlil uil K va lau, Auschwitz und Zator. An di>: Stcllc dcr biohcri-Wi StatchlUtcn'icoluinissioil ill ztrakcni, dcr 1? iire.iö-vovstchcr uud 176 Bczittsämtcr tvetcu 74 Bczirtoämlcr. Dic Auilswirtsnlnt!.-lt dcvscldcn bcgiuut ain 28. Fcdruar 1>>07. Mcichzcilig u^ösfeilllicht dic „Wr. Ztg." dic Erncnnullgcu für die uclicu Bcl)örde>i. Wicu, 24. Iäuucv. D^ö „Frdlil" schreibt: Fmn. zöfischc Älattcr hadcn gcuieldet, daß das Packctboot „Flondn", wclchce« lurzlich ans Mc^ico in St. Na. zairc cinlicf, lnchrcrc hundert Mnnn uon dcr östcr« rc ich i schcn F rcindc n leg i on noch Europa zurück» gcdracht habc. Von (.-oinpctentcr Scitc, vom Herrn Haupt» manu-Anditor Wolfgang Holy, dcr mit dein oben gc-nannten Dampscr in St. Nazairc angckolnnien, crhaltcn wir nun dic Mitthcilnng, daß nicht mchrcvc hundcit, soitdcvn blos sirbcn Vinnn nach (5nvopa znviicklchrtcn, und zwar nachdcln diesclbcn anf ihr Ansuchen gegcn Ber-zichtlcistnng auf alle ihnen zustchcndcn Bcncficicn dnrä, die <5wadc Sr. Ncajcstät dc^ Kaisers von Wi cxico ans dcni Vcrliandc dc^j östcrrcichischcil Frciwilligcncorps cnl-lassm wordcn warcu. Tricst, 2^. Jänner. Dcr „Aoyddamftscr „Iuftitcr" brachtc dcr „Tricstcr Ztq." gcstcrn Abcnd. d. M. reichende L e"v a >, tepo st. Dcr „^cuant Hcrald" wurde wcgcn scincö Artikels nlicr dic Bulgarcuadressc und sciner „hartnäckig fc,i>'dscligcn Haltnng" gegen die tnrlischc ^ü'giernng mif cincn Monat snöpendirt. Daö Blatt fügt sich vorläufig, bcincrtt aber, cö sei abzuwarten, od dic englische Botschaft mit dcr Anolegnng eiiwcr-standen scin werde, wclchc der Äiinistcr der anöwärligcn Angelegenheiten, Aali Pascha, den cilirtcn Artikeln deö Prcßgcsctzes gibt. -- Dic amtliche „Tnrqmc" meldet, das egyptische Kontingent, welches dcr Vicctönig dem Sultan znr Verfügmig gestellt und das sich in Kreta befindet, bcrcitc sich zur Heimkehr vor. Demselben Blatte znfolgc lauten die Nachrichten aus Lnrissa immer befriedigender und iu ganz Thessalien herrsche Nuhe. Aus Alexandric n wird über Smyrna gemeldet, Halim Pascha habe die Beduinen znm Ansstandc gegcil die jetzige Regierung verleiten wollen, jedoch ohne (ürfolg. Scin Palast fei von den Wachen des Vicelonigs befetzt, seine trencsten Anhänger verhaftet worden. Ev selbst wünsche Egyvten zu verlassen. Da vorgestern ein türkisches Telegramm die Unterwerfung dcr Freiwillige», das 6nde des Aufslandes in Ki-eta n. s. w. gemeldet hat, so sagt ein gestriges (gr ic ch ischcs) Telcgramul mit dem Datum A t h c n, 24. Jänner, daß „440 uon der türtlschen Regierung aus Kreta wegen schlechten Verhaltens vertriebene Per« soncn anf zwei türkischen Fregatten, dic von zwel Dampfern dcr Echutzmächtc begleitet wurden, uach dem Py. räns trausporlirt wurden. Dies habc aber lemcn Ein-fiuß auf die Insurrection." _____________ Telegramme. «Pest, 24. Jänner. Graf A ndrassy wird heute aus Wien hier zurückerwartet, nnd wcrdcu die Berathungen der (>7cr Commission wahrscheinlich Anfangs tünf» tiger Woche beginnen. Berlin, 24. Jänner. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitnng" schreibt: Nach einer amtlichen Mitthei« lung wird der Bremer Senat im Einverständnisse mit Preußen den 24. Feliruar als Tcrmiu für dic Eröffnung des RcichsrathS ftnvliciren. — Dcr „Staatsanzciger" meldet: Dcr König befindet sich nun wieder wohl genug, um heute Nachmittags kurze Vorträge des Grafen Bis- marck und des Generalmajors v. Treslow cnlgcgenzu-nehmen. — Dcr „Staatsanzcigcr" ftnlilicirt die Budgets für Hessen, die Elvchcrzogthümcr und Hombllrg pro 18(57, nud zwar für die Zeit vom 1. October bis .'> 1. Dc» ceinber 186l» vorbehaltlich dcr Genehmigung des Land« tages. Hannover, 24. Jänner. Authentischer Quelle zufolge treten 456 Officierc uud Militärärzte in den preußischen Dienst über; 69 wünschen die Pensionirnng nach prcnßischem, 72 uach hannover'schem Pensions« rcglement; W gabcu keiue Erklärung ab nnd treten thcilwcise in dic Dienste anderer norddeutscher Bnndcs-staatcn ein. (kelle, 24. Jänner. Oberkl onanwalt nnd Ex-Staats-minister Windthorst wurde aus Dienstcsrücksichtcn seines Amtes enthoben. Floren;, 2^l. Jänner. Die „Opinionc" schreibt: Graf Barral, dcr Gesandte Italiens am Berliner Hofe, ist bestimmt, Italien in Wien zu vertreten. Paris, 2:l. Iäuucr. „France" nnd „Patric" de-meutircu die Gerüchte von Unruhen in Spanien. Die „France" dcmcntirt das Gcrücht bezüglich einer Anleihe. „Etcndard" sagt, der Sultan sei nicht abgeneigt, den Krctcnsern eine antonome Verwaltung zn bewilligen. Dasselbe Blatt meldet, daß dcr g c s e tzgcbcnde K ö r » per am 11. Fc b r n a r c r öffnet w e r d c. (3onsta»tinopel, 23. Jänner. (Direct.) Anf Candicn allgemeine Unterwerfung. Die Freiwilligen haven die Waffen niedergelegt; von diesen sind 12<)() bcrcits nach d?m Pyräus eingeschifft worden. <)()!) harren an der Küste versammelt gleichfalls ihrer Einschiffung nach Griechenland auf französischen nnd türkischen Kricgsdampferu. -Athen, II). Iäuncr. Nangabc hat dic Mission nach Washington nicht angenommen. Dic Fregatte „Hellas" wnrdc nach Porös gesandt, um sich zur Reise des Königs vorzubereiten. Es heißt, dcr König wcrdc dic Reiseroute über Marseille nehmen. Prinz Johann wird in einigen Tagcn erwartet. Tclllnrapliische Wechselcourse uom !^b. Jänner. 5pcrc. Met^Niqneö 5,8.5». — s.fti'rc. Mctalliq»!,'? mit Mai- und Nuvcnibcr-Zinsl'N pnv. Nat'onlil Anleye» . -- Banl-a>.'tiel! 730. — ^reditactien 16^,5,0. — 18i!<)l'r Zlaaloaokchsi, 6li.W, — Silber till 2'). — Vonbon 132.00. — K.k.DucattN !!.2«. Verstorbene. Den 18. Jänner. Mathin? Snchadolmis, Ta^löl>»er, ali 5>l Iahls, ü» Civllsftital, a„ dn ^.'ebenülaltnilli, -^ Der Anna Bütenz, T!iglüh!!criln!!l>U!>, il,r Kiild Frau,, alt 5. Wochen nnd '1, an Blattern - Den» Herr» Aittmi ^nindl, Par!^fi>hrer, sein Kind Marin, alt 5l Jahre »nd l<» Monate, in der Ft. P^nsuorstadt Nr. 8-<, nn der brandigen Bräune. Den 20. Jänner. Fräulein Theresia Hch, Mädchen i!tsli!i!t^l,'c>rstcl!nin, alt 5)6 Jahre, in der Sladt Nr. 1^0, an der allgeliieinl'N Wosstrslichi. — Micha'l K^ll, Fliltschnstcr, alt 66 Jahre, iin Civilspiial, an der Gchir>ilälnnnng. D e n 2 2. I ä n n e r. Marliiö Papes , Abschieder, nlt 35 Jahre, in der Stadt Nr. lxr. — Franz Kafttl, Tagliihner, alt 6>) Jahre, iin Ewilspital, au Erschöpfung der ssiäfte. — Drin Herrn Michael Koncar, Schneidermeister, sei» Kind Aloisia, alt 2 Jahre lO Manate nnd 8 Tage, in der Sladt Nr. t?, nnd Franei^r Zaichen, Magd, als 25 Jahre, im Ciuil-spilal, dcidc an der ^nna/nlähinnng. D e n 24, I ä n n e r. Dm, Nikolaus Marela, H,i;er, stin Kind Josef, alt 2'/, Jahre, iu d?r Kapnziin'r - Vorstadt Nr. 85, au d«- Limgenlähnnmg. — Frau^ Tnröic, Knecht, all 2? Jahre, ist in Podlipp' im ^aibachflnssc ertrimlen gefnnden nnd uon da nach Sl Chrlslof ildertra.,en >r,c>vdcn. -- Valentin Nülisl'l, Knecht, alt 27 Jahre im Cinili'pital, an der Oi'hil'nlähmimg Ilugekommene Fremde. Am 2l. Jänner, Hsadk V!^n. Dic Hcrren: HnN,, Orschaflsrciftndrr, Miischl, Kansm,. Tannfnberqrr, ?>ch. n»d Meyrat, von Wien.--Kncic, Tl'legraphcnbeamtl'r, n»d Selerc, von Krainl.,»^. — Fran illampsll, von Graz. (flrpliailt. Die Herren: I^ras. von Tlirst. — Ranzingel, Handcli'm,, von Glitlschce. — Nanzinger, Grnndb^sitz^ von Sancrdrimii — Neiür, Gutobes., von Punovic. -- Spirlrr, Nenlilälcnl'cs,, von Hrastnil. — Mnrco, Hnndclem., von Udine. Wilder Man». He,r Kemenhy, Kansm, von Wien, Ml>ln'cll. Herr Dann, Handel^iinnm.__________________ Theater. Hcntc Sami> tac, den 2 C. Jänner: Faust (Mavstarethe). Große Oper in 5 Acten von Gounod. Morgen Sonntag drn 27. Jänner: Die verhällssttisivullc FaschillgSuacht. Posse i,r il Acten von Nestror,. Heute Abend Streichmusik von dcr Caftcllc des k. k. 7. Art.-Reg. —Entree frei. ^ Aufaug '/,8 Ul)l. ^u'leorollinilclie NeotwchlmMil ill ^aiflach^. «ATAlg., 32<: «6 l o.!, SW. f. schw. trude 9 gl» !25. 2„ N. 32t,',c» 'i.' SW. s. schw. lrilbc IZtge" 10 „ Ab. 324,?a ! -p- 3.l ,SW. f. schw. trübe Gleichförmige, geschlossene Woltrndccle. Trüber Tag. .^^ Abend Regen. __________^____________^_^.-^'^ Verantwortlich« Redacteur: Ignaz v. Kleinma»,'»